__MAIN_TEXT__
feature-image

Page 1

60 neuland

Schwerpunkt Wasser Seiten 4 – 7

Ben ShemenWald brannte: Ein Jahr danach

«Hatikwa»: Astrith Baltsan in Genf

Seite 10

Seite 20


Bild auf der Titelseite: mrjn Photography, unsplash.com

Inhalt

18 4

So wurde Tu Bischwat in Israel und in der Schweiz in diesem Jahr gefeiert – bevor Corona alles lahmlegte

«Das Wohlergehen unserer Nachbarn berücksichtigen» Interview mit Dr. Doron Markel, Chefwissenschafter des KKL-JNF

23 8

Niemals vergessen – der Märtyrerwald bei Jerusalem und seine Bedeutung für die Schweiz

Ein Jahr KKL-JNF-Delegierte in der Schweiz – Judith Perl-Strasser zieht eine erste Zwischenbilanz


Editorial Liebe Freunde des KKL-JNF Der Klimawandel verändert das Temperaturgleichgewicht der Erde, was wir alle in letzter Zeit zu spüren bekommen haben wie das leider immer noch alles beherrschende Coronavirus. Im Zuge der globalen Erwärmung werden die Energiebilanz und damit die Temperatur der Erde durch die erhöhten Treibhausgaskonzentrationen verändert, was weitreichende Auswirkungen auf Mensch und Umwelt hat. Der Klimawandel ist auch beim KKL-JNF ein wichtiges Thema. Unter dem Titel «Think Environment – Think KKL-JNF» können Sie auf der Website von KKL-JNF Jerusalem (www.kkl-jnf.org) erfahren, welche wichtige Aktivitäten der KKL-JNF in diesem Bereich in Israel unternimmt. Vor allem im Kampf gegen die fortschreitende Wüstenbildung, Grundwasserverschmutzung und bei der Senkung der Treibhausgasemissionen und Errichtung von Grün- und Parkanlagen, auch in grösseren und kleineren Städten, sind wir sehr aktiv. Der KKL-JNF ist ein wichtiger Player geworden. An Feiertagen in Israel geniessen gegen zwei Millionen Einwohnerinnen und Einwohner unzählige KKL-JNF-Wälder mit den Picknick- und Kinderspielplätzen. Unsere neue Schlicha und Geschäftsführerin von KKL-JNF Schweiz, Judith Perl-Strasser, ist bereits ein Jahr bei uns tätig. Mit ihr ist ein neuer Schwung in unsere Aktivitäten gekommen. Dank ihrem grossen Know-how als Verantwortliche der deutschsprachigen Länder bei KKL-JNF Jerusalem, ihrer Dynamik und ihrem charmantem «israelisch/wienerischen» Auftreten hat sie sich sehr schnell in der Schweiz eingelebt, sich viele Freunde geschaffen und diverse erfolgreiche Aktivitäten mit ihrem Team entwickelt. In dieser Ausgabe des «neuland» tragen diverse Beiträge ihre Handschrift und Initiative. Ende November 2019 fand in Genf zum ersten Mal ein gemeinsamer Anlass der Handelskammer Schweiz-Israel und dem KKL-JNF zum äusserst aktuellen Thema «IT’S ALL ABOUT WATER» statt. Naty Barak und Dr. Doron Markel, die beiden israelischen Fachleute, begeisterten mit ihren Vorträgen über die Themen «Top Way to Feed the World – Israel’s Irrigation Systems» und «Israel und die globale Wasserkrise» eine grosse Anzahl Teilnehmer. Speziell möchte ich Sie auch auf den Beitrag über den Märtyrerwald bei Jerusalem hinweisen. Wir planen zu Rosch Haschana eine spezielle Aktion über die vergessenen Schweizer KZ-Opfer. Dieses Thema wurde in grösserem Umfang von den Schweizer Medien aufgenommen. Wir vom KKL-JNF möchten im KKL-JNF-Märtyrerwald eine Gedenkstätte mit den Namen der ermordeten Schweizer errichten. Wir bitten Sie schon heute, diese Aktion, die wir zusammen mit der Gesellschaft Schweiz-Israel durchführen werden, grosszügig zu unterstützen. Ganz herzlichen Dank! Bald feiern wir Schawuot, das Erntedankfest mit dem Beginn der Getreideernte und den ersten Früchten. Auch das Wasser steht im Zentrum. In dieser Ausgabe berichten wir viel über Wasser, aber auch in der Tora gibt es dazu einen Hinweis mit den Worten des Propheten Jesaia: «Lasst den Durstigen zum Wasser gehen». Denn die Tora wird mit dem Wasser verglichen, da sie den geistigen Durst löscht. Ich wünsche Ihnen eine spannende Lektüre unserer diversen Artikel und danke Ihnen für Ihre stets sehr geschätzte Unterstützung des KKL-JNF. Chag Schawuot Sameach! Ihr Arthur Plotke, Präsident KKL-JNF Schweiz


4

neuland 60

Interview mit Dr. Doron Markel

«Wir müssen das Wohlergehen unserer Nachbarn berücksichtigen» Mit Doron Markel hat der KKL-JNF Israel im November 2018 einen Spitzen-Wissenschafter im Bereich Wassermanagement gewinnen können. Der neue Chefwissenschafter des KKL-JNF war über 15 Jahre lang bei der israelischen Wasserbehörde Leiter der Abteilung für Überwachung und Management des Wassereinzugsgebiets des Kinneret (See Genezareth).

Genezareth) um etwa 70% gesunken. Das Arava-Tal, das obere Galiläa und die Golanhöhen sind jedoch immer noch auf ihre sehr begrenzte lokale natürliche Wasserversorgung angewiesen, die eine ausreichende Menge an Trinkwasser liefert, aber für die Landwirtschaft nicht ausreicht.

Doron Markel promovierte 1999 an der Hebräischen Universität in Jerusalem. Die Dissertation befasste sich mit den biogeochemischen Kreisläufen von Schwefel und Eisen im überfluteten Hula-Feuchtgebiet im Norden Israels.

Es ist immer mal wieder zu hören, dass Israels Wasserproblem mit den Entsalzungsanlagen entlang des Mittelmeers gelöst ist. Sehen Sie das auch so? «Es macht mir Sorgen, wenn ich Leute sagen höre, dass Israel seine Wasserprobleme gelöst hat. Man würde das nie von einem Bauern im Negev oder sogar in Galiläa hören, wo es viel mehr regnet. Es ist wahr, dass wir dank guter Planung und dem Bau von Entsalzungsanlagen das Problem der häuslichen Wasserversorgung in der Landesmitte gelöst haben. Infolgedessen ist die Nachfrage nach Wasser aus dem Kinneret (See

Ich muss betonen, dass es sehr wichtig ist, die Qualität und Quantität des Wassers im Kinneret weiterhin zu sichern. Dieser prächtige See hat dem Land seit Jahrzehnten treue Dienste geleistet und wir stellen sicher, dass er uns auch in Zukunft im Notfall mit Wasser versorgen kann.»

Gibt es ein Projekt zur Sanierung des Jordan und zur Erhöhung seines Zuflusses ins Tote Meer? «Es gibt Menschen, die die Wasserbehörde auffordern, den Degania-Damm zu öffnen, damit Wasser in den Jordan und schliesslich in das Tote Meer fliesst, um sowohl den Jordan als auch das Tote Meer zu sanieren. Allen ist klar, dass sich das Tote Meer in einem schrecklichen Zustand befindet. Was diese Leute nicht wissen, ist, dass selbst wenn der Damm weit offen wäre, nichts herausfliessen würde, weil der Kinneret-Pegel zu niedrig ist und der Wasserhaushalt des Sees sich verschlechtert.

Gegenwärtig pumpt die israelische Wasserbehörde jedes Jahr etwa zehn bis 20 Millionen Kubikmeter Wasser in den Jordan Fluss, um ihn am Leben zu erhalten. In Jahren mit gutem Regen kann diese Zahl auf 30 oder sogar 40 Millionen Kubikmeter ansteigen. Allerdings gelangt fast nichts von diesem Wasser jemals ins Tote Meer. Auf seinem Weg entnehmen israelische, palästinensische und jordanische Bauern den grössten Teil des Wassers für ihre Felder. Das Tote Meer benötigt einen massiven jährlichen Zufluss von mindestens 700 Millionen Kubikmeter Wasser, damit eine Veränderung überhaupt erst einsetzt. Die Lösung für das Tote Meer kommt nicht aus dem Norden, sondern aus dem Süden.»

Beziehen Sie sich auf die Red Sea-Dead Sea Pipeline? «Das Projekt Rotes Meer-Totes Meer ist derzeit die einzige realisierbare Lösung zur Verbesserung des schlimmen Zustands des Toten Meeres. Dies ist jedoch nicht der einzige Vorteil des grossen Plans. Das Projekt wird auch Süsswasser, Wasserkraft und Erholungsgebiete entlang seiner Route liefern. Wir müssen das Wohlergehen unserer Nachbarn berücksichtigen, die überhaupt kein fliessendes Wasser haben. Wenn wir in dieser Region


neuland 60

«Das Tote Meer ist in einem schrecklichen Zustand»

Stichwort «Israel 2040»

friedlich leben wollen, sollten wir ihnen helfen, genug Wasser in ihren Häusern zu haben. Erinnern wir uns, dass einer der wichtigsten und beständigsten Teile des Friedensabkommens mit Jordanien Wasser ist. Seit der Unterzeichnung des Friedensabkommens mit König Hussein im Jahr 1994 versorgt Israel das Königreich Jordanien jährlich mit 50 Millionen Kubikmetern Wasser. Die Umsetzung des Projekts Rotes Meer – Totes Meer wird beide Seiten noch enger zusammenbringen. Nach dem Plan wird Israel Wasser aus der geplanten Entsalzungsanlage in Aqaba (Jordanien) zur Verwendung im Süden des Landes erhalten, und Jordanien wird eine grössere Zuteilung vom Kinneret erhalten. Ich weiss das alles, weil ich Israel zwischen 2008 und 2013 in der von der Weltbank durchgeführten Machbarkeitsstudie für das Rote Meer und das Tote Meer vertreten habe. Es könnte eine Win-Win-Win-Situation für alle Parteien sein, einschliesslich der Palästinensischen Autonomiebehörde. Es gibt private Unternehmen, die an Investitionen interessiert sind, und mir ist nicht ganz klar, warum es noch keine Umsetzung gibt.»

