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Das Magazin

für junge Aachener 01 | 2020 unbezahlbar

YOUNG ­OFFICERS

Wie die Gen Z das Museum für sich entdeckt

ENDLICH SHOUTEN

DER BESTE. JOB DER WELT.

Warum Felix Mühlenbruch. lieber Kinderkrankenpfleger. als CEO wurde.

NACHTSCHICHT.

Martha Wingen singt in der Metal-Band »Horizis«

Wie über 60 Leute. ab 3 Uhr morgens euer. Mensaessen kochen.

N N A M

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INHALT

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FOTOS: OBEN LINKS: UPMACHER, OBEN RECHTS: LUTZ ADORF, UNTEN LINKS: JONA STAHLSCHMIDT, UNTEN RECHTS: UPMACHER

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LIEBE LESERINNEN UND LESER,

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endlich 2020! Und, mit welchen guten Vorsätzen seid ihr ins Neue Jahr gestartet? Ich habe mir diesmal überlegt, keine aufzustellen, nachdem ich mir mal Gedanken über das Thema gemacht habe.

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MAGAZIN

LAUFBAHN

4 AUF DEN ERSTEN BLICK

20 KINDERMOTIVATOR

27 DÜRFEN DIE DAS?

Auf der Suche nach Sinnvollem und Skurrilem

­Warum Felix Mühlenbruch lieber kranke Kinder pflegt, als CEO zu werden

6 DER FEINARBEITER

22 PROBLEMLÖSER

29 WIE BIST DU DAS EIGENTLICH ­GEWORDEN?

Was den Schweizer Schauspieler Julian Koechlin ans Theater Aachen bringt

Wie Informatikstudenten die Mobilität voranbringen wollen

10 WER GLAUBT NOCH ANS MUSEUM?

24 IN DEN KOCHTOPF GEGUCKT

12 OCHE ALAAF!

26 MEHR STELLEN, WENIGER BEWERBER

Wie die Gen Z das Museum für sich entdeckt

Eventtipps für Jecken und alle, die an Karneval lieber fliehen

14 EIN BIER MIT MARTHA HORIZIS

Martha Wingen ­verwirklicht ihren ­Metal-Traum in der Aachener Band »Horizis«

16 AGENDA

Konzerte, Partys und Events im Januar und Februar

Wo täglich 16.000 Mensa­ essen zubereitet werden

Ein Anwalt für Arbeitsrecht klärt auf

Der ehemalige Klenkes-­ Herausgeber Josef Heinrichs im Interview

30 AUS DEM LEBEN

neo-Redakteurin Verena Bodenstein erzählt von ihrer Studienzeit

Arbeitsmarktexperten und Berufsberater über unsere Chancen auf gute Jobs

IMPRESSUM Klenkes neo – M ­ agazin für junge Aachener 8. Jahrgang klenkes-neo.de

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Verlag print'n'press Verlag GmbH Dresdener Straße 3, 52068 Aachen Tel. +49(0)241/5101-611 Fax. +49(0)241/9450-180 Geschäftsführerin: Alexandra Behle p-n-p.de

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Druck Weiss-Druck GmbH & Co. KG Hans-Georg-Weiss-Str. 7 52156 Monschau Klenkes neo wird gedruckt auf Bilderdruck-­Recyclingpapier. Verantwortlich i.S.v. §8 ­Landespressegesetz NRW Verantwortlich für den Inhalt: Kira Wirtz, Dresdener Straße 3, 52068 Aachen Tel. +49(0)241/5101-615 kw@klenkes.de

Verantwortlich für den ­Anzeigenteil: Eva-Maria Wagner Dresdener Straße 3, 52068 Aachen Tel. +49(0)241/5101-617 emw@klenkes.de

IST EUCH SCHON MAL AUFGEFALLEN, DASS DIE GUTEN VORSÄTZE BEI VIELEN JEDES JAHR AUFS NEUE FAST IDENTISCH SIND?

Mehr Sport, mehr Quality Time und weniger Stress stehen seit Jahren weit oben auf den Listen der häufigsten Vorsätze. Und trotzdem ändert sich nichts. Deshalb finde ich: Es ist an der Zeit, neu zu denken. Und größer zu denken. Wir könnten viel mehr erreichen, wenn wir uns fragen, was wir wirklich wollen, und wie wir dahin kommen. Denn irgendwann, wenn wir unseren Abschluss in der Tasche haben, verlassen wir Uni oder Ausbildungs­betrieb mit neuem Wissen, und vor allem – mit haufenweise Lebenserfahrung. Und dann geht unser Leben erst richtig los. Was machen wir, wo und wie leben wir, wenn wir Neujahr 2030 feiern? Für uns ändert sich in zehn Jahren vielleicht (fast) alles, für unsere Eltern aber so gut wie nichts. Denn wir haben einen großen Vorteil, den uns keiner nehmen kann: wir sind jung, und haben noch alles vor uns. \ DENKEN WIR GROSS

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AUF DEN ERSTEN BLICK

Für Euch sind wir immer auf der Suche nach Sinnvollem und Skurrilem

STROHHALME AUS EDELSTAHL

Im Concept Store little something gibt es Strohhalme aus Edelstahl im Angebot. Die Strohhalme gibt es im Vierer-Pack inklusive einer Handbürste zur Reinigung der Strohhalme für 12 Euro. Praktisch für jeden, der seinen Plastikverbrauch verringern will. \

» Instagram.com/littlesomething_aachen

DAS »HIGH FIVE – STUDENTENABO« Das Theater Aachen bietet Studenten bis zum 30. Lebensjahr ein ­besonderes Angebot: fünf mal ins Theater gehen für nur 22,50 Euro. Das einzige Manko am Studenten-Abo: Premieren, Gastauftritte und Sonderveranstaltungen sind mit diesem nicht zugänglich, aber dennoch lohnt es sich für jeden studentischen Theater-­ Begeisterten. \ » theateraachen.de

AUSFLUGSZIEL ARDENNEN

Wer gerne Ausflüge an interessante Orte macht und die Ardennen näher erkunden möchte, sollte sich das neue Buch von Rolf Minderjahn holen. In seinem Buch »100 Orte in den Ardennen« werden viele interessante Orte und geheime Tipps zu diesen vorgestellt. Eine gute Wahl für den nächsten Ausflug! \ » gev.be/unsere-autoren/rolf-minderjahn

ROLF ­MINDERJAHN: »100 ORTE IN DEN ARDENNEN« GEV-VERLAG 216 SEITEN 15 EURO

WACH DURCH DIE PRÜFUNGSPHASE NEUES LEBEN FÜR ZAHNRÄDER In der BreitSeite gibt es zurzeit Deko-Gegenstände zu ­kaufen, die aus Zahnrädern bestehen. Die Zahnräder ­w urden durch »Upcycling« verschönert und zu Kerzen­ haltern, Uhren, Stövchen und anderen praktischen ­Gegen­ständen weiterverarbeitet. \ » wabe-aachen.de/de/breitseite

Die Teestube Haus Eulenspiegel hat in ihrem Sortiment einen Tee, der speziell für Studenten gedacht ist. Der Tee »Schlaflos in Aachen« besteht aus grünem China Sencha Tee, grünem Mate, Lemongras, Verbeneblättern, Zitronenecken, natürlichem Aroma und Guarana. Diese Mischung soll Studenten dabei helfen, in der stressigen Prüfungsphase oder bei einer langen Partynacht wach zu bleiben. 100 Gramm Tee kosten 4,95 Euro. \ » haus-eulenspiegel.de

ZUSAMMENGESTELLT/ALLE FOTOS: ANNA CONTZEN

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www.emf-eschweiler.de Das legendäre Sommer-Festival mitten in Eschweiler hat bereits ihr Line-Up 2020 verkündet: Roger Hodgson, QUERBEAT und Level 42 bilden das Wochenendprogramm des traditionsreichen Festivals. Supertramp’s ROGER HODGSON BREAKFAST IN AMERICA WORLD TOUR In seinen 14 Jahren Bandgeschichte und als Mitbegründer der Band Supertramp trug Roger dazu bei, Supertramp zu einem weltweiten Phänomen zu Entwickeln. Am Freitag, dem 17.07.2020 eröffnet er im Rahmen seiner „Breakfast in America World Tour“ das Eschweiler Music Festival. Das Publikum erwarten Supertramp Hits, als auch weitere Klassiker von Roger wie „Sister Moonshine“, „Child of Vision“, „Hide in Your Shell“, sowie Favoriten der Fans „Had a Dream“, „Only Because of You“ oder „Lovers in the Wind“. Einlass: 18:00 Uhr Beginn: 20:00 Uhr

QUERBEAT - RANDALE & HURRA Live-Act für Samstag, den 18. Juli 2020. Mit Liedern wie „Romeo“ oder „Randale & Hurra“ werden Sie rund 5.000 Besuchern mit jeder Menger Spaß und guter Laune von der Freilichtbühne aus einheizen. Der 13-köpfigen Brasspop-Band aus Bonn, die noch zu Schulzeiten gegründet wurde, gelang 2016 der große Durchbruch mit ihrem Album „Fettes Q“. Niveau, Finesse, Punk und Intelligenz haben selten so viel Spaß gemacht. Dreizehn laute nette Leute, die wissen was sie tun, wenn sie zum Tanz bitten. Man kann lange sinnieren, am Ende des Tages aber ist Querbeat der maximale Rave, das Excalibur der Eskalationskunst.

LEVEL 42 - 40TH ANNIVERSARY TOUR Mit der britischen Band „Level 42“ wird am Sonntag, dem 19.07.2020 der gebührende Abschluss der Saison 2020, mit markantem Bass beendet! 1979 gegründet, gelang der Jazz-Funk Fusion Band der schnelle Durchbruch in England und es dauerte nicht lange, bis sie mit Hits wie „Lessons in Love“ und „Something About You“ die Menschen weltweit begeisterten. Einlass: 18:00 Uhr Beginn: 19:00 Uhr

Einlass: 18:00 Uhr Beginn: 20:00 Uhr

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JULIAN

KOECHLIN IM NEO-PORTRÄT

AUS DER SCHWEIZ NACH AACHEN: JULIAN HAT SEINE ZIELE FEST IM BLICK


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NETFLIX, TVNOW, FERNSEHEN UND JETZT THEATER: DIESER SCHWEIZER SCHAUSPIELER IST EIN MULTITALENT

DER FEINARBEITER Wer gerne Netflix schaut, könnte vielleicht schonmal über den Schauspieler Julian Koechlin gestolpert sein. Während der 27-Jährige bei uns in Deutschland noch fast unbekannt ist, hat er sich mit Produktionen wie dem LGBT-Film »Mario« und der Krimiserie »Wilder« in seinem Heimatland Schweiz bereits einen Namen gemacht. Was führt ihn ans Theater Aachen?

VON SIMON WIRTZ

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ütze, Rollkragenpullover – und dazu ein verschmitztes Lächeln: Julian Koechlin empfängt mich am frühen Mittwochnachmittag im kleinen, gemütlichen Café des Mörgens. Hier, wo sonst in der Vorstellungspause Gläserklirren und Gelächter widerhallen, hört man jetzt das Parkett unter den Füßen knarzen. Und irgendwie hat man das Gefühl, gerade eine Teestube aus dem 19. Jahrhundert betreten zu haben. »Schön, dass du gekommen bist!« Julian sitzt am kleinen, runden Tisch, mitten im Raum. Vor sich nichts als eine Thermoskanne mit Kaffee, zwei Tassen mit Untertellern – und einer Schachtel Mikado-Sticks. »Die sind super lecker, sind die Originalen«, schmunzelt der junge Schauspieler, während er seelenruhig an einem Stick knabbert, und mir mit der anderen Hand die geöffnete Schachtel hinhält. Dass er vor unserem Treffen schon vier Stunden geprobt hat, und für seine Rolle als Pinkman-Verschnitt »Jerome« im Stück »Furor« am Abend ein ganzer Katalog an Text sitzen muss, macht ihm nichts. »Da gewöhnt man sich dran. Ich spiele ja mehrere Stücke parallel, und oft probt man morgens etwas ganz anderes, als man abends spielt.

