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Ausgabe 2/ 2020

MENSCH & KLIMA

IM INTERVIEW

Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden Württemberg


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STANDPUNKT Liebe Leserinnen, liebe Leser,

am 1. Juli werden es 20 Jahre sein, seit ich die Geschicke des Racket Centers gestalten darf. Im Jahr 2005 erblickte das RC Premium als Hausmagazin das Licht der Welt. Zehn Jahre später, 2015, betitelten wir es als Life Skills-Magazin. Mit einem Leitthema unter der Überschrift „Mensch und ...“ folgen unsere Ideen und das daraus entstehende Schrifttum dem Credo, den Menschen in den Mittelpunkt unserer Gedanken und der redaktionellen Beiträge zu stellen.

Diese Ausgabe ist eine besondere. Statt sportlich und gesellig beisammen zu sein, gemeinsam zu feiern und sich auszutauschen, muss das Racket Center vorübergehend geschlossen bleiben. Wir leben in Zeiten von Corona. SARS CoV-2 hat Einzug gehalten in unser Leben, zerstört unsere Pläne und bedroht unsere Existenz. Covid-19 schädigt unsere Lunge, nimmt unsere Gedanken in Beschlag und besetzt unsere Seele. In diesem Sinne befällt die Erkrankung auch unsere Augen, indem sie uns den Blick raubt auf das, was vorrangig wichtig ist für den Fortbestand von uns Menschen und der Gesellschaft auf dieser Welt. Unter diesen Vorzeichen entstanden die Inhalte für diese Ausgabe „Mensch und Klima“. Sich beim Recherchieren und Schreiben auf das Leitthema zu konzentrieren, fiel schwer – obwohl wir just zu dieser Zeit eine historische Trockenheit erleben, die zu diesem Thema motivierte: Mensch und Klima! Die Rhein-Neckar-Zeitung stellt tagtäglich ein Corona-Special auf die erste Seite. Die derzeitige Situation in der regionalen Landwirtschaft und deren Ursachen wird hingegen allenfalls im hinteren Teil der Zeitung thematisiert. In den meisten Bundesländern sind während der derzeitigen Dürre teils verheerende Waldbrände ausgebrochen. Mit Ausnahme der Buschbrände in Australien finden andere Feuerkatastrophen auf unserem Globus kaum Beachtung. Die Prioritäten in diesen schweren Zeiten sind eindeutig! Es dominiert die Dringlichkeit von Corona und stellt die Wichtigkeit des Klimawandels hinten an. Dabei dürfen wir nicht vergessen: Der ungebremste Anstieg der mittleren Temperatur auf unserem Planeten sowie deren Ursachen und Folgen sind die wichtigeren Probleme für unser aller Zukunft! Mit der Idee, die größte existentielle Herausforderung seit Menschengedenken wieder als solche in den Fokus zu rücken, erscheint diese Ausgabe. Ich danke Ihnen für Ihr Interesse an diesem – im wahrsten Sinne des Wortes – brennenden Zukunftsthema und wünsche Ihnen ein gutes Klima im Miteinander. Vor allem: bleiben Sie gesund …!

Herzlichst, Ihr

Dr. Matthias Zimmermann

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INHALT

Bildung & Wissen

S. 22

KURZ NOTIERT ...

TITEL Mensch und Klima

WIE DENKEN SIE DARÜBER ... Prof. Dr. Volker Quaschning

HÄTTEN SIE´S GEWUSST?

BUCHTIPP Nachhaltiger Reisen – Wandern in den Alpen von Marius Schwager

FINANZSTRATEGIE Nachhaltige Geldanlage

IT & KLIMA Heidelberg iT Management GmbH & Co. KG

REGIONAL MRN – eine „Wasserstoffmodellregion“!

WORKSHOP Das Konzept des World-Café

BILDUNGSPROJEKT TDKET in Addis Abeba

4 RC Premium 2/2020

08

10 22 30 34 38 40 42 44 46

S. 70

Gesundheit & Fitness

KURZ NOTIERT ...

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THERAPEUTENRAT

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EXPERTENRAT Muskelverletzungen – Vorbeugung und Therapie

Ein „neues Knie“

HIDDEN DEVICE Butterfly Reverse stehend am Kabelzug

TRAINING & KLIMA Kommunikation und Miteinander im Fitnessstudio

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60 64


IMPRESSUM

Leistung & Erfolg

S. 78

Premium DAS LIFE SKILLS-MAGAZIN AUS DEM RACKET CENTER

Herausgeber Racket Center Nußloch GmbH & Co. KG Walldorfer Straße 100 • 69226 Nußloch Verantwortlich für den redaktionellen Inhalt Dr. Matthias Zimmermann (dr.zimmermann@racket-center.de) Anzeigen, Kontakt & Beratung Dr. Matthias Zimmermann (partner@gsm-mbh.net)

KURZ NOTIERT ...

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3 FRAGEN – 3 ANTWORTEN

78

Layout, Satz, Grafik Denis Herrmann (herrmann@gsm-mbh.net)

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Auflage 6.000

IM INTERVIEW Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, Wirtschaftsministerin Baden-Württemberg

Mittelstandsexperte Josef Stumpf

KOLUMNE Wie entgehe ich der Erfolgsfalle?

SPORTEVENT Rückschau MLP-Cup 2020

ELEKTROMOBILITÄT Racket Center setzt auf Elektromobilität

PRODUKTPORTRAIT Der neue Hyundai Kona Elektro

HERZLICH WILLKOMMEN SPORT & SEHEN Optik Dieterich!

LYRIK Tennissport und Klima von Rolf Staguhn

70

Produktion GSM Gesellschaft für Sportmanagement und Beratung mbH Walldorfer Straße 100 • 69226 Nußloch

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Fotos Denis Herrmann, Adobe Stock

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Druck abcdruck GmbH Waldhofer Straße 19 69123 Heidelberg

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Bildung & Wissen

KURZ NOTIERT ...

Wieso ein FSJ?

Nach dem Schulabschluss steht man meist vor der Entscheidung: Was mache ich jetzt? Was habe ich für Möglichkeiten? Studium oder Ausbildung? Es ist eine schwierige Entscheidung, wenn man zuvor noch nie Erfahrungen mit dem Berufsleben gemacht hat. Das Freiwillige Soziale Jahr bietet dir die Möglichkeit innerhalb eines Jahres Erfahrungen und Eindrücke zu sammeln, die dich in zukünftigen Entscheidungen unterstützen und bestärken können. Du bekommst Einblicke in das Berufsleben, lernst neue Arbeitsabläufe kennen, ein neues erfahrenes Umfeld erwartet dich und es entsteht ein neuer Alltag, mit neuen Zielen und Aufgaben. Nicht nur deine persönliche Weiterentwicklung und Orientierung sondern auch deine praktischen und beruflichen Erfahrungen in diesem Jahr helfen dir später, dich selbst besser einzuschätzen. Das FSJ gibt dir die Chance, deinen Berufswunsch zu überprüfen und möglicherweise zu bestätigen. Nimm dir die Zeit, bevor du dich auf einen Beruf festlegst, damit du die Möglichkeit hast, dich mit dir und deinen Zielen und Wünschen auseinanderzusetzen.

