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FACHBEITRAG Heben gehört zum Leben …

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as Heben gehört zum Leben soll nicht die Liebe zur Sportart Gewichtheben dokumentieren, sondern hat die Evolution der Menschen stark beeinflusst. Das Beugen und Strecken der Beine sowie das Drücken und Ziehen der Arme sind sogenannte Grundbewegungsmuster und sind maßgeblich für unsere Fitness verantwortlich. Nimmt man die Stabilisation der Schulter, des Rumpfes und der Beinachse dazu, hat man im orthopädischen Sinne einen gesunden Menschen. Im Zuge einer bewegungsarmen Gesellschaft schaffen wir es nicht mehr, diese multifunktionalen Bewegungsformen zusammen zu bringen. Viele moderne und neue Trainingsformen versprechen diese Zielstellung, haben aber leider keine nachhaltigen Effekte vorzuweisen. Das Langhanteltraining im Breitensport mit seiner komplexen Ausrichtung hat den Vorteil, neben den Grundbewegungen auch die Stabilisatoren zu trainieren. Das macht die Anwendung so interessant und effizient (zeitsparend). Die Hauptzielstellung des Langhanteltrainings beschreibt eine strukturelle Verbesserung des passiven und aktiven Bewegungsapparates (Muskel, Sehnen, Bänder und Knochen). Das Langhanteltraining ist nicht nur im Leistungssport angekommen. Durch den hohen koordinativen Anspruch und die Beanspruchung funktionell wichtiger Muskelketten, wird die Langhantel auch zunehmend interessanter für die Rehabilitation. Hier ist ein ausgewogener Übungskatalog mit spezifischen Bedürfnissen gefordert, der vordergründig nicht die Verbesserung der Muskelkraft präferiert, sondern einen durch dynamisch langsame Bewegungsformen geprägtes Stabilisationstraining in den Fokus stellt. Mittel- und langfristig können

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Die Reißkniebeuge mit Rita, eine der wichtigsten Stabilisationsübungen für die Schulter- dem Rumpf und die Beinachse

diese Übungen auch zur Steigerung der Belastbarkeit und Kompensation von muskulären Ungleichgewichten sinnvoll sein.

Martin Zawieja, Olympiamedaillengewinner und ehemaliger Bundestrainer im Gewichtheben, hat mittlerweile über 20 Jahre Erfahrung im Umgang mit der Langhantel. Nicht nur im Leistungssport, wo das Langhanteltraining einen großen Bestandteil des Athletiktrainings in vielen Sportarten ausmacht, sondern auch die gezielte Anwendung im Breitensport ist dem Athletiktrainer aus der Handballbundesliga und dem DFB Nachwuchsbereich, ein großes Anliegen. Das Racket Center verfügt über einen Freihantelbereich, der sich einer immer größer werdenden Beliebtheit erfreut. Dazu ein Beispiel aus der Praxis: im Rahmen einer Praxisstudie wurden Teilnehmer für das Erlernen der Langhantelübungen gesucht. Ein weibliches Mitglied (Mitte fünfzig) stellte sich spontan zur Verfügung. Sie machte schnell sehr gute Fortschritte in der Entwicklung der Stabilisatoren und erfreute sich zunehmend über die angenehme Muskelspannung, die Sie so nicht kannte. Der spektakulärste Effekt war jedoch, dass die seit Jahren bekannten unspezifischen Rückenschmerzen im Bereich der Halswirbelsäule seitdem der Vergangenheit angehören.

Kraftdrücken mit Ingeborg, Kräftigung der Schulter und Arme mit gleichzeitiger Rumpfstabilisation

Zusammenfassend betrachtet können Untrainierte auch mit Maschinen- oder Stabilisationstraining gezielt die Muskultur trainieren. Unklar ist jedoch, was die Leistung steigert: die Beanspruchung des Rumpfes oder die der Bewegermuskeln – oder die Integration aus beiden? Wahrscheinlich ist es die Kombination.

unten: Nacken Kniebeuge, damit entwickeln wir unsere Bein- und Gesäßkraft

oben: Kreuzheben mit Rita, die wichtigste Trainingsübung bei Rückenbeschwerden

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www.racket-center.de

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