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Das Magazin

für junge Aachener 06 | 2019 unbezahlbar

ICH HEB AB!

Mit vollem Karacho in die Luft: Hobby Segelfliegen

NICE!

Von der FH ins eigene Design-Studio

GUTES HERZ

JUNG & FIT

Die 22-jährige ­Personal ­Trainerin Gini Kinzel ­startet durch

Laurids Elsing hilft­ Menschen, wieder an sich selbst zu glauben

R U T L U K

N I L L E B E R

haus. r e i l e t A r ne as Aache möchte. d n t r g e t e i s l i e t g k rennpun stwelt be B n u n K e l e a i i d z r so ohner fü w Mitten im n A e i d Ana Sous n i r e t i e L Wie


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IN TRO

INHALT

TO :

SI M O N W I R T Z

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FO

FOTOS: OBEN LINKS: UPMACHER, OBEN RECHTS: VERENA BODENSTEIN, UNTEN LINKS: UPMACHER, UNTEN RECHTS: NICENICENICE

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LIEBE LESERINNEN UND LESER,

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MAGAZIN

LAUFBAHN

4 SHOPPING IN ­A ACHEN

22 »FEIERABEND GIBT ES BEI MIR NICHT«

Unsere Tipps für den Einkaufsrausch fernab der großen Ketten

6 KUNSTREBELLIN

Ana Sous über ihre Mission, die sozial Schwachen für Kunst zu begeistern

9 MITMACHEN

Die Initiativen »Queerreferat« und »BridgeEurope«

11 RAUS MIT EUCH!

Was man zur kalten Jahreszeit in Aachen und Umgebung unternehmen kann

­Die 22-jährige Personal Trainerin Gini Kinzel hilft Menschen, alles aus sich herauszuholen

24 KREATIVE ­SELBERMACHER

­Das Aachener Designer-Duo Katrin und Jean-Marie hat frische Ideen

26 TIPPS: UNTERNEHMEN GRÜNDEN ­Christian Laudenberg von der Gründerregion Aachen gibt Tipps für Start-Ups

28 PROFILER SUZANNE

­Trainerin, Dozentin und Autorin Suzanne Grieger-Langer über Manipulation

29 PAINTBALL MIT DEM PROF

­Prof. Dr. Christian Dechêne von der Europäischen Fachhochschule

30 PARTY, PARTY, PARTY! ­neo-Redakteurin Verena Bodenstein über ihr Partyleben als Studentin

14 »ICH HEB AB!«

Die Fliegergruppe an der RWTH über Freiheit und Selbstvertrauen

IMPRESSUM

16 SOZIALE ADER

Klenkes neo – M ­ agazin für junge Aachener

Street-Worker Laurids Elsing erzählt von seiner Arbeit mit Suchtkranken

7. Jahrgang klenkes-neo.de

» 

Verlag print'n'press Verlag GmbH Dresdener Straße 3, 52068 Aachen Tel. +49(0)241/9450-111 Fax. +49(0)241/9450-180 Geschäftsführerin: Alexandra Behle p-n-p.de

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Druck Weiss-Druck GmbH & Co. KG Hans-Georg-Weiss-Str. 7 52156 Monschau Klenkes neo wird gedruckt auf Bilderdruck-­Recyclingpapier. Verantwortlich i.S.v. §8 ­Landespressegesetz NRW Verantwortlich für den Inhalt: Kira Wirtz, Dresdener Straße 3, 52068 Aachen Tel. +49(0)241/9450-115 kw@klenkes.de

Verantwortlich für den ­Anzeigenteil: Eva-Maria Wagner Dresdener Straße 3, 52068 Aachen Tel. +49(0)241/9450-117 emw@klenkes.de

ziemlich erstaunt war ich, als heute morgen zum ersten Mal in diesem Winter das Eiskratzen anstand. Klar, das ist keine Überraschung, aber trotzdem rechnet man nie wirklich damit. Ja, es wird wieder kalt, aber auch gemütlich, denn schon bald strahlen uns wieder Lichterketten in den Straßen an, und Weihnachtsmärkte ziehen uns mit ihrem Duft nach Glühwein und Gebäck in den Bann. Die schöne, besinnliche Weihnachtszeit. Genau die richtige Zeit, wie ich finde, uns mal zu fragen, warum wir eigentlich das alles machen, was wir machen. Damit wir später gutes Geld verdienen können und einen gewissen Lebensstandard erreichen? Klar, keine Frage. Weil unsere Arbeit uns erfüllen soll? Im Idealfall schon. Aber vielleicht geht da noch mehr. Vielleicht können wir gut verdienen, einen erfüllenden Job haben, und dabei noch anderen helfen, näher zu sich selbst zu finden, sich (neu) zu entdecken, ein besseres Leben zu führen. So wie unsere Titelheldin Ana Sous, die im Atelierhaus mitten im sozialen Brennpunkt mit der Mission angetreten ist, die Anwohner für Kunst zu begeistern und ihnen damit neue Welten zu öffnen. Oder Personal Trainerin Gini Kinzel, die jeden Morgen aufsteht, damit ihre Kunden durch Sport und Motivation zu ganz neuen ­Menschen werden können. Und wir so?

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MAGAZIN \\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\

Frau Löhrer ist Studentin und freie ­Autorin. In ­Klenkes neo empfiehlt sie Neues und ­Entdecktes in Aachen und Umgebung.

LE CHIEN ESSENTIALS »Le chien« heißt auf deutsch der Hund. Und was hat das mit den hochwertigen Lederwaren der Aachener Designerin Grete Sprungala zu tun? Ganz einfach, die Taschen und Portemonnaies sollen genauso treue Gefährten sein, wie die flauschigen Vierbeiner. Preislich können es die Taschen auf jeden Fall mit einem Rassehund aufnehmen. \ » le-chien-essentials.com

KULTURÜBERBLICK

FOTO: JOMAGREAN.COM

Manchmal hat man weder Bock auf Netflix, noch auf die Ponte. Und im Kino läuft irgendwie auch nichts. Also, stellt sich die Frage: was läuft eigentlich so in Aachen? Einen guten Überblick mit praktischer Suchfunktion bietet euch der online-Kulturkalender der Stadt Aachen. Hier findet ihr, von Festivals über Konzerte bis hin zu coolen Ausstellungen, alle kulturellen Events der Stadt. \ » kulturkalender-aachen.de FOTO: KIRA WIRTZ

XU SCHUH

FOTO: LILLITH BARTCZAK

FOTO: ANNA KONTZEN

Xu fängt zwar mit X an, ist aber bei weitem kein X-beliebiger Schuhladen. Immer samstags öffnet der Laden in der Alfonsstraße 3 seine Türen, dann gibt es Second Hand-Damenschuhe von Labels wie Jimmy Choo, Armani und Prada zu kaufen, außerdem eigene Kreationen des Inhabers Harald Schröder. Für die Kunst an den Wänden sorgt Künstler Mohammed A ­ hmad. \ » xuschuh.de

CAFÉ FUCHS HA|BI|TAT Ein weiterer Neuzugang in der Schlossstraße: das ha|bi|tat. Hier haben sich die Illustratorin und Designerin Julia Schneider, der Künstler und Streetartist Huttänzer, Tattookünstlerin Katharina Hochgürtel aka Kaattoo Tattoo und Mandalakünstlerin Petra Schramm von Ariella Artwork zusammengetan und verkaufen alles rund um »Design, Art und Tattoo«. \ » instagram.com/ha.bi.tat

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Seit kurzem ist das Frankenberger Viertel der Ort, an dem sich Fuchs und Hase Gute Nacht sagen. An der Ecke Oppenhoffallee/Schlossstraße hat die Betreiberin des Café hase nämlich nun zusätzlich das Café Fuchs eröffnet. Unter dem Motto »natural food« gibt’s hier Kaffeespezialitäten und Co. \ » fuchsnaturalfood.de


Pontstraße 1-3 │ 52062 Aachen │ 0241/46864844 │ www.akl-orient.de


ANA

SOUS IM NEO-PORTRÄT

FOTO: UPMACHER

»ES GEHT AUCH DARUM, DIE LEUTE MIT EINEM GEEIGNETEN RAHMENPROGRAMM ABZUHOLEN. MIT MUSIK, ESSEN, EINEM FEST. DAMIT SIE MAL MERKEN, DASS ES EIN KUNSTHAUS GIBT, IN DEM SIE WILLKOMMEN SIND.«

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»ICH BIN NICHT

BESCHEIDEN« Mitten im sozialen Brennpunkt lässt die junge Künstlerin Ana Sous (29) ihre Vision zur Wirklichkeit werden: Im Atelierhaus Aachen arbeitet sie mit 30 anderen Künstlern daran, einen Ort der Begegnung für alle zu schaffen – und lässt dabei gesellschaftliche (Vor)urteile außer Acht. Ein Besuch.

VON SIMON WIRTZ

Ana möchte die Anwohner im Aachener Nordviertel und die Künstler im Atelierhaus zusammenbringen – mit frischen Ideen

A

na, 29 Jahre alt, studierte in Köln einen Bachelor in Kunstgeschichte, in Berlin hat sie dann den Master gemacht. Ambitioniert, alternativ, aber nicht außergewöhnlich. Wenn da nicht die zahlreichen Ausstellungen und Projekte wären, die Ana in den letzten zehn Jahren mitgeprägt hat, die Seiten füllen, wenn man sie denn einmal auflisten würde. Von der Bonner Bundeskunsthalle über das Aachener Ludwig Forum bis hin zu etlichen Projekten mit Flüchtlingen in Aachen ist hier alles dabei. Sogar für einen Kunstverlag hat sie gearbeitet. Das erste Projekt, an dem sie mitgewirkt hat, ist schon gute zehn Jahre her, noch vor dem Abi war das.

NEU DENKEN Jetzt, mit 29, ist Ana angekommen. Das Studium hat sie beendet, und letztendlich kehrte sie Berlin den Rücken und kam zurück in ihre Heimatstadt Aachen. Ihr erster großer Job: das Atelierhaus im Nordviertel. 30 Künstler teilen sich hier zahlreiche Ateliers, arbeiten an eigenen Projekten, diskutieren miteinander. Mittwochmittag, kurz nach 13 Uhr. Ana wartet im Ausstellungsraum auf uns, in dem gerade eine Gastausstellung gezeigt wird. Direkt nebenan, in einem spärlich eingerichteten, fast kargen Raum, duftet es nach frisch aufgebrühtem Kaffee. In der Mitte des Raumes steht ein Tisch mit vier Stühlen, an den sie uns bittet. »Also, damit wir das geklärt hätten, ich bin nicht bescheiden«, sind ihre ersten Worte. Wie sich das zeigt? In ihrem Denken. Denn für die junge

Künstlerin und Kunsthistorikerin ist das Atelierhaus nicht nur ein Ort, wo sich Künstler und Besucher begegnen können, und wo der ein oder andere Workshop oder Vortrag stattfinden könnte. Ana sieht darin die Chance, etwas viel Größeres zu verwirklichen. Die Vision, die sie über Jahre entwickelte, und die sie mit jedem Projekt, mit jeder weiteren Erfahrung in der Kunstwelt ein Stück weiterentwickeln konnte. Letztlich geht es um nicht weniger als darum, Kunst und ihre Funktionen neu zu denken, alte Ideen über Bord zu werfen. Dass sie damit bei vielen aneckt, ist ihr recht. Denn das ist es wert.

BEGEGNUNG DURCH KUNST Was kann uns die Kunst geben? Geht es nur um schöne Bilder, an denen sich Hochstudierte hinter verschlossenen Türen ergötzen? Geht es nur um Ruhm? Das ist Ana zu wenig. Damit kann und möchte sie sich nicht abfinden. Die Lage ihres neuen Arbeitsplatzes, inmitten eines sozialen Brennpunkts, kommt ihr da gerade recht – denn das Nordviertel ist perfekt, um die Vision von der Begegnung ganz unterschiedlicher Menschen durch Kunst Wirklichkeit werden zu lassen.

