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Ausgabe 3/ 2015

Premium Das Racket Center Magazin

ALT WERDEN ALT SEIN IM INTERVIEW

Nobelpreistr채ger Prof. Dr. Harald zur Hausen


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Liebe Gäste,

STANDPUNKT

Das Rezept zum Altwerden ist banal: „Möglichst viele eigene Geburtstage feiern“. Oder, wie Lothar Seiwert sagt: „Älter werden ist die einzige Möglichkeit zu überleben“. Ganz im Ernst: Jeder von uns hofft, möglichst alt zu werden. Cicero formuliert die Ambivalenz des Älterwerdens mit seiner ihm eigenen philosophischen Tiefe: „Das Greisenalter, das wir alle zu erreichen wünschen, klagen alle an, wenn sie es erreicht haben“. Er sagte dies vor über 2000 Jahren, als die Menschen das vierte Lebensjahrzehnt selten überlebten und wenn, dann mit den Bürden des Alters, die kaum medizinische Abhilfe kannten. Gleichwohl muss man berücksichtigen, dass die hohe Kindersterblichkeit diesen statistischen Durchschnitt der Lebenserwartung drastisch senkte. Erst mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert konnte die Kindersterblichkeit deutlich, zu Beginn des 20. Jahrhunderts dann rapide gesenkt werden. Heute leben wir auf historisch einzigartigem Wohlstandsniveau – und hoffen, dass dies so bleibt … In Deutschland werden die Menschen heute so alt wie nie zuvor in der Menschheitsgeschichte – und die Zunahme der Lebenserwartung hält an. Noch bemerkenswerter ist nicht der Zugewinn an Lebensjahren, sondern der Zugewinn an gesunden Lebensjahren. Deutschlands Zukunft wird bestimmt sein von einem Mehr an aktiven Lebensjahren, aber auch von einer geringen Geburtenrate. Sie ist gekennzeichnet von einer kleiner, älter und kulturell vielfältiger werdenden Gesellschaft. Im Zeichen all dessen prägen enorme Anstrengungen für den Erhalt und die Fortentwicklung unserer Wirtschaftskraft und Lebensqualität die kommenden Jahrzehnte. Die Persönlichkeiten, die wir Ihnen in dieser Ausgabe unseres RC Premium vorstellen, sind Vorreiter dieser Entwicklung. Sie sind Vorbild für viele, die auch in fortgeschrittenem Alter ungebremst aktiv sind und zur Wert- und Wissensschöpfung in unserem Land beitragen. Sie strafen all diejenigen Lügen, die ihr Glück und Seelenheil im „Ruhestand“ zu finden glauben. Unabhängig voneinander haben wir sie mit ihrem besonderen Geburtstag konfrontiert: „Wie erleben Sie das Älterwerden persönlich“? Die einhellige und gleichermaßen eindeutige Antwort kam überzeugend und deshalb kaum überraschend: „Gar nicht“. Ihnen fällt spontan kein Grund ein, sich überhaupt mit dem eigenen Altern zu beschäftigen. Alle haben Pläne für die Zukunft und genießen es, aus dem reichhaltigen Schatz ihrer persönlichen Erfahrung und beruflichen Expertise zu schöpfen. „Was ein Alter im Sitzen sieht, sieht ein Junger nicht im Stehen“, sagt Harald Wohlfarth. Herrn Prof. zur Hausen begegnete ich, als er gerade von einer Tagung aus Sibirien kam. Auf seine Anmerkungen zu der darauffolgenden Abfassung unseres Interviews musste ich erst seine Rückkehr von einer Kongressreise aus Asien abwarten. Prof. Seitz engagiert sich aus Überzeugung für die Klinikentwicklung in einigen Ländern Afrikas. Dabei nutzt er bisweilen auch die Zeit, um an ausgewählten Orten seinem Hobby nachzugehen: dem Tauchen. Nicht nur dafür hält er sich durch Laufen und Krafttraining fit, wann immer sein berufliches Tagespensum ihm dies gestattet. „Ein Hobby ersetzt nun mal keine Aufgabe“, wie er sagt! So ist das Plädoyer für eine längere Lebensarbeitszeit weder eine Drohung noch eine Demografie bedingte Zumutung. Ist die Rente tatsächlich der „Lohn für die Lebensleistung“? Viele Menschen wollen länger arbeiten, produktiv sein und gebraucht werden. Sie wünschen sich mehr Flexibilität und weniger Druck – dafür etwas mehr Zeit, zum Beispiel für das Training ihrer Fitness und Gesundheit. Die spannende Zeit der großen demografischen Herausforderungen ist da. Die Zukunft beginnt heute. Also was zählt mehr denn je? Fit bleiben …! In diesem Sinne: Kommen Sie gut durch den Herbst. Ihr

Dr. Matthias Zimmermann

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INHALT

Bildung & Wissen

S. 26

S. 40

Gesundheit & Fitness

KURZ NOTIERT ...

6

KURZ NOTIERT ...

38

DOSSIER

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TIPP

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DOSSIER

Über die Errungenschaft der alternden Gesellschaft! „Mein Geld ist weg, aber ich bin noch da“

DOSSIER Lernen vom Alter

HÄTTEN SIE´S GEWUSST? DOSSIER Gedanken zum Thema „Älterwerden ...“

KOMMENTAR

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18 20 22

Älterwerden ist die einzige Möglichkeit zu überleben von Prof. Dr. Lothar Seiwert

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IM INTERVIEW

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Prof. Dr. med. Dr. h. c. mult. Harald zur Hausen

KOLUMNE

„Wissen wirkt …?!“ von Prof. Dr. Wolfgang Rössy

KLINIKPORTRAIT ATOS Klinik Heidelberg

RÜCKBLICK Talk am Teich

30 34 36

WHO´S WHO Prof. Dr. med. Prof. h. c. Helmut Seitz

Ein wirklich neues Buch über die Homöopathie

ZAP3 INFORMIERT Betriebliches Gesundheitsmanagement von Dipl.-Psych. Peter Fauser

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FACHBEITRAG

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„Hohlkreuz“ beim Erwachsenen

FACHBEITRAG Heben gehört zum Leben …

ZAP3 INFORMIERT Ihr Sporturlaub an der türkischen Riviera

GASTBEITRAG Mobilität trotz Kniegelenk-Arthrose

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ZAP3 INFORMIERT

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ZAP3 INFORMIERT

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AQWA Walldorf mit neuer Salzlounge

HERZLICH WILLKOMMEN Thomas Sepp zurück in der Heimat

ZAP3 INFORMIERT Abschied Jenni und Jula

4 RC Premium 3/2015

40

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IMPRESSUM

Leistung & Erfolg

S. 70

KURZ NOTIERT ...

62

AM RANDE BEMERKT ...

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STORY

64

„Wimbledon …“ Eine Marke, ein Traum, ein Erlebnis – seit 138 Jahren! Fünf Aspekte zum TDKET-Projekt

3 FRAGEN - 3 ANTWORTEN Harald Wohlfahrt im Dialog

PARTNERBEITRAG Optik Dieterich in Heidelberg

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RÜCKBLICK

HEKA energy IWT Racketlon German Open 2015

GASTBEITRAG

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Aktiv gegen Krebs Stiftung Leben mit Krebs feiert ihr 10-jähriges Jubiläum

Premium Das Racket Center Magazin

Herausgeber Racket Center Nußloch GmbH & Co. KG Walldorfer Straße 100 • 69226 Nußloch Verantwortlich für den redaktionellen Inhalt Dr. Matthias Zimmermann (dr.zimmermann@racket-center.de) Autoren Dr. Matthias Zimmermann, Ingrid Thoms-Hoffmann Rolf Staguhn, Dominik Klaes, Felix Schönfeld u.a. ... Anzeigen, Kontakt & Beratung Dennis Fuhrmann (fuhrmann@gsm-mbh.net) Produktion GSM Gesellschaft für Sportmanagement und Beratung mbH Walldorfer Straße 100 • 69226 Nußloch Layout, Satz, Grafik Denis Herrmann (herrmann@gsm-mbh.net) Fotos Denis Herrmann, Dieter Jahn, istockphoto Auflage 6.000 Druck abcdruck GmbH Waldhofer Straße 19 69123 Heidelberg

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Bildung & Wissen

KURZ NOTIERT ...

Aufstiegskongress 2015 – Wir sind dabei

Vom 09. bis 10. Oktober 2015 findet in Mannheim der „Aufstiegskongress“ für aktive Gesundheitsgestalter statt. Unter dem Leitgedanken „Erfolg und Aufstieg im Zukunftsmarkt Prävention, Fitness, Sport und Gesundheit“ besuchen die Praktikanten und BA-Studenten des Racket Centers in Begleitung von Dr. Matthias Zimmermann den Kongress der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement, in Erwartung viele nützliche Informationen für die tägliche Arbeit im ZAP³ mit zu nehmen. Auf dem abwechslungsreichen Programm stehen aktuelle Themen, Entwicklungen, Praxisbeispiele und wissenschaftliche Erkenntnisse rund um alle wichtigen Themengebiete der Branche. Bekannte Referenten halten rund um das Hauptthema „Großes entsteht immer im Kleinen“ spannende Vorträge und geben so ihr Wissen an den Nachwuchs weiter. Weiter Informationen zum offenen Fachkongress erhalten Sie unter www.aufstiegskongress.de.

„Studieren in den USA“ – Komm zur UNIEXPERTSSichtung!

Ein Traum kann in Erfüllung gehen: Ein Stipendium für einen Studienplatz in den USA!

Die Dino-Tour 2015 geht in die nächste Runde

Für Kinder im Alter von 5 bis 8 Jahren bildet die DINO-TOUR die Auftaktveranstaltung zur DINO-TOUR-Serie der Ballschule Heidelberg. Standard gemäß findet diese im Racket Center Nußloch statt, dieses Jahr am 10. Oktober 2015 ab 10 Uhr. An diesem sportlichen Vormittag können sich die Kinder an verschiedenen Spielen mit der Hand, dem Fuß und dem Schläger ausprobieren. Anschließend werden sie in leistungshomogene Gruppen eingeteilt und lernen neuartige Spielsituationen und taktisch-kreative Aufgaben kennen. Von den Experten der Ballschule wird die Bewältigung der Aufgaben in den Kategorien Kreativität und Spielintelligenz bewertet. Am Ende der Veranstaltung werden die Balltalente des Tages gekürt. Als Preise winken attraktive Überraschungen. Diese „Talent-Olympiade“ bietet einen idealen Einstieg in die Ballschule Heidelberg. Weitere Informationen und das Anmeldeformular finden Sie unter www.trcev.de/ballschule/dino-tour.

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Du bist mindestens in der 8. Klasse, Leistungstennisspieler und hast Interesse? Dann komm zu unserer Sichtungsveranstaltung am Samstag, den 07. November 2015 ins Racket Center Nußloch. Dich erwartet ab 10.00 Uhr ein umfassender Leistung- und QualifikationsCheck in den Bereichen Tennis, Athletik, schulische Leistungen und Persönlichkeit. Darüber hinaus erhältst Du wichtige Informationen über ein Studium in den USA. Die Teilnahmegebühr beträgt 99,00 Euro. Anmeldungen bitte per E-Mail an staguhn@racket-center.de. Mehr Infos unter www.uniexperts.com.


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DOSSIER

Alt werden – alt sein …

Über die Errungenschaft der alternden Gesellschaft! Dr. Matthias Zimmermann

J

a, Sie haben richtig gelesen: die alternde Gesellschaft ist eine Errungenschaft der Hochkultur (um an den Beitrag „Mensch und Kultur“ in Magazin II/2015 anzuknüpfen). Das mag verwunderlich klingen, oder vielleicht gar naiv – im Angesicht dessen, was man allenthalben liest: „demografische Falle“, „überalternde, vergreisende Gesellschaft“, „RentnerSchwemme“, „Methusalem-Komplott“. Das sind die Schlagwörter, die jemandem entgegenkommen, der sich mit der Zukunft unserer Gesellschaft beschäftigt. „Gerontokratie“ und „Demokalypse“ sind die wohl gravierendsten Begriffkonstrukte, welche diejenigen anführen, die den gesellschaftlichen Kollaps in unserem Land prophezeien. Wir wollen doch alt werden – doch welche Anforderungen richtet der demografische Wandel an jeden Einzelnen von uns? Was bedeutet die alternde Gesellschaft für diejenigen, die bereits alt sind? Und überhaupt: was bedeutet eigentlich „alt sein“? Muss man befürchten, dass die Diskussion um den demografischen Wandel dazu führt, dass man sich ab einem gewissen Alter zu einem „Demographieproblem“ oder gar als „Last für die Gesellschaft“ fühlen muss?

Wir sind alt geworden!

Deutschland im Jahre 2015 ist ein altes Land, das älteste in Europa und weltweit das zweitälteste nach Japan – gemessen am Durchschnittsalter seiner Bevölkerung. Allein in den letzten 10 Jahren ist das Durchschnittsalter von 42,1 auf 45 Jahre angestiegen. Im Mittelwert sind wir dreieinhalb Jahre älter als der Durchschnitt aller europäischen Länder. Der Grund dafür ist ein höchst erfreulicher: Die Lebenserwartung der Menschen in Europa hat sich seit 150 Jahren von 40 auf über 80 Jahre mehr als verdoppelt. Seit Mitte des vorvergangenen Jahrhunderts steigt die Lebenserwartung um etwa 2,2 Jahre pro Jahrzehnt. Wir leben in der besten Zeit, die es für Menschen jemals gegeben hat – weltweit hatten die Generationen vor uns einen niedrigeren Impfstatus und schlechteren Zugang zu sauberem Wasser, eine geringere Lebenserwartung

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und eine höhere Wahrscheinlichkeit, gewaltsam zu Tode zu kommen. Das Versorgungsniveau, der Hygienestandard, die Errungenschaften der Medizin und verbesserte Arbeitsbedingungen haben nicht nur die Lebensjahre erhöht, sondern vor allem die Zahl der gesunden Jahre! In Deutschland lebt derzeit die wohlhabendste Rentnergeneration in der Geschichte unseres Landes. Andererseits stürzte die Fertilitätsrate von 2,5 Kindern Mitte der 60er-Jahre innerhalb eines Jahrzehnts auf unter 1,5 Kinder pro Elternpaar. 1970 bezeichnet das Jahr, in dem die Geburtenziffer unter das notwendige Maß zur Reproduktion einer Bevölkerung gefallen ist – dafür müsste die durchschnittliche Zahl der Kinder, die eine Frau im Laufe ihres Lebens bekommt, bei 2,1 liegen. Stattdessen: „Pillenknick“! Seit Ende der Siebziger Jahre bekommt ein Elternpaar statistisch gesehen zwischen 1,3 bis 1,4 Kinder. Die Zahl der Neugeborenen sank von über 1,35 Millionen im geburtenstärksten Jahr 1964 auf unter 0,8 Millionen Mitte der 70er Jahre. Seitdem sterben jährlich weit über 100.000 Menschen mehr als geboren werden. Zuletzt (2013) lag dieser so genannte „negative Geburtensaldo“ sogar bei über 200.000 – ein Wert, von dem auch in Zukunft auszugehen sein wird. Die Tatsache, dass sich die Bevölkerungszahl insgesamt seit den 90ern dennoch über 80 Millionen bewegt, hat mit einem positiven Zuwanderungssaldo zu tun. Mit über 10% an der Gesamtbevölkerung hat der Anteil der Mitbürger mit ausschließlich ausländischer Staatsangehörigkeit aktuell ein Rekordhoch erreicht. Weitere rund 10% sind deutsche Staatsbürger, die einen Migrationshintergrund aufweisen. Die ausländische Bevölkerung kennzeichnet, dass sie mehr Kinder zur Welt bringt als Menschen aus ihrer Bevölkerungsgruppe sterben, und: sie sind jünger als der Durchschnitt der deutschen Bevölkerung! Ohne diesen Anteil an ausländischen Mitbürgern wäre der Altersdurchschnitt unseres Landes noch höher.


Wir werden noch älter: Deutschland in 15 Jahren

Prognosen zur Entwicklung unserer Bevölkerungsstruktur gehen davon aus, dass die Lebenserwartung weiter steigt, die Geburtenrate niedrig und der Wanderungssaldo positiv bleiben. Die bisherigen Verläufe werden „linear fortgeschrieben“, wie man sagt. Unter dieser Voraussetzung baut sich die deutsche Gesellschaft in den nächsten 15 Jahren enorm um. Man muss sich nur mal vor Augen halten: Ein Mädchen, das heute geboren wird, hat gute Chancen, ihren hundertsten Geburtstag feiern zu können. Fünf Millionen Deutsche mehr als heute werden im Jahr 2030 über 65 Jahre alt sein und rund ein Drittel der Gesamtbevölkerung ausmachen. Die Anzahl der über 80-Jährigen steigt um mehr als 60 Prozent. Man darf mit 50.000 Menschen rechnen, die über 100 Jahre alt sein werden! Dagegen werden in Deutschland 600.000 Kinder und Jugendliche weniger leben als heute. Die Bevölkerungszahl wird die 80-Millionengrenze unterschreiten, danach wird sich dieser Schrumpfungsprozess nochmals beschleunigen. Das Durchschnittsalter der Bevölkerung wird auf über 47 Jahre steigen, in weiten Teilen Ostdeutschlands sogar auf über 50 Jahre.

Szenario der Lebensverhältnisse in Deutschlands Gesellschaft der Zukunft

Was aber bedeutet all dies für die Lebensverhältnisse in unserem Land? Welche Aspekte bestimmen unseren Wohlstand in der Zukunft? Noch gehen so viele Menschen in Ruhestand wie ins Erwerbsleben eintreten, die öffentlichen Haushalte sind gut gefüllt und die Beschäftigungsquote auf Rekordhoch. Doch die Veränderung des Verhältnisses zwischen Beitragszahlern und Beitragsempfängern hat bereits eingesetzt.

Kommt heute auf drei Erwerbstätige ein Rentner, stehen dem Rentenbezieher im Jahre 2030 – wenn die Generation der „Babyboomer“ in Ruhestand geht – nur noch zwei Erwerbstätige gegenüber. Dieses Verhältnis ist der entscheidende Faktor für die Finanzierbarkeit der Sozialsysteme. Der Staat wird seine Budgets zu wesentlichen Teilen für die Versorgung und Pflege alter Menschen aufbringen müssen. Und dennoch wird die Renten- bzw. Versorgungslücke steigen. Die Differenz zwischen dem letzten Nettogehalt und der gesetzlichen Rente wird größer. Seit 1998 wird das Rentenniveau von 53,6% bis 2030 auf 43% gesetzlich abgesenkt. Ob die entstehende Lücke soweit verringert werden kann, dass ein angenehmes Leben bis ins sehr hohe Alter möglich bleibt, ist in aller erster Linie eine Frage des individuellen Sparverhaltens in der betrieblichen Altersversorgung und in der privaten Altersvorsorge (inkl. verschiedener Vermögensbestände siehe dazu auch der Beitrag Seite 17). Und das obwohl kein Land in Europa (außer Spanien von 31,6 auf 34,8) die durchschnittliche Dauer des Arbeitslebens in den Jahren 2003 bis 2013 um 8,5% von 34,9 auf 37,9 Jahre gesteigert hat! Trotzdem bleibt die Frage, wer die benannte Versorgungslast erwirtschaften soll? Heute gibt es in Deutschland knapp 41 Millionen Erwerbspersonen im Alter von 15 bis 65 Jahren; im Jahr 2025 werden es noch 38 Millionen sein, 2050 nicht einmal mehr 32 Millionen. Das Arbeitskräftepotential schrumpft erheblich, um fast 8% pro Jahr im Durchschnitt. Bis 2050 verfügt Deutschland über ein Drittel weniger Erwerbstätige als heute. Es steht die Befürchtung, dass Deutschland in den kommenden Jahrzehnten stärker als andere Industrieländer an ökonomischer Bedeutung verlieren wird. Auch der Anteil an der Weltwirtschaft könnte deutlich schrumpfen.

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Drei Meldungen aus der RNZ in nur einer Woche sind symptomatisch für die Tatsache, dass der demografische Wandel, der längst in vollem Gange ist, von nun an in seine „ernste Phase“ eintritt. Er zeigt deutliche Konsequenzen bei den Lebensverhältnissen bestimmter Bevölkerungsgruppen und bei der Produktivkraft bestimmter Unternehmen: 1. „Verbände warnen vor Altersarmut“ (RNZ vom 6. August 2015) 2. „Noch Tausende offene Lehrstellen“ (RNZ v. 8./9. August 2015, S. 23), und – als Kombination beider Phänomene: 3. „Elf Prozent weniger Pflegekräfte, dafür zwölf Prozent mehr Patienten“ (RNZ v. 5. August 2015, S. 10). Muss das weiter ausgeführt werden? Man kann derartige Nachrichten bald täglich in allen Tageszeitungen und Wochenmagazinen nachlesen – mit unterschiedlicher Quintessenz. Der Ökonom Herwig Birg kommt zu dem fatalen Schluss, dass dieses System nicht aufrecht zu erhalten ist. Aus dieser demografischen Falle gibt es kein Entrinnen. Sein Tenor: Das System kollabiert! Soweit zu dem Katastrophenszenario, das gerade bei den Deutschen viel Aufmerksamkeit erzeugt – und ihm Aufmerksamkeit beschert. Es (oder er) nährt „The German Angst“, und übersieht den zynisch anmutenden Widerspruch, der in der folgenden fatalistischen Aussage steckt: „Deutschland wird kleiner, älter und ärmer!“

Ein System heilt sich selbst: Zynismus im Lichte des demografischen Wandels

Überlässt man dieses System aus Demografiewandel, Generationenvertrag und Sozialstaatlichkeit sich selbst, sieht der „systemimmanente Selbstheilungsmechanismus“ ziemlich zynisch aus: „Älter werden“ und „ärmer werden“ stehen in einem Widerspruch. Das gravierendste Sterberisiko ist die Armut. Arme (deren Haushaltsnettoeinkommen weniger als 60% des Mittelwertes aller Haushalte beträgt) sterben früher. Laut dem Robert-Koch-Institut liegen zwischen der Lebenserwartung der ärmsten (2013: 980 Euro netto monatlich für Singles) und der reichsten (2013: 2450 Euro netto monatlich für Singles) Einkommensgruppe etwa 10 Jahre. Und Tatsache ist auch, dass die Lebenserwartung von Männern, die wenig verdienen, sinkt. Wenn diese Ungleichheit weiter zunimmt, muss davon ausgegangen werden, dass die durchschnittliche Lebenserwartung eben nicht mehr steigen wird. Möglicherweise wird sogar das Gegenteil der Fall sein: dann werden die Kinder, die heute geboren werden, das Alter ihrer Eltern nicht mehr erreichen. Diese These wird belegt durch die Tatsache, dass es den Rentnern noch nie so gut ging wie heute – unsere Kinder aber am stärksten von Armut bedroht sind! Auch grassiert in diesen Bevölkerungsgruppen ein Lebensstil, der zu Übergewicht und Stoffwechselerkrankungen führt. Kinder, die bereits in jungen Jahren an Altersdiabetes leiden, sind zumeist der schlechter verdienenden Bevölkerungsgruppe zuzuordnen. Mangelnde Bewegung und schlechte, weil zucker- und fettreiche Ernährung, hinterlassen ihre deutlich sichtbaren Spuren. Der Anteil der Kinder und Jugendlichen im Alter zwischen 3 und 17

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Bevölkerungspyramide für Deutschland Quelle: Statistisches Bundesamt


Jahren, die an Adipositas leiden, liegt in der niedrigen Schicht bei zehn, in der oberen Schicht bei nur 3,3 Prozent. Die Tendenz in der unteren sozialen Schicht ist bedenklich ansteigend. Hier ist man gut beraten, alles zu tun, um dieser Tendenz zum Wohle unser aller Zukunft entgegen zu steuern. Stattdessen: „Abschlagfreie Rente mit 63 nach 45 Beitragsjahren“. Das ist ein politischer Beitrag zur „Systemheilung“, denn: wer früher in Rente geht, stirbt früher! Arbeiten mag krank machen – nicht arbeiten aber noch viel mehr. Eine große Vergleichsstudie mit Daten aus elf Industrieländern erbrachte folgendes Ergebnis: Frühe Rente schadet der Gesundheit und reduziert die Lebensfreude. Es konnte gezeigt werden, dass Arbeiter umso früher starben, je eher sie in Ruhestand gingen – und zwar nicht nur diejenigen, die gesundheitliche Probleme hatten!

Kurzum:

Das demografisch begründete Systemproblem unserer Gesellschaft löst sich im Laufe der Zeit von selbst. Manche politischen Entscheidungen sind dazu geeignet, diesen „Selbstheilungsprozess“ zu befördern. Wir werden zwar ärmer, dafür aber auch wieder jünger – und wenn Deutschland kleiner wird, müssen weniger Menschen versorgt werden!

Dieser Textabschnitt freilich steckt voller Provokation. Er soll dazu anregen, darüber nachzudenken… • ob der demografische Wandel wirklich dazu geeignet ist, als Vorwand für die Probleme unserer Gesellschaft angeführt zu werden und dabei noch „Wahlgeschenke“ zu verteilen? • ob es allein an der Politik und ihrer Entscheidungen liegt, diesen Umbau erfolgreich im Sinne der Lebensverhältnisse aller Bürgerinnen und Bürger unseres Landes zu gestalten? oder, anders formuliert, • ob es nicht uns selbst – jedem einzelnen von uns – aufgetragen ist, die mit dem demografischen Wandel zweifellos einhergehenden Herausforderungen der Zukunft zu bewältigen!

Konkret gesagt:

Deutschland steht vor einem gigantischen Umbau seiner Gesellschaft. Die typische Alterspyramide zu Beginn des 20. Jahrhunderts stellt sich nach nur fünf Generationen später als „Altersturm“ dar – als eine Säule, die erst im obersten Fünftel wie ein Dach zusammenläuft. Dieser „Turm mit Spitzdach“ ist kennzeichnend für eine hochentwickelte Kulturgesellschaft (siehe Abb. links). Die Alterspyramide hingegen findet sich z.B. in der Bevölkerungsstruktur von Sierra Leone! Anzeige

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Der Umbau betrifft alle Europäischen Länder – mit zeitlichem Versatz. Die Wohlhabendsten sind zuerst dran, also wir. Letztlich stehen alle Industriegesellschaften, ganz Europa, Nordamerika und Japan, vor der Aufgabe, einen solchen demografischen Umbau zu bewältigen. Auch China folgt mit großen Schritten nach. Kurzum: es gibt überall auf der Welt viel zu tun. Letztlich streben alle danach, die gesellschaftliche Struktur der Alterspyramide zu überwinden. Insofern: die Alterspyramide ist mitnichten ein Ideal!

1. „Zeugungskraft“

Alle gesellschaftlichen Gruppen und unsere politische Klasse werden gefordert sein – vor allem aber wir selbst, jeder einzelne von uns. Wer nicht erkannt hat, dass er (sie) in jungen Jahren all seine (ihre) Kraft einsetzen muss, um für sich und für die Gesellschaft Wohlstand zu schaffen und bis ins hohe Alter zu bewahren, läuft in der Tat in eine Armutsfalle. Die Bewältigung dieses gesellschaftlichen Umbaus wird viel Kraft brauchen.

Die Politik ist gefordert, in den unüberschaubaren Wust an 150 Maßnahmen der Familienförderung mit 200 Mrd. Euro Jahresbudget Ordnung zu bringen und für Effizienz zu sorgen. Studien zufolge ist das gar nicht so schwer. Letztlich verbleibt nur eine großzügige und verlässliche Bildungs- und Betreuungsinfrastruktur als probates Mittel, um Familien zu fördern (nicht Ehepaare, um den Begriff des „Steuersplitting“ wenigstens mal zu erwähnen). Man bedenke: Zur unsäglichen „Herdprämie“ brauchte es eines Verfassungsgerichtsurteils, um die Politik daran zu erinnern, worauf es wirklich ankommt. Frauen sind hochqualifiziert, wollen arbeiten, und sie werden es in zunehmendem Maße auch müssen. Sie wollen eine Familie haben, brauchen aber ein verlässliches System der Kinderbetreuung, um für sich selbst die erforderliche Form der „persönlichen Organisationseffizienz“ zu entwickeln. Nur so lassen sich Familie, Beruf und ein gesundes „Ich-selbst“ in einen geordneten Alltagsablauf bringen. „Ich habe keine Zeit“ darf nicht zum Schlüsselsatz werden. Sonst bleibt häufig die eigene „Fitness“ auf der Strecke – also die Anpassungsfähigkeit an sich verändernde Umstände in allen Lebensbereichen.

Wieder einmal ist „Kraft“ unser bestimmendes Thema!

