Marketing Digest #64

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www.werbeliebe.de

BRAVE NEW WORLD SS 2015 - Ausgabe #64


PF CW

Vorwort

Es geht los, es geht ab! Ab sofort, überall und jederzeit, selbst in Deiner Hosentasche. Bei Red Chilly hast Du immer die besten Events, Finanztipps und Highlights auf einen Blick. Du möchtest keine News mehr verpassen? Ganz einfach auf www.red-chilly.de unsere Highlights abonnieren!

Liebe leserinnen und leser, selten war eine Epoche von derart vielen Unwägbarkeiten geprägt wie unsere. Wo gehen wir hin? Wie entwickelt sich unsere Gesellschaft? Welchen Mehrwert bietet uns die digitale Revolution und wie soll man sich in einer solch inkonsistenten Welt zurechtfinden? Im vorliegenden Marketing Digest #64 beschäftigen sich unsere Redakteure mit den Entwicklungen von Heute und Morgen. Sei es aus gesellschaftlicher, politischer oder auch technischer Sicht. „Brave New World“, so lautet der Titel des MD, den die Werbeliebe in diesem Semester unter die Massen bringt. Wir wollen , zum einen, den Denkanstoß geben, sich über unser aller Zukunft ein Meinung zu bilden und zum anderen, Sie kurzweilig zu unterhalten. Erfreulicherweise konnten wir den Umfang des Magazins im Vergleich zu den Vorgängerausgaben nochmals steigern und dabei unser journalistisch sehr gutes Niveau halten. Wir haben mit dem Bestreben begonnen, ein umfassendes Bild einer unvorhersehbaren Welt zu zeichnen. Verschaffen Sie sich nun einen Eindruck, ob wir dieses Ziel erreicht haben. Angereichert wird unser Content, wie gewohnt, mit spannenden Berichten aus dem Auslandssemester. Unser Dank geht an alle Sponsoren, Förderer, Mitglieder und vorallem natürlich an die unermüdlichen Schreiberlinge der Werbeliebe, die den MD, Ausgabe um Ausgabe erst möglich machen. Ein großer Dank geht aber auch an die Grafiker, ohne die dieses großartige Layout niemals zustande gekommen wäre. In diesem Sinne, frohes Lesen wünschen Ihnen Christine Schwarz und Maximilian Pohlner

www.red-chilly.de


INHALT

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Um Gottes willen!

Morgen ist schneller als es gestern war „Memo an mich selbst: Weniger vornehmen, mehr schaffen! Und morgen früh sitze ich dann am Schreibtisch und erstelle mir erstmal meine To-do-Liste...“

08 Die Macht Crowdfunding der Kreativität Masse gemeinsam finanzieren

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Braucht der Handwerker

24 Leben am Minimum Minimal, maximal, Hauptsache funktional.

Buchhalterin einen Bachelor?

schneller um uns dreht, wird es elementar wichtig, dass Werbung niemanden nervt.

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That is so yesterday’s news!

Generation Y Doch ist unser streben nach Glück undsinnstiftend? das GlÜck und was ist Glück eigentlich?

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Wir sind das Volk!

DEUTSCHLANDS!

ModernDa advertising sich die Welt gefühlt immer

Meister oder wirklich Abitur Master? und die

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REFILL in einem Wort: GRUPPENKUSCHELN echtcool! MIT DER WERBEELITE

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du an, leihst du aus, benutzt du und gibst du zurück.

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Ich bin Hipster, und du so?

nun mal ohne jegliche medien nicht!

Lass uns ein Spiel spielen!

mein Zweitbester Freund

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Nothing Zu spät kommen is nich - auch Toulouse wenn die Busse und Bahnen

Das Leben ist kein Eine allgemeine Anleitung, sich Ponyhof diesem Teufelskreis entgegen zu stellen, wird es wohl nie geben.

Mein Freund, Mein Laptop ist das Internet

Studentenfutter

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Irgendwas Und die moral von der geschicht, unser gewohnter alltag klappt ohne Medien…

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Gehst du Plattform, fragst Meins? Deins? Seins?

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#NOFILTER

Get the best of both worlds in In Hongkong Hongkong! prallen

mal wieder streiken, welches ein beliebtes Hobby in Frankreich zu sein scheint.

zwei Welten aufeinander.

58 Impressum


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Morgen ist schneller als es gestern war

„Da gibt es diesen einen, sehr subjektiv geprägten Moment, wenn wir bemerken, dass etwas nicht mehr so ist, wie es vorher war.“

Schnelllebigkeit in aller Munde – besonders in Ballungszentren eifriger Senioren, die in ihren Grüppchen darüber politisieren, dass früher alles besser gewesen und die Welt mit all ihren Veränderungen mittlerweile viel zu schnell geworden sei. Wunderlich, wie diese jungen Leute das heutzutage meistern. Wie wir das meistern? To-Do-Listen schreiben und am Ende des Tages feststellen, dass wir nicht einmal ein Drittel davon abgehakt haben. Sich selbst fragend, wo die letzten Wochen inmitten von Präsentationen, Abgaben, Nebenjob und Freizeitstress geblieben sind. Auch unsere Zeit rinnt uns durch die Finger. Während die Tage in den Grundschulferien manchmal gar nicht vorbeigehen wollten, fragt man sich heute, wo die Semesterferien eigentlich geblieben sind. Das ist die eine Dimension, durch die sich Schnelllebigkeit in unserem Leben bemerkbar macht: Das sind wir selbst. Wir wollen zu viel, haben zu viele Dinge, um die wir uns kümmern soll(t)en. Ich glaube, die Zeit ist wie ein weißer Raum, den wir täglich neu betreten. Der Raum ist für jeden von uns gleich groß. Der Unterschied liegt darin, wie viel Arbeit du dir in den Raum mitnimmst. Die Wäsche, weil du keine sauberen Shirts mehr besitzt und kein Geld hast, dir neue zu kaufen – das Putzmittel, weil der Boden seit der letzten WG-Party klebt – die Skripte, weil alle außer dir schon angefangen haben, Zusammenfassungen zu schreiben – die Bücher, die du schon letzte Woche in Vorbereitung auf die Vorlesung hättest lesen sollen – den Laptop, weil du morgen den Essay abgeben musst – die Küche, weil man schließlich von irgendwas leben muss. Da kann der Raum schon mal ziemlich voll werden. Nimmst du hingegen nur dein Kissen und Musik mit, ist auf einmal total viel Platz. Die Zeit geht nicht schneller vorüber, wir nehmen uns nur einfach zu viel vor, sind vielleicht zu pflichtbewusst, zu tief im Alltag verankert, als dass wir unser Dasein täglich reflektieren könnten. Also: Memo an mich selbst: Weniger vornehmen, mehr schaffen! Und morgen früh sitze ich dann am Schreibtisch und erstelle mir erstmal meine To-do-Liste... Zur anderen Dimension, durch die sich Schnelllebigkeit in unserem Leben bemerkbar macht: Das sind die Produkte, die wir konsumieren, und die Prozesse, denen wir ausgeliefert sind. Es kommt uns so vor, als würde alles immer schneller gehen. Weil wir die Entwicklung um uns herum nicht kontinuierlich wahrnehmen, was schon an der Fülle der Informationen und Eindrücke scheitert, sondern weil wir die „Memo an mich selbst: Weniger Veränderung an einzelnen Situationen festmachen. Da gibt es diesen vornehmen, mehr schaffen! Und einen, sehr subjektiv geprägten Moment, wenn wir bemerken, dass morgen früh sitze ich dann am etwas nicht mehr so ist, wie es vorher war. Dann werden wir aus dem Schreibtisch und erstelle mir alltäglichen Trott gerissen, reflektieren und fühlen uns, als sei alles wie erstmal meine To-do-Liste...“ im Flug vergangen. Eben weil wir all das dazwischen nicht wahrgenommen haben. Unsere begrenzte Aufmerksamkeitskapazität zwingt uns dazu, die ansteigende Informationsflut einzudämmen, was dazu führt, dass der Anteil der bewusst wahrge-

nommenen Veränderung sinkt. Das wiederum hat den Effekt, dass wir uns öfters dabei ertappen, nicht bemerkt zu haben, wie schnell alles vorüber ging. Da fragt man sich: Woher kommt überhaupt die Schnelllebigkeit? Der wesentliche Treiber ist die Innovation. Und woher kommt die Innovation? Innovation entsteht durch Konkurrenz – sind andere besser, will man sich angleichen – und durch steigende Ansprüche – wird mehr verlangt, wird auch mehr geleistet. Das führt dann in der Praxis zu immerschneller.immerbesser. immereffizienter.immerperfekter.

Nadine Bunz BW/ Media Management & Werbepsychologie „‚Du musst nur die Laufrichtung ändern‘, sagte die Katze zur Maus und fraß sie.“ - Franz Kafka

Prozesse werden optimiert, Kosten eingespart, Fehler minimiert, Produkte weiterentwickelt. Man muss schließlich mit dem Zahn der Zeit gehen. Das Groteske daran: Inmitten steht der Mensch, der eben so ist, wie er ist, Fehler macht, der sich nicht beliebig optimieren lässt und dessen Entwicklung sich nicht beschleunigen lässt. Wir setzen alles daran, die Dinge um uns herum besser zu machen und bleiben gleichzeitig seit Jahrzehnten stehen. Wie können wir da noch zurechtkommen und soll das immer so weiter gehen? Ist nicht irgendwann der Punkt erreicht, an dem es nicht mehr schneller geht? Man könnte anbringen, dass sich durch die Schnelllebigkeit, insbesondere in der Medien- und Werbebranche, der Druck erhöhe, Arbeitskräfte verbrannt würden, die Qualität der Ergebnisse sinke. Jedoch erscheint es falsch, die Schnelllebigkeit ausschließlich als Feind von Tradition, Kultur und glücklichem Leben zu sehen. Sie bietet auch Chancen für kleine und mittelständische Unternehmen, für Unternehmensgründer und für Menschen, die Lust haben, kreativ zu sein, neue Produkte zu entwickeln und innovative Prozesse anzustoßen. Den Trend zum Kleiner-Schneller-Flexibler können wir derzeit an vielen Konzernen beobachten, die versuchen, in ihrer Organisation schlanker zu werden, um sich marktfähig zu halten. Man könnte die Schnelllebigkeit auch als Chance für uns wahrnehmen, seinen ganz eigenen Weg zu gehen, seine Nische zu finden und – wie es die freie Marktwirtschaft predigt – genau das zu machen, was man am besten kann.


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Die Macht der Masse Crowdfunding - Kreativität gemeinsam finanzieren

Ideen hat man oft. Bahnbrechend. Innovativ. Anders. Umgesetzt werden können die wenigsten Projekte, lediglich weil die finanziellen Möglichkeiten nicht bestehen. Vor den Zeiten des World Wide Web blieb kreativen Schaffern nicht mehr übrig, als einen Kredit zu beantragen oder die Idee direkt fallen zu lassen. Doch die Zeiten haben sich geändert. Wer heute eine Geschäftsidee hat, einen Film oder Song aufnehmen oder ein neues Produkt auf den Markt bringen möchte, hat andere Dimensionen der Finanzierung zur Verfügung. In den letzten vier Jahren wurden über 2600 Projekte in Deutschland durch Crowdfunding finanziert, allein im Jahr 2014 waren das über 11,8 Millionen Euro.

Das Internet verbindet Menschen nicht nur, es macht Ihnen auch möglich, kreative Ideen mit anderen zu teilen und um Mitfinanzierung des Projekts zu bitten. Falls andere Gefallen finden, tragen sie einen kleinen Teil zur Umsetzung bei. Grundsätzlich versteht man unter Crowdfunding die Unterstützung eines Projekts im künstlerischen oder erfinderischen Bereich. Dies kann ohne Gegenleistung erfolgen „Grundsätzlich versteht man oder aber mit Einblicken in Produktion, Nennung in Credits oder dem unter Crowdfunding die Erhalt eines Produkts bezahlt werden. Crowdinvesting hingegen be- Unterstützung eines Projekts im zieht sich auf die Beteiligung an einem Unternehmen oder einer Ge- künstlerischen oder schäftsidee. Jedes Projekt veröffentlicht ein monetäres Ziel, das finan- erfinderischen Bereich.“ ziert werden soll, und versucht mit Erklärungen, Bildern und Videos die Begeisterung der Internet-Community zu entfachen. Zahlreiche Ideen finden derart Anklang, dass ihre Ziele weit übertroffen werden. Eine Steckdose mit integriertem USBAnschluss für einfacheres Aufladen von Handys wurde mit 2214 % finanziert, weit über das ursprüngliche Ziel hinaus. Was also bewirkt diese Überfinanzierung? Eine mögliche Erklärung wäre der Crowd-Effekt der Psychologie, der erklärt, dass Menschen sich an anderen orientieren, um sozial zugehörig zu sein. Ist ein solches Projekt also ein Selbstläufer? Oder schlichtweg so innovativ, um derartige Reaktionen hervorzurufen? Letztendlich ermöglicht Crowdfunding jedem seine Ideen umzusetzen und verringert somit die Unterschiede zwischen Arm und Reich. Bei Crowdfunding zählt die Idee. Und „Bei Crowdfunding zählt die Idee. der Beitrag jedes Einzelnen. Damit wird den Förderern vermittelt, Teil Und der Beitrag jedes Einzelnen.“ von etwas Bedeutsamen zu sein. Manche der Ideen sind simpel und praktisch, andere verrückt und neuartig. Für den Film Iron Sky wurden 900.000 Euro aus Crowdfunding bezogen. Fans konnten durch ihren Beitrag einen Einblick in die Filmproduktion gewinnen und sogar eigene Ideen zur Umsetzung im Internet veröffentlichen. Der Film wurde nicht nur finanziert, sondern bekam schon vor seinem Start Medienbeachtung. Das meist geförderte Projekt weltweit ist das Computerspiel Star Citizen, das mit einem gewünschten Budget von 500.000 Dollar startete und bis zum heutigen Tag über 82 Mil-

lionen Dollar eingebracht hat. Das Kartenspiel „Exploding Kittens“ erreichte sein Ziel von 10.000 Dollar in 8 Minuten, bewältigte 100.000 Dollar in weniger als einer Stunde und hat mit mehr als 100.000 Personen die größte Anzahl an Unterstützern. Diese Beispiele verdeutlichen den Unterschied zwischen den verschiedenen Ideen und deren Popularität.

Lea Schneider BW/ International Marketing „The greatest pleasure in life is doing what people say you cannot do“ - Walter Bageho

Letztlich kann jede Idee finanziert werden, sei es noch so simpel. Wirkliche Eigenleistung muss nicht mehr erbracht werden. Theoretische Gedanken reichen völlig aus, um erfolgreich zu werden. Dadurch bieten sich neue Möglichkeiten. „Früher war alles besser“ ist keine allumfassende Weisheit. Das Internet hat uns neue Möglichkeiten geboten, um Träume zu verwirklichen und sich auszuleben. Es ist eine der Entwicklungen, die mir persönlich sehr zusagen. Nichts ist mehr unmöglich. Und ich mache mir jetzt Gedanken um meine eigene weltbewegende Idee, die ich mir crowdfunden lassen kann.


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Meister oder Master? Doch nicht nur auf politischer Ebene wird gefordert. Logischerweise erwarten im Gegenzug auch die Berufseinsteiger mehr, wenn von ihnen mehr erwartet wird. Und so erhoffen sich die frischgebackenen Bachelorabsolventen, sofort nach dem Abschluss, einen hochqualifizierten Job zu erlangen.

Braucht der Handwerker wirklich Abitur und die Buchhalterin einen Bachelor?

