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Das Magazin

für junge Aachener

02 | 2018 kostenlos

LEVEL DROP

MITMACH-KIRCHE Ein Bier mit Pia von der JuKi

OBEN LUFT

Festivals in Aachen und Umgebung, zum Beispiel das »Kimiko«

Bootsbauer Mehmet zeigt seine Entwürfe

GLÜCKSGEWINN

Senay aus Eritrea ist in Aachen angekommen

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T N N I W GE

n ngründer e d a L n e g n uch bei ju s « e B u z : e h aserkatze L » s n e h c Sonderrei a Stönner, A y h p o S l e i zum Beisp


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IN TRO

INHALT

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F OT O: KA TJA L A SK A

FOTOS: OBEN LINKS: LUTZ ADORF, OBEN RECHTS: ANJA NOLTE, UNTEN LINKS: MEHMET DURMUS, UNTEN RECHTS: DEUBNER BAUMASCHINEN

\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\ START \\\

LIEBE LESERINNEN UND LESER,

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MAGAZIN

16 MITMACH-KIRCHE

Ein Bier mit Pia Schneider von der JuKi

4 FRAU LÖHRER EMPFIEHLT

26 VOM »TATORT« ZUR ECHTEN POLIZEI Sophie aus Aachen wird bei der Polizei NRW zur Polizistin ausgebildet

LAUFBAHN

Neues und Wiederentdecktes in Aachen

6 AGENDA

Konzerte, Partys und Veranstaltungen in Aachen und Umgebung

8 TITELGESCHICHTE AUF DIE KATZE GEKOMMEN

Sophy und Henric Stönner und ihre Manufaktur »Laserkatze«

10 LADENGRÜNDER

Geschichten junger Aachener, die einen Laden eröffnet haben – und damit erfolgreich sind

20 LEVEL DROP

28 NEBENHER SOZIAL

22 GLÜCKSGEWINN

29 REIHE: WIE BIST DU DAS EIGENTLICH GEWORDEN?

Bootsbauer in Aachen: Mehmet Durmus über seinen Beruf und neue Bootspläne

Deubner Baumaschinen setzt auf internationale Mitarbeiter: wie auf den jungen Senay Luul aus Eritrea

An der FOM Hochschule in Aachen kann man jetzt berufsbegleitend Soziale Arbeit studieren

24 TRENDKUNDE

Diesmal: Myriam Kroll, Kuratorin des Centre Charlemagne

Pia Steinhauer arbeitet beim OnlineMarktforschungsinstitut Dialego

WILLKOMMEN IN DER NEO-KOMMANDOZENTRALE.

25 LERNREISE

Wie funktioniert das eigentlich mit dem Bildungsurlaub?

Impressum Klenkes neo – Magazin für junge Aachener 7. Jahrgang klenkes-neo.de

»

Verlag print'n'press Verlag GmbH Dresdener Straße 3, 52068 Aachen Tel. +49(0)241/9450-111 Fax. +49(0)241/9450-180

Geschäftsführerin: Alexandra Behle p-n-p.de

»

Druck Weiss-Druck GmbH & Co. KG Hans-Georg-Weiss-Str. 7 52156 Monschau Klenkes neo wird gedruckt auf Bilderdruck-Recyclingpapier.

Verantwortlich i.S.v. §8 Landespressegesetz NRW Verantwortlich für den Inhalt: Kira Wirtz, Dresdener Straße 3, 52068 Aachen Tel. +49(0)241/9450-115 kw@klenkes.de

einer meiner vielen Berufswünsche war mal, in der Kommandozentrale der Polizei zu arbeiten. Auslöser war wahrscheinlich die Serie »Alarm für Cobra 11« (gibt es die überhaupt noch?). Da gab es eine Dame, die immer in der Zentrale der Polizeistation saß und von den Herrn Kommissaren angerufen wurde, wenn die nicht weiter wussten. Und sie konnte alles regeln, während sie mit Headphone vor mehreren Bildschirmen saß und alles koordinierte. Das hat mich schwer beeindruckt. Zur Polizei bin ich dennoch nicht – zu klein, zu schissig. Aber warum schreibe ich überhaupt von meinem damaligen schlechten TV-Geschmack? Weil mich die Produktion dieser Ausgabe meinem damaligen Traumberuf ein bisschen näher gebracht hat.

Verantwortlich für den Anzeigenteil: Eva-Maria Wagner Dresdener Straße 3, 52068 Aachen Tel. +49(0)241/9450-117 emw@klenkes.de

An den Schreibtisch gefesselt, habe ich Autoren und Fotografen quer durch die Stadt getrieben. Wieso? Damit wir Euch auch in dieser Ausgabe wieder allerlei Geschichten und Geschichtchen aus Aachen erzählen können. Die Rennerei aller hat sich gelohnt, finde ich. \ Auf die Träume und Schäume

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FOTO: MACEN INAN, ILLUSTRATION BAHAREH OROOJI

\\\ MAGAZIN \\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\

LIEBLINGSKAFFEE

Nicht nur bei Studierenden beliebt: Das Café Stopover in der Milchstraße ist absolut empfehlenswert! Die Kaffeebohnen werden frisch geröstet und mit Bio-Milch zu leckeren Kaffeespezialitäten aus der FAEMA Siebträgermaschine verarbeitet: Beispielsweise der »Wachmacher«, ein Cappuccino mit einem doppelten Schuss Espresso, der wahrscheinlich der Lieblingskaffee aller Nachtschwärmer ist. Hausgemachte Brownies, Zucchinibrot, Waffeln oder Frozen Yoghurt mit verschiedenen Toppings können in den Liegestühlen vor dem Café Stopover in der Milchstraße genossen werden – was für eine Kombination! \

Frau Löhrer ist Studentin und freie Autorin. In Klenkes neo empfiehlt sie Neues und Wiederentdecktes in Aachen und Umgebung.

DESIGN-SPIELSPASS

Memory spielen ist was für Kinder? Nicht mit dem Legespiel des Aachener Designers Max Widdra. Damit kann man nämlich neben dem Spaß am Spielen auch die Stadt Aachen entdecken. Das 72-teilige Memory Legespiel führt einen zu vielen Aachener Sehenswürdigkeit und zeigt 36 verschiedene Motivpaare, die das Stadtbild illustrieren. Mit dabei sind – natürlich – der Aachener Dom, das Rathaus und der Elisenbrunnen, aber auch der Tivoli, die Synagoge und das Super C. Limitiert auf 1.000 Exemplare ist das Spiel bei Mathes am Büchel und bei der Tourist-Info am Elisenbrunnen für 39,95 Euro erhältlich. \

» formsaachen.de

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KLENKES neo \\\ 02-2018

FOTO: SOPHIA LÖHRER

FOTO: SOPHIA LÖHRER

FOTO: STEFAN HENSE

CAFÉ STOPOVER MARIENBONGARD 24 (MILCHSTRASSE) » facebook.com/cafe.stopover

ZWEITE CHANCEN

TRAUMPAAR

SHABBYLAND JAKOBSTRASSE 29-31 » facebook.com/shabbylandaachen

MEI CHOI & UWE BAR PONTSTRASSE 168 » uweklein.bar » meichoi.de

Eine neue, individuelle Secondhandboutique für Aachen: Mit Shabbyland haben Agnieszka Milers und Magdalena Magiera in der Jakobstraße eine Boutique eröffnet, die bunte, fröhliche und farbenfrohe Klamotten verkauft. Wobei – ein richtiger Secondhandladen ist es eigentlich nicht, denn die Ware ist eine Mischung aus 1A-Outletware, Restposten und gebrauchter Kleidung aus England. Und das zu supergünstigen Preisen. Neben Kleidung gibt es Accessoires und Schuhe für Frauen – und eine kleine Ecke für Männer. 99 Prozent der Ware sind Einzelstücke von englischen Marken wie Ted Baker, Marc Spencer, Boden, Anna Field, Forever 21 oder River Island – da muss man schnell sein! \

Die Uwe Klein Bar in der Pontstraße hat Gesellschaft bekommen: Seit Ende April werden hier hausgemachte Nudeln – vom Inhaber des MeiWei, der die leckeren Dumplings am Karlsgraben verkauft – angeboten. Die Mei Choi- Nudeln (lo mien) sind hausgemacht und mit verschiedenen Toppings bestellbar: darunter Gemüse, Fleisch und auch Fisch- und Meeresfrüchte. Und wer schon immer eine typisch chinesische Nudelsuppe probieren wollte, kann auch das hier tun. Ebenfalls die Getränkekarte wurde gehörig mit Cocktails, Special-Shots, Gin Tonics, Weinen und einer Auswahl an Bieren aufgefrischt. \


Unser Öcher StudiStrom

Nie wieder warmes Bier

stawag.de/studistrom

neusite.de

Prüfung bestanden? Ein guter Grund zum Feiern! Um die Getränke kümmert ihr euch, wir uns um den Ökostrom. Zum Beispiel für euren Kühlschrank. Anklicken. Anmelden. Fertig.


A GEN DA 14.-16.6. Das »Fashionclash Fes- 19.6.

»Kino im Dialog« ist zurück und lädt mit Filmen zu entwicklungspolitischen Themen ins Apollo ein. Mit dem Film »Free Speech Fear Free« von Tarquin Ramsay geht es um die Frage des Daseins ohne Rede- und Meinungsfreiheit. 22-24.6. Vor den Toren des Tivolis wird Bier probiert. Auf der »1. Aachener Bierbörse« werden viele bekannte wie auch unbekannte Biersorten zum Probieren bereit stehen. Mit einem Biergarten vorm Tivoli kann man es sich dann mit dem richtigen Bier gut gehen lassen. 22.6. Wer hat Bock auf Techno? Der Club Eden startet eine neue Serie an Techno-Partys mit »Less Than Zero« in Übach-Palenberg

mit Robert Babicz oder Zodiak. Mit DJs aus den Niederlanden, Belgien und Deutschland. 23.-24.6. Das »Kimiko« erobert den Campus: Das einzigartige Festival erstmals auf neuem Terrain. Mehr dazu auf Seite 18. 23.6. Schon mal was vom »Ice Cream Festival« gehört? Naja, ist auch das erste im Freiraum, also nichts wie hin da. Ob Softeis, Slush Eis, Eis am Stiel, Kinder Bueno Eis, hier gibt es nichts, was es nicht gibt. 24.6. Das »19. Multikultifestival« im Kennedypark lädt mit vielen Ständen und Gruppen verschiedener Kulturen ein sich kulinarisch überraschen zu lassen. Auch Organisationen und

Nicht unbedingt immer alltagstauglich, aber durchaus ansehnlich: die gezeigte Mode auf dem »Fashionclash« in Maastricht. Sportvereine bieten Kulturelles aus der Welt an. 29.6. Die »The Rocky Horror Picture Show« kommt auch in diesem Sommersemester wieder an die RWTH. Mit schrillen, überdrehten Szenen, Kostümen und Launen wird der Audimax so richtig aufgeheizt. 30.6. »Kemos Musikkiste« im Mörgens ist wieder zurück. Diesmal im Gepäck ist »The Mighty Sleepwalkers«. Hier geht’s sehr

FOTO: LUTZ ADORF

tival 2018« in Maastricht überzeugt mit ausgefallenen Designs von aufstrebenden jungen Designern und Künstlern. Drei Tage lang Lesungen, Ausstellung und natürlich Fashion Shows. 16.6. Unser liebstes Straßenfest ist wieder da: Nach einem Jahr Pause ist wieder Zeit fürs »Lothringair«. Von 14 Uhr bis 22 Uhr wird auf der Lothringerstraße Stimmung gemacht. Natürlich ist der Klenkes auch mit einem Stand vor Ort. Ab 22 Uhr geht’s dann zur Aftershowparty »Endstation« in den Musikbunker. 16.6. Final Virus kommen mit ihren funkig-groovig-rockig-jazzigen Beats zum Sommerfestival ins Egmont.

