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Ausgabe 2/ 2021

MENSCH & MOBILITÄT

IM INTERVIEW

JOACHIM FÖRSTER

BÜRGERMEISTER GEMEINDE NUSSLOCH


“WIR VERFÜGEN ÜBER EINE BREITE UND STETIG WACHSENDE KOMPETENZ IN DEN BEREICHEN MEDIZINISCHE FORSCHUNG, THERAPIE UND ORGANISATION.“ Ahmet Pekkip

BILD : Stephan Gawlik Fotodesign

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Mobil sein – mehr denn je!

STANDPUNKT

Körper, Geist und Seele verlangen nach Bewegung – in verschiedenartiger Hinsicht: Wir wollen mobil sein und unseren Körper spüren, auch andere Menschen treffen, gemeinsam sinnieren und uns austauschen. Wie denkt der andere? Zum Beispiel die Politiker von CDU, SPD, FDP und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, die sich in unserem Wahlkreis für ein Bundestagsmandat bewerben. Danke für Ihre ganz persönliche Sicht auf das Thema Mobilität. Wollen wir nicht alle auf unsere eigene Weise wahrnehmbar werden, in unserem sozialen Status vorankommen und eine gesellschaftliche Position erreichen? Soziale Mobilität meint aber auch, sich für andere in Bewegung zu setzen und nicht nur für sich selbst. Ein Beispiel dafür ist die Tariku and Desta Kids‘ Education through Tennis Development (TDKET) Ethiopia. Yonas Gebre, Kind der ersten Generation dieses Sport-Bildungsprojekts inmitten von Addis Abeba ist seit Mai bei uns in Festbeschäftigung. Yonas ist das denkbar beste Beispiel für soziale, kulturelle und auch mentale Mobilität (S. 66). Natürlich, und darüber lässt sich nicht hinwegsehen: die Unbefangenheit, die das Mobilsein so wertvoll und erbaulich macht, ist uns abhandengekommen. Mobilität führt zu Kontakten, Kontakte führen zu Infektionen, Infektionen führen zu Erkrankungen, Erkrankungen führen in die Klinik, auf die Intensivstation und schlimmstenfalls ins Jenseits. Zumindest könnte es so sein. Tatsächlich leben wir alle in einer Welt der Wahrscheinlichkeiten: Die im Vergleich dazu höhere Wahrscheinlichkeit, an Zigaretten oder am Alkohol zu versterben, trifft allerdings nur den Raucher und den Trinker. Der Autofahrer hat durch sein Verhalten deutlichen Einfluss auf das Risiko, zu verunglücken. Je mehr man sich mit anderen Menschen umgibt, je weniger man sich schützt und je mehr gesundheitliche Vorbelastungen man mit sich trägt, desto größer die Wahrscheinlichkeit, eine Infektion und schlimme Folgen zu erleiden. So könnte man zu der Einschätzung gelangen, dass das individuelle Gesundheitsrisiko dafür gering ist. Es ist jedoch überdeutlich höher, als durch eine Corona-Schutzimpfung Schaden zu nehmen. Gerne würden wir in der kommenden Ausgabe (RC Premium zum 1. September) schreiben: „Herdenimmunität erreicht“. Daher mein Plädoyer: Gerade in den kommenden Wochen kommt es auf die Impfbereitschaft jedes einzelnen an, der sich – privilegiert, weil frei von Kontraindikationen – auch impfen lassen kann. Also bitte: tun sie es! Und was tun, bis es soweit ist? Lieber zuhause bleiben und einsam in der Stube hocken? Im Gegenteil: Die Zeiten verlangen nach geistiger und körperlicher Mobilität, weil vor allem letzteres nachweislich die Abwehrkräfte stärkt. Und sie verlangen ebenso nach der Bereitschaft, sich nicht ohne Bedacht in Bewegung zu setzen. Bedacht muss nun wahrlich nicht schädlich sein. Schaden tun uns zuallererst die Gedankenlosigkeit und der Sedentarismus. Also: Turnschuhe an und raus in den Frühling. Und bald, dessen bin ich mir gewiss, sehen wir uns wieder in unserem Racket Center. In diesem Sinne: bleiben Sie gesund! Ihr

Dr. Matthias Zimmermann

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INHALT

Bildung & Wissen

S. 26

KURZ NOTIERT ... TITEL

6

Mensch und Mobilität

8

HÄTTEN SIE´S GEWUSST?

22

Wissenswertes rund um „Mobilität“

STATEMENT

Dr. Lars Castellucci, SPD Jürgen Kretz, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Dr. Jens Brandenburg, FDP Moritz Oppelt, CDU

HEALTH & WORK

Effizientes Homeoffice

4 RC Premium 2/2021

26 28 30 32 34

S. 56

Gesundheit & Fitness

KURZ NOTIERT ...

THERAPEUTENRAT Mobilität und Kräftigung bei rheumatoider Arthritis der Hand

FIT & GESUND

Mobilitätstraining / Methoden des Dehnens 9 Mythen über den Sixpack Wiedereinstieg nach der Coronapause

HIDDEN DEVICE

36 38 42 46 48

Dr. WOLFF® Elypso

50

WELLNESS & ERHOLUNG

52

Wohlfühloase – Infrarotkabine


IMPRESSUM

Leistung & Erfolg

S. 64

KURZ NOTIERT ...

IM INTERVIEW

Premium DAS LIFE SKILLS-MAGAZIN AUS DEM RACKET CENTER

Herausgeber Racket Center Nußloch GmbH & Co. KG Walldorfer Straße 100 • 69226 Nußloch Verantwortlich für den redaktionellen Inhalt Dr. Matthias Zimmermann (dr.zimmermann@racket-center.de)

54

Anzeigen, Kontakt & Beratung Dr. Matthias Zimmermann (partner@gsm-mbh.net)

Joachim Förster

56

3 FRAGEN – 3 ANTWORTEN Gewohnheiten und Mobilität! Wie sehen Sie das, Oliver Schumann?

64

EIN BRIEF AN ... von Yonas Gebre Woldetsadik

66

Fotos Denis Herrmann, Adobe Stock

KOLUMNE

70

Auflage 6.000

Mehr Erfolg im Tennis durch Steigerung der Mobilität im Gespräch mit Silvester Neidhard

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Bildung & Wissen

KURZ NOTIERT ...

Fortbildung, Ausbildung, Lizensierung: wir stehen nicht still!

In diesen außergewöhnlichen Monaten, die Zeit nicht einfach abzusitzen, sondern sinnvoll zu nutzen und das Beste daraus zu machen, ist unsere Devise! Unser Physiotherapeut Adrian macht eine Weiterbildung zum „Lehrer für Prävention und Gesundheitsförderung“ mit den Themenschwerpunkten Gesundheitssport, Medizin, Gesundheitspsychologie, Ernährung und Entspannung. Er bildet sich weiter mit dem Ziel, von der Krankenkasse bezuschusste Cardio- und Kraftkurse, in unserem Haus leiten zu dürfen. Dadurch kann er seine bereits erlernte Expertise als Physiotherapeut nun erweitern und allumfassend an unsere Mitglieder weitergeben.

Gesund am Arbeitsplatz

Aufgrund der Corona-Pandemie hat sich der Arbeitsalltag der meisten Berufstätigen stark verändert. Vor der Pandemie haben circa 4 Prozent der Beschäftigten im Homeoffice gearbeitet. Diese Zahl hat sich im letzten Jahr deutlich erhöht, sodass mittlerweile 24 Prozent der Berufstätigen ihre Arbeit von zu Hause erledigen und circa 80 Prozent haben insgesamt die Möglichkeit im Homeoffice zu arbeiten. Egal ob Sie Ihre Arbeit im Büro oder im Homeoffice ausführen, es ist wichtig fit zu bleiben. Das ZAP-Team hat sich intensiv mit diesem Thema beschäftigt und eine Videoreihe mit unterschiedlichen Übungen und Schwerpunkten gedreht, die Ihnen Anregungen und Tipps geben, am Arbeitsplatz weiterhin fit zu bleiben! Diese und viele weitere Videos, die Sie unterstützen während Corona Ihre Fitness aufrechterhalten, finden Sie auf der Internetseite der ZAP Physiotherapie: www.zap-physiotherapie.de » Training zuhause

6 RC Premium 2/2021

Jenni nutzt die Zeit ebenfalls und absolviert die Ausbildung zur lizensierten A-Trainerin im Fitnesssport. Damit trägt sie nach Vollendung, die höchste Qualifikation ohne akademische Ausbildung im Fitnessbereich. Jenni hat das Ziel ihr trainingswissenschaftliches Niveau zu heben und damit eine gezieltere und noch individuellere Beratung am Kunden durchführen zu können. Daniela begleitet die Zertifizierung unseres Zentrum Aktiver Prävention (ZAP) von der Deutschen auf die Europäische Norm. Dabei müssen viele technische Anforderungen in Bezug auf die Auswahl der Ausrüstung und Geräte berücksichtigt werden. Außerdem wird das Hygienekonzept des Hauses zertifiziert werden. Die Einhaltung der Hygieneregeln und die Sicherheit unserer Besucher hier im Haus hat oberste Priorität.


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TITEL

Mensch und Mobilität

Über räumlich-physische, sozio-kulturelle und seelisch-geistige Mobilität, Sedentarismus und das vermeintliche Ideal des einsamen Stubenhockers von Matthias Zimmermann Natürlich kann ich jeden verstehen, der sagt: ich kann es bald nicht mehr hören! Seit über einem Jahr nimmt Corona so irgendwie alles und jeden in Beschlag. In die Fänge der Pandemie gerät selbst ein so erhebendes Thema wie Mobilität. „Mobilitas“, der Wille und die Fähigkeit, sich fortzubewegen. Die Natur kennt Ruhe und Stillstand kaum, Bewegung und Veränderung sind die Regel. Bewegung – physisch und im Geiste – ist Leben. Mobilität ist gelebte Freiheit. Die Wahl des Aufenthaltsorts innerhalb eines Staates ist verfassungsrechtlich garantiert und zählt unter dem Stichwort „Freizügigkeit“ zu den Menschenrechten (Vereinte Nationen, 1948, Artikel 13). Und jetzt das! Was sind das nur für Zeiten, in denen der Anschein entsteht, das bürgerliche Ideal sei das des Stubenhockers, der einsam oder allenfalls im kleinen Familienkreis brav zuhause bleibt. Ob wir es wollen, können, einsehen – oder auch nicht: „Stay Home“ ist die wirksamste Strategie, um einem Virus den Nährboden zu entziehen. Wenn Menschen einander nicht begegnen, kann sich SARS-CoV-2 nicht ausbreiten. Allenfalls auf indirektem Wege besteht wohl eine gewisse Wahrscheinlichkeit, sich Viren einzufangen. Sitzen diese in einer AerosolWolke, die ein Infizierter in einem geschlossenen Raum hinterlassen hat, muss man denjenigen gar nicht mal persönlich treffen. Anders bei Tröpfchen, die durch Husten, Spucken oder vor allem durch Niesen ausgestoßen werden. Tröpfchen übertragen Viren in hoher Menge, weshalb der Kontaktintensität eine große Bedeutung zukommt. Kinder brauchen und empfangen Nähe nun mal ganz besonders. Daher stellen eben auch Kleinkinder eine hohe Infektionsgefahr dar, selbst wenn sie nur eine geringe Virenlast entwickeln sollten. Eltern mit

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Kindergartenkindern ist das schon vor Corona längst bekannt gewesen. Wir wissen also, es braucht einen direkten oder indirekten Kontakt mit jemandem, der oder die bereits infiziert ist – was er oder sie mitunter gar nicht weiß und auch nicht spürt. Die asymptomatisch verlaufende Infektionserkrankung und die Infektiosität schon Tage vor dem Ausbruch der COVID-19Erkrankung ist ein gemeiner Trick dieser genauso winzigen wie verflixten und gefährlichen organischen Struktur. All das ist bekannt. Daraus resultiert das oberste Gebot der Bekämpfung der Corona-Pandemie: Kontaktreduktion! Genau hier kommt die Mobilität ins Spiel. Kontakte resultieren aus Mobilität. Ohne, dass man sich aufeinander zubewegt, wird es keinen Kontakt geben. Dennoch gilt eben auch, dass aus der Unterbindung von Infektionsketten eine Kette schwerwiegender Folgewirkungen resultiert: Physische Mobilität? Nur nicht fortbewegen! Soziale Mobilität? Verharre unter Deinesgleichen! Kulturelle Mobilität? Bleib, wo Du hingehörst! Mentale Mobilität? Bloß nicht zu viel selber denken! Was wird aus unserem Leben, wenn wir uns nicht bewegen? Liegt die Zukunft der Mobilität in der Organisation unseres Verkehrswesens oder liegt ein modernes Verständnis von Mobilität nicht vielmehr in der Gestaltung eines bewegten Lebens? Gehört zu einem mobilen Lebensentwurf nicht auch der Austausch mit anderen Menschen, sozialen Milieus und Kulturen? Und geht all dies nicht in besonderer Weise einher mit einem mobilen Kopf, also mit dem Willen und der Fähigkeit zu denken?


Sedentarismus – schon mal gehört?

Wenn sie den Begriff Sedentarismus in ein Worddokument tippen, wird das Überprüfprogramm dieses Wort rot unterringeln. Offenkundig ist Sedentarismus weder Computerprogrammen noch Menschen wirklich geläufig – und ich gebe zu: bislang auch mir nicht! Dabei ist „der Bewegungsmangel“ ein Phänomen der modernen Zeit. Für die Branche der gesundheitsorientierten Sport-, Fitness- und Präventionsdienstleister ist es der „ZdE“, der Zweck der Existenz, das aufrichtige Motiv, diesen Bewegungsmangel mit klugen, motivierenden und mobilisierenden Angeboten überwinden zu helfen. Innovativ an dem Angebot der Präventions- und Fitnesseinrichtungen sind die praktische Umsetzung neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse rund um die menschliche Mobilität und modernste, digital gestützte Technologien. Wer sich allerdings noch an die große „Trimm-Dich-Bewegung“ des Deutschen Sportbundes in den 70er- und 80er-Jahren erinnert, der weiß: Neu sind diese Initiativen nicht! Seit Jahrzehnten offenbart die medizinische und sportwissenschaftliche Forschung immer mehr Hinweise darauf, dass neben der bewussten (Alkohol, Nikotin, tierische Fette, raffinierter Zucker, etc.) und unbewussten (Feinstaub, Strahlung, Sporen, etc.) Aufnahme von Schadstoffen dem Bewegungsmangel besondere Bedeutung für die Bevölkerungsgesundheit zukommt. Der Wert, ein Leben bewegungsreich zu gestalten, zeigt sich auch bei der Überwindung von Erkrankungen. Im US-amerikanischen Krankenversicherungssystem muss jeder Versicherte regelmäßig zum Arzt und seinen Gesundheitsstatus zur Überprüfung stellen. Dabei stuft der Arzt seine Patienten in drei Gruppen ein. Die erste Gruppe ist sehr mobil (mehr als 150 min pro Woche sportliche Bewegung), die zweite Gruppe mäßig aktiv und die dritte Gruppe im Prinzip immobil – genannt: Stubenhocker. So konnte bei 50.000 COVID-19 Patienten deutlich gezeigt werden, dass die sehr aktiven Menschen die Erkrankung wesentlich milder erleben und besser überstehen. Bei Schwerstkranken hingegen ist der Anteil der Inaktiven signifikant überproportional vertreten. Das sind gute Gründe, weshalb Mediziner, Krankenkassen, Sportanbieter und andere seit Jahrzehnten eine Vielzahl an Bemühungen, Menschen in Bewegung zu bringen, unterstützen und unternehmen. Trotzdem nimmt anstelle des Antriebs zu einem bewegteren Leben nur deren Körpergewicht zu. Was als Trend seit Jahren beobachtet wird, erfährt durch die Pandemie eine traurige Beschleunigung: Laut einer Studie des Robert Koch-Instituts („GEDA 2019/2020EHIS“) haben die Menschen in Deutschland nach dem Lockdown des vergangenen Jahres mehr gewogen als zuvor. „Im Jahre 2019 lag das adjustierte, mittlere Körpergewicht bei 77,1 kg. Im Vergleichszeitraum April bis August 2020 betrug dieser Wert 78,2 kg. Damit zeigt sich eine Zunahme von etwa einem Kilogramm zwischen den entsprechenden Monaten in 2019 und 2020. Dieser Unterschied ist statistisch signifikant“ (RKI: Journal of Health Monitoring. Berlin 2020, S. 9).

Während laut einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov mehr als ein Drittel der Erwachsenen seit dem Lockdown körperlich weniger aktiv ist als zuvor, steigt stattdessen der Medienkonsum. Wie sehr sich die Bewegungsumfänge reduziert haben, kann schwer in Zahlen gefasst werden. Schon länger ist bekannt, dass der moderne Mensch im Durchschnitt kaum mehr als 700 Meter pro Tag zu Fuß zurücklegt. Das sind noch nicht mal zwei Runden im Leichtathletikstadion. Weitere Strecken erfolgen nur noch mit motorisiertem Untersatz! Doch wo liegt da das Problem? Der Wissenschaftsautor Thilo Spahl (Die Steinzeit steckt uns in den Knochen. München 2011, gemeinsam mit Detlev Ganten und Thomas Deichmann), bringt es auf den Punkt: „Körperlich und geistig sind wir bei der Geburt im Grunde mit den Menschen identisch, die vor 10.000 oder auch 100.000 Jahren gelebt haben“. Unser genetisches Grundgerüst hat sich kaum verändert. Wir sind darauf ausgerichtet, uns zu bewegen und Nahrungsenergie gut zu speichern. Das ist unsere Natur. Unserer Kultur und Zivilisation wegen präferieren wir die Bequemlichkeit. Wenn man logisch denkt, ist die Konsequenz daraus klar: Ohne Bewegung und mit viel Essen nehmen mit dem Körpergewicht auch die Zivilisationskrankheiten zu. Also was tun?

Physische Mobilität und das Mysterium der 10.000 Schritte

Der Rat der Weltgesundheitsorganisation WHO, sich zumindest fünfmal die Woche 20 bis 30 Minuten zu bewegen, ist derart unspezifisch, dass das offenkundig wenig hilft. Selbst die mittlerweile berühmt gewordene Empfehlung, täglich 10.000 Schritte zu tun, ist fragwürdig. Den wenigsten ist bekannt, dass dieser Wert bereits zu den Olympischen Spielen in Tokio (1964!) einem Werbegag für Schrittzähler entsprungen ist. Heute werden modernste Digitalgeräte millionenfach verkauft, allein im Jahre 2017 insgesamt 125 Millionen Exemplare. So gesehen hilft das – den Herstellern. Aber, mal ganz kritisch gedacht, hilft das auch dem Käufer? Aus den Aufzeichnungen digitaler Endgeräte weiß man, dass die durchschnittliche tägliche Schrittzahl bei etwa 5.000 liegt. Das Erreichen genau der Hälfte dessen, was als Empfehlung gilt, könnte man als ein Scheitern betrachten! Doch ist das wirklich so? Welche Relevanz hat dies für unsere Gesundheit? Was die tägliche Schrittzahl für unser Sterberisiko bedeutet, untersuchten amerikanische Forscher in einer Studie mit dem Titel Association of Step Volume and Intensity With AllCause Mortality in Older Women (veröffentlicht am 29. Mai 2019). Die Untersuchung an der Harvard Medical School mit 16.000 Frauen im Altersdurchschnitt von 72 Jahren erbrachte folgendes Ergebnis: Frauen mit einem Bewegungsumfang von 4.400 Schritten pro Tag hatten nach vier Jahren ein geringeres Risiko zu sterben als weniger mobile Studienteilnehmerinnen mit einem Tagespensum von nur 2.700 Schritten. Der statistische Vorteil steigerte sich bis zu einer Grenze von 7.500 Schritten pro Tag, alles darüber hinaus machte keinen Unter-

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schied bei der Lebenserwartung. Wie das so ist, gibt es Studien, die zu anderen Ergebnissen kommen. Manche deuten darauf hin, dass zwischen 6.000 und 8.000 Schritte pro Tag reichen könnten. Es gibt aber auch Untersuchungen, wonach sich 15.000 bis 18.000 Schritte pro Tag langfristig besonders günstig auf die Gesundheit auswirken (zitiert nach SPIEGEL Fitness vom 29.07.2019). Da darf man die Frage stellen: Ist dieses Thema wirklich in der Weise durchdacht, wie es seiner Bedeutung angemessen wäre? Insgesamt erscheinen solche Gesundheitstipps als viel zu oberflächlich und zu kurz gedacht. Es ist nun mal so, dass die menschliche Mobilität ganz primär von der muskulären Fitness abhängt. Ohne Muskulatur wären wir nur ein Gerippe, das in sich zusammenfällt. Biomechaniker können nach jahrzehntelanger Forschung sehr gut zeigen, wie funktionell (oder eben nicht) die an einer Bewegung beteiligten Muskelschlingen arbeiten und unsere Gelenke beugen. Für Orthopäden sind diese Erkenntnisse die Basis für ihre ärztliche Kunst. Wie sehr auch internistische Fachgebiete (Endokrinologie, Gastroenterologie, Kardiologie, etc.) die Funktion der Muskulatur als „Gesundheits- und Wohlfühlmobilisierer“ entdecken, zeigt die jüngere Forschung. Diese nehmen mehr und mehr den Muskel als Stoffwechselorgan wahr. Denkt man den menschlichen Organismus als Stoffwechselsystem, dann muss die Rolle des schwersten Organs des menschlichen Körpers weitreichender sein, als nur die eines Befehlsempfängers. Tatsächlich ist unsere Muskulatur kein Organ, das nur auf neuronale Reize reagiert und ansonsten nichts zu melden hat. Seit einigen Jahren wird umgedacht – in der Sportwissenschaft und jüngst auch in der medizinischen Forschung. Statt Muskeln nur als willfährige Dienstleister zu sehen, wird ihnen zugestanden, dass ihre Kraft nicht nur auf die Gelenke wirkt,

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sondern in allen anderen Organen des Menschen (z. B. Herz, Darm, Gehirn) ihre gesundheitsförderliche Wirkung entfalten. Dies hat zu tun mit der Mobilisierung von Botenstoffen, der Myokine, wie sie die dänische Medizinerin Bente Karlund Pedersen im Jahre 2003 nannte. Menschen, die das Krafttraining für sich entdeckt haben, wissen – und spüren das. So vollzog sich mit dem Wandel vom Bodybuilding über das Krafttraining hin zum gesundheitsorientierten Muskeltraining auch ein Umdenken. Die Forscherin und Autorin Helen Thomson nannte dies im Wissenschaftsmagazin „New Scientist“ (vom 15. April 2020) „Rethinking Excercice“. Übersetzt meint dies „Training neu denken“ und versteht sich als Plädoyer für das Training der Kraft als Teil eines Masterplans für Gesundheit. In der Therapie von Erkrankungen wird sogar gänzlich neu gedacht: von spezifisch qualifiziertem Fachpersonal begleitetes Muskeltraining findet bei Depressionen und sogar bei Krebs im Sinne einer Medikamentierung gezielte Anwendung. Man spricht von der Aktivierung der „körpereigenen Apotheke“. Vorreiter, oder besser: Vordenker, ist hierfür übrigens das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg mit der Arbeitsgruppe Sport- und Bewegungstherapie und dem Verein OnkoAktiv e. V. Dort erfährt man bei Krebskranken in drastischer Weise, was auf schleichendem Wege auch jeden gesunden Nichttrainierenden befällt: Baut sich Muskulatur ab leidet auch der Rest. Und kein Gewebe im menschlichen Organismus schwindet so schnell wie die Muskulatur – besonders bei Tumorpatienten. „Use it or lose it“ lautet das Rezept für eine gesunde Muskulatur als Quelle der Botenstoffe. Wenn diese Quelle zur Neige geht, mindern sich mit ihr auch der Antrieb und die Mobilität. Doch wie lautet der Gedanke gleich noch mal, mit dem dieses Problem gerne beiseite geschoben wird? Dann nehme ich halt das Auto!


Verkehrsmobilität und Antrieb

Seit Henry Ford seine Tin Lizzy vom Fließband auf die Straße schickte, gewinnt der motorisierte Straßenverkehr bis heute zunehmend an Bedeutung. Besonders beim Wiederaufbau in der Nachkriegszeit rückte das Auto als wichtigster Mobilitäts- und Produktivfaktor ins Zentrum aller Planungen und Zukunftsvisionen. Der Erfindergeist von Karl Benz, Gottlieb Daimler und Wilhelm Maybach, die Geschichte des Automobils und der Drang nach unabhängiger, komfortabler, flexibler, sicherer und auch schnellerer Mobilität inspiriert Ingenieure zu immer weitreichenderen Entwicklungen. Das machte den Verbrennungsmotor zu einem Meisterwerk der Ingenieurskunst und zum Herzstück der Automobilkultur. Das Auto ist Deutschlands industrielles Wirtschaftsgut Nummer eins und macht uns zum führenden Autoland in der Welt. Und jetzt so was! Es scheint, als kulminieren alle Aspekte rund um die Zukunft der Mobilität in einer Frage von beinahe philosophischer Tragweite: Hat der Verbrenner ausgedient? Gehört dem Elektromotor die Zukunft? Dafür sprechen eine deutlich verringerte Zahl an Bauteilen, das gleichbleibende Drehmoment, die dadurch verbesserte Beschleunigung, der beinahe um´s vierfache höhere Wirkungsgrad und vor allem, dass keine Abgase entstehen – und auch kein CO2 beim Fahren. Gegen den Elektromotor spricht, dass er die Energie aus einer (bislang) begrenzten Ladung einer Batterie entnimmt, welche die gesamte Energie mitführen muss (ein Verbrennungsmotor nimmt die Energie aus dem Treibstoff und der frei verfügbaren Umgebungsluft) und entsprechendes Gewicht mitführt. Damit wird die Batterie zum Herzstück des Autos – welche bei der Herstellung eine erhebliche CO2-Last mit sich bringt! Und wohin mit dem Energiespeicher nach dem Ende der Nutzungsdauer? Auch das ist eine Bewertungsfrage …! Mobilität kann nur im Zusammenhang mit dem Energiekonzept der Zukunft gedacht werden. Und spätestens ab da wird´s so richtig komplex. Komplexes Denken braucht einen sehr mobilen Geist – und den Mut, vieles zu hinterfragen, was in einem genauso geldgeschwängerten wie emotionsgelade-

nen Thema an Argumenten vorgebracht wird. Drei Beispiele sollen verdeutlichen, warum man nicht umhinkommt, selbst nachzudenken!