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FOTO OBEN LINKS: THOMAS LANGENS, FOTO OBEN RECHTS: UPMACHER, FOTO UNTEN RECHTS: HELGA KRIEGER

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2017, im Rahmen der zweiten »Ahoi«-­ Aktion, entstand ein Theaterstück, das Ana beigeisterte

Eine der Kunstaktionen, die sie nachhaltig bewegten: »Ahoi 2 you«

»Die Türen aufreißen, einen großen Tisch inmitten der Galerie aufstellen, ins Gespräch kommen mit jedem, über und durch die Kunst, das wünsche ich mir für das Atelierhaus«, sagt sie. Ein großer Plan. Aber Ana hat auch großen Tatendrang. »Ich hab nicht all das studiert, um irgendeine Galerie zu hüten. Ich möchte mit Kunst etwas bewegen. Während meines Studiums konnte ich das schon zusammen mit meiner Mutter tun, im Projekt »Ahoi 2 you«. Flüchtlinge und Migranten waren zur Zeit des Projekts, also ab 2015, ja ein Riesenthema, in den Medien, in der Gesellschaft. Klar, auch hier in Aachen gab es damals viele hilfsbereite Menschen und Initiativen, aber es kamen so viele Flüchtlinge, dass ich das Gefühl hatte, jeder muss einfach was tun, eine gewisse Verantwortung wahrnehmen. Es wird sich der Mund über sie fusselig geredet, besonders in der Politik, aber sie werden viel zu wenig abgeholt, integriert. Und da mussten wir was machen«, erinnert sie sich stolz.

AHOI! Ana, ihre Mutter und einige Mitstreiter haben sich also zusammengesetzt und einen Plan entwickelt. Begegnung war das Stichwort. So haben die Künstler zusammen mit Aachener Flüchtlingen ein Schiff gebaut, was in einer Prozession durch die Straßen Aachens getragen wurde, um ein Statement für Humanität zu setzen. 2017 wurde dann ein Theaterstück mit Flüchtlingen entwickelt, das ihnen und auch den

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»INS GESPRÄCH KOMMEN MIT JEDEM, ÜBER UND DURCH DIE KUNST, DAS WÜNSCHE ICH MIR FÜR DAS ATELIERHAUS.« Zuschauern zeigte, dass Flüchtlinge wahrgenommen werden, bedeutsam sind, eine Rolle spielen. Bis heute geht Ana jeden Freitag ins Ludwig Forum, und macht dort Kunst mit Flüchtlingen, isst mit ihnen zu Abend. »Das Projekt war ein Bruch für mich. Da habe ich gemerkt, dass Kunst wirklich das Richtige für mich ist, und vor allem, wozu ich die Kunst nutzen sollte und möchte.«Im Atelierhaus, im Nordviertel, möchte Ana als neue Leiterin diese Arbeit jetzt fortsetzen. »Hier im Atelierhaus werden wir kein Schiff bauen, aber ich habe mir ein paar gute andere Sachen für das Atelierhaus überlegt«, erklärt sie. »Erstmal wohnen hier total viele Kinder und Jugendliche, und besonders die möchte ich für Kunst und Kultur begeistern. Deswegen finde ich kulturelle Bildung für Jüngere sehr wichtig. Es geht auch darum, die Leute mit einem geeigneten Rahmenprogramm abzuholen. Mit Musik, Essen, einem Fest. Dass sie mal merken, dass es ein Kunsthaus gibt, in dem sie willkommen sind. Und dass sie deswegen vorbeikommen, sich hier umschauen, mitmachen. Das würde ich mir wünschen.« \


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ROLLENDE INGENIEURSKUNST FOTOS: ANJA NOLTE

2007 wurde das interdisziplinäre Studierendenprojekt »Aixtreme Racing« an der FH Aachen ins Leben gerufen. Teamleiter Lukas Ogrzewalla erzählt Klenkes neo, was es bedeutet, Teil des Formula-Student-Teams zu sein. VON ANJA NOLTE

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ch gehe nur zum Schlafen nach Hause«, sagt Lukas Ogrzewalla mit einem Lächeln. Bereits seit 2014 ist er Teil des Formula-Student-Teams »Aixtreme Racing«, ein Studierendenprojekt, das an der FH Aachen angesiedelt ist. In der Hochphase heißt das: rund 120 Stunden pro Woche schrauben, tüfteln und testen. Dann steht er mit fünf, sechs Teamkollegen von morgens bis ein Uhr nachts in der Werkstatt, damit am Ende eines Studienjahres ein fahrtüchtiger Prototyp auf der Rennbahn steht. Schwer falle ihm das nicht, meint der FH-Student: »Das hier ist mehr als ein Hobby.« Ende 2013 hat Lukas sich für das Studium der Fahrzeug- und Antriebstechnik an der FH Aachen eingeschrieben, jetzt steht er kurz vor dem Bachelor-Abschluss. Über einen Freund kam der heute 24-Jährige zu »Aixtreme ­Racing« und hat seitdem verschiedenste Verantwortungsbereiche übernommen – von Struktur und Aerodynamik über Elektronik bis hin zu Organisation und Teamleitung. Jede Menge Erfahrung habe er auf diese Weise gesammelt: »Ich würde fast sagen, ich habe hier mehr gelernt als im Studium.« Mit rund 15 Leuten sei das Team relativ klein: »Das heißt, jeder einzelne begleitet das ganze Projekt und bekommt alle Einzelheiten mit.« Zum Vergleich: Das Formula-Student-Team an der RWTH Aachen zählt mehr als 70 Studierende. Innerhalb von acht bis zehn Monaten wird das Projekt durchgespielt, sprich: ein neues Fahrzeug konstruiert und gefertigt. Angefangen mit der Frage, ob das Fahrzeug aus dem vergangenen Jahr optimiert oder ganz neu konzipiert wird, bis hin zur Berechnung, Simulation am Computer, der Elektronik und Montage. »Normalerweise wechseln wir im Zwei-Jahres-Rhythmus zwischen Optimierung und einem komplett neuen Konzept«, erzählt der Teamleiter. »Von der Fahrzeuggeneration von 2017 zehren wir jetzt aber schon im dritten Jahr.« Die internationalen Wettbewerbe finden im Spätsommer statt: Weltweit gibt es 13 Events, davon neun offzielle. Gegen gut 600 Teams tritt »Aixtreme Racing« dann an – vorausgesetzt ein Team qualifiziert sich erfolgreich für den Wettbewerb. »In diesem Jahr starten wir am Hockenheimring sowie in Österreich«, berichtet Ogrzewalla. »Außerdem stehen wir auf der Warteliste für Formula Student Spain.« Dort hat das Team bereits in den Jahren 2013, 2015 und 2017 teilgenommen: »Also müsste es dieses Jahr, 2019, eigentlich wieder klappen«, lacht er.

HARTE PRÜFUNG: VOM BUSINESS­PLAN BIS HIN ZUM BESCHLEUNIGUNGS­ POTENZIAL Dass es beim weltweiten Konstruktionswettbewerb um noch mehr geht, als ein Fahrzeug zu entwickeln und zu fertigen, zeigen die einzelnen Disziplinen, die dort abgefragt werden. In den statischen Disziplinen geht es darum, die erbrachte Ingenieursleistung in Diskussionen und Präsentationen unter Beweis zu stellen: Wie raffiniert sind die Detaillösungen? Wie wirtschaftlich und mit welchen Mitteln hat das Team gearbeitet? Wie sieht das Geschäftsmodell aus, wenn man das Fahrzeug in Kleinserie produzieren würde? Bei den dynamischen Disziplinen werden die Fahrzeuge hinsichtlich ihrer Haltbarkeit und Effizienz getestet sowie hinsichtlich ihres Beschleunigungspotenzials. »Der Langstreckentest auf 22 Kilometern hört sich einfach an, aber 50 bis 60 Prozent der Teams scheitern an dieser Disziplin«, schätzt Ogrzewalla. Ein Rennen »Fahrzeug gegen Fahrzeug« gibt es nicht. Auf der Weltrangliste liegt »Aixtreme Racing« derzeit etwa in der Mitte. Ganz zufrieden ist er damit nicht – allerdings wurde 2016 auch kein Fahrzeug ins Rennen geschickt. Und außerdem: »Es geht nicht darum, dass man das beste

oben: Lukas präsentiert das Rennauto links: Der FH-Student ist mehr als stolz auf das Projekt

Rennauto der Welt baut, sondern dass man lernt, selbstständig und strukturiert im Team zu arbeiten. Das könnte auch jedes andere Projekt sein.« Im Team sind derzeit vorwiegend Studierende aus der Antriebstechnik, der Luftund Raumfahrtechnik sowie aus dem Maschinenbau, aber auch einige Wirtschaftsingenieure und eine Kommunikationswissenschaftlerin. Der Benefit sei für alle gleich: »Jeder kann hier was lernen: vor allem Teamgeist.« Die größte Herausforderung? »Fertiger zu finden für die immer gleichen komplexen Bauteile«, so Ogrzewalla. »Ohne die Hochschule, unsere Sponsoren und Unternehmen, die uns unterstützen, könnten wir das Projekt gar nicht stemmen.« Manchmal muss es allerdings schnell gehen, dann werden mal eben 150 Anrufe getätigt. Oder das Team fährt spontan nach Ostdeutschland, weil dort gerade eine Firma Zeit hat, den vorderen Überrollbügel in einem bestimmten Radius zu biegen. Und der schönste Moment? »Wenn das Fahrzeug zum ersten Mal über die Teststrecke rollt.« \

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FOTO: QUEERREFERAT AN DEN AACHENER HOCHSCHULEN E.V.

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Das "Queerreferat an den Aachener Hochschulen"

Das »Queerrefererat an den Aachener Hochschulen« ist ein studentisch organisierter, eingetragener und gemeinnütziger Verein. Er ist schon seit über 30 Jahren aktiv und setzt sich für die Rechte der LSBTIQ+-zugehörigen Studenten und Studentinnen ein. VON ANNA CONTZEN

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as Wort »Queer« stammt aus der englischen Sprache und bezeichnet Personen, Gegenstände oder Handlungen, die nicht der Norm entsprechen. Das Queerreferat bezieht sich hierbei auf alle sexuellen Orientierungen und alle Geschlechter. Dazu gehören unter anderem die Orientierungen lesbisch, schwul, bi-, trans-, inter-, pansexuell und queer. DAS »QUEERREFERAT«KENNENLERNEN Beim »Queerreferat« ist jeder willkommen, der an den Veranstaltungen teilnehmen und diese mitgestalten will. Es besteht kein Zwang ein Vereinsmitglied zu sein, solange man nicht an den Abstimmungen der Mitgliederversammlung beteiligt sein will. Der Vereinsbeitrag liegt bei einem Euro pro Jahr.