Nachmittags, zwischen Probe und Aufführung, habe ich vier Stunden Freizeit. Zum Essen, Schlafen, mit Freunden quatschen. Damit ich hier in Aachen meine Verbindung in die Heimat nicht ganz verliere, nehme ich manchmal noch Radiowerbespots für Schweizer Unternehmen auf. Das mache ich in meinem umgebauten Kleiderschrank. Natürlich muss dann bei der Vorstellung abends der Text trotzdem sitzen.«

SCHWEIZER TATORT Julian ist erst 27 – und schon Vollprofi. Nach dem Fachabi mit Schwerpunkt Kunst und Gestaltung schrieb er sich an der Schauspielschule in Bern ein. »Fünf Jahre habe ich Schauspiel studiert, und das war eine wichtige Zeit. Einerseits hab ich total viele Leute getroffen, zu denen ich auch heute noch Kontakt habe. Wirklich gute Freunde. Andererseits war das Studium an sich aber eher langweilig, und deswegen habe ich nebenbei noch gejobbt und erste Erfahrungen in kleinen Komparsenrollen vor der Kamera und am Set gesammelt. Ich wollte viel ausprobieren.« Klar ist: Julian braucht Action. Herumsitzen ist für ihn keine Option. Kaum mit dem Studium fertig, bewarb er sich für die ersten richtigen Rollen in

verschiedenen Produktionen, wollte länger vor die Kamera, das Gelernte umsetzen. Und es klappte: »Ich hatte echt Glück! Ich bekam einige Rollen, in Spielfilmen und Serien, und dadurch kennen mich in der Schweiz jetzt viele.« Ungelogen. In der Schweizer Krimiserie »Wilder«, die auf dem ARD-Pendant SRF gezeigt wurde und erst kürzlich vom RTL-Streaming-Portal »TVnow« gekauft wurde, zum Beispiel. In »Wilder« spielt er den jungen, ­drögen Jakob, der als Sohn der Dorfladenbesitzerin durch seine leichte sexuelle Störung und den ein oder anderen Wutausbruch das idyllische, verschneite Schweizer Dörfchen und die gerade stattfindenden Mordermittlungen ziemlich durcheinanderbringt. Und wie er den spielt. Humorvoll und charmant im einen M ­ oment, zornig und hinterhältig im nächsten: das junge Talent geht in seiner Rolle voll auf. Nicht weniger ausdrucksstark, mitreißend und überzeugend ist Julian in der Filmproduktion »Mario«, die vom Outing im Profifußball ­handelt (auch auf Netflix in Deutschland zu ­sehen).

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MAGAZIN \\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\ FOTO: UPMACHER

FOTO: MARIE-LUISE MANTHEI

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FOTO: LUDWIG KOERFER

Als Offizier der polnischen Luftwaffe Andrzej versucht Julian im Stück »Noch ist Polen nicht verloren«, die schöne Schauspielerin Maria Tura für sich zu gewinnen.

»WOLLTE DA RAUS« Aber damit nicht genug. Jetzt steht Julian auch noch auf der Theaterbühne. Und zwar nicht an irgendeinem Theater in der Schweiz, sondern in Aachen. Richtig gelesen. Wie kommt das? »Die Schweiz ist wunderschön. Tolle Landschaft, alles ist schön sauber, da schlagen sich zwei Straßenreiniger quasi um ein Bonbonpapier, während es bei euch einfach wochenlang liegen bleibt. Also wegen der Sauberkeit bin ich nicht gekommen«, weiß er. »Aber um ehrlich zu sein, die Schweiz ist klein, und ich wollte da einfach mal rauskommen. Was anderes sehen, mit anderen Leuten zusammenarbeiten. Wer in der Schweiz bei ein, zwei Produktionen mitwirkt, der kennt quasi alle wichtigen Leute im Filmgeschäft. Die liebsten Menschen, tolle Leute. Aber um noch mehr dazuzulernen, war es an der Zeit, die Heimat mal für eine Weile zu verlassen. Und da war eine Stelle als Schauspieler am Theater Aachen genau das Richtige: hier lerne ich viele andere Kulturmacher kennen, bekomme neue Eindrücke und lerne ständig dazu. Außerdem verstehe ich mich super mit den anderen Schauspielern, wir sind wie eine kleine Familie.«

CHARME UND SYMPATHIE Genug gequatscht – den besten Eindruck von einem Schauspieler bekommt man noch

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Aber Julian kann auch anders: Bei »Furor« (links) klagt er in der Rolle des unterbezahlten Paketboten Jerome lautstark und ungehalten den Lokalpolitiker Heiko Braubach an

immer, wenn man ihn auf der Bühne sieht. An einem Samstagabend im Dezember lädt Julian ins Theater Aachen ein: gespielt wird »Noch ist Polen nicht verloren« von Jürgen Hoffmann, basierend auf dem Filmscript von Melchior Lengyel zu »Sein oder Nichtsein«. Worum es geht? Das Stück spielt Anfang der 1930er, zur Regierungszeit Hitlers. Im polnischen Posen herrscht Sorge und Aufregung, denn die Wehrmacht rückt immer näher. Protest üben nicht nur die »Normalbürger«, sondern auch die Kulturmacher: so wird am Stadttheater neben dem altbewährten Hamlet auch die antifaschistische Komödie »Gestapo« gezeigt. Obwohl Julian bei all dem keine wirkliche Hauptrolle spielt, glänzt er in seiner Rolle als »Andrzej«, polnischer Offizier der Luftwaffe, und rückt immer wieder in den Fokus des Geschehens: Mit viel Charme und Sympathie spielt der junge Schweizer die Rolle eines Mannes, der nicht nur wegen seiner Affäre mit der berühmten, schönen Schauspielerin Maria ­Tura, Ehefrau des »Hamlet«-Hauptdarstellers Joseph Tura in Deckung bleiben muss. Nein, auch die Nazis suchen ihn. Als Maria ihren heimlichen Verehrer im Ehebett versteckt, und Ehemann Joseph ihn dort entdeckt, kommt es nicht zur erwarteten Explosion. Es kommt anders – ganz anders als erwartet. Denn Polen ist im Ausnahmezustand.

Wer Julian in Produktionen wie »Mario« und »Wilder« gesehen hat, erkennt ihn hier kaum wieder. Der 27-Jährige spielt seine Rolle, als würde er sie schon immer spielen. Charmant, verführerisch und auch zornig – zwischen den vielen verschiedenen Gemütslagen, in die Julian sich auf der Bühne begibt, liegen oft nur wenige Augenblicke. Der Schauspieler selbst beschreibt das als »Feinarbeit«: »Beim Schauspielen auf der Bühne ist Präzision gefragt, das ist feinste Arbeit, wie ein edles Uhrwerk«. Ganz der Schweizer.

ÜBERZEUGT EUCH SELBST Wer Julian selbst sehen möchte, sollte ins Theater Aachen gehen. Am 14. Februar wird – zum allerletzten Mal – das Stück »Noch ist P ­ olen nicht verloren« auf der Bühne des Theater Aachen aufgeführt. Ganz anders, aber mindestens genauso dramatisch ist »Furor«, in dem Julian als Pinkman-Verschnitt »Jerome«, der einen Lokalpolitiker wegen eines Autounfalls anklagt, glänzt. Sehen könnt ihr das Stück bis Anfang März in der Kammer. Und auch Musicalfans gehen nicht leer aus: ab dem ­ 18. Januar ist der 27-Jährige im David Bowie-­ Musical ­»Lazarus« zu sehen. \ INFOS UND TICKETS UNTER

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GLAUBT NOCH ANS MUSEUM?

Wer Kunst sehen möchte, braucht nicht ins Museum zu gehen, meinen die Kreativköpfe des »Young Office« im Bonnefantenmuseum Maastricht. Warum haben sie sich trotzdem entschlossen, für ein ganzes Jahr einen Großteil ihrer Freizeit dem Museum zu schenken? Ein Besuch. VON SIMON WIRTZ

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ontagnachmittag, 17 Uhr. Im winterlichen Maastricht ist es schon dunkel geworden. Der festliche Weihnachtsschmuck in der beschaulich-alten Stadt taucht die Straßen in ein dämmriges Licht. Angestellte strömen aus ihren Büros, Schwärme von Fahrrädern bewegen sich fort, von Ampel zu Ampel. Rush Hour. Und auch das Bonnefantenmuseum, das seinen Platz zwischen

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zahlreichen Bürogebäuden am Ufer der Maas gefunden hat, wird sehr bald schließen. Für die Besucher, versteht sich. Hinter den Kulissen geht es jetzt erst richtig los.

SCHICHTWECHSEL Wenn die Alten in den Feierabend gehen, übernehmen die Jungen – so könnte man es beschreiben, wenn sich die Mitglieder des »Young Office« im für Besucher unzugänglichen

Backoffice-Bereich des Museums, kurz nachdem alle anderen Feierabend machen, versammeln. Doch wer sind diese jungen Köpfe eigentlich, und worum geht es ihnen? Bas de Wal, Begleiter der Gruppe und Museumsbeauftragter für Jugendbildung, hat da eine Erklärung parat: »Im »Young Office« haben wir junge Querdenker, Kreativköpfe. Manche machen selbst Kunst und suchen Inspiration, andere kommen aus Künstlerfamilien und wollen sich mit Ideen einbringen. Einige wissen


FOTO: GUY HOUBEN

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KUNST ALS SELBSTREFLEKTION UND VENTIL UM EMOTIONEN AUSZUDRÜCKEN – POSITIVES EBENSO WIE FRUST.

Bewegungen ausdrücken, und beim Malen drücke ich sie mit dem Pinsel aus. All meinen Frust, aber auch die positiven Gefühle. Meine Kreativität ist so wichtig für mich«.

»KUNST GIBT ES ÜBERALL«

Die »Young Officers« sind Teil der Gen Z, die das Museum für sich entdeckt.

relativ klar, wo es hingehen soll – beruflich wie auch kreativ. Andere müssen erst noch ihren individuellen Stil finden, machen sich Gedanken, was sie aus ihrem Leben machen möchten«. Hört sich wirklich interessant an. Noch interessanter wäre es aber, die jungen Leute mal selbst zu treffen. Also, machen wir das doch.

»ICH BRAUCHE SIE [KUNST] ­EINFACH«

Die jungen Leute, die wir treffen, die beeindrucken. Echt mal. Aber von vorne: Im gerade renovierten Konferenzraum des Museums gibt es frischen Kaffee, nach niederländischen Gastbrauch im Plastikbecher, mit Milchpulver dazu. Nun ja. Ein klarer Kontrast dazu sind aber sicherlich die Menschen, die am Tisch

sitzen. Jung sind sie alle, das kann man sagen. Und kreativ sehen sie auch aus. Erste Frage: Wir steigen langsam und gemächlich ein, und fragen nach, wer Kunst selbst macht, und warum. Etwa zwei Drittel der Anwesenden heben die Hand. Lucas, einer der wenigen Jungs in der Gruppe, macht schon länger seine eigene Kunst, und das ist für ihn nicht immer mit Freude verbunden: »Eigentlich mag ich Kunst gar nicht. Ich habe oft das Gefühl, dass die ­Sachen, die ich male und gestalte, am Ende nie so werden, wie ich sie haben möchte. Das ist echt frustrierend. Warum ich es trotzdem nicht sein lasse? Weil ich sie einfach brauche. Kunst machen ist auch Selbstreflektion, und das ist wertvoll«. Für Julia, deren Leben neben der Liebe für Kunst von Modern Dance geprägt wird, ist die Kunst eines ihrer Ventile: »Beim Tanzen kann ich meine Emotionen in den

Zweite Frage: Heutzutage kommt man an Streetart und Kunst in sozialen Netzwerken gar nicht mehr vorbei. Braucht es überhaupt noch Museen? Und wieso sollte man sich dort engagieren? Der Großteil der Gruppe ist sich einig: Streetart und Kunst auf Instagram sind super, aber das Museum ersetzen können sie nicht. »Im Museum gibt es auf kleinem Raum eine Menge zu entdecken, es findet ein Austausch zwischen Besuchern, Mitarbeitern und manchmal auch Künstlern statt. Das ist für alle gut, und das hat man auf der Straße so nicht«, meint Architektur-Studentin Nienke, die schon als Kind regelmäßig ins Museum ging. Teamkollegin Dewi nickt, und erzählt, warum sie so gerne Teil der Gruppe ist: »Hier im Museum bringen wir Besuchern mit Führungen die Kunst näher, machen aber auch Partys und abgefahrene Aktionen wie ein Take-Over, wo wir für einen Tag die Chefs ­ sind«. Am liebsten hätten wir noch einen ganzen Fragenkatalog ausgepackt, aber leider ist die Zeit der Gruppe begrenzt. Das »Young Office« will uns allerdings nicht nach Hause fahren lassen, ohne eine Einladung auszusprechen: »Im April haben wir die nächste »Museumnacht«, wo die Maastrichter Museen bis spät in die Nacht geöffnet sind. Auch das »Young Office« ist dabei, und wird wieder ’ne ganze Menge auf die Beine stellen. Kommt vorbei!«. Wird gemacht. Ganz sicher. \

» bonnefanten.nl/nl/de IM »YOUNG OFFICE« DES BONNEFANTENMUSEUMS MAASTRICHT ENGAGIEREN SICH JUNGE LEUTE ZWISCHEN 16 UND 25 FÜR EIN JAHR. IN GEMEINSAMEN, KREATIVEN AKTIONEN VERSUCHEN SIE, SICH SELBST UND ANDEREN DURCH DIE KUNST ZU BEGEGNEN.