Wir stehen vor einem Dilemma. Fakt ist, dass heutzutage im beruflichen Kontext immer mehr Anforderungen gestellt werden. In Berufen, für die man i.d.R. nur eine Ausbildung brauchte, wird heute vieles als Grundvoraussetzung abverlangt. Der politische Reflex, der daraufhin eingesetzt hat, junge Menschen besser zu bilden und auszubilden, fordert bundespolitisch, dass die Zahl der Menschen mit Hochschulzulassungsberechtigung deutlich ansteigen soll. Für Baden-Württemberg wird vorhergesehen, dass ab dem Jahre 2019 pro Jahr mehr als 70.000 Hochschulzugangsberechtigungen erreicht werden. Es werden immer mehr Wege aufgetan, diese Berechtigung zu erlangen. Neben den allgemeinbildenden Gymnasien gibt es heutzutage ebenso Berufliche Gymnasien und Berufsoberschulen, die zum allgemein anerkannten Abitur führen (allgemeine Hochschulreife), wie auch unterschiedliche Berufskollegs mit dem Abschluss der Fachhochschulreife. Ausgehend vom baden-württembergischen Niveau des Jahres 2013 (50.533 Absolventen) dürfte die Zahl der Hochschulreifezeugnisse gemäß den Ergebnissen einer Modellrechnung des Statistischen Landesamts Baden-Württemberg bis 2016 weiter auf 54.200 ansteigen. Dies wären rund 7 % mehr als 2013. Der größte Teil dieses Zuwachses geht auf den Ausbau der beruflichen Gymnasien zurück. Die Modellrechnung ergibt für die beruflichen Schulen – einschließlich der Berufsoberschulen – einen Anstieg der Absolventenzahlen von 16.725 im Jahr 2013 um annähernd 15 % auf 19200 im Jahr 2016.

Parallel dazu spielt der demografische Wandel eine große Rolle. Da die Zahl der jungen Menschen sinkt, gibt es allgemein weniger potentielle Auszubildende. Und da sich nunmehr viele für ein Studium entscheiden, können die „alten“ Ausbildungsberufe nicht mehr ausreichend besetzt werden. Handwerksbetriebe suchen händeringend nach Azubis, während gerade große Firmen (wie z.B. TUI) für gewisse Ausbil„Handwerksbetriebe suchen dungsberufe bereits ein Abitur voraussetzen. All das führt dazu, händeringend nach Azubis, wäh- dass immer mehr junge Leute sich für den Weg Abitur - Studium rend gerade große Firmen für entscheiden. Die meist circa 16-jährigen Schüler stehen 6 Monate gewisse Ausbildungsberufe vor ihrem Abschluss vor einer wichtigen Entscheidung: Ausbildung bereits ein Abitur voraussetzen.“ oder Abitur? Da die meisten im jungen Alter noch keine Vorstellung haben, was sie gerne machen wollen, entscheidet sich der Großteil für den schulischen Weiterbildungsweg, der ihnen später immer noch die Wahl zwischen Studium und Ausbildung offen lässt. Mit den Anforderungen von Gesellschaft und Politik, ein Abitur zu machen und zu studieren, sinkt auch die Anerkennung von Ausbildungsberufen. Jemand, der von sich behaupten kann „Ja, ich studiere im dritten Semester Maschinenbau“ bekommt wohl häufiger ein bewunderndes „Wow“ von seinen Mitmenschen zu hören, als der Auszubildende im Mechatronik-Bereich.

Laura Braun BW/ Media Management &

Bachelorstudierende sowie -absolventen sind einen enorm hohen Leistungsdruck und hohe Anforderungen in der Regel gewohnt und somit oftmals selbstbewusst und offen für Herausforderungen, was bei Unternehmen gern gesehen ist. Aus den genannten Argumenten ergeben sich folgende Probleme: In Zukunft werden immer mehr Menschen ein Abitur machen und studieren. Da somit eine große Auswahl an höher qualifizierten Arbeitskräften vorhanden ist, verliert diese Qualifikation immer mehr an Wert. Dies wiederum führt dazu, dass Studierende sich mit dem Master beweisen müssen, um aus der Masse heraus zu stechen, denn Bachelor ist schon lange nicht mehr gleich Führungsposition. Eine Reaktion darauf ist, dass immer mehr Firmen intern aus- und weiterbilden. Eine Ausbildung mit Ausblick auf ein Studium, ein duales Studium oder den berufsbegleitenden Master sind für die Unternehmen wesentlich kostengünstiger und schneller. Denn einen guten Bachelor zum Master weiterzubilden ist denkbar einfacher, als einen bereits an die Ausbildung gewöhnten Mitarbeiter für ein Studium zu begeistern. Möglich wäre auch ein Programm, das heute schon in der Erzieherausbildung Anwendung findet. Ausgebildete Erzieher-/innen können sich nach einem guten Abschluss die Ausbildung als Ersatz für die ersten 2 Semester eines z.B. Pädagogikstudiums anrechnen lassen.

Werbepsychologie „Believe you can and you´re half way there.“

Hanna Pudzich BW/ Media Management & Werbepsychologie „If you never try you´ll never know.“

Trotz allem ist das Dilemma, dass Bachelorabsolventen mit Einstieg nicht viel verdienen, noch nicht gelöst. Hinzu kommt, abhängig von Firma und Beruf, dass der Verdienst eines Mitarbeiters mit guter Ausbildung und evtl. angegehängtem Meister in der Produktion zum Teil höher sein kann als das Gehalt einer Bachelorabsolventin, die als Assistentin eines Geschäftsführers beschäftigt ist. Das Angebot an Ausbildungsberufen ist auf dem Arbeitsmarkt nach wie vor groß, nur die Nachfrage sinkt stetig. Zu sehen ist dies z.B. auf Berufsmessen, wo oftmals mehr Aussteller als junge Leute vorzufinden sind. Auch in den kommenden Jahren werden sich die Absolventen immer wieder die Frage stellen müssen: „Meister oder Master?“ - welche statistisch gesehen wohl immer häufiger mit „Master“ beantwortet werden wird.


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Generation Y und das GlÜck

die Frage auf, ob man im Moment des Gewinns glücklich über den Zufall an sich oder über den gewonnenen Geldbetrag ist und gleich drauf folgt die Frage, ob Geld glücklich macht. Auf Letztere lässt sich behaupten, dass Geld nicht selbst glücklich macht, sondern die Vorfreude auf die Träume, die man sich damit erfüllen kann. Vorfreude auf den Moment, in dem man sich zum Beispiel mit selbstverdientem Geld ein Traumauto kauft. Erfüllen wir uns also mit Geld Träume, so machen ein paar Mäuse mehr indirekt glücklich. Man ist vielleicht noch nicht mal über den gekauften Gegenstand glücklich, sondern über den Moment, in dem man erkennt, dass man es geschafft hat, sich diesen Wunsch zu erfüllen. Man hat etwas erreicht. Man hat es erreicht, egal ob durch Lotto-Spielen oder einfaches Streben danach, für einen Moment das Glück an sich zu ziehen. Dabei ist es ebenso egal, ob es durch eine Sache oder einen wertvollen Moment besteht.

Wir laufen jeden Tag durch die Welt, mal wacher und mal weniger. Wir nehmen Dinge wahr, nehmen sie auf oder vergessen sie. Das eine saugen wir auf wie ein Schwamm, das andere prallt an uns ab wie ein Ball. Das dient jedoch nicht dazu, dass der Informationsfluss, der uns vor allem in der digitalen Welt entgegenkommt, versandet. Wir können uns kaum dagegen wehren, dass wir mit Informationen, Möglichkeiten und Nachrichten abgefüllt werden. Der Kater danach ist unsere Planlosigkeit. Wir sind, als 15 bis 30 jährige, die Y-Generation. Das „Y“ wird im englischen Why (=warum) ausgesprochen und damit steckt das charakteristische Hinterfragen unserer Generation schon im Namen. Es ist eine Generation die vieles hinterfragt und ebenso ausgeprägt improvisiert. Wir sind Traumtänzer und Individualisten. Wir versuchen die Balance zwischen Bildung, Beruf und Freizeit zu finden, wie auch den schmalen Grat zwischen Individualismus und Mainstream zu bewältigen. Wir toben uns auf sozialen Netzwerken und in unserem Lebenslauf aus. Dieser ist nicht länger geradlinig. Damit verfolgen wir nicht selten unsere ganz eigene Taktik. Was wir aufbauen, ist ein selbstbestimmtes Leben, bei dem wir uns möglichst viele Wege offen lassen.

Wenn man etwas erzielt hat, ist man glücklich und nicht selten auch stolz auf sich. Die gesetzten Ziele geben uns eine Richtung in einer Zeit, in der alles möglich ist. Streben wir nach Glück, so vermögen Glücksgefühle uns von der schnellen Welt und dem ständigen Input abzuschotten. Glück ist Lebensfreude. Glück ist das glücklich sein über das Am-Leben-Sein fernab vom Smartphone. Josefin Link BW/ Marketing „When life comes knocking gotta keep on rocking.“

Unsere partielle Orientierungslosigkeit durch die unzähligen Informationen, Entwicklungen und Optionen des 21. Jahrhunderts bringt uns unausweichlich in die Sinnsuche. Wir reflektieren darüber, wer wir sind und was wir wollen. Was uns dabei trotz der vermeintlichen Planlosigkeit zum Ziel bringt, ist unser Glaube an uns selbst und unser Glück. Das Glück, dessen Erreichen uns trägt. Es vermag uns eine Insel im Meer der Informationen und Neuigkeiten zu erschaffen. Glücksgefühle sind dazu fähig, uns das Gefühl der Sicherheit zu ermöglichen. Doch ist unser Streben nach Glück sinnstiftend? Und was ist Glück eigentlich? Vielleicht ist das wirkliche Glück der menschliche Zustand, in dem man das Leben wirklich wahrnimmt und es als etwas ansieht, was es zu schätzen gilt. Doch auch diesen Zustand erreicht jeder Mensch in anderen Situationen. Oder ist Glück das, was das Glück auch in dem Begriff Glückslotterie bedeutet? Ist es Glück, was man hat, wenn man den Jackpot geknackt hat? Damit wäre Glück ein positiver Zufall, ja fast resultierend aus einer übernatürlichen Instanz, oder eben doch nur eine Folge der Wahrscheinlichkeit. Diese zweite mögliche Definition von Glück, nach der es einfach ein positiver Zufall ist, wirft aber dennoch

Deshalb lässt sich sagen, dass wenn wir, die Generation Y, das Leben lieben und anfangen größer zu träumen und Ziele zu verfolgen, dann empfinden wir Glück. Wir erschaffen uns Halt in der Zeit von Digitalisierung und Globalisierung.

Doch ist unser streben nach glück sinnstiftend? und was ist glück eigentlich?


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Wir sind das Volk! Pegida. Anti-Islam-Bewegung in Deutschland

Als der letzte Schuss der Spezialkräfte der französischen Polizei verhallt und alle Attentäter getötet sind, fehlt einem vieles: Die Fassung, eine Erklärung, ein guter Rat. Die bohrende Frage nach dem Warum. Es ist der 9. Januar 2015. Ein schwarzer Tag für Frankreich, ja ganz Europa. Der islamische Terrorismus hat sich von seiner verabscheuungswürdigsten Seite gezeigt. 18 Tote, darunter 11 Mitarbeiter der Satirezeitschrift Charlie Hebdo, ein Polizist, die beiden Attentäter und 4 jüdische Bürger. Es trifft uns alle ins Mark. Mitten in Europa? Direkt vor unserer Haustür? Szenenwechsel: Dresden, 12. Januar 2015: 25.000 patriotische Europäer marschieren gegen die Islamisierung des Abendlandes. Es ist Montag, es ist Pegida-Tag. Nasskaltes Winterwetter liegt über der Stadt an der Elbe. Dieser Montagsspaziergang ist ein anderer. Er liegt unter dem Schleier des Terrors. Es ist den Organisatoren um Lutz Bachmann vollkommen egal, dass die Hinterbliebenen ihre Verluste „Bei den Bildern der wehenden nicht von einem rechtspopulistischen Aufmarsch betrauern lassen deutschen Fahnen in diesem Konwollen. Sowieso ist Pegida die Meinung anderer nicht besonders viel text wird mir Angst und Bange.“ Wert. Es wird immer aufs Neue beteuert, man spreche für eine schweigende Mehrheit. Bei den Bildern der wehenden deutschen Fahnen in diesem Kontext wird mir Angst und Bange. „Lass sie bitte nicht für eine Mehrheit sprechen“, denke ich mir. 70 Jahre ist es nun her, dass durch eine entrückte Ideologie Millionen Menschen ihr Leben ließen. Wir als Deutsche sollten uns dieser Tatsache am bewusstesten sein, aber gibt es wirklich einen nennenswerten Rechtsruck in der Gesellschaft oder gab es diese Tendenzen schon und wir haben nur die Augen verschlossen? Das ist leider nicht einfach so zu beantworten. Pegida ist aber ein gutes Instrument, um zu erkennen dass nationalistische Ideen nicht verschwunden sind. Ende des vergangenen und Anfang diesen Jahres überschlagen sich die Rechten, sie können ihr Glück kaum fassen. Eine Protestwelle schwappt über Deutschland. Die Anzahl politisch motivierter Straftaten, die dem rechten Lager zugeordnet werden können, steigt rapide. Legida, ein noch radikalerer Ableger in Leipzig, zieht durch die „Es sind immer die gleichen Stadt. Es sind immer die gleichen Parolen, die von den kleinen, zu Parolen, die von den kleinen, zu Bühnen umfunktionierten LKWs in die brodelnde Menge gerufen wer- Bühnen umfunktionierten den. „Wir sind keine Nazis aber…“, ja aber was? „Wir wollen dass unser LKWs in die brodelnde Menge Land auch in 50 Jahren noch das gleiche wie heute ist, unsere Kinder gerufen werden.“ sollen es genauso haben wie wir.“ Bitte was? Auf einem Kontinent, der Jahrhunderte von Krieg und Völkerwanderungen betroffen war und sich seinen Wohlstand auf den Schultern der armen Regionen der Welt aufgebaut hat, wollen Pegida und all die anderen nun eine Oase des Abendlandes errichten. Diese „Das-wird-man-ja-wohl-nochsagen-dürfen“-Mentalität ist unsäglich, aber ihr gutes Recht. In einem freien Land darf jeder die Meinung vertreten, die er für richtig hält. Nun ja, wenn man ehrlich ist, war Pegidas

Einfluss doch eher regional auf Sachsen beschränkt und nun kräht kein Hahn mehr nach ihnen. Was aber nicht heißen soll, das Problem hätte sich seiner selbst entledigt. Man hat gesehen, dass in der deutschen Gesellschaft zweifelsohne ein rechtes Potential vorhanden ist, und dieses teilweise durch die realitätsfremden Forderungen der AfD auch noch salonfähig wird. Franz Joseph Strauss sagte einmal: „Rechts von der CSU darf es keine demokratisch legitimierte Partei geben!“ Recht hat er! Zuversichtlich kann einen wiederum die zwar überwiegende, aber bei Weitem nicht einstimmige Meinung der deutschen Mehrheitsbevölkerung stimmen. Abgesehen von Dresden waren die Gegenproteste immer in der Überzahl. Es ist schön „Man hat gesehen, dass in der bunten Protest gegen die braune Pest zu sehen. In Erinnerung sind deutschen Gesellschaft zweifels- mir vor Allem die „Superheroes against facist idiots“ geblieben. Eine ohne ein rechtes Potential Gruppe junger Menschen, die sich dem wütenden Mopp gegenübervorhanden ist.“ stellte, verkleidet als Flash, Spiderman und Batman. In Stuttgart fand, quasi präventiv, eine Gegenkundgebung mit knapp 10.000 Teilnehmern statt, obwohl es gar keine Pegida-Kundgebung gab. Am 17.5. haben sie sich dann doch in der Schwabenmetropole versammelt. Ergebnis: 200 Pegidisten und rund 4000 Gegner. Das Bild der lauten, ignoranten Minderheit bestätigt sich wieder und wieder. Immer mehr Menschen engagieren sich ehrenamtlich, um Flüchtlingen zu helfen. Es gibt also vielfältige Maßnahmen, um dieses Gedankengut nie wieder in der Mitte der Gesellschaft ankommen zu lassen. Nun widme ich mich etwas handfesteren Fakten: Sind die Ängste der Menschen vor einer Islamisierung vielleicht sogar berechtigt? Bedroht Einwanderung unseren Wohlstand und kommen alle bloß zu uns, um auf Kosten des Steuerzahlers auf der faulen Haut zu liegen? Zuerst einmal: In Sachsen liegt der Anteil der Muslime, je nach Schätzung, zwischen 0,1 und 1 Prozent. Die Dresdner fühlen sich also von einer verschwindend geringen Minderheit bedroht. In großen westdeutschen Städten liegt dieser Anteil wesentlich höher: In Stuttgart beispielsweise ca. bei 40% Menschen mit Migrationshintergrund. Komischerweise