Wie wird die Arbeit von KKL-JNF weltweit aufgenommen? «Der KKL-JNF geniesst international in allen Bereichen, in denen wir Spitzenleistungen erbringen, wie Aufforstung, Wassermanagement und Ökologie,

hohes Ansehen. Ich bin zu Konferenzen auf der ganzen Welt eingeladen, um Vorträge über unsere Arbeit und Forschung zu halten. Ich war im letzten Sommer in Kuba, wo ich als erster Israeli vor einer internationalen Konferenz zum Klimawandel sprach.»

Sind Sie an dem 2040-Projekt beteiligt? «Ich bin involviert und sehr begeistert von diesem Projekt (siehe nebenstehenden Kasten). Wie könnte ich das als Chefwissenschafter nicht sein? Das Projekt konzentriert sich auf die Schaffung von High-Tech-Zentren in Galiläa und im Negev, um den wirtschaftlichen Wohlstand dieser Regionen zu fördern. KKL-JNF weiss, dass eine starke Peripherie zu einem noch stärkeren Israel führen wird. Ich leite den akademischen Bereich, der die Stärkung der verschiedenen akademischen Einrichtungen in diesen Bereichen, die Bereitstellung von Stipendien und Investitionen in Forschung, Hightech-Zentren und Start-up-Unternehmen umfasst. Nach dem Erfolg unseres ersten Hauses der Exzellenz, das 2018 in Nazareth geöffnet wurde, planen wir die Errichtung von weiteren zehn KKL-JNFHäusern der Exzellenz im Norden und Süden des Landes mit kostenlosen Programmen für Schüler, um sie auf zukünftige High-Tech-Karrieren vorzubereiten. Ich glaube, dass das Projekt 2040 zu den wichtigsten Aufgaben gehört, die der KKL-JNF seit seiner Gründung angehen wird.»

Die Initiative «KKL-JNF 2040 – Auf dem Weg zum Israel von morgen« oder: zum Israel von morgen» ist eine detaillierte und genaue Bestandsaufnahme der Zukunft des Landes, mit welcher sich die Organisation schon länger befasst. Diese Initiative basiert auf der Annahme, dass sich bis ins Jahr 2040 rund eine halbe Million Israelis zusätzlich im Gallil/Galliläa im Norden und eine Million Israelis zusätzlich im Negev im Süden ansiedeln werden. Die bisherige Peripherie Israels wird also mit neuem Leben erfüllt, der Motor beim Ganzen sollen dabei die HighTech-Industrie sowie Innovationszentren sein. Investitionen im Gallil werden ein richtiges israelisches «Silicon Valley» entstehen lassen, ein Anziehungspunkt für die besten israelischen, aber auch ausländischen Forscherinnen und Forscher. Im Negev wiederum sollen Wissenschafter arbeiten, die im CyberBereich tätig sind. Auf diese Art und Weise werden rund 1,5 Millionen Menschen angespornt, in die bisherigen Randregionen im Norden und im Süden Israels umzuziehen. Natürlich braucht es bei diesem geplanten zusätzlichen Bevölkerungswachstum auch zusätzliche Wohnungen und Häuser bzw. den Ausbau bestehender Wohn- und Forschungs-Kapazitäten. Ebenso muss in den Ausbau von Erziehungs-Institutionen und -möglichkeiten investiert werden. All dies soll dafür sorgen, dass schon bis in zwei Generationen die beiden bisherigen Rand-Regionen dynamische Wachstum-Gebiete werden. Dafür braucht es eine gute Zusammenarbeit des KKL-JNF und verschiedener israelischer Ministerien untereinander, das sind vor allem das Wirtschafts-, das Finanz-, Transport- sowie das Bau- und Wohnungs-Ministerium. Der KKL-JNF will die Initiative dadurch voranbringen, um so Industriezonen aber auch Lernzentren entstehen zu lassen. «Häuser der Exzellenz», also sogenannte Kompetenzzentren, werden entstehen. Gleichzeitig soll so das Band mit den jüdischen Gemeinden in der Diaspora verstärkt werden.

5


neuland 60

Schwerpunkt Wasser 1

Die Ressource Wasser: Für den KKL-JNF lebenswichtig Der KKL-JNF pflanzt Bäume – dies die landläufige Meinung vieler Menschen über die Tätigkeit des Jüdischen Nationalfonds in Israel. In Wahrheit ist das aber nur ein Teil der Arbeit der Organisation, dazu gehört mehr; etwa der Umgang mit der Ressource «Wasser».

Image: istockphoto.com

6

Der KKL-JNF befasst sich intensiv mit dem Element Wasser. So unterstützt er die Forschung im Süden Israels, der sogenannten Arava. Dabei geht es darum, dass dort die Anbaufläche von Dattelplantagen stetig zugenommen hat. Heute gibt es in der südlichen Steppe Israels etwa 88‘000 Dattelpalmen, die ungefähr 14 Prozent aller Dattelpalmen des Landes und sogar ein Fünftel aller dieser Bäume der gesamten Wüstengebiete des Landes ausmachen, dazu gehören neben der Arava u.a. auch das Jordantal oder die Gegend um das Tote Meer. Diese Region soll in den nächsten Jahren darum mehr Wasser erhalten, doch braucht es dafür in einem ersten Schritt sozusagen eine genaue Forschung zum Wasserverlust, um diesen so bekämpfen und damit eine Verbesserung der Wassersituation erreichen zu können.

Dabei spielt der Lysimeter eine ganz wichtige Rolle: Lysimeter sind Forschungsinstrumente, welche die Wasserverdunstung und -verlust feststellen können. Gleichzeitig können Lysimeter aber auch als operative Instrumente praktisch eingesetzt werden. Zudem helfen Lysimeter mit, die Bewässerung zu kontrollieren oder die Wasserqualität genau zu messen. Sogenannte Grosslysimeter werden bei der Medjool-Dattelpalme eingesetzt, diese macht fast 90 Prozent aller Dattelpalmen in der südlichen Arava aus. Die Arbeit mit dem Lysimeter geht auch im aktuellen Jahr 2020 weiter und wird wegen seiner immensen Wichtigkeit nicht nur vom KKL-JNF Israel weiterhin unterstützt, sondern auch vom KKL-JNF Schweiz, der – sich bereit erklärt hat, ein volles Forschungsjahr dieses über Jahre

laufenden Research & Development(Forschung- und Entwicklungs-) Projektes zu finanzieren. Dies ist zweifellos ein eindrucksvolles Zeichen im Kampf um das so wichtige Element Wasser, und wir sind stolz, daran teilzuhaben.

Facts und Figures zum Gut «Wasser» • Zwei Drittel der Erdoberfläche besteht aus Wasser; 97,5 Prozent sind Salz, 2,5 Prozent frisches Wasser; nur 0,007 Prozent aller Wassermengen auf der ganzen Erde sind überhaupt verfügbar! • Beim Abwasser-Recycling gehört Israel unter den Nationen zu den führenden Ländern der Welt; 90 Prozent werden wiederverwendet (zum Vergleich: Singapur 35, Australien 15 und China 14 Prozent). Auch hier ist der KKL-JNF aktiv beteiligt; mehr als 230 Wasserreservoire hat er in den letzten Jahren verteilt über ganz Israel gebaut.


neuland 60

Schwerpunkt Wasser 2

Mehr Menschen brauchen mehr Wasser Das kostbare Gut stand auch an einer Veranstaltung im Mittelpunkt, die im letzten November in Genf stattfand. Zahlreiche Gäste waren zum Anlass, den der KKLJNF in Zusammenarbeit mit der Handelskammer Schweiz-Israel durchführte, gekommen. Dies um sich aus erster Hand über das Thema informieren zu lassen. Zum einen von Naty Barak, dem Leiter der Abteilung «Nachhaltigkeit» der israelischen Firma Netafim. Sie gilt weltweit als eine der grössten Hersteller künstlicher Bewässerungssysteme und wurde 1965 gegründet, mit Naty Barak kam sozusagen einer der «Gründerväter» der Firma auf Einladung der Handelskammer und des KKL-JNF nach Genf.

wie er es nannte. Viele Leute wissen vermutlich nicht, dass dieser See im Norden Israels nicht einfach nur ein touristisches Zentrum darstellt, sondern auch beim Umgang mit dem Gut «Wasser» eine wichtige Rolle spielt. Dr. Doron Markel stellte dann auch noch das Red-Dead-Sea-Projekt vor, also die Idee einer Pipeline vom Roten zum Toten Meer.

Der Wasserspiegel des Toten Meeres sinkt bekanntlich in den letzten Jahren drastisch. Naty Barak, Doron Markel, I.E. Botschafterin Aviva Raz-Shechter, ständige Vertreterin Israels bei der UN in Genf. Yair Shiran (ständige Vertretung Israels) sowie Arthur Plotke, Präsident des KKL-JNF Schweiz (von links).