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Herzlichen Glückwunsch

Unser ZAP Physiotherapeut Cedric Bender hat nach zwei Jahren die Weiterbildung Manuelle Therapie (MT) erfolgreich abgeschlossen. Dazu gratulieren wir ihm herzlich. In der Weiterbildung zum Manualtherapeuten werden weiterführende Techniken zur Diagnostik und Therapie erlernt. Wir freuen uns besonders, jetzt mehr Kapazitäten für Patienten und Patientinnen mit einem MT-Rezept zu haben.


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TITEL

Mensch und Klima

Über Klimawandel – Ursachen und Folgen, Umweltpolitik und Perspektiven, „Abers“ und „Unds“ von Matthias Zimmermann

S

kifahren in den Dolomiten, Kronplatz am 24. Februar, die Graziani Hütte liegt auf über 2.000m Höhe. Hier sitzen wir zur Mittagspause – im T-Shirt. Statt heißen Grog gibts ein kühles Weißbier, alkoholfrei versteht sich. Andere gönnen sich einen Eisbecher. Rundherum weiße Pistenbänder in grünbrauner Berglandschaft. Das Thermometer klettert über die 15°-Marke. Es wäre gelogen, würde ich sagen, dass ich den Skitag mit meinem Sohn nicht außerordentlich genieße. Trotzdem fühle ich mich veranlasst, diese Zeilen in mein Smartphone zu tippen, denn selten empfand ich eine Situation derart grotesk. Wird mein Sohn, wenn er in meinem Alter sein wird, sich des Skifahrens in winterlicher Berglandschaft noch erfreuen dürfen? Acht Wochen später – zwei Monate fast ohne Regen – schreibt Harald Berlinghof in der Rhein-Neckar Zeitung (18./19. April 2020, S.11) über den Klimawandel in unserer Region. Wer gerade in Corona-Zeiten mehr denn je durch die Felder joggt oder spazieren geht, dem entgehen die staubigen Äcker nicht. Wie steht es um die Landwirtschaft und langfristig gar um die Versorgungssicherheit? „Was ist mit dem Klima?“, fragt Petra Pinzler in DIE ZEIT vom 16. April 2020, S. 3 mit dem Untertitel: „Die Corona Krise hat die Ökologie vorerst verdrängt“. Seit Wochen bestimmen „Sars-CoV-2“ und „Covid-19“ die Medien, unser Leben und in mehrfacher Hinsicht auch unsere Existenz. Nach Meinung von Steven Pinker (US-amerikanischkanadischer Experimentalpsychologe, Kognitionswissenschaftler, Linguist und Buchautor: Aufklärung jetzt, Frankfurt a.M. 2018) und anderen Fachleuten geht auf längere Sicht betrachtet die weit größere Gefahr für das menschliche Leben auf unserem Planeten vom Klimawandel aus. Vergleicht man

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aber den Umfang und die Tragweite, mit denen Maßnahmen ergriffen werden, sieht das wie ein Widerspruch aus: Über den Klimawandel und das, was zu tun ist, wird seit Jahrzehnten heftig gestritten. Und seit Jahrzehnten nehmen die CO2Emissionen weltweit zu, die globale Durchschnittstemperatur steigt und mit ihr der Meeresspiegel – doch was wird dagegen getan? Demgegenüber wird zur Bekämpfung der CoronaPandemie äußerst entschlossen gehandelt. Die Konsequenzen aus der Radikalität der Maßnahmen sind ebenfalls konträr, denn: die Umwelt freut sich über den LockDown! Selten waren die Luft so rein, die Gewässer so klar und der Rückgang des weltweiten CO2-Ausstoßes laut Global Carbon Project so stark wie seit dem 2. Weltkrieg nicht mehr. Die Natur erlebt eine Verschnaufpause. Die Weltwirtschaft aber rauscht in den Keller. Für Deutschland und Europa prognostiziert der Internationale Währungsfonds IWF und Wirtschaftsforschungsinstitute eine epochale Rezession. Ein klitzekleines Virus lässt die Politik in Rekordtempo zu drastischen Mitteln greifen, während schmelzende Gletscher und Polkappen, aufgetaute Permafrostböden und fortschreitende Wüstenlandschaften, brennende Wälder und Steppen in Afrika, Australien, Sibirien oder Brasilien, Überflutungen und Sturmkatastrophen sowie ein steigender Meeresspiegel seit 50 Jahren zu einer Konferenz nach der anderen führen – häufig ohne oder mit allenfalls bescheidenen Ergebnissen. Doch halt – „I don´t want you to panic“! Panik ist kein guter Wegbegleiter, um kluge Schritte einzuleiten, die wirksame und konkrete Antworten auf die Klimafragen bedeuten. Nur: was denn dann …?


„Aber mal ehrlich: Wärme und Schneearmut im Gebirge, Trockenheit und Staub auf den Feldern – ist es nicht ein bisschen weit gegriffen, deshalb gleich die Klimakatastrophe heraufzubeschwören?“ Und genau dieser Einwand ist natürlich völlig berechtigt. Das Wetter an einem Ort zu einer bestimmten Zeit sagt nichts über das globale Klima. Schon immer gab es schneearme Winter auch in den Alpen oder in anderen Gebirgen dieser Welt. Im Jahre 1976 regnete es in unserer Gegend sogar bis zum Sommer nicht. Weiße Weihnachten im Flachland sind und waren meist nicht mehr als nostalgisches Wunschdenken. Die Wetterlage zum Ende eines Jahres verspricht den Schneefall meist um die Jahreswende herum, was im vergangenen Winter allerdings auch nicht der Fall gewesen ist. Und daher muss klar sein, worüber wir eigentlich reden: Wetter ist das, was wir im Augenblick an einem konkreten Ort beobachten – die Tagestemperatur, der Niederschlag, die Sonne und der Wind. Als Witterung bezeichnen wir die Wetterlage über einen längeren Zeitraum, zum Beispiel über eine Jahreszeitperiode hinweg.