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A D A L I H ENC R U O H T

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funktioniert hier das Zusammenleben, wenn auch nicht reibungslos, doch aber wesentlich besser. Sarkasmus bei Seite: es ist ohnehin empirisch bewiesen, dass in Regionen, die einen höheren Migrantenanteil haben, das Zusammenleben signifikant besser läuft als in Orten wie Dresden. Es soll nicht der Eindruck entstehen, Dresden sei die Keimzelle der Rechten, aber dieses Phänomen kann hier sehr gut beobachtet werden. „Sind die Ängste der Menschen Auch die Forderung radikale Islamisten schneller abzuschieben vor einer Islamisierung vielleicht zielt weitgehend daneben: Mehr als ein Drittel der Menschen, die sogar berechtigt? Bedroht Ein- der Verfassungsschutz zur salafistischen Szene zählt, sind deutwanderung unseren Wohlstand sche Konvertiten. Tendenz steigend. Man sieht also, dass die Ideound kommen alle bloß zu uns, um logie eher von einzelnen Personen getragen wird als vom Islam als auf Kosten des Steuerzahlers auf Religion. Dieser wird lediglich als Deckmantel missbraucht. Nun zu der faulen Haut zu liegen?“ der These, die besagt: „Diese Ausländer liegen uns doch nur auf der Tasche.“ Diese kann genauso zweifelsfrei widerlegt werden: Menschen ohne deutschen Pass, die hier leben, zahlen Jahr für Jahr 22 Milliarden Euro mehr in die Sozialkassen ein, als sie ausgezahlt bekommen. Macht ca. 3300 Euro pro Kopf und Jahr. Auch wird oft von „Heimen mit Vollausstattung“ geredet. Wenn man die Bilder von umfunktionierten Baucontainern bedenkt, ist diese Behauptung geradezu lächerlich und beleidigend für Flüchtlinge. Nun sieht man aber, wenn Menschen die Argumente ausgehen, wird schnell zur Gewalt gegriffen. Trauriges Beispiel ist der Ort Tröglitz in Sachsen. Rechte drängten erst den Bürgermeister zum Rücktritt, als das Vorhaben Flüchtlinge unterzubringen nicht verworfen wurde, zündeten sie kurzerhand das Heim an. Man kann nicht genau sagen, ob diese Tendenzen erst im letzten Jahr entstanden sind oder ob man einfach auf eine Möglichkeit gewartet hat, diese Medienwirksam kundzutun. Schlimm genug, dass es sie gibt. Wie auf der ganzen Welt ist auch bei uns eine Radikalisierung der Extremen zu beobachten. Die bürgerliche Mitte bekommt Risse. Mit Blick auf Frankreich mit dem Front National, der Ukraine-Krise und dem Islamischen Staat stellt man schnell fest, dass wir uns auf dünnem Eis bewegen. Es ist normal, dass Menschen, wenn es kompliziert wird, versuchen sich abzuschotten. Integration ist ein langer Prozess, egal ob damit Migranten in Deutschland oder das Verhältnis zu „Wenn jeder sich nur gegen Russland gemeint ist. Letzte Wahlen in Hamburg und Bremen lasAlltagsrassismus aussprechen sen hoffen, dass es auch die AfD nicht vermag, wirklichen Einfluss würde, wären wir schon ein be- zu bekommen. Die Welt begeht in diesem Jahr den 70. Jahrestag deutendes Stück weiter.“ der Befreiung Europas vom Nationalsozialismus. Grund genug uns an die Gräuel zu erinnern und ein kleines Stück dazu beizutragen, dass wir in Deutschland eine Willkommenskultur aufbauen. Wenn jeder sich nur gegen Alltagsrassismus aussprechen würde, wären wir schon ein bedeutendes Stück weiter. Nicht nur aus unserer historischen Verpflichtung heraus, sondern weil Zuwanderung auch unumgänglich für uns ist. Stichwort Vergreisung der Gesellschaft, aber das führt uns zu weit. Ach ja, Pegida hatte zuletzt einen Superstar der rechtspopulistischen Szene auf der Bühne: Geert Wilders. Es waren abermals die gleichen Parolen, die diesmal von einer echten Bühne gerufen wurden. 30.000 Demonstranten für ein patriotisches Europa waren angekündigt, keine 10.000 kamen. Diese Bewegung ist nichts als eine allmontäglich wandelnde Enttäuschung.

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god? What‘s a god to a non-believer?“

Zurück in die Stadt der Liebe: Am 26. Januar demonstrierten 3,4 Millionen Menschen in Frankreich für Egalité, Fraternité und Liberté, davon 1,6 allein in Paris. In vielen Hauptstädten der Welt kamen Bürger zusammen, um eine Botschaft zu senden. Eine Antwort, wie man sich sie erhofft hatte. Eine richtige Antwort. Juden, Christen und Muslime demonstrierten gemeinsam. Egal, ob schwarz oder weiß, ob Deutscher, Franzose oder Türke: Wir sind das Volk!


Studentenfutter Isst und ist der Mensch in 2015 gesünder?

Wir stehen auf. Trinken Kaffee. Gehen zur Hochschule. Ersetzen das Pausenbrot durch Studentenfutter. Essen in der Mensa. Zum Abendessen eine Tiefkühlpizza und ein Feierabendbier. Nach dem Feiern gönnen wir uns einen Mitternachtssnack. So oder so ähnlich sieht vielleicht der vorurteilsgeprägte „Ernährungsplan“ eines Studenten aus. Geprägt ist dieser „Plan“, der eigentlich keiner ist, weit mehr von zeitlichen, denn von Faktoren der persönlichen Einstellung bezüglich gesunder Ernährung. Doch möglicherweise basiert der Plan nur auf vorurteilsschweren Annahmen. „Doch möglicherweise Hört man zurzeit ganz genau hin, so ergibt sich nämlich ein ganz an- basiert der Plan nur auf vorurderes Bild von der Ernährung der Studenten und der Bevölkerung im teilschweren Annahmen.“ Allgemeinen. Anstatt von Fast Food, Fertiggerichten, Alkohol und von Tiefkühlpizzen hört man immer öfters Mitmenschen von Fast Casual, Low-Carb, Smoothies und veganem Essen reden. Da liegt es auf der Hand danach zu fragen, ob derzeit ein Umdenken erfolgt, wenn es um gesunde Ernährung geht. Isst und ist der Mensch in 2015 gesünder? Und wie lassen sich diese Tendenzen für ein Unternehmen nutzen? Ein Paradebeispiel für die Entwicklung weg vom Fast Food, hin zum Fast Casual, ist die Restaurantkette Vapiano, die eine weltweite Umsatzsteigerung von 15,6% innerhalb eines Jahres verzeichnen konnte. Sie scheint mit ihrem Konzept den Zahn der Zeit getroffen zu haben. Der Mensch des 21. Jahrhunderts möchte in Gemeinschaft essen, hat aber nicht ausreichend Zeit, um in ein normales Restaurant zu gehen. Er schätzt, dass man bei Vapiano dem Koch über die Schulter gucken kann. Denn Transparenz verschafft Vertrauen, das ist auch in der Gastronomie so. Nicht wenige Kunden werden in der erfolgreichen Kette mit Freude vegetarische und vegane Speisen auf der Karte sehen und damit einem weiteren Ernährungstrend folgen. Vegan ist in Mode. Das zeigt sich unter anderem an Prominenten wie Natalie Portman und Tobey Maguire, der den meisten als Spiderman bekannt ist. Bei manchen unter ihnen ist der Aspekt des Tierschutzes nebensächlich. Es ist eher der positive Nebeneffekt auf das Gewicht, der mit einer vegane Ernährung einhergehen kann und zu ihr motiviert. Damit wird diese Ernährungsweise weniger zu sozialem Engagement, viel mehr zur Diät genutzt. Natürlich gilt das nicht für alle Veganer. Die einen sind es aus Überzeugung und im Stillen. Die anderen, deren Anteil offensichtlich ansteigt, sind es, weil es Trend ist. Wer sich vegetarisch, biologisch oder vegan ernährt, achtet auf gesundes Essen. Wer auf gesundes Essen achtet, zeigt, dass er sich selbst wichtig ist, und das kommt gut an. Menschen streben von Natur aus nach Anerkennung, deshalb ist vor allem eine gesunde Ernährung, längst ein Trend, der in sozialen Netzwerken propagiert wird. Essen und Kalorienzahlen werden gepostet und kreieren ein Gesamtbild einer bewussten Nahrungsaufnahme aus frischen Lebensmitteln. Im Netz wirkt es wie eine vermeintliche völlige Ernährungs-

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Menschen streben von Natur aus nach Anerkennung.

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umstellung bei der jeweiligen Person. Ungeachtet von der Realität, wo dann doch der eine oder andere schwach wird und zu einer Tiefkühlpizza greift. Nach einer Umfrage in den USA geben 30% der Vegetarier nach drei Monaten wieder auf. Und bei 53% gewinnt die Lust auf Fleisch nach rund einem Jahr. Als Maßstab, ob jemand sich gesund ernährt, dienen nicht nur die lecker aussehenden Bilder, die zeigen (sollen), dass veganes Essen auch lecker ist, sondern auch die Hashtags darunter. #eathealthy ist nur einer von vielen, der zeigt: „Ich ernähre mich (immer) gesund.“ Damit entwickelt sich anscheinend, auch in diesem Fall durch das Internet, ein Trend zur gesunden und nachhaltigen Ernährung.

Optimal wäre es, wenn alle genau den Ernährungsplan befolgen würden, den sie vor anderen deklarieren. Doch ein beachtlicher Anteil ist weit davon entfernt. Da siegt das Bedürfnis nach Anerkennung über die Selbstdisziplin. Die Lebensmittelbranche kann sich trotz so manch einem, der sich nur vermeintlich gesünder ernährt, diese Tendenzen zu Nutze machen. Dass das Augenmerk des Kunden auf der guten Qualität und Herstellung eines Produktes liegt, kam Edeka zu Gute. Mit dem Slogan „Wir lieben Lebensmittel“ treffen sie genau in das Herz eines jeden Ernährungsbewussten. Edeka entdeckte aber auch den Drang zur Bequemlichkeit unter seinen Kunden und bietet nun in einigen Filialen HomeDelivery an. Discounter wie Lidl, Aldi und Co. warten ein immer größeres Biosortiment auf, um den Wünschen der Kunden nachzukommen. Doch damit werden sie den Verfechtern von biologischem Anbau noch nicht ganz gerecht. Diese Ansprüche haben Biomärkte wie Alnatura oder Denn’s erkannt und bieten ausschließlich Bio- Produkte an. Als Neukunde fallen einem unweigerlich einige Unterschiede dieser Märkte sofort ins Auge. Die meisten Produktverpackungen bestechen durch Minimalismus in Naturtönen oder, wie es zum Beispiel bei zahlreichen Teesorten bei Denn’s ist, mit auffallendem, aber überhaupt nicht billig wirkendem Design. So wirkt schon die Verpackung ganz anders, als im Supermarkt um die Ecke. Um Pläne einer Diät oder einer Ernährungsumstellung einhalten zu können, ist es oft ratsam selbst zu kochen. Dazu dienen spezielle Kochbücher und Apps. Dabei hat Kochzauber.de eine Marktlücke entdeckt und liefert die frischen Lebensmittel samt dem passenden Rezept nach Hause. Weil gesundes Essen schlank macht, ließ Dean & David, die Salatbar, es sich nicht nehmen, genau damit zu werben. „Salat macht sexy = 240 kcal“, das klingt schon fast wie Werbungen von Fitnessstudios. All das, was schlank macht, ist den Menschen durchaus lieb, wenn es denn schmeckt oder Spaß macht. Da kommt es der demotivierten Person, die abnehmen möchte, doch ganz gelegen, dass sie via Internet unterstützt und motiviert werden kann. Doch Bühne dafür ist nicht mehr nur Facebook und Co, sondern Portale der sogenannten Diät Online-Wetten. User wetten auf eine Kilozahl oder einen Prozentsatz des Körpergewichts und schaffen damit den sozialen Druck einer


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#foodporn

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#eathealthy

Online-Community und den finanziellen Anreiz für eine erfolgreiche Crashdiät. Ich würde behaupten, das ist wie mit dem steigenden Ernährungsbewusstsein. Auch Diäten verlaufen nicht mehr im stillen Kämmerlein, sondern mutierten zu „psychischem Crowdfunding“ in sozialen Netzwerken. Die Abnehmenden haben bemerkt, dass die Masse sich zur Motivation für eine Diät nutzen lässt. Doch statt dem einfach nachzugehen, wird aus den Diäten ein Wettkampf à la „Wer ernährt sich am gesündesten“. Es zeigt sich also, dass wir mindestens oberflächlich gesehen bewusster essen.

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Doch zugegebener Maßen geht doch nichts über Döner, Burger und Pizza. Und jedes noch so ausgeklügeltes Ernährungskonzept, wird spätestens auf Geburtstagen oder während der Klausurenphase kurzzeitig missachtet. Studentenfutter heißt nicht umsonst so und erspart uns Zeit, aber wohl keine Kalorien. Der eine lässt sich nunmal die Lebensmittel frisch in die Küche liefern, der andere, wie unser eins, lässt sich von Ferrero die Schokolade in die Hochschule bringen. Was besser ist, könnt ihr selbst entscheiden.


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Meins? Deins? Seins?

Wir alle kennen es. Das Gefühl endlich aus der Schule raus zu sein und den ersten Atemzug der neu erlangten Freiheit zu erhaschen. Ist das nicht ein geiles Gefühl? Ja, und was jetzt? Man fängt eine Ausbildung ein Studium oder sonst was in der Stadt seiner Träume an und zieht vielleicht sogar dahin. Sollte man sich dafür entscheiden die heimischen 4 Wände zu verlassen, wird höchst wahrscheinlich eine Sache irgendwann auf einen zukommen. Möbel kaufen. Und wenn man dann im neuen Zuhause ist und voller Freude sein erstes Billy Regal und Malm Bett auspackt und auf- „Pass auf: Gehst du Plattform, bauen will, stellt man fest: Oh Shit, den ganzen Kram mit diesem Pups fragst du an, leihst du aus, benutzt an Schraubenzieher aufbauen? No way! Klar, der Bizeps kann hier or- du und gibst du zurück.“ dentlich aufgebaut werden, aber trotzdem entscheidet man sich dagegen, will aber aufgrund der jetzt schon knappen Geld-Ressourcen, nicht in den nächsten Baumarkt fahren und sich das neueste Akkubohrer LCT303X2 Combo-Kit kaufen. Man entscheidet sich für etwas anderes.

cher Umweltgedanke und eine „Anti-Wegwerfmentalität“ aus. Zur Geltung kommt der in den Köpfen der Menschen eingepflanzte Umweltgedanke durch Angebote wie beispielsweise „Carsharing“. Ne ziemlich gute Sache, wenn man bedenkt, dass man das für eine eigene Karre schon angesparte Geld erst mal in seinem Zaubersparschwein ruhen lassen kann. Für leidenschaftliche Reiseabenteuer gibt es natürlich auch was. Airbnb macht‘s vor und zeigt getreu dem Motto „mi casa es tu casa“, dass man sogar dazu bereit ist sein Gemach für andere zur Verfügung zu stellen. Aber warum gerade heute? Hat der zu erkennende Wandel der Konsumgesellschaft von schizophrenen Konsumenten, die immer mehr wollen, hin zu einer teilenden Gesellschaft einen bestimmten Grund? Die Welt besteht schon seit so vielen Milliarden Jahren (glaube ich zumindest, ich war nicht immer dabei) und erst in den letzten Jahren entwickelt sich der Trend des Teilens rasant, vor allem bei unseren französischen Freunden. Mit was hängt dieser Sinneswandel aber zusammen? Wollen wir wirklich einfach nur nett sein und uns eine rosa Zuckerwattewelt erschaffen, in der es Glitzer pupsende Einhörner gibt und alle miteinander im Grünen sind, oder ist da ein knallharter wirtschaftlicher Gedanke dahinter? Das variiert natürlich von Mensch zu Einhorn aber grundsätzlich ja, man hat einfach keinen Bock mehr auf die geplante Obsoleszenz der Unternehmen, das Konsumverhalten wird generell in Frage gestellt. „Brauche ich das wirklich? Wenn ja, brauche ich es neu?“, sind hier die philosophischen Leitfragen, die einen sogenannten Teiler antreiben. Wir fangen an, ganz anders zu (unserem) Eigentum zu stehen. Ich bin mir sicher, in der Steinzeit hätte im Winter keiner seinen Mantel geteilt geschweige denn abgegeben.

