RC Premium 3/2022

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Ausgabe 3/ 2022

MENSCH & HELFEN IM INTERVIEW

Univ.-Prof. Dr. med. Felix Herth

Chefarzt Thoraxklinik Heidelberg


“WIR VERFÜGEN ÜBER EINE BREITE UND STETIG WACHSENDE KOMPETENZ IN DEN BEREICHEN MEDIZINISCHE FORSCHUNG, THERAPIE UND ORGANISATION.“ Ahmet Pekkip

BILD : Stephan Gawlik Fotodesign

ER R E ICH S IHR TNER DIZIN PAR ER ME IN D

WWW.PEKKIP.DE

EIN GUTER NAME SEIT 1962


STANDPUNKT Liebe Freundinnen und Freunde unseres Hauses, liebe Gäste,

blau-gelb waren die bestimmenden Farben der letzten Monate. Mittlerweile weiß jeder, wie die ukrainischen Landesfarben aussehen. So wird das Jahr 2022 mit dem russischen Überfall auf die Ukraine weit über die Zeit hinaus auch in einer farblichen Verbindung stehen. Der Begriff der „Zeitenwende“ ist blaugelb gefärbt. Zu den Vorboten dieser Zeitenwende gehören nicht nur Mängel bei der Energie-, sondern vor allem bei der weltweiten Nahrungsmittelversorgung – als hätte die Corona-Krise nicht schon genug Belastungen mit sich gebracht. Auch sollten wir nicht vergessen, dass sich im Ahrtal eine Naturkatastrophe ereignete, deren Folgen das Leben vieler Bewohner noch auf Jahre hinaus beeinträchtigt. Wir bekommen zu spüren, was die Wirrungen des globalen Klimas und die Wirrungen im Kopf eines Menschen und seiner Anhänger an dramatischen Veränderungen mit sich bringen. Stellt man im Angesicht dieser Ereignisse die Frage, ob es irgendetwas Positives gibt, was sich aus all den damit einhergehenden menschlichen Schicksalen ableiten ließe, muss man zurecht mit Unverständnis rechnen. Etwas Positives aus derartigen Katastrophen ziehen – geht das? Ja, denn es gibt einen Lichtblick in dieser Zeit: Es ist die beeindruckende Bereitwilligkeit vieler Menschen, füreinander einzustehen. Der Spiegel (vom 16.04.2022, Seite 10) schreibt, dass die Corona-Krise, die Flutkatastrophe im Ahrtal und der Ukrainekrieg innerhalb von nur zwei Jahren „wie ein Trainingslager für Hilfsbereitschaft, Solidarität und Zusammenhalt“ wirken. Die Integrationsbeauftragte des Bundes, Alabali-Radovan, meint, „die Integration der Ukraine-Flüchtlinge muss eine Blaupause für unsere Migrations- und Integrationspolitik sein, damit wir ein Einwanderungs- und Integrationsland auf der Höhe der Zeit sind“. Zivilgesellschaft, Ehrenamt, freiwilliges Engagement – solche Begriffe stehen höher im Kurs denn je! Sich mit „Mensch und Helfen“ zu beschäftigen, hat mir persönlich sehr geholfen. Ich habe gelernt, dass Hilfe dann am besten ankommt, wenn sie auf Augenhöhe stattfindet. Dann dient sie dem Helfenden und dem Geholfenen gleichermaßen. Jemandem zu helfen, bedeutet eben nicht, für jemanden zu entscheiden. Ich persönlich spreche dabei gerne von „begleiten“. Begleitung findet statt, wenn man in einer Weise miteinander umgeht, dass beide ein gutes Gefühl dabei haben. In diesem Sinne wünsche ich uns, dass wir gerade jetzt mit einem guten Gefühl in den Herbst gehen ...! Alles Gute, Ihr

Dr. Matthias Zimmermann

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INHALT

Bildung & Wissen

S. 62

KURZ NOTIERT ... TITEL

Mensch und Helfen

HÄTTEN SIE´S GEWUSST? BUCHTIPP

08 10 22

Spielregeln für Zufriedenheit und Gesundheit im Beruf von Prof. Dr. Rudolf Irmscher

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STUDIUM

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Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement

FINANZTIPP

der Sparkasse Heidelberg

KINDERFÖRDERUNG

Lese- und Bewegungstag

KOMMENTAR Selbstfürsorge

FIRMENPORTRAIT Volksbank Kraichgau

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S. 68

Gesundheit & Fitness

KURZ NOTIERT ...

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THERAPEUTENRAT

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EXPERTENRAT Vorsorge – Früherkennung – Lebenesqualität Die Alltagsstütze: ein starker Rücken

3 FRAGEN – 3 ANTWORTEN Patrick Kutzer

FIT & GESUND Muskelschwund im Alter

NEU IM ZAP

40

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T-RENA – nachhaltige Hilfe nach der (stationären) Reha

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TRAININGSTIPP

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Der Kettlebell-Swing

MAIN SPORTLICHES ZUHAUSE von Sriranjani Krishnamurthy

ERNÄHRUNG Beratung war gestern, Coaching ist heute

GESUND & LECKER Kabeljau mit Tomaten, Kürbis und Oliven

54 56 58


IMPRESSUM

Leistung & Erfolg

S. 70

KURZ NOTIERT ...

IM INTERVIEW mit Prof. Dr. med. Felix Herth

WHO´S WHO Prof. Dr. med. Gerhard Schmidmaier

HELFEN von Prof. Dr. Nataliya Soultanian

KOMMENTAR

zum Ukrainekrieg vom Lions Club Walldorf-Astoria

FIRMENPORTRAIT Veloland Brand

AUSBILDUNG im Zentrum Aktiver Prävention

STORY 30 Jahre RC

HERZLICH WILLKOMMEN SPORT & SEHEN Optik Dieterich in Heidelberg

VARIETÉ Radio Regenbogen Harald Wohlfahrt Palazzo

SENIORENSERVICE Avendi

Premium DAS LIFE SKILLS-MAGAZIN AUS DEM RACKET CENTER

Herausgeber Racket Center Nußloch GmbH & Co. KG Walldorfer Straße 100 • 69226 Nußloch Verantwortlich für den redaktionellen Inhalt Dr. Matthias Zimmermann (zimmermann@gsm-mbh.net)

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Anzeigen & Beratung Dr. Matthias Zimmermann (partner@gsm-mbh.net) Fragen an ... interesse@racket-center.de Produktion GSM Gesellschaft für Sportmanagement und Beratung mbH Walldorfer Straße 100 • 69226 Nußloch Layout, Satz, Grafik Denis Herrmann (herrmann@gsm-mbh.net) Fotos Denis Herrmann, Adobe Stock Auflage 5.000 Druck printmedia solutions GmbH Weinheimer Straße 62 • 68309 Mannheim

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Das RC Team bedankt sich herzlich bei allen Gästen und Partnern für die Glückwünsche und die schöne gemeinsame Zeit.


Bildung & Wissen

KURZ NOTIERT ...

Fortbildung Motivational Interviewing

Wenn das Geschäftsleitungsteam drei (heiße Sommer-)Tage darauf verwendet, in die eigene Fortbildung zu investieren, sind die Erwartungen groß. Im Selbstverständnis, auch ein „Kommunikationsunternehmen“ zu sein, haben wir (Matthias Zimmermann und Christine Eggensperger) uns dem Thema Motivational Interviewing gewidmet. Motivational Interviewing (MI) als Konzept dient der Gesprächskultur. Die klassische Definition lautet „Motivational Interviewing ist eine klientenzentrierte, direktive Methode der Gesprächsführung, zur Förderung intrinsischer Veränderungsmotivation, durch Erforschen und Auflösen von Ambivalenzen.“ (Miller/Rollnick, 2002)

Sprachkurs im RC

Die Sprache, die Sprache, die Sprache – das wäre die Antwort auf die Frage nach den drei wichtigsten Aspekten, um sich in einer neuen Umgebung zurechtzufinden. „Integration“, lautet das Stichwort. Integrationsforschern zufolge ist die Sprachverwandtschaft ein guter Indikator für die kulturelle Nähe zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen. Soviel zur Theorie. In der Praxis braucht es qualifizierte Sprachkurse, kulturelles Verständnis und gegenseitige Achtung. Seit Ostern dürfen wir Menschen, die aus der Ukraine vor Putins Krieg fliehen mussten, einen Sprachkurs anbieten. Dank des wirklich unglaublichen Engagements von Lehrerinnen der Johann-Philipp-Bronner Schule in Wiesloch haben unsere ukrainischen Gäste in wenigen Monaten das Sprachniveau A1 erreicht und sind fleißig am Weiterlernen. Wir möchten die Bereitschaft zu dieser ehrenamtlichen Hilfe und zu dem Einsatz mit höchster erwachsenenpädagogischen Expertise hier mit einem Wort gebührend würdigen: DANKE!

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Die Begründer William R. Miller (amerikanischer Suchtforscher und Psychologieprofessor) und Stephen Rollnick (britischer Psychologe und Professor) haben eine Methode der Gesprächsführung entwickelt mit dem Ziel, die Eigenmotivation von Menschen zu erhöhen und Veränderungsbereitschaft zu fördern. Grundlegend ist ein Menschenbild, das durch Autonomie, Partnerschaftlichkeit und Anteilnahme auf Augenhöhe gekennzeichnet ist. Wenn die Gesprächskompetenz den Austausch zwischen Menschen positiv befördert, waren diese drei Tage ihr Geld wert. Das wiederum müssen unsere Mitglieder und Patienten beurteilen ...


vbkraichgau-weitblick.de

V E R M Ö G E N S V E R W A LT U N G U N S E R E S T R AT E G I E - I H R E R F O LG

Weitere Informationen zu den aktuellen Auszeichnungen erfahren Sie unter vbkraichgau.de/auszeichnungen


TITEL

Mensch und helfen

Über Medien und Mitgefühl, Altruismus und Egoismus, das Hilfswesen Mensch und seine Motive – mit gewünschten und ungewünschten Wirkungen, die Hilfsbereitschaft so mit sich bringen … von Matthias Zimmermann „Hilfe“! „Mayday“! „SOS“! Ein Ruf, ein Funkspruch, ein Signal: Es gibt Situationen, die fragen nicht nach Hilfsbereitschaft oder Altruismus, sondern rufen nach der Pflicht zu helfen – und zwar zwingend, also per Gesetz. Wer in einem Notfall nicht hilft, verstößt gegen §323c des Strafgesetzbuches. Es droht eine Anklage wegen „unterlassener Hilfeleistung“. Freiwilligkeit hingegen ist das zentrale Merkmal des wohlmeinenden Helfers, der einer intrinsischen, ethischen Motivation folgt, sich in ganz unterschiedlicher Weise zum Wohle anderer zu verwenden. Auslöser hierfür können direkte Begegnungen mit anderen Menschen sein oder der Eindruck, den die Medien vermitteln. Das, was in diesen Zeiten an Berichterstattungen auf uns einwirkt, ist außergewöhnlich. Eine menschengemachte und menschenverachtende Katastrophe auf dem Europäischen Kontinent entfaltet furchtbare Auswirkungen auf der ganzen Welt. Kriegsopfer, Geflüchtete, Hungerleidende: all dies erzeugt ein Bedürfnis zu helfen – und gleichzeitig das lähmende Gefühl der Macht- und Hilflosigkeit. Unverständnis und Wut, Trauer und Verzweiflung ob der Sinnlosigkeit eines Krieges und seiner Folgen, die uns tagtäglich über die Medien sichtbar gemacht werden, wirken wie ein innerer Aufruf: Wir wollen

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helfen, denn: Helfen kann auch ein Ventil für die eigene Hilflosigkeit sein! Bezogen auf das Helfen stellt sich die Frage nach dem „Warum“, dem „Wie“ und dem „Wofür“. Das Warum steht für die unterschiedlichen Motive des Helfens. Das Wie meint das persönliche Tätigwerden und das Spenden von Geld oder Sachen – manchmal sogar die Spende eines eigenen Organs! Das Wofür offenbart sich in der Wirkung – und den nicht immer gewünschten und wünschenswerten Nebenwirkungen des Helfens, die es auch gibt. Wenn sich Betroffenheit und Fassungslosigkeit wandeln in Entscheidungsstärke und Tatkraft, dann sind die Wirkungen eben mehrdimensional. Die vermutlich wichtigste wissenschaftliche Erkenntnis, die Studien zum Thema Helfen zeigen, sei an dieser Stelle schon mal vorweggenommen: Helfen tut gut – nicht nur den Geholfenen, sondern auch den Helfern. Freiwillige Helfer leben länger und sind zufriedener als Nichthelfer. Woran mag das liegen? Was sind die Motive, die jemanden zum Helfer machen und wie kann Hilfsbereitschaft geweckt werden? Macht denn Helfen grundsätzlich und immer Sinn? Und wann wird Hilfsbereitschaft zu einer Macht, die auch schädlich wirken kann?


Mitgefühl, die Macht der Medien und die Hilfe zur Selbsthilfe

„wie ein Trainingslager für Hilfsbereitschaft, Solidarität und Zusammenhalt“ wirken.

Macht muss nicht bedeuten, anderen den eigenen Willen aufzuzwingen. Wahrlich mächtig ist, wem es gelingt, einen innewohnenden Willen nicht nur bei anderen, sondern zuerst einmal bei sich selbst zu wecken. Wohl dem, der es vermag, die konstruktiven Kräfte eines Menschen freizusetzen. Was es braucht sind Botschaften, die Menschen aktiv werden und Gutes tun lassen. Das menschliche Mitgefühl ist der richtige Adressat dafür. Medien haben heute mehr Macht und Möglichkeiten denn je, Botschaften zu erzeugen und zu gestalten, damit eine Vielzahl an Kanälen zu bedienen und auf diese Weise unzähligen Rezipienten direkt ans Herz zu gehen. Ein Indikator dafür, dass dies funktionieren kann, ist die seit Jahrzehnten durchschnittlich wachsende Spendenbereitschaft der deutschen Bevölkerung.

Die moderne Medienlandschaft und deren Streben nach Emotionalisierung haben also durchaus ihre positiven Seiten. Fernsehzuschauern und Internetnutzern wird heute eine unüberschaubare Zahl an Mitgefühlsbotschaften, Hilfsmöglichkeiten und auch Hilfsorganisationen mit dazugehörigen Spendenkonten vor Augen geführt. Ein gutes Beispiel dafür ist Deutschlands größte Spendenplattform im Internet www. betterplace.org, derer sich beispielsweise auch das äthiopische Tennis-Bildungsprojekt der Tariku and Desta Kids´ Education through Tennis Development (TDKET) Ethiopia für Spendenaufrufe bedient. Niemals zuvor war es einfacher, Geld zu spenden – nur wenige Mausklicks, und eine Spende ist transferiert.

Der Deutsche Spendenrat und die GfK SE (ehemals Gesellschaft für Konsumforschung e. V.) zeigen in ihrer „Bilanz des Helfens 2020“ die Entwicklung des Spendenaufkommens seit dem Jahr 2005. Der Gesamtmarkt der Spendeneinnahmen erreichte im Jahre 2020 den besten Wert seit Beginn des „GfK Charity Panels“. Die Abbildung zeigt auch, welche Ereignisse in den jeweiligen Jahren eine besondere Spendenbereitschaft ausgelöst haben. Für das Jahr 2021 wird aufgrund der Jahrhundertkatastrophe im Ahrtal – ein Naturereignis epochalen Ausmaßes – eine neue Rekordspendensumme erwartet (Pressemitteilung vom 02. Dezember 2021 des Deutschen Spendenrats). Der Spiegel (vom 16.04.2022, Seite 10) schreibt, dass die Corona-Krise, die Flutkatastrophe im Ahrtal und der Ukrainekrieg innerhalb von nur zwei Jahren

Abgesehen von der Notwendigkeit, einen handschriftlich ausgefüllten Überweisungsträger persönlich zur Bank zu tragen, war die mediale Präsenz vor vierzig Jahren noch eine gänzlich andere: Wenige Nachrichtenmagazine als Leitmedien, kein World Wide Web, kein Privatfernsehen und die öffentlichrechtlichen Sender mit eingeschränkten Fernsehzeiten. Wer erinnert sich noch an Hans Rosenthal und Joachim Kulenkampff, Ilja Richter und Dieter-Thomas Heck, Robert Lembke, Frank Elstner und an die anderen Fernsehgrößen der damaligen Zeit? Leichte TV-Unterhaltung wurde groß geschrieben in den Abendprogrammen von ARD und ZDF. Zwar hat sich dieser Aspekt bis heute kaum gewandelt, doch gibt es immerhin Arte, Phoenix, GEO-TV und eine ganze Reihe weiterer qualifizierter Nachrichten- und Dokumentarfilmsender.

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Damals aber erwies sich der kurze, dennoch legendäre Auftritt von Karlheinz Böhm zur besten Fernsehzeit am Samstagabend, den 16. Mai 1981, umso wirkmächtiger und einprägsamer. In Frank Elstners Unterhaltungsshow „Wetten dass …“, nur wenige Monate nach deren Erstausstrahlung, tat der bekannte Schauspieler seine Wette kund in der offen geäußerten Hoffnung, diese zu verlieren: „Ich wette, dass nicht einmal ein Drittel von Ihnen Zuschauern, und das sind geschätzt 6 oder 7 Millionen, diese eine Mark einzahlen. [Karlheinz Böhm hielt eine 1-DM-Münze in die Kamera, die man zur Post bringen sollte, um sie an den Bundespräsidenten zu überweisen]. Wenn ich diese Wette verliere, stelle ich mich zur Verfügung, unter Auslassung jeglicher Organisationen nach Afrika zu fahren auf meine Kosten. Das würde bedeuten, dass wir mindestens ein Dreivierteljahr oder Jahr kein Kind Hungers sterben sehen. Und ich wünsche mir jetzt, dass ich diese Wette gegen Sie alle verliere …“! Rund 1,2 Millionen DM kamen zusammen, deutlich weniger als die anvisierten 2 Millionen. Karlheinz Böhm gewann die Wette – und ein, wie er selbst sagte, neues Leben. Er musste die Wette nicht verlieren, um nach Afrika zu reisen, es war ihm so oder so ein Herzenswunsch. Äthiopien wurde – in mehrfacher Hinsicht – sein „auserwähltes Land“, in dem er fortan seinen Lebenssinn fand. Unter dem Eindruck seiner Reiserlebnisse gründete er nur ein halbes Jahr nach seinem Auftritt bei Frank Elstner die Organisation „Menschen für Menschen“, die heute in Deutschland und der Schweiz als Stiftung sowie in Österreich und Belgien als Verein vertreten ist, weltweit über 600 Mitarbeiter hat und in 40 Jahren über 500 Millionen Euro Spendengelder sammeln konnte, von denen etwa 2,8 Millionen Menschen profitieren. Das Menschen für Menschen-Bildungsprogramm ABC-2015 machte im wahrsten Sinne des Wortes Schule. Auch die Manfred Lautenschläger-Stiftung erbaute gemeinsam mit der Kindernothilfe und der Ethiopian Kale Heywet Church über einen Zeitraum von zehn Jahren mehr als 80 Schulen im Shashamene Gebiet südlich von Addis Abeba. Als – ergänzend zu der Schulentwicklung – auch Brunnen gebaut und in den entstandenen Siedlungen kleine Geldsammelprojekte eingeführt wurden, etablierte sich ein kommunales Leben. So wurde dieses Entwicklungsprojekt für die Regierung interessant. Regionalpolitiker haben erkannt, dass es ihnen selbst dienlich ist, sich damit zu schmücken. Was also tut eine kluge Organisation, wie es der Verbund aus den genannten drei Förderern ist? Sie treten bescheiden aus dem Licht und überlassen den Verantwortlichen vor Ort den Ruhm und die Ehre, legen das Projekt wohlwollend in die Hände der Regierung – und nehmen diese gleichermaßen in die Pflicht! Fortan standen die Lehrer, Sozialarbeiter und Brunnenbetreiber auf der Gehaltsliste der Regierung. Was der Karlheinz Böhm Stiftung vielfach zum Vorwurf gemacht wurde, dass sie sich irgendwann aus einem Projekt zurückzieht und dieses „sich selbst überlässt“, ist vielmehr ein wichtiges und unerlässliches Prinzip, dem auch die Kindernothilfe, die Kale Heywet Church und die ML-Stiftung folgen und das für die Nach-

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haltigkeit von Entwicklungsprojekten grundlegend ist: Das Erfolgsprinzip der „Hilfe zur Selbsthilfe“ – oder, noch besser: zur „Selbstentwicklung“.

Der Mensch – ein Hilfswesen?

Eine verheerende Dürre und das katastrophale politische Versagen des Derg-Regimes führten 1984/85 in Äthiopien zu einer Hungersnot, in der bis zu einer Million Menschen zu Tode kamen. Sicherlich spielte die Zulassung des privaten Rundfunks, infolgedessen 1984 die ersten privaten Fernsehsender an den Start gingen, eine wichtige Rolle bei der Verbreitung der schrecklichen Bilder von unterernährten Kindern mit Blähbäuchen, befallen von Fliegen im Gesicht und in offenen Wunden. Die Szenen von Hungerleid und Tod wurden der Weltöffentlichkeit in bislang nicht gekannter Drastik und derartiger Erbarmungslosigkeit in die Wohnzimmer gestrahlt, dass diese das Bild von Äthiopien bis heute prägen. Es entstand eine Welle der Hilfsbereitschaft, die auch die Musikszene erreichte. Mit Live Aid stellten Bob Geldof und Midge Ure am 13. Juli 1985 das bis dato größte Musikspektakel der Geschichte auf die Beine. Die größten Bands der damaligen Zeit gingen parallel im Londoner WembleyStadion und im John F. Kennedy Stadium in Philadelphia auf die Bühne. Dank weltweiter Spendenaufrufe gingen rund 200 Mio. DM an die Afrikahilfe. Ein Schauspieler, ein Unternehmer, ein Musiker. Karlheinz Böhm, Manfred Lautenschläger und Bob Geldof verbindet das freiwillige Engagement für andere – so, wie geschätzte 30 Millionen Bundesbürger über 14 Jahren, die sich in ihrer Freizeit ehrenamtlich für die Gesellschaft einbringen. Etwa ein Viertel der Deutschen verbindet die Bereitschaft zu einer Geldspende. Dabei zeigt eine Untersuchung zur Spendenbereitschaft und zur Spendenhöhe (Taxpayer-Panel. Gerber, U., Kann, K., Statistisches Bundesamt, WISTA, 6/2019), dass einige wenige Großspender einen hohen Anteil der Zuwendungen tätigen. Das Beispiel der privaten Manfred Lautenschläger Stiftung mit einem Gesamtspendenaufkommen von 55 Mio. Euro seit deren Gründung im Jahre 2002 ist ein Beleg dafür. Auch kommt es weniger auf das soziale Umfeld an, ob jemand spendet oder nicht. Vielmehr zeigt sich: Je älter Steuerpflichtige sind und je höher die Einkommen, desto großzügiger fallen Spenden aus. Dass Menschen freiwillig etwas von sich an andere abgeben oder unter Inkaufnahme von Anstrengung, Zeitaufwand und mitunter auch Risiken gemeinnützig aktiv werden, widerspricht der Interpretation der Evolutionstheorie im Sinne des gängigen „Survival of the Fittest“. Wörtlich übersetzt könnte man daraus ableiten, der Mensch sei ein grundlegend kompetitives Wesen in einem permanenten Überlebenskampf, egoistisch und stets bestrebt, alle Vorteile nur auf sich selbst zu vereinen. Was der Begründer der Evolutionstheorie, Charles Darwin (1809 - 1882), mit Survival of the Fittest allerdings meinte, ist die Durchsetzung von Genvarianten. Und dazu sind Kooperation und Fürsorge unerlässlich. Kein anderes Lebewesen ist derart lange von einer intensiven Fürsorge durch andere – vorrangig der Mutter – abhängig wie der Mensch.


Ein Extrembeispiel für Hilfsbereitschaft ist die Lebendorganspende. Derzeit werden in Deutschland vor allem Nieren und Teile der Leber von lebenden Spenderinnen und Spendern auf Empfängerinnen und Empfänger übertragen. Der jetzige Bundespräsident Frank Walter Steinmeier, selbst Empfänger einer Hornhautspende, die ihm einst das Augenlicht gerettet hat, spendete im Jahre 2010 seiner Frau eine Niere. Typisch wäre es allerdings gewesen, wenn seine Frau ihm eine Niere gespendet hätte, denn die Organspendestatistik der Schweiz – wo etwa 40 % der Nierenspenden von Lebenden entstammen – spricht eindeutig für die Frauen!

Zwei Drittel der Lebendspender sind Frauen, während die Empfänger zu zwei Dritteln Männer sind (Prof. Jürg Steiger, Vortrag bei der medArt2020 über Lebend-Nierenspende). Auch in Deutschland hat eine Befragung ergeben, dass etwa 40 % der Frauen, aber nur 30 % der Männer sich je über eine Lebendorganspende Gedanken gemacht haben. Im Durchschnitt besitzen laut einer Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung 19 % der Frauen einen Organspendeausweis. Bei den Männern sind es nur 16 %. Deutschland belegt im internationalen Vergleich einen unterdurchschnittlichen Platz. 2021 gab es bundesweit 933 Organspenderinnen und Organspender. Das entspricht 11,2 Organspenderinnen und -spender je eine Million Einwohner. Etwa 8.700 Menschen stehen in Deutschland auf der Warteliste für ein Spenderorgan. Die Wartezeit für eine Niere beträgt durchschnittlich über acht Jahre. Kurzum: Die Bereitschaft zur Organspende in Deutschland ist bedrückend schlecht! Diese Textpassage darf übrigens gerne als Motivation betrachtet werden, sich einen Organspendeausweis zuzulegen, um im Falle des Falles einem anderen Menschen die Chance auf ein Weiterleben zu ermöglichen!

Organspendeausweis online ausfüllen oder kostenfrei bestellen unter: www.organspende-info.de

Und bis er selbst in ein Alter gerät, in dem ihm die Weitergabe der Gene möglich ist, bedarf es vieler Jahre des Behütetseins. Auch kann es evolutionsbiologisch sinnvoll sein, das Wohl anderer vor das eigene zu stellen, wenn es sich dabei um Verwandte handelt (nach der Theorie der Verwandtenselektion der britischen Theoretischen Biologen John Maynard Smith und William D. Hamilton). Denn stirbt man selbst, lebt zumindest ein Teil der eigenen Gene in anderen Familienmitgliedern weiter. Sich im Familienverbund gegenseitig zu helfen, ist urmenschlich. In der Familie wird der Mensch schon im frühkindlichen Stadium als Gemeinschaftswesen sozialisiert. Die Voraussetzungen dafür trägt er in seinen Genen. Dass der Mensch schon in sehr jungen Jahren den Willen zu helfen offenbart, zeigen Forschungen des Psychologen Felix Warneken von der University of Michigan/USA. Danach teilen Anderthalbjährige bereitwillig ihr Essen und helfen ganz selbstverständlich, ohne eine Belohnung zu erwarten. In unterschiedlichen Versuchen erweisen sich Kinder bereit, beim Suchen zu helfen, wenn sie merken, dass jemand etwas verloren hat. Sie heben Gegenstände auf, wenn sie meinen, sie seien jemandem – wohlgemerkt: unabsichtlich(!) – runtergefallen. Die Annahme, der Mensch käme als Egoist auf die Welt, der nur auf sich bedacht ist und erst durch soziales Lernen zu einem Gemeinschaftswesen erzogen wird, kann als widerlegt betrachtet werden. Wissenschaftler auf dem Gebiet der Psychologie, Soziologie und Pädagogik sprechen von prosozialen Verhaltensmustern, die in der menschlichen DNA angelegt sind. Hilfsbereitschaft ist eine urmenschliche Eigenschaft, die kulturübergreifend äußerst positiv bewertet wird und über den Familienverbund hinausreicht. Nach einer These des Bonner Psychologen Martin Reuter ist die Hilfsbereitschaft im sogenannten COMT-Val Gen angelegt, welches die Bauanleitung für Dopamin enthält. Ein Versuch mit Studierenden ergab, dass Versuchsteilnehmer mit dem COMT-Val Gen eine doppelt so hohe Spendenbereitschaft aufwiesen, als diejenigen mit der COMT-Met-Variante. Auch nach organischen Unterscheidungsmerkmalen wird gesucht. So haben der Altruismusforscherin Abigail Marsh (University of California, Santa Barbara, 2014) zufolge Hilfsbereite und Fürsorgliche eine größere Amygdala als Menschen, die ichbezogen sind. Die Verfasser einer Schweizer Studie (Bild der Wissenschaft vom 9. Oktober 2017) kommen zu dem Ergebnis, dass gelebte Großzügigkeit in den Gehirnen von Frauen eine stärkere neuronale Belohnungsaktivität auslöst. Männer hingegen reagieren der Studie zufolge eher bei egoistischem Verhalten so. Folglich sind Männer tendenziell narzisstischer und Frauen großzügiger. Die Damenwelt verhält sich uneigennütziger und hat mehr Sinn für Gerechtigkeit, so das Ergebnis einer Studie an der Universität Zürich. Alexander Soutschek et. al. (Nature Human Behaviour, 11/2017) belegen dies mit experimentellen Spielen, in denen Frauen Geldbeträge deutlich großzügiger verteilen als männliche Teilnehmer.