Mit persönlicher Kraft in eine gelingende Zukunft

Um dem „zynischen“ Teil dieses Aufsatzes an dieser Stelle eine Wendung zu geben, sei folgendes vorangestellt: Das Erfordernis zu einer permanenten gesellschaftlichen Anpassung ist etwas Begrüßenswertes. Wir haben gute Voraussetzungen geschaffen, um die treibenden Faktoren der Bevölkerungsentwicklung zu unseren Gunsten zu beeinflussen. Für Müßiggang – bekanntermaßen aller Laster Anfang – bleibt allenfalls so viel Raum, um Kraft zu tanken. Anpassungsfähigkeit heißt „Fitness“. Die bisherigen Ausführungen haben gute Hinweise geliefert, an welchen drei Stellen unsere Kraft anzusetzen hat und wo Fitness gebraucht wird: 1. Zeugungskraft 2. Wertschöpfung: Produktivkraft und Arbeitsausdauer 3. Integrationskraft

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Naja – ob es an der „Zeugungskraft“ liegt? Wohl eher daran, dass es jungen Familie zunehmend schwer fällt, Familie und Beruf unter einen Hut zu kriegen. Sich beruflich etwas aufzubauen, sich zu etablieren, einen Platz in der Gesellschaft zu erstreben und einer Familie nicht nur ein Zuhause, sondern auch Zeit zu schenken, fordert die ganze Kraft. Passen da Kinder überhaupt in den Karriereplan? Was ist zu tun, um die Geburtenzahlen zu steigern?

Gleichwohl muss man an dieser Stelle einsehen, dass die Überalterung der Gesellschaft niemals durch eine Erhöhung der Fertilität verringert werden kann. Die rasant steigende Lebenserwartung hat einen ungleich höheren Effekt auf die Überalterung der Gesellschaft als die niedrigen Geburten-


raten. Selbst eine Fertilität wie zur Zeit des Babybooms würde die Steigerung des Durchschnittsalters unserer Gesellschaft nicht aufhalten, dazu kommen am oberen Ende der Altersskala einfach viel mehr Menschenjahre dazu als am unteren Ende fehlen.

verkürzte Schul- und Studienzeiten (0,4 Mio.), eine Erhöhung des regulären Renteneintrittsalters auf 67 Jahre und die Abschaffung der Frühverrentung (1,3 Millionen) sowie letztlich durch den Ausbau der Kinderbetreuung (dadurch 2,4 Millionen Frauen in die Ganztagsbeschäftigung).

2a. „Wertschöpfung“

Am kritischsten wird dabei die Erhöhung des gesetzlichen Rentenalters betrachtet. Berufsgruppen mit besonderer körperlicher Belastung mit einem Appell nach „gesundheitsorientiertem Fitnesstraining“ zu begegnen, ist unsensibel und naiv. Hier muss sich eine Solidargemeinschaft solidarisch zeigen und in der Tat flexible Lösungen finden, um im Falle vorzeitiger Arbeitseinschränkungen ein Abdriften in die Altersarmut zu verhindern. Die Ausnahme darf aber nicht zum Regelargument werden. Man darf anmerken, dass die sogenannte Regelarbeitsgrenze von 65 Jahren schon für die Jahrgänge 1851 bis 1946 galt. Ein 1851 geborener Mensch durfte im Jahre 1916 mit 65 Jahren in Rente gehen. Für ihn allerdings betrug die durchschnittliche Lebenserwartung etwa 40 Jahre. Rein statistisch konnten überhaupt erst die Jahrgänge ab 1946 davon ausgehen, das Rentenalter zu erreichen. Wer hingegen zu Beginn dieses Jahrzehnts 65 Jahre alt war, hatte noch rund 19 Jahre als Rentner vor sich – und war häufig voller Wissen und Erfahrung, Tatendrang und dem Bedürfnis, gebraucht zu werden. Nein, ein Fünfundsechzigjähriger in unserer modernen Zeit ist nicht „alt“!

Zentrale Frage für die Zukunft unserer Lebensqualität ist die Wertschöpfung, die wir alljährlich gemeinsam erbringen. Sie wird bestimmt durch die erbrachten Gesamtarbeitsstunden „mal“ der Produktivität. Die Produktivität ist letztlich Ausdruck unseres Qualifikationsstands. Bildung ist und bleibt der zentrale Schlüssel für die Entwicklung und den Einsatz von effizienten Produktionsmitteln, für die persönliche Gesundheit und den nachhaltigen Vermögensaufbau. Wenn eine gesteigerte Produktivität mit einer zunehmenden Anzahl an Beschäftigungsjahren multipliziert wird, lassen sich die Konsequenzen aus dem Rückgang der arbeitenden Bevölkerung abfedern. Erste Erfolge werden sichtbar. So gingen die Erwerbstätigen im Jahre 2000 mit im Schnitt 62,3 Jahren in Rente – fünfzehn Jahre später mit durchschnittlich 64,1 Jahren – ein Zuwachs von 1,8 Jahren. Allerdings ist im gleichen Zeitraum die Lebenserwartung um etwa 3 Jahre gestiegen! Es braucht also weiter reichende Reformen, mit denen bis zum Jahr 2025 mehr als 4 Mio. Menschen zusätzlich für den Arbeitsmarkt mobilisiert werden können: durch

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Man tut gut daran, „Frühverrentung“ und „Rente mit 63“ nicht als „Lohn für die Lebensleistung“ zu verkaufen und ein positives Verständnis von Arbeit und Produktivität zu pflegen. Politiker sprechen über das Ende des Arbeitslebens, als ob der Staat seine Bürger auszeichnet. Der „Traum von der Rente“ ist eine Verlockung, die längst widerlegt ist. Stattdessen gilt der Renteneintritt als „Top-Ten-Stressor“, also zu den stärksten belastenden Einschnitten im Leben! Und die einzelnen Arbeitnehmer sollten sich von der Illusion verabschieden, dass Chillen wirklich glücklich macht. Der „wohlverdiente Ruhestand“ ist kein Paradies. Studien zeigen eindrücklich, dass Menschen, die vor dem offiziellen Ruhestand ausscheiden, unglücklicher sind als Gleichaltrige, die weiterarbeiten. Keine Bevölkerungsgruppe leidet häufiger unter Depressionen als die Rentner (Bundesverband der Betriebskrankenkassen). Was ein Jahr vor der Verrentung mit Freude herbeigesehnt wurde, führt ein Jahr danach zu einer Ernüchterung, die die Lebensqualität drastisch mindert. Umgekehrt sollten Arbeitgeber statt ihrer ständigen Rhetorik vom Fachkräftemangel ernsthaft versuchen, die alten Mitarbeiter so lange wie möglich im Betrieb zu halten. Diese Art des „social freezing“ wäre wirklich sozial. Die dafür erforderliche Flexibilisierung und Berücksichtigung eines veränderten Arbeitsverhaltens im Alter fordert die Kreativität und den Fleiß der Personalmanager. Denen sei gesagt: es geht nicht um altersabhängige Lernfähigkeit, sondern altersunabhängige Motivation. Und genau dafür müssen Bedingungen geschaffen werden.

2b./c. „Produktivkraft“ und „Arbeitsausdauer“

„Produktivkraft“ und „Arebitsausdauer“ nutzen nicht nur der Gesellschaft als ganzes, sondern den Betrieben und letztlich dem Individuum. Die Alten sind so gesund wie nie zuvor, haben Jahrzehnte geschenkt bekommen, fühlen sich fit und leistungsfähig. Stattdessen ist der Eintritt in den Altersruhestand als biografischer Bruch organisiert, die häufig selbst bei fitten Menschen Anpassungsstörungen hervorrufen. So wird Rente zum Krankmacher – was bemerkenswerterweise sogar die Weltgesundheitsorganisation auch als solchen anerkennt. Letztlich brauchen wir als Gesellschaft auch ein verändertes Verständnis von Produktivität! Zivilgesellschaftliche Einrichtungen wie z.B. Vereine oder Stiftungen bieten enorme Entfaltungsmöglichkeiten, auch und gerade für Ältere. Die Wertschöpfung, die daraus erwächst, taucht in kaum einer ökonomischen Statistik auf. Wer seinen Enkeln bereichernde Freizeit-, vielleicht sogar Bildungsstunden schenkt, leistet einen erheblichen Beitrag für das Familien- und unser Gemeinwohl. Gleiches tut, wer Sport- oder Musikunterricht erteilt, sich in einer Theatergruppe engagiert oder um Bedürftige kümmert. Ein strukturierter Tagesablauf, soziale Kontakte, Erfolgserlebnisse und Sinnstiftung gehen damit einher und sind für viele Menschen das Elixier, um auch im Alter jung zu bleiben. Dabei darf nicht übersehen werden: ein Hobby ist ein Hobby. Eine Aufgabe ist etwas anderes – und vielen fehlt genau das!

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14 RC Premium 3/2015


Vielleicht kann es gelingen, Menschen mit ihrer spezifischen Produktivitätskraft bis zur Vollendung ihres siebten Lebensjahrzehnts im Erwerbsleben zu halten – zum gegenseitigen Nutzen. Selbst die Rente mit 69 darf kein Schreckgespenst sein. Wenn gerade Arbeitgeberverbände dies fordern, müssen sie aber auch die Strukturen schaffen, die einen so langen Verbleib im Arbeitsleben für den Einzelnen möglich machen. Und die Arbeitnehmerverbände sollten ein positives Verständnis von Arbeit fördern und sich freuen, wenn ihre Mitglieder im Erwerbsleben glücklich sind und möglichst lange am Wertschöpfungsprozess aktiv teilhaben möchten. Gleichzeitig obliegt ihnen die Anwaltschaft für diejenigen, die einfach nicht mehr können. Dafür aber, dass Menschen möglichst lange fit bleiben, sind alle mitverantwortlich – und Fördermöglichkeiten dafür gibt es immer mehr. Dann ist es nämlich kein Schock mehr, wenn wir festhalten müssen: Selbst all das – mehr Kinder, mehr Produktivität, mehr Lebensarbeitszeit – wird nicht reichen, um als Produktivgemeinschaft ein Sozialprodukt zu erwirtschaften, dass alle gesellschaftlichen Gruppen eine Sicherung oder gar Verbesserung ihrer Lebensverhältnisse bei steigender Lebenserwartung gewährleistet! Wie viel Kraft ist also noch gefordert, oder vielmehr: welche?

3. „Integrationskraft“

Wir werden zur Aufrechterhaltung unserer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit verstärkt auf die Produktivkraft von Neubürgern ausländischer Herkunft setzen müssen – oder dürfen. Bei all den kulturellen und sozialen Herausforderungen oder bisweilen auch Überforderungen im Lichte der zahlreichen Flüchtlinge, die derzeit nach Europa und verstärkt auch nach Deutschland kommen, dürfen wir anerkennen: wir haben über Jahrzehnte hinweg von der Zuwanderung profitiert. Wir sind ein Einwanderungsland – wer das noch immer leugnet, hat weder die Realität heute noch die Zeichen der Zukunft erkannt. Wer gar von Überfremdung spricht, sagt schlicht und einfach die Unwahrheit – und offenbart sich selbst als Mensch mit mangelnder Integrationskraft, kultureller Anpassungsfähigkeit oder gesellschaftlichem Entwicklungswillen. Tatsache ist, dass Deutschland im OECD Vergleich in der Zuwanderungsstatistik auf Rang 13 und mit 1,6 Zuwanderern pro 1.000 Einwohner (im Durchschnitt der Jahre 20092012) unter dem OECD Durchschnitt von 2,7 liegt. Die ausländischen Mitbürger sind jünger als der Durchschnitt der deutschen Bevölkerung und bringen ein stetig steigendes Qualifikationsniveau mit, gleichwohl sie häufig erst als Erwachsene in unser Land kommen und daher unsere Bildungssysteme wenig in Anspruch nehmen. Sie zahlen im Schnitt wesentlich mehr Steuern als sie Sozialleistungen beziehen. Es ist ein Glücksfall für uns, dass im langfristigen Mittel der Migrationssaldo – oder auch „Nettozuwanderung“ genannt – seit über 50 Jahren bei durchschnittlich 170.000 Menschen pro Jahr liegt. Mehr als das Doppelte dieser Zahl - zwischen 300.000 bis 500.000 Menschen pro Jahr müsste Deutschland jährlich aufnehmen, um ein Zusammenbrechen der Sozialsysteme zu verhindern, so das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung

Retired And Still Going Strong Name:

Dipl. Ing. Werner H., geb. 1950

Karriere:

mehr als 30 Jahre Erfahrung in der Automobilindustrie

Letzte Position: Produktionsleiter bei einem Automobilhersteller Seit Januar 2015: Ruhestand Seit Mai 2015: bei ASE registriert Seit Juli 2015: Interim Werksleiter bei einem Zuliefere

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Nur durch Zuwanderung lässt sich der Rückgang des Arbeitsvolumens (die Zahl der gesamtwirtschaftlich geleisteten Stunden) aufhalten. Wir müssen festhalten, dass seit 1991 die Zahl der Erwerbstätigen um 5% gestiegen und trotzdem das Arbeitsvolumen um 4% gesunken ist – die Jahresarbeitsstunden pro Kopf sind aufgrund geringerer Wochenarbeitszeit und mehr Jahresurlaubstage geringer geworden. Dem Produktivitätszugewinn ist es zu verdanken, dass im gleichen Zeitraum das Bruttoinlandsprodukt von 1,53 Billionen Euro auf 2,40 Billionen Euro um fast 60 % gesteigert werden konnte. Es ist an uns, die Kraft aufzubringen, die es braucht, um Zuwanderer in unsere Gesellschaft zu integrieren. Unsere Gesellschaft wird kulturelle Diversität und auch Fremdheit aushalten, bewältigen und positiv gestalten müssen. Freilich, auch das gehört zur Wahrheit: wer zu uns kommt, ohne den Willen mitzubringen, sich unserer Gesellschaftsordnung anzupassen und produktiv einzubringen, muss sein wie auch immer definiertes Lebensglück an einem anderen Ort suchen.

Fazit: wir brauchen Kraft, Ausdauer und Mut zu Veränderungen – in allen Lebensphasen!

Gerade jetzt, in diesen Zeiten besonderer globaler Umwälzungen, ja beinahe Völkerwanderungen, kommt den Älteren so viel Verantwortung zu. Denjenigen, denen aufgrund der demografischen Umgewichtungen zunehmend mehr politisches Gewicht zukommt. Die vielleicht sogar selbst Flüchtlinge waren oder einer Flüchtlingsfamilie entstammen - und davon gibt es viele in unserem Land. Die aktuelle Situation eröffnet vielfältige Möglichkeiten für ein persönliches, gewinnbringendes Engagement. Und sie verlangt nach einer positiven Einflussnahme auf die politische und gesellschaftliche Stimmung - nach einem Plädoyer für Integration nach dem vorrangigen Prinzip der Menschlichkeit im Bewusstsein unserer Geschichte. Die „Alten“ sind gefordert ... Bei diesem komplexen Themenfeld den Bogen zu „Kraft“ und „Fitness“ zu spannen, ist wahrlich gewagt. Aber es ist nun mal so – und auch gut so: Wir werden älter. Und wir haben eine gute Chance, den dramatischen Verfall der eigenen körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit bis weit jenseits des 75. Lebensjahrs hinaus zu verschieben. Genau deshalb wird die Demokalypse ausbleiben – wenn wir unsere Kräfte richtig einsetzen. Denken wir daran: „Kraft“ in jeglicher Form hat die besondere Eigenschaft, dass sie sich positiv entwickelt, je besser man sie beansprucht.

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Und genau darin steckt der „systemimmanente Selbstheilungsmechanismus“, der wünschenswert ist: Wir wachsen mit unserer Aufgabe, unsere Kraft nimmt in jeglicher Hinsicht zu (und wer wissen will, wie man einen wesentlichen Aspekt der menschlichen Kraft systematisch trainiert, ist in unserem Zentrum Aktiver Prävention3 wahrlich gut aufgehoben). So werden wir stark genug werden, die Herausforderungen des gesellschaftlichen Wandels zu bewältigen, um Wohlstand und Frieden zu bewahren. Nicht die Demografie gestaltet uns, sondern wir die Demografie. Politik, Zivilgesellschaft und jedes einzelne Individuum muss seinen Beitrag leisten. Dazu hat ein Bewusstseinswandel eingesetzt. Eine Befragung des Meinungsforschungsinstituts Emnid konnte zeigen, dass 69% nicht daran glauben, dass die Rente im Alter reicht – unter den 30- bis 39-Jährigen sind es sogar 93%. Dies ist der erste Schritt zu mehr Anstrengung im Erwerbsleben, zu einem erweiterten Sparverhalten und zur eigenverantwortlichen Vorsorge für die Zukunft. Es ist eine große Tendenz dahingehend zu verzeichnen, sich körperlich fit zu halten und gesund zu ernähren. Ältere müssen Jüngeren in dieser Hinsicht ein Vorbild sein – und sind es vielfach. Dafür nimmt die Qualität zumindest in den meisten Präventionseinrichtungen zu. Auch wir können einen Beitrag leisten, auf die Produktivkraft unserer Mitglieder bis ins hohe Alter positiv Einfluss zu nehmen und sie dazu zu motivieren, sich für den gesellschaftlichen Umbau zu engagieren. Es gibt genug Möglichkeiten, nicht Gefahr zu laufen, sich selbst als „Demografieproblem“ wahrzunehmen. Unsere Region ist reich an engagierten Menschen – beruflich und ehrenamtlich. Große Stifterpersönlichkeiten sind ungebremst aktiv und gehen in der Gestaltung unserer Zukunft mit gutem Beispiel voran. Sie sind dem Sport verbunden, plädieren bei jeder sich bietenden Gelegenheit für einen gesunden Lebensstil und halten sich selbst vorbildlich fit. Letztlich gilt, was der Münchner Professor für Volkswirtschaftslehre Dr. Robert von Weizsäcker uns einst in einem Interview gesagt hat: „Die beste Altersvorsorge ist die Investition in die eigene Gesundheit“ (im RC Premium-Interview in Ausgabe II/2012, S. 22ff.)

Quellen zum Beitrag können beim Autor erfragt werden.


DOSSIER „Mein Geld ist weg, aber ich bin noch da“

W

ir alle werden immer älter und bleiben bis ins hohe Alter aktiv. Damit stellt sich mehr denn je die Frage, wie sich die Zeit nach der Erwerbstätigkeit finanzieren lässt. Mit der bundesweiten Veranstaltungsreihe „Ruhestandsplanung im Wandel der Demografie“ bringt der Finanzdienstleister MLP gemeinsam mit dem Versicherungskonzern Aegon Transparenz in das Dickicht der Altersvorsorge. Die Finanzexperten Prof. Dr. Jochen Ruß, Geschäftsführer des Instituts für Finanzund Aktuarwissenschaften, und Dr. Felix Blomberg, Bereichsvorstand bei MLP, erklären im Interview, welche Aspekte bei der Planung des Ruhestands besonders zu beachten sind.

RC: Sind die Deutschen finanziell gut auf den Ruhestand vorbereitet?

Jochen Ruß: Die Lebenserwartung steigt alle 10 Jahre um rund 2,5 Jahre. Viele Menschen wissen das nicht und unterschätzen daher, wie lange das angesparte Geld im Ruhestand reichen muss. Das Risiko, länger zu leben, als das angesparte Geld reicht, wird deshalb nicht abgesichert. Oft heißt es dann „Mein Geld ist weg, aber ich bin noch da!“. Felix Blomberg: Wir erleben immer wieder, dass sich Berufstätige auf ihre gesetzliche Rente verlassen. Dabei ist heute schon klar, dass das Rentenniveau bis 2040 auf nur noch 44 Prozent des letzten Nettoeinkommens sinkt. Eine MLP-Studie zeigt zudem, dass 40 Prozent der Deutschen keine konkreten Vorstellungen über die Höhe ihrer gesetzlichen Rente haben. Dies ist aber die Grundlage für jegliche finanzielle Planung für den Ruhestand – und die ergänzende private Altersvorsorge.

RC: Lohnt denn eine private Rentenversicherung bei den derzeit niedrigen Zinsen überhaupt?

Jochen Ruß: Ja, denn sie bietet ein garantiertes, lebenslanges Einkommen, selbst wenn man 90, 95 oder über 100 Jahre alt wird! Wer lebenslange Ausgaben hat, braucht auch lebenslange Einnahmen! Das Problem ist aber, dass viele Menschen bei der Rentenversicherung zuerst auf die Rendite schauen. Die Rentenversicherung ist aber nur in zweiter Linie ein Investment. In erster Linie ist sie eine Versicherung gegen das Risiko, länger zu leben, als das Geld reicht.

RC: Auf was kommt es also bei der Planung für den Ruhestand an?

Felix Blomberg: Die Deutschen sind fleißige Sparer, aber ab 50 Jahren gilt es, sich mit ganz anderen finanziellen Fragestellungen auseinanderzusetzen. Reichen die Ersparnisse für die komplette zweite Lebenshälfte? Ist die Familie abgesichert? Hier geht es ganz konkret darum, die lange Zeit des Ruhestands finanziell richtig und individuell passend zu kalkulieren. Wer dieses Thema rechtzeitig angeht, auch mit Unterstützung von Experten, kann gelassen auf den Ruhestand zugehen.

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DOSSIER

Lernen vom Alter

… und von den Reichtümern des Älterwerdens – aus Sicht einer Praktikantin von Marina Ertingshausen

Was genau bedeutet eigentlich älter werden? Ist älter werden gut oder schlecht? Ab wann bin ich „zu alt“? Oder bin ich noch „nicht alt genug“? Wer sagt, dass ich (nicht) alt bin?

Zu alt oder zu jung?

Ich bin Mitte zwanzig, habe ein abgeschlossenes Bachelorstudium und schon recht viel gesehen von der Welt. Manchmal ertappe ich mich dabei, wie ich mein Alter vor Jüngeren als Ausrede benutze: „Dafür bin ich einfach schon zu alt“. Auf der anderen Seite mache ich mir noch keine großen Gedanken z.B. über Altersvorsorge, denn „dafür bin ich einfach noch zu jung“. Ich gehöre zur „Generation P(raktikum)“, zur „Generation Y“, zur „Generation Me“. Wer die ihnen zugesprochenen Eigenschaften kennt, weiß, dass diese oft in einem großen Konflikt zueinander stehen. Gehöre ich zu den ungefestigten P-lern, immer mit der Angst, dass mein Lebenslauf nicht gut genug ist? Oder gehöre ich zu den Y-ern, den Meistern der Improvisation, mit einem weniger geradlinigen Lebenslauf? Vielleicht gehöre ich ja auch zu den Me-lern, mit einem übertriebenen Wunsch nach Sicherheit und permanentem Feedback. Was ich weiß ist, ich gehöre zur „Generation HSB – Höher, Schneller, Besser“. Liest man heutzutage eine Stellenausschreibung, so findet man Anforderungen, die so ähnlich lauten wie: „Studium in der Regelstudienzeit erfüllt, Masterabschluss mit überdurchschnittlich guten Noten, mindestens 3 Jahre Berufserfahrung, mindestens 1 Jahr Auslandserfahrung, 3 Fremdsprachen und politisches oder ehrenamtliches Engagement“ – Bachelor-Master-Elite und Turbo-Abi, eben HSB!

Alter als Vorbild

Wir haben zu dritt im Februar unser Praktikum im Racket Center begonnen mit ganz unterschiedlichen Erwartungen. Was wir gemein hatten, war die Erwartung, so viel wie möglich von unserer Arbeit und den damit verbundenen Prozessen

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zu lernen und Erfahrungen zu sammeln. Im Nachhinein kann ich für mich sagen, dass ich besonders von den Menschen um mich herum gelernt habe. Gerade bei der Organisation des Kultursommers 2015 hatte ich – die Künstler mögen in diesem Zusammenhang Nachsicht mit mir haben – vor allem mit Herren „fortgeschrittenen Alters“ zu tun. Angesichts meines vergleichsweise jungen Alters und meiner Unerfahrenheit im Eventbereich hatte ich bedenken, dass ich nicht ernst genommen werden würde oder sich die Künstler nicht angemessen betreut fühlen würden. Aller Bedenken zum Trotz sind mir die Herren mit Respekt und Freundlichkeit begegnet und haben mich an ihrer Lebenserfahrung und Reife teilhaben lassen. Bei allen Auftritten konnte man die Gelassenheit und Sicherheit jedes einzelnen Künstlers spüren, was eine Atmosphäre von Nähe und gleichzeitig Professionalität vermittelte. Ein Künstler – er ist Mitte siebzig – erzählte mir im Gespräch, dass er durch sein regelmäßiges Training im Racket Center zu ganz neuer Energie und Kraft


gelangt und nun leistungsfähiger sei als noch vor ein paar Jahren. Dadurch könne er sich nun auch wieder intensiver seiner Kunst widmen. Ein Anderer Künstler erzählte von der Kraft, die ihm seine Familie gäbe und die ihn immer wieder dazu antreibe, noch mehr aus sich im Alter herauszuholen als er es früher getan habe. Mir wurde klar, dass sie für sich einen Weg gefunden hatten, durch Muskeltraining das physische Altern zu bremsen und gleichzeitig das geistige Altern in eine Form von Reife durch Lebenserfahrung zu verwandeln. Sie machten mir auch klar, dass älter werden etwas Schönes sei, sofern man sich geistig und körperlich fit hält. Und durch diese Eigenschaften konnten Sie das Publikum begeistern und etwas ganz Besonderes zum Kultursommer 2015 beitragen.

Alter reflektiert

Nun habe ich gerade mein Praktikum im Racket Center nach 6 Monaten beendet und beginne bereits, diese doch sehr intensive Zeit, zu reflektieren und mich zu fragen, inwiefern ich „älter“ geworden bin. Ich kann nicht leugnen, dass ich die eine oder andere schlaflose Nacht hatte und die Organisation

und Durchführung mehrerer aufeinander folgender Events ein beachtliches Maß an Anstrengung erforderten. Keine Frage, es funkeln ein paar mehr weiße Haare am Haaransatz, aber die ersten weißen Haare bekam ich auch schon mit zwanzig. Ab und zu zwackt es auch morgens im Rücken. Bedeutet das nun, dass ich älter geworden bin? Definitiv! Aber mal abgesehen von den körperlichen Symptomen denke ich, dass ich an Reife dazugewonnen habe. Die Selbstständigkeit bei der Arbeit und das Vertrauen, das uns Praktikanten seitens der Kollegen, Partner, Gäste und in meinem Fall auch Künstler entgegengebracht wurde, erlaubte den Spielraum für Erfolge ebenso wie für Fehler, wodurch wir lernen und uns weiterentwickeln konnten. Jede Aufgabe, jede Herausforderung, jede Begegnung und jedes Gespräch sind Teil meiner (Lebens-) Erfahrungen aus dem Praktikum. Für mich bedeutet altern also lernen. Lernen von anderen Menschen und lernen von sich selbst. Und somit übergeben wir nun den Staffelstab an unsere Nachfolger, auf dass sie ebenso lernen in ihrem Praktikum und ein wenig älter werden in den kommenden sechs Monaten. Viel Glück!

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HÄTTEN SIE´S GEWUSST?

Hätten Sie gewusst, dass …

…es ein rätselhaftes Tal hochagiler Greise gibt? Vilcabamba, ein Dorf in Ecuador, ist bekannt für eine hohe Lebenserwartung seiner Bewohner. Man nennt es auch das „Tal der Hundertjährigen“. In Vilcabamba gehört man ab 90 zu den Betagten, mit über 100 zu den Zentenaren. Obwohl dies in wissenschaftlichen Studien bezweifelt wird, führen einige Wissenschaftler das Phänomen auf eine negative Ionenladung der Luft zurück, andere auf die Mineralienzusammensetzung des Wassers. Auch das Klima bzw. die Ernährung und die ständige Bewegung der Bewohner gelten als mögliche Gründe. Esoteriker vermuteten, das „Herz der Erde“ befinde sich an diesem Ort.

ernährung entstehen, spricht man von Wohlstandskrankheiten. In Deutschland leiden etwa 25% der Bevölkerung an einem Metabolischen Syndrom, wobei die Tendenz immer weiter steigt.

Hätten Sie gewusst, dass …

… leichtes Joggen, mit 60 bis 150 Minuten pro Woche, das Leben von Männern um 6,2 und von Frauen um 5,6 Jahre verlängert? Zweieinhalb Stunden pro Woche walken verlängert das Leben im Durchschnitt um 3,4 Jahre. Doch auch schon weniger Bewegung zahlt sich aus: Wer nur die Hälfte der Aktivitätszeit absolviert, lebt im Durchschnitt immer noch 1,8 Jahre länger als Personen, die gar keinen Sport betreiben. Besonders motivierte Teilnehmer, die sogar das doppelte Sportpensum schafften, konnten 4,2 Jahre Lebenszeit hinzugewinnen. Wer übergewichtig ist, sich aber bewegt, hat laut einer Studie immer noch 3,1 Jahre länger zu leben als ein bewegungsfauler Normalgewichtiger. (Copenhagen City Heart Study)

Hätten Sie gewusst, dass ... Vilcabamba

Hätten Sie gewusst, dass ...