Ganz im Sinne der Share Economy sucht man nach Leuten, die bereit sind einem ihr High-Tech Gerät auszuleihen, es also zu teilen. Eigentlich eine ganz gute Sache, was? Kennst du nicht? Pass auf: Gehst du Plattform, fragst du an, leihst du aus, benutzt du und gibst du zurück. So einfach! Und schon kann man sich in seinem neuen Reich einrichten. Aber nicht nur in solch einem Fall kann man auf die immer stärker in den Köpfen der Menschen verankerte Teilmentalität setzen. In einigen Städten der ganzen Welt hat sich das sogenannte „Booksharing“ schon „In einigen Städten der ganzen etabliert. Aus dem Nichts sprießen hier immer mehr und mehr Mini- Welt hat sich das sogenannte Bibliotheken aus der Erde, aus der man Bücher entnehmen und dafür ‚Booksharing‘ schon etabliert.“ auch welche deponieren kann. Man wird also alte Wälzer los und bekommt dafür einen neuen. Eine ganz klare „Win-Win“-Situation also! Ganz abgesehen von der neuen Art des „Booksharings“ gibt es ja auch noch die Möglichkeit wie damals, als man noch mit kleinen Kieselsteinchen auf der Straße gespielt hat, in einfachen Büchereien einen Klassiker auszuleihen und den süßen Duft einzuatmen, der einem beim ersten Aufschlagen entgegenschwappt und einem sagt: „Jaa ganz genau, ich bin gebraucht, alt und runzelig, aber YOLO!“ Wo also bleibt das Freiheitsgefühl bei allen, die lieber beim Kindle wischen als geknickte und gegilbte Seiten, weil man es geschafft hat, die Doppelseite zu lesen, mit einem Gefühl des Erfolges umzublättern. Klar ist das vielleicht bequemer, alles auf einem Gerät zu haben, als 1143 Bücher irgendwo aufbewahren zu müssen. So viele passen nämlich sicher nicht in das neue Billy Regal, aber come on! Obwohl und vielleicht auch gerade weil wir alle wissen, dass nicht allein die Kühe mit ihrer bemerkenswerten Methanproduktion Schuld daran sind, dass die Ozonschicht verschwindet, bildet sich neben dem wachsenden Teilgedanken, der charakteristisch für eine Share Economy ist, auch ein sehr deutli-

Sandra Ehrig BW/ Media Management & Werbepsychologie „Boyfriend? I‘ve never heard of that Pokemon.“

Zu Zeiten St. Martins war das wieder was ganz anderes. Er hatte verdammt nochmal die Eier dazu. Heute sind wir dankbar, wenn wir jemandem helfen können. Durch die zunehmende Digitalisierung können wir in Foren und sozialen Netzwerken unser Wissen teilen und uns anstelle des Kaufs eines neuen Produktes über alternative Lösungen informieren. Haben wir dann aber immer noch das gleiche Verantwortungsgefühl, wenn wir Dinge benutzen, die gar nicht uns gehören? Man darf hier zweifeln. Die Wirtschaftsriesen haben aber bestimmt schon Angst davor, dass wir generell den Sinn einer Marke in Frage stellen, nicht mehr so viel konsumieren und damit weniger Neues nachproduziert werden muss, ergo weniger Umsatz gemacht wird. Aber ich und du, wir dürfen diese Entwicklung in unserer Gesellschaft ruhig positiv betrachten. Wir handeln zunehmend bewusster und sozialer im Rahmen unseres Kaufverhaltens und in zwischenmenschlicher Hinsicht. Vielleicht leben wir dann wirklich mal in einer Welt in der es Flüsse aus Schokolade und kleine Umpalumpas gibt, die uns dann das Leben und natürlich auch das Teilen leichter machen. Also hopp hopp, let’s share!


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Leben am Minimum

Minimal, maximal, Hauptsache funktional.

Wer braucht schon Quantität, wenn weniger sowieso mehr ist? In einer Welt voller Reizüberflutungen, tausenden an Wahlmöglichkeiten und einer generellen Konsumgesellschaft, wird oft der Blick für das Wesentliche getrübt. Um wieder mehr Klarheit und Einfachheit in das Leben zu bringen, hat sich ein Trend zum Minimalismus entwickelt. Die Beschränkung auf wenig Eigentum soll dazu dienen, ein selbstbe„Schwarz, Weiß und Grau.“ stimmteres Leben zu führen und große Besitztümer nicht mehr als DAS Ziel im Leben zu sehen. Smartphones, Laptops und der generelle Zugang zum Internet machen es uns einfach, wenig zu besitzen. Dies geht einher mit umweltbewussterem Handeln, da durch weniger Besitz automatisch weniger produziert werden muss. Weniger Besitz bedeutet jedoch nicht, verzichten zu müssen, da mit dem Trend zum Minimalismus auch die Share Economy immer attraktiver wird. Gerade bei Airbnb und CarSharing findet dies Anwendung, wobei bei Minimalisten auch das Prinzip des Tauschens immer beliebter wird. Der Minimalismus soll vor allem dazu dienen, unser Leben überschaubarer zu machen, um so mehr Zeit für die wichtigen Dinge im Leben zu haben und damit der Suche nach dem Glück ein „wenig“ näher zu kommen. Ausgehend von diesem Lebensstil haben sich auch andere Bereiche des Lebens, wie Architektur und Design, diesem Trend angepasst. Dort spiegelt sich der Minimalismus hauptsächlich in der Beschränkung auf das Wesentliche, erkennbar in schlichtem, einfachem und strukturiertem Design, klaren Linien, glatten Oberflächen, dem Einsatz von Schwarz, Weiß und Grautönen und vor allem einer funktionalen Tendenz wieder. Die erwünschte Eleganz soll durch eine kühle, rationale Ausrichtung und den Einsatz von Primärformen und –farben erreicht werden. Dies unterstreicht den Leitgedanken des Minimalismus, dass nichts Überflüssiges von der Idee ablenken soll. Das begrenzte Repertoire an Formen findet man auch in der Technik vor.

Charlotte Fingerle BW/ Marketingkommunikation & Werbung „Happiness is only real when shared.“

Die Reduktion auf das Wesentliche soll hierbei einer intuitiven Handhabung dienen und somit das Handling für den Kunden vereinfachen. Dieser Trend spiegelt sich nicht nur im Design wieder, sondern auch in der Nutzung der Geräte, mit denen man das klassische Eigentum von CDs, Büchern etc. ersetzen kann. Jedoch sind bei all der Minimalisierung der gestalterischen Vielfalt und Abstraktion Grenzen gesetzt. Dies kann unter anderem dazu führen, dass sich einzelne Produkte immer ähnlicher werden und somit auch die Individualität eingeschränkt wird. In einer immer unübersichtlicher und schneller werdenden Welt wächst das Bedürfnis nach einem einfachen, strukturiertem Leben, was aber nicht immer unbedingt nur durch Minimalismus erreicht werden kann. Weniger ist nun mal nicht immer mehr! Das Einzige, was zählt ist:

Alicia Lohr BW/ Marketingkommunikation & Werbung „If mondays were shoes, they‘d be crocs.“

Minimal, maximal, Hauptsache funktional.


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Das Leben ist kein Ponyhof

„Dieser Wecker klingelt in 5 Stunden und 10 Minuten“, der Kater am nächsten Morgen, „ich hab nichts zu anziehen“, der Studi-Express kommt nicht, keine Smileys in der Nachricht – „ist der sauer?“, eine lange Schlange an der Currywurstbude, mein Handy hat nur noch 10% Akku, bis morgen Abend müssen zwei MD-Artikel geschrieben werden. Solche ach so wichtigen Angelegenheiten gehen uns tagtäglich durch den Kopf und beeinflussen unsere Stimmung. Aber wenn wir uns davon schon so leiten lassen, was ist dann mit wirklich ernstzunehmenden Problemen? Generell ist es ein- „Eine allgemeine Anleitung, facher sich subjektiven, kleinen, hausgemachten Ärgernissen zu stel- sich diesem Teufelskreis len, statt sich mit relevanten Problemen auseinanderzusetzen. Gibt es entgegen zu stellen, wird es Gründe für dieses eigentlich sinnlose Verhalten? In unserer Generati- wohl nie geben.“ on ist der Leitgedanke „immer höher, immer schneller, immer besser“ prägend. Doch genau diese Ansprüche an uns selbst, verbunden mit großem Ehrgeiz, können so zu persönlicher Enttäuschung und Frust führen. Vernünftiger wäre es, seine Erwartungen nicht zu hoch anzusetzen, um später von der Realität nicht bitter enttäuscht zu werden. Ganz getreu dem Motto: „Hoping for the best, but expecting the worst“. Aber warum ändern wir diese Einstellung nicht? Haben wir etwa zu viel Zeit zum Nachdenken und machen uns unsere Probleme selbst? Die permanente Konfrontation mit den Medien, die eine perfekte Welt suggerieren, verleitet automatisch dazu, uns mit dieser zu vergleichen. Unser Drang nach Perfektionismus und Selbstverwirklichung macht diese generell realitätsfernen Ziele noch unerreichbarer. Das ständige Grübeln, wie man diese Ziele verwirklichen könnte und was uns daran hindert sie zu erreichen, führt zu einem allgegenwärtigen Druck, der auf uns lastet. Diese selbstinszenierten Probleme erschaffen schlussendlich eine wirklich ernstzunehmende Problematik – das Unglücklichsein. Charlotte Fingerle

Es sind meist nicht Grenzen in unserer Gesellschaft, die dieses Gefühl hervorrufen, sondern eher die zunehmende Grenzenlosigkeit. Unzählige Möglichkeiten stellen uns vor mindestens genauso viele Entscheidungen, die getroffen werden müssen. Die Angst davor, hierbei einen falschen Weg einzuschlagen, führt unweigerlich dazu, dass wir jegliches Handeln genauestens abwägen, überdenken und uns somit zu Tode grübeln. Eine allgemeine Anleitung, sich diesem Teufelskreis entgegen zu stellen, wird es wohl nie geben. Trotzdem können wir versuchen, die Tatsache, dass nicht alles perfekt ist, zu akzeptieren. Objektiv gesehen wissen wir doch alle, dass viele Probleme nur halb so schlimm sind, wie wir sie uns machen. Ab und zu sollte man solche hausgemachten Probleme einfach hinter sich lassen und das Leben gelegentlich ein bisschen mehr zum Ponyhof machen.

BW/ Marketingkommunikation & Werbung „Happiness is only real when shared.“

Rieke Strehle BW/ Marketingkommunikation & Werbung „Heute war gestern schon morgen.“

In unserer Generation ist der Leitgedanke „immer höher, immer schneller, immer besser“ prägend.


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Ich bin Hipster, und du so?

„Sei du selbst“, „Lebe deinen Traum“ – es sind allseits bekannte Sprüche, die beschreiben, wie wir sein wollen: Individuell und einzigartig. Wir wollen individuell sein, um aufzufallen, uns von anderen abzuheben und um etwas Besonderes zu sein. Aber kann man in einer Gesellschaft individuell sein, in der jeder zweite Hipster ist, die gleichen Klamotten trägt, die gleiche Musik hört, einen Mac besitzt und dazu das passende iPhone? Retro und Vintage gibt es heute an jeder Straßenecke und „Denn selbst wer gegen den in jedem H&M. Eine ausgefranste Jeans, die ausgebeulte Ledertasche Strom schwimmt, bleibt im für 19,95€, dazu ein paar nagelneue Nikes und der Look ist perfekt. selben Wasser.“ Und dabei fühlt sich der ein oder andere in den Sachen wie ein Modegott und Trendsetter. Dass tausend andere Leute auf dieselbe Idee gekommen sind, ihrer Individualität durch diesen neuen Trend Ausdruck zu verleihen, scheinen die meisten dabei zu vergessen oder zu verdrängen. Wer mit der vollen Überzeugung dabei ist einzigartig zu sein, bemerkt wohl nicht, dass wir uns alle immer ähnlicher werden. Und so schafft es unsere Gesellschaft sich vor lauter Individualismus in eine Hipster-H&M-Armee zu verwandeln, in der alle rufen: „Ich bin individuell!“ Andererseits werden jedoch die, die sich tatsächlich von der Masse abheben, schief angeschaut. Merkwürdige Freaks, die mit ihrem Aussehen und Lebensstil nur provozieren wollen. Man will ja anders sein, aber bloß nicht zu sehr. Um von der Gesellschaft nicht ausgeschlossen zu werden, schwimmt man eben doch immer ein bisschen mit dem Strom. Um uns eine Konsumindividualität vorzugaukeln, versprechen uns Produkte und Shops jedoch immer öfter Einzigartigkeit und Kreativität. Jetzt ist garantiert „Jedes Teil dein Style.“ Mit diesem Slogan wirbt der Onlineshop „About You“ seit ein paar Monaten. Denn wer so ist, wie alle anderen, ist kurzgesagt einfach furchtbar langweilig. Dabei stellt sich jedoch die Frage, wie sich Individualität mit Massenproduktion und Massenkonsum vereinen lässt. Die Antwort darauf ist kurz und präzise: Das funktioniert schlichtweg nicht. Doch wirklich gleich sind wir uns zum Glück alle auch wieder nicht. Allein Genetik und Charakter lassen jeden zu einem Individuum werden. Und trotzdem wird es ein ewiger Kampf zwischen Individualität und der Anpassung an eine Trendgesellschaft bleiben. Denn selbst wer gegen den Strom schwimmt, bleibt im selben Wasser.

Charlotte Fingerle BW/ Marketingkommunikation & Werbung „Happiness is only real when shared.“

Wer mit der vollen Überzeu gung dabei ist einzigartig zu sein, bemerkt wohl nicht, dass wir uns alle immer ähnlicher werden.


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Um Gottes willen!

„Mach dir die Welt, wie sie dir gefällt.“ Die Pippi Langstrumpf Mentalität scheint perfekt auf unsere Generation Y zu passen. Wir sind alle wahnsinnig tolerant, aufgeklärt und vor allem individuell. An erster Stelle steht die Selbstverwirklichung auf unserem Lebensplan. Als eine Freundin uns allerdings neulich eröffnete, sie würde jeden Abend nach einem festen Plan die Bibel lesen, weil sie an Gott glaube, fiel unsere Reaktion nicht ganz so tolerant aus. Auf das perplexe Schweigen folgte Geläch- „Gott ist tot, ter und dann Ungläubigkeit. Gott ist doch schon lange eine überholte verkündete schon Nietzsche.“ Sache. Wir sind ja keine unmündigen Schafe mehr, die einen Schäfer brauchen. Wir verbringen die Sonntage eher im Bett als in der Kirche und auch unsere moralischen Wertvorstellungen fühlen sich mit der Bibel nicht unbedingt abgeholt. Gott ist tot, verkündete schon Nietzsche. Dabei meinte er die offensichtlich eingestaubte christliche Gesellschaft. Ist Gott bei unserer Selbstverwirklichung wirklich auf der Strecke geblieben? Bewegen wir uns zu einer gottlosen Gesellschaft? Wir haben eine endlose Auswahl an verschiedenen Trends und Lifestyles. Wir studieren die Unterpunkte der Unterpunkte von wissenschaftlichen Disziplinen. Wir entscheiden uns für eine bestimmte Haarlänge unabhängig unseres Geschlechts. Selbst das kann man sich mittlerweile aussuchen. Ob wir kein Fleisch mehr essen, wir lieber eine Freundin oder einen Freund haben und Sackhüpfen als Sport betreiben, wie viele Studiengänge wir abbrechen, weil das Wort Umorientierung einfach so mutig und individuell klingt; das alles steht für unsere Generation. Wir versuchen uns überall das Beste heraus zu picken. Möglichst effizient und schnell, um unser persönliches Glück zu finden. Themen wie die Krim und ihre Hipster-Putin-Anhänger, Malala Yousafzai, die für das Recht auf Bildung für Frauen kämpft, die wachsende Sharing Economy, Native Advertising, Fifty Shades of Grey, all das sind Themen, die unsere Gesellschaft aktuell beschäftigen. Das alles spricht für Veränderung, neue Denkweisen, mehr Offenheit. Das Ausüben ihres kirchlichen Glaubens ist jedoch nicht nur unüblich für unsere Generation geworden. Vielmehr gehört es nicht zu den modernen „In“- Bewegungen und ist daher wenig akzeptiert. Ist unser Motto also: Mach dir die Welt, wie sie „Je individueller und dir gefällt, aber bitte sei dabei möglichst hip? Nach Maslow befinden persönlicher desto besser.“ wir uns ganz oben in der Pyramide. Wir streben nach Selbstverwirklichung, nach unseren eigenen Wegen und Ideen. Je individueller und persönlicher desto besser. Jeden bewegt es irgendwohin. Nur irgendwie niemanden mehr zu Gott. Allein der Begriff ist schon sehr belastet, da man entweder an einen Mann mit Bart, der die Glaubwürdigkeit des Weihnachtsmannes besitzt, oder an die Taliban denkt, die gerade für den ihren morden und ihre eigene Kultur vernichten. Im Namen Gottes mussten unzählige Leute ihr Leben lassen und hungern, während alles Geld in den vergoldeten Kirchenbau floß. Die Kirche hat Freiheiten eingeschränkt, wobei die Aufklärung und die Mündigkeit

Um Selbstverwirklichung, um das Anderssein.

des Menschen als Feind gesehen wurden. Noch immer ist der wissenschaftliche Fortschritt nicht ihr bester Freund. Vor allem wenn es um das Thema Sex, Verhütung und künstliche Befruchtung geht. Um Selbstverwirklichung, um das Anderssein. Die Religion wurde als politisches Mittel missbraucht, es gibt Geld- sowie Sexskandale. Das hinterlässt einen schalen Beigeschmack.

