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Offenblatt 28/2025

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UNSER AMTSBLATT

Ausgabe Nr. 28

3. August 2025

www.offenblatt.de

Was tun, wenn es im Wald brennt? Seite 2

Foto: Walz

Ausgezeichnete Halbinsel: Seite 5

+++ Stadtrat Johannes Vetter wurde verabschiedet, es folgt Andrea Schaller: Seite 3 +++ Neue Ladestationen für E-Fahrzeuge: Seite 7 +++ Viele Aktionen am 22. August in der Steinstraße: Seite 8 +++ Kundenstopper als Stolperfallen: Seite 10 +++

Ein Leben für die Versöhnung

Eva Mendelsson wird Ehrenbürgerin der Stadt Offenburg – Einstimmiges Votum des Gemeinderats EHRUNGEN cl Im Mai 2022 wurde

das Schicksal der Familie während der NS-Zeit und eröffnete dadurch einen wichtigen emotionalen Zugang zum Thema der Verfolgung und Vernichtung der jüdischen Offenburgerinnen und Offenburger.

sie mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Jetzt wird Eva Mendelsson auch Ehrenbürgerin der Stadt Offenburg. Das hat der Gemeinderat in nichtöffentlicher Sitzung am Montag, 28. Juli, einstimmig beschlossen. Oberbürgermeister Marco Steffens unterrichtete die in Großbritannien wohnhafte 94-Jährige telefonisch über den Beschluss. Sie nahm die Ehrung an. Der Festakt zur Verleihung der Ehrenbürgerwürde wird Ende November stattfinden. Eva Mendelsson ist nach Aenne Burda die zweite Frau, die die Ehrenbürgerwürde der Stadt Offenburg erhält. Der Beschluss des Gemeinderats lautet: „Der Gemeinderat beschließt, Frau Eva Mendelsson, geborene Cohn, geboren am 27. März 1931 in Gengenbach und bis 22. Oktober 1940 wohnhaft in Offenburg, in Anerkennung ihres außerordentlichen Engagements als Zeitzeugin, Aufklärerin und Künstlerin sowie ihres langjährigen Wirkens für Versöhnung, Erinnerungskultur und das Gemeinwohl mit dem Ehrenbürgerrecht der Stadt Offenburg auszuzeichnen.“ Mit der Verleihung der Ehrenbürgerschaft würdigt die Stadt Offenburg die Jahrzehnte lange Arbeit Eva Mendelssons im Geist der Versöhnung und der Aufarbeitung der Geschichte der NSDiktatur. Ihre Mutter und eine Schwester waren im Zuge des

2022 erhielt Eva Mendelsson das Bundesverdienstkreuz.

Massenmordes an den europäischen Jüdinnen und Juden im Vernichtungslager Auschwitz umgebracht worden. Sie selbst und eine weitere Schwester überlebten den Holocaust, weil den Kindern dank einer Hilfsorganisation die Flucht in die Schweiz gelang.

Holocaust überlebt Nach dem Krieg siedelte Eva Mendelsson nach Großbritannien über und gründete dort eine Familie. Aus der Ehe mit Wolfgang Mendelsson gingen drei Kinder hervor. Die mittlerweile verwitwete Eva Mendelsson lebt heute in Großbritannien in der Grafschaft Herefordshire. Nach dem erlittenen Leid und den Demütigungen, denen sie als Kind ausgesetzt war, hatte sie ursprünglich den Vorsatz, nie wieder nach Deutschland zurückzukehren.

Foto: Bode

Das änderte sich, als sie 1986, über 40 Jahre nach Kriegsende, eine Einladung der Stadt Offenburg erhielt und annahm. Eva Mendelsson war beeindruckt von der freundlichen Aufnahme und der Anteilnahme. In der Folge begann sie in enger Zusammenarbeit mit dem Offenburger Historiker Martin Ruch, die Geschichte ihrer Familie und der jüdischen Gemeinde in Offenburg aufzuarbeiten. Über viele Jahre hinweg trat sie mit großem persönlichem Einsatz dafür ein, die Erinnerungskultur zu erhalten und sich für Toleranz, Menschlichkeit und eine friedliche Zukunft stark zu machen.

Zeitzeugin Über drei Jahrzehnte lang reiste sie jedes Jahr nach Offenburg und trat als Zeitzeugin in Schulklassen und bei Veranstaltungen auf. Dort berichtete sie über

Trotz des schrecklichen Schicksals ihrer Familie hat Eva Mendelsson die Hand zur Versöhnung ausgestreckt, insbesondere gegenüber der jungen Generation. Menschliche Größe und ihr bemerkenswerter Humor machen sie zu einem Vorbild für alle Generationen. Von der Stadtgesellschaft wird sie trotz des ausländischen Wohnsitzes als echte Offenburgerin betrachtet.

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