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TITEL

Mensch und Zuversicht

Von Optimisten, Pessimisten und unserer Freundschaft zu beiden von Matthias Zimmermann „Das ist ja fürchterlich“, sagt der Pessimist, „Schlimmer kann es nicht mehr kommen“. Daraufhin erwidert ihm der Optimist: „Ach was, es geht noch viel schlimmer!“ Ist das nun ein witziger Dialog oder nicht? Wenn Sie darüber lachen können, sind Sie wohl Optimist. Sollten Sie das überhaupt nicht witzig finden, könnte es daran liegen, dass Sie ein Pessimist sind. Wie wir Ereignisse bewerten und der Zukunft entgegenschauen, ist Teil unserer Persönlichkeit. Es gibt diejenigen, die gern das Haar in der Suppe suchen. Sie blicken mit Sorge und Skepsis nach vorne. Andere betrachten die Dinge von ihrer schönen, von der guten Seite. Sie begegnen dem Kommenden mit Zuversicht und Erwartungsfreude. Gehören Sie zu denjenigen oder zu den anderen – zu den Pessimisten oder zu den Optimisten? Und wenn schon: Es ist, wie es ist! Oder etwa nicht? Ist dies mitunter relevant für meine individuelle Lebensqualität, meinen beruflichen Erfolg und meine Stellung innerhalb der Gesellschaft? Woher kommt diese Grundhaltung, was macht sie mit mir und wie kann ich sie verändern – sofern ich das überhaupt möchte? Diese Fragen sind auch von Bedeutung für unsere Gesundheit, deren Erhalt und Wiederherstellung. Nach Antworten zu suchen gehört zu den Aufgaben eines Life Skills-Magazin.

Optimist oder Pessimist – wer bin ich …?

Wer ich bin? Ist doch klar: ein Optimist! Ein Mensch mit einer heiteren, lebensbejahenden und zuversichtlichen Grund-

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haltung, dadurch erfolgreich, topfit und beliebt. Genau das ist es auch, was die Gesellschaft von uns erwartet: positiv in die Zukunft schauen, das Beste („Optimum“) erkennen und mutig voranschreiten. Wer möchte sich schon gerne einen Pessimisten nennen lassen? Das hat in unserer Gesellschaft einen arg negativen Klang. Und beim anderen Geschlecht kommt der oder die Pessimist(in) schon mal gar nicht gut an: „Pessimisten küsst man nicht“, schreibt Martin Seligman, der amerikanische Psychologe, Mitbegründer der positiven Psychologie und Autor des gleichnamigen Buches. Doch behaupten kann man viel – gerade über sich selbst. Wer also nicht oder zu wenig geküsst wird, sollte einmal das hier testen: www.authentichappiness.org und herausfinden, ob es vielleicht an seinem oder ihrem Pessimismus liegt. Kein Mensch ist in seinem Charakter ein „Entweder-oderWesen“. Vielmehr ist es die Ausprägung einer Eigenschaft – also der Grad einer pessimistischen oder optimistischen Grundhaltung – die eine Persönlichkeit kennzeichnet. Der Test, der sich auf der oben angegebenen Website finden lässt, offenbart den Grad an Optimismus oder Pessimismus, den ein Mensch aufweist, anhand von zwei Dimensionen: Permanenz und Allumfassenheit. Dies soll folgende Abbildung deutlich machen:

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