Spätestens als meine Familie sich vor ein paar Jahren dazu entschieden hat, Weihnachten lieber mit einem Cocktail am Strand als in der Kirche zu verbringen, hatte ich mit Religion nichts mehr am Hut. Sie ist aus meinem Alltag verschwunden. Die letzte Diskussion, die wir in der Familie über Religion hatten, war an Ostern am Karfreitag, als ich feiern gehen wollte. Tanzverbot in Deutschland im 21. Jahrhundert? Wir verdanken unserer Religion Feiertage, deren Gründe uns nicht mehr interessieren. Das Tanzverbot ist wohl ein lästiger Nebeneffekt des Feiertages. Aber dafür haben wir einen Tag, an dem wir nicht den Wecker stellen müssen. Die westlichen Weltreligionen sind über 2000 Jahre alt. Ihre Grundsätze und Regeln offensichtlich nicht mehr dem Zeitgeist entsprechen. Das verdeutlicht auch der rapide Rückgang der Kirchenmitglieder in Deutschland. Die Institution Kirche scheint wie ein Dinosaurier, der nicht recht in das 21. Jahrhundert passt und langsam ausstirbt. Die Gesellschaft assoziiert sich nicht mehr mit den Wertvorstellungen der Kirche. Abgesehen davon scheint die Erklärungsbedürftigkeit unseres Seins ganz gut durch die Wissenschaft abgedeckt zu sein – gibt es keinen Platz mehr für das Göttliche? Doch! Sogar mehr als je zu vor! Was spricht dagegen sich seinen Gott so auszusuchen wie seinen Partner, seine Haarfarbe oder die politische Einstellung? An etwas glauben ist automatisch mit Hoffnung verbunden und daran, an etwas Größeres zu denken. Dass wir allein um der Fortpflanzung willen leben, scheint die Sinnfrage nicht befriedigend zu beantworten. Der Mensch fragt, seit es ihn gibt: WARUM? Der Begriff Gott soll dieses WARUM beantworten. Schon die Höhlenmenschen haben über ihren Tod hinausgedacht und mit Bildern den nachfolgenden Generationen ihre Geschichten erzählt. Religion hat uns durch Traditionen und Zeremonien unseren Weg vorgeben sollen. Durch sie hat sich unsere Kultur definiert, genauso wie die zugehörige Gesellschaft mit ihren Rollenbildern. Doch jetzt, wo Individualismus und Toleranz so an Bedeutung gewonnen haben und wir uns nicht mehr darauf konzentrieren, möglichst auf den Pfaden unserer Religion zu wandern, sondern auf unseren eigenen, da brauchen wir einen Antrieb. Bei all diesen unendlichen Möglichkeiten braucht es Selbstvertrauen die richtigen Entscheidungen zu treffen. Den Glauben daran, dass wir so richtig sind, wie wir sind, und es sich lohnt den eigenen Weg zu verwirklichen: Das ist die Suche nach dem persönlichen Gott. Newton, Galilei, sie


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Das Wort Gott ist genauso subjektiv wie unsere Weltansichten und Ideale.

alle waren gläubig und sicher hat sich ihr Gottesbegriff anders definiert, als der der Kirche. Das Wort Gott ist genauso subjektiv wie unsere Weltansichten und Ideale. Wir sollten es individualisieren, wie auch unsere Entscheidungen. Vielleicht braucht das Wort Gott eine Image-Kampagne. Für den einen sind es Werte oder Ziele, die er verfolgt, egal wie schwierig es ist. Andere glauben an Karma oder Schicksal. Für wieder andere ist es eine Gemeinschaft, vielleicht sogar Predigten und das Bibel-Studium. Wir sollten Gott nicht gleich mit Terroristen, Skandalen in der Kirche und Engstirnigkeit assoziieren. In dem Wort steckt so viel mehr. Gott ist der Teil der Maslow-Pyramide, der uns zum Menschen macht. Wir sollten dem Wort Gott wieder mit etwas mehr Offenheit begegnen. In einer Welt, in der wir fast alles tun können, scheint es doch umso wichtiger offen für andere Lebenseinstellungen zu sein und sich von Vorurteilen loszueisen. Seinen inneren Antrieb zu suchen, dazu braucht es Glauben an sich. Und der kann nie altern wie die Bibel oder aus der Mode kommen wie die Institution Kirche. Gott ist Selbstverwirklichung und die damit notwendigerweise verbundene Toleranz anderen gegenüber. Und die ist so präsent wie noch nie. Von wegen gottlose Gesellschaft, nur weil die Kirche an Macht und Einfluss verliert. Wir brauchen nur niemanden mehr, der uns sagt, was wir zu denken haben. Für eine fortschrittliche Gesellschaft müssen wir aber kontinuierlich etwas tun! Wir dürfen uns nicht zurücklehnen und unsere vermeintliche Toleranz feiern. Fortschrittlich heißt nicht nach vorne zu rennen und sich auf einen Trend nach dem anderen zu stürzen. Es heißt auch mal stehen zu bleiben im Strom. Bewusst einen Schritt in eine andere Richtung zu tun. Das ist mutig. Für manche ist dies das Bibelstudium. Das ist wahre Individualität, auf die wir mit mehr als einem ungläubigen Augenbrauenhochziehen reagieren sollten. Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt – denn ich glaube. An was genau, ist jedem selbst überlassen. Ob es die eigenen Werte sind, der alte Mann mit Bart auf seiner Wolke oder etwas ganz anderes. Alle glauben wir. Nur der Gottesbegriff unterscheidet sich. Gott kann genauso wenig sterben wie unsere Hoffnungen, Träume und Wünsche. Gott gibt es so lange, wie wir uns fragen: Wer bin ich? Wo will ich hin? Und zurzeit wird das sehr häufig gefragt.

Franzi Clausius BW/ Media Management & Werbepsychologie „Even if you are on the right track, you will get run over if you just sit there.“

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REFILL in einem Wort: echtcool! „GRUPPENKUSCHELN MIT DER WERBEELITE DEUTSCHLANDS!“

Sich neben dem BWL Studium kreativ austoben und zusammen mit einer Werbeagentur ein Kommunikationskonzept zu entwickeln, das den Kunden begeistert? Genau das macht REFILL für euch möglich. Es ist die perfekte Adresse, um euer Marketingwissen auf die Probe zu stellen und es mit wertvollen Tipps von erfolgreichen Agenturen zu ergänzen. Zwei Tage. Sechs Agenturen. Ein echter Kunde. 100% Spaß. Das Konzept, in kurzer Zeit und in kleinen Studentengruppen etwas Großes auf die Beine zu stellen, ist einzigartig. Es ermöglicht euch jetzt schon wichtige Erfahrungen zu sammeln, die ihr später im Praktikum oder in einem Job umsetzen könnt. Dieses Jahr waren die Agenturen Scholz & Friends, Thjnk, Jung von Matt Neckar, Avance, Zum goldenen Hirschen und Serviceplan

am Start, um 90 Studenten während des Workshops Rede und Antwort zu stehen. Nachdem sich jede Agentur einzeln vorgestellt und ihre Philosophie erläutert hatte, starteten die Teams direkt in die Ausarbeitung, um aus der kurzen Zeit das Beste heraus zu holen. Der Kunde WWF wollte eine Strategie, um ihr Kinderjugendprogramm einheitlicher zu kommunizieren und somit noch mehr Kinder und Jugendlichen vom Naturschutz zu überzeugen. Bisher war ihr Problem, dass ihre Programme und Angebote nicht ausreichend kommuniziert wurden. Am zweiten Tag durfte jede Gruppe agenturintern ihr Konzept vortragen und es wurde ein interner Sieger gewählt, in dem die Agenturvertreter das größte Potenzial sahen. Verlierer gab es aber keine, da die Mitglieder der anderen Teams entweder dem gewählten Team unter die Arme greifen oder sich an der Bar im Audimax bedienen konnten. Letztendlich kam es dann zum großen Showdown, bei dem alle internen Sieger ihre Ideen vor der Jury präsentierten, die dann den Gewinner bestimmte.


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„Mit Refill erlebst du dein Blaues Wunder.“ Dieses Jahr konnte Scholz & Friends, wie auch das Jahr davor, überzeugen und holte den REFILL-Pokal nach Hamburg. Für die Sieger Gruppe gab es Europapark-Gutscheine. Auch das Publikum hatte die Möglichkeit ihren Sieger mithilfe einer Online-Abstimmung zu bestimmen. Das Hirschen-Team durfte sich nach dieser Abstimmung als Sieger der Herzen betiteln und wurde mit Kuschelpandas belohnt. Letztendlich zählt in meinen Augen aber nicht der Sieg, sondern die Tatsache eine Organisation wie den WWF in ihrem Vorhaben zu unterstützen. Hinter dem Event steht die Werbeliebe, die mit ihren fleißigen Helfern das Event erst möglich gemacht hat.

Hinter den Kulissen wuselten zahlreiche Studenten, die die Agenturen betreuten oder für einen reibungslosen Ablauf sorgten. Die Teams wurden rund um die Uhr mit Snacks und Getränken versorgt, damit sie sich voll und ganz auf ihre Konzepte konzentrieren konnten. Besonders hat sich die Werbeliebe über das positive Feedback der Studenten, aber auch von Agenturseite gefreut. So haben Thjnk, die dieses Jahr zum 2. Mal dabei waren, positiv von der Organisation geschwärmt. Sie sehen diese 2 Tage als tolle Möglichkeit Nachwuchstalente zu entdecken und ihr Wissen weiterzugeben, um mehr Studenten von der Arbeit in einer Werbeagentur zu begeistern. Eine tolle Stimmung, viele wertvolle Tipps und die Möglichkeit zum Networking. All das schafft REFILL in nur zwei Tagen. Sowohl in einem Team mitzuarbeiten, aber auch eine Agentur zu betreuen ist mehr als spannend. Keiner sollte sich diese Gelegenheit entgehen lassen, um vielleicht jetzt schon in sich hineinzuhorchen, ob das Agenturleben das richtige für einen ist. Die Agenturvertreter freuen sich über jede Frage und kommen gerne wieder, um junge Talente bei der Arbeit zu entdecken.

Arabella Heinold

REFILL – die Antwort auf die Frage: kann ich mir die Arbeit in einer Agentur vorstellen?

BW/ Marketingkommunikation & Werbung “Any fool can write a bad advertisement, but it takes a genius to keep his hands off a good one.” - David Ogilvy

Aber auch die Chance euch kreativ zu beweisen und gemeinsam in eurem Team etwas zu bewegen und bereits mitten im Studium Erfahrungen zu sammeln, die euch keine Vorlesung bieten kann.


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Modern advertising Was Werbung heute so (anders) macht

ermöglichte es so seinen Kunden, einen Nachhaltigkeitsreport mit dem Kassenbon der eingekauften Waren zu erhalten – per Smartphone. Ein anderes Beispiel ist Werbung, die direkt am Point of Sale auf das Smartphone gesendet werden kann. Apps wie Shopkick ermöglichen dies per Bluetooth und senden Angebote, sobald man in der Nähe des jeweiligen Shops ist. So wird ein Mehrwert geschaffen, indem der Kunde sich Rabatte sichern kann – Utility Marketing at its best. Was sagt uns das alles nun über Werbung von heute? Dennis Jäger BW/ Media Management & Werbepsychologie „Reduzier‘ mich nicht auf meinen Körper, meine Schuhe waren teuer.“ - Maxim

Es gehört mittlerweile schon dazu, den Laptop, das Smartphone oder das Tablet während dem Fernsehen – vor allem in der Werbepause – rauszuholen und seine Nachrichten zu checken. »Second Screen« nennt sich dieses Phänomen. Damit lässt sich dann die ätzende Werbung überbrücken. Doch wir kennen es auch, während die Sendung läuft: Was machen wir, wenn wir die Antwort bei »Wer wird Millionär?« nicht wissen? Richtig, wir fragen Google. Und Google analysiert und merkt sich das. Genutzt werden diese Daten nicht zum Spaß, sondern um gezielt Werbung zu schalten. Und so kommen wir endlich zur Frage: was macht Werbung heute anders? Dank Cookies & Co. lässt sich herausfinden, wer und wie wir sind, sodass zumindest versucht wird, auf uns zugeschnittene Werbung zu schalten. Kurz nach Schuhen gesucht und zack – überall wird uns Schuhwerbung gezeigt. Doch ist das gute Werbung? Kaum. Das ist Penetration und zeigt dem Suchenden, dass er beobachtet und analysiert wird. Dies führt wiederum zu Reaktanz, zur kompletten Ablehnung der Werbung „Doch ist das gute Werbung? und dem – falls noch nicht geschehen – Installieren des Ad-Blockers. Kaum. Das ist Penetration und Das ist nichts Neues. Seit kurzem werden auch auf Instagram gespon- zeigt dem Suchenden, serte Bilder gezeigt, welche die gleichen Reaktionen zeigen (Stich- dass er beobachtet wird.“ wort #5billioncurves von Porsche). Diesen ständigen Werbebeschuss will sich keiner freiwillig geben. Vor allem nicht, wenn bereits durch Messenger-Dienste wie WhatsApp jede Menge Aufmerksamkeit geopfert wird. Nicht umsonst haben 22% der Smartphone-Nutzer einer Umfrage zufolge angegeben, dass sie ihr Smartphone öfters am Tag ausschalten, um ungestört zu sein. Der richtige Weg ist es also, dem Konsumenten die Wahl zu lassen, welche Werbung er sehen möchte. Wo wir wieder beim Thema Relevanz sind. Gute Beispiele gibt es zu genüge. QR-Codes ein guter Anfang, um in Interaktion mit dem Konsumenten zu treten. So beispielsweise Serviceplan mit dem »Selfscan Report«. Der italienische Discounter »Auchan«

Da sich die Welt gefühlt immer schneller um uns dreht, wird es elementar wichtig, dass Werbung niemanden nervt. Besonders interessant wird das für die mobilen Endgeräte. Auf kleiner Schaltfläche muss relevanter Content geschaltet werden – durch den begrenzten Platz bleibt dafür auch keine andere Wahl (man denke nur an die Smartwatch). Das ist angekommen in der Branche. Es gibt also noch Hoffnung. Lang lebe die Werbung.

a sich die Welt gefühlt immer chneller um uns dreht, wird es tar wichtig, dass Werbung iemanden nervt.

Was macht eigentlich gute Werbung aus? Das fragt man sich viel zu oft, ohne auf eine Antwort zu kommen. Meiner Meinung nach: Relevanz. Das Grundproblem der Werbung heute ist es, dass wir Werbung sehen, die uns nicht interessiert. Sei es im Fernsehen, auf Plakaten oder in Zeitschriften. Das ist längst bekannt. Doch das sind Probleme, die behoben werden können – dem raschen Technologiewandel sei Dank. So gibt es bereits seit 2007 das erste Smartphone (richtig, das iPhone), das es „Das Grundproblem der Werbung uns ermöglicht, überall und jederzeit online zu sein. Seitdem hat sich heute ist es, dass wir Werbung einiges verändert. Mittlerweile haben fast 2 Milliarden Menschen min- sehen, die uns nicht interessiert.“ destens ein Smartphone, fast 50 Millionen davon in Deutschland. Bei den Tablets sieht es ähnlich aus: über 30 Millionen Tablet-Nutzer gibt es in Deutschland. Das sind Zahlen, die man erstmal wirken lassen muss. Doch was hat sich genau verändert?