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Zum Kennenlernen und Reden wird jeden Mittwoch das »Queercafé« zwischen 16 und 18 Uhr in den Räumen des Vereins, in der Trichtergasse 14, veranstaltet. Des Weiteren gibt es jeden Monat eine Plenumssitzung, die am ersten Dienstag des Monats um 20 Uhr in den Referatsräumen abgehalten wird. Hierbei wird die Monatsplanung besprochen, außerdem dient sie generell als eine Entscheidungsplattform. Zu einer ihrer bekanntesten Partys gehört die »Pink Fluffy Unicorn«-Party. Angeboten werden aber auch regelmäßige Film- und Spieleabende und spezielle Themenpartys wie das »Ladies*Special« oder die »International Night« für Studierende aus dem Ausland. Wer sich alleine nicht traut an einem der Angebote teilzunehmen, kann das Buddie-Programm des »Queerreferats« nutzen. Hier hat man die Möglichkeit, sich aus den zuständigen Buddies einen auszusuchen und den Kontakt

zu diesem aufzunehmen. Gefällt einem sein Buddie, gibt es die Möglichkeit, zusammen mit diesem eine Veranstaltung zu besuchen. INTERNATIONALES ENGAGEMENT Auch international ist das Queerreferat engagiert. Mit seinem Projekt »OUTland« nimmt es Kontakt zu den internationalen Vertretern der LSBTIQ+-Gemeinschaften auf. Durch dieses Projekt hat der Verein bereits Kontakte in Lüttich, Belgien und Sofia, Bulgarien. Diese Kontakte werden durch gegenseitige Besuche weiterhin gestärkt. \ JEDEN MITTWOCH »QUEERCAFÉ« VON 16 BIS 18 UHR. » queerreferat-aachen.de


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ANZEIGEN

FOTO: PIXABAY

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MIT DEBATTEN EUROPA VERNETZEN

SEIT WANN GIBT ES »BRIDGE EUROPE«, UND WOFÜR STEHT IHR? »BridgeEurope ist eine europaweite NGO, die es seit Mitte 2019 gibt. Wir haben das Chapter in Aachen im Januar dieses Jahres gegründet und sind daher noch recht neu an der RWTH. Als Gruppierung haben wir uns dem konstruktiven, lösungsorientierten und ideologiefreien politischen Austausch verschrieben. Unser Ziel ist es, eine Debattenkultur zu schaffen, in der man sich gegenseitig respektiert und Offenheit für andere Ideen zeigt. Nur so können wir gesellschaftliche Probleme lösen. UND WEN KANN MAN BEI EUCH SO TREFFEN? Wir sind junge Studierende und Doktoranden aus verschiedenen Fachrichtungen. »BridgeEurope« ist eine internationale Vereinigung und das Leben wir auch in unserem Chapter. Unsere Mitglieder haben deutsche, belgische, irische und amerikanische Wurzeln und sind zwischen 21-29 Jahre alt. Bei uns sind alle willkommen, egal ob jung oder alt, Studierende, Auszubildende oder Arbeitende. WAS KÖNNT IHR ZUR STUDIEN­ KULTUR BEITRAGEN? Wir wollen die Öcher wieder für politischen Diskurs begeistern

FOTO: BRIDGE EUROPE AACHEN

Ideologiegeleitete Diskussionen und Auseinandersetzungen, ob in der Politik oder an der Uni, hat »BridgeEurope« satt. Die junge Initiative setzt sich deshalb für eine konstruktive und lösungsorientierte Debattenkultur ein. neo hat mit Gründer Moritz Gill und »Chapter Aachen«-Leiter Philipp Köther gesprochen.

Ein Teil der Aachener ­»BridgeEurope«-Gruppe vor dem Dom

und zeigen, dass sich Engagement lohnt, und dass auch Menschen mit unterschiedlichen Positionen gemeinsame Lösungen finden können. Da die RWTH eine technisch orientierte Hochschule ist, wollen wir eine parteiunabhängige Möglichkeit bieten, sich gesellschaftlich und politisch zu engagieren um jenseits des Studiums über den Tellerrand hinauszuschauen. \SW

T: +49 (0)241-400 698 5 Sandkaulstrasse 69 | D-52062 Aachen info@sweetsteel.de • www.sweetsteel.de

BERICHTE, DIE FESSELN, UND AKTIONEN, DIE BEFREIEN Amnesty Journal – das Magazin für die Menschenrechte. Nimm es in die Hand. Jetzt Probeabo unter www.amnesty.de/journal anfordern. 3 Ausgaben für nur 10 Euro.

bridgeeurope_aachen

» bridgeeurope.org

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RAUS MIT EUCH!

Auch wenn die kalte Jahreszeit vor allem dazu einlädt, sich im Bett zu verkriechen – wir haben einige Tipps für euch, was ihr im Winter rund um Aachen trotz Kälte unternehmen könnt.

ZUSAMMENGESTELLT VON LILLITH BARTCZAK

1. EISLAUFEN

»AACHEN AUF EIS« AN DER 100’5 ARENA Die offensichtlichste Anlaufstelle zum Eislaufen ist natürlich die Aachener Eisporthalle. Neben dem normalen Eislaufen in der Halle (mittwochabends gibt’s Studentenrabatt!) wird hier ab dem 15. November unter dem Motto »Aachen auf Eis« eine Almhütte sowie eine weitere Outdoor-Eisfläche aufgebaut: zum Eislaufen, Eisstockschießen und für Events wie das Bierkasten-Curling, der School’s Ice Cup oder Foodtrucks on Ice. \ 15.11.-5.1. 100’5 ARENA » 1005arena.de EISLAUFBAHN AUF DEM BRANDER ­ADVENTSMARKT Auch auf dem Brander Adventsmarkt kann in diesem Jahr wieder auf dem Eis getanzt oder

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– für die weniger begabten unter uns – zumindest ordentlich rumgerutscht werden. Auch Eisstockschießen kann man hier und samstagabends findet eine Après-Ski-Party statt. (Sollte es nicht Après-Eislauf-Party ­heißen? Naja, geschenkt.) \ 22.11.-12.1. BRANDER MARKTPLATZ » facebook.com/events WINTERTIJD IN HEERLEN Die Innenstadt von Heerlen verwandelt sich in der Adventszeit in ein schnuckeliges Winterdorf. Auf dem Pancratiusplein lockt dann nicht nur eine große Eislaufbahn mit zugehörigem Wintercafé, sondern auch eine 6 Meter hohe, 30 Meter lange Eisrutsche. Abwärts geht’s auf aufblasbaren Reifen. \ 12.12.-5.1. INNENSTADT HEERLEN » wintertijdheerlen.nl

2. WEIHNACHTSMÄRKTE

AACHENER WEIHNACHTSMARKT Wer in Aachen wohnt, kommt in der Adventszeit kaum um den Weihnachtsmarkt auf Katschhof, Markt und Münsterplatz herum. Der Aachener Weihnachtsmarkt ist weitläufig und stets sehr gut besucht – vielleicht ein bisschen zu gut. Wer jedoch nichts gegen ein bisschen Kuscheln mit fremden Weihnachtsmarktbesuchern hat und es schafft, sich bis zu den Ständen vorzukämpfen, der findet hier schöne Produkte, leckeres Essen und guten Glühwein. \ 22.11.-23.12. INNENSTADT AACHEN » aachen-tourismus.de STUDENTISCHER WEIHNACHTSMARKT AN DER RWTH Der Weihnachtsmarkt von Studis für Studis und vor allem für den guten Zweck. Hier gibt's Live-Musik, Mitmachaktionen und Kreatives.


FOTO: PIXABAY

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VON GEMÜTLICH BIS SPORTLICH WIRD HIER ALLES GEBOTEN: WER IM WINTER ETWAS UNTERNEHMEN MÖCHTE, MUSS NICHT WEIT FAHREN.

Zugegeben, das Foto stammt nicht aus der Eifel. Doch ein bisschen Wintersport ist auch rund um Aachen möglich.

Außerdem natürlich Glühwein, Punsch, Waffeln und Co. Jegliche Gewinne kommen sozialen Projekten zugute. \ 7.12., 13-22 UHR HUMBOLDT-HAUS, RWTH AACHEN » facebook.com/events WEIHNACHTSMARKT AUF SCHLOSS MERODE Einen besonders schnuckeligen Weihnachtsmarkt findet man in Langerwehe-Merode. Rund um die historische Wasserburg sind hier Stände mit Kunsthandwerk, Essen und Co. aufgebaut, Lichtinstallationen, kleine Hütten und Feuertonnen sorgen für eine idyllische Stimmung und jede Stunde kommt das Christkind ans Schlossfenster und singt. Wie romantisch! Kleiner Wermutstropfen: Je nach Wochentag werden hier saftige Eintrittspreise fällig. \ 27.11.-22.12. SCHLOSS MERODE, LANGERWEHE » weihnachtsmarkt-merode.de

3. WINTERSPORT

INDOOR-SKIFAHREN IN LANDGRAAF Winter und Skifahren, das gehört zusammen. Doch leider haben Skifahren und Aachen dann doch nicht so viel miteinander zu tun. Abhilfe schaffen kann da die Indoor-Skihalle SnowWorld in Landgraaf. Mit fünf Pisten, acht Liften und mehreren Restaurants gilt sie sogar als »größtes Indoor-Skidorf Europas«. \ SNOWWORLD LANDGRAAF (NL) » snowworld.com SKIFAHREN UND RODELN IN DER EIFEL Wie bereits erwähnt: Aachen ist nicht gerade ein Wintersportparadies und die Hügel der Eifel sind nicht die Alpen. Trotzdem findet man rund um Aachen einige Langlaufloipen, zum Beispiel bei Haus Ternell in Eupen. Wer lieber Abfahrtski fahren will, der muss auf Schnee hoffen und ein bisschen Fahrtzeit einplanen: Bei Hellenthal im Wintersportgebiet Weißer Stein (ca. 40 km von Aachen) gibt es einen

Schlepplift mit Abfahrtspiste und eine Rodelbahn mit eigenem Lift. Im belgischen Ovifat (ca. 50 km von Aachen) gibt es drei Schlepplifte mit dazugehöriger Piste sowie eine Rodelbahn. \

» weisserstein.info bzw. skialpin-ovifat.com

UND DANACH?

STUDI TAG IN DEN CAROLUS THERMEN Wer den ganzen Tag beim Wintersport verbracht hat oder wem generell eher nach Wärme zumute ist, der hat in Aachen mit den Carolus Thermen den perfekten Ort zum Aufwärmen. Und: Dienstags ist hier StudiTag. Für 9 Euro kann man den ganzen Tag im heißen Thermalwasser entspannen. \ CAROLUS THERMEN

» carolus-thermen.de

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FOTO: IRENE KESPER

In den Segelflugzeugen kann man es sich gemütlich machen, und hat dazu noch einen erstklassigen Ausblick

ICH HEB’ AB!

Der eine spielt Fußball, die andere tanzt, und manche fliegen eben – in ihrer Freizeit. neoRedakteur Simon Wirtz traf Marc und Samuel von der Fliegergruppe der RWTH und ließ sich erklären, was das Segelfliegen so spannend macht.

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amstagsmorgens um kurz vor neun geht’s los – dann treffen sich die Mitglieder der Fliegergruppe der Aachener RWTH. Eine gute Stunde geht es von Aachen aus durch die Serpentinen der Eifel, dann ist das Ziel in Sicht: Der Flugplatz »Dahlemer Binz«, unweit von Euskirchen. Segelflugzeuge, aber auch Helikopter und motorisierte Flieger starten und landen, auf dem Platz herrscht reges Treiben. Gleich mehrere Vereine schlägt es an einem Wochenende mit guten Wetteraussichten hierhin. Angekommen auf dem Flugplatz ist dann erstmal um Punkt zehn Briefing. Wer hat welche Aufgabe für den Tag? Welcher Fluglehrer unterrichtet welche Schüler? Wer dreht ein paar Runden um den Platz, und wer macht e ­ ine Tagestour?