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In einer Überblicksarbeit an der Universität Passau schreibt der Seminarist Manuel Schubert (2019), dass sich die „Entwicklung des prosozialen Verhaltens von Kindern unter Berücksichtigung verschiedener Einflussfaktoren“ zwischen egoistischer Selbstoptimierung und selbstloser Solidarität bewegt. Der Mensch trägt eben beides in sich: die Bereitschaft zu helfen und zu teilen einerseits – die Ausrichtung des Verhaltens auf den eigenen Vorteil andererseits. Ein Blick in die Kulturgeschichte lässt annehmen, dass Solidarität und Hilfsbereitschaft ebenso wie Vorteilsstreben und Durchsetzungsvermögen wichtige menschliche Eigenschaften sind, die eine dementsprechende Kulturentwicklung nach sich ziehen. Allerdings erwies sich über Jahrhunderte hinweg dabei das Recht des Stärkeren als dominant. Darin steckt die evolutionsbiologische Begründung für die Herausbildung von Männergesellschaften in aller Welt. Die Stärke, die hier gemeint ist, hat primär mit Muskelkraft zu tun. Das Recht des Stärkeren findet seinen Ausdruck darin, kriegerische Gewalt als legitimes Mittel der Politik zu begreifen. Nicht nur Wehrhaftigkeit, sondern militärische Überlegenheit und deren Verwendung zum Zwecke der Vorteilsnahme für ganze Völker und Kulturen prägen die Sozialisation von Generationen. Zurzeit erlebt die Welt eine Renaissance einer derartigen (oder besser: abartigen) Vorstellung von Gesellschaftsentwicklung. Ein vollkommen gegensätzliches Verständnis von Narzissmus und Mitgefühl, von Machtausübung und Gemeinwohlorientierung, prallen in brutaler Weise aufeinander. Tatsächlich lässt sich zeigen, dass Fairnessempfinden und die Bereitschaft zu Teilen je nach Kulturkreis unterschiedlich ausgeprägt sind. Dazu bedient sich die experimentelle Wirtschaftsforschung zum Beispiel des so genannten Ultimatumspiels. Aus dem Ultimatumspiel und anderen, ähnlich einfachen Experimenten, lernt man, dass schon bei den einfachsten Transaktionen Gefühl und Gerechtigkeit mindestens so wichtig sind wie Logik und Eigennutz. Nehmen wir an, jemand erhält 100 € mit der Auflage, sie mit jemandem zu teilen, den er nicht kennt und auch keine Absprache vornehmen kann. Allerdings kann er seinen Anteil an den 100 € nur behalten, wenn sein Gegenüber das „Geschenk“ – also seinen Teil der 100 € – auch annimmt. Dabei zeigt sich: Obwohl der Beschenkte selbst bei 1 € oder 10 € eine unerwartete Zuwendung erhalten würde, ist er bereit, darauf zu verzichten, wenn es seinem Fairnessempfinden widerspricht. Mag die Verweigerung der Annahme eines Geschenks kurzfristig einen persönlichen Nachteil bedeuten, ist dies dennoch mit Vernunft begründbar, denn: die Verweigerung führt dazu, dass sich langfristig in jeder Gruppe faires Verhalten etabliert, von dem letztlich dann alle profitieren. Studien mit dem Ultimatumspiel in verschiedenen Gesellschaften zeigen, dass manche Versuchsgruppen im Durchschnitt hälftig teilen, während andere nicht mal bereit sind, auch nur 25 Prozent abzugeben. Biologen und Spieltheoretiker schlussfolgern, dass kulturelle Traditionen großen Einfluss auf ein Verständnis von Fairness nehmen, welches für ein friedvolles

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und menschenfreundliches Zusammenleben grundlegend ist. Schon griechische Philosophen wie Sokrates und Aristoteles dachten über das Phänomen der Menschenfreundlichkeit nach. Sie haben dem prosozialen Verhalten, der Hilfsbereitschaft und Großzügigkeit, einen Namen gegeben: Philanthropos – der heutige Philanthrop. Er ist uneigennützig und ein Menschenfreund. Zwei Jahrtausende später schaffte der französische Philosoph und Mathematiker Auguste Comte (1798 – 1857: „Système de politique positive“) die Wortbasis für Altruismus aus dem Lateinischen („alter“ – der eine, der andere). Der Altruismus geht einen Schritt weiter und steht als Gegenbegriff zum Egoismus. Ein Altruist nimmt per Definition nach August Comte in Kauf, dass er durch seinen Einsatz für andere einen Verlust erleidet und folglich einen Nachteil hat! Selbstlosigkeit ist das prägende Merkmal des Altruisten, der in seiner höchsten Form sich selbst zu opfern bereit ist, um andere zu retten. Retten ist die höchste Form der Hilfsbereitschaft. Ein Retter zu sein macht aus einem Menschen einen Helden. Auch in der Religionsgeschichte kommt der Hilfsbereitschaft eine konstituierende, weil glaubensbildende Bedeutung zu. Im Christentum gilt der barmherzige Samariter als Ikone des Helfens (Evangelium des Lukas, Lk 10,25–37 im 3. Buch des Neuen Testaments). Im Islam genießt die Bereitschaft zur Hilfe ebenfalls einen hohen Stellenwert, wie der Ausspruch des Propheten Mohamed verdeutlicht: „Der Beste von euch ist der, der den Menschen am Nützlichsten ist.“ Wenn jemand seinen Glaubensgeschwistern und Mitmenschen hilft und ihnen Gutes tut, so hat er sich selber auch einen Gefallen damit getan, denn dadurch kann er den eigenen Charakter vervollkommnen. Dieser Satz eines muslimischen Predigers kann für alle Religionen und Kulturgesellschaften gelten. Der große Johann Wolfgang von Goethe bläst ins gleiche Horn: „Willst Du glücklich sein im Leben, trage bei zu anderer Glück, denn die Freude die wir geben, kehrt ins eigne Herz zurück.“ Darin offenbart sich auch ein Eigenmotiv, was die Frage aufwirft: Wie ist es um die Selbstlosigkeit der Hilfsbereiten tatsächlich bestellt?

Altruismus, Gemeinwohlorientierung und Hilfsbereitschaft: Woher kommt das …?

Wem Bilder und Begegnungen, Ereignisse und die prekäre Lebenssituation eines anderen nahegehen, verspürt das Bedürfnis, etwas zu tun. Das Mitgefühl – die Motivation des Herzens – ist für ein ehrliches Engagement zum Wohle anderer Menschen ausschlaggebend. Zwar ist es keine Frage von Religion, ein Gewissen in sich zu tragen. Die Gewissensfrage jedoch ist ein Urprinzip jeder Religion. Hilfsbereitschaft und Nächstenliebe sind wesentliche Aspekte jeder Glaubensrichtung. Umso unglaublicher ist es zu sehen, welche Gräueltaten im Zeichen der Frömmigkeit begangen wurden und immer noch werden. Hierbei schenken sich die Religionen nichts. Vom Massaker der Glaubenskrieger im Jahre 1099 in Jerusalem über die Schlachten im dreißigjährigen Krieg bis zu den Attentaten in New York im September 2001 oder die Vertreibung und Tötung der muslimischen Rohingya durch


Pinneberg, „Der Philanthrop“ (Künstlerin Inar Czora, 1992) I Foto: Staro1

Buddhisten im Nordwesten Myanmars 2017/2018 zieht sich eine Blutspur durch die Geschichte aller Religionen. Religionskriege und Verfolgung jeweils anderer Glaubensrichtungen sind in Geschichtsbüchern allgegenwärtig. Mögen Friedfertigkeit, Nächstenliebe und Altruismus ein Kernmerkmal religiöser Glaubensgemeinschaften sein, zeigt die gelebte Wirklichkeit häufig das Gegenteil. Wir erkennen: In religösen und auch in anderen Gemeinschaften, treibt die Doppelmoral munter ihr Unwesen! Es gibt in kaum einem Kulturkreis Gesellschaften, in denen prosoziales Verhalten nicht dazu dient, Anerkennung zu erlangen. Wohltäter werden gewürdigt – davon kann man ausgehen – überall auf der Welt. Das Bestreben, soziales Engagement sichtbar werden zu lassen, ist dabei sehr unterschiedlich ausgeprägt. „Charity“-Events sind für diejenigen gemacht, deren Motivation darin besteht, als Wohltäter wahrgenommen zu werden. Solche Veranstaltungen sind fester Bestandteil der Partykultur in der westlichen Welt, allen voran in den USA. Da und dort wird versucht, zumindest teilweise zu kompensieren, was der Staat nicht leisten kann. Und dies geschieht mit der bisweilen lautstark kundgetanen Motivation, das staatlich organisierte Gemeinwohl in Frage zu stellen und stattdessen das individuelle Bedeutsamkeitsmaß herauszuheben. Da darf man auch die Frage stellen: Wird mit Charity-Events der Gerechtigkeit genüge getan – oder eher dem eigenen Seelenheil und dem Drang nach gesellschaftlichem Status? Sehr weit geht die Kritik des Schweizer Pädagogen, Sozialreformers und wohlgemerkt auch Philanthropen

Johann Heinrich Pestalozzi: „Wohltätigkeit ist das Ersäufen des Rechts im Mistloch der Gnade“. Als Philanthrop die Erwartungen einer Gesellschaft zu erfüllen, moralischen Standards zu genügen und Wertschätzung zu erwerben, sind starke Motive für offen praktizierte Hilfsbereitschaft. Und natürlich dient das dem Helfenden bei seinem Streben nach Selbstverwirklichung. Im Ehrenamt etwas für andere zu tun, kann zu einer Erfüllung verhelfen, die man anderswo, zum Beispiel im Berufsleben, nicht erfährt. Dass ein Gefühl der Gemeinschaft ein überragendes Motiv ist, trifft auf diejenigen zu, die sich nicht nur mit Geld, sondern mit aufrichtigem Interesse und ehrbarer Tatkraft engagieren – also auch Zeit und persönliche Energie einbringen. Zuallererst ist für Hilfsbereitschaft natürlich das Motiv zu nennen, dass es einem anderen besser gehen möge. Dazu braucht es Empathie, eine positive Grundhaltung und Wohlwollen gegenüber anderen Menschen, Zugewandtheit oder auch Zuneigung und eine Begegnung auf Augenhöhe. Man interessiert sich aufrichtig für den anderen, spendet nicht (nur) Geld, sondern auch Trost, teilt das Leid und kooperiert. Der Theologe und Psychotherapeut Arnold Mettnitzer meint: „Nach nichts im Leben haben Menschen größere Sehnsucht, als von anderen Menschen als Mensch behandelt zu werden. Erst recht dann, wenn sie unerwartet in Not geraten und auf andere Hilfe angewiesen sind. Die größte Sehnsucht der Menschen ist und bleibt der andere Mensch.“

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Live Aid at JFK Stadium, Philadelphia, 1985

Ein Empfinden für Gerechtigkeit oder die Abscheu gegenüber unredlichem Verhalten sind Urmotive, die es Menschen möglich machen, zu helfen und gleichzeitig die Augenhöhe zu wahren. Grit Hein, Professorin für Translationale Soziale Neurowissenschaften an der Universität Würzburg betont, dass Gerechtigkeit für die Armen nicht Verzicht und Lebenseinschränkung, sondern Grundlage für Wohlstand und gelingendes Leben ist. Insofern: Wertschätzung beruht auf Gegenseitigkeit. Dennoch wird die Frage diskutiert, inwieweit es als ethisch legitim angesehen werden kann, dass ein Helfender aus dem Gefühl des Belohntwerdens Nutzen zieht. Ist Altruismus nicht auch eine besondere Form des Egoismus, wenn dieser so genannte „Warm Glow“ – das warme Gefühl im Magen – die vorrangige Motivation darstellt? Schon Aristoteles wusste: „Der ideale Mensch verspürt Freude, wenn er anderen einen Dienst erweisen kann.“ Tun wir anderen Menschen etwas Gutes, fühlen wir uns selbst gut. Wenn zu einer gelingenden Beziehung zwischen Helfendem und Geholfenem das Prinzip der Augenhöhe gehört, ist es legitim, wenn beide gleichermaßen Wohlgefallen daran finden, Güte zu spenden und zu empfangen. Umgekehrt lässt sich auch in politischen Entscheidungen und allen anderen Bereichen des alltäglichen Lebens beobachten, was demjenigen bleibt, der anderen die Hilfe versagt, nämlich: ein schlechtes Gewissen. Eben dieses zu vermeiden, ist dem gewissenhaften Menschen ein starker Antrieb, Gutes zu tun. Letztlich ist auch das Gewissen ein Erbe der Evolution. Ob nun Altruismus nichts anderes als verkappter Egoismus ist (wie Thomas Range, brand eins Corporate Services, schreibt), sei dahingestellt. Viel entscheidender für die Entwicklung von

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Gesellschaften ist die wissenschaftlich fundierte Erkenntnis aus der Evolutionsbiologie: Langfristig lohnt es sich fair zu sein – und anständig ist es gerade dann, wenn niemand hinschaut! Eine andere ethische Frage ist, ob es zur eigenen Motivation gehören muss, sich an hoher gesellschaftlicher Anerkennung zu erwärmen? Dient die Sichtbarkeit eines Engagements mehr dem Geholfenen, weil dies auf Hilfsbereitschaft vorbildlich wirkt und Nachahmer motiviert? Oder dem Helfer, weil er sich in öffentlicher Aufmerksamkeit sonnt und daraus einen überwiegenden Nutzen für sich selbst zieht? Nicht wenige verbuchen ein soziales Engagement unter Marketingkosten in eigener Sache! Der für seine gemeinwohlorientierte und bescheidene Lebensführung bekannte und berühmte USamerikanische Filmschauspieler Keanu Reeves hat dazu eine klare Meinung: „Sei ein guter Mensch, aber verschwende deine Zeit nicht damit, es anderen ständig beweisen zu müssen“!

Altruismus, Gemeinwohlorientierung und Hilfsbereitschaft: Wohin führt das…?

Altruistisch engagierte Personen, Philanthropen und gemeinnützige Einrichtungen unterliegen mit ihrem Anspruch, Gutes zu tun, besonderer Beobachtung. Wer besonders öffentlichkeitswirksam agiert und andere motiviert, mit Spenden zum eigenen Vorhaben beizutragen, unterliegt Maßstäben der Vertrauenswürdigkeit und Transparenz. Diese Maßstäbe sichtbar zu machen und Gütesigel zu vergeben, haben sich mehrere Institutionen in Deutschland zur Aufgabe gemacht. Zuvorderst sind zu nennen das Gütesiegel des Bundesverbands Deutscher Stiftungen und das DZI-SpendenSiegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen,


Eine Zehntelsekunde – so lange benötigt das menschliche Gehirn, um einen ersten Eindruck zu fällen. Nur ein Bruchteil einer Sekunde. Aber ein Bruchteil, der zählt. Dieser Eindruck ist vor allem eins: ausschlaggebend für Ihren Erfolg.

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die wiederum beide den Verein Transparency International Deutschland e. V. unterstützen. Der sogenannte SROI – der Social Return on Investment (auch Deutsch: Sozialrendite) – berücksichtigt eine ganze Reihe von Faktoren, um ein Maß für die Güte sozialen Engagements zu finden. So werden Spendenaktivitäten und wohltätige Projekte zu sozialen Investitionen (Social Investment). Gütesiegel geben Spendern eine Orientierung, ob eine Spendenempfangsstelle seriös agiert, welche Transparenzkriterien gelten und welche Organisationen auf dem Markt der Spendensammler mit unlauteren Methoden und Wirkungen unterwegs sind. Hintergrund ist sicherlich auch die Kritik an den bereits genannten Organisationen und Ereignissen, die im Laufe der Zeit nicht immer seriöse Nachahmer fanden. Einigen Nachahmern galt ihr Interesse weniger dem vordergründigen Spendenzweck, als dem hintergründigen Selbstnutzen. Auch Bob Geldof und seinen Live Aid Initiativen wurde zeitweilig unterstellt, dass die Erlöse aus dem Musikspektakel in London und Philadelphia mehr der Öffentlichkeitsarbeit in eigener Sache dienlich waren als der Hilfe für Afrika. Bezüglich der Geldverwendung kam das Gerücht auf, dass ein Großteil der Spenden nicht bei den Ärmsten der Armen, sondern bei der Armee des äthiopischen Diktators Mengistu Haile Mariam ankamen. Andere Journalisten behaupteten, Gelder gingen in die Kasse der Volksbefreiungsfront von Tigray, die unter der Militärführung von Meles Zenawy 1991 die Macht über Äthiopien übernahm, was sich für das äthiopische Volk übrigens als die Bessere von zwei schlechten Alternativen erwies (siehe Spendenskandal um „Live Aid“: Geldofs „Death Aid“? Süddeutsche Zeitung vom 7. März 2010). Die daraufhin angestrebte Untersuchung ergab, dass es keine Beweise dafür gebe, dass Geld von Band Aid oder Live Aid veruntreut worden sei. Trotz Ritterschlag durch Queen Elizabeth II im Jahre 1986 hat die Reputation von Bob Geldof und seinen Band Aid Spendenveranstaltungen (Live Aid am 13. Juli 1985, Band Aid II und Band Aid 20 in den Jahren 1989 und 2004) gelitten. Die Verleihung der Ehrendoktorwürde der University of Limerick im Jahre 2019 diente insofern auch ein stückweit seiner Rehabilitation. Auch Karlheinz Böhm musste sich Kritik erwehren. Als sich im Jahre 2013 zwei Großspender von der Organisation zurückzogen, weil die Stiftung zu viel Geld ausgebe und nicht für genug Transparenz sorge, erlitt die Glaubwürdigkeit von „Menschen für Menschen“ Schaden. Sehr problematisch erwies sich ein Nachahmer, der unter dem gleichen Namen „Menschen für Menschen“ Spenden sammelte und Terrororganisationen im Libanon unterstützte. Erst in 2021 wurde dieser vermeintliche Hilfsverein vom damaligen Bundesinnenminister Horst Seehofer verboten. Umso wichtiger ist es für die Stiftung von Karlheinz Böhm, dass zahlreiche Projekte (insbesondere für äthiopische Frauen) mit einem sehr hohen SROI bewertet werden. Dabei werden der Transparenz, den PR-Kampagnenaufwendungen sowie Personal- und Verwaltungskosten ein hohes Gewicht beigemessen.

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Für gemeinnützige Einrichtungen gibt es eben keinen schlimmeren Vorwurf als den der Geldverschwendung. Immerhin handelt es sich um Gelder von Steuerzahlern – Spenden von wohlmeinenden Bürgern und gemeinnützigen Organisationen. Der Britische Labour Politiker Denis Winston Healey prägte den sarkastischen Satz: „Entwicklungshilfe ist, wenn die Armen eines reichen Landes für die Reichen eines armen Landes Geld spenden“. Das Spenden verbindet sich stets mit einem erheblichen Vertrauensvorschuss. Ist dieser erst einmal verspielt, brechen Spender weg, die Budgets ein und die positiven Wirkungen ab: Projekte können nicht länger aufrechterhalten und die Hilfe für viele bedürftige Menschen muss eingestellt werden. Unterstellte Geldverschwendung und Wirkungslosigkeit führten bisweilen dazu, die Hilfsmaßnahmen zum Wohle des afrikanischen Kontinents und anderer, von Armut betroffener Regionen, prinzipiell in Frage zu stellen. Kritiker meinen, dass Entwicklungshilfe die bestehenden Gegebenheiten der grassierenden Mangellage in allen Sektoren einer Nationalökonomie zementiere. Misswirtschaft würde systematisiert, Korruption gefördert und sogar Kriege würden finanziert werden. Vielfach wird argumentiert, dass Geld-Transfers von Regierung zu Regierung Abhängigkeiten mit sich brächten. Sie zerstören jeden Anreiz, gut zu wirtschaften und die Volkswirtschaft anzukurbeln. Für die Geholfenen selbst wird gerne das Bonmot bemüht: Behütetsein hält Menschen klein. Die offen formulierte Forderung, Entwicklungshilfen einzustellen, damit auch gleich das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) abzuschaffen oder zumindest dem Außenministerium einzugliedern, war zeitweilig politisch en vogue (Übrigens: einer der Hauptkritiker an der Entwicklungshilfe wurde später selbst Bundesminister des BMZ). Die Journalistin Linda Polman, die selbst über 20 Jahre in den Krisengebieten dieser Welt unterwegs war, veröffentlichte ein Buch, das für Furore sorgte: „Die Mitleidsindustrie: Hinter den Kulissen internationaler Hilfsorganisationen“. (Frankfurt a. M., 9. August 2010). Die ZEIT Redakteurin Hauke Friederichs kommentierte das Buch in der ZEIT vom 27. Oktober 2010 mit der Schlagzeile: „276 Seiten Hass und Resignation“ und übte deutliche Kritik daran, wie Polmann die Arbeit von NGOs (Non Governmental Organisations) offen anklagte. Friederichs entlarvte das Buch als ein Werk voller Frustration, das nahezu ausschließlich die negativen Auswüchse von Hilfsprojekten beleuchtet, die es zweifellos gerade bei extremen Krisen auch gibt. Auf Lösungsansätze für die Misere wartet der Leser hingegen vergebens. „Also – was denn nun: Helfen oder nicht helfen“, kommentiert Friedrichs und hält dem Zynismus der Buchautorin den Spiegel vor. Es finden sich eben keine objektiven Daten und Fakten zu der Frage, auf welche Weise und in welchem Maße das Engagement von privaten Hilfsorganisationen (NGOs), von staatlichen oder von supranationalen Entwicklungshilfeinstitutionen zur Verbesserung der Lebensverhältnisse der Menschen in den sogenannten Entwicklungsländern beitragen.


Wenn – wie Linda Polman behauptet – internationale Hilfsorganisationen mehr Teil des Problems als Teil der Lösung sein sollen, widerspräche dies entschieden den Fakten, die Hans Rosling anführt. Der 2017 verstorbene Mediziner und Statistiker war Direktor des Karolinska Institutet for Public Health in Stockholm und Gründer der Gapminder Stiftung. Gemeinsam mit seinem Sohn und seiner Schwiegertochter förderte er eine auf Fakten beruhende Sicht auf die Welt, indem frei zugängliche öffentliche Statistiken verständlich dargeboten werden. Sein posthum veröffentlichter Bestseller und Wissensbuch des Jahres „Factfulness: Wie wir lernen, die Welt so zu sehen, wie sie wirklich ist (Berlin, 2019)“, gibt eine statistisch belegte Antwort auf die Frage: Wie hilfreich ist die Hilfsbereitschaft für die Entwicklung von Drittweltländern? Daten, die über die Entwicklung von Ländern Auskunft geben, führen zu einer klaren Antwort: die Hilfen wirken überwiegend positiv. Anhand von Daten, welche seit den 60er Jahren systematisch erhoben werden, lässt sich zeigen, dass die Bevölkerung in vielen „Nehmerländern“ einen enormen Zuwachs an Lebenserwartung und eine Verringerung der Fertilität aufweist. Die Kindersterblichkeit nahm ab, die Impfrate zu. Die Alphabetisierungsquote, das Volkseinkommen und

die Sparrate sind gestiegen. Dank der Gapminder-Initiative lassen sich den grassierenden Vorurteilen und dem Pessimismus zahlreiche weitere Kenngrößen gegenüberstellen, die belegen, dass sich insbesondere die Drittweltländer zum Besseren gewendet haben. Ohne die Hilfen der Menschen aus den entwickelten Industrieländern, großer privater Organisationen und staatlicher Institutionen, ohne das Prinzip Hilfe zur Selbsthilfe und ohne das Verständnis von Entwicklungshilfe als soziale Investition wäre dies so nicht möglich gewesen. Laut DAC (Development Assistance Committee der OECD) wurden im Jahr 2020 insgesamt rund 161,2 Milliarden US$ für Entwicklungshilfe bereitgestellt. Was viel klingt, verblasst in Relation zu den sogenannten Remittances, die Migranten für Angehörige in ärmeren Ländern tätigen. Die Summe von weltweit circa 430 Milliarden US-Dollar an solchen Rücküberweisungen übersteigen die Entwicklungshilfegelder um mehr als das Zweieinhalbfache. 46 Milliarden davon sind nach Subsahara-Afrika geflossen. Die Weltbank schätzt, dass in diesem Jahr die 50-Milliarden-Marke überschritten wird.

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Wenn sich Hilfsgelder und -projekte, die von außen in ein Land getragen werden, positiv auf Entwicklungsdaten niederschlagen, darf eine wesentliche Nebenwirkung nicht unerwähnt bleiben: die Abhängigkeit. Ob Migration und die Rücksendung von Geldern in das Heimatland ein Zukunftsmodell für weltwirtschaftliche Mechanismen sind, darf getrost in Zweifel gezogen werden. Gerade im Verhältnis zwischen den entwickelten Industriestaaten, den Schwellen- und den Entwicklungsländern stellt sich immer die Frage: Kann Helfen nicht auch zu einer Form des Paternalismus werden und damit ein Instrument versteckter Machtausübung sein?

Ja was nun? Helfen oder nicht?

All die Fragen, die im Laufe dieser Erörterung aufgeworfen wurden, führen letztlich zu dem Punkt, an dem ich etwas tue oder etwas lasse. Helfen ist sowohl eine Gesinnungsentscheidung als auch eine Verantwortungsentscheidung. Wer nur seinen eigenen moralischen Prinzipien folgt dem droht, die Folgen seiner Hilfsbereitschaft aus den Augen zu verlieren. Wer im Brustton der eigenen Überzeugung meint: „dem muss aber geholfen werden“, sollte zuerst mal fragen, ob derjenige die Hilfe eigentlich möchte. „Hilf mir bitte nicht, es ist auch so schon schwer genug“, hat mal jemand in Großbuchstaben an seine Bürotür gemalt, wohl wissend, dass der Weg in die Hölle häufig von guten Absichten gepflastert ist und mit reinem Gewissen beschritten wird. Wenn sich Hilfsbereitschaft zu einem Helfersyndrom auswächst, geht das meist nicht gut aus – weder für den Helfer, noch für den Geholfenen. Menschen mit unterdrücktem Selbstbewusstsein entwickeln ein überbordendes Solidaritätsgefühl, das mit zwanghaften Erwartungen einhergeht und zu Enttäuschungen führt. Schlägt ein Solidaritätsgefühl in ein Überlegenheitsgefühl um, ist der konstruktive Weg zu einem gemeinsamen Ziel verfehlt. Aus der Hilfe zur Selbsthilfe wird eine überschwängliche Fürsorglichkeit, die Menschen ihrer Autonomie und letztlich ihrer Würde beraubt. Das Prinzip Augenhöhe wird verletzt. Menschen wünschen, dass man ihnen hilft, ohne für sie zu entscheiden. Ansonsten entfaltet gut gemeinte Hilfe ungesunde Wirkungen. Das Gegenteil sollte der Fall sein. Für alle Beteiligten kann das Geben und das Nehmen von Hilfe zur Gesundung beitragen.

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Dass jemand, der sozial eingebunden ist und Hilfe erfährt, gesünder und länger lebt, gilt seit über zwanzig Jahren als hinreichend belegt. Stephanie Brown von der Stony Brook University zeigt in einer Untersuchung, veröffentlicht unter dem Titel “Giving to Others and the Association Between Stress and Mortality”, American Journal of Public Health September 2013, dass dies auch für jemanden gilt, der Hilfe leistet. Anderen zu helfen, steigert das Selbstwertgefühl und führt dazu, mehr Optimismus zu entwickeln und seine Lebensleistung höher einzuschätzen. Die positiven gesundheitlichen Wirkungen des Helfens für den Helfer – bis hin zu einer höheren Lebenserwartung – werden auch in einer großangelegten Studie in den USA mit rund 13.000 Teilnehmern belegt. Danach sorgt soziales Engagement wie ein Ehrenamt mit zwei Stunden in der Woche bei über 50-jährigen für ein geringeres Sterberisiko und bessere körperliche Fitness (American Journal of Preventive Medicine vom 11. Juni 2020). Gleichzeitig bescheren gute Taten den Wohltätern generell ein gutes Gefühl und soziale Kontakte. Manch einer lernt im Umgang mit Hilfsbedürftigen „das Gelingen zu fühlen“ und „das Leben zu lieben“. Wie wichtig zwischenmenschliche Beziehungen für ein erfülltes und gesundes Leben sein können, schlussfolgert die Grant and Glueck Studie der Harvard University. Die Langzeituntersuchung begleitete mehr als 700 Menschen über 75 Jahre und erforschte, wie Psyche und Gesundheit miteinander verbunden sind und welche Faktoren zu einem als glücklich empfundenen Leben beitragen. Zwischenmenschlichen Beziehungen wurden von nahezu jedem Teilnehmer am Ende der Studie der größte Wert beigemessen. Wir lernen: Helfen ist längst nicht selbstlos – und muss es auch nicht sein. Hilfsbereitschaft ist auch für den Helfenden ein Rezept für mehr Gesundheit und Glück. Sich selbst und anderen Gutes zu tun ist also gar kein Widerspruch – wenn es beiderseits gewollt ist, nicht der Selbstdarstellung unterworfen wird und die Augenhöhe stets gewahrt bleibt, denn: Helfen heißt befähigen. So verstanden besteht die wahre Kunst des Helfens darin, die Hilfe so zu gestalten, dass sie überflüssig wird ...!


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HÄTTEN SIE´S GEWUSST?

Hätten Sie gewusst, …

… dass als Folge der Hochwasserkatastrophe im Jahr 2021 in Rheinland-Pfalz und Nordrheinwestfalen durch die Aktion Deutschland Hilft ca. 282,2 Mio. € Spenden gesammelt wurden? Dabei wurden rund 126,5 Mio. € für vielfältige Hilfsprojekte umgesetzt und 35 Mio. € als finanzielle Soforthilfe gesammelt.

Hätten Sie gewusst, …

… dass die privaten Geldspenden in Deutschland im Jahr 2020 gemäß des Teilergebnisses der GfK CharityScope Studie, unter dem Gesichtspunkt der „Bilanz des Helfens“, einen Gesamtumfang von rund 5,4 Milliarden Euro erreicht hat? Die Spenderquote in

Deutschland lag damit im selben Jahr bei knapp 29 Prozent. Der größte Anteil am privaten Geldspendevolumen resultiert aus Spenden für humanitäre Hilfe.

Hätten Sie gewusst, …

… dass sowohl die Spendenquote als auch die Spendenhöhe in Westdeutschland höher ist als in Ostdeutschland? Die Spendenstatistik des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen liefert Kennzahlen aus dem Jahr 2021: In Ostdeutschland gibt es eine Spendenquote von 37 Prozent, in Westdeutschland beträgt sie 49 Prozent. Wird die jeweilige Spendenhöhe verglichen, stehen 163 Euro aus Ostdeutschland 323 Euro aus Westdeutschland gegenüber.

Wenn jeder dem anderen helfen wollte, wäre allen geholfen.

Marie von Ebner-Eschenbach

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Hätten Sie gewusst, …

… dass die Spendenbereitschaft weltweit in Indonesien am größten ist? Dem World Giving Index 2021 zufolge haben 83 Prozent der dortigen Bevölkerung schon einmal für gemeinnützige Zwecke gespendet. Es folgen Myanmar mit 71 Prozent und Australien mit einer Spendenbereitschaft von 61 Prozent. Deutschland liegt in diesem Ranking mit einer Spendenquote von 34 Prozent auf dem 42. von 114 Plätzen.

Hätten Sie gewusst, …

… dass sich 2019 39 Prozent der deutschen Bevölkerung ab 14 Jahren ehrenamtlich engagiert? Das entspricht 28,8 Millionen Menschen. Dieses Ergebniss liefert das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, welches das freiwillige Engagement in Deutschland untersucht hat. Das Ergebniss zeigt, dass seit 1999 sowohl der Anteil freiwillig engagierter Menschen als auch die absolute Anzahl der freiwillig Engagierten gestiegen ist. Im Vergleich, 20 Jahre zuvor, engagierten sich 1999 30,9 Prozent der Personen ab 14 Jahren freiwillig.


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Der LICHTBLICK e. V. Verein für Gesundheit und Soziales hat die Initiative #Nußlochhilft zugunsten ukrainischer Flüchtlinge initiiert. Folgende Aktionen werden in diesem Rahmen angeboten: • Paten gesucht • Café BlauGelb • Deutschkurse Weitere Infos: lichtblick-nussloch.com

Hätten Sie gewusst, …

… dass die SOS-Kinderdörfer sofort nach Kriegsbeginn in der Ukraine eine Vielzahl von umfangreichen Hilfsmaßnahmen eröffnet haben? Diese beschäftigen sich unter anderem mit dem Transport in sichere Gebiete, der Unterbringung in angemietete Unterkünfte oder in SOSKinderdorfeinrichtungen in benachbarten Ländern, der Beschaffung von Lebensmitteln, Hygieneartikeln und Decken sowie medizinischen Hilfsmitteln und mit der psychologischen Unterstützung nach Stress und Schock.

Hätten Sie gewusst, …

… dass rund 678.000 Menschen in Deutschland wohnungslos sind. Diese Zahl beruht auf Schätzungen des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales im Jahr 2018. Eine Erhebung über die genaue Anzahl an Wohnungs- und Obdachlosen in Deutschland gibt es nicht. Eine Studie der FH Dortmund, in der betroffene Wohnungs- und Obdachlose interviewt wurden, liefert neue Ansätze für die Präventionsarbeit. Wenn die Hilfssysteme der sozialen Arbeit vermehrt die einzelnen spezifischen Fälle in den Fokus rückt, könnte betroffenen Menschen geholfen werden.

Hätten Sie gewusst, …

… dass die gemeinnützige Initiative SeaWatch e. V. seit ihrer Gründung im Jahr 2014 weit über 40.000 Menschen auf

ihrer Flucht über das Mittelmeer gerettet hat. Bei ihren Rettungseinsätzen kommen vier Schiffe und zwei Flugzeuge zum Einsatz. Sea-Watch hat sich der Seenotrettung verschrieben und verfolgt das Ziel, so viele flüchtende Menschen wie möglich vor dem Tod zu bewahren.

Hätten Sie gewusst, …

… dass es mittlerweile viele Apps und Webseiten gibt, die im Ernstfall dabei helfen können, Leben zu retten? Ein Beispiel dafür ist die von der Deutschen Herzstiftung entwickelte App HerzFit. Bei einem Herznotfall kann sie Helferinnen und Helfer unterstützen und anleiten, schnell das Richtige zu tun. Außerdem kann über die App ein Notruf abgesetzt werden. Einfach und verständlich wird vermittelt, was zu tun ist, bis der Rettungsdienst eintrifft.

Hätten Sie gewusst, …

… dass eine Buchhandlung in England durch einen einzigen Tweet gerettet werden konnte? Nachdem die Buchhandlung wiederholt keine Bestellungen erhielt und keinen Tagesumsatz erwirtschaften konnte, entschloss sich das Unternehmen, seinen Standpunkt und seine Lage auf Twitter zu teilen und um Hilfe zu bitten. Die Resonanz darauf war immens. Der Aufmerksamkeit in den sozialen Medien folgten so viele Bestellungen, dass das Überleben der Buchhandlung gesichert war.