hergehen, und vor allem so genannte astronomische Zyklen. Sowohl die Schwankungen in der Umlaufbahn der Erde um die Sonne, als auch die Neigung der Erdachse zur Sonne hin, die Exzentrizität der Erdbahn (die Veränderung des nicht konstanten Abstandes der Erde von der Sonne während eines Jahres) und die Präzession der Erdachse (die Veränderung der Lage des Sommers und des Winters auf der Ellipse) weisen eher den Weg in eine neue Eiszeit als andersherum. Solche astronomische Klimaantriebe sind zwar gut prognostizierbar, ihr Einfluss aber macht sich in Zyklen bemerkbar, die sich über mehrere Zehntausendjahre erstrecken. Vor diesem Hintergrund ist es geradezu erschreckend, wie schnell seit etwa einhundert Jahren die Temperatur auf der Erde zugenommen hat, wie stark der Temperaturrückgang in den „Hungerjahren“ nach dem 2. Weltkrieg war und wie sich die Temperaturzunahme seit den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts nochmals beschleunigt hat. Der Klimawandel ist menschengemacht – ohne Wenn und Aber!

Wenn wir vom Klima und dessen globaler Veränderung sprechen, meinen wir den schleichenden, über viele Jahre und Witterungsperioden hinweg sich vollziehenden Temperaturanstieg. Erst daraus ergeben sich längerfristige Folgen für Mensch und Natur. „Aber ein Temperaturanstieg ist doch ein natürliches Phänomen, das es im Laufe der Erdgeschichte schon immer mal gab. Was können wir schon daran beeinflussen?“ Und genau das muss man herausfinden, denn es gilt: Erforderliche Maßnahmen sind mit dem Anspruch an Lebensqualität der Menschen insoweit übereinzukriegen, als dass ein breiter Konsens und eine wirksame Bereitschaft dahingehend erzeugt wird, klimaschädliches Verhalten zu minimieren. Zuerst aber steht die Akzeptanz, dass die Klimaveränderung ein menschengemachtes Phänomen ist, und das ist schwierig – nicht wegen der Faktenlage, sondern wegen der divergenten Interessenslagen. Der menschengemachte Klimawandel ist die am heftigsten bekämpfte wissenschaftliche Hypothese der Geschichte. Die Zweifler daran – auch wenn sie Kraft ihrer Lautstärke in vielen Medien weit überproportionale Geltung erzielen – sind in der Minderheit. Heute sind es weniger als 3 % der Wissenschaftler meist fachfremder Disziplinen, die den menschengemachten Klimawandel in Abrede stellen. Ein Konsensgrad von über 97 % (ein absoluter Spitzenwert) zeigt große Einigkeit in der Wissenschaftswelt. Und es ist spannend zu sehen, wie gut die Modelle zur Vorhersage von Temperaturanstiegen schon vor einem halben Jahrhundert gewesen sind, als das Thema auf die Agenda gelangte. Wenn die Prognosen aus den 80er Jahren einen Temperaturanstieg vorausgezeichnet haben, ist es umso bedeutsamer zu wissen, dass natürliche Einflüsse diesen – wenn überhaupt – eher gebremst haben. Damit gemeint sind verhältnismäßig starke vulkanische Aktivitäten, die mit dem Auswurf von Treibhausgasen ein-

Temperaturanstieg in den vergangenen Jahrhunderten und Prognosen

„Aber was soll denn der Grund für diesen Temperaturanstieg sein?“ Der Temperaturanstieg liegt an einem atmosphärischen Strahlungseffekt, an der physikalischen Wirkung bestimmter Gase und an uns Menschen, die dafür sorgen, dass die Konzentration solcher Gase in der Atmosphäre seit zwei Jahrhunderten stetig zunimmt! Unsere Sonne emittiert kurzwellige Strahlung auf die Erdoberfläche, die sich dadurch erwärmt. Die erwärmte Erde sendet langwellige Infrarotstrahlung aus. Während unsere Atmosphäre die ankommende kurzwellige Strahlung gut durchlässt, ist sie für die langewellige Infrarotstrahlung der Erde wenig transparent. Diesen Effekt kennt man von Gewächshäusern, in die das Licht durch Glasscheiben nahezu ungehindert eindringt, umgekehrt die darin entstehende Wärme das System jedoch kaum verlassen kann. Je weniger die Energie nach außen entweichen kann, desto höher steigt im Inneren die Temperatur, bis zu einem Gleichgewicht

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zwischen umgewandelter Lichtenergie und Wärmeverlust. Diese Analogie führte zur Bezeichnung Treibhauseffekt und zu dem Sammelbegriff Treibhausgase, gleichwohl der Mechanismus verschieden ist: Im Gewächshaus wirkt die aufsteigende Warmluft, während der Effekt in der Atmosphäre aus Wärmestrahlung resultiert. Treibhausgase sind solche, an die Kohlenstoffatome gebunden sind, also Kohlendioxid (CO2) und Methan (CH4), aber auch Lachgas (Distickstoffmonoxid NH4) und Wasserdampf. Diese Gase haben die physikalische Wirkung, die Durchlässigkeit der Atmosphärenhülle für die langwellige Erdabstrahlung weiter zu reduzieren. Die Hauptwirkung geht dabei vom Kohlenstoffdioxid aus, dessen Gehalt in der Atmosphäre seit Beginn der Industriellen Revolution zunimmt. Bezugspunkt ist dabei stets das Jahr 1850. Damals betrug die CO2-Konzentration in der Erdatmosphäre geschätzte 270 CO2Teilchen pro Million Teilchen Luft (ppm). Allein zwischen dem 1. Januar 2018 und dem 1. Januar 2019 wuchs der Gehalt von 407,05 ppm auf 409,92 ppm – der viertstärkste Anstieg seit Beginn der Messungen. Drei der vier Jahre mit dem höchsten CO2-Anstieg in der Atmosphäre liegen in den vergangenen vier Jahren. Jüngst registrierten US-Wissenschaftler im Mauna Loa Observatorium in Hawaii den höchsten Wert seit Beginn der Aufzeichnungen: 415,26 ppm! Wir Menschen sind deshalb dafür verantwortlich, weil wir – die zunehmende Zahl der Weltbevölkerung – für unser Bedürfnis nach Wärme oder auch Kühlung, unserem Bedarf an Strom, unserem Wunsch nach Mobilität und unserem Hunger nach Nahrung Brennstoffe nutzen und Landwirtschaft betreiben. Der Reisanbau emittiert Methan, und der Wunsch nach immer mehr Fleisch lässt vor allem die Zahl der Rinder anwachsen. Diese haben die Eigenschaft, an deren vorderen und hinteren Ende erhebliche Mengen an Treibhausgasen auszusondern.