Erstes Beispiel: Die vermeintliche Bedarfsexplosion an Strom durch Elektromobilität:

Behauptet doch kein geringerer als der Kabarettist Dieter Nuhr vor großem Publikum, wir bräuchten für die Elektromobilität das 10-fache der jetzigen Energieproduktion. Die Art, wie er das tut, verfängt. Was bei seinen Vorträgen gerne mitschwingt, ist ein „hahahaha, wie blöd sind nur die anderen“. Daraufhin gedankenlos in das Gelächter einzustimmen ist der Weg, den man geneigt ist, zu gehen. Man will sich den Spaß ja nicht verderben lassen. Man könnte freilich auch mal sein Smartphone in die Hand nehmen, die Taschenrechnerfunktion bedienen und das Gerät am besten quer halten, denn die Rechnung enthält viele Nullen. Davon abgesehen ist die Rechnung denkbar einfach: Die jährliche Stromproduktion in Deutschland betrug im Jahre 2019 rund 612 Terawattstunden – also über 600 Billionen Wattstunden. Das ist eine „6“ mit immerhin vierzehn (!!) Nullen. Demgegenüber steht der Durchschnittsverbrauch eines Elektrofahrzeuges, also etwa 200 Watt pro Kilometer (20 kw pro 100 km – und das ist hoch gegriffen!). Im Durchschnitt fährt der Deutsche rund 13.000 km pro Jahr. Angenommen wir elektrifizieren alle rund 48 Millionen PKWs, die in Deutschland zugelassen sind, dann resultiert daraus ein Verbrauch von 200 × 13.000 × 48.000.000 Wattstunden. Das sind 125 Terawattstunden. Das macht dann, wenn man das in Relation setzt, rund 20 Prozent des gesamten Jahresstromverbrauchs in Deutschland. Und bis wir in Deutschland alle Fahrzeuge elektrifiziert haben, gehen noch viele Jahre ins Land. Übrigens war Deutschland im Jahr 2020 erneut Europas Netto-Stromexporteur Nr. 1 mit insgesamt 18,6 TWh. Dabei machte der Export 52,3 TWh und der Import 33,7 TWh aus. Die traurige Wahrheit ist, dass der Nettoexport im Vergleich zu 2019 (35,1 TWh) um 47,1 Prozent gesunken ist. In 2019 Anzeige

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hätte man ein knappes Drittel des Strombedarfs für eine vollständige Elektrifizierung des PKW-Verkehrs bereits aus eigenen Mitteln decken können. Dabei steigt die Stromproduktion aus regenerativer Energie weiter an, wenngleich nicht in dem Maße, wie das bereits Jahre zuvor der Fall gewesen ist und für die Zukunft wünschenswert wäre. Dabei geht es gar nicht mal so sehr um das Festhalten am Verbrennungsmotor und die vermeintliche Unbeweglichkeit der Automobilfirmen. Immerhin hat VW im vierten Quartal 2020 mehr E-Autos verkauft als Tesla, ist an den deutschen Mitbewerbern vorbeigezogen und hat sich, gemessen am Börsenkurs, auch noch an die Spitze der DAX-Unternehmen gesetzt. Also worum geht´s dann eigentlich? Denkt man genauer nach, wird klar, dass sich die Erdölfirmen das Geschäft mit fossilen Brennstoffen nicht kaputt machen lassen. Die OPEC-Staaten sowie USA, Russland und andere sehen die Elektrifizierung und den Ausbau der regenerativen Energien bei allem vorgeschobenen Wohlwollen durchaus als „Angriff“ auf den Staatshaushalt – und natürlich wissen sie sich mit aller Macht zu wehren. Um nun aber nicht den Pfad der Fairness zu verlassen und sich auf das polemische und – wie gezeigt – fachlich falsche Argumentationsniveau der Nuhrs dieser Welt zu begeben, muss einiges hinterfragt werden. Beispielsweise lauten wichtige Fragen, wo die Strombedarfsmenge herkommen soll, wie CO2-neutral der produzierte Strom wirklich ist, wie sich mit Ökostrom die Netzstabilität aufrechterhalten und die Versorgungssicherheit gewährleisten lässt. Wie sieht der optimale Strommix aus und wieviel CO2 ließe sich allein dadurch einsparen, wenn man Kraftwerke umrüstet, um Stein- und Braunkohle durch Gas zu ersetzen? Zu diskutieren sind freilich auch die Verfügbarkeit der Ladestationen, die Ladezeiten und die schwankende Netzbelastung, wenn in einer Straße mehrere E-Fahrzeuge gleichzeitig Strom aus der Ladesäule saugen. Eine ganz wichtige Frage, die gerne auch von Kritikern der Elektromobilität angeführt wird, richtet sich an die Entsorgung der schwermetallbelasteten Autobatterie. Neben „Second-Life-Technologien“ macht eine Meldung Hoffnung: „Langfristig peilt VW eine Recycling-Quote von über 90 Prozent an“ (Wirtschaftswoche vom 29. Januar 2021). Aber klar,

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wer möchte das leugnen: die Entsorgungsfrage ist bei Stromproduzenten eine elementare energietechnische und -wirtschaftliche Herausforderung. Nur die Anhänger der Atomenergie blicken über genau diese Frage geflissentlich hinweg …!

Zweites Beispiel: Die Mär vom Emissionsvergleich zwischen Verbrenner- und Elektrofahrzeug:

Beliebt ist die Rechnung, dass ein Elektrofahrzeug erst nach über 100.000 km eine bessere CO2-Bilanz aufweisen soll. Je nach Bewertung wird sogar errechnet, dass ein Verbrenner kein schlechteres Emissionsergebnis als ein strombetriebenes Auto hat (Studie des ifo-Instituts vom 25. April 2019). Der ehemalige Präsident des ifo-Instituts Hans-Werner Sinn hat dazu in der FAZ veröffentlicht: „Schluss mit den grünen Sperenzchen“, titelte die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 26. Juli 2020 auf einer ganzen Seite. Es erstaunt, welche Rechnung da aufgemacht wird. Darin bleibt die Wertschöpfungskette für den Brennstoff an der Tankstelle völlig unberücksichtigt. Dem zweifellos renommierten Volkswirt kann man verzeihen, dass die Naturwissenschaften nicht seiner Neigung entsprechen. Volkswirtschaftliche Rechnungen aber sind eigentlich seine Kernkompetenz. Trotzdem wird die CO2Emission der gesamten Wertschöpfungskette einer Batterie inkl. seiner Produktionsstätte und seiner Entsorgung dem Verbrauch von Diesel gegenübergestellt. Dabei wird so getan, als sei der Treibstoff an der Zapfsäule einfach so verfügbar. Wem das zurecht nicht plausibel erscheint, könnte in die Studie des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung ISI vom März 2019 schauen – oder einfach selbst darüber nachdenken: Für den Liter Diesel oder Benzin an der Tanke werden zuallererst riesige Bohrinseln konstruiert und im Meer verankert. Damit wird das „schwarze Gold“ unter erheblichen Kollateralschäden an der Meeresflora und -fauna aus der Erde gepumpt und auf Schiffe verladen. Diese steuern dann im (wohlgemerkt) Schwerölbetrieb zunächst ein Zwischenlager mitten im Meer an, z. B. ähnlich der Brent Spar (wer erinnert sich?).


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Bohrinseln und ihre Wirkung auf die Meeresflora und -fauna

Von dort geht es weiter zu einer Raffinerie. Bis auf 360 Grad Celsius wird dort das „Blut der Weltwirtschaft“ erhitzt und unter Abscheidung diverser Gase zu einzelnen Brennstoffen wie Paraffin, Kerosin, Diesel, Benzin, Heizöl etc. destilliert. Nach einer Reihe von chemischen „Reinigungsverfahren“ und weiteren Verarbeitungsschritten werden auch Schmierstoffe, Bitumen und unzählige andere Produkte abgeschieden. Die so gewonnenen fossilen Brennstoffe werden dann in Tankschiffen, Zügen oder Schwerlastern zu den Tankstellen transportiert. Und dann beginnt die Vergleichsrechnung … Solche Vergleichsmethoden sollen dem Autofahrer soufflieren, dass er mit seinem Elektrofahrzeug ein größerer Umweltsünder sei als ein Dieselautofahrer. Und in der Zwischenzeit brennt irgendwo eine Bohrinsel, leckt eine Pipeline oder havariert ein Tanker (Mauritius im August 2020, einen Monat später in Sri Lanka, in Israel im Februar dieses Jahres, …). Also: gefordert ist die Mobilität im Kopf, um schnell zu merken, wenn gleiches nicht mit gleichem verglichen wird. Worüber es sich nachzudenken lohnt, ist die Frage, welche Interessen hinter den jeweiligen Studien stehen und wo im Hintergrund welche Gelder fließen. Das gilt für nicht wenige hanebüchenen Ökostudien ganz genauso. Auf diesem Markt der Argumente wird sich nichts geschenkt. Wünschenswert wäre allerdings, dass sich angesehene Autoritäten aus Natur- und Wirtschaftswissenschaften entweder aus solchen „Sperenzchen“ raushalten oder kraft ihrer unzweifelhaften Kernkompetenzen unvoreingenommen zur Objektivierung und Wahrheitsfindung beitragen.

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Drittes Beispiel: Die unangemessene Reduktion der Mobilitätsentwicklung auf die Frage nach dem Antriebssystem der Zukunft:

Die Diskussionen rund um Antriebssysteme der Automobilität im Kontext energiewirtschaftlicher Aspekte lenken von den wirklichen Herausforderungen ab, wenn man von der Mobilität der Zukunft spricht. Dieses komplexe Thema auf den Vergleich zwischen Verbrennungs- und Elektroantrieb zu reduzieren mag dazu führen, es einer einfachen geistigen Verarbeitung zugänglich zu machen. Das aber wird dem Zukunftsthema Mobilität bei weitem nicht gerecht. Daher soll das Schaubild der Zukunftsinstitut GmbH aus Frankfurt a. M. zeigen, worum es bei der Verkehrsmobilität wirklich geht: Diese Abbildung zeigt das gesamte Spektrum und die Dynamiken der Aspekte, welche die Individualmobilität der Zukunft bestimmen. Dabei geht es eben auch um Gesundheit und Sicherheit, gesellschaftliche Altersstruktur- und Präferenzveränderungen, um die Anschlussfähigkeit verschiedener Verkehrsmittel im Zusammenhang mit Individualisierung und Urbanisierung, die weltweit voranschreitet – in Deutschland jedoch seit einigen Jahren auf hohem Niveau stagniert. Gerade weil es um das Herz und das Rückgrat der deutschen Wirtschaft geht, darf die Perspektive des Autofahrers nicht wie selbstverständlich alle Zukunftspläne dominieren. Die Aufgaben, die hier zu bewältigen, und die Abwägungen, die dabei zu treffen sind, fordern eine differenzierte Sichtweise. Es bedarf in vielerlei Hinsicht eines Umdenkens. Der Umbau – bisweilen gar die Neuerfindung –


vieler Industriebereiche erfordern einen Kraftakt und sind nicht frei von Unabwägbarkeiten. Man muss auch verstehen, dass die industrielle Transformation vielen Sorge bereitet, die in der Verantwortung für den Wirtschaftsstandort Deutschland stehen. Insofern sind Mobilität und Energieversorgung kennzeichnend für den epochalen Wandel unseres Wirtschaftssystems – mit enormen Chancen und Risiken. Das Maß an Veränderung droht einen mobilen Geist in ein Karussell zu verwandeln und

in Unsicherheit zu stürzen. Was ist vorbei und wohin soll´s gehen? Botho Strauß bringt es auf den Punkt: „Das Gewaltigste unter der Sonne ist das Vorübergehende“. Wir wissen noch nicht, wohin uns all das führen wird. Die Zukunft ist uns unbekannt. Umso wichtiger ist es, anzuerkennen, was in die Vergangenheit gehört: „Die Zeit des Gigantismus ist vorbei“. Das jedenfalls sagt Tobias Gröber von der Messe München, Studienfreund des Autors und mitverantwortlich für die Gestaltung der kommenden IAA Mobility (FOCUS Special 50/2020) im September 2021.

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Das Zukunftsinstitut prognostiziert sogar den Sieg des Fahrrads. Das freut Umweltfreunde sowie Gesundheitsdienstleister und mobilisiert neben Stubenhockern freilich auch Skeptiker – nicht zu vergessen die machtvollen Gegner. Hier stehen an vorderster Front die siegesverwöhnte Automobilindustrie, die um ihre Pfründe kämpft, und deren starke Finanzinvestoren aus der Ölindustrie. Auf letztere bauen manche Staatsformen, Herrscher und Kulturen ihre ganze Macht. Anders, als in vielen Unternehmensrankings dargestellt, ist keiner der US-amerikanischen New-Economy Konzerne – also weder Microsoft, Amazon, Apple noch Alphabet – das nach Börsenwert größte Unternehmen der Welt. Die unangefochtene Spitzenposition bekleidet die Erdölfördergesellschaft Saudi Aramco mit Sitz im saudi-arabischen Dhahran.

Soziale Mobilität: Klassen, Schichten und Milieus

Dennoch: So schön Fahrradfahren auch sein mag – die Automobilität gehört zu unserer freiheitlichen Gesellschaft, ist ein Hightech-Phänomen, Bestandteil unserer Kultur und für unseren Wohlstand unabdingbar. Genau deshalb ist die Veränderungsfreundlichkeit der „Automobiler“ mehr als nur wünschenswert. Ein Neudenken ist mehr denn je geboten!

Unter den 1.495 Menschen – 1.338 Männer und 106 Frauen – die bei dieser Jahrhundertkatastrophe ihr Leben lassen mussten, waren ebenso reiche wie einflussreiche Männer. Klangvolle Namen, wie der Multimillionär John Jacob Astor IV. oder Benjamin Guggenheim, fanden den Weg auf die Totenliste, darunter auch Isidor Straus, kurzzeitiges Mitglied im USRepräsentantenhaus, der Präsidenten-Berater Major Archibald Willingham Butt und der Industrielle George Dennick Wick.

Als die Titanic im Jahre 1912 in Southampton in See stach, repräsentierte sie nicht nur den Stolz der britischen Seefahrt, sondern auch die damalige viktorianische Gesellschaft: Tief im Bauch des Schiffes die Unterkünfte der dritten Klasse, in den Zwischendecks die zweite Klasse, ganz oben die Suiten und Luxuszimmer der ersten Klasse. Dementsprechend waren – als der Luxusdampfer am 14. April 1912 gegen 23.40 Uhr mit einem Eisberg kollidierte – all jene im Vorteil, die sich in den Oberdecks befanden. Sie erfassten früher den Ernst der Lage und hatten unmittelbaren Zugang zu den Rettungsbooten. Dies ließe erwarten, dass von den rund 700 Überlebenden die überwiegende Mehrzahl aus der ersten Klasse kam. Die Zahlen jedoch zeigen etwas anderes:

RMS Titanic – F.G.O. Stuart (1843-1923), Public domain, via Wikimedia Commons

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Unter den Überlebenden waren mehr Frauen und Kinder der 3. Klasse als Männer aus den vornehmen Decks der 1. Klasse. Allerdings waren es doch 140 von 144 Frauen der 1. Klasse, die in ein Rettungsboot gelangen konnten. Aus der 2. Klasse waren es noch 80 von 93 und in der 3. Klasse überlebten nur noch 76 von 165. Etwa die Hälfte der Kinder überlebte die Katastrophe. Besonders dramatisch ist die Opferzahl bei den männlichen Passagieren. Bei den Männern der 1. Klasse wurden 57 von 175 gerettet, 68 Prozent ertranken. In der 3. Klasse starben 84 Prozent. Dass aus der 2. Klasse 92 Prozent der Männer ihr Leben ließen, wird als Beleg dafür betrachtet, dass diese Schicht die gesellschaftlichen Werte am stärksten verinnerlicht hatte. „Die Männer weigerten sich nahezu vollständig, in die Rettungsboote zu steigen, obwohl viele die Gelegenheit dazu gehabt hätten“. (Barbara Junge im Tagesspiegel vom 10. April 2012, nach geringfügigen statistischen Anpassungen). In der wohl größten Katastrophe des zivilen Transportverkehrs, in den rund zweieinhalb Stunden zwischen Kollision und Untergang, im Kampf um Leben und Tod, überwindet das Motto der britischen Seefahrt die sozialen Klassengrenzen, die Treppen vom Unterdeck zu den Promenadendecks und die mentalen Mauern zwischen der Elite und der Masse der Passagiere: „Frauen und Kinder zuerst ...!“. Schlussendlich hatten Frauen eine dreimal so hohe Überlebenschance wie Männer. Von 1.661 Männern gingen 1.338 mit ihrem Schiff unter, nur 323 haben überlebt. Vielleicht entsprang dies auch dem Urinstinkt, dass der Fortbestand einer Sippe oder einer Ethnie zuerst von Frauen und Kindern abhängt. In jedem Falle jedoch war die Tapferkeit an Bord größer als der Klassendünkel. Der Untergang der Titanic ist ein Beispiel für soziale Mobilität und Durchlässigkeit – für Moral und die Wirkkraft dieses verinnerlichten Narrativs im Angesicht der Rettung aus der Not. Die soziale Mobilität im Sinne der Durchlässigkeit zwischen sozialen Klassen, Schichten oder Milieus, ist ein bestimmendes Thema der modernen Gesellschafts- und Sozialforschung – und freilich auch der politischen Profilierung. Klasse und Schicht fassen jeweils Menschen in ähnlichen sozioökonomischen Lagen zusammen, die sich aus ihrer Stellung in der modernen Wirtschaftsordnung ergeben. Daraus resultiert ein vertikal abgestuftes Gefüge von Gruppierungen mit jeweils besseren oder schlechteren Lebensbedingungen. Diese gesellschaftliche Struktur sozialer Ungleichheit steht im Zusammenhang mit der jeweiligen beruflichen Stellung. Konzepte der Klassenbildung und die Beschreibung der Struktur der sozialen Ungleichheit in Form von unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten gelten in einer pluralistischen und modernen Gesellschaft als unzureichend respektive überholt. Was ist sozial ungleich und welches sind die Unterscheidungsmerkmale zwischen Gesellschaftsmitgliedern? Statische Schichtmodelle mit ausschließlich vertikaler Abstufung, die sich weitgehend am Beruf orientieren, werden der

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Dynamik und Komplexität gesellschaftlicher Gruppierungsformen kaum mehr gerecht. Sie gelten heute als lebensfern. Das Spektrum ungleicher Lebensbedingungen und Lebensweisen, der Wandel von „Lifestyles“ und die Sichtbarmachung des Gefüges sozialer Ungleichheit braucht neue Ansätze, um moderne gesellschaftliche Gruppen in ihrer Homogenität nach innen und ihrer Heterogenität untereinander zu beschreiben und zu erklären. Daraus entsteht ein Abbild der soziokulturellen Vielfalt einer Gesellschaft. Man spricht von Milieus. Ein Milieu beschreibt ähnliche Befindlichkeiten und Orientierungen einer Gruppe von Menschen, ihre Werte, Lebensziele, Lebensstile und Einstellungen sowie ihren sozialen Hintergrund. Die Heidelberger Sinus Marktund Sozialforschung GmbH behauptet, dass die von ihnen konzipierten Sinus-Milieus verständlich machen, was die Menschen bewegt und wie sie bewegt werden können. Die Sinus-Milieus gruppieren Menschen in „Gruppen Gleichgesinnter“ entlang zweier Dimensionen (Soziale Lage und normative Grundorientierung). Die Überschneidungen der „Kartoffeln“ (siehe Grafik) zeigen an, dass die Übergänge zwischen den Milieus fließend sind:

Gesellschaftliche Ungleichheit und soziale Durchlässigkeit, Aufstiegsmobilität und Blasensyndrom

Mit dieser Einordnung von Gesellschaftsmitgliedern in Milieus ist allerdings nicht gesagt, inwieweit es den Milieuzugehörigen gelingt, das zu erreichen, was Stefan Hradil (Sozialstrukturanalyse in einer fortgeschrittenen Gesellschaft) als „allgemein anerkannte Lebensziele“ bezeichnet. Schon 1987 definierte der renommierte Mainzer Soziologe die soziale Ungleichheit als „gesellschaftlich hervorgebrachte, relativ dauerhafte Lebensbedingungen, die es bestimmten Menschen besser und anderen schlechter erlauben, so zu handeln, dass allgemeine anerkannte Lebensziele für sie in Erfüllung gehen“. Persönliche Wirtschaftskraft, Bildungsstand und Teilhabe sind drei wesentliche Bereiche dieser allgemein anerkannten Lebensziele. Heute, fast 35 Jahre später, stellt sich die Frage in welcher Hinsicht es Mobilität bedarf, um diese zu erreichen? Zwei Aspekte kristallisieren sich besonders heraus: die Einkommens- und Vermögensmobilität sowie die Bildungsmobilität. Um diese Aspekte zu beleuchten, muss man der Frage nachgehen, wie es in Deutschland um die Aufstiegsmöglichkeiten zu höherem Bildungs- und Wohlstandsniveau bestellt ist. Wie das Institut der Deutschen Wirtschaft im IW-Kurzbericht vom 06.08.2018 berichtet, bescheinigt die OECD Deutschland zunächst eine geringe Bildungsmobilität und im Weiteren auch eine geringe Einkommensmobilität. Gemessen wird diese Form der Mobilität am Zusammenhang zwischen den Einkommen von Eltern und deren Kindern. Danach gehen in Deutschland 55 Prozent der Einkommensungleichheit unter den Söhnen auf die Einkommensungleichheit unter den


Vätern zurück. Das Maß hierfür wird als Elastizitätskoeffizient bezeichnet, der sich mit einem Wert von 0,55 schlechter darstellt als in den USA (rund 41 Prozent) und sich auf dem Niveau von Ländern wie Indien oder China bewegt. Insofern lässt sich feststellen, dass es – bei aller Kritik an der Methodik solch schwer zu konzipierender Ländervergleiche – um die soziale Durchlässigkeit in der deutschen Gesellschaft ziemlich schlecht bestellt ist. Insbesondere abhängige Beschäftigungsverhältnisse in Deutschland erweisen sich als weniger dynamisch im Vergleich zu anderen Ländern. Dort bestimmt das Elternhaus im überwiegenden Maße die erreichte soziale Position des Sprösslings in Bezug auf das Einkommens- und Bildungsniveau. Das Bemerkenswerte, wohl auch Besorgniserregende daran, ist die sich fortsetzende und zunehmend sich verhärtende Trennung zwischen unten und oben. Die abnehmende Aufwärtsmobilität führt dazu, dass die verschiedenen Milieus sich gar nicht mehr begegnen. „So treibt das Identitäre seine Blüten im geschützten Raum des eigenen Biotops“, schreibt in pointierter Form der (Online-) Journalist und Buchautor Gabor Steingart in einem seiner Morning Briefings. „Respekt vor dem Andersdenkenden? Ein sachliches Abwägen von

Argumenten? Die Diskussionskultur [aufeinander zubewegen, einander begegnen, sich austauschen], hat sich nicht erst mit Corona aus unserer Gesellschaft verabschiedet“, meint dazu Sahra Wagenknecht in ihrem neuen Buch Die Selbstgerechten – mein Gegenprogramm für Gemeinsinn und Zusammenhalt (Frankfurt/New York 2021). Dazu muss ein weiteres Phänomen zumindest Erwähnung finden: Die Cybermobilität. Das umtriebige Surfen im Internet, frei von physisch-räumlichen Beschränkungen, begünstigt eine Gesellschaft der Singularitäten. Irgendwo finden sich irgendwie Gleichgesinnte, egal wie absurd und „einzigartig“ ihr Gedankengut auch sein mag. Was dann in virtuellen Mikroblasen (und in realen Mikrohirnen) reift, stellt die physische der mentalen Mobilität gleich: Im Sessel vor dem Bildschirm herrscht Stillstand – und im Oberstübchen auch. Da ist wenig Bewegung im Sinne von Reflexion, Selbstkritik oder Meinungsvielfalt. Cybermobilität begünstigt ein Phänomen, das als politische Monokulturen oder als Blasensyndrom bezeichnet wird. Wer in diesem Sinne unter Blasensyndrom leidet, sieht den Anderen nicht mehr als Nachbarn, Schulkameraden, Berufskollegen oder Sportsfreund, sondern primär als mediales Feindbild eines Andersdenkenden.

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Mentale Mobilität: Querdenker oder Leerdenker?