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FOTO: LUTZ ADORF

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E H C O

! F A A AL Wer es an Karneval so richtig krachen lassen möchte, braucht nicht extra nach Köln zu fahren. Auch bei uns ist richtig was los. Vorausgesetzt, man weiß, wo. neo-Redakteurin Anna Contzen hat ein paar Tipps zusammengestellt. DONNERSTAG, 20.2. (WEIBERFASTNACHT) »MÄDDCHERE-SITZUNG« Gastgeber: Stadtwache Oecher Börjerwehr 1922 e.V. 15-23 UHR, EUROGRESS bis 18 Uhr nur Frauen, ab 18 Uhr »Abholparty« für Partner (Mann), professionelle Kinderbetreuung Eintritt 20 Euro, Tickets: stadtwache@boerjerwehr.de SAMSTAG, 21.2. UND KARNEVALSSONNTAG, 22.2. »KAPPESBALL« Gastgeber: Kappesball 20 UHR, SAALBAU ROTHE ERDE Alternative zum traditionellen Karneval: Comedy, Nonsense, Satire und viel »MANÖVER AUF DEM NEUMARKT 2020« Gastgeber K.K. Oecher Storm 1881 11-14 UHR, NEUMARKT traditionelle Sitzung am ­Karnevalssamstag »FLORRESEI PALAST POWERED BY STAWAG« Gastgeber: AKV Ehrenhut und

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­Aachener Karnevalsverein ­gegr. 1859 e.V. 20 UHR, ALTES KURHAUS AACHEN Motto »Vür Ehrenhüte fiere ­Karneval, met jecke Lü op de Florresei« Haus-DJ Dela Force, Livemusik von den Wheels

»KARNEVALSZUG 2020 MIT ­ANSCHL. AFTER-ZOCH PARTY« Gastgeber: KG Grün-Weiss ­Lichtenbusch 1966 e.V. 14.30-22.30 UHR, LICHTENBUSCH Aufstellung + Sperrung: ­Schwinningstraße und Oberforstbacher Straße (13.30 Uhr)

»PENN-BALL« Gastgeber: Stadtgarde ­Oecher Penn 22 UHR, EUROGRESS Sechs Live-Bands auf sechs ­Bühnen, Brüsselsaal mit DJ, ­Auftritt der Penn

DIENSTAG, 24.2. »AFTER-ZOG-PARTY« Gastgeber: Stadtwache Oecher Börjerwehr 1922 e.V. 15-23 UHR, RESTAURANT ­ELISENBRUNNEN Eintritt 5 Euro, Tickets: schatzmeister@boerjerwehr.de

»PRINZENBALL 2020« Gastgeber: KG Grün – Weiss ­Lichtenbusch 1966 e.V./Saal Kessel 20.11-4.11 UHR, SAAL KESSEL Mit DJ Sascha, kein Kostüm – kein Eintritt MONTAG, 23.2. (ROSENMONTAG) »TRIBÜNE AM KINDERZUG« Gastgeber: Stadtwache Oecher Börjerwehr 1922 e.V. 11-14 UHR, ELISENBRUNNEN freier Eintritt

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»TÖNEMACHER ROSENMONTAGSRAVE 2020« Gastgeber: Tönemacher & ­Lalaland Invites 16.10 UHR, AACHEN Massimo x dou dou × Marcel Topka x Yace x Dennis Hewing x Salazar x Michael Falter x ­Sebastian Schappach »KARNEVALSAUSKLANG 2020« Gastgeber: KG Grün-Weiss ­Lichtenbusch 1966 e.V.

20.11-23.59 UHR, HOTEL ­RESTAURANT »ZUR HEIDE« kleines Rahmenprogramm im Vereinslokal, 23.59 Uhr Abschied vom Fastelovvend freier Eintritt »NÄRRISCHER ­KEHRAUS/ VERBRENNUNG DES ­TRÖÖETEMANNS« Gastgeber: Stadtwache Oecher Börjerwehr 1922 e.V. 20-23.30 UHR, APOSTO AACHEN ab 20 Uhr närrisches Programm im Lichthof des Kapuzinerkarrees – freier Eintritt ab 21.30 Uhr beginnt dann der geheime Geisterzug durch die Innenstadt 22 Uhr Verbrennung des ­Trööetemanns am Elisenbrunnen


rSemeste: beginn 9 10 4. 2. 202 3

Programm

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ALAAF, NEIN DANKE?! Der Karneval darf in Aachen und Umgebung einfach nicht fehlen. Aber was ist mit denen, die Karneval nicht mögen? Wer nicht jeck nach ­Karneval ist, ergreift oftmals die Flucht und sucht Ausflugs- oder Kurzurlaubsziele, die nichts mit dem jecken Treiben zu tun haben. In NRW gibt es viele Möglichkeiten, die Karnevalstage anderweitig zu verbringen. SPORT UND NATUR Direkt hinter der niederländischen Grenze können Wintersportfans in der SnowWorld in Landgraaf ihren Tag verbringen. Neben den Ski-Angeboten gibt es auch Übernachtungs- und Gastro-Angebote, die als Familie, Gruppe oder zu Zweit gebucht werden können. In den belgischen Ardennen gibt es viele Möglichkeiten, sich sportlich zu betätigen. Es gibt eine Vielzahl an Wanderwegen und Skilanglaufbahnen, die sich unter anderem in Eupen, Ovifat, Malmedy und Rocherath befinden. Wer etwas weiter wegfahren möchte oder eine Wanderung über mehrere Tage in Betracht zieht, sollte sich den Neanderland Steig merken. Diese Wanderroute erstreckt sich über 235 Kilometer und besitzt 17 Einzeletappen, die den Wanderer rund um den Kreis Mettmann und vorbei an dessen Sehenswürdigkeiten führen. ENTSPANNUNG UND FAMILIE Das Karnevalstreiben kann Vielen schnell zu bunt werden. Ein guter

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FOTO: PIXABAY

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Ort zur Entspannung sind die Aachener Carolus Thermen, wo die Besucher im heilsam wirkenden Bad Aachener Mineral-Thermalwasser schwimmen können. Für Kurzurlaube bietet die Umgebung von Aachen viele Resorts, die zu Wellness-Urlauben zu Zweit oder mit der Familie einladen. Der Gaia Zoo im niederländischen Kerkrade ist ein gutes Tagesziel für Familien und Tierliebhaber. Im Gaia Zoo gibt es viele interessante Tierarten zu entdecken. Der große Indoor-Spielplatz »DinoDome« ermöglicht auch bei schlechtem Wetter viel Spaß. Aachener Tierpark und Kölner Zoo sind ebenfalls beliebte Tagesziele. NICHTS DABEI? HIER SIND NOCH EIN PAAR ANDERE TIPPS ZUM GOOGELN: Superfly Air Sports Herzogenrath, Kinderstad Heerlen, Schloss Hoensbroek, Thermenmuseum Heerlen, Valkenburg mit Grotten, Hohes Venn-Eifel, Haus Ternell, Talsperren Gileppe und Wesertal. Weitere Tipps auf freizeitguide-euregio.de \ANC

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Verlagsgebäude Dresdener Str. 3 52068 Aachen

Tickethotline: 0241 5157 743

Online: medienhaus-tickets.de · E-Mail: ticket@klenkes.de

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EIN BIER MIT … MARTHA WINGEN

METAL-MANIA

Martha Wingen promoviert am Institut für Wasserbau und Wasserwirtschaft an der RWTH Aachen und ist in ihrer Freizeit leidenschaftliche Musikerin. Zurzeit ist sie Bandmitglied der Metalband Horizis, mit der sie in regelmäßigen Abständen auf den Bühnen der Region auftritt. Mit neo-Redakteurin Verena Bodenstein hat sie sich auf ein Bier getroffen.

MARTHA, BESCHREIB UNS DOCH MAL DEN ANFANG. SEIT WANN HAT DICH DIE LEIDENSCHAFT FÜR METAL-MUSIK GEPACKT? Ich habe einen Bruder, der ist acht Jahre älter als ich, und der hat mir irgendwann Mal meine aller erste System-Of-A-Down-CD geschenkt. Da war ich wahrscheinlich so circa 13 Jahre alt. Danach kamen Linkin Park und weitere Bands dazu. So habe ich mich immer weiter in die Metal- und Rock-Musik reingeschaukelt. Mein bester Freund aus der Schule, der kam dann auch mit den härteren Sachen um die Ecke. UND DEIN ENGAGEMENT IN EINER BAND. WIE NAHM DAS SEINEN LAUF? Ohh … da muss ich etwas weiter ausholen. Den Anstoß in einer Band mitzuwirken, den gab mir mein Bruder. Er war selbst Mitglied in einer Metalband namens Solid Movement und die suchten

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damals dringend einen Bassisten. Also habe ich Bassunterricht genommen, um später in der Band spielen zu können. Irgendwann kam mein Bruder auf mich zu und fragte: »Und, kannst du denn schon etwas?« Dann habe ich ihm etwas vorgespielt und er meinte: »Gut, komm doch einfach mal mit.« Bis zum Abi habe ich dann bei Solid Movement mitgespielt. Doch vorm Abi war es dann ein bisschen zu stressig und ich habe meinen Hobbies erst einmal eine Pause gegeben. GAB’S NOCH WEITERE BANDS, BEI DENEN DU MITGEWIRKT HAST? Später war ich auch Mitglied in einer Acoustic-Pop-Rock-Band aus Erkelenz. Die suchten damals auch eine Bassistin. Ehe ich mich versah, war ich auch schon in der Band Raffzahn and the Hihis und fuhr regelmäßig nach Erkelenz.

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Auch wenn ich zuvor nur mit Metal und Klassik zu tun hatte, muss ich schon gestehen, dass mir Acoustic-Pop-Rock einfach liegt. Es war eine coole Zeit. UND DEINE JETZIGE BAND, HORIZIS, WIE BIST DU AUF DIE GESTOSSEN? Die habe ich tatsächlich in diesem Internet gefunden (lacht). Die haben in ihrer Gründungsphase noch einen Bassisten gesucht und ich habe mich daraufhin bei ihnen gemeldet. Dann haben wir uns im Domkeller getroffen. Das war 2016. Doch durchstarten konnten wir erst im Jahr 2018, weil wir eine lange Zeit keinen Proberaum und auch keinen Schlagzeuger hatten. Einen Schlagzeuger in Aachen zu finden ist eine echte Katastrophe. Doch jetzt haben wir einen ganz hervorragenden Schlagzeuger. Mit ihm zusammen sind wir sechs Bandmitglieder. Das kann auf der

Bühne schon manchmal eng werden, doch im Wild Rover passen wir auf die Bühne. Das haben wir schon ausprobiert (lacht). WAS MACHST DU EIGENTLICH NEBEN DER MUSIK? Ich mache gerne Sport … manchmal sogar zu viel Sport, wie es das Kinesiotape an meinem Arm beweist. Ich habe zurzeit etwas an der Handwurzel … Es ist nicht schlimm, aber das Tape macht Sportübungen etwas angenehmer und mein Bewegungsradius ist dann auch einfach besser. WELCHEN SPORT ÜBST DU DENN AUS? Ich mache jeden Tag Yoga und wenn ich nicht gerade krank bin, dann ­gehe ich zwei Mal die Woche Bouldern. Das ist wie Klettern, aber weniger hoch und ohne Sicherungsseil. Es gibt in Aachen ein paar gute Bolderhallen, auch eine im ­


MAGAZIN \\\ FOTO: CHAREL BAUMANN

FOTO: JONA STAHLSCHMIDT

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Wahre Liebe: Martha Wingen hat sich das Initial ihrer Lieblingsband auf die Schulter tatowieren lassen.

Energie brauchte, dann habe ich mir das Lied immer angehört, sogar während meiner Abi-Phase.

Seit 2016 ist Martha Teil der Metal-­ Band Horizis, die immer mal wieder in und um Aachen auftritt.