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BUCH TIPP

Prof. Dr. Rudolf Irmscher hat Physik, Mathematik und Ingenieurwissenschaften in Aachen und Köln studiert. Nach seinem Studium arbeitete er im Forschungszentrum Jülich und wechselte danach in die Energieund Wasserwirtschaft. Er hat über 25 Jahre Führungserfahrung aus seinen Tätigkeiten bei den Stadtwerken Düsseldorf, der RheinEnergie in Köln und seit über zehn Jahren als Geschäftsführer der Stadtwerke Heidelberg. Seit 2011 ist er Lehrbeauftragter der SRH Hochschule Heidelberg im Bereich Unternehmensführung und Management und machte von 2013 bis 2015 eine Ausbildung zum Management-Coach. 2017 wurde er zum Honorarprofessor ernannt.

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Gut anwendbare Anleitungen und Praxistipps für den Berufsalltag

Vieles von dem, was im beruflichen Alltag geschieht, widerspricht gängigen Lehren. Zum Beispiel wissen wir aus Büchern und Seminaren, wie wertvoll ehrliches Feedback ist oder wie sehr es im Unternehmen auf eine Kultur ankommt, in der Kritik erwünscht und Fehler offen eingeräumt werden. Tatsächlich, so schreibt Prof. Dr. Rudolf Irmscher in seinem zweiten Buch, ist eine offene Feedback-Kultur eher die Ausnahme. „Die meisten Chefs mögen nicht wirklich kritisiert werden. Dem Vorgesetzten ein ehrliches Feedback zu geben, kann für die eigene Karriere gefährlich sein.“ Ein Unternehmen, so fährt der Autor fort, ist ein lebendes, vom Menschen und seinen Emotionen geprägtes Gebilde: „Wir müssen hier in einer Welt voller Unzulänglichkeiten zurechtkommen, in der oft Ängste, Machtstreben oder Gefühle wie Neid und Missgunst das Geschehen mitbestimmen.“ Wie findet man sich als Berufsanfänger, Mitarbeiterin oder Führungskraft in dieser Welt zurecht? Was es dazu braucht, ist ein Praxiscode, der das oft irrationale, manchmal auch rätselhafte Geschehen im Unternehmensalltag entschlüsselt. Diesen Code hat der Autor mit seinen „Spielregeln für Zufriedenheit und Gesundheit im Beruf“ offengelegt. Prof. Dr. Rudolf Irmscher schafft mit seinem zweiten Buch Verständnis für die Mechanismen, die im Hintergrund wirken, und zeigt auf, mit welchen Strategien man herausfordernde Situationen erfolgreich meistert. Ein Gastkapitel der Heilpraktikerin Sonja Ludwig ergänzt dieses Wissen durch konkrete Anleitungen für mehr Entspannung und Gelassenheit im Alltag.

Überleben im beruflichen Alltag

Der Führungsstil eines Vorgesetzten kann eine Mitarbeiterin oder einen Mitarbeiter motivieren und zu Höchstleistungen anspornen, aber auch belasten und krank machen. Irmscher führt vor Augen, wie irrationales Verhalten von Chefs, Mitarbeitern und Kollegen die Leistungsfähigkeit ganzer Abteilungen beeinträchtigt, aber auch die davon betroffenen Menschen unter Druck setzt – bis hin zu psychischen Erkrankungen. Vor diesem Hintergrund sind es oft ganz alltägliche Fragen, die Zufriedenheit und Gesundheit im Beruf bestimmen: Wie gehen wir mit den Unzulänglichkeiten der Führungskräfte, Mitarbeiter, aber auch der Kollegen um? Wie reagieren wir als Mitarbeiter, wenn der Vorgesetzte uns zu Unrecht kritisiert? Wie reagieren wir als Führungskraft, wenn ein Mitarbeiter uns hintergeht? Wie reagieren wir, wenn ein Kollege sich auf unsere Kosten profiliert? Wie gehen wir mit solchen Realitäten um, ohne die eigene Gesundheit oder die Gesundheit von Mitarbeitern und Kollegen zu gefährden? Der Autor antwortet zum Einen mit praktischen Hinweisen, die unmittelbar dabei helfen, im beruflichen Alltag zurechtzu-

kommen. Dazu gehören zum Beispiel fünf Strategien, um die eigene Schlagfertigkeit zu trainieren. Vor allem aber widmet er sich dem Emotionsmanagement: wie es gelingt, in schwierigen Situationen einen kühlen Kopf zu behalten, im „Sturm der Emotionen“ Kurs zu halten, aber auch die eigene Willensstärke zu trainieren. Denn fehlt es an Willensstärke, ist die Gefahr groß, notwendige Entscheidungen zu vermeiden oder einem schädlichen Impuls nachzugeben.

Den eigenen Weg finden

Bei allen nützlichen Tipps und Strategien: Am Ende geht es darum, seinen eigenen Weg zu finden – einen Weg, der Erfüllung im Beruf und Gesundheit dauerhaft sicherstellt. Denn nicht nur die alltäglichen Probleme auf der zwischenmenschlichen Ebene können Stress bereiten und am Ende die Gesundheit beeinträchtigen: Es kommt auch darauf an, im Einklang mit den eigenen Werten und Zielen tätig zu sein, vielleicht noch verbunden mit der Grundhaltung, die Welt ein bisschen besser zu machen. Jedes Unternehmen hat eine eigene Kultur, in der man sich zurechtfinden muss, gibt Irmscher zu bedenken. Im einen Fall treffen wir auf eine streng hierarchische Organisation, die wenig Spielraum für eigene Ideen bietet, im anderen Fall auf ein Unternehmen, das sehr viel mehr auf Eigenverantwortung und Eigeninitiative setzt. Entscheidend für Zufriedenheit und Gesundheit sei es, sich selbst Klarheit zu verschaffen, inwieweit die Kultur des Unternehmens noch zum eigenen Wertesystem passt: „Wie weit bin ich in der Lage, mich an die Werte und Spielregeln des Unternehmens anzupassen? Wo liegt die Grenze?“ Der Autor rät zu einer regelmäßigen persönlichen Standortbestimmung, um festzustellen, ob die Grundrichtung der beruflichen Entwicklung noch stimmt. Im Extremfall kann das zu der Entscheidung führen, das Umfeld und damit auch das Unternehmen zu verlassen. Doch Vorsicht, auch das ein wertvoller Tipp: Kündigen sollte man erst dann, wenn eine Alternative gefunden und fest vereinbart ist.

Fazit

Das Buch bietet zum Einen zahlreiche Hinweise, um in konkreten Situationen des beruflichen Alltags schlagfertig zu reagieren und im Hier und Jetzt zu überleben. Darüber hinaus regt es dazu an, an sich selbst zu arbeiten und eine langfristige Strategie zu entwickeln, damit man souverän und gelassen durch die unvollkommene Welt seines Unternehmens navigiert. Ein theoretischer, fundierter Ratgeber mit vielen Beispielen und Anregungen aus der Praxis – ein echter Lesespaß ... Das 125-seitige Buch Spielregeln Zufriedenheit und Gesundheit Im Beruf – Praxiscode für den Unternehmensalltag ist als kostenfreier Download erhältlich unter: www.sowillicharbeiten.de/buch/

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STUDIUM

Mit Bewegungsförderung Zivilisationskrankheiten aktiv entgegenwirken

Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG)

B

üroalltag, langes Sitzen, mangelnde Bewegung – bereits seit Längerem wird der Lebensstil der deutschen Bevölkerung zunehmend ungesünder. Dieses Phänomen ist durch zahlreiche Faktoren wie Arbeit und Zeitmangel bedingt. Konsequenzen bleiben dabei nicht aus: Die Anzahl der Menschen, die an sogenannten Zivilisationskrankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes mellitus Typ 2 erkranken, steigt an. Um dem entgegenzuwirken, gilt es, Prävention zu betreiben. Gelingen kann das bspw. mit aktiv geförderter Bewegung durch hochqualifizierte Mitarbeitende in der Fitness- und Gesundheitsbranche. Bewegung essenziell für Gesundheit Der Mangel an körperlicher Aktivität hinterlässt in unserer Bevölkerung erkennbare Spuren. Viele Besuche bei ärztlichem Fachpersonal sind auf Zivilisationskrankheiten zurückzuführen. Diese Erkrankungen resultieren nicht ausschließlich aus einem zunehmend ungesunden Lebensstil, sondern auch

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aus den aktuell vorherrschenden Lebens- und Arbeitsbedingungen, die häufig mit sitzend-passiver Tätigkeit verbunden sind.

Zahlreiche Studien haben belegt, dass regelmäßige Bewegung sowohl therapeutische als auch präventive, gesundheitspositive Effekte hat. Das bedeutet,

Fotos: DHfPG/BSA


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Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement

dass bereits ein Mindestmaß an körperlicher Aktivität nicht nur vor der Entstehung verschiedener Krankheiten schützt, sondern auch bestehende Erkrankungen und weitere gesundheitliche Beschwerden abgemildert und verbessert werden. Fitness- und Gesundheitstraining als Problemlöser Die immense Bedeutsamkeit von Bewegung für einen gesunden Lebensstil erfordert mehr denn je eine Professionalisierung im Tätigkeitsfeld der Bewegungsförderung. Das bedeutet konkret: Die an Bedeutung gewinnende Branche benötigt hervorragend ausgebildete Fachkräfte mit speziellen Qualifikationen und spezifischen Schwerpunkten, um Kundschaft und/oder Patient:innen gezielt und fundiert anleiten und beraten zu können. Das gilt sowohl für Fitnessund Gesundheitsunternehmen und -einrichtungen als auch für den Non-ProfitBereich, z. B. in Vereinen und Verbänden.

Wegen der Vielseitigkeit der Branche eröffnen sich auf einem breitgefächerten Themengebiet zahlreiche Einsatzmöglichkeiten für Personen, die sich in einem gesellschafts- und gesundheitsrelevanten Beruf engagieren möchten: Sie tragen aktiv unterstützend zu einer gesünderen und fitteren Bevölkerung und einer Entlastung des Gesundheitssystems bei. In den Bereichen Prävention, Fitness, Sport und Gesundheit haben Interessierte die Möglichkeit, sich durch akademische Abschlüsse, bspw. im Rahmen eines praxisorientierten dualen Hochschulstudiums zu qualifizieren.

University of Applied Sciences

Studieren mit

GEHALT

Mitglieder von Fitness-, Sport- und Gesundheitsanlagen profitieren somit in hohem Maße von hochqualifiziertem Personal, denn durch fachliche Expertise sind individuelle und optimale Beratung sowie Betreuung gewährleistet.

Dual studieren in den Bereichen Prävention, Fitness, Sport und Gesundheit – mit dem Studienangebot der DHfPG Für Personen, die in der Fitness- und Gesundheitsbranche durchstarten und aktiv zur Gesunderhaltung der Bevölkerung beitragen wollen, bietet die Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) derzeit sechs duale Bachelor-Studiengänge in den Bereichen Sport-/Gesundheitsinformatik, Fitnessökonomie, Sportökonomie, Gesundheitsmanagement, Fitnesstraining sowie Ernährungsberatung an. Neu an der DHfPG ist ab dem Sommersemester 2023 der Bachelor of Arts Sport- und Bewegungstherapie. Ein duales Studium ist für Studierende in mehrfacher Hinsicht von Vorteil: Sie profitieren von einem vergüteten Arbeitsverhältnis während ihrer Studienzeit; darüber hinaus können sie Erlerntes direkt in der Praxis anwenden. Zudem ist maximale Flexibilität geboten, denn das Fernstudium ist mit kompakten Lehrveranstaltungen verbunden, die an einem der Studienzentren oder digital absolviert werden können. Im Anschluss an das Bachelor-Studium besteht die Möglichkeit, sich in den Bereichen Prävention und Gesundheitsmanagement, Sportökonomie, Fitnessökonomie oder Sport-/Gesundheitsmanagement mit einem Master-Abschluss weiter zu qualifizieren.

Duale BachelorStudiengänge ■

Sport- und Bewegungstherapie

Sport-/Gesundheitsinformatik

Fitnessökonomie

Sportökonomie

Gesundheitsmanagement

Fitnesstraining

Ernährungsberatung

Für weitere Informationen und bei Fragen besuchen Sie www.dhfpg.de oder kontaktieren Sie das Service-Center der DHfPG unter Tel.: +49 681 6855 599. studieren-mit-gehalt.de

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NEU


FINANZ TIPP

Regelmäßiges Wertpapiersparen: Die Alternative bei niedrigen Zinsen und hoher Inflation

S

eit langen Jahren machen Niedrigzinsen den Sparerinnen und Sparern zu schaffen. Zwar zeichnet sich - auch durch den jüngsten positiven Zinsschritt der EZB - eine leichte Besserung ab. Doch die Gefahr der inzwischen dramatisch angestiegenen Inflationsrate ist damit noch nicht gebannt. Und so bleiben die Sparerinnen und Sparer für eine nicht absehbare Zeit immer noch dort, wo sie waren: in der Realzinsfalle. Denn die hohe Inflationsrate überkompensiert die niedrigen Zinsen und das Sparvermögen wird bezogen auf seine Kaufkraft immer weniger wert. Wie immer in Zeiten der Inflation kommt den Sachwerten eine besondere Bedeutung zu. So bieten gerade auch Aktien bessere Möglichkeiten, Erträge zu erzielen und damit die Chance, der Inflation ein Schnippchen zu schlagen. Dabei gilt erneut eine alte Weisheit: Je diversifizierter eine Anlagestrategie aufgebaut ist, je breit gestreuter sich also für die Kundinnen und Kunden ihr jeweiliges Portfolio darstellt, desto gelassener können sie bei Inflationsturbulenzen bleiben.

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Unser Tipp: regelmäßiges Wertpapiersparen. Der Wunsch nach wiederkehrenden Sparleistungen und höheren Ertragschancen lässt sich sehr gut in einem Fondssparplan vereinen. Dabei kann die Sparrate frei gewählt, jederzeit geändert oder bei Bedarf sogar ausgesetzt werden. Durch die Regelmäßigkeit und die feste Rate gilt: Sind die Kurse einmal hoch, werden weniger Anteile gekauft, sind sie niedrig, umso mehr davon. Über den richtigen Zeitpunkt der Anlage muss man sich daher keine Gedanken machen. Hinzu kommt der Effekt, dass die automatisch wiederangelegten Erträge ihrerseits weitere Erträge erwirtschaften. Zudem erweist sich das Wertpapiersparen auf lange Sicht immer wieder als krisenresistent. So stabilisiert sich die Börsenentwicklung nach wirtschaftlichen, politischen oder gesellschaftlichen Spannungen zumeist in

eine positive Richtung. Und durch das ständige Ansparen und einer breit gestreuten Anlage im Fonds kann auch ein eventueller Börsencrash abgemildert werden. Denn nach diesem können Anteile günstiger erworben werden, eventuell sogar über bewusste zusätzliche Einmalzahlungen. Wichtig ist, langfristig dabei zu bleiben.

Und wer langfristig denkt, der sollte zudem die sich verschärfende Klimakrise im Blick haben. Unser zweiter Tipp deshalb: regelmäßiges Wertpapiersparen über unseren hauseigenen Fonds „Heidelberg Nachhaltigkeit Globale Aktien“.

Schauen Sie bei uns vorbei. Wir erläutern Ihnen im Detail, welche finanziellen Vorteile sich für Sie ergeben und warum es sinnvoll ist, in unseren Nachhaltigkeitsfonds zu investieren.

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KINDER FÖRDERUNG

Move On – Talent Kids werden fit für die Zukunft Lese- und Bewegungstag am 14.07.2022 im Racket Center Nußloch von Sabrina Krennrich-Böhm und Nadja Neubig, WSB

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wicklung enorm. Um dies erlebbar zu machen, wechselten die Kinder zwischen Bewegungsstationen und Lesesälen.

130 Schüler machten sich früh morgens mit ihren Klassenlehrerinnen auf den Weg nach Nußloch. Dort wurden sie schon freudig erwartet. Ausgestattet mit einem peppigen Turnbeutel, der mit allerlei gesunden Leckereien und nützlichen Schulutensilien bestückt war, machten sich die Kinder auf zur großen Wiese. Dort wurde erst einmal gefrühstückt – wichtige Grundlage für das folgende Programm. Nach der Begrüßung durch Dr. Matthias Zimmermann, Geschäftsführer des Racket Centers, hatten Sabrina Krennrich-Böhm, Partnerin und Steuerberaterin der Kanzlei WSB und Dr. Martin Andreas Duncker, Partner und Rechtsanwalt bei schlatter.law das Wort. Besonders gefreut hat uns die Anwesenheit von Theresia Bauer, Wissenschaftsministerin des Landes BadenWürttemberg und Schirmherrin dieser Veranstaltung. Und dann ging es auch schon los – mit einer gemeinsamen Viet Thai Chi Übung.

Aus der Puste kamen die Kids beim coolen Hip-Hop Tanz mit Coby Li sowie verschiedenen Bewegungsparcours. Konzentriertes Zuhören mit Mitmachquiz und anderen Spielen war dann bei den Lesungen gefragt. Dafür in Aktion: fünf namhafte Kinderbuchautoren, die aus ihren Bestsellern vorlasen und die Kinder auf abenteuerliche, nachdenkliche aber auch lustige Reisen mitnahmen. Mit dabei waren: Silke Schellhammer mit ihrer Kinderbuchreihe „School of Talents“, Rebecca Elbs mit den Bestsellern von „Leo & Lucy“, Dr. Andrea Liebers (vertreten durch Susanne Krauthauser) mit „Die Magische Prüfung“, „Finn macht es anders“ und „Das Schulschwein“, Juliane Sophie Kayser mit ihrem Werk „Das Sandwichkind“ und Martin Ebbertz mit seinen unterhaltsamen Büchern „Ein Esel ist ein Zebra ohne Streifen“, „Das Krokodil, das kommt aus Kiel“ und „Wie die Affen den Fußball erfanden“. In den Pausen und am Ende konnten die Kinder die Autoren auch persönlich kennenlernen und sich ein Autogramm holen. Gefragt war auch der Stand der Nußlocher Buchhandlung Jutta Kempf, an dem sich die Kinder vor Ort ein Buch kaufen und dann direkt von ihrer Lieblingsautorin oder ihrem Lieblingsautor signieren lassen konnten.

Das Motto der Veranstaltung „Move On – Talent Kids“ verdeutlicht schon, dass dieser außergewöhnliche Tag die Kinder zu mehr körperlicher und geistiger Aktivität bewegen soll. Denn gerade die Kombination aus Sport und Konzentration steigert die Lernfähigkeit und die Persönlichkeitsent-

Die positive Energie der Veranstaltung strahlt bis heute aus und fand Ausdruck im Medienecho der Rhein-Neckar-Zeitung und im Rhein Neckar-Fernsehen (RNF). Alle Teilnehmer und Beteiligten waren sich einig, dass diese Veranstaltung eine Fortsetzung finden muss.

ie motiviere ich die Kinder der Generation Z, auch als Smartphone-Generation bekannt, für wichtige Themen wie Sport und Lesen? Das durften Kinder der 4. Klassen der Grundschulen aus Nußloch, Leimen und Umgebung am Donnerstag, 14.07.2022 auf dem Lese- und Bewegungstag im Racket Center Nußloch erleben. Und wer in die strahlenden Augen der Kinder gesehen hat, weiß – das macht Spaß!

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Fotos: Fine-Art-Pictures Daniel Mackert

Beitrag im Rhein-Neckar Fernsehen: www.rnf.de/mediathek/video/lese-undbewegungstag-im-racket-center-nussloch/

Infos & Impressionen zu dieser und kommenden Veranstaltungen finden Sie unter: www.wsb-berater.com/wsb-neuheiten/ veranstaltungen/lese-bewegungstag/

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Zitate

„Ich finde die Veranstaltung eine großartige Initiative. Es setzt in der Praxis wunderbar das ganzheitliche Denken um: Hirn, Begeisterung für das Lesen – verstärkt durch den direkten Kontakt zu den Autoren – in Kombination mit Bewegung. Und das mit der Botschaft: Nur wenn Hirn, Herz und Gesundheit zusammenkommen, kommt man voran.“ Theresia Bauer, Wissenschaftsministerin des Landes BadenWürttemberg und Schirmherrin des Lese- und Bewegungstages. „Kinder sind unser größtes Glück und liegen uns besonders am Herzen. So entstand die Idee zum ‚Lese- und Bewegungstag‘. Die leuchtenden Kinderaugen sprechen Bände. Alle 130 Kinder waren mit Feuereifer bei der Sache und hingen den Autoren an den Lippen.“ Sabrina Krennrich-Böhm, Partnerin und Steuerberaterin bei WSB sowie Initiatorin der Veranstaltung. „Wer unterbrechungsfrei schreiben, lesen und zuhören kann, wer zwischen Action-Phase und Konzentration unterscheiden und umschalten kann, der wird auch zukünftig die Nase vorn haben. Daher wollten wir das direkte Wechselspiel von Sport und Konzentration ganz konkret erlebbar machen. Dieses Konzept ist beim ‚Lese- und Bewegungstag‘ voll aufgegangen.“ Dr. Martin Duncker, Rechtsanwalt und Partner von schlatter. law. „Mit dem Veranstaltungsformat schaffen wir eine wichtige Grundlage für alle Lebensbereiche der Kinder – heute und in Zukunft. Gerade jungen Menschen den Zugang zu Bildung und der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen – dafür machen wir uns stark. Lesen schafft Wissen – die Kinder zum Lesen zu motivieren und damit die Lesekompetenz zu fördern, das ist unser Ziel.“ Nadja Neubig, Unternehmenskommunikation und HR bei der Kanzlei WSB und Organisatorin der Veranstaltung. „Der ‚Lese- und Bewegungstag‘ war ein voller Erfolg, so ist mein Eindruck, die Kinder haben sich von Sport und Literatur begeistern lassen. Vielen Dank für die Einladung und die gute Rundum-Betreuung! Ich hoffe, dass die Veranstaltung eine Fortsetzung findet und ich wieder dabei sein darf.“ Martin Ebbertz, Autor

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„Was ein wunderbarer Event das war!!! 1.000 Dank für die Einladung! Alles war großartig organisiert.“ Rebecca Elbs, Autorin „Haben Sie nochmals ganz herzlichen Dank für alles. Es war eine rundum gelungene und von Ihnen hervorragend durchdachte und organisierte Veranstaltung.“ Juliane Sophie Kayser, Autorin „Ganz, ganz lieben Dank, dass ich an Ihrem wirklich phänomenalen Projekt teilnehmen durfte. Es hat mich nachhaltig beeindruckt mit wieviel Elan und Herzblut Sie und Ihre Mitarbeiter diesen Tag auf die Beine gestellt haben. Große Verneigung! Für weitere Projekte dieser Art stehe ich jederzeit sehr gerne zur Verfügung.“ Silke Schellhammer, Autorin „Vielen herzlichen Dank für die gelungene, anregende und inspirierende Veranstaltung. Ich möchte Sie dazu ermuntern, Vergleichbares im kommenden Jahr wieder auf die Beine zu stellen. Meine SchülerInnen und ich waren begeistert! Alles war bestens organisiert, tolle Autoren machten Lust auf Lesen und die Bewegungsangebote waren vielseitig und motivierend. Ich freue mich so sehr, dass meine SchülerInnen einen so besonderen Tag erleben durften. Sehr gerne wären wir im nächsten Jahr wieder dabei! Bitte denken Sie an meine Klasse und mich, wenn Sie wieder eine vergleichbare Veranstaltung organisieren.“ Katrin Kroening-Lüdde, Klassenlehrerin Geschwister-SchollSchule Leimen / St. Ilgen, Klasse GSb „Wir bedanken uns herzlich für diese tolle, super organisierte Aktion. Sehr gerne wären wir beim nächsten Mal wieder dabei. Das wäre in unserem Fall, sofern Sie den ‚Lese- und Bewegungstag‘ nicht auch auf Drittklässler ausweiten, in zwei Jahren.“ Anke Wollenberg und Kirsten Wilfing-Ziegler, Klassenlehrerinnen Lindenschule Nußloch, Klasse 4a + 4b „Wir alle – die Lehrer und Schüler – haben diesen Tag wirklich sehr genossen. Er war so vielseitig. Natürlich freuen wir uns auf eine Wiederholung - vielleicht dann auch für die 3. Klassen.“ Anette Meudt und Simone Teufel, Klassenlehrerinnen Schillerschule Nußloch, Klasse 4a + 4b


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KOMMENTAR Selbstfürsorge

von Dipl.-Psych. Peter Fauser

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er Kurs „Stressbewältigung durch Achtsamkeit“ wird zweimal im Jahr im Racket Center Nußloch angeboten. Jeder der acht Termine eines Kurses ist einem speziellen Thema gewidmet, – im sechsten Termin geht es um „Selbstfürsorge“. Gemeint ist die Fähigkeit, gerade in stressigen Zeiten den Kontakt zu sich selbst nicht zu verlieren, in dem man die eigenen Belastungsgrenzen und Bedürfnisse wahrnimmt, anerkennt und entsprechend handelt, - und somit eben fürsorglich mit sich selbst umgeht.

lichen Weiterentwicklung (z. B. in den Feldern Status, Kompetenzen, Fitness) brauchen dabei freilich nicht ausgeblendet zu werden. Insofern stehen Selbstakzeptanz (bezogen auf den Status quo) und Optimierungsinteresse hier in einem dynamischen Wechselverhältnis.

In einem Kurs habe ich beim Thema Selbstwohlwollen dann auch von diesem Großmutter-Geist berichtet. Daraufhin meinte eine Kursteilnehmerin: Jetzt verstehe ich, was mein Vater damit meinte, wenn er von seiner Kriegsgefangenschaft erzählt hat und meinte: „Wenn ich die Liebe meiner Großmutter nicht gehabt hätte, wäre ich nie aus der Gefangenschaft zurückgekommen – ich hätte die Gefangenschaft nicht überlebt.“

Der Begriff Selbstfürsorge meint also zweierlei – zum Einen eine spezifische innere Haltung (oder Einstellung) sich selbst gegenüber, zum anderen das konkrete Tun, welches auf dieser Haltung gründet. Diese Haltung setzt sich wiederum aus drei Aspekten zusammen: Selbstaufmerksamkeit, Selbstakzeptanz und Selbstwohlwollen. Selbstaufmerksamkeit ist im Umgang mit Stress die bewusste Wahrnehmung eigener Bedürfnisse, Befindlichkeiten und Belastungsgrenzen. Und das funktioniert nicht immer: die gewohnheitsmäßige Ausblendung (Missachtung) eigener Grenzen und Befindlichkeiten gehört nicht selten zum Bild einer chronischen Erschöpfungssymptomatik („Burnout“). Frei nach dem Motto: Augen zu und durch! Das Training von Selbstaufmerksamkeit ist deshalb im Kurs ein wichtiges Thema. Geübt wird die Wahrnehmung des eigenen Körpers und seiner Signale, das Bemerken von willkürlichen und unwillkürlichen gedanklichen Vorgängen mit den damit oft einhergehenden Gefühls- und Stimmungslagen. Selbstakzeptanz ist die Fähigkeit sich selbst annehmen zu können – mit all seinen Stärken, den Schwächen und Begrenzungen. Die eigenen Ambitionen und Interessen im Bereich der persön-

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unseres Heranwachens) von anderen, uns nahestehenden Menschen erfahren und sie quasi als „Beziehungs-Blaupause“ uns selbst gegenüber abgespeichert. Da es sich hierbei oft um unsere Großmütter oder Großväter gehandelt hat (die haben es mit dieser Form der Zuwendung oft leichter als die Eltern) sprechen die Japaner in diesem Zusammenhang auch vom Großmutter-Geist, den es sich selbst gegenüber zu kultivieren gilt.

Selbstwohlwollen meint den freundlich liebevollen Umgang mit uns selbst. Uns selbst gegenüber Wohlwollen und Freundlichkeit zu empfinden gelingt uns üblicher Weise dann am leichtesten, wenn wir unseren Erwartungen und Ansprüchen an uns selbst entsprechen. Man kann sich leicht selbst anerkennend auf die Schulter klopfen, wenn man das hinkriegt, was man sich vorgenommen hat. Falls dies nicht der Fall ist, bleibt diese Freundlichkeit erfahrungsgemäß sehr schnell auf der Strecke! Dabei gibt es eine Form von Selbstwohlwollen, die darüber hinausgeht, – die nicht an die Kategorien Erfolg/Misserfolg, Erwartungen erfüllt/nicht erfüllt gebunden ist. Also ein Wohlwollen uns selbst gegenüber, das an keinerlei Bedingungen geknüpft ist. Wir alle haben hoffentlich diese Art der Zuwendung im Verlauf unseres Lebens (insbesondere in der Zeit

Diese Geschichte hat im Übrigen auch einen Bezug zum Thema Resilienz. Resiliente Menschen zeichnen sich ja durch die Fähigkeit aus nach belastenden Ereignissen und Stress möglichst rasch wieder zu psychischer Stabilität und psychischem Wohlbefinden zurück zu finden. Und die Resilienzforschung zeigt in der Tat, dass neben anderen Faktoren, Selbstwohlwollen hierzu einen wichtigen Beitrag leistet.

Der nächste Kurs Stressbewältigung durch Achtsamkeit startet am 2.11.2022. Termine, Infos und Anmeldemöglichkeiten finden Sie unter: zap-nussloch.de/kurse.html Der Impulsvortrag vorab findet im Rahmen des ZAP Gesundheitstags am 9.10.2022 im Racket Center Nußloch statt.


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FIRMEN PORTRAIT

Nicole Rudolf

Mit kühlem Kopf und klarem Blick Vermögensverwaltung made in Kraichgau

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it ihrer hauseigenen Vermögensverwaltung hat sich die Volksbank Kraichgau ein Alleinstellungsmerkmal erarbeitet, das immer mehr Anlegerinnen und Anleger zu schätzen wissen. Ihre Nachwuchskräfte rekrutieren die Investmentspezialisten aus den eigenen Reihen. Keine Frage: Wir leben in bewegten Zeiten. Angesichts von Pandemie, Krieg und Inflation wird Geldanlage zur Herausforderung. „Wie lege ich Erspartes am besten an?“, lautet die Frage der Stunde – eine Frage, die Holger Feldmann, Nicole Rudolf und Jonah Faulhaber gleich hundertfach beschäftigt: Bei der Volksbank Kraichgau verwalten die drei Portfoliomanager zusammen mit dem Leiter des Portfoliomanagements, Alexander Prochnow-Ast, die Gelder von über 530 Kundinnen und Kunden. Die Summe der von ihnen gemanagten Vermögen ist innerhalb von neun Jahren von null auf heute über 500 Millionen Euro angestiegen. Damit ist auch jede Menge Verantwortung verbunden – macht das nicht auch Profis manchmal nervös? „Nicht wirklich“, sagt Nicole Rudolf. Natürlich gebe es einen gewissen Erwartungsdruck.

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„Gerade in Phasen wie momentan erhalten wir vermehrt Nachfragen von Kunden“, erzählt sie. „Aber dank unseres Steuerungsansatzes können wir einen kühlen Kopf bewahren und immer gut begründen, warum wir handeln – oder vielleicht auch mal abwarten. So bleiben auch in schwierigen Marktphasen keine Fragen offen.“

Bestnoten für Anlagestrategien

Die Nerven bewahren, besonnen handeln, langfristig denken – wie gut den Asset-Managern aus Wiesloch dies offenbar gelingt, belegen die Bestnoten, die das Vierer-Team regelmäßig für seine Arbeit erhält: Auch für 2021 hat das unabhängige Controlling- und Rankinginstitut firstfive Bestnoten vergeben. Die Jury zählt die Vermögensverwaltung der Volksbank Kraichgau in verschiedenen Kategorien zu den Top-5-Vermögensverwaltungen in Deutschland. So wurden alle drei Anlagestrategien im 24- und 36-Monatszeitraum ausgezeichnet und zwei der Anlagestrategien im 60-Monatszeitraum. „Das ist ein toller Beweis dafür, dass wir keine Eintagsfliege sind, sondern schon über eine lange Zeit einen guten Job machen“, so Nicole Rudolf.