„Es ist nichts in der Tat, was nicht zunächst im Geiste“, sagte Platon schon vor 2400 Jahren. Nicht Autos, Räder oder Roller, und auch nicht nur die Muskulatur – das Oberstübchen in Bewegung zu halten, das ist das wohl wichtigste Prinzip für ein gelingendes Leben. Das gilt sowohl für das Individuum als auch für die Gesellschaft. Ausdruck besonderer geistiger Mobilität ist das kreative Durchdenken von Neuem und Unbekanntem. Was es uns dabei so schwer macht, bringt John Maynard Keynes auf den Punkt: „Die Schwierigkeit liegt nicht so sehr in den neuen Gedanken, als in der Befreiung von den alten.“ Mobilität im Kopf zeigt auch die Fähigkeit zum Querdenken. Ein offener und kritischer Diskurs braucht Gedanken, die von einer ganz anderen Richtung eingeworfen werden, gegen den üblichen Gedankenstrom. Hinterfragen und Andersdenken sind kennzeichnende Eigenschaften der Kreativen und auch der Skeptiker und Kritiker. Sie mobilisieren Menschen, halten die Gesellschaft in Bewegung und sorgen für Begegnungen – und zwar im realen, nicht im virtuellen Raum! Es ist gut, wenn ein solches Denken und Aktivwerden den Staub aufwirbelt, der sich sonst über Selbstverständlichkeiten legt und der Begrenztheit und dem Wert der Dinge die Sichtbarkeit nimmt. Mit einem Mal ist eben nichts mehr selbstverständlich! Das, was hier als mentale Mobilität bezeichnet werden soll, zieht sich durch die hier genannten Ausführungen und Beispiele für physisch-räumliche und sozio-kulturelle Mobilität. Muskeltraining und physische Bewegung nicht nur als biomechanische Funktion zu denken, das Auto nicht wie automatisch ins Zentrum der Mobilitätsentwicklung zu stellen und dem kritischen Blick der OECD auf die soziale Mobilität unserer Gesellschaft offen ins Auge zu schauen – all das erfüllt den Anspruch, auch mal ganz anders, eben „querzudenken“. Bedauerlich nur, dass der Begriff des Querdenkens in diesen Zeiten so sehr in Misskredit gebracht wird. Diejenigen, die sich heute als Querdenker bezeichnen, sind in Wahrheit zumeist Leerdenker. Ihr Verständnis von Freiheit scheint zu sein, möglichst ohne große geistige Anstrengung durchs Leben zu gehen. Gedankenlos durch den Tag, „YOLO“ (You Only Live Once), Lustprinzip zuerst, und – ganz klar: Ich, Ich, Ich! „Störet meine Blase nicht“ – oder so ähnlich (um sich an einem anderen alten Griechen anzulehnen, der daraufhin übrigens seinen Kopf verlor, der noch dazu ein überaus kluger war). Das ist der Anspruch, denn schlussendlich hat man es sich doch so schön zurecht gemacht in seinem geistigen Kleingarten. Viel Raum für Bewegung ist da allerdings nicht. Mal gründlich nachzudenken oder gar vorauszudenken wäre für die Anhänger dieser Leerdenkerbewegung der wahre Gewinn an Freiheit und Lebensqualität. Doch womit? Ein Kopf, in dem sich nichts bewegt, kann sinnhafte Gedanken weder erkennen noch selbst entwickeln …

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FAZIT

Das Phänomen der Mobilität begegnet uns in verschiedenartiger Weise: als physische – mit und ohne Fortbewegungsmittel – als soziale und als geistige Mobilität, die selten frei ist von Emotionen. So empfinden wir eine Einschränkung unserer Bewegung als Beschränkung unserer Freiheit. Unser Gefühl von Selbstbestimmtheit droht Schaden zu nehmen. Manch einer fühlt sich schon durch Geschwindigkeitsbegrenzungen in seiner Freiheit beschränkt – von Zutrittsverboten ganz zu schweigen. Und was ist mit Ausgangsbeschränkungen? Geht gar nicht! Oder doch? Neben dem Recht auf Selbstbestimmung gibt es auch den Anspruch auf Sicherheit und Unversehrtheit. Beängstigt von der Pandemie und ihren Folgen ist mancher gar geneigt, dem französischen Philosophen Blaise Pascal (1623 bis 1662) zu folgen, der gesagt haben soll: „Das ganze Unglück der Menschen besteht darin, dass sie nicht in der Lage sind, ruhig in ihrem Zimmer zu bleiben.“ Der einsame Stubenhocker als Ideal? Soweit kommt’s noch! Bewegung ist Leben, und Mobilität ein Grundrecht. Die Veränderung von räumlichen Standorten und geistigen Standpunkten ist gelebte Freiheit. Und dennoch: Sich Gedanken machen, statt einfach nur drauflos zu laufen, zu fahren oder zu reden – das muss das Motto unserer Zeit sein. Wenn gesundheitsorientiertes Muskeltraining wirken soll, dann braucht es ein Konzept. Wer ein Elektroauto fährt, muss schon mit dem Start vorausschauend fahren und Pausen an Ladestationen planen. Um sozialen Aufstieg möglich zu machen, müssen Bildungschancen weiterentwickelt, aber auch genutzt werden. Kulturelle Mobilität ist ein Grundpfeiler für Bildung. Blasen müssen sich öffnen und auflösen, der Entstehung neuer Monokulturen ist entgegenzuwirken. Gedankenloser Opportunismus und eine Gesellschaft der Singularität kann nur durch Gemeinschaftssinn und Rücksichtnahme überwunden werden. Dazu müssen Milieus in Bewegung geraten – aufeinander zu, nicht voneinander weg! Also: Geistige Mobilität ist nicht nur erlaubt, sondern ausdrücklich erwünscht: Querdenken ist wichtig und willkommen, Leerdenken unnütz und armselig und Querschläger braucht eine Gesellschaft weder in Zeiten der Pandemie noch in der Zukunft schon mal gar nicht! Wirklich hilfreiche Entscheidungen und Handlungen brauchen differenziertes selbstständiges Denken, manchmal ein Umdenken, bisweilen gar ein Neudenken. Es gibt keinen Freiheitsgedanken ohne Nachdenklichkeit, denn unser Leben in Freiheit ist keine Selbstverständlichkeit. Um es auf den Punkt zu bringen: Wer nach einem Schlüssel zu einem freien und gelingenden Leben sucht, kann diesen in der räumlich-physischen, sozio-kulturellen und seelisch-geistigen Mobilität finden ...!


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HÄTTEN SIE´S GEWUSST?

Hätten Sie gewusst, …

… dass der Begriff Mobilität aus dem lateinischen (mobilitas) kommt und wörtlich Beweglichkeit bedeutet? Die Mobilität ist heutzutage zu einem Grundbedürfnis des Menschen geworden, welches sich über die letzten Jahrtausende stetig weiterentwickelt hat. Sie ist zudem Grundvoraussetzung für das Funktionieren einer Marktwirtschaft und somit auch von Wohlstand.

Hätten Sie gewusst, …

… dass gemäß des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur sieben Prozent der Gesamtbevölkerung durch gesundheitliche Einschränkungen in ihrer Mobilität beeinträchtigt sind? Ab einem Alter von 50 Jahren nehmen gesundheitsbedingte Mobilitätseinschränkungen stark zu. Die wesentlichen Einschränkungen der Beweglichkeit sind auf den Rückgang der Gelenkflüssigkeit und auf Veränderungen der Knorpelschicht zurückzuführen.

Wir wollen sicherlich auf das Auto nicht verzichten. Also müssen wir auf lange Sicht ein völlig neues Automobil entwickeln, eines, das energiesparend und umweltfreundlich ist.

Bundeskanzler Helmut Schmidt, Juli 1979

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Hätten Sie gewusst, …

… dass die älteste Person, die jemals einen Marathon gelaufen ist, 101 Jahre alt war? Der Inder Fauja Singh begann mit 89 Jahren das Laufen als Ausweg aus einer Depression, welche nach dem Tod seines Sohnes begann. Der „TurbanTornado“, wie er liebevoll genannt wird, lief insgesamt 10 Marathons und beendete seine Laufkarriere 2013. Seine persönliche Bestzeit von 5 Stunden und 40 Minuten stellte er in einem Alter von 92 Jahren auf.

Hätten Sie gewusst, …

… dass laut dem Energieversorgungsunternehmen entega jährlich neun Millionen Deutsche umziehen? Das sind mehr Menschen als die Schweiz Einwohner hat. Dabei legen sie insgesamt 465 Millionen Kilometer zurück. Insbesondere junge Menschen ziehen oft und viel um: Jeder zweite Umziehende ist zwischen 20 und 39 Jahren.


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Monaco and Monte Carlo bei Sonnenaufgang

Hätten Sie gewusst, …

… dass Barcelona begonnen hat, komplette Stadtquartiere für den Autoverkehr zu sperren? Auf den einstigen Straßenkreuzungen, auf denen früher Tausende Autos fuhren, treffen sich nun die Anwohner zum Yoga. Die Verringerung der Abgasbelastung könnte, so kalkulieren Umweltmediziner, jährlich 3.500 Todesfälle in der Region verhindern.

Hätten Sie gewusst, …

… dass die Bevölkerung in Deutschland ohne Einwanderung aktuell nur bei ca. 70 Millionen liegen würde? Der „Mediendienst Integration“ veröffentlichte diese Zahlen im Jahr 2020. Des Weiteren verjüngt die Einwanderung den demografischen Wandel und bremst den Rückgang der erwerbsfähigen Bevölkerung. Diese werde bis 2035 um vier bis sechs Millionen Menschen schrumpfen. Ohne Einwanderung würde dieser Rückgang gar bei neun Millionen liegen, so die Studie weiter.

Hätten Sie gewusst, …

… dass 2012 der erste Deutsche die sogenannte „Ocean`s Seven“ geschwom-

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men ist? Andre Wiersig durschwamm als insgesamt 16te Person die sieben gefährlichsten Meerengen. Eine davon ist beispielsweise der Ärmelkanal, welcher eine Strecke von 38 Kilometern misst. Bei 15 Grad Wassertemperatur schaffte Wiersig die Strecke in zwölf Stunden. Umgerechnet sind das unglaubliche 19.000 Kraulzüge. Die Regeln für die „Oceans`Seven“ sind übrigens für jeden gleich. Erlaubt sind nur Badehose, Schwimmbrille, Badekappe und Vaseline.

Hätten Sie gewusst, …

… dass das Fahrrad auf Kurzstrecken in Städten bis zu fünf Stundenkilometer schneller als Auto, Tram, Bus und Bahn ist? Außerdem erspart es Stress im Feierabendverkehr und hält zusätzlich fit, wie die Landesanstalt für Umwelt BadenWürttemberg betont.

Hätten Sie gewusst, …

… dass Studierende nach Auslandsaufenthalten deutlich höhere Werte in den Persönlichkeitsmerkmalen Offenheit und Verträglichkeit aufweisen? Dies ergab eine englische Studie von Zimmermann und Neyer aus dem Jahr 2013

mit Probanden mit und ohne Auslandsaufenthaltserfahrungen. Zudem wiesen diese einen Abfall des Merkmals Neurotizismus (Gesamtverfassung, die durch emotionale Labilität, Schüchternheit und Gehemmtheit charakterisiert ist) auf.

Hätten Sie gewusst, …

… dass ein 99 Jahre alter Mann mit seinem Rollator 36 Millionen Euro für das Britische Gesundheitssystem sammelte? Im April 2020, mitten in der ersten COVID-19-Welle, kam Thomas „Captain Tom“ Moore aus Großbritannien eine Idee: Der ehemalige Weltkriegsveteran startete einen Spendenaufruf und bat um 1000 Pfund für das Nationale Gesundheitssystem NHS. Im Gegenzug würde er 100-mal jeweils 25 Meter im Garten seines Anwesens mit seinem Rollator auf- und abgehen. Sein Aufruf ging viral und er sammelte deutlich mehr Spenden als jemals erwartet – umgerechnet unfassbare 36 Millionen Euro. Daraufhin wurde er gar von Queen Elizabeth II zum Ritter geschlagen. Am 2. Februar 2021 starb Thomas Moore schließlich an den Folgen einer COVID-19 Erkrankung.


Hätten Sie gewusst, …

… dass ein Fahrrad für 500.000 Euro ersteigert wurde? Lance Armstrongs „Tour de France“-Fahrrad aus dem Jahr 2009 ist das teuerste jemals verkaufte Fahrrad der Welt. Das Fahrrad wurde vom britischen Bildhauer und Maler Damien Hirst gestaltet und trägt den Namen „Damien Hirst Butterfly Trek Maddone“. Echte Schmmetterlingsflügel zieren den Rahmen, sowie die Räder des am 1. November 2009 in New York ersteigerten Fahrrads.

Hätten Sie gewusst, …

… dass es nach aktueller Forschung 24 Planetenkonstellationen gibt, die ein ähnliches Klima wie auf der Erde aufweisen? Wissenschaftler der Washington State University erforschten dies innerhalb einer 2020 veröffentlichten Studie. Die Planeten weisen womöglich noch bessere Bedingungen im Vergleich zu unserer Erde auf. Inwiefern diese bewohnbar sind oder Leben überhaupt

möglich ist, muss noch erforscht werden. Da der vielversprechendste Planet etwa 100 Lichtjahre entfernt ist, nutzt das der Menschheit nichts.

Hätten Sie gewusst, …

… dass sich die Mobilitätsbedürfnisse einer Gesellschaft über Jahrzehnte nur geringfügig verändern? Was sich jedoch verändert, ist das individuelle Verkehrsverhalten. Gründe dafür sind neben dem technologischen Fortschritt auch die individuellen Nutzungsmöglichkeiten von bestimmten Verkehrsmitteln.

Hätten Sie gewusst, …

… dass 2021 viel mehr Deutsche auch in Deutschland Urlaub machen wollen? Eine Befragung der Stiftung für Zukunftsfragen ergab, dass knapp 34 Prozent der Einwohner dieses Jahr einen Urlaub im eigenen Land planen. Dies ist eine Steigerung im Vergleich zum Vorjahr von über neun Prozent. Die sonst üblichen Reiseziele der Deutschen wie Spanien,

Italien oder Griechenland nahmen alle im Vergleich zum Vorjahr ab, was insbesondere an der Corona-Pandemie liegt.

Hätten Sie gewusst, …

… dass man ganz Monaco zu Fuß in 52 Minuten von Norden nach Süden oder in 45 Minuten von Osten nach Westen durchqueren kann?

Hätten Sie gewusst, …

… dass der kürzeste Linienflug der Welt gerade mal zwei Minuten dauert? Der Flug von den Flughäfen der OrkneyInseln Westray und Papa Westray in Schottland steht als kürzester Passagierflug im Guinness-Buch der Rekorde. Bei Rückenwind werden die 2,7 Kilometer mit nur knapp 50 Sekunden sogar deutlich schneller zurückgelegt.

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STATEMENT SPD

Ein Menschenrecht auf Migration? von Dr. Lars Castellucci

A

uf dem Rückflug von seiner bemerkenswerten Reise im März 2021 in den Irak sprach Papst Franziskus gegenüber einem Journalisten von „Auswanderung” als ein „Menschenrecht“. Ebenso sei es ein Menschenrecht, nicht auswandern zu müssen. Es seien „dringliche Maßnahmen erforderlich, damit die Menschen (…) nicht auswandern müssen. Und auch Maßnahmen zum Schutz des Rechts auf Auswanderung.“ Der Papst verweist also auf die Fluchtursachen, die es zu bekämpfen gilt, mahnt aber gleichzeitig, mit denen anständig umzugehen, die auf der Flucht sind. Diese im Interview naturgemäß verkürzte und dennoch abgewogene Position könnte eigentlich Grundlage einer christlich geprägten europäischen Politik im Umgang mit Flucht sein. Wäre da nicht die Sorge, es könnte zu viel werden. Deshalb gab es im Nachgang der Reise vor allem ein mediales Stolpern über die Betonung eines Menschenrechts auf Migration. Doch der Papst hat recht, auch wenn er keine Unfehlbarkeit mehr beansprucht: Artikel 13 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte aus dem Jahr 1948 spricht eine klare und unmissverständliche Sprache: „Jeder hat das Recht, jedes Land, einschließlich seines eigenen, zu verlassen.“ Mit diesem Bekenntnis sollten die Lehren gezogen werden aus der dunklen Zeit der Nazi-Herrschaft. Allzu viele hatten in Deutschland ausgeharrt in der Hoffnung, dass der Spuk bald vorbei sein werde. Als sie erkannten, wie sehr sie sich getäuscht hatten, war es für viele zu spät. Ein Land nach dem anderen schloss die Grenzen und selbst diejenigen, denen die Flucht gelang, mussten oft abenteuerliche Reisen ins Ungewisse antreten. Aus unserer Region hat etwa Hilde Domin diese Erfahrungen eindrücklich hinterlassen. Allerdings ist in Artikel 13 von der Ausreise die Rede, nicht von der Einreise. Offensichtlich wurde da eine Startbahn gebaut, für die die Landebahn fehlt. Denn dem individuellen Recht zur Ausreise steht die Souveränität von Staaten gegenüber, selbst zu bestimmen, wer auf welcher Rechtsgrundlage dauerhaft oder auf Zeit das Recht zu Einreise oder Aufenthalt enthält. Artikel 13 ist also ein amputierter, unvollständiger Artikel. Er kann so nicht funktionieren und genau das ist fast täglich in den Nachrichten zu beobachten. Er braucht als Gegenstück

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Foto: DBT/Stella von Saldern

Dr. Lars Castellucci ist seit 2013 Mitglied des Deutschen Bundestages für den Wahlkreis RheinNeckar. Er ist Mitglied im Innenausschuss, im Ausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe sowie migrationspolitischer Sprecher, stellvertretender Innenpolitischer Sprecher und Beauftragter für Kirchen und Religionsgemeinschaften der SPDBundestagsfraktion. Seine Tätigkeit als Professor für Nachhaltiges Management, insbesondere Integrations- und Diversity Management, an der Hochschule der Wirtschaft für Management (HdWM) in Mannheim ruht aktuell. 2016 wurde er in die Kammer für Migration und Integration der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) berufen.


Regeln, die die Einreise erlauben. Deutschland hält darum für den Bereich der Flucht vor Verfolgung oder aus Bürgerkriegen am individuellen Recht auf Asyl oder Schutz fest. Und für den Bereich der Arbeitsmigration wurde im letzten Jahr das Fachkräfteeinwanderungsgesetz beschlossen, von dem bislang etwa 30.000 Personen und ihre Betriebe in Deutschland profitierten. Der angestrebte Korridor in der Größenordnung von 180.000 bis 220.000 Personen pro Jahr wird selbst mit diesem Teil der Erwerbsmigration weit untertroffen. Statt von einem Menschenrecht auf Migration sollte man besser von einem Menschenrecht auf Migration nach (demokratisch gefassten) Regeln sprechen. Denn natürlich kann es auch im Bereich der Migration keine absolute Freiheit geben. Diese gibt es in keinem Lebensbereich. Immer trifft die eigene Freiheit auf die Freiheit der Anderen. Dies zu vermitteln, ist Aufgabe kluger, vorausschauender Politik. Von dieser sind wir noch weit entfernt. Eigentlich braucht ganz Europa ein Einwanderungsgesetz, denn die Alterung der Gesellschaft, jetzt und in Zukunft fehlende Arbeitskräfte, damit schwankende Sozialversicherungssysteme und Wohlstandsverluste drohen ausnahmslos allen. Nicht einmal die bestehenden Regeln werden eingehalten, sonst wären Zustände wie etwa auf den griechischen Inseln nicht möglich. Aktuell haben dort etwa 2.000 der Geflüchteten bereits einen anerkannten Schutzstatus und sind weiterhin in Lagern festgehalten – ein klarer Verstoß gegen die Genfer Flüchtlingskonvention. Noch schlimmer ist, dass die anderen kaum Zugang zu ordentlichen Verfahren erhalten. Menschen, die nicht vor und nicht zurück können, Kinder im Dreck, ohne angemessene medizinische Versorgung, ohne Bildungsangebote, das ist alles mit europäischen Werten und europäischem Recht nicht vereinbar.

Deutschland kann das nicht alleine lösen, aber tun, was in seinen Möglichkeiten liegt und Motor für Veränderungen in Europa sein. Wenn Menschen dazukommen, muss man auch organisieren, dass sie gut ankommen können. Gerade im Südwesten, in den ohnehin viele Menschen zuziehen. Die Infrastruktur muss mitwachsen, sonst gibt es zusätzliche Konkurrenz, vor allem am angespannten Wohnungsmarkt. Wohnraum, Arbeit, Bildung, Sprache sind das Fundament, aber Begegnungen sind der Schlüssel für ein gutes Zusammenleben. Doch das gelingt nicht allen gleich. So ist es schon bei den Kindern: Das eine versteckt sich hinter den Beinen der Erwachsenen, wenn jemand Fremdes kommt. Das andere rennt auf Fremde freudig zu und die Eltern halten es vielleicht zurück, um es zu schützen. Mit zunehmendem Alter nimmt bei Erwachsenen die Zahl neuer Kontakte in aller Regel wieder ab, Freundeskreise sind etabliert, der Alltag ist fordernd. Wir müssen Begegnungsmöglichkeiten fördern. Das versuche ich gerade selbst mit dem Projekt “Wieslocher Wohnzimmer” am Marktplatz. Mit einer Projektgruppe arbeite ich daran einen Ort zu schaffen, in dem man sich so wohlfühlt, als wäre es das eigene Wohnzimmer. Fridays for Future haben ihn gerade frisch gestrichen, Volkshochschule, Bürgerstiftung, Malteser bereits genutzt, das Bündnis für Demokratie und Toleranz ist als Träger gewonnen. Ein anderes gutes Beispiel ist das Mehrgenerationenhaus in Bammental mit benachbarter Kindertagesstätte, Café und Räumen für eigene Ideen. Davon braucht es mehr im Land. Solche Räume unterstützen die Menschen dabei, sich nicht fremd zu fühlen und die Anderen als fremd zu empfinden, sondern sich zu begegnen und Nähe zu schaffen. So möge es uns im ganzen Land gelingen.

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gesellschaftender Geschäftsführer Frank Brunner


STATEMENT

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Globaler Wandel beginnt vor der eigenen Haustür! von Jürgen Kretz

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u dem Begriff „Mobilität“ kommen mir auf Anhieb drei Aspekte in den Sinn: die soziale Mobilität in unserer Gesellschaft, die alltägliche Mobilität im Sinne der Fortbewegung von A nach B und die internationale Mobilität von Menschen, Waren und Finanzströmen in unserer globalisierten Welt. Wir GRÜNE kämpfen für eine weltoffene und demokratische Gesellschaft, in der alle Menschen die gleichen Chancen haben. Wir stehen daher für eine Politik, die Diskriminierungen aufgrund des Geschlechts, der sexuellen Identität, rassistischer Zuschreibungen oder einer Behinderung systematisch entgegentritt. In den vergangenen Jahrzehnten hat sich hier bereits viel getan – GRÜNE Politik gab hierfür wichtige Anstöße. Als Gesellschaft allerdings sind wir oftmals noch gar nicht so weit, wie wir womöglich denken. Die Hälfte der Macht sollte den Frauen gehören, und dennoch sind sie in den einflussreichen Positionen unserer Gesellschaft unterrepräsentiert. Nach wie vor verdienen Frauen durchschnittlich 18 Prozent weniger als Männer. Wir brauchen daher eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie anspruchsvollere Quotenregelungen. In unserem Bildungssystem und auf dem Arbeitsmarkt werden auch Menschen mit Migrationshintergrund noch immer diskriminiert. Es bleibt viel zu tun, gerade auch die subtileren Formen von Diskriminierung und Rassismus müssen wirksamer verhindert werden. Egal welches Geschlecht, welche Herkunft oder welchen sozialen Hintergrund wir haben, uns allen sollten die gleichen Chancen offenstehen! Ein weiteres GRÜNES Herzensthema ist die Energie- und Verkehrswende. Auch hier kamen zentrale Impulse von den GRÜNEN, die heute weitgehend als Konsens gelten. Unsere Verkehrspolitik darf nicht mehr vor allem das Auto ins Zentrum rücken. Es geht um ein kluges Zusammenspiel aller verfügbaren Verkehrsmittel. Viele von uns werden weiterhin auf das Auto angewiesen sein. Das wird sicher auch noch lange so bleiben. Der motorisierte Individualverkehr wird sich die Aufmerksamkeit der Politik jedoch viel stärker mit Bus und Bahn, dem Fahrrad, Fußgänger*innen sowie SharingLösungen teilen müssen. Bus und Bahn müssen weiter massiv ausgebaut werden, um auch in der Kleinstadt und im Dorf eine echte Alternative zu werden. Im Pkw-Bereich setzt sich international zunehmend der batterieelektrische Antrieb

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Foto: Mirjam Kilter

Jürgen Kretz 1982

geboren in Heidelberg, aufgewachsen in Wiesloch

2009-12

Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Abgeordnetenbüro Viola von Cramon MdB

2002-08

Studium der Politikwissenschaft und Interkulturellen Kommunikation in Chemnitz, Peking und Berlin

Seit 2009 Mitglied bei Bündnis 90/Die Grünen 2011-12

Sprecher der Landesarbeitsgemeinschaft Frieden & Internationales Berlin, Mitglied der Bundesarbeitsgemeinschaft Globale Entwicklung und der Landesarbeitsgemeinschaft Internationales Baden-Württemberg

Seit 2012 Referent im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, zuletzt für zwei Jahre an der Botschaft Kinshasa, DR Kongo 2014-16

Kreisrat im Rhein-Neckar-Kreis


durch und löst den Verbrennungsmotor ab. Mit einem klugen und nutzerfreundlichen Ausbau der Ladeinfrastruktur sollte der Bund die Antriebswende fördern. Auch bei der Energiewende spielt das E-Auto als Stromspeicher künftig eine Rolle. Im Schwerlastverkehr ist das Rennen zwischen Batterie und Brennstoffzelle noch nicht entschieden. Offenheit für verschiedene Technologien schließt eine sachorientierte Bewertung ein und darf nicht denjenigen nur als Vorwand dienen, die den notwendigen Wandel verhindern wollen. Wenn wir unsere Auto-Industrie aktiv bei der Transformation unterstützen, wird sie auch in Zukunft führend sein, und so viele Arbeitsplätze wie möglich können erhalten werden oder neu entstehen. Für meine eigene politische Arbeit spielen bisher vor allem die internationalen Themen eine große Rolle. Die globalen Herausforderungen unserer Zeit, von der Corona-Pandemie, über Finanz- und Wirtschaftskrisen bis hin zur Klimakrise, werden wir nur durch mehr internationale Zusammenarbeit lösen können, nicht durch nationale Alleingänge. Was aber bedeutet Mobilität im Kontext der Globalisierung? Dienstleistungen, Waren und Finanzströme sind in den vergangenen Jahrzehnten immer mobiler geworden. Das T-Shirt, das wir tragen, kommt vielleicht aus Bangladesch. Das Call-Center, in dem wir anrufen, ist vielleicht in Irland. Und unsere Bank spekuliert vielleicht mit Nahrungsmitteln, was Menschen in einem afrikanischen Land vor große Probleme stellen könnte. Auch wir Menschen sind mobiler geworden. Viele von uns reisten bis vor etwa einem Jahr noch häufiger und weiter als das jemals der Fall war. Die Corona-Krise setzte dem ein jähes Ende. Auch nach der erhofften Normalisierung werden wir vermutlich aus Klimaschutzgründen weniger oder zumindest bewusster reisen. Aber war es jemals der Fall, dass wir

alle mobiler geworden waren? Für die meisten Menschen aus dem globalen Süden, den sogenannten Entwicklungsländern, trifft dies jedenfalls nicht zu. Auch wenn Menschen in Niedriglohnländern in globalen Wirtschaftskreisläufen ganz selbstverständlich eine Rolle spielen sollen, so gelten für sie dennoch andere Bedingungen. Ich setze mich für faire Arbeitsbedingungen weltweit ein. In den globalen Lieferketten derjenigen Produkte, die wir hier in Europa kaufen, müssen Menschenrechts-, Sozial- und Umweltstandards sichergestellt werden. Wir brauchen daher ein anspruchsvolles Lieferkettengesetz auf deutscher und auf europäischer Ebene. Auch die Lage der Geflüchteten rund um das Mittelmeer darf uns nicht gleichgültig sein. Wir brauchen mehr legale Zugangswege in der Flüchtlings- und Migrationspolitik. Wir müssen menschenwürdige Bedingungen für die Schutzsuchenden schaffen, die sich bereits auf den Weg nach Europa gemacht haben, und wir brauchen eine Außen- und Entwicklungspolitik die wirksam Fluchtursachen vermindert. Ich stehe für eine Politik, die jede politische Entscheidung systematisch an der Nachhaltigkeit ausrichtet. Nachhaltigkeit ist dabei nicht bloß ein abgedroschenes Wort, sondern ein anspruchsvolles und umfassendes Konzept auf den drei Säulen Wirtschaft, Soziales und Ökologie. Auch alle zuvor genannten Aspekte zählen für mich in dieses umfassende Nachhaltigkeitsverständnis hinein. Eine Politik der globalen Nachhaltigkeit ist auch gut für uns daheim. Wer den globalen Wandel angehen will, muss vor der eigenen Haustür anfangen. Als wirtschaftsstarke Region werden wir nur stark bleiben, wenn wir bei der sozial-ökologischen Transformation Vorreiter sind. Mobilität spielt hierbei in vielerlei Hinsicht eine Rolle.