FOTO: FASHIONCLASH

KONZERTE, PARTYS UND VERANSTALTUNGEN IN AACHEN

Der Sommer ist ja immer die Festival-Saison, dieses Jahr in Aachen aber umso mehr. Nicht zuletzt durch gleich zwei »Kimiko-Festivals«.

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KLENKES neo \\\ 02-2018


\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\ MAGAZIN \\\ FOTO: WOUTER JANSEN

STREICH IM BUNKER

9.7. Das Kronos Quartet, seit 40 Jahren in den größten und berühmtesten Konzerthallen der Welt zu Gast, kommt in den Musikbunker. Im großen Raum – an diesem Abend dann tatsächlich bestuhlt – gibt das US-amerikanische Streichquartett, das 1973 in Seattle gegründet wurde, ein sehr intimes Konzert. Nur 200 Sitzplätze gibt es. Das Kronos Quartet spielt vor allem zeitgenössische Musik und Stücke aus unterschiedlichen Musikgattungen, zum Beispiel Minimal-Musik, Filmmusik, Jazz und Surf Rock. Das Standartticket für diesen besonderen Abend kostet 60 Euro, das »Solidaritätsticket« 85 Euro. Damit unterstützt man den Musikbunker, der seit Jahren Heimat für viele Aachener Musiker ist und tolle Konzerte in die Stadt bringt. Das Kronos Quartet ist das beste Beispiel dafür. \

13.7.

Pflichtprogramm für jeden Studenten: Die »Schau am Bau« vor dem Bauingenieurgebäude. Um 18 Uhr geht’s los. 17.-19.8. Natürlich findet auch das fast schon klassisch anmutende »Kimiko Festival« rund um das Ludwig Forum wieder statt. Drei Tage, jeweils zehn Stunden Musikprogramm und Festivalstimmung.

FOTO: STADT AACHEN – ANDREAS HERRMANN/PETER KLINGEL

SZENE

FOTO: JANA HALM

Jeden Montag lädt das Apollo zum Alternative Monday, ab 23 Uhr startet die Party mit, na wer kann’s erraten, alternativer Musik. \\\ Jeden Dienstag gibt’s im Freiraum ab 21 Uhr Karaoke, da kann man dann seine Stimmbänder aufwärmen, um danach im Apollo bei Remmi Demmi-Musik ab 23 Uhr laut mitzugrölen. \\\ Jeden Mittwoch lädt das Café Madrid zu seiner legendären Mittwochsparty. Immerhin gibt es die schon seit zehn Jahren. Um 21 Uhr geht’s los. \\\ Jeden Donnerstag kann man zu Reggae&Soul die Hüften schwingen. Das geht natürlich am besten im Hotel Europa ab 23 Uhr. \\\ Jeden Freitag das Feinste hören, bei Fridays Finest ab 19 Uhr im Café Madrid. \\\ Jeden Samstag startet um 6 Uhr im Nightlife die After Hour – der Nachschlag für die Nacht. \\\

FOTO: KIRA WIRTZ

REGELMÄSSIG AUS UND IN DER REIHE TANZEN

1.9.

Der »Europamarkt Aachen 2018 – Kunsthandwerk & Design« bietet rund um den Dom und das Rathaus mit 300 Ständen Design vom Feinsten. Und der Eintritt ist frei!

KARTEN ZU VERANSTALTUNGEN, SEGWAY-TOUREN, RUNDFLÜGEN, THEATER, ALEMANNIA-TICKETS U.V.M. GIBT’S BEI

FOTO: LISA MARIAUX

GLEICH ZWEIMAL »KIMIKO«: 23.+24.6. AUF DEM CAMPUS, 17.-19.8. RUND UMS LUFO

FOTO: LAST EXIT/MARCUS LOOS

experimentierfreudig her mit Sounds aus allen Genres. 30.6. Das erste »Peace on Earth – Death Metal Festival« im AZ bietet in der kühlen Underground Location acht verschiedene Bands, die den Kopf zum Beben bringen werden. 30.6. »Voll aufs Mett!« Im Musikbunker. Die neue Partyreihe serviert zwar kein Mett fürs Brötchen, dafür Mett zum Tanzen.

Im Uhrzeigersinn: Frankreichs Präsident Macron bekommt den »Karlspreis« verliehen, viele fitte Läufer beim B2Run-Firmenlauf, das Last Exit feiert 25. Geburtstag, in der Aula gibt es Gin, Wein und Gefühle und bei der »Future Lab Gala« wird Aachen als Wissenschaftsstandort präsentiert und gefeiert.

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NEO-SZENE

LADENGRÜNDER

AUF DIE KATZE GEKOMMEN

Sophy und Henric Stönner bieten in ihrer Manufaktur »Laserkatze« in der Zollernstraße individuelle Deko- und Designartikel an. Auf dem Weg zum eigenen Geschäft sind sie abgesoffen, haben umgedacht und sind – auch dank viel Rückenwind – doch angekommen. Damit liefern sie ein perfektes Beispiel für eine erfolgreiche Existenzgründung. Und sind somit ein guter Einstieg für unsere Sonderreihe: zu Besuch bei jungen Ladengründern in Aachen.

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VON KATJA LASKA

st das ein Problem, wenn ich hier noch ein bisschen herumwusel? Ich muss noch dieses Alphabet sortieren«, fragt Sophy und legt die Holzbuchstaben in entsprechende Kästchen. Nein, kein Problem. Kommt man zur Tür herein, ist man eh erstmal damit beschäftigt, Lenny gebührend mit Streicheleinheiten zu begrüßen. Er gehört, trotz Hundedaseins, fest zum Team »Laserkatze«. Mit im Boot ist auch Henric, Sophys Bruder. Schon die Auslage im riesigen Schaufenster zeigt es: Hier gibt’s selbstgemachte Deko- und Designartikel. Das Besondere: Alles kommt aus dem Laserschneider. Bilderrahmen,

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KLENKES neo \\\ 02-2018

Schriftzüge, Schlüsselanhänger, Gästebücher oder auch Tortenaufstecker. Hauptsache individuell und handgemacht. Es kommt nichts vom Fließband, nur aus »Las-O-Lord«, dem großen Lasercutter im hinteren Zimmer der Manufaktur. »Das war bisher unsere teuerste Anschaffung während des Abenteuers Selbstständigkeit«, erzählt Henric. Die Zwei, Sophy ist Designerin und Henric Wirtschaftsingenieur, wussten schon früh, dass sie ihre eigenen Chefs sein wollen. »Man ist zwar nicht der Herrscher der Welt, aber man hat schon eine gefühlte Freiheit, die man als Angestellter vermissen könnte«, erklärt Henric. »Damit kommt auch eine gewisse Ungewissheit, aber die macht es auch spannend

und wir haben seit dem ersten Versuch viel dazugelernt.« Die damalige Idee: Eine Schnittstelle zwischen Pinterest und Amazon – »Monticon« – eine Online-Verkaufsplattform für Bastelartikel. Der gewünschte Erfolg blieb aus. Nach sechs Monaten des Gas-Gebens hieß es erstmal »Adieu Eigenes-Chef-Sein«. Mit dem Absaufen des ersten Startups kam aber auch eine wichtige Erkenntnis: Individuell designte Sachen werden von den Leuten geschätzt, nur nicht gemacht. Auch von Henric und seiner Frau. Wie praktisch also, dass die eigene Schwester Designerin ist. Zack wurde sie für die Fertigung der Einladungskarten und Deko für die Hochzeit in Beschlag genommen. Der Startpunkt für die »Laserkatzen«-Reise.


FOTO: LUTZ ADORF

ALLE FOTOS: LUTZ ADORF

\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\ NEO-SZENE \\\ LADENGRÜNDER \\\

Die Geschwister Henric und Sophy haben sich mit ihrem Laden in der Zollernstraße selbstständig gemacht. Mittlerweile haben sie sich vergrößert und eine zweite Produktionsstätte in der Thomashofstraße angemietet.

Ob Papier, Textil, Acrylglas oder Pappe – alles kann im Lasercutter bearbeitet werden. Außer giftige Stoffe, zum Beispiel Plastik oder Styropor.

Sophy und Henric arbeiten zwar zusammen, trotzdem hat jeder seinen Aufgabenbereich. Sie geben zu: »Manchmal kracht’s. Aber nie lange.«

Panik vor einen nächsten Bauchlandung hatten sie dabei nicht, denn dieses Mal sollte es anders laufen: Individualisierung statt Masse, offline statt online und Netzwerk statt Einzelkämpfer. Seit mehr als zwei Jahren sind sie nun schon in der Zollernstraße ansässig. Meist sitzt Henric vorne an einem der beiden Schreibtische und jongliert mit den Geschäftszahlen während Sophy hinten werkelt, bastelt und schneidet. »Die Lage ist schön. Wir wohnen um die Ecke – ich kann praktisch aus der Dusche rein stolpern und in den beiden Räumen kommen Showroom, Produkte und Manufaktur zusammen«, sagt sie. »Die ersten drei Monate waren holprig. Für uns, aber auch für unsere potenziellen Kunden, war alles neu«. Dass sie ihren Onlineshop nur sporadisch befüllen, finden sie nicht tragisch. »Im Netz ist man ein Sandkorn am Strand«, erzählt Henric. In ihren eigenen vier Geschäftswänden pflegen sie den direkten Kundenkontakt, gemeinsam Ideen-Tüfteln, Ausprobieren und auch mögliche Missverständnisse aus dem Weg räumen inklusive. »Es kommt schon vor, dass die Kunden sich etwas anders vorstellen als wir, so können wir schneller reagieren«, sagt Sophy.