… das Metabolische Syndrom für eine Umkehr der bislang noch steigenden Lebenserwartung ausschlaggebend sein kann? Hierunter fallen Krankheiten und Risikofaktoren, wie zum Beispiel Adipositas und Bluthochdruck, die Herz und Kreislauferkrankungen hervorrufen. Da die Krankheitszeichen meist als Auswirkung eines modernen Lebensstils mit wenig körperlicher Bewegung und Über-

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… der Inder Habib Miyan, ehemaliger Klarinettist im königlichen Orchester von Rajasthan, der älteste Mensch aller Zeiten gewesen sein soll? Laut seiner Angabe war er 138 Jahre alt als er starb. Seine Rentenbescheinigung bestätigte ihm hingegen „nur“ 129 Jahre. Nach Eintritt in die Rente lebte er noch weitere 70 Jahre, 50 Jahre davon blind.

Hätten Sie gewusst, dass …

… aktuell 40.000 Senioren studieren? Ob als Gasthörer, regulärer Student oder als Senioren-Student, die Anzahl der über 50-jährigen Studenten steigt seit Jahren immer weiter an. Innerhalb der letzten zehn Jahre konnte sie sich sogar verdoppeln. Der Wunsch sich im Alter weiterzubilden ist bei vielen Senioren vorhanden

und es lässt sich eine steigende Tendenz feststellen. Ob es sich um reine interessengeleitete Weiterbildung handelt oder der Austausch mit der jüngeren Generation im Fokus stehen, die Gründe im Alter noch an die Universität zu gehen sind ganz unterschiedlich.

Hätten Sie gewusst, dass ...

… Alzheimer-Patienten sich an Musik länger erinnern können, als an ihre Angehörigen? Grund dafür ist, dass die Krankheit verschiedene Bereiche im Gehirn unterschiedlich stark angreift. In der Praxis zeigt sich beispielsweise häufig, dass die Bewegungsfähigkeit lange erhalten bleibt. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass sich die Musikwiedererkennung in Arealen des Gehirns befindet, in denen sonst komplexe motorische Abläufe verarbeitet werden, wie auch die Bewegungsfähigkeit. Dieser Bereich ist nur gering vom Schwund der Gehirnmasse betroffen und kann dadurch noch während der Krankheit aktiv arbeiten.


Hätten Sie gewusst, dass ...

… der älteste Marathonläufer der Welt 101 Jahre alt war? Fauja Singh, ein britisch-indischer Läufer, bestritt 2013 den Hongkong-Marathon. Erstaunlicherweise begann er erst im Alter von 89 Jahren mit dem Training, bei dem er jeden Tag 15 Kilometer lief. Seinen schnellsten Marathon absolvierte er im Jahr 2012 in London mit unter acht Stunden. Heute genießt der mittlerweile 104-jährige seinen „wohlverdienten Ruhestand“.

Hätten Sie gewusst, dass …

… sich die Chance Zwillinge zu bekommen für eine Frau ab dem Alter von 35 Jahren erhöht? In diesem Alter gebärt eine von 27 Frauen Zwillinge, wohingegen ab dem fünfzigsten Lebensjahr bereits jede neunte Frau Zwillinge zur Welt bringt.

Hätten Sie gewusst, dass …

… die Wahrscheinlichkeit ein Mädchen zu bekommen umso höher ist, je älter die Mutter und je älter der Vater sind? Bei Frauen über 35 sind hormonelle Veränderungen erkennbar und bei Männern, die über 40 Jahre alt sind, nimmt die Qualität der Spermien ab. Dies hat zur Folge, dass weniger männliche Spermien produziert werden und so die Befruchtung des Eis durch eine weibliche Zelle steigt.

Unsere Praktikanten sind: Annalena Obermann, 20 Jahre (B.A. Sportwissenschaften an der Universität Bielefeld) Hauptaufgabe: Qualitätsmanagement und Bewerbermanagement Dennis Fuhrmann, 23 Jahre (B.Sc. Sportökonomie an der Universität Bayreuth) Hauptaufgabe: Eventmanagement und Partnermanagement

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DOSSIER Gedanken zum Thema „Älterwerden ...“ von Rolf Staguhn Der Baum

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Es war einmal, man glaubt es kaum, ein großer, wilder, starker Baum. Im ganzen Wald war er bekannt, wurd´ respektiert und anerkannt. Doch kaum ein Mensch wird je versteh’n, was trotzdem mit dem Baum gescheh’n: Erst fielen ab die ganzen Blätterdas schob man noch aufs schlechte Wetter. Doch Tag für Tag wurd’s bald fatal: der Baum war grünlos und ganz kahl. Anzeige

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Dann kamen fleißige Männchen an und machten sich mit Sägen dranbefreiten ihn von letzter Lastder Baum hat jetzt kein Zweig noch Ast. Der kahle Stamm der übrig blieb, den fällte man mit einem Hiebso dass er jetzt und das war klar, ein Opfer der Insekten war. Die Würmer kamen an zu Hauf und fraßen unseren Baum ganz aufbald war es um den Baum gescheh’n: man konnte von ihm nichts mehr seh’n. Doch trotz dem Sägen, Schmatzen, Fressen: ein Stück vom Baum wurd glatt vergessenes war ein Stock, versteckt er lag, auf den fast niemand achten mag. Dann ging’s dem Stock bald so wie vielen, denn mit Stöckchen will man spielen. Man wirft ihn hoch, man wirft ihn weg, und so erfüllt er seinen Zweck. Gedreht geworfen, welch ein Glück, kommt Stöckchen von allein zurück. Der Stock macht mit - ganz fit und tüchtig, denkt sich dabei „Ich bin doch wichtig“! So lebt in ihm der stille Traumvon früher, wo er noch war ein Baum.


Der Mensch von Rolf Staguhn

Er ist auf die Erde geboren Und niemand hat ihn gefragt. Der Zufall bestimmt ihm die Rasse Bevor er dazu was gesagt. Und irgendwo wird er dann leben Mit Mühe und Arbeit und Pein Und wird sich ein Leben lang plagen Um irgendwann glücklich zu sein. Doch er wird das Ziel nur erträumen Der Mensch hat schnell sich verbraucht. Und irgendwann wird er dann sterben, Müde und ausgelaugt. Es ist dann als ob nichts gewesen Das Leben ist laut, der Tod aber leis. Sein Körper wird vollends verwesen Und die Welt dreht sich weiter im Kreis.

Nimm Dir Zeit

Nach einem alten irischen Gebet

Nimm Dir Zeit um zu arbeiten, es ist der Preis des Erfolges. Nimm Dir Zeit um nachzudenken, es ist die Quelle der Kraft. Nimm Dir Zeit um zu spielen, es ist das Geheimnis der Jugend. Nimm Dir Zeit um zu lesen, es ist die Grundlage des Wissens. Nimm Dir Zeit um freundlich zu sein, es ist das Tor zum Glücklich sein. Nimm Dir Zeit um zu träumen, es ist der Weg zu den Sternen. Nimm Dir Zeit um zu lieben, es ist die wahre Lebensfreude. Nimm Dir Zeit um froh zu sein, es ist die Musik der Seele. Nimm Dir Zeit um zu genießen, es ist die Belohnung Deines Tuns. Nimm Dir Zeit um zu planen, dann hast Du Zeit für die übrigen neun.

Zitat

von Hermann Hesse

Wir verlangen, das Leben müsste einen Sinn haben Aber es hat nur so viel Sinn, als wir ihm zu geben im Stande sind.

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KOMMENTAR Älterwerden ist die einzige Möglichkeit zu überleben von Prof. Dr. Lothar Seiwert

A

lt werden ist nach gängiger Ansicht nichts Schönes. Keiner freut sich darauf, wenn aus ihm oder ihr statt Problemlöser, Problemverursacher wird. Der persönliche Wandel von fit und mündig, zu gebrechlich und unfähig ist hart und grausam. Hinzu kommt, der uns jahrelang prophezeite „demographische Wandel“, der jetzt schlicht und ergreifend da ist. Mit all’ seinen Folgen auf unsere Gesellschaft. Aber ist das wirklich angemessen? Haben wir ein richtiges Bild davon, wie wir alt werden? Und ist das Bild von einer demographischen Katastrophe realistisch?

Fest steht, in den nächsten zwei Jahrzehnten, tritt ein sehr großer Anteil unserer Gesellschaft in den Ruhestand, die Zahl der Rentner steigt dann schlagartig. Währenddessen geht die Zahl der Erwerbstätigen zurück – und das passt leider wirtschaftlich, finanziell und sozial nicht wirklich zusammen. Wenn wir davon ausgehen, dass alle ab 65 ihre Zeit nur noch vor dem Fernseher, in Sprechstundenzimmern und in Pflegeheimen verbringen, gefüttert und versorgt von ausländischen Pflegekräften, wird es zu Problemen kommen. Wir schicken diese Menschen in Rente, wo sie nutzlos und unproduktiv werden, umso schneller körperlich und geistig verfallen – und als Kostentreiber im Gesundheitswesen noch sehr lange leben. Die einzige Chance, die uns bleibt, um diesen Wahnsinn zu überwinden, ist: das Alter anders zu bewerten. Der medizinische Fortschritt führt dazu, dass wir immer älter werden, richtig, aber wir werden gleichzeitig auch immer fitter. Heute ist jemand mit 65 wesentlich agiler als noch vor einigen Jahren. Und deshalb eigentlich nicht bereit dafür, seine Zeit nur noch unnütz totzuschlagen. Oder Rentnerbeige zu tragen und sich einfach gehen zu lassen. Warum sollte jemand mit 60, 70 oder 80 nicht mehr auf sein Äußeres achten? Auch in fortgeschrittenem Alter habe ich doch die Möglichkeit, mir einen gewissen Chic zu bewahren, selbst mit geringen finanziellen Mitteln. Damit meine ich nicht, sich in eine Röhren-

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Über den Autor:

Prof. Dr. Lothar Seiwert, CSP (Certified Speaking Professional) und CSPGlobal, ist seit über 30 Jahren Europas führender Experte für Zeit- und Lebensmanagement. Millionen Menschen weltweit haben ihn in seinen Vorträgen erlebt und sind durch seine Bestseller dazu inspiriert worden, sich auf das Wesentliche zu fokussieren. Weitere Informationen unter www.Lothar-Seiwert.de jeans zu zwängen und auf 30 zu machen. Es geht darum, der zu sein, der man eben ist. Authentisch und echt zu sein. Viele kleine Puzzleteile ergeben unsere Ausstrahlung und unser Charisma - und das hört nicht ab 65 auf. Das sehen wir an großen Beispielen wie Karl Lagerfeld, Hellmuth Karasek oder Helmut Schmidt. Trotzdem haben wir Angst. Diese Angst nennt man Gerontophobie, die Angst vorm Altwerden und auch die Angst vor alten Menschen. Die Unumkehrbarkeit des Alters macht es uns schwer, damit klar zu kommen. Ich bin der Meinung, es geht nicht darum diese Ängste zu überwinden. Denn sie sind real und berechtigt.


Allerdings heißt das nicht, dass wir unsere Würde abgeben müssen. Wir können mit all’ diesen Qualen altern, und die bleiben, die wir sind. Selbst wenn ich arbeitsunfähig, zerstreut und vergesslich bin, bin ich ein wertvoller Teil der Gesellschaft. Es geht darum, die Zeit, die einem bleibt, zu genießen und sie in vollen Zügen auszukosten. Und das hat mit Selbstverantwortung zu tun, denn wir sind für unser Leben verantwortlich. Es hat mit unserem Verhalten und unserer Einstellung zu tun, wie es uns geht. Wer tut, was er immer tut, bekommt die Ergebnisse, die er immer bekommt. Es wird sich nichts ändern, wenn wir der Politik, unserem Arzt oder der Gesellschaft die Schuld für unsere Probleme in die Schuhe schieben. Das eigentliche Problem liegt tief in uns selbst, in unserer Perspektive auf das Leben. Unsere Gedanken erschaffen unsere Realität. Also: ändern wir etwas!

„Das neue Zeit-Alter“ ist ein flammendes Plädoyer gegen den Alterspessimismus und präsentiert eine aufregende, radikal neue Sicht auf das Alter und seine Chancen – eine Ermutigung für alle, die sich von Untergangsszenarien und Schwarzmalereien nicht bange machen lassen. Prof. Dr. Lothar Seiwert ist Deutschlands gefragtester Vortragsredner und führender Experte zum Thema Zeit- und Selbstmanagement sowie Autor zahlreicher Bestseller.

Das Konzept von „Ruhestand“ hat ausgedient, denn: An welchem Abend sind wir zufriedener? Nach einem ganzen Tag vor dem Fernseher oder einem, an dem wir etwas geschafft und geleistet haben, das von Bedeutung ist? Dieses Phänomen bricht im Alter nicht ab. Wenn wir uns selbst eine Bedeutungslosigkeit auferlegen, werden wir auch bedeutungslos sein. Und genau das können wir uns nicht mehr leisten, weder finanziell noch in Bezug auf die Psyche und die Gesundheit. Einfach nur so rumzuhängen und zu chillen ist out und verschwendete Zeit, verschwendetes Leben sowie totes Kapital, das sich in Form von Lebenserfahrung, Reife und Besonnenheit gewinnbringend einsetzen ließe.

Seiwert, Lothar: Das neue ZeitAlter. Warum es gut ist, dass wir immer älter werden. Geleitwort von Pater Anselm Grün. München: Ariston, 2014. ISBN: 978-3424201062. Preis: 19,99 Euro

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Foto: dkfz

Prof. Harald zur Hausen

IM INTERVIEW

I/2015 26 RC Premium 3/2015


„Der Nobelpreis hat insoweit einen hohen Stellenwert für mich, weil mir dadurch gute Möglichkeiten eröffnet wurden, bis zum heuten Tage meinem forscherischen Interesse nachgehen zu können!“

Prof. Dr. med. Dr. h. c. mult. Harald zur Hausen im persönlichen Gespräch

80

Jahre alt wird Professor Dr. Harald zur Hausen im März des kommenden Jahres. Auch das kam mir in den Sinn, als ich mir ausmalte, mit einer so außergewöhnlichen Persönlichkeit der Wissenschaft ein Gespräch führen zu dürfen. Durch den Kontakt mit seinem Sekretariat wurde mir jedoch schnell klar, dass sein Terminkalender vollkommen durchgetaktet und mit Auslandsreisen bespickt ist – ein Zeugnis voller Tatendrang. Umso schöner, dass sich dann doch ein Zeitfenster fand, um dieses Interview zu führen. Somit dürfen wir Ihnen den Krebsforscher aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) vorstellen, dem das Stockholmer Nobelpreiskomitee im Jahre 2008 den MedizinNobelpreis verliehen hat. Sehr geehrter Herr Professor zur Hausen, Sie werden Anfang nächsten Jahres 80 Jahre alt. Seit ihrer Emeritierung im Jahre 2003 sind sie nach wie vor vielfältig wissenschaftlich engagiert und reisen mehr aus dienstlichen als aus privaten Gründen. Wie erklären Sie das jemandem, der zielstrebig auf ein gemütliches Rentnerdasein zustrebt? PROF. ZUR HAUSEN: Die Menschen sind unterschiedlich. Und ein gemütliches Rentnerdasein, wie Sie das nennen, ist für viele Menschen eine schöne Vorstellung. Für mich ist es das nicht. Meine Neugierde ist ungebremst, mir macht die Forschung Freude und ich bin froh darüber, dass ich das tun kann, was ich tue. Wie erleben Sie das Älterwerden persönlich? PROF. ZUR HAUSEN: Gar nicht! Es gibt nichts worüber ich klagen kann. Ich fühle mich fit – ohne Sport, um Ihnen das zu sagen. Neben meiner Forschungsarbeit

interessiert mich die Astrophysik, darüber lese ich gerne. Und einmal im Jahr reise ich mit meiner Frau nach Afrika und mache eine Safari. Meine körperliche Aktivität wird allenfalls durch gelegentliche Gartenarbeit geweckt. Und ja, ein wenig spiele ich Schach, was ja auch zum Sport zählt. Was mich fit bleiben lässt, ist meine Arbeit! Also kann ich Ihnen als leuchtendes Beispiel für Gesundheit und Fitness durch Sport leider nicht dienen, das tut mir leid. Ich sehe das nach. Wohl scheint es doch so zu sein, dass geistige Aktivität auch positive Effekte auf körperliche Gesundheit hat …? PROF. ZUR HAUSEN: Das lässt sich durchaus vermuten, jedenfalls kann ich das an mir feststellen. Der positive Einfluss von Bewegung oder gar systematischen Bewegungsprogrammen auf die geistige Fitness ist wohl gut belegt. Insofern ist von einem umgekehrten Effekt durchaus auszugehen. Da dies nicht mein Forschungsgebiet ist, kann ich darüber nur mutmaßen. Von einem aber bin ich überzeugt: Trägheit ist es, was der Gesundheit mit Sicherheit abträglich ist. Und Trägheit beginnt zunächst im Kopf. Neugierig und agil zu bleiben erhöht die Wahrscheinlichkeit, gesund zu bleiben, davon können wir ausgehen! Ist unter den derzeitigen Lebensumständen auch davon auszugehen, dass die Menschen immer länger Leben? Oder muss man denjenigen glauben schenken, die behaupten, dass die Kinder von heute das Alter ihrer Eltern nicht mehr erreichen werden? PROF. ZUR HAUSEN: In der Tat werden die Menschen in entwickelten Industrieländern pro Jahrzehnt etwa zweieinhalb

Jahre älter. Seit Beginn des 19. Jahrhunderts hat sich die Lebenserwartung mehr als verdoppelt. Ob das so weiter gehen wird, kann ich nicht sagen, derzeit jedenfalls ist keine Trendumkehr erkennbar. Irgendwann wird sich die Zunahme abschwächen, das ist sicher so. Und dass die Lebensführung darauf Einfluss nimmt, ebenso! Lässt sich dieser Fortschritt mehr der Prävention oder der Medizin zuschreiben? PROF. ZUR HAUSEN: Eine solche eindeutige Zuschreibung möchte ich nicht vornehmen, sie ist nicht zielführend. Fakt ist, dass die antibiotische Behandlung von Infektionskrankheiten und die Verringerung der Säuglingssterblichkeit große medizinische Errungenschaften sind, die enorm zur Steigerung der Lebenserwartung beigetragen haben. Bei der Hygiene wurden große Fortschritte erzielt. Denken Sie nur an die Erkenntnis, dass Wasserleitungen aus Blei gesundheitsgefährdend sind. Lange Jahre war unser Trinkwasser bleihaltig. Heute haben wir in vielerlei Hinsicht hohe Hygienestandards erreicht – und sie werden fortlaufend weiterentwickelt. Was sich viele Menschen nach wie vor freiwillig selbst antun, ist das inhalieren gifthaltiger Luft. Tabakgenuss ist massiv gesundheitsschädlich. Erfreulicherweise zeichnet die Propaganda gegen das Rauchen weitreichende Erfolge, zumindest in Deutschland. Eine rauchfreie Umgebung ist meines Erachtens wichtig für die Lebensqualität, gerade auch für Menschen, die früher in öffentlichen Einrichtungen unfreiwillig zu Passivrauchern wurden und – wie wir heute wissen – einer starken Gesundheitsgefährdung ausgesetzt waren.

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Nun ist es ja nicht unbedingt die Frage, wie alt man wird, sondern wie man alt wird. Also besser vorsorgen, als nachsorgen. Eine der besten Formen der Vorsorge ist das Impfen. Dank der Entwicklung von Impfstoffen ist vielen Menschen viel Leid erspart worden, wenn man nur beispielsweise an Kinderlähmung denkt. Trotzdem gibt es eine Gruppe von Menschen, die sich massiv gegen das Impfen stellen. Was sagen Sie denen? PROF. ZUR HAUSEN: Poliomyelitis ist ein gutes Beispiel, denn dank Impfung gilt diese furchtbare und kaum zu behandelnde Kinderkrankheit in Deutschland als ausgerottet. Wichtig ist zu sagen, dass der Impfschutz eben keine rein persönliche Angelegenheit ist. Wer nicht geimpft ist, läuft nicht nur Gefahr, selbst zu erkranken. Der Ungeimpfte ist Überträger, und zwar auch auf solche Menschen, die möglicherweise durch eine Schwächung des Immunsystems selbst nicht geimpft werden können und durch eine Infektion lebensbedrohlich erkranken. Pocken, Mumps etc. sind keine harmlosen Kinderkrankheiten. Oder denken Sie an die Masernepidemie in Berlin im ersten Quartal dieses Jahres. Rein statistisch gesehen ist davon auszugehen, dass von 1.000 Masernerkrankten einer stirbt – und genau das ist in Berlin passiert. Eine Schädigungen des Gehirns, der Lunge etc., all das können Folgen einer Erkrankung sein, die wir bei flächendeckendem Impfschutz längst hätten überwinden können. Nicht umsonst schreitet die Forschung und Entwicklung von Impfstoffen fort. Dies in der heutigen Zeit abzulehnen, ist verantwortungslos. Die Erfindung eines Impfstoffs gegen Ignoranz könnte insofern die größte menschliche Errungenschaft sein, wobei sicherlich auch die schwierigste. Eher noch hofft man auf einen Erfolg bei der Impfung gegen AIDS, gleichwohl trotz langer Forschung bislang keinen Wirkstoff zur Verhinderung einer HIV Infektion gefunden wurde – wohl aber gegen Humane Papillomviren (HPV). PROF. ZUR HAUSEN: Es ist immer eine Errungenschaft, einen Impfstoff zu entwickeln. Dass dies im Falle der HPV gelungen ist, wird in einigen Jahren dafür sorgen, dass die Zahl der Gebärmutterhalskrebserkrankungen drastisch sinkt.

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Derzeit erkranken etwa 6.500 Frauen jährlich an dieser Krebsart. Erste Studien zeigen, dass die Impfung gut verträglich ist und einen vollständigen Schutz vor Krebsvorstufen bietet. Der Rückgang der Gebärmutterhalskrebserkrankungen, immerhin eine der häufigsten Krebsarten bei Frauen, wird die logische Folge sein.

Interviewpartner Prof. Dr. med. Harald zur Hausen und Dr. Matthias Zimmermann

Die Voraussetzung dafür ist, Viren als ursächlich für die Entstehung von Krebs zu erkennen. Als Sie vor bald 40 Jahren der Idee nachgingen, dass Krebs auch auf Vireninfektionen zurückgeführt werden können, erging es Ihnen wie vielen Wissenschaftlern mit neuen Ideen: Sie wurden belächelt. PROF. ZUR HAUSEN: Lassen Sie mich zur Ursachenzuschreibung folgendes sagen: bestimmte Erscheinungsformen so genannter Humaner Papillomviren, also um exakt zu sein HPV 16 und 18, sind eine notwendige, aber nicht hinreichende Bedingung für die Entstehung eines Karzinoms. So sind eben viele Menschen, Männer und Frauen, mit HP Viren infiziert, bilden aber keinen bösartigen Tumor. Umgekehrt aber bildet sich kein Tumor im Gebärmutterhals ohne eine Infektion mit diesen Formen der HP-Viren. Der molekularbiologische

Mechanismus, warum das so passiert, ist sehr gut erforscht. Diese Forschung war in der Tat ein langer Weg und nicht frei von Widerständen. Viren in Zusammenhang mit Krebserkrankungen zu bringen weckte sehr kritische und bisweilen auch abfällige Kommentare. Von der ersten Formulierung der Hypothese Mitte der Siebzigerjahre bis zum experimentellen Beweis in den Achtzigern waren Durchhaltevermögen und eine feste Überzeugung besonders wichtig. … was auch dazu geführt hat, dass Sie in ihrer Karriere als Wissenschaftler 32 Ehrendoktortitel und eine ganze Reihe an Auszeichnungen erworben haben. Im Jahre 2008 dann der Anruf aus Stockholm. Welchen Stellenwert hat der Nobelpreis für Sie ganz persönlich? PROF. ZUR HAUSEN: Natürlich bedeutet mir der Nobelpreis viel. Ich habe mich riesig darüber gefreut – vielleicht auch deshalb, weil ich nicht mehr damit gerechnet habe. Der Nobelpreis hat auch insoweit einen hohen Stellenwert, weil mir dadurch gute Möglichkeiten eröffnet wurden, bis zum heuten Tage meinem forscherischen Interesse nachgehen zu können. Mein Bestreben galt immer dem Erkenntnisfortschritt in meinem Fachgebiet. Dass dieses Streben Anerkennung findet, freut mich. Sehr berührt hat mich auch, wie sehr sich meine Familie gefreut hat, besonders die Ehrung in Stockholm war insofern ein wirklich ergreifendes Ereignis. Eines darf man dabei nicht vergessen: Auszeichnungen sind zuallererst eine bestätigte Berechtigung, weiterarbeiten zu dürfen. Ich erachte das als Privileg. Auch die Arbeit mit den Forschergruppen am DKFZ (Deutschen Krebsforschungszentrum), welches mir über die vielen Jahre meines beruflichen Engagements eine Art Heimat geworden ist, sehe ich so. Die spontane Feier, die nach dem Anruf aus Stockholm am DKFZ stattgefunden hat, hat nicht nur mir sondern auch den Kollegen und Mitarbeiter sowie den Forschungseinrichtungen – also Krebsforschungszentrum, Helmholtz-Gemeinschaft und der Uni Heidelberg – gebührt. Inwieweit hat der Nobelpreis ihr Leben verändert? PROF. ZUR HAUSEN: Wie gesagt, ich bin weiterhin wissenschaftlich tätig und


kann auf meiner – wenn Sie so wollen – Forschungslinie weiterarbeiten. Mich treibt die Frage um, inwieweit karzinogene Erkrankungen infektionsbedingt sind. Bei der Hepatitisforschung konnte der Zusammenhang einer viralen Infektionserkrankung mit der Entwicklung eines Leberkrebses gezeigt werden. Die Epidemiologie des Krebses deutet darauf hin, dass die Ernährung bei Brust- und Dickdarmkrebs eine Rolle spielt, und zwar auch durch die Übertragung von Viren. Wir arbeiten an dem Nachweis, dass spezifisches rotes Fleisch, also von Milchrindern, solchermaßen Einfluss auf die Krebsentstehung hat. Abgesehen davon, dass wir mit weniger Fleischgenuss generell gut beraten sind, meide ich persönlich rohes oder auch halbrohes Rindfleisch – mit einem „Steak english“ können Sie mich also nicht locken. Um Ihre Frage aber nochmals aufzugreifen, möchte ich nicht unerwähnt lassen, wie sehr die zahlreichen Reisen mein Leben bereichern. Dank freundlicher Einladungen zu herausragenden wissenschaftlichen Veranstaltungen lerne ich interessante Menschen auf der ganzen Welt kennen. Ich erlebe Gastfreundschaft in ganz unterschiedlichen Kulturen und pflege einen spannenden Austausch mit Wissenschaftlern rund um den Globus. Wobei man sich im Angesicht Ihrer Arbeit am Schreibtisch und im Labor sowie Ihres Pensums an Veröffentlichungen, Vorträgen und weltweiten Gremientätigkeiten schon wundern darf, wie das alles in den Tagesplan eines einzigen Menschen passt. Viele würden sagen: das ist doch der pure Stress! PROF. ZUR HAUSEN: Natürlich gab es in all den Jahren Phasen von hoher beruflicher Beanspruchung. Aber Stress habe ich persönlich nie in belastendem Umfang erlebt. Schon der Begriff scheint mir eher eine Erscheinung unserer Zeit zu sein. Irgendwie ist jeder im Stress. Ich habe eine sehr positive Wahrnehmung von meiner beruflichen Aufgabe und von meinem privaten Leben. Dass ich Zeiten intensiver Arbeit eher als interessant interpretiere, kann freilich auch damit zu tun haben, dass wir Westfalen ein breites Kreuz haben. Hätte ich je Stress verspürt und diesen als negativ wahrgenommen, dann hätte ich an meinem Verhalten oder an meiner Wahrnehmung etwas

Prof. Dr. Harald zur Hausen wurde 1936 in Gelsenkirchen geboren. Er war Medizinstudent an den Universitäten Bonn, Hamburg und Düsseldorf, wo er schließlich 1960 auch promovierte und am Institut für Mikrobiologie arbeitete. Anschließend ging er an die Virus Laboratories des Children‘s Hospital in Philadelphia und habilitierte 1969 an der Universität Würzburg. 1972 ging er als Professor für Klinische Virologie an die Universität Erlangen-Nürnberg, bevor er 1977 dem Ruf der Universität Freiburg an den Lehrstuhl für Virologie und Hygiene folgte.