Naty Barak zeigte in seinem Referat gekonnt auf, wie er und andere israelische Vertreter auf sensible Weise versuchen, Bauern in Entwicklungsländern in Afrika, Indien und auch anderen Ländern zu helfen: «Wir sagen ihnen nicht, wir kommen aus Israel, dem Land der Bibel und haben hier alle Lösungen für Euch bereit.» Sondern es würde vielmehr darum gehen, den Bäuerinnen und Bauern Lösungen im Umgang mit Wasser aufzuzeigen, welche für sie gangbar und möglich seien und die Besonderheit des jeweiligen Landes berücksichtigen würde.

Barak fasste seine Ausführungen mit Blick auf die florierende Firma Netafim so zusammen:

«Es geht uns als Unternehmen gut, weil wir Gutes tun.» Das Wasser als wertvolles Gut stand auch im Zentrum der Ausführungen von Dr. Doron Markel, Chefwissenschafter beim KKL-JNF. Er setzte seinen Schwerpunkt zum einen auf den Kinneret-See, dem «strategischen Wasser-Reservoir Israels»,

Um diesen Pegel wieder steigen zu lassen, soll im Rahmen des Projektes Wasser dem Roten Meer entnommen, entsalzt und dann ins Tote Meer umgeleitet werden. Dies auch, weil Israel den Nachbarn Jordanien und Palästina Wasser verkauft. Aber auch Israel selbst müsse lernen, so brachte es Dr. Doron Markel nochmals auf den Punkt, selbst mehr Wasser zu produzieren, denn: «Die Bevölkerungsprognosen für die nächsten Jahre und Jahrzehnte gehen sogar von einer knappen Verdoppelung der Einwohnerschaft Israels von neun auf 17 Millionen aus. Und diese Menschen brauchen selbstverständlich alle auch Wasser!»

7


8

neuland 60

Ein Ort des Gedenkens und des Verweilens

Niemals vergessen – der Märtyrerwald bei Jerusalem Im Jahre 1951, also nur sechs Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges und damit auch der Schoa mit ihren sechs Millionen jüdischer Ermordeter, begründete der KKL-JNF zusammen mit der Organisation B’nai B’rith den Märtyrerwald, hebräisch Jaar Hakdoschim, in der Nähe von Jerusalem, genauer zwischen Shaar Hagai und Beith Schemesch. Bis zum Bau von Yad Waschem 1953 fungierte dieser Ort sogar als nationale Schoa-Gedenkstätte. Heute ist der Wald neben Yad Waschem die grösste Erinnerungsstätte an die Schoa. Im Wald finden sich sowohl Erinnerungsplätze zerstörter jüdischer Gemeinden aus ganz Europa als auch ein Ort, an dem ganz speziell Anne Frank als zeitloses Symbol des Leidens des jüdischen Volkes in der Schoa gedacht wird. Das zentrale Erinnerungs-Mahnmal ist eine acht Meter hohe Bronzesäule in Form einer Torah-Rolle. Diese Feuer-Rolle, hebräisch Megilat Haesch, ist eine der Monumentalskulpturen des in Polen geborenen Bildhauers Nathan Rapoport (1911-1987). Eingeweiht wurde die Skulptur 1971. Weil eine solche Gedenkstätte in der heutigen Zeit auch ein Anziehungspunkt für Menschen aus dem In- aber auch Ausland ist, muss man gleichzeitig auch auf die Attraktivität des Ortes achten. Deshalb baut der KKL-JNF auf dem Gelände noch Freizeit-Anlagen wie Fahrrad-Wege oder Picknick-Plätze. Der Märtyrerwald selbst besteht aus Bäumen, die in Israel wachsen wie Pinien, Zedern, Eichen, Olivenbäume und auch Terebinthen. Vor allem die Oliven-

bäume sollen in der warmen Jahreszeit zusätzlichen Schatten spenden und beim Eingang zum Gelände die Gäste sozusagen willkommen heissen. Zusätzlich Wildblumen, die speziell durch ihre Farbenpracht viele Besucherinnen und Besucher anziehen mögen, vor allem in der Saison der Wildblumen im Frühling. Da der Wald vor nunmehr knapp 70 Jahren angelegt wurde, ist heute eine umfangreiche Baum-Sanierung aber auch der Infrastruktur nötig geworden, an anderen Orten teilweise aber auch eine Ausdünnung der Vegetation. Ebenso gehören die Neuanpflanzungen von Bäumen zu den geplanten Massnahmen im Märtyrerwald, da der alte Baumbestand zum Teil abgestorben ist und darum neu gepflanzt werden muss. Auch hier spielt der Brandschutz eine überaus wichtige Rolle, weshalb die Förster und Waldarbeiter stets bestrebt sind, allzu dichtes Unterholz wegzuräumen. Ebenso muss der Boden des Areals

an vielen Stellen bearbeitet werden. Es gibt also viel zu tun im Märtyrerwald. Dieser Wald in der Nähe Jerusalems soll Wanderer, Familien und Gruppen, aber auch ausdrücklich Menschen mit einer Behinderung anziehen. Letztere können auf speziellen Parkplätzen, die möglichst nahe beim Eingang angelegt wurden, ihre Fahrzeuge abstellen. Weitere behindertengerechte Wege sind am Entstehen, geachtet wird auch auf die völlige Barrierefreiheit der Waldwege. Gleichzeitig wird ein Zaun gebaut, der verhindern soll, dass Autos auf das Gelände fahren können.

Der Märtyrerwald entwickelt sich also weiter – als wichtiger Ort der Erinnerung an Verbrechen, die sich nicht mehr wiederholen dürfen.


Ein wichtiger Ort auch für die Schweiz Im Märtyrerwald finden sich auch Bezüge zur jüngsten Geschichte der Schweiz. Hier wird immer wieder auch des jüdischen Widerstandes gegen den Nazi-Terror, aber auch denjenigen Personen gedacht, die darunter litten. Was den jüdischen Widerstand betrifft, so fand beispielsweise im letzten Jahr anlässlich des Jom Haschoa eine würdige Zeremonie gemeinsam mit der Organisation B‘nai B‘rith statt, die an das «Jüdische Verteidigungskomitee» in Belgien erinnerte, das sich für das jüdische Überleben in den Jahren der Gewaltherrschaft einsetzte. Bezüge zur Schweiz gibt es im Märtyrerwald auch; durch das Anne Frank Denkmal, welches vom holländischen Künstler Piet Cohen geschaffen und 2011 eingeweiht worden war, mit Unterstützung der Freunde des KKL-JNF Holland. Das Denkmal, das einen Baum in stilisierter Form zeigt, wurde von einem Satz aus dem Tagebuch von Anne inspiriert, in dem sie einen Kastanienbaum erwähnt hatte. Dieser stand vor dem Hinterhaus in Amsterdam, in dem sich die Familie Frank nach dem deutschen Einmarsch 1940 versteckt hielt, bis sie schliesslich verraten wurde.

Anne Franks Cousin Buddy Elias und ihr Vater Otto, der als einziger der Familie das KZ überlebte, wirkten dann in Basel, einer Stadt, die Anne mit ihren Eltern vor dem Krieg immer wieder besuchte, und aus der sie leider dann aber wieder nach Holland zurückreisten, was sie schliesslich ihr Leben kostete. In Basel hat auch der Anne Frank Fonds, der die Erinnerung an die ermordete junge Frau aufrechterhält, seinen Sitz. Erinnert werden soll im Märtyrerwald aber in Zukunft auch an jene Schweizer KZ-Opfer, für die sich die offizielle Schweiz nicht in dem Masse einsetzte, wie das eigentlich zu erwarten und vor allem wie es ihre Pflicht gewesen wäre. Ein kürzlich erschienenes Buch mit dem Titel «Die Schweizer KZ-Häftlinge: Vergessene Opfer des Dritten Reiches» beleuchtete ausführlich das Schicksal einiger jener Menschen, insgesamt sind es knapp 400. In diesem Zusammenhang hat es sich der KKL-JNF Schweiz nunmehr zum Ziel gesetzt, in der Nähe einer der meist frequentierten Zufahrten zum Märtyrerwald einen Ort des Besinnens in memoriam eben dieser vergessenen Schweizer Opfer des Dritten Reiches zu schaffen. Dieser sorgfältig ausgewählte Besinnungort befindet sich im Schatten alter, wunderschöner Olivenbäume, die

den Besucher zum Niedersetzen, Verweilen und Nachdenken geradezu einladen. Der Besinnungsort wird über Holztische und Bänke verfügen, einer Abgrenzung aus Holzpfeilern, um die ungewollte Zufahrt von Autos zu verhindern, einer Natursteintreppe und einem bequem begehbaren Zugangspfad. Die Tische und Bänke werden barrierefrei sein, damit auch Menschen mit Rollstühlen oder anders eingeschränkter Mobilität diesen wunderbaren Ort des Gedenkens besuchen und von ihm profitieren können. Es ist geplant, die Namen der Schweizer Opfer des Dritten Reiches an den speziell für diesen Zweck vom KKL-JNF Israel geschaffenen grossen Gedenktafeln im Herzen des Märtyrerwaldes unweit des besagten Schweizer Besinnungsortes im Schatten der alten Olivenbäume anzubringen, und ihr Andenken auf diese Art zu verewigen und in Ehren zu halten.