»DIE ERSTEN DREI MONATE WAREN HOLPRIG. FÜR UNS, ABER AUCH FÜR UNSERE POTENZIELLEN KUNDEN WAR ALLES NEU« Schnell ist auch mal Winken angesagt, denn viele bekannte Gesichter kommen hier vorbei. Manchmal kommen die Leute auch einfach in den Laden um zu quatschen oder sich umzuschauen. Auch sonst sind sie im Frankenberger Viertel und Aachen in guter kreativer Gesellschaft. »Hier in Aachen gibt es ein sehr engmaschiges Netzwerk. Ob das Digital Hub, die vielen kreativen Freien oder die Designmetropole – hier greift vieles ineinander – das ist schön.« So sind sie als »Laserkatze« schon beim »Handmade Circus« dabei gewesen, haben einem befreundeten Designer geholfen, sein Beleuchtungskonzept auf dem »Niemandsland-Festival« zu realisieren oder Masken für die »Lass ma Tanzen«-Reihe im Musikbunker designt. Ob sie es alleine bis hierhin geschafft hätten? »Wir hatten eine Menge Rückenwind«. Als sie 2016 den dritten Platz bei »AC2

– der Gründungswettbewerb« belegen und 6.000 Euro mit nach Hause nehmen, schießen auch die Eltern einen Teil dazu, um zu helfen. Einen Kredit mussten sie – wie viele andere – nicht aufnehmen. Nachtschichten samt Boden rausreißen, Ikea-Schränke zusammenschrauben und Streichen blieben ihnen trotzdem nicht erspart. »Zum Glück haben wir den Boden gegen einen Kasten Wasser tauschen können.« Bereut haben die Stönner-Geschwister den Schritt bis heute nicht, zwar sind sie nicht die Herrscher der Welt, aber eben ihre eigenen Chefs. Ihr Tipp für Gleichgesinnte: »Teilt Eure Ideen, redet darüber und habt keine Angst vor Ideenklau. Wagt Ihr den Schritt, dann beißt die Zähne zusammen und haltet durch«. Das Beispiel »Laserkatze« zeigt: Es lohnt sich. \

» laserkatze.de 9


NEO-SZENE

LADENGRÜNDER

Leerstand in der Innenstadt, nur noch die großen Ketten können sich halten. Das wird oft gesagt. Und doch, wenn man genauer hinsieht, stimmt das so nicht: In Aachen gibt es zahlreiche junge Menschen, die mit pfiffigen Geschäftsideen Leben in Aachens Einkaufs- und Ausgehszene bringen. Wir haben ein paar von ihnen besucht, sie nach ihren Geschichten gefragt und erfahren, was sie jungen Existenzgründern raten würden. Zusammengestellt von Verena Boden-

stein, Anja Nolte und Christina Rinkens

Cara Stuhlweißenburg

FOTO: UPMACHER

»Café Hase« Triebelsstraße 21 » cafe-hase.de

Heike Tilke »Ich bin eine echte Öcherin: Nach Stationen in Hamburg und München bin ich wieder in Aachen gelandet. Mit meinem Mann und unserem zweijährigen Sohn lebe ich im Frankenberger Viertel, im April habe ich dort meinen Laden mit Ausgewähltem für Kinder und Erwachsene eröffnet.

Concept Store »Little Something« Haßlerstraße 8 » littlesomething.de

Ein normaler Bürojob ist auf Dauer nicht das Richtige für mich – ich kann einfach nicht lange stillsitzen. Nachdem ich das passende Ladenlokal gefunden hatte, ging alles ganz schnell. Die Vorbereitung hat vier Monate gedauert, das Handwerkszeug habe ich mir angelesen und ich wähle Produkte aus, die ich auch selbst kaufen würde. Der erste Monat lief viel besser als erwartet, daher bin ich zuversichtlich, dass ich das mit dem Laden wuppen werde. Das Timing ist nämlich nicht ganz so ideal – ich bin schwanger.«

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KLENKES neo \\\ 02-2018

FOTO: LUTZ ADORF

ALS ARCHITEKTIN LIEBE ICH EINFACH SCHÖNE DINGE UND BESONDERES DESIGN.


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\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\ NEO-SZENE \\\ LADENGRÜNDER \\\

»Mit dem Businessplan habe ich einfach mal so angefangen, ohne zu wissen, ob ich das jetzt nur für mich mache oder ob das wirklich was werden könnte. Spontan beim AC2 -Gründerwettbewerb eingereicht, bin ich dann unter die besten gekommen und habe das erste Mal gedacht, dass das vielleicht doch keine Schnapsidee ist, dass das vielleicht doch was werden könnte. Dann habe ich das Ladenlokal gefunden – ganz klassisch über eine Zeitungsanzeige –, in Eigenregie mit der Hilfe von Familie und Freunden umgebaut und plötzlich war ich Café-Besitzerin.

NATÜRLICH STAND ICH AUCH MANCHMAL WIE EIN OCHS VORM BERG UND WUSSTE NICHT, WIE DAS ALLES LAUFEN SOLL.

Für mich waren die größten Herausforderungen das plötzliche Chefsein von einem Team – und das selbst erst mit Mitte 20 – und der Umgang mit Kritik. Dabei kommen eigentlich nur nette Kunden zu uns, aber als der erste Salat zurückging, musste ich schon schlucken. Ich bin unfassbar dankbar für die Wertschätzung von allen Seiten. Ich war und bin einfach bereit, mein ganzes Herzblut in das Café zu stecken. Das, Struktur und Ehrgeiz und die Bereitschaft, anderes zurückzustellen, ist wichtig. Man ist halt selbst und ständig gefragt und muss bereit sein, alles zu geben.«

MODE. MÖBEL. MEHRWERT.

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In Kooperation mit

Ein Museum der

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\\\ NEO-SZENE \\\ LADENGRÜNDER \\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\ FOTO: UPMACHER

Carolin Meisel

Pilates-Studio »MeinPilates« Lothringerstraße 106 » meinpilates-aachen.de

Ricardo Lambertz (Mitte)

Café/Catering »Vierundneunziggrad«

Stanislav Avezov (rechts) klassischer Herrensalon »Baderknechte« Hirschgraben 7

WIE BIST DU ÜBERHAUPT AUF PILATES GEKOMMEN? »Ich habe erst eine Ausbildung zur Logopädin gemacht, weil ich unbedingt was mit Menschen machen wollte. Ich habe auch in dem Beruf gearbeitet, aber irgendwann gemerkt, dass mir irgendetwas fehlt. So habe ich dann angefangen, abends Pilates-Kurse zu besuchen und später auch selbst zu unterrichten.

PILATES IST EINFACH GENAU MEIN DING.«

HAST DU DIE EIGENE STUDIOERÖFFNUNG LANGE GEPLANT? »Nein, das ging alles sehr schnell. Ich hatte gerade ein Gründerseminar besucht und im Schwedenurlaub meinen Businessplan geschrieben, da erzählte mir eine Freundin, dass ein Raum frei ist. Und schon habe ich mein erstes Studio in der Jakobstraße eröffnet. Das war am 11.11.2011. Seit 2013 habe ich jetzt mein Studio im Frankenberger Viertel.«

FOTO: UPMACHER

» vierundneunziggrad.de » baderknechte.de

Nadine Röver-Eilmes, Kim Kaschke

Friseursalon »Haarschneider und Räuber« Bismarckstraße 1 » haarschneider-raeuber.de

WAS WÜRDEST DU JUNGEN GRÜNDERN RATEN? »Dass man einfach was finden muss, was man wirklich richtig gerne macht und das einem auch einfach liegt. Dass man für das, was man da plant, auch wirklich brennt. Dann ist man selbst die beste Werbung fürs eigene Produkt.«

»ALS PAAR EINEN BETRIEB ZU ERÖFFNEN, IST RISKANT, ABER WENN MAN WIE WIR DIESELBE LEIDENSCHAFT SO SEHR TEILT, DAS BESTE, WAS MAN MACHEN KANN. MAN SOLLTE SICH ALS JUNGUNTERNEHMER BEWUSST SEIN, DASS EIN STARKER RÜCKHALT ALLES BEDEUTET.« 12

KLENKES neo \\\ 02-2018


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\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\ NEO-SZENE \\\ LADENGRÜNDER \\\

T: +49 (0)241-400 698 5

»Die Leute sollen sich trauen, den Aachenern was Neues zu zeigen.

WENN JEMAND EINE TOLLE IDEE HAT, SOLLTE ER SICH NICHT DAVOR SCHEUEN, SIE AUCH UMZUSETZEN.

Sandkaulstrasse 69 | D-52062 Aachen

Das ist wichtig, auch gerade hier in Aachen. Ein Aachener ist schwer zu überzeugen, gerade am Anfang kann das eine Herausforderung sein. Man muss am Ball bleiben und wenn man das geschafft hat, dann läuft’s.«

Jacob FOTO: LUTZ ADORF

Medrea SA 19. MAI

21.00 UHR // MULTIINSTRUMENTALE ONE-MANSHOW / BEATBOX / RAP

The Mighty

Sleepwalkers SA 30. JUNI

21.00 UHR // NEW ACOUSTIC MOVEMENT / FUNKY BEATS

Die peinlichsten

Lieblingssongs FR 06. JULI

21.00 UHR // GROSSE ABSCHIEDSPARTY // VON UND MIT MITGLIEDERN DES ENSEMBLES

FACEBOOK.COM/MORGENS.THEATERAACHEN/ THEATER AACHEN WWW.THEATERAACHEN.DE

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\\\ NEO-SZENE \\\ LADENGRÜNDER \\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\ WANN HAST DU ENTSCHIEDEN, EINEN EIGENEN LADEN AUFZUMACHEN? »Während meines Studiums habe ich in einem Graffiti-Laden gejobbt, der einem Freund gehörte. Als er mit seinem Laden nach Essen gegangen ist, habe ich in der Franzstraße ein eigenes Geschäft eröffnet. Das Studium – ich habe Bauingenieurwesen studiert – habe ich ein Jahr später an den Nagel gehängt.« WEIL GLEIS 8 SO GUT LIEF? »Weil es nichts Schöneres gibt, als das zu machen, was man liebt. Allein vom Laden zu leben, wäre schwierig, aber mit dem Gesamtpaket geht’s. Ich gebe Workshops und mache Auftragsarbeiten.« DEINEN STORE GIBT ES SCHON SEIT 2013. GAB ES MOMENTE, IN DENEN DU AUFGEBEN WOLLTEST?

»DAS SCHWIERIGSTE IST TATSÄCHLICH, AM BALL ZU BLEIBEN.

Aufgeben wollte ich aber nie. Seit einem halben Jahr gibt es uns an der Theaterstraße in einem größeren Laden. «

Danyel Kocar

FOTO: LUTZ ADORF

»Gleis 8 Store«, Theaterstraße 83 » gleis8store.com

Sarah Bien (links) Brautmodengeschäft »White Concepts«

Mit der Bar Cantona habe ich mir keinen lang gehegten Männer-Traum erfüllt. Ich bin in meinem Beruf als Event-Manager einfach irgendwann an einen Punkt gekommen, an dem mir klar wurde, dass das nicht das sein kann, was ich machen werde bis ich Mitte 60 bin. Und als Aachener fand ich es schon immer schwer, nette Lokale zum Ausgehen zu finden. In einer anderen Stadt hätte ich vermutlich keine Bar eröffnet, aber ich wusste, dass das in Aachen funktionieren kann.«

»Wedding Design« Neupforte 11

» white-concepts.de » kristinahoefler.de

FOTO: LUTZ ADORF

ICH MUSS MIT DEN LEUTEN SELBST AUCH EIN BIER TRINKEN GEHEN KÖNNEN.

Kristina Höfler (rechts)

Roman Petersen (rechts)

»Die Bar Cantona« Bismarckstraße 47 » diebarcantona.de

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KLENKES neo \\\ 02-2018

»Es passiert so schnell, dass du den Überblick verlierst – finanziell gesehen. Also Geld ausgeben, ist ja immer leicht. Das Geld zu halten oder den Überblick zu behalten, ist super schwer. Das ist auch wirklich was, das einem langanhaltend – bis heute – immer wieder schlaflose Nächte bereiten kann.