geändert. Als Wissenschaftler habe ich starken Grund zu der Annahme, dass Stress negativen Einfluss auf die Gesundheit hat, und – vice versa – ein positives psychosoziales Umfeld ein wichtiger Präventionsfaktor ist, vermutlich ein ebenso bedeutsamer Faktor wie Ernährung, Bewegungsarmut und ein daraus resultierendes Übergewicht. Ich jedenfalls habe meist gut daran getan, solcherlei Negativeinflüsse oder meinetwegen Probleme selbst und aus eigener Kraft zu lösen. Das führt mich zu einer persönlichen Frage zum Abschluss: Was bedeutet für Sie „Glück“? PROF. ZUR HAUSEN: Nun, ich bin ehrlich gesagt kein Freund derartiger Pauschalfragen. Wenn ich als Wissenschaftler diese Frage beantworten soll, dann nur in dem Sinne, dass sich natürlich ein freudiges Gefühl einstellt, wenn sich eine Vermutung als zutreffend erweist. Eine Forschungsaufgabe erfolgreich zu lösen verschafft mir persönlich Zufriedenheit. Gleichzeitig verweist eine gelungene Beantwortung einer Forschungsfrage immer auch darauf, wie viel es noch zu untersuchen gibt und welche wissenschaftlichen Felder tatsächlich unerschlossen sind. Es kursiert so viel Unwissen und Halbwissen, viel davon un-

Prof. Dr. Harald zur Hausen spezialisierte sich auf die Auswirkungen von Viren auf die Tumorbildung bei Menschen und war 1993-2003 Vorsitzender des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) tätig. Neben vielen internationalen Preisen und Auszeichnungen erhielt Prof. Dr. zur Hausen 2008 den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin für seine Erkenntnisse über die Folgen von Virusinfektionen auf Gebärmutterhalskrebserkrankungen bei Frauen.

gehemmt verbreitet durch die Medien. Wahrscheinlich kann kaum mehr als ein Zehntel dessen, was man in herkömmlichen Zeitungen und Magazinen liest, als gesichertes Wissen gelten. Wir tun gut daran, uns der menschlichen Natur mit Bescheidenheit zu nähern und exakt zu formulieren, ob wir etwas gesichert wissen, etwas stark vermuten oder lediglich Hinweise auf etwas erkennen. Die Menschen machen sich viele Gedanken über ihre Gesundheit. Sie lesen aufmerksam in der Presse oder auch im Internet und besuchen Vorträge. Hier ist ein hohes Maß an Verantwortung gefordert. Ich möchte für mich jedenfalls in Anspruch nehmen, sehr wohl zu wissen, wie viel es gibt, was ich nicht weiß …! Lieber Herr Prof. zur Hausen, umso wichtiger ist es, dass wissenschaftliches Arbeiten nicht durch Altersgrenzen gestoppt, sondern durch Erfahrung begleitet wird. Ich wünsche Ihnen alles Gute für die Zukunft, gute Gesundheit und noch zahlreiche freudige Momente im Angesicht spannender und segensreicher Forschungserkenntnisse. Vielen Dank für das Gespräch! Das Gespräch führte Dr. Matthias Zimmermann

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KOLUMNE „Wissen wirkt …?!“

Vortragsreihe „Gesundheitslinien“ vermittelt Wissen – mit (welcher) Wirkung? Von Prof. Dr. Wolfgang Rössy

„Gesundheitslinien“ nennt das Zentrum Aktiver Prävention3 im Racket Center Nußloch seine Vortragsreihe, die sich mittlerweile sehr etabliert hat. Von September bis April referieren in 14-tägigem Abstand qualifizierte Fachleute zu unterschiedlichen Themen aus Gesundheit, Fitness und Wellness, aus Medizin, Prävention und Therapie. Sowohl für Kunden, Patienten und Mitglieder als auch für neue Interessenten wird ein abwechslungsreiches und hochwertiges Angebot geschaffen. (Soweit zu der Frage, was das ZAP3 unter „Gesundheitslinien“ versteht.) Gesundheitslinien? Die Veranstalter haben ein kontroverses Begriffsgebilde kreiert, vielleicht mit der Assoziation, Menschen zu ein wenig mehr „Linie“ in ihr persönliches Gesundheitsverhalten zu verhelfen. Nun ist es aber so, dass Gesundheits- und Genesungsverläufe nie linear, also gradlinig verlaufen. Das Leben hält in gesundheitlicher Hinsicht manche Kurve und Kehrtwendung, manch Gefälle oder Steigung bereit. Sie kennen das: gestern noch ging alles bergauf, Sie waren topfit, heute spüren Sie ein leichtes Halskratzen, später am Tag bricht Fieber aus und schon abends liegen Sie fröstelnd im Bett. Manchmal erleben wir Ähnliches mit unserem Rücken, der lange Zeit wunderbar funktioniert und plötzlich mit einer kleinen Blockade Schmerzen verursacht. Von jetzt auf gleich sind alle Pläne der kommenden Tage über den Haufen geworfen. Dabei sind dies nur harmlose Beispiele. Der menschliche Organismus ist ein komplexes und dynamisches System. Dementsprechend vielfältig sind die Erscheinungsbilder der Menschen – und ebenso vielfältig die Erscheinung von körperlichen und seelischen Beeinträchtigungen oder gar Behinderungen. Die Natur beschert uns Menschen bisweilen schlimme Schicksale, die ganze Lebensentwürfe zum Einsturz bringen können. Dementsprechend genießt die Heilkunst in unserer Kultur seit jeher höchsten Stellenwert. Aus der Historie heraus sind Krankheit und Heilung auch mit Glaubensüberzeugungen verbunden. Manche Extremausprägungen geistern noch heute in teils abstrusen Heilslehren – und finden ihre Anhänger. Erst seit der Moderne bilden sich systematische Untersuchungsmethoden, realitätsnahe Modelle vom menschlichen Organismus und Theorien über seine Funktions-

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weise heraus. In zunehmendem Maße können Wissenschaftler die Entstehungsverläufe von Erkrankungen beschreiben, ihre Ursachen erklären, Therapieverfahren entwickeln und sogar Behandlungsnormen definieren (so genannte „Goldstandards“). Heute verlassen wir uns auf eine Kompetenz von Ärzten und Therapeuten, die auf Wissen basiert – Wissen als Resultat medizinischer und naturwissenschaftlicher Forschung, die allgemein anerkannten Standards folgt. So resultiert ein Fortschritt in der Medizin aus einem Fortschritt des Wissens. Der Fortschritt des Wissens resultiert aus einem Fortschritt der Forschung.


Es ist ein begrüßenswerter Ansatz, auch dem medizinischen Laien den jeweiligen Stand der Forschung zu vermitteln. Das Interesse an Wissen über die eigene Gesundheit kann nicht früh genug geweckt werden und darf im Laufe eines Lebens nie erlahmen. Wer von einer Krankheit betroffen ist und einer Therapie bedarf, tut gut daran, sich selbst nicht auf die Rolle des Patienten im Wortsinne des „passiv entgegennehmenden Geduldigen“ zu reduzieren. Moderne Therapieverfahren brauchen in zunehmendem Maße die aktive Beteiligung des zu Therapierenden. Auch die disziplinierte Einnahme von Medikamenten ist ein wichtiger Aspekt. Hinsichtlich der „aktiven Beteiligung am Heilungserfolg“ ist dies jedoch allenfalls nur eine Mindestvoraussetzung. Auf nahezu allen Krankheitsgebieten zeigt sich, dass körperliche Aktivität positive Wirkungen auf die Genesung hat. Training erlangt in vielfältiger Hinsicht enorme Bedeutung: Beeinträchtigungen des Bewegungsapparats werden heute schon in sehr frühem Stadium mit trainingstherapeutischen Maßnahmen begegnet. In der Rehabilitation von Herz-Kreislauf-Erkrankungen agiert man mit mutigeren Belastungsintensitäten als noch vor wenigen Jahren. Auch

bei Stoffwechselerkrankungen und sogar in der Krebstherapie begleiten Sporttherapeuten die Patienten bei einem körperlichen Training, das früher undenkbar gewesen wäre. Dass sich dieses Wissen aus der Therapieforschung auf die Prävention übertragen lässt, ist ein logischer Schluss: gezielte Trainingsprogramme gehören zur Gesundheitsvorsorge. Das gilt heute als gesichertes Wissen. Ich persönlich bin sehr viel mehr davon überzeugt, dass die Kraft, die in uns steckt, noch höher ist, als bislang vermutet. Sie zu entdecken, zu wecken und therapeutisch zu aktivieren ist ein noch unterschätzter Faktor eines gezielten Behandlungsplans. Was mich zu dieser Annahme veranlasst? Mich als Neurologen und Psychiater interessieren primär das menschliche Gehirn, seine Funktionseinschränkungen und Rehabilitationsmöglichkeiten. Dank bildgebender Verfahren haben wir viel gelernt über die Morphologie des Gehirns und in Verbindung mit verfeinerten Analysen von EEG (Elektroenzephalogramm) viel Wissen über seine Funktionsweise erworben. Dreidimensionale Bilder aus einer computertechnischen Symbiose aus CT (Computertomographie) und MRT (Magnetresonanztherapie) ermöglichen Gehirnchirurgen, zunehmend exakter

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im Gehirn zu operieren. Auch die Errungenschaften der Pharmakologie dürfen nicht in Abrede gestellt werden: Psychopharmaka sind segensreich, wenn bei der Verabreichung das oberste Gebot beachtet wird: „So viel wie nötig, so wenig wie möglich“. Und auch in unserem Fach gewinnen innovative Methoden zur Heilung zerebraler Dysfunktionen an Bedeutung. Alternativ oder komplementär zu einer Medikamentierung finden sogenannte Neurofeedbacksysteme Einsatz. Dabei werden für die Patienten ihre Gehirnströme auf einem Monitor sichtbar. Das EEG misst Spannungsschwankungen in der elektrischen Aktivität von Nervenzellverbänden und zeigt an, ob jemand wach, entspannt, konzentriert oder gestresst ist. Auch ein epileptischer Anfall oder eine Angststörung lässt sich oft an den Gehirnströmen ablesen. Beim Neurofeedbacktraining werden diese Gehirnströme nicht als abstrakte Wellenmuster auf den Bildschirm gebracht, sondern mit Symbolen dargestellt. Wie in einem Computerspiel kann der Trainierende zum Beispiel ein Flugzeug zum steigen oder sinken bringen, und zwar allein mit dem meditativen Einfluss seiner Gedanken. Anders als in früheren sporttherapeutischen Behandlungsprogrammen, in denen der Sozialaspekt im Vordergrund stand und Leistung bewusst nicht thematisiert wurde, wird heute das Streben nach Erfolg und die positive Wirkung einer Zielerreichung als wichtig erachtet. Konkrete Ziele spielen beim Neurofeedbacktraining eine ebenso bedeutsame Rolle wie zum Beispiel in der medizinischen Trainingstherapie nach einem Schlaganfall. In solchen Fällen kann die Bewältigung jeder einzelnen Stufe einer Treppe zu einem individuellen Erfolgserlebnis werden und dies wiederum den Therapieverlauf positiv beschleunigen. Die Beeinflussbarkeit der Gehirnleistung ist damit ein gutes Beispiel für die Wirkung zielgerichteter Trainingsmaßnahmen in der Therapie, sowohl im Form eines körperlichen (physiotherapeutischen) als auch eines mentalen bzw. Gedankentrainings. Dadurch kann auf die Psyche – auf unser Denken, Handeln und Fühlen – gezielt Einfluss genommen werden. Grundlage für diesen innovativen Trainingsansatz ist das Wissen darüber, dass unser Gehirn bis ins hohe Alter „plastisch“ bleibt und verändert werden kann. So, wie bei einem Krafttraining sich die Muskulatur sichtbar verändert, lassen sich Veränderungen durch Neurofeedbacktraining dank moderner Scannertechnik auch im Gehirn beobachten. Ein Training der Muskulatur und der Gedanken kann bei psychischen Erkrankungen neben Gesprächs- und Medikamententherapie erheblich zu einer Verbesserung der physischen und psychosozialen Befindlichkeit beitragen. Das Gehirn ist das geheimnisvollste und faszinierendste Organ des Menschen. Es ist empfindlich und kompliziert. Kleinste Veränderungen können riesige Auswirkungen zur Folge haben. Die Neuromedizin erlebt aufgrund neuer Techniken einen enormen Lernfortschritt. Operative Eingriffe, die noch vor wenigen Jahren unmöglich waren, sind heute Routine. Auch über trainingstherapeutische Möglichkeiten wissen Neurologen und Psychiater jeden Tag ein wenig mehr.

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Und – wie jeder weiß: „Wissen ist Macht“. Umso mehr stelle ich mir als Mediziner täglich die Frage: was weiß ich wirklich? Wie ist der Stand des Wissens, wenn es darum geht, einem Patienten zu helfen? Mit welcher Sicherheit kann ich einen Behandlungserfolg in Aussicht stellen? Wie sehr kann ich davon überzeugt sein, dass ein gewählter Behandlungsweg der beste unter allen Möglichkeiten ist? Was erwarten Patienten von mir? Ich weiß, dass Patienten sich der Fehlbarkeit von Ärzten bewusst sind. Patienten erwarten keine Garantien – wohl aber eines: Ehrlichkeit! Um mit Wissen umzugehen, braucht es auch das Wissen um das eigene Nicht-Wissen. Schon allein dieses Bewusstsein ändert die Sprache gegenüber einem Laienpublikum, das an solchen Gesundheitsthemen ein wachsendes Interesse zeigt. Die Mitwirkung als Referent an einer Vortragsreihe ist Ausdruck von Verantwortungsbewusstsein und Autorität – vorausgesetzt, man geht mit dem „Stand der Forschung“ sorgsam um! Eine verantwortungsvolle Wortwahl spricht von Chancen und Wahrscheinlichkeiten, wägt stets gründlich ab, bezieht Patientenfeedbacks und ganz individuelle Fragen mit in die Überlegungen ein, vermeidet Glaubenssätze und vermittelt gleichwohl eine realitätsbezogene Zuversicht für Menschen, die viel Hoffnung in die medizinische Forschung und in moderne Therapien setzen. Das wünsche ich uns allen, die im Rahmen der Vortragsreihe „Gesundheitslinien“ im ZAP3 des Racket Centers mit einem Referat beitragen. Den Zuhörerinnen und Zuhörern wünsche ich, dass sie an Wissen – und dadurch an mehr Klarheit und Sicherheit – hinzugewinnen, wenn sie Entscheidungen treffen müssen, die ihre Gesundheit betreffen.

Prof. Dr. med. Wolfgang Rössy Chefarzt der Klinik für Neurologie & Geriatrie Facharzt für Neurologie Facharzt für Psychiatrie Spezielle Schmerztherapie Klinische Geriatrie Sozialmedizin Sportmedizin Physikalische Therapie Sankt Rochus Kliniken Bad Schönborn Sankt-Rochus-Allee 1-11 76669 Bad Schönborn Telefon: 07253/825201 Fax: 07253/825205 E-Mail: w.roessy@sankt-rochus-kliniken.de Internet: www.sankt-rochus-kliniken.de


ZAP3 Gesundheitslinien „Wissen wirkt“ » Prävention » Therapie Datum

Titel

Referent/en

Mittwoch, 16.09.2015 um 19.00 Uhr

Stress lass nach – Stressbewältigung durch Achtsamkeit

Dipl.-Psych. Peter Fauser

Mittwoch, 30.09.2015 um 19.00 Uhr

Schmerzsymptome im Schulter- & Nackenbereich - Diagnose und komplexe Behandlungsmöglichkeiten der oberen Extremitäten

Prof. Dr. med. Markus Loew Priv.-Doz. Dr. med. P.-M. Zink

Donnerstag, 22.10.2015 um 19.00 Uhr

Funktionelles Training “Königsdisziplin körperlicher Aktivität”

Martin Zawieja Dominik Klaes

Mittwoch, 11.11.2015 um 19.00 Uhr

Großer ZAP3 Infoabend

Dr. Martin Schröter Dr. Matthias Zimmermann

Donnerstag, 26.11.2015 um 19.00 Uhr

Macht Bewegung gute Laune?! Über muskuläre Aktivität, Training der Kraft und ihre Wirkungen auf unser Gehirn, unsere mentale Befindlichkeit und seelische Gesundheit

Prof. Dr. Wolfgang Rössy

Donnerstag, 10.12.2015 um 19.00 Uhr

Schmerzsymptome in Hüfte und Knie - Diagnose und komplexe Behandlungsmöglichkeiten der unteren Extremitäten

Prof. Fritz Thorey Prof. Dr. med. Rainer Siebold

Endobiom?? Was ist das? Neu entdeckte Zusammenhänge zwischen sportlicher Aktivität, Darmbakterien und Immunsystem (damit Sie gut durch den Winter kommen)!

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KLINIKPORTRAIT

ATOS Klinik Heidelberg

Mit Engagement und Strahlkraft

Das Aushängeschild deutscher Orthopädie, die ATOS Klinik Heidelberg, feiert 2016 ihr 25-jähriges Jubiläum Ein besonderes Konzept

Die ATOS Klinik Heidelberg ist eine Klinik mit allem, was dazugehört: Stationen, OPSäle, Sterilisationsbereich, Verwaltung. Das Besondere: Die Ärzte sind nicht in der Klinik angestellt, sondern selbständig in 23 Facharztpraxen tätig, die die Klinik unter ihrem Dach vereint. Weltweit geschätzte Spezialisten vor allem aus den Bereichen der Orthopädie und Gelenkchirurgie haben das Renommee der Klinik über die Jahre geprägt. Viele der ATOS-Ärzte sind international bekannt; regelmäßig werden sie bei einschlägigen Rankings empfohlen, so etwa von der Focus-Ärzteliste. Einige der ATOS-Ärzte betreuen seit vielen Jahren Profisportler und Teams auf nationaler Ebene.

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Interdisziplinäre Zusammenarbeit

Die ATOS Klinik Heidelberg war von Anfang an Vorreiter in einem interdisziplinären Blick auf die Patienten. So findet man unter dem Dach der ATOS auch Expertinnen und Experten aus den flankierenden Gebieten Prävention, Rheumatologie, Dermatologie, Kinderund Jugendmedizin, Diabetologie und Neurologie. Außerdem bietet die ATOS das breite Spektrum der Rehabilitation in einem eigenen Reha-Zentrum an.

Kurze Wege

Die Patienten profitieren von der engen Zusammenarbeit der ATOS-Ärzte, denn sie können auf kurzem Weg in kollegialinterdisziplinärem Austausch umfassend diagnostisch beraten werden. Untersuchungen werden kurzfristig da anberaumt, wo es für die Diagnose sinnvoll

ist. So werden mögliche Befunde präzise miteinander abgestimmt, und der Patient kann sich auf eine gleichbleibend hohe Qualität verlassen.

Alles aus einer Hand

Durch die Verbindung von Praxen und Klinik in einem Gebäude wird der Patient von Diagnose über den – so notwendig – operativen Eingriff bis zur Nachsorge vom selben Arzt behandelt, und es kann individuell entschieden werden, ob der Eingriff ambulant oder stationär erfolgt. Den Ärzten stehen 5 Operationssäle zur Verfügung; die Klinik verfügt über 73 Betten und versorgt pro Jahr ca. 3000 Patienten stationär. Eine ambulante Reha oder eine konservative, physiotherapeutische Therapie kann direkt in Heidelberg erfolgen. Durch


Ambiente zum Wohlfühlen

Das medizinische Leistungsniveau geht bei den ATOS Kliniken Hand in Hand mit einem Höchstmaß an Komfort, denn es ist für die Genesung wichtig, sich wohlfühlen zu können und sich gut aufgehoben zu wissen. Ausstattung und Ambiente der Klinik lassen sich daher mit einem First-Class-Hotel vergleichen.

„Ich behandle jeden Patienten, als wäre er ein Teil meiner Familie.“ Prof. Dr. med. habil. Hajo Thermann

Engagement und Flexibilität

Als Miteigentümer übernehmen die Ärzte der ATOS Klinik auch unternehmerische Verantwortung. Das macht das besondere Konzept aus; für die Beteiligten bedeutet dies Reiz und Ansporn. So erklärt sich das hohe Maß an Eigeninitiative, Engagement, auch die Flexibilität in Entscheidungen der ATOS-Ärzte, die in der Klinik für Außenstehende zu spüren ist.

Magnet für Ärzte aus aller Welt

Die ATOS Klinik am Heidelberger Bismarckplatz vereint Spitzenmedizin mit Spitzenservice.

die Verbindung mit den MEDIAN Kliniken steht den Patienten der ATOS darüber hinaus ein großes Netz deutschlandweiter stationärer Reha-Kliniken zur Verfügung – ein großer Vorteil für Patienten aus ganz Deutschland, die die Expertise der ATOSOperateure nutzen und heimatnah eine Reha wahrnehmen möchten.

Internationale Patienten

Viele Patienten kommen nach Heidelberg, um bei den Ärzten der ATOS Klinik Hilfe zu bekommen, häufig, weil anderswo eine Behandlung gescheitert ist oder sie sich für eine komplexe Erkrankung einem Spezialisten anvertrauen möchten. Und auch internationale Patienten suchen den Weg nach Heidelberg: Oft

sind es Menschen aus Russland oder den arabischen Ländern, aber auch aus England, den USA oder den Niederlanden, die auf die Qualität deutscher Medizin vertrauen. Aus diesem Grund hat die ATOS Klinik Heidelberg vor einem guten Jahr ein eigenes International Office ins Leben gerufen. Zwei Mitarbeiterinnen sind ansprechbar für die Belange der Patienten, von der ersten Kontaktaufnahme über Services wie Visa-Beschaffung, Dolmetscherdienste, Hotelsuche für die Familie oder Transfers, bis zum Aufenthalt in der Klinik und Hilfestellung bei den Unterlagen für die behandelnden Ärzte im Heimatland.

Für den Medizin-Standort Heidelberg ist die ATOS Klinik also eine wesentliche Institution: Sie zieht internationales Klientel an, wovon die Tourismusbranche der Stadt enorm profitiert. Vor allem aber ist die ATOS Klinik als Aushängeschild deutscher Orthopädie ein Magnet für hervorragende Ärzte aus aller Welt. Anna Schweingel www.reinshagen-hartung.de

ATOS Klinik Heidelberg GmbH & Co. KG Bismarckstraße 9-15 69115 Heidelberg Telefon: 06221-983-0 Fax: 06221-983-919 www.atos.de

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RÜCKBLICK

Talk am Teich –

Diskussionsrunde mit Prof. Dirk Jäger (NCT), Dr. Manfred Lautenschläger (MLP) und Hubert Seiter (DRV) zum Thema „Das neue Wundermedikament BDH 2-3x60/7“

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er Besuch von über 80 interessierten Besuchern am „Talk am Teich“ war schon ein wenig der Neugier geschuldet. Wer möchte nicht wissen, welches neue Wundermedikament sich da auf dem Markt etabliert? „BDH 2-3x60/7“ hat bereits im Vorfeld dieser Diskussionsrunde für Nachfragen gesorgt. Moderator Dr. Matthias Zimmermann löste das Rätsel auf: „Bewege Deinen Hintern 2 bis 3 Mal eine Stunde in der Woche“. Im Laufe der Diskussion wurde allerdings klar, dass eine exakte Präzisierung des Medikaments weiteren Fortschritt bedeutet: „TDM m.S.u.g.B. – Trainiere Deine Muskulatur mit Spaß und guter Begleitung“. Die Diskussion wurde entlang der „Dreigliedrigkeit der Prävention“ geführt. Beleuchtet wurde… die Primärprävention, also alle Maßnahmen, die dazu geeignet erscheinen, das Entstehen von 1. Erkrankungen zu vermeiden oder das Risiko zu minimieren (Zähneputzen, Sonnencreme, Impfung 2. und Lebensstil). 3. die Sekundärprävention, die alle Maßnahmen zusammenfasst, die geeignet sind, um Erkrankungen

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im Frühstadium zu erkennen und damit die Behandlungserfolgswahrscheinlichkeit zu erhöhen. (Blutdruckmessung bis Darmspiegelung), 4. die Tertiärprävention, also alle Maßnahmen, um ein Wiederauftreten einer ausgeheilten Erkrankung zu vermeiden oder die negativen Folgen einer Erkrankung zu begrenzen. Das gilt sowohl zum Beispiel für eine Kreuzbandverletzung wie auch für eine geheilte Krebserkrankung, d.h. die Vermeidung eines so genannten Rezidivs, Einhellig bestand der Eindruck, dass nach wie vor großer Aufklärungsbedarf bei den passiven Maßnahmen der Primärprävention besteht. Dazu gehört das Zähneputzen, aber eben auch der Sonnenschutz, der häufig unterschätzt wird. Auch hinsichtlich eines Impfschutzes müssen verstärkte Informationsmaßnahmen ergriffen werden, damit diese Errungenschaft der Präventivmedizin eine Selbstverständlichkeit für alle wird. Immer bedeutsamer wird die „Pflege des eigenen Bewegungsapparats“. Die positive Wirkung muskulärer Aktivitätsprogramme findet in der Medizin und auch

bei Versicherungsträgern zunehmend Anerkennung. Körperliches Training verringert nachweislich das Krankheitsrisiko in vielfacher Hinsicht. Prof. Jäger betont, wie oft bestimmte Krankheitsbilder aus seiner ärztlichen Praxis mit falscher Ernährung und akutem Bewegungsmangel einhergehen. Bezüglich der Sekundärprävention (die Früherkennung und Frühbehandlung von Erkrankungen) besteht ebenfalls Aufklärungs-, aber eben auch Diskussionsbedarf. Hier wird eingeräumt, dass sich die Präventivmedizin keinen Gefallen tut, alle Möglichkeiten einer Vorsorgeuntersuchung undifferenziert zur Anwendung zu bringen. Manchmal führen diese zu Verunsicherung und Stress bei den Betroffenen. Hingegen haben sich die Darmkrebsvorsorge und das Hautscreening als entscheidend für die Verringerung der Darm- und Hautkrebsfallzahlen und Todesfälle erwiesen. Das Plädoyer für diese beiden Formen von Vorsorgeuntersuchungen fällt eindeutig aus. Das Engagement für die Aktion „1000 Leben retten“ unter der Schirmherrschaft von Manfred Lautenschläger wird von allen Diskussionsteilnehmern unterstützt.


Auch in der Tertiärprävention haben sich Sportprogramme als hilfreich erwiesen. Was für die Nachbehandlung von Gelenksverletzungen oder auch -erkrankungen als selbstverständliche Rehamaßnahme gilt, findet auch in der Krebsnachsorge zunehmend Anerkennung. So hat Dirk Jäger in seiner Eigenschaft als Vorstand von OnkoAktiv am NCT Heidelberg e.V. eine bewegungstherapeutische, nichtmedikamentöse Behandlungsform mit einem Netzwerk qualifizierter (sport-) therapeutischer Einrichtungen etabliert. Auch das Zentrum Aktiver Prävention3 im Racket Center bringt sich mit dem Programm „Aktiv leben nach Krebs“ in dieses Netzwerk ein. Hubert Seiter deckt auch noch eine ganz andere Seite auf: Prävention als Wertschöpfungsfaktor. Hier sind vor allem Unternehmen aber auch der Arbeitnehmer gefordert, in die Primärprävention zu investieren. Denn ist es nicht im Sinne aller Interessensgruppen, dass ein Arbeitnehmer möglichst lange gesund und leistungsfähig bleibt, gerade bei der heutigen Lebenserwartung! Dr. Lautenschläger konnte aus eigener Erfahrung bestätigen, dass Bewegung und Sport auch einen tertiärpräventiven

Charakter haben. Schon in der Klinik während seiner Krebsbehandlung habe er jeden Tag mehrere Spaziergänge gemacht, anschließend sogar richtiges Muskelaufbautraining – mit Erfolg: Vor über 30 Jahren besiegte er einen unheilbar erscheinenden Krebs. „Sport hat mir geholfen zu überleben und meine alte Physis und Vitalität wiederzufinden“, sagt er. Körperliche Aktivität bewirkt nicht nur eine Steigerung der physischen Leistungsfähigkeit, sie fördert zudem das Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl.

Die Praxis belegt den positiven vorsorglichen, therapiebegleitenden und nachsorglichen Effekt körperlicher Aktivität. Auch die Studienlage zeigt eindeutig, dass ein Anstieg der Lebensqualität und der Lebenserwartung durch sportliche Aktivität befördert wird – vorausgesetzt: die Maßnahmen sind richtig „dosiert“ und mit professionell angeleitet. So lautet das Fazit: „Bewegung hat einen starken (oder den wohl stärksten) Effekt, sowohl auf die physische als auch die psychische Gesundheit.“ Und oftmals ist sie auch die kostengünstigere Alternative!