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STATEMENT FDP

Mobilität beginnt im Kopf von Dr. Jens Brandenburg

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obilität ist ein Grundbedürfnis der Gesellschaft und ein Kernelement der Freiheit. Je mobiler wir sind, desto unabhängiger sind wir von örtlichen Beschränkungen unseres Lebensraumes. Wir wollen frei und selbst entscheiden können, wann, wie und wohin wir uns bewegen. Daher spielt Mobilität für die Freien Demokraten schon immer eine besondere Rolle. Häufig spricht man in der Politik in Zusammenhang mit Sport, Reisen oder Verkehrskonzepten von Mobilität. Aber auch in der Aus- und Weiterbildung begegnet man diesem Begriff immer wieder. Bei Schulwechseln innerhalb Deutschlands oder mit Auslandaufenthalten sind junge Menschen mobil. Die soziale Mobilität und berufliche Aufstiegschancen sind wesentliche Ziele eines durchlässigen Bildungssystems. Gute Bildung befähigt Menschen zu geistiger Mobilität und einem selbstbestimmten Leben. Bildungswege sollten so vielfältig sein wie die Menschen selbst. Der Geldbeutel der Eltern oder gesundheitliche Beeinträchtigungen dürfen auf diesen Wegen keine Barrieren sein. Schaffen wir also mehr Mobilität im Bildungssystem: 1. Föderale Mobilität: Der Umzug in ein anderes Bundesland ist in Deutschland für viele Eltern, Schülerinnen und Schüler eine Herausforderung. Im föderalen System legt jedes Land eigene Regeln, Standards und Lehrpläne fest. So sehen sich viele Jugendliche gezwungen, die Schulform zu wechseln oder ein ganzes Schuljahr zu wiederholen, nur weil das Fremdsprachenangebot sich an weiterführenden Schulen unterscheidet. Große Abstände gibt es auch in der Qualität der Lehre. Mehr als zwei Schuljahre sind sächsische Neuntklässler ihren Bremer Altersgenossen im Lesen voraus. Baden-Württemberg ist in den letzten 10 Jahren von einer Spitzenposition ins bildungspolitische Mittelfeld abgerutscht. Das Abitur ist zwischen den Bundesländern nicht mehr vergleichbar, sagt das Bundesverfassungsgericht. Schon zwischen direkt benachbarten Kommunen schwankt die Ausstattung der Schulen enorm, auch im Rhein-Neckar-Kreis. Dabei ist Bildung der Schlüssel für gleichwertige Lebensverhältnisse im Land. Der eigene Wohnort oder ein Umzug dürfen keine Bildungsbremsen sein. Der Bildungsföderalismus muss endlich modernisiert werden: Schaffen wir bundesweit einheitliche und verbindliche Bildungsstandards auf hohem Niveau und geben wir den Schulen vor Ort mehr Freiheit in der Umsetzung.

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Foto: Tobias Koch

Dr. Jens Brandenburg ist seit 2017 Mitglied des Deutschen Bundestages für die Region RheinNeckar. Für die Fraktion der Freien Demokraten ist er Sprecher für Studium, berufliche Bildung und lebenslanges Lernen sowie für LSBTI. In der Enquete-Kommission „Berufliche Bildung in der digitalen Arbeitswelt“ ist er Obmann für seine Fraktion. Seit Januar 2019 ist Jens Brandenburg Vorsitzender der Arbeitsgruppe „Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung“ der Freien Demokraten im Deutschen Bundestag.

An der Universität Mannheim hat er Politikwissenschaft und Volkswirtschaftslehre studiert. Seine Promotion schloss er an der Graduate School of Economic and Social Sciences in Mannheim ab. Vor seiner Tätigkeit als Abgeordneter im Deutschen Bundestag wirkte er in einer großen, international tätigen Strategieberatung.


2. Internationale Mobilität: In einer globalisierten Arbeitsund Lebenswelt werden interkulturelle Kompetenzen und Fremdsprachenkenntnisse immer wichtiger. Das spiegelt sich auch in der Bildung wider. Im Studium und in der beruflichen Ausbildung entscheiden sich immer mehr junge Menschen für einen Aufenthalt im Ausland. Diese moderne Variante der frühen Wanderjahre im Handwerk stärkt die persönliche Entwicklung und erweitert den eigenen Horizont. Während das Erasmus-Semester im europäischen Ausland in vielen Studiengängen schon die Regel ist, scheitern Auslandserfahrungen in der beruflichen Bildung oft an unnötigen Hürden. Mangelnde Beratung, die schwierige Suche nach Partnerbetrieben im Ausland, bürokratische Barrieren und starre Lehrpläne an berufsbildenden Schulen stehen vor allem kleinen Betrieben oft im Weg. Ändern wir das und schaffen wir eine leistungsstarke Austauschagentur für die berufliche Bildung, die Auszubildende, Betriebe und berufsbildende Schulen unterstützt. Was an den Hochschulen funktioniert, darf der beruflichen Bildung nicht vorenthalten werden. 3. Soziale Mobilität: Der Bildungserfolg hängt in Deutschland stärker als in anderen entwickelten Staaten von der Herkunft ab. Schon im Kindesalter macht es einen Unterschied, ob die Eltern Geschichten vorlesen und Neugierde wecken – oder eben nicht. Diese soziale Spaltung hat sich mit den Coronabedingten Schulschließungen verschärft. Nicht jedes Kind hat ein eigenes Zimmer, einen eigenen Computer und Eltern, die das tägliche Home-Schooling übernehmen können. Als ich vor drei Jahren im Deutschen Bundestag eine Unterstützung für digitale Endgeräte der Schüler gefordert habe, antwortete Bildungsministerin Anja Karliczek, das sei gar nicht nötig und mit den Hartz IV-Sätzen ohnehin schon abgegolten. Die Krise beweist das Gegenteil. Der Zugang zu guter Bildung darf nicht

von der sozialen oder finanziellen Herkunft abhängen, in keiner Altersgruppe. Viele Studierende haben ihre Nebenjobs verloren und wissen nicht mehr, wie sie ihr Studium noch finanzieren können. Das BAföG braucht eine grundlegende Reform, um wieder allen Menschen ein Studium zu ermöglichen. Auch den Einstieg in die berufliche Bildung und persönliche Weiterbildungen sollten wir unterstützen. Für gute Bildung ist es nie zu spät. 4. Geistige Mobilität: Veränderung hält frisch. Das gilt erst recht im Zeitalter der Digitalisierung. Zick-zack-Lebensläufe, Berufs- und Arbeitgeberwechsel sind die neue Normalität. Jeder Mensch soll nicht Passagier, sondern Pilot des eigenen Lebens sein. Ein gutes Bildungssystem gibt nicht starre Einbahnstraßen vor, sondern flexible Bildungswege. Der Wechsel zwischen beruflicher und akademischer Bildung muss ebenso möglich sein wie der Neustart in eine ganz andere Branche. Gründer und Gründerinnen verdienen nicht bürokratische Hürden, sondern Respekt und Unterstützung. Neben direkt beruflich verwertbaren Bildungsangeboten eröffnet auch die politische, kulturelle oder persönliche Bildung neue Wege. Schule sollte Kreativität fördern und Lust auf Neues machen. Weniger Fehler-Schablone, mehr Stärken stärken. Meine persönliche Leidenschaft als Bildungspolitiker und Walldorfer Bundestagsabgeordneter gilt einer weltbesten Bildung für jeden - unabhängig von der sozialen, finanziellen oder regionalen Herkunft. Dafür gibt es viel zu tun. Deutschland hat sich viel zu lange auf früheren Bildungserfolgen ausgeruht und die digitale Bildung längst verschlafen. Das muss sich ändern: Machen wir weltbeste Bildung zur Kernaufgabe der 2020er Jahre! Sie ist der beste Schlüssel für ein selbstbestimmtes Leben. Denn Mobilität beginnt im Kopf.

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STATEMENT CDU

Mobilität ist ein Grundbedürfnis der Menschen und bedeutet Freiheit und Zukunft. von Moritz Oppelt

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ür mich als Berufspendler ist die Mobilität ein alltägliches Thema. Eine gute Mobilität in der Fortbewegung ist das Fundament und der Antrieb für Wachstum, Wohlstand, Arbeit und Zufriedenheit. Mobil zu sein ist ein wichtiger Aspekt unserer persönlichen Freiheit. Diese individuelle Mobilität wollen wir erhalten. Sie ist die wesentliche Voraussetzung für eine selbstbestimmte Lebensführung aller Bürgerinnen und Bürger. Sie darf deshalb auch nicht zur sozialen Frage werden. Gleichwohl: Die Mobilität der Zukunft – egal in welcher Form – müssen wir durch richtige politische Weichenstellungen und das Setzen von Anreizen so ausrichten, dass wir verkehrsträgerübergreifend die Emissionen deutlich reduzieren und so einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Bezahlbar und klimaschonend, aber auch barrierefrei, verlässlich und sicher – so stelle ich mir die Mobilität der Zukunft vor. Kein Verkehrsmittel allein kann all diese Anforderungen erfüllen. Wir brauchen daher eine kluge Strategie, welche vorausschauend die Vielzahl von Konzepten und Maßnahmen miteinander verbindet. Ich lehne es ab, Verkehrsträger gegeneinander auszuspielen oder Verkehrsteilnehmer mittels Verboten zu bevormunden. Staatlicher Dirigismus, der glaubt, detailliert festlegen zu können wie, wo und mit welcher Technologie dies erfolgt, führt nicht zum Ziel. Ich vertraue auf die Prinzipien der Sozialen Marktwirtschaft in einer klugen Kombination aus Anreizen, Ordnungsrecht und der Freiheit in Verantwortung des Einzelnen. Für eine Seniorin im Stadtkern von Walldorf bedeutet Mobilität etwas anderes als für einen 15-jährigen Schüler aus einem kleinen 600-Seelen-Dorf im Odenwald. Die besondere Struktur unserer Region aus verdichteten Ballungsgebieten und ländlich geprägten Räumen macht deshalb eine kluge Vernetzung der verschiedenen Verkehrsmittel unerlässlich.

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Foto: Danilo Floreani

Moritz Oppelt wurde am 04.02.1989 in Heidelberg geboren und lebt gemeinsam mit seiner Frau und seiner Tochter in Neckargemünd. Moritz Oppelt ist Jurist und arbeitet in Stuttgart als Abteilungsleiter in der Steuerfahndung von Baden-Württemberg.

Im September 2020 nominierte ihn die CDU Rhein-Neckar als Nachfolger von Prof. Dr. Stephan Harbarth für die Bundestagskandidatur im Wahlkreis Rhein-Neckar.


Ich will mich dafür einsetzen, dass Technologieoffenheit und Innovation deutlich stärker gefördert werden. Der Staat soll sich nicht in die Zieltechnologie einmischen. Er soll nicht vorgeben, ob künftig mit erneuerbaren oder synthetischen Kraftstoffen, batterie- oder leitungselektrisch oder mit Wasserstoff gefahren wird. Selbst die Nutzung fossiler Ausgangsstoffe scheint mit neueren Verfahren zur Emissionsvermeidung weiterhin möglich. Wir müssen auf einen Mix von leistungsfähigen Mobilitätsangeboten, innovativer Forschung und einer intelligenten Infrastruktur setzen, welche die Kopplung der unterschiedlichen Verkehrsträger möglich macht. Dazu müssen wir mit staatlicher Innovationsförderung Optionen schaffen, die den Wettbewerb um die effektivsten Lösungen eröffnen. Wir müssen wieder bereit sein mehr Geld in Ausbildung, Forschung und Entwicklung in unserem Land zu investieren: Denn die beste Antriebstechnik der Zukunft entwickeln gut ausgebildete Facharbeiter und hochqualifizierte Entwicklungsingenieurinnen – nicht die Politik. Die Mobilität steht vor einem grundlegenden Wandel: Prozesse der Digitalisierung, Vernetzung und Automatisierung werden umfassende Änderungen mit sich bringen. Deutschland muss auch hier mobil sein und diese Änderungen annehmen. Viel zu oft sind wir hier zu schwerfällig und träge: überbordender Datenschutz, lange Verwaltungsverfahren und eine Grundskepsis gegenüber neuen Entwicklungen bremsen den Fortschritt in unserem Land zunehmend ein. Ohne Naivität, aber mit einem deutlich stärkeren Grundoptimismus müssen wir uns den Veränderungen in der Mobilität, die oftmals nur stellvertretend für die Veränderungen in der gesamten Wirtschaft stehen, stellen und uns wieder an die Spitze des Fortschrittes setzen! Mobilität bedeutet für mich als bekennenden Europäer aber auch Frieden und Freiheit. Wenige Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg haben couragierte Staatsmänner wie Konrad Adenauer, Robert Schuman und Alcide De Gasperi den Teufelskreis aus Hass und Krieg durchbrochen. Mit konkre-

ten Schritten haben sie den Weg der europäischen Einigung eingeschlagen. Davon profitieren wir bis heute. Nie zuvor gab es eine längere und konstantere Phase des Friedens auf unserem Kontinent. Deutschland in der Mitte Europas hat dieser Einigung besonders viel zu verdanken. Die Europäische Union ist unser Garant für Frieden und Freiheit, für Wohlstand, für die Achtung der Menschenrechte, für Sicherheit und Stabilität. Freier Zugang zu Arbeit und Hochschulen, europaweit anerkannte Abschlüsse, gemeinsame Forschung – diese Mobilität innerhalb Europas eröffnet uns allen nie dagewesene Möglichkeiten. Dank des europäischen Binnenmarktes und unserer gemeinsamen Währung – sprich der Mobilität von Waren, Geld und Arbeit – durften wir einen wirtschaftlichen Aufschwung und Wohlstand erleben, den wir ohne Europa so nicht erreicht hätten. Als Zeichen des europäischen Zusammenhalts und des wirtschaftlichen Aufbruches nach der Corona-Pandemie wünsche ich mir deshalb, dass wir gemeinsam als Europäer neue Eisenbahn-Schnellfahrstrecken zwischen den Metropolen der Europäischen Union realisieren, um die Mobilität auf dem europäischen Kontinent noch weiter zu verbessern. Die Menschheit ist so mobil wie nie zuvor. Natürlich hat diese hohe Mobilität auch ihre Schattenseiten. Die CoronaPandemie hat uns gezeigt, wie verletzlich unsere Zivilisation sein kann. Mit rasender Geschwindigkeit hat sich das Coronavirus weltweit ausgebreitet und tausende Menschenleben gefordert. Wie kostbar die Mobilität sein kann, haben wir alle erlebt, als die Menschheit auf der ganzen Welt in den Lockdown ging oder als jüngst ein erheblicher Teil des weltweiten Warenverkehrs durch die kurzzeitige Blockade des SuezKanals zum Erliegen kam. In unser aller Interesse muss es deshalb sein, dass wir auch in Zukunft weltweit mobil sein können. Dafür braucht es aber eine gemeinsame europäische Antwort auf die Probleme der globalisierten Welt: ob im Gesundheitsschutz, der Frage nach der Freiheit der Seewege oder der Bekämpfung des Klimawandels – das haben die letzten Monate und Jahre eindrücklich gezeigt.

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HEALTH & WORK

Wie gestalten Sie Ihr Homeoffice effizient? von Isabella Münstermann, ZAP Fitness & Prävention

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ontagmorgen, der Wecker klingelt. Einmal kurz strecken, Zähne putzen und ab an den Schreibtisch. Aus dem Bett an den Schreibtisch. Hört sich doch hervorragend an, oder? Der Begriff Homeoffice wird häufig mit Unabhängigkeit, Selbstbestimmung und Entspannung in Verbindung gesetzt und klingt nach einem großen Traum für viele. Auf den ersten Blick.

Das sind Orte der Entspannung und nicht der Produktivität. Der Arbeitsplatz soll schon signalisieren, dass er ein solcher ist. Den Luxus eines eigenen Büros zu Hause kann nicht jeder für sich beanspruchen. Trotzdem ist es wichtig, den Bereich des Arbeitens vom Wohnbereich zu trennen. Zumindest gedanklich. Am Schreibtisch wird gearbeitet, auf dem Sofa wird entspannt.

Auf den zweiten Blick sieht das ganz anders aus. Ablenkungen tauchen von überallher auf. Es fällt schnell auf: Die Arbeitsproduktivität lässt nach. Um die gleiche Produktivität, wie im Büro aufzuweisen, ist ein hohes Maß an Selbstdisziplin und Organisation von Nöten.

Zweitens ist es wichtig, dass Sie Ihren Arbeitsplatz so einrichten, dass Sie den ganzen Arbeitstag daran sitzen können,

Das Arbeiten im Homeoffice ist Risiko und Chance zugleich. Mit den richtigen Tipps und Tricks, lässt sich das Arbeiten aber so gestalten, dass Homeoffice mehr Chance als Risiko darstellt.

Ein geeignetes Arbeitsklima schaffen

Der erste Schritt ist die Gestaltung eines optimalen Arbeitsplatzes. Wählen Sie einen ruhigen Ort, an dem Sie sich gut konzentrieren können und nicht von potenziellen Störfaktoren abgelenkt werden. Sofa oder Bett fallen nicht in diese Kategorie!

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ohne dass körperliche Beschwerden auftreten. Wenn dies gegeben ist, spricht man von einem sogenannten ergonomischen Arbeitsplatz. Ein ergonomischer Arbeitsplatz gewährleistet, dass Schreibtisch und Stuhl so eingestellt sind, dass die Beine in einem Winkel von etwas über 90° angestellt und die Unterarme in einem Winkel von 90° auf der Tischplatte abgelegt werden können. Der Bildschirm sollte ca. 50 cm vom Gesicht entfernt sein und der obere Rand des Bildschirms sich auf Höhe der Augen befinden.


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Als drittes soll Ihr Arbeitsplatz so ordentlich wie möglich gestaltet werden, ohne Dinge, die von der Arbeit ablenken. Das bedeutet: Nur die nötigen Materialen haben Platz auf dem Schreibtisch. Alles andere wird weggeräumt! Mögliche Störfaktoren sollen zu Gunsten Ihrer Produktivität eliminiert werden. Am besten ist: Es läuft weder Musik, noch liegt das Privathandy in greifbarer Nähe. Mit Familienmitgliedern und Mitbewohnern soll klar kommuniziert werden, wann und wie lange gearbeitet wird, um Störungen in dieser Zeit zu vermeiden. Damit das normale „Arbeitsfeeling“ nicht verloren geht, ist es empfehlenswert, sich entsprechend zu kleiden. Das Umziehen unterstützt die Distanz zwischen Arbeit und Freizeit und hilft dabei sich motiviert und produktiv zu fühlen. Sich morgens fertig zu machen und abends die Jeans gegen eine Jogginghose zu tauschen, zieht nochmals eine Grenze zwischen Beruf und Privatleben.

Selbstorganisation

Routinen helfen, im Alltag Struktur zu bewahren. Ohne Struktur wird das Homeoffice bald zum Alptraum. Aufgaben werden liegen bleiben und die Motivation nach und nach sinken. Nur weil es zu Hause keine Kontrolle in der Hinsicht gibt wann angefangen wird zu arbeiten, heißt es nicht, dass man so lange schlafen sollte, wie man möchte. Es ist von Vorteil, den gewohnten Tagesablauf soweit es geht beizubehalten. Zum einen, damit keine zeitliche Umgewöhnung stattfinden muss, sobald es wieder zurück ins Büro geht. Zum anderen aber auch, um die Gefahr zu minimieren, sich im Homeoffice hängen zu lassen. Es lohnt auch weitere Gewohnheiten zu etablieren, wie zum Beispiel Pausenund Abendroutinen. Pausen helfen Ihnen die Produktivität und Konzentration aufrecht zu erhalten. Wer im Homeoffice arbeitet, neigt oft dazu durchzuarbeiten und Pausen gänzlich zu vergessen. Das ist jedoch kontraproduktiv. Körper und Geist brauchen Pausen, die

fest eingeplant und am besten so gestaltet werden, dass der Kopf für eine gewisse Zeit abschalten kann, sei es bei einem Spaziergang oder einem ausgiebigen Mittagessen fernab des Arbeitsplatzes. Durch Abendroutinen wird der Feierabend eingeleitet. Routinen helfen Ihnen dabei abzuschalten und zu entspannen. Mit einer täglich wiederkehrenden Gewohnheit fällt es Ihnen leichter, nach der Arbeit in den Feierabend-Modus umzuschalten. Sie können zum Beispiel den Arbeitsplatz für den nächsten Tag vorbereiten und Ordnung schaffen. Nach der Arbeit eine Runde Sport oder frische Luft? Was die Abendroutinen angeht, können Sie für sich entscheiden, was Ihnen in der Situation guttut. Ein sehr wichtiger Punkt, was die Struktur im Homeoffice angeht, ist auch die zeitliche und inhaltliche Planung Ihres Arbeitstages. Es hilft ungemein alle Aufgaben aufzuschreiben und zeitlich zu terminieren, um den Überblick nicht zu verlieren und die geplante Arbeitszeit einzuhalten. Damit auf lange Zeit Ihre Konzentrationsfähigkeit nicht abnimmt, sind Sport und Bewegung ausschlaggebende Faktoren. Sport und ausreichende Bewegung sollten gerade im Homeoffice bei Ihnen auf dem Tagesplan stehen, da der Arbeitsweg komplett wegfällt, der sonst wenigstens für ein bisschen Bewegung gesorgt hat. Der wegfallende Arbeitsweg kann auch als Chance verstanden und die gesparte Zeit für ein morgendliches Workout genutzt werden. Abschließend lässt sich sagen, dass Homeoffice ganz klar eine große Herausforderung darstellt und es alles andere als einfach ist, sich jeden Tag selbst zu motivieren und über einen langen Zeitraum produktiv zu bleiben. Die oben genannten Tipps sollen keinen Druck auf den Einzelnen ausüben, falls etwas davon nicht klappt. Es werden lediglich Möglichkeiten aufgezeigt, an die Herausforderung Homeoffice heranzugehen und sich Schritt für Schritt in Richtung der Selbstorganisation und Selbstdisziplin zu bewegen.

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Gesundheit & Fitness

KURZ NOTIERT ...

Unsere Studenten bewegen das Landratsamt

Unsere fünf BA-Studenten haben im Rahmen eines socialmedia-Projekts die Videoreihe Gesund am Arbeitsplatz für Sie ins Leben gerufen. Die kurzen Clips bewegen Sie dazu, den Arbeitsplatz ergonomisch zu gestalten und aktiv etwas gegen die typische Bürohaltung zu tun. Es werden Ihnen Möglichkeiten aufgezeigt wie Sie sich am Arbeitsplatz fit halten und auch Pausen aktiv nutzen können. Wir sind besonders stolz darauf, dass unser Kooperationspartner das Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis diese Beiträge auf unseren Social Media Plattformen, sowie auf unserer Internetseite sehr wertschätzt. In Zukunft wird das Landratsamt diese Videos für das eigene interne Betriebliche Gesundheitsmanagement der Mitarbeiter nutzen. Frau Voigt, die Personalleiterin des Landratsamts beschreibt die Videos als „besonders geeignet“ für das Homeoffice. Wir hoffen, dass auch Sie sich ein Beispiel daran nehmen, denn das Arbeiten von Zuhause wird uns auch zukünftig begleiten.

Zeit für den nächsten Schritt

Eine ereignisreiche, schöne und lehrreiche Zeit geht für mich im ZAP zu Ende. Hinter mir liegen viele schöne Momente und Begegnungen, auf die ich gerne zurückblicke. Durch die abwechslungsreiche Arbeit habe ich mich persönlich und beruflich weiterentwickelt. Meine lieben Kollegen, Kunden und das tolle Arbeitsklima werde ich sehr vermissen. Vor mir liegt ein neuer Lebensabschnitt mit aufregenden Erfahrungen. Es war schön mit Euch und ich bin dankbar für alles was ich hier erlebt habe und lernen konnte. Unsere BA-Studenten v. l. n. r.: Isabella Münstermann, Stefan Schütt, Tim Kramer, Alice Fippinger und Jennifer Braunert

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Meiner Nachfolgerin, die noch gesucht wird, wünsche ich alles Gute.


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THERAPEUTEN RAT

Mobilität und Kräftigung bei rheumatoider Arthritis der Hand

von Lea Schütt und Benjamin Schauer, ZAP Physiotherapie

Erkrankung, Symptomatik und Folgen

Wenn Hand und Finger schmerzen, sich unbeweglich anfühlen und geliebte Aktivitäten wie Klavierspielen, Häkeln oder Bastelarbeit schwierig werden, kann rheumatoide Arthritis ein Grund dafür sein. Rheumatoide Arthritis, Polyarthritis oder auch ganz einfach nur Rheuma ist die häufigste entzündliche Krankheit der Gelenke und zählt zu den Autoimmunerkrankungen. In diesem Fall richtet der Körper seine eigenen Abwehrkräfte nicht – wie vorgesehen – gegen fremde Erreger, sondern das Immunsystem bekämpft körpereigene Strukturen. Die Folge können Gelenkschmerzen, Schwellungen der Fingergelenke und morgendliche Steifigkeit sein. Wichtige Alltagsaktivitäten sind dann oft nur unter Schmerzen möglich oder werden aufgrund von Beweglichkeits- und Kraftproblemen gänzlich unmöglich. Manchmal ist die Mobilität dramatisch eingeschränkt. Doch muss das wirklich so sein? Es wird vermutet, dass der Kraftverlust auf das Absterben von Zellen zurückgeführt werden kann, die aufgrund der Immunabwehr geschädigt werden. Treten Schmerzen bei bestimmten Tätigkeiten auf, ist es außerdem nicht verwunderlich, dass diese vermieden werden. Durch den Nichtgebrauch vergrößert sich jedoch der Abbau von Muskelmasse. Trainingswissenschaftler sprechen von „Use it or lose it“.

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Ganz ähnlich verhält es sich bei Bewegungseinschränkungen. Diese betreffen zwar vornehmlich Hand und Finger, über kurz oder lang aber kann die gesamte obere Extremität betroffen sein. Die Hand wird weniger benutzt, worunter auch die Mobilität des gesamten Arms leidet. Hobbies und Haushaltstätigkeiten werden gemieden, Restriktionen weiten sich über die Extremität hinweg aus und Bewegungen werden weniger. Aus dieser Folge wird unmittelbar ersichtlich, wie wichtig es ist, alle Gelenke der oberen Extremität mobil zu halten und mit speziellen Übungen zusätzlich – so gut es eben geht – den Muskel-Sehnen-Bandapparat und damit die Gelenke zu bewegen.

Maßnahmen zur Verbesserung der Schmerzsituation, Funktionalität und Lebensqualität

Entgegen einer spontanen Einschätzung – die möglicherweise ein „sich-Schonen“ propagiert, gibt es Übungsprogramme, die leicht umzusetzen sind und durchaus deutlich positive Effekte zeigen. In der sogenannten SARAH-Studie (Strengthening and Stretching for Rheumatoid Arthritis of the Hand) wurde ein beispielhaftes Programm erstellt und in seiner Effektivität untersucht. Bereits zuvor konnten Forscher herausfinden, dass sich ein aktives Trainingsprogramm positiv auf rheumatoide Arthritis auswirken kann.