ES IST WICHTIG, DASS MAN SICH PERSONEN SUCHT, DIE EINEM HELFEN UND DAS RICHTIG GUT KÖNNEN.

FOTO: UPMACHER

«Auf dem Foto sieht man einen Teil unseres Teams. Insgesamt sind wir inzwischen 18 Personen, inklusive meiner Mutter. Mein Kriterium bei der Auswahl:

Ein Steuerberater zum Beispiel, der einem auch mal auf die Finger haut, wenn man Unterlagen vergessen hat einzureichen oder einem bei Investitionen und Planungen berät.«


BURG WILHELMSTEIN

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FOTOS: LINKS: THOMAS KAROLZYK, RECHTS: DAVID GERARDS

\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\ Freilichtbühne Würselen

27.07. Naturally 7

03.08. Max Mutzke & Monopunk Malcolm Kemp organisiert im Mörgens die Reihe »Kemos Musikkiste«.

KEMOS KISTE

16.08. European Outdoor Film Tour

Seit der Spielzeit 2017/2018 lädt »Kemos Musikkiste« regelmäßig zum etwas anderen Abend ins Mörgens des Theater Aachen ein. Malcolm »Kemo« Kemp, Komponist am Theater Aachen und Organisator der Konzertreihe, über das Konzept, kommende Konzerte und peinliche Lieblingssongs. WAS FÜR EIN KONZEPT STECKT HINTER »KEMOS MUSIKKISTE«? Wir möchten mit »Kemos Musikkiste« eine neue Bühne für Bands schaffen. UND WARUM IN EINEM THEATERRAUM? Das ist das Besondere. Das Mörgens bietet dafür viele Möglichkeiten. Es ist eben keine Kneipe oder Konzerthalle, wo man Liveauftritte erwarten würde. Hier kann man viel mit Visuals, Licht und Aufbau experimentieren. Das Publikum sitzt drumherum und der Künstler spielt mitten drin. Wer möchte, kann aber auch frontal zum Publikum spielen. Die Künstler wie das Publikum können sich einfach austoben. KLINGT VIELFÄLTIG. WER HATTE DIE IDEE? Das Ganze ist eher zufällig entstanden. Ich habe mit meiner Theatermusik-Band und Bruno Valentim einen Improvisationsabend samt Musik und Visuals veranstaltet. Das hat riesigen Spaß gemacht und kam gut an. Inge Zeppenfeld, unsere Chefdramaturgin, schlug vor, daraus eine Reihe zu etablieren. Seitdem veranstalten wir die »Musikkiste« regelmäßig.

HEY HEY, JUNEBUG IN A JAR ODER AUCH GRUNDRAUSCHEN – ALLES BEKANNTE AACHENER – WAREN SCHON IM MÖRGENS. WONACH SUCHST DU DIE KÜNSTLER AUS? Es ist ganz simpel: Ich möchte gute Bands haben, die auch gut performen. Ansonsten habe ich keine Kriterien, nach denen ich aussuche. So hatten wir zum Beispiel auch schon Jakob Medrea, einen Beatboxer aus Köln oder den griechischen DJ Mononome zu Gast. WIE SIEHT ES DA MIT DEINEM PERSÖNLICHEN MUSIKGESCHMACK AUS? Der ist sehr vielseitig. Da gilt eigentlich das gleiche wie bei »Kemos Musikkiste«: Ich lege mich auf kein Genre fest. Hauptsache es gefällt mir. WELCHES GENRE HÖREN WIR ALS NÄCHSTES? Am 30. Juni kommen The Mighty Sleepwalkers, die akustischen Groove-Pop machen. Am 6. Juli singen Schauspieler des Theaterensembles ihre peinlichsten Lieblingslieder. Das wird sicher sehr lustig. Dabei sind Luana Bellinghausen, Ognjen Koldzic und Tim Knapper. Aber auch Simon Rußig, Hannes Schumacher und Katja

Zinsmeister trauen sich ans Mikro. Für die Drei wird es eine Abschiedsparty, da sie nach dieser Spielzeit das Theater verlassen. Weiter geht's nach der Spielzeitpause im Oktober mit meinem eigenen, ganz neuen Musikprojekt, das ich seit Jahren mal wieder völlig losgelöst vom Theater im Rahmen von »Kemos Musikkiste« realisiere. Ich habe Stücke für Streichquartett und Elektronik geschrieben. Vier MusikerInnen aus dem Sinfonieorchester bilden das Streichquartett, dazu spiele ich Klavier und Gitarre. DU SCHAUSPIELERST MITTLERWEILE AUCH IMMER MAL WIEDER SELBST IN STÜCKEN ... Ab und zu kommt das vor, aber geplant war das so nicht. Ich wurde dafür so ein bisschen missbraucht (lacht). Ich bin kein gelernter Schauspieler, deswegen bin ich auch glücklich, wenn ich mich im Hintergrund halten und ganz der Musik widmen kann. \ KLA 30.6. »KEMOS MUSIKKISTE PRÄSENTIERT THE MIGHTY SLEEPWALKERS« 20 UHR, MÖRGENS, THEATER AACHEN » theateraachen.de

29.06. Knacki Deuser Summerclub

Comedy-Burgtradition

27.07. Naturally 7

Both Sides Now

27.07. Ein Eifel-Krimipicknick Mord mit Aufschnitt

03.08. Max Mutzke & Monopunk

04.08. Marialy Pacheco

„Duets“ mit Joo Kraus, Olvida Ruiz und Rhani Krija

18.08. Maria Serrano Memorias

24.08. Herbert Pixner Projekt Electrifying music from the alps

25.08. Christoph Titz & Band feat. Astrid North Frobeat

31.08. Götz Alsmann & Band ... in Rom

01.09. Jürgen B. Hausmann Wie jeht et? – Et jeht!

07.09. Tingvall Trio Cirklar

08.09. Wilfried Schmickler Kein zurück!

19.07. 26.07. 02.08. 16.08.

Open-Air-Sommerkino: Die Pariserin Three Billboards outside Ebbing, Missouri Mamma Mia: Here we go again European Outdoor Film Tour + weitere Filme

Infos & Tickets: www.burg-wilhelmstein.com Medienpartner:


EIN BIER MIT … PIA SCHNEIDER

MITMACH-KIRCHE

Jugendliche gehen hier ein und aus, immer wieder werfen neugierige Passanten einen Blick in die umgestaltete »Junge Kirche« an der Herzogstraße. JuKi-Leiterin Pia Schneider erzählt uns, was diesen Ort besonders macht, warum es hier unsagbar guten Kaffee gibt und wie Kirche heute sein muss, um im Alltag anzukommen. FOTO: ANJA NOLTE

INTERVIEW: ANJA NOLTE

IM OKTOBER 2016 WURDE IN DER DREIFALTIGKEITSKIRCHE DIE »JUKI« DER EVANGELISCHEN KIRCHENGEMEINDE ERÖFFNET. EIN BESONDERER ORT FÜR GLÄUBIGE JUGENDLICHE? Wir sind hier, um allen Jugendlichen einen Ort zu geben, an dem sie ankommen können, an dem sie sich wohlfühlen und sich ausprobieren können. Und das gelingt. Es gibt einige, die sagen, mit Kirche und Glauben hätten sie nichts am Hut. Aber sie kommen trotzdem täglich her und gestalten mit. Das finde ich großartig. Wenn die

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Jugendlichen feststellen, da ist jemand, mit dem man reden kann, dann kommen irgendwann auch die Fragen: Pia, du glaubst doch nicht an die Bibel? Und: Gott ist doch ein Placebo, oder? Wir fördern den Austausch, ohne zu missionieren. Ich bin nicht hier, um jedem einzubläuen, Jesus liebt dich. EUER MOTTO LAUTET: KIRCHE IST, WAS DU DRAUS MACHST. WIE KÖNNEN SICH DIE JUGENDLICHEN EINBRINGEN? In der JuKi wird gelebt – das heißt, wir arbeiten, lernen, spielen, kochen, essen und beten zusammen. Die »JuKi« ist ein Lebensraum, ein

KLENKES neo \\\ 02-2018

Ort der Gottesbegegnung und der Gemeinschaft. Für mich bedeutet das, dass die jungen Leute hier mit ihren Ideen eine grundsätzliche Wertschätzung erfahren und sie Stärken, Kreativität und Begeisterung entwickeln können. Deswegen entstehen hier Projekte, die ihnen wirklich am Herzen liegen. Wir geben den Rahmen vor oder setzen inhaltliche Impulse, alles andere kommt von den Jugendlichen selbst. ZUM BEISPIEL? Die erste MediaChurch-Veranstaltung, die sich unsere Jugendlichen ausgedacht haben: Fifa-Turnier

und Wii zocken auf drei Großleinwänden. Sie haben sich um alles gekümmert und eine Nachtschicht eingelegt, bis alles perfekt war. Ich musste im Grunde genommen nur noch den Raum aufschließen und am Ende den Preis überreichen. Aber auch bei der Gestaltung von Gottesdiensten steigen sie so tief in die Materie ein, dass ich immer wieder überwältigt bin. Im November gab es einen Jugendgottesdienst zum Thema Loslassen – unsere Jugendlichen haben ein Konzept aufgesetzt und Texte geschrieben, auf die mancher Pfarrer neidisch wäre. Sie trauen sich, Herz zu zeigen,


»KIRCHE DARF SICH NICHT EINIGELN, SIE MUSS FÜR DEN MENSCHEN DA SEIN.« und dass sie das hier bei uns machen, ist ein riesiges Kompliment. FÜR VIELE IST KIRCHE JA GLEICHBEDEUTEND MIT DEM SONNTAGSGOTTESDIENST. WIE SIEHT DEINE VISION AUS? Ich glaube nach wie vor, dass die klassische Kirche in schwierigen Lebensphasen eine wichtige Rolle spielt, ein Rahmen, der hilft. Genau wie Gebete, etwa das Vaterunser zu sprechen, wenn man selbst keine Worte mehr hat. Aber: Die Kirche hat für viele kaum noch Relevanz im Alltagsleben. Die Frage ist doch: Warum gehen die Menschen nicht mehr hin? In England gibt es die Bewegung »Fresh X«, die ich sehr inspirierend finde: Sie orientiert sich wieder an den Bedürfnissen der Menschen. So sind ganz viele tolle Projekte entstanden in Problemvierteln, in Wohnzimmern, in Sportvereinen. Diese Welle schwappt langsam rüber. Es gibt ein Tattoo-Studio in Oldenburg, in dem Gottesdienste gefeiert werden. Kirche darf sich nicht einigeln, sie muss für den Menschen da sein. WELCHE ROLLE SPIELT DER GLAUBE FÜR DICH? Ich werde oft gefragt, ob ich protestantisch, evangelisch oder katholisch bin. Ich sage immer, ich bin Christ. Der Glaube hält mich zusammen. Ich weiß, dass ich versagen darf, dass da jemand ist, der mich auffängt. DU BIST JETZT SEIT ZWEI JAHREN »JUKI«-PROJEKTLEITERIN. BIST DU ZUFRIEDEN MIT DEM, WAS DU ERREICHT HAST? Die »JuKi« ist eine Komm-Kirche mit funktionierender Jugendarbeit, 20 bis 35 Jugendliche kommen in der Woche zu uns. Eine Basis von etwa zehn bis 15 Leuten arbeitet ganz regelmäßig mit. Das sind jedoch fast ausschließlich die 13- bis 17-Jährigen von der benachbarten Viktoriaschule. Ich würde mir wünschen, dass wir noch