Franken­berger Viertel. Ich mag die Halle von Andre Marijanovic, Andres Boulder Club. Die ist ganz klein und gemütlich. Dort gehört man direkt zur Boulder-Familie dazu. HAST DU EIGENTLICH EINE LIEBLINGSBAND? Auf jeden Fall. Die Band heißt Neaera. Sie machen wohl keine Musik mehr, doch das ist eine ­Melodic-Death-Metal-Band aus Münster. Da besteht eine sehr ­große Liebe von meiner Seite zu ­dieser Band. Ich habe mir auch ihr Initial auf das linke Schulterblatt tätowieren lassen. UND DEIN LIEBLINGSLIED DER BAND? Das Lied nennt sich »Spearheading The Spawn«. Man kann es als mein Motivationslied bezeichnen. Wenn irgendetwas mal anstrengend war, ich in einer großen Krise gesteckt habe oder einfach nur

WANN HAST DU DANN GEMERKT, DASS DU SELBER MUSIK MACHEN BEZIEHUNGSWEISE SINGEN MÖCHTEST? Ich war auf einer Waldorfschule und dort gab’s immer ein breites musisches Lernangebot. Künstlerische Fächer haben mich schon immer sehr interessiert. Egal, ob es um Musik, ums Malen oder Töpfern ging. Ich hatte auch die Gelegenheit, in der Schule zu schmieden. Musische Fächer waren auf jeden Fall mein Ding. Zu der Zeit wurde auch mein Interesse für Gesang geweckt. Ich habe auch Gesangsunterricht genommen. Damals habe ich zunächst mit klassischem Gesang angefangen, in diesem Stil singe ich übrigens bis heute noch. STIMMT, DAS HAST DU ZUVOR ERWÄHNT. EINE GANZ ANDERE MUSIKRICHTUNG ALS METAL. KANN MAN DICH AUCH KLASSISCH SINGEN HÖREN? Klassisch singe ich leider nur für ein kleines Publikum. Zwei bis dreimal im Jahr veranstaltet meine Gesangslehrerin Konzerte im Altersheim, da ist dann immer ihre komplette Gesangsklasse dabei. Wir geben dort ein zweistündiges Programm. Richtig schön. Man sieht jedes Mal aufs Neue, wie unser Gesang die älteren Menschen bewegt. Dort sitzen im Publikum auch Leute, die dement sind und sich nicht an die Namen ihrer Kinder erinnern können, jedoch das komplette Lied mitsingen. Das ist wirklich sehr bewegend.

»ICH WAR AUF EINER WALDORFSCHULE UND DORT GAB’S IMMER EIN BREITES ­MUSISCHES LERN­ ANGEBOT.«

UM JETZT NOCHMAL ZUM METALGESANG. SHOUTEST DU EIGENTLICH AUCH? Noch nicht. Doch ich stehe beim Aachener Shoutcoach Thomas ­Fischer auf der Warteliste. Ich hoffe, dass ich nächstes Jahr endlich Unterricht kriege. Ich traue mich nicht zu experimentieren, weil mir dafür meine klassische Stimme zu schade ist. Ich möchte nicht, dass da irgendetwas kaputt geht.

Eine zu extreme Beanspruchung der Stimmbänder kann gravierende Folgen für den Gesang haben. MAN MERKT, DIE MUSIK HAT DICH RICHTIG GEPACKT. BIST DU NOCH IN ANDEREN MUSIKALISCHEN PROJEKTEN INVOLVIERT? Ich habe auch noch mit meinem Kumpel Mathias eine Alter-Bridge-Coverband gegründet, die besteht auch immer noch. Ich veranstalte ab und zu WG-Partys, wo es immer live Musik gibt und dann unterschiedliche Bands in meinem Wohnzimmer spielen. In diesem Rahmen spiele ich sehr gerne mit Mathias. Zuletzt hat er seine neue Band mitgebracht, eine neunköpfige Mannschaft. Mit Cachon und Gitarre und Bläser und zwei Sängerinnen … das war schon sehr cool. Beim nächsten Wohnzimmerkonzert sage ich dir Bescheid, dann kommst du einfach auch mal vorbei. \

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A GEN DA FOTO: STEFFI RETTINGER

KONZERTE, PARTYS UND ­VERANSTALTUNGEN IN AACHEN JANUAR/ FEBRUAR 2020

Die Münchener »Jazzrausch Bigband« mischt Jazz und Electro. Am 1. Februar sind sie in Eupen zu Gast.

SA 17. ANDERES Jetzt mal Hand aufs Herz, wann habt Ihr das letzte Mal »Danke« gesagt? Keine Sorge, wer sich jetzt ertappt fühlt, sollte jetzt ganz besonders aufpassen: Denn das Überhaupt widmet sich mit Geschichten, Gedichten, Liedern und Gedanken einen ganzen Abend lang der Dankbarkeit. Freut Euch auf nette und liebevolle Gesten! \ »DANKE – EIN ABEND VOLLER DANKBARKEIT« 20 UHR, ÜBERHAUPT

SO 18. KONZERT LalaFoufou sind wieder in der Stadt! Das sympathische Beat Noir-Duo tritt in der gemütlichen Atmosphäre des Café & Bar zuhause auf. Diese Kombo passt perfekt! Nichts fällt LalaFoufou einfacher: In der ohnehin heimisch wirkenden Location zeigen sie ihrem Publikum ihre »Homestory«. Das darf man auch ruhig wörtlich verstehen. Denn das Duo musiziert zwischen Esstisch, Wäscheständer und Herdplatte, mal mit Gitarren-, ein anderes Mal mit Klavierklängen, doch immer einzigartig! \

DI 21.

VORTRAG Das Jahr 2019 hat mit den Europawahlen und dem Gerangel um die Posten an der Spitze der EU-Kommission sowie dem endlosen Brexitchaos einen turbulenten Verlauf genommen. Das neue Jahr 2020 verspricht für Europa ebenso viel Spannung und einige wichtige Weichenstellungen. Unter A ­ nderem werden die Handelsbeziehungen zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich neu aufgestellt werden müssen. Außerdem stehen einige Wahlen an: Neben den Parlamentswahlen in einigen osteuropäischen Ländern ist es vor allem die US-Präsident­ schaftswahl, die

»WOHNZIMMERKONZERT: LALAFOUFOU – DIE HOMESTORY« 19 UHR, CAFÉ & BAR ZUHAUSE

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»LalaFoufou« sind am 18. Januar im Café und Bar Zuhause zu Gast

einen großen Schatten auf Europa werfen wird.Und was wird erst aus dem Brexit? Wer sich für Europäische Politik interessiert und Lust auf Fakten und Diskussion hat, sollte hier auf jeden Fall vorbeischauen. Der bekannte Politikwissenschatler Siebo Janssen, der auch öfter im Fernsehen auftritt, klärt euch auf. \ »NEUES JAHR - NEUE HERAUSFORDERUNGEN FÜR EUROPA« 19 UHR, GRASHAUS

SA/SO 25.+26.

FLOHMARKT Auf diesem Markt in der alten Klosterkirche tummeln sich kreative Designer und Selbermacher.

Massenware wird man hier höchst wahrscheinlich vergeblich suchen. 65 Aussteller präsentieren ihre handwerklichen und selbstgemachten Produkte: unter anderem modische Kleidungsstücke und Accessoires, diverse Kunstgegenstände, bewährte Bücher, außergewöhnliche Möbel und noch vieles mehr. Hier wird jeder fündig! \ »DESIGNMARKT HANDMADE CIRCUS« 18 UHR, AULA CAROLINA

SO 26. COMEDY Hasskommen-

tare in den Medien sind keine Seltenheit mehr. Ganz im Gegenteil,

FOTO: OHLALAFOUFOUMUSIC

JANUAR


zu viele Menschen verstecken sich hinter ihren Bildschirmen und lassen ihrer Wut freien Lauf. Kabarettistin Sarah Bosetti – bekannt aus »Die Anstalt«, »Nuhr im Ersten« oder der »ARD Ladies Night« – hat eine Antwort für dieses feige Verhalten – und zwar ganz viel Liebe! Aus den »schönsten« an sie gerichteten Hasskommentaren entstehen liebeslyrische Texte und lustige Geschichten. Ende Januar beehrt die witzige Feministin die Bühne ihre Geburtsstadt – nämlich Aachen. \ »SARAH BOSETTI – ICH HAB NICHTS GEGEN FRAUEN, DU SCHLAMPE!« 20 UHR, FRANZ » sarahbosetti.com

MO 13. KONZERT Game of Thro-

nes-Fans aufgepasst! Jetzt gibt‘s etwas auf die Ohren. 100 Solisten, Sänger und Musiker der Cinema Festival Symphonics treten im Eurogress auf und präsentieren ihrem Publikum die ergreifende Musik aus allen Game of Thrones-Staffeln – inklusive Highlights aus der finalen achten Staffel. Lasst euch vom musikalischen Leiter Stephen Ellery und seinem Orchester in die Welt von Westeros entführen. Weiteres Highlight des Abends wird zusätzlich eine Light- und Screen-Animation sein. Wir sagen nur: Winter is coming! \ »GAME OF THRONES – THE CONCERT SHOW« 20 UHR, EUROGRESS AACHEN » eurogress-aachen.de

FEBRUAR

MI 5. FILM Das Filmstudio an der

RWTH Aachen zeigt den Film »Le Mans 66 – Gegen jede Chance«. Henry Ford II übernimmt in den 1960er Jahren das Familiengeschäft und versucht auf dem europäisch dominierten Auto-Markt Fuß zu fassen. Deswegen versucht der amerikanische Ford bei dem 24-Stunden-Rennen von Le Mans seinen größten Konkurrenten Ferrari zu schlagen. Im Vorfeld wird der zehn-minütige Kurzfilm »Steher« gezeigt. \ »LE MANS 66 – GEGEN JEDE CHANCE« 20 UHR, AULA 1, HAUPTGEBÄUDE RWTH AACHEN

SA 8.+19. THEATER Ivan ist der Pfarrer einer kleinen Gemeinde und glaubt, dass ein positives Denken die Welt ein bisschen besser macht. In der ländlichen Idylle seiner Gemeinde resozialisiert der Pfarrer Straftäter. Dazu gehören unter anderem der Kleptomane Gunnar, die schwangere Alkoholikerin Sarah und der Tankstellenräuber Khalid. Als der Neonazi Adam auftaucht, wird schnell klar, dass die Idylle in Ivans Gemeinde nicht so ist, wie sie scheint. Zwischen Adam und Ivan bricht ein Kampf zwischen Gut und Böse aus. \ »ADAMS ÄPFEL« 20 UHR, THEATER AACHEN

SA 8. TREFFEN Bienen sind wich-

tig, damit unsere Natur fortbestehen kann und wir alle eine reiche Flora und Fauna erleben können. Beim offenem Treffen von Bienenweide e.V. werden Ideen gesammelt, wie das Leben der blütenbestäubenden Insekten nachhaltig verbessert werden kann. Wer eigene Projekte vorstellen möchte, um unsere kleinen Helfer zu retten, kann das gerne am ersten Donnerstag im Februar tun. Place-to-be: der Pfannenzauber in Aachen. \

T: +49 (0)241-400 698 5 Sandkaulstrasse 69 | D-52062 Aachen info@sweetsteel.de • www.sweetsteel.de

»OFFENES TREFFEN MIT BIENENWEIDE E.V.« 19 UHR, GRASHAUS

SO 9. ANDERES Der »Spieletag« des Café & Bar zuhause steht wieder an. Gleichgesinnte spielen Brettspiele, wagen sich an den ­Kickertisch und können auch ihr Glück an der retroartigen SNES auf einem 30er Röhrenbildschirm versuchen. In der gemütlich-familiären Umgebung sind wie immer alle Gäste herzlich willkommen! \ »SPIELETAG« 15 UHR, CAFÉ UND BAR ZUHAUSE

MAGAZIN \\\

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SO 9. COMEDY Herr Schröder ist

ein vom Staat geprüfter Deutschlehrer und Beamter. In ­seinem Live-Programm »World of Lehrkraft – ein Trauma geht in Erfüllung« erzählt der Lehrer aus seinem Berufsleben und den kuriosen Situationen mit denen er konfrontiert wird. Was macht einen guten Lehrer aus? Welche soziale Ordnung herrscht auf dem

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MAGAZIN \\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\ FOTO: YASHAR KHOSRAVANI

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EUREGIO-­ TERMINE JANUAR SA 25. WHISKY TASTING Wenn

der Winter naht, ist ein wärmendes Whisky Tasting genau das richtige. In Heerlen gibt es im Irish pub Erin´s Isle eine Whisky-probe ganz im Zeichen der Serie »Game of Thrones«. Es werden 8 Whiskys zum Probieren ausgeschenkt, die den unterschiedlichen Häusern zugeordnet sind. Tickets können für 45 Euro erworben werden. Man verbringt den Abend ganz nach den Worten von Tyrion Lannister »That’s what I do, I drink and I know stuff«. \

Da fliegt der nasse Schwamm durchs Klassenzimmer: Lehrer Schröder ist am 9. Februar zu Besuch im Franz

»GAME OF THRONES WHISKY TASTING« 19.30 UHR, IRISH PUB ERIN’S ISLE, HEERLEN

FEBRUAR SA 1. KONZERT Die Münchener

»Jazzrausch Bigband« kommt Anfang Februar wieder nach Eupen in den Alten Schlachthof. Die Band spielt eine Mischung aus Jazz und elektronischen Clubsounds. Bereits beim »Eupen Musik Marathon 2019« war die »Jazzrausch Bigband« in Eupen zu Gast und tourte bereits auf internationalen Festivals. Auffällig ist die Gruppe durch ihre einzigartige Bemalung- ein schwarzer Strich am rechten Auge. \ »JAZZRAUSCH BIGBAND« 20.30 UHR, KULTURZENTRUM ALTER SCHLACHTHOF EUPEN