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Die Verbrennung von Biomasse (Holz etc.), Kohle, Gas und Öl führt zur Oxidation des darin enthaltenen Kohlenstoffs. Es entsteht CO2, das in die Atmosphäre entweicht. Wenn Biomasse in gleicher Quantität nachwächst, ist die Energieproduktion daraus CO2-neutral, da Biomasse genauso viel Kohlenwasserstoffe freisetzt, wie sie während der Zeit ihrer Enstehung aus der Luft entnommen hat. Mit der Verbrennung fossiler Brennstoffe hingegen wird seit rund 250 Jahren ein Maß an Kohlendioxid freigesetzt, das zuvor über Jahrmillionen hinweg entstanden und gespeichert wurde. Entgegen mancher Behauptungen (auch in Pinker, S. 177, zitiert nach Ausubel 2015, die behaupten, der „Coal Peak“ und der „Oil Peak“ – also die höchste Jahresfördermenge der jeweiligen Rohstoffe – sei bereits überschritten) werden immer mehr fossile Brennstoffe verfeuert und die CO2-Freisetzung nimmt fortlaufend Jahr für Jahr zu.


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Aber was soll das mit der Wirtschaft zu tun haben? Die CO2-Freisetzung ist die unmittelbare Folge des globalen Investitionsverhaltens: Vier Prozent mehr Mittel sind seit 2018 in Öl- und Gasprojekte geflossen, bei Kohlekraftwerken gab es einen Anstieg um zwei Prozent. Die Investitionen in erneuerbare Energien nahmen hingegen um rund zwei Prozent ab. Dabei war China laut dem IEA-Bericht (International Energy Agency) der größte Markt für Energieinvestitionen. Obwohl 40 Prozent der Weltbevölkerung in der Subsahara-Region leben, flossen in die Länder dort nur rund 15 Prozent der Mittel. Von einem Investmentgebaren nach dem Prinzip der ökologischen Nachhaltigkeit kann zurzeit keine Rede sein – zumindest noch nicht, denn: Larry Fink, Chef der US-amerikanischen Fondsgesellschaft BlackRock und mächtigster Finanzmanager der Welt, hat aufgefordert, mehr für den Klimaschutz zu tun: „Wir werden uns von Anlagen trennen, die ein erhebliches Nachhaltigkeitsrisiko darstellen, wie zum Beispiel Wertpapiere von Kohleproduzenten.“ (DIE ZEIT Nr. 5/2020, 23. Januar 2020). Und am Rande des UNO Klimagipfels im September 2019 in New York City gründete eine Reihe von Investoren die „UN-convened Net-Zero Asset Owner Alliance“. Die Mitglieder dieser Alliance (darunter die deutsche Allianz AG), die zusammen immerhin 4 Billionen US$

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verwalten, verpflichten sich, ihre Beteiligungsunternehmen bis 2050 auf Klimaneutralität umzustellen. Wenige Wochen später stellte der saudi-arabische Ölkonzern Saudi Aramco im Zuge seines Börsengangs einen Rekordwert auf. Umgerechnet 23,1 Milliarden Euro wurden von Investoren eingesammelt. Das Unternehmen kommt so auf einen Börsenwert von 1,53 Billionen Euro. Damit ist es der wertvollste börsennotierte Konzern der Welt. Soviel zum Thema Anspruch und Wirklichkeit in der Klimadebatte. Siemens hat sich bis 2030, Bosch bereits bis Ende 2020 zur Klimaneutralität verpflichtet. Zahlreiche weitere Konzerne, mittelständische und Kleinunternehmen haben sich konkrete Klimaziele gesetzt – als Selbstverpflichtung! In Deutschland konnten die Treibhausgas-Emissionen in den vergangenen dreißig Jahren reduziert werden. Allerdings steigen diese Emissionen seit 5 Jahren wieder leicht an. Im Dezember 2019 wurden die deutschen Treibhausgasminderungsziele verbindlich festgelegt. Danach sollen die Treibhausgas-Emissionen bis zum Jahr 2030 um mindestens 35 % gesenkt werden und bis zum Jahr 2050 um mindestens 55 % (jeweils gegenüber dem Jahr 1990).


„Aber was ist denn so schlimm an ein bisschen Temperaturanstieg von ein paar wenigen Graden – wird nicht die Freibadsaison verlängert und der Wein besser?!“ Und ja, auch mancher Tierart kommt das entgegen, zum Beispiel der Zecke oder der Busch-, der Tiger- und der Malariamücke. Letztere überträgt eine Krankheit, an der in Afrika jede Minute ein Kind unter fünf Jahren verstirbt. (Auch) das beginnt uns erst dann zu interessieren, sollte die Malaria in die Rheingegend zurückkehren. Damit vervollkommnet sich die tragische Ironie, die der Frageformulierung innewohnt. Mancher mag das klimawandelbedingte Aussterben von Tierarten noch als Luxusproblem abtun. Mit dem Korallensterben am Great Barrier Reef vor der Küste Australiens verliert ein einzigartiger Unterwasserlebensraum seinen Status als Unesco-Welterbe und – viel schlimmer – seine ozeanische Artenvielfalt. Die Erwärmung der Ozeane offenbart sich durch die Korallenbleiche auf tragische Weise. Während das Land um die Jahreswende verherende Buschbrände erlebte, wurden die heißesten Temperaturen seit

Beginn der Wetteraufzeichnungen gemessen. Die unabhängige Organisation Climate Council geht davon aus, dass die Folgen der Klimaerwärmung australische Immobilienbesitzer im kommenden Jahrzehnt 360 Milliarden Euro kosten werden (DIE ZEIT, 8. April 2020, S. 9). Doch Australien, der größte Kohleexporteur der Welt, versteht dieses Zeichen der Natur nicht und baut seine ökonomische Zukunft weiterhin auf den Abbau, den Export und die Verfeuerung von Kohle. „Kohle tötet“, zitiert der SPIEGEL Nr. 51 vom 14.12.2019, S. 116, Steven Pinker im Interview. Epidemiologen schätzen die Todeszahl allein aufgrund der dreckigen Luft aus Kohlekraftwerken weltweit auf eine halbe Million Menschen pro Jahr. Um an dieser Stelle eine gern gemachte Verwechslung klarzustellen: Gemeint sind die Konsequenzen aus Stickoxiden, Schwefel und anderen Bestandteilen der Kohle, die Lungenkrankheiten und Krebs auslösen. Der Kohlenstoff hingegen, der unsere atmosphärische Hülle beschädigt, führt indirekt zu Leid und Tod: Inseln rund um Australien, z. B. Kiribati, Nauru und Tuvalu oder auch in anderen tropischen Gewässern,