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stärker wahrgenommen werden als eine Kirche, bei der alle mitmachen können. Wir organisieren zwei Mal im Jahr eine Kleidertauschparty und den Poetry-Slam, es gibt auch Graffiti-Projekte, Konzerte und Yoga, um möglichst viele und unterschiedliche junge Menschen zu erreichen. DIE DREIFALTIGKEITSKIRCHE WURDE DAFÜR AUFWÄNDIG RENOVIERT UND UMGEBAUT ... Oh ja, wir haben eine Heizung, eine teilmobile Küche, moderne Licht- und Tontechnik, Wände als Projektionsfläche und vor allem vernünftige Toiletten, auf die wir sehr stolz sind (lacht). Als ich hier anfing, gab es noch keinen Boden und die Kabel hingen aus der Wand. Die Umbauzeit habe ich für Aufbau- und Netzwerkarbeit genutzt. UND DAFÜR, UM IN AACHEN RICHTIG ANZUKOMMEN? Nach meinem Bachelor in Religionspädagogik und Gemeindediakonie habe ich mehrere Jahre in Mainz gelebt, da wegzugehen, hat schon echt was bedeutet. Aber ich bin so froh, dass ich es gemacht habe: Ich hatte noch nie eine Stelle, die so herausfordernd ist und bei der ich gleichzeitig so viele Freiheiten habe und eigene Akzente setzen kann. Ohne mich gäbe es hier zum Beispiel keine gute Kaffeemaschine (lacht). Die »JuKi« soll ein klassischer Third Place für die Jugendlichen sein – nach ihrem Zuhause und der Schule. Eine unserer Ideen: noch mehr in Richtung Cafébetrieb zu gehen oder ein Lerncafé einzurichten. Aber das ist noch Zukunftsmusik. \ »JUNGE KIRCHE AACHEN« DREIFALTIGKEITSKIRCHE, HERZOGSTRASSE 2A DI-FR 14-17 UHR » juki-aachen.de » facebook.com/ JungeKircheAachen

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FESTIVAL? CHECK!

Im Juni gibt’s erstmals den Ableger des »Kimiko«-Festivals. Was ist bei »Kimiko – Isle of Campus« geplant? FOTO: PIXABAY

SAMSTAG, 23.6. ISLAND-STAGE 14.30 UHR: DIE RICHTIGEN 16 UHR: KATORTZ 18 UHR JAMARAM 22 UHR: FABER ISLE OF CULTURE-STAGE 13.30 UHR: I FINTON 17 UHR: DAS PUMPENPACK 19 UHR: DEWOLFF ELECTO PALM TENT 17 UHR: TANZBAR & SAMBAKE 18 UHR: YOUNOTUS 19.30 UHR: ANTE PERRY 21 UHR: CHRIS BRID & SVENØN 22.30 UHR: KASHEW

SONNTAG, 24.6. ISLAND-STAGE 13.30 UHR: THE RADIO BROADCAST 15.30 UHR: FARAH RIELI & BAND 17.30 UHR: RAY TEMPLE 19.15 UHR: TURBOSTAAT 21.30 UHR: PATRICE ISLE OF CULTURE-STAGE 14.30 UHR: IMPERIAL TUNFISH 16.30 UHR: NEUFUNDLAND 18.30 UHR: GÖTZ WIDMANN 20.30 UHR: SOOKEE ELECTO PALM TENT 17 UHR: SVENØN & TANZBAR 18.30 UHR: PARRA FOR CUVA 20 UHR: CHRIS BRID & UPPERCUT 22 UHR: CHRIS BRID & UPPERCUT & SVENØN & KASHEW

WIE TEUER? Der »FestivalPass« für das ganze Wochenende kostet 38,50 Euro. Studenten zahlen 34,50 Euro. Der »DayPass«, der für einen Tag gilt, ist für 21,50 Euro zu haben, Studenten zahlen ermäßigt 18,50 Euro. ESSEN? Auf dem Gelände kann man sich an verschiedenen Foodtrucks mit typischem Essen aus dem Dreiländereck versorgen – deutsche Currywurst, niederländische Frikandel speziaal oder auch belgische Fritten. Wie wäre es mit den veganen Burgern von Lola Paroli direkt aus dem Frankenberger Viertel oder den leckeren Dumplings von Mei Wei am Karlsgraben?

UND SONST? Im Zelt »The Knowledge«, organisiert von Sos-Events, dreht sich alles um die Themen Wissenschaft, Karriere, Jobeinstieg und Arbeitalltag. Experten der RWTH, des Fraunhofer Instituts und aus Unternehmen wie Inform stehen Rede und Antwort, bieten Workshops an und laden zur Diskussionsrunden ein. Ab 20 Uhr wird hier das Deutschlandspiel gegen Schweden gezeigt. Mit an Bord sind außerdem wieder – wie auch beim »Kimiko« im LuFo – die Carolus Thermen »Viva con Aqua«. \ 23.+24.6. »KIMIKO – ISLE OF CAMPUS« AB 12 UHR, CAMPUS MELATEN, CAMPUS BOULEVARD 30 » campus.kimiko-festival.de

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Deine Ausbildung, Deine Zukunft! 555.000 KUNDEN ...SIND TÄGLICH EINE HERAUSFORDERUNG Mit einer Ausbildung • zum/zur Verwaltungsfachangestellten • zum/zur Verwaltungswirt/in • zum Bachelor of Laws (Duales Studium) bei der StädteRegion Aachen beginnt dein Berufseinstieg in ein modernes Arbeitsfeld, das vielfältiger nicht sein kann. Ob Personalwesen, Soziales und Integration, Gesundheitsmanagement oder Katastrophenschutz: Unser Aufgabenspektrum ist abwechslungsreich! Wir bieten dir eine qualitative Ausbildung mit sehr guten Übernahmechancen. Du bist vielseitig interessiert, verantwortungsbewusst und kommunikativ? Dann bewerbe dich jetzt online unter www.staedteregion-aachen.de/ausbildung

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Aktive Region

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KLENKES neo \\\ 02-2018

Nachhaltige Region

BildungsRegion

Soziale Region


\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\ MAGAZIN \\\ DIE OPEN AIR-SAISON IST ERÖFFNET. EINE KLEINE ÜBERSICHT, WAS SONST NOCH SO IN AACHEN UND DER REGION PASSIERT … »SOMMER AUF BURG WILHELMSTEIN« Die Veranstalter fahren auch dieses Mal auf und bieten im Sommer gleich zwanzigmal Vergnügen unterm Zeltdach. Was auf der Burg die letzten Jahre über ankam, ist auch 2018 wieder dabei: Götz Alsmann, Frau Höpker, Jürgen B. Hausmann, Naturally 7, Maria Serrano, Max Mutzke, Konrad Beikircher oder Knacki Deuser. Auch Marialy Pacheco ist wieder dabei. Zusätzlich gibt es natürlich auch wieder das Open Air-Kino. \ 25.5.-8.9. » burg-wilhelmstein.com »LOTHRINGAIR« Das »Lothringair« ist mehr als nur ein Straßenfest. Nachdem letztes Jahr aus finanziellen Gründen eine Pause eingelegt werden musste, verwandelt sich die ganze Lothringerstraße wieder für einen Tag in eine Festival-Meile: verschiedene Stände, Musik-Acts,

Tanzperfomances, Lesungen und Ausstellungen sind geplant. \ 16.6. » lothringair.de »LES ARDENTES« Mitten im Grünen, nahe der Lütticher Innenstadt treten auf drei Bühnen in diesem Jahr unter anderem Lil Pump, den man mit seinem »Gucci Gang« Song weltweit kennt, das US-amerikanische RapTrio Migos, Massive Attack, Skepta, Wiz Khalifa und die Künstlerin Angele auf. Nicht nur die Künstler kommen aus aller Welt in die Region. Auch kulinarisch gibt es eine Auswahl von den verschiedenen Kontinenten. \ 5.-8.7.

» lesardentes.be »SUMMER JAM« Beim »Summer Jam« am Fühlinger See in Köln dreht sich alles um entspannte Musik. Hier gibt es

das Beste aus Reggae, Dancehall und Hip Hop. Das Motto: »Enjoy music and Vibes« wird also zum Programm. Es treten unter anderem Afrob ft. Tribes of Jizu, Gentleman, Lary und Marteria auf. Auch abseits der beiden Hauptbühnen wird Programm geboten. \

wieder Programm. Elektrisierend also. Auf drei Areas in Erkelenz gibt’s Electro, House, Techno und Hardstyle zu hören. Doch nicht nur auf dem Festivalgelände wird gefeiert, auf dem Camping Platz geht es vor der Electricity Stage weiter. \

6.-8.7. » summerjam.de

10.+11.8. » electrisize.de

»TOLLROCK-FESTIVAL« Zum 16. Mal steigt das IndieRock-Festival in Nideggen. Das Besondere: Hier wird den großen Namen der Szene gehuldigt – es treten Tribute-Bands auf. Diesmal gibt es unter anderem Cover von The Offspring, Red Hot Chili Peppers oder Linkin Park zu hören. \

»KLEINSTADTECHO« Alte Bekannte, neue Location. Frei nach dem Motto »Raus aus der Realität und Kurzurlaub für den Kopf« findet erneut das Festival »Kleinstadtecho« statt. Dieses Mal wird das Tuchwerk im Stüverweg in der Aachener Soers bespaßt. Das Programm mit Live-Musik, Kunstausstellung, Kleinkunstbühne ist ein Fusionsprojekt von Ratatam Records, The Base e.V. und dem Poebel. \

6.+7.7.

» tollrock.de »ELECTRISIZE« Seit neun Jahren ein Erfolg und auch dieses Jahr ist der Name

25.+26.8.

» facebook.com/kleinstadtecho ANZEIGE

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KLENKES NEO

LAUFBAHN

FOTO: MEHMET DURMUS

RUND UM AUSBILDUNG UND BERUF

LEVEL DROP

Mehmet Durmus erklärt Klenkes neo, was genau eine Ausbildung zum Bootsbauer besonders macht, warum er sich als Bootsbauunternehmer für den Standort Würselen entschieden hat und welche Hindernisse es zu überwinden gilt.

W

VON VERENA BODENSTEIN

as für andere etwas Außergewöhnliches darstellt – vor allem in einer wasserlosen Stadt wie Aachen –, war für Mehmet Durmus (30) seit jeher ganz normal. Er wuchs schließlich mit dem Beruf des Bootsbauers auf. Sein Vater ist auch einer und übt den Beruf bis heute aus. Das Klischee, dass die Aachener Umgebung nicht für den Bootsbau geeignet wäre, entkräftet Mehmet Durmus direkt. Allein in seiner Straße in Würselen, wo er wohnt und sich der Standort seines Unternehmens befindet, wohnen fünf Bootsbesitzer. Die Kunden befänden sich hier und zum Bootebauen brauche man zunächst kein Gewässer – nur eine Halle zum Bauen.