Schulhof? In welche Schubladen kann man die Schüler so stecken? \ »WORLD OF LEHRKRAFT – EIN TRAUMA GEHT IN ERFÜLLUNG« 20 UHR, FRANZ AACHEN

DI 11. VORTRAG Die VHS veran-

staltet eine Semesterreihe zum Thema »Was habe ich mit dem Klimawandel zu tun? – Ausstellung zum Semesterthema – vhs for future«. Am 11. Februar hält Andreas Kemper einen Vortrag zum Thema: »Der Rechtspopulismus und der Klimawandel. Geschichte – Akteur/innen – Ursachen«. Die Veranstaltungsreihe soll ein das Bewusstsein für den Zusammenhang des Einzelnen mit dem Klimawandel fördern. \

SA 22. KINO Das Dürener Lumen veranstaltet einen Batman-­ »DER RECHTSPOPULISMUS UND Marathon mit der Trilogie von DER KLIMAWANDEL. GESCHICHTE Christopher Nolan. Um 19 Uhr – AKTEUR/INNEN – URSACHEN« startet der erste Film »Batman 19 UHR, VHS Begins« und gegen 3 Uhr morgens endet der letzte Teil der TriDI 11. VORTRAG Fragen über Fralogie. Die Karten kosten 21 Euro gen: Was ist aus der EU als Frieund es gibt keine Einschränkundensprojekt mit ökonomischen gen bei der Platzwahl. Die Trilogie Wurzeln geworden? In welcher folgt der frühen Geschichte BatGemeinschaft wollen wir heute mans und zeigt unter anderem und in Zukunft zusammenleben? seinen Kampf mit Bane und andeReferentin Marie Rosenkranz vom ren Bösewichten. An dem BatEuropean Democracy Lab in Berlin man-Marathon können Jugendliwirft einen Blick auf die europäiche ab 16 Jahren teilnehmen. \ sche Kulturszene. \ »SPECIAL: THE DARK KNIGHT TRILOGY« 19 UHR, DAS LUMEN, DÜREN

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KLENKES neo

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»EUROPA AM DIENSTAG: IT’S CULTURE, STUPID!« 19 UHR, GRASHAUS

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MI 12. QUIZ Bei der »Clash of

the Nerds – Quiz Night« können »Nerds« ihr Wissen unter Beweis stellen. In Gruppen von jeweils drei bis sieben Personen treten die Quiz-Teilnehmer gegeneinander an. Wer keine Gruppe hat, kann sich vor Beginn des Quizes noch eine suchen. Im Quiz heißt es dann, sein Wissen über Fakten unter Beweis zu stellen und möglichst viele Punkte zu sammeln. \ »CLASH OF THE NERDS – QUIZ NIGHT« 19.30 UHR, HUMBOLDT-HAUS DER RWTH AACHEN

MUSIK, GETRÄNKE UND KUNST: »DAT IS BUNT« – VORBEIKOMMEN UND MITPÖBELN! Lyrik … für jeden Kunstfreund ist etwas dabei. Grund der Veranstaltung ist die 14. Pöbel-Ausgabe »Dat is Bunt«, die talenteierte Künstler vorstellt. Die Ausstellung läuft nur zwei Tage und endet am Samstag, den 15. Februar um 21 Uhr! \ »VERNISSAGE: »DAT IS BUNT« 19 UHR, RASTSTÄTTE

DO 13. COMEDY Suchtpotenzial: MI 19.+26. BEER PONG Das Nox Das lösen Ariane Müller und Julia Gámez Martin bei ihrem Publikum aus. Die beiden Frauen kombinieren Witz mit musikalischen Einlagen und das auf ziemlich geniale Weise. In ihrer Show nehmen sie die Geschlechter aufs Korn. \

SUCHTPOTENZIAL – »SEXUELLE BELUSTIGUNG« 20 UHR, FRANZ » aachen-franz.de

FR 14.

KUNST Avantgarde und Nightlife – das versprechen die Veranstalter der »Pöbelei« ihren Gästen. Denn neben Musik und erfrischenden Getränken gibt’s zur Ausstellungseröffnung vor allem zeitgenössische Kunst zu entdecken: Illustrationen, Acrylarbeiten, Streetart, Fotografie und

lädt auch im Februar zur wöchentlichen »Beer Pong Night« ein. In zweier Teams können die Teilnehmer an den offiziellen Beer-Pong Tischen gegeneinander antreten. Die American Red Cups dürfen bei einem amerikanischen Beer-PongTurnier natürlich nicht fehlen. Turnierbeginn ist um 21 Uhr und ab 20 Uhr kann man sich anmelden und aufwärmen. Als Hauptgewinn gibt es einen 40 Euro Nox-Getränkegutschein. \ »BEER-PONG NIGHT« 21 UHR, NOX

SO 23. BUFFET Zwischen 10 Uhr und 13 Uhr veranstaltet das Pfannenzauber ein veganes Buffet. Es wird ein reichhaltiges Essensangebot mit unterschiedlichen Speisen


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»VEGANES BUFFET« 10 UHR, PFANNENZAUBER

SO 27. THEATER-KOSTPROBE Das Stück »status quo« zeigt unsere Geschlechterwelt in einem neuen Licht: Der Zuschauer begleitet drei Florians, die in der von Frauen dominierten Berufswelt ihren Weg suchen. Florian 1 ist Neueinsteiger in der Immobilienbranche und muss in einem Büro zurecht kommen, bei dem die entscheidenden Führungspersonen Frauen sind. Azubi Florian 2 wird mit einer selbstgefälligen und übergriffigen Drogerie-Filialleiterin konfrontiert. Schauspieler Florian 3 lässt sich auf eine Affäre mit seiner Intendantin ein. \ »STATUS QUO« 20 UHR, MÖRGENS, THEATER AACHEN

KARTEN ZU VERANSTALTUNGEN, SEGWAY-TOUREN, RUND­­FLÜGEN, THEATER, ­ALEMANNIA-TICKETS U.V.M. GIBT’S BEI

STREAMING-­ STARTS

FOTO: BRAINPOOL TV GMBH

geben. Egal, ob Herzhaftes oder Süßes, Warmes oder Kaltes, das vegane Buffet des Pfannenzaubers hat alles im Angebot. Des Weiteren gibt es die Möglichkeit, glutenfreie Alternativen zu erhalten. Wer an dem veganen Buffet teilnehmen möchte, muss sich vorher ein Ticket besorgen.\

MAGAZIN \\\

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THIS IS US, STAFFEL 3 Familie Pearson ist wieder da und bereit, uns mit ihren alltäglichen Dramen zu Tränen zu rühren. Also holt die Taschentücher raus und begleitet Rebecca, Jack, Randall, Kate und Kevin durch die romantischsten und tragischsten Geschichten, die das Leben so schreibt …  AB 25.1. TED BUNDY: FALLING FOR A KILLER Die Bundy-Manie geht weiter: Nach Film und Netflix-Serie über den charismatischen Soziopat, der zwischen 1974 und 1978 mindestens 30 junge Frauen ermordete, springt jetzt auch Amazon Prime mit einer eigenen Doku-Miniserie auf den Serienkiller-Zug auf. Laut Trailer soll hierbei die Perspektive der Frauen im Fokus stehen, vor allem die von Bundys Ex-Lebensgefährtin Elizabeth Kendall. AB 31.1.

»Pastewka« Überraschungsgast wurde bereits angekündigt.  AB 7.2.

NETFLIX

SEX EDUCATION, STAFFEL 2 Otis Mutter ist Sexualtherapeutin, er selbst in Sachen Liebe jedoch vollkommen unerfahren. Trotzdem zieht er in der ersten Staffel eine Sexualberatung für seine Mitschüler auf, und nach und nach nimmt auch sein eigenes Liebesleben endlich Fahrt auf. In der zweiten Staffel erfahren wir nun, wie es in Liebesdingen für Otis und seine Mitschüler weitergeht … AB 17.1.

dritten Staffel »Sabrina« schon im Januar kräftig nach oben geschraubt. Für die Gang rund um die Schülerin/Hexe Sabrina geht es diesmal in die Hölle, denn einer von ihnen wurde dorthin verschleppt …  AB 24.1.

BOJACK HORSEMAN, STAFFEL 6 TEIL 2 In der Kategorie »Muss man mögen« bewegt sich sicher die Erwachsenen-Anmationsserie »BoJack Horseman«. Nichtsdestotrotz PASTEWKA, STAFFEL 10 gehört die Serie über einen mit eiNach zehn Staffeln und 15 Jahren ner fragwürdigen Moral ausgeist Schluss, die Kultserie »Pastewstatteten Pferdemann/Schauspieka« verabschiedet sich endgültig ler in Hollywood, zu den vom Bildschirm. Zum Abschied beliebtesten auf Netflix und viele darf Pastewka aber natürlich THE CHILLING ADVENTURES OF Fans werden es bedauern, dass die nochmal in jedes nur erdenkliche SABRINA, STAFFEL 3 Fettnäppfchen treten und seine Huch, ist denn schon wieder Hallo- neuen Folgen auch die letzten der Familie zur Weißglut treiben und ween? Nicht ganz, aber bei Netflix Serie sein werden.  AB 31.1. auch der ein oder andere wird der Gruselfaktor mit der

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KLENKES NEO

LAUFBAHN RUND UM ­AUSBILDUNG UND BERUF

KINDERMOTIVATOR

Felix Mühlenbruch ist Kinderkrankenpfleger und kümmert sich um Kinder, die gerade erst operiert wurden. Warum er seine oft emotional belastende Arbeit gegen keinen Job der Welt tauschen würde, erzählte er auf Station. VON SIMON WIRTZ

W

er die »Uniklinik RWTH Aachen« auf dem Campus Melaten kennt, weiß, dass man durchaus schonmal eine halbe Stunde suchen kann, bis man endlich das eine richtige Zimmer gefunden hat. Tausende Patienten

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KLENKES neo \\\ 01-2020

werden hier in den unterschiedlichsten Fachbereichen behandelt, Ärzte und Pfleger eilen über die Flure, verlorene Besucher versuchen, sich anhand der wegweisenden Schilder zu orientieren. Auf Etage sieben, ganz hinten durch, finden wir Felix Mühlenbruch, mit dem wir zum Interview verabredet sind. Einen ungestörten Raum oder überhaupt Ungestörtheit

gibt es hier kaum, aber Felix kann uns kurzerhand ein freies Untersuchungszimmer organisieren.

»DAS MÖCHTEST DU MACHEN!« Eigentlich wollte der 28-Jährige in die Fußstapfen seines Vaters treten, der einer der


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LAUFBAHN \\\

Im Gespräch mit neo-Redakteur Simon Wirtz steht Felix Rede und Antwort Großes Bild: Zur täglichen Arbeit von Felix gehört es, Infusionen vorzubereiten. Selbst das macht ihm Spaß

»WIR PFLEGER SIND SEHR SELBSTSTÄNDIG. PFLEGER UND ÄRZTE ARBEITEN HIER HAND IN HAND«

FOTOS: UPMACHER

FRÜH, SPÄT, NACHT

Geschäftsführer einer Firma war. »Damals habe ich deswegen das Berufskolleg für Wirtschaft und Verwaltung besucht«. Danach ging’s ein halbes Jahr ins Hotel, das Felix aber eher nicht zusagte: »Um ehrlich zu sein, es war eine gute Zeit, aber meine Kollegen waren eher Einzelkämpfer als Teamplayer, und das gefiel mir überhaupt nicht«. Während des Bundesfreiwilligendienstes im Altenheim machte es dann Klick. »Das machte einfach Spaß, mit Menschen zu arbeiten. Ich habe damals viel über meine Zukunft nachgedacht, und mit meinen kleineren Stiefgeschwistern und Cousins konnte ich schon immer gut. Dann habe ich mich zu einem Praktikum auf einer Kinderstation im Krankenhaus entschieden, und mir wurde klar: Das möchtest du machen!«

Über sechs Jahre ist das jetzt her. Nach der dreijährigen Ausbildung zum Kinder­kranken­pfleger blieb Felix auf seiner Station an der Uniklinik. Seitdem arbeitet er hier – früh, spät, Nacht. Heute Morgen ist er um kurz vor fünf aufgestanden, pünktlich um sechs zum Dienst angetreten. Seitdem – Volldampf. Ganz schön hart. Der ausgebildete Kinderkrankenpfleger arbeitet auf einer Station für Kinder, die gerade frisch operiert wurden. Der Tag hier ist in drei Schichten von je 8 Stunden unterteilt. »Es muss eben immer jemand da sein«. Aber wie sieht ein typischer Tagesablauf auf Station aus? »Das Prinzip ist einfach: ein krankes Kind kommt, wird operiert, und anschließend von uns gesund gepflegt«, erklärt er. »Also, das ist natürlich die Kurzform.« Und die Langform? »Meine Kolleginnen und ich sind für die Pflege verantwortlich. Und dazu gehört eine große Menge Empathie. Ich wechsel’ nicht nur den Wundverband und schließe eine neue Infusion an, sondern ich bin auch als Mensch für die kleinen Patienten da. Manche möchten etwas erzählen, haben Angst und wollen aufgemuntert werden. Deswegen kann man schon sagen: Ich bin kein Erzieher, aber ein Motivator. Und das macht unglaublich viel Spaß, und gibt mir gleichzeitig auch viel. Das würde ich gegen keinen anderen Job tauschen.«

Natürlich gibt es, wie in jedem Job, auch Herausforderungen. »Man nimmt das, was man am Tag im Dienst erlebt und mitbekommen hat, auch nach Hause mit, das ist so. Einmal hatten wir im Nachtdienst einen Notfall: da ist eine Patientin einfach umgefallen, und wir waren gut vier Stunden dabei, sie wieder stabil zu bekommen. Als ich nach dem Dienst das Krankenhaus verließ, musste ich auch erstmal ganz tief durchatmen.« Aber es gibt auch strukturelle Hürden: »Wir brauchen dringend mehr Kollegen. Und es ist sehr wichtig, dass da von Seiten der Politik weiterhin etwas unternommen wird, denn auch uns erreicht langsam der Fachkräftemangel«.