Holger Feldmann

Die Erfahrungen aus der Finanzmarktkrise von 2008 hatten seinerzeit bei der Volksbank Kraichgau den Anstoß gegeben, eine hauseigene Vermögensverwaltung ins Leben zu rufen. „In Kundengesprächen war vermehrt der Wunsch nach einer aktiven Verwaltung des liquiden Vermögens aufgekommen“, erzählt Portfoliomanager Holger Feldmann. Die Bank reagierte


und gründete eine Vermögensverwaltung auf Basis ihrer eigenen Anlagephilosophie. Zusammen mit Abteilungsleiter Alexander Prochnow-Ast begleitete Holger Feldmann die Entwicklung des neuen Angebots ab dem ersten Kunden. „Das Einstiegsvolumen lag damals mit 500.000 Euro noch deutlich höher“, erinnert sich der Anlageexperte. Zusätzliche Dynamik entstand, als 2016 die Einstiegsschwelle auf 250.000 Euro Anlagevermögen gesenkt wurde und sich damit der Kreis potenzieller Anlegerinnen und Anleger vergrößerte. Mit einem neuen Service antworten die Portfoliomanager aus dem Kraichgau seit 2020 auf den verstärkten Wunsch auch von Kleinanlegerinnen und -anlegern, ihr Geld aktiv verwalten zu lassen: Die digitale Fondsvermögensverwaltung „Kraichgau Weitblick“ erlaubt einen Einstieg schon ab 1000 Euro Einmalanlage oder 50 Euro monatlicher Spareinlage.

Transparenter Investmentprozess und professionelles Risikomanagement

Mit der Zahl der Mandate ist auch das Team der Vermögensverwaltung kontinuierlich gewachsen. Seit 2014 ist Nicole Rudolf mit an Bord. Schon während ihres dualen Studiums bei der Volksbank Kraichgau war ihr klar, dass ihr Interesse den Wertpapieren gilt. „Am Kapitalmarkt gibt es ständig neue Themen und Situationen, das ist genauso spannend wie die Beschäftigung mit den Wertpapieren an sich“, beschreibt sie den Reiz ihrer Tätigkeit. Als kurz nach Abschluss ihres Studiums eine Stelle im Portfoliomanagement der Bank ausgeschrieben war, bewarb sie sich und verstärkt seitdem das Team um Alexander ProchnowAst. Langweilig, sagt Nicole Rudolf, sei ihr im Job noch nie gewesen. Das Managen der Kundenportfolien empfindet sie als spannende Aufgabe und selbst fallenden Kursen kann sie noch etwas Positives abgewinnen: „Das ist eine Herausforderung, weil wir dann unser Können unter Beweis stellen können.“

Eine Besonderheit im Portfoliomanagement der Volksbank Kraichgau ist die Zusammenarbeit mit einem externen Allokationspartner, also mit einem Unternehmen, das beständig den Kapitalmarkt analysiert und seinen Partnern entsprechende Handlungsempfehlungen gibt. „So können wir am Markt aufziehende ‚Gewitterwolken‘ früh erkennen und rechtzeitig reagieren“, beschreibt Nicole Rudolf den Vorteil der Zusammenarbeit. Allen Investitionsentscheidungen liege dadurch ein transparenter und stringenter Investmentprozess und ein professionelles Risikomanagement zugrunde. „Diese Kooperation ist einmalig für eine Volksbank“, betont die Portfoliomanagerin. Auf Basis der erhaltenen Informationen wählt das Team der Vermögensverwaltung dann die passenden Produkte für die einzelnen Portfolien aus und entscheidet: In welche Aktien und in welche Anleihen wird investiert? Wie viel Risiko geht man ein? Gleichzeitig gilt es zu analysieren, wie sich die Kurse der investierten Aktien, Anleihen und Fonds entwickeln.

„Auch in emotionalen Marktphasen auf die Fakten achten“

Die ständig wechselnden Themen und Einflussfaktoren auf dem Finanzmarkt zu beobachten und in Bezug auf die Mandate einzuordnen – das macht das Vermögensmanagement auch für Jonah Faulhaber so spannend. Wie Nicole Rudolf hat er die Vermögensverwaltung der Volksbank Kraichgau schon während seines dualen Studiums kennengelernt und ist 2019 nach seinem Bachelor als Junior-Portfoliomanager ins Team eingestiegen. In diesem Jahr steht für ihn die Weiterbildung zum zertifizierten Investment Analysten (CIIA) an, „mein nächster Schritt Richtung Portfoliomanager“, so Jonah Faulhaber. Auch in emotionaleren Marktphasen auf die Fakten achten und seinen Indikatoren treu zu bleiben, empfindet der 26-Jährige als eine der großen Herausforderungen in seinem Job. „Es ist ganz wichtig, dass man sich immer wieder besinnt und den klaren Blick behält, auch wenn der Markt fällt“, so Jonah Faulhaber. Seinen Job in der Vermögensverwaltung in Wiesloch möchte der JuniorPortfoliomanager gegen keinen anderen eintauschen. Und auch Nicole Rudolf zieht die sanften Hügel des Kraichgaus der Frankfurter Skyline vor. „Meine Kollegen und ich sind alle hier in der Region verwurzelt“, sagt sie. „Außerdem ist eine regionale Bank einfach persönlicher als eine Großbank. Natürlich wächst auch die Volksbank Kraichgau, trotzdem haben wir hier untereinander vielfach nicht nur ein kollegiales, sondern ein wirklich freundschaftliches Miteinander.“ Weitblick: Der Blog zur Vermögensverwaltung der Volksbank Kraichgau www.vbkraichgau-weitblick.de

Jonah Faulhaber

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Gesundheit & Fitness

KURZ NOTIERT ...

Tiefenentspannung in der Infrarotkabine

Unsere neue Infrarot-Wärmekabine ist endlich einsatzbereit! Mit Platz für vier Personen, zwei anpassbaren Deckenstrahlern und jeweils vier individuell einstellbaren Wärmestrahlern am Rücken für jede/n Nutzer/in kann diese sich auch wirklich sehen lassen. Trotz zahlreicher Widrigkeiten bei Lieferung und Aufbau, von fehlenden Ersatzteilen bis nicht angeschlossener Technik, konnten wir die neue Kabine Mitte August endlich in Betrieb nehmen. Lassen Sie sich bei angenehmer und wohltuender Temperatur verwöhnen und fördern Sie Ihre Durchblutung, reduzieren Sie Gelenkschmerzen und entspannen Sie Ihre Muskulatur. Die Kabine lädt zu tiefgründiger Entspannung ein und bietet eine schonende Wärmebehandlung, auch für Einsteiger im Sauna- und Wellnessbereich. Überzeugen Sie sich bei Ihrem nächsten Besuch selbst davon!

Freuen Sie sich auf die Mitglieder-App im ZAP

Mit der in Kürze verfügbaren App im ZAP können Sie nicht nur Ihre persönliche ZAP Mitgliedschaft einsehen, sondern auch Ihre Daten, wie E-Mail-Adresse oder Anschrift selbstständig ändern, Ihren individuellen Trainingstermin buchen oder sich ganz einfach Ihren Platz in Ihrem Lieblingskurs sichern. Natürlich ist es auch möglich, dass Sie Ihren Trainingsplan darüber abrufen. Mit der App können wir Sie außerdem besser über Neuigkeiten und aktuelle Themen informieren. Seien Sie gespannt auf diese und zahlreiche weitere Möglichkeiten, die die App zu bieten hat!

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Wo sind die knapp 40 kg geblieben?

Wieder einmal konnten unsere Figurscout-Teilnehmer/-innen beweisen, dass eine Gewichtsreduktion von 0,5 bis 1 Kilogramm pro Woche durchaus realistisch ist. Trotz mehrerer Abnehmversuche in der Vergangenheit, haben sich die Teilnehmer/-innen der neuen Herausforderung gestellt, besuchten regelmäßig (2 bis 3 Mal pro Woche) das ZAP und stellten ihre Mahlzeiten entsprechend um. Schon kleine Veränderungen des Lebensstils, der Lebensmittelauswahl und der Mahlzeitenstrukturierung können hier ausschlaggebend sein!


ANDERE DENKEN NACH, WIR DENKEN VOR. IT ist die Basis der Digitalisierung. Heidelberg iT ist, Cloud-Anbieter, Internet-Service-Provider und IT-Dienstleister mit eigenen Rechenzentren. Als Mittelstandspartner planen, realisieren und betreiben wir leistungsfähige IT-/ITK-Infrastrukturen für Unternehmen. Unser ISMS-Team sorgt für die nötige IT-Security.

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EXPERTEN RAT

Vorsorge – Früherkennung – Lebenesqualität von Dr. med. Marcus Henrici, Zentrum für Urologie (Wiesloch, Sinsheim)

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arum zur Vorsorge? Der Gang zum Arzt ist selten ein Grund zur Freude. Wenn es dann noch zum Urologen geht, mischt sich zu diesem Unbehagen wahrscheinlich auch eine gewisse Scham. Um Ihnen dieses mulmige Gefühl zu nehmen und mögliche Mythen über die Realität der urologischen Vorsorge zu zerstreuen, möchte ich Ihnen gerne im Folgenden die Bandbreite des Themas im Überblick vorstellen: Eine gute Nachricht direkt zu Beginn: Urologische Vorsorge bedeutet nicht automatisch den Besuch in der Praxis! Die sogenannte Primärprävention, also Maßnahmen zur Verhinderung oder Verzögerung des Auftretens einer Erkrankung, setzt vor allem Eigeninitiative voraus. Wie in vielen anderen Bereichen der Medizin, lässt sich auch in der Urologie die Wahrscheinlichkeit verschiedener Erkrankungen durch die richtigen Verhaltensweisen verringern. Nierensteine beispielsweise sind eine klassische Wohlstandserkrankung. Nahrungsüberfluss, ungesunde Ernährung, Bewegungsmangel und zu geringe Flüssigkeitszufuhr erhöhen nachgewiesenermaßen das Risiko der Steinentstehung. Wer sich gesund ernährt, regelmäßig Sport treibt und genügend trinkt (wenigstens 1,5 l/Tag, an warmen Tagen und bei sportlicher Betätigung entsprechend mehr), kann dieser äußerst schmerzhaften Erkrankung vorbeugen und auch viele Erkrankungen aus anderen medizinischen Bereichen wirksam bekämpfen (Bluthochdruck, Diabetes mellitus, Arthrose, Arteriosklerose, etc).

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Dr. med. Marcus Henrici Facharzt für Urologie und medikamentöse Tumortherapie

• Studium der Medizin an der Philipps-Universität Marburg • 2019 – 2020 Facharzt in der Poliklinik und Klinik für Urologie Martin Luther Universität, Halle (Saale) • 2020 – 2022 Funktionsoberarzt in der Poliklinik und Klinik für Urologie Martin Luther Universität, Halle (Saale) • 2021– 2021 Facharzt in der urologischen Praxis der MVZ Universitätsklinikum Halle • Seit 2022 Zentrum für Urologie (Standorte Wiesloch und Sinsheim)

Durch Sport erhöht sich außerdem der Testosteronwert bei Männern messbar und hilft, diesen in einem gesunden Bereich zu halten. Da dieses Hormon neben der „klassischen“ Funktion als Anabolikum noch viele andere Aufgaben vor allem im männlichen Körper hat (psychisches Wohlbefinden, männlicher Behaarungstyp, Knochenaufbau, Stimulation der Bildung roter Blutkörperchen, Spermienproduktion und nicht zuletzt Libido und Potenz) ist ein normaler Testosteronspiegel für Männer in jedem Alter erstrebenswert. Eine Primärprävention, die den Besuch des Arztes voraussetzt, betrifft vor allem Kinder und Jugendliche von 9 bis 17. Mit

einer Impfung gegen HPV kann wirkungsvoll vor allem gegen Gebärmutterhalskrebs, aber auch Tumore im Kopf-HalsBereich, Feigwarzen im Genitalbereich oder dem Peniskarzinom vorgebeugt werden. Die Impfung ist deshalb sowohl für Mädchen als auch Jungen wichtig! Die Sekundärprävention ist das, was man als Patient üblicherweise unter der klassischen ärztlichen Vorsorge versteht: Die möglichst frühe Diagnose einer meist noch symptomlosen Erkrankung mit dem Ziel, diese durch die frühe Erkennung in heilender Absicht behandeln zu können. Im Fall der Urologie betrifft dieses Thema insbesondere die Prostatakarzinomvorsorge und damit primär Männer. Schwerwiegende Erkrankun-


gen, die auch Frauen betreffen können, z. B. Tumore von Nieren und Blase, sind zum Glück selten. Die Prostatakrebsvorsorge steht jedem Mann ab 45 Jahren einmal pro Jahr zu. Sind oder waren Vater oder Geschwister an Prostatakrebs erkrankt, ist die Vorsorge bereits ab 40 Jahren sinnvoll. Am Anfang der Vorsorge steht zunächst das ärztliche Gespräch. Selbstverständlich können hierbei alle Beschwerden angesprochen werden, die das urologische Fach betreffen, also z. B. Störungen beim Wasserlassen oder Probleme des Intimlebens. Im Anschluss erfolgt die körperliche Untersuchung. Diese umfasst immer die Beurteilung des Genitals sowie die Tastuntersuchung der Prostata. Für eine aussagekräftige Vorsorge empfehlenswert ist außerdem die Bestimmung des PSA (Prostataspezifisches Antigen)Wertes im Blut. Ein Sonderfall der Vorsorge, die zu Hause durchgeführt werden kann, existiert für den Hodentumor. Diese Tumorart ist selten und bedarf daher nicht der regelhaf-

ten Vorsorge beim Urologen. Allerdings ist diese Krebsart der häufigste Tumor des jungen Mannes zwischen 25 bis 45 Jahren. Entsprechend wird die regelmäßige Selbstuntersuchung per Abtasten einmal monatlich empfohlen. Bei Auffälligkeiten, insbesondere Verhärtungen oder Vergrößerungen von Teilen oder des gesamten Hodens sowie einem Ziehen oder Schweregefühl im Hodensack, ist eine Vorstellung beim Urologen sinnvoll und notwendig. Die letzte wichtige Form der Vorsorge, die Tertiärprävention, hat das Ziel, Krankheitsfolgen zu mildern sowie ein erneutes Auftreten oder die Verschlechterung einer Erkrankung zu verhindern. Für diese Form der Vorsorge muss also bereits eine urologische Diagnose gestellt worden sein. Dies trifft klassischerweise auf die verschiedenen urologischen Tumorerkrankungen zu. Aber auch andere Erkrankungen wie die gutartige Vergrößerung der Prostata, verschiedenste Störungen der Blasenentleerung oder Patienten mit bekannten oder behandelten Nierensteinen, um nur einige

Unsere überörtliche Berufsausübungsgemeinschaft ist mit den Fachärzten für Urologie Dr. med. Samet Sözeri, Dr. med. Peter Firek, Dr. med. Svea Leendertz und Dr. med. Marcus Henrici in Wiesloch, Walldorf und Sinsheim vertreten und umfasst ein weites Leistungsspektrum im Bereich der allgemeinen Urologie, Andrologie und medikamentösen Tumortherapie.

Dr. med. Marcus Henrici wird sich in der Vortragsreihe am 19.10.2022 als neuer Kollege in unserem Team bei Ihnen vorstellen und Ihnen wissenswerte und modernste Diagnoseverfahren, Behandlungsmöglichkeiten und interessante Möglichkeiten zur Erhaltung Ihres Liebeslebens informativ und ausführlich darlegen.

zu nennen, fallen in diese Kategorie. Da sich die Maßnahmen der Tertiärprävention je nach Krankheit stark voneinander unterscheiden werden unsere Patienten jeweils individuell, ausführlich und verständlich über die empfehlenswerten und notwendigen Maßnahmen informiert. Wie in den anderen Bereichen der Vorsorge ist auch hier durch Eigeninitiative und die aktive Mitarbeit des Patienten häufig ein Vorteil zu erzielen. So können durch eine gesunde Lebensführung und die regelmäßige sportliche Betätigung, z. B. in speziellen Rehasport Programmen, gerade nach Tumorerkrankungen die schwächenden Folgen von operativen und medikamentösen Behandlungen deutlich gemindert werden. Früherkennung von Krebserkrankungen in der Urologie bedeutet immer eine deutlich bessere Heilungschance, ebenso kann, im Gegensatz zu weit verbreiteten Irrglauben, bei Prostatakarzinomen sowohl die Kontinenz von Betroffenen gewahrt und dank mordernster Behandlungsmöglichkeiten das Liebesleben aufrecht gehalten werden. Ich hoffe, dass ich Ihnen mit diesem Text einige neue Informationen vermitteln und Ängste beseitigen konnte. Insbesondere sollte nun das Thema der urologischen Vorsorge nicht mehr für Unsicherheit sorgen. Sollte ich Ihr Interesse an einer Vorsorge geweckt haben oder bestehen urologische Beschwerden jedweder Art, freue ich mich auf ein persönliches Kennenlernen bei einem Termin in einer unserer Praxen des Zentrums für Urologie.

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THERAPEUTEN RAT

Die Alltagsstütze: ein starker Rücken von Angelina Horny, ZAP Physiotherapeutin

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ückenschmerzen lassen sich als subjektive Erfahrung verstehen, die für andere nur bedingt zugänglich ist. Demnach lassen sich keine Labortests und technisch gestützte Untersuchungen finden, mit denen man Rückenschmerzen zweifelsohne als solche diagnostizieren oder ausschließen könnte. Wohingegen in der Literatur des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts Rückenbeschwerden kaum eine Rolle spielen, gehören Rückenschmerzen und Wirbelsäulenerkrankungen heute in Deutschland zu den aus epidemiologischer, medizinischer und gesundheitsökonomischer Sicht wohl bedeutendsten Krankheitsbildern. So sind sie mitunter die häufigste Ursache für die Inanspruchnahme des medizinischen Versorgungssystems, Arbeitsunfähigkeit und Renten (siehe RKI Heft 53, Berlin 2012, Rückenschmerzen). Ganz allgemein unterscheidet man zwischen spezifischen und unspezifischen Rückenschmerzen. Von spezifischen Rückenschmerzen wird dann ausgegangen, wenn den Rückenschmerzen eine klare medizinische Diagnose zugrunde liegt. Dieser Gruppe lassen sich in etwa 5 bis 10 % aller Rückenschmerzen zuordnen, wobei es sich hierbei häufig um Frakturen, Fehlbildungen, Tumore oder Nervenwurzelreizungen handelt. 90 bis 95 % aller Rückenschmerzen lassen

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sich hingegen weder medizinisch noch mittels bildgebender Verfahren nachweisen, weshalb sie als unspezifische Rückenschmerzen bezeichnet werden. Ursächlich für unspezifische Rückenschmerzen kann beispielsweise eine muskuläre Dysbalance sein. Wenn wir Sitzen, Stehen und Gehen arbeiten zahlreiche Muskeln, Sehnen und Bänder eng zusammen, um unsere Wirbelsäule in den entsprechenden Positionen zu stabilisieren. Das ideale Ergebnis ist eine aufrechte Körperhaltung. Lässt sich jedoch im Zusammenspiel der verschiedenen Muskelgruppen ein Ungleichgewicht ausmachen, spricht man von einer muskulären Dysbalance. Dabei kann das muskuläre Ungleichgewicht durch eine veränderte Länge, Kraft oder Spannung zweier Muskeln auftreten. Als typisch gilt die Kombination aus einseitig zu schwachen und verspannten bzw. verkürzten Muskeln. Häufige Gründe für ein solches muskuläres Ungleichgewicht liegen in einer einseitigen Belastung der Muskulatur oder einer generell eher gebeugten Körperhaltung. Denn ist die Muskulatur einseitig zu schwach, wird die Gegenseite dauerhaft gestresst und verspannt. Die Folge sind eine vermehrte Belastung der Gelenke, eine Überlastung von Sehnen, Verspannungen von anderen Muskeln


sowie Fehlhaltungen. Ein Beispiel hierfür ist das lange und häufige Sitzen am Schreibtisch. Durch die eher gebeugte Körperhaltung muss die Rückenmuskulatur im Vergleich zur Bauchmuskulatur weniger arbeiten und es entsteht ein muskuläres Ungleichgewicht. Auf lange Sicht kann diese muskuläre Dysbalance mit der Entwicklung eines Rundrückens und Schmerzen im unteren Rücken einhergehen. Besteht eine muskuläre Dysbalance, liegt es in erster Linie an den Ärzten und Physiotherapeuten diese zu erkennen. Im Kontext einer funktionellen Untersuchung gilt es zunächst sowohl die Haltung als auch die Muskelkraft und Muskellänge genauer zu betrachten. Geht aus dieser Untersuchung hervor, welche Muskeln zu schwach, zu kurz oder zu verspannt sind, kann mit der eigentlichen Behandlung begonnen werden. Grundsätzlich gilt: • Zu schwache Muskulatur muss durch ein adäquates Kraftausdauertraining wieder aufgebaut werden. Bei Rückenschmerzen ist darauf zu achten, Rücken und Bauch gleichermaßen zu trainieren. • Verkürzte Muskeln können durch die Kombination von Faszientraining und Dehnungsübungen wieder hergestellt werden. Bei Rückenschmerzen ist häufig die auf der vorderen Körperseite liegende Muskulatur verkürzt. • Ergänzend sind ein Koordinationstraining und gezielte Entspannungstechniken wirksam, um den Kreislauf der Dysbalance zu unterbrechen. Bei Rückenschmerzen kann bereits eine tiefe Bauchatmung den Muskeltonus senken und Verspannungen lindern.

Generell ist es wichtig, die Ursache bzw. den Auslöser für die Dysbalance zu behandeln, um einem erneuten Auftreten der Beschwerden zu entgehen. Findet der Arbeitsalltag überwiegend am Schreibtisch statt, ist es förderlich, die Arbeitsposition regelmäßig zu verändern. Empfehlenswert ist es zudem, den Alltag aktiv und vielseitig zu gestalten, um einer muskulären Dysbalance vorzubeugen bzw. dieser entgegenzuwirken.

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FRAGEN ANTWORTEN

HELFEN! Wie sehen Sie das, Herr Patrick Kutzer?

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Welche Bedeutung hat für Sie das Helfen?

Helfen ist für mich persönlich von sehr großer Bedeutung und ebenso ein Motiv, weshalb ich morgens aufstehe und zur Arbeit gehe. Sie kennen das vielleicht aus dem Alltag: Hier die Türe aufhalten, da etwas abnehmen, aber auch mentale Unterstützung leisten bzw. Rückhalt geben – gerade bei Freunden und in der Familie ist das sich gegenseitige Helfen sehr wichtig. Und was noch schöner ist, als selbst Hilfe zu bekommen, sind die leuchtenden Augen zu sehen, wenn man jemand anderem helfen konnte und die Person sich von Herzen freut. Ich denke, dieses Gefühl ist auch ein großer Motivator, der mich mit antreibt.

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Welche Möglichkeiten, in Ihrem beruflichen Umfeld zu helfen, bereichern ihre Aufgabe?

Im beruflichen Umfeld gibt es für mich zwei Ansatzpunkte: Einmal helfen nach extern und einmal helfen nach intern. Nach intern helfen bedeutet für mich, meine Kolleginnen und Kollegen zu unterstützen in den verschiedensten Themen, beispielsweise bildet die BARMER pro Jahr ca. 200 Azubis als Kaufmann bzw. Kauffrau im Gesundheitswesen aus. Auch wir haben seit dem 01.08.2022 wieder mehrere Auszubildende in der Hauptgeschäftsstelle Heidelberg, worauf wir sehr stolz sind. Die jungen Menschen in ihrer beruflichen Entwicklung zu begleiten und zu fördern, bereitet mir selbst höchste Freude. Und extern zu helfen bedeutet natürlich all den Menschen, die mit Fragestellungen, Ängsten, Nöten und Problemen - insbesondere in Bezug auf deren Gesundheit - zu uns kommen, zu unterstützen. Diese Hilfe reicht vom einfachen Zuhören und empathisch sein bis hin zum Ausfüllen des Pflegeantrags für den Kunden bzw. die Kundin.

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Patrick Kutzer • 2010-2013 BA-Studium zum Fitnessökonom • 2015-2017 berufsbegleitendes Master-Studium • 2010-2013 Unternehmensgruppe Pfitzenmeier als BA-Student • 2013-2015 SBK als Gesundheitsmanager und Vertriebsspezialist im Außendienst • 2015-2017 AOK BW als jüngster Leiter KundenCenter Deutschlands; nach dem berufsbegleitendem Studium in die Abteilungsleitung Nicht-betriebliche Lebenswelten & Vereinsmarketing (u. a. Betreuung der Spitzensportkooperationen wie TSG Hoffenheim, Adler Mannheim); • seit 01.01.2022 Geschäftsführer der BARMER Hauptsgeschäftstelle Heidelberg • Erfahrungen im Bereich der Führung, im agilen Projektmanagement (SCRUM, Lean Management) und Netzwerken • Position: Geschäftsführer • Expertise für Prävention auf allen Ebenen, Vertrieb und den GKV-Markt • Sport allgemein, Jagd und Natur, Ski fahren

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Wo konnten Sie hilfreich tätig werden und wo würden Sie sich gerne engagieren?

Aufgrund der aktuellen Lage zwischen der Ukraine und Russland gab es in den vergangenen Monaten sehr viele geflüchtete und hilfsbedürftige Menschen. Wir haben hier sehr schnell Kontakt mit den verschiedensten Akteuren auf allen Ebenen aufgenommen, um den Menschen schnellstmöglich helfen zu können: Hier ging es beispielsweise um eine schnelle und unbürokratische Ausstellung der Behandlungsausweise, bis die elektronische Gesundheitskarte bei den Versicherten eintrifft, Services auf Englisch bzw. Ukrainisch und vieles mehr. Wo wir uns zukünftig noch mehr engagieren wollen, ist vor allem in den nicht-betrieblichen Lebenswelten, wie zum Beispiel Kindergärten und KiTas, Schulen, Hochschulen und Universitäten sowie Sportvereine. Aktuell besuchen wir letztgenannte, um dort den Spielerinnen und Spielern ab der A-Jugend ein abwechslungsreiches und ambitioniertes Athletiktraining, welches man sonst nur als Profi erlebt, für den Breitensport zugänglich zu machen. Wir tragen den Präventionsgedanken sozusagen auch in die privaten Lebenswelten weiter.

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FIT & GESUND

Muskelschwund im Alter – ein unterschätztes Gesundheitsrisiko

Wie Bewegung und Ernährung dem Abbau der Muskulatur vorbeugen und entgegenwirken können. von Daniela Völker

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m Grunde war die Entwicklung des Menschen tausende Jahre gleich, die Lebensgewohnheiten der heutigen Gesellschaft tragen allerdings zu erheblichen Veränderungen bei. Bewegungsarmut und einseitige, meist nach vorne gebückte oder sitzende Alltagsbelastungen zeigen sich oft durch Verspannungen, Gelenk- und Rückenbeschwerden bis hin zu internistischen Erkrankungen wie Bluthochdruck oder Diabetes.

Damit ist Bewegungsmangel weltweit der viertgrößte Risikofaktor für viele Krankheiten und Sterblichkeit. Diese dramatischen Zahlen und Entwicklungen zeigen, dass jeder Mensch gezieltes Training benötigt. Das richtige Fitness- und Gesundheitstraining hilft nicht nur kräftiger und gesünder zu werden, sondern auch im hohen Alter noch ein selbstbestimmtes Leben ohne körperliche und geistige Einschränkungen zu führen.

Statistiken belegen zudem eine Sitzzeit von 10,5 Stunden pro Tag, 22,8 Prozent mehr depressive Symptome und 5 Millionen Tote jährlich weltweit, die durch körperliche Inaktivität verursacht wurden.

Vor allem ältere Menschen bemerken im Laufe der Zeit, dass ihre Leistungsfähigkeit im Alltag abnimmt. Der Wocheneinkauf oder die gewohnten Spaziergänge werden anstrengender und Wasserfla-

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schen lassen sich schwerer öffnen als früher. Der Grund dafür heißt Muskelschwund. Einen übermäßigen Abbau der Muskulatur und damit einhergehend der Muskelkraft sowie der Muskelfunktion bezeichnet man in der Medizin als Sarkopenie. Muskeltraining und eine ausgewogene Ernährung helfen, diesem vorzubeugen beziehungsweise entgegenzuwirken.

Warum Muskeln altern

Säuglinge besitzen zu Beginn weder ausreichend Muskulatur, feste Strukturen noch die notwendigen kognitiven Fähigkeiten des Gehirns, um komplexe Bewegungsmuster auszuführen. All dies


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entwickelt sich erst durch den Drang nach Bewegung und fortlaufendem Ausprobieren. Heutzutage erreichen Jugendliche und junge Heranwachsende allerdings nicht mehr das mögliche körperliche Entwicklungspotenzial, da sich der Alltag und das Bewegungsverhalten im Vergleich zu unseren Vorfahren verändert haben. Der Höhlenmensch lief beispielsweise rund 20 km täglich und auch die Menschen, die wenige Generationen vor unserer Zeit lebten, hatten noch ausreichend körperliche Arbeit auf dem Feld oder im Bergwerk. Heutzutage bewegen sich die Deutschen nur noch rund einen Kilometer pro Tag und verbringen nahezu den gesamten Tag in vorgeneigter Haltung. Durch die fehlenden Belastungsreize baut der Körper erst gar nicht so viel Muskulatur in jungen Jahren auf, die dann im Alter auch entsprechend schnell schwindet. Damit verliert der Körper einen wichtigen „Gesundmacher“, der nicht nur für Bewegungen verantwortlich ist, sondern auch für die Stabilisation der Gelenke und des Rückens, die Aktivität des Stoffwechsels und damit für das Verbrennen von Kalorien, für die Körperformung, das Ausschütten von Botenstoffen oder den Einfluss auf das Immunsystem. Dennoch ist Muskelschwund zunächst einmal als altersbedingter, natürlicher Prozess zu betrachten. Mit zunehmendem Lebensalter verändert sich der Stoffwechsel der Muskelzellen. Diese Veränderung bewirkt, dass Muskelfasern, vor allem bei zu geringer Beanspruchung und einer Mangelernährung, weniger, kleiner und schwächer werden und mit der Zeit teilweise sogar durch Fett- und Bindegewebe ersetzt werden. Doch nicht nur Senioren sind vom Muskelschwund betroffen. Schon ab dem etwa 30. Lebensjahr beginnt der altersbedingte Abbau. Im Durchschnitt verliert ein gesunder Mensch ein Prozent Muskelmasse pro Lebensjahr. So kann es sein, dass Menschen im Alter von 80 Jahren bereits bis zu 50 Prozent ihrer Muskelmasse verloren haben. Regelmäßiges, gesundheitsorientiertes Training und bewusste Ernährung verlangsamen den Abbau allerdings und zahlen auf den Erhalt der Leistungsfähigkeit ein.

