RC Premium 2/2022

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TITEL

2017 – 25 Jahre Racket Center: The ReBeatles spielten für die Gäste der Jubiläumsfeier

Mensch und feiern

Über Partys und Feste, Feierlichkeiten und Rituale, „Chag“, „Moed“ und das innere Fest mit sich selbst von Matthias Zimmermann Muss es wirklich für alles einen Grund geben? Manche Dinge passieren einfach so. Da kommen ein paar Freunde vorbei, einer hat ´ne Gitarre im Gepäck, im Kühlschrank liegt Bier. Nachbarn gesellen sich dazu, jemand erzählt einen Witz und schon bestimmt „5G“ die Laune – es wird gefuttert und gebechert, gesungen und gelacht, kurzum: gefeiert. Einfach so! „Wir feiern das Leben, die Liebe und die Lust …“, wie es in einem bekannten Karnevalslied so schön heißt. Party geht eben immer und überall! Was gibt´s da schon Großartiges darüber zu schreiben? Würde ich beim Stichwort „feiern“ zuallererst an das vermeintliche Ideal des fortwährenden Partymachens denken, kann ich den Schreibstift auch gleich wieder weglegen. Das Leben als eine einzige, endlose Party? Wie erschreckend langweilig ist

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das denn, wenn Ausgelassenheit und Ausschweifung, Ekstase und Exzess der Dauerzustand wären? So, als ob das Leben immer einfach, fröhlich und problemlos hinzukriegen sei. Genau das ist es eben nicht – und das ist gut so, denn diese Tatsache begründet das Besondere und damit auch dieses Essay im Lichte des 30-jährigen Geburtstags des Racket Centers. Und der gehört gefeiert! Aber warum eigentlich? Wozu ein Fest zu Weihnachten und Ostern, zu Geburtstagen von Menschen, Kommunen oder Institutionen, etwa Unternehmen oder Universitäten, z. B. nach Erfolgen oder einem langersehnten Wiedersehen? Was bedeutet das, wenn eine Person und eine Gemeinschaft in einer Feier sich ihrer selbst vergewissert und weshalb ist das innere Fest für ein gelingendes Leben besonders wichtig?


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