SELBSTSTÄNDIG Was ihn an seinem Job vollkommen überrascht hat? »Ganz ehrlich, die Verantwortung. Man stellt sich ja vor, dass es in so einem Krankenhaus starre Hierarchien gibt. Der Arzt untersucht, schreibt auf, und wir Pfleger müssen es umsetzen. Das ist aber hier auf der Station überhaupt nicht so. Pfleger und Ärzte arbeiten hier Hand in Hand, oft sag ich dem Arzt sogar Bescheid, wenn er etwas übersehen hat. Wir Pfleger sind also sehr selbstständig. \

» ukaachen.de 21


LAUFBAHN \\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\

FOTO: ANNA CONTZEN

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»INFORMATIKER SIND GENERELL PROBLEMLÖSER« Im Rahmen des »Hackathon« hat das Team von »bessermaachen« mit seiner digitalen Karte gewonnen. VON ANNA CONTZEN

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ni.Urban.Mobil. (U.U.M.) ist eine Studenteninitiative, die sich aus dem Radentscheid heraus gebildet hat und sich für eine bessere studentische Mobilität in Aachen einsetzt. Mit der Idee eine digitale Karte zu entwickeln, auf der gezielt Verbesserungsvorschläge geäußert werden können, ging es Anfang November zum »Hackathon« vom Medienhaus Aachen in der Digital

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Church. Das Team von »bessermaachen« gewann schließlich den ersten Preis. Wir haben uns mit vier der Studenten hinter den zwei Projekten getroffen: Jasper Nalbach und Nicolai Radke von U.U.M. sowie ­ Gero Gerke und Max Hippler aus dem Hackathon-Team. Artur Dunat und Lars Voßen aus dem Medienhaus sind ebenfalls Teil des Projekts. Zum Hackathon-Team gehören auch Sarah Hilker und Dustin Thewes.

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WAS WAR DIE GRUNDIDEE FÜR »BESSERMAACHEN«? J: Wir, bei U.U.M., wollten sehen, wie wir allgemein mit Studierenden in Kontakt treten und so Ideen austauschen können. Ich bin dann im Informatikzentrum auf die anderen zugegangen und habe gefragt, ob sie Lust hätten etwas für uns zu entwickeln. Vor dem »Hackathon« war noch nicht klar, in welche Richtung das Projekt gehen wird.

WELCHE WEITEREN SCHRITTE SIND GEPLANT? G: Der nächste Schritt ist den Prototyp so anzupassen, dass U.U.M. es benutzen kann. Was die Business-Seite angeht müssen wir schauen, da viele der Partner sich erst im Laufe des Jahres erneut mit uns treffen wollen. A: Das positive Feedback von außerhalb hat uns dazu motiviert am Existenzgründungswettbewerb »AC²« teilzunehmen. Dann mal schauen, ob die Geschäftswelt


»DADURCH, DASS WIR EIN REALES PROBLEM GEFUNDEN HABEN, DAS MAN BEHEBEN KANN, WAREN DIE SIEGCHANCEN SCHON HÖHER.«

LAUFBAHN \\\

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Missbrauchsmöglichkeiten beschäftigt haben. Zurzeit moderieren wir, welche Einträge ungeeignet sind. Wenn ein Vorschlag eine große Unterstützung erhält, kann jeder sehen, wo es Handlungsbedarf gibt.

Die Studenten und Medienhaus-Mitarbeiter sind gemeinsam beim Hackathon angetreten – und haben gewonnen

das Projekt auch so positiv sieht, wie die Stadt Aachen und das Medienhaus. Je nach Ergebnis ­ müsste man überlegen, wie es weiter gehen soll. AUF »BESSERMAACHEN.DE« KÖNNEN DIE NUTZER UNTERHALB DER VORSCHLÄGE INTERAGIEREN. WAR EUCH DAS WICHTIG? Das Interagieren war ein nächtlicher Einfall, da es einfach Sinn ergibt. Es ist natürlich wichtig, dass die Bürger ihre Meinung einbringen können und Diskuss ionen gehören dazu. So kann man gemeinsam versuchen Lösungen zu finden, die weitestgehend allen helfen. Außerdem hatten wir recht früh die Idee einer Mängelplattform verworfen. Davon gibt es schon genug. Uns war es wichtig, dass das Feedback positiv und konstruktiv formuliert wird, da wir uns auch mit den

WARUM HABT IHR GEWONNEN? A: Ich denke, weil wir tagesaktuell die richtige Idee hatten. In der Nacht als wir am Prototypen gearbeitet haben, wurde von der Stadt Aachen dazu aufgerufen, dass sich die Bürger, auch vor dem Hintergrund des Radentscheids, äußern sollten, an welchen Orten tausend neue Fahrradbügel platziert werden könnten. Man sollte sich per Mail an den Oberbürgermeister wenden. Durch »bessermaachen.de« lässt sich so etwas viel einfacher gestalten. M: Dadurch, dass wir ein reales Problem gefunden haben, das man beheben kann, waren da die Siegchancen schon höher. Es ist ein Problem, das jeder hat.

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WAS WÜRDET IHR EUCH FÜR DIE ZUKUNFT DER PLATTFORM WÜNSCHEN? Es wäre schön, wenn die Bürger und Verbände, die zurzeit wichtige Arbeit leisten, und die Stadt ­eine Plattform zum Zusammenarbeiten und Kommunizieren haben. Die Plattform sollte für alle einen Mehrwert haben. Aus der Businesssicht des Hackathon-­ Teams: Ein System zu bauen, das sich gut verkaufen lässt. Mit dem Kommunen oder Unternehmen geobasiert Daten und Ideen sammeln können. \

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LAUFBAHN \\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\

IN DEN KOCHTOPF GEGUCKT In den Mensen und Cafeterien des Studierendenwerk Aachen gehen täglich bis zu 16.000 Essen über den Tresen, alleine in der Mensa Academica sind es täglich rund 7.000 Gerichte. Wie schafft man es, jeden Tag so viele Menschen zu verköstigen? Wir haben uns im Rahmen einer Mensa-Führung für Studierende mal hinter den Kulissen umgesehen. VON LILLITH BARTCZAK

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ygiene ist das A und O in einer Mensaküche, das macht Peter Schröder, der Betriebsleiter der Mensa Academica den Teilnehmern der Führung »Mensa Back­ stage« von Anfang an klar. Bevor man also die heiligen Hallen hinter der Essensausgabe betreten darf, heißt es: Schutzkleidung überziehen. Außerdem ist Hände waschen und desinfizieren Pflicht. Hierfür gibt es sogar eine Hygieneschleuse mit Drehkreuz. Hinter dem Drehkreuz befindet sich der »reine« Bereich der Mensa Academica, erkennbar an einem blauen Boden. Im blauen Bereich beginnt Peter Schröder dann aus dem Alltag in der Mensa zu erzählen. Die erste Schicht beginnt kurz nach 3 Uhr ­morgens. Kein Wunder, schließlich wird hier

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nicht nur für die Mensa selbst gekocht, sondern auch für alle anderen Mensen und Cafeterien des Studierendenwerks Aachen und vier Kindertagesstätten. 12 Köche arbeiten hier, insge­samt sind rund 50 Leute in der Produk­ tion und in der Ausgabe angestellt. Dazu ­kommen noch die Mitarbeiter der Spülküche und die Gebäudereinigung, die bis spät in die Nacht für Ordnung sorgen. Manchmal kehrt in der Mensa Academica erst nach Mitternacht Ruhe ein. Los geht die Tour in der Küche. Hier ist alles etwas größer als gewöhnlich. Die Fritteusen sind zum Beispiel in der Lage, für rund 2.500 Schnitzel pro Tag zu sorgen – und so viele werden an einem durchschnittlichen Schnitzeltag auch benötigt – und in einem Kochkessel wird täglich rund eine halbe Tonne Gemüse zubereitet. Die Schneebesen, Suppenkellen

und Schaumlöffel sind über einen Meter lang. Außerdem hat die Küche echte Hochleistungsgeräte zu bieten. »Würde man einen unserer Kombidämpfer zuhause anschließen, säße man ganz schnell im Dunkeln« lacht Peter Schröder. Doch wie stellt man bei diesen Mengen sicher, dass man nicht zu viel oder zu wenig zubereitet? Peter Schröder erklärt: »Dank unserer Erfahrung können wir relativ gut einschätzen, wie viel wir brauchen. Aber auch so unberechenbare Faktoren wie das Wetter oder ein unerwarteter Institutsausflug spielen natürlich eine Rolle.« Wenn das Essen noch nicht in der Auslage war, dann kann es aber in den meisten Fällen wiederverwertet werden. Weiter geht es in der kalten Küche. Hier werden Salate, Rohkost oder auch Desserts wie Waffelteig vorbereitet. In getrennten Nischen, aufgrund der Allergene. Aber wie sieht das


LAUFBAHN \\\ ALLE FOTO: JANNIS SCHENKER

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Oben: Die Hygieneschleuse der Mensa Academica besteht aus einem Waschbecken und einem Drehkreuz, das sich erst öffnet, nachdem man sich die Hände desinfiziert hat.

Links: Peter Schröder, Betriebsleiter der Mensa Academica, erklärt den Teilnehmern der Mensaführung, was die der sogenannten ­Kombidämpfer so alles können

DIE FRITTEUSEN SIND IN DER LAGE, FÜR RUND 2.500 SCHNITZEL PRO TAG ZU SORGEN UND IN EINEM KOCHKESSEL WIRD TÄGLICH RUND EINE HALBE TONNE GEMÜSE ZUBEREITET. überhaupt aus, wenn jemand behauptet, das Mensa-Essen sei ihm nicht gut bekommen? Generell müssen von allen Gerichten zwei Portionen à 250 Gramm tiefgekühlt aufbewahrt werden. Dadurch kann im Zweifelsfall bewiesen werden, dass das Mensa-Essen nicht der Auslöser der gesundheitlichen Probleme war. Peter Schröder erzählt von einem Fall, bei dem im Nachhinein nicht das Mensa-Essen, sondern eine verdorbene Sahnetorte von einer Institutskonferenz als Übeltäter identifiziert werden konnte. Im Erdgeschoss der Mensa befindet sich der Anlieferbereich, die Kühlhäuser und diverse Lagerräume. Morgens früh wird die Ware angeliefert, überprüft, dokumentiert und sortiert. Sollten die Lieferanten mal nicht liefern, ­lagern in der Mensa Vorräte für zwei Tage. In den Lagerräumen dürfen wir uns davon auch

gleich selbst überzeugen: Hier lagern Beutel mit Nudeln, Reis und Kartoffelbrei­pulver, Konserven mit Gemüse und Obst aller Art, Kanister mit Öl und viele weitere Dinge, die man trocken lagern darf. Alles im XXL-Format natürlich. Außerdem gibt es mehrere Kühlhäuser, die jeweils nur eine Art von Lebensmittel enthalten dürfen, etwa nur Gemüse oder nur Fleisch. Bevor die Lebensmittel mit Aufzügen in den oberen Küchenbereich transportiert werden, werden sie soweit es geht ausgepackt und nach Tagen, an denen sie in der Küche benötigt werden, auf Rollwagen sortiert. Die Studenten interessiert, warum die Mensa keine Bio-Gerichte anbietet. Peter Schröder erklärt, dass bei einem als »bio« deklarierten Gericht jede einzelne Komponente aus biologischer Landwirtschaft sein muss, bis hin zum Salz im Nudelwasser. Aus

wirtschaftlichen Gründen habe man sich daher gegen bio entschieden und gehe lieber den Weg der Regionalität. Am Ende der Tour zeigt uns Peter Schröder dann noch, wie es hinter der Tablettabgabe aussieht. Er erklärt, dass die Teller, das Besteck und die Tabletts jeweils separat gespült werden. Dabei wird das Besteck per Magnet vom Tablett gehoben. Dieser Mechanismus habe am Anfang zu Problemen geführt. Denn unter das neu bestellte Besteck hatten sich aus Versehen auch einige hundert Messer gemischt, die nicht magnetisch waren. Bis diese aussortiert waren, habe es eine ganze Weile gedauert und die Spülmaschine wurde einige Male ganz schön in Mitleidenschaft gezogen. Doch jetzt läuft alles reibungslos. \

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Richtig gelesen. Wo sich früher noch Bewerber um Jobs sprichwörtlich »schlagen« mussten, ist es heute oftmals anders: Die Unternehmen in der Region kämpfen um Azubis und Berufseinsteiger. Hört sich gut an, oder? Was es trotzdem noch zu beachten gibt, verrieten uns Teamleiter Stephan Gielgen, Vermittlungsfachkraft Ulrike ­Floßdorf, und Pressesprecher Klaus Jeske von der Arbeitsagentur Aachen-Düren.