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Gesundheit & Fitness

KURZ NOTIERT ...

2015 17. September NTAG

Giorno eo n a r r e t i d e m

IHR VERWÖH E FÜR ALLE SINN

Mitgliederfest im ZAP³

Aktiv leben nach Krebs

Ihre Familie, Freunde und Bekannte sind auch herzlich eingeladen Sie zu begleiten und alles auszuprobieren.

Entwickelt wurde der Kurs von der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) und dem Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg und wird in ausgewählten Fitness- und Gesundheitseinrichtungen in Deutschland angeboten.

„Giorno mediterraneo – Der Verwöhntag für alle Sinne“ heißt es am 17. September 2015 im Zentrum Aktiver Prävention³. Von 6 bis 23 Uhr laden wir alle Mitglieder herzlich zu einem Tag voller Überraschungen ein. Ob tagsüber beim Training, Kurs- oder Wellnessbesuch oder beim Abendprogramm mit Livemusik und italienisch-kulinarischen Köstlichkeiten - es erwartet Sie ein spannender und erlebnisreicher Tag!

Weiter Informationen erhalten Sie bei uns im ZAP³ oder unter www.zap-nussloch.de.

Neuer Kursplan ab dem 01. Oktober

Mit Beginn der Wintersaison erweitern wir die Anzahl der Kurse im ZAP³. Erfreuen Sie sich an unteranderem an BALLance, Yoga und Pilates Kursen und effektivem Ganzkörpertraining. Nicht zu vergessen unser stetig wachsender Indoor Cycling Club. Wir freuen uns auf rege Teilnahme. Weitere Informationen finden Sie unter www.zap-nussloch.de oder im ausgelegten Kursplan.

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Am 05. Oktober startet im Racket Center Nußloch ein neuer Kurs, der ehemaligen Krebsbetroffenen nach Abschluss der medizinischen Primärbehandlung hilft, den Wiedereinstieg in ein aktives Leben zu finden.

Ihre Ansprechpartnerin für den Kurs „Aktiv leben nach Krebs“ Daniela Völker steht Ihnen für weitere Information im ZAP³ oder unter Tel. 06224 99 09 20 zur Verfügung. Die Anmeldung zur Informationsveranstaltung ist ebenso ab sofort möglich: Tel. 06224 99 09 20 sowie voelker@zap-nussloch.de


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ZAP heitstag d n u s Ge am 11. Oktober 2015 im Racket Center Nußloch

Ab 9.00 Uhr: Frühstück im Marea Ristorante & Bar Uhrzeit 09.30 bis 10.30 Uhr 10.45 bis 11.45 Uhr

Programm Einblick ins Indoor Cycling für Einsteiger mit Pulsuhr Einblick ins funktionelle Training mit Freihanteln

11.00 bis Ein ausgeglichener Säure-Basen-Haus11.30 Uhr halt - die Basis für den Abnehmerfolg HAUPTVORTRAG: 12.00 bis 13.00 Uhr

von 9.30 bis 15.00 Uhr

Ort, Referent/in IC-KURSRAUM mit Heinz, Rita, Michael und Caro ZAP3 FLÄCHE mit Martin Zawieja SEMINARRAUM OBEN mit Dr. Matthias Zimmermann und Christian Schumann

„Gesundheit“ - eine öffentliche oder SEMINARRAUM OBEN mit Prof. Dr. Helmut Seitz, eine private Aufgabe? Wohin gehen Dr. med. Natalie Grams und Dr. Matthias Zimmermann unsere Krankenversicherungsbeiträge? Wird auch in Zukunft genug Geld für die Gesundheitsversorgung da sein? Was kann ich selbst tun, um gesund zu bleiben?

Ab 10.30 Uhr: verschiedene Informationsstände und Anwendungsstationen rund um das Themen Gesundheit & Fitness • Professionelle Analyse Ihrer Körperstruktur mit dem BodyAnalyzer • Messung Ihrer Rumpfkraft im ZAP³ Rücken-Aktiv Zentrum mit dem Back Check • Einblicke in die medizinische Trainingstherapie und die physiotherapeutischen Anwendungen unserer ZAP³ Physiotherapie • Gleichgewichts- und Reaktionstest des ZAP³ • Informationsstand für Ihr Gesundheitstraining im ZAP³ • Informationen und Angebote zur neuen Salzgrotte und Rasulbad im AQWA Walldorf • Ganganalyse des Sanitätshaus Mayer&Rexing • Own Index Test der Firma Polar Electro GmbH Deutschland • Sehtest vom Optik-Dieterich, Heidelberg • Und vieles mehr …

Großes Gewinnspiel - 1. Platz: 12-monatige Mitgliedschaft im ZAP³ Weitere Informationen unter

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WHO´S WHO Helmut Seitz

Gäste in unserer Rubrik “Who´s who” sind dem Racket Center in besonderer Weise verbunden. So sind die folgenden Zeilen immer auch ein Ausdruck von Respekt und Verbundenheit, entstanden aus gemeinsamen Erlebnissen. Manchmal entstehen diese Erlebnisse in Projekten, durch die Arbeit an einem großen Ziel. Henry Ford formulierte das treffend: „Zusammenkommen ist ein Beginn, zusammenbleiben ist ein Fortschritt, zusammenarbeiten ist ein Erfolg“. Wir wissen gute Zusammenarbeit zu schätzen …

Die zwei Leben des Helmut Seitz Von Ingrid Thoms-Hoffmann erschienen in der Rhein-Neckar-Zeitung HEIDELBERG, Pfingst-Ausgabe, 23./24./25. Mai 2015

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igentlich ist Helmut Seitz ein bescheidener Mensch. Großspuriges Getue ist seine Sache nicht, auch nicht Angeberei. Sein Heim in Rohrbach zeichnet sich durch Gemütlichkeit aus. Nicht durch Exklusivität. Ein verwunschener Rückzugsort für einen, der täglich mit kranken Menschen zu tun hat. Vielen kann er helfen, einigen nicht. Das bedrückt ihn. Eigentlich ist Helmut Seitz ein bescheidener Mensch. Eigentlich. Denn seine Bescheidenheit hört da auf, wo seine Arbeit, wo seine Wissenschaft beginnt. Dann tritt er mit einem Selbstbewusstsein auf, das sein Gegenüber schweigen lässt. Dann hat er diese natürliche Autorität, die Vertrauen schafft, ohne

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die Patienten nicht an Heilung glauben können und Mitarbeiter nicht an den Erfolg. Helmut Seitz ist Arzt und Wissenschaftler und Chef des Krankenhauses Salem. Am 27. Mai 2015 feierte er seinen 65. Geburtstag. Im Salem hat er schon vor Monaten seinen Vertrag verlängert – es gibt einfach noch zu viel zu tun, der Begriff „Ruhestand“ hat für den agilen Mediziner keinen Platz in seinem Wortschatz. Wer es mit Prof. Dr. med. Prof. h. c. Helmut Seitz zu tun hat, dem Honorarprofessor für Innere Medizin, Gastroenterologie und Alkoholforschung der Universität Heidelberg mit Ordinariats-

gleichstellung, dem Chefarzt im Salem und St. Vincentius Hospital, also wer es mit diesem Menschen zu tun hat, dem wird schnell klar, dass er sich einem außergewöhnlichen Mann gegenübersieht. Dass nicht alle mit seiner offenen Art klarkommen, das ist auch Seitz bewusst. Er war und ist eben einer, der auch gegen die Strömung schwimmt, der etablierte Meinungen nicht als in Stein gemeißelt hinnimmt. Er macht es dabei seiner Umwelt nicht immer einfach. Das schafft nicht nur Freunde. Hat er die aber einmal gefunden, dann ein Leben lang. Wie sein großes Vorbild, der Gastroenterologe Prof. Charles S. Lieber, dieser belgische Jude , bei dem er als


junger Forscher in New York so viel lernen konnte. „Für mich war Lieber der größte Wissenschaftler. Und obwohl er 19 Jahre älter war, war er mir bis zu seinem Tod ein väterlicher Freund“. Überhaupt sein damaliger Forschungsaufenthalt in den USA: „Das war meine schönste Zeit“. Fragt man Seitz aber nach dem Wichtigsten in seinem Leben, dann kommt, ohne dass er lange nachdenkt: „Das war die Heirat mit meiner Frau Gisela“. Die Familie, wozu Tochter Sarah, eine Ärztin, gehört, das ist die „Stabilität im Hintergrund, ohne die alles nichts ist“. Dieses Glück, gilt es zu bewahren. Und das Zitat von Perikles: „Wisset, dass das Geheimnis des Glücks die Freiheit, die Voraussetzung der Freiheit aber der Mut ist“, das ist sein Leitspruch. In seiner Frau, die einst mit Nichts aus der DDR kam, hier schließlich Psychologie studierte und promovierte, hat Seitz den „freien Geist“ gefunden, nachdem er auch bei anderen sucht. Es ist angenehm, sich mit dem Stuttgarter zu unterhalten, der von sich sagt, dass er eine „herrliche Kindheit“ hatte, der von seinem Vater erzählt, der konsequent liberal war, wie auch sein Großvater, ein Freund Reinhold Maiers, des ersten Ministerpräsidenten in Baden-Württemberg. Aber so ganz wohl fühlt sich der Mediziner nicht dabei, so viel Persönliches preiszugeben. Lieber möchte er über seine Forschung reden, darüber, dass er über die Chemie zur Medizin kam und über den tollen Chemielehrer, den er in der neunten Klasse hatte und den er zu den „wichtigsten Begegnungen“ in seinem Leben zählt. Und dass er ursprünglich an der Uni bleiben wollte, um seinen Forscherdrang auszuleben. „Jetzt habe ich zwei Leben“, lacht Seitz, „das wissenschaftliche und das klinische“. In beiden Leben ist bei ihm der „Perfektionismus und das Pflichtgefühl“ bestimmend. Im klinischen hält er es ganz mit Ludolf Krehl, der als einer der ersten Mediziner forderte, den kranken Menschen als ganze Persönlichkeit mit Körper, Geist und Seele zu therapieren. So sagte er: „Wir behandeln keine Krankheiten, sondern kranke Menschen“. Neben seinem Arztberuf ist es die Forschung, die ihn einfach nicht loslässt. Weltweit gilt Seitz, der schon mit 33

v.l.n.r.: Dr. h. c. Manfred Lautenschläger, Dr. Eskinder Tesfaye und Prof. Dr. med. Helmut K. Seitz

Jahren habilitierte, als einer der anerkanntesten Alkoholforscher. In seinem kleinen Büro im Salem würde der Platz nicht ausreichen, um all die Preise und Ehrungen aufzuhängen. Und die sind beileibe nicht auf Europa beschränkt. Ob in Japan, China oder USA, der Professor aus Heidelberg ist bei den Experten ein gefragter Mann. Entsprechend voll ist sein Terminkalender. „Mein großes Thema war schon immer, wie macht Alkohol Krebs?“, sagt der Mediziner. Und weil er weiß, dass drei oder vier Millionen Menschen die Finger nicht vom exzessiven Alkoholkonsum lassen können, geht seine Forschung in die Richtung, wie man medikamentös dagegen steuern könnte. Dass der Internist auf über 400 Publikationen verweisen, dank Stipendien und Unterstützungen seit 1977 kontinuierlich forschen kann, in unglaublich vielen fachspezifischen Gemeinschaften im Vorstand ist oder die Präsidentschaft übernommen hat, das sei nur der Vollständigkeit erwähnt. Helmut Seitz winkt dabei eher bescheiden ab. Wichtig ist ihm, dass aus diesem wissenschaftlichen Austausch viele freundschaftliche Beziehungen in alle Welt entstanden sind. Und hat er bereut, dass er der Familie wegen auf eine wissenschaftliche Karriere in den USA verzichtet hat? „Nein, auf gar keinen Fall“. Und was macht Helmut Seitz, wenn er nicht als Arzt tätig oder wissenschaftliche unterwegs ist? „Ich bin ein abenteuerlustiger Mensch“, sagt er, und deshalb liebt er das Reisen. Wer jetzt aber denkt, dass sich Seitz am Strand entspannt, der kennt ihn nicht. Schließlich warten ja

auch noch einige Sozialprojekte in Afrika auf ihn und seine Frau. Auch für das Bildungsprojekt der TDKET im Nußlocher Racket Center hat er sich engagiert, und den tennisspielenden Kindern auf ihrer kleinen Tennisanlage in Addis Abeba einen persönlichen Besuch abgestattet. Aus seinem Engagement für einen jungen äthiopischen Arzt, der im vergangenen Jahr mit Unterstützung der Manfred Lautenschläger am Salem Klinikum hospitieren konnte, ist auch eine fürsorgliche Beziehung entstanden, die über diese Zeit hinaus wirkt. Helmut Seitz ist den Menschen verbunden, beinahe rastlos. Wenn er aber wirklich mal abschaltet, dann am liebsten unter Wasser: „Tauchen, das ist eine Leidenschaft von mir“, sagt der Mann, der sich als großer Fußballfan outet. Kein Wunder, saß doch sein Vater, ein Fabrikant, auf der Ersatzbank, als der VfB Stuttgart Deutscher Meister wurde. Das war 1949/50. Und das prägt offenbar bis heute. Ansonsten hält sich der ehemalige Fünf-Kämpfer mit „viel Laufen“ fit, besucht auch regelmäßig das Zentrum Aktiver Prävention3 im Racket Center und wenn der Kopf absolute Ruhe braucht, dann ist ein Krimi willkommen. „Aber dazu komme ich leider zu wenig“, bekennt er, gleichwohl er alle 70 Karl May-Bände gelesen hat, die den Grundstock für sein Fernweh legten. Der Name Hadschi Halef Omar Ben Hadschi Abul Abbas Ibn Hadschi Dawuhd al Gossarah kommt ihm noch immer fehlerfrei über die Lippen. Der Mann ist einfach außergewöhnlich.

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TIPP Ein wirklich neues Buch über die Homöopathie Ein gezieltes Muskeltraining hat nachweisbare Wirkungen auf Körper und Geist. Die Effekte werden zunehmend erforscht und verblüffen neben Sportwissenschaftlern immer mehr auch Mediziner und Gehirnforscher. Die Medien greifen dieses Phänomen bald täglich auf – kaum mehr ein SPIEGEL, STERN oder FOCUS, selten ein GEO, PM oder ZEIT WISSEN, in dem die „körpereigene Apotheke“ und die „Wundermedizin Bewegung“ nicht thematisiert wird. Selbst im Deutschen Ärzteblatt findet sich zum 37. Interdisziplinäres Forum der Bundesärztekammer die Überschrift: Bewegung wirkt wie ein Medikament. Wörtlich liest man: „Körperliche Aktivität reduziert die Mortalität und Morbidität bei Malignomen, Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen mit höchster Evidenz. Sie beugt aber auch Demenzen vor. Individuelle Trainingsempfehlungen sollten die Bedeutung von Medikamentenverordnungen haben. (Dtsch. Arztebl. 2013; 110(7))“ Trotzdem tun sich die Krankenversicherungen auch bei der bereits langwährenden Diskussion um das Präventionsgesetz schwer, klare Konsequenzen in Sachen Gesundheitsbudgets und Umfinanzierung zu ziehen. Um eine Idee von den Budgets zu erhalten: Im Jahr 1995 lag der Umsatz mit homöopathischen Mitteln in Deutschland bei 148, im Jahre 2005 bei 267 Millionen Euro, seitdem nahmen die Umsätze bis heute nochmals um 11% zu. Und schon mehr als 80 Krankenkassen bezahlen – für ein „Etwas aus Nichts“ … Diskussionen über die Homöopathie sollen schon zu erbitterten Feindschaften geführt haben. Es herrscht ein Grabenkampf zwischen: „Sie wirkt! Wir wissen zwar nicht warum, aber wir wissen es einfach!“ und: „Es ist nichts drin, also ist auch nichts dran!“. Überzeugte Patienten und Therapeuten setzen eine Wirksamkeit der Homöopathie voraus und glauben sich durch die erfolgreiche Behandlung bestätigt. Wissenschaftler und Homöopathie-Kritiker führen dagegen an, dass Medikamente, in denen kein Wirkstoff nachweisbar ist, nicht helfen könnten. Schon gar nicht haltbar sei die von Homöopathen angegebene Heilung durch eine Energie in den homöopathischen Medikamenten. Allenfalls gesteht man der Homöopathie als Gesamtpaket zu, einen positiven Effekt durch ein gutes Arzt-Patienten-Verhältnis und die intensiven Gespräche zu haben. Für die Arzneimittel kann ein allgemeiner Placebo-Effekt gelten gelassen werden.

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Autorin Frau Dr. med. Natalie Grams

In dieser Lage befindet sich die Homöopathie seit ihrer Geburtsstunde (ca. 1790) durch den deutschen Arzt Samuel Hahnemann. Die Homöopathie ist nun über 200 Jahre alt und erfährt immer noch einen ungebrochenen Zustrom. Sehr viele Patienten und Therapeuten schwören auf die „alternative Heilmethode“, die mittlerweile auch von vielen Krankenkassen erstattet wird. Kritikern erscheint dies völlig unverständlich – ist für sie doch längst klar, dass die Homöopathie hoffnungslos unwissenschaftlich ist und allenfalls einen Placebo-Effekt zu bieten hat. Die Positionen von Befürwortern und Gegnern scheinen dabei ebenso unverrückbar wie unvereinbar. Natalie Grams – zugleich naturwissenschaftliche Ärztin und offene Homöopathin – geht in diesem authentischen Buch über das bisher Gesagte hinaus. Sie beantwortet spannende Fragen: Was bleibt in einer Medizin des 21. Jahrhunderts übrig von dem Gedankengebäude der Homöopathie? Wie wirkt sie wirklich? Welche Teile von Hahnemanns Theorien können wir auch heute noch guten Gewissens anwenden und zum Nutzen von Patienten und Gesundheitssystem einsetzen? Wo aber hat die Homöopathie Grenzen und muss in der Tat kritisch betrachtet und bewertet werden? Die Autorin hat sich über Jahre mit den Kritikpunkten an der Homöopathie auseinandergesetzt, nimmt aber gleichzeitig


auch die Wünsche und Sorgen ihrer Patienten ernst, die sich in der konventionellen Medizin oft nur unzureichend versorgt fühlen. Ihr Buch versucht einen (überfälligen) Brückenschlag zwischen den zwei traditionell verfeindeten Lagern. Sie schreibt: Homöopathie-Befürworter kritisieren zu Recht Nachteile unseres aktuellen Gesundheitssystems: die knapp bemessene Zeit im Arzt-Patienten-Kontakt, der oft wenig individuelle Blick, die teure Apparatemedizin und die Vernachlässigung emotionaler und mentaler Problematiken, das schnelle Verschreiben von nicht immer notwendigen Medikamenten und vieles mehr. Doch an der Homöopathie gibt es – trotz der Berechtigung dieser Punkte – noch viel mehr zu kritisieren: der fehlende Wirkstoff, das Behandeln mit Placebos, ohne sie als solche zu benennen, die Erstattung eines der Wissenschaft widersprechenden Verfahrens von immer mehr Krankenkassen, der fehlende Wirknachweise über ein Placebo hinaus.

ihre Bezugspersonen reagieren und gleichzeitig jene nur noch die positiven Effekte nach Mittelgabe auf das Mittel zurückführen. Eine selbsterfüllende Prophezeiung, aber eine wirksame. Sie beschreibt ausführlich, warum und wie diese Punkte auf den Patienten eine Wirkung entfalten und warum sie unabhängig von der Homöopathie wertvoll sind. Natalie Grams, die mittlerweile ihre homöopathische Praxis konsequenterweise aufgegeben hat, schlägt vor, diese Vorteile der Homöopathie in unsere normale Medizin zu übernehmen. Hier kann die „Schulmedizin“ noch etwas lernen. In einem solchen therapeutischen Setting kann der Weg für die oftmals verblüffenden Selbstheilungskräfte eines durch Zuwendung motivierten Patienten freiwerden – unterstützt durch die normale Medizin, wo ersteres nicht ausreicht um gesund zu werden und zu bleiben.

Hahnemann hat seinerzeit sicherlich viel Gutes getan für die Medizin: er beendete die heroische Medizin, die ihre Patienten mit Aderlässen und Abführmitteln meist mehr schwächte als therapierte und kann vielleicht als einer der ersten Psychologen gesehen werden. Doch heute, 200 Jahre nach ihm, lassen sich seine Thesen einer Lebenskraft oder der Potenzierung seiner Arzneimittel nicht halten. Und doch werden wieder viele rufen: Das kann nicht sein, mir hat es aber doch geholfen! Auch das bestätigt die Heidelberger Ärztin. Ja, die Homöopathie kann wirken. Aber sie tut es sicher nicht als pharmakologische Therapie. Sie wirkt über viele, oft auch unbewusst wahrgenommene, Faktoren, wie Zuwendung, Empathie, intensive Gespräche, die Sicherheit des Therapeuten, mit der er ein Mittel auszuwählen scheint, etc.; kurz: dem Placebo-Effekt. Dieser wirkt, entgegen der häufigen Annahme auch bei Kindern und Tieren, da diese sensibel auf

Das Buch „Homöopathie neu gedacht“ von Dr. Natalie Grams ist erhältlich im Springer Verlag, in jedem Buchhandel oder über das Internet. 225 Seiten Hardcover, 14,99 €. eBook 9,99 €. Frau Dr. med. Natalie Grams diskutiert gemeinsam mit Prof. Dr. Helmut Seitz am Großen ZAP3 Gesundheitstag am Sonntag, den 11. Oktober 2015 um 12.00 Uhr im großen Seminarraum des Racket Centers (1. OG).

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ZAP3 INFORMIERT

Betriebliches Gesundheitsmanagement „Nice To Have“ oder unternehmerische Selbstverständlichkeit? von Dipl.-Psych. Peter Fauser

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oran erkennt man ein Unternehmen, in dem das Thema „Gesundheit“ wirklich ernst genommen und nachhaltig gelebt wird? „Betriebliche(s) Gesundheitsförderung / Gesundheitsmanagement“ sind hier die gebräuchlichen Überschriften für die entsprechenden Aktivitäten. Angenommen man wäre in einem solchen Unternehmen zu Besuch, würde dort arbeiten oder etwa ein Praktikum machen - was wäre konkret zu beobachten?

Rahmenbedingungen

Bevor wir mit unserem Rundgang beginnen, lassen Sie uns kurz die (schon oft beschriebenen) aktuellen Rahmenbedingungen skizzieren: • Zunehmende Leistungsverdichtung, Komplexität und Veränderungsgeschwindigkeit („Es wird immer mehr, immer anspruchsvoller und immer unübersichtlicher, – eine Veränderung jagt die nächste: Produkte, Dienstleistungen, Markt- / Wettbewerbssituation, Abläufe, Ressourcen, Strukturen …“).

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• Steigendes Durchschnittsalter in der Belegschaft insgesamt infolge der demografischen Entwicklung. • Wenn man nichts unternimmt: Die Auswirkungen dieser beiden Entwicklungen, Leistungsverdichtung einerseits und älter werdende Belegschaften andererseits, sind in jedem Gesundheitsreport nachzulesen. • Ebenso eine Folge des demografischen Wandels: Zunehmender Wettbewerb um Nachwuchskräfte (junge Talente finden und im Unternehmen halten). • Was hält eigentlich Mitarbeiter im Unternehmen? (Inzwischen weiß man: mittel- und langfristig nicht nur das Geld – goldene Ketten sind dünn. Stichworte: Wertewandel, Generation Y).

Beginnen wir nun mit unserem Rundgang:

Wir beobachten eine Gesprächssituation zwischen einem Abteilungsleiter und seinem Team. Es handelt sich wohl um eine Besprechung nach Abschluss eines

Projekts und der Chef würdigt die Teamleistung insgesamt als auch die individuellen Beiträge zum Gesamtergebnis. Anerkennung und konstruktive Kritik (Lessons Learned: „fürs nächste Mal dazu lernen“) halten sich dabei die Waage. Gegenüber dem Abteilungsleiter bringen die Teammitglieder ihre Anerkennung für seine Unterstützung („Rückendeckung“) in kritischen Phasen zum Ausdruck. Im Verlauf unseres Rundgangs sind noch einige solcher Szenen zu beobachten, in denen wechselseitiges Feedback, Anerkennung und Würdigung bezogen auf erledigte Aufgaben bzw. erreichte Ziele zu beobachten waren. Johannes Siegrist beschreibt mit seinem Konzept der beruflichen Gratifikationskrisen (Effort-Reward-Imbalance) ein Phänomen, wonach das über längere Zeit erlebte Missverhältnis zwischen Arbeitseinsatz und hoher Verausgabung („Effort“ / „ich häng‘ mich rein“) und Belohnung („Reward“ / „und was kommt zurück?“) bei den Mitarbeitern zu gesundheitlichen Problemen führt. Unter


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Belohnung wird hier nicht nur das Gehalt, sondern eben auch Aspekte wie Anerkennung/Würdigung sowie Karrieremöglichkeiten und Arbeitsplatzsicherheit subsummiert. In einer der vielen Studien konnte der Zusammenhang zwischen hoher Verausgabung, geringer Belohnung und geringen Tätigkeitsspielräumen als ein ursächlicher Faktor für koronare Herzerkrankungen und psychische Störungen gefunden werden (Siegrist, J,. 2009, Wolf, S. & Nebe, C. 2007). Aus dieser Perspektive sind Anerkennung, Würdigung und Lob also nicht nur „nice to have“ oder menschlich anständig, sondern ein relevanter Faktor für Gesundheit - und dies auch in körperlicher Hinsicht! Setzen wir unseren Rundgang fort: Wir beobachten – in der Produktion oder in den Büros – Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die konzentriert bei der Sache sind und offensichtlich unter hohen Anforderungen stehen. Man hat den Eindruck, dass jeder in einem gewissen Rahmen die Freiheitsgrade hat, die verschiedenen Tätigkeiten, die zum Aufgabenbereich gehören, auf seine Weise – gemäß eigener Priorisierungen - in seinem Stil – zu erledigen. Gleichzeitig kann man beobachten, dass sich die Mitarbeiter im Bedarfsfall gegenseitig unterstützen. In ihrem Job-Demand-Control-Support Model beschreiben Robert Karasek und Töres Theorell (1996) gesunde Arbeit („Healthy Work“) als Balance zwischen • Anforderungen (z.B. Termin- und Leistungsdruck, Unterbrechungen und Multitasking) • Kontrollierbarkeit (Entscheidungsspielraum, eigenständige Planung und Einteilung der eigenen Arbeit, Beeinflussung der zugewiesenen Arbeitsmenge; keine zu enge Festlegung, wie die Arbeit auszuführen ist) • und dem Rückhalt durch Kollegen und Vorgesetzte (sozialer Support). Bei einem dauerhaften Missverhältnis (z.B. hohe Anforderungen und geringe Kontrollierbarkeit) sprechen sie von gefährlicher Arbeit („Dangerous Work“). In Studien wurde hier ein Zusammenhang mit emotionaler Erschöpfung und psychosomatischen Beschwerden gefunden (de Jonge et al., 2000).

Wir gehen weiter und kommen an der Teeküche vorbei. Zufällig hören wir eine Unterhaltung zwischen zwei Kollegen, die sich offenbar gut kennen und miteinander vertraut sind. Sie unterhalten sich über Stress bei der Arbeit und darüber, dass nicht nur äußere Faktoren Stress machen können (z.B. zu viel Arbeit, enge Termine und wenig Unterstützung durch Kollegen), sondern, dass man auch durch seine persönlichen Eigenarten eine Situation zusätzlich mit Stress „aufladen“ kann. Die beiden verabreden, sich gegenseitig darauf aufmerksam zu machen, wenn sie beim anderen entsprechende Anzeichen beobachten.

Hörgeräte Hörtraining Hörtest Hörgeräte-Batterien

In der Teeküche hat jemand einen Zettel an die Wand gepinnt: Persönliche Stressverstärker – oder: Wer neigt zum Burnout? Personen, die … • einen zu hohen Anspruch haben (Perfektionismus) • jede Tätigkeit mit maximaler Anspannung verrichten • nicht Nein sagen können • mit hohem Idealismus arbeiten • nicht delegieren können, alles selbst machen wollen • ihr Selbstwertgefühl vorwiegend über ihre Arbeit definieren • es allen recht machen wollen, eigene Bedürfnisse unterdrücken Als nächstes beobachten wir eine Arbeitsbesprechung eines Abteilungsleiters mit seinem Team. Der Abteilungsleiter macht auf die angespannte Terminsituation aufmerksam und erkundigt sich unter welchen Voraussetzungen zügiger – „aber ohne Einbußen in der Qualität!“ – die erforderlichen Zwischenresultate erreicht werden können. Es fällt auf, dass er seine Erwartungen zwar deutlich formuliert, dabei aber sensibel darauf achtet, welche Reaktionen – verbal und nonverbal – er damit im Team auslöst. Keinesfalls will er Druck ausüben oder subtil Angst erzeugen, um sein Team „auf Trapp“ zu kriegen. Schließlich einigt man sich unter dem Motto „Ambitioniert aber machbar!“ auf die nächsten Arbeitsschritte.