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VERANTWORTUNG, ABER AUCH SPASS Sobald alles geklärt ist, geht es an die Arbeit: Die Flieger, die sich bis jetzt noch eingeklappt auf Anhängern befinden, werden zusammengebaut und danach für den Start bereit gemacht. »Das geht richtig schnell. 15 bis 20 Minunten brauchen wir für einen Flieger. Aber man muss vorsichtig sein: die sind handgefertigt und kosten jeweils gute hunderttausend Euro«, sagt Marc, der schon ein paar Jahre dabei ist. Alle Anschlüsse werden doppelt geprüft. Ist auch der Fallschirm mit an Bord? Weiter weg, ziemlich auf der Mitte der Startbahn, wird zeitgleich die Seilwinde aufgebaut. »Die Winde ist in einem umgebauten alten Fahrzeug, das haben wir noch von dem Professor geerbt, der den Verein gegründet hat«, erklärt Samuel, seit

drei Jahren Segelflieger und Masterstudent. »Nachdem sie überprüft und der Motor betankt wurde, wird sie an das Segelflugzeug angeschlossen, und zieht es nachher mit ordentlich Kawumms an – so kommt es dann in die Luft«. Aber wie bleibt es eigentlich in der Luft? Einen Motor suche ich vergeblich. DIE THERMIK MACHT’S Mein Tipp: Wind. Aber Marc winkt ab: »Nein, Wind stört eigentlich nur. Unser Antrieb ist Thermik! Das ist Aufwind, der entsteht, wenn Sonnenstrahlen die Erdoberfläche erwärmen. Daraus werden dann im Endeffekt Wolken. Aber bevor die entstehen, können wir den Aufwind zum Fliegen nutzen!«, freut er sich. Jetzt ist es aber höchste Zeit – rein in den Flieger, in


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FOTO: IRENE KESPER

FOTOS OBEN: DENNIS LEWANDOASKI

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HOBBY: SEGELFLIEGEN WER SELBST MAL IN EINEM SEGELFLUGZEUG SITZEN MÖCHTE, BRAUCHT WEDER JAHRELANG ZU TRAINIEREN, NOCH REICH ZU SEIN. DIE GESAMTE AUSBILDUNG ZUM SEGELFLIEGER BEIM FLIEGERVEREIN DER RWTH DAUERT CA. EIN JAHR, NACH EIN PAAR WOCHEN KANN MAN ABER SCHON, UNTER AUFSICHT, SELBST HINTERS STEUER. AUSSERDEM GIBT ES IMMER WIEDER DIE MÖGLICHKEIT, BEI ANDEREN MITZUFLIEGEN. IM SOMMER WIRD GEFLOGEN, WÄHREND IM WINTER DIE WARTUNG UND PFLEGE DER FLIEGER ANSTEHT. DIE MITGLIEDSCHAFT INKLUSIVE ALLER STARTS UND LANDUNGEN KOSTET CA. 50 EURO PRO MONAT, WENN MAN IM VEREIN MIT ANPACKT. WER MAL VORBEISCHAUEN MÖCHTE, KANN DONNERSTAGS AB 20 UHR ZUM STAMMTISCH IN DER LOCHNERSTRASSE 4-20 KOMMEN. \

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dem zwei Menschen Platz haben, Startsignal abwarten, und go! »Segelfliegen macht richtig Spaß«, erzählt mir Samuel. »Dieses Jahr bin ich an manchen Wochenenden acht Stunden rumgeflogen, bis nach Frankfurt, ins Sauerland und wieder zurück. Mir gefällt daran vor allem die Freiheit, einfach mal abheben zu können, alles am Boden zu vergessen. Und man lernt, an sich selbst zu glauben, denn meistens ist man ganz alleine da oben«. AUF DEM ACKER Aber was, wenn mal was schief läuft? »Das kommt nur sehr selten vor. Einmal habe ich auf zwei Kilometer Entfernung ein Passa­ gierflugzeug gesehen, dass uns in der Luft gekreuzt hat. Das war wirklich ein

»MIR GEFÄLLT VOR ALLEM DIE FREIHEIT, EINFACH MAL ABHEBEN ZU KÖNNEN, ALLES AM BODEN ZU VERGESSEN. UND MAN LERNT, AN SICH SELBST ZU GLAUBEN, DENN MEISTENS IST MAN GANZ ALLEINE DA OBEN« Nervenkitzel. Aber an einen ernsten Vorfall kann ich mich bei uns im Verein nicht erinnern. Notsituationen werden schon in der Ausbildung durchgespielt, dadurch sind wir vorbereitet«, weiß Samuel. Eine Sache, die mich aufhorchen lässt, gibt es dann doch. Was passiert, wenn das Flugzeug keinen Aufwind mehr bekommt? Es hat ja keinen eigenen Antrieb. Marc weiß Bescheid: »Das ist halt manchmal so. Aber gar kein Problem, denn auch ohne Aufwind kann man noch

gute 40 Kilometer fliegen. Dann suchen wir uns eben einen Acker, auf dem wir landen können. Das nennt man auch Außenlandung. Vorher spricht man ab, wer einen dann holen kommt. Schräg wird es nur, wenn Anwohner die Polizei rufen oder zum Flugzeug hasten, weil sie denken, es wäre eine Notlandung und es gäbe Verletzte. Die können wir ja dann zum Glück beruhigen«. \

» f tha.rwth-aachen.de 15


EIN BIER MIT … LAURIDS ELSING

WENN HERZBLUT DURCH SOZIALE ADERN FLIESST Viele Aachener fühlen sich am Kaiserplatz wohl eher nicht so wohl. Er jedoch schon, Laurids Elsing. Der Kaiserplatz und die bedürftigen Menschen, die sich dort aufhalten, machen seine Arbeit aus. Laurids ist Sozialarbeiter bei der Suchthilfe Aachen. neo-Redakteurin Verena Bodenstein gibt er einen Einblick in seine Arbeitswelt und verrät, warum der Kaiserplatz und sein Klientel doch nicht so schlecht sind, wie viele denken. LAURIDS, SAG DOCH MAL. WIE BIST DU EIGENTLICH AN SOZIALE ARBEIT GERATEN? Ich war der letzte Jahrgang der noch Zivildienst machen musste und ich entschied mich, den Dienst im Altenheim Haus Marien-Linde zu absolvieren. Ich saß dann immer bei den Sozialarbeitern und dachte mir: »Das, was die so machen, ist eigentlich nicht schlecht«. Daraufhin habe ich mich bei der Katholischen Hochschule Aachen für den Studiengang ­Soziale Arbeit beworben und wurde zum Glück auch

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genommen. Ich lebe nämlich schon sehr gerne in Aachen. DU MACHST UNTER ANDEREM BEIM »QUER­ BEET«-PROJEKT MIT. GIB UNS DOCH BITTE EINEN EINBLICK. WAS MACHT DAS PROJEKT AUS? Im Fokus steht die Wiedereingliederung in die Gesellschaft. Unsere Klienten sind im Rahmen des Projekts »Querbeet« für diverse Blumenbeete in Aachen verantwortlich. Die Verant­wortung

als auch die Anerkennung für die Pflege der Blumenbeete ist für unsere ­ Klienten meist ganz neu. Wenn sie die gelbe Weste tragen und sich an den Beeten zu schaffen machen, erhalten sie auch von Passanten viel Lob. Die halten dann schon mal an und teilen unseren Arbeitern mit, dass sie das ganz toll machen. Das sind Momente die Klienten sonst gar nicht haben. Positive Bestärkung findet in ihrem Leben meist gar nicht statt. Doch die ist wichtig, vor allem wenn man eine Sucht überwinden


MAGAZIN \\\ FOTOS: VERENA BODENSTEIN

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Laurids Elsing setzt sich für Menschen ein, die viele vielleicht schon längst aufgegeben hätten. Der Sozialarbeiter zeigt jeden Tag, wie alle davon profitieren, wenn man in verlorene Menschen vertraut.

»WIR WOLLEN DIE LEUTE NICHT »BEKEHREN«, SONDERN SIE BESTÄRKEN EIN SUCHTFREIES LEBEN ZU FÜHREN.«

möchte. Diese positive Bestärkung versuchen wir in der Suchthilfe, den Menschen zu geben. Wir wollen die Leute nicht »bekehren«, sondern sie bestärken ein suchtfreies Leben zu führen. Doch der innere Wille muss schon von Seiten unserer Klienten da sein, sonst funktioniert es nicht. Bei uns geht vieles über Beziehungsarbeit. Wir bieten im Grunde das erste Angebot, das niedrigschwelligste. Man muss hierfür eigentlich keine Voraussetzungen erfüllen, man muss nur 18 Jahre alt sein und in unseren Büro kommen. DU HAST LETZTES JAHR DEIN STUDIUM BEENDET UND ARBEITEST ZURZEIT BEI DER SUCHTHILFE IN AACHEN. WAS MACHT DIR AN DEINEM JOB AM MEISTEN SPASS? In aller erster Linie die Interaktion mit unseren Klienten. Wir sammeln sie quasi morgens ein und fragen dann jeden Tag: »Komm, hast du nicht Lust mitzuarbeiten?« Ich kenne auch alle Leute mit Namen. Die Leute zu ermutigen, das macht schon Spaß. Da steckt natürlich auch viel Beziehungsarbeit hinter. Schließlich muss man zunächst Vertrauen aufbauen. Doch man übt den Beruf des Sozialarbeiters nicht nur für die Klienten der Suchthilfe aus, sondern auch für die anderen, die in der Stadt leben, die anderen Bürger. Den Leuten in der Stadt eine gewisse Lebensqualität zu bereiten, das bereitet mir Freude.

WARUM SIND DIE PROJEKTE DER SUCHTHILFE AACHEN SO WICHTIG? Viele Leute profitieren davon. Wie bereits angesprochen die Bürger Aachens, doch natürlich auch unsere Klienten. Sie lernen bei uns nach einer langen Zeit wieder das Arbeitsleben kennen. Sie lernen wie es ist, überhaupt erst einmal eine Stunde zu arbeiten. Oder was Tagesstruktur für ihr Leben bedeutet. Wie ist es morgens um 11 Uhr, für ein, zwei oder drei Stunden zu arbeiten? Unsere Klienten stellen sich solchen Fragen und gewinnen so eine gewisse Lebenssicherheit. Unsere beiden Standorte, Kaiserplatz und Café Plattform, stehen ihnen dabei als Anlaufstellen zur Verfügung.

Zum Beispiel wenn man merkt, dass sich die Menschen im Projekt zu kleinen Spießern entwickeln (lacht). Unsere Klienten machen dann die Bürger der Stadt auch gerne darauf aufmerksam, ihre Zigaretten oder Kronkorken doch bitte nicht in die Blumenbeete zu werfen. Was auch immer schön ist, wenn Passanten direkt auf unsere Arbeiter zugehen und sagen: »Ich gehe jetzt in den Supermarkt, kann ich euch etwas zu trinken kaufen?« oder »Hier ­haben sie mal 20 Euro. Gehen sie doch mal mit allen ein Eis essen.« Letzteres ist bestimmt schon fünf Mal passiert. Unsere Leute sind dann immer total überrascht und freuen sich.

KOMMEN EIGENTLICH NUR SUCHTKRANKE ZU EUCH? Nein, das sind nicht nur suchtkranke Personen. Es kommen auch wohnungslose Menschen zu uns oder Leute, die auf Hartz IV angewiesen sind. Das liegt daran, dass wir möglichst vielen Menschen helfen wollen. Doch man kann schon sagen, dass die meisten Leute, die bei uns mitarbeiten eine Suchtproblematik haben oder auch hatten.

WÜRDEST DU SAGEN, DASS DEINE ARBEIT AUCH IRGENDWIE DEIN HOBBY IST? Ahh… nee (lacht). Ich bin auch froh, wenn ich Zuhause bin und mal nicht über die Arbeit reden muss. In meiner Freizeit fahre ich zum Beispiel gerne zwei bis drei mal die Woche Fahrrad. Das ist dann so mein Ausgleich. Ich bin auch in einer Radgruppe mit Freunden. Dann geht‘s auch mal über die Grenze, nach Belgien und Holland. Die Grenzregion ist schon sehr, sehr schön. Unsere Gruppe hat auch einen Instagram-Account: Fastrada. Wer Interesse ­ hat mitzumachen, kann sich gerne bei uns melden. Jeder ist willkommen! \

WAS MACHEN BESONDERS SCHÖNE ODER AUSSERGEWÖHNLICHE MOMENTE DEINER ARBEIT AUS?