Spenden Sie jetzt! Mit Ihrer Spende helfen Sie dem KKL-JNF, dieses wichtige Projekt umzusetzen. • Verein Jüdischer Nationalfonds (Schweiz) • IBAN: CH54 0900 0000 8002 1891 0 • Stichwort: Märtyrerwald


10

neuland 60

Wald von Ben Shemen

Den Schaden möglichst schnell vergessen machen Im Wald von Ben Shemen hat es 2019 gebrannt – nun will der KKL-JNF das Erholungsgebiet nach der Corona-Krise möglichst schnell wieder fit machen.

bia-Monument, das an Opfer der Schoa erinnert. «Wir nahmen sofort den Kampf mit der Feuersbrunst auf», erinnert sich Gilad Mastai, KKL-JNF-Direktor der Küstenregion an die Ereignisse vor einem Jahr: «Und dank dem grossen Einsatz aller Beteiligten konnten wir das Feuer schliesslich auch löschen.» Der Schaden war allerdings sehr gross. Gilad Mastai sagt emotional dazu: «Die Feuerwehrleute löschten die Brände auch mit ihren Tränen.» Tränen aus Trauer darüber, was hier in kurzer Zeit an wertvollem Leben zerstört wurde.

Die Katastrophe kam schnell und der Schaden war gross: Im Mai 2019 brachen im Wald von Ben Shemen, unweit der Städte Modiin und Lod, grosse Waldbrände aus. Brandstiftung konnte für einmal ausgeschlossen werden, Ursache, so stellten Expertinnen und Experten später fest, waren mit ziemlicher Sicherheit die hohen Temperaturen, die damals gerade herrschten, für Israel aber keine Seltenheit darstellen.

Prozent der Gesamtfläche des Waldes von 22‘000 Dunam wurden vernichtet, 210 ha Wald. 3500 Personen aus der nahe gelegenen Siedlung Mevo Modiin mussten evakuiert werden. Zwischen 40 und 50 Häuser wurden komplett zerstört. Das Feuer bedeutete nicht zuletzt einen massiven Eingriff ins Ökosystem des Waldes, es kamen Tiere sowie Pflanzen, aber auch unzählige Bäume zu Schaden.

Die Feuer breiteten sich rasch aus und wirkten verheerend. Mehr als 15

Zerstört wurde teilweise aber auch das nahe gelegene Kdoschei Zaglam-

Der Ben Shemen-Wald gilt als die grösste «grüne Lunge» im zentralen Teil Israels und Naherholungsgebiet für die Menschen, die im dichtbesiedelten Gush Dan-Gebiet unweit des Mittelmeeres leben. Er verfügt über Wander- und Radwege sowie Picknickplätze und zieht deshalb normalerweise unzählige Gäste an. Umso grösser war der Schock nach diesem Feuer. Das Gebiet rund um den Wald von Ben Shemen ist für den zionistischen Gedanken besonders wichtig: Bereits seit 1907, also lange vor der Staatsgründung, befindet er sich nämlich im Besitz des KKL-JNF.


neuland 60

Ben Shemen-Wald Nach dem ersten Schock wurde im Frühsommer 2019 sofort mit den Aufräumarbeiten begonnen und keine Zeit verloren; verbrannte und abgestorbene Bäume wurden entfernt, die Spuren der Zerstörung weggeräumt. Symbol für die Aufräumarbeiten waren die 23 Olivenbäume, die rund um das Kdoshei Zaglambia-Monument neu angepflanzt wurden und die bereits mehrere hundert Jahre alt waren. Alt und neu stehen hier für Erneuerung. Man setzt dabei auf Selbstheilung, also darauf, dass vieles wieder nachwächst. Dies kann allerdings bis zu 30 Jahre dauern. Dazu soll eine grosse Zahl von Bäumen neu gepflanzt werden. Wieder in Stand gestellt wurden Picknick-Plätze, aber auch gewisse Wege und Pfade, damit Besucherinnen und Besucher das Gebiet möglichst schnell wieder nutzen können. Dieses ist schon unter normalen Umständen ein überaus beliebtes Naherholungsziel für die Menschen im Gusch Dan-Gebiet, also dem Grossraum Tel Aviv. Nach der Corona-Krise, während der die Menschen auch in Israel zu Hause eingesperrt waren, werden Gebiete wie der Ben Shemen-Wald sicher noch beliebter sein als sonst schon in diesem

stark bevölkerten Gebiet. Es lohnt sich also noch mehr als sonst, in solche Erholungsgebiete Zeit, Geld und Arbeit zu investieren, weshalb der KKL-JNF auch hier um Ihre Mithilfe bittet. In Anbetracht der vor Ort geplanten notwendigen Rehabilitationsarbeiten ist eines schon jetzt klar: Die Kosten für die Instandstellung im Wald von Ben Shemen werden sehr hoch sein. Zum einen müssen die Wälder des KKLJNF konstant überwacht werden, damit auch kleinste Feuer, die entweder durch die hohen Temperaturen, Nachlässigkeit von Besuchern oder auch durch Brandstiftung entstanden sind, sofort erstickt und so grösserer Schaden verhindert werden kann. Unter Umständen werden auch Kleinflugzeuge eingesetzt, um die Flächen zu überwachen. Andererseits braucht es auch bei der Selbstheilung der Natur Geld. Gleichzeitig investiert der KKL-JNF auch in die Vorsorge, die solche Naturkatastrophen nach Möglichkeit wenn nicht verhindern, dann in ihrer Auswirkung doch mildern sollen. Ebenso muss natürlich auch in die Instrumente und die Ausrüstung der Feuerwehrleute investiert werden, und auch das kostet Geld.

Der Wald verdankt seinem Namen möglicherweise einer alten Ölpresse, die aus dem 6. Jahrhundert stammt und die beim Bau der Autobahn 2001 entdeckt wurde. Nach Hadera und Gebieten um den See Genezareth gehörte Ben Shemen zu den ersten Gebieten im damaligen türkischen Herrschaftsgebiet, das der KKL-JNF erwarb und wo Olivenhaine angepflanzt wurden. Im Unabhängigkeitskrieg von 1948 besonders umkämpft, entstand anschliessend dort die erste und grösste Aufforstungs-Initiative des neugegründeten Staates. 1952 gründeten Neueinwanderer aus Rumänien auf den Fundamenten des verlassenen Moshav einen neuen. 2002 lebten nach Angaben des KKLJNF 550 Menschen im Moshav. Im 1927 gegründeten Kinder- und Jugenddorf, das ab 1934 eines der ersten Stützpunkte der Kinder- und Jugend-Alyiah in Israel war, waren es 2002 rund 600.

Spenden Sie jetzt! Mit Ihrer Spende helfen Sie dem KKL-JNF, dieses wichtige Projekt umzusetzen. • Verein Jüdischer Nationalfonds (Schweiz) • IBAN: CH54 0900 0000 8002 1891 0 • Stichwort: Ben Shemen-Wald

11


12

neuland 60

Germaine und Pierre Blum-Stiftung

Spezial-Projekte ausgezeichnet Der Stiftungsfonds der Schweizer Germaine und Pierre Blum-Stiftung, der gemeinsam vom KKL-JNF Israel und vom KKL-JNF Schweiz verwaltet wird, vergab Stipendien an zwei Institutionen in der Negev-Stadt Jerucham: Das Yitzhak Sadeh-Gemeindezentrum, das mit Kindern mit besonderen Bedürfnissen arbeitet, und das Jerucham Science Center, dessen Studenten einen speziellen Roller für Kinder mit körperlichen Behinderungen entwickelt haben.

Bei seinem Besuch in der Stadt im Süden am 24. Dezember 2019 wurde Edgar Josefowitz, der sowohl im Vorstand des KKL-JNF Schweiz als auch im Stiftungsrat der Germaine und Pierre Blum-Stiftung tätig ist, von Jeruchams Bürgermeisterin Tal Ohana herzlich empfangen.

«Danke, dass Sie uns helfen», sagte Ohana bei einem privaten Treffen mit Josefowitz in ihrem Gemeindebüro. Ohana, die im letzten Jahr zur Bürgermeisterin gewählt worden war, erläuterte ihre Ziele, Kindern mit besonderen Bedürfnissen zu helfen. «Wir haben in der Stadt viele Infrastrukturen geschaffen, um diesen Kindern zu helfen», sagte Ohana. «Ich war sehr glücklich, als die Spende angekündigt wurde. Die Tatsache, dass sich Privatpersonen für eine Spende für unser Projekt entschieden haben, begeistert mich für den zionistischen Traum und die jüdische Mission». Die Germaine und Pierre Blum-Stiftung ist ein Schweizer Stiftungsfonds, der in Israel in Partnerschaft mit dem KKL-JNF Israel und dem KKL-JNF Schweiz geführt wird. Die Stiftung leistet jedes Jahr eine finanzielle Spende an nominierte Projekte für Kinder mit besonderen Bedürfnissen.