VON SIMON WIRTZ

2019 GAB ES SO VIELE UNBESETZTE AUSBILDUNGSPLÄTZE WIE NOCH NIE IN DER REGION AACHEN. WARUM FINDEN EINIGE JUGEND­ LICHE TROTZDEM KEINE AUSBILDUNG? Jeske: Diese Aussage bezieht sich auf die gesamte Region. Insgesamt gibt es tatsächlich zahlreiche offene Ausbildungsstellen. Mit Blick auf einzelne Städte und Gemeinden im Agenturbezirk bedeutet das im Klartext aber auch, dass die gewünschte Ausbildungsstelle nicht immer in der direkten Nähe des Wohnortes liegt und Bewerber flexibel und mobil sein müssen. Dies heißt: Pendeln oder im Ausnahmefall sogar umziehen, um in den Wunschberuf einmünden zu können. Vielfach ist dies aus persönlichen Gründen oder fehlenden Verkehrsverbindungen nicht möglich, oftmals mangelt es aber auch an der Bereitschaft. Floßdorf: Ein anderer wichtiger Punkt ist, dass Bewerber oder Bewerberin und Stelle auch gut zueinander passen müssen. Und das ist oftmals nicht so einfach. Arbeitgeber haben in Bezug auf Schulabschluss, Noten in bestimmten Fächern und Soft Skills klare Erwartungen an die zukünftigen Auszubildenden. Nicht alle Bewerber können diese erfüllen. Arbeitgeber müssen sich daher immer verstärkter darauf einstellen, auch nicht »olympiareife« Bewerber in den Blick zu nehmen und diesen eine Chance zu geben. Um Ausbildungsstellen tatsächlich besetzt zu bekommen geschieht dies auch in zunehmendem Maße.

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Gielgen: Daran anknüpfend – natürlich haben auch die Bewerber ihre Vorstellungen. Viele junge Leute haben einen Traumjob, den sie unbedingt machen möchten. Da ist klar: Der eine oder keiner. Und genau an diesem Punkt besteht die Gefahr, in eine Sackgasse zu laufen. Hier braucht es einen Plan »B«, den wir gerne mit den Jugendlichen erarbeiten. WAS KÖNNEN BEWERBER DENN TUN, UM AN IHREN TRAUMJOB ZU KOMMEN? Gielgen: Mein wichtigster Ratschlag lautet: Sich von der Arbeitsagentur beraten lassen! Natürlich liegt nicht immer für jeden Bewerber sofort das Ausbildungsangebot eines Arbeitgebers für den Traumjob in Wohnortnähe mit toller Bezahlung und flexiblen Arbeitszeiten vor. Als Experten am Arbeits- und Ausbildungsmarkt kennen wir aber die Gesamtsituation am Ausbildungsmarkt gut und können daher auch konkrete Vorschläge machen, was jeder Einzelne in seiner Situation tun kann, um dem Traumjob näher zu kommen. So etwas wie die »Zehn Gebote« gibt es da nicht. Jeske: Ein paar Tipps, die generell hilfreich sind, wollen wir hier gerne geben: Wichtiges Stichwort: Frühzeitige Beratung. Viele junge Menschen sind mit dem Thema »Berufswahl« überfordert und wissen gar nicht wirklich, was sie später mal machen wollen, sollen oder auch können. Man kennt durch Eltern, Freunde, Bekannte und vom »Hörensagen« einige Berufsfelder. Welche Berufe und Ausbildungsmöglichkeiten es für jemanden, der sich zum

Beispiel für Technik oder auch Finanzen interessiert gibt, ist aber in Gänze nicht bekannt. Es gibt in Deutschland hunderte anerkannte, interessante Ausbildungsberufe und tausende Stellen. Wo gibt es viel Bedarf, und was genau passt zu mir? Diese Frage helfen wir gerne mit zu beantworten. Floßdorf: Während der frühzeitigen Beratung sprechen wir auch über einen »Plan B«. Den will keiner, aber besser ist es, ihn zu haben. Denn was passiert, wenn es mit der Ausbildungsstelle im Wunschberuf nicht klappt? Wie kann man die Zeit sinnvoll nutzen, schon ein bisschen Geld verdienen und Erfahrung sammeln? Wir helfen Jugendlichen dabei, Alternativen zu checken und den bestmöglichen »Plan B« aufzustellen. Denn damit gelingt der Start in einen passenden Beruf umso besser. \

DIE ARBEITSAGENTUR BEI DER ARBEITSAGENTUR IST JEDER AN DER RICHTIGEN ADRESSE, DER SICH AUF DEM ARBEITSMARKT UMSCHAUEN MÖCHTE – VON ANGEHENDEN AZUBIS, ÜBER AUSBILDUNGSUND STUDIENABBRECHER BIS HIN ZU UNI-ABSOLVENTEN. DAS TEAM DER ARBEITSAGENTUR UNTERSTÜTZT GERNE – UND DAS KOSTENLOS. TEL: 0800-4 5555 00

» arbeitsagentur.de

FOTO: PIXABAY

IMMER MEHR STELLEN, IMMER WENIGER BEWERBER


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FOTO: ADOBE STOCK/REDPIXEL

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DÜRFEN DIE DAS?

Im Laufe des Berufslebens stellen sich Arbeitnehmern immer wieder rechtliche Fragen. Wilfried Haas, juristischer Referent bei der VUV – Vereinigte Unternehmerverbände Aachen e.V. – hat neo-Redakteurin Silke Schneider einige davon beantwortet. Die VUV ist die Interessenvertretung von über 260 Unternehmen mit rund 60.000 Beschäftigten in der Region Aachen.

GILT EIN ARBEITSVERTRAG AUCH, WENN ER NUR MÜNDLICH ODER PER HANDSCHLAG GESCHLOSSEN WURDE? Ja, ein Arbeitsvertrag ist auch gültig, wenn er mündlich oder per Handschlag geschlossen wurde. Nach § 2 Abs. 1 Nachweisgesetz muss jedoch der Arbeitgeber spätestens einen Monat nach Beginn des Arbeitsverhältnisses die wesentlichen Vertragsbedingungen schriftlich niederlegen.

Teilzeit verlangen. Der Arbeitgeber muss diesem Antrag in der Regel stattgeben. Der Arbeitgeber kann seinerseits die Arbeitszeit ­ aber nur dann reduzieren, wenn entweder die ­Arbeitnehmerin oder der Arbeitnehmer damit einverstanden ist oder ein ausreichender Grund für eine Änderungskündigung vorliegt. Zudem kann der Arbeitgeber die Arbeitszeit reduzieren, wenn die Voraussetzungen für ­ Kurzarbeit gegeben sind.

KANN MAN FÜR DIESELBE ARBEIT IN DERSELBEN FIRMA WIEDER WENIGER GEHALT BEKOMMEN, WENN MAN VORHER MEHR BEKOMMEN HAT? Dies ist durchaus möglich, beispielsweise durch eine Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Es ist allerdings auch denkbar, dass im Rahmen von Sanierungsmaßnahmen die Tarifvertragsparteien eine Absenkung der Entgelte beschließen.

GIBT ES EINE MAXIMALE ZAHL VON ÜBERSTUNDEN, DIE PRO WOCHE ODER MONAT UNBEZAHLT GELEISTET WERDEN DÜRFEN? Hier ist der Inhalt des Arbeitsvertrags entscheidend. Es ist durchaus zulässig im Arbeitsvertrag zu vereinbaren, dass eine bestimmte Menge von Mehrarbeitsstunden, maximal 25 Prozent der wöchentlichen Arbeitszeit, mit dem Gehalt abgegolten ist. Allerdings dürfen tarifliche Vergütungsbestimmungen dadurch nicht unterlaufen werden. Übersteigt das monatliche Entgelt die Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung – diese liegt in 2019 bei 6700 Euro – kann im Arbeitsvertrag sogar geregelt werden, dass alle Mehrarbeitsstunden mit dem Gehalt abgegolten sind.

IST EIN ALTER ARBEITSVERTRAG NOCH GÜLTIG, WENN SICH INZWISCHEN DIE RECHTSPRECHUNG GEÄNDERT HAT? In jedem Fall bleibt der Arbeitsvertrag bestehend. Eine Änderung der Rechtsprechung kann jedoch durchaus Einfluss auf die Anwendung einzelner Klauseln im Arbeitsvertrag haben. Es kann sogar sein, dass eine Vertragsklausel dann gar nicht mehr angewendet werden kann.

IST ES RECHTSGÜLTIG WENN IM ARBEITSVERTRAG STEHT, DASS DIE ARBEITNEHMER UNTEREINANDER NICHT ÜBER IHR GEHALT SPRECHEN DÜRFEN? WAS KANN PASSIEREN, WENN SIE ES DOCH TUN? Inzwischen hat die Rechtsprechung festgestellt, dass es erlaubt ist, mit Kollegen über das Gehalt zu sprechen. Daher kann dieses nicht mehr sanktioniert werden.

HAT MAN ALS ARBEITGEBER EIN RECHT DARAUF, SEINE ARBEITSZEIT ZU REDUZIEREN, BEISPIELSWEISE VON VOLLZEIT AUF HALBZEIT? Arbeitnehmer können nach den Vorgaben des Teilzeit- und Befristungsgesetzes jederzeit

» vuv-aachen.de FOTO: W. HAAS

WENN EINE FIRMA VON EINER ANDEREN AUFGEKAUFT WIRD, NEHMEN DIE ARBEITNEHMER IHRE URLAUBSTAGE UND ÜBERSTUNDEN AUTOMATISCH MIT ODER WERDEN DIE DANN NEU GEZÄHLT? Egal, ob nur die Gesellschafter wechseln oder ein Betrieb oder eine Betriebsabteilung aufgekauft werden, wird das Arbeitsverhältnis unverändert fortgeführt, so dass Zeitguthaben und Urlaubstage aus diesen Gründen nicht verfallen.

WILFRIED HAAS IST JURISTISCHER ­REFERENT BEI DER VUV

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Nicht nur bei uns in Aachen lässt es sich gut aushalten. Wer auf der Suche nach einem neuen Job oder einer Ausbildungsstelle ist, sollte mal auf Jils Blog vorbeischauen. Neben Outfits und Reisetipps stellt die Nachwuchs-Influencerin dort auch Betriebe aus dem deutschsprachigen Ostbelgien vor.