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A GEN DA FOTO: MARIE-LUISE MANTHEI

KONZERTE, PARTYS UND ­VERANSTALTUNGEN IN AACHEN NOVEMBER/­ DEZEMBER 2019

Die Silvesterparty mal anders: Vor dem Reinfeiern kann man sich Werther Teil 2 im Theater Aachen anschauen

SA 16. FLOHMARKT Nichts für Männer, doch für Frauen umso mehr. Aachens Mädelsflohmarkt »Aix-Travagant« ist wieder in der Stadt mit vielen tollen winterlichen Kleidungsstücken. Wintermäntel, Strickjacken, Schals und kuschelige Second Hand-Mode liegen bereit, um neue Besitzer zu finden. Die Männer, die ihre Partnerin beim Shoppen begleiten wollen, müssen jedoch keine Eintrittskosten fürchten. Männer als auch Kinder unter 14 Jahren kommen nämlich umsonst rein. \

und der DJ des Abends ist DJ ­Aero. \ »THE GREAT GATSBY – COCKTAILPARTY« 21-5 UHR, K.D.ST. KAISERPFALZ IM CV ZU AACHEN

SA 16. FÜHRUNG Wer neu in Aa-

chen ist oder einfach mal die dunkle Seite Aachens kennenlernen will, könnte gefallen an der Führung »Morde & Missetaten« finden. Diese abendliche Führung konzentriert sich auf alte Legenden und Geschichten, die sich in Aachen ereignet haben sollen.

»AIX-TRAVAGANT – AACHENS MÄDELSFLOHMARKT« 18 UHR, HALLE 60, ALTER SCHLACHTHOF

SA 16. PARTY »The Great Gatsby

– Cocktailparty« ist, wie der Name schon sagt, eine Cocktailparty im Stil der 1920er Jahre. Bei dieser Party kann man sich in sein schönstes Abendkleid und seinen besten Smoking schmeißen und die Nacht durchfeiern. Das Motto der Party lautet »A littlle Party never killed nobody«

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»KleiderCircus«: wer Lust auf Stöbern hat ist hier genau richtig. Winter Must-haves findet man hier ohne Ende.

Dazu gehören unter anderem Hexen am Fischmarkt, der schwarze Baumeister der Chorhalle und andere mörderische Ereignisse. \ »MORDE & MISSETATEN« 18 UHR, AACHEN TOURIST ­SERVICE E.V. » aachen-tourismus.de

DO 21. COMEDY Andreas Weber

kommt mit seinem Programm »Single Dad – Teilzeit alleinerziehend« in den Franz. Der Comedian erzählt aus seinem Leben, dass sich als alleinerziehender Vater zweier pubertierender Söhne nicht immer einfach

gestaltet. Neben dem Haushalt, der Kindererziehung und dem Single-Leben gibt es vieles, das schiefgehen kann. Bekannt ist Andreas Weber für seinen schwarzen Humor. \ »SINGLE DAD – TEILZEIT ­ALLEINERZIEHEND« 20-22 UHR, FRANZ » andreasweber.me

DO-SO 21.-24. ANDERES Das Capitol Theater zeigt den Konzertfilm der Depeche Mode Welttournee »Global Spirit Tour« aus der Zeitspanne von 2017 bis 2018. Der Film zeigt nicht nur FOTO: JUNGE KREATIV

NOVEMBER


Ausschnitte der Tournee und der Konzerte, sondern geht auch auf sechs besondere Depeche Mode Fans ein, deren Geschichten mit der Band stark verwoben sind und zeigen, wieso die Band über ihre Karriere hinweg immer populärer wurde. Anton Corbijn, preisgekrönter Filmemacher und Wegbegleiter von Depeche Mode, drehte den Film. \ »DEPECHE MODE: SPIRITS IN THE FOREST« 20-22 UHR, CAPITOL THEATER » booking.cineplex.de

FR 22.

ANDERES Das Filmstudio an der RWTH zeigt am 22. November den Film »die Feuerzangenbowle« in der Aula 1 des RWTH-Hauptgebäudes. Der Schrift­ steller Johannes Pfeiffer hat, laut seinen Freunden, eine wichtige Zeit in seiner Jugend verpasst. Bei einem angeheiterten Treffen mit Feuerzangenbowle kommt ihnen der Gedanke Pfeiffer auf ein Gymnasium zu schicken. Aus dem Schriftsteller wird somit Hans Pfeiffer, ein Witzbold, der das Gymnasium tüchtig durcheinander bringt … Der Film wird innerhalb der Veranstaltungsreihe »Filmstudio Lehrjahre« gezeigt. \ »DIE FEUERZANGENBOWLE« 19.30 UHR, HAUPTGEBÄUDE AULA 1 » filmstudio.rwth-aachen.de

DO 28. ANDERES Die Reihe des

»CineCafés« geht weiter und zeigt dieses Mal den Film »Die Frau des Nobelpreisträgers«. Joe Castleman hat endlich sein Ziel erreicht: Er wird mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet. Seine Frau Joan, die immer an seiner Seite war und selber Autorin ist, feiert mit ihrem Mann und folgt diesem zur Preisverleihung nach Stockholm. Der Autor Nathaniel Bone will eine Biographie über Joe schreiben. Das glückliche Familienleben bekommt allerdings Risse, als Joe seine Frau, die für ihn immer alles hinten angestellt hat, bei einem Interview nicht als Autorin anerkennt. Ab 9 Uhr kann man im Cineplex Foyer frühstücken und dann ab 10.30  hr nach einer kleinen Einführung den Film genießen. \ »DIE FRAU DES NOBELPREIS­ TRÄGERS« 9 UHR, CINECAFÉ » cineplex.de

DO 28.

THEATERPREMIERE Das Theaterstück »Die Wolke« behandelt ein Thema, das vermutlich jeden in der Region beschäftigt: Was passiert, wenn es im belgischen Tihange zum Supergau kommt? In dieser Situation befinden sich nun die 14-jährige Hannah und ihr kleiner Bruder. Sämtliche Medien melden die Katastrophe und die tödliche Atomwolke zieht immer weiter auf sie zu. Ohne Eltern oder andere Hilfe müssen Hannah und ihr Bruder sich mit der Situation auseinandersetzen. \

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» DIE WOLKE« 20 UHR, DAS DA THEATER » dasda.de

SA 30. PARTY Am 30. November findet die »Soul Express Girls Night Out« im Nox statt. Um 23 Uhr geht es los. Alle Ladies, die bis 0 Uhr mit einer Facebook-Veranstaltungszusage vorbeikommen, brauchen keinen Eintritt bezahlen. Des Weiteren bekommen sie bis 0 Uhr kostenlosen Prosecco. Neben Süßigkeiten gibt es die »Candyboys«, die die Damen bedienen. Der Dress Code heißt »Dress to impress – chic stylisch«. \ »SOUL EXPRESS GIRLS NIGHT OUT« 23 UHR, NOX

SA-SO 30.11-1.12.

ANDERES Wer sich bereits für »Aachen auf Eis« interessiert und auch noch gerne schlemmt, sollte sich das erste Adventswochenende vormerken. Zusätzlich zum normalen Betrieb werden an diesem Wochenende Foodtrucks vor der 100’5 Arena stehen und ihre Speisen anbieten. Das Essensangebot reicht von weihnachtlichen Süßigkeiten und Gebäcken bis zu veganen und vegetarischen Speisen. Geöffnet haben die Foodtrucks von 11 bis 22 Uhr. \

»AACHEN AUF EIS« 11-22 UHR, 100’5 ARENA » aachenaufeis.de

DEZEMBER

SO 1. FLOHMARKT Der Winter ist da! Nun kommen kuschelige Pullies, wärmende Schals, dicke Wollstrümpfe und kältefeste Mäntel zum Einsatz. Das ein oder andere Winter-Must-have findet sich

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auch bestimmt auf dem »KleiderCircus«, der Anfang Dezember nach Aachen kommt. Hier gibt’s Secondhand-Mode so weit das Auge reicht. Für Kinder wird man hier auch fündig. Vorbeischauen lohnt sich! \ »KLEIDERCIRCUS – DER MÄDELSUND KINDERFLOHMARKT« 11 UHR, PARK TERRASSEN EVENTS & RESTAURANT (EHEMALIG ­KURPARK TERRASSEN) » junge-kreativ.com

3., 4.+17. PARTY Für diejenigen,

die auch mal auf den Geldbeutel achten müssen, kommt jetzt genau die richtige Partyveranstaltung. Im Dezember steigt nämlich im Lessie Fair in der Pontstraße gleich an drei Tagen die »1 Euro Party«. Pfeffi, Jägermeister, Tequila, Tonic, ­Wodka E und Whiskey Cola gibt’s an diesen Abenden für nur einen lächerlichen Euro. Da finden nicht einmal Partymuffel eine Ausrede, um nicht auszugehen zu müssen. \

»1 EURO PARTY« 19 UHR, LESSIE FAIR » facebook.com/LessieFair

SO 8. KUNST In dem Kurs »Weih-

nachtswerkstatt für alle« haben Kinder die Möglichkeit, mit ihren Eltern und Freunden besondere Weihnachtsdekorationen zu basteln. Die Kinder können ihrer Phantasie freien Lauf lassen und werden vom Team der Werkwochen unterstützt. Der Kurs kostet 20 Euro und alle Materialien werden gestellt. Kursbeginn ist um 11 Uhr und das Ende ist um 14 Uhr. \ »WEIHNACHTSWERKSTATT FÜR ALLE« 8 UHR, BLEIBERGER FABRIK, RAUM 1 » bleiberger.de

DO 19. LESUNG Wer Lust auf Winterwunderliches hat oder einfach gesagt in Weihnachtsstimmung geraten möchte, der sollte bei der Lesung von Alexander Bach in der Raststätte Aachen vorbeischauen.Die Raststätte stimmt

EUREGIO-TERMINE

NOVEMBER SO 10. KONZERT »Lamb«– das ist

einen Grammy nominiert und spielte bereits mit Blueslegenden echter, cooler Trip-Hop aus Man- wie Dr. John, Bonnie Raitt, Taj chester. Seit 1996 stehen Sängerin Mahal und Pete Seeger. \ Louise Rhodes und Musiker Andy Barlow auf kleineren und größe- GUY DAVIS ren Bühnen, und spielen dabei 20.30-23.30 UHR, PARKSTAD LIMaus immer neuen Alben. Be- BURG THEATERS, HEERLEN kanntheit hat das Duo nicht zu- » plt.nl letzt auch dadurch erlangt, dass einige Songs in Werbefilmen ver- FR 29.11.-31.12. ANDERES Vom wendet wurden. Die Musik von 29. November bis zum 31. Dezem»Lamb«lässt sich nicht in einem ber findet wieder direkt hinter der Genre klar verorten, denn dafür niederländischen Grenze das Winsind diese Briten viel zu experi- terevent »Magisches Maastricht« mentierfreudig. So mancher hat statt. In dieser Zeit kann man in aber Soul und Hip-Hop deutlich Maastricht an verschiedenen winterlichen Aktivitäten teilnehmen. rausgehört. \ Neben dem Weihnachtsmarkt gibt es eine Lichtroute, bei der die »LAMB« Straßen mit Lichterketten ausge19 UHR, MUZIEKGIETERIJ, leuchtet sind und so zu einem MAASTRICHT Rundgang durch die Trendviertel » muziekgieterij.nl der Stadt einladen. Eine Eisbahn, FR 22. KONZERT Der New Yorker verschiedene Konzerte und roAkustik-Bluesmusiker Guy Davis mantische Übernachtungsmögkommt im November nach Heer- lichkeiten werden den Besuchern len. Seine Leidenschaft für den ebenfalls geboten. \ Blues entstand durch die Einflüsse seiner Großeltern, die im Süden »MAGISCHES MAASTRICHT« der USA lebten. 2018 war Davis für » magischmaastricht.nl

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sich weihnachtlich ein. Ein Programm aus Stand-up und passenden Geschichten zur Weihnachtsvorfreude erwarten den Besucher. Es dreht sich an diesem Abend alles um: »Geschichten vom Frösteln und Herzklopfen, von heimeligen Abenden am Glühweinstand und in den Lieblingskneipen, von Kindheitserinnerungen und weißen Röckchen.« Danach darf Weihnachten ruhig kommen. \ »SCHÖNSTE FREUDE - ALEX BACH LIEST WINTERWUNDERLICHES« 20 UHR, RASTSTÄTTE AACHEN » raststaette.org

SO 22. ANDERES Das alljährliche »Weihnachtssingen auf dem Tivoli 2019« findet dieses Jahr am 22. Dezember statt. Beim »Weihnachtssingen auf dem Tivoli« kommen die Aachener zusammen und feiern beim gemeinsamen Singen das Weihnachtsfest. Damit auch die richtige Stimmung aufkommt, wird der Tivoli hauptsächlich von Kerzenschein erleuchtet.