Symptome und Folgen des Muskelschwundes

Wer schon einmal einen Gips hatte oder aufgrund einer Krankheit länger das Bett hüten musste, kennt das Gefühl schlaffer Muskeln und Kraftlosigkeit. In der Regel spürt man zu Beginn wenig vom altersbedingten Muskelschwund. Dieser macht sich erst mit zunehmendem Alter durch eine deutlich geringere Kraft als früher bemerkbar. Meist werden bereits Alltagsaufgaben immer anstrengender und mehr Pausen erforderlich, beispielsweise beim Treppensteigen oder Gehen. Bereits kleinere Anstrengungen können schon zur Überforderung führen. Besonders längere Bettruhe birgt im Alter die Herausforderung wieder vollständig auf die Beine zu kommen, da hier der Muskelabbau begünstigt wird und ein stark ausgeprägter Verlust der Muskelmasse die gesamte Körperstabilität beeinträchtigt. Dadurch erhöht sich das Risiko zu stürzen und sich zu verletzen. Das wiederum kann zu einem weiteren Bewegungsmangel führen, welcher sich negativ auf den gesamten Gesundheitszustand auswirkt und durch weiteren Muskelabbau zu eingeschränkter Mobilität bis hin zu sozialer Isolation und Hilfsbedürftigkeit führt. Ist der Verlust von Muskelmasse, -kraft und -funktion einmal so stark ausgeprägt, sprechen Mediziner/-innen von Sarkopenie. Bei einer Sarkopenie, die umgangssprachlich auch „Muskelschwund im Alter“ genannt wird, läuft der Alterungsprozess der Muskelzellen durch chronische Erkrankungen, Entzündungen, zu wenig Bewegung, Mangelernährung oder Übergewicht schneller ab. Mit steigendem Lebensalter nimmt das Risiko für eine Sarkopenie zu. Aber auch jüngere Menschen können, beeinflusst durch bestimmte Erkrankungen (Gefäßerkrankungen, Tumore, Diabetes) oder Bewegungsmangel, davon betroffen sein. In vielen Fällen mündet eine Sarkopenie in den Zustand der Gebrechlichkeit (Frailty-Syndrom) und einer damit einhergehenden herabgesetzten Belastbarkeit. Oft führt dieses Syndrom dazu, dass Betroffene häufiger im Krankenhaus behandelt werden müssen, bettlägerig werden und sich gar nicht mehr bewegen. Sie werden pflegebedürftig und haben ein erhöhtes Risiko zu versterben.

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Muskel 25 Jahre

Muskel 65 Jahre

Vergleich eines Querschnitts von einem untrainierten Muskel im Alter (25 / 65 Jahre)

Die Lösung gegen Muskelschwund und Sarkopenie

Verhindern lässt sich der altersbedingte Muskelschwund nicht, es gibt allerdings Möglichkeiten positiven Einfluss darauf zu nehmen: Ein regelmäßiges und begleitetes, gesundheitsorientiertes Muskeltraining. Dabei geht es bei weitem nicht um sportliche Höchstleistungen, sondern um ein sanftes, gezieltes Krafttraining zur Stärkung der Muskulatur und der Verlangsamung des Abbaus. Körperliche Aktivitäten wie Fahrrad fahren, Joggen, Walken oder Wandern trainieren zwar das Herz-Kreislauf-System und unterstützen beim Erhalt der Mobilität, auf den Aufbau von Muskelkraft haben sie allerdings nur einen geringen Einfluss. Lediglich ein gezieltes Muskeltraining kann dabei helfen, Muskeln effektiv aufzubauen oder zu erhalten. In der Leitlinie zu körperlichere Aktivität und sitzendem Verhalten aus dem Jahr 2020 empfiehlt die WHO an mindestens zwei Tagen pro Woche ein muskuläres Kräftigungstraining durchzuführen. Besonders geeignet ist eine Kombination aus Kraft- und Ausdauertraining mit moderater Intensität in Kombination mit einem Muskellängentraining, angepasst an ihre individuelle Leistungsfähigkeit, um die Muskulatur zu fordern, aber nicht zu überfordern. Nicht nur die Muskulatur profitiert vom Training, auch die

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motorischen Fähigkeiten und das Reaktionsvermögen werden verbessert, wodurch sich das Sturz- und Verletzungsrisiko reduziert. Wenn jemand bereits von Sarkopenie betroffen und körperlich eingeschränkt ist, kann beispielsweise ein Training mit physiotherapeutischer Begleitung oder mit einem gesundheitsorientierten Individualtrainer in Betracht gezogen werden, um den Abbau zu verlangsamen. Daher integrieren immer mehr Menschen ein regelmäßiges Gesundheitstraining, welches gezielt auf den Erhalt der körperlichen Leistungsfähigkeit ausgelegt ist, in ihren Alltag. Zwar wird auch Alltagsaktivität immer wieder als wichtiger Erfolgsfaktor zum Muskelerhalt genannt, jedoch reicht unser Bewegungsvolumen in der Regel nicht als ausreichender Trainingsreiz aus. Daher ist die ideale Kombination ein regelmäßiges Gesundheitstraining und ein aktiver Alltag!

Die Rolle der Ernährung

In Kombination mit einem individuellen, gezielten Muskeltraining kann auch die Ernährung zum Hinauszögern beitragen. Eine ausreichende Zufuhr von Eiweiß ist für den Erhalt bzw. den Aufbau von Muskulatur entscheidend. Studien weisen darauf hin, dass gerade im Alter eine höhere Menge Eiweiß (Empfehlung: mind. 1,0 bis 1,2 Gramm pro Kilogramm

Körpergewicht am Tag, sowie 20 bis 40 Gramm nach einer Trainingseinheit) notwendig ist – nicht nur für die Muskulatur, sondern auch für das Immunsystem. Dieses Eiweiß befindet sich beispielsweise in Hülsenfrüchten, fettarmen Milchprodukten, magerem Fleisch oder Fisch. Auch Molkeprotein eignet sich gut zur Deckung des Bedarfs, da es schnell verwertbar ist und einen hohen Anteil essenzieller Aminosäuren hat. Insbesondere bei älteren Menschen ist täglich auf eine ausreichende Energieaufnahme zu achten, da eine Mangelernährung zu einem stärkeren Abbau der Muskelmasse zu führen scheint. Es ist nie zu spät etwas für die eigene Gesundheit und vor allem für den Erhalt der Muskulatur zu tun. Ein Vorbild hierfür ist der britisch-schweizerische Zahnarzt Charles Eugster (* 26. Juli 1919 in London; † 26. April 2017 in London), der nach seiner Pensionierung im Alter von 85 Jahren noch einmal ein spezielles Fitnessprogramm startete, intensiv Seniorensport betrieb und sogar noch sehr erfolgreich an Wettkämpfen teilnahm. Starten auch Sie jetzt in ein fitteres und gesünderes Leben und lassen Sie sich bei Ihrem individuellen Gesundheitstraining von unseren ZAP Gesundheitstrainer/innen begleiten. Wir helfen Ihnen dabei!


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T-RENA – nachhaltige Hilfe nach der (stationären) Reha von Angelina Horny, ZAP Physiotherapeutin

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er Reha-Aufenthalt neigt sich dem Ende entgegen und es steht die Frage im Raum: „Was nun?“. Wie kann ich meinen Reha Erfolg weiter verbessern und langfristig sichern? Welche Anschlussmöglichkeiten bieten sich mir? Was kann ich tun, um mich auf meinen Arbeitsalltag vorzubereiten? Eine Möglichkeit, die an dieser Stelle zunehmend an Bedeutung gewinnt, ist die Trainingstherapeutische Rehabilitationsnachsorge (T-RENA).

Die medizinische Rehabilitation nimmt innerhalb unseres Gesundheitssystems einen hohen Stellenwert ein. Um den in einer stationären oder ganztägig ambulanten Rehabilitationseinrichtung erreichten Gesundheitszustand weiter auszubauen und nachhaltig zu sichern, können im Anschluss daran weitere Maßnahmen erforderlich sein. Dies trifft insbesondere auf diejenigen zu, bei denen ein Umdenken hinsichtlich der bisherigen Lebensführung, dem Umgang mit bestehenden Erkrankungen sowie Verhaltensänderungen im beruflichen Kontext begonnen hat. Längerfristige (Lern-)Prozesse spielen hierbei eine entscheidende Rolle. Die Trainingstherapeutische Rehabilitationsnachsorge (T-RENA) richtet sich speziell an Menschen mit Beeinträchtigungen am Haltungs- und Bewegungsapparat. Denn gerade im Hinblick auf die Rückkehr ins Arbeitsleben stellt die Verbesserung der allgemeinen sowie spezifischen Leistungs- und Belastungsfähigkeit einen wichtigen Meilenstein des Gesundheitsprozesses dar. Da die Leistungen einer medizinischen Rehabilitation begrenzt sind, werden hier im Rahmen eines gerätegestützten Trainings sowohl neue, für den zukünftigen Alltag

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relevante Fertigkeiten erprobt, als auch ein Gefühl der Sicherheit hinsichtlich bereits Erlerntem vermittelt. Um dauerhaft ein gesundheitsförderndes Bewegungsverhalten zu erlernen, ist es daher unabdingbar, die hierfür notwendigen Fertigkeiten in den Bereichen Beweglichkeit, Koordination, Kraft und Ausdauer weiter zu trainieren. Grundlegend für die trainingstherapeutische Nachsorge ist neben der Berücksichtigung der individuellen und beruflichen Anforderungen auch der Übergang in die Eigenaktivität. Das gerätegestützte Training findet zwar in einer Gruppe statt, erfolgt allerdings für alle Teilnehmer/-innen anhand eines individuellen Trainingsplans. Denn in erster Linie geht es darum, den bestehenden Therapieerfolg in persönlicher, gesellschaftlicher und beruflicher Hinsicht zu vertiefen und zu stabilisieren. T-RENA kann mit medizinischer Trainingstherapie, Krafttraining an medizinischen Geräten oder einem gesundheitsorientierten, begleiteten Muskeltraining gleichgesetzt werden und verfolgt neben allgemeinen auch trainingsspezifische Nachsorgeziele. Bei den trainingsspezifischen Nachsorgezielen geht es vordergründig darum, durch ein gezieltes Kraft-, Koordinations- und Ausdauertraining die Belastbarkeit des Muskel- und Skelettsystems sowie des Herz-Kreislaufsystems zu erhalten und zu verbessern. Die allgemeinen Nachsorgeziele hingegen beziehen sich auf eine ausreichende Belastbarkeit im Alltag und Beruf, einer Stärkung der eigenen Ressourcen sowie einem Ausgleich zum beruflichen Alltag.


Grundsätzlich besteht die Möglichkeit einer trainingstherapeutischen Rehabilitationsnachsorge im Anschluss an eine stationäre oder ganztägig ambulante Nachsorge dann, wenn das jeweilige Rehaziel zwar erreicht ist, weitere Leistungen jedoch notwendig sind, um dieses nachhaltig zu sichern und weiter zu optimieren oder, wenn weitere Trainingseinheiten zur Erreichung des Rehaziels erforderlich sind. Die Empfehlung einer T-RENA erfolgt in der Regel direkt durch den behandelnden Arzt der Rehabilitationseinrichtung. Wurde eine solche Empfehlung ausgestellt, gilt es die T-RENA innerhalb von vier bis maximal sechs Wochen nach Beendigung der stationären oder ganztägig ambulanten Rehabilitation zu beginnen und innerhalb von 6 Monaten zu beenden. Die T-RENA kann bei Bedarfsfeststellung um weitere sechs Monate verlängert werden. Das Gerätetraining wird hierbei prinzipiell in der Gruppe mit maximal 12 Personen durchgeführt und besteht aus 26 Trainingseinheiten je 60 Minuten. Vor den eigentlichen Trainingseinheiten in der Gruppe findet ein Ersttermin zur Erstellung eines individuellen Trainingsplans unter Berücksichtigung der jeweiligen Trainingsziele statt. Die Trainingseinheiten selbst werden immer unter der Anleitung von fachlich qualifiziertem Personal begleitet. Angesichts dessen unterscheidet sich T-RENA, als eine Form der Rehabilitationsnachsorge, maßgeblich von anderen Nachsorgeangeboten. So kann T-RENA zum Einen in allen dafür zugelassenen Einrichtungen erfolgen und ist nicht nur auf Rehabilitationseinrichtungen begrenzt. Zum Anderen wird die Möglichkeit eines gerätegestützten Trainings geboten, wie es bei vielen anderen Nachsorgeangeboten nicht vorgesehen ist. Darüber hinaus beinhaltet T-RENA individuell abgestimmte Trainingsprogramme mit Therapiegeräten, wodurch eine gezielte Trainingstherapie mit genauer Belastungsdosierung ermöglicht wird. Zuletzt unterscheidet sich T-RENA auch insofern von anderen Nachsorgeangeboten, als dass speziell ausgebildete und erfahrene Therapeuten die Trainingseinheiten begleiten.

Ab sofort bietet Ihnen die ZAP Physiotherapie ebenfalls die Möglichkeit zur Durchführung der Trainingstherapeutischen Rehabilitationsnachsorge an. Bei Fragen sprechen Sie unser PhysioTeam gerne an. Tel.: 06224 99 09-60 E-Mail: physiotherapie@zap-nussloch.de

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gesellschaftender Geschäftsführer Frank Brunner


TRAININGS TIPP Ein echter Alleskönner: Der Kettlebell-Swing von Tim Kramer, ZAP Gesundheitstrainer

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as Training mit der Kettlebell, auch Kugelgewicht genannt, erlebte Anfang des 21. Jahrhunderts seinen Durchbruch in der Fitness- und Gesundheitsbranche, auch als Trainingsgerät für „Jedermann“. Ihren nicht genau geklärten Ursprung haben die auf den ersten Blick eher merkwürdig aussehenden Hanteln wahrscheinlich in der Zirkusmanege als Schaugewicht für Muskelprotze. Nach verschiedenen Phasen der Beliebtheit und Vergessenheit hat sich die Kettlebell schließlich endgültig behauptet und ist ein unverzichtbares Element des Fitness- und Gesundheitstrainings geworden.

Ausgangs- und Endposition

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In den Augen vieler Fitnessprofis ist der Kettlebell-Swing der König unter den Kettlebell-Übungen, vielleicht auch zurecht. Durch die Verkettung vieler verschiedener Muskelgruppen in einer Bewegung, stellt der Swing nicht nur eine wunderbare Ganzkörperübung dar, er trainiert neben der Muskulatur auch die Ausdauer und die intermuskuläre Koordination. Insbesondere beansprucht der Swing die Muskulatur im unteren Rücken, also den Musculus erector spinae. Eine gezielte Kräftigung des Rückens kann Rückenschmerzen effektiv vorbeugen oder diese auch wirksam bekämpfen

Endpunkt der Bewegung – Maximale Hüftstreckung

und Beschwerden lindern. Es existieren sogar bereits wissenschaftliche Studien, die die positiven Effekte des KettlebellSwings auf Schmerzen im unteren Rücken belegen. Ebenso beansprucht ist die Muskulatur in Gesäß und Oberschenkelrückseite, also der M. glutaeus maximus und die Mm. biceps femoris, semitendinosus und semimembranosus. Diese drei sind auch allgemein als „Hamstrings“, ischiocrurale Gruppe oder als Beinbeuger bekannt. Der große Gesäßmuskel spielt eine entscheidende Rolle bei unserer täglichen Fortbewegung, da er den Gang unterstützt und bei Aktivitäten wie Treppensteigen besonders eingebunden ist. Auch die beinbeugenden Muskeln sind wichtig für ein gesundes Gangbild sowie für Stabilität in Hüft- und Kniegelenken. Ein Training dieser Muskelgruppen ist daher für jeden Trainingsplan zu empfehlen. Ganz nebenbei werden bei der Übungsausführung auch Rumpf, Schultern und Unterarme gekräftigt. Somit ist der Swing ein wahrer Allrounder. Bei der Ausführung des Kettlebell-Swings gilt es einige Grundsätze zu beachten: Stellen Sie sich für die Ausgangsposition aufrecht hin, die Füße stehen dabei etwas weiter als hüftbreit und die Zehenspitzen zeigen leicht nach außen. Die Kettlebell steht zwischen Ihren Füßen auf dem Boden. Beugen Sie Ihre Knie leicht, lassen Sie den Rücken gerade und greifen Sie das Gewicht mit beiden Händen. Lassen Sie auch beim Aufrichten den Oberkörper gerade und die Schultern unten und strecken Sie Knie und Hüfte, bis sie fast aufrecht stehen und sich die Kettlebell zwischen Ihren Beinen befindet. Dies ist die Ausgangsposition.


Um nun den nötigen Schwung aufzubauen, beugen Sie zunächst NUR Ihre Hüfte. Das Gesäß schiebt sich dabei nach hinten, der Oberkörper neigt sich automatisch etwas in Richtung Boden. Auch die Knie beugen sich leicht. Aus dieser Haltung schieben Sie nun kraftvoll Ihre Hüfte nach vorne, auch die Beine strecken sich dabei wieder. Der so entstandene Schwung überträgt sich bis in die Schultern, welche während der gesamten Übung leicht nach unten gezogen sind. Nutzen Sie diesen Bewegungsimpuls, um die Arme nach oben zu ziehen. Aus den Schultern erfolgt dabei nur ein geringer Kraftaufwand, der den bereits vorhandenen Schwung unterstützt.

Nachdem die Kettlebell durch diese Bewegungsabfolge leicht nach vorne geschwungen ist, fällt sie auch wieder zurück. Den Schwung dieser Rückbewegung müssen Sie durch eine erneute Beugung der Hüfte und der Knie abfedern, damit er nicht verloren geht. Nur wenn der aufgebaute Schwung möglichst effektiv beibehalten wird, kann der Kettlebell-Swing optimal ausgeführt werden. Nachdem Sie das herabfallende Gewicht abgefedert haben, befinden Sie sich wieder am Start der Bewegung. Strecken Sie nun die Hüfte und die Knie wieder durch und schwingen Sie das Gewicht wieder nach vorne. Nach einigen Wiederholungen sollte so viel Schwung vorhanden sein, dass Ihre Hände mit der Kettlebell fast ohne Kraft aus den Schultern

bis knapp auf die Höhe Ihres Gesichts nach oben geworfen werden. Heben Sie die Hände während der Übung niemals weiter als Gesichtshöhe, der KettlebellSwing soll primär Rücken und Hüfte trainieren und nicht die Arme! Nun sollten Sie sich in einem flüssigen Kreislauf befinden, in dem die Kettlebell wie ein Pendel nach vorne und hinten schwingt, während Sie die Hüfte kontinuierlich beugen und strecken. Probieren Sie die Übung gerne aus! Bei Fragen – ob zu Ihrem individuellen Trainingsgewicht, zur Trainingsdauer oder zur korrekten Bewegungsausführung – treten Sie gerne an unsere Gesundheitstrainer heran oder schreiben Sie eine E-Mail an kramer@zap-nussloch.de.

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MEIN SPORTLICHES ZUHAUSE Der Ort, an dem ich mein Ego verloren und meinen inneren Frieden gefunden habe Die morgendlichen Meditationseinheiten im Racket Center sorgen für viel Begeisterung und eine entspannte Zeit von Sriranjani Krishnamurthy, Mitglied ZAP

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ch wurde in Indien in einer Mittelklassefamilie geboren. Obwohl ich mit wenig Geld aufgewachsen bin, haben mir meine Eltern den Wert von harter Arbeit und Ehrlichkeit eingeprägt. Diese Einstellung legte den Grundstein, durch welchen ich mich von bescheidenen Anfängen zu einem gelungenen Leben, sowohl beruflich, als auch persönlich hocharbeiten konnte. Obwohl ich in meinem Leben viele Höhen und Tiefen hatte, habe ich es geschafft, einen Masterstudienplatz für

meinen Studiengang in den USA zu bekommen. Nach Studienabschluss arbeitete ich dort für den Sportgiganten Nike als Datenbankberater für ihre Supply-Chain- Projekte. Nach fast eineinhalb Jahrzehnten in den USA zog ich mit meiner Familie 2004 zurück nach Indien. Zu diesem Zeitpunkt habe ich meinem Sohn den Tennissport nähergebracht. In den kommenden Jahren entwickelte er eine vielversprechende Leistung im Tennis und ich verbrachte meine Tage damit, ihn zu Trainingsstunden zu fahren und mit ihm auf Turniere zu gehen. Nach unzähligen Reisen zu sowohl internationalen Turnieren innerhalb Indiens, als auch internationalen Turnieren, wie etwa in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Neuseeland und Europa, war ich mittlerweile an das Leben eines Weltenbummlers gewöhnt. Daher spielten wir im Jahr 2016 mit dem Gedanken, in der Hoffnung auf bessere Trainings- und Wettbewerbschancen, nach Europa zu ziehen. Im Juni 2016 sind wir also über die Arbeit meines Ehemanns bei SAP nach Deutschland gezogen und haben eine Wohnung in einer kleinen Gemeinde namens Nußloch erworben. Als wir hierher gezogen sind, habe ich vom Racket Center, kurz außerhalb von Nußloch, gehört. Dort konnte ich meinen Sohn für Trainingsstunden bei dem renommierten Trainer Rolf Staguhn anmelden. Sein Engagement sowie seine Leidenschaft für den Sport und seine Spieler, haben bei uns allen einen bleibenden Eindruck hinterlassen. In dieser Zeit habe ich mich auch selbst für eine Mitgliedschaft beim Racket Center angemeldet, um dort meine Freizeit verbringen zu können. Damals wusste ich jedoch noch nicht, dass dieser Ort mich und mein komplettes Leben transformieren würde. Ich war und bin immer noch beeindruckt von der freundlichen und hilfsbereiten Art aller Mitarbeiter. Die Kollegen am Empfang, die einen herzlich begrüßen, Stev im RC ProShop, das wunderbare Personal im Marea, bis zu all den Trainern im Fitnessstudio (Daniela, Eric, Timo, Stefan, Michael, um nur einige zu nennen). Getreu dem Motto „Mein Sport hat ein Zuhause.“, sorgen all diese Leute dafür, dass man sich jedes Mal willkommen und wie zu Hause fühlt, wenn man das Racket Center betritt. Dabei gilt Matthias ein großes Lob, der auf einen sehr hohen Qualitätsanspruch für das Kundenerlebnis im Racket Center setzt und diesen über die Jahre konstant hält.

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Anfangs bin ich um das Racket Center und in der direkten Umgebung herumspaziert, habe ein paar Übungen im Fitnessstudio gemacht und bin dann wieder nach Hause gegangen. Nach dem Tod meiner Mutter im Februar 2020 suchte ich jedoch nach anderen Möglichkeiten, um die Trauer und Schuldgefühle, die ich über die Jahre entwickelt hatte, da ich eine längere Zeit nicht bei ihr sein konnte, zu überwinden. Ich begann ernsthaft in mich zu gehen und suchte nach Wegen, um mich spirituell weiterentwickeln zu können. Um den Geist von den rasenden Gedanken zu befreien, habe ich nach verschiedenen Methoden recherchiert und unterschiedliche Techniken versucht. Schließlich bin ich auf eine neue Methode namens Atemmeditation gestoßen. Diese Methode kann unabhängig von Religion, Glaube oder Herkunft von jedem, zu jeder Zeit und an jedem Ort praktiziert werden. Da ich diese Methode in ihrer Ausführung als sehr universell empfinde, gilt sie für mich als simpel und elegant. Der Ansatz dabei ist es, in einer bequemen Position zu sitzen und den eigenen Atem zu beobachten, ohne diesen zu manipulieren. Durch die Übung dieser Technik (nur 5 Minuten am Tag genügen für den Anfang), konnte ich meine unproduktiven Gedanken drastisch reduzieren und meinen gesamten mentalen Zustand deutlich entspannen. Nach ein paar Monaten des Übens, verbesserten sich sogar mein Gesundheitszustand in Bezug auf Zucker- und Blutdruckwerte. Beide Messwerte fielen dabei im Vergleich zur vorherigen Messungen leicht ab. Ich begann klarer zu denken und in alltäglichen Situationen ruhiger zu bleiben. Dabei wurde das Bedauern über vergangene Entscheidungen weniger, womit auch gleich die Sorgen über die Zukunft abnahmen. Mit diesen Änderungen wurde mein Besuch des Racket Centers zu einem festen Bestandteil meines Alltages. Ich war so sehr von diesem Ort angezogen, dass ich mich in letzter Zeit täglich 3 bis 4 Stunden im und in der direkten Umgebung des Racket Center aufhielt, um innerliche Ruhe zu verspüren. Ich konnte eine tiefere Verbindung zu diesem Ort herstellen und fühle dabei immer eine sehr positive Energie, sobald ich mich in der Nähe befinde.

Wir alle sind ständig auf der Suche nach äußerem Glück und geraten in das Hamsterrad des heutigen, gefühlsmäßig kurzweiligen Lebens. Aber wenn wir uns erlauben, jeden Tag nur 5 Minuten für uns selbst zum Meditieren zu nehmen, können wir dadurch unser Leben erheblich bereichern. Der Atem ist von der Geburt bis zum Tod der einzige Begleiter, der uns auf unserer Reise des Lebens dauerhaft beiwohnt. Alles andere, wie Menschen oder Ereignisse in unserem Leben, haben ein Ablaufdatum und sind vergänglich. Unser Atem bleibt uns jedoch bis zum Schluss gewogen. Warum also nicht jeden Tag ein paar Minuten damit verbringen ihn zu beobachten und darauf zu achten, was wir dadurch über uns selbst lernen können? Stellen Sie sich den Atem als einen Freund oder Ihr Kind vor, dem Sie jeden Tag etwas Ihrer Zeit widmen. Durch konsequentes Üben verringert sich die Anzahl an unwesentlichen Gedanken, wodurch wir eine neue Ebene der Selbsterkenntnis und Intuition erreichen können. Bewusst oder unterbewusst liefert diese Technik Antworten auf die verschiedensten Probleme und Herausforderungen, denen wir gegenüberstehen. Wir werden in ein paar Monaten nach Indien zurückkehren, wo ich im Dorf meines Mannes ein ökologisches Landwirtschaftsprojekt starten werde. Auf die ganz besonderen und wundervollen Erinnerungen an das Racket Center, werde ich immer wieder zurückblicken und diese schätzen. Ich bin in meinem Leben an so viele Orte und Länder gereist, wobei ich wirklichen Frieden und Erleuchtung erst hier, inmitten der Natur rund um das Racket Center entdeckt habe. Es ist schließlich der Ort, der mir geholfen hat, spirituell zu wachsen. Während die Zukunft langsam ihre Geheimnisse enthüllt, warte ich hoffnungsvoll und geduldig auf die bevorstehende Reise, und strebe danach dabei im meditativen Zustand zu bleiben, genau wie der Buddha.

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Auf die nächsten 30 Jahre voller positiver Energie Herzlichen Glückwunsch, liebes Racket Center, zum 30-jährigen Bestehen. Wir wünschen Ihnen und den Mitgliedern weitere Jahre voller Energie.

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ERNÄHRUNG

Kcal? low karb? glykämischer index? nutri-score? Omega-3?

Herausforderungen meistern Beratung war gestern, Coaching ist heute von Vanessa Dietz, ZAP Ernährungsberaterin

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ensch und Helfen. Das ist das Thema des aktuellen Magazins, welches Sie in den Händen halten. Was genau versteht man unter dem Begriff eigentlich? Laut dem Duden bedeutet „helfen“, jemandem durch Handreichungen sowie durch ausgewählte Mittel einem bestimmten Ziel näher zu bringen, bzw. jemandem die Durchführung einer bestimmten Absicht zu erleichtern. Der Beruf der Diätassistentin/des Diätassistenten ist einer dieser, bei dem soziale Kompetenz und Empathie unabdingbar sind, um im Gegenüber ein Umdenken und eine Verhaltensänderung zu bewirken. Unsere Berufsgruppe hat es sich zur Aufgabe gemacht, anderen dabei zu helfen, einen für Sie gesundheitsfördernden Lebensstil zu finden und zu führen. Direkt beim Bewerbungsgespräch für den Ausbildungsplatz wurden wir gefragt, warum wir diesen Beruf ausüben möchten. Meine Antwort lautete: Um Menschen mithilfe der optimalen Ernährung zu unterstützen, ihre (teils ernährungsbedingten) Beschwerden zu lindern.

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Mir liegt das Wohlbefinden meiner Mitmenschen sehr am Herzen. Egal ob es sich um körperliche Beschwerden wie Rücken- oder Knieschmerzen oder ernährungsbedingte Erkrankungen handelt. Besonders wichtig ist mir das Thema Prävention. Denn wieso erst handeln, wenn es bereits zu Einschränkungen gekommen ist? Ich unterstütze Sie dabei, diese von Anfang an zu vermeiden. Mit verschiedensten Denkanstößen möchte ich Sie in Einzelgesprächen oder in unserem Präventionskurs „Figurscout“ dazu bewegen, Ihren aktuellen Lebensstil zu überdenken – dazu gehört Ernährung, aber auch das Thema Sport, die „Work-Life-Balance“ und die Art und Weise, das Leben zu betrachten. Deshalb überlegen Sie einmal: Ist Ihr Glas immer halb voll oder halb leer? Denn dies hat entscheidenden Einfluss darauf, wie zuversichtlich Sie sind, bevorstehende Krisen und Herausforderungen – wie das Thema Lebensstiländerung – bewältigen zu können.


Methoden, wie Ihnen das gelingen kann, bespreche ich mit Ihnen im Rahmen einer Ernährungsberatung.

und Nährstoffen und nicht dazu, das Gefühl von Langeweile, Angst oder Traurigkeit zu bewältigen.

Hierbei sehen Sie: Bei der Beratung zum Thema Gewichtsreduktion oder einer allgemeinen Ernährungsumstellung geht es oftmals gar nicht darum, die richtigen Lebensmittel zu wählen. Ich gehe davon aus, dass jeder schon einmal etwas darüber gehört oder gelesen hat. Es geht also weniger um das Vermitteln von wissenschaftlichen Erkenntnissen im Bereich der Ernährung, sondern vielmehr darum, neues Verhalten zu erlernen. Dies ist nicht einfach und erfordert viel Disziplin. Gerade beim Thema Essen ist es als eine Herausforderung zu sehen, gegen seine Instinkte zu handeln. Ich kann jedoch versprechen: Es wird Ihnen das Leben nachhaltig erleichtern. Es müssen ausschließlich neue Gewohnheiten antrainiert werden. Und dies ist deutlich wirksamer als stur Ernährungsplänen zu folgen. Es geht darum, im Kopf etwas zu verändern, zu verstehen, warum man eigentlich isst und alternative Handlungsweisen zu entwickeln und zu verinnerlichen.

Kinder besitzen diese Fähigkeit noch und deshalb ist es in diesem Zusammenhang wichtig, deren intuitive Ernährung zu fördern und hier eine Bandbreite an Lebensmitteln anzubieten. Ein Kind weiß, was es braucht und nimmt es sich – wenn ihm die Möglichkeit dazu gegeben wird.

Eine große Rolle spielt auch das Thema Achtsamkeit (RC Premium 01/22). Bewusste Speisenauswahl und achtsames Essen, aber auch achtsam sich selbst und seinen Gefühlen gegenüber zu sein. Negative Gefühle verleiten bis zu 30 Prozent der Menschen dazu, mehr zu essen, als sie eigentlich brauchen (Tenzer; Psychologie Heute 1/2014). Mit dem Erwachsenwerden und den strikten Tagesabläufen ist uns die Fähigkeit abhandengekommen, unsere Gefühle wahrzunehmen, zu benennen und entsprechend zu handeln – bedürfnisorientiert zu handeln. Essen dient der Versorgung des Körpers mit Energie

Im Kontakt mit Kursteilnehmer/-innen oder Patient/-innen in Einzelberatungen ist es dementsprechend mein Anliegen zu helfen, den eigenen Körper und die Signale, die er Ihnen sendet, wieder wahrzunehmen sowie eine bewusstere Lebensmittelauswahl zu treffen. Dies funktioniert auch durchaus erfolgreich und es bereitet mir Freude, wenn Kursteilnehmer/-innen berichten, plötzlich keinen Heißhunger mehr zu verspüren oder auch Nein sagen können, wenn Ihnen Essen angeboten wird, sie aber keinen physiologischen Hunger verspüren. Sie möchten ebenfalls etwas an Ihrer aktuellen Ernährungsweise ändern oder Ihr Kind/Enkelkind dabei unterstützen, ein entspanntes und positives Verhältnis zum Essen zu entwickeln und sich altersgerecht zu ernähren? Dann kontaktieren Sie mich unter: dietz@zap-nussloch.de

Unsere Angebote: Krankenkassenbezuschusster Figurscout Präventionskurs, Einzelberatungen nach § 43 SGB V sowie Kinderernährungskurs ab Oktober.

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Zutaten für eine Portion 250 g Kabeljaufilet 200 ml Gemüsebrühe 200 g Kürbis 2 Tomaten 8 Oliven, schwarz 0,5 Zwiebel 0,5 Knoblauchzehe 2 TL Zitronensaft 3 TL Petersilie, gehackt 1 TL Öl Salz Pfeffer Zimt Dieses und weitere tolle Rezepte finden Sie in Ihrem individuellen figurscout Kochbuch.