Elischa Mizrahi, Vertreter der Abteilung für Ressourcen und Entwicklung, und Jitzchek Mopisk, Direktor des KKL-JNF für Testamente und Vermächtnisse, begleiteten Josefowitz auf seiner Tour durch Jerucham, die einen Besuch der mit Unterstützung des KKL-JNF Schweiz errichteten malerischen Jerucham-Promenade und des Jerucham-Parks beinhaltete. «Eines der wichtigen Dinge, die wir jetzt dank Ihrer Spende für Kinder mit besonderen Bedürfnissen bereitstellen können, sind Jugendgruppen für sie», sagte Ohana. Die Sozialarbeiterin Schani Tabib bemerkte, Edgar Josefowitz zusammen mit der Bürgermeisterin dass die Mittel auch zur von Jerucham, Tal Ohana Finanzierung neu gegründeter Selbsthilfegruppen für Eltern und «Zum ersten Mal werden wir uns mit Geschwister von Kindern mit besonde- der Art und Weise beschäftigen, wie ren Bedürfnissen beitragen werden. Die sich ein Kind mit besonderen BedürfnisSelbsthilfegruppen geben der gesamten sen auf die gesamte Familie auswirkt», Familie Zugang zu einer ganzheitlichen sagte Ohana. «Das ist sehr innovativ.» sozialen Betreuung, die ihnen die Werkzeuge in die Hand gibt, um die einzigLiuda Azran und Bat El Maman, Mütter artigen Herausforderungen bei der Er- von Kindern mit besonderen Bedürfziehung von Kindern mit Behinderungen nissen, sagten, dass die Spende an das zu bewältigen. Yitzhak Sadeh-Gemeindezentrum ihren


Studentinnen und Studenten sowie Ausbilder und Bürgermeisterin Tal Ohana (oben zweite von rechts) zusammen mit Edgar Josefowitz aus der Schweiz (oben ganz rechts)

Kindern die Teilnahme an speziellen Aktivitäten nach der Schule und den Transport zur Schule ermöglichen würde. «Jetzt, dank der Spende, wird meine Tochter, wenn sie nächstes Jahr alt genug ist, zu den Jugendgruppenaktivitäten hierher kommen können. Ich bin sehr glücklich darüber», sagte Azran. «Für mich ist es sehr wichtig, dass mein Kind nach der Schule an sozialen Aktivitäten teilhaben und andere Kinder kennen lernen sowie wachsen und sich entwickeln kann».

«Ich bin sehr beeindruckt von der Arbeit der Mütter. Auch wenn die Geschichten traurig sind, bin ich am Ende froh, dass wir mit unserer finanziellen Unterstützung helfen können, die Situation zu verbessern», sagte Josefowitz. Im Jerucham Science Center traf sich Josefowitz mit Schülern, die ihre Arbeit mit der Entwicklung von Drohnen und

Robotern, die zum Teil ausgezeichnet wurden, erläuterten. Der Schüler Moriel Malinski sagte, dass sie den Aufsitzroller speziell für Kinder mit besonderen Bedürfnissen entwickelt haben und bereits einige Dutzend davon gegen eine geringe Gebühr an Kindergärten und Schulen verkauft haben. Die Gymnasiastin Oscher Azran erzählte Josefowitz auch von einem speziellen Projekt, bei dem Schüler an der Unterweisung von Kindern in einer benachbarten Beduinengemeinschaft in Robotik teilnehmen. «Sie sprechen nicht die gleiche Sprache [wie wir], aber sie sprechen die Sprache der Robotik», sagte sie. «Wir wollen ihnen die Gleichheit geben wie uns. Wir haben eine Menge ausserschulischer Aktivitäten und wir wollen ihnen eine Chance geben, das auch zu erreichen», sagte Azran. «Wir gingen dorthin und hatten alle möglichen Vorurteile über die Beduinen, aber als wir sie kennenlernten, sahen wir, dass sie Kinder wie wir sind».


14

neuland 60

Stipendienvergabe

In die Jugend investiert Die Stipendien wurden mit Unterstützung der Freunde von KKL-JNF in der Schweiz, in Frankreich und Deutschland vergeben, ebenso mit Hilfe der Horowitz Foundation in Israel. Hundert dieser Stipendien wurden im Rahmen der Initiative Israel 2040 gesprochen

350 Studenten aus ganz Israel und aus allen Lebensbereichen des Landes erhielten Stipendien im Wert von insgesamt 6,5 Millionen Schekel. Die Vergabe der Stipendien wurde möglich gemacht dank der Unterstützung von Freunden des KKL-JNF aus der Schweiz, aus Frankreich und Deutschland sowie durch die Initiative von KKL-JNF Israel, mit dem Ziel bis 2040 1,5 Millionen neue Bewohner in die Gebiete des Negev und Galiläas zu bringen. Bei der Zeremonie der Vergabe der Stipendien gratulierte der WeltVorsitzende des KKL-JNF, Daniel Atar, den Studenten: «Israel ist nicht gesegnet mit natürlichen Ressourcen, was also hat dieses Wunder möglich gemacht? Das verdanken wir nur unseren �human resources�, also unse-

rem menschlichen Kapital sozusagen. Ausbildung und Wissen müssen die Lichter sein, die uns leiten. Aus diesem Grund entschied sich der KKL-JNF, einen guten Teil seiner Mittel in diesen Bereich zu investieren.» Weiter meinte Daniel Atar zu den Studentinnen und Studenten, sie seien die Zukunft und:

«Bald werdet ihr in Israel führend sein auf allen möglichen Gebieten. Nutzt dieses Stipendium, um euer Wissen und eure Weisheit zu steigern.» Die Stipendien wurden im Einklang mit Kriterien vergeben, die vom KKLJNF und dessen unterstützenden

Partnern festgelegt wurden. In Zusammenarbeit mit KKL-JNF Frankreich wurden Stipendien an Studenten aus französischsprachigen Ländern verliehen, die ohne ihre Eltern nach Israel eingewandert sind, darunter auch zehn Studenten aus Marokko. Unter den Stiftungen, die Partner bei der Vergabe von Stipendien waren, war die Bender Stiftung in Kooperation mit KKL-JNF Deutschland, die Saiovici Stiftung in Zusammenarbeit mit KKL-JNF in Frankreich, die Philosophie Stiftung in Kooperation mit KKL-JNF in der Schweiz und die Horowitz Foundation aus Israel. Der Präsident von KKL-JNF Schweiz, Arthur Plotke, gratulierte den Empfängern im Namen der Spender und verwies auf die Schweizer Wurzeln Daniel Atar, der Weltvorsitzende des KKL-JNF (Dritter von links) zusammen mit Arthur Plotke (Dritter von rechts), Präsident des KKLJNF Schweiz und weiteren KKL-JNFVertretern bei der Stipendienverleihung in Jerusalem.


neuland 60

Philosophie-Stiftung Die «Stiftung zur Förderung der Philosophie in Israel», wie sie genau heisst, wurde 1995 gegründet und ist in Israel unter dem Namen «Keren Kajemeth Leisrael KKL – Philosophy in Israel» registriert. Sie hat ihren Ursprung in einer Testamentsbestimmung eines grosszügigen Schweizer Spenders, der nicht wollte, dass sein Name bekannt würde. Daniel Atar (Bildmitte oben und unten) im Kreise von Studentinnen und Studenten

Die Stiftung hat es sich zum Ziel gesetzt, die philosophischen Fächer an israelischen Universitäten und den Forschungsabteilungen des KKL-JNF zu fördern. Dies soll vor allem im finanziellen Bereich geschehen, also mit der Ausrichtung von Stipendien, Ausbildungsgeldern oder anderen Unterstützungsbeiträgen. In den letzten Jahren wurden Gelder vor allem an Studentinnen und Studenten ausgerichtet. Im letzten Jahr wurde im Kibbutz Kfar Blum eine internationale Konferenz mit einem philosophischen Schwerpunkt durchgeführt. Zahlreiche Studentinnen und Studenten haben inzwischen von der grosszügigen Vision dieses Schweizer Spenders profitieren können.

der Organisation: «KKL-JNF wurde in Basel gegründet, in der Stadt, in der ich geboren wurde, und seitdem hat sich KKL-JNF bemüht, das Land aufzubauen und die Lebensqualität für alle seine Bewohner zu verbessern. Es ist sehr aufregend und rührend, hier so viele Studenten zu sehen.» 100 Stipendien wurden vergeben als ein Teil des Projektes Israel 2040 von KKL-JNF, um die weiter entfernt gelegenen Regionen in Israel durch Investitionen in Ausbildung, Technologie und Infrastruktur zu fördern. Die Idee dahinter ist, die israelische Jugend zu stärken. Ein weiteres Ziel ist die Unterstützung von Dörfern und Städten im Negev und in Galiläa. Es stellt bis zu einem gewissen Grad die Wirtschaft in den Mittelpunkt, basierend auf dem Prinzip, dass eine Stärkung der peripheren Regionen das gesamte Land

stärken wird. In diesem Jahr konzentrierten sich die Stipendien auf den Norden und wurden an Universitätsstudenten in der Gegend von Galiläa vergeben. Der Chefwissenschafter des KKL-JNF, Doron Markel, sagte, dass auch er als Student ein Stipendium von KKL-JNF erhalten habe, um seine Doktorarbeit zum Thema des Parks am See des Hula Tals abzuschliessen. Im Rahmen seiner Verantwortung als leitender Wissenschafter (s. Interview auf Seite 4 & 5) hilft Markel bei der Koordination des Projektes Israel 2040. Die Zeremonie wurde vom lokalen Vertreter von KKL-JNF, Daniel Sagi, geleitet und von einem Streichquartett begleitet, das wunderschöne klassische Musik spielte. Das Ereignis fand im Botanischen Garten von Jerusalem statt,

An der letztjährigen Zeremonie wurden 18 Stipendien für Master Degrees und 19 für PhD-Studentinnen und Studenten vergeben. Der Fokus wurde dabei auf philosophische Schwerpunkte gelegt.

einem Ort, bei dessen Entwicklung und Verwandlung in eine blühende grüne Lunge im Herzen der Stadt, der KKL-JNF eine wesentliche Rolle gespielt hat. Nach der Vergabe der Stipendien durch die Vertreter des KKL-JNF sprach Noa Ayalon, eine Philosophie-Studentin aus Haifa, im Namen der Studenten zum Publikum. «Die Unterstützung, die wir das Privileg haben, entgegen nehmen zu können, geht über eine ökonomische Hilfe hinaus; es handelt sich auch um eine Anerkennung des Wertes dessen, was wir tun und den Weg, den wir gewählt haben. Dafür sind wir sehr dankbar.»