SA 30.

TATORT-DINNER Das Stück »St. Pauli, Leichen von der Stange« wird im Dorint Hotel in Düren als Theater-Dinner aufgeführt. Während einem vier-Gänge-Menü wird den Gästen eine Show mit Tanz, Gesang, einem Mordfall und norddeutschem Charme geboten. Die Handlung spielt im Hamburger Kiez und beschäftigt sich mit der Neueröffnung der Table-Dance-Bar »Die lange Stange«, die nicht so verläuft, wie sie sollte. Bekannterweise lauern auf der Reeperbahn viele zwielichtige Gestalten ... \

»ST. PAULI, LEICHEN VON DER STANGE« 19 UHR, DORINT HOTEL DÜREN » tatort-dinner.de

DEZEMBER SA 7. PARTY Wer

Warme Sachen sind bei diesem Event ein muss! \ »WEIHNACHTSSINGEN AUF DEM TIVOLI 2019« 16 UHR, TIVOLI » weihnachtssingen-ac.de

DI 31. SILVESTERPARTY An Silves-

ter noch die Oper »Werther« von Jules Massenet um 18 Uhr erleben und dann mit dem Theater Aachen ins Neue Jahr starten. Das ist doch mal eine Silvesterparty der anderen Art. Im Anschluss an die Oper beginnt nämlich die Silvesterparty des Theaters mit Leckereien vom Last Exit. Doch das ist nicht alles, was die Gäste erwartet: »Dinner for One« auf der Bühne, Feuerwerk um Mitternacht, Mitternachtssekt und Tanzen bis die Sonne wieder aufgeht. Karten für die Party gibt’s für 65 Euro an der T ­ heaterkasse. \

»SILVESTER IM THEATER AACHEN« 18 UHR, THEATER AACHEN » theateraachen.de

zuverlässig und regelmäßig die Scharen an. An diesem Abend heizen euch die Resident DJs des Clubs auf zwei Floors so richtig ein – mit lateinamerikanischen Beats. Das angeschlossene Restaurant »Novo« versorgt euch die Nacht über mit Snacks. \ »PINA« 22 UHR, COMPLEX, MAASTRICHT » complexmaastricht.nl

DO 19. KONZERT Bei »I am Oak«

geht es+ eher ruhig und besinnlich zu – ganz passend zur Weihnachtszeit. Die junge Gruppe aus dem niederländischen Utrecht schwebt zwischen Folk, Indie und Akustik. Mit einigen alten, aber auch neueren Songs im Gepäck besucht die Band jetzt das Publikum in Maastricht. \

Studenten in Maastricht fragt, wo man am bes- »I AM OAK« ten feiern geht, wird wahrschein- 20 UHR, MUZIEKGIETERIJ, lich immer vom »Complex« hören. MAASTRICHT Bekannte Namen wie »Mind » muziekgieterij.nl Against«, »I Hate Models« und »Boris Brejcha«, aber auch die üblichen Partyreihen locken


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STREAMING-STARTS

THE END OF THE F***ING WORLD, STAFFEL 2 Die erste Staffel dieser Serie basiert auf einem Comic von Charles Forsman und erzählt die kuriose Geschichte des Möchtegern-Psychopathen Charles, der sich in den Kopf gesetzt hat seine Klassenkameradin Alyssa zu ermorden. Zur zweiten Staffel, die ohne Comicvorlage auskommen muss, ist bisher nicht viel mehr bekannt, als dass es sie geben wird. \ AB 5. 11. AMERICAN HORROR STORY: APOCALYPSE Neue Staffel, neue AHS-Charaktere? Diesmal nicht! Die achte Staffel ist nämlich ein Crossover aus Staffel 1 (»Murder House«) und Staffel 3 (»Coven«). Nach einer Nuklearkatastrophe treffen im Atomschutzbunker Figuren aus ebendiesen Staffeln aufeinander. Hier geht der Horror-Trip dann erst richtig los. \  AB 15. 11.

THE CROWN, STAFFEL 3 Neue Staffel, neues Jahrzehnt, neuer Cast: Nachdem wir die Queen von Hochzeit über Krönung bis hin zu den ersten Jahren ihrer Regentschaft begleitet haben, geht es diesmal schon auf‘s 25. Thronjubiläum zu. Grund genug, den Cast einmal komplett auszutauschen. Da muss man sich erstmal an viele neue Gesichter gewöhnen. Spannend wird’s trotzdem. \ AB 17.11.

AMAZON PRIME

THE MAN IN THE HIGH CASTLE, STAFFEL 4 »The Man in the High Castle« zeigt eine schreckliche Realität: Statt der Alliierten, haben die Nazis und Japan den Krieg gewonnen und regieren nun die halbe Welt. In der finalen vierten Staffel wächst sich der Widerstand in den besetzten USA zur Revolution aus und die Herrschaft der Besatzer gerät ins Wanken. Doch auch alternative

FOTO: 2019 AMAZON.COM INC., OR ITS AFFILIATES

NETFLIX

Realitäten spielen zunehmend eine Rolle … \ AB 15.11.

kann also nahtlos weitergehen. Puh. \ AB 14.11.

FRIENDS Viele Fans waren zu Tode betrübt als Netflix im Juli bekannt gab, alle 10 Staffeln der Kultserie im November aus dem Programm zu nehmen. Doch nun gibt es Rettung: Amazon Prime übernimmt! Und zwar nur einen Tag nach dem Netflix-Aus. Das Binge-Watching

THE MARVELOUS MRS. MAISEL, STAFFEL 3 Es geht auf Tour für die wundervolle Mrs. Maisel! Und so wirbelt die verheiratete jüdische Hausfrau Midge weiterhin die männerdominierte Comedy-Welt der 1950er Jahre auf, statt zuhause am Herd zu stehen. Frauenpower! \ AB 6.12.

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LAUFBAHN RUND UM ­AUSBILDUNG UND BERUF

»FEIERABEND GIBT ES BEI MIR NICHT« Gini Kinzel ist 22 – und erfolgreiche Personal Trainerin. Wie sie das geschafft hat und welchen Herausforderungen sie sich als Nächstes stellt, erzählte sie uns zwischen Laufband und Hantelbank. Ein Einblick in ihren Alltag.

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VON SIMON WIRTZ

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omm Dino, das kann nicht alles sein, nochmal zehn!«, ruft Gini mit einem Lächeln auf den Lippen. Ständig hat sie die Haltung ihres Kunden im Blick, korrigiert sofort, wenn es sein muss. Dino ist fokussiert, er will diese Übung zu Ende bringen. Seit einer guten Stunde trainiert er nun schon, hat Hanteln gehoben, ist gesprintet. Jetzt steht er im Übungsraum, neben ihm Trainerin Gini. Der Schweiß läuft ihm in feinen Perlen den Rücken runter, bis er sich in seinem Shirt fängt. Nach weiteren zehn Minuten ist es geschafft. Dino ist zufrieden. »Das war ein gutes Training, du hast mich wieder richtig herausgefordert, Danke Gini!«, keucht er.

»DIE INDIVIDUELLSTE ­DIENSTLEISTUNG«

Klar, Fitness ist wichtig – aber lange nicht alles, wie die 22-jährige Personal Trainerin weiß: »Das ist ein wichtiger Teil, natürlich. Aber das Gesamtkonzept darf nicht zu kurz kommen. Sport, Ernährung, Umstände, Gewohnheiten – müssen gemeinsam mit dem Kunden analysiert werden. Wir klären Fragen, sprechen über Probleme. Jeder Mensch ist komplett anders, was seine Lebensweise, seine Vorlieben, seine Belastungen betrifft, und deshalb funktionieren die gewöhnlichen Trainingspläne und Gesundheitsapps auch bei vielen nicht. Es reicht leider nicht aus, eine Diät zu machen und Hanteln zu heben, wenn man wirklich nachhaltig und erfolgreich fit werden möchte. Man muss neu denken. Am besten kann man den Menschen helfen, wenn man ein Konzept entwickelt, das auf sie zugeschnitten ist. Bei der Umsetzung müssen sie dann begleitet werden.« Neben dem Personal Training mit einzelnen Kunden besucht Gini auch oft Unternehmen, um Mitarbeiter zu coachen.

FOTOS: UPMACHER

»ICH WOLLTE AUCH DENJENIGEN HELFEN, DIE SICH EINE INDIVIDUELLERE BETREUUNG WÜNSCHEN. UND DAS MACHT EINE PERSONAL TRAINERIN.«

VON PLANLOS ZU PLAN VOLL

Aber mal ganz von vorne. Wie kam die 22-jährige dazu, sich als Personal Coach selbstständig zu machen, während manch andere in ihrem Alter noch nicht mal von Zuhause ausgezogen sind? »Das war eher zufällig«, sagt die Sportbegeisterte. »Nach dem Abi hatte ich überhaupt keinen Plan, wo es hingehen soll. Und keine Lust zu studieren. Also machte ich ein FSJ in einer Surfschule in Spanien, brachte Kindern mit Handicap das Surfen bei. Und dabei merkte ich immer deutlicher, dass mir das super viel Spaß macht, anderen zu helfen, fit und gesund zu werden«. Zurück in Deutschland ging es für ­Gini also an die Arbeit. Ihre erste Station war ein Praktikum beim Dürener Studio »Fit Premium«. »Hier konnte ich erste Einblicke in die Branche bekommen, lernte super viele Leute kennen. Ich konnte spüren, welche Freude Sport auslösen kann. Ich wollte noch tiefer eintauchen, also begann ich eine Ausbildung im Studio.«.

AUF EIGENEN BEINEN Anderthalb Jahre war sie im »Fit Premium«, füllte Trainingspläne aus, machte Übungen vor, stand den Kunden zur Seite. Sechs Tage die Woche auf der Trainingsfläche, immer gleich zur Stelle. Eine gute Erfahrung, weiß sie aus heutiger Sicht. Aber irgendwann wollte sie größer denken: »Ich hab den Job sehr gerne gemocht, und ich fand toll, dass ich Menschen helfen konnte, noch besser zu trainieren und mehr Erfolge zu erzielen. Aber ich wollte lernen, wie man noch besser und passgenauer helfen kann. Ich hab mich damit irgendwie nicht zufrieden gegeben. Ich wollte auch denjenigen helfen, die sich eine individuellere Betreuung wünschen. Und das macht eine Personal Trainerin. Also war mein Berufswunsch klar«, sagt sie überzeugt. An der IST-Hochschule in Düsseldorf fand sie den richtigen

Studiengang, dem sie nun neben dem Beruf im Fernstudium folgt.