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KLENKES neo \\\ 02-2018

Doch für Mehmet war trotz seines familiären Hintergrunds nicht zwangsläufig klar, dass er selber in die Fußstapfen seines Vaters treten und sich darüber hinaus noch selbstständig machen würde. Alles beginnt mit seiner Leidenschaft fürs Handwerk, die schnell erkennen ließ, dass die Ausbildung zum Bootsbauer die richtige für ihn sein könnte. Er rät auch allen zukünftigen Interessenten, auf ihre Handwerklichkeit zu achten. Wer gerne etwas erschafft, auch wenn es mal länger dauert, und durch das Gestalten und Formen nicht abgeschreckt wird, ist als Bootsbauer geeignet. Mehmet begann daher die Ausbildung zum Bootsbauer und entschied sich vier Jahre nach seinem Abschluss für ein aufbauendes Studium zum Handwerksdesigner an der Akademie

Gut Rosenberg. Ermutigt wurde er von einem Freund, der bereits an der Akademie studierte und ihm das Studium nahelegte. Das Studium, welches einen Ausbildungsabschluss voraussetzt, gab ihm das zusätzliche Knowhow und das nötige Werkzeug zum Bootsbauunternehmer. Von seinen hervorragenden Leistungen während des Studiums zeugt der »Rosenberger Designpreis«, welchen er für seine Abschlussarbeit »Drop«, ein Paddelboot, erhielt.

SICH ALS UNTERNEHMER BEWEISEN

Perfekt ausgebildet und unglaublich engagiert trifft man Mehmet Durmus heute in seinen Büroräumlichkeiten in Würselen wieder. Derzeit plant er sein erstes eigens designtes Motorboot, für welches er sich einen straffen


FOTO: MEHMET DURMUS

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Mehmet am Arbeitsplatz. Bevor es an den handwerklichen Bau eines Bootes geht, muss erst die technische Planung erfolgen.

FOTO: MEHMET DURMUS

Mit einer Skizze fängt alles an: Im Januar 2019 soll das fertige Motorboot »lvl 26« auf der »boot Düsseldorf« präsentiert werden.

Zeitplan gesetzt hat. Bereits im Januar 2019 soll »lvl 26« – Abkürzung für Level – auf der Messe »boot Düsseldorf« zu sehen sein. Ein wirklich ambitioniertes Ziel, da er allein für den Entwurf, der gerne mal ein Jahr in Anspruch nimmt, nur wenige Monate brauchte. Mehmet Durmus gewährt Einblick in seine Entwürfe und erklärt, dass das zukünftige Boot der Nachfolger seiner Abschlussarbeit »Drop« sein wird. Auffällig ist die »Schnittigkeit« des zukünftigen Motorboots, die ebenfalls für Laien klar erkennbar ist und bereits beim Modell des Paddelboots »Drop« ausgezeichnet wurde. Das Motorboot weist vorne eine spitz zulaufende Kante auf, die in einfacher Form auch beim Paddelboot zu erkennen ist. Diese Kante, erklärt Durmus, ist dafür vorgesehen, das Wasser zu teilen und somit schwerloses Gleiten durch Gewässer zu ermöglichen. Ein beeindruckender Entwurf, der bis zur Fertigstellung noch viel Planung und Arbeit in Anspruch nimmt. Durmus muss als junger Unternehmer einiges beachten und mögliche Hindernisse aus dem Weg räumen. Zum Beispiel die Kostenkalkulation. Schnittige Motorboote sind nämlich eine kostspielige Angelegenheit. Nicht nur in der Anschaffung, auch in der Herstellung. Kredite aufnehmen oder Investoren suchen, muss deshalb sein. Ein weiteres

AUFFÄLLIG IST DIE »SCHNITTIGKEIT« DES ZUKÜNFTIGEN MOTORBOOTS, DIE EBENFALLS FÜR LAIEN KLAR ERKENNBAR IST UND BEREITS BEIM MODELL DES PADDELBOOTS »DROP« AUSGEZEICHNET WURDE. Hindernis spielt natürlich auch das Material. Aussparungen können hierbei zu gravierenden Fehlern führen und ein Riss im Objekt könnte den Wert stark beeinträchtigen. Auch der spätere Verkauf muss durchdacht sein. Die Konkurrenz ist groß und eine gebotene Plattform, um sein Boot zu präsentieren und eventuell zu verkaufen, ist im wahrsten Sinne Gold wert. Doch hierin liegt, laut Mehmet Durmus, auch der Reiz. Bereits in der Ausbildung lernt man, ein mögliches Hindernis nach dem anderen aus dem Weg zu räumen, um sein Projekt zu realisieren. Als Unternehmer ist das nicht anders und das macht auch die Herausforderung aus. Eine Plattform hat Mehmet Durmus bereits im Januar 2019 mit der »boot Düsseldorf« am Stand der Akademie Gut Rosenberg. Man darf also gespannt sein auf das fertige, nächste »Level«. \

» primeyard.de

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FOTO: DEUBNER BAUMASCHINEN

GLÜCKSGEWINN

Rolf Deubner setzt in seinem Unternehmen Deubner Baumaschinen auf gute Mitarbeiter. In dem jungen Flüchtling Senay Luul aus Eritrea hat er einen gefunden. VON KATJA LASKA

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olen, Vietnam, Kroatien, Togo – die Aufzählung könnte noch weitergehen, denn die etwa 60 Mitarbeiter bei Deubner Baumaschinen stammen aus 15 verschiedenen Nationen. Unter ihnen ist auch Senay Luul. Der 20-Jährige kam auf Umwegen in den Aachener Betrieb und macht dort jetzt eine Ausbildung zum Fachelektriker. »Jeder verdient eine Chance«, sagt Geschäftsführer Rolf Deubner. Es ist eigentlich ganz simpel. Die Firma, die Deubner nun in dritter Generation führt, »hat einfach Glück mit Menschen gehabt«, erzählt Deubner, während er in seinem Büro im ersten Stock in der Schönebergstraße sitzt. Da war nach dem Zweiten Weltkrieg sein Großvater Berndt, der die Firma als Trümmerverwertung ins

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KLENKES neo \\\ 02-2018

Leben rief, und sein baltischer Landsmann Herr Sacken, der ihm als Vorarbeiter half. Dann kamen in den 1980er/90er Jahren sein Vater und der Bosnier Herr Ademovic, die das Unternehmen weiter nach vorne brachten. Nun sitzt Rolf Deubner mit im Chefsessel und hofft natürlich auch auf einen treuen Weggefährten. Einer der Anwärter ist sicher Senay Luul. NACHWUCHSFÖRDERUNG Deubner ist immer auf der Suche nach gutem Nachwuchs. Der muss drei Sachen mitbringen: Fleiß, Technikinteresse und deutschen Grundwortschatz. »Als die Flüchtlingswelle nach Deutschland kam, dachte ich mir, unter den anderthalb Millionenen Menschen, sind bestimmt viele intelligente und fleißige sein. Die haben eine Chance verdient«, sagt Deubner. Er

behält Recht. Senay überzeugt ihn in der einen Woche, in der er zur Probe arbeitet und die Baumaschinen reinigt. Schnell wird klar: Der Junge säubert nicht nur zuverlässig, sondern hat auch Ahnung von Technik. »Er hat schon damals den Ölstand der Maschinen gecheckt und auch verstanden, wenn es irgendwo einen Wackelkontakt gab«, erinnert sich Deubner. Das war 2015 und Senya 17 Jahre alt. »Er war kein typischer 17-Jähriger. Zurückhaltend, höflich und verantwortungsbewusst. Wollte sogar Überstunden machen.« Der junge Mann ist gerade dabei, sich zum Fachelektriker ausbilden zu lassen. Zwei Tage in der Woche verbringt er nun in der Berufschule, sitzt im Mathe-, oder Englischunterricht und lernt die fachbezogene Theorie für seinen späteren Job. Die restlichen Tage verbringt er damit, Elektrowerkzeuge,


FOTO: DEUBNER BAUMASCHINEN

\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\ LAUFBAHN \\\ Rolf Deubner (rechts) zusammen mit seinem Team. Er sagt: »Unsere Firma hat einfach Glück mit Menschen gehabt.«

Tischsägen und andere elektrische Maschinen zu warten, zu reparieren und wieder in Schuss zu bringen. Und außerdem ist Senay Teil des Teams. Wo anfangs mit Händen und Füßen kommuniziert wurde, wird jetzt fließend Deutsch gesprochen. MITTELMEER-UMWEG Bis hierhin war es für den Eritreer kein einfacher Weg. Begonnen hat dieser vor etwa fünf Jahren, als ihn das eritreische Militär als Minderjährigen einziehen wollte. Überstürzt flieht er auf Anraten seiner Familie alleine aus dem Land. Es folgen zwei Jahre voller Ungewissheit und Umwege. Er reist nach Äthiopien, in den Sudan und über Ägypten nach Israel, um dort bei Verwandten unterzukommen. Dort bekommt er kein Aufenthaltsrecht und so beginnt schließlich die Reise von vorne. Durchschlagen ist angesagt. Senay gerät – erneut über Äthiopien und Sudan wieder in Ägypten angekommen – an eine

Schleuserbande. Kidnapping und Gelderpressung inklusive. »Als er es bis nach Libyen schafft, steigt er in ein Boot und hofft einfach zu überleben.« Die Chancen stehen fünfzig zu fünfzig, doch Senay geht das Risiko bewusst ein. »Man muss es einfach so sagen: Er hatte aus seiner Sicht nicht viel zu verlieren«. Heute kann man es sagen: Er hat gewonnen. Und auch Rolf Deubner hat gewonnen.

Einen treuen, engagierten Mitarbeiter. Wie es nach Senays Ausbildungsabschluss weitergehen soll, ist noch nicht klar. Nur: Es geht weiter. »Unsere Zusammenarbeit beginnt dann erst. Wo sie endet. ist völlig offen. Es gibt keine Grenzen«. \

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TRENDKUNDE

N

ach ihrem Wirtschaftspsychologieund Marketingstudium in Köln stieg Pina Steinhauer als Trainee bei dem Aachener Unternehmen Dialego mit Sitz in der Karmeliterstraße ein. »Der klassische Marktforscher ist eigentlich Soziologe, ich bin in gewisser Weise eine Quereinsteigerin«, erzählt die Junior Project Managerin. Um in der Marktforschung zu arbeiten, sollten man Statistiken mögen, Affinität für Daten und Zahlen und ein gewisses Interesse für das Verhalten von Menschen haben. All das erfüllt sie – Quereinstieg geglückt. Als Vollservicedienstleister arbeitet Dialego für Unternehmen, die zum Beispiel für ein neues Produkt eine Marktforschungsstudie durchführen lassen wollen: Wenn zum Beispiel ein Schokoladenhersteller eine neue Sorte auf den Markt bringen will, will dieser durch eine Studie herausfinden, ob die neue Sorte auf dem Markt Chancen hat, das heißt von den Konsumenten akzeptiert und gekauft werden würde. »Meine Aufgabe als Junior Project Managerin besteht darin, ein Projekt von A bis Z zu leiten«, erzählt Pina Steinhauer. »Unternehmen kommen mit einer neuen Idee und einer Anfrage zu mir. Unser Team entwickelt ein Angebot und einen Fragebogen passend zur Fragestellung rund um die neue Idee.« Anschließend wird die gewünschte Zielgruppe aus dem Dialego-Panel – ein Pool von Menschen – eingeladen, um an der Studie teilzunehmen. Diese füllen den Fragebogen dann aus. Im Dialego-Panel sind keine »Berufspanelisten«, also solche, die mit der Teilnahme an Marktforschung ihr Geld verdienen – sondern nur Menschen, die Lust haben, in gewisser Weise ein neues Produkt mit zu entwickeln. »So wird die Qualitätskontrolle in der Marktforschung

FOTO: SOPHIA LÖHRER

Seit knapp drei Jahren arbeitet Pina Steinhauer (28) bei dem Online-Marktforschungsinstitut Dialego in Aachen. Wie das ihr Einkaufsverhalten verändert.