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Stressbewältigung durch Achtsamkeit

Während der achtwöchigen Dauer des Kurses ist darin auch die kostenlose Nutzung aller ZAP3 Trainingsmöglichkeiten (inkl. Sauna) enthalten.

Der Kursgebühren betragen 300,00 Euro (inkl. MwSt.).

Um Anmeldung über unsere Internetseite www.zap-nussloch.de unter der Rubrik Sonderprogramme und Betriebliche Gesundheitsförderung wird gebeten.

Mindfulness Based Stress Reduction (MBSR) 8-Wochen After-Work-Kurs Kursleitung: Dipl.-Psych. Peter Fauser

Vorsicht Stressfalle – oder: Stress macht dumm

Aus der Stressforschung wissen wir, dass die Stresshormone Dopamin und Noradrenalin die höheren Hirnfunktionen (im präfrontalen Cortex) blockieren. Im entsprechenden Fachjargon liest sich das so: „Dopamin und Noradrenalin in hoher Konzentration öffnen an Neuronen des präfrontalen Cortex dendritische Ionenkanäle, was hier die synaptische Signalübertragung beeinträchtigt.“ (Quelle: http://user.medunigraz.at/ helmut.hinghofer-szalkay/) Die relativ langsame Verarbeitung des Großhirns wird damit in seinem Einfluss zurückgedrängt und schnelle, schematische Entscheidungsmuster des Stammhirns werden mit Vorrang genutzt. Stress ist also geeignet, Frontalhirnfunktionen wie Planung, Aufmerksamkeit, Situationsanalyse, Urteilskraft, Entscheidungsfindung, Fehlerbehebung und Konfliktkontrolle durcheinander zu bringen. Gerade diese Funktionen bräuchten wir aber zur Lösung anspruchsvoller Aufgaben und deshalb auch der Begriff „Stressfalle“: Stress beraubt uns genau der Intelligenz, die wir bräuchten, um ihn kreativ und kompetent aufzulösen! Im Extremfall setzen sich stattdessen stereotype Alarmreaktionen im Sinne von „Fight or Flight“ durch, was in der heutigen Arbeitswelt kontraproduktiv sein kann: „Was hilft dem Mitarbeiter („unser Experte für das Thema X“) der erhöhte Blutdruck bei eingeschränktem Denkvermögen in einer fachlich anspruchsvollen Problemsituation?“ Es ist Mittagszeit und auch wir gehen in die Kantine. Selbstredend findet das Thema Gesundheit auch seinen Ausdruck im Essensangebot. Wer möchte kann dem

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bekannten Nachlassen von Wachheit nach einem üppigen Essen („Suppen-Koma“) entgehen, indem er das entsprechende Angebot an Speisen nutzt, welche die Verdauung nicht auf das Höchste beansprucht. Im Rundumblick in der Kantine fällt auf, dass viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter– jünger oder älter – einen körperlich vitalen Eindruck machen. Wir erfahren, dass die vielfältigen Sport- und Fitnessaktivitäten der Mitarbeiter durch die Firma auch finanziell unterstützt werden (z.B. durch Mitarbeiterrabatte in kooperierenden Sport-/Fitness-/Gesundheitszentren). Körperliches Vermögen (Kraft, Ausdauer, Flexibilität und Reflexe) strahlt auf das psychische Wohlbefinden und das eigene Zutrauen im Umgang mit ganz anderen Herausforderungen aus, - auch mit solchen, in denen das körperliche Leistungsvermögen nicht im Vordergrund steht. Das Erleben der eigenen Vitalität und des Leistungsvermögens auf der körperlichen Ebene fördert das Selbstvertrauen auch im Umgang mit beruflichen Anforderungen. Und jeder kennt das wahrscheinlich aus eigener Erfahrung: Der Aufwand ein bestimmtes Level an Fitness oder Gesundheit zu erhalten steigt mit zunehmendem Lebensalter und muss mit entsprechendem Aufwand „verteidigt“ werden. Ohne entsprechendes Training verlieren wir z.B. mit zunehmendem Alter mehr und mehr unserer Muskelmasse. In der Titelgeschichte des Spiegels vom 1.8.2015 („Schnell im Kopf – Wie Bewegung das Denken verbessert“) werden zahlreiche wissenschaftliche Studien aufgeführt, die nachweisen, wie körper-

liche Aktivität unsere kognitive Leistungsfähigkeit verbessert. „Der Einfluss der Bewegung aufs Gehirn ist verbunden mit messbaren biochemischen Veränderungen: Es entstehen vermehrt Blutgefäße und im Hippocampus zusätzliche Nervenzellen. Neurotransmitter werden in größerer Zahl ausgeschüttet. Nervenzellen stellen untereinander neue Verbindungen her. Dadurch können sie Informationen schneller verarbeiten, das Gedächtnis arbeitet besser, und das Gemüt hellt sich auf.“

Achtsamkeit – kann man trainieren!

Wieder in den Büros unterwegs beobachten wir merkwürdiges: Zurück vom Mittagessen sitzt eine Mitarbeiterin wieder an ihrem Schreibtisch. Sie sitzt aufrecht mit halb geschlossenen Augen und atmet tief für ungefähr eine Minute. Dann macht sie sich wieder an die Arbeit, checkt ihre Mails und greift zum Telefon. Auf Nachfrage erzählt sie, dass sie gerade eine kleine Achtsamkeitsübung gemacht habe, indem sie sich eine Minute lang auf ihren Atem und die dazugehörenden Körperempfindungen konzentriert habe. Das würde ihr helfen, sich geistig zu erfrischen, sich quasi mental zu sammeln und neu auszurichten – eben ein wenig Mentaltraining, das sie auf einer internen Schulung gelernt hat. Gerade in angespannten Situationen würde diese Art der Aufmerksamkeit ihr auch helfen, die eigenen gewohnten Reaktionsweisen und Reflexe im Umgang damit eher zu bemerken und dann ggf. eben etwas anderes auszuprobieren. In einem Besprechungsraum diskutiert eine Gruppe von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vor dem Hintergrund von Terminen und zu erledigenden Aufgaben


die aktuelle Belastungssituation. Wir erfahren, dass dies ein sog. Gesundheitszirkel sei und sie dies alle zwei Monate tun würden. Dabei gehe es darum, quasi gemeinsam in einen imaginären Hubschrauber zu steigen („helicopter view“) und aus dieser übergeordneten Perspektive gemeinsam die aktuelle Lage zu reflektieren, besondere Belastungen zu identifizieren und zu überlegen, wie man damit umgehen könnte. Beim Zuhören fällt sofort der eigentümliche Stil dieser Diskussion auf: Es wird weniger konfrontativ und kontrovers diskutiert – etwa: „Ich sehe es so und ich habe recht und wenn ich recht habe, dann hast Du nicht recht, etc.“ Stattdessen ist es eher ein Zusammentragen von verschiedenen Sichtweisen und Einschätzungen aus den unterschiedlichen Perspektiven, aus denen dann eben ein Gesamtbild entsteht. Neben der Konzentration auf das jeweilige Thema bedarf es dafür – so ein Kollege hinterher – immer auch gleichzeitig der Aufmerksamkeit für das eigene Kommunikationsgebaren. Auch für die gemeinsam kreierte Qualität der Kommunikation insgesamt sei das Achtsamkeitstraining nützlich.

Schlussbetrachtung

„Gesundheit“ kann in folgende Bereiche unterteilt und aus folgenden Perspektiven betrachtet werden. (Diese stehen freilich in einem wechselseitigen Zusam-

menhang. Stichwort: Psychosomatik.): • Körperliche Gesundheit (Bewegung, Sport, Ernährung, Regeneration, Vorsorge, Prävention) • Psychische und mentale Gesundheit (wertschätzendes – positives - Denken, Fühlen, und Handeln, Lebensfreude, Selbstvertrauen, Optimismus/Zuversicht, Selbstfürsorge, mentales/kognitives Leistungsvermögen) • Soziale Gesundheit (Beziehungen: Familie, Freunde, Beruf, Umfeld) • Seelische / existenzielle Gesundheit (Sinnfragen, Werte und Lebensorientierungen) Unternehmen sind Gestalter/Architekten von Lebensräumen ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und damit relevante Einflussgrößen für eine so beschriebene Gesundheit. Menschen verbringen einen nicht unerheblichen Teil ihrer Lebenszeit in diesem Kontext. Fürsorge für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und die Förderung von Eigenverantwortung sind dabei zwei Seiten der gleichen Medaille. Gesundheit sollte eigentlich ein selbstverständlicher Aspekt einer Leistungserbringung sein, die an Kontinuität und Langfristigkeit orientiert ist - „Zwischenspurts“ und Belastungsspitzen eingeschlossen. Oder andersherum: langfristige Leistung funktioniert nur mit gesunden – jüngeren und älteren – Leistungserbringern. Insofern müsste man

sich als Unternehmen eigentlich weniger fragen, ob es (warum auch immer) notwendig sei, bezüglich Gesundheit etwas Besonderes zu unternehmen. Gesundheit sollte stattdessen eher als integraler und damit selbstverständlicher Aspekt von Arbeit, Leistung bzw. der Unternehmenskultur insgesamt betrachtet werden. Dies schließt nicht aus, dass es auf dem Weg dorthin natürlich sinnvoll sein kann, Gesundheit anfangs zu einem Sonderthema zu machen – auch um ein entsprechendes Bewusstsein und Engagement zu fördern. Gesundheitstage sind dafür geeignet, sofern sie nicht als „Feigenblattveranstaltungen“, sondern als „Kickoff“ für nachhaltige Gesundheitsinitiativen (Vorsorgeuntersuchungen, Raucherentwöhnung, Ernährungsumstellung, Bewegungs-/Muskeltrainingsprogramme etc.) angelegt werden. Jugend verzeiht vieles, auch unsere „Sünden“, Übertreibungen oder Unterlassungen in gesundheitlicher Hinsicht. Dies ändert sich im Laufe der Zeit. Unternehmen mit zunehmend älteren Belegschaften sollten deshalb ein besonderes Augenmerk auf ihre Verhältnisse haben, die im Hinblick auf die körperliche und psychische Gesundheit ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter relevant sind, – in den Produktionshallen, den Büros und Besprechungszimmern. Dies zahlt sich langfristig in vielfacher Hinsicht aus.

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FACHBEITRAG „Hohlkreuz“ beim Erwachsenen

Einen Einblick in das Thema Hohlkreuz und Rückenschmerz beim Erwachsenen Von Dominik Klaes und Felix Schönfeld (ZAP3 Physiotherapie)

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ft hören Patienten mit Schmerzen in der Lendenwirbelsäule auf die Frage nach der Ursache ihrer Schmerzen die Antwort: „Das liegt an ihrem Hohlkreuz“. Doch ab wann spricht man überhaupt von einem sogenannten Hohlkreuz? Und ist das wirklich eine mögliche Ursache der Schmerzen? Welche Folgen ergeben sich für den Patienten und den Therapeuten? In diesem Beitrag wollen wir versuchen diese Fragen mithilfe unserer Erfahrung und der Recherche Wissenschaftlicher Artikel und Studien zu klären.

Halswirbelsäule (HWS)

Brustwirbelsäule (BWS)

Um sich dem Thema nun etwas genauer zu nähern, muss man sich zunächst die physiologische, also „normale“ Form der Wirbelsäule veranschaulichen. Die Wirbelsäule ist nicht gerade, sondern besitzt zwei S-Schwingungen, die ihr ihre charakteristische Form verleihen. In der Hals- und Lendenwirbelsäule ist die Wirbelsäule nach vorne geneigt, man spricht von einer Lordose (vom gr. λορδός (lordós) „vorwärts gekrümmt“). Im Gegensatz dazu ist die Brustwirbelsäule nach hinten geneigt, eine sog. Kyphose.

Wie wird ein Hohlkreuz festgestellt?

Um nun eine genaue Aussage über den Winkel der Vorneigung zu erhalten, führt der Arzt eine radiologische Untersuchung durch. Ein Röntgenbild der Lendenwirbelsäule von der Seite gibt Aufschluss über die Stellung der Wirbelkörper zueinander. Der Cobb-Winkel wird bestimmt (siehe Abb. 1): die Deckplatte des ersten Lendenwirbelkörpers (L1) und die Deckplatte des ersten Sakralwirbelkörpers (S1) werden gewöhnlich zur Messung des Winkels (LA) verwendet.

48 RC Premium 3/2015

Abb. 2: Manuelle Untersuchung durch den Therapeuten

L1 Lendenwirbelsäule (LWS)

LA

Abb. 1: Wirbelsäule

S1

Daher kann eine sichere Diagnose „Hohlkreuz“ nur mit Hilfe eines Röntgenbildes gestellt werden. Blickdiagnostik alleine ist sehr ungenau und nicht ausreichend um die Form der Wirbelsäule genau zu beurteilen. So können zum Bespiel ein ausladender Bauch oder ein ausgeprägtes Gesäß den Eindruck erwecken, man habe ein „Hohlkreuz“.

Risikofaktoren für ein Hohlkreuz

Es gibt vermutlich verschiedene Ursachen für eine vermehrte Lordose in der Lendenwirbelsäule. Die Studienlage zu diesem Thema ist jedoch unzureichend.

Wahrscheinliche Ursachen sind: • Muskuläre Dysbalancen (Ungleichgewicht) • Muskuläre Schwäche • Spondylolisthesis (Wirbelgleiten) • Fehlhaltungen, -belastungen • Angeborene Fehlstellungen • Übergewicht

Um ein muskuläres Ungleichgewicht ausfindig zu machen eignet sich der RumpfKraftausdauertest nach McGill. Hier sollte eine vorgegebene Position eine bestimmte Zeit gehalten werden können (Abb. 2). Eine Dysbalance wird deutlich, wenn eine Position im Vergleich zur anderen sehr lange, bzw. nur kurz gehalten werden kann. Die Normwerte liegen nach McGill für die Streckende Muskulatur (Abb. 3) bei drei Minuten, für die Beugende Muskulatur (Abb. 4) bei zwei Minuten und für die Seitliche Muskulatur (Abb. 5) bei eine Minuten und 25 Sekunden.


Werden die Werte nichtbzw. auch nur teilweise erreicht, oder gibt es starke Seitenunterschiede, liegt ein muskuläres Ungleichgewicht vor. Die Konsequenz daraus ist eine Wiederherstellung des Kräftegleichgewichts durch gezieltes Training. Patienten mit diagnostizierter Spondylolisthesis (Gleitwirbel) neigen je nach Schweregrad der Erkrankung zu einer vermehrten Lordose der Lendenwirbelsäule (Labelle et al. 2004). Dadurch können weitere Abweichungen von der „normalen“ Biomechanik der Wirbelsäule entstehen. Ob diese Abweichungen automatisch auch zu Problemen, Schmerzen oder Verstärkung der Schmerzen führen ist wissenschaftlich nicht belegt (Been et al 2014). Abb. 3: MKrafttestung der hintern Muskelkette im Überhang

Eine Forschergruppe aus Amerika (Jackson et. al. 2000) kam in ihren Untersuchungen zu dem Ergebnis, dass eine eher abgeflachte Lendenwirbelsäule einen Risikofaktor für Schmerzen im Lendenwirbelbereich darstellt. Das Ergebnis dieser Forscher steht also im direkten Gegensatz zu der Annahme, dass ein Hohlkreuz für Schmerzen im unteren Rücken verantwortlich ist.

Ist das Hohlkreuz die Ursache der Schmerzen?

Abb. 4: Krafttestung der vorderen Muskelkette

Die von uns recherchierten Ergebnisse decken sich mit unseren Erfahrungen am Patienten. Rückenschmerzen in der Lendenwirbelsäule haben sowohl Patienten mit als auch ohne ausgeprägte Lordose. Patienten mit „Hohlkreuz“ haben weder mehr noch weniger starke Schmerzen als Patienten mit „Normalkreuz“ und profitieren im Schnitt genauso von der Therapie wie alle anderen. Oft sieht man auch Patienten mit ausgeprägtem „Hohlkreuz“ die gar keine Schmerzen im Rücken haben. Abschließend lässt sich die Frage ob ein Hohlkreuz Ursache für Schmerzen ist nicht eindeutig klären. Da die Ursachen meist vielfältig und von Mensch zu Mensch verschieden sein können ist eine individuelle ärztliche und physiotherapeutische Untersuchung sinnvoll, um der Schmerzursache auf den Grund zu gehen. Die definitive Aussage, dass ein Hohlkreuz ursächlich für Schmerzen im unteren Rücken ist, kann unserer Meinung nach aufgrund der aktuellen Studienlage nicht aufrechterhalten werden.

Abb. 5: Krafttestung der seitlichen Muskulatur rechts und links

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FACHBEITRAG Heben gehört zum Leben …

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as Heben gehört zum Leben soll nicht die Liebe zur Sportart Gewichtheben dokumentieren, sondern hat die Evolution der Menschen stark beeinflusst. Das Beugen und Strecken der Beine sowie das Drücken und Ziehen der Arme sind sogenannte Grundbewegungsmuster und sind maßgeblich für unsere Fitness verantwortlich. Nimmt man die Stabilisation der Schulter, des Rumpfes und der Beinachse dazu, hat man im orthopädischen Sinne einen gesunden Menschen. Im Zuge einer bewegungsarmen Gesellschaft schaffen wir es nicht mehr, diese multifunktionalen Bewegungsformen zusammen zu bringen. Viele moderne und neue Trainingsformen versprechen diese Zielstellung, haben aber leider keine nachhaltigen Effekte vorzuweisen. Das Langhanteltraining im Breitensport mit seiner komplexen Ausrichtung hat den Vorteil, neben den Grundbewegungen auch die Stabilisatoren zu trainieren. Das macht die Anwendung so interessant und effizient (zeitsparend). Die Hauptzielstellung des Langhanteltrainings beschreibt eine strukturelle Verbesserung des passiven und aktiven Bewegungsapparates (Muskel, Sehnen, Bänder und Knochen). Das Langhanteltraining ist nicht nur im Leistungssport angekommen. Durch den hohen koordinativen Anspruch und die Beanspruchung funktionell wichtiger Muskelketten, wird die Langhantel auch zunehmend interessanter für die Rehabilitation. Hier ist ein ausgewogener Übungskatalog mit spezifischen Bedürfnissen gefordert, der vordergründig nicht die Verbesserung der Muskelkraft präferiert, sondern einen durch dynamisch langsame Bewegungsformen geprägtes Stabilisationstraining in den Fokus stellt. Mittel- und langfristig können

50 RC Premium 3/2015

Die Reißkniebeuge mit Rita, eine der wichtigsten Stabilisationsübungen für die Schulter- dem Rumpf und die Beinachse

diese Übungen auch zur Steigerung der Belastbarkeit und Kompensation von muskulären Ungleichgewichten sinnvoll sein.

Martin Zawieja, Olympiamedaillengewinner und ehemaliger Bundestrainer im Gewichtheben, hat mittlerweile über 20 Jahre Erfahrung im Umgang mit der Langhantel. Nicht nur im Leistungssport, wo das Langhanteltraining einen großen Bestandteil des Athletiktrainings in vielen Sportarten ausmacht, sondern auch die gezielte Anwendung im Breitensport ist dem Athletiktrainer aus der Handballbundesliga und dem DFB Nachwuchsbereich, ein großes Anliegen. Das Racket Center verfügt über einen Freihantelbereich, der sich einer immer größer werdenden Beliebtheit erfreut. Dazu ein Beispiel aus der Praxis: im Rahmen einer Praxisstudie wurden Teilnehmer für das Erlernen der Langhantelübungen gesucht. Ein weibliches Mitglied (Mitte fünfzig) stellte sich spontan zur Verfügung. Sie machte schnell sehr gute Fortschritte in der Entwicklung der Stabilisatoren und erfreute sich zunehmend über die angenehme Muskelspannung, die Sie so nicht kannte. Der spektakulärste Effekt war jedoch, dass die seit Jahren bekannten unspezifischen Rückenschmerzen im Bereich der Halswirbelsäule seitdem der Vergangenheit angehören.

Kraftdrücken mit Ingeborg, Kräftigung der Schulter und Arme mit gleichzeitiger Rumpfstabilisation

Zusammenfassend betrachtet können Untrainierte auch mit Maschinen- oder Stabilisationstraining gezielt die Muskultur trainieren. Unklar ist jedoch, was die Leistung steigert: die Beanspruchung des Rumpfes oder die der Bewegermuskeln – oder die Integration aus beiden? Wahrscheinlich ist es die Kombination.

unten: Nacken Kniebeuge, damit entwickeln wir unsere Bein- und Gesäßkraft

oben: Kreuzheben mit Rita, die wichtigste Trainingsübung bei Rückenbeschwerden


Weitere Infos erhalten Sie am 22. Oktober im Rahmen des GesundheitslinienFachvortrages zum Thema „Funktionelles Training“. Referenten sind Martin Zawieja und der Leiter der ZAP3 Physiotherapie Dominik Klaes.

Denn Kraftsteigerungen durch Widerstandstraining mit geringer Ganzkörperstabilisierung bewirken in der Regel nur geringe Verbesserungen der Fitness. Langhanteltraining dagegen verbindet beide wichtigen Ansprüche in einer Trainingsform. Möchten Sie diese Trainingsform unverbindlich kennenlernen, dann besuchen Sie unseren Workshop „Funktionelles Fitnesstraining mit freien Gewichten in der Prävention und Rehabilitation“ mit Martin Zawieja im Racket Center am 26.09.2015 von 9 bis 12 Uhr. Die Teilnahmegebühr beträgt 30 Euro. Für ZAP3 Mitglieder ist der Workshop kostenfrei.

Frontkniebeuge, neben der Beinkraft haben wir hier eine optimale Rückenspannung für einen starken Rücken

Martin Zawieja geboren 1963 in Dortmund, wohnhaft in Nußloch Diplomtrainer, Athletiktrainer in der Handball Bundesliga und in den DFB Nachwuchsmannschaften, Lehrwart im Gewichtheberverband, Buchautor und Referent für Krafttraining in Deutschland, Österreich, Schweiz und Irland Aktive Laufbahn 1983-1992 Leistungssportler Superschwergewicht Gewichtheben 3. Platz Olympische Spiele 1988, 3. Platz Weltmeisterschaft, 3x Deutscher Meister 1984, 1990, 1991

Für jeden Fitnessinteressierten, der sein eigenes Training gerne verbessern möchte, bietet das RC im nächsten Jahr eine ganz besondere Sportreise an der türkischen Riviera an. Lassen sie sich im Zeitraum vom 30.04. bis 07.05.2016, ein optimales und individuelles Training von unseren Experten gestalten. Mehr Infos entnehmen Sie der nachfolgenden Anzeige und erhalten Sie im Workshop.

Ehemalige Tätigkeiten 2001-2006 Junioren Bundestrainer 2000-2008 Lehrwart im Bundesverband Deutscher Gewichtheber 2002-2005 Bundestrainer Frauen 2006-2007 Bundestrainer Diagnose Krafttraining für Nationalmannschaften im Basketball, Eishockey, Badminton, Rudern, Hockey, Handball, Skeleton, Bob- und Schlitten, Inliner, Ringen, Fußball Gastdozent an den Universitäten Frankfurt/Main, Heidelberg und Köln Kontakt unter:www.Langhantelathletik.de E-Mail: martin@langhantelathletik.de

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GASTBEITRAG Mobilität trotz Kniegelenk-Arthrose Sanitätshaus Mayer & Rexing informiert

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tändiger Schmerz, kaum Bewegung ... chronische Erkrankungen wie die Kniegelenk-Arthrose können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Arthrose ist nicht heilbar, aber gegen die Schmerzen kann man einiges tun, ohne ständig Medikamente zu nehmen. Wer seine Lebensweise anpasst, kann das Fortschreiten der Kniegelenk-Arthrose (Gonarthrose) hinauszögern, Operationen verhindern und den Gesamtgesundheitszustand verbessern. Knorpelverschleiß Kniegelenk-Arthrose bedeutet Knorpelverschleiß. Durch den fehlenden Knorpel reiben die Knochen aneinander, was zu ständigen Schmerzen und Bewegungseinschränkungen führt. Die Ursachen und Symptome sind vielfältig, so dass man bei Anzeichen einer Arthrose so schnell wie möglich einen Arzt konsultieren sollte. Durch Blut-, Röntgen-, MRT-Untersuchungen oder eine Arthroskopie ergibt sich ein genaues Bild über die Beschwerden. Es gibt zahlreiche Therapiemöglichkeiten, wie z.B. Physiotherapie, Krafttraining, orthopädische Hilfsmittel oder operative Therapien bei einem fortgeschrittenen Arthrose-Zustand.

Sport oder Schonung? Hier sind sich die Experten einig: Sport muss sein! Wer Schmerzen hat, neigt oft zu einer Schonhaltung und versucht, das Knie möglichst nicht zu bewegen. Genau dies ist falsch. Denn Bewegungsmangel ist einer der Hauptfaktoren für Arthrose. Ideale Sportarten bei Arthrose sind Wandern, Nordic Walking, Radfahren, Yoga, Schwimmen, Wassergymnastik, Skilanglauf oder Golf.

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Knie-Orthesen lindern Schmerzen Knie-Orthesen entlasten und stabilisieren das Kniegelenk und reduzieren dadurch signifikant die Schmerzen. Durch die Entlastung wird einer weiteren Abnutzung des Gelenkknorpels entgegengewirkt. Orthesen sind besonders komfortabel und können bei allen Aktivitäten getragen werden. Mehr Bewegung, weniger Schmerzmittel, weniger Nebenwirkungen – all diese Faktoren tragen zu einer höheren Lebensqualität bei.

Online-Ratgeber Der Orthesenhersteller Össur hat eine spezielle Informations-Website (www. arthrose-im-kniegelenk.de) entwickelt, die ausführlich darüber informiert, was Patienten bei Gonarthrose tun können.


Habe ich Kniegelenk-Arthrose? Die folgenden Symptome sind typische Anzeichen von Kniearthrose: • Sie verspüren seit einigen Wochen Schmerzen oder Schwellungen im Kniegelenk.

• Ihr Kniegelenk ist steif, wenn es einige Stunden nicht bewegt wurde. • Sie haben Schmerzen beim Treppensteigen oder wenn Sie eine kurze Strecke gehen.

• Sie hören ein Knacken im Kniegelenk.

• Sie spüren ein Knirschen, wenn Sie das Kniegelenk bewegen.

• Sie können aufgrund der Gelenkschmerzen nachts nicht schlafen.

• Sie haben Schwierigkeiten mit alltäglichen Bewegungen, wie vom Stuhl aufstehen, aus der Badewanne oder aus dem Auto steigen.

Wenn eines dieser Symptome bei Ihnen auftritt, besteht die Wahrscheinlichkeit, dass Sie Kniegelenk-Arthrose haben.

• Sie können das Kniegelenk nicht mehr soweit oder so einfach beugen, wie Sie es bislang gewohnt waren.

• Ihr Kniegelenk ist bereits vorgeschädigt – z.B. durch Verletzungen am vorderen Kreuzband oder am Meniskus.

• Beim Sport schmerzt Ihr Knie manchmal so sehr, dass Sie damit aufhören müssen.

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ZAP3 INFORMIERT

Wohltuende, salzhaltige Luft ganz in der Nähe AQWA Walldorf bietet eine Salzlounge modernsten Standards

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tembeschwerden sind heutzutage keine Seltenheit. Die Ursachen für die Beschwerden sind dabei sehr vielfältig und nicht immer eindeutig identifizierbar. Bei der Behandlung dieser Probleme denkt man zunächst an Kurorte, denen ein heilendes Klima zugeschrieben wird. Schon Homer und Sokrates schrieben von den positiven Eigenschaften der salzhaltigen Luft, denn diese dringt tief bis in die Bronchien und Luge ein und legt dort einen feinen Film auf die Schleimhäute. Dadurch werden die Schleimhäute auf natürliche Art und Weise feucht gehalten und Schleim kann gelöst werden. In diesem Schleim befinden sich oft Bakterien und andere Ablagerungen, die durch das Abtransportieren ausgehustet werden können und durch die salzige Luft

54 RC Premium 3/2015


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Damit wir noch genug Energie für unsere Kinder haben.

wird die Lunge zusätzlich desinfiziert. 1863 ließ der Arzt Hermann Brenner erste Lungensanatorien in Deutschland eröffnen. In diesen Kurorten versprach man sich Heilung durch Liegekuren im Freien. Der erste Prototyp der Lungenheilstätten war geschaffen. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelten sich diese Einrichtungen weiter und noch heute erfreuen sich Kurorte großer Beliebtheit. Doch oft sind Kurorte weit entfernt und es bedarf einen ganzen Urlaub, um sich erholt zu fühlen.