Das Programm sollte über mindestens 12 Wochen durchgeführt und dabei regelmäßig in der Intensität gesteigert werden. Die speziellen Handübungen beinhalten sieben Mobilitätsübungen und vier Kräftigungsübungen. Zu Beginn sind die Übungen mit moderater Anstrengung und geringer Wiederholungsanzahl durchzuführen. Dadurch ist ein Aufflammen der Symptomatik unwahrscheinlich und gut kontrollierbar. Im Verlauf des Übungsprogramms kann der Grad der Anstrengung schrittweise gesteigert werden. Ziel sollte hierbei sein, so nah wie möglich an die ideale Übungsausführung heranzukommen. Intensität, Wiederholungszahl und Übungsdauer, die individuell gut toleriert werden und gleichzeitig nicht zu leicht sind, bestimmen den idealen Trainingsreiz, den es auszuloten gilt. So werden die Mobilitätsübungen einmal täglich mit jeweils fünf Wiederholungen pro Übung durchgeführt. Zunächst soll am Ende der Bewegung die eingenommene Position fünf Sekunden gehalten werden. Als erste Steigerung (beispielsweise nach einer Woche) kann die Wiederholungszahl auf zehn erhöht werden. Als zweiter Schritt wird anschließend die Haltedauer auf zehn Sekunden gesteigert. Im Folgenden sind die Übungen bildlich dargestellt sowie erläutert und sollen mit bereits beschriebener Dosierung ausgeführt werden.


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1. Fingerbeugung: Die Finger werden im Grundgelenk gebeugt.

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3. Fingerlaufen: Die Hand und die Finger liegen auf einem Tisch und Sie bewegen diese darüber in Richtung Daumenseite. Die Finger sind dabei gestreckt.

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5. Handgelenksdrehungen: Drehen Sie das Handgelenk in eine und dann in die andere Richtung.

2. Sehnengleiten: In der Ausgangsposition sind die Finger gestreckt. Anschließend werden alle Fingergelenke gebeugt.

4. Finger abspreizen: Spreizen Sie die Finger auseinander.

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6. Hand hinter den Kopf: Führen Sie die Hand hinter den Kopf. Bei dieser und der letzten Übung wird die Mobilität aller Gelenke der oberen Extremität adressiert.

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7.Schürzengriff: Nehmen Sie die Hand hinter den Rücken, sodass dieser mit dem Handrücken berührt wird.

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Die vier folgenden Kräftigungsübungen sollen ebenfalls einmal täglich durchgeführt werden. Falls möglich, initial mit einem Durchgang à 8 bis 12 Wiederholungen und moderater Intensität. Als erste Steigerung kann auf zwei Durchgänge erhöht werden. Anschließend wird das Training intensiver gestaltet, sodass die letzten Wiederholungen nicht mehr so einfach durchzuführen sind. Durch die dritte Steigerung soll das Training dann schwer bis sehr schwer erscheinen, weshalb ein weiterer Durchgang

hinzukommt. Im Folgenden werden die Kräftigungsübungen mithilfe von Bildern erklärt, die Dosierung bleibt wie bereits beschrieben.

mindestens 12 Wochen zu einer deutlicheren Verbesserung der handbezogenen Funktion und der Schmerzen im Vergleich zur konventionellen Therapie kommt.

Nach Veröffentlichung der SARAH-Studie wurden in den darauffolgenden Jahren zahlreiche Studien zur Wirksamkeit des beschriebenen Interventionsprogramms durchgeführt und veröffentlicht. Die Ergebnisse legen nahe, dass es bei einer täglichen Durchführung dieses speziellen Übungsplanes über einen Zeitraum von

Die in der SARAH-Studie beschriebenen Übungen können demnach auch für Sie persönlich eine Möglichkeit zur Verbesserung oder Erhaltung Ihrer Handfunktion darstellen. Sie benötigen dafür nicht viel und können sie nach der Eingewöhnungszeit auch in Ihren Alltag integrieren, z. B. beim Fernsehschauen.

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1. Exzentrische Handgelenksstreckung: Für diese Übungen benötigen Sie ein Theraband oder einen Loop. Sie umgreifen dieses in Neutralposition der Hände. Dann strecken Sie das Handgelenk und gehen dann sehr langsam wieder zurück in die Ausgangsposition. Achten Sie darauf, dass Sie sich nicht vom Widerstand zurückziehen lassen, sondern aktiv dagegenhalten.

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2. Greifen: Sie umgreifen einen etwa stabdicken Gegenstand und drücken zu.

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3. Finger heranziehen: Legen Sie sich Wattepads oder Knete zwischen die Finger und drücken Sie diese zusammen.

4 Nicht zu vergessen: In weiteren Untersuchungen konnten Menschen mit rheumatoider Arthritis von einem Ganzkörpertraining zur Verbesserung von Kraft, Ausdauer und der aktiven Beweglichkeit profitieren. Kommen Sie doch einfach auf uns zu, falls Sie noch weitere Fragen haben, wir unterstützen Sie gerne bei der Wiederfindung und Fortentwicklung ihrer Mobilität! 4. Fingergreifen: Drücken Sie mit Daumen und Zeigefinger beispielsweise ein gefaltetes Handtuch zusammen.

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FIT & GESUND

Steife Gelenke und knarzende Sehnen – Dehnen hilft jenen, die sich nach Besserung sehnen Ein Exkurs zum Mobilitätstraining und eine Erklärung der verschiedenen Methoden des Dehnens von Alice Fippinger und Stefan Schütt, ZAP Fitness & Prävention

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rüh morgens aufzustehen fällt so manchen von uns schwer: statt spritzig und agil in den Tag zu starten, kostet allein schon der Weg aus dem Bett und ins Bad enorme Überwindung. Der Körper möchte nicht so, wie man sich das vorstellt. Ob es der Rücken, die Beine oder sogar die Füße bis in die Zehenspitzen sind – alles fühlt sich steif an, unbeweglich, wie festgefroren. Erst nach ein paar vorsichtigen, unbeholfenen Lockerungsübungen kann wieder Bewegung in den Apparat gebracht werden. Was hat es damit auf sich? Im folgenden Beitrag erklären wir, welchen Effekt das Dehnen auf unseren Bewegungsapparat hat.

Was ist Dehnen oder Stretching?

Stretching kommt aus dem Englischen to stretch und bedeutet dehnen oder strecken. Durch Dehnübungen wird die Flexibilität der Muskeln und Gelenke er-

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halten und verbessert. Stretching kann zudem die Trainingsleistung steigern, Verspannungen lösen und Stress reduzieren.

Was bringt uns das Stretching?

Stretching ist notwendig, um langfristig die Flexibilität und Mobilität der Gelenke zu erhalten und Sehnen und Bänder zu stärken. Auch im hohen Alter kann man von regelmäßigem Dehnen profitieren. Besonders Dehnübungen für die Oberschenkel- und Wadenmuskulatur sowie die Brust- und Schultermuskulatur können dazu beitragen, die Selbstständigkeit möglichst lange zu bewahren. Ob beim Ankleiden, Einkaufen, bei der Hausarbeit oder der Körperpflege; eine ausreichende Beweglichkeit kann den Alltag deutlich erleichtern. Medizinisch ging man lange davon aus, dass Stretching bei Muskelkater und als präventive Maßnahme gegen Sportverletzungen hilft. Mittlerweile gibt es ver-

schiedene Studien, welche gegenteiliges belegen. Vor dem sogenannten Muskelkater oder Zerrungen kann auch eine gedehnte Muskulatur nicht schützen. Ein Training, sei es Kraft- oder Ausdauertraining, belastet die Muskulatur und es entstehen winzige Risse in den feinen Muskelfasern, welche letztendlich bei der darauffolgenden Heilung Entzündungsprozesse zur Folge haben. Diese werden als Muskelschmerzen wahrgenommen und sind der natürliche Ablauf des Muskelwachstums. Dehnübungen können das nicht verhindern, sondern sich unter Umständen negativ auf die Heilung auswirken und diese verlangsamen. In speziellen Trainingssystemen findet jedoch sogar Dehnen mit Gewicht nach dem Training statt. Dieses loaded Stretching soll die feinen Risse in den Muskelfasern nochmals intensivieren und so


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für schnelleres Muskelwachstum sorgen. Diese Methode ist allerdings mit Vorsicht zu genießen, da hier eine erhöhte Verletzungsgefahr besteht. Auf der anderen Seite wiederum wird die Muskelstruktur inklusive der Faszien – das Bindegewebe der Muskulatur – durch die ausgeführte Dehnung besser durchblutet und mit wichtigen Nährstoffen und Sauerstoff versorgt, was folglich zu einer schnelleren Regeneration und höherer Leistungsfähigkeit führt.

Warum kann Dehnen schmerzen?

Schmerzen sind ein Schutzmechanismus des Körpers. Heißt das nun, dass Dehnen prinzipiell schlecht ist? Nein, dieser Schmerz soll den Körper lediglich vor einer Überdehnung schützen. Eine solche Überdehnung kann auf Dauer Bänder und Gelenke schädigen und sorgt für Instabilität sowie eine höhere Verletzungsanfälligkeit. Um die Physiologie des Dehnens zu verstehen sollte man wissen, dass jeder Muskel einen Ansatz und einen Ursprung hat. Diese beiden Enden des Muskels werden auch Muskelspindeln genannt. Bei einer optimalen Dehnung entfernen sich diese maximal voneinander, so dass es zur Streckung des Muskels kommt. Rezeptoren innerhalb dieser Muskelspindeln senden dabei Signale an das Rückenmark und der Schmerz setzt ein. Je länger man in der Dehnposition verharrt, desto schwächer werden diese Signale und der betroffene Muskel entspannt sich wieder. Aus diesem Grund wird dazu geraten, die Dehnübung zwischen 10 und 90 Sekunden lang auszuführen, um den größten Effekt zu erzielen.

Welche Arten von Dehnübungen gibt es?

Dehnübungen kann man in verschiedene Kategorien unterteilen. Wir haben nachfolgend die bekanntesten Arten zusammengefasst: Dynamisches Dehnen Unter diesem Begriff versteht man weiche, schwunghaft federnde Bewegungen in der eingenommenen Dehnposition, um etwa Verspannungen zu lösen und die betroffenen Muskeln inklusive deren Leitungsbahnen zu aktivieren. Sie werden häufig an Aufwärmphasen geknüpft, um

sportliche Leistungsvorbereitungen zu unterstützen. Ausgeführt werden diese durch gut kontrolliertes, kraftvolles Pumpen für jeweils nur 10 bis 20 Sekunden, ohne starke Dehnungsreize zu setzen. Dabei herrscht zu keinem Zeitpunkt Stillstand im eigenen Körper. Ballistisches Dehnen Diese Methode gehört zu der Kategorie des dynamischen Dehnens. Hierbei werden die Bewegungen nicht sanft federnd, sondern explosiv ausgeführt, etwa durch Sprünge, Armkreise etc.. Durch die schwungvollen, schnellen Bewegungen wird die Muskulatur gelockert und Stück für Stück flexibler. Jedoch ist auch hier darauf zu achten, dass man bei unkontrollierter oder zu intensiver Ausführung das Verletzungsrisiko steigert. Das ballistische Dehnen erfordert somit einen gewissen Grad an Erfahrung. Statisches Dehnen Unterteilen kann man hier wiederum in drei Unterkategorien; das aktive statische Dehnen, das passive statische Dehnen und das Anspannungs-Entspannungs-Dehnen.

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Wann ist der beste Zeitpunkt zum Dehnen?

Die Frage um den besten Zeitpunkt ist umstritten, denn dies ist abhängig von der Art des geplanten Trainings bzw. der ausgeführten Sportart. Das dynamische Dehnen ist als Warm-up oder Cool-down empfehlenswert, besonders wenn man Krafttraining oder Ballsportarten ausübt. Beim statischen Dehnen wird die Muskulatur gezielt maximal gestreckt und somit anfälliger für Verletzungen, wodurch sie sich besser für eine isolierte Trainingseinheit eignet. Hierbei wird die Muskelspannung, auch bekannt als der Muskeltonus, verringert und man kann anschließend nicht mit vollem Kraftpotenzial trainieren. Bei Aktivitäten wie Laufen, Tanzen, Kampfsport oder Turnen wird hingegen empfohlen, gezielt auf die statische Dehnung zurückzugreifen. Die Flexibilität der Sehnen, Muskelfasern und Bänder ist zentraler Bestandteil für Übungen dieser Sportarten. Daher ist das Verletzungsrisiko erhöht, wenn vor einem solchen Training keine Dehnung durchgeführt wird. Statisches Dehnen sollte ausschließlich im aufgewärmten Zustand durchgeführt werden, um mögliche Verletzungen zu vermeiden. Ein guter Zeitpunkt hierfür ist im Anschluss an ein Warm-up oder im Optimalfall sogar als isolierte Trainingseinheit. Kraftsportler müssen jedoch nicht enttäuscht sein, denn auch für sie gibt es einen guten Zeitpunkt, um statische Dehnübungen durchzuführen. Es spricht nichts dagegen nach einem Training die Muskulatur zu stretchen. Der Fokus sollte hier auf den Muskelgruppen liegen, die im vorangegangenen Training nicht ausgelastet wurden. Nach einem „Bein-Tag“ kann man sämtliche Muskeln des Oberkörpers dehnen und umgekehrt. Hierbei ist nur zu beachten: Bei noch aktivem

Muskelkater sollte man sich eine Pause gönnen, da ansonsten der Heilungsprozess behindert oder sogar unterbrochen werden kann. Allgemein kann jedoch gesagt werden, dass man mindestens drei Mal pro Woche circa 10 bis 15 Minuten in das Stretching investieren sollte, um von den positiven Effekten zu profitieren. Am frühen Morgen ohne steife Gelenke den Tag zu beginnen sollte kein Wunschtraum bleiben, sondern zur Normalität werden dürfen. Ein Mobilitätstraining ist ein hervorragender Begleiter, um dieses Ziel erreichen zu können. Das ZAP Team des Racket Centers in Nußloch freut sich bereits darauf, all Ihre Fragen zum Thema Mobilität in einem persönlichen Gespräch mit Ihnen zu beantworten.

Foto-Beispiele Dehnungsübungen

1. Ballistisches Dehnen: Armkreisen mit Schwung. Der Arm wird dynamisch kreisend bewegt, der Oberkörper bleibt dabei stabil. Ziel: Lockerung und Flexibilisierung der Schultermuskulatur (Rotatorenmanschette) sowie der Brustmuskulatur. 2. Statisches Dehnen: Vorbeuge im Stand. Im aufrechten Stand mit geschlossenen Beinen und geradem Rücken nach vorne beugen und mit den Fingerspitzen dem Boden so nah wie möglich kommen. Ziel: Dehnung der Oberschenkelrückseite, des Gesäßmuskels und der unteren Rückenmuskulatur. 3. Passiv statisches Dehnen: Dehnung Beinrückseite mit Auflage im Stand. Die Ferse wird, bei gestreckter Haltung des Beins, auf eine Erhöhung gelegt und die Zehenspitzen anschließend mit den Fingern in Richtung Körpermitte gezogen. Falls notwendig, kann ein Handtuch oder Band als Verlängerung genutzt werden, um die Zehenspitzen Richtung Körpermitte zu ziehen. Ziel: Dehnung der Oberschenkelrückseite und der Wadenmuskulatur.


FIT & GESUND

9 Mythen über den Sixpack und was tatsächlich hilft von Stefan Schütt, ZAP Fitness & Prävention

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ines mal vorweg: Jeder von uns hat einen Sixpack. Oft liegt er bloß gut versteckt unter einer Fettschicht. Doch wie werden wir diese los? Bekomme ich einen Waschbrettbauch, wenn ich täglich hundert Sit-ups mache oder ist es hoffnungslos, weil ich genetisch nicht dazu veranlagt bin? Wir räumen mit neun weit verbreiteten Mythen auf und zeigen Ihnen einen effektiven und gesunden Weg zum Sixpack.

Mythos 1: Bauchmuskeltraining reduziert gezielt das Bauchfett.

Wenn es doch so einfach wäre. Leider hat das Training verschiedener Muskelgruppen keinen Einfluss darauf, wo unser Körperfett zuerst abgebaut wird. Dies ist in erster Linie genetisch bedingt und daher von Mensch zu Mensch verschieden. Die einzige effektive und allgemeingültige Lösung zur Senkung des Körper- und Bauchfetts ist eine negative Energiebilanz. Das bedeutet: Erst, wenn der Körper mehr Energie verbraucht, als er zugeführt bekommt, beginnt er mit dem Fettabbau. Da die Bauchmuskulatur zu den kleineren Muskelgruppen gehört, verbrennen wir beim Bauchmuskeltraining vergleichsweise wenig Energie.

Mythos 2: Nur Bauchmuskeltraining sorgt für einen Sixpack.

Nur den Bauch zu trainieren ist auf Dauer schädlich: Auch der Gegenspieler (Antagonist) – in unserem Fall die autochthone Rückenmuskulatur – muss gleichermaßen trainiert werden. Bei einem zu einseitigen Training verkümmert der Gegen-

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spieler. Es kann zu Dysbalancen, Ungleichgewicht, Verspannungen und Verletzungen kommen. Grundübungen wie vorgebeugtes Rudern, Military Press und Kreuzheben sorgen für den Aufbau der Rückenmuskeln und trainieren parallel die Bauchmuskulatur. Auch Kniebeugen sind wesentlich effektiver für einen flachen Bauch als gesondertes Bauchmuskeltraining. Achten Sie das nächste Mal beim Ausführen der genannten Übungen auf die Spannung in Ihrem Bauch – Sie werden Ihre Bauchmuskulatur bei der Arbeit spüren!

Mythos 3: Für einen Sixpack ist Cardio-Training Pflicht.

Pflicht nicht – aber durchaus sinnvoll. Denn entscheidend für einen sichtbaren Sixpack ist vor allem ein niedriger Körperfettanteil. Nur mit einem Kaloriendefizit kann man seinen Körper dazu zwingen, Fettreserven abzubauen. Cardio-Training ist eine sehr effiziente Methode, dieses Vorhaben zu unterstützen.

Mythos 4: Der Bauch muss jeden Tag trainiert werden.

Falsch: Muskeln wachsen nicht während des Trainings, sondern in der Regenerationsphase. Gibt man einem Muskel nicht genügend Zeit zur Regeneration, kann das sogar zur Stagnation führen. Zwei bis drei Trainingseinheiten pro Woche sind daher vollkommen ausreichend. Die Bauchmuskeln tragen insbesondere zur Stabilisierung der Wirbelsäule bei und können einem Hohlkreuz entgegenwirken.


Mythos 5: Viele Wiederholungen bringen viel.

Auch hier gilt: Die Bauchmuskeln sind Muskeln, wie alle anderen auch. Darum ist der Hypertrophiebereich, also der Bereich, in dem Muskeln aufgebaut werden, mit 8 bis 15 Wiederholungen der effektivste. Alles darüber hinaus wird in den Bereich der Kraftausdauer gezählt.

Mythos 6: Einen Sixpack erreicht man am besten mit Low Carb.

Falsch: Low Carb ist keine Wunderdiät und führt nicht automatisch zu dem gewünschten Sixpack. Am wichtigsten ist immer noch die negative Kalorienbilanz. Dabei ist es egal, ob das Ziel über Low Carb, Low Fat, sonstige Diäten oder einfach über weniger Nahrungsaufnahme erreicht wird. Kohlenhydrate haben zudem wichtige Funktionen für den Körper. Sie sorgen nicht nur für schnellere Regeneration, sondern sind auch Energielieferanten für unsere Trainingseinheiten. Aber aufgepasst: Kohlenhydrate sind nicht gleich Kohlenhydrate. Einfache Kohlenhydrate, wie sie in Weißbrot, Fruchtsäften oder Süßigkeiten zu finden sind, gelangen direkt in die Blutbahn, weswegen sie nicht lange sättigen und oftmals Grund für unsere Heißhungerattacken sind. Daher sollte vorzugsweise auf komplexe Kohlenhydrate zurückgegriffen werden. Man findet sie zum Beispiel in Kartoffeln, Haferflocken oder Vollkornprodukten.

Mythos 7: Für einen Sixpack muss man genetisch veranlagt sein.

Zu einem großen Teil falsch: Es stimmt, dass manche Menschen genetisch dazu veranlagt sind, weniger Fett am Bauch anzusetzen als andere. Dafür setzt das Fett beispielsweise mehr an der Hüfte oder den Oberschenkeln an. Genetisch bedingt ist außerdem die Verteilung der Sehnenstränge über

der Bauchmuskulatur. Dementsprechend kann sich das Erscheinungsbild des Sixpacks von Mensch zu Mensch durchaus unterscheiden und vier, sechs oder acht Packs aufweisen.

Mythos 8: Abends hungern macht einen flachen Bauch.

Falsch: Auf das Abendessen zu verzichten und mit leerem Magen ins Bett zu gehen ist nicht sinnvoll. Zwar führt weniger essen zu weniger Kalorienaufnahme und dies eventuell zu einer negativen Energiebilanz, jedoch wird das Auslassen des Abendessens bei den meisten Menschen am nächsten Tag zu Heißhungerattacken führen. Dadurch werden am Folgetag oftmals vermehrt Kalorien zu sich genommen. Es ist daher nicht wichtig, wann die Kalorien über den Tag zugeführt werden, sondern wie viele. Außerdem sollte man darauf achten, bevorzugt die „richtigen“ Lebensmitteln zu essen: Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, fettarme Milchprodukte, mageres Fleisch und Fisch machen beispielsweise lange satt und beugen Heißhungerattacken vor (siehe Mythos 6). Verzichten sollte man auf Alkohol, Süßigkeiten und fettige Speisen, wie zum Beispiel Chips.

Mythos 9: Es gibt jede Menge Abkürzungen zum gewünschten Sixpack.

Falsch: Viele Unternehmen, die in der Fitnessbranche tätig sind, preisen mit Ratgebern und Nahrungsergänzungsmitteln einfache und schnelle Methoden zum gewünschten Sixpack an. Damit verdienen sie schließlich ihren Lebensunterhalt. Diese Produkte und Ratgeber mögen sich auch teilweise positiv auf die Erreichung des Traumkörpers auswirken, jedoch gilt es zu beachten: Um gesunde Ernährung, Sport und Disziplin kommen wir nicht herum.

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FIT & GESUND Wiedereinstieg in den Sport nach der Coronapause

von Isabella Münstermann, ZAP Fitness & Prävention

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rotz Lockdown und Homeoffice mindestens drei Mal die Woche ein Workout gemacht? Jeden Samstag Joggen gewesen? Kraft und Ausdauer – mindestens genauso gut wie vor dem Lockdown? Fühlen Sie sich angesprochen? Nein? Dann sind Sie nicht alleine!

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Mit dem Regierungsbeschluss Anfang November 2020 wurden alle Sportstätten einschließlich Fitnessstudios erneut geschlossen. Die wenigsten haben es geschafft ihre hart erarbeiteten, gesundheitsfördernden Routinen in einem völlig umgeworfenen Alltag beizubehalten – und das ist auch durchaus nachvollziehbar. So geht es jetzt mehr denn je darum, wieder zurück zu einem Lebensrhythmus zu finden, in dem Sport ein wichtiger Bestandteil ist. Dabei haben nicht nur diejenigen, die aufgrund der „Corona-Zwangspause“ nicht trainieren konnten, Probleme mit dem Wiedereinstieg. Besonders die Menschen, die in dieser Zeit an Corona erkrankt sind, haben oft noch im Nachgang ordentlich damit zu kämpfen. Mittlerweile gibt es in Deutschland über 3 Millionen COVID-19-Patienten, die als genesen gelten. Nach dieser Erkrankung mit all den damit einhergehenden Problematiken bedeutet genesen noch lange nicht, die alte und gewohnte Leistungsfähigkeit wiedergewonnen zu haben. Um vor einem Wiedereinstieg in ein Training die kardiologischen und respiratorischen Risiken so gering wie möglich zu halten, empfehlen wir ausdrücklich, sich auch bei geringer Symptomatik unter allen Umständen leistungsdiagnostisch untersuchen zu lassen. Im Nachgang zu jeder Art von grippalen Erkrankung und vor der Wiederaufnahme

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Welches Gewicht wähle ich für meinen Wiedereinstieg?

eines Bewegungsprogramms gelten generell folgende Grundsätze: • Mindestens 7 Tage symptomfrei sein • Alltagsaktivitäten ohne Auftreten von Ermüdungserscheinungen bewältigen können • Medikamente, die die Krankheit betreffen, bereits vollständig abgesetzt zu haben. Erst wenn diese Bedingungen erfüllt sind kann stufenweise wieder belastet werden und an einen Einstieg zurück zum Sport gedacht werden. Bei COVID-19 allerdings empfehlen wir, aufgrund der Unabwägbarkeiten in jedem Falle, eine Freigabe nach eingehender ärztlicher Untersuchung einzuholen.

Folgende Tipps erleichtern den Wiedereinstieg in den Sport und helfen dabei, alte Gewohnheiten wieder zu etablieren:

1. Langsam anfangen

Nach einer langen Trainingspause ist es wichtig, langsam wiedereinzusteigen. Wenn zu schnell zu oft und zu intensiv trainiert wird, stellt sich der Körper früher oder später quer. Im schlimmsten Fall gelangt man in einen Zustand, den man Übertraining nennt. Statt zu Leistungsfortschritten kommt es dann zu Verletzungen. Lieber langsam anfangen, dranbleiben und sich kontinuierlich steigern, damit der Körper nicht überfordert wird und Training wieder zur Gewohnheit werden kann.


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Lieber langsam starten um Verletzungen vorzubeugen!

Die Intensität und die Komplexität des Trainings soll langsam, nach und nach gesteigert werden. Die Regelmäßigkeit ist per se wichtig und beim Wiedereinstieg der absolut wichtigste Aspekt.

2. Integrieren von Sport in den Alltag

Damit Sport wieder zur Gewohnheit werden kann, empfiehlt es sich die gewünschten Trainingszeiten vorab im Wochenplan einzuplanen. Sie wollen irgendwann wieder 3-mal pro Woche für eine Stunde trainieren? Dann planen Sie diese 3 Stunden von Anfang an ein. Die Gestaltung der einzelnen Einheiten können nach und nach angepasst werden. Selbst wenn am Anfang nur 20 Minuten intensiv trainiert werden kann, ist das ein erster Schritt und die restliche Zeit kann zum Beispiel mit einem entspannten Lauf auf dem Laufband genutzt werden. Wichtig ist nur, dass Sie sich in der von Ihnen vorgegebenen Zeit körperlich betätigen. Dann haben Sie schon viel erreicht!

