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Gastbeitrag

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oo Gesundheitsmanagement im Betrieb – ein Mehrwert für Unternehmen und Beschäftigte Von Oliver Walle, Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement

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mmer mehr Unternehmen führen Maßnahmen zur Förderung der Gesundheit ihrer Beschäftigten durch. Gründe hierfür sind zum einen die bundesweit seit Jahren stetig steigenden Krankenstände, zum anderen geben aber auch Themen wie demografischer Wandel sowie lange Ausfallzeiten durch Muskel-SkelettErkrankungen und Burnout Anlass zum Handeln. Während der demografische Wandel eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung darstellt, der sich sowohl die Politik, Oliver Walle, DHfPG als auch die Unternehmen, aber auch jeder einzelne Beschäftigte selbst stellen muss, ist die Ursachenzuordnung bei Burnout schwieriger. Einerseits sind private Gründe wie Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Schwierigkeiten in Familie und Partnerschaft sowie mangelnde Kompetenzen bei Stress- und Zeitmanagement dafür verantwortlich. Zum anderen stellen Flexibilität im Beruf, Leistungsdruck und zunehmende Komplexität der Arbeitsaufgaben zusätzliche Herausforderungen dar. Nicht alle Beschäftigten bewältigen diese Aufgaben, fühlen sich zunehmend überfordert und ausgebrannt. Burnout selbst wird aus ärztlicher Sicht bislang noch als Symptombeschreibung gesehen, welches mit zunehmenden Stadium zur Depression und damit als Krankheit verstanden wird. Zunehmender Bewegungsmangel Trotz der Tatsache, dass in Deutschland immer mehr Arbeitsplätze im Dienstleistungssektor und weniger im industriellen Bereich zu finden sind, haben die Muskel-Skelett-Erkrankungen nicht abgenommen, und sind immer noch auf Platz 1 aller Diagnosen (vgl. Gesundheitsberichte der Krankenkassen, 2011). Bewegungsmangel ist die stetig steigende Belastung unserer heutigen Zeit, da immer mehr berufliche Tätigkeiten im Sitzen durchgeführt werden, aber auch in der Freizeit nur der geringere Teil unserer Gesellschaft ausreichend körperlich aktiv ist. Vorausschauende Unternehmen warten daher nicht ab, bis

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www.dhfpg-bsa.de

ihre Beschäftigten ihre Probleme erkennen und von sich aus gesundheitsförderliche Maßnahmen starten. Die Auswirkungen von Bewegungsmangel, Fehlernährung und Burnout kommen die Unternehmen ohnehin teuer zu stehen. Sowohl durch Fehlzeiten als auch durch mangelnde Leistungsfähigkeit anwesender Mitarbeiter kommt es zu Produktivitätseinbußen und dadurch zu mangelnder Wettbewerbsfähigkeit. Engagement des Arbeitgebers Die Unternehmen sind aber auch gefordert zu prüfen, welche Belastungen durch die Arbeitsplätze und die Tätigkeit selbst zu negativer Beanspruchung und damit zur Gesundheitsbeeinträchtigung der Beschäftigten führen. Ergeben sich hieraus Erkenntnisse, so sind entsprechende Maßnahmen einzuleiten (ArbSchG, 2011). Dies sind z.B. Unterweisungen zu Sicherheits- und gesundheitsgerechtem Verhalten am Arbeitsplatz oder Optimierungen der Arbeitsbedingungen Die betriebliche Gesundheitsförderung kann aber auch hier einen Beitrag leisten. Sind Mitarbeiter gesund und leistungsfähig, können sie körperliche Belastungen und Stress besser kompensieren.

Gesundheit im Betrieb

selbst gestalten.

» www.gesundheitimbetrieb.de Das richtige Konzept Starten nun Unternehmen Maßnahmen zur Förderung der Gesundheit ihrer Beschäftigten, so ist der Erfolg dieser Maßnahmen abhängig sowohl von der Art und Qualität der Maßnahmen als auch von der gesamten Konzeption. Werden nur vereinzelte Aktionen wie ein Gesundheitstag oder eine Rückenschule durchgeführt, so sind diese in der Regel langfristig wirkungslos. Kurzfristig führen sie zur Motivationssteigerung, langfristig ändern sie weder das Verhalten der Beschäftigten noch deren Gesundheitszustand. Erfolgreiche Konzepte beruhen auf einer prozessorientierten Vorgehensweise.

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