LUFT NACH OBEN Gini wäre nicht sie selbst, hätte sie nicht schon längst darüber nachgedacht, was sie noch erreichen möchte. »Es läuft gut, und das finde ich super. Aber es gibt natürlich Baustellen: Ich arbeite zurzeit an einer eigenen Homepage, und außerdem, mal ganz abgesehen vom Beruflichen, möchte ich einen Ausgleich finden. Ich habe vor, mich in einem Yoga-Studio anzumelden. Einfach mal entspannen, abschalten. Denn bei mir gibt es eigentlich keinen Feierabend. Selbst abends vor dem Fernseher schreibe ich Rechnungen und beantworte Mails.« \ gini_kinzel gini.kinzel

BERUF: PERSONAL TRAINER DASS KUNDEN 70 BIS 150 EURO PRO STUNDE AUF DEN TISCH LEGEN, HAT SEINEN GRUND: WER ALS PERSONAL TRAINER ERFOLGREICH SEIN MÖCHTE, MUSS MEHR KÖNNEN ALS GUTE LAUNE VERBREITEN. DIE MEISTEN DER GUT 400 HAUPTBERUFLICHEN TRAINER IN DEUTSCHLAND HABEN EIN STUDIUM UND MEHRERE ZUSATZQUALIFIKATIONEN VORZUWEISEN – DAZU NOCH ETLICHE JAHRE ERFAHRUNG IN DER GESUNDHEITS- UND FITNESSBRANCHE. AM ENDE IST DER KUNDE KÖNIG – UND ENTSCHEIDET SOMIT AUCH, OB ES SICH FÜR IHN LOHNT, EINEN TRAINER ZU BEZAHLEN. WER IM GESCHÄFT BLEIBEN MÖCHTE, MUSS SICH ALSO GEGEN HARTE KONKURRENZ BEHAUPTEN, UND MESSBARE ERGEBNISSE ERZIELEN. \

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d el sin g n E rie n-Ma inter dem a e J h d n un n Köpfe er Label i r t a K n ve ache reati die k reichen A eit zehn S rg erfol icenice«. Designe und s n ben. ig Zeit. e L »nice führ t da ür Mode fen sie s s« in f n wen e Jahre in Atelier s, 2014 ri ade Circu und zu e e en Duo accessoir t »Handm viele Ide , n rk Woh esignma er Socken b den D spräch ü e Ein G

VON ANJA NOLTE

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atrin Engel arbeitete als Grafikerin in einem Büro, aber ihr fehlte das produktive Arbeiten mit den Händen. Sie fing an, Schals zu nähen, und stellte sie bei DaWanda ein – zu einer Zeit, als der Online-Marktplatz gerade im Kommen war. Gleich am ersten Tag verkaufte sie drei Stück. »Das ist jetzt ziemlich genau zehn Jahre her«, erzählt sie. In der Zwischenzeit sei viel passiert: Zum einen seien neue Produkte hinzugekommen, zum Beispiel die Socken für Erwachsene und Kinder, aber auch Decken, Kissen und Schmuck. »Wir wachsen in kleinen Schritten«, sagt das Designer-Duo. Kennengelernt haben sich die beiden bereits in der Fachoberschule für Gestaltung in Aachen, anschließend studierte Katrin Produktdesign an der FH und Jean-Marie wechselte – nach einem Ausflug in

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die Architektur – zum Studiengang Medien­ design. Dass sie von ihrer Idee leben können, stellte sich schon nach dem ersten Jahr heraus. Seitdem konzentrieren sie sich ganz auf ­ ihr Atelier für Mode- und Wohnaccessoires »nicenicenice« – hinzu kommen Auftragsarbeiten, etwa im Bereich Fotografie. »In den ersten Jahren waren wir sehr viel unterwegs, um unsere Produkte bekannt zu machen«, berichten sie von den Anfängen. An 20, 30 Messen pro Jahr hätten sie teilgenommen – auf der »hello handmade« in Hamburg, einer der populärsten Märkte der deutschen Design- und Craftszene, sind sie jetzt schon im zehnten Jahr als Aussteller dabei. 2014 realisierten sie dann in Eigenregie einen Designmarkt für Aachen, der gleich im ersten Anlauf ein voller Erfolg war: »Wir hatten die Erfahrung und kannten viele Aussteller, die uns einen Vertrauensvorschuss

Das Designer-Paar Katrin und Jean-Marie im eigenen ­Wohnzimmer

FOTOS: NICENICENICE

E R V E I H T C A E A R M K BE R SE L

gegeben haben. Wir ha- ben gesagt, das wird gut, und sie haben mitgemacht.« Seitdem füllt der »Handmade Circus« jedes Mal die Aula Carolina: »60 Aussteller bekommen wir auf den 600 Quadratmetern untergebracht. Mittlerweile schicken wir doppelt so viele Absagen.« Und wie schafft man es, solche Ideen in die Tat umzusetzen? »Mit viel Herzblut«, sagen die beiden. »Wenn man von einer Idee zu hundert Prozent überzeugt ist, kann man alles schaffen.« Einer der ersten, größeren Schritte sei damals sicherlich der eigene Online-Shop gewesen. Ein weiterer Meilenstein: die Auslagerung der Produktion. »Wir lassen unsere Schals in einer Weberei in Süddeutschland herstellen, die Socken in zwei deutschen Stickereien – eine für Erwachsenen-Socken, eine für Kinder-Socken.« Kleine Manufakturen zu finden, die die gewünschte Qualität garantieren, sei


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»WENN MAN VON EINER IDEE ZU HUNDERT PROZENT ­ÜBERZEUGT IST, KANN MAN ­ALLES SCHAFFEN.« gar nicht so leicht: »Man kann froh sein, wenn man einen Eintrag in den Gelben Seiten findet – viele haben keine Online-Präsenz«, erzählen sie. Und gerade geht die Suche nach einer Schalweberei von vorne los: Der Zwei-MannBetrieb stellt zum Jahresende die Produktion aus Altersgründen ein. Heute findet man die »nicenicenice«-Produkte mit ihren typischen geometrischen Mustern und harmonischen Farbkompositionen nicht nur in dem Online-Shop, sondern in

diversen Ladenlokalen in Deutschland sowie über zahlreiche Händler weltweit. Aus England komme beispielsweise jedes Jahr eine größere Bestellung und in Japan sei man ganz verrückt nach den Krabbeldecken, erzählen sie. Vor fünf Jahren mieteten sie dann das Studio in der Moltkestraße an, weil die Wohnung – noch dazu im fünften Stock – aus allen Nähten platzte. Riesige Kartons mit Füllkissen und Decken stapelten sich im Wohnzimmer, zum Teil auch bei der Oma in der Garage. Das Studio, das jetzt

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Geräumig, schlicht und trotzdem mit Liebe zum Detail: Im Atelier von »nicenicenice« findet man alles, was das Design-Herz begehrt

gleichzeitig als Werkstatt und Ausstellungsraum dient, war ein Glücksfall: Mittlerweile wohnen die zwei mit dem Nachwuchs direkt nebenan. »Wenn ein Kunde vorbeikommt, öffnen wir einfach das Tor zum Hinterhof und laden zum Stöbern ein.« Und was ist für die Zukunft geplant? »Wir haben viele Ideen für neue Produkte, das Problem ist die Zeit.« Ganz konkret stehe für das nächste Jahr eine Künstleredition mit bekannten Illustratoren auf der Agenda. »Irgendwann wäre auch ein eigenes Ladenlokal in der Innenstadt schön – der direkte Kundenkontakt macht uns immer noch am meisten Spaß.« \

BERUF: PRODUKTDESIGNER KATRIN ENGEL HAT AN DER FH AACHEN PRODUKTDESIGN STUDIERT UND ALS GRAFIKERIN GEARBEITET, BIS SIE SICH 2009 MIT »NICENICENICE« SELBSTSTÄNDIG MACHTE. IHR MANN JEAN-MARIE HAT ZWEI JAHRE ARCHITEKTUR STUDIERT, BEVOR ER ZUM STUDIENGANG MEDIENDESIGN AN DER FH ­A ACHEN WECHSELTE. UM EIN UNTERNEHMEN ZU FÜHREN, VON DEM SIE ALS FAMILIE LEBEN KÖNNEN, BRAUCHE MAN NEBEN KREATIVITÄT VOR ALLEM JEDE MENGE HERZBLUT UND DISZIPLIN: »ZUM ALLTAG GEHÖREN AUCH DINGE WIE DIE BUCHHALTUNG, STEUERN UND RECHTLICHE REGELUNGEN, MIT DENEN MAN SICH INTENSIV

BESCHÄFTIGEN MUSS. DAS MACHT NICHT IMMER SPASS, ABER DA MUSS MAN EBEN DURCH.« 2.-21.12. „XMAS POPUP“ NICENICENICE ATELIER FÜR MODE- & WOHNACCESSOIRES, MOLTKESTR. 14 GEÖFFNET SA 11-14, DI+DO 12-18 ODER NACH TERMIN

» www.nicenicenice.de » www.handmadecircus.de

WEITERE TERMINE 29.11.-1.12.+6.-8.12. VERKAUFSSTAND ­WEIHNACHTSMARKT BURTSCHEID 13.12. WEIHNACHTSMARKT-EVENT CAFÉ FUCHS 25.+26.1. DESIGNMARKT HANDMADE CIRCUS AULA CAROLINA

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WIE GRÜNDET MAN EIN UNTERNEHMEN?

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Mit einer Idee durchstarten, Chef sein und im besten Fall auch noch richtig Kohle machen: spätestens seitdem das Wort »Start-up« in aller Munde ist, hat sich jeder schon mal überlegt, wie es wäre, ein Unternehmen zu gründen. Doch wie geht das eigentlich? Wir haben Christian Laudenberg, ­Geschäftsführer der GründerRegion Aachen gefragt. ANGENOMMEN ICH HABE EINE GESCHÄFTSIDEE. WORAN ERKEN­ NE ICH, DASS SIE GUT IST? Manchmal hat man eine Idee, bei der man sich einfach nicht sicher ist, ob sie sich umsetzen lässt. Dann sollte man auf keinen Fall den Fehler machen, diese Idee irgendwo in der Schublade versauern zu lassen, sondern sich unbedingt Feedback dazu holen. WO KRIEGE ICH EIN SOLCHES FEEDBACK? Zum Beispiel bei uns. Wenn sich ein Gründer an die GründerRegion, wendet, dann suchen wir einen unserer 14 Träger aus, der ihn am besten beraten kann. Einmal im Jahr findet außerdem unser AC2-Gründerwettbewerb statt. Hier haben wir ein 200 Personen starkes Beraternetzwerk mit professionellen Beratern aus ganz unterschiedlichen Bereichen: da sind Steuerberater, Rechtsanwälte, Unternehmensberater, Marketingexperten und vieles mehr dabei. Die Teilnehmer werden über mehrere Monate begleitet und können sich mindestens drei Tage kostenlos von einem dieser Berater coachen lassen. Gemeinsam wird dann ein

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Businessplan erstellt. Denn bei der Unternehmensgründung ist die Idee nur ein Baustein, am Businessplan erkennt man, wie die Idee dann tatsächlich zu einem Unternehmen werden soll. WO LAUERN FEHLERQUELLEN BEI EINER GRÜNDUNG? Häufig wird unüberlegt gegründet. Viele melden direkt ein Gewerbe an und überlegen sich dann erst, wie es weitergeht. Das ist die falsche Reihenfolge. Am Anfang steht die Beratung. Ein Beispiel: Das Thema Fördermittel. Die kann man nämlich häufig nur beantragen, bevor man eine Gewerbemeldung gemacht hat. WIE TEUER IST EINE GRÜNDUNG IM DURCHSCHNITT? UND WIE LANGE DAUERT SIE? Die Gewerbemeldung kostet in Deutschland 25 Euro, alles andere ist sehr individuell. Der Zuschuss durch das Gründerstipendium des Wirtschaftsministeriums beträgt insgesamt 12.000 Euro. Das könnte eine Richtgröße sein. Auch die Dauer einer Gründung ist sehr individuell. Der rein formelle Gründungsakt für eine haftungsbeschränkte


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Suzanne Grieger-Langer ist als »Profiler Suzanne« nicht nur als Trainerin, Dozentin und Autorin aktiv, sie tourt auch mit ihrem Programm »Cool im Kreuzfeuer« durch Deutschland. Im Oktober machte sie mit ihrer Live-Show Halt im Aachener Eurogress, neoRedakteurin Belinda Petri traf sie backstage zum Interview. NACH ZAHLLOSEN VORTRÄGEN VOR MITARBEITERN UND FÜHRUNGSKRÄFTEN IN UNTERNEHMEN, MEHREREN BÜCHERN WIE »DIE TRICKS DER TRICKSER« SIND SIE NUN AUCH ERFOLGREICH MIT EINEM PROGRAMM AUF DER BÜHNE VOR GROSSEN PUBLIKUM UNTERWEGS. WIE KAM ES ZU DIESEM ANGEBOT? Zu den Live-Shows bin ich wie die Jungfrau zum Kinde gekommen: Mein Promoter fragte an, ich antwortete »Klar!« und jetzt sehen wir, dass der Bedarf nach Aufklärung – unterhaltsam verpackt – wirklich besteht. Viele Menschen durchleben Sinnlöcher, die neu definiert werden müssen. Das ist eine normale Entwicklung – auch im Job!