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ZUBEREITUNG

1. Den Fisch mit einem Teelöffel Zitronensaft, Salz und Pfeffer würzen.

2. In einem Topf die Brühe zum Kochen bringen, den restlichen Zitronensaft und die Petersilie hinzufügen. Das Kabeljaufilet hineinlegen und ca. 7-10 Minuten bei niedriger Temperatur köcheln lassen. 3. In der Zwischenzeit die Zwiebel und Knoblauchzehe abziehen und klein würfeln.

4. Die Tomaten und den Kürbis grob würfeln und die Oliven halbieren. 5. Das Öl in einer Pfanne erhitzen und die Kürbiswürfel ca. 3 Minuten andünsten. Dann das restliche Gemüse dazu geben und weitere 5 Minuten dünsten. Anschließend mit Salz, Pfeffer und Zimt nach Belieben würzen und die Petersilie unterheben. 6. Den Fisch mit dem Pfannengemüse anrichten und servieren.

1 Portion enthält ca.: 417 kcal I 20 g Kohlenhydrate I 50 g Eiweiß I 12 g Fett I 8 g Ballaststoffe

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Leistung & Erfolg

KURZ NOTIERT ...

Time to say goodbye – neue Herausforderungen warten

„Weine nicht, weil es vorüber ist, sondern lächle, weil es so schön war.“ (Gabriel García Márquez)

Jugend trainiert für Olympia & Paralympics

Großartige Leistungen der Teams des Gymnasiums Englisches Institut Heidelberg beim Bundeswettbewerb der Schulen Jugend trainiert für Olympia & Paralympics. Zwei der vier gemeldeten Mannschaften (Mädchen Jahrgänge 2001 und Jünger) und WK3 (Jahrgänge 2007 – 2010) Jungen, besetzt mit vielen Schüler/innen der Tennisakademie Rhein-Neckar, konnten sich über mehrere Bezirksrunden für das Regierungspräsidiumsfinale qualifizieren. Die Mädchen unterlagen dort nach hartem Kampf knapp mit 2:4 dem Burghardt Gymnasium Buchen. Die Jungs konnten sich hingegen mit einem klaren 6:0 Erfolg gegen das HSG Eberbach für das Landesfinale in Stuttgart qualifizieren. Dort konnten sie im Halbfinale das Faust Gymnasium Staufen ohne Satzverlust bezwingen und trafen im großen Finale auf das OHG Ludwigsburg. In teilweise hochklassigen Matches setzte sich das Tennisgymnasium aus dem RP Stuttgart verdient durch und wird nun Baden- Württemberg in Berlin vertreten. Wir wünschen hierzu viel Erfolg.

Chinesisches Junioren-Nationalteam zu Gast im RC

Vom 26. September bis 2. Oktober begrüßt das Racket Center das Nationalteam der chinesischen Badminton-Junioren. 26 Athleten und 6 Betreuer aus Peking bereiten sich in der RC-Badmintonhalle auf die YONEX German Ruhr U19 international in Mühlheim vor.

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So werde ich meine Zeit im ZAP in Erinnerung behalten. Für mich hat sich eine neue Möglichkeit geboten, meine Fähigkeiten und mein Wissen als Personal Trainerin weiter auszubauen, welche ich ergreife. Es war bei Weitem keine leichte Entscheidung, das Team, die Trainierenden sowie meine Arbeit im ZAP hinter mir zu lassen und etwas Neuem und Unbekanntem entgegenzugehen. Ich verabschiede mich also mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Zum einen freue ich mich auf die neuen Herausforderungen, die mir bevorstehen – zum anderen werde ich unser Team und auch die Arbeit mit den Mitgliedern unheimlich vermissen. Die Zeit im ZAP hat bei mir viele positive Spuren hinterlassen und dafür möchte ich mich herzlich bedanken. Jeder Einzelne hat meine Zeit im ZAP zu etwas ganz Besonderem gemacht und ich hoffe, ich konnte auf die ein oder andere Weise etwas davon zurückgeben! Viele Grüße und hoffentlich bis bald, Eure Bella


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IM INTERVIEW

Prof. Dr. med. Felix Herth

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„Einrichtungen wie Ihr ZAP können eine Hilfe sein, um bei Atemwegserkrankten die Atemnot zu reduzieren und die Leistungsfähigkeit zu steigern, das gesundheitliche Befinden und damit die Teilhabe am Leben zu verbessern“. Prof. Dr. med. Felix Herth, Chefarzt der Pneumologie und Beatmungsmedizin, Medizinischer Geschäftsführer der Thoraxklinik Heidelberg im persönlichen Gespräch mit Matthias Zimmermann

A

ls Lungenfacharzt und ärztlicher Direktor der Thoraxklinik des Universitätsklinikums Heidelberg ist Felix Herth in der Corona-Pandemie besonders gefragt. Da diese Virusinfektion ganz primär Atemwegserkrankungen auslöst, steht er als Chefarzt der Pneumologie und Beatmungsmedizin bei der Covid Therapie seit Anbeginn an vorderster Front. Dabei sind er und sein Team in der Forschung, der Therapie und auch in der Prävention zur Erhaltung und Wiedergewinnung der Funktionsfähigkeit der Atemwegssysteme wahrlich gut beschäftigt – auch

Lieber Herr Prof. Herth, Sie sind nach einem bestimmt herausfordernden Arbeitstag mit dem Fahrrad angereist. Ist das ihre persönliche Lungenpflege? HERTH (lacht): Ja – und nicht nur Lungen-, sondern auch Seelenpflege! Tagtäglich mit dem Rad unterwegs zu sein ist Teil meines Lebensgefühls. Frühmorgens von Handschuhsheim nach Rohrbach in die Thoraxklinik sind schon mal rund sieben Kilometer, für die ich so etwa zwanzig Minuten brauche, in denen ich meinen Tag vorausdenken kann. Abends auf dem Weg zurück kriege ich wunderbar den Kopf frei und ein bisschen Abstand zum Alltag in der Klinik. Der Weg zu Ihnen durch die Natur und die Dreiviertelstunde zurück, die mir noch bevorsteht, hat dann schon richtigen Trainingscharakter. Auch solche Touren mache ich dann und wann ganz gerne. Die Präventions-Empfehlung zur Pflege der Atemwegssysteme liegt ja bei zirka drei Stunden moderatem Ausdauertraining pro Woche. Dieser Empfehlung komme ich mit meinem Rad locker nach.

ohne Corona. Gut Luft zu bekommen ist für das menschliche Empfinden von unvergleichlich existentieller Bedeutung, das weiß jeder, der schon mal Atemnot erleben musste. Die Lunge ist das Organ, das Felix Herth fasziniert und dem er seine medizinische Karriere gewidmet hat. Wir unterhalten uns an einem heißen Tag im August auf der Gartenterrasse des Racket Centers, das er – wie alles im Umkreis von 20 km um Heidelberg – mit dem Fahrrad angesteuert hat. Ohne E-Motor, wohlgemerkt ...!

Ich erlebe Sie bei sehr guter Gesundheit. Was empfehlen Sie denn Menschen, die mit Atemwegserkrankungen belastet sind? HERTH: Tatsächlich fühle ich mich ganz fit. Gleichzeitig weiß ich, dass eine gute körperliche Konstitution ein Geschenk ist, für das ich dankbar bin. Aber ich tue eben auch was für meine Gesundheit. Menschen mit chronischen Lungenkrankheiten wie Asthma oder COPD profitieren ebenfalls sehr von Bewegung und körperlichem Training. Für Atemwegspatienten gilt wie für Krebspatienten das, was für orthopädische Patienten längst Selbstverständlichkeit ist: allgemeine und vor allem spezifische Trainingsprogramme haben den gleichen Stellenwert wie die medikamentöse Therapie! Insofern können Einrichtungen wie Ihre eine großartige Hilfe sein, um bei Atemwegserkrankten die Atemnot zu reduzieren und die Leistungsfähigkeit zu steigern, das gesundheitliche Befinden und damit die Teilhabe am Leben zu verbessern. Ich sage deshalb „sein können“, weil Sie her-

vorragende räumliche Voraussetzungen haben. Wir wissen aber, wie sehr der positive Effekt von spezifischen Trainingsprogrammen primär von der Expertise der Trainer und Therapeuten abhängt. Für allgemeine körperliche Aktivitäten wie Walking oder behutsames Laufen, Schwimmen oder eben Radfahren, gibt es schon ein paar Regeln. Wäre ich also Atemwegspatient, würde ich bei diesen Temperaturen nicht in der Mittagshitze radeln, wenn die Ozonwerte besonders hoch sind. So schön die Natur ist, würde ich als Allergiker auf dem Weg zu Ihnen nicht durch blühende Felder radeln. Auch würde ich viel befahrene Straßen, auf denen die Autofahrer im Schritttempo den Fußgängern und Radfahrern ihre Autoabgase ins Gesicht blasen, möglichst meiden. Wie und warum sind Sie eigentlich ausgerechnet Lungenarzt geworden? HERTH: Also, der erste Teil Ihrer Frage ist einfach zu beantworten. Zuerst absolviert man ein Medizinstudium über

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zwölf Semester und dann sechs Jahre Facharztausbildung für innere Medizin. Schon dabei erfolgt die Spezialisierung auf Pneumologie, also zu Deutsch Lungenheilkunde, in der auch noch mal eine Prüfung abgelegt wird. Schlussendlich kommt die Entscheidung, sich mit einer Praxis selbstständig zu machen oder in den klinischen Dienst einzutreten, wofür ich mich entschlossen habe, um die dortigen Möglichkeiten zu nutzen: Sie sind nahe an der Forschung dran, in ein wissenschaftliches Netzwerk integriert, in die Lehre involviert und haben einen Apparat zur Verfügung, der es Ihnen möglich macht, Spitzenmedizin auf höchstem wissenschaftlichem, technologischem und kooperativem Niveau zu betreiben. Und warum ich Lungenarzt geworden bin? Die Heilkunde für Atemwegserkrankungen ist ein spannendes Feld – was allerdings wohl jeder Kollege von seinem Fachgebiet behaupten würde. Also – ehrlich gesagt: einerseits fasziniert mich die Lunge als menschliches Organ, andererseits bestand eine ganz pragmatische Überlegung für diese Entscheidung auch darin, dass einem Facharzt für Pneumologie die Arbeit wohl niemals ausgehen wird … … was wohl unter anderem mit der Unvernunft der Menschen zu tun hat?! HERTH: Das haben Sie gesagt – und damit den Nagel auf den Kopf getroffen. Die menschliche Unvernunft erweist sich als sehr beständig und verlässlich, wenn Sie mir die ironische Anmerkung gestatten. So erleben wir in Deutschland jährlich fast 60.000 neue Lungenkrebspatienten. Damit rangiert diese Krebsart auf Platz 2 der onkologischen Erkrankungen bei Männern nach dem Prostatakrebs, und bei Frauen an dritter Stelle nach Brust- und Darmkrebs. Während die Neuerkrankungsrate bei Männern seit Ende der 1980er Jahre nur noch langsam steigt, nimmt sie bei Frauen weiterhin kontinuierlich und stark zu. Ironisch gesagt: die nach Gleichberechtigung strebenden Frauen schließen zu den Männern auf. Und wenn eine Frau leben will, wie ein Mann, muss sie eben auch sterben wie ein Mann. Stellen Sie sich vor, dass dem RKI zufolge in Deutschland etwa fünfmal so viele Frauen an Lungenkrebs erkranken und sterben wie noch vor 50 Jahren. Dabei sind 90 Prozent der

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Lungenkrebsfälle vermeidbar. Übrigens, um das noch zu ergänzen: neben dem Lungenkrebs gibt es noch eine ganze Reihe an Krebsarten, die durch Rauchen ausgelöst werden, etwa Mundkrebs, Kehlkopf- und Speiseröhrenkrebs, Magenkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs, Blasen- und Nierenkrebs. Also kurzum: Vernünftig wäre es, sofort mit dem Rauchen aufzuhören. Weder zu rauchen noch sich dem Passivrauchen auszusetzen, ist nach unserem Verständnis ein elementarer Aspekt für ein „gelingendes Leben“. Zu einem gelingenden Leben einen Beitrag zu leisten, sehen wir als Zentrum Aktiver Prävention als unsere Aufgabe an. Allerdings verfügen wir ehrlich gesagt über keine Expertise in Sachen Raucherentwöhnung. HERTH: Wir schon, weil das in der Tat anspruchsvoll ist. Außer der Hilfe für Menschen, vom Glimmstängel wegzukommen, tun wir einiges, sie in frühen Jahren davon fern zu halten. Das Programm ohnekippe an der Thoraxklinik – übrigens auch unterstützt von der Manfred Lautenschläger-Stiftung – bietet seit genau zwanzig Jahren neben Raucherentwöhnungskursen auch eine ganze Reihe von Präventionskursen an.

Über 400.000 Schülerinnen und Schüler der 6. und 7. Klasse sind sowohl in den Klassenzimmern als auch – zumindest vor Corona – in unserem Klinikum selbst mit Lungenkrebspatienten oder auch mit Angehörigen von Rauchertoten konfrontiert worden. Seit jüngerer Zeit tun wir das auch mit einem Programm ohnekiffen, da die derzeitige Legalisierungsdiskussion ein Problem verharmlost, das rasant zunimmt. Hoffen wir dabei auf die gleiche Wirkung wie bei ohnekippe, denn: Dass die Metropolregion signifikant weniger Raucher aufweist als in Vergleichsregionen, hat mit hoher Wahrscheinlichkeit auch mit unseren Präventionsprogrammen zu tun. Umso erstaunlicher, dass Zigaretten, Joints und auch Shisha Pfeifen so viele Nachfrager finden. Als Facharzt für Atemwegserkrankungen tut es doch weh zu sehen, was Menschen ihrer Lunge antun. Was ist es denn, das Sie an diesem Organ so sehr fasziniert? HERTH: Stellen Sie sich vor, wir rollen die Lunge aus und legen Lungenbläschen für Lungenbläschen nebeneinander. Dann hätten wir damit eine Fläche von 140 qm, also einmal ihren großen Kursraum, ausgelegt. Um die Leistungsfähigkeit der


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Lunge zu vergegenwärtigen, stellen Sie sich vor, dass wir Menschen ganz nebenbei Tag für Tag einen Heißluftballon aufblasen. Das ist das Luftvolumen, das wir täglich allein durch unsere selbstverständliche und automatisierte Atmung bewegen. Dabei ist kein anderes Organ permanent der Umwelt ausgesetzt. Alles, was in unserer Umgebungsluft unterwegs ist, gerät in unsere Atemwege. Deren Filterleistung ist faszinierend – da kommt kein Luftreinigungsgerät auch nur annähernd mit. Und dann schauen Sie sich die Leistung der Apnoetaucher an. Der Rekord, die Luft anzuhalten, liegt bei beinahe 12 Minuten. Das gelingt nicht dadurch, weil Training die Lunge vergrößert – das ist nicht möglich. Durch meditative Atemtechniken und langjähriges, sehr spezifisches Training der Atemmuskulatur arbeitet ihre Lunge hocheffizient und der Organismus auf Sparflamme. Das ist übrigens für die Lunge durchaus gesund. Ungesund hingegen ist das Auftauchen aus der Tiefe, weil die Sportler Gefahr laufen, einen Schlaganfall zu erleiden. Auch fasziniert mich die Ästhetik der Lunge, die ich erlebe, wenn mir Untersuchungen des Bronchialsystems mit dem Bronchoskop einen Blick in die Strukturen der Lunge erlaubt. Wenn ich dann zum Beispiel bei Operationen sehe, was ein Raucher im Laufe der Zeit diesem wunderschönen Organ und den gesamten Atemwegssystemen angetan hat, macht mich das immer wieder traurig … …und Sie tun ja auch alles dafür, die Heilungschancen bei Atemwegserkrankungen zu erhöhen. HERTH: Wir haben in den letzten Jahren die Heilungschancen oder auch die Möglichkeiten der Verlängerung eines Lebens in annehmbarer Qualität enorm verbessern können. Bei onkologischen Erkrankungen gehören zu den Säulen einer Therapie neben Operation, Chemo- und Strahlentherapie nun auch immunonkologische und zielgerichtete Therapien, die auf einer genauen Analyse des Tumors beruhen. Mir ist bekannt, dass Sie ein Programm Aktiv leben nach Krebs anbieten und im Netzwerk OnkoAktiv e. V. engagiert sind. Also wissen Sie um den gezielten und damit wirkungsvollen Einsatz von Trainingsmaßnahmen in der Nachsorge. Es ist weitreichend anerkannt, dass für die Lebensqualität der

Menschen aktive Bewegungsprogramme sehr wichtig sind. Dies gilt gerade für die Therapie der so genannten Fatigue, also des Erschöpfungssyndroms, das wir auch bisweilen im Nachgang einer Corona-Erkrankung sehen und als Long-Covid Symptom kennen. Und bitte nehmen Sie für ihre Patienten- und auch Mitgliedergespräche die Bedeutung der Vorsorge mit. Dazu gehört neben einer Leistungsdiagnostik für das Herz-Kreislauf-System, einer Darmspiegelung und anderer seriöser Vorsorgeuntersuchungen eben auch die Lungenfunktionsmessung. Um hierbei zu belastbaren Ergebnissen zu kommen, müssen Atemmanöver sehr präzise ausgeführt werden, was die Expertise eines darin geübten Pneumologen unabdingbar macht. Vor allem können Sie argumentieren, dass die Befundwahrscheinlichkeit zehnmal höher ist als bei einer Herzdiagnostik. Da die Folgen einer Lungenerkrankung sehr viel später spürbar werden – beim Raucher kann das Jahrzehnte dauern – kann die Vorsorgeuntersuchung der Lunge Leben retten! Es gibt also gute Möglichkeiten der Prävention, um Lungenerkrankungen zu vermeiden oder früh zu erkennen und demnach wirkungsvoll zu behandeln. Bei kaum einem Organ ist die existenzielle Wichtigkeit spürbarer als bei der Lunge. Wem einmal der Atem versagt, der weiß, wovon ich spreche. Dennoch hat man manchmal das Gefühl, je mehr man versucht, aufzuklären, desto größer ist der Widerstand und das Trotzverhalten. Ist es nicht zum Verzweifeln, wenn Vermeidbares derartigen Aufwand nachsichzieht? HERTH: Eigentlich müsste man wirklich meinen, irgendwann hat´s jeder kapiert und lässt die Finger von Zigaretten und Zigarren, Haschisch- und Shisha Pfeifen. Gerade junge Leute erliegen Mythen, die zur Falle werden. Manche meinen zum Beispiel, dass sie zwar rauchen, aber wegen Sporttreibens ihrer Lunge nichts passiert. Oder ein Mythos lautet auch: ich rauche nicht auf Lunge. Aber der Sog muss ja irgendwo herkommen. Oft hören wir: Wenn ich möchte, kann ich morgen aufhören. Und Wasserpfeifen oder E-Zigaretten sind ja völlig harmlos. Fakt ist: Tabakrauch ist ein gefährliches Giftgemisch, egal ob aus der Zigarette oder der Shisha. Letztlich sind das alles

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Substanzen, die auf teils unterschiedliche chemische und physikalische Weise toxisch wirken. Ich denke mir bei den Aussagen solcher Menschen dann – Sie sehen mir den Galgenhumor nach: alles Kundschaft …! Manche verstehen ihr Verhalten wohl als Ausdruck von Freiheit – eine falsch verstandene Form der Autonomie im Sinne der selbstlegitimierten Unvernunft. Aber davon erleben wir in der Corona-Pandemie ja massive Auswüchse, zum Beispiel bei der Frage: impfen – ja oder nein? HERTH: Wenn Sie diese Frage an mich richten, ist meine Meinung schlicht und einfach. Impfen? Ja klar! Bitte kommen Sie den Empfehlungen der Stiko nach – nicht nur gegen SARS-CoV-2, sondern auch gegen eine Infektion mit InfluenzaViren. Wir haben in der Coronazeit viele Menschen sterben sehen, aber auch vielen helfen können. Dabei hat das Patientenaufkommen unsere Kräfte enorm gefordert. Ich könnte darüber so viel berichten, dass ein ganzes RC Premium dafür bei weitem nicht ausreichen würde. Aber kurzum: Impfen hat uns allen geholfen und wird es auch weiter tun. Es ist eben noch nicht vorbei! Mein medizinisches Wissen und mein bisweilen sehr hilfreicher Optimismus sagen mir aber, dass sich die Pandemie in absehbarer Zeit ausschleichen wird, also zur Endemie wird. Was jedoch in der Welt bleiben wird, ist SARS-CoV-2 und folglich die Covid-Erkrankung – so, wie es eben eine Influenzagrippe gibt, an der auch viele Menschen leider Jahr für Jahr sterben. Bleiben wird auch die Maske. Vernünftig ist es, in Innenräumen mit vielen Menschen ohne Abstandsmöglichkeit, gerade z. B. in öffentlichen Transportmitteln oder Einkaufszentren, einen MundNasenschutz zu tragen, wie das in asiatischen Ländern zum Straßenbild gehört und wir das tagtäglich im Klinikalltag tun. Insofern – glauben Sie mir: Maske tragen ist zumutbar und ein Zeichen der Vernunft! Um unserem Gespräch ein „gelingendes Fazit“ zu geben: Wenn es aus den Erfahrungen der letzten beiden Jahre irgendetwas Positives gibt, was fällt Ihnen dazu ein? HERTH: Außer, dass wir in dieser Zeit unglaublich viel gelernt haben – und ich lerne gerne dazu – ist das Positive mei-

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Prof. Dr. med. Felix JF Herth begann seinen akademischen Werdegang 1984 an der Universität in Freiburg mit dem Medizinstudium, welches er 1990 beendete. Anschließend folgte ein Studium in der Gesundheitsökonomie am Betriebswirtschaftlichen Institut Prof. Braunschweig und Oeconomia Medica AG, Chur von 1998 bis 2000. In den Jahren von 2007 bis 2009 erlangte er den Titel als Europäischer Gesundheitsführer über die Wirtschaftshochschule Insead in Fontainebleau, Frankreich.

Sein beruflicher Werdegang startete 1994 mit einem Weiterbildungsprogramm in der Inneren Medizin am Klinikum Karlsruhe. Darauf folgte 1996 ein weiteres Weiterbildungsprogramm im Bereich Pneumologie in der Thoraxklinik, Heidelberg. Im Jahr 1997 arbeitete er als Facharzt in der Abteilung für Innere Medizin, Onkologie und interdisziplinäre Endoskopie. 2003 wurde Prof. Dr. med. Herth medizinischer Leiter in Boston, USA für experimentelle Pneumologie im Beth Israel Deaconess Krankenhaus, Harvard. Seit 2004 bis heute ist er Vorsitzender und Leiter der Thoraxklinik des Universitätsklinikums Heidelberg, in der Abteilung Pneumologie und Intensivmedizin. Von 2009 bis 2011 war er medizinischer Leiter des internationalen Forschungsbüros für Brusterkrankungen, BIMDC, Harvard an der Medizinschule Boston, USA. Von 2015 an bis heute arbeitet Prof. Dr. med. Felix JF Herth als Chefarzt in der Thoraxklinik des Universitätsklinikum Heidelberg.

ne Hoffnung auf echte Veränderungen. Sie als Betreiber einer Physiotherapie haben ja bereits bessere Abrechnungssätze für Ihre Therapieleistungen verzeichnen dürfen. Wir rasen in einen medizinischen Versorgungsmangel hinein, der nur durch mehr Personal überwunden werden kann. Die Menschen in den medizinischen und sozialen Diensten müssen bessere Arbeitsbedingungen und mehr Respekt, vor allem aber auch mehr Vergütung für ihre Arbeit erhalten. Der Beruf des Pflegers, des Therapeuten oder der medizinischen Fachangestellten muss auch finanziell attraktiver werden. Darüber hinaus hoffe ich sehr, dass die Digitalisierung – also die eHealth Infrastruktur mit ihren DiGAs (Digitale Gesundheitsanwendungen) – endlich massiv vorangetrieben wird, eine bessere Vernetzung zwischen den Akteuren des Gesundheitswesens stattfindet und dadurch erhebliche Kenntnis- und Effizienzgewinne realisiert werden. Der Patient muss Herr seiner Daten werden. Dazu ist auch die Patientenqualifizierung wichtig. Möglicherweise müssen Einrichtungen wie Ihre dabei eine Rolle spielen, um Menschen den Umgang mit ihrer Patientenakte oder einer Gesundheits-App näher zu bringen. Mit Trainings-Apps haben Sie ja Erfahrungen. Weiterquali-

fizierungsangebote für Mitarbeiter ihrer Branche werden neue Karriere-Perspektiven auch für Fitness- und Gesundheitstrainer und Physiotherapeuten eröffnen. Auch sind starre Versorgungsstrukturen und manch lieb gewonnene Besitzstände endlich zu überwinden. Wieviel in den letzten Jahren deutschlandweit versäumt worden ist und wie sehr wir bei alldem in Rückstand geraten sind, hat die Corona-Pandemie schmerzlich offenbart. Jetzt hoffen wir alle auf die richtigen Maßnahmen der Entscheidungsträger im Gesundheitssystem und auf positive Entwicklungen – zuallererst für die Patienten in unserem Land ...! Ihr Wort in Gottes (oder des Politikers) Ohr, lieber Herr Prof. Dr. Herth. Offenbart hat die Krise eben auch, wieviel Arbeit vor uns liegt. Ich nehme aus unserem Gespräch mit, dass auch unsere Branche eine verstärkte Rolle dabei spielen kann. Dazu muss es uns gelingen, unser Dienstleistungsangebot weiterhin konsequent auf Gesundheit und Prävention, Therapie und Rehabilitation auszurichten. Ich danke Ihnen sehr für das Gespräch, die ungemein wichtigen Anregungen, und – ganz schlicht und einfach: für Ihre tagtägliche Arbeit …!


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WHO´S WHO Von der Freude, Menschen helfen zu dürfen! Wir stellen Ihnen vor: Prof. Dr. med. Gerhard Schmidmaier

Gäste in unserer Rubrik “Who´s Who” sind dem Racket Center in besonderer Weise verbunden. Dafür reichen bisweilen nur wenige Begegnungen – und dabei das Empfinden, dass Interessen, Haltungen und letztlich Werte nahe beieinander liegen, zum Beispiel die Einsatzbereitschaft zum Wohle anderer – bei Ärzten ganz besonders zum Wohle von Patienten, bei denen es oft um Leben oder Tod geht. Damit der ärztliche Einsatz zu guten Ergebnissen führt, braucht es enormes Wissen und Können, viel Disziplin und Ausdauer – kurzum: überdurchschnittliche medizinische und auch menschliche Leistungen, die besonderen Respekt verdienen. So sind die folgenden Zeilen immer auch ein Ausdruck des Respekts, der Begegnungen so wertvoll macht und für ein gelingendes menschliches Miteinander unabdingbar ist.

Ü

ber die Anzahl der Stunden, die Gerhard Schmidmaier im Laufe seines Berufslebens als Arzt zu jeder Tagesund Nachtzeit in einem Operationsaal zugebracht hat, führt er längst kein Buch mehr. Medizinisches Wissen, technisches Können und das fortwährende Sammeln von Erfahrungen kennzeichnen den Weg zum Facharzt für Chirurgie, orthopädische Chirurgie und Unfallchirurgie. Letztlich geht es bei den unzähligen Operationen unter ganz verschiedenartigen Vorzeichen nur um eines: das bestmögliche Ergebnis zu erzielen. Für den renommierten Arzt einer der bedeutsamsten orthopädisch-traumatologischen Kliniken europaweit steht über allem anderen die Frage: Wie geht es dem Patienten? Kommt er durch? Mit welchen bleibenden Schäden ist zu rechnen? Wie sieht er aus, der Weg zurück in eine annehmbare Lebensqualität?

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Kritische Situationen zu überwinden und den Patienten nach der akuten Behandlung in einem sehr guten Zustand die Klinik verlassen zu sehen, verschaffen ihm große Zufriedenheit. Gleiches gilt für eine gelingende Teamarbeit, der in einem OP ein hoher Stellenwert zukommt. Die Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen, das Treffen schneller Entscheidungen und genauso schnell wie mutig und zielfokussiert zu agieren, machen seinen Beruf so außergewöhnlich. Warum er das ist, was er ist, hat einen Grund, der aus seinem Munde beinahe trivial klingt: Es ist „die große Freude daran, Menschen helfen zu dürfen“. Das ist seine unprätentiöse Antwort auf die Frage, weshalb er Arzt geworden ist. Hinzu kommt die Chance, auch Wissenschaftler zu sein. In einem universitären Umfeld zu forschen bedeutet, nicht nur


in der Anwendungspraxis von enormen technischen Veränderungen zu profitieren, sondern selbst an hochinnovativen Entwicklungen mitwirken zu können. Schmidmaier zählt zu den Pionieren bei der Erfindung und Entwicklung biologisch aktiver Implantate, die eine Reduzierung des Infektionsrisikos und Beschleunigung der Frakturheilung mit sich bringen. Die Wiederherstellung von Knochen- und Weichteildefekten mit der Hilfe von Stammzellen und Wachstumsfaktoren bringen einen unschätzbaren Nutzen für den Patienten. Die Heilungschancen gerade bei polytraumatisierten Patienten konnten in den vergangenen Jahren signifikant verbessert werden. Bei einer älter werdenden Bevölkerung kommt diesen Innovationen eine große Bedeutung zu, schließlich ist es das Ziel, Patienten durch eine hochprofessionelle Behandlung ein Leben in Würde, ohne Schmerzen und idealerweise in der häuslichen Umgebung zu ermöglichen. Dabei gilt es zu bedenken, dass Begleiterkrankungen einer immer älter werdenden Bevölkerung das Ärzteteam vor große Herausforderungen stellen. Umso wichtiger ist ein guter Trainingszustand des Patienten. Allerdings mutet es paradox an, wenn jemand – verursacht durch den Sport – bei ihm auf dem OP-Tisch landet, und danach – eben auch dank Sport – ungeahnt schnell wieder ins gewünschte Leben zurückfindet. Das Paradebeispiel dafür, wie Gerhard Schmidmaier ihn nennt, ist Manfred Lautenschläger. Es war Sonntag, der 21. Juli 2019, die 22. Auflage des Radtreff Rhein-Neckar, in der ausgerechnet der Protagonist dieser herausragenden Benefizradtour mit über 300 Radsportbegeisterten schwer stürzte. Während in der Erstversorgung zunächst schmerzhafte Prellungen vermutet wurden, stellten sich diese nach eingehender Diagnostik in der Chirurgie Heidelberg als schwerste Verletzungen heraus. Eine schnelle Verlegung nach Schlierbach war erforderlich. Ein 80-jähriger Diabetiker mit doppelter Beckenfraktur, vollständig abgeknicktem Oberschenkelhals und Trümmerbruch im Ellenbogen hat im Normalfall eine denkbar schlechte Prognose. Eine über sechs Stunden dauernde Operation ist nicht nur für das OP-Team eine Marathonleistung. Schon allein aufgrund der langen Narkose ist die physische und auch psychische Belastung des Patienten enorm. Mit einem einzigen Operationsgang ein Ergebnis zu erzielen, das – wie wir heute wissen – eine vollständige Genesung des Patienten gewährleistet, spricht insofern für den Operateur, aber auch für den Pati-

Prof. Dr. med. Gerhard Schmidmaier ist Ärztlicher Direktor der Klinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie am Universitätsklinikum Heidelberg. Daneben leitet er die Heidelberg Trauma Research Group (HTRG), ist Mitglied im Vorstand des Zentrums für Orthopädie, Unfallchirurgie und Paraplegiologie und deren Stellvertretender Sprecher.