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Irgendwas ohne Medien… Und die moral von der geschicht, unser gewohnter alltag klappt nun mal ohne jegliche medien nicht!

Stell dir mal vor, dein Handy ist spurlos verschwunden, dein Laptop streikt und zu der Generation Tablet gehörst du aus irgendeinem unerklärlichen Grund noch nicht. Über deinen sperrigen Röhrenfernseher von Oma und Opa müssen wir uns gar nicht erst unterhalten. Zusätzlich hat ein Hacker das Hochschulnetz komplett flachgelegt und einfach nichts funktioniert so, wie es an einem normalen Tag eines klassischen Studenten funktionieren sollte. Ebenso nehmen wir mal an, du gehörst nicht zu „Ebenso nehmen wir mal an, du diesen eklig verliebten Paaren, die romantisch den Morgen mit einem gehörst nicht zu diesen eklig verschlafenen Kuss einleiten bzw. den personalisierten Luxuswecker verliebten Paaren, die romantisch à la Mama und Papa besitzen. den Morgen mit einem verschlafenen Kuss einleiten.“ #1: Wer holt dich nun mehr oder weniger liebevoll aus dem Schlaf, wenn es nicht dein Handy ist? Genau! Der alte schrille Wecker von Mama, den sie dir aus ihrer Studienzeit vererbt hat, findet wieder Nutzen. Snooze-Funktion – Fehlanzeige. Da fängt der Tag ja super an! #2: Du bist zwar jetzt rechtzeitig wach und hast massig Zeit, dich auf deinen Tag vorzubereiten, aber die Suche nach dem Busplan-Büchlein mit der passenden Fahrtzeit gestaltet sich schwerer als gewohnt. Die Müllabfuhr muss es wohl nach dem letzten Großputz mitgenommen haben. Egal einfach mal auf gut Glück zur Bushaltestelle. #3: Endlich hast du es in den richtigen Bus geschafft – es grenzt fast schon an ein Wunder, dass du die Haltestelle ohne „Google Maps“ gefunden hast – und jetzt schon völlig fertig mit den Nerven, darfst du dir das Gekichere und Gegackere einer Schulklasse auf dem Weg zum Wildpark anhören. Ablenkung Musik? – Ach ne, da war doch was. #4: Glücklicherweise hast du einen Kommilitonen getroffen, der dir aus deiner medienlosen Misere heraushilft und den Weg zur Vorlesung kennt. Weiter geht der Spaß. Dank unserem Hacker, findet die Vorlesung ausschließlich mit deinem nicht vorhandenen, ausgedruckten Skript statt und auch der Professor wird mit einer komplett neuen Welt bestehend aus Schwamm und Kreide konfrontiert. #5: Eigentlich wolltest du während der Vorlesung aus Zeitgründen eine Mahnungsgebühr für deine letzte Amazon-Bestellung überweisen. Dazu müssen wir wohl gar nichts mehr sagen, außer „ab zur Bank“. Nur wo ist die und wie kommst du da hin? Ricarda Halle BW/ Marketingkommunikation & Werbung #6: Völlig entnervt beschließt du, den restlichen Hochschultag sausen zu lassen und dich „Ich kam, sah und vergaß, was ich mit einem Film ins Bett zu chillen. Du sagst zu deinen Freunden: „Wir schreiben nochmal“, vorhatte.“ und sie sollen doch bitte ihre Aufschriebe in die Dropbox hochladen. Doch auch daraus wird aus bekannten Gründen nicht viel. Da du nun weder die verpassten Vorlesungen auf irgendeine Art und Weise, wie z.B. Online Tutorials auf Youtube, nacharbeiten, geschweige denn dich mit Freunden auf einen Drink verabreden oder zum Flüchten eine Mitfahrgelegenheit organisieren kannst, heißt es einfach: „See u later, alligator! See u in a while, crocodile!“ Und die Moral von der Geschicht, unser gewohnter Alltag klappt nun mal ohne jegliche Medien nicht. Traurig, aber wahr!

Rieke Strehle BW/ Marketingkommunikation & Werbung „Heute war gestern schon morgen.“

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That is so yesterday’s news! Entwicklung liegt, eine Veränderung ist wünschenswert. Nachrichten als Information, nicht als Sensation.

Lea Schneider

sensationsgeilheit, die Medien und wir!

Egal, ob die Atomkatastrophe in Fukushima 2011 oder die im letzten Jahr ausgebrochene Ebola Epidemie, Medien berichten uns am laufenden Band über die wichtigen Geschehnisse der Welt. Allerdings, wann hat man denn zuletzt von Ebola gehört? Vereinzelt gibt es Nachrichten über den Kampf gegen die Krankheit. Liberia soll die Epidemie beendet haben. Doch die anfangs täglichen Nachrichten bleiben aus. Veraltet. Uninteressant. Während jede einzelne Nachrichtenshow die Details der Atomkatastrophe von Fukushima in den ersten Tagen und Wochen nach dem „Doch wohin führt diese Fixierung Ereignis berichtete, ergibt sich jetzt der Eindruck, all die Probleme auf Sensationen?“ existierten nicht mehr. Doch was hat sich wirklich verändert? Ist Ebola einfach verschwunden? Fukushima nicht länger verseucht und unbewohnbar? Eher im Gegenteil. Doch in der heutigen Gesellschaft zählen nur die neusten und spektakulärsten Neuigkeiten. Auch wenn es dabei um den Skandal eines bekannten Hollywood-Star geht. Schneller, besser, extravagant. Sich kurz schlecht fühlen, was in einem anderen Teil der Welt passiert, und direkt weiterspringen zur nächsten Sensation. On, off. On, off. Die Medien sind nicht alleine verantwortlich für diese Entwicklung. Vielmehr ist es jeder Einzelne von uns, dessen Aufmerksamkeitsspanne immer kürzer und dessen Alltag immer fader wird. Wir suchen regelrecht nach Nachrichten, die uns bewegen. Für die nächsten 5 Minuten. Dabei werden nicht nur Nachrichtenplattformen, sondern auch Social MediaSeiten benutzt. Je sensationeller die Überschrift, desto wahrscheinlicher, dass eine der Nachrichten weiter verfolgt wird. Der schnelle Kick wird geteilt, geliked, ein Kommentar wird abgegeben. Manchmal werden sogar ein paar Euro gespendet. Danach geraten Unglücke in Vergessenheit. Für alle außer die Betroffenen, die mit den Ausmaßen der Situation leben müssen. Die Sensationsgeilheit der Medien überträgt sich auf die Gesellschaft. Journalisten übertreiben, bauen Geschichten aus und stellen sie gar in einem falschen Licht dar, nur um das Interesse der Leser zu wecken. Und viele springen darauf an. Nicht umsonst ist die Bild die meist verkaufte Zeitung in Deutschland. Mit auffälligen Headlines und bunten Bildern locken sie für das seichte Vergnügen. Ob die Wahrheit berichtet wird, interessiert dabei weniger. Was vor wenigen Wochen passierte, ist irrelevant. Doch wohin führt diese Fixierung auf Sensationen? Sollten wir nicht informiert werden über Geschehnisse, die noch immer bewegen? Letztendlich ist es eine Frage der Aufmerksamkeit, denn täglich passieren neue Dinge in der Welt, über die berichtet werden soll. Alle Informationen können gar nicht verarbeitet werden, man hat nicht genug Zeit dafür. Prioritäten in den Medien schiften kontinuierlich. Wer mehr Informationen sucht, muss Zeit und Arbeit investieren, um sich erfolgreich durch den Informationsberg des Internets zu kämpfen. Was gab es zuerst? Die Medien, die uns zu aufmerksamkeitsgeilen Menschen umerziehen, oder den Menschen, der sich mit simpler Nachrichtenerstattung nicht mehr zufrieden gibt? Worin auch immer der Beginn dieser

BW/ International Marketing „The greatest pleasure in life is doing what people say you cannot do“ - Walter Bageho

Letztlich sind Veränderungen nicht aufzuhalten, aber Unglücke wie Fukushima oder die Ebola-Epidemie sollen nicht in Vergessenheit geraten. Dazu kann jeder beitragen, sich informieren und mit offenen Augen durch die Welt gehen. Nur dann ist garantiert, dass wir menschliche Fehler vermeiden und auf Umweltkatastrophen besser vorbereitet sein können. Nur dann leisten wir einen bedeutsamen Beitrag.


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Lass uns ein Spiel spielen! Wie let‘s player auf youtube karriere machen

Als ich das erste mal einer Freundin ein „Let’s Play“-Video zeigte, schaute sie mich nach zwei Minuten sehr skeptisch an und meinte: „Was soll das denn bitte sein?“ Nachdem ich ihr erklärt hatte, dass manche Menschen mit Videos wie diesem von sich beim Computerspielen ihren Lebensunterhalt verdienen, sah ich kurz, wie sie ihren Glauben an die Menschheit ein bisschen verlor. Auf den ersten Blick erscheint diese neuartige Gattung von Entertainment sehr fragwürdig. Für die meisten bleibt sie das auch. Für andere sind sie bereits Kult. So etwas schaut man sich also im Jahr 2015 an? Es wird Zeit, ein bisschen Licht in die Geschichte zu werfen. Jeder mit einem Internetanschluss ist sicherlich bereits über YouTube gestolpert. Die Videoplattform im Internet hat einen Wert von schätzungsweise 26 Milliarden bis 40 Milliarden Dollar. Das ist genug Geld, um sich ungefähr 13 Flugzeugträger zu kaufen. Auf den ersten Blick ist das eine gewaltige Summe, aber wenn man in den Statistiken sieht, dass pro Tag 4 Milliarden Videos aufgerufen werden, kann man sich denken, wie dieser Betrag zustande kommt. Diese riesige Plattform, die mittlerweile zu Google gehört, ist das Zuhause der Let‘s-Player. Diese Entertainer zählen neben Musikvideos und Comedy-Sketches zu den erfolgreichsten Kanälen. Sie spielen Computer- oder Konsolenspiele und veröffentlichen die Aufnahmen mitsamt Moderation später im Netz. Diese Videos sind eine völlig andere Art des audiovisuellen Entertainments, die vor 15 Jahren noch schwer umsetzbar gewesen wäre, nicht zuletzt wegen des rasanten Fortschritts der Computertechnik. Die Fanbase dieser Kanäle ist riesig, viele dieser Let’s-Player betrei- „Könnte ich heute Abend einfach ben ihren Kanal als Vollzeitjob und verdienen eine Menge Geld. Der anfangen ein paar Videos aufzuerfolgreichste YouTuber „Pewdiepie“ alias Felix Kjellberg aus Schwe- nehmen, ein bisschen fluchen und den hat 33 Millionen Abonnenten, das sind mehr Leute als im Groß- mir damit ein bisschen Taschenraum Tokio leben. Mit diesem Job macht er bereits im Alter von 25 Jah- geld verdienen?“ ren 3,5 Millionen Euro im Jahr. Ein verlockendes Jobprofil also. Wieso sich noch durch ein Studium und einen anstrengenden Beruf quälen, wenn man auch zu Hause ein bisschen Computer spielen kann und damit reich wird? Könnte ich heute Abend einfach anfangen ein paar Videos aufzunehmen, ein bisschen fluchen und mir damit ein bisschen Taschengeld verdienen? Erstmal muss man sich anschauen, wie solch ein Video aufgebaut ist. Erfolgreiche Let’s-Player starten ihre Videos meistens mit einer individuellen Begrüßung. Pewdiepie begrüßt und verabschiedet sich zum Beispiel mit „How’s it going, bros?“ und einer Brofist in die Kamera und Simon and Lewis schreien „Helloooooooo and welcome to the Yogscast!“ Danach geht es los: Ohne Drehbuch oder Vorgaben werden eine Men-

ge flacher Witze gebracht, dauernd komische Geräusche gemacht und über die eigenen Fehler gelacht. Das ganze passiert live, die langweiligen Teile werden herausgeschnitten. Manche überbrücken die Zeit, in der es nichts Spannendes zu sagen gibt, damit vor sich hin zu singen oder Beatboxgeräusche von sich zu geben. Dabei gilt „Manche überbrücken die Zeit, vor allem eins: Am besten immer etwas sagen und nicht den Faden in der es nichts Spannendes zu reißen lassen. Nur wenige Moderatoren (wenn man sie so nennen will) sagen gibt, damit vor sich hin zu schaffen es, ununterbrochen Sinnvolles und Interessantes von sich zu singen oder Beatboxgeräusche geben, ohne sich zum Affen zu machen. Am Ende werden weitere Vivon sich zu geben.“ deos verlinkt und man bittet den Zuschauer um ein Abonnement, denn davon lebt der Let’s-Player. Abonnieren kann man kostenlos, aber ein Abonnent erhält eine Benachrichtigung, wenn ein neues Video erscheint. So sind die nächsten Views gesichert. Und die bringen am Ende das Geld. Um Geld geht es den meisten YouTubern jedoch gar nicht. In Interviews erzählen Gronkh und Sarazar, die zu den erfolgreichsten deutschen Let’s-Playern gehören, dass sie vor allem einfach Spaß an Videospielen haben und das Ganze ohne kommerziellen Hintergedanken starteten. Das ist schnell gesagt, doch die niedrigen Zuschauerquoten, mit denen man am Anfang auskommen muss, sprechen dafür, dass es vor allem um Spaß bei der Sache geht. Gerade diese authentische Begeisterung verkauft sich gut bei den Zuschauern. Letztere sind 13 bis 24 Jahre alt, vorwiegend männlich und eben auch gaming-affin und können sich daher gut mit den Unterhaltern identifizieren. Computerspiele haben mittlerweile viel von ihrem teuflischen Stigma verloren. Wurden sie vor 15 Jahren für die Wurzel allen Übels gehalten, ist es mittlerweile normal, dass man(n) zumindest eine Konsole im Wohnzimmer stehen hat. Dank der rasanten Entwicklung der Technik stehen den Entwicklern alle Türen offen, die Gaming-Industrie boomt. Die Gaming Community ist deutlich größer als damals und wächst stetig. Die Produktion von bekannten Spielen kostet so viel wie die eines Hollywood Blockbusters. Dies ist einer der Gründe, warum Let’s Plays überhaupt so erfolgreich werden konnten. Trotz zwielichtiger Copyright-Lage (immerhin veröffentlichen Let’s-Player Eigentum des Gaming-Unternehmens) toleriert ein Großteil der Unternehmen die Videos auf YouTube. Schließlich sind sie ja so etwas wie kostenlose Werbung für ihr Spiel. Bekannte Let’s-Player werden mittlerweile von bekannten Spieleentwicklern wie Ubisoft, CD Projekt Red oder Rockstar im Vorfeld eingeladen, um ihre Spiele vor der Veröffentlichung und der Presse anzuspielen und dies zu veröffentlichen. Durch diese Videos entsteht eher eine Kaufentscheidung als bei einem Trailer, der überproduziert und den anderen der Branche sehr ähnlich ist.

Die Gaming-Industrie boomt. Die Gaming Community ist deutlich gröSSer als damals und wächst stetig.