FOTO: BELINDA PETRI

EIN GUTER MENTOR IST GOLD WERT

Profilerin Suzanne Grieger-Langer backstage im Interview mit neo

SIE SAGEN, MAN MUSS DAS BÖSE ERKENNEN, DIE MANIPULATION UND MECHANISMEN AUFDECKEN, DAMIT SIE IHREN SCHRECKEN VERLIEREN. WAS GENAU MEINEN SIE DAMIT? Die meisten Menschen leben in der Illusion, dass es »das Böse« gar nicht gibt, aber Aggressoren, Mobber und Trolle gibt es überall, sie greifen den guten Ruf an, verbreiten Lügen – im Netz, bei Kollegen, sogar im engsten Umfeld und richten so immensen Schaden an. In meinem Buch »Cool im Kreuzfeuer« geht es auch um meine persönliche Erfahrung mit boshafter Manipulation und den Möglichkeiten, wie man sich schützen kann.

Gerade zu Beginn geht man naiv und indoktriniert in die Berufswelt, ich würde immer einen guten Mentor empfehlen. Ein guter Mentor stellt Fragen statt zu antworten und sagt, was man lassen soll, nicht was man machen soll! Wie überall, stinkt auch in Unternehmen der Fisch vom Kopf her, ein unzeitgemäßer Führungsstil bringt keine frischen Ideen hervor, dabei hat sich die Arbeitswelt gerade in den letzten Jahren gewandelt und ist vielschichtiger geworden. Gerade junge Start-ups schätzen beispielsweise als Projektmanager Ü-40-Mitarbeiter, die Erfahrung und Gelassenheit mitbringen. \

IM LAUFE EINES BERUFSLEBENS WIRD MAN SICHER VERSCHIEDENE TYPEN KENNENLER­ NEN, PERFORMER EBENSO WIE SCHAUM­ SCHLÄGER, WAS RATEN SIE STUDIERENDEN UND BERUFSANFÄNGERN?

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FOTO: CHRISTIAN DECHENE

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Wie bist Du das eigentlich geworden? Prof. Dr. Christian Dechêne ist gebürtiger Aachener. Nach dem BWL-Studium an der RWTH war für ihn klar: seine Zukunft liegt in der Lehre und F­ orschung. Klenkes neo traf den Wirtschaftswissen­schaftler in der Europäischen Fachhochschule am Kapuzinerkarree. ERKLÄRE DEINEN JOB Mein Job hier an der EU FH besteht im Wesentlichen aus vier Säulen: Forschung, Lehre, Verwaltung und dem Kontakt zu Unternehmen. Ungefähr zehn Stunden pro Woche stehe ich vor den Studierenden. Hier kann ich den jungen Leuten persönliche Impulse geben. Aber wir pauken hier nicht nur! Als Prof spielt man an der EUFH auch Paintball mit den Studenten, auch wenn man dabei ein beliebtes Ziel ist. Daneben arbeite ich als Forscher intensiv mit Unternehmen wie Lindt zusammen, habe damals schon mit Zentis meine Promotion durchgeführt. Als Dekan bin ich außerdem für 700 Studierende und 10 Professoren verantwortlich. WIE BIST DU DAS GEWORDEN? Nach dem Abitur leistete ich Wehrdienst bei der Luftwaffe, was mir heute beim Paintball hilft. Im Studium fand ich Marketing besonders spannend und promovierte

schließlich darin, an der RWTH. Nach meiner Promotion arbeitete ich eine ganze Zeit lang als Unternehmensberater, war dabei unter anderem für VW, Siemens und die Deutsche Post tätig. Rückblickend eine sehr gute und lehrreiche Zeit. ERZÄHL MAL VON DEINEM UN­ VERGESSLICHSTEN NEBENJOB Ich habe mal auf einer Gepardenfarm in Südafrika gearbeitet. Dort die Tiere gefüttert, gekämmt, und bin mit ihnen um die Wette gelaufen. Das war schon wirklich abgefahren! DEIN ULTIMATIVER TIPP FÜRS BERUFSLEBEN? Ich habe zwei Tipps für euch: Erstens, wenn ihr etwas anpackt, dann zieht es auch wirklich durch, gebt 100 Prozent! Und Zweitens: jeder macht Fehler, und die muss man sich auch verzeihen. Aber lernt aus euren Fehlern, denn sie können euch nur voranbringen. \SW

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FOTO: VERENA BODENSTEIN

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Service KLENKES NEO – MAGAZIN FÜR JUNGE AACHENER HERAUSGEBER Josef Heinrichs SEKRETARIAT/VERWALTUNG Martina Welz (Tel.: -111), Miriam Schwarz CHEFREDAKTION Kira Wirtz REDAKTION Simon Wirtz (Leitung), Verena Bodenstein, Lillith Bartczak

PARTY, PARTY, PARTY! Wenn man eigentlich einen entspannten Abend geplant hat, doch ­partyverrückte Freunde etwas ganz anderes für einen im Sinn haben.

VON VERENA BODENSTEIN

F

reitagabend. Ich sitze ganz gemütlich daheim auf der Couch und bin eigentlich nur froh, die Woche überstanden zu haben. Und Dann kommt ein Anruf von meinen feierwütigsten Freunden. Ich kenne die Situation nur zu gut, wenn man nichts ahnend den Hörer ans Ohr hält und es aus dem Telefon schreit: KOMM FEIEEERRNN!!! Bei mir waren es meistens meine beiden Freundinnen Lida und Katha. Nachdem ich den Tinitus überwunden hatte und in einer leichten Panik bereits alle Ausreden im Kopf durchgegangen bin – die letztendlich alle nichts nützten – kam Ich zum traurigen Schluss: »Verdammt, ich komme aus der Nummer nicht raus. Da muss ich jetzt durch.« Also, her mit den Partyschuhen und dem Glitzerfummel vom letzten Silvesterfest und Augen zu und durch. Meine zwei kleinen Ausgeburten der Partyhölle, warteten bereits vorm Apollo auf mich. Als sie mich entdeckten, fingen sie an, ganz irre zu lachen. Ich dachte mir: »Ich brauche Tequila … ganz viel Tequila.« Lida kam überschwänglich eingestimmt und wankend auf mich zu. Ich fragte mich, wie sie trotzdem eine so gute Figur machen

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konnte – denn offensichtlich waren bei ihr alle Lämpchen an. Das musste an den russischen Genen liegen. Für Russen stellt ­Vodka keine Gefahr dar. Für ­Asiaten jedoch schon. Wenn ich etwas bezeugen kann, dann das. Katha, die Dritte im Bunde, hatte bereits den alkoholischen Status der angeseuselten Glückseligkeit erreicht. Im Gegensatz zu Lida, die inzwischen »Puta« schreiend in Richtung Club lief (Weiß sie eigentlich, was das Wort bedeutet?), grinste Katha nur, lachte hin und wieder teuflisch und garantierte mir in regelmäßigen Abständen, dass sie noch nie in ihrem Leben einen Kater hatte (Ich glaube ihr das übrigens bis heute nicht. Diese übermenschliche Fähigkeit besitzt doch keiner). Wir stellten uns in die Schlange vorm Club an. Mein Lieblingstürsteher – breites Kreuz und kurz geschorene graue Haare – empfing uns freundlich. Ich bete, dass er sich an unsere letzte Begegnung nicht mehr erinnern kann. Ich sage nur: Das ­Apollo, L­ ida und das gebrochene Herz eines Moccaböhnchens … owehh! Ich schaute mich nach meinen beiden Ladies um, die sich anscheinend in den Club teleportiert hatten. Ihre Garderobe hatten sie bereits abgegeben und standen schon an der Bar. Ich kam nicht einmal von der Kasse weg. Wie

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hatten die das nur gemacht? Aus der Entfernung sah ich, wie zwei Jungs Ihnen etwas ausgaben. Instinktiv klatschte ich mir mit meiner Handfläche auf die Stirn. L­ idas Freude über den Shot Tequila hätte man auch aus dem Weltall erkennen können. Katha zuckte nur mit den Schultern und kippte den Tequila ihre Kehle runter. Von KO-Tropfen haben die beiden wohl noch nichts gehört. Doch zugegeben: Einen Tequila-Shot könnte ich auch vertragen. Endlich im Club, stürzte ich mich auf die beiden, nahm sie bei der Hand und zerrte sie von den seltsamen Juppies weg und auf die Tanzfläche (ganz typischer Mädelsmove). Schließlich wollten doch die beiden, dass ich zum Feiern mitkomme. Dann muss nun auch getanzt werden. Auf der Tanzfläche waren die beiden vollkommen entfesselt und hoben mich – ungeachtet meines kurzen Kleides – in die Höhe. Ach, gönnen wir mal den Umstehenden die Peep-Show. Ich musste lachen und die anderen beiden gleich mit. Diesen Moment muss man doch irgendwie festhalten. Wo ist denn der Party-Fotograf? Cheese! Wie alle drei den Abend überstanden haben und was am Tag danach geschah, erfahrt Ihr in der nächsten neo-Ausgabe. \

REDAKTIONELLE MITARBEIT Anja Nolte, Anna Contzen, Belinda Petri Advertorials und Pressetexte sind mit adv. ­gekennzeichnet. GRAFIK UND LAYOUT Malte Pferdmenges TITELFOTO upmacher ­ANZEIGEN Manfred Sukrow Tel. +49(0)214/9450-132 msu@klenkes.de Eva-Maria Wagner (Anzeigenleitung) Tel. +49(0)241/9450-117 emw@klenkes.de Artur Dunat Tel. +49(0)241/9450-116 adu@klenkes.de VERTRIEB Richard Mariaux (Tel. -112), Natascha Zähl KLENKES-VERANSTALTUNGEN UND ­MEDIENKOOPERATION Richard Mariaux (Tel. -112) Anzeigenpreisliste und ­Me­dia­da­ten werden auf Wunsch ­zugeschickt. Es gilt die An­zeigen­preis­liste Nr. 10 vom Dezember 2018. Die durch den Verlag ge­stal­te­ten ­An­zeigen sind ur­he­ber­­rechtlich ­geschützt und dür­fen nur mit ­ausdrücklicher Genehmigung des ­Ver­lages weiter ­verwendet werden. Keine Haftung für unver­langt ­ein­gesandte Manu­skripte, ­Zeich­nun­gen, Fotos etc. Nachdruck, auch aus­zugsweise, nur mit schrift­ licher Genehmigung des Klenkes. Alle ­Urheberrechte ­ver­blei­ben beim Verlag. © 2019 print'n'press Verlag


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