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z. B. die Malediven, werden noch in diesem Jahrhundert versinken. Durch das Abtauen von Gebirgsgletschern, für uns Skiläufer und Wanderer gut erlebbar, vor allem aber der Polkappen, also der Arktis und (noch wichtiger) der Antarktis – für uns schwer zu beobachten – steigt der Meeresspiegel. Küstenregionen droht die Überflutung, Lebensräume verschwinden. Dabei ist nicht die Frage, ob, sondern wie schnell dies geschieht. Schon jetzt lässt sich sagen, dass der Küstenschutz eine der dominierenden Branchen des 21. Jahrhunderts sein wird. Trotzdem werden Millionen Menschen ihre Heimat verlieren – und sich auf den Weg machen …! Das gilt auch für Europa und für Deutschland. Vermehrte Waldbrände und zunehmend heftige Gewitter mit zerstörerischen Sturmfluten zeigen, wie schlimm „ein bisschen“ Temperaturanstieg in seiner Folgewirkung tatsächlich ist. Dürrekatastrophen werden zunehmen. In Afrika hat der Klimawandel bereits Spuren hinterlassen. Dürren gab es immer in der Geschichte des „verletzlichen Kontinents“. Die große Dürre vor 50 Jahren in Westafrika hat rund 100.000 Menschen in Mali das Leben gekostet. Erst starben die Tiere, dann die Menschen – die Alten, danach die Kranken, schließlich die Kinder. Mancherorts hat sich die Sahara kilometerweise vorangefressen. Verloren ging der Respekt für die Fähigkeit afrikanischer Gesellschaften, unter schwierigsten und immer schwieriger werdenden klimatischen Bedingungen ihr Überleben zu organisieren. Seitdem haben Dürreperioden massiv zugenommen. Kälteperioden, die es freilich auch gibt, sind dagegen weniger geworden bzw. treten in längeren zeitlichen Abständen auf, so im arktischen Winter 2017/2018 in Nordamerika. Freilich: Bei Temperaturen unter minus 40° Celsius lässt sich schwerer argumentieren, man müsse etwas gegen die Klimaerwärmung tun. Anders in anderen Teilen der Welt. Erst vor drei Jahren durchlitt Äthiopien die schwerste Dürre seit einem halben Jahrhundert. Die Folgen der Trockenheit hatten eine lange Nachwirkung. In den Wüsten und Halbwüsten Afars im Nordosten

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des Landes am Horn von Afrika sind 440.000 Ziegen und Schafe, 105.000 Rinder, 15.000 Kamele und 4.500 Esel verendet. Zahlreiche Bauern wurden ihrer Existenzgrundlage beraubt. Gegenwärtig plagen das Land Heuschreckenschwärme von biblischem Ausmaß, die durch Extremwetterlagen wie Zyklone infolge der Erderwärmung ideale Brutbedingungen gefunden haben. Und den weltberühmten Victoriafällen an der Grenze von Simbabwe und Sambia ist vorübergehend das Wasser ausgegangen. Wo sonst die Wassermassen des Sambesi über hundert Meter in die Tiefe donnern, ist nur brauner Fels zu sehen. Afrika gilt als erster großer Schauplatz der menschengemachten Klimakatastrophe. „Aber mit dieser Panikmache ist doch niemandem gedient – es braucht nun mal Geduld, bis man den Temperaturanstieg in den Griff bekommt!“ Panik ist kein guter Ratgeber, das stimmt. Und Geduld – vielmehr: Gründlichkeit ist so lange geboten, wie es um Faktensammeln, Erkenntnisgewinn und Entscheidungsfindungen geht. Auch deshalb ist der Wissensstand heute sehr weit entwickelt. Klimaforschung hat eine viel längere Geschichte, als wir das vielleicht wahr-nehmen: Schon im Jahre 1824 liefert der französische Physiker Joseph Fourier eine theoretische Beschreibung des Treibhauseffekts. 1958 entsteht die erste Messstation auf dem Gipfel des Vulkans Mouna Loa auf Hawaii. Zwei Jahre später weist der US-amerikanische Chemiker Charles D. Keeling die steigende CO2-Konzentration in der Atmosphäre wissenschaftlich nach. Die Bestätigung dieses Trends bringt viele Naturwissenschaftler zur Klimaforschung. Sie setzen sich damit auch den heftigen Anfeindungen derer aus, die auf wirtschaftliche und soziale Konsequenzen hinweisen, die aus den Maßnahmen gegen CO2-Emissionen zu erwarten seien. ... und die Klimaleugner beginnen, ihr Schwert zu schwingen. Vor bereits 50 Jahren trafen sich 1.200 Delegierte aus 113 Staaten in Stockholm zur UN-Weltkonferenz über die Umwelt


und geben den Startschuss für eine Umweltpolitik der Völkergemeinschaft. Ein tiefer Graben zwischen den Industrie- und den Entwicklungsländern tut sich auf. Die Entwicklungsländer fürchten um ihren Fortschritt – vor allem, weil die Statistik klar zeigt, dass die Verantwortung für die weltweiten CO2Emissionen den Industriestaaten zuzuschreiben ist. Die UNUmweltbehörde (Unep) wird in Nairobi gegründet.

Quelle: Enviromental Investigation Agency, eigene Berechnung (US-amerikanische Non Govermental Organisation)

Im Februar 1979 findet die erste Weltklimakonferenz in Genf statt. Wissenschaftler, Vertreter von Regierungen und anderen Organisationen aus 53 Ländern einigen sich auf die Erklärung, dass alles dafür getan werden muss, um „einen menschengemachten Wandel des Klimas, der das Wohlbefinden der Menschen gefährden könnte, vorauszusehen und zu verhindern“.