Die Salzlounge

Der Bade- und Saunaparkl AQWA Walldorf hingegen befindet sich in der Nähe. Durch den Anfang 2015 veranlassten Umbau, wird eine Salzlounge geschaffen. Wer sich jedoch fragt, was eine Salzlounge ist und was diese mit Atembeschwerden zu tun hat, dem sei gesagt: Eine Salzlounge ist ein Raum dessen Wände mit Salz bzw. Salzsteinen verkleidet sind. Durch die mit Salz verkleideten Wände und der Solevernebelung in der Salzlounge entsteht im Raum eine besonders salzhaltige Luft, die extrem gut für die Atemwege und die Haut ist. So soll der Effekt eines 45-minütigen Aufenthaltes bei maximal 40 Grad Raumtemperatur, dem Effekt eines mehrtägigen Besuches am Meer entsprechen. Aber nicht nur bei bestehenden Beschwerden hilft dies besondere Klima, auch die Vorbeugung darf nicht außer Acht gelassen werden. Während der Verweildauer wird mit Licht- und Klangelementen eine besondere seelische Entspannung geschaffen, die sich beruhigend auf das Herz-Kreislaufsystem und somit auf den allgemeinen positiven Entspannungszustand auswirkt - ein angenehmer Nebeneffekt der Salzlounge. Schon nach sechs bis acht regelmäßigen Sitzungen in bequemen Liegestühlen soll sich die volle Wirkung der salzhaltigen Luft entfalten. Man fühlt sich nicht nur körperlich,

sondern auch seelisch fitter. Gerade diese Inhalation ist gegenüber anderen Kuranwendungen kreislaufschonender und daher auch für Menschen mit HerzKreislauf-Problemen sehr gut geeignet.

Das Rasulbad

Aber nicht nur die Salzlounge wird im Zuge des Umbaus neu geschaffen. Auch ein Rasulbad findet Einzug im AQWA Walldorf. In diesem Bad werden während einer 20-minütigen Reinigungszeremonie Pflege- und Heilschlämme auf die Haut aufgetragen. Durch den Anstieg der Raumtemperatur sowie der Luftfeuchtigkeit werden die Schlämme cremig und lassen sich, ähnlich wie ein Peeling, auf der Haut verreiben. Durch diesen Vorgang werden abgestorbene Zellen oder verkrustete Cremereste von der Haut entfernt. Beendet wird diese stoffwechselanregende, durchblutungsfördernde und entschlackende Zeremonie mit warmen Regengüssen.

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Kurz notiert ...

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Mein Lebensmotto lautet …

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Wenn ich mal frei habe …

Mir gefällt die Nähe zu den verschiedenen Patienten und ihren unterschiedlichen Krankheitsbildern. Dadurch steht man immer wieder vor einer neuen Herausforderung. Außerdem finde ich es toll, den Patienten helfen zu dürfen, für sie da zu sein und ihnen zeigen zu können, was eigentlich alles möglich sein kann, woran sie vorher aber nie gedacht haben!

Mein Name ist Charlotte Vieth. Ich wurde am 30.01.1996 in Heidelberg geboren und wohne in Malsch. Nachdem ich 2014 das Abitur absolviert habe, begann für mich das Studium der „Fitnessökonomie“ an der DHfPG. Es handelt sich um ein duales Fernstudium. Den praktischen Teil absolviere ich im Zentrum Aktiver Prävention³ im Bereich der Gesundheitsberatung und der Trainingsbetreuung. … Glück ist das einzige, was sich verdoppelt, wenn man es teilt. … treffe ich mich gerne mit meinen Freunden, trainiere selbst im ZAP³ oder übe mich an meinem neu entdeckten Hobby: Ballett. Gerne besuche ich auch andere Städte oder bin nur mal gemütlich mit meiner Familie zu Hause.

Meine Arbeit bedeutet für mich …

… unterschiedlichste Menschen kennenzulernen, mich auf sie einzustellen und ihnen durch Sport und Betreuung zu einem besseren Wohlbefinden zu verhelfen. Unsere Mitglieder spätestens nach dem Sport mit einem Lächeln zu verabschieden ist meine Mission :-) Meine Arbeit bedeutet für mich Teil eines freundlichen und hilfsbereiten Teams zu sein.

Größten Respekt habe ich vor Menschen …

Mein Name ist Lisa Maurer. Ich wurde am 19.06.1990 in Speyer geboren und wohne zurzeit noch in Schifferstadt. Mein Examen habe ich 2012 an der AGF-Schule in Neustadt absolviert und anschließend im Diakonissen-Stiftungs-Krankenhaus in Speyer gearbeitet. Nun habe ich mich für einen neuen Weg entschieden und in der ZAP³ Physiotherapie angefangen. Momentan: „Living young, wild and free!”

Was gefällt dir an deinem Job am besten?

Warum hast du dich entschieden für das RC zu arbeiten?

Die Abwechslung und der Spaß im Beruf sind mir wichtig, ebenso wie mich mit dem Team zu verstehen, von dem ich auch sehr herzlich empfangen und aufgenommen wurde. Mich hat das Konzept des ZAP³ definitiv überzeugt und angesprochen. Außerdem habe ich eine neue Herausforderung gesucht, in der ich mich weiterentwickeln kann.

… die ihre Ziele mit Ausdauer und Ehrlichkeit verfolgen, ohne den Blick für das Detail zu verlieren und sich selbst treu bleiben.

Was wolltest du als Kind einmal werden?

Was mich antreibt, ist …

Glücklich und zufrieden im Liegestuhl, mit dem Wissen, dass ich das erreicht habe, was ich mir vorgenommen habe.

… zum einen, dass mir Menschen ihr Vertrauen schenken und ich ihnen so bei der Erreichung ihrer Trainingsziele helfen kann. Zum anderen, unser Team, auf das stets Verlass ist.

Für die Zukunft wünsche ich allen Lesern und mir … Gesundheit, Glück und Zufriedenheit.

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ZAP3 INFORMIERT Thomas Sepp zurück in der Heimat

Unser beliebter Physiotherapieleiter geht zurück in den Odenwald von Dr. Matthias Zimmermann

T

homas Sepp geht seinen Weg - zurück in seine Heimat. Mit der Erfahrung aus seiner Mitarbeit als langjähriger leitender Therapeut im Rehazentrum Neckar-Odenwald (Eberbach), und zwei Jahre als leitender Physiotherapeut in unserer ZAP³ Physiotherapie zieht es Thomas Sepp nach Hause. In seiner Heimatregion – dem schönen Odenwald – wird er weiter als Physiotherapeut in einer Praxis für seine Patienten da sein. Hierbei wünschen wir ihm viel Erfolg und freuen uns für ihn, dass er die Zweieinhalbstunden, die er auf der Fahrt ins Racket Center und wieder nach Hause tagtäglich auf der Straße zubringen musste, nun in seine neue Aufgabe und für seine Familie aufbringen kann. Thomas Sepp hat in den vergangenen zwei Jahren persönliche Akzente gesetzt. Er genoss große Anerkennung bei einer Vielzahl von Menschen, die sich ihm anvertraut haben. Wir sind dankbar für die geleistete Arbeit in unserem Hause und wünschen ihm an seiner neuen Wirkungsstätte alles Gute. Er wird dem Haus und unserem Team über die Zeit hinaus verbunden bleiben. Es war uns eine Freude, mit ihm zusammen zu arbeiten.

Ein reibungsloser Übergang ist gewährleistet. Mit Physiotherapeut / Manualtherapeut Dominik Klaes konnten wir einen Mitarbeiter der ersten Stunde für die Leitung der Physiotherapie gewinnen, der die positive Entwicklung der Physiotherapie weiter fördern wird. Dominik Klaes ist seit Gründung der Physiotherapie Abteilung im Jahr 2011 fester Bestandteil des Physio-Teams. Er hat sich vom jungen Berufseinsteiger bereits Mitte 2012 zum Stellvertretenden Bereichsleiter und nun 2015 zum Bereichsleiter Physiotherapie vorgearbeitet.

Staffelstabübergabe - Thomas Sepp (rechts) zum Abschied mit Dominik Klaes, dem neuen Bereichsleiter der ZAP3 Physiotherapie

Wir freuen uns über einen reibungslosen Übergang und über die nachhaltige Aufrechterhaltung der Therapiequalität und Fortentwicklung der Physiotherapie zu einem besonderen Therapiezentrum im Zusammenwirken mit unserem ZAP³ Trainingsbereich. Wir wünschen Herrn Dominik Klaes einen guten Start und viel Erfolg mit seinem Team im Sinne unserer Patientinnen und Patienten. Ihnen danken wir, dass Sie unserem ZAP3 Physiotherapieteam ihr Vertrauen schenken.

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Dominik Klaes, Bereichsleiter ZAP3 Physiotherapie Berufliche Ausbildung • staatl. geprüfter Physiotherapeut • Praxismanager im Therapiewesen IHK • Stipendiat der Stiftung Begabtenförderung und berufliche Bildung (Bundesministerium für Bildung und Forschung 2012 – 2015)

Aufgaben in der ZAP3 Physiotherapie • Therapeutische und organisatorische Leitung • Manuelle Therapie • Krankengymnastik • Krankengymnastik am Gerät • Manuelle Lymphdrainage Fortbildungen und Qualifikationen • Manuelle Therapie (nach FOMT) • Krankengymnastik am Gerät • Medizinische Trainingstherapie • Medizinisches Aufbautraining mit BG-Zulassung

Ein Hallo an alle, wie so manch einer schon mitbekommen hat, werde ich das Racket Center nach über 13 Jahren Ende August verlassen. Hiermit möchte ich mich bei Euch für alles bedanken, was ich so erleben durfte!

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Mechanische Diagnose und Therapie der Lendenwirbelsäule nach Mc Kenzie Mechanische Diagnose und Therapie der Brustwirbelsäule nach Mc Kenzie Mechanische Diagnose und Therapie der Halswirbelsäule nach Mc Kenzie Manuelle Lymphdrainage Physio-Athletik-Training Knorpelrehabilitation Kinesiotape

fühlte mich absolut wohl. Ihr werdet mir fehlen. Trotz neuer Herausforderungen, denen ich mich jetzt stellen werde, bleibe ich dem ZAP3 weiterhin verbunden. Mein neues Arbeitsfeld lässt es zu, dass ich weiterhin dienstags meine Aqua Kurse beibehalten kann und natürlich werde ich mich auch privat im Racket Center fit halten!

Zum einen natürlich bei meinen tollen Kollegen. Es war immer lustig und erfrischend mit so einem Team arbeiten zu dürfen, denn der Spaß stand bei mir immer an vorderster Stelle. Da ich Privat auch einiges durchmachen musste hatte ich immer das Gefühl nicht alleine zu sein und dafür ein ganz großes DANKE! Zum anderen möchte ich Euch, den Mitgliedern, ebenfalls DANKE sagen für eine sehr schöne Zeit. Es hat mir sehr

Also passt auf. wenn ihr trainiert - ich könnte irgendwo auftauchen ... viel Freude bereitet, Euch mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. So fand ich auch viele neue Freunde unter Euch und

Ich wünsche Euch allen weiterhin viel Spaß und Erfolg beim Training. Eure Heike Anzeige

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ZAP3 INFORMIERT

Liebe Mitglieder, Patienten und Gäste des RC

Ich möchte mich auf diesem Wege ganz herzlich von Euch verabschieden.

Als ich im Januar 2011 im Racket Center angefangen habe, wusste ich noch nicht wirklich, was mich hier erwarten würde und wo die Reise für mich hingeht. Nach kurzer Zeit habe ich die Verantwortung für das Figurund Wohlfühlzentrum erhalten und dies zu meiner großen Leidenschaft gemacht. Ich habe viel Energie und Herzblut in diesen Bereich gesteckt. Aber auch meine anderen Aufgabenfelder wie die Leitung der ZAP³ Theke und die Betreuung der Mitglieder auf der Trainingsfläche haben mir großen Spaß bereitet. Nun, nach über viereinhalb Jahren habe ich mich beruflich neu orientiert und bin sehr gespannt, was meine neue Aufgabe in der Zukunft mit sich bringt.

60 RC Premium 3/2015

Ich habe im Racket Center viel gelernt und unglaublich nette Menschen kennengelernt, die mich geprägt haben. Somit bedanke ich mich bei allen, die mich auf meinem Weg hier begleitet und mir ihr Vertrauen geschenkt haben. Sicher werde ich des Öfteren zu Besuch im Racket Center sein und den ein oder anderen dann wieder sehen, worauf ich mich sehr freue.

Meine ZAP3 Kollegen werden Euch natürlich weiterhin mit Ihrer Fachkompetenz im Bereich Ernährung zur Seite stehen. Ich wünsche Euch auf Eurem Weg alles Gute und hoffe, dass Ihr alle Eure persönlichen Ziele erreicht. Eure Jenni


Liebe Mitglieder, Patienten und Gäste des RC Angefangen hat alles Ende 2011 mit einem Aushilfsjob an der Rezeption der damals neuen ZAP³ Physiotherapie im Racket Center. Ich kam direkt nach meinem Abitur ins Racket Center, um mir etwas dazu zu verdienen. Doch dabei blieb es nicht!

durfte. Auf der anderen Seite das Team des Racket Centers, welches ich sehr ins Herzen geschlossen habe. Ich habe mich im Racket Center immer wohl gefühlt, wurde gefordert und habe auch so manches Mal meine Grenzen kennen gelernt.

Im Februar 2012 begann mein duales Studium an der DHfPG (Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement) im Gesundheitsmanagement. Voller Neugier auf die Arbeitswelt und auf die kommenden Jahre startete ich in mein Studium.

Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung in Form eines Masterstudiums verlasse ich das Racket Center nun schweren Herzens. Ich habe mich im Racket Center sehr weiter entwickelt und hoffe, dass ich das Racket Center auch ein Stück weiter entwickeln konnte!

Jetzt, fast vier Jahre später, blicke ich auf ereignisreiche Jahre zurück. Ich habe mich nicht nur beruflich weiter entwickelt, auch persönlich hat mich das Racket Center sehr geprägt.

Ich wünsche den Besuchern und Mitarbeitern des Racket Centers alles Gute für die Zukunft und freue mich, das Haus bald als Gast besuchen zu können!

Ich habe viele neue Menschen kennen gelernt: Patienten, Mitglieder und Kunden, mit denen ich zusammen arbeiten

Eure Jula

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Leistung & Erfolg

KURZ NOTIERT ... Juniorinnen U14-Team kämpfte um den Bezirksmeistertitel

Am letzten Spieltag der Verbandsrunde kam es zu dem erwarteten spannenden Entscheidungsmatch um den Bezirksmeistertitel gegen das favorisierte Team der MTG Mannheim.

Ballschul-Talent triumphiert bei den Bezirksmeisterschaften Der Acht-Jährige Tom Siebold begann seine sportliche Karriere in der „Ballschule“, in der er mittlerweile mit großer Begeisterung Tennis spielt. Natürlich ließ der Erfolg nicht lange auf sich warten. Vor kurzem belegte er den 2. Rang bei den Bezirksmeisterschaften des BTV. Ende Juli dann ein weiterer Schritt in die richtige Richtung: Im westfälischen Detmold qualifizierte er sich auf nationaler Ebene in drei Vorrundenspielen für die Hauptrunde, in der er bis in AchtelFinale vorstieß. Im selben Turnier erreichte auch unsere Nachwuchshoffnung Melanie Maier in einem 128er Feld sogar das Finale der Altersklasse Juniorinnen U11. Wir gratulieren unseren beiden Nachwuchsspielern und drücken ihnen weiterhin die Daumen!

Die Kleinen einmal ganz groß

Wir freuen uns am 05. September erneut die Kinder der Gemeinde Nußloch zu ihrem Kinderfest im Racket Center Nußloch begrüßen zu dürfen und sie von 9 bis 14 Uhr bei ihrer Kinder-Olympiade zu begleiten. Vier verschiedene Disziplinen versprechen Spaß und gute Laune. Wer eine sportliche Auszeit braucht, dem stehen Schmink- und Maltisch zur Verfügung. Aber auch eine kleine Überraschung wartet am Nachmittag auf die Sportler und Sportlerinnen. Jedes Kind im Alter von 6 bis 12 Jahren ist herzlich dazu eingeladen an der Olympiade teilzunehmen. Eine Anmeldung im Vorfeld ist bei der Gemeinde Nußloch (info@nussloch.de) empfehlenswert.

62 RC Premium 3/2015

Nach dem Einzel stand es 3:1 für die Mädels der MTG Mannheim, sodass unsere Tennisspielerinnen vor den anschließenden Doppeln gewaltig unter Druck standen. Das erste Doppel mit Laura Maier und Jabeen Urbanek wurde glatt in zwei Sätzen gewonnen. Nun kam es auf das entscheidende Doppel mit Alma Abazi und Mila Stanojevic an. Auch dieses konnte gewonnen werden. Der neue Punktestand war nun 3:3. Aufgrund der Mehrzahl an gewonnen Sätzen hieß der neue und alte Bezirksmeister Turniersportverein Racket Center e.V..

Viet Vo Dao Kampfkunst und Viet Tai Chi Bewegungsmeditation wurden 20!

Mitte Juni feierte die Viet Vo Dao Schule Nußloch ihr 20 jähriges Bestehen im Racket Center Nußloch. Zu diesem Anlass zog es viele Unterstützer und Interessenten des Projektes in die Sportund Freizeitanlage. Die Referenten berichteten über den Erfolg des Projektes und den positiven Einfluss auf die physische und psychische Gesundheit. Nicht nur Erwachsene profitieren von der Kampfkunst und der Bewegungsmeditation, auch bei Kindern ist eine bessere Disziplin, Haltung und Selbstkontrolle erkennbar. Weitere Infos und Trainingszeiten unter www.viet-vo-dao.de


Unsere Sportförderung: Gut für den Sport. Gut für die Region.

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STORY

„Wimbledon …“

Eine Marke, ein Traum, ein Erlebnis – seit 138 Jahren! „Wimbledon“ – ein Wort, das Assoziationen auslöst, auch bei Menschen, die dem Tennissport nicht unbedingt eng verbunden sind. Wimbledon ist die Marke im Tennissport – und ein Traum für jeden Tennisspieler. Auch ich habe mir als Kind vorgestellt, auf dem heiligen Rasen aufschlagen zu dürfen. Nur wenige kommen in den Genuss, den Centercourt zu betreten oder gar darauf zu spielen. Schon allein ein Ticket zu erlangen, um dort ein Match zu erleben, ist ein mühsames Unterfangen. Wenn man – nicht die Haltestelle „Wimbledon“, sondern tatsächlich schon in „Southfields“ – die U-Bahn verlässt, um über einen grasgrünen Teppich entlang überlebensgroßer Poster von britischen Tennisidolen auf die Church-Road hinauszutreten, ereilen einen „Tennisgefühle“. Auch an einem ganz normalen Montagvormittag

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ist der Eindruck von der Kultur dieses alljährlichen Ereignisses im „All England Lawn Tennis and Croquet Club, Church Road, Wimbledon, London SW19 5AE“ überwältigend. Ein Club, der sich seiner 138-jährigen Tradition sehr wohl bewusst ist – aber keineswegs „alt“ daherkommt!

Sympathisches London

Am Ausgang der U-Bahn, auf dem Gehweg und auf der Church Road herrscht reges Treiben und gespannte Vorfreude – die Stimmung ist freundlich und wird von Taxifahrern und einem skurril anmutenden „Lotsen“ mit Muskelbergen und filzballgelb-gefärbten Haaren befördert. Wenn ich meine Begegnungen mit den Engländern, die ich an den drei Tagen

in London erlebt habe, in einem Wort beschreiben soll, würde ich sagen: sympathisch – Gastfreundlichkeit und Hilfsbereitschaft groß geschrieben! Und geordnet geht´s zu. Die lange Schlange vor dem Tickethäuschen, an dem wir bestimmt 10 Minuten lang zu Fuß vorbeimarschieren, macht mir klar: An dem ganz normalen Montag zu Beginn der zweiten Turnierwoche braucht es zum Erwerb einer ganz normalen Eintrittskarte neben einem anormalen Budget auch anormale Geduld. Dass für uns direkt in einem kleinen Büro rechts neben dem Haupteingangs-Gate eine Akkreditierung bereit liegt, ist sicherlich die Besonderheit meines Wimbledonbesuchs.


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Eine Akkreditierung für Wimbledon – woher und wofür?

Wie kam´s – bzw. woher? Der Internationale Club (IC) von Deutschland – genau genommen sein Präsident Alexander Kurucz – hat mich eingeladen. Der IC genießt in Wimbledon ein bemerkenswertes „Standing“. Dies mag damit zu tun haben, dass diese Vereinigung ehemaliger Nationaltennisspieler der Kultur und Tradition des Tennissports in besonderer Weise verbunden ist. Diese Verbundenheit lebt die weltweite IC-Bewegung vor allem durch die internationalen Begegnungen auf dem Court, aber auch auf dem gesellschaftlichen Parkett. Zum einen sind es die Länderkämpfe zwischen den einzelnen IC-Nationen, bei denen alte Freundschaften gepflegt und neue gewonnen werden. Zum anderen sind es die großen internationalen IC-Veranstaltungen und die Treffen bei Großereignissen – wie eben auch in Wimbledon. Dort wird der Leitspruch „Hands across the net – friendship over the ocean“ in besonderer Weise Realität. Dafür erhält jedes Mitgliedsland zwei Akkreditierungen für den Besuch der berühmtesten Tennisanlage der Welt. Genau genommen berechtigt die Akkreditierung zum Zutritt zu allen Courts, und dort wiederum zu den besten Plätze in der „International Box“, aus der ich an zwei Tagen die Creme de la Creme des Tennissports erleben darf: Novak Djokovic und Andy Murray, die Williams-Sisters und Maria Sharapova und – für mich das Highlight schlechthin: Roger Federer. Den „Majestro“ aus fünf Metern Entfernung auf dem ehrwürdigsten Tenniscourt der Welt dabei zu beobachten, mit welcher Eleganz und Brachialdynamik er auf die Bälle „draufgeht“ und seinen spanischen Gegner Roberto Bautista Agut bei höchsten Ballgeschwindigkeiten nach Belieben dominiert, kann einen Tennisfan durchaus in Ehrfurcht versetzen. Allein die Präsenz dieses Jahrhundertathleten und die aufbrandende Stimmung im Publikum, wenn er aus den Katakomben tritt und auf dem Centercourt erscheint, verschafft mir eine gehörige Portion Gänsehaut. In Wimbledon steht der Tennissport im Fokus. Die Atmosphäre im täglich vollbesetzten Centercourt lässt jedes Tennisherz höher schlagen. Natürlich – am Rande – gehören Lanson (für die Besser-

betuchten), Pimm´s und Erdbeeren mit Schlagsahne auch zu Wimbledon. So stehe ich in einer Matchpause bei herrlichem Wetter an einer Bar. Menschen, die der Tennissport in sympathischer Weise verbindet, trinken gemeinsam Pimm´s und lauschen dabei der Musik eines Streichquartetts im Hintergrund. Auch das gehört zu den Emotionen, die einen Besuch dieser traditionsreichen Tennisstätte begleiten.

Jahrhundertsportler Roger Federer

Der eigentliche Zweck der Reise

Kurzum – Wimbledon in dieser Weise zu erleben, empfand ich als ein großartiges Privileg. Es wurde mir zuteil, weil sich das Racket Center mit der Hilfe der Manfred Lautenschläger-Stiftung und der Kindernothilfe seit 2008 für das Kinderbildungsprojekt in Äthiopien engagiert. Im gleichen Atemzug ist auch der Internationale Club von Deutschland zu nennen, der im Jahre 2010 die „Tariku and Desta Kids´ Education through Tennis Development (TDKET) Ethiopia“ als förderungswürdiges Projekt für sich entdeckt hat. Seit der damaligen Anerkennung des Projekts als NGO (Non Governmental Organisation) ist der IC Deutschland nicht nur finanziell in zunehmendem Maße engagiert, sondern in der Person von Alexander Kurucz auch Ideengeber, Motivator und bisweilen Trostspender, wenn die Verhältnisse in Addis Abeba dies mal wieder erforderlich machen.

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So hätte es eigentlich Tariku Tesfaye gebührt, an der Seite seines Förderers Alex Kurucz diese Reise zu machen, um das Projekt zu vertreten. Tariku und sein Bruder waren es, die dieses Projekt 2001 eigenständig ins Leben riefen. An seiner statt durfte ich im Clubhaus des All England Lawn Tennis and Croquet Club die Stufen zum großen Speisesaal emporwandeln und die aufgereihten Bilder der Sieger bewundern, die seit 1877 dieses Turnier gewinnen konnten – Legenden des Tennissports! Ich durfte mit beeindruckenden Persönlichkeiten im traditionsreichen Ambiente dieses efeubewachsenen Gebäudes an der Rückseite von Court Number 2 zusammensitzen. Gäste aus aller Welt, großartige Tennisspielerinnen und -spieler ihres Landes, Ehrenmitglieder und honorable Mäzene, kamen zu einem Lunch zusammen. Man sah es ihnen allen an, wie viel ihnen dieser Ort bedeutet, der so viel Eleganz und Gediegenheit ausstrahlt. Auch mein herzliches Gespräch mit Jan Kodeš, dem dreifachen Grand Slam-Sieger und Wimbledon-Champion von 1973, wird mir in guter Erinnerung bleiben. Mich faszinierte dieser tschechische Gentleman aus einer anderen Tennisepoche, in der Sport noch viel mehr Politik war als heute. Eindrucksvoll erzählte er, wie er sich verausgabt hat in all diesen Jahren. Der Druck damals war enorm – eben nicht nur aus sportlichen Gründen. Erst im Oktober des vergangenen Jahres musste er sich einer Transplantation unterziehen. Er hat ein neues Herz bekommen – auch dieses schlägt für den Tennissport.

IC Präsident Alexander Kurucz und Dr. Matthias Zimmermann lassen sich ein „Pimms“ schmecken

Die TDKET – ein Projekt, das Herzen berührt.

Die Kinder der TDKET haben viele Herzen berührt. Erstaunlich, welche Resonanz dieses Projekt im Kreise der Wimbledon Honoratioren erntet. Die Botschaft, die das Engagement für die äthiopischen Tenniskinder beinhaltet, ist angekommen: es geht um Bildung und Begabung, um Verantwortung und Einsatzbereitschaft, um Disziplin und Leistung – nicht nur im Gegeneinander, sondern viel mehr auch im Mit- und im Füreinander! Diese afrikanischen Kinder in mitten der Armut sind mitnichten dümmer oder fauler als irgendwelche anderen Kinder auf dieser Erde – im Gegenteil! In Rela-

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Zum Lunch in der „Members Exclusive“ mit Jan Kodeš (rechts)

tion zu den Möglichkeiten in einem der ärmsten Länder der Welt betreiben diese Kinder Leistungssport auf höchstem Niveau. Und Tennis in Wimbledon ist Leistungssport auf höchstem Niveau. Deshalb passt dieses Projekt gut dort hin. Viele der Persönlichkeiten, die wir an diesem Dienstag im wohl begehrtesten Clubhaus des internationalen Tennis-

sports getroffen haben, sind Zeugen für das, was sich durch Strebsamkeit im Sport erreichen lässt. Die Geschichte von Yonas Gebre und Dinkenesh Tameru hat dort viele berührt, die dem Tennissport verbunden sind. Darin liegt die besondere Kraft einer Sportart, die in Wimbledon ihr Zuhause hat. Tennis eröffnet ungeahnte Möglichkeiten – überall!


Für mich werden diese drei Tage unvergesslich bleiben. Mein Dank gebührt Alexander Kurucz und seinem Freund aus alten Tagen, dem Weltenbürger Peter Lund, der uns ein wunderbarer Reiseführer und mir persönlich ein liebenswerter Gesprächspartner war.