3. Geduld ist eine Tugend

Geduld ist im Sport das A und O. Der Körper braucht Zeit sich an die Belastungen und die gesetzten Reize anzupassen. Also seien Sie nicht zu streng mit sich und Ihrem Bewegungsapparat. Sie soll-

ten sich Zeit nehmen, Ihren Organismus wieder an das frühere Level heranzuführen. Es gibt eine grobe Faustformel die besagt: Man benötigt ungefähr die Hälfte der Zeit, die man außer Gefecht war, um wieder zurück zur alten Form zu finden.

4. Nutzen Sie einen Trainingsplan

Sie wissen nicht genau wo und wie Sie wieder anfangen sollen? Ein konkreter Trainingsplan hilft dabei, Motivation aufzubauen und Sicherheit zu empfinden. Mit einem individuellen Trainingsplan können Erfolge festgehalten, Leistungssteigerungen nachvollzogen und die Intensität des Trainings immer wieder angepasst werden. Suchen Sie sich dazu die Unterstützung von Trainingsfachleuten – Sie werden sehen, es lohnt sich!

5. Sich auch mal selbst loben

Bei noch so einem kleinen Fortschritt seien Sie stolz auf sich selbst und loben Sie sich für das, was Sie bisher geschafft haben! Das gibt Ihnen ein gutes Gefühl und verschafft Ihnen die Motivation für die nächsten Trainingseinheiten. Wir wünschen Ihnen allen ganz viel Erfolg beim Wiedereinstieg in das Training und hoffen, dass die Tipps Ihnen dabei helfen werden. Wir als ZAP-Team stehen Ihnen gerne unterstützend zur Seite!

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HIDDEN DEVICE Dr. WOLFF® Elypso

von Stefan Schütt, ZAP Gesundheitsberater Was ist die Gesäßmuskulatur und welche Funktionen hat sie?

Die Gesäßmuskulatur besteht aus drei Teilen: dem m. glutaeus maximus (größter und zweitkräftigster Muskel im menschlichen Körper), dem m. glutaeus medius und dem m. glutaeus minimus. Sie sind für die Hüftstreckung, die Innenrotation und die Abduktion der Hüfte verantwortlich.

Wozu das Gesäß trainieren?

Täglich sitzen wir Stunde um Stunde im Büro, anschließend im Auto und abends oftmals auf dem Sofa. Dabei wird die Gesäßmuskulatur kaum beansprucht, was zu Unterentwicklung führen kann. Durch regelmäßiges Gesäßtraining können Rückenschmerzen vorgebeugt, Knieschmerzen verringert und die allgemeine Kraft und Leistung gesteigert werden. Starke Gesäßmuskeln haben einen positiven Einfluss auf die korrekte Ausrichtung des Beckens, den Antritt beim Laufen und stützen zudem den unteren Rücken bei Hebebewegungen. Die Gesäßmuskulatur trägt insgesamt zu einer besseren Körperhaltung bei.

Unser Hidden Device: Dr. WOLFF® Elypso

Das Elypso-Gerät stammt aus der Rückenfitness- und Therapie-Reihe von Dr. WOLFF®. Seit 20 Jahren entwickelt

Dr. WOLFF® praxisorientierte Systemlösungen für das präventivmedizinische Training und wurde bereits vielfach international ausgezeichnet. Die Übung, die am Elypso ausgeführt wird, heißt rückwärtiges Beinstrecken am Gerät. Trainiert wird primär das Gesäß. Die Übung ist hervorragend geeignet, um den Glutaeus isoliert zu trainieren. Als unterstützende Muskulatur wirken der untere Rücken sowie die Oberschenkelrückseite.

Die Ausführung:

1. Legen Sie sich in Bauchlage auf das Polster des Geräts und umgreifen Sie mit den Händen die Haltestangen – das ist wichtig, damit der Oberkörper starr bleibt. 2. Legen Sie die Knie auf das Polster, die Füße sind an der Fußplatte des Geräts. 3. Heben Sie das Bein langsam und kontrolliert nach hinten an, bis es ganz gestreckt ist. Die Zehenspitzen werden dabei angezogen, um maximale Muskelspannung zu erzeugen. Achten Sie besonders auf die kontrollierte Ausführung und vermeiden Sie das Schwungholen mit den Beinen. Nur so erhalten Sie den größtmöglichen Effekt. 4. Lassen Sie das Bein langsam wieder ab.

Bewegungsablauf

Start-/Endposition

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Bewegungsablauf

Start-/Endposition

Es ist auch möglich, die Übung beidbeinig auszuführen, wenn man bereits Erfahrung hat und sich in seiner Körperhaltung sicher fühlt.

Alternative Übungen:

Die Übung kann auch ohne Gerät zuhause ausgeführt werden. Dafür begeben Sie sich in den Vierfüßlerstand auf Hände und Knie und strecken ein Bein nach hinten aus. Dabei sollten der Rücken und das ausgestreckte Bein eine Linie

bilden und die Zehenspitzen den ganzen Weg über zum Boden zeigen. Achten Sie darauf, dass sich Ihre Hüfte bei der Bewegungsausführung nicht dreht. Senken Sie das Bein langsam wieder ab und kommen Sie zurück in den Vierfüßlerstand. Diese Übung können Sie, um den Bewegungsradius des zu trainierenden Beines zu vergrößern, auch auf einer Bank absolvieren. Zusätzlich können Sie auch Ihre Arme (siehe Abbildung) in die Übung einbeziehen.

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ine Alternative zur herkömmlichen Sauna ist das Entspannen in unserer Infrarotkabine, auch Wärmekabine genannt. Diese hat eine Temperatur von 40 bis 50 Grad. Auf den ersten Blick wirkt eine Infrarotkabine wie eine klassische Sauna, jedoch funktioniert sie anders: Im Gegensatz zur gewöhnlichen Sauna wird die Wärme nicht durch einen Saunaofen, sondern durch Flächenheizelemente an den Wänden erzeugt. Der Körper selbst sorgt für die Wärmeproduktion, da die Wärme erst beim Auftreffen auf die Haut geschaffen wird. Die Infrarotstrahlen, die der natürlichen Sonnenwärme nachempfunden sind, erwärmen nicht in erster Linie die Raumluft, sondern suchen den direkten Weg zum Körper. Die empfohlene Verweildauer beträgt 20 bis 30 Minuten, während bei einer traditionellen Sauna mehrere kurze Saunagänge zwischen warm und kalt im Fokus stehen.

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Die Infrarotkabine bringt einige Vorteile mit sich und eignet sich durch die vergleichsweise niedrige Temperatur insbesondere für Personen mit Kreislaufproblemen. Durch die Tiefenwärmebehandlung werden die Durchblutung angeregt, das Immunsystem gestärkt, Verspannungen gelöst, Schadstoffe und Giftstoffe ausgespült und Gelenkschmerzen verringert. Die Anregung der Durchblutung und des Stoffwechsels sorgen für eine schnellere Regeneration der Muskulatur, weswegen sich ein Besuch der Infrarotkabine insbesondere für Sportler*innen nach einem intensiven Training lohnt. Da der Körper bei der Nutzung einer Infrarotkabine selbst aktiv werden muss, wird das Immunsystem, beispielsweise bei der körpereigenen Abwehr von Erkältungen, mehr als in der traditionellen Sauna gekräftigt. Auch wer unter Hautproblemen leidet ist in der

Infrarotkabine sehr gut aufgehoben: Das Schwitzen befördert Unreinheiten nach außen und die Haut wird gereinigt. Neben den körperlichen Vorteilen, bewirkt ein regelmäßiger Besuch der Infrarotkabine auch eine psychische Entspannung. Bei Entzündungen, Infektionen, Bluthochdruck oder Fieber sollte man die Nutzung der Infrarotkabine vermeiden. Grundsätzlich ist jedoch – bedingt durch die vergleichsweise niedrigere Temperatur – ein Besuch der Infrarotkabine risikoärmer und schonender als ein klassischer Saunabesuch. Auch Kinder können die Infrarotkabine nutzen. Wollen auch Sie unsere Infrarotkabine ausprobieren? Bei Fragen oder Anregungen sprechen Sie unser ZAP Team gerne an! Wir freuen uns auf Ihren Besuch.


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JOACHIM FÖRSTER

IM INTERVIEW

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„Während wir in der Zeit dieser Pandemie dazu angehalten sind, physische Mobilität und damit Kontakte untereinander einzuschränken, ist – mehr denn je – mentale Mobilität gefordert …“ Joachim Förster – Bürgermeister der Gemeinde Nußloch, Familienmensch und leidenschaftlicher Sportfan im persönlichen Gespräch mit Matthias Zimmermann

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eit 1. März 2018 ist Joachim Förster Bürgermeister der Gemeinde Nußloch. Ein viertel Jahr zuvor erreichte er bereits im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit – bei immerhin insgesamt fünf Kandidaten. In allen Wahlbezirken stimmten die Nußlocher mehrheitlich für ihren damaligen Gemeindekämmerer. Nach drei Dienstjahren als Bürgermeister, in denen zahlreiche Projekte initiiert wurden, steht er in der Verantwortung, mit einer Jahrhundertkrise umzugehen. Letztlich entscheidet sich auf kommunaler Ebene, ob Maßnahmen

Lieber Herr Förster, wir haben uns für diese Ausgabe unseres Magazins das Thema Mobilität gewählt. Würden Sie sich selbst als einen mobilen Menschen bezeichnen? FÖRSTER (lacht): Wenn Sie darunter verstehen, dass ein mobiler Mensch viel gereist und vielen beruflichen und privaten Veränderungen unterworfen sein muss, dann nein. Wenn ich zum Beispiel meine vielfältigen sportlichen Aktivitäten anschaue, dann ja. Immerhin darf ich sagen, dass ich einen Marathon gelaufen bin, mich also (schmunzelnd) einen „Finisher“ nennen darf. Das eigentlich Herausfordernde daran ist allerdings, sich über den langen Vorbereitungszeitraum immer wieder aufzuraffen und sein Trainingspensum zu absolvieren. Um sich z. B. auch nach einer unruhigen Nacht, bei schlechtem Wetter oder trotz hoher beruflicher Beanspruchung die Jogging-

zur Pandemiebekämpfung umgesetzt werden und ihre Wirkung entfalten. Unbeschadet dessen sollen die mit großem Elan angestoßenen Projekte auch unter diesen veränderten Bedingungen fortentwickelt werden. Mobilität spielt dabei in vielerlei Hinsicht eine wichtige Rolle. Bei dem gemeinsamen Treffen im Racket Center (mit gebührendem räumlichen Abstand) wird eines ganz deutlich: Das Voranbringen der Lebensqualität in einer Kommune braucht eine Bürgerschaft in Bewegung …

schuhe anzuziehen und loszulaufen, bedarf es einer stetigen Mobilisierung über mehrere Monate hinweg. Dass ich den Marathon in München unter 4 Stunden absolviert habe, hat mir gezeigt, dass mir die „Selbstmobilisierung“ genauso gut gelungen ist, wie ich mir das vorgenommen hatte. So gesehen sind Sie in der Tat ein mobiler Mensch ... FÖRSTER: ... der übrigens auch lange im Handballsport aktiv gewesen ist, wo es neben Spielverständnis und Wurfkraft auch auf Mobilität im Sinne von Schnelligkeit, Wendigkeit und Durchsetzungsvermögen ankommt. Also – Sie sehen: Bewegung ist für mich ein Lebenselixier. Etwas in Bewegung setzen und vor allem auch ins Ziel zu bringen, ist meine Vorstellung davon, ein mobiles und dadurch auch erfolgreiches Leben zu führen.

Nun ist Ihnen in Ihrem beruflichen Wirken als Bürgermeister unserer Gemeinde das Thema Verkehrsmobilität sehr wichtig. Welche Ideen sind es, die Sie antreiben? FÖRSTER: Die Verkehrsmobilität insgesamt befindet sich in einer Orientierungsphase, in der zwischen Bewahren und Innovation teilweise sehr emotional diskutiert wird. Das betrifft auch den Verkehr innerhalb einer Kommune und deren Anbindung an die Verkehrsnetze. Ich möchte diese Diskussionen konstruktiv gestalten und die Möglichkeiten, die sich da auftun, in den Vordergrund stellen. Wir haben in unserer Gemeinde mittlerweile mehrere Ladepunkte für Elektroautos. Dass wir auch unsere Dienstflotte nach und nach auf Elektroantrieb umstellen, folgt dem übergeordneten Ziel, als Gemeinde bis 2030 CO2-neutral aufgestellt zu sein. So spielen in einem

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umfassenden Mobilitätskonzept, an dem wir schon seit Juli 2018 arbeiten, elektrisch betriebene Fahrzeuge eben eine wichtige Rolle. Und das wirkt sich nicht nur auf den Ausstoß von Kohlendioxid und Feinstaub, sondern auch auf Lärmemissionen positiv aus. Da die Umsetzung des Mobilitätskonzepts von vielen Faktoren abhängt, kann dies nicht von heute auf morgen erledigt werden. Nach wie vor fahren viele teils äußerst geräuschvolle Vehikel durch unseren Ort, weshalb wir im Rahmen des Lärmaktionsplans die Geschwindigkeit auf den meisten Ortsstraßen auf 30 km/h beschränkt haben. Straßenbaumaßnahmen, z. B. der Umbau von Ampelkreuzungen in Verkehrskreisel, reduzieren die Geräusche, die bei Anfahrt und Bremsen entstehen. Für die Bewohner einer familienfreundlichen Wohngemeinde bringt das eine erhebliche Steigerung der Lebensqualität mit sich. Eine erhöhte Sicherheit für die Verkehrsteilnehmer, dank reduzierter innerörtlicher Geschwindigkeiten für den Kraftfahrzeugverkehr, ist ein weiterer gewinnbringender Aspekt des Nußlocher Mobilitätskonzepts. Und dann stehen ja seit einiger Zeit E-Roller an den Straßen, für die man sich sehr einfach über eine App anmelden kann, um dann sehr flexibel durch den Ort zu fahren. Wie hat sich dieses Angebot bislang bewährt? FÖRSTER: Zunächst haben Sie völlig richtig gesagt: sie stehen, denn diese dreirädrigen E-Scooter der irischen Firma Zeus liegen eben nicht einfach rum, wie viele zweirädrige Modelle in anderen Orten. Das sieht aufgeräumter aus und verursacht nicht diesen Unmut wie anderswo. Vielerorts blockieren liegende Roller regelrecht die Gehwege. Vor allem aber fahren sie, denn die E-Scooter werden so gut angenommen, dass wohl schon bald weitere Fahrzeuge für unseren Ort verfügbar sein werden. Vergessen wir dabei auch nicht den privaten Fahrradverkehr. Die E-Bikes sind schon seit Jahren auf dem Vormarsch und steigern auch die Zahl derer, die mit dem Zweirad unterwegs sind. Dementsprechend ist der Radwegeausbau ein wichtiges Thema, nicht nur innerorts, sondern zum Bespiel ganz konkret hinsichtlich der Anbindung nach Leimen. Insofern gilt heute mehr denn je, dass die Verkehrsplanung nicht

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alleine vom Auto her gedacht werden darf. Ich bin davon überzeugt, dass ein innovatives Mobilitätskonzept viel Mobilität im Kopf voraussetzt. Damit meine ich eine unvoreingenommene Ideenoffenheit, ein bewusster Wechsel von Perspektiven und die Bereitschaft, auch mal umzudenken. Und dabei wird ja auch verstärkt an den Öffentlichen Nahverkehr gedacht, der in den vergangenen Jahren – so zumindest meine Empfindung – in unserem Ort eher eine Rückentwicklung erfahren hat! Liege ich da falsch mit meiner Einschätzung? FÖRSTER: Dazu muss man wissen, dass der ÖPNV die Kommune fortlaufend viel Geld kostet und Entwicklungsplanungen natürlich auch unter diesem Aspekt zu bewerten sind. Dennoch erachte ich unsere Buslinienführung als einen wesentlichen Bestandteil eines schlüssigen Mobilitätskonzepts, vor allem auch hinsichtlich der Anbindung an unseren Nachbargemeinden und den z. B. dort ansässigen weiterführenden Schulen oder Bahnhöfen. Wir arbeiten an dem Ringschluss vor allem nach Walldorf, sehen nach wie vor Potenzial in der Entwicklung der Straßenbahnführung von Leimen kommend und müssen auch an der Qualität der Haltestellen arbeiten. Ein wichtiges Projekt für unsere Gemeinde ist die Barrierefreiheit der Bushaltestellen. Menschen mit Einschränkungen werden allein dadurch neue Mobilitätsund Teilhabemöglichkeiten eröffnet, indem die Zugänglichkeit der Busse vereinfacht wird. Als ehemaliger Kämmerer ist Ihnen der Gemeindehaushalt vermutlich geläufiger als jedem anderen. Sind nicht häufig die Finanzen das zentrale Thema, wenn es um Notwendigkeiten und Möglichkeiten, Projekte und Prioritäten geht? FÖRSTER: Zunächst muss ich sagen, dass mein Vorgänger – und daran durfte ich als Gemeindekämmerer mitwirken – eine solide Finanzsituation hinterlassen hat. Das ist natürlich die Voraussetzung, die Herausforderungen in unserer Gemeinde proaktiv anzugehen und mutige Prioritäten zu setzen, ganz nach dem Motto: Gestalten statt Verwalten. Kommunale Arbeit darf sich nicht nur an Notwendigkeiten orientieren, sondern muss

eigene Ideen entwickeln und längerfristige Perspektiven in Betracht ziehen. Während wir in diesen Pandemiezeiten dazu aufgerufen sind, die physische Mobilität und damit die Kontakte untereinander einzuschränken, ist – mehr denn je – die mentale Mobilität gefordert. Damit meine ich die Bereitschaft, bestimmte Themen mal aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Können Sie uns dafür Beispiele geben? FÖRSTER: Nehmen wir als Beispiel die Sanierung oder den Neubau der Schillerschule. Da dieses Thema unsere Kinder betrifft, sind – und das ist durchaus verständlich und angemessen – noch mehr Emotionen mit im Spiel als üblich. Klassischerweise ist eine Sanierung oder ein Neubau ein Architektenthema. Von dort kommt ein Großteil der Fakten, zuvorderst Kostenschätzungen auf der Basis von Masterplänen, Vorentwürfen etc. Doch lassen Sie uns das Thema mal aus der Sicht derer betrachten, für die das Vorhaben gedacht ist. Wenn die zentrale Frage lautet, wie kindliches Lernen vonstattengeht und was Kinder zum Lernen brauchen, dann sprechen wir nicht mehr über ein Gebäude, sondern über eine Lernlandschaft. Wie muss diese gestaltet sein, um mehr Mobilität und Kreativität möglich zu machen? Wie muss die Grundschule der Zukunft aussehen und was muss sie können? Und schon entsteht ein innovativer Begriff, nämlich der des „pädagogischen Raumbuchs“. Also sind es die Pädagogen, die in den Entscheidungs- und Planungsprozess von Anfang an maßgeblich mit eingebunden werden müssen. Ich vermute, dass die Zusammenarbeit zwischen Architekten und Pädagogen durchaus spannend ist. Ingenieure und Ästheten treffen auf Erzieher und Lernexperten. Die Bürgerschaft in unserer familienfreundlichen Wohngemeinde besteht zu einem Gutteil aus Eltern, die Interesse und Ideen haben. Wenn sich alle Beteiligten in Offenheit und Respekt vor der jeweiligen Expertise des anderen begegnen, kann dort etwas ganz Einzigartiges und Herausragendes entstehen. Und genau dazu bedarf es viel mentale Mobilität, ausgleichende Moderation und das, was ich „gewinnende Erklärarbeit“ nenne.


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Ein Beispiel dürfte auch die Sanierung der Ortsmitte 3 sein. Ein so großes und langfristig wirkendes Gemeindeprojekt in so zentraler Lage muss ja auch weit vorausgedacht werden. Oder ist die Maßnahme mehr eine Notwendigkeit als ein Zukunftsprojekt? FÖRSTER: Es ist ein Beispiel für beides, denn die Erneuerung der Anschlüsse von Wasser und Abwasser, also Kanalisation, aber auch Cybernet und Verkehr, ist eine Notwendigkeit. Zu einem Zukunftsprojekt wird es dann, wenn man die Maßnahme anders andenkt als üblich. So darf in einem Bereich rund um das Schillerschule-Areal und den St. Josefs Kindergarten die Straßenführung nicht mehr wie selbstverständlich aus der Perspektive des Autofahrers gedacht werden, der Platz braucht zum Fahren, möglicherweise zum Überholen und in jedem Falle zum Halten und Parken. Wir müssen die Verkehrsführung sehr konsequent aus der Sicht der sowohl erwachsenen als auch jungen Fußgänger her denken. Auch die Busanbindung, der Fahrradverkehr und eben der E-Scooter spielen bei der Planung eine Rolle. Müssen die Kinder mit dem – wie es so schön heißt – Elterntaxi wirklich bis vor den Eingang der Schule und des Kindergartens transportiert werden? Oder sind andere Wegeführungen anzudenken, selbst wenn dies einen Fußmarsch mit sich bringt, der eben auch dann gegangen werden muss, wenn es mal regnet. Wenn es um die Rolle der Autos geht, inwieweit spielt das Car-Sharing dabei eine Rolle und welche Konsequenzen hat das dann für die Raumplanung? So gedacht kann eine notwendige Sanierung zu einer zukunftsgerichteten Entwicklung eines zentral gelegenen Wohn-, Schul- und Kindergartenareals werden. Für die Planung einer solchen Infrastruktur wird der Mobilität im Kopf, von der Sie gesprochen haben, viel abverlangt. Stoßen Sie nicht bisweilen auch auf eine gewisse, ich sag mal, „Immobilität im Denken“? FÖRSTER: Es gibt in den Gremien, allen voran im Gemeinderat, natürlich oft unterschiedliche Meinungen zu den Sachthemen. Das empfinde ich erst mal als eine Bereicherung, weil es die Perspektive weitet. Die Gremienarbeit ge-

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Joachim Förster wurde am 26.01.1981 in Heidelberg geboren.

Nach dem Abitur im Jahr 2000 absolvierte er seinen Zivildienst im PZN Wiesloch. Anschließend begann er eine Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten bei der Stadt Walldorf, dem sich 2004 das Studium zum Dipl. Verwaltungswirt (FH) anschloss. Nach Abschluss des Studium arbeitete Joachim Förster von 2007 bis 2013 in der Kämmerei der Stadt Walldorf und bis 2017 – bis zur Wahl zum Bürgermeister der Gemeinde Nußloch – als Kämmerer in Nußloch. 2013 heiratete er seine Frau Adriana. Im September 2016 kam seine Tochter Eliana zur Welt und im März 2019 die Zwillinge Letizia und Melina. In seiner Kindheit spielte Joachim Förster erfolgreich Tischtennis (C-Jugend badischer Meister im Doppel). Parallel dazu war er in der Leichtathletik unterwegs, ehe er dann zum Handball wechselte. Dieser Sportart blieb er bis zu seinem 30. Lebensjahr als aktiver Spieler treu. Ständige Verletzungen und zwei Operationen an der Schulter bewogen ihn dann dazu in die Abteilungsleitung zu wechseln. Dort führte er fünf Jahre die Abteilung der Handball-Männer in Walldorf. Daneben war er noch ehrenamtlich Kassierer beim Familienzentrum Walldorf, bis dieses in den städtischen Haushalt übergegangen ist.

rade in Nußloch schätze ich dank deren Offenheit und Konstruktivität. Die Beratungen sind nicht von Notwendigkeiten getrieben, sondern von Möglichkeiten inspiriert. Dabei verlangen wir uns durch die Vielfalt der Themensetzung gegenseitig viel ab. Wenn man sich manche Agenda unserer Gemeinderatssitzungen ansieht, bedarf es großer mentaler Mobilität, um ganz unterschiedliche Probleme zu Ergebnissen zu führen. Da ist jeder gefordert, sehr schnell zwischen den Themen zu wechseln und im Kopf umzuschalten. Mir persönlich liegt der Umgang mit Vielfalt und einer großen

Unterschiedlichkeit der Aufgabenstellungen sehr. Dass ich dabei mit einem Gemeinderat zusammenarbeite, in dem jeder einzelne nach bestem Wissen und Gewissen mitzieht und die Themen mit ehrlichem Willen vorantreibt, anstatt nur auf der Bremse zu stehen, bereichert mein Arbeitsleben. Die von Ihnen benannte Immobilität im Denken erlebe ich in der Gremienarbeit hier am Ort allenfalls äußerst selten. Und damit sprechen Sie einen zentralen Grund dafür an, dass ich gerne Bürgermeister dieser Gemeinde bin!