Nach dem Studium der Humanmedizin an der Technischen Universität München (1990 – 1997) war Prof. Gerhard Schmidmaier bis 2003 Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Klinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie und an der Klinik für Allgemein-, Visceral-, und Transplantationschirurgie an der Charité, Campus Virchow Klinikum, Berlin Charité. Nach seiner Tätigkeit als Oberarzt (2003 – 2006) und als Leitender Arzt der Unfallchirurgie an der Charité, Campus Mitte wechselte er am 1.2.2010 als Leiter der Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, Department für Orthopädie, Unfallchirurgie und Paraplegiologie ans Universitätsklinikum Heidelberg

enten. Die Konstitution eines Leistungssportlers, die mentale Stabilität eines erfolgreichen Unternehmers, das soziale Umfeld einer wunderbaren Familie und unvergleichliche Disziplin bringen Manfred Lautenschläger wieder auf die Beine. Auch wenn die Intensität dem Alter angepasst ist – womit der Vernunft Rechnung getragen wird – steht sein tägliches Trainingsprogramm den zeitlichen Umfängen eines TopAthleten um wenig nach. Wie Prof. Gerhard Schmidmaier darüber denkt, fasst er in einen vielsagenden Satz zusammen: „Manfred Lautenschläger ist mein Vorzeige-Patient“. Warum das so ist und was genau einen „Vorzeige-Patienten“ ausmacht, darüber sprechen Dr. h. c. Manfred Lautenschläger und Prof. Dr. med. Gerhard Schmidmaier beim großen ZAP Gesundheitstag am Sonntag, den 9. Oktober 2022 um 11.30 Uhr und laden dazu jede(n) Interessierte(n) herzlich ein. Das Gespräch wird im Nachgang auf der Mediathek des RNF zu sehen sein können.

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HELFEN Ukraine: ein Land im Krieg

Hilfen und Aktivitäten für dort: kleine gezielte Initiativen von Prof. Dr. Nataliya Soultanian Meine schöne Heimat in ein paar Worten

Es gäbe so viel über mein Heimatland, die Ukraine, zu sagen: ein riesiges Land, mit der Ausdehnung und den Geo- und Klimazonen eines ganzen Kontinents: Mit einer Ausdehnung von beinahe 604.000 Quadratkilometern hat die Ukraine nach Russland das zweitgrößte Staatsgebiet in Europa. Es gäbe so viel zur Ukraine zu sagen, oder allein schon zu meiner Heimatstadt, Lwiw oder Lemberg im Westen der Ukraine. Ich müsste über die lange und wechselvolle und leidvolle Geschichte meines Landes sprechen, über Besatzungen und endlose Unterdrückung, über die verschiedenen Kulturregionen, über die Ureinwohner meiner Region, die Huzulen mit ihrer Handwerkskunst und reichen bäuerlichen Kultur, über die Traditionen, die klassischen Familienwerte und den neuen, kreativen Individualismus, die in meinem Land in den letzten beiden Generationen aufeinandertreffen. Auch könnte ich über den ausgedehnten geschichtlichen Abschnitt schreiben, als Lemberg Teil der Donaumonarchie war und man seitdem meine Stadt wegen ihrer Wienerischen Architektur, der kulturellen Blüte und des Wienerischen Charmes als „kleines Wien“ bezeichnet. Die Altstadt ist Teil des UNESCO-Weltkulturerbes und wird von Bauwerken der Renaissance, des Barocks, des Klassizismus und des Jugendstils beherrscht. Ihr mediterranes Flair diente als Kulisse für sowjetische Filme, die Rom oder Venedig darstellen sollten. Lwiw war auch ein Austragungsort der Fußball-Europameisterschaft 2012, eine Gelegenheit für viele europäische Fans, unter anderem viele deutsche, die Westukraine besser kennenzulernen. Aber unser Raum hier ist begrenzt, deshalb nur ein paar zentrale Stichpunkte:

Sprache

Die offizielle Sprache des Landes ist Ukrainisch. Ukrainisch ist eine melodische Sprache, beim Zuhören entsteht der Eindruck, dass die Ukrainer schnell, emotional und laut sprechen. In der Ukraine sind besonders in den Grenzgebieten wie z. B. in den Transkarpaten an den ungarischen und slowakischen Grenzen viele regionale Mundarten und Dialekte verbreitet. Ukrainisch ist eine ostslawische Sprache im slawischen Zweig der indogermanischen Sprachen. Die ukrainische Sprache ist

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alleinige Amtssprache des Landes und wird dort von rund 32 Millionen Menschen als Muttersprache gesprochen. Im Jahr 2019 hat das ukrainische Parlament ein neues Sprachgesetz verabschiedet, laut dem das Ukrainische zur alleinigen Sprache im öffentlichen Verkehr verwendet wird. Das Ukrainische ist die offizielle Sprache des Landes, die Bevölkerung im Lande ist zum größten Teil zweisprachig, zumindest zweisprachig aufgewachsen. In vielen Familien, vor allem in der Ostukraine, ist Russisch als Familiensprache und Sprache der alltäglichen Kommunikation verbreitet. Sehr tief ist das Russische auf dem Territorium der Ukraine verwurzelt, auch durch 350 Jahre andauernde Russifizierung des Landes und der Verfolgung und des Verbots des Ukrainischen. Umso verständlicher ist es, dass viele nur mit Russisch als Erstsprache aufgewachsenen sind, dazu kommt noch in einzelnen Regionen die geographische Nähe zu Russland, welche den Sprachgebrauch stark geprägt hat.


Sozialstruktur des Landes

Das Land ist von sozialen Ungleichheiten stark durchzogen, die Mittelschicht schrumpft mehr und mehr zusammen und leidet unter der jahrelangen, starken Inflation und der wirtschaftlichen Instabilität. Zur Mittelschicht gehören z. B. die Lehrer und Ärzte, die in staatlichen Strukturen arbeiten, mit niedrigen Gehältern und wenig Aussicht auf bessere Bezahlung. So haben wir in den letzten Jahren einen stark spürbaren Mangel an Lehrkräften, Ärzte in Krankenhäusern werden im Europäischen Vergleich unfassbar schlecht bezahlt, auch hier wird große Unzufriedenheit spürbar. Die Kluft zwischen Arm und Reich wird immer größer, die Entwicklung zum Sozialstaat mit einem staatlichen ausgebauten Gesundheitssystem wird noch Jahre dauern. Umso größere Bedeutung haben Familienverbund und der Zusammenhalt innerhalb der Familie.

Der Krieg – grausam und aus der Entfernung irreal

Dieser Krieg ist unfassbar grausam und in seiner absoluten Sinnlosigkeit beinahe irreal im 21. Jahrhundert! Er zerstört nicht nur mein Land und mein Volk, er deckt auch für Jahrzehnte ein Leichentuch des Grauens, Leidens und des menschlichen Verlustes über das gesamte Land. Der Verlust von Menschlichkeit und das Ausmaß wahlloser Zerstörung wird tiefe Narben hinterlassen, nicht nur in meiner Heimat, sondern auch in Europa und in der ganzen uns zugetanen Welt. Wie immer dieses Grauen endet, die Welt wird und kann nicht mehr dieselbe sein wie vorher! Mit verblutet das Herz, wenn ich jeden Tag Nachrichten aus meiner Heimat lese, welch Leiden und Zerstörung und irreparable Folgen dieser sinnlose Krieg mit sich bringt. Ich kann hier nicht gleichgültig bleiben und organisiere deshalb wenigstens kleine Transporte in meine Heimatstadt Lemberg. Ich führe inzwischen zwei Leben, bewege mich zwischen zwei Realitäten: hier lebe und arbeite ich, genieße den friedlichen Alltag und erfreue mich an meinen heranwachsenden Kindern, während wir zwischendurch Pakete packen und ich im Herzen zu Hause bei meinen Leuten bin, die nur 1000 km Luftlinie entfernt das Grauen des Krieges erleben müssen. Durch meinen kleinen Beitrag fühle ich mich mit meiner Heimat verbunden.

Was tue ich

Ein wenig Linderung verschafft mir in dieser Situation allerdings die Möglichkeit, doch etwas aktive Hilfe leisten zu können. Ich habe also nach der ersten Kriegswoche eine gezielte und verlässliche Hilfsaktion gestartet. Durch ein gutes Netzwerk von Familie, Freunden und Bekannten in der Ukraine bekomme ich die Bedarfslisten und Anfragen von am meisten benötigten Medikamenten, Nahrungsmitteln für kleine Kinder oder medizinischen Geräten. Entweder besorge ich sie mit Hilfe von Spendengeldern oder ich leite diese Listen in verschiedene Netzwerke von Krankenhäusern, Apotheken und an engagierte kirchliche oder private Kreise weiter und erhalte bis heute größten Zuspruch und große

Unterstützung. So konnten wir schon fünf Kleinlaster mit genau den Gütern nach Lemberg bringen, die dort dringend benötigt werden und die dort auch nachweislich ohne jeglichen Verlust und sehr zeitnah ankamen! Zurzeit bin ich dabei, unsere Hilfsaktionen gezielt auf den Osten, besonders auf Zaporizhzhia, auszudehnen. Während im Westen nun durch die konzertierte internationale Unterstützung viele Hilfsgüter zur Verfügung stehen, herrscht im Osten, besonders durch die näher rückende Front, dringender Bedarf an medizinischen Gütern und Geräten, aber auch an Kindernahrung und haltbarer Verpflegung für viele geflüchtete Familien oder alleinerziehende Mütter mit Kindern. Die ersten Spenden für die Versorgung der Kinder, die vorläufig in Internaten der Stadt versorgt werden, sind geflossen und die notwendigsten Sachen konnten vor Ort angeschafft werden. Auf diese Weise können wir im kleinen Umfang gezielt und schnell Hilfe leisten. Ich würde mich sehr freuen, wenn der eine oder andere Leser und Leserin durch eine weitere Spende oder mich durch seinen/ihren Zugang zur Medizin und zur Anschaffung von medizinischen Produkten unterstützen könnte! Meine Kontaktdaten sind über die Redaktion zugänglich. Da ich als „Ein-Frau-Betrieb“ funktioniere, bitte ich um Verständnis, dass ich nicht jede Anfrage und jeden Kommentar beantworten kann, ich freue mich auf gezielte Hilfevorschläge und bedanke mich an dieser Stelle für Ihr Engagement, die Hilfe, die Anteilnahme und jegliche Art Ihrer Unterstützung!

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KOMMENTAR Ukrainekrieg: Unsere Hilfe wird weiter gebraucht! Unter diesem Motto ist auch der Lions Club Walldorf-Astoria aktiv von Jan-Eike Schumacher, Clubsekretär Lions Club Walldorf-Astoria

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uch für die Mitglieder des Lions Club Walldorf-Astoria war mit Beginn des russischen Einmarschs in die Ukraine und der damit einhergehenden Flucht von Millionen unschuldiger Menschen klar: Hier muss geholfen werden. Neben zahlreichen Walldorfer Gruppen hat auch der Lions-Club Walldorf Astoria ukrainische Flüchtlinge unmittelbar nach Ausbruch des Krieges am 24. Februar unterstützt und getreu des Mottos „we serve“ mit der unmittelbaren Hilfe vor Ort angesetzt.

Schulranzen und Rucksäcke sowie finanzielle Unterstützung. Im “Lions-Logistik-Zentrum“, eingerichtet in der Schreinerei Winnes gehen bis heute eine Vielzahl der gewünschten Sachspenden ein, die in enger Abstimmung mit dem Verein „Begegnungen in Walldorf“ den ukrainischen Kindern und Jugendlichen übergeben werden. Das Radgeschäft Tari-Bikes gewährt Fahrradhelme und Fahrradschlösser zu Sonderkonditionen.

In einer Pressemitteilung verurteilte der damalige ClubPräsident, Dr. Timo Jouko Herrmann, den kriegerischen Akt Russlands und den Überfall auf die Ukraine scharf. Gleich danach traten Lions-Freund Christian Winnes und seine Frau Natalia in Kontakt mit den in Walldorf involvierten Organisationen und übernahm eine Koordinationsfunktion. Es folgte eine enge Abstimmung mit dem Lions Club-Mitglied und dem Ersten Beigeordneten der Stadt Walldorf, Otto Steinmann, sowie der Vorsitzenden des Vereins „Begegnungen in Walldorf e. V.“, Katrin Siebold. Der Bedarf an Unterstützungsleistung wurde analysiert. Seitdem ist der Lions Club über seinen gemeinnützigen Förderverein tätig und bittet in fortwährenden Spendenaufrufen um Kinderfahrräder, Roller, Spielzeug,

Die Höhe der Geldspenden belaufen sich auf mehrere tausend Euro. Die Waldschule Walldorf widmete ihren Spendenlauf der Lions-Ukraine-Hilfe und ermöglichte dem Lions-Club mit einem Teil dieses Betrages einigen ukrainischen Kindern die Teilnahme an einem Feriencamp der KJG und beglich die Raummiete für die täglich stattfindenden Sprachkurse für ukrainische Frauen. „Wir als Lions Club Walldorf-Astoria kommen dem Ziel nach, eng abgestimmt mit den Institutionen vor Ort, die ukrainischen Mitbürger mit dem Ziel der schnellstmöglichen Integration nachhaltig und wertschätzend zu unterstützen“, sagt Lions Club-Präsident Oliver Schweickert. Keiner der ukrainischen Flüchtlinge sei freiwillig hier, sondern bedingt durch den grausamen Krieg gezwungen, Leib und Leben in Sicherheit zu bringen. „Wir sollten uns immer vor Augen führen, was der unverschuldete Verlust von Freiheit, Heimat und dem Zuhause bedeutet“, so Dietmar K. Sommer (Vorsitzender Lions Förderverein e. V.). Ein großer Dank geht an dieser Stelle an Herrn Stadtrat und Lions-Freund Christian Winnes und seiner Frau Natalia, die ebenfalls sehr stark im Walldorfer Begegnungshaus in der Flüchtlingsarbeit engagiert ist. Sie haben nicht nur ihre Räume im Industriegebiet für die Sammlung zur Verfügung gestellt, sondern auch in stundenlanger Arbeit die abgegebenen Gegenstände sortiert und verteilt. Dies kann man nicht hoch genug ein-schätzen. Dankeschön sagen wir auch all denjenigen, die mit ihrer Spende zum großartigen Erfolg dieser Aktion beigetragen haben.

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FIRMEN PORTRAIT

Neuer Name – bewährte Philosophie Aus Radsport Peter Brand wird Veloland Brand

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öchte man sich heutzutage ein neues Fahrrad kaufen, trifft man auf ein fast unermessliches Angebot. Im Fachgeschäft, beim Discounter, sogar im Internet finden sich Räder von verschiedenen Marken und Typen sowie Größen und Qualitäten. Das Rad ist längst nicht nur Beförderungsmittel, sondern es ist viel mehr: Stadtrad oder Sportgerät, für Trekking-Touren, für die Rennstrecke oder um Berge zu erklimmen. Es dient dem Transport, der Reise und dem Hobby. Oftmals ist es auch Objekt der Begierde und eine Art Statussymbol geworden. Das Fahrrad wird immer mehr zum Wunder der Technik und begeistert Menschen aller Altersklassen. Viele innovative Technologien bieten viel „Raum für Neues“. Peter Brand, der Gründer des Unternehmens begann in jungem Alter seine Karriere als Radrennfahrer und erzielte große Erfolge. Er wurde Deutscher Meister, zweimaliger Deutscher Vizemeister und zwölfmaliger Badischer Meister. Dem Radsport blieb Peter Brand auch nach dem Ende seiner Karriere als aktiver Radrennfahrer treu. Als die Tour de France-Etappe von Karlsruhe nach Stuttgart stattfand, beteiligte er sich in

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der Organisation und bei den Radrennweltmeisterschaften in München und Stuttgart als Kommissär. Diese Leidenschaft und Erfahrung waren der Antrieb, ein Fahrrad-Fachgeschäft zu eröffnen und über die Jahre stetig weiterzuentwickeln. Im Jahr 2018 übergab Peter Brand nach 40 Jahren sein Herzensprojekt an seine Tochter Nastassja.

Daher ist es auch die Vision meines Teams und mir, durch die Verbindung von Mensch, Technik und Natur kontinuierlich zu einer gesteigerten Lebensqualität und einer nachhaltigen Mobilität beizutragen. Nastassja Brand

UnternehmensnachfolgerInnen brauchen Raum zur Entfaltung – persönlich und unternehmerisch. Diesen Raum nutzte Nastassja, und schuf gleichzeitig Raum für ein Gebäude, das nahe des Floraparks in Wiesloch Akzente setzt. Und so

zog Radsport Brand nach 46 Jahren in ein modernes, funktionales und gleichzeitig traditionsbewusstes Objekt, das deutschlandweit Akzente setzt. Für das Team aus Radfachleuten, vielen Kunden von jung bis alt und für die Gemeinde Wiesloch ist das neue Veloland Brand eine enorme Bereicherung. Fortan wird mit altbewährten Tugenden in einem großzügigen Ausstellungsraum mit neuem Ambiente, mehr Parkplätzen und optimierten Werkstatt- und Lagerkapazitäten, die Angebots- und Servicequalität vorangetrieben. Die Entscheidung für den neuen Namen „Veloland“ fiel, als Nastassja Brand das Konzept hinter der Marke Veloland vorgestellt wurde. Es ist erst das zweite Veloland in Deutschland. Mit einer Fläche von ca. 1.000 qm nur für den Verkauf, 300 qm für die Werkstatt und 2.100 qm Lagerfläche bietet Veloland Brand seinen Kunden mehr als doppelte so viele Fahrräder in der Ausstellung. Konnten zuvor 200 Räder ausgestellt werden, so sind es heute fast 500 Räder in wesentlich funktionalerer und auch ästhetischer Präsentation.


E-Bikes machen einen großen Anteil von ca. 60 Prozent der Ausstellung aus. Im ersten Halbjahr 2022 lag der Verkaufsanteil von E-Bikes bei 50 Prozent. Bemerkenswert ist der Anteil an verkauften Kinder- und Jugendrädern, sowie hochwertigen Fahrrädern ohne Elektroantrieb. Doch die Sparte der E-Bikes wächst immer weiter an. Durch die stetige Neuentwicklung der Motoren und der Akkus entstehen neue Einsatz - und Verwendungsmöglichkeiten. Dazu steigt seit etwa 1 bis 2 Jahren ebenfalls der Anteil an E-Mountainbikes, welche vor 5, 6 Jahren noch kaum auf dem Markt vertreten waren. Außerdem ist der Anteil an Lastenrädern in der privaten Nutzung gestiegen. Das E-Bike ist mittlerweile in allen Altersgruppen angekommen. Die junge Mutter, die den Kinderanhänger nicht ohne Motor „ziehen“ möchte, oder auch der Einsatz von Sporträdern mit Motor für Jung und Alt sind in der heutigen Gesellschaft keine Seltenheit mehr. Zur Entwicklung des Marktanteils von E-Bikes hat die Geschäftsführerin eine klare Einschätzung: „Die Entwicklungen der letzten Jahre bieten wesentlich mehr Möglichkeiten, das Fahrrad als Transportmittel zu nutzen. Reichweiten erhöhen sich, Streckenbeschaffenheiten (Steigungen sowie unebene Fahrbahnen etc.) werden mühelos überwunden. Hindernisse, die bisher Grund waren das Auto bzw. Motorräder und Ähnliches dem Fahrrad vorzuziehen, werden wesentlich geringer oder sogar gar nicht mehr wahrgenommen.“ Aufgrund erhöhter Akkustärken geht der Trend immer weiter in Richtung E-Bikes, da diese unter anderem eine erhebliche Auswirkung auf die Reichweite und damit auch die Einsatzmöglichkeiten der Räder hat. Ein weiteres interessantes Thema sind Antiblockiersysteme für Fahrräder. Generell liegt das Thema Fahrrad und E-Mobilität im weltweiten Trend, wenn es um Nachhaltigkeit und Gesundheit geht. Für viele ist das Fahrrad ein Symbol für Spaß und Erleben der Natur – und immer mehr das erste Mittel der Wahl, wenn es darum geht, einen gesünderen und aktiveren Lebensstil zu pflegen.

Veloland Brand Hauptstr. 176 69168 Wiesloch

Tel.: 06222 948 34-00 www.veloland-brand.de

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AUSBILDUNG

Gemeinsam zum Erfolg

Von Fremden zu Freunden durch gemeinsame Herausforderungen von Jennifer Braunert und Stefan Schütt, BA Studierende im ZAP

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m Januar 2019 waren wir, Jennifer Braunert und Stefan Schütt, füreinander noch Fremde. Als wir beide im Februar im Zentrum Aktiver Prävention zeitgleich ein duales Studium zum Bachelor of Arts im Gesundheitsmanagement starteten, wurde ein kollegialer Grundstein gelegt – noch nicht ahnend, welche gemeinsamen Erlebnisse auf uns warten würden. Heute, fast dreieinhalb Jahre später, haben wir beide unseren Bachelor of Arts im Gesundheitsmanagement erfolgreich abgeschlossen und uns verbindet eine wahre Freundschaft. Dreieinhalb Jahre in Vollzeit zu arbeiten und nebenbei ein Studium zu absolvieren, verlangte einiges von uns ab. Eigenschaften wie Selbstdisziplin, Ehrgeiz, Organisation und vor allem die Bereitschaft sich gegenseitig bei unterschiedlichsten Aufgaben zu unterstützen, galt es zu meistern. Und obgleich wir uns zu Beginn noch überhaupt nicht kannten, machten wir es zur Selbstverständlichkeit für den anderen da zu sein und uns gegenseitig zu motivieren. Ob es die unzähligen Hausarbeiten waren, das wechselseitige Erklären komplizierter thematischer Inhalte, das gemeinsame Lernen oder einfach nur die Unterstützung bei der Organisation, unsere Angelegenheiten unter einen Hut zu bekommen – wir konnten immer aufeinander zählen. Und zählen konnten wir vor allem immer auch auf unsere Kolleginnen und Kollegen im gesamten RC-Team – vor allem auch im ZAP. Das Team ermöglichte

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uns durch seine fachliche und menschliche Unterstützung die Entwicklung vom „Geholfenen“ am Anfang des Studiums zum „Helfenden“ beim Abschluss des Studiums. Wir spornten uns jederzeit gegenseitig zu einem internen Konkurrenzkampf an. So haben wir beispielsweise unsere Noten miteinander verglichen und immer danach gestrebt, besser als der oder die andere zu sein. Dieser Konkurrenzkampf ist aber in keiner Weise negativ zu verstehen, da wir uns so zum Lernen motivierten und stets versuchten unser Bestes zu geben. Neben den Erfolgen, die wir durch unsere Zusammenarbeit während des Studiums erreicht haben, konnten wir die Vorteile der Teamarbeit auch bei unseren Mitgliedern auf der Trainingsfläche beobachten. Gemeinsames trainieren bereitet vielen mehr Freude und erhöht deutlich die Motivation den Weg

in das Zentrum Aktiver Prävention zu finden. Speziell bei den Kursangeboten des ZAP kommen regelmäßig dieselben Personen mit dem Ziel zusammen, ein effektives und gesundheitsorientiertes Training unter Gleichgesinnten zu absolvieren. Mit unserer Ausbildungszeit im ZAP haben wir den Grundstein gelegt – und darauf wollen wir beide aufbauen. Sie werden uns weiterhin im ZAP finden und wir freuen uns darauf, Ihnen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen und Sie bei Ihrer Zielerreichung tatkräftig und kompetent zu unterstützen. Jenni wird weiterhin in Teilzeit im ZAP arbeiten und berufsbegleitend ein Masterstudium absolvieren Stefan wird das ZAP Team ebenfalls in Teilzeit unterstützen und weiterhin für Sie im Mitgliederservice tätig sein.


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STORY Meine 30 bewegten Jahre im Racket Center

Wie es einst begann, was daraus geworden ist – und noch werden wird … von Heinz Schmidt, RC-Mitarbeiter der ersten Stunde

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ch erinnere mich, meinen letzten Aufsatz in meiner Schulzeit geschrieben zu haben, und das ist schon ein paar Tage her. Die Geschichte meiner 30 Jahre im Racket Center aber musste ich in einen Text fassen. Es drängte mich einfach – aus dem Herzen auf´s Paper, wenn Sie so wollen:

liche Mitarbeiter für die Rezeption. Das Logo in der Anzeige zeigte drei unregelmäßige, leicht schräg stehende, türkisfarbene Balken nebeneinander und über die Breite der Balken hinaus den Namen der zukünftigen Sportanlage: RACKET CENTER NUSSLOCH

Was waren die 90er überhaupt für eine Zeit? Musikalisch waren Hip-Hop, Eurodance und die immerwährende Rockmusik angesagt – und Helmut Kohl war der ewige Kanzler! Viele meiner jungen Kollegen/-innen waren noch nicht mal geboren, als das Racket Center aus der Taufe gehoben wurde. Das nur mal so zur Einstimmung. Wie war das nun? Wie fing es für mich an?

In der Anzeige war eine Telefonnummer angegeben, bei der ich sogleich anrief. Es meldete sich eine Herrenstimme: Holger Bremer, Einzelhandelskaufmann, 26 Jahre und seines Zeichens der erste Geschäftsführer des Racket Centers. Wir verabredeten einen Gesprächstermin und, was soll ich sagen: ich war engagiert! Aufgeregt und neugierig war ich: was da wohl Neues auf mich zukommt? Ein paar Wochen später bekam ich eine Einladung zu einer Veranstaltung im Kurpfalzzentrum in Leimen. Es war eine wohlig angespannte Atmosphäre. Nach der Begrüßung wurde uns erläutert, um was für eine Sportanlage es sich handelt. Tennis, Badminton und Squash sollte dort gespielt werden. Wem die Anlage gehörte bzw. wer der Investor ist, wusste ich bis dato nicht. Es folgten weitere Teamtreffen. Rollenspiele wurden durchgeführt (Gast vs. Mitarbeiter), Telefongespräche simuliert, Verkaufsgespräche geübt, gelernt wie man Bons(!) ausfüllt und wie man eine Abrechnung erstellt. Alles „analog“ – in Handarbeit, ohne Computer. Unzählige DIN A3-Blätter als Buchungsplan für sämtliche Tennisplätze, Squashcourts und Badmintonplätze wurden gedruckt. Monatsweise! Ihr könnt euch vorstellen, was das für ein Papieraufkommen war.

Ich saß an einem Samstag im Juli 1992 am Küchentisch, als ich in der RNZ auf eine Anzeige aufmerksam wurde. Eine Sportanlage, die gerade neu errichtet wurde, suchte nebenberuf-

Im Oktober 1992 war es endlich so weit. Das Racket Center nahm den Spielbetrieb auf – und ich sah das Racket Center zum ersten Mal von innen. Ich staunte nicht schlecht!!! So etwas habe ich noch nicht gesehen. Groß, hell, gigantisch. Während ich aufgeregt meine erste Schicht begann, wurschtelten noch einige Handwerker herum, die an den darauffolgenden Tagen die letzten Feinheiten erledigten. Meine Arbeit bestand darin, Platzbuchungen entgegenzunehmen und im Shop (oder eher „Shöpchen“) Kunden zu beraten und zu verkaufen. Die Auswahl im Shop hatte in dieser Zeit noch lange nicht so ein breitgefächertes Sortiment wie heute.

Heinz in seiner ersten Haupttätigkeit als ZAP Gesundheitsberater.

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Jetzt habe ich aber genug über mich geschrieben. Viel interessanter waren die Personen, die ich im Racket Center antraf, in dem zuallererst Tennis gespielt wurde. Damals war es noch die Zeit einer Steffi Graf und eines Boris Becker. So staunte ich nicht schlecht, als eines Tages Anke Huber ins Racket Center hereinspazierte. Die junge Frau sah ich von nun an häufiger in


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der Anlage. Hatte sie doch Training bei Boris Breskvar, einem damaligen Spitzencoach im Tennis, der „bei uns“ Tennisunterricht gab. Natürlich trainierte er „fast“ nur Anke Huber und noch einen anderen Tennisstar: Andrij Medwedjew aus Kiew. Ich fand es damals schon bedeutend und erhebend, im RC zu arbeiten. Was gäbe es alles, über die Jahre hinweg zu schreiben! Ein RC Premium Magazin würde nicht reichen, um all die Ereignisse zu schildern. Es waren Feste, die gefeiert und Sportveranstaltungen, die erlebt wurden, nicht nur mit dem „Racket“. Unvergesslich der „Aerobic Kongress“ – DIE Veranstaltung im Rhein-Neckar-Kreis in den 90ern mit locker 300 bis 400 Teilnehmer/-innen! Das RC „dampfte“ vom Schweiß der Sportler/-innen. Tja, schon damals war das RC multifunktional. Immer mehr kam hinzu, wie der Radtreff RheinNeckar – übrigens: Alles Gute zum 25ten! Auch hier waren und sind 300 bis 400 Teilnehmer die Regel und nicht die Ausnahme. Prominentester Teilnehmer war für mich (außer M. L.) Eddy Merckx. Wie ging´s nach einem fulminanten Start mit einigen betriebsinternen und organisatorischen „Kapriolen“ weiter? Der „weiße Sport“ war über Jahre hinweg nicht mehr so angesagt wie zu Zeiten von Steffi Graf, Boris Becker & Co. Fitness eroberte mehr und mehr den Sportbereich. Die Reaktion darauf? Wir taten erste bescheidene Schritte in die Fitnessbranche und stellten während des Sommers die Fitnessgeräte des kleinen Innenraums hinaus auf einen Tennisplatz. „Fitness unter freiem Himmel“, war das Motto – das Cabriodach machte es möglich. Der Erfolg bestätigte die Heinz in seiner ersten Haupttätigkeit als Facility-Mitarbeiter.

gute Idee! Es kamen immer mehr Trainierende und der Bedarf nach einer größeren Trainingsfläche war gegeben. Nach einigen Zwischenschritten dann der große Ausbau der ehemaligen Tennishalle in ein Zentrum Aktiver Prävention – wachstumsstärkster Anbieter der Branche, geringste Fluktuation und innovativste Programme. 2013 und 2018 zu Deutschlands Studio des Jahres gekürt entwickelte sich das ZAP zum Branchenprimus. Gesundheit und Prävention, Therapie und Rehabilitationssport, Personal und Functional Training – alles unter freiem Himmel! Für die Gäste ein Highlight, das europaweit seines gleichen sucht. Was aber wären all die Jubiläen, Feste, Veranstaltungen und Sportflächen – ja, was wäre das Racket Center ohne seine Mitglieder, ohne seine Sportler und Sportlerinnen im ZAP, in der Tennisakademie Rhein-Neckar, beim Badminton, Squash und Tischtennis? Beim Viet Vo Dao, dem Ballett oder dem Rehasport. … oder einfach nur beim Verweilen bei einem leckeren Essen im Restaurant Marea. „Mein Sport hat ein Zuhause“ trifft auf kaum jemanden mehr zu als auf mich. Und Ihr, liebe Sportlerinnen und Sportler, habt hier im Racket Center auch Euer sportliches Zuhause gefunden. Mit Euch lebt das Racket Center, Ihr gebt dem Racket Center den Spirit, den es verdient. Folgt mir nun auf dem Zeitstrahl durch 30 interessante und bewegte Jahre. 1992 im Oktober wurde zum ersten Mal im Racket Center Tennis, Badminton und Squash gespielt. Im Jahr darauf wurde der Kursbereich ins Leben gerufen, lange vor dem ZAP. Es folgte die Gründung eines Vereins und – noch ein Highlight im Jahr 1994 – war der Bau eines tollen „Schwitzkastens“, einer Blockhaus-Sauna im Außenbereich. 1996 wurde zum ersten Mal die neue Traglufthalle aufgebaut (der Gaspreis war damals kein ernstes Thema!). Hier war und ist heute noch Manpower und Teamwork angesagt. Bei 2(!) Tonnen Material kein Kindergeburtstag! 1997 wurde der 5. Geburtstag gefeiert, im kleinen Kreise und unter neuer Geschäftsführung. Mit dem Ende der Boris Breskvar Tennisakademie folgten ein paar ruhige Jahre für das Haus, erneut ein Wechsel in der Geschäftsführung und für mich persönlich – unter den Bedingungen der damaligen Geschäftsführerin – eine kurze Auszeit mit Abstand vom RC. Dann, zum Millennium im Jahr 2000, übernahm Dr. Matthias Zimmermann das Management des RC. Es begann eine neue Zeitrechnung mit neuem Logo, neuem Markenauftritt und umgebauten Erdgeschoß sowie neu erbauter Inselterrasse über dem Teich im Außenbereich des selbst geführten Restaurants. Und für mich die Chance, auf die ich gehofft hatte: mein Come-Back im Racket Center. Mit der Jahrtausendwende wurde aus einer Verwaltung ein Management, aus Werbung Marketing und aus Leitung wurde Führung. Am Ende des ersten 5-Jahresplan standen 2005 eine etablierte Ballschule Heidelberg, die neu gegründete Tennisakademie RheinNeckar und ein ITF-Weltranglistentennisturnier. In dem Zusammenhang erschien zum ersten Mal das RC Premium als