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Auch Amazon bietet Let’s-Playern an, unter ihren Videos einen direkten Link zu der Kaufseite des Spiels einzufügen. Die Klicks werden registriert und pro Kauf erhält der YouTuber 7% des Preises von Amazon. Eine weitere Möglichkeit, sich zu finanzieren. Die Gaming-Ausrüstung wird mit etwas Geschick von Sponso- „Die Pauschalen variieren, ren gestellt, wieder ein bisschen verdient. Die Haupteinnahmequel- aber pro Tausend geschalteten le ist jedoch YouTube selbst. Als Let’s-Player kommt man an einem Anzeigen erhält ein YouTuber YouTube-Partnerprogramm nicht vorbei. Es ist ein komplexer Vertrag 2 Euro. Für ein Essen in der Mensa mit vielen Klauseln, doch am Ende schaltet YouTube auf den Videos reicht das.“ Werbung. Wann, wo und wie lang sie sein darf, entscheidet der Kanalbetreiber. Die Pauschalen variieren, aber pro Tausend geschalteten Anzeigen erhält ein YouTuber 2 Euro. Für ein Essen in der Mensa reicht das. Wer mehr will, braucht mehr Views. Die kommen nur, wenn man dauerhaft „hochwertiges“ Material hochlädt. Hochwertig zum einen auf einer technischen Ebene. Die Videos sollten mit 1080 Pixeln aufgezeichnet sein, da bietet sich Fraps an, eine Bildschirmaufzeichnungssoftware für 30 Euro. Das Spiel sollte flüssig laufen mit 60 Bildern pro Sekunde, also sollte der Computer, auf dem man spielt auch mit guter Grafikkarte und ausreichend Arbeitsspeicher ausgestattet sein. 800 bis 1000 Euro müssen da vorhanden sein. Dazu ein gutes Mikrofon, um die eigene Stimme aufzuzeichnen (nochmal bis zu 200 Euro bezahlen) und ein Schneideprogramm um die 50 Euro. Die Grundausstattung ist komplett und man ist nun über 1000 Euro losgeworden. Ist man jetzt ein hochwertiger Let’s-Player? Leider noch nicht. Einkaufen kann jeder, aber Inhalt zu produzieren, der gesehen werden will, ist der anstrengende Teil. Was will denn genau gesehen werden? Als ich ein paar Let’s Play-Fans befragte, warum sie sich Let’s Plays anschauen, bekam ich folgende Antworten. Zum einen muss der Inhalt, den man präsentiert, witzig sein. Menschen lachen gerne und Situationskomik, auch wenn sie nur virtuell in diesem Fall ist, kommt besonders gut an. Andere schauen sich Let’s Plays an, um Lösungen zu finden für Stellen, an denen sie in ihrem Spiel feststecken. Ein Video mit erklärenden Kommentaren ist deutlich einfacher anzuschauen als vier Seiten Text durchzulesen. Ist man ein talentierter Computerspieler, kann man sich hier schon einige Fans verdienen. Manche schauen Let’s Plays, weil sie kein Geld haben, um sich ein Spiel zu kaufen. Und wiederum andere sehen sich die Videos an, weil sie entspannend sind. Entspannend? Ja, es gibt YouTuber, die haben einen angenehmen und sympathischen Redefluss, ähnlich dem eines Radiomoderators. Das Spiel dient nur als Medium, um neue Ideen zu bekommen und sich dann über Gott und die Welt zu unterhalten. Viele Fans dieser YouTuber schauen die Videos oft gar nicht an, sondern hören den Moderatoren einfach nur beim Reden zu. Wenn man eine dieser oben genannten Qualitäten bei (fast) jedem Video durchziehen kann, ist man auf einem guten Weg beliebt zu werden.

Vielleicht kann man ja mal zusammen die welt retten und sich dabei aufnehmen.

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„Von Gamern gemacht - für gamer gedacht“ ist wahrscheinlich der treffendste Spruch.

Mehr Klicks sichert man sich, indem man das Spiel in Episoden aufteilt. Ein Computerspiel ist nicht in 90 Minuten beendet wie beim Fußball oder ein Spielfilm, sondern kann sich manchmal ins Unendliche ziehen. Let’s-Player teilen ihre Videos daher in 10-30 minütige Folgen auf, die wie bei einer Serie aufeinander aufbauen. So sind Zuschauer gezwungen, immer eine weitere Folge anzuschauen, wenn sie wissen wollen, wie es weiter geht. Let’sPlayer Gronkh hat allein für das Spiel Minecraft zum Zeitpunkt des Verfassens 1251 Folgen. Für Menschen, die das Lernen auf Klausuren gerne vor sich herschieben, ist damit der perfekte seichte Zeitvertreib vorhanden. Der Hype um Let’s-Player gründet vor allem auch auf der Tatsache, dass diese greifbarer sind als andere Stars wie Rihanna oder George Clooney. Als Let’s-Player verbringt man einen Großteil der Zeit, die man nicht für das Gamen aufwendet, damit sich mit seinen Fans auseinanderzusetzen. Im Kommentarfeld unter den Videos diskutieren die Moderatoren mit den Fans ganz unbefangen, sie posten Videos wie sie die Fans in ihrem Haus oder Studio herumführen und veranstalten eine Menge Meet-and-Greets mit ihren Anhängern. Für viele Fans ist es dann so, als ob man einfach einem Freund beim Spielen zuschaut. Pewdiepie wurde auch dadurch bekannt, dass er viele Spendenaktionen ins Leben rief, welche dann sehr erfolgreich wurden. Viele machen es ihm gleich und engagieren sich sozial. Ein Let’s Player zu sein ist also ein Vollzeitjob. Fans wollen konstant mit Inhalt versorgt werden, was bedeutet, dass morgens gezockt, nachmittags ge„Menschen lachen gerne und schnitten und abends wieder gezockt wird. Wenn der Upload-Strang Situationskomik, auch wenn sie abbricht, kann das zu spürbaren negativen Effekten in der Abonnennur virtuell in diesem Fall tenzahl führen, da diese sich vernachlässigt fühlen. In einen längeren ist, kommt besonders gut an.“ Urlaub zu fahren ist also schwer, wenn man nicht genug Material vorweisen kann, das man nach und nach in der Abwesenheit hochlädt. Ein passionierter Gamer und Teil der Gamer-Kultur zu sein ist also ein Muss. „Von Gamern gemacht – Für Gamer gedacht“ ist wahrscheinlich der treffendste Spruch. Die Gamer-Kultur ist mittlerweile nur so groß geworden, dass Let’s-Player auch in Kulturkreisen drum herum bekannt geworden sind.

Max Klose Wirtschaftsingenieurwesen „All we have to decide is what to do with the time that is given us.“ - Gandalf the Grey

Das Fazit des Ganzen: Schauen wir wirklich alles, was uns vorgeworfen wird im Jahr 2015? Ganz bestimmt nicht. Beim Let’s Play geht es weniger darum, was gespielt wird, sondern wer spielt. Wer sich sympathisch vermarktet und authentische Inhalte im Internet präsentiert, kann damit erfolgreich und manchmal auch reich werden. Eine teure Ausrüstung kann sich jeder zulegen, der Geld hat, aber eine sympathische Persönlichkeit kann man sich nicht so einfach kaufen. Zumindest noch nicht. Warten wir noch 40 Jahre, vielleicht dann. Und falls jemand Interesse hat, sich ein bisschen Mensageld dazuzuverdienen, soll sich bei mir melden. Vielleicht kann man ja mal zusammen die Welt retten und sich dabei aufnehmen.


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Mein Freund, das Internet „Mein Laptop ist mein Zweitbester Freund“, lautet die Devise - „ gleich nach meinem Smartphone!“ Schon verständlich, denn so ein mobiles Gerät hat schon einiges zu bieten. Internet lautet das Zauberwort. Internet ist der Charakter, der in den magischen Hüllen mobiler Endgeräte steckt.

Wir verbringen jeden Tag zusammen

Innerhalb der letzten zehn Jahre ist es zur absoluten Normalität geworden. Mehr sogar: ganz still und heimlich, ohne, dass es jemand überhaupt bemerkt hat, hat sich das Internet die Weltherrschaft erschlichen. Doch das nicht etwa, um einen bösartigen Weltverschlechterungsplan umzusetzen. Unser gutherziges Internet macht so viel einfacher. Es spart an vielen Stellen Geld, andererseits Zeit, die ja bekanntermaßen auch Geld ist, und zum dritten Platz. Denn physische Gegebenheiten „Denn physische Gegebenheiten werden nun kaum mehr gebraucht. Statt des aufwändigen Ladens mit werden kaum mehr gebraucht.“ teurer Miete nimmt uns das Internet an die Hand und führt uns in den Online-Shop, der es geschafft hat, sein Sortiment auf einem einzigen Bildschirm unterzubringen. Und wie in einem riesigen Einkaufszentrum gibt es auch noch alles Erdenkliche an ein und demselben Platz. Außerdem ist das Internet ein hervorragender Shoppingberater, da es sich sehr gut informiert hat. Nahezu jede Frage kann es beantworten. Bevor man nun am Shopping-Erlebnis zweifelt: dafür ist trotz engem Raum natürlich auch gesorgt. Bei Douglas beispielsweise hilft die Online-Berater-Kampagne, den richtigen Duft für jeden Typ zu finden. Für den männlichen Shopping-Muffel stellt OUTFITTERY.de sogar ganze Outfits nach grob geäußerten Wünschen zusammen und weiterhin gibt es zahlreiche ähnliche Angebote. So funktioniert es mit Kleidung und Kosmetik, genauso wie mit allen erdenklichen anderen Dingen. Für Leute, die nicht gerne von einem Store in den nächsten eilen, gibt es – wie im echten Leben auch – riesige Internet-Kaufhäuser. Ein Beispiel wäre AliBaba.com, ein Ort, an dem man alles, wirklich alles bekommen kann. Dort kommt jeder, vom Einzelhaushalt bis zum Handel mit Großbestellungen, auf seine Kosten. Das Flohmarkt-Äquivalent, bei dem man alles gebraucht kaufen kann, wäre hierbei das allseits bekannte und beliebte eBay. So zieht sich ein roter Faden nicht nur durch unsere Einkäufe, sondern durch unser ganzes Leben. Einst versuchte man noch dem Inder vom italienischen Lieferdienst „Wir verbringen jeden Tag in der Stadt am Telefon seine Bestellung zu erklären, heute hinter- zusammen. werden kaum mehr lässt man seine Bestellung bequem online auf Lieferando oder Pizza. gebraucht.“ de und, wenn die Pizza kommt, ist sie bereits per Kreditkarte bezahlt. Sucht man nach einer günstigeren Variante, schlägt einem die Chefkoch.de-App neben tausenden anderen Rezepturen beispielsweise das „Rezept des Tages“ vor. Nebenher lässt man sich von Musik berieseln. Die kommt nicht etwa mehr aus dem Radio, man

streamt jetzt. Spotify ist hier mit über 60 Millionen aktiven Nutzern in mehr als 50 Ländern Marktführer und hat Konkurrenten wie Ampya und Simfy fest im Griff. Während manche noch mit ihren ausgefüllten Überweisungsscheinen zur Bank spazieren, können wir nur lachen, denn heutzutage macht man Online-Banking. „Und fragt man sich dann doch einmal wieder nach dem Sinn des Lebens, so besteht die Möglichkeit mit Siri ein tiefgründiges Gespräch zu führen.“

Braucht man eine Unterkunft in einer fremden Stadt, bietet sich die Plattform Couchsurfing an, bei der Leute Reisenden ihre Couch oder auch ihr Gästezimmer anbieten können. Das Internet stellt für den gesuchten Standort verschiedene Leute vor, die ihr Quartier für ein oder zwei Nächte teilen würden. So spart man sich die Kosten für ein Hotel und lernt sogar noch Leute kennen. Auch hier hat das Internet wieder einmal als uneigennütziger Vermittler seinen Dienst verrichtet. Ähnlich ist es mit den Taxis gekommen. Die Nummer des ansässigen Taxi-Services kann getrost aus dem Handy gelöscht werden, dafür muss eine neue App her: Auf der Plattform Uber können sowohl Taxiunternehmen als auch Privatpersonen ihren Dienst anbieten. Hier werden durch den Wegfall der Zentrale, des Funksystems etc. Kosten eingespart, wodurch unsere Welt wieder ein Stückchen billiger wird. Auch die Gründer freuen sich über die neue Beliebtheit ihres nun sechsjährigen Babys. Uber wird aktuell mit 50 Milliarden US-Dollar bewertet und gilt somit als wertvollstes Start-Up der Welt. Und fragt man sich dann doch einmal wieder nach dem Sinn des Lebens, so besteht die Möglichkeit mit Siri ein tiefgründiges Gespräch zu führen.

Christine Schwarz BW/ Media Management & Werbepsychologie „Wissen ist Macht und nichts wissen macht nichts.“

Schon kurios. Während wir vor 10 Jahren das Internet nur für Google und unser E-MailPostfach benutzt haben, spielt sich heute unser ganzes Leben mit ihm ab. Mein Freund, das Internet, ist eben ein Überflieger. Es kann das alles und noch viel mehr. Wir verbringen jeden Tag zusammen. Schön, dass wir uns so gut verstehen.


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#NOFILTER Montagmorgen. 8 Uhr. Hochschule Pforzheim. Raum voller Studenten. #hellwach. #vollmotiviert. Was tun? Natürlich erst einmal die durchaus bemitleidenswerte Lage auf #Instagram posten. Zu sehen ist mein um die Uhrzeit noch eher unvorteilhaft aussehendes Gesicht und der klassische Mensa-Kaffeebecher, der meinen Morgen ein wenig erträglicher machen soll. Ja, ich weiß, es hört sich mindestens genauso unspektakulär an, wie es letzten Endes auch ausgesehen hat – und ja, ich weiß auch, dass ich so den super angesagten Bloggern wie #DAGIBEE oder #SAMISLIMANI nicht mal annähernd das Wasser reichen kann...nicht einmal „Montagmorgen. 8 Uhr. #MITFILTER Blogger wie diese sind gefühlsmäßig dadurch bekannt Hochschule Pforzheim. Raum geworden, dass sie Bilder mit ihren neuen Fitnessprodukten von voller Studenten. #hellwach. #proteinworld posten, posierend vor dem Spiegel des Fitnessstu- #vollmotiviert. Was tun?“ dios um die Ecke ihre neuen #Sneaker vor die Linse halten, weil wir ja heutzutage alle #SNEAKERFREAKER sind. Oder doch lieber den Fokus auf ihren neuen Nagellack legen, welcher von ihrer Hand, mit den natürlich frisch lackierten pinken Nägeln, umschlossen wird aber natürlich #NOFILTER. Dadurch, dass Blogger, speziell bei Jugendlichen, häufig zu Idolen werden, haben sie großes Potential, das Konsumverhalten dieser Zielgruppe besonders zu beeinflussen.

#F***IT mein #Montagmorg #8Uhr-Gesicht ist sowies nicht mehr schön-zu-filtern also #NOFILTE

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#F***IT mein #Montagmorgen #8Uhr-Gesicht ist sowieso nicht mehr schön-zu-filtern,also #NOFILTER!

Die Produkte, die ihre #Lebensqualität scheinbar um so viel verbessert haben, sind nämlich oft nur durchlaufende Posten, die von den Unternehmen verschickt werden. Sinn und Zweck dieser getarnten Werbung ist es, das Produkt scheinbar in das alltägliche Leben des Bloggers einzubeziehen, um den Eindruck zu erwecken, als wäre es #vollimtrend, nur weil es von dem Blogger vermeintlich getragen wird. Somit wird die Bekanntheit des Produktes gesteigert, der Absatz gefördert und es bietet der Marke eine Alternative zur herkömmlichen Werbung. Die werbende Person geht dabei natürlich auch nicht leer aus, sondern wird mit ausreichend #Geld oder weiteren Produkten entlohnt. Auf Instagram findet diese relativ neue Marketingmaßnahme häufig in Sachen #Elektronik, #Mode und #Schmuck Anwendung. Hierbei posten Blogger Bilder von ihrem super stylischen #OOTD (Outfit Of The Day) oder halten ihren Arm vor die Linse, welcher von ihrer neuen #DanielWellington Uhr verziert wird, aber natürlich #NOFILTER. Dass diese Form der Werbung bei Jugendlichen größtenteils sehr erfolgreich ist, liegt daran, dass diese sich dem Mechanismus dieses #Marketinginstrumentes meistens noch nicht bewusst sind. Hinzu kommt, dass die #Naivität bei dieser Altersgruppe oft überhandnimmt und sie deshalb davon ausgehen, dass die Blogger das Produkt tatsächlich aus #Überzeugung erwähnen bzw. nutzen. Diese Art von #ProductPlacement führt aber auch zu Neid, was wiederum positive Auswirkungen auf das Kaufverhalten haben kann. Grund dafür ist, dass der generierte Neid die Leute dazu animiert, das Produkt ebenfalls zu kaufen. Um diesen #Erfolg zu erreichen, muss das Unternehmen nur ihr jeweiliges Produkt an den Blogger schicken, welcher für die restliche Vermarktung sorgt. Somit ist der ganze Prozess um einiges #kostengünstiger, erzielt aber mindestens denselben Effekt. Nicht zu vergessen sind dabei auch die Vergünstigungen, welche gelegentlich die potentiellen Käufer des Produktes locken, wenn sie den Namen des jeweiligen Bloggers angeben. Der Grund, weshalb diese Methode bei Erwachsenen meistens nicht sonderlich erfolgreich ist, mag daran liegen, dass sich diese oftmals nicht mehr ganz so stark von ihrer Naivität treiben lassen, sich mehr auf ihr eigenes Leben konzentrieren oder einfach einen eigenen #mentalenFILTER gegen solche Werbung haben. Alle, die nicht solch einen #mentalenFILTER aufweisen können, versuchen eben ihr Bild mit einem #Schwarz-WeißFILTER interessant zu gestalten oder machen es wie ich und sagen: „#F***IT mein #Montagmorgen #8Uhr-Gesicht ist sowieso nicht mehr schön-zu-filtern,- also #NOFILTER!“

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Get the best of both worlds in Hongkong!