Jetzt ist es ja auch nicht so, dass alle Projekte, die in einer Gemeinde angestoßen werden und die Sie letztlich zu verantworten haben, ins Ziel gebracht werden können. Ich denke dabei an die „Kleine Gartenschau“ in Kooperation mit der Stadt Leimen. Wie gehen Sie damit um? FÖRSTER: Wenn vieles auf den Weg gebracht wird, kommt manches ins Ziel, manches leider eben nicht. Sie haben ja Anfangs vom Sport gesprochen. Nirgendwo lernt man besser als im Sport mit so etwas umzugehen. Ein Unterschied liegt allenfalls darin, dass die Erfolgskriterien beim Sport sehr transparent sind, während die Vergabe der „Kleinen Gartenschau 203X“ für uns schwer nachvollziehbar ist. Wir hatten einen tollen Vorbereitungsprozess, ein sehr gutes Konzept und – auch dank der Mitwirkung Ihrer Agentur – klasse Bewerbungsunterlagen. Nun, es hat nicht sollen sein – das wird nun mal politisch entschieden. Jetzt ist es eben so, wie es ist. Nur: Wie gehen wir jetzt damit um? Es gibt viel Positives, was wir aus dem Engagement ziehen, das wir hier in der Gemeinde und in der Kooperation mit Leimen an den Tag gelegt haben. Gerade in diesem Projekt ist es nach meiner Auffassung sehr gut gelungen, durch verschiedene Formate von Bürgerversammlungen die Menschen miteinzubeziehen, um deren Lebensraum es ja schließlich geht. Auch haben wir in diesem Bewerbungsprozess und in der Zusammenarbeit mit Experten, die von außen auf unseren

Ort schauen, viel gelernt. Die Frage, wie wir z. B. mit der Lorenbahn nach der Betriebseinstellung durch die HeidelbergCement SE umgehen. Wie verfahren wir mit den freiwerdenden Grundstücken? All das eröffnet Gestaltungsspielräume, die wir im Sinne der Bürgerinnen und Bürger nutzen möchten. Dank dieser Bewerbung haben wir sehr frühzeitig und ernsthaft nachgedacht und auch im Gespräch mit Experten Ideen entwickeln können. Insofern war das Bewerbungsverfahren ein hervorragender Lernprozess, der uns noch von großem Nutzen sein wird! Sie mobilisieren mit Formaten wie Bürgersprechstunde, Bürgerversammlung, Bürgerwerkstatt und „Nußloch unternimmt Zukunft“ viele Bürgerinnen und Bürger dazu, an der Gestaltung ihrer Heimatgemeinde aktiv teilzuhaben und sich kreativ einzubringen. Welche Haltung steckt dahinter und welche Erfahrungen haben Sie bislang gewinnen können? FÖRSTER: Lassen Sie mich dazu folgendes aufgreifen: Erst kürzlich gab der bekannte Manager Wolfgang Reitzle in der WELT ein vielbeachtetes Interview, in dem er propagierte, der Bürger müsse als Kunde angesehen werden. Diese Ansicht teile ich nur bedingt. Nehmen wir an, jemand kommt ins Bürgeramt um eine Formalität zu erledigen – also um einen Pass neu zu beantragen oder so was. Dann besteht der vollkommen berechtigte Anspruch, effizient und kompetent, mit hoher

Servicequalität und freundlich – ja, ich sage das ganz bewusst – bedient zu werden. Und dank engagierter Mitarbeiter und unserer neuen Internetseite mit einem umfangreichen Bürgerservice, wo sie alle Formulare bequem und ordentlich zuhause am PC ausfüllen können, darf er sich dabei als Kunde betrachten. Aber, jetzt frage ich Sie: Haben wir wirklich über Jahrhunderte hinweg die Bürgergesellschaft erkämpft, um dann das Verhältnis zwischen den Bürgern und ihrer – ich nenne es mal – Kommunalregierung, als Kundenbeziehung zu definieren? Ich sage nein! Nach meiner Auffassung befördert diese Haltung den Opportunismus. Was wir in einer Gemeinde brauchen, ist das genaue Gegenteil, nämlich eine verstärkte Gemeinwohlorientierung. Wie hoch die Bereitschaft der Bürgerinnen und Bürger hier in Nußloch ist, sich für das Fortkommen ihrer Heimatgemeinde einzubringen, haben mir die zahlreichen Veranstaltungen sehr deutlich und geradezu berührend vor Augen geführt. Wir alle dürfen stolz darauf sein, wie groß das Interesse und das Engagement der Bürgerschaft in Nußloch ist. Für mich bedeuten diese Zusammenkünfte eine wichtige Sinnstiftung und Motivation. Ich darf sagen, dass mich jede dieser Veranstaltungen begeistert hat. Sie bestärken mein Empfinden, dass es ein Privileg ist, Bürgermeister in dieser Gemeinde zu sein.

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Peter Arnold Kaufmann

Am 11.05.2021

Liebe Kundinnen, liebe Kunden, Sie haben es sicher bemerkt: In Ihrem REWE Markt in Nußloch tut sich etwas. Einige Wochen hatte er sogar geschlossen. In dieser Zeit wurde der Markt nicht nur umgebaut und in Sachen Energieeffizienz und Ladengestaltung auf den allerneusten Stand gebracht, sondern der Frühling bringt eine weitere Veränderung mit sich. Ab sofort leite ich den Markt als Ihr neuer selbständiger Kaufmann. Den Handel habe ich von der Pike auf gelernt. In unserer Region, die auch kulinarisch so viel zu bieten hat, bin ich tief verwurzelt. Deshalb dürfen Sie sich zukünftig über noch mehr Spezialitäten aus der Umgebung freuen. Auch sonst gibt es viel Neues zu entdecken: Freunde von frischem Fisch finden an der Fischtheke kompetente Beratung und vielfältige Auswahl. Sushi-Fans kommen an der Sushi Bar auf ihre Kosten und wer es eilig hat, kann seine Einkäufe online bestellen und an der Abholstation abholen. Wie wir das alles unterbringen? Beim Umbau wurde der Markt erweitert und hat Verkaufsfläche dazugewonnen. Wichtig ist aber nicht nur, was neu ist, sondern was bleibt: Das Ihnen vertraute Team hat weiterhin ein offenes Ohr für Ihre Wünsche. Kommen Sie einfach vorbei, wir freuen uns auf Sie! Ihr Peter Arnold mit Team

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Seit über einem Jahr bereits sind solche Zusammenkommen nicht mehr möglich. Wie hart trifft Sie, als obersten Verantwortlichen für unsere Gemeinde, die Corona-Pandemie und die damit erlassenen Verordnungen? FÖRSTER: Ich sage Ihnen ganz offen: Diese Krise trifft mich sowohl persönlich als auch beruflich sehr. Zuallererst ist es nun mal so, dass Menschen unserer Gemeinde an COVID-19 verstorben sind. Das berührt mich zutiefst. Gleiches gilt für die Kontaktbeschränkungen, die für viele, insbesondere für Menschen in den Alten- und Pflegeheimen, eine geradezu dramatische Einschränkung der Lebensqualität bedeuten, auch wenn gerade dort das Impfen die Situation allmählich ein wenig entspannt. Aber das unbefangene Zusammenkommen fehlt immens! Damit sind auch die persönlichen Begegnungen verbaut, die wir initiiert haben, um den Bürgerwillen ganz unmittelbar zu erfahren und bei unserem Wirken zu berücksichtigen. Statt die Bürgerschaft zur Mitwirkung zu mobilisieren, müssen wir das öffentliche Leben demobilisieren.

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Das gelingt nur dann, wenn ein Gemeinwesen funktioniert. Es funktioniert nämlich nicht – oder allenfalls sehr bedingt – durch Obrigkeit und Direktive. Was es braucht, ist zuallererst Rücksichtnahme. Einsichtige Rücksichtnahme entspringt einem Gemeinwohlsinn. Achtsamkeit, Solidarität und auch das Zurückstellen persönlicher Interessen hinter die Interessen einer kommunalen Gemeinschaft, gelebt beim Einkaufen, beim Besuch von Schule und Kindergarten und gerade auch im privaten Lebensumfeld, lässt uns das Schlimmste verhindern. Mit Opportunismus lässt sich diese Coronakrise nicht bewältigen! Insofern – und mehr denn je: Sobald es möglich sein wird, bürgerschaftliche Zusammenkünfte zum Wohle unserer Gemeinde wieder anzubieten, werden wir an den Weg anknüpfen, der seit meinem Amtsantritt eingeschlagen wurde: Ich möchte unseren Bürgerinnen und Bürgern erklären können, was wir vorhaben und warum wir das so machen, wie wir es machen. Das ist es, was ich mit „gewinnender Erklärarbeit“ meine!

Lieber Herr Förster, Ihr Abschlussstatement erinnert mich an den Begriff des Sozialkapitals. Gemeinsam mit dem Gemeinderat und der Bürgerschaft schaffen Sie Sozialkapital. Das kommt besonders dann zum Tragen, wenn wir es mit Krisen wie dieser zu tun haben. Sozialkapital basiert auf Vertrauen. Vertrauen entsteht, wenn man einander begegnet, sich austauscht und gemeinsam daran arbeitet, das Gemeinwohl und die Bürgergesellschaft voranzubringen. Ich weiß wohl, dass viele Gemeindeprojekte auch unter diesen schwierigen Bedingungen vorangebracht werden. Dafür meinen Respekt. Gleichzeitig hoffen wir alle, dass wir den von Ihnen eingeschlagenen Weg bald gemeinsam weiter beschreiten können. Möge Ihnen sehr bald wieder die Gelegenheit vergönnt sein, die Gemeindearbeit zu erklären und Vertrauensarbeit zu leisten. In diesem Sinne herzlichen Dank für das Gespräch und Ihnen alles erdenklich Gute für Sie und Ihre Liebsten.


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FRAGEN ANTWORTEN

Gewohnheiten und Mobilität! Wie sehen Sie das, Oliver Schumann?

1 Foto: Tanja Nitzke

Oliver Schumann, studierter Diplom-Sportökonom (Universität Bayreuth) und ausgebildeter Sportpsychologe (bdp-asp), promovierte an der Universität Bayreuth auf dem Fachgebiet der Neuen Institutionenökonomie zum Thema „Vertrauen in interkulturellen Kooperationen von kleinen und mittleren Unternehmen“. Nach Forschungsaufenthalten in Mexiko und Japan machte er eine Ausbildung zum Broadcaster und arbeitete bei N24 in Berlin und in der ZDF Sportredaktion in Mainz. Zu seinen beruflichen Stationen gehört auch die Arbeit in einer Fitnessstudio AG, wo er für die Organisation und das Personalmanagement verantwortlich war. Für den Olympiastützpunkt Rheinland-Pfalz/ Saarland ist er als Honorarsportpsychologe tätig und seit 2006 ist er Dozent, Autor und Tutor an der BSA Akademie. 2010 erhielt er eine Professur an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement in Saarbrücken. Seine Forschungsschwerpunkte sind Strategisches Management und Neurokommunikation. Nach zahlreichen Artikeln und Gastbeiträgen, u. a. für die Bertelsmann-Stiftung und die fitness Management, publizierte er 2020 sein Erstlingswerk zu Gewohnheiten: „Gewohneinheiten: Verstehen. Entwickeln. Verändern. Mit und ohne Corona“.

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Welchen Einfluss nehmen Gewohnheiten auf die Mobilität von Menschen im Allgemeinen und Spitzensportlern im Besonderen?

Zunächst muss man wissen, dass Gewohnheiten von uns gerne in „gut“ und „schlecht“ unterschieden werden. Gewohnheiten sind allerdings von ihrem Wesen her weder das Eine noch das Andere. Sie sind funktional, indem sie uns Halt, Orientierung und Sicherheit geben. Damit sparen wir Energie, die wir z. B. für das bewusste Treffen von Entscheidungen investieren müssten. Wir versuchen also möglichst oft Verhaltensweisen zu gruppieren und als Gewohnheit auszubilden. Unser Einkaufsverhalten, Auto fahren oder wohin wir in den jährlichen Sommerurlaub fahren sind Beispiele hierfür. Gewohnheiten können sich also positiv, wohl aber auch negativ auf die Mobilität auswirken. Positiv für die Mobilität im physischen Sinne, ist zum Beispiel der ritualisierte Sonntagsspaziergang. Negativ, wenn der Mensch das Couchliegen als Entspannungsritual verinnerlicht hat. Diese Ambivalenz ist übrigens ein zentrales Merkmal von Gewohnheiten: Zum einen können sich Gewohnheiten als die stärksten Barrieren in Entwicklungs- und Veränderungsprozessen entpuppen und zum anderen stellen sie die Grundlage für das Beste dar, was Menschen erreichen können. So u. a. Spitzen- und Hochleistungssportler. Hier wird alles getan, dass ein Bewegungsablauf automatisiert vonstattengehen kann. Gewohnheiten stellen gerade für diese Berufsgruppe ein absolutes Muss dar – sowohl im Trainingsalltag als auch in der Situation, in der es drauf ankommt – also unter Druckbedingungen.


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Sind Gewohnheiten so etwas wie ein Mangel an Mobilität – im Sinne einer geringen Veränderungsbereitschaft?

Gewohnheiten spiegeln sich nicht nur im Verhalten wider. Gewohnheiten nesten sich auch auf unserer Denk-, Sprachund Wunschebene ein. So gibt es beispielsweise kaum etwas, was wir uns und vor allem anderen so oft zum Geburtstag wünschen und selbst so wenig dafür tun: Gesundheit. Dieses Einnisten war übrigens auch der Grund, warum ich mein Buch „Gewohneinheiten“ betitelt habe: Weil es sich Gewohnheiten in uns wie in unserem Wohnzimmer gemütlich machen. Sie richten es sich teilweise so gemütlich ein, so dass ich da gar nicht mehr raus will – mitunter ein Leben lang nicht mehr. Beispiele sind die vielen Produkte und Dienstleistungen, die ich teilweise unbewusst konsumiere: Die gleiche Zahnpasta und das gleiche Deo, das gleiche Frühstück am Morgen, die Nr. 17 beim Italiener, die Tagesschau um 20:00 Uhr, meine Handynummer und meine Mailadresse (wie lange haben sie die denn schon?) … Diskutieren Sie noch über das Zähne putzen am Morgen oder am Abend? Nein! Wie wäre es, wenn wir das Sport treiben zu einem Hygienefaktor stilisieren, den wir genauso undiskutiert ausüben wie das Zähneputzen? Und wenn nicht, fühlen wir uns unwohl und ungepflegt! Veränderungsbereitschaft fängt im Kopf an. Gewohnheiten werden dort zwar gebildet, lassen sich aber über Handlungen beeinflussen. Jahrelang habe ich als junger Coach und Sportpsychologe versucht direkt die Einstellung zu verändern, um damit das Verhalten zu beeinflussen. Das geht, aber es geht noch effektiver. Die Arbeiten mit Gewohnheiten setzt genau andersherum an und bringt damit die Effektivität mit: Verändere dein Verhalten und deine Einstellung verändert sich als Konsequenz. Mache Dinge, die klein und einfach sind, und mache sie konsequent. Realisiere, dass du sie kannst und steigere dann die Intensität und den Umfang deines Handelns. Das sind entscheidende Empfehlungen, wie ich es schaffe, Training zu einem gesunden Lebensstil auszubauen oder geistige Flexibilität durch gewohnte Verhaltensweisen zu kreieren.

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Wie kann es gelingen, Mobilität im Sinne von „in Bewegung kommen und in Bewegung bleiben“ als Gewohnheit aufzubauen?

Kleine Schritte, einfache Schritte und vor allem konstante Schritte! Generell ist jedoch zu unterscheiden: Will ich eine Gewohnheit entwickeln oder will ich eine Gewohnheit verändern? Die Arbeit ist grundlegend anders und benötigt ein anderes Vorgehen, gerade was die so entscheidenden Voraussetzungen für den Startschuss im Gewohnheitsaufbau angeht. Dazu gehören u. a. der passende Zeitpunkt, das abso-

lute Commitment, die positive und klare Ausrichtung darauf, was ich wirklich will, und viele weitere entscheidende Stellschrauben. Neujahr ist ja oftmals der Startschuss für die Vorsatzbildung – die Durchhaltedauer hat jedoch oftmals eine geringere Halbwertszeit als das Wegfegen der Böllerreste auf der Straße. Doch Konstanz ist ein Schlüssel im Gewohnheitsaufbau. 66 Tage dauert es im Schnitt, bis sich Gewohnheiten etabliert haben – also mehr ein Marathon als ein Sprint. In meinem Buch stelle ich die wichtigsten Tipps und die größten Fehler in der Gewohnheitsarbeit dar. Darin sind auch die zahlreichen Erfahrungen mit eingeflossen, die ich sowohl in meiner theoretisch-wissenschaftlichen Arbeit als Professor der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement gesammelt habe mit den Schwerpunkten Strategiebildung und -umsetzungsqualität als eben auch in meinen Coachings von vielen Führungskräften und Individualpersonen. Eine zentrale Erkenntnis ist dabei Folgende: Viel größer als die Attraktivität von Zielen, Wünschen und Bedürfnissen ist die Einflussstärke von Barrieren, die uns davon abhalten, unsere Ziele zu erreichen und unsere Wünsche und Bedürfnisse zu befriedigen. Von daher ist eine sehr allgemeine und dennoch sehr wirksame Empfehlung auf die Frage, wie es gelingt, Mobilität im Sinne von „in Bewegung kommen und in Bewegung bleiben“ herzustellen: Tun! Und: Vor dem Tun ein individuelles Barrierenmanagement entwickeln, was in der Fachsprache als „Bewältigungsplanung“ bezeichnet wird. Neben sogenannten „Wenn-Dann-Plänen“ oder dem Einbeziehen seines sozialen Umfeldes in schwachen Momenten ist vor allem das Aufrechterhalten einer positiv-konstruktiven Perspektive wichtig. Oder – wie es der große Johann-Wolfgang von Goethe so schön formuliert: „Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen“.

Gewohneinheiten: Verstehen. Entwickeln. Verändern. Mit und ohne Corona von Dr. Oliver Schumann Herausgeber: being to inspire GmbH 1. Edition (01.08.2020)

Taschenbuch: 172 Seiten

ISBN-10: 3982221005 ISBN-13: 978-3982221007

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EIN BRIEF AN ... Great to be here

Ein offener Brief an Euch alle …

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iebe Kunden und Kollegen, liebe Freunde und Förderer,

Hallo, hier bin ich – Yonas Gebre Woldetsadik, Kind aus der ersten Generation der Tariku & Desta Kids´ Education through Tennis Development (TDKET) Ethiopia. Als ich vor ziemlich genau 20 Jahren als 5-Jähriger von Tariku Tesfaye in den Greek Club eingeladen wurde, konnte ich nicht ahnen, wie wichtig dieses Ereignis für mein weiteres Leben sein würde. Die gepflegte DreifeldTennisanlage inmitten von Addis Abeba erschien mir wie eine andere Welt hinter viel zu hohen Mauern – aber der Tennisschläger in meiner Hand fühlte sich gut an!

ihrem Tennis und aus ihrer Persönlichkeit zu machen. Es geht um Tennis – und um so viel mehr. Ich bin dankbar für die Möglichkeit, dabei meine Erfahrungen weiterzugeben und etwas von dem, was mir widerfahren ist, zurückzugeben!

Heute blicke ich voller Zufriedenheit und Dankbarkeit – ja, auch mit ein wenig Stolz – zurück auf diese zwei Jahrzehnte. Der Tennissport hat mich in seinen Bann gezogen, mir unglaubliche Chancen eröffnet, Erfolge beschert und Freundschaften ermöglicht. Von all diesen Möglichkeiten habe ich vorher nicht zu träumen gewagt. Wobei, genaugenommen konnte ich das auch nicht – solche Möglichkeiten waren mir als Kind schlicht gänzlich unbekannt! Als ich erst kürzlich zum ersten Mal nach all den Jahren wieder das Racket Center betrat, war ich ergriffen und überwältigt von vielen Erinnerungen. Schon einige Tage später überwiegt das Gefühl, mit Stev Kleine, Michael Quitsch, Darko Petrov, Martin Seiler und Kai Maier Teil eines phantastischen Teams zu sein. In diesem Team und mit der wunderbaren Unterstützung durch die studentischen Praktikant(inn)en des Racket Centers habe ich meine Berufung für mich entdeckt: Ich möchte gemeinsam mit meinen Trainerkollegen alle Schülerinnen und Schüler dabei begleiten, das Beste aus

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Ich hatte die Gelegenheit, acht Jahre lang in den Staaten zu leben. Dank meiner akademischen und sportlichen Leistungen bekam ich die Möglichkeit, meinen Abschluss an einer privaten internationalen High School zu machen. Ich bin der erste Äthiopier, der ein Tennisstipendium erhielt, um in die USA zu gehen, dort an einem College zu studieren und Tennis zu spielen. 2017 habe ich meinen Bachelorabschluss in Betriebswirtschaft am Lewis-Clark State College in Lewiston / Idaho gemacht und einen Master of Business Administration am West Virginia Wesleyan College erwor-

ben. Dabei durfte ich viele Erfahrungen sammeln, unter anderem wie man sich an eine bestimmte Kultur, Sprache und Lebensweise anpassen kann. Über meine Geschichte ist viel geschrieben worden. Sogar verschiedene TVSender in Deutschland, Äthiopien und in den USA haben meinen Weg begleitet und darüber berichtet. Ich gebe zu, das schmeichelt mir. Jetzt ist es aber an der Zeit, nach vorne zu schauen. Ein neues Kapitel meines Lebens hat begonnen und ich blicke fokussiert in die Zukunft. Mein persönlicher Plan für ein erfolgreiches Leben geht in eine weitere Etappe. And I can‘t wait! Das Wichtigste, wenn man irgendwo hinzieht, ist das Erlernen der Sprache, um mit anderen zu kommunizieren und sich ausdrücken zu können. So steht meine erste und wichtigste Bildungsaufgabe bereits fest: Deutsch lernen! Wenn meine Deutschkenntnisse gut genug sind – und dabei hoffe ich auch auf die Unterstützung vieler Tennisschüler – möchte ich mich einem berufsbegleitenden Studium zuwenden. Mal sehen, vielleicht klappt es mit einem weiteren Abschluss in Richtung Entwicklungsökonomie, der mich qualifiziert, im Management einer NonProfit-Organisation zu arbeiten. Erste praktische Erfahrungen in dieser Richtung werde ich erwerben, wenn ich an der Seite von Matthias Zimmermann die Beziehung zwischen dem Racket Center und dem Tennis-Bildungsprojekt der TDKET in Äthiopien koordiniere. Ein wichtiger Aspekt ist hierbei nach wie vor das Fundraising, also neue Beziehungen zu knüpfen, bestehende zu pflegen und dazu die sozialen Medien sinnvoll zu nutzen. Menschen persönlich zu treffen ist natürlich der wichtigste und beste Weg, um Unterstützer für das Projekt in


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Räumliche, kulturelle und soziale Mobilität in einem Beispiel: Yonas´ Weg

Yonas Aufenthaltsorte: 1) Addis Abeba, Äthiopien 2) Nußloch, Deutschland: 2008, 2009, 2010, 2011, 2012, 2013, 2021 3) Lewiston, Idaho, USA: 2013 bis 2017 4) Buckhannon, West Virginia, USA: 2017 bis 2019 Yonas Kurzaufenthalte: Kenia, Tanzania, Ruanda, Burundi, Florida (USA), Nafles (Main, USA), Hilton Head (Süd Carolina, USA)

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Addis Abeba zu finden. Außerdem denke ich, dass ich diese Aufgabe sehr authentisch wahrnehmen und einen Beitrag leisten kann, das Bewusstsein für die unterschiedlichen Lebensverhältnisse in unserer Welt zu schärfen. Unterprivilegierten Kindern durch den Tennissport eine Lebens- und Bildungsperspektive zu eröffnen, ist ein hervorragender Weg zu einer besseren Welt – wenn auch nur im Kleinen. Dafür aber, was dieses Projekt

zu leisten vermag, stehe ich als Beweis. Es macht mich sehr stolz, nun selbst die Möglichkeit zu bekommen, das äthiopische Tennis-Bildungsprojekt voranbringen zu dürfen! Wir in Äthiopien sagen: „Was sein soll, wird sein“. Ich glaube zutiefst, dass es genau das ist, was sein soll: Wenn das Leben dorthin zurückkehrt, wo alles begann und sich der Kreis schließt, nennt

man das den Lebenskreis. Mein Kreis begann hier im Racket Center als Kind, ich kam zum Tennistraining und nahm in all den Jahren an verschiedenen internationalen Turnieren teil. Dies hat zu all meinen Tennis-Erfolgen beigetragen. Von hier aus bin ich in die Welt aufgebrochen. Da ich seit 2008 viele Sommer hierherkommen durfte und sehen konnte, wie die Leute ihr Leben leben und wie hart sie dafür arbeiten, hat mich das sehr motiviert. Es hat mir geholfen, mir Ziele zu setzen, um anständig, fleißig, kreativ, freundlich und ehrgeizig zu sein, damit ich das beste Leben leben kann, das mir mein Talent gewährt. Ich bin jeden Tag unglaublich dankbar für mein Leben und voller Freude über die Person, die ich geworden bin. Nun beginnt ein neues Kapitel. Ja, dieses neue Kapitel meines Lebens wird ein erstaunliches und aufregendes sein, voller Lernen – und Leben. Eine Erfolgsgeschichte – ganz bestimmt! Ich freu mich darauf, großartige neue Freunde zu finden, Teil von etwas Größerem als ich selbst zu sein und auf die Möglichkeit, Großes im Leben zu erreichen.

Willkommen im Team der Tennisakademie Rhein-Neckar

Deutsch lernen hat nun oberste Priorität

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Es ist mein tiefempfundener Wunsch, mit meinen Talenten und all den Erfahrungen, die ich gesammelt habe, zum Erfolg des Racket Centers beizutragen. Beim Erwerb der Trainerlizenz „PTR Instructor“ der Professional Tennis Registry in Hilton Head Island, South Carolina, habe ich viele Einsichten im Unterrichten des von mir so geliebten Tennissports gewonnen. Das Motto dieser wunderbaren Tennistrainer-Organisation „We make a world of difference – wir verändern die Welt“ habe ich verinnerlicht. Von nun an wird das Motto der Tennisakademie Rhein-Neckar meine Berufung bestimmen: „Wir wollen gute Sportler ausbilden“. Genau dazu möchte ich beitragen: Mit meiner Leidenschaft, Tennis zu vermitteln, Kinder und Jugendliche zu prägen und Erwachsene auf ihrem sportlichen Weg zu begleiten. Und mit meinem eigenen Verständnis und meiner sehr besonderen Erfahrungen davon, was einen guten Sportler ausmacht …! Euer Yonas Gebre Woldetsadik


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KOLUMNE Mehr Erfolg im Tennis durch Steigerung der Mobilität im Gespräch mit Silvester Neidhardt

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ennis ist eine körperlich hochanspruchsvolle Sportart. Besonders gefordert werden Koordination und Schnelligkeit. Doch warum stagniert die Leistung vieler Tennissportler*innen, trotz Athletiktraining und Schnelligkeitstraining? Es wird häufig ein sehr wichtiger Parameter vergessen: die Mobilität. Silvester Neidhardt, Sportwissenschaftler, Spezialist für funktionelles Training, Autor und Entrostungstrainer® beschäftigt sich mit eben jenem Thema. Wir hatten die Gelegenheit mit ihm zu sprechen und er hat uns erklärt, warum Mobilität die Grundlage für jede Sportart bildet. Foto: Bastian Schertel

Silvester Neidhardt ist Sportlehrer, Personal Trainer und Dozent. Vor allem aber: Entrostungstrainer. Als ehemaliger Skirennläufer startete er seine Karriere als jüngster Athletik Coach für den DSV.

Er betreute die deutschen Olympiamannschaften in Albertville 1992 und Lillehammer 1994 (2 x Gold für Markus Wasmeier). Heute zählt Neidhardt zu den erfahrensten Athletikund Mentaltrainern in Deutschland. Über 15.000 Sportler (und Sportliche) gingen durch sein Screening und Coaching. Weltranglisten Tennisspieler wie Stefan Koubek (beste Platzierung im Worldranking 20) und Rainer Schüttler (beste Platzierung im Worldranking 5) profitierten von seiner Expertise. Von 2015 bis 2020 leitete Neidhardt ein Sportzentrum in Bayern und betreute Nachwuchstalente und Leistungssportler des DSV, sowie andere Sportarten. Seit einigen Jahren engagiert er sich darüber hinaus für den Breitensport und Gesundheitsprävention.

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Das Problem der heutigen Zeit ist seiner Meinung nach, dass kein Ausgleich zum vermehrt sitzenden Alltag geschaffen wird. Viele verbringen zu wenig Zeit an der frischen Luft und geben dem Körper keinen Raum um natürliche Bewegungsmuster abzurufen, die jedem Menschen in die Wiege gelegt wurden. Das sind Grundbewegungen, die man „auf alle Fälle draufhaben“ sollte, wie beispielsweise die tiefe Kniebeuge.