15


16

neuland 60

Stephen J. Harper

Ein grosser Israel- und KKLJNF-Freund wird geehrt Das neue Besucher-Center im Hula-Tal in Nordisrael wurde im Beisein des ehemaligen kanadischen Premierministers eröffnet – und nach ihm benannt.

Einweihung des Besucher-Centers fand zu Ehren Stephen J. Harpers eine festliche KKL-JNF Gala mit 450 geladenen Gästen im Jerusalemer WaldorfAstoria-Hotel im Beisein des israelischen Premierministers Benjamin Netanjahu, einem persönlichen Freund Stephen J. Harpers, und seiner Gattin Sarah, statt. Am folgenden Tag fand dann die eigentliche Einweihung des Projektes statt: Zusammen mit dem Welt-Vorsitzenden des KKL-JNF, Daniel Atar, schnitt der ehemalige Ministerpräsident an einer feierlichen Eröffnungszeremonie das Band durch und eröffnete das Center offiziell.

Der ehemalige kanadische Premierminister Stephen J. Harper und seine Gattin (Zweite und Dritter von links) zusammen mit dem KKL-JNF-Weltvorsitzenden Daniel Atar (Mitte) bei der feierlichen Einweihung des Besucher-Centers

Der ehemalige kanadische Premierminister Stephen J. Harper ist nicht nur bekannt als langjähriger Unterstützer des jüdischen Staates sondern ganz spezifisch auch der Projekte des KKLJNF. Wohl auch deshalb liess es sich Harper nicht nehmen, noch während seiner Amtszeit das Projekt des HulaseeParkes aktiv zu unterstützen – und zwar sowohl finanziell als auch ideell. Der Hulasee-Park ist der Ort, wo am besten dem sogenannten «Birdwatching», also der Beobachtung der Zugvögel, nachgegangen werden kann (Neuland berichtete mehrfach), der Hulasee-Park gilt auch als eine der grössten Touristenattraktionen des Landes. Der Ort zieht

pro Jahr rund 420 000 Besucherinnen und Besucher an, israelische wie ausländische. Das neue Besucher-Center bedeutet in der Entwicklung der Region im Norden Israels einen wichtigen Schritt, der auch sowohl der lokalen Bevölkerung als auch der Wirtschaft der Region einen Aufschwung bringen sollte. Da dieses Projekt vor einigen Jahren vom KKL-JNF Kanada unter der Schirmherrschaft des damaligen Premierministers Stephen J. Harper adoptiert wurde und in Anerkennung seiner Verdienste um die Region, wurde entschieden, das Center nach Stephen J. Harper zu benennen. Am Vorabend der feierlichen

An dieser Eröffnungszeremonie sagte ein sichtlich bewegter Stephen J. Harper u.a.: «Dieser Park ist eine Erfolgsgeschichte, ebenso wie es Israel als Ganzes ist. Dass das Center, das sozusagen die Eingangstüre zum ganzen Gebiet ist, nach mir benannt wurde, ist eine riesige Ehre für mich und ich bin dafür sehr dankbar.» Daniel Atar seinerseits meinte, für diejenigen, die noch die «Pionierjahre» Israels in den sechziger und teilweise siebziger Jahren erlebt hätten und auch diejenigen, die mit diesen Geschichten, wie die Trockenlegung der Sümpfe im Norden aufgewachsen seien, sei diese Eröffnung ein «bewegender Moment, denn irgendwie schliesst sich hier wirklich ein Kreis.» Das neue Besucher-Center wird einige ganz spezielle Attraktionen aufweisen, bei denen auch die neueste Technologie


verwendet wird. So gibt es beispielsweise eine virtuelle Besucher-Station, in der die Besucherinnen und Besucher sich unter nistende Kraniche mischen und ihr Verhalten sozusagen hautnah beobachten können. Ausserdem gibt es dort die grösste Vogel-Informationstafel des gesamten Nahen Ostens. Ebenso lassen sich auf einem grossen Globus die Wege der Zugvögel weltweit genau verfolgen und lokalisieren. Eingerichtet wurde auch ein interaktives Modell eines «Mini-Hulasees». Alles Dinge, die einen Besuch des Ortes für Familien, aber auch einzelne Gäste besonders attraktiv machen. Zusätzlich weist das Besucher-Center noch ein ganz neues Kinotheater auf, das 200 Plätze hat. Es werden dort Filme über die Gegend gezeigt, für die lokale Bevölkerung ist dieser Saal jedoch zu gewissen Zeiten auch als «normales» Kino gedacht; diese musste bis jetzt oft bis zu einer Stunde Fahrzeit oder mehr in Kauf nehmen, um sich die neuesten Filme anschauen zu können. In einer ersten Phase diente das neue Center als eine Art Pilotprojekt und deshalb wurde von den Besucherinnen und Besuchern auch kein Eintritt verlangt. Nun muss zwar bezahlt werden, doch wird ein Teil des Eintrittspreises im Sinne der Nachhaltigkeit für die Unterstützung der lokalen Bauern verwendet – die andere Hälfte geht dafür in den Unterhalt des Besucher-Centers selbst.

Das neue BesucherCenter erstrahlt im vollen Glanz

Stephen J. Harper Der in der Provinz Ontario geborene heute 60jährige Stephen J. Harper war von 2006 bis 2015 der 22. Premierminister Kanadas. Er gehört der Konservativen Partei des Landes an. 2015 unterlag er dem heutigen Premierminister Justin Trudeau von der Liberalen Partei. 2016 schied Harper aus der aktiven Politik aus. Während seiner Amtszeit gehörte er zu den kompromisslosen Unterstützern des jüdischen Staates in der Welt. Seit September 2018 ist Harper deshalb auch Vorsitzender der Initiative «Friends of Israel»; diese Organisation hat sich zum Ziel gesetzt, die ungerechte Behandlung Israels zu bekämpfen, wie es in den Satzungen der Initiative heisst. Der Kanadier Harper folgte auf den ehemaligen konservativen spanischen Ministerpräsidenten José Maria Aznar, der die Position acht Jahre lang ausgeübt hatte.

Stephen J. Harper mit Daniel Atar und Ministerpräsident Benjamin Netanjahu


18

neuland 60

Tu Bischwat in der Schweiz

Ein wichtiger Feiertag für die jüdischen Gemeinden der Schweiz Bei den diesjährigen Feiern zum Neujahrsfest der Bäume in den Schweizer Jüdischen Gemeinden beteiligte sich wie gewohnt auch der KKL-JNF an prominenter Stelle.

Nicht zuletzt in den beiden grossen Gemeinden der welschen Schweiz, in Genf und Lausanne wird Tu Bischwat gross gefeiert. So empfing bereits Ende Januar, also noch vor dem eigentlichen Tu Bischwat-Fest das Jüdische Jugendgemeindezentrum in Genf den KKL-JNF bei sich, um gemeinsam eine Veranstaltung mit den Kindern zu organisieren. Zum ersten Mal seit langem wirkte dabei ein extra aus Israel eingeflogenes Team des KKL-JNF mit. Dabei waren auch speziell für diesen Zweck ausgebildete Madrichim – ein Novum. Ein Lehrer machte in Genf alle anwesenden Kinder und Erwachsenen darauf aufmerksam, was ihr Einsatz jeweils auch für die Allgemeinheit bedeutet. Diese Grundsätze wurden sogleich in die Tat umgesetzt. So stellten die Kinder während dieses besonderen Tages kleine Säcke mit getrockneten Früchten für den Vertrieb in den Schulen GAN Lausanne und GIRSA und GAN Genf her. Einige Wochen später, anfangs Februar nämlich, unterstützte ein weiteres KKL-JNF Team aus Israel die Lehrpersonen der GAN-Schule in Lausanne darin, das Fest der Bäume bei den Kindern, und zwar in allen Altersstufen, weiter bekannt zu machen. Ebenfalls mit dabei war ein KKL-JNF-Team aus Zürich, das es sich nicht nehmen liess, bei diesem Schul-Event dabei zu sein.

Jedes Kind verliess hier die Schule mit einem kleinen Beutel voller getrockneter Früchte in Erinnerung an den Tag. Ebenso feierten die Jugendlichen der Israelitischen Gemeinde in Lausanne und die Kinder der Schule Girsa in Genf diesen Tu Bischwat. In Lausanne waren 80 Kinder, in Genf sogar 180 dabei, dies in den Altersstufen 4 bis 14. Die Kinder ebenso wie die Lehrpersonen als auch die übrigen Schulverantwortlichen schätzten den Einsatz der Gäste des KKL-JNF aus Israel und aus Zürich ganz besonders, hatten sie doch wesentlich dazu beigetragen, den Feiertag von Tu Bischwat in der französischen Schweiz würdig zu begehen. Gefeiert wurde Tu Bischwat selbstverständlich auch in Zürich, Schwerpunkt der Feiern war wie immer in den letzten Jahren die Noam-Schule, etwa 250 Kinder, vor allem aus den Altersstufen 4-12, sorgten hier für eine schöne und festliche Stimmung.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass überall in der Schweiz an diesem Tag fröhliche Gesichter zu sehen waren und eine gute Atmosphäre herrschte. Und beim KKL-JNF hofft man nun, dass alle, Kindergarten-Kinder, Schülerinnen und Schüler, aber auch das Lehrpersonal, von den Aktivitäten profitieren konnten, bei allem Lehrreichen aber auch der Spass nicht zu kurz kam. Und dass mit der starken Präsenz von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des KKL-JNF eine neue Tradition begründet wurde.


neuland 60

Bereits eine Tradition: Die Feier auf der Berner Dachterasse Schon zum vierten Mal fand dieses Jahr wieder eine Tu Bischwat- Feier auf der Dachterrasse der Jüdischen Gemeinde Bern (JGB) statt.

blitzschnell entscheiden mussten, was nun ein Gemüse und was eine Frucht ist. Auch das Rabbinerpaar Kohn beteiligte sich am Quiz.