Kurz darauf wird Ronald Reagan Präsident der USA. Er ermutigt die PR-Strategen von Exxon zu gezielten Verwirrmanövern, obwohl die eigenen Forscher dieses Ölkonzerns die alarmierenden Klimabefunde bestätigen. Eine bestens finanzierte Problemleugner-Bewegung wird in Gang gesetzt. Im Deutschland der achtziger Jahre wird ein nationales Klimaprogramm empfohlen, um natürliche und menschliche Einflussfaktoren zu differenzieren. Einen Schritt weiter geht der Arbeitskreis Energie der Deutschen Physikalischen Gesellschaft. Er empfiehlt im Lichte einer „drohenden Klimakatastrophe“ die drastische Reduzierung der CO2-Emissionen – vor allem durch den Ausbau von Atom- und Sonnenenergie. Ausgerechnet Franz Josef Strauß – ökologischen und grün gefärbten Ansichten eher unverdächtig – regt 1987 den Klimabeirat der Bundesregierung an (damals primär zur Argumentation für eine progressive Atompolitik inkl. Wiederaufbereitungsanlage im bayerischen Wackersdorf). 1988 wird auf der Vollversammlung der Vereinten Nationen das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPPC) gegründet. Schon der erste Sachstandsbericht der Organisation ist ernüchternd und belegte sehr wohl den menschlichen Einfluss. Vor genau 25 Jahren formulieren 2.500 Wissenschaftler eine Prognose: die mittlere Temperatur auf der Erde wird bis zum Jahr 2.100 um 1° bis 3,5° Celsius ansteigen. In Rio de Janeiro wurde 1992 bei der ersten UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung die Klimarahmenkonvention verabschiedet. Diese Konvention stellt das völkerrechtliche Basis-Dokument für internationalen Klimaschutz dar. Nun treten die Erdöl- und Automobilkonzerne verstärkt auf den Plan. Viel Geld wird in die Hand genommen, um in Thinktanks und mit pseudowissenschaftlichen Instituten die wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Klimawandel öffentlich in Frage zu stellen und IPCC Forscher zu diskreditieren. Noch bis zur Jahrtausendwende säen auch FAZ, DIE ZEIT, die Welt und das Handelsblatt Zweifel an den IPCC Prognosen und an den Klimamodellen.

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Erste Hoffnungsschimmer zeigen sich um die Jahrtausendwende. Im Kyoto-Protokoll von Dezember 1997 verpflichten sich die teilnehmenden Industrieländer dazu, ihren jährlichen Treibhausgasausstoß von 2008 bis 2012 um 5,2 % im Vergleich zu 1990 zu reduzieren. 15 Jahre nach dem Jahr des Inkrafttretens konstatiert ein ZDF-Kommentator in der Retrospektive, dem Klimaschutz habe Koyoto vor allem eins gebracht: „verpasste Chancen“. Letztlich beinhaltet das Protokoll Verabredungen, die von fast 200 Staaten zwar akzeptiert und ratifiziert, nicht aber umgesetzt werden. Während zehn Jahre später der IPCC-Bericht einen Temperaturanstieg um 1,1° bis 6,4° bis 2100 prognostiziert, gelangen Klimatologen in der „Kopenhagen-Diagnose“ vom November 2009 in der Zusammenfassung des aktuellen Forschungsstandes zu dem Ergebnis, dass bis zum Ende dieses Jahrhunderts die mittlere Temperatur um 2° bis 7° im Vergleich zur vorindustriellen Zeit steigen könnte. Schon bei zwei Grad wird das Leben auf unserem Planeten für die heutigen Gesellschaften schwierig – bei sieben Grad im Prinzip unmöglich. Dennoch schließt die UN-Klimakonferenz ohne verpflichtendes Abkommen und wird zu „Floppenhagen“. Ein Bericht der Weltbank von 2012 macht deutlich, dass ein Anstieg um 2° Celsius als das äußerste gilt, worauf sich die Welt halbwegs einstellen könnte. Ein Anstieg um 4° Celsius darf einfach nicht zugelassen werden, weil ein Leben auf Erden, wie wir es kennen, dadurch kaum mehr möglich wäre. Das bedeutet aber, die Treibhausgasemissionen bis Mitte des 21. Jahrhunderts mindestens zu halbieren und sie vor dem Jahre 2100 ganz zu unterbinden. Der IPCC Bericht von 2014 schätzt, dass die Treibhausgase bis zum Jahr 2050 im Vergleich zu 2010 um 40 bis 70 Prozent fallen müssen, um dieses Ziel zu erreichen. Allerdings liefern fossile Brennstoffe über 80 Prozent der weltweiten Energie.

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Ein Jahr darauf verabschieden 196 Staaten inklusive China und die USA in Paris einen bindenden Vertrag zur Begrenzung der Erderwärmung auf 2° Celsius im Vergleich zur vorindustriellen Zeit. Das „Übereinkommen von Paris“ tritt am 4. November 2016 in Kraft. Im Jahr darauf schließt sich Nicaragua als letztes Land der Erde dem Vertrag an – selbst Syrien gibt seine Beitrittsabsicht bekannt. „Aber dann sind wir doch auf einem guten Weg, um den Klimawandel rückgängig zu machen?“ Und genau das dachte man nach der Pariser Klimakonferenz vor fünf Jahren auch. Einen historischen Durchbruch hätten die Delegierten auf der UN-Klimakonferenz in Paris erzielt, titelte nicht nur die Süddeutsche Zeitung im Dezember 2015. Mitte 2017 kündigten die USA ihren Austritt aus dem Abkommen für das Jahr 2020 an. Es bleibt der Hoffnungsschimmer, dass die USA Mitglied der allgemeinen UNO-Klimaverhandlungen bleiben. Da das Land jederzeit wieder zum Klimaabkommen zurückkehren kann, besteht die Hoffnung in einem Ende der Amtszeit von Donald Trump. Mittlerweile finden rund fünfundzwanzig UN-Klimakonferenzen weltweit statt – alljährlich! Insgesamt 300.000 Teilnehmer stehen in einem Austausch, nur: mit welchem Erfolg? Also: was sagen die Zahlen? Ende 2019 zeigte eine Studie des internationalen Forscherverbunds Global Carbon Project, dass die weltweiten CO2-Emissionen langsamer steigen – einhergehend mit einem geringeren Wirtschaftswachstum und Rückgängen beim Kohleabbau. Der Treibhausgasausstoß nahm weltweit um 0,6 Prozent in 2019 zu. 2018 lag der Anstieg bei 2,1 Prozent, in 2017 bei 1,5 Prozent. Wenngleich vielleicht nicht mehr in dem vorhergehenden Ausmaß, nimmt


er dennoch noch immer zu – insgesamt in den Jahren 1995 bis 2018 von 23 auf 37 Milliarden Tonnen pro Jahr! 20 der vergangenen 22 Jahre haben jeweils neue Wärmerekorde erzielt. Klimaforscher der US-Wetterbehörde NOAA treffen die Vorhersage, dass das Jahr 2020 eines der zehn wärmsten seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen vor mehr als 140 Jahren werden wird. Schon der Januar war der wärmste Januar der Messgeschichte. Die Menge an Kohlendioxid in der Atmosphäre werde in diesem Jahr einen Wert erreichen wie seit vielen Millionen Jahren nicht. Der Klimawandel schreitet schneller voran als bislang angenommen. Schon jetzt ist eine Steigerung von 1,1° Celsius im Erdmittel seit der vorindustriellen Zeit erreicht. (Wolfgang Lucht, Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, in DER SPIEGEL vom 14.05.2019). Dabei bedeutete „mittlere Temperatur“, dass es in manchen Regionen – zum Beispiel ausgerechnet in der Arktis, deutlich wärmer wird. Dort sprengt die Erwärmung alle Prognosen (GEO 06/2019, S. 44). Die Luft