»ES IST SPANNEND, EINE DER ERSTEN ZU SEIN, DIE NEUE INNOVATIONEN MIT KREIERT.«

Pia Steinhauer läuft seit ihrem Quereinstieg beim Online-Marktforschungsinstitut Dialego mit einem anderen Blick durch den Supermarkt.

gesichert,« erzählt die Dialego-Mitarbeiterin. Abschließend wird dann alles ausgewertet und in einem Ergebnisbericht die Daten für den Kunden aufbereitet. Die schönsten Kunden sind für Pina Steinhauer die FMCG-Kunden (Fast Moving Consumer Goods), mit unterschiedlichen Produkten aus dem Lebensmittelbereich sowie Kosmetik- und Pflegeprodukten. »Es ist spannend,

eine der ersten zu sein, die neue Innovationen und Produktlaunches mit kreiert. So läuft man auch sofort mit einem anderen Blick durch den Supermarkt.«. \ SLO

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Bildungsurlaub. Hört sich doch gut an. Doch wer hat überhaupt Anspruch darauf und wie funktioniert das Ganze? Hier ein Überblick. WER HAT ANSPRUCH? Alle Arbeitnehmer, außer Beamte Auszubildende

sechs Monate nach Bestehen des Beschäftigungsverhältnisses genommen werden.

WIE VIELE TAGE STEHEN EINEM ZU? Bei einer Vollzeitbeschäftigung gilt: fünf Tage pro Jahr. Es können allerdings auch die Ansprüche aus zwei Jahre zusammengefasst werden. Das macht dann zehn Tage in einem Jahr. Für Auszubildende gilt: insgesamt fünf Tage. Aber nur während einer Ausbildung für politische Bildung.

WER ZAHLT? Der Arbeitgeber. Zumindest teilweise. Bildungsurlaub wird wie bezahlter Urlaub vergütet. Die Veranstaltung muss allerdings selbst gezahlt werden.

WELCHE FRISTEN GIBT ES? Die Antragstellung muss bis spätestens sechs Wochen vor Kursbeginn beim Arbeitgeber vorliegen. Falls der Arbeitgeber den Antrag ablehnt, muss er das innerhalb von drei Wochen tun. Der Bildungsurlaub kann frühestens

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WELCHE VERANSTALTUNGEN KÖNNEN BESUCHT WERDEN? Politische und berufliche Weiterbildungen stehen zur Wahl. Auch Sprachkurse sind möglich. Die Mindestdauer beträgt drei Tage am Stück oder fünf Tage in Wochen-Intervallen. Es müssen täglich mindestens sechs Unterrichtsstunden stattfinden und der Veranstaltungsort darf maximal 500 Kilometer von der NRW-Landesgrenze entfernt sein. Diese Beschränkung gilt nicht für Seminare an Gedenkstätten des Nazi-Terrors.

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UND SONST? Es gibt Einschränkungen: So können bis zu zwei Tage betriebliche Fortbildung auf den Bildungsurlaub angerechnet werden. In Betrieben bis 50 Beschäftigte wird jährlich nur ein Bildungsurlaub für zehn Prozent der Beschäftigten gewährt. In Betrieben, die weniger als zehn Mitarbeiter haben, besteht kein Anspruch auf Bildungsurlaub. Der Chef kann den Bildungsurlaub ablehnen, wenn er triftige Gründe hat. Zum Beispiel, wenn einige Kollegen zur selben Zeit Urlaub haben. Er muss den Bildungsurlaub dann aber zu einem anderen Zeitpunkt genehmigen. \ WEITERE INFOS: » bildungsurlaub.de » weiterbildungsguide.test.de » bildungswerkaachen.de ZUSAMMENGESTELLT VON JANA HALM

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VOM »TATORT« IM ERSTEN ZUR ECHTEN POLIZEI

Seit fast zwei Jahren macht die 20-jährige Sophie eine Ausbildung zur Polizistin bei der Polizei NRW. Doch wie läuft das Duale Studium eigentlich ab und was muss man für diese besondere Ausbildung alles mitbringen? Unsere Autorin Larissa Baumsteiger hat bei der angehenden Ordnungshüterin nachgehakt. WAS WIRD FÜR EINEN AUSBILDUNGSPLATZ BEI DER POLIZEI VORAUSGESETZT? Voraussetzung ist das Bestehen des dreitägigen Einstellungstests. Innerhalb dieser Tage stehen zum Beispiel PC-Tests an, die unter anderem Intelligenztest, Gedächtnistest und Rechtschreibtest beinhalten. Zudem gibt es eine ärztliche Untersuchung, bei der die Polizeidiensttauglichkeit festgestellt wird. Zuletzt findet das mündliche Auswahlverfahren der Polizei, das Assessment-Center, statt. Dort werden unter anderem Multitasking-Fähigkeiten geprüft und in Form von Rollenspielen Konfliktsituationen nachgespielt, die zu lösen sind. Anschließend werden in einem Interview noch offene Fragen zur Person gestellt. Wenn alle Tests bestanden sind, wird ein Rangordnungswert festgelegt, der über die Eignung zum Studium entscheidet.

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WIE LÄUFT DIE AUSBILDUNG AB? Das Duale Studium ist in drei Aufgabenbereiche unterteilt. Zum einen gehe ich zur FH, der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung in Köln, an der ich meine Ausbildung als Polizistin am Ende mit dem Titel »Bachelor of Arts« beende. Sechs bis acht Wochen im Jahr sind wir beim Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten in Brühl. Hier wird der theortische Teil praktisch trainiert. Bei der Wache West in Aachen absolviere ich meine Praktika. Hier arbeite ich im Schichtdienst und begleite meine Tutorin auf Streife. WIE LÄUFT DAS TRAINING IN BRÜHL AB? Ein Trainingstag in Brühl fängt in der Regel um 7 Uhr morgens an. Wir lernen den Umgang mit Waffen, dem Einsatz-Mehrzweck-Stock – besser unter Schlagstock bekannt

KLENKES neo \\\ 02-2018

– und haben neben dem praktischen Einsatztraining unter anderem auch Lauf-, Schwimm- und Fahrsicherheitstraining. WIE FÜHLT ES SICH AN, MIT EINER ECHTEN WAFFE ZU SCHIESSEN? Bei meinem ersten Schuss war ich super aufgeregt. Mir macht der Schießstand sehr viel Spaß, trotzdem wünsche ich mir, niemals in einem Einsatz schießen zu müssen. GUCKST DU DEN TATORT IM ERSTEN? Na klar, am liebsten gucke ich den »Tatort« aus Münster oder den aus Köln oder Dortmund. Aber Parallelen zur echten Welt gibt es eher wenige. Da scheitert es unter anderem an dem taktischen Vorgehen der Kommissare. Polizisten trennen sich generell nicht von ihrem Streifenpartner und gehen nie auf eigene Faust los.

WAS MACHST DU IN DEINER FREIZEIT? Ich gehe drei Mal die Woche zum Fußball-Training. Ansonsten engagiere ich mich ehrenamtlich im Tierheim und betreue die Gruppe »Animal Protectors«, in der wir Kinder und Jugendliche über eine artgerechte Tierhaltung und über Tierversuche aufklären. IN WELCHEM BEREICH WILLST DU NACH DEINER AUSBILDUNG BEI DER POLIZEI ARBEITEN? Ich weiß es noch nicht so genau. Es gibt so viele Bereiche bei der Polizei, die mich interessieren und noch viel mehr, von denen ich noch nichts wusste. Vielleicht gehe ich später in ein Kriminalkommissariat. Auf jeden Fall würde ich nach meiner Ausbildung gerne erstmal in Aachen bleiben. \

» aachen.polizei.nrw


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SCHOKOLADE MACHT WELTWEIT KARRIERE Es gibt viele Gründe, für Lindt zu arbeiten. Einer der wohl besten Gründe ist tatsächlich das Gefühl, das sich einstellt, wenn man Teil der Familie wird. Wir nennen dieses Gefühl den Lindt Spirit, und er entsteht aus vielen verschiedenen Facetten wie Leidenschaft, Vertrauen, Teamgeist, Vielfalt, Respekt, Verantwortung, Individualität, Offenheit und Engagement. Herzlich willkommen!

Vor knapp zwei Jahren hat Sophie die dreistufige Aufnahmeprüfung der Polizei bestanden und ist seitdem eine von über 500 Studierenden in ihrem Jahrgang. Zwischen Schichtdienst, FH und Fußballtraining bleibt am Ende sogar noch Zeit für ehrenamtliche Arbeiten.

AUSBILDUNG BEI DER POLIZEI VORAUSSETZUNGEN FÜR DIE EINSTELLUNG u DEUTSCHE ODER EINE EU-STAATSBÜRGERSCHAFT (AUSNAHMEN SIND MÖGLICH) u ZUM EINSTELLUNGSTERMIN (1. SEPTEMBER) DAS 37. LEBENSJAHR NOCH NICHT VOLLENDET u GESUNDHEITLICH FÜR DEN POLIZEIDIENST GEEIGNET u MINDESTGRÖSSE (FRAUEN UND MÄNNER): 163 CM u ABITUR ODER EINEN ALS GLEICHWERTIG ANERKANNTEN BILDUNGSSTAND, U.A. FACHHOCHSCHULREIFE / EINEN MEISTERBRIEF IM HANDWERK / EINE ABGESCHLOSSENE MINDESTENS ZWEIJÄHRIGE BERUFSAUSBILDUNG UND EINE DREIJÄHRIGE BERUFSTÄTIGKEIT u ENGLISCHKENNTNISSE LEVEL B1 u DEUTSCHES SPORTABZEICHEN IN BRONZE MIT EINER ALTERS-

ABHÄNGIGEN AUSDAUERLAUFDISZIPLIN u DEUTSCHES RETTUNGSSCHWIMMABZEICHEN IN BRONZE ODER DAS DEUTSCHE (JUNGEND-)SCHWIMMABZEICHEN IN GOLD BEWERBEN VOM 4. JUNI BIS ZUM 8. OKTOBER 2018 ONLINE FÜR DAS JAHR 2019 (STUDIENBEGINN 1. SEPTEMBER 2019) » genau-mein-fall.de DIE PERSONALWERBUNG IN AACHEN IST UNTER FOLGENDER MAILADRESSE ZU ERREICHEN: personalwerbung.aachen@ polizei.nrw.de

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NEBENHER SOZIAL

Die FOM Hochschule in Aachen bietet zum kommenden Wintersemester auch ein ausbildungs- und berufsbegleitendes Studienangebot im Hochschulbereich »Gesundheit & Soziales«. Die BachelorStudiengänge »Soziale Arbeit« und »Gesundheitspsychologie und Medizinpädagogik« starten im September 2018.