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kleine Hauszeitschrift. Es folgte die Eröffnung des kleinen ZAP – das Zentrum Aktiver Prävention, wie es bis heute bezeichnenderweise heißt und die Integration der Viet Vo Dao Organisation mit ihrer vietnamesischen Bewegungskunst von Tai Chi bis Viet Vo Da Kampf- und Selbstverteidigungskurse. Für das Gebäude und das Konzept der Tennisakademie Rhein-Neckar aber bekamen wir eine internationale Auszeichnung: PTR Private Facility of the Year (Professional Tennis Registry, Hilton Head Island). Der nächste Fünfjahresplan brachte bis 2010 dem Racket Center einen Turniersportverein, der Mannschaften bei den Medenspielen ins Rennen schickte und Tennisturniere veranstaltete. Aus den Anfängen eines kleinen ZAP wurde dank des Milonzirkels ein wachsendes Präventionszentrum, das kurz vor einem großen Wurf stand. Die GSM wurde gegründet und Veranstaltungen etabliert, die von der Gesellschaft für Sportmanagement mbH organisiert wurden. Mir bleiben besonders in Erinnerung die Galaabende anlässlich des MLPCup, der in der Zwischenzeit bereits mit 25.000 US$ dotiert war. Zum mittlerweile etablierten MLP-Cup gesellte sich im Sommer ein gänzlich neues Turnier dazu. Die „Racketlon German Open“ hielten Einzug und das Racket Center konnte seine ganze Leistungsfähigkeit in allen Racketsportarten unter Beweis stellen. Dieses Pensum war nur möglich durch die zahlreichen studentischen Mitarbeiter, die halbjährlich in unserem Haus ihr Praktikum absolvierten und viel Schwung in die Bude brachten. Mit dem „Praktika Award für kleine & mittlere Unternehmen in Deutschland“ erhielt die GSM Heinz in seiner ersten Haupttätigkeit als Rehasportübungsleiter.

in Berlin eine bundesweite Auszeichnung mit riesigem Renommée! Die GSM ging auch außer Haus, veranstaltete die Jahreskonferenz der European Association for Sportmanagement (EASM) und eine Reihe von Sportstifter-Symposien, zum Beispiel an der Universität Heidelberg und im Rosengarten Mannheim. Das schönste daran: ich war immer mit dabei … Die 10er Jahre waren zweifellos geprägt vom großen Wurf. Fast vier Millionen Euro investierte Familie Lautenschläger in den Umbau der Zweifeld-Tennishalle in das große ZAP. 2011 waren unsere Trainierenden den ganzen Sommer über Baumaßnahmen im Fitnessbereich ausgesetzt. Sie mussten über Monate hinweg Staub und Lärm ertragen und erwiesen sich dabei als unglaublich tapfer. Auch das Arbeiten für die Mitarbeiter war in dieser Zeit kein „Zuckerschlecken“, obwohl der Umbau in Rekordzeit bewältigt wurde. Dann aber: Trommelwirbel – und ganz „großes Kino“!!! Am 19. Oktober 2011 war die große Eröffnungsfeier des neuen ZENTRUM AKTIVER PRÄVENTION. Der Aufwand hat sich mehr als gelohnt. Etwas Einzigartiges wurde geschaffen. Ein „neues sportliches Zuhause“ für unsere Trainierenden und für uns, die hier „schaffen“ dürfen. Im Jahr darauf ging unsere ZAP Physiotherapie an den Start. Der Rehasportverein „REHASPORT ProAktiv e. V.“ wurde gegründet. Die Schachakademie Rhein-Neckar und die Ballettschule Symczak-Weber fanden im RC ihr sportliches Zuhause. Zum Ende dieses 5-Jahresabschnittes stand die Auszeichnung „Studio des Jahres“ der Fachzeitschrift Body Life zu Buche. Der nächste Abschnitt in der langfristig angelegten Fünfjahresplanung war geprägt vom Umbau des Foyers. Abermals wurde zum Takt von Schlagbohrmaschine und Presslufthammer trainiert. Ich bringe es auf den Punkt. Das Restaurant, der Shop und der Empfangsbereich wurden komplett neu gestaltet. Das Ergebnis kann sich sehen lassen! Sieht gut aus, lässt sich gut shoppen und dank unseres Marea schmeckt´s auch gut! Auch ein Rekord wurde gebrochen. Beim „Indoor Rowing gegen Krebs“ erzielte mit 6801 Meter in 30 Minuten Manfred Lautenschläger eine deutsche Jahresbestleistung bei den über 70-Jährigen. Und – richtig gerechnet: Das 25jährige Jubiläum des RC stand an. Mit „The ReBeatles“ füllte eine Beatles Coverband die Wiese hinter dem ZAP. Knapp 700 Besucher hatten mächtig Spaß – und wir ein wunderbares Fest! 2018 dann die Belohnung für sechs Jahre unermüdliche Teamarbeit. Ich würde lügen, wenn ich sage, dass ich nicht mächtig stolz war auf die Auszeichnung „Studio des Jahres“. Der Deutscher Sportstudio Verband und das Branchenmagazin fitness Management mit einer Begutachtung durch die DHfPG – Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement waren sich einig: der Titel geht nach Nußloch – weil es eben um viel mehr geht, als um Sport … Am Ende dieser fünf Jahre war zu Beginn des Jahres 2020 gerade das erfolgreichste Jahr der Firmengeschichte absolviert: Etabliert waren ein ganzer Veranstaltungskanon, drei tolle Ausgaben RC Premium pro Jahr und eine wachsende Gemeinschaft an Menschen, für die gesundheitsorientiertes Muskeltraining so selbstverständlich geworden ist wie Haare-

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waschen, Zähneputzen oder Hauteincremen: „Muskelhygiene“ etablierte sich als Schlagwort. Der MLP-Cup 2020 mit einer enormen Resonanz durch Zuschauer und Förderer war ein Jahresauftakt nach Maß und versetzte zwanzig Jahre nach der Übernahme der Geschäftsführung durch Matthias Zimmermann das Racket Center mit unserem eingeschworenen Team in einen Steigflug. Das Unternehmen wurde zu dem, was wir uns immer gewünscht haben. Die langfristig angelegte Entwicklungsstrategie ging auf, alle Zahnräder griffen ineinander und der „Motor schnurrte“ – bis zum 16. März 2020. Corona! Totaler Strömungsabriss. Das Racket Center: geschlossen. Das Team: nach Hause geschickt. Es gab Tränen – das will ich gar nicht leugnen! „Aufgeben war nie eine Option“, lautete der Titel des Buches, das Ingrid Thoms-Hoffmann über Manfred Lautenschläger in dieser Zeit geschrieben und in 2021 veröffentlicht hat. Es wurde uns zum Leitmedium und der Titel zu unserem Motto: Nein, wir geben nicht auf – im Gegenteil: dank der Investitionsbereitschaft und der positiven Energie von Manfred Lautenschläger und seiner Familie wurden neue Geräte angeschafft und zahlreiche Renovierungsmaßnahmen vorgenommen. Das Zentrum Aktiver Prävention erstrahlte in neuem Glanz, ein Außenbereich mit Trainingsfläche wurde geschaffen und im Juli 2022 zum 30-jährigen Jubiläum ein Fest der Superlative gefeiert. 1.100 Menschen genossen erst vor wenigen Wochen einen lauen Sommerabend bei Musik der legendären Band Queen und dem Service eines Teams, das sich an diesem Abend ehrenamtlich für seine Mitglieder engagierte.

Heinz in seiner ersten Haupttätigkeit als Indoor Cycling Instructor.

Was das Racket Center besonders auszeichnet ist sein Verständnis, ein soziales Unternehmen zu sein. Durch die Auszeichnung mit dem „LEA – Mittelstandspreis Baden-Württemberg“ aus den Händen der Landeswirtschaftsministerin unter der Überschrift „Leistung, Engagement, Anerkennung“ wird die langjährige Förderung der Tariku and Desta Kids Education through Tennis Development (TDKET) Ethiopia gewürdigt. Dank der Manfred Lautenschläger-Stiftung, des Internationalen Tennisclubs von Deutschland e. V. und des Fördervereins Bildung durch Sport e. V. darf sich das Racket Center als „beispielhaftes Unternehmen für soziales Engagement“ bezeichnen. Diese Chronologie ließe sich unendlich ausschmücken, die Fünfjahres-Episoden einer nachhaltigen Unternehmensplanung ausführlich darlegen, das Wirken aller Beteiligten beschreiben und begründen, die Erfolge herausstellen und erklären. Bewerten kann die 30-jährige Geschichte des Racket Centers und seine Bedeutung für die Bürgerinnen und Bürger der Region nur einer bzw. eine: Sie selbst, der/die Sie dieses Magazin – als Qualitätsbeweis für ein einzigartiges Unternehmen – in Ihren Händen halten, meinen Artikel lesen und sich fragen: was wären Nußloch und unsere Umgebung ohne das Racket Center? Ich meine, es würde was fehlen – mir würde was fehlen. Die Geschichte des Racket Centers ist eine große Geschichte. Was die letzten 30 Jahre für mich waren, dürfen Sie gerne wissen: Das Racket Center war und ist mein zweites zu Hause (wie übrigens auch meine Frau bemerkt hat)! Ich fing an der Rezeption an, habe im damaligen Restaurant Baguettes und Salate vorbereitet und bin dem damaligen Hausmeister zur Seite gestanden – was ich bei dem Aktuellen bis heute mit großer Freude tue. Ab dem Jahr 2000 habe ich diverse Trainerausbildungen absolviert: die jüngste ist das Zertifikat als Seniorentrainer im März 2022. Ich koordiniere das Kursprogramm und die Kursleiter(meist: -innen) und schwinge mich selbst auf das Spinning-Bike, damit kein Kurs ausfallen muss. Die Geräte im ZAP repariere ich auch. Wenn’s also mal wieder irgendwo klemmt, bin ich gerne Euer Ansprechpartner. Wer mich kennt, weiß das auch. In der letzten Zeit wurde ich hin und wieder mal darauf angesprochen: „Heinz, wann gehst Du in Rente?“ Was soll ich da antworten? In einem solchen einzigartigen Sport- und Präventionszentrum, mit jungen Kollegen und Kolleginnen, einer abwechslungsreichen, tollen Arbeit, einem Chef, der was bewegt und mich dafür braucht und schätzt (wie er sagt – Ihr könnt ihn fragen …), einem Investor mit einem großen Herzen für den Sport und die Menschen. Und natürlich mit EUCH, meine lieben Gäste – warum sollte ich da in Rente gehen?! Ihr alle würdet mir viel zu sehr fehlen! In diesem Sinne: auf viele weitere gemeinsame Jahre … Euer Heinz

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Fitness- & Präventionszentrum Racketsportanlage • Eventlocation • Fitnessbereich • Physiotherapie • Wellnesslandschaft • Tennis-, Badminton- und Squashcourts • Sportfachgeschäft • Italienisches Restaurant mit Garten- & Inselterrasse • Tagungsstätte • Firmen- & Familienfeiern

Racket Center Nußloch GmbH & Co. KG | Walldorfer Str. 100 69226 Nußloch | Tel. 06224 99 09-0 | www.racket-center.de


HERZLICH WILLKOMMEN

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M

oin! Mein Name ist Motahareh Zolfaghari – für Sie gerne Moti ;). Ich möchte die Gelegenheit nutzen um mich Ihnen vorzustellen. Nun, das fällt mir ganz so leicht wie meinen Kolleginnen und Kollegen, da Deutsch nicht meine Muttersprache ist. Das ist nämlich Persisch – die Sprache der Poesie, Philosophie und Geschlechtsegalität. Aber jetzt genug zur Verherrlichung meiner iranischen Herkunft. Wer bin ich denn und wie bin ich überhaupt bei Ihnen in Nußloch gelandet? Alles begann im Alter von 5 Jahren und meinem Überschuss an Kletterfreude und Energie. In dieser Zeit dachte sich meine liebe Mama, dass es gesünder wäre, wenn ich meine Kletter- und Dehnkünste in einem Sportzentrum auslebe und ich mich dort austobe, statt auf den Schränken der Wohnung oder auf den Bäumen im Garten. So habe ich mit dem Turnen angefangen und mich sofort in den körperlichen Ausdruck und die damit verbundene Aktivität verliebt. Also habe ich danach auch lange mit dem Turnen weitergemacht und das Sportgymnasium meiner Heimatstadt Teheran besucht. Mehr und mehr wuchs ich so zu einer Athletin heran und wollte natürlich auch an Wettbewerben teilnehmen. Das Leben einer Athletin im Iran ist jedoch deutlich schwieriger als beispielsweise in Europa und die Chance auf eine Karriere ist quasi nicht vorhanden. Daher musste ich meinen Traum von internationalen Wettbewerben aufgeben. Natürlich habe ich trotzdem weiterhin Sport gemacht, da es für mich Nahrung für die Seele ist. Ich entdeckte, dass es neben dem Leistungssport noch viele weitere Aspekte des Sporttreibens gibt und so entwickelte ich großes Interesse am Gesundheitssport. Das neue daran war in erster Linie, dass ich dabei nicht nur selbst aktiv war, sondern auch Anleitung zum Sporttreiben vermitteln durfte. Begeistert von der Wissenschaft, die in sportlicher Aktivität steckt, habe ich im Iran ein Bachelorstudium in Sportwissenschaften absolviert. Im Studium konnte ich verschiedene Sportarten, vom Schwimmen bis zum Gewichtheben, in Praxis und Theorie kennenlernen. Die Begeisterung, die ich dabei erleben durfte, führte zu der Entscheidung, ein Aufbaustudium im Ausland zu absolvieren. Da ich Verwandte in Norddeutschland habe und daher nach meiner Schulzeit die deutsche Sprache lernte, entschied ich mich für ein Masterstudium Gesundheitssport in Deutschland und schrieb mich an der Universität des Saarlandes in Saarbrücken ein. Währenddessen wurde mein Interesse für Bewegungstherapie mit onkologischen Patienten geweckt, sodass ich mich für ein Praktikum im NCT Heidelberg beworben habe. Auf der Suche nach einem Gesundheitszentrum, bei dem ich mein bisheriges Wissen anwenden und mein Interesse für Trainingstherapie mit onkologischen Patienten weiterentwickeln kann, bin ich auf das Zentrum Aktiver Prävention gestoßen.

Seit April bin ich nun Teil des ZAP Teams und freue mich, Sie bei Ihrem Gesundheitstraining auf der Trainingsfläche oder in den Kursen kennenzulernen. Im ZAP bin ich Ihre Ansprechpartnerin für alle Themen rund um das gesundheitsorientiere Training.

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allo alle zusammen! Mein Name ist Kacie Jendras, ich bin 25 Jahre alt und seit September letzten Jahres ein Teil des Empfangsteams im Racker Center. Da ich jedoch aufgrund zweier Knieoperationen für eine längere Zeit ausgefallen bin, komme ich erst jetzt – oder viel eher jetzt endlich – dazu mich Ihnen allen vorzustellen. Ich bin in Nußloch aufgewachsen, zur Grundschule gegangen und schon damals besuchte ich regelmäßig das Racket Center als Mitglied der Ballschule. Nach meinem Schulabschluss zog es mich dann für eine Zeit in die Ferne. Bereits im Alter von 13 Jahren erkundete ich New York, den Geburtsort meines Vaters, einen Sommer lang alleine im Rahmen eines „Summercamps“. Mein Traum war es jedoch mindestens einmal dort gelebt zu haben und so nutzte ich die Chance eine Weile bei meiner Verwandtschaft zu wohnen. Neben und während meiner Arbeit in einem Restaurant in Brooklyn lernte ich die kulturelle Vielfalt der Stadt kennen und lieben, weshalb mir bewusst wurde, dass ich auch zukünftig mit vielen Menschen zusammenarbeiten möchte. Nach dieser sehr einflussreichen Zeit zog ich zurück nach Heidelberg und holte mein Abitur am F+U Bildungscampus nach, unentschlossen was ich darauf folgend studieren möchte. Anschließend arbeitete ich lange in einem großen Unternehmen um mich weiterzubilden, merkte jedoch das mich die Arbeit dort nicht erfüllte. Wie es das Schicksal so wollte bin ich im letzten Juli, nach meinem Umzug zurück nach Nußloch, mit der Intention eine Mitgliedschaft im ZAP abzuschließen auf eine ZAP Stellenausschreibung als duale Studentin gestoßen und habe mich sofort beworben. Um mich bis zum Start des Studiums im folgenden März schon mal im Racket Center einzugewöhnen, bekam ich eine Stelle im Empfangsteam und RC Pro Shop angeboten und sagte sofort zu. Aufgrund meiner unvorhersehbaren Operationen Ende letzten und Anfang dieses Jahres entschloss ich mich dazu, das Gesundheitsmanagementstudium an einer Fernhochschule zu beginnen und bin glücklich darüber sie nun weiterhin im Eingang des Racket Centers in Empfang nehmen zu können.

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SPORT & SEHEN

Julien Lefèvre Augenoptikermeister und Betriebsleiter

Mehr sehen, mehr erleben – bei Optik Dieterich in Heidelberg Optik Dieterich über das Sehen beim Sport

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m Friedrich-Ebert-Platz in der Plöck gibt es Optik Dieterich schon seit 86 Jahren. Bis heute ist es den Mitarbeitern wichtig, die Tradition des Augenoptikhandwerks mit modernen Styles und einer Beratung auf höchstem technischen Niveau zu verbinden. Mit Freundlichkeit und hoher Beratungsqualität schenkt das Team von Optik Dieterich seinen Kunden durch komfortables Sehen mehr Lebensfreude.

Vor allem beim Sport ist gutes Sehen Grundvoraussetzung für Spitzenleistungen, Sicherheit und Spaß!

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Merkmale einer guten Sportbrille

Mit Sportbrillen schützen Sie Ihre Augen vor Sonne, Wind, Staub, Regen und Insekten. UVA-, UVB-, und UVC-Strahlung hat ebenfalls keine Chance mehr. Dabei sind die Anforderungen je nach Sportart verschieden: Fahrradfahren, Wandern, Skifahren, Golf, Tennis, Fitness-Training – all diese Aktivitäten stellen verschiedene Brillen vor besondere Aufgaben.

Sportbrillen für alle Fälle

Eine Sportbrille muss viele Anforderungen erfüllen. Sie muss einen hohen Tragekomfort bieten und leicht sein,

zugleich aber robust. Bei großer körperlicher Anstrengung sorgt eine ausreichende Luftzirkulation dafür, dass die Sicht klar bleibt.

Optisch unterscheiden sich die sportlichen Begleiter ebenfalls von klassischen Brillen. Sie liegen oft näher am Gesicht an, haben eine ergonomische Form und häufig gewölbte Gläser, die ein großes Sichtfeld bieten. Und vor allem muss eine Sportbrille eines sein: flexibel.

Das Team von Optik Dieterich


evil eye Sportbrillen

Beste Sicht und Passform – Made in Austria Innovative Technologie, kompromisslose Qualität und die perfekte Harmonie aus Design, Material und Optik: das sind die evil eye Modelle, die auch bei höchsten Ansprüchen eine Spitzenleistung ermöglichen.

Dank zahlreicher Einstellmöglichkeiten lassen sich evil eye Sportbrillen an jede Kopfform und jede Sportart anpassen. Dies ermöglicht einen rutschfesten, druckfreien und sicheren Sitz während des Sports – und sorgt für entspanntes Sehen. Jedes Modell kann in Ihrer Sehstärke optisch verglast werden! Sämtliche evil eye Modelle werden exklusiv aus dem ultraleichten, extrem robusten aber flexiblen PPX®-Material gefertigt. Es garantiert einen rutschfesten, druckfreien und sicheren Sitz.

Durch die Entwicklung der durchgängigen Produktionskette von Fassungen und optischen Gläsern im „Silhouette International Lens Lab“ am Firmenstandort Linz garantiert evil eye höchste Standards sowie eine ständige Qualitätssicherung.

Neue Kollektion entdecken

Sportbrillen von evil eye erfüllen je nach Sportart, für die sie vorgesehen sind, unterschiedliche Spezifikationen. Lassen Sie sich bei Optik Dieterich dazu beraten und entdecken Sie jetzt die aktuelle Kollektion! Kommen Sie am besten vor dem nächsten Training zu Optik Dieterich in Heidelberg am Friedrich-EbertPlatz in der Plöck.

Perfekte Sicht für Spitzenleistungen

evil eye bietet für jede seiner Sportbrillen eine optische Verglasung an: Je nach Modell optional mit Direktverglasung, Adapter oder Clip-In. Schneller und einfacher Filterwechsel ermöglicht das Anpassen der Sportbrillen an verschiedene Sportarten sowie an unterschiedliche Lichtverhältnisse.

Die selbsttönenden VARiO Gläser passen sich automatisch und stufenlos an sich ändernde Licht- und Wetterverhältnisse an.

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Unabhängig, kompromisslos, individuell, ... so wie du!

Innovative Technologie, kompromisslose Qualität und die perfekte Harmonie aus Design, Material und Optik: das sind die evil eye Modelle, die auch bei höchsten Ansprüchen Spitzenleistung ermöglichen.

Heidelberg | Friedrich-Ebert-Platz 1 Telefon: 06221 9723-0 | optik-dieterich.de 87 |


VARIETÉ

Foto: Christoph Blüthner

It´s magic

Radio Regenbogen Harald Wohlfahrt Palazzo 2022/23

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nter dem Motto „It´s magic“ verzaubert der Radio Regenbogen Harald Wohlfahrt Palazzo seine Gäste ab 23. Oktober 2022 auf dem neuen Veranstaltungsgelände am Taylor AREAL all den schlechten Nachrichten in der Welt zum Trotz mit einer ordentlichen Portion Lebensfreude, Humor und Glamour. Die besten Artisten der Welt werden das Publikum mit ihren spektakulären Darbietungen den Alltag vergessen lassen und in eine Welt der Sinnesfreuden entführen. Wo der Gaumen einen Salto schlägt, sorgen mehr als 100 Mitarbeiter allabendlich für ein entspanntes Ambiente und laden dazu ein, die Seele baumeln zu lassen. Nicht nur sehr charmant, sondern auch beachtlich extravagant wird Chris Kolonko in neuem Look & Feel durch zauberhafte dreieinhalb Stunden Programm führen. Unglaubliche Kunststücke in Perfektion und ästhetischer Anmut präsentieren die mehr als 20 Artisten aus aller Herren Länder.

Für magische Momente, die sich wie ein roter Faden durch das Programm ziehen, sorgen die beiden attraktiven Showgirls of Magic, deren Tricks von keinem geringeren als Zaubermeister Christian Farla entwickelt und choreographiert wurden. 2006 erhielt er erstmals von der International Magicians Society den Merlin Award als Magier des Jahres, 2007 wurde er im Lido zum Champion d´Europe der Magie gekürt und 2009 erhielt er nochmals den Merlin Award. Gemeinsam haben sie ihre Kräfte ge-

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Acero Brothers


bündelt und ein einzigartiges Zauberkonzept geschaffen, bei dem Spaß, Dynamik und Originalität im Mittelpunkt stehen. Kein Hindernis scheint unüberwindbar für den BMX Akrobat Jonathan Rossi. Spektakulär sind seine Sprünge, nur auf dem Hinterrad von Hürde zu Hürde, die nur wenige Zentimeter breit und etwa einen halben Meter voneinander entfernt sind. Seine Ehefrau Vanessa hat gerade ganz Amerika mit ihrem Auftritt bei America´s got talent begeistert. Wie von Zauberhand schwebend setzt sie die Gesetze der Schwerkraft außer Kraft und verbindet Kraft und Eleganz zu kunstvollen Posen. Ihr artistisches Können übertrumpft sie dabei mit ihrer Ausstrahlung und lässt ihr nach Luft schnappendes Publikum nach ihrer dynamischen und zugleich halsbrecherischen Darbietung verblüfft und staunend zurück. Schon mal was von Zopfhangartisten gehört? Diese alte Kunst gibt es nur noch selten zu sehen und Dimitr und Nancy Strauberti aus Prag beherrschen sie perfekt. Sie entführen uns in die schöne Welt des „Hohen Gleichgewichts“. Igor Boutorine ist der King of Hula-Hoop und einer der wenigen männlichen Künstlern weltweit, der das Artistik Genre Hula-Hoop beherrscht – ihm ist es gelungen, durch das irre Tempo, die technisch brillante Choreografie und seine lässig dynamische und dennoch elegante Präsentation neue Dimensionen zu eröffnen. Bartigerzz sind vier Franzosen, die sich dem Streetbodybuilding verschrieben haben. Was es dafür braucht? Alles, was die Straße an Stangen hergibt für Klimmzüge, Chin-Ups, Liegestütze, Dips, MuscleUps, Sit-Ups usw. und natürlich unendlich viel Kraft. Seit 2008 tritt Artem weltweit mit luftakrobatischen Acts auf und wurde 2016 beim Idol World Festival in Moskau für seine Leistungen am Aerial Pol ausgezeichnet. Beim 43. Internationalen Zirkusfestival in Monte Carlo erhielt er den Silbernen Clown aus den Händen von Stephanie von Monaco. Die beiden Dias Brothers aus Portugal zelebrieren die ikarischen Spiele auf höchstem Niveau. Ihre Sprünge sind extrem waghalsig und die Landung erfolgt punktgenau – manchmal auf den Schultern oder gar nur auf einem Fuß. Schon im Alter von sieben Jahren trainierten die Acero Brothers Hand und Kopfstand und legten damit den Grundstein für eine Weltkarriere. Mit ihrer Hand-auf-Hand-Artistik begeisterten sie Zirkusund Varietepublikum weltweit. Fürs Auge präsentiert sich das bezaubernde Palazzo Revue-Ensemble in opulenten Kostümen und versprüht so den Esprit der großen Pariser Tanzpaläste. Die musikalische Untermalung liegt in den professionellen Händen der beiden Mannheime Banks & Rawdriguez, die sich die gute Laune auf die Fahnen geschrieben haben. Gemeinsam mit der 28-jährigen Spanierin Aida Blanco und dem Mannheimer Singer und Songwriter Juan Geck sorgen sie für den richtigen Ton im Spiegelpalast.

Comedian und Verwandlungskünstler Chris Kolonko Foto: Manuel Jacob

Foto: Christoph Blüthner

Tickets für Show und Menü sind ab 69 € unter der Hotline 01805 60 90 30* erhältlich. Infos und Buchung unter www.palazzo-mannheim.de. Die Show beginnt um 19.30 Uhr, Einlass ab 18.30 Uhr. An Sonn- und Feiertagen beginnt die Show bereits um 18.00 Uhr, Einlass ab 17.00 Uhr. Montags sowie am 24.12.22 und 1.1.23 ist spielfrei. (*Mo-Fr 9 – 17 Uhr, 14 Cent/Min aus dem deutschen Festnetz, max. 42 Cent/Min aus dt. Mobilfunknetzen)

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SENIOREN SERVICE

Gut versorgt bis ins hohe Alter avendi pflegt und betreut Menschen, die auf Unterstützung angewiesen sind

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enn im Alltag plötzlich Dinge nicht mehr gelingen, die sonst selbstverständlich waren, und wenn gesundheitliche Beschwerden Pflege notwendig machen, sind Seniorinnen und Senioren auf Unterstützung angewiesen. Wir von avendi verstehen es als unsere zentrale Aufgabe, den Menschen jeden Tag lebenswert zu gestalten. In unseren 22 Pflegeeinrichtungen für voll- und teilstationäre Pflege sowie Kurzzeit- und Verhinderungspflege stehen die Menschen im Mittelpunkt. Jede unserer Einrichtungen hat ihren individuellen Charme und ihre speziellen Kernkompetenzen. Allen gemein ist der Fokus auf die soziale Betreuung: Versierte Teams – vorwiegend unter Leitung von Ergotherapeuten – sorgen täglich für ein abwechslungsreiches Beschäftigungsprogramm. Zusätzlich bietet avendi mit sechs ambulanten Pflegediensten liebevolle Pflege und Betreuung in den eigenen vier Wänden an. Pflege im Sinne von avendi bezieht sich auf den Körper, den Geist und die Seele. Im Alltag steht das Wohlbefinden der Bewohnerinnen und Bewoh-

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ner sowie der Kundinnen und Kunden im Vordergrund. Selbstständigkeit und Lebensqualität wird unter Berücksichtigung der Individualität bewahrt und gefördert. Vorhandene Fähigkeiten und Talente werden gestärkt, bestmöglich erhalten und die Mitwirkung und Mitbestimmung gefördert. All das ermöglicht Seniorinnen und Senioren einen lebenswerten Alltag. Dazu trägt nun auch das neue Angebot in Mannheim bei: Menschen, die in ihrer häuslichen Umgebung leben möchten, tagsüber jedoch Gemeinschaft mit anderen suchen und aufgrund verschiedener Krankheitsbilder qualifizierte fachliche Betreuung brauchen, können in der Tagespflege stunden- oder tage-

avendi Senioren Service GmbH & Co. KG Telefon: 0621/8607-470

weise betreut werden. Tagespflege schließt so die Lücke zwischen ambulanter und vollstationärer Pflege und entlastet pflegende Angehörige.

avendi unterhält als Seniorendienstleister 29 Betriebsstätten: 22 voll- und teilstationäre Pflegeeinrichtungen, eine Seniorenwohnanlage und sechs ambulante Pflege- und Betreuungsdienste mit Schwerpunkt im gesamten Rhein-Neckar-Raum. Wir beschäftigen rund 1700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und sind ein privater Betreiber mit Sitz in Mannheim und gehören als hundertprozentige Tochter zur DIRINGER&SCHEIDEL-Unternehmensgruppe.

Internet: www.avendi-senioren.de E-Mail: info@avendi-senioren.de



Elegantes Aussehen. Entspannte Fahrt. Erleben Sie die Azure Modelle. Ab sofort bei Bentley Mannheim. Der mühelos leistungsstarke und unglaublich luxuriöse Continental GTC Azure ist ein Cabrio-Grand-Tourer wie kein anderer. Zeitloses Design trifft auf exquisite Handwerkskunst und einzigartige Azure-Details. Doch dieses außergewöhnliche Modell der neuen Azure-Baureihe glänzt nicht nur durch sein herausragendes Erscheinungsbild. Der Continental GTC Azure verfügt über eine Reihe innovativer Technologien, die das Fahrerlebnis aller Insassen besonders im Hinblick auf ihr Wohlbefinden spürbar verbessern – unabhängig davon, ob Sie als Beifahrer mitfahren oder selbst das Steuer übernehmen. Mit seinem leistungsstarken 4,0-Liter-V8-Benzinmotor kombiniert er elegantes Cabrio-Design mit aufregender Leistung. Sind Sie bereit für ein Höchstmaß an Komfort? Vereinbaren Sie am besten gleich eine Probefahrt in unserem Hause. Bentley Mannheim | Bach Premium Cars GmbH | Graudenzer Linie 113 | 68307 Mannheim Weitere Details finden Sie zudem unter www.bentley-mannheim.de oder rufen Sie uns an unter +49 (0)621 - 77 73 68 00. NEFZ-Fahrzyklus des Continental GTC Azure (V8): Kraftstoffverbrauch (Benzin), l/100km – innerorts 16,6, außerorts 8,9, kombiniert 11,7. CO2-Emissionen kombiniert – 266 g/km. Effizienzklasse: E. instagram.com/bentleymannheim facebook.com/BentleyMannheim

Der Name ‚Bentley‘ und das geflügelte ‚B‘ sind registrierte Warenzeichen. © 2022 Bentley Motors Limited. Gezeigtes Modell: Continental GTC Azure

BENTLEY MANNHEIM