Trotz des Orkantiefs «Sabine» fand eine Gruppe von 50 Gemeindemitgliedern der JGB den Weg ins Gemeindehaus, um eine von «Stadtgrün Bern» gesponserte Säulenkirsche auf dem Dach zu pflanzen.

Heiss begehrt waren auch die vom KKL-JNF gesponserten Datteln aus dem Kibbutz Yahel.

Nach einer kurzen Zeremonie an der sich die Schüler und Lehrer der Religionsklassen beteiligten ging es dann zum Weiterfeiern in den Gemeindesaal. Dort hatte Chefkoch Jochanan Huber bereits ein herrliches Tu Bischwat-Buffet hergerichtet. Raz Dagan, der neue Kantor in Bern, und seine Gattin Jarden absolvierten im Anschluss ein von der World Zionist Organisation gesponsertes spannendes Tu Bischwat-Quiz, bei dem die Kinder und Erwachsenen

Neben der Begrünung einer zuvor nur aus Beton bestehenden Dachterrasse, ist es in Bern Ziel, eine kleine Oase auf den Dächern der Stadt, bestehend aus den Schiwat Haminim, die sieben landwirtschaftlichen Produkte Israels, zu etablieren. Doch bis in Bern die Dattelpalmen wachsen, werden die vom KKLJNF gesponserten Datteln weiterhin am Neujahrsfest der Bäume heiss begehrt bleiben. Gedankt sei an dieser Stelle allen Freiwilligen und Sponsoren des Anlasses.

19


neuland 60

Event in Genf

«Die Macht der Hymne ist ihr Titel» Ein vollbesetzter Saal, eine feierliche Stimmung mit einer gemeinsam inbrünstig gesungenen «Hatikwa» als Höhepunkt und gleichzeitigem Abschluss. Und um die israelische Nationalhymne ging es auch hauptsächlich wenn auch nicht ausschliesslich an diesem Abend im «Palais de l‘Athénée» in Genf, an dem sich eine stattliche Anzahl Personen versammelt hatten, darunter auch Oberrabbiner Jitzchak Dayan und seine Gattin Yaffa.

Die bekannte israelische Pianistin und Musikerin Astrith Baltsan erzählte nämlich die Geschichte dieser Hymne, die gleichzeitig eine Geschichte des jüdischen Volkes und dessen Rückkehr in sein Land ist, in einer kurzweiligen und gleichzeitig überaus spannenden Version. Astrith Baltsan, die ihre Ausbildung u.a. in den USA und Kanada erhalten und die auch mit grossen Ensemblen wie dem israelischen Philharmonischen Orchester zusammengearbeitet hat, erzählt die Geschichte aus dem Blickwinkel ihres Vaters, dem Autor und Journalisten Haym Baltsan (1910-2002), der seiner Tochter noch kurz vor seinem Tod spannende und unbekannte Dinge über «Hatikwa – die Hoffnung» weitergegeben hatte, welche Astrith in ihre Präsentation aufnahm. Speziell für das Genfer Publikum hatte sie eine französische Version ausgearbeitet, die sie auch selbst präsentierte, was ihr offensichtlich auch grosse Sympathien des Publikums eintrug. Der Vortrag enthält aber auch spannende, oft auch dramatische Trouvaillen wie z.B. einen Film aus dem damals ungarischen Munkacs aus dem Jahre 1933, wo Kinder einer jüdischen Schule die Hymne vortragen. Und bei dem sich dem Publikum aus dem Jahre 2020 natürlich sofort die Frage stellt, wie viele dieser Kinder die Schoa

Die israelische Pianistin Astrith Baltsan

überlebt haben. Fast parallel dazu sind Bilder nach der Befreiung des KZ Bergen-Belsen im Jahre 1945 zu sehen, wo die Hymne von den ausgemergelten, von Tod und Erschöpfung gezeichneten Menschen ebenso gesungen wird wie nur drei Jahre später auch von der Versammlung in Tel Aviv, an der David Ben-Gurion soeben die israelische Unabhängigkeitserklärung verlesen hat. Oder, wiederum 40 Jahre später, von einem äthiopischen Neueinwanderer, der eben eine dramatische Flucht nach Israel hinter sich hat und entsprechend ergriffen ist.

Bild: zvg

20

An dieser Zeitreise, die natürlich fast bis in die Gegenwart geht, nehmen die Zuhörerinnen und Zuhörer ebenso teil wie an den musikalischen und textlichen Teilen, welche Astrith Baltsan gekonnt und überaus spannend, oft auch mit einem humoristischen Augenzwinkern, präsentiert und dabei durchaus noch Blicke auf andere Entwicklungen Israels wirft. Wie etwa die Geschichte von Naomi Shemers «Jeruschalajim schel sahav» (Jerusalem aus Gold), das Lied aus dem Jahre 1967, welches kurzzeitig als neue Nationalhymne Israels im Gespräch war und es doch nicht


neuland 60

Sangen zusammen mit allen Gästen am Schluss des Abend die Hatikwa: Oberrabbiner Jitzchak Dayan und seine Gattin Yaffa (Mitte)

wurde, vor allem und nicht zuletzt weil es einen… baskischen Ursprung hat. Astrith Baltsan begeisterte ihr Publikum nicht zuletzt durch ihre Fähigkeit, zu spielen und gleichzeitig die spannende Geschichte der Hymne packend zu erzählen. Mit gewissen Texten rührte sie ihr Publikum auch einige Male regelrecht zu Tränen. Und sicher pflichteten die meisten Anwesenden ihr zu, als diese zusammenfassend mit Blick auf die Geschichte meinte: «Die Macht der Hymne neben allen musikalischen Aspekten ist sicher ihr Titel – die Hoffnung». Die Hoffnung des jüdischen Volkes, wieder ins eigene Land zurückzukehren, welche sich vor gut 70 Jahren dann endlich erfüllte.

Eingeleitet wurde der Abend mit der Begrüssung durch die neue Delegierte des KKL-JNF in der Schweiz, Judith PerlStrasser sowie dem Präsidenten des KKL-JNF Schweiz, Arthur Plotke. Diese stellten u.a. das neue Projekt des KKL-JNF vor. Es handelt sich dabei um einen Eukalyptus-Hain im Kibbutz Mordechai im Süden Israels nahe der Grenze zum Gaza-Streifen. Dieser Wald soll speziell «Honigbäume» erhalten (Bäume mit besonders pollen- und nektarreichen Blüten), um so die lebenswichtige und -erhaltende Arbeit der Bienen zu unterstützen. Längst hat man auch und nicht zuletzt in Israel verstanden, dass die Bienen für die Umwelt eine äusserst wichtige Rolle

spielen und in ihrem Bestand weltweit vor allem wegen von Menschenhand versursachten schädlichen Umwelteinflüssen in höchst besorgniserregendem Ausmass gefährdet sind, und man sie deshalb in ihrer emsigen Arbeit unterstützen muss. Der KKL-JNF Genf möchte mit der Unterstützung dieses Projektes ein besonderes Zeichen setzen. Ein Film, der dies zeigte, verdeutlichte dies an diesem Abend noch. Und um das Ganze noch symbolträchtiger zu machen: Der Abend im historischen «Palais de l’Athénée», in dem u.a. seinerzeit auch schon das Internationale Rote Kreuz gegründet worden war, fand im «Salle des Abeilles», im Bienensaal also, statt. Ein schönes Symbol an einem denkwürdigen Abend.

21


22

neuland 60

Tu Bischwat in Israel

«Wir schauen ins Morgen und handeln darum heute» Bei den Tu Bischwat-Feiern in Israel standen in diesem Jahr u.a. Baumpflanzungen im Süden des Landes im Zentrum. Inmitten der weltweiten Diskussionen um die Folgen des Klimawandels mit all seinen Auswirkungen feierten die Menschen in Israel im Februar den diesjährigen Tu Bischwat-Feiertag, das Neujahrsfest der Bäume.

Nicht weniger als 200 000 Menschen im ganzen Land nahmen daran teil, viele davon in Wäldern, aber auch in Städten und Dörfern gab es zahlreiche Veranstaltungen. Dabei waren auch ältere Menschen, Kinder und Jugendliche mit körperlichen oder geistigen Behinderungen, Soldatinnen und Soldaten; im Negev gab es auch gemischte Gruppen von jüdischen Israelis und Angehörigen von Beduinenstämmen. Auch bei den traditionell abgehaltenen Tu BischwatSedarim, die überall in Israel stattfanden, waren sehr viele Menschen dabei. Eine spezielle und im ganzen Land viel beachtete Zeremonie fand an diesem Tag im Wald vom Ben Shemen statt. Dieser war bei einem Feuer im Mai 2019 schwer beschädigt worden (vgl. dazu auf S. 10/11).