in der Arktis erwärmt sich mehr als doppelt so schnell als irgendwo sonst auf der Erde. Grönland verliert Jahr für Jahr etwa das fünffache des Eisvolumens der Alpen. Forscher gehen davon aus, dass schon in 30 Jahren der Arktische Ozean selbst am Nordpol größtenteils eisfrei sein wird. Schön für den Schiffsverkehr, schlimm für Mensch und Tier. Vor dem Hintergrund einer Entwicklung, die bereits vor einem halben Jahrhundert ihren Anfang nahm, ist die Realität ernüchternd – und erschreckend. Genauso wenig wie die Panik ist die Geduld ein wirksamer Begleiter, um gegenzusteuern, denn auch die Primärenergieträger haben entsprechend des wachsenden globalen Energiebedarfs zugenommen – darunter sind die regenerativen Energien verschwindend unterrepräsentiert. Von einem Rückgängigmachen kann keine Rede sein – im Gegenteil: wir steuern auf ein Temperaturmaß zu, bei dem Wissenschaftler befürchten, dass unumkehrbare Rückkopp-

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lungseffekte eintreten. „Point of no Return“ nennen das die Klimawissenschaftler vom Potsdam Institut für Klimaforschung – und weisen zur Begründung auf mehrere Teufelskreise hin, die letztlich zu einer unkontrollierbaren Kettenreaktion führen können: Steigende Temperaturen lassen die Pole schmelzen. Eisbedeckte Flächen, die Lichtstrahlen reflektieren, weichen dunklen absorbierenden Flächen, wodurch sich der Temperatureffekt verstärkt. Die Permafrostböden tauen auf – möglicherweise für immer. Es werden enorme Mengen darin gebundenen Methans freigesetzt. Methan in der Atmosphäre hat sich im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter schon jetzt nahezu verdreifacht. Diese Gaskonzentration wirkt ungleich stärker auf die Zersetzung der Erdatmosphäre und beschleunigt Temperaturanstiege. Wärmeres Meerwasser nimmt weniger CO2 auf, gerodete und gebrandschatzte Wälder können kein CO2 mehr absorbieren und zu Sauerstoff umwandeln. Anstatt zu dekarbonisieren beraubt man der Erde die Ressourcen zur Selbstheilung des Klimas. Unter Jair Bolsonaro wurde im Sommer 2019 viermal so viel Amazonas Regenwaldfläche gerodet als in den Jahren zuvor (DIE ZEIT online v. 7. August 2019). Der Amazonas Regenwald verarbeitet jährlich zwei Milliarden Tonnen CO2 und erzeugt ein Fünftel des weltweit verfügbaren Sauerstoffs. Daher die Bezeichnung „Lunge der Erde“. Waldrodungen jedoch finden auch an anderen Stellen dieser Erde statt, insbesondere auch in Afrika. Alles in allem verschwand insgesamt allein zwischen 2002 und 2012 eine 1100 mal 1100 Kilometer große Waldfläche. Hinzukommen trockenheitsbedingte Waldbrände ungeheuren Ausmaßes, die das Leben in Australien um die Jahreswende beeinträchtigten, derzeit in der südostsibirischen Taiga wüten und auch in Deutschland immer häufiger auftreten. Den Wäldern der

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Erde droht der Hitzekollaps. Sie verlieren ihre Fähigkeit, CO2 aufzunehmen, Sauerstoff abzugeben und Wasser zu verdunsten. Die Schätzung der mittleren Durchschnittstemperatur, ab der es zu sogenannten klimatischen Kipppunkten kommt, ist abhängig von den Prognosemodellen und wird daher in der Wissenschaftswelt kontrovers diskutiert. Wenn ab einer solchen Temperatur der Golfstrom versiegt oder der Jetstream mit dem Monsun durcheinandergerät, sind die Szenarien drastisch. Doch völlig unabhängig davon führt der Weg noch immer in die falsche Richtung – von Umkehrung kann folglich keine Rede sein. Und daher ist es ohne Belang, noch länger darüber zu reden, ob es diese Kipppunkte gibt und wann deren Eintritt zu erwarten ist. Mojib Latif, Meteorologe und Vorstandsmitglied des Deutschen Klima-Konsortiums, einer der bekanntesten Klimaforscher Deutschlands und frühester Warner bezweifelt, ob das 1,5°-Ziel überhaupt noch erreicht werden kann. Nach seiner Auffassung befinden wir uns längst auf der Schnellstraße zur 3°-Marke – ohne Stoppschild. Der Klimawandel ist real, wir spüren ihn schon heute und er schreitet schneller voran als je prognostiziert. Es ist keine Zeit mehr zu verlieren für ein Umsteuern … „Aber, aber, aber – warum tut man denn dann nichts …?“ Ja, warum wohl? Genau deshalb! Die Antwort ist in der Fragestellung bereits enthalten. Es ist das kleine Wörtchen „Aber“, das allem entgegensteht, was an Zielen zu vereinbaren und an Maßnahmen umzusetzen ist. Das „Aber“ steht als semantisches Symbol für Diskrepanz und Gegensätzlichkeit. Am Satzbeginn benennt es von vornherein den Kern der Argumentation. Indem das „Aber“ ständig im Raum steht, sorgt es für ein überhitztes Diskussionsklima. Das vergangene halbe Jahrhundert war geprägt von einer Aneinanderreihung von „Abers“. Man könnte auch diesen Aufsatz mit Aber-Fragen seitenweise verlängern: Aber die Kosten, die Arbeitsplätze,