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er Studiengang »Soziale Arbeit« vermittelt breites Fachwissen, um soziale Herausforderungen in den unterschiedlichsten gesellschaftlichen Bereichen zu lösen oder diesen präventiv zu begegnen. Auf dem Studienplan stehen Grundlagen der Pädagogik, Psychologie und Soziologie ebenso wie Fragen zur Finanzierung und zum Marketing im sozialen Sektor. Zu den Handlungsfeldern der Sozialen Arbeit zählen Beratung, Begleitung und Konfliktmanagement, Kinder-, Jugend- und Altenarbeit, zudem übergreifende Handlungsfelder wie Erziehung und Bildung. Die Absolventinnen und Absolventen des Bachelor-Studienganges »Soziale Arbeit« sind nach

erfolgreichem Abschluss und Erbringung des geforderten Praxisanteils berechtigt, die Berufsbezeichnung »staatlich anerkannter Sozialpädagoge« bzw. »staatlich anerkannter Sozialarbeiter« zu führen. Der Studiengang wird im Abend- und Samstag-Studium angeboten. Die Vorlesungen finden demnach zwei- bis dreimal in der Woche abends statt und 14-tägig am Samstag. »Dieses Zeitmodell bietet die Möglichkeit, sich berufsbegleitend ganz auf das Studium zu konzentrieren«, so Carola Schröder, Geschäftsleiterin des Aachener FOM Hochschulzentrums. Mit dem Studiengang »Soziale Arbeit« reagiert die FOM auf

steigenden Fachkräftemangel bei der Unterstützung benachteiligter Menschen in ihrem Alltag. »Technische und strukturelle Entwicklungen im Gesundheits- und Sozialbereich erfordern Spezialisierung und die Ausdifferenzierung von Berufsbildern der Branche. So sind in den letzten Jahren zahlreiche neue Berufe entstanden. Aber auch der Bedarf an etablierten Fachkräften wie Sozialpädagogen und Sozialarbeitern ist im Bereich der Rehabilitation oder auch zunehmend in der interkulturellen Integrations- und Flüchtlingshilfe gewachsen«, so Schröder. \ ADV.

9.6.+14.7. INFOVERANSTALTUNGEN ZUM BACHELOR-STUDIUM IN DEN GESUNDHEITSSTUDIENGÄNGEN 10.30 UHR, FOM HOCHSCHULZENRUM, TECHNOLOGIEZENTRUM AM EUROPAPLATZ 5.6+3.7. INFOVERANSTALTUNGEN ZUM BACHELOR-STUDIUM IN DEN GESUNDHEITSSTUDIENGÄNGEN 18 UHR, FOM HOCHSCHULZENRUM, TECHNOLOGIEZENTRUM AM EUROPAPLATZ JEWEILS KOSTENFREI ANMELDEN BEI: carola.schroeder@fom.de » fom.de.

Fotografie: stocksy.com

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Wie bist Du das eigentlich geworden? Myriam Kroll, M.A., Kuratorin des Centre Charlemagne – Neues Stadtmuseum Aachen, gebürtige Aachenerin. Seit 2013 arbeitet sie hauptberuflich für das Museum am Katschhof zwischen Dom und Rathaus. ERKLÄRE DEINEN JOB Neben der Betreuung der Dauerausstellung entwickeln und realisieren wir zwei Wechselausstellungen pro Jahr für das Centre Charlemagne. Dies bedeutet, man muss ein interessantes stadthistorisches Thema finden, dann intensiv dazu recherchieren, Exponate suchen, Experten befragen, Texte schreiben und mit den Gestaltern zusammen eine Ausstellungsarchitektur umsetzen. WIE BIST DU DAS GEWORDEN? Ich habe ganz klassisch Kunstgeschichte in Aachen und den Niederlanden studiert, aber schon seit Ende der 1990er Jahre freiberuflich für verschiedene Museen gearbeitet. Es ist sehr schwierig, eine Festanstellung in einem Museum zu bekommen, es gibt viele gute Bewerber und wenig freie Stellen. Ich hatte das große Glück, dass es sich bei dem Centre Charlemagne um eine Museumsneugründung handelte und eine Kuratorin dringend gesucht wurde. ERZÄHL MAL VON DEINEM UNVERGESSLICHSTEN NEBENJOB Neben meiner Tätigkeit im Museum unterrichte ich noch Kunstwissenschaften an der FH

für Gestaltung. Jedes Semester ein neues Seminar anbieten zu dürfen, um den Studierenden die teilweise sperrige zeitgenössische Kunst näher zu bringen, ist auch für mich oft eine spannende Herausforderung. DEIN ULTIMATIVER TIPP FÜRS BERUFSLEBEN Es ist schwer, auf Anhieb den richtigen Arbeitsplatz zu finden. Man darf keine Angst vor Entscheidungen haben. Wenn man sich in einem Berufsfeld oder in einem Team nicht wohl fühlt: mutig sein, Bewerbungen schreiben und nicht aus Furcht vor neuen Herausforderungen unglücklich in dem alten Job verharren. \ 9.6.-30.9. NEUE AUSSTELLUNG IM CENTRE CHARLEMAGNE: »UNS GEHÖRT DIE STADT! KIDS, KUNST UND KRAWALL IN AACHEN« RUNDGANG DURCH VERSCHIEDENE JUGENDKULTUREN IM WANDEL DER ZEIT » centre-charlemagne.eu

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WHAT HE SAID?

Klenkes neo – Magazin für junge Aachener

Ich muss gestehen: Schon in der Schule lagen mir Fremdsprachen nicht. VON KIRA WIRTZ

A

FOTO: PIXABAY

ber ich habe sie alle probiert. Angefangen mit Latein – wie ich das Latinum bekommen habe, ist mir immer noch schleierhaft –, weiter ging es mit Englisch – von der Direktorin höchstpersönlich unterrichtet und zwar so, dass von Anfang an kein Spaß aufkam. Dann kam Französisch – das klingt zwar super gut, aber auch nur, wenn man mit 15 gewillt ist, neben den lateinischen und englischen auch noch französische Vokabeln zu lernen und man generell der Meinung ist, alle Lehrer hätten einen auf dem Kieker. Ich war in keiner der drei Sprachen so richtig schlecht. Aber auch nie wirklich gut. Gestört hat mich das damals nicht. Nächster Versuch: Spanisch. Da dachte ich mir: »Das gehst du ganz anders an, Kira. Diese Sprache wird die deine!« Nun ja, sagen mir mal so: Ich kann mich noch vorstellen und beim Bäcker Brötchen und in der Kneipe Bier bestellen, mehr nicht. An der Uni dann ein letzter Versuch eine neue Sprache zu lernen. Nur hatte ich nicht damit gerechnet, wie überlaufen die Sprachkurse sind. Weil ich aber unbedingt in diesem einen Semester meine Sprachkenntnisse aufpolieren wollte und mich nicht auf eine Warteliste für Italienisch setzten

lassen wollte, nahm ich das, was noch frei war: Gebärdensprache. Das war super, zumindest das erste Semester und dann wurde es Hölle kompliziert. Irgendwann nach dem Studium, als ich nicht mehr ganz so arm war, fing ich an zu reisen. Nicht diese

»Ich bin für drei Monate weg«-Urlaube, aber zumindest Städtetrips und Kurzurlaube. Und da bemerkte ich, wie schlecht meine Sprachkenntnisse wirklich waren. Zwar konnte ich meistens die Leute im Ansatz verstehen, aber eine kluge Antwort folgte eigentlich nie. »Du hast doch auch seit der Schule nie mehr gesprochen«, floskelte mein Freund häufig. »Ich sag ja immer, lass die Serie doch auf Englisch gucken!« Boah näh, dieses penetrante »Ich guck das auf Englisch, weil ich die Synchronstimmen nicht ertrage«, ertrage ich nicht. »Tja Kira, ich hab es Dir schon in der Schule gesagt, von nix kommt nix«, trällert mir meine Mutter ins Ohr, die

Service

übrigens Übersetzerin von Beruf ist und jede Sprache liebt. Also überwinde ich mich und schaue 14 Staffeln »Greys Anatomy« halt noch einmal auf Englisch. Wäre doch gelacht, wenn ich das nicht schaffen würde. Und vielleicht finde ich ja auch eine spanische Telenovela, die so banal ist, dass ich es verstehe. Und im Urlaub versuche ich auch so oft es geht über meinen eigenen Schatten zu springen. Das kann allerdings auch in die Hose gehen, wie ich kürzlich im Ägypten-Urlaub feststellen musste. In der Hotelbar unterhielt sich mein Freund mit einem älteren Pärchen, das ihn offensichtlich bat ein Foto von ihnen zu machen. Ich hörte nur Bruchstücke der Sprache, es war offensichtlich kein Deutsch, soviel war mir klar. Um mich in das Gespräch einzubringen, biete ich also auf Englisch an, das Foto zu knipsen, immerhin sei ich auch die bessere Fotografin. Ich, ziemlich stolz auf meine schnelle, witzige Antwort. Die anderen offenbar auch komplett überrascht. Keiner sagt was, alle schauen mich mit offenen Mündern an. »Kira, was machst Du da für einen Quatsch?« fragt mein Freund mich vollkommen irritiert. »Die Leute sprechen kein Englisch. Die sind aus Österreich.« \

Herausgeber Josef Heinrichs Sekretariat/Verwaltung Martina Welz (Tel.: -111), Miriam Schwarz Chefredaktion Kira Wirtz Redaktion Christina Rinkens (Leitung), Katja Laska Redaktionelle Mitarbeit Lutz Adorf, Larissa Baumsteiger, Verena Bodenstein, Germain Hadasch, Jana Halm, Sophia Löhrer, Lisa Mariaux, Anja Nolte, Bahareh Orooji – Advertorials und Pressetexte sind mit adv. gekennzeichnet. Grafik und Layout Malte Pferdmenges Titelfoto Lutz Adorf Anzeigen Manfred Sukrow Tel. +49(0)214/9450-132 msu@klenkes.de Eva-Maria Wagner (Anzeigenleitung) Tel. +49(0)241/9450-117 emw@klenkes.de Artur Dunat Tel. +49(0)241/9450-116 adu@klenkes.de Vertrieb Richard Mariaux (Tel. -112), Natascha Zähl Klenkes-Veranstaltungen und Medienkooperation Richard Mariaux (Tel. -112) Anzeigenpreisliste und Mediadaten werden auf Wunsch zugeschickt. Es gilt die Anzeigenpreisliste Nr. 7 vom November 2017. Die durch den Verlag gestalteten Anzeigen sind urheberrechtlich geschützt und dürfen nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Verlages weiter verwendet werden. Keine Haftung für unverlangt eingesandte Manuskripte, Zeichnungen, Fotos etc. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit schriftlicher Genehmigung des Klenkes. Alle Urheberrechte verbleiben beim Verlag. © 2018 print'n'press Verlag

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