Alexander Kurucz und sein Freund aus alten Tagen, der Weltenbürger Peter Lund

Und – das darf man nicht vergessen: es ist Tariku zu verdanken, dass ich diese Tage erleben durfte. Ich wünsche ihm, dass er eines Tages an diesem eindrucksvollen Ort den Respekt für seine Arbeit entgegen nehmen darf, der ihm gebührt. Wer weiß, vielleicht geht irgendwann dieser Traum in Erfüllung: ein Nachwuchsspieler des TDKET Projekts spielt in Wimbledon und erfüllt sich selbst den größten Wunsch, den diese Kinder immer äußern und der sie so sympathisch macht: „Ich möchte mein Land Äthiopien stolz machen ...“!

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AM RANDE BEMERKT ...

www.tdket.org

Fünf Aspekte, die die Mitglieder des Internationalen Clubs von der Einzigartigkeit des äthiopischen Kindertennisprojekts der TDKET (Tariku and Desta Kids´ Education through Tennis Development Ethiopia) überzeugt haben und ihre Förderungswürdigkeit unterstreichen:

1. Es ist begründet von Äthiopiern:

Zwei äthiopische Brüder, selbst aus ärmsten Verhältnissen, kamen durch glückliche Umstände zum Tennissport und beschlossen schon in jungen Jahren, dieses Privileg an andere Kinder weiterzugeben. Aus eigenem Antrieb sichteten sie im Jahre 2001 aus 120 Kindern die 20 Talentiertesten, um ihnen frühmorgens um 6 Uhr vor Schulbeginn das Tennisspielen beizubringen. Daraus entstand 10 Jahre später die NGO „Tariku and Desta Kids´ Education through Tennis Development (TDKET) Ethiopia“, die heute 70 Kinder fördert. Ihnen ist es gelungen Mäzene aus Deutschland zu gewinnen. Gleichzeitig ist und bleibt es ein Projekt von Äthiopiern für Äthiopier.

2. Es geht um ein Bildungsprojekt:

„Bildung“ ist der Schlüssel für ein besseres Leben für Kinder aus ärmsten Verhältnissen in Addis Abeba. „Medium“ der Bildungsförderung ist der Tennissport. Besonderer Wert wird auf die schulische Entwicklung, auf Nachhilfe- und Zusatzunterricht und die erfolgreiche Teilnahme an Turnieren gelegt. Die Kinder werden durch das Projekt vollversorgt, die Eltern in Elternabende durch Aufklärungsmaßnahmen in die Verantwortung für die Leistungsentwicklung der Kinder genommen.

3. Es fördert Talente:

Förderziel sind junge Menschen, die sich durch Einsatzbereitschaft, Lernfreude und Leistungsstreben sowohl im Sport als auch in den schulischen Leistungen hervorheben. Stipendien an weiterführenden Schulen sind wichtiger Projektbestandteil.

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4. Es fördert das Verantwortungsdenken und ist auf Nachhaltigkeit angelegt:

Die Idee des „Generationenvertrag“ wird vermittelt, in dem ältere Kinder aus dem Projekt für jüngere Kinder eine Mentorenrolle einnehmen – und zwar jenseits von Familiengrenzen. Großes Vorbild ist Yonas Gebre. Er kam im Alter von 6 Jahren zu dem Projekt, war das Kind aus den allerärmsten Verhältnissen. Yonas lebte in einem illegal gebauten Wellblechverschlag am Rande eines Müllplatzes und studiert heute am Lewis & Clark College in Lewinston, Idaho (USA). Er füllt seine Mentorenrolle allumfänglich aus. Dass dieses Projekt auf Nachhaltigkeit angelegt ist und das Prinzip eines „revolvierenden Systems“ Realität werden lässt, beweist die Einbindung der Kinder der ersten Generation und jungen Erwachsenen von heute in den Betrieb des Projekts für den Nachwuchs der zweiten Generation.

5. Äthiopische Kinder und deutsche Kinder begegnen sich auf Augenhöhe:

Der Tennisplatz ist der Ort, an dem Kinder aus unterschiedlichen Kulturen und mit gänzlich verschiedenem Lebenshintergrund zueinander kommen. Der faire sportliche Wettkampf offenbart die Leistungsfähigkeit der äthiopischen Kinder. Auch in der sehr komplexen Sportart Tennis erweisen sie sich ihren deutschen Tennispartnern und -gegnern als ebenbürtig. Wenn Kinder und Jugendliche aus Deutschland nach Addis Abeba gehen und dort ein Tenniscamp besuchen, verändert dies deren Blick auf die Welt – es erwächst „Bildung auf Augenhöhe“.


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FRAGEN ANTWORTEN

Harald Wohlfahrt im Dialog Im November werden Sie 60 Jahre alt. Mit welchen Gefühlen gehen Sie Ihrem persönlichen Festtag 1 entgegen – worauf blicken Sie mit Stolz zurück?

Die „60“ ist natürlich eine markante Zahl. Und in der Tat frage ich mich: wo ist die Zeit geblieben? Gleichwohl fühle ich mich keineswegs so alt, wie das die Zahl vielleicht suggeriert. Ich bin voller Energie, was sicherlich auch damit zu tun hat, dass ich mit der Traube Tonbach schon vor langer Zeit mein Zuhause gefunden habe. Hier bekam ich vor 35 Jahren als junger Mann eine riesen Chance. Ich denke, es ist mir

70 RC Premium 3/2015 70 RC Premium 3/2015

gelungen, diese zu nutzen und etwas Besonderes zu schaffen, das öffentliche Anerkennung gefunden hat, in Gastronomieführern sehr präsent ist und zahlreiche, vielfach auch sehr prominente Gäste zu uns führt. Das bedeutet natürlich auch, dass die Schwarzwaldstube für mich wie mein eigenes Wohnzimmer ist.


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So – wie man Sie kennt – darf man annehmen, dass sich Ihr Blick nach vorne richtet. Mit welchen Plänen gehen Sie in die Zukunft? Zunächst ist mir wichtig, dass ich jeden Tag gerne zur Arbeit gehe – nach wie vor! Die Ideen, die ich habe, reichen auch bestimmt für ein weiteres Buch. Mein Arbeitsplatz ist ein enorm kreativer Ort. Durch die Gesamtverantwortung für die Kulinarik in der Traube Tonbach ist dies eine sehr vielfältige Aufgabe, die auch viel mit Führung zu tun hat. Dabei junge Talente zu entdecken und gleichermaßen zu fordern wie zu fördern macht mir Spaß. Gerne gebe ich mein Wissen offen weiter, gute Küche ist keine Geheimniskrämerei,

denn letztlich ist auch ein Chef nur so gut wie seine Mitarbeiter. Aus vielen ist ja auch „was geworden“, wie man sagt, und das habe ich auch weiterhin vor: Mentor für viele junge Köche zu sein, Begeisterung vorzuleben und Qualitätsstandards zu setzen. Schon jetzt darf ich andeuten, dass das Palazzo-Menü der kommenden Saison neue Akzente setzen und erneut eine qualitative Weiterentwicklung darstellen wird. Es geht immer weiter – und dabei auch immer noch besser…

Sie vereinen in besonderer Weise Kreativität, Handwerkskunst 3 und harte Arbeit. Wie stärken Sie ihre Belastbarkeit? Was tun Sie für Ihre Fitness?

Eine berufliche Karriere ist immer auch eine intensive Auseinandersetzung mit sich selbst. Meine Fitness kommt aus meiner beruflichen Dynamik – die ständige Weiterentwicklung eines Teams und eines kulinarischen Programms in einer gut ausgelasteten Gastronomie ist wie ein tägliches Fitnesstraining. Gerade die Aufbaujahre waren ein Kraftakt. Heute darf ich erfahren, dass folgendes Sprichwort tatsächlich viel Wahrheit in sich trägt: „Was ein Alter im Sitzen sieht, sieht ein Junger nicht im Stehen“. Erfahrung, Überblick bewahren auch unter Zeitdruck und zielgenaues Delegieren

sind maßgeblich, um kulinarische Kreativität und Handwerkskunst letztlich auch nachhaltig umzusetzen und auf die Teller zu bringen. Dann ist das auch ein tägliches Erfolgserlebnis, denn glückliche Gäste macht ein Küchenteam glücklich. Darauf kommt´s eigentlich an, wenn man in diesem Metier arbeitet. Mich selbst macht es glücklich, wenn ich Zeit habe, zu mir selbst zu finden. Die intensiven Stunden mit mir selbst und „den Meinen“ ist für mich die Kraftquelle, um meinem Lebensprinzip täglich treu zu bleiben: „Stetig Qualitätsmaßstäbe setzen …“ Folgen Sie uns bei Facebook: Palazzo Mannheim

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PARTNERBEITRAG

Hell und freundlich: Der Sport- und Sonnenbrillenbereich bei Optik-Dieterich in Heidelberg

Was müssen Ihre Augen eigentlich täglich leisten? Augenoptikermeister Volker Dieterich über entspanntes Sehen im Alltag, Beruf und beim Sport Systematische Bedarfsanalyse

„Und was machen Sie so?“ – ganz oft startet eine Brillenberatung bei OptikDieterich mit dieser typischen Kennenlern-Frage. Mit dem Unterschied, dass die Augenoptiker vom Friedrich-EbertPlatz in Heidelberg damit nicht nur ein wenig Smalltalk machen, sondern Fakten erfragen, die für optimales, entspanntes Sehen im Alltag, im Beruf und beim Sport wichtig sind.

Ganzheitliche Sehlösungen

Inhaber Volker Dieterich hat mit seinem Team eine Systematik erarbeitet, um das Sehen und die Bedürfnisse des Kunden ganzheitlich zu erfassen: „Moderne Brillengläser und insbesondere Gleitsichtoder Arbeitsplatzgläser kann man heute so individuell fertigen lassen, dass das Sehen gerade in anstrengenden Situationen entspannter wird. Wenn wir wissen, wie Sie Ihre Augen im Job, beim Lesen oder Fernsehen, am Tablet oder Smartphone oder beim Mannschaftssport, Laufen oder Schwimmen beanspruchen, können wir Ihnen ganz andere Lösungsmöglichkeiten aufzeigen, als wenn wir einfach „nur“ die Augen vermessen“, erläutert der Seh-Experte. Volker Dieterich

72 RC Premium 3/2015

weiß aber aus 30-jähriger Erfahrung auch, dass eine gute Vermessung allein nichts nützt: „Im Refraktionsraum können wir nur eine Momentaufnahme machen. Aber erst im Zusammenspiel mit den „weichen“ Fakten zu den Sehgewohnheiten, täglichen Sehaufgaben und Beschwerden können wir Lösungen entwickeln und letztlich auch Brillen fertigen oder Kontactlinsen empfehlen, die das Sehen in jedem Alter tatsächlich entspannter machen. Wenn unsere Brillen Ihnen helfen, sich noch besser auf die wirklich wichtigen Dinge zu konzentrieren, dann ist auch das ein Stück Wellness“, so Dieterich mit einem Schmunzeln.

Dieterich weiß, worüber er spricht

Augenoptikermeister Volker Dieterich liebt den Sport. Der Unternehmer ist aktiver Judoka, er fährt Ski, macht auch extreme Wandertouren, läuft Langstrecken, kurz: Er weiß, welche Bedürfnisse Sportler auch im Hinblick auf das Sehen haben.

Top-Team Kontaktlinse & Sportbrille

Die klare Empfehlung des Heidelberger Sehexperten: „Es gibt nicht die eine Seh-

lösung für alle Sportarten. Aber Kontaktlinsen und dazu im Einzelfall eine spezielle Sport- oder Skibrille, damit ist man schon ziemlich gut ausgestattet.“ Der Vorteil von Kontaktlinsen: Die kleinen Sehzauberer bieten die perfekte Rundumsicht und werden nicht so schnell von der Nase geschubst wie eine Brille. Auch bei schweißtreibenden Workouts im Fitnessstudio behält man mit Linsen besser den Durchblick als mit einer Brille, die permanent rutscht.

Sportbrille als Schutz

Manchmal brauchen die Augen aber zusätzlich einen Schutz, z.B. vor UVStrahlung, Blendung, Fahrtwind oder Staub. Dann sollte man auf eine leichte, flexible und bruchsichere Sportbrille setzen, deren gebogene Gläser mit verschiedenen Filtern die Augen schützen. Wer sich einfach mal unverbindlich zu seiner Sportart beraten lassen oder auch Kontaktlinsen testen möchte, kommt am besten vor dem nächsten Training zu Optik-Dieterich in Heidelberg am Friedrich-Ebert-Platz in der Plöck.


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Ohne Brille ist wie ohne Turnschuhe! Kinder brauchen beim Sport eine Brille, die alles mitmacht

M

it der Schulzeit beginnt für Kinder ein neuer Lebensabschnitt – mit vielen Herausforderungen auch an ihre Augen, auch in sportlicher Hinsicht. Volker Dieterich informiert im Interview, worauf Eltern achten sollten.

Sport & Sehen:

Beratung am 11. Oktober im Racket Center Nußloch

Wann benötigt ein Kind denn eine Brille? DIETERICH: Wenn es häufig die Augen zusammen kneift, mit dem Finger liest, keine Lust hat zu lesen oder unkonzentriert ist, kann das daran liegen, dass es nicht richtig sieht. Eine verzögerte Leseund Rechtschreibentwicklung kann die Folge sein. Liegt tatsächlich eine Sehschwäche vor, was dann? DIETERICH: Sofern sie keine krankhafte Ursache hat, kann in der Regel eine perfekt abgestimmte Brille Abhilfe schaffen. Aus welchem Material sollte eine Kinderbrille sein? DIETERICH: Kinder wollen und müssen sich bewegen, das ist wichtig für ihre Ausgeglichenheit. Da Kinderbrillen also viel mitmachen müssen, sollten sie flexibel sein. Wir achten darauf, dass die ausgewählte Brille richtig sitzt. Außerdem verwenden wir Kunststoffgläser, die das Verletzungsrisiko vermindern und wesentlich leichter sind. Und für den Schulsport raten Sie zu einer Spezialbrille? DIETERICH: Oh ja, ganz wichtig, auch beim Fußball oder anderen Mannschaftssportarten: Die Brille muss bei Kindern absolut sporttauglich sein. Wir empfehlen zertifizierte schulsporttaugliche Brillen. Eine aktuelle Studie hat das erschreckende Ergebnis gebracht, dass jedes

Informieren Sie sich bei uns über entspanntes Sehen bei Ihrem Sport! • Contactlinsen: Bei welchen Sportarten sind sie für Sie sinnvoll? • Sportbrillen: Welche sitzen gut und schützen Ihre Augen perfekt? „Eltern sollten darauf achten, dass das Kind die Brille oder Sportbrille trägt und nicht sie selbst! Es sollte beim Brillenkauf immer mit entscheiden.“ Volker Dieterich

• Kinderbrillen: Was empfehlen Experten für den Schul- und Freizeitsport? • Schnellsehtest • Seh-Beratung Sport & Job • Brillenauswahl

vierte fehlsichtige Kind ohne Brille am Schulsport teilnimmt. Dies hat aber auch zur Folge, dass diese Kinder nie alles optimal wahrnehmen. Schnelle Reaktionen sind da gar nicht möglich. Mehr als 50% der Lehrer erlauben die Verwendung der Alltagsbrillen im Sportunterricht, obwohl vier von fünf Lehrern bewusst ist, dass dies gewisse Risiken (z.B. Verletzung durch scharfe Kanten) mit sich bringt. DIETERICH: Ja, die Beurteilung, ob die verwendeten Brillen schulsporttauglich sind oder nicht, überfordert die meisten Lehrer. Darüber müssen Eltern sich leider selbst schlau machen, Gerne unterstützen und beraten wir Sie über die optimale Sehlösung für Ihr Kind!

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enn man sich über ein Produkt, eine Dienstleistung oder ein Unternehmen informieren möchte, ist „googeln“ mittlerweile Standard. Dieser Begriff hat mittlerweile sogar Einzug in den Duden gehalten. Der Internetgigant Google ist mit über 94% Marktanteil in Deutschland die unumstrittene Nummer 1 auf dem Suchmaschinen-Markt.

Interessenten haben damit die Möglichkeit sich auf einen virtuellen Rundgang durch ein Unternehmen, ein Geschäft oder eine Praxis zu begeben. Die Vorteile liegen auf der Hand. So kann man z.B. ein Restaurant besichtigen und vorab einen sehr guten Eindruck gewinnen, ob man hierhin seine Liebsten oder die Geschäftskollegen entführen möchte.

Es ist noch nicht lange her, da sind die Google Street View Autos durch Deutschland geschwärmt und haben alle Straßen fotografiert. Nun, ein paar Jahre später, gehört Google Street View zu den beliebtesten Online-Diensten. Laut einer repräsentativen Umfrage des Digitalverbandes Bitkom rufen vier von fünf Online-Nutzer diesen Dienst regelmäßig auf. Rund zwei Drittel der User wünschen sich ein flächendeckendes Angebot.

Google Street View Trusted ist auch eine tolle Möglichkeit, um sich z.B. von Mitbewerbern abzuheben und sich so einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen. Wer z.B. zwischen zwei Hotels wählen muss, entscheidet sich in der Regel für jenes, das er sich vorab im Internet anschauen konnte. Und das ist rund um die Uhr

„Runter von der Straße und rein in die Unternehmen“ - so lautet der nächste Schritt des Internetgiganten. Der daraus entstehende Dienst nennt sich Google Street View Trusted, vormals Google Business View, und wird als zusätzliche Funktion in der Business Box angezeigt. Diese Box erscheint bei richtiger Schreibweise eines Unternehmensnamen in der Google-Suche rechts neben den Ergebnissen.

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möglich. Nachweislich steigt sogar die Klickrate um bis zu 50 Prozent. Und dabei gilt: Reichweite generiert Kunden. Und das nicht nur am Computer. Handy und Tablet sind heutzutage alltägliche Begleiter. Auch auf diesen Geräten lässt wird der Rundgang angezeigt. Nicht nur bei der Google Suche selbst, Google Maps und Google+ Local sind Sie mit dem virtuellen Rundgang vertreten. Darüber hinaus ist es möglich, diese Ansicht in die eigene Internetseite einzubinden und mit zusätzlichen Informationen zu versehen, was Google so nicht bietet. Beispielsweise kann ein Menü integriert werden, das es ermöglicht, direkt zum Wunschbereich zu navigieren.

Google Business Box


Des Weiteren können sogenannte Infopoints integriert und mit selbst erstellten Inhalten wie z.B. Videos, Fotos, etc. hinterlegt werden. Somit werden dem Interessenten zusätzliche Informationen geboten. Auch das Racket Center hat diesen virtuellen Rundgang mithilfe der im Haus ansässigen Agentur GSM Gesellschaft für Sportmanagement und Beratung mbH realisiert. Probieren Sie es aus und verschaffen Sie sich einen Eindruck. Unter den Suchbegriffen „Zentrum Aktiver Prävention“ und „ZAP Physiotherapie“ finden Sie den virtuellen Rundgang durch diese Bereiche des RC. Demnächst wird dieser Rundgang auch auf unseren Internetseiten zu finden sein, versehen mit vielen weiteren interessanten Informationen und Emotionen.

Wollen auch Sie ihr Unternehmen, Lokal, Geschäft oder Studio um diese Präsentationsmöglichkeit erweitern, dann beraten wir Sie gerne.

Weitere Informationen finden Sie unter www.gsm-mbh.net.

Sandhausen Hauptstraße 98 Theorieunterricht Mo. + Mi. 19:30 – 21:00 Uhr

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RÜCKBLICK

HEKA energy IWT Racketlon German Open 2015 Eine Sportart – 4 Disziplinen - Alle Altersklassen

M

itte Juli 2015 fanden 130 Spielerinnen und Spieler aus zwölf verschiedenen Nationen zu den HEKA energy IWT Racketlon German Open 2015 den Weg ins Racket Center Nußloch und bildeten ein erneut attraktives Teilnehmerfeld. Drei Tage lang zeigten die Athletinnen und Athleten in vierzehn verschiedenen Alters- und Leistungsklassen ihr Können und boten packende Duelle und spannende Ballwechsel. Die 6. Racketlon German Open in Nußloch stellten wieder einmal unter Beweis, dass diese innovative und seit Jahren wachsende Sportart ein „Lifetime-Sport“ für Jedermann, egal welchen Alters, ist.

klasse konnte erstmals die Konkurrenz „Men D – Beginner“ mit stolzen 23 Teilnehmer aufgestellt werden.

Dies zeigte sich deutlich an der breiten Altersspanne der Teilnehmer. Vom jüngsten Teilnehmer mit 14 Jahren bis hin zur stark vertretenen Konkurrenz „Senioren 55+“, wurde jede Altersklasse abgedeckt. Mit stolzen 77 Jahren bestritt der älteste Teilnehmer des Turniers die Klasse „Men C – Amateur“, in der ein komplettes 32erTeilnehmerfeld gebildet werden konnte. Durch die hohen Zahlen in der Amateur-

Schon der erste Spieltag heizte den Spielerinnen und Spielern mit 32 Grad gut ein. Erstmalig begonnen bereits an diesem Tag einige Einzelkategorien, so dass sich der Spielplan am Freitag bis spät in den Abend hineinzog und die Spiele kurzerhand von den Sandplätzen in die Tennishalle verlegt wurden. Der Vorteil der kurzen Wege, den die multifunktionale Sport- und Freizeitanlage bietet, zahlte sich aus.

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Nicht unerwähnt bleiben darf natürlich, dass auch die Frauen einen starken Zuwachs verzeichnen konnten. Mit insgesamt 30 angemeldeten Spielerinnen konnte ein neuer Rekord verbucht werden. Insgesamt erfreuten sich die Veranstalter der GSM Gesellschaft für Sportmanagement und Beratung mbh über großen Zuspruch von Jung und Alt. Aber auch die vielen Zuschauer machten das Turnier zu einem Erlebnis.

Mit großer Spannung wurde am Ende des zweiten Spieltages ein mögliches Finalspiel zwischen dem Weltranglisten Ersten und Titelverteidiger der letzten zwei Jahre Jesper Ratzer aus Dänemark und dem Präsidenten des Deutschen Racketlon Verbandes Thorsten Deck erwartet. Leider musste sich unser Lokalmatador im Halbfinale der Herren-A-Konkurrenz geschlagen geben, gewann aber erfreulicherweise das Spiel um Platz drei. Auch bei den Frauen musste die Nummer eins der Welt Christine Seehofer aus Österreich zeigen, dass Sie zu Recht ganz oben in der Weltrangliste steht. Doch keiner der Favoriten stolperte, wodurch die Titel in den Kategorien „Men A-Elite“ & „Women A-Elite“ an die jeweiligen Favoriten und Weltranglisten Ersten Jesper Ratzer und Christine Seehofer gingen. Der Ausklang des aufregenden Tages fand im neuen RC Restaurant Marea statt. In bester Atmosphäre und bei leckerem Barbecue belohnten sich die Spielerinnen und Spieler auf der Players Party.


Der letzte Tag versprach wieder packende Finalspiele, die für begeisterte Stimmung unter den Zuschauern sorgten. Die Ergebnisse aller Spiele finden Sie unter www.racketlon-nussloch.de. Zum Abschluss dieses dreitägigen Events ließ sich wieder einmal festhalten, dass Racketlon nicht nur Sport auf höchstem Niveau verspricht, sondern eine aufsteigende, attraktive Sportart für jede Altersund Leistungsklasse ist. An dieser Stelle möchten wir uns nochmals recht herzlich bei allen Teilnehmern, Zuschauern und vor allem bei den zahlreichen freiwilligen Helfern bedanken, die alle zusammen nicht nur tollen Sportsgeist und internationales Flair nach Nußloch gebracht haben, sondern dem Event einen ganz angenehmen, familiären Charakter verleihen konnten. Ein ganz besonderer Dank gilt den Sponsoren HEKA energy, OLIVER Sport & Squash

GmbH, BABOLAT VS S.A, Tamasu Butterfly Europa GmbH und dem RC ProShop im Racket Center, die solch ein internationales Event durch umfangreiche Unterstützung erst ermöglicht haben. Mit Vorfreude blicken wir jetzt schon den Racketlon German Open 2016 entgegen und freuen uns auf zahlreiche Anmel-

dungen, egal ob jung oder alt, Profi oder Beginner. Alle weiteren Informationen zum Turnier und der Sportart mit zahlreichen Impressionen finden Sie unter www.racketlon-nussloch.de.

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Die HEKA energy Gruppe ist Partner des Racket Center Nußloch

Die von der HEKA energy Gruppe realisierte Photovoltaikanlage auf dem Dach des Racket Center Nußloch wurde im Mai 2013 in Betrieb genommen. Mit ihrer Leistung von 200 kWp können im Jahr ca. 50 Haushalte mit Strom versorgt werden. Dabei werden ca. 100 Tonnen CO2 gegenüber herkömmlicher Stromerzeugung eingespart.

HEKA energy Gruppe Loppengasse 14 69226 Nußloch

Tel. 06224 160 65-20 Fax 06224 160 65-21 info@hekaenergy.de 77 www.hekaenergy.de


GASTBEITRAG Aktiv gegen Krebs

Stiftung Leben mit Krebs feiert ihr 10-jähriges Jubiläum

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ewegung spielt eine wichtige Rolle bei der Vorbeugung von Krebs. Insbesondere aber auch bei Krebspatienten kann ein körperliches Training dazu beitragen, während und nach einer Krebstherapie Komplikationen und Nebenwirkungen abzumildern oder zu vermeiden. Tumorpatienten fühlen sich in der Regel besser, wenn sie sportlich aktiv sind. Die Stiftung Leben mit Krebs setzt sich schon lange für Bewegungsprogramme speziell für Krebspatienten ein. In diesem Jahr feiert die Stiftung ihr 10-jähriges Jubiläum bei der 6. Benefizregatta „Rudern gegen Krebs“ an der Neckarwiese.

Benefizregatta „Rudern gegen Krebs“

Zum 6. Mal fällt der Startschuss für die Benefizregatta „Rudern gegen Krebs“ in Heidelberg. Für den Veranstalter, die Stiftung Leben mit Krebs, die in Heidelberg ihr 10-jähriges Jubiläum feiern wird, ist die diesjährige Regatta die 66ste seit der ersten Benefizveranstaltung „Rudern gegen Krebs“ im Jahr 2005 in Mainz. Inzwischen ist die Regatta an 19 Standorten in Deutschland zum regelmäßigen Bestandteil des sportlichen Jahreszyklus geworden. Mehr als 5 Mio. Euro konnte die Stiftung seit ihrer Gründung an Spenden und Sponsorengeldern für die Verbesserung der Lebensqualität für Menschen mit einer Krebsdiagnose erlösen und insbesondere gezielten Sportprogrammen für diese Patienten zugutekommen lassen. Die Einnahmen der Heidelberger Benefizregatta übergibt die Stiftung an das NCT- Programm „Bewegung und Krebs“. An dem Sportprogramm für Krebspatienten nehmen im Jahr ca. 500 Krebspatienten teil. Auch diesmal werden auf der Neckarwiese zahlreiche prominente Sportler

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Prominent besetzter „Vierer“ mit „Vierer“ mit Prof. Dr. med. Dirk Jäger, Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Jürgen Debus, Dr. h. c. Manfred Lautenschläger und Margret Hommelhoff

aus der Region u.a. von SV Sandhausen und USC Heidelberg und engagierte Bürgerinnen und Bürger aus Heidelberg und dem Umland in über 90 Vierer-Booten aktiv sein. Verena Stratmann, Redakteurin beim SpringerVerlag, ist nun zum zweiten Mal bei „Rudern gegen Krebs“ dabei. „Das Thema „Leben mit Krebs“ kann kaum genug Unterstützung erhalten. Solche Veranstaltungen helfen besonders Menschen, die selbst das Glück haben gesund zu sein das Bewusstsein für Krebs zu stärken und an Vorsorge zu denken“, erklärt Frau Stratmann ihre Motivation dabei zu sein. „Da es zusätzlich auch noch ein tolles Event ist und man sonst kaum die Gelegenheit hat, über den schönen Neckar zu rudern, gibt es viele Gründe teilzunehmen.“

Kostenfreie Übungsstunden zur Vorbereitung

Frau Stratmann will mit Ihrem Team „Happy Hippos“ auch die drei Übungsstunden nutzen, die durch Trainer der

Rudergesellschaft Heidelberg 1898 e.V. (RGH) zur Vorbereitung angeboten werden. Im Wettkampf unterstützen Steuerleute der RGH die Teams. Mehr als 50 Ruderteams und etwa 5.000 Besucher werden erwartet. 50 Rennen sind angesetzt. Highlights des sportlichen Programms sind dabei ein Prominentenrennen mit Spitzensportlern aus der Region und ein Patientenrennen. Auf der Neckarwiese dürfen sich die Besucher auf Unterhaltung und Verköstigung für die ganze Familie freuen. 6. Benefizregatta „Rudern gegen Krebs“ Samstag, 13. September 2015, ab 9:00 Uhr Neckarwiese, Heidelberg www.rudern-gegen-krebs.de


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