Ein Großstadtdschungel aus Wolkenkratzern, dichter Smog in den Straßen und gestresste Menschenmassen in den U-Bahn-Schächten – so stellen sich viele Europäer asiatische Metropolen wie Hongkong vor. Doch weit gefehlt, Hongkong überzeugt mit seiner Schönheit, seiner grünen Natur und seinen liebenswerten Einwohnern. In Hongkong prallen zwei Welten aufeinander: Asiatische Kultur gepaart mit westlichen Lebensformen. Anfang Januar habe ich die Reise in das multikulturelle Hongkong angetreten, um mein 6. Semester an der Hongkong Baptist University zu absolvieren, und habe mich sofort in Land und Leute verliebt. Wer sein Auslandssemester an der Baptist University verbringt, lebt glücklicherweise direkt im Studentenwohnheim der Universität. Bei den horrenden Mietpreisen in Hongkong ein wahrer „Probierfreudige versuchen sich Segen für den schmalen Studentengeldbeutel. Aber nicht nur finanzi- an Hühnerfüßen und Co. – kann ell zahlt sich das Leben auf dem Campus aus, denn gelebt und gelacht man essen, muss man aber nicht.“ wird im Wohnheim nicht gerade wenig. Oft trifft man in den frühen Morgenstunden noch fleißige einheimische Studenten oder internationale Nachtschwärmer in den Gemeinschaftsküchen der beiden Wohnheimtürme an – wie es sich für Hongkong gehört natürlich mit 20 Stockwerken. Auf jedem Stockwerk leben jeweils 50 Studenten in edel ausgestatteten 12 m² Deluxe-Doppel-Zimmern mit Klimaanlage und geteiltem Badezimmer. Nicht nur in puncto Wohnen sind die Hongkonger zum Teilen bereit. Auch beim Essen geben die Einheimischen gerne ihr Revier auf. Bereits in der ersten Woche lernt man dank Buddy-Programm und Orientation Week nicht nur die einheimischen Studenten näher kennen, sondern auch deren kulinarischen Vorlieben. Beim Dim Sum greift man nach den Tapas ähnlichen asiatischen Köstlichkeiten, die sich auf dem Tisch befinden. Probierfreudige versuchen sich an Hühnerfüßen und Co. – kann man essen, muss man aber nicht. Und falls einem der Reis dann irgendwann doch zum Hals raushängt, kann man sich auf seinen Freund Old McDonald verlassen. Knochen in jedem Essen, Nahtoderfahrungen dank Linksverkehr – ja, in den ersten Wochen stellte mich das Leben in Hongkong vor einige Herausforderungen. Meinen Schlafrhythmus habe ich relativ schnell dem der einheimischen Studenten angepasst und auch an das strikt organisierte U-Bahn-Fahren habe ich mich gewöhnt. Nur mit dem Starren und Fotografieren von Mainland China-Touristen kann ich mich bisher noch nicht abfinden. Als blonde, große und sommersprossige Europäerin steche ich aus der Masse heraus, was mich mittlerweile zum Star in so manchen Familienalben gemacht hat. Tja, so wird man also ungewollt zu einer Attraktion. Als pflichtbewusster Student weiß man natürlich, dass Schlaf ein seltenes Gut ist und auch, dass das Lebertraining im Ausland nicht vernachlässigt werden sollte. Das wöchentliche Programm für jeden Studenten ist quasi schon ein ungeschriebenes Gesetz: Montags geht es ins campusnahe Billy’s, mittwochs wird das verruchte Feierviertel Wan Chai unsicher

gemacht und den Rest der Woche verbringt man im zentralen Partymekka Lan Kwai Fong. Besonders die Damenwelt kommt hierbei (nicht) auf ihre Kosten, denn Frauen trinken in Hongkong umsonst. Natürlich kommt das Studieren hier auch nicht zu kurz, deshalb soll ich ja schließlich hier sein. Im Gegensatz zu unserer Hochschule besteht hier in den Kursen Anwesenheitspflicht. Auch während dem Semester wird das ein oder andere von einem gefordert: Unzählige Gruppenprojekte, Mid-term Tests und diverse Hausarbeiten. Keine Panik, der Aufwand ist immer noch in einem machbaren Rahmen. Bei einer Gruppengröße von mindestens 6 Personen und oftmals faulen Last-Minute-Studenten werden die Nerven jedes Mal stark strapaziert.


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Zwischen Studium und Feierei bleibt genug Zeit für Sightseeing, Reisen und andere Freizeitaktivitäten übrig – und Hongkong bietet dafür auch unzählige Möglichkeiten. Sportbegeisterte kommen im nahegelegenen Park und Schwimmbad auf ihre Kosten oder können die vielen Berge um Hongkong besteigen. Eine Wahnsinns-Aussicht „Aber sei gewarnt, Hongkong, natürlich inklusive. Wer es lieber entspannter angehen will, findet auf ich komme wieder!“ den umliegenden Inseln und Buchten weite Strände und kleine Fischerdörfer. Tempelanlagen, den Besuch des Big Buddhas und das Pferderennen, die wöchentliche Lieblingsbeschäftigung der Hongkonger, sollte man sich natürlich nicht entgehen lassen. Wen dann die Lust am Wetten im Happy Valley gepackt hat, kann mit der Fähre innerhalb von einer Stunde in die Spielhölle Chinas schlechthin reisen. Nicht umsonst ist die Sonderverwaltungszone Macau als das Las Vegas Asiens bekannt. Das Reisen kommt im Auslandssemester sicher nicht zu kurz. Gerade im Sommersemester stellen die eingeschobenen Ferien am Chinesischen Neujahrsfest und Ostern die optimale Gelegenheit zum Verreisen dar. Mich persönlich hat es auf die Philippinen und nach Beijing getrieben. Viele meiner Mitstudenten nutzen sogar verlängerte Wochenenden, um kurze Abstecher nach Japan, Vietnam, Thailand oder Taiwan zu machen. Alina Rüger BW/ Media Management & Werbepsychologie „Wenn das Leben uns in die Knie zwingt, tanzen wir Limbo.“

In Hongkong prallen zwei Welten aufeinander

Hongkong hat mich in seinen Bann gezogen. Dennoch ist es für mich bereits wieder an der Zeit, Abschied zu nehmen. Das Semester ging viel zu schnell vorbei, doch unzählige Erinnerungen an eine unfassbar geile Zeit mit wunderbaren Menschen nehme ich mit mir nach Hause. Asienunerfahren bin ich hergekommen und als Stäbchenprofi werde ich nun diese einzigartige Stadt verlassen. Aber sei gewarnt, Hongkong, ich komme wieder!


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Ein Semester im Ausland ist schon was feines. Weit weg von Zuhause, am besten noch am Meer studieren mit Sonne satt und nebenbei meine Sprachkenntnisse etwas auffrischen. Soweit der Plan… Die Umsetzung sah dann doch etwas anders aus. Letztendlich bin ich mit Toulouse zwar im Süden Frankreichs gelandet, jedoch hat das Wetter im Frühjahr teilweise Hamburger Verhältnisse angenommen. Auch liegt die Stadt nicht direkt am Meer, eher so am Fluss und doch möchte ich nirgendwo anders lieber mein Auslandssemester verbracht haben. Aber alles auf Anfang: Erstmal angekommen, ist man überwältigt von den vielen Eindrücken. Neue Uni, neue Butze, neue Leute, neue Umgebung…einfach alles neu! Aber man merkt relativ schnell, dass diese Stadt mehr kann, als nur leckere Baguettes backen und beste Weine keltern. Mit fast so vielen Studenten wie Pforzheims Ein- „Allerdings kann es schon einmal wohnern ist es eine der größten Studentenstädte Frankreichs und vorkommen statt einem „tea“ einen egal an welchem Wochentag, hier wird immer gefeiert! „Mar-tea-ni“ am frühen Sonntagnachmittag zu bekommen – Besonders beliebt ist der Platz „St. Pierre“ direkt am Fluss der Ga- true story.“ ronne. Hier tummeln sich um jede Tages- und Nachtzeit viele Studenten in den umliegenden Bars oder, wenn sich die Sonne dann doch einmal zeigt, genießt man gerne ein Sunset-Bierchen am Wasser mit allzeit musikalischer Untermalung von DJ-Unikat „Lonely but Happy“. Neben dem partyreichen Studentenleben gibt es aber auch genügend alternative Beschäftigungsmöglichkeiten. Ob shoppen in den zahlreichen Vintage Stores der HipsterViertel, Museen- und Kinobesuche, mit dem City-Bike die Stadt erkunden oder einfach nur bei einem Kaffee die Sonne genießen, Langeweile sollte in Toulouse nicht möglich sein.

Zu spät kommen is nich - auch wenn die Busse und Bahnen mal wieder streiken, welches ein beliebtes Hobby in Frankreich zu sein scheint.

Nothing Toulouse

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Natürlich muss man auch gestehen, dass nicht alle Aktivitäten davon studentenfreundliche Preise anbieten. Frankreich ist allgemein etwas teurer als Deutschland und da man hier eher Wert auf Exklusivität als auf XXL-Portionen legt, ist das McDonalds Logo-grüngelb. Einen großen Kaffeebecher to go sucht man vergeblich. Der generell hohe Lebensstandard lässt mich dann doch – wer hätte das gedacht - die gut bewährten „Ja-Produkte“ und 5.0 Original Bierdosen vermissen.

Es scheint, der entspannte Flair der Stadt überträgt sich auf das Gemüt der Einwohner. So hatte ich mich anfangs, als eher wortkarger und auf Abstand bedachter Schwabe, manch einer Herausforderung stellen müssen. Zum Beispiel begrüßt man sich, egal ob fremd oder nicht, mit zwei Küsschen auf die Wangen. Dies gilt ebenso für Männer untereinander. Allerdings bezweifle ich, dass man so auch seinen Chef oder gar die Gendarmerie begrüßt. Nach den ersten Anfangsschwierigkeiten habe ich mich an diese Form der Begrüßung schnell gewohnt. Jetzt muss ich eher aufpassen meine Freunde zuhause das nächste Mal nicht mit Küsschen zu überfallen. Neben der Begrüßungsform gehören auch Höflichkeitsfloskeln wie das „Bonjour“, „Merci“, „Pardon“ und „Au revoir“ zum alltäglichen Sprachgebrauch. Dies lernt man zu aller erst, wenn sich nach der Busfahrt die Fahrgäste artig beim Busfahrer mit einem „Merci, au revoir“ bedanken und verabschieden. Und ich rede von den ganz normalen Stadtbussen. Während man den Job des Chauffeurs in Deutschland wohl eher als Selbstverständlichkeit ansieht und oftmals Ärger mit den grummeligen Busfahrern hat, sind diese in Toulouse regelrecht entspannt und mit Freude bei der Arbeit. Dies lässt mich zu dem Entschluss kommen, so manch einfache und nette Geste eventuell auch mal im Alltag mit einfließen zu lassen. Last but not least, das endlose Thema: Franzosen und die englische Sprache. Zugegeben, sie sind etwas schüchtern, wenn es darum geht Englisch zu sprechen. Meine Erfahrungen waren allerdings meist positiv. Beherrscht man die Basics auf Französisch, sind sie durchaus gewillt auf „Frenglish“ zu antworten. Allerdings kann es schon einmal vorkommen statt einem „tea“ einen „Mar-tea-ni“ am frühen Sonntagnachmittag zu bekommen – true story. Nachdem wir also den Wikipedia-Eintrag über Toulouse und die kulturellen Vorurteile erfolgreich abgearbeitet haben, kommen wir nun zum wirklich wichtigen Teil des Auslandssemesters. Genau, der Uni! Neben der ganzen Feier- und Chillerei, darf man natürlich nicht vergessen, warum man hier ist. TBS (Toulouse Business School) ist das Stichwort. Ein relativ überschaubarer Campus etwas außerhalb der Stadt sorgt dafür, dass den Studenten mit vielen Präsentationen und Gruppenarbeiten garantiert nicht langweilig wird. Man hat dabei die Möglichkeit neben dem guten Drittel an internationalen, auch mit den französischen Studenten zusammen zu arbeiten. Das Angebot an englischen Kursen ist auf wirtschaftliche Themen beschränkt. Dafür bietet sich zweimal im Semester die Gelegenheit an den ausgefallenen Electives teilzunehmen. Hier können Themen wie „Die französische Weinkultur“ oder „Stressmanagement“ dann auch schon einmal vom eigentlichen Studiengangschwerpunkt abweichen. Etwas anders als in Deutschland gestalten sich auch die Vorlesungen, welche eher an einen Schulunterricht erinnern. Außerdem herrscht Anwesenheitspflicht! Zu spät kommen is nich - auch wenn die Busse und Bahnen mal wieder streiken, welches ein beliebtes Hobby in Frankreich zu sein scheint.

Das preiswerte Baguette allerdings, das liebt der Franzose wirklich. So kauft er sich schon gerne fünf davon auf einmal. Nicht alle tragen dann auch einen Mustache und ein quer gestreiftes Shirt dabei, aber was Ersteres angeht, so konnte ich den einen oder anderen meisterlichen Bart entdecken. Auch das Rauchen ist eine große Leidenschaft und verhältnismäßig überdurchschnittlich vertreten. Dem Vorurteil, Franzosen seien ein unfreundliches Volk, kann ich allerdings - zumindest für den Süden Frankreichs sprechend – überhaupt nicht zustimmen. Die Menschen in Toulouse, auch Toulousains genannt, sind sehr hilfsbereit und niemals in Eile.

Svenja Kollenda BW/ Media Management & Werbepsychologie „Es ist besser, voll guten Weines zu sterben als voll Durst.“

Alles in Allem muss man fairer Weise aber sagen, dass sich das Lernpensum im Gegensatz zu akkreditierten Pforzheimer Verhältnissen wirklich in Grenzen hält. Dies hat mir einige Trips rundum Europa und ans Meer ermöglicht. Letzteres ist nur ca. 2 Stunden Autofahrt entfernt. Wie ihr also sehen könnt, gar nicht mal so ein großer Kulturschock. Im Gegenteil, ich konnte viele wertvolle Erfahrungen und Eindrücke in dieser Zeit sammeln. Definitiv habe ich mich verliebt in die Stadt und werde garantiert wieder kommen. Bis dahin verbleibt mir nur ein „Merci, au revoir“.


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werbeliebe e.V. – studentische

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der Quelle gestattet; um ein Belegexemplar wird

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dem Layout-Team für die hervorragende und

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Schreibarbeit, den Korrektoren, Illustratoren und

waren und ihre Finger im Spiel hatten. Beson-

der Erstellung dieser Ausgabe des MD beteiligt

Ein großes Dankeschön geht an alle, die an

Danksagung:

gebeten. Illustrationen:

Diedruckerei.de

Fingerle, Ricarda Halle, Arabella

Max Klose

Hochschule Pforzheim

möglich machen.

Projektleitung: Christine Schwarz

Karin Mahler

Heinold, Dennis Jäger, Max Klose,

Bildrechte:

Werbeliebe e.V./ Marketing Digest Christine

Schwarz,

Rieke

Svenja Kollenda, Josefin Link, Ali-

der,

Strehle

bührt ein großes Lob und ein herzlicher Dank

derer Dank gilt natürlich den Autoren für fleißige

cia Lohr, Maximilian Pohlner, Hanna

Max Klose

Tiefenbronner Str. 65, 75175 Pforzheim

Clausius, Sandra Ehrig, Charlotte

Pudzich, Alina Rüger, Lea Schnei-

Jasmin Höger

Jasmin Höger

Maximilian Pohlner

ENDE.


Die Vernetzung von Studierenden mit ansässigen Unternehmen ist eines der Ziele des WSP-Hochschulservice. Neben Praxis- und Branchenerfahrung wird das Networking immer wichtiger für Ihre Karriere. Wir unterstützen Sie bei der Vermittlung von Jobgesuchen und –angeboten, Praxisund Brancheninfos sowie Unternehmenskontakten im Wirtschaftsraum Pforzheim.

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