Bedeutung von Mobilität im Tennis

„Mobilität ist das, was man aktiv an Beweglichkeit schafft“. Im Sport kommt man jedoch über die Mobilität hinaus und rutscht in extreme Gelenkpositionen. An diesem Punkt muss dann die Stabilität der Strukturen greifen. Das ist schließlich die Aufgabe der Gelenke: Damit Mobilität wirken kann, muss das Gelenk die Bewegung stabilisieren. Für jede Sportart und jede Bewegung ist die Grundmobilität Voraussetzung. Diese geht jedoch nach und nach durch die Gestaltung unseres Alltages verloren. Man kann uns fast schon als „Sitzathleten“ bezeichnen. Es wird den ganzen Tag sitzend am Schreibtisch gearbeitet und nach dem Feierabend auf der Couch entspannt. Kein Wunder also, dass sich auch bei Sportlern, deren Freizeit nicht nur aus intensivem Training, sondern auch aus langem Sitzen besteht, das Gewebe zusammenzieht und die Gelenke steif werden. Wie Silvester Neidhardt es formuliert: „Es ist fast schon gefährlich“ in so einem Zustand zu trainieren.


Dennoch sieht man in der Praxis viele Sportler*innen mit Mobilitätseinschränkungen in diversen Gelenken auf dem Tennisplatz stehen. „Es sieht fast so aus als würden sie Skischuhe tragen, so unbeweglich ist das Sprunggelenk“.

zusammen, wenn Ausweichbewegungen herhalten müssen. Vor allem aber sinkt die Leistung anstatt sich zu verbessern und Anforderungen, beispielsweise an die Schnelligkeit, können nicht erfüllt werden.

Die fehlende Mobilität in den Gelenken kompensiert der Körper mit Ausweichbewegungen, diese rufen eine zu starke einseitige Belastung, eine größere Abnutzung und ein höheres Verletzungsrisiko hervor. Dadurch werden vor allem Leistung und Regeneration negativ beeinflusst.

„Häufig fragt man sich, warum die gewünschte Technik nicht umgesetzt bzw. abgerufen werden kann“.

Ohne Mobilität sehen die Bewegungen im Tennis unrund aus. Und das wirkt nicht nur so, sie sind es tatsächlich auch. Die Bewegungen sind unökonomisch und unsauber, sodass Kraft und Schnelligkeit schlechter abgerufen werden können.

Wichtige Trainingsprinzipien im Tennis

Der Körper wird meist zu schnell mit Reizen beladen, für die er aufgrund der fehlenden Mobilität und Stabilität in den Gelenken noch nicht bereit ist. Zuerst muss eine Basis geschaffen werden, auf die aufgebaut werden kann. Um das zu gewährleisten, sollte das Training auf Mobilität und Stabilität ausgerichtet sein und reines Schnellkrafttraining später angesetzt werden. Denn ohne „stabile Mobilität und mobile Stabilität“ wird es schwierig effiziente Schnelligkeit abzurufen.

Im Sport, besonders im Leistungssport, denkt man immerzu: „höher, schneller, weiter“ und „Technik, Technik und nochmals Technik“. „Power, Power, Power.“ Dabei sollte daran gedacht werden: „Unser Körper ist unser Kapital“. Mit zu viel Schnellkrafttraining, Athletiktraining und normalem Tennistraining ist der Körper der Überlastung nahe und die gesetzten Ziele können nicht erreicht werden.

Damit das Mobilitätstraining seine Effizienz entfalten kann, muss die aktive Beweglichkeit (Mobilität) maximal und auch die passive Beweglichkeit (Flexibilität) gezielt, z. B. mit „contract release“-Techniken trainiert werden. So kann die „End Range“, also der Punkt der maximalen Bewegungsamplitude optimiert werden – für größtmöglichen Erfolg, um eine stabile Mobilität und mobile Stabilität kontrolliert abrufen zu können.

Hinzu kommt, dass bei andauerndem Training ohne Vorhandensein der vollen Beweglichkeit mehr kaputt gemacht als verbessert wird. Das System bricht früher oder später

Vor allem aber sollte sich eine Routine einstellen, damit die gewonnene Mobilität auch erhalten bleibt. Anzeige

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Foto: Bastian Schertel

Bedeutung der kinematischen Kette

So werden einzelne Gelenke auf ihre Funktionalität geprüft, wobei es für Sportler*innen jedoch wichtiger ist, die Gelenke in Bewegungsmustern zu analysieren. Damit kann nicht nur festgestellt werden, ob die nötige Mobilität in den einzelnen Gelenken vorhanden ist, sondern auch ob die Bewegung stabil und ohne Ausweichbewegungen ausgeführt werden kann.

Diese Energieübertragung wird erschwert, wenn die einzelnen Glieder nicht ihre volle Funktionalität erfüllen. Zum Beispiel beim Aufschlag im Tennis: Ein steifes Sprunggelenk erzeugt einen geringen Gelenkswinkel, dadurch kann weniger Spannung erzeugt und dementsprechend auch weniger Energie übertragen werden. Das Gleiche passiert, wenn „zu wenig Platz“ in der Hüfte besteht und die Brustwirbelsäule viel zu fest ist. Eine optimale Rotation im Oberkörper kann nicht erreicht und weniger Speed auf den Ball übertragen werden.

Für die Screenings ist ein geschultes Auge von Nöten. Um die Bewegung zu bewerten, kann ein Ampelsystem zur Hilfe herangeholt werden: • Rot: Du kannst die Bewegung so gut wie nicht mehr ausführen und dadurch entsteht Schmerz. Dann scheint die Mobilität enorm eingeschränkt zu sein. • Gelb: die Bewegung kann zwar bewältigt werden, aber nur indem der Körper schummelt und mit Ausweichbewegungen nachhilft. Wenn beispielsweise das Sprunggelenk zu fest und versteift ist, reagiert der Körper bei einer Kniebeuge damit, dass die Füße nach außen drehen und die Knie nach innen kippen. • Grün: Die Bewegung läuft uneingeschränkt und exakt. Die Grundvoraussetzungen für den Einstieg ins Training sind vorhanden.

Die kinematische Kette bezeichnet das über die Gelenke verbundene, bewegliche System, bestehend aus einzelnen Gliedern. Durch sie entsteht ein Zusammenspiel der einzelnen Muskeln und Strukturen die an einer Bewegung beteiligt sind. Die Energie wird dabei von einem Glied auf das andere übertragen.

Erst wenn alle Glieder des Systems ihre vollständige Funktion erfüllen, kann die kinematische Kette ihre Wirkung optimal entfalten. Auf diese Weise können Bewegungen ergonomischer, schneller und effektiver ausgeführt werden. Dies resultiert in einer Leistungssteigerung, sowie einer Verminderung des Verletzungsrisikos.

Screenings als Grundlage

Bevor man mit dem Tennistraining oder anderen belastenden Bewegungen anfängt, sollte zuerst überprüft werden, ob der Körper bereit für die Belastung ist. Eine Möglichkeit, dies herauszufinden, ist vorab einige Tests bzw. sogenannte Screenings durchzuführen. Ziel dieses Screenings ist es, die Bewegungsausmaße der Gelenke zu überprüfen und am Ende durch einen Vergleich mit den anatomischen Kennziffern herauszufinden, wo die Defizite liegen. In der Anatomie werden Normwerte für das Bewegungsausmaß jedes Gelenks beschrieben. Es ist festgelegt, welche Gelenke welche Bewegung in welchen Graden ausführen können. Dies kann als Orientierung beim Screening dienen.

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Nach jahrelanger Erfahrung mit Testings bei diversen Sportlern hat Silvester Neidhardt festgestellt, dass 90 Prozent von ihnen die gleichen Defizite aufweisen und die geforderten Gelenkswinkel nicht mal annähernd erreichen können. Mit seinem neuen Buch „Steh jetzt auf!“ gibt Silvester Neidhardt den Lesern die Möglichkeit, ihre Mobilität selbst zu testen und hilft ihnen dabei den Alltag neu zu gestalten, um dem Trend des „Einrostens“ entgegenzuwirken. ISBN-13: 978-3000680243


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FIRMEN PORTRAIT Der regionalen Wirtschaft eng verbunden

Für Wirtschaft, Gesellschaft und Menschen – Sparkasse Heidelberg bringt als Partnerin ihrer Firmenkunden die Region voran

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ls größtes Kreditinstitut in ihrem Geschäftsgebiet stellt die Sparkasse Heidelberg einen wichtigen Faktor für die hiesige Finanzwirtschaft dar. Es ist dabei nicht nur ihr Öffentlicher Auftrag, sondern ihre gesamte Geschäftsphilosophie, ihr ureigenes Selbstverständnis, die sie zu einer vertrauenswürdigen Partnerin der Menschen, der Wirtschaft, der Kommunen, der gesamten Gesellschaft machen. Immer mit dem Ziel, diese Region, für die sie tätig ist, weiter voranzubringen. Selbstredend, dass neben den Privatkunden insbesondere den Firmenkunden – vom kleinen Gewerbetreibenden bis hin zum Großunternehmen – eine ganz besondere Rolle zukommt, gerade auch in der Betreuung seiner finanziellen Angelegenheiten. Denn sie alle sind die Basis einer positiven wirtschaftlichen Gesamtentwicklung. Hierauf hat die Sparkasse Heidelberg als Partnerin der Betriebe und Unternehmen seit jeher größten Wert gelegt, umso mehr noch in diesen außergewöhnlichen Zeiten.

Nun haben sich in der Sparkasse organisatorische Veränderungen bei den Zuständigkeiten für das Firmenkundengeschäft ergeben. Thomas Lorenz, stellvertretender Vorstandsvorsitzender, hat die Verantwortung an seinen Vorstandskollegen Stefan Beismann weitergegeben und wird sich nun um wichtige interne Bereiche kümmern. Der gesamte Bereich der Firmenkunden wird unterhalb des Vorstands nun von Bereichsleiterin Ines Hotz geleitet. Ein guter Grund für ein paar Fragen an die Beteiligten. Herr Lorenz, was zeichnet die Sparkasse Heidelberg als Partnerin für die Firmen und Unternehmen in unserer Region aus? Als Sparkasse Heidelberg sind wir vor Ort und schnell erreichbar. Kurze Wege, persönliche Gespräche – der Kunde kennt uns und wir den Kunden. Und wir kennen die Region, ihre Chancen, ihre Entwicklungsrichtungen und Schwerpunkte. Foto: Matthias Müller

Aus diesem Vertrauensverhältnis und den detaillierten Kenntnissen über die Besonderheiten im Geschäftsgebiet lässt sich eine optimale Betreuung unserer Firmenkunden

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ableiten, die ja gerade auf eine langjährige Partnerschaft ausgerichtet sein sollte. Hinzu kommen diverse Netzwerke, die sich in der Region etabliert haben. So lassen sich immer wieder neue Ideen entwickeln, Kontakte knüpfen, Lösungen finden. Die Sparkasse Heidelberg ist ein Teil des hiesigen Wirtschaftslebens, wir gehören dazu. So gesehen sind wir ein Unternehmen wie alle anderen auch, nur eben im Finanzbereich tätig. Man kann sich auf uns verlassen und wir haben ein essentielles Interesse am Erfolg der Unternehmen und der gesamten Region. Deshalb ist uns die Nähe zu unseren Kunden so wichtig – und zwar über alle Kanäle, von persönlich, telefonisch bis hin zu den vielfältigen digitalen Möglichkeiten. Dies ist gerade in der Corona-Pandemie wichtig, in der die persönlichen Kontakte nur eingeschränkt wahrgenommen werden können.

Wie nimmt das Haus seine Rolle gerade in der CoronaKrise wahr? Ganz einfach: Wir sind für unsere Kunden da und wir tun alles, um unbürokratisch und schnell zu helfen. Wir nehmen die Besorgnisse der Menschen – unabhängig von der Unternehmensgröße – ernst und fokussieren uns ganz bewusst darauf, wie wir am besten unterstützen können. Für viele Firmenkunden war es anfänglich einfach nur wichtig, einen Ansprechpartner zu haben. Dann ging es natürlich auch ganz konkret darum, beim Ausfüllen der Antragsformulare für die staatlichen Corona-Hilfen und deren Abwicklung mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Und letztlich haben wir natürlich auch in unserer ureigenen Kreditbeziehung zu den Kunden alles dafür getan, um deren Situation zu entschärfen. Corona-Zeiten: Da heißt es umso mehr, dass Partner zusammenhalten. In 2020 kamen wir so auf knapp 2.000 Kundenanfragen mit bewilligten Förder- und Sparkassenkrediten von rund 64 Mio. Euro. Mit unserem Handeln konnten und können wir entscheidend dazu beitragen, die im Rahmen der CoronaPandemie entstandenen finanziellen Beeinträchtigungen für unsere Kunden weitgehend abzufedern. Viele Jahre haben Sie das Firmenkundengeschäft erfolgreich geleitet. Fällt Ihnen da die Übernahme neuer Aufgaben schwer? Da kommt mir nur das Bild vom lachenden und weinenden Auge in den Sinn. Tatsächlich habe ich mich lange Jahre mit viel Herzblut für den Firmenkundenbereich engagiert. Wir haben Strukturen aufgebaut und immer daran gear-


beitet, Entscheidungsprozesse so effizient wie möglich für unsere Kunden zu gestalten – gerade zuletzt. Die Ergebnisse sprechen für sich und das freut mich sehr. Natürlich gibt es da dann auch ein weinendes Auge. Aber ich glaube, es ist jetzt genau der richtige Zeitpunkt für die Weitergabe an meinen Kollegen Stefan Beismann. Er wird mit großem Engagement und Kompetenz das Firmenkundengeschäft weiter erfolgreich in die Zukunft führen. Und ich werde mein Augenmerk verstärkt auf unsere Immobilien richten, insbesondere mit Blick auf unsere neue Sparkassenzentrale am Europaplatz. Zudem: Über die Gesamtverantwortung des Vorstands bleibe ich ja ohnehin weiter beim Firmenkundengeschäft mit im Boot.

Als Bereichsleiterin sind Sie, Frau Hotz, ziemlich nahe am operativen Geschäft. Was geben Sie Ihren Beraterinnen und Beratern täglich für deren Kundenbetreuung mit auf den Weg? Im Wesentlichen drei Dinge: Seid nahe am Kunden, geographisch, also auch direkt vor Ort im Betrieb, und natürlich thematisch. Seid erreichbar, analog und digital und mit einer gewissen zeitlichen Flexibilität. Denn ein reiner Dienst nach Vorschrift Foto: privat ist im Firmenkundenbereich unmöglich. Und als drittes: Nehmt euren Kunden als Ganzes wahr.

Denn nur wenn wir versuchen, uns in die Lage des Kunden und seines Unternehmens hineinzuversetzen, können wir unsere Beratungsqualität voll ausspielen. Dann erzeugen wir miteinander – über unsere Beratung – einen echten Zusatznutzen. Dafür sind der persönliche Kontakt und das Interesse am Menschen, an seinen persönlichen und betrieblichen Zielen ganz entscheidend. Gerade Corona hat gezeigt, dass wir uns an den individuellen Kundenbedürfnissen flexibel ausrichten können. Nehmen wir uns ansonsten ausführlich Zeit, um mit dem Kunden das Unternehmen sowie seine Strategie zu analysieren und zu begleiten, ging es während der ersten CoronaPhase vielmehr nur um eines: schnell und punktgenau Probleme zu lösen. Wir konnten und wir können beides.

Herr Beismann, Sie sind das neue verantwortliche Vorstandsmitglied für das Firmenkundengeschäft. Steht diese neue Struktur auch für eine neue vertriebliche Ausrichtung? Grundsätzlich geht es für uns darum, jeden Tag ein bisschen besser zu werden. In der Vergangenheit ist bereits eine gute Basis im Firmenkundengeschäft gelegt worden. Doch bekanntlich ist der Rückspiegel im Fahrzeug kleiner als die Windschutzscheibe. Im Blick nach vorn geht es ganz klar darum, alle Vertriebsaktivitäten zu verzahnen, um so aus Kundensicht passgenaue Mehrwerte zu ent-

wickeln. Hierfür ist das Kundenverständnis, das tatsächliche Verstehen – des Kundengeschäftsmodells, als auch der Unternehmerpesönlichkeit – die Basis, um unseren Beitrag erfolgreich zu leisten. Die Bündelung von Know-How Foto: Matthias Müller und Kompetenz in einem Entscheidungsbereich eröffnet noch schnellere Handlungspotenziale und vor allem die Möglichkeit eines effizienteren und noch treffsicheren Abstimmungsprozesses im Haus. Experten aus verschiedenen Vertriebsbereichen können enger miteinander kooperieren, Ideen austauschen und Kundenlösungen entwickeln. Da ich bereits den gesamten Privatkundenbereich einschließlich unserer VermögensCenter sowie das Private Banking verantworte und über zwanzig Jahre Erfahrung im Firmenkundengeschäft verfüge, war die Entscheidung, dass ich die Zuständigkeit übernehme, nur ein konsequenter Schritt.

Die Zeiten ändern sich. Wie sollte sich die Sparkasse Heidelberg aus Ihrer Sicht für die weiterhin optimale Betreuung Ihrer Firmenkunden weiterentwickeln? Wir bauen auf einem starken Fundament im Firmenkundengeschäft auf. Das bietet uns die optimale Möglichkeit, unsere Dienst- und Beratungsleistungen im Kundeninteresse weiter auszubauen. Natürlich bleiben wir unmittelbarer Ansprechpartner vor Ort, aber immer feiner zugeschnitten auf die Bedürfnisse einzelner Kunden und Branchen – insbesondere was Produkte und Zugangswege betrifft. Seit geraumer Zeit bieten wir z. B. unsere überaus kompetente Existenzgründungsberatung an oder unsere gefragte Betreuungseinheit für Mediziner. Ab April 2021 soll unser BusinessCenter hinzukommen, eine Betreuungseinheit ganz speziell für Betriebe wie z. B. Handwerker oder andere kleine Gewerbetreibende. Weiterhin werden wir im Mai 2021 ein Firmenkundenportal einführen. Somit sind wir da erreichbar, wo unsere Kunden uns brauchen.

Die Welt wird schneller, komplexer und vor allem immer breiter in den Kommunikationsmöglichkeiten und -formen – sie wird immer digitaler. Was diesen Mega-Transformationsprozess für unsere Gesellschaft und Wirtschaft angeht, sind wir als Sparkasse schon gut gerüstet und lernen trotzdem jeden Tag hinzu. Denn Unternehmen brauchen schnelle und klare Entscheidungen und vielfältige Kontaktmöglichkeiten zu uns. Schnelligkeit, Verbindlichkeit und regionale Nähe tragen wir in uns und bieten dies allen Firmenkunden in der Region an, um gemeinsam erfolgreicher zu sein.

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FIRMEN PORTRAIT Online-Live-Events mit epicto! W

ir bieten die perfekten Konditionen für einen Livestream Ihres Events. Denn unser Angebot ist frei skalierbar. Von der Veranstaltung die einem kleinen Publikum (nicht-öffentlich) zugänglich gemacht werden sollen, bis zur öffentlichen Großveranstaltung. Dabei werden sowohl sichere, redundante Konfigurationen mit eigenen Servern, wie auch große internationale Streaming-Dienste genutzt. Mit unserer Erfahrung im Bereich der Veranstaltungstechnik ist für höchstes Niveau auch in puncto Technik gesorgt. Aktuelle Broadcast-Kameras und Regietechnik in Verbindung mit leistungsfähiger Übertragungstechnik und individuell skalierbaren Bandbreiten garantieren Ausfallsicherheit und Qualität. Bei der Umsetzung unserer Projekte kommen ausschließlich Provider und Dienstleister zum Einsatz, die DSGVO konform arbeiten.

Safety made by epicto

Als Komplettanbieter besitzt epicto natürlich auch die erforderliche Expertise für die damit verbundenen Sicherheitsaspekte. Im Rahmen einer Gefährdungsbeurteilung schätzen wir bereits im Vorfeld eines Projektes mögliche Risiken und Gefahren ein. Das ist heute im Rahmen der Coronakrise von noch größerer Bedeutung. Arbeits- und Besuchersicherheit stehen bei uns an erster Stelle.

Studio 1: GROSSES STUDIO

In unserem GROSSEN STUDIO befinden sich auf einer 350 Quadratmeter großen Fläche eine 10 x 4 m Bühne, eine hochauflösende curved LEDWand über die gesamte Bühnenbreite sowie eine komplette Beleuchtungsund Bühnentechnikausstattung. Die Fläche und die technischen Bedingun-

gen machen dieses Studio sehr vielseitig einsetzbar. Vom großzügigen Raum für Workshops über den Einsatz als Präsentationsfläche bis hin zum Sende-/Streaming-Studio für die unterschiedlichsten Formate wie zum Beispiel Podiumsdiskussionen, Talks, Konferenzen und Show-Events.

Unsere Sicherheitsexperten begleiten alle Phasen von der Evaluation bis zur Konzeption und Abnahme. Wir bieten geschultes Personal, welches individuelle Sicherheits- und Hygienekonzepte erstellt und die Koordination von externen Dienstleistern übernimmt und vor und während der Veranstaltungen die Besucher und Mitarbeiter unterweist und unterrichtet.

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Studio 1


Studio 2: GREENROOM

In unserem GREENROOM können wir mit der bekannten Greenscreen-Technologie reale Personen in künstlich erzeugte Welten einbinden oder an unterschiedliche Orte oder in unterschiedliche Szenen versetzen.

Durch die nahezu in Echtzeit generierten 2D- und 3D-Abbildungen und 360°-Projektionen sind der Fantasie nahezu keine Grenzen gesetzt. So können alle vorstellbaren Szenen und Umgebungen, Landschaften und Räume kreiert, animiert und virtualisiert werden. Die Interaktion zwischen Akteuren auf verschiedenen Bühnen oder virtuellen Umgebungen findet direkt und live statt und vermittelt dadurch einen realen Eindruck.

Studio 2

Für umfangreiche Produktionen können auch Kombinationen zwischen virtuellen und realen Set-ups realisiert werden. Für Hybrid-Events oder Präsentationen können so verschiedene Locations bei epicto vor Ort genutzt und kombiniert werden. So zum Beispiel unser GROSSES STUDIO oder das NEXT-GEN LAB.

Studio 3: NEXT-GEN LAB

In unserem Studio 3 befindet sich die komplette Infrastruktur für die Durchführung für kleine und interaktive Produktionen. Die Fläche und Bedingungen machen dieses Studio zu einer vielseitig einsetzbaren Präsentationsfläche und einem Sende-/Streaming Studio für die unterschiedlichsten Formate von Zoom-Sessions bis hin zu kleinen Videokonferenzen.

Studio 3

Für mehr Informationen rufen Sie uns einfach an oder schreiben Sie uns eine E-Mail: epicto GmbH I Flößerstraße 4 I 68535 Edingen-Neckarhausen Maja Schenk – Leitung Marketing I Tel.: +49(0) 6203 – 4046 - 211 I E-Mail: maja.schenk@epicto.de

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HERZLICH WILLKOMMEN

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allo alle zusammen! Ich heiße Isabella Münstermann, aber jeder der mich kennt, nennt mich einfach Bella. Ich bin 19 Jahre alt und komme aus Eppelheim. Ich studiere seit Oktober 2020 dual an der Deutschen Berufsakademie in Baunatal. Als Praxisunternehmen habe ich mir das Racket Center in Nußloch ausgesucht. Für mich war die Entscheidung, jetzt zu studieren alles andere als geplant. Wenn alles so gekommen wäre, wie es gedacht war, wäre ich zu diesem Zeitpunkt irgendwo in Indonesien unterwegs. Aber was bedeuten schon Pläne im Corona-Jahr 2020? Kurzum: Als mir im September 2020 bewusst wurde, dass meine angestrebte Weltreise aufgrund der aktuellen Pandemielage ins Wasser fällt, war klar: ein Plan B muss her. Ein Studium? Nee, nicht direkt wieder zurück auf die Schulbank. Ein duales Studium? Ideal! Ein hoher Anteil an Praxiserfahrung und enge Verknüpfung zwischen Wissen und Anwendung. Ich war schon immer sehr sportbegeistert und habe mich in vielen verschiedenen Sportarten ausprobiert. Als ich Anfang der zwölften Klasse die Möglichkeit bekam neben der Schule in einem Fitnessstudio in Eppelheim auszuhelfen, entdeckte ich meine Leidenschaft für Fitness und das kundenorientierte Arbeiten. Nach intensiver Recherche nach dem richtigen Studiengang wurde ich bei der Deutschen Berufsakademie fündig. „Prävention und Bewegungstherapie in Lebenswelten“ sollte es also werden. Aber: oh je …! In so einer kurzen Zeit noch ein Praxisunternehmen finden? Unmöglich! Aber wenigstens versuchen musste ich es. Naheliegend war für mich das Racket Center, das bekanntermaßen sehr für Kundenorientierung steht. Schon einen Tag später hatte ich ein Telefonat mit der Bereichsleitung des ZAP im Racket Center in Nußloch und bekam die Chance zu einem persönlichen Bewerbungsgespräch. Jetzt sitze ich hier im Racket Center am PC im Praktikantenbüro und schreibe meinen Vorstellungsartikel für diese Ausgabe des RC Premium. Das Einstellungsverfahren lief wie am Schnürchen – besser, als ich es zu träumen gewagt habe. Wie froh ich bin, dass alles so gekommen ist. Jetzt habe ich einen Studienplatz, einen (Qualitäts-)Betrieb und Aufgaben, die mir viel Freude bereiten – auch dank des Vertrauens, das mir die

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Geschäftsführung entgegenbringt. Das Team hat mich hervorragend aufgenommen, was mir besonders wichtig ist. Auch wenn die momentane Lage meinen Aufgabenbereich sehr von der Kundenbetreuung in der Praxis an den PC im Büro verlagert, habe ich in der kurzen Zeit schon viel lernen dürfen und mich in viele Bereiche einbringen können. Vor allem dank der Videoclips mit den Tipps für ein wenig Fitness und Entspannung im Büro konnte ich für Kunden (und solche, die es werden möchten) meinen persönlichen Beitrag leisten. Und in den Zeiten, in denen ich am Empfang der Physiotherapie arbeite, habe ich Kontakt zu Patienten, was für mich das Wichtigste ist. So freue ich mich auf alles, was in der Zukunft im Studium und vor allem im Zentrum Aktiver Prävention auf mich zukommt – und vor allem auf die Begegnung mit Ihnen – unseren Trainierenden.


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Radiologie und MRT: Dr. med. Michael Köcher

Diagnostische Radiologie, Nuklearmedizin

Dr. med. Dagmar Mittag Diagnostische Radiologie

Dr. med. Rolf Piepenburg Nuklearmedizin

Sportopaedie Heidelberg für Orthopädie und Sportmedizin in der Max-Reger-Str. 5–7, 69121 Heidelberg, www.sportopaedie.de

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