Setzlinge wurden in Schulen, in Nicht-Regierungsorganisationen, öffentlichen Institutionen, traditionellerweise aber auch auf Stützpunkten der israelischen Armee verteilt. Einen Baum pflanzen konnten aber auch diejenigen Menschen, die es selbst nicht schafften, direkt bei einer Baumpflanz-Zeremonie physisch anwesend zu sein. Sie konnten bei der Initiative «Click and plant» via PC oder sogar ihrem Handy dabei sein. Diese Aktion setzte sich zum Ziel, rund

Selbstverständlich fand der Feiertag auch bei Staatspräsident Reuven Rivlin Beachtung: Er verlieh in einer feierlichen Zeremonie im Rahmen der «Erziehungsund Gemeinschafts-Woche» des KKL-JNF verschiedenen jungen Menschen aus dem ganzen Land, unter ihnen Mitglieder der drusischen und der Gemeinschaft der Beduinen, Zertifikate für ihre Verdienste um die Gemeinschaft.

100’000 Bäume in Süd-Israel zu pflanzen, um so aufzuforsten und damit eine natürliche grüne Schutzmauer gegen die heimtückischen Attacken mit Drohnen und Ballonen aus dem benachbarten Gaza-Streifen zu bilden. Sie ist das bisher grösste Digital-Projekt des Landes, wenn nicht des gesamten Nahen Osten, Menschen dazu zu bringen, sich mit einem einzigen Click am Kampf gegen die Auswirkungen von Klimawandel und Terror-Anschlägen unkompliziert, aber gleichzeitig auch klar und deutlich zu engagieren.

Ausserdem pflanzte der KKL-JNF Tausende von Bäumen, welche Nektar produzieren, um so die Bienen in ihrer Arbeit zu unterstützen.

Dabei betonte er in diesem Zusammenhang die positive Rolle, welche der KKL-JNF bei der Brückenbildung zwischen den verschiedenen Bevölkerungsgruppen spiele. Gleichzeitig würde die Organisation auch die Liebe junger Menschen zur Natur, Land und Regionen mitprägen und hier unterstützend wirken und benachteiligte Personen beim Ganzen nicht etwa ausschliessen. Präsident Rivlin wörtlich: «Ich hoffe sehr, dieses Engagement für einen dynamischen Zionismus, der die Liebe zum Land mitprägt und sich für seine Bürgerinnen und Bürger mit ganzem Herzen einsetzt, geht weiter – selbstverständlich nicht bloss aber auch an Tu Bischwat.» Eindrückliche Worte am Ende eines eindrücklichen Tages.


Kolumne der KKL-JNF-Delegierten Liebe Freunde, Ich habe mir lange überlegt, welche Überschrift ich meinem Artikel in in dieser Ausgabe von neuland geben soll… Vielleicht ganz nüchtern: Bilanz meines ersten Jahres in der Schweiz? Etwas emotionaler: Wien – Jerusalem – Zürich: ein jüdisches Schicksal? Keine Überschrift kann auch nur annähernd einfangen, was für ein aufregendes, aussergewöhnliches, überraschendes, herausforderndes, einzigartiges und noch vieles mehr dieses erste Jahr in der Schweiz für mich und meine Familie bedeutet hat. Ich werde dennoch versuchen, zumindest einen Teil meiner Eindrücke und momentanen Schlussfolgerungen in Worte zu fassen. Zuallererst möchte ich festhalten, dass die Tatsache, dass man mich damit betraut hat, als neue Delegierte des KKL-JNF Israel in die Schweiz und nach Österreich zu gehen, für mich eine sehr grosse Ehre bedeutet, die natürlich auch mit immenser Verantwortung verbunden ist. Wie manche von Ihnen aus unseren persönlichen Gesprächen vielleicht bereits wissen, habe ich im Alter von 23 Jahren Aliya von Wien nach Israel gemacht, und hatte bereits im ersten Jahr meiner Einwanderung nach Israel das grosse Glück, beim KKL-JNF Israel eingestellt zu werden. Im Laufe der Jahre hat der KKL-JNF in der Tat mein Leben mitbestimmt und geprägt: meinen Mann habe ich dort kennengelernt (auch er arbeitet bis heute im Jerusalemer Hauptbüro), unsere Kinder sind in den KKL-JNF quasi „hineingeboren«, haben – als sie schon gross genug dafür waren – wie die Kinder aller Angestellten des KKL-JNF in Israel jeden Sommer einige Wochen in den Wäldern Israels Seite an Seite mit unseren Förstern gearbeitet, geschwitzt und sich die Hände zum Teil auch blutig gestossen bei der harten Arbeit mit Wald, Erde und Boden. Auch so lernt man das Land kennen und lieben. Für den KKL-JNF zu arbeiten ist für mich mehr als nur ein „Job«, es ist eine Verpflichtung und eine Berufung. Der KKLJNF ist Israel und Israel ist der KKL-JNF, - und auch wenn ich nur ein kleines Rädchen in einer sehr grossen Maschine bin, die seit nunmehr bald 120 Jahren unermüdlich für unser Land und die in unserem Land lebenden Menschen und seine Natur tätig ist: jedes Rädchen ist wichtig, jedes Rädchen hat seine Aufgabe, jedes Rädchen leistet seinen Beitrag. Die Resultate unserer gemeinsamen Arbeit können wir jederzeit in ganz Israel mit unseren eigenen Augen

sehen und beurteilen: hunderte, ja tausende Projekte hat der KKL-JNF landesweit schon umgesetzt, Projekte, die das Leben in Israel schöner, besser und lebenswerter machen. Dieses erste Jahr in der Schweiz war für mich eine wichtige Schule, - und ich habe noch lange nicht maturiert…. Obgleich ich aus Wien bin, ich es somit eigentlich leichter haben sollte nicht nur mir der Sprache zumindest in der Deutschschweiz, sondern auch mit der Mentalität der Menschen, muss ich gestehen: so einfach ist es gar nicht. Erstens haben 26 Jahre Israel Spuren in meinem Wesen hinterlassen, und manchmal denke ich, ich bin schon mehr Israelin als Mitteleuropäerin. Dies obgleich mich meine vier Kinder, wenn sie mich diese dreiste Behauptung jetzt aufstellen hören würden, wohl schlichtweg ausgelacht hätten.

Aber die Uhren gehen in der Schweiz eben doch anders als ich erwartet habe, - und auch die Menschen „ticken« eine Spur anders. So durfte ich zu meiner grossen Freude feststellen – entgegen der landläufigen Stereotypisierung in vielen Punkten, dass die Schweizer ein ausgesprochen herzliches, weltoffenes und lebensfrohes Völkchen sind, das sich nicht nur um sein eigenes Wohlergehen sorgt, sondern auch Gutes über die Grenzen hinaus zu tun bereit ist! Anders lässt sich die grosse Unterstützung, die der KKL-JNF in der Schweiz schon seit Jahren aus allen Bevölkerungsschichten und über alle Religionsgrenzen hinweg erhält, einfach nicht erklären! An dieser Stelle ist es mir ein Bedürfnis, mich nicht nur bei Ihnen, liebe Freunde und Spender des KKL-JNF, zu bedanken, sondern auch bei meinem engagierten Vorstand und dem hervorragenden Mitarbeiterteam vor Ort, die ich alle sehr schätze. Ohne sie wäre mein erstes Jahr hier niemals so produktiv, aufregend und motivierend verlaufen: TODA RABA! Gemeinsam werden wir noch viele wichtige, aufregende und wegweisende Projekte des KKL-JNF in Israel unterstützen und verwirklichen helfen. Projekte, die heute den Grundstein dafür legen, dass die kommenden Generationen morgen eine bessere Zukunft haben. Das sind wir ihnen schuldig. Und in Zeiten wie diesen scheint mir diese Verantwortung aktueller denn je… In diesem Sinne verbleibe ich, mit herzlichem Gruss und aufrichtigem Schalom, Chag Schawuot Sameach, Ihre Judith Perl-Strasser


! Save the Date

KKL-JNF-Waldfest

Impressum neuland 60 – Mai 2020 Redaktion/Texte Peter Bollag, Arthur Plotke, Doris Hummer, Judith Perl-Strasser

SONNTAG 23. AUGUST 2020 | 11 BIS 17 UHR WALDHÜTTE AESCH

Layout Pascal Sutter (pascii.net)

Spass und Unterhaltung für Gross und Klein.

Fotos Archiv KKL-JNF Israel und Schweiz

Zur Unterstützung unseres Bienen-Projekts im Gvar’am-Wald im westlichen Negev.

Papier Dieses Magazin wurde auf altpapierhaltigem und FSCzertifiziertem Papier gedruckt.

Mit Aktivitäten für Kinder & Verköstigung vom Grill. Infos auf www.kklschweiz.ch/waldfest2020

Bild: istockphoto.com

Findet bei jedem Wetter statt. Keine Anmeldung erforderlich.

Keren Kayemeth Leisrael Verein Jüdischer Nationalfonds (Schweiz) Schweizergasse 22 Postfach CH 8021 Zürich Tel 044 225 88 00 www.kklschweiz.ch info@kklschweiz.ch IBAN CH54 0900 0000 8002 1891 0 PC 80-21891-0

Bleiben Sie informiert... … indem Sie uns Ihre E-MailAdresse schicken. Entweder an info@kklschweiz.ch oder über unser elektronisches Kontaktformular unter www.kklschweiz.ch/kontakt … und surfen mit dem QR Code zu unseren aktuellen Projekten auf der Webseite

Profile for kklschweiz

neuland 60  

neuland 60

neuland 60  

neuland 60

Recommendations could not be loaded

Recommendations could not be loaded

Recommendations could not be loaded

Recommendations could not be loaded