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n Ostbelgien lässt es sich nicht nur gut leben, sondern auch gut arbeiten. Das stellt Bloggerin Jil auf ihrer Reise durch den ostbelgischen Arbeitgebermarkt unter Beweis: Auf der Ostbelgien-Website, auf ihrem persönlichen Blog sowie den Facebook- und Instagram-Accounts berichtet sie zweimal wöchentlich von ihren Erfahrungen. »Vieles hat mich bei dieser Aktion überrascht«, erzählt die Social-Media-Managerin: »Was für tolle und innovative Unternehmen es in Ostbelgien gibt – das ist mir jetzt erst richtig bewusst geworden.«

VOM MARKTFÜHRER BIS ZUM HANDWERKSBETRIEB Unter dem Motto »Heimvorteil Ostbelgien – Stadt, Land, Job« lädt das »Fachkräftebündnis Ostbelgien« Berufsanfänger dazu ein, eine Region kennenzulernen, die zwar ländlich ist, aber vielfältige berufliche Perspektiven eröffnet. Begleitet von Kameramann Max Scholl besuchte Jil vom 24. September bis zum 24. Oktober neun ostbelgische Einrichtungen und

FOTO: MAX SCHOLL

STADT, LAND, JOB

Bloggerin Jil zeigt, dass Praktika nicht langweilig sein müssen

»SCHLAUMACHEN« HILFT – OFT WIRD DANN ERST KLAR, WELCHE MÖGLICHKEITEN SICH BEI DEN UNTERSCHIEDLICHEN ARBEIT­ GEBERN BIETEN. Unternehmen – vom Hotel bis zum Holzhallenbau, von der Medizintechnik bis zur Bäckerei. Bei diesem »Job-Hopping« lernt sie jeweils einen Arbeitgeber, seinen Tätigkeitsbereich ­ und potenzielle Jobangebote kennen und entdeckt dabei auch die ganz persönliche Geschichte und Erfolgsstory hinter jedem Unternehmen. »Beim Hotel in Bütgenbach hat mich

zum Beispiel die familiäre Stimmung und Herzlichkeit in der Belegschaft beeindruckt, bei Sterysis die Internationalität, die Arbeitnehmer aus der ganzen Welt anzieht, und bei Ligna Systems die innovative Ader, mit der sie sich von ihren Konkurrenten abheben«, berichtet Jil von ihren Eindrücken. Was ihr dabei besonders Freude bereitet hat: zu sehen, dass die Mitarbeiter als »wichtigstes Gut der Unternehmen« gesehen werden. »Es wird viel dafür getan die Mitarbeiter zu halten, etwa mit Team­ events, Mittagstischen und Weiterbildungen.« Wer Ostbelgien und die dortigen Arbeitgeber noch nicht kennt, dem kann Jil nur raten, sich schlau zu machen: »Oftmals weiß man gar nicht, welche verschiedenen Möglichkeiten ein Arbeitgeber bietet. So sucht beispielsweise die Klinik St. Josef nicht nur händeringend nach neuem Pflege-Personal, auch als Informatiker kann man dort K ­ arriere machen.« \AN

» ostbelgieninfo.be » jillepille.com

FOTO: STADT AACHEN

KLISCHEEFREI Die Stadt Aachen startet eine crossmediale Karrierekampagne.

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it dem Feuerwehrwagen durch die Gegend fahren, den ganzen Tag mit Kindern spielen und in der Anwohnerparken-Zone Knöllchen verteilen. Ganz schön viele Klischees. Dabei gibt es in den Bereichen eine Menge Interessantes zu erleben. Das wissen nur nicht alle, so dass es bei der Feuerwehr, im Bereich KiTas oder OGS und im Ordnungs- und Sicherheitsdienst viele freie Stellen gibt. Um die Stellen zu besetzen, startet die Stadt Aachen daher zum Jahresende eine

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neue Karrierekampagne. Auf eigenen Websites sollen die jeweiligen Berufsbilder mit Filmen und persönlichen Kommentaren der Mitarbeitenden anschaulich vermittelt werden. Dazu gibt‘s Stellenangebote, Infos zum Auswahlverfahren und den persönlichen Kontakt zu Mitarbeitern. Vor allem junge Menschen sollen zusätzlich über eigene berufsgruppenspezifische Instagram-Accounts erreicht werden. \ADV.

» aachen.de

Lebensretter: die Feuerwehr der Stadt Aachen


LAUFBAHN \\\ FOTO: MEDIENHAUS AACHEN

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Wie bist Du das eigentlich geworden? Josef Heinrichs ist studierter Diplom-Ingenieur und hat 1975 den Klenkes in Aachen mitbegründet. Was als »wildes Kollektiv« begann, hat sich unter seiner Führung zu einem seriösen Verlag entwickelt und der Klenkes ist auch nach über 40 Jahren aus Aachen nicht wegzudenken. Seit Januar 2020 ist Josef Heinrichs im Ruhestand. ERKLÄRE DEINEN JOB? Den Großteil meines Berufslebens war ich Herausgeber und Verleger des print’n’press Verlags. Als Verleger habe ich die wirtschaftliche Verantwortung getragen, als Herausgeber war ich außerdem für die Inhalte und das Profil der Produkte verantwortlich. Seit ich den Verlag verkauft habe, bin ich Verlagsleiter und Herausgeber. Mein Job ist, für unsere Produkte wie Klenkes oder den GastroGuide Euregio, eine inhaltliche Linie festzulegen. Praktisch bedeutet das, in alle Prozesse mit eingebunden zu sein und ständig mit den zuständigen Mitarbeitern zu kommunizieren. WIE BIST DU DAS GEWORDEN? Ich habe 1966 Abitur gemacht und an der RWTH Ingenieurwesen studiert. Als ich 1975 damit fertig war, wurde ich Teil einer Gruppe undogmatischer linker Studenten, die eine Zeitung machen wollte, die als Sprachrohr der

neu­ge­gründeten ­Bürgerinitiativen fungieren sollte. Da ging es um Verkehr, Wohnungsprobleme, Stadtentwicklung und so weiter. Die Tageszeitungen haben damals nicht darüber berichtet. So ist der Klenkes entstanden. Am Anfang war das ein ganz offenes Forum, alles wurde im Kollektiv beschlossen. Schließlich gründeten wir auch eine Druckerei. Wir hatten nämlich die heute etwas merkwürdig anmutende Befürchtung, dass der »Klassenfeind« – das war der Aachener Zeitungsverlag – verhindern würde, dass wir unsere Zeitung drucken. Die Druckerei war relativ schnell erfolgreich. Und alle machten alles: schreiben, drucken, Zeitungen verteilen. Nach und nach kam die Professionalisierung. In den 80er Jahren wurden aus der Druckerei und der Zeitung zwei unterschiedliche Unternehmen. Ich selbst habe dann den Verlag übernommen und ihn Schritt für Schritt zu dem weiterentwickelt, was er heute ist.

ERZÄHL MAL VON DEINEM UNVERGESSLICHSTEN NEBENJOB Als Schüler war ich recht umtriebig und hatte einen Haufen Schulden angehäuft. Darum habe ich einen Job in der Lottozentrale angenommen. Dort musste ich freitagabends von 22 Uhr bis 3 oder 4 Uhr morgens Tippscheine sortieren. Das Ergebnis war, dass ich samstagmorgens in der Schule immer total fertig war. Das ging natürlich nicht lange gut. DEIN ULTIMATIVER TIPP FÜRS BERUFSLEBEN? Ich habe meinen Beruf mein Leben lang sehr gerne gemacht und nie bereut, dass ich nicht Ingenieur geworden bin. Deswegen wäre mein Rat, einen Beruf zu wählen, der die eigenen ­Interessen zulässt und der einen mit Begeisterung erfüllt. / LIB

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FOTO: ALEX PIRZKAO

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Service

DER TAG DANACH

KLENKES NEO – MAGAZIN FÜR JUNGE AACHENER SEKRETARIAT/VERWALTUNG Martina Welz Tel. +49(0)241/5101-611 Miriam Schwarz CHEFREDAKTION Kira Wirtz REDAKTION Simon Wirtz (Leitung), Verena Bodenstein, Lillith Bartczak REDAKTIONELLE MITARBEIT Anja Nolte, Anna Contzen, Belinda Petri Advertorials und Pressetexte sind mit adv. ­gekennzeichnet.

Wer studieren kann, kann auch feiern! Unsere neo-Redakteurin V ­ erena Bodenstein erinnert sich an chaotische Abende, A ­ uskatern und Zeit mit wirklich guten Freunden.

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hhh Mann… mein Schädel brummt. Was ist gestern bloß geschehen? Ich blinzele, richte mich auf und schaue mich in meinem Zimmer um. Ein vertrautes Umfeld. »Zum Glück«, denke ich mir. Ich schaue mich weiter um. Ich bin nicht alleine in meinem Bett. Rechts von mir hat meine Freundin Lida einen Arm um mich geschlungen. Und zu meiner L­ inken schläft Katha tief und fest. Mit weit geöffnetem Mund liegt sie da und schnarcht friedlich vor sich hin. Die verschmierte Wimperntusche der beiden lässt sie wie kleine Pandabären aussehen. Doch Konzentration, nochmal zu gestern. Junge, Junge, Junge… den letzten Tequila hätten wir uns wirklich sparen können. Doch die beiden Mädels wollten sich von ihren beiden neugewonnen Gönnern an der Bar keinen Drink entgehen lassen. Lida und Katha wachen auf. Während Lida nicht einmal richtig ihre Augen öffnen kann, springt Katha bereits aus dem Bett und stampft in die Küche. Lida nuschelt leise: »Mein Kopf… Zug… drüber gerollt«. Katha, die das Genuschel erstaunlicherweise aus der Entfernung hört, streckt den Kopf noch mal ins Zimmer, und verkündet stolz, sie habe keinen Kater (die Glückliche) und verzieht sich dann wieder in die Küche. Und während die Tassen nebenan klirren, tauchen vor meinem geistigen Auge

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blitzhaft Erinnerungsfetzen von gestern Abend auf. Langsam dämmert mir, wie wir zu dritt im Bett gelandet sind. Lida schaut mich mit ihren großen Augen an. Wie jedes Mal nach dem Feiern fragt sie: »was ist gestern eigentlich passiert?« Natürlich hat diejenige, die sich an rein gar nichts mehr erinnern kann, den größten Quatsch veranstaltet. Kurzfassung: Nun ja, nachdem ­Katha und Lida ihre beiden hartnäckigen Verehrer durch den Verzehr von Unmengen Tequila finaziell in den Ruin getrieben haben, wollten wir alle drei zu mir nach Hause. Doch Lida wollte sich noch unbedingt ein Wegbier kaufen. Die Schnapsdrossel. Im Kiosk hat ihr der Besitzer das Bier geschenkt – Südländer … ganz Lidas Typ. Mir schwante Ungutes: In ewiger Dankbarkeit verbunden, gestand Lida ihm etwas melodramatisch ihre Liebe. Nachdem wir sie von dort wegreißen konnten, hat auch schon die nächste nur Unsinn im Kopf. Überschwänglich tanzte Katha auf den Sitzgelegenheiten an der Bushaltestelle. Einen Schritt zu viel gewagt und schon flog sie tierisch auf die Nase. Zum Glück ist ihr nichts passiert. Trotzdem dachte ich, dass ich einen Krankenwagen rufen sollte. Nicht für Katha, sondern für Lida, die im Hintergrund so laut lachen musste, dass sie kaum Luft bekam. Kurz vor

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meiner Haustür angekommen, dachte ich irrtümlicherweise, wir hätten es geschafft. Als Lida jedoch bewusst wurde, dass ich im vierten Stock wohne, wollte sie sich dann doch lieber auf die Parkbank legen. Doch endlich oben angekommen, haben es die beiden gerade noch geschafft Jacke, Schuhe und Hose auszuziehen und sind so, wie sie waren, ins Bett gefallen. Der ganz normale Wahnsinn eben. Als ich Lida die Kurzfassung gebe, lacht sie immer wieder laut auf, fasst sich verwundert an den Kopf, um anschließend zu sagen: »Hast recht, der normale Wahnsinn eben.« Ich lehne mich zu ihr rüber und flüstere: »Und Katha hat mit dem Barkeeper rumgeknutscht.« »Du brauchst nicht zu flüstern«, sagt Katha, die mit einem breitem Grinsen am Tür­ rahmen steht und drei Kaffees im Arm balanciert. »Das war ganz nett, doch mit euch hier rumzuchillen ist schöner.« Sie reicht uns die Kaffeetassen, platziert sich aufs Bett und so quatschen wir drei noch ­einige Stunden weiter. »Stimmt«, denke ich mir. »Das hier ist schöner.« Schade nur, dass morgen die Uni weitergeht. Aber wie heißt es so schön: »Wer feiern kann, kann auch arbeiten!« \VB WIE ES IN VERENAS STUDENTENLEBEN WEITERGING, LEST IHR IM NÄCHSTEN KLENKES NEO.

GRAFIK UND LAYOUT Malte Pferdmenges TITELFOTO upmacher ­ANZEIGEN Manfred Sukrow Tel. +49(0)214/5101-632 msu@klenkes.de Eva-Maria Wagner (Anzeigenleitung) Tel. +49(0)241/5101-617 emw@klenkes.de Artur Dunat Tel. +49(0)241/5101-616 adu@klenkes.de VERTRIEB Richard Mariaux (Tel. -612), KLENKES-VERANSTALTUNGEN UND ­MEDIENKOOPERATION Richard Mariaux (Tel. -112) Anzeigenpreisliste und ­Me­dia­da­ten werden auf Wunsch ­zugeschickt. Es gilt die An­zeigen­preis­liste 2020. Die durch den Verlag ge­stal­te­ten ­An­zeigen sind ur­he­ber­­rechtlich ­geschützt und dür­fen nur mit ­ausdrücklicher Genehmigung des ­Ver­lages weiter ­verwendet werden. Keine Haftung für unver­langt ­ein­gesandte Manu­skripte, ­Zeich­nun­gen, Fotos etc. Nachdruck, auch aus­zugsweise, nur mit schrift­ licher Genehmigung des Klenkes. Alle ­Urheberrechte ­ver­blei­ben beim Verlag. © 2020 print'n'press Verlag


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