die Unansehnlichkeit von Windrädern, die Stromtrassen – überhaupt: der Blackout. Verzicht und Entbehrung, Niedergang von Wohlstand und Frieden. Ach, übrigens, was ist mit dem Fahrspaß, der Freiheit auf den Autobahnen und dabei der Sound, der aus dem Auspuff kommt? Dieses kleine Wörtchen „Aber“ entfaltet in menschlichen Beziehungen eine bisweilen zerstörerische Kraft. Im Kontext der Diskussion um die Erderwärmung und ihre Folgen zeigt es seine ganze Destruktivität und unterwandert immer wieder Schritte, die für ein Umdenken und für entschiedene Maßnahmen zum Klimaschutz notwendig sind. Schritte, die zu einem Konsens führen statt zu faulen Kompromissen. An die Stelle der „Abers“ müssen die „Unds“ rücken. Das Trennende muss dem Verbindenen weichen. Große Ziele erreicht man nur im Miteinander und mit dem verbindenden Gefühl, dass alle Beteiligten gebraucht werden. Das ist die Natur, die dem Konsens innewohnt. Wolf Lotter (Brand eins, 09/2013, S. 59) sieht im Streben nach Konsens kein Zeichen von Blauäugigkeit – mitnichten, ganz im Gegenteil: Konsens steht für Klugheit! Als Symbol für den Konsens steht der runde Tisch, an dem Menschen mit ihren Anliegen und Interessen ernst genommen werden. Sie begegnen sich gleichwertig, um sich auf gemeinsame Ziele und auf gemeinsame Schritte zu verständigen in der ehrlichen Absicht, diese dann auch umzusetzen. In der Realität sitzen sich zwei Seiten gegenüber, die mit „Abers“ Pingpong spielen. Der Tisch ist nicht rund, sondern eckig – scharfkantig, wenn man so will. An einem Ende dieses Tisches sitzen die Erdölfördergesellschaften und die Folgebranchen – Raffinerien, Schwerindustrie, Automobilunternehmen, die größten und mächtigsten Firmen der Welt, ausgestattet mit dem Selbstbewusstsein, für das Blut im Wirt-

schaftskreislauf zu sorgen und den Menschen dieser Erde historisch unvergleichbaren Wohlstand zu verschaffen (dabei freilich zuerst sich selbst). Und tatsächlich steckt in fast allem, was uns angenehm ist, das schwarze Gold als Grundstoff drin. Gegenüber der Wirtschaftsmacht und des Kapitals sitzen Naturwissenschaftler und Vertreter von Umweltverbänden, Lobbyisten und Naturfreunde, Scientists und schulpflichtige Freitagsdemonstranten – for Future, natürlich. Ihr Selbstverständnis besteht bisweilen darin, angetreten zu sein in der hehren Absicht, die Menschheit vor dem sicheren Klimatod zu erretten. Politiker sitzen auf beiden Seiten oder mäandern irgendwo dazwischen, je nach politischer Couleur (und der Aussicht auf Wiederwahl!). Kurzum: Ökonomie trifft Ökologie. Egoistische Kapitalisten prallen auf idealistische Weltverbesserer. Individualinteressen begegnen Allgemeininteressen. Im „Clash der Ideologien“ sind Fakten und Realitäten eher Störfaktoren oder allenfalls dann als Instrumente tauglich, wenn sie die eigene Position untermauern. Und das gilt für beide Seiten. Dabei sitzen auf beiden Seiten Talente, Menschen mit großem Know-How und auch mit Verdiensten, die anerkennenswert sind. Die Meinungen und die Eigenarten, die Positionen und die Unterschiede des anderen nicht nur anzuerkennen, sondern gerade in einer komplexen Wissensgesellschaft auch zu nutzen, braucht Offenheit und Mut. Wer vielfältige Begabungen nutzen will, muss andere Positionen nicht nur aushalten, sondern auch verstehen, anstatt sich gegenseitig grundsätzlich in Frage zu stellen. Dass Begriffe wie Wachstum einerseits oder Verzicht anderseits automatisch Abwehrreflexe auslösen, entfernt Diskussionsteilnehmer vom Konsens und verschmutzt ein Verhandlungsklima, das auf gemeinsame Lösungen ausgerichtet ist.

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Fazit „Degrowth“ oder „fortlaufendes Wachstum“? Steven Pinker hofft auf die Einsicht, dass weder ein Minuswachstum die Umweltverschmutzung einzudämmen vermag, noch der Umweltschutz zwangsläufig das Wirtschaftswachstum und den Lebensstandard der Menschen sabotiert. Die Sauberkeit der Umwelt steht in positivem Verhältnis zum Wohlstand eines Landes, Armut gilt als der größte Umweltverschmutzer. Es sind die Argumente, das Engagement, und die Gesetzgebung, die Verträge, das überragende technische Können der Menschen und deren Fortschrittsstreben, die – alles zusammengenommen – in der Vergangenheit zur Verbesserung der Umwelt beigetragen haben. Dies gilt für die Verschmutzung von Land, Luft und Wasser mit unmittelbaren gesundheitlichen Folgen – nicht jedoch in Bezug auf CO2-Emissionen! „Ingenieure haben in der Vergangenheit all das entwickelt, was das Leben der Menschen verbessert, nun sollen sie dazu beitragen, die Katastrophe zu verhindern“, so Achim Kampker, Gründer des Vereins Ingenieure retten die Erde e. V. (DER SPIEGEL, Nr. 49/2019, S. 62).

nichts anderes ist als Ausdruck eines Triumphes des Eigennutzes einzelner Akteure über das Gemeinwohl. Diese einzelnen Akteure, das sind wir, jeder Einzelne „Industriestaatler“ für sich allein genommen, das Individuum, das aus gutem Grund das moderne Leben genießt.

Eine pragmatische Sichtweise erkennt an, dass die Beanspruchung der Natur durch den Menschen in seinem Anspruch an Zivilisation, Komfort und Energiebedarf zwangsläufig mit einem gewissen Grad an Ressourcenverzehr einhergeht. Wenn als Maßstab für den CO2-Gehalt in der Luft und für die mittlere Erdtemperatur die Werte herangezogen werden, die vor fast 200 Jahren auf unserem Planeten herrschten, darf das nicht in Frage stellen, dass die Industrialisierung gut für die Menschheit war. Der Industrialisierung verdanken wir den Lebensstandard, den wir heute haben. Andere Länder und Gesellschaften streben in völliger Berechtigung ebenfalls nach einer Verbesserung ihrer Lebensverhältnisse. Verzichtsdebatten bedeuten zwangsläufig, den Entwicklungsländern diese Entwicklung vorzuenthalten. Stattdessen sind wir in der Lage, den Tausch von menschlichem Wohl gegen Umweltschäden durch technische Mittel kalkulierbar zu gestalten. (nach Pinker 2018, S. 162f.).

Die Nutzung des globalen Gemeinguts „Atmosphäre“ hat eben einen Preis. Der muss bezahlt werden, genauso, wie man für Müllentsorgung, Abwasser und die Endlagerung abgebrannter Brennstäbe aus Atomkraftwerken einen Preis aufruft. Ein wirkungsvoller CO2-Preis bedeutet, Gemeinschaftsgüter umsichtig zu bewirtschaften. Die Frage, wie dieser Preis in Form einer Steuer oder eines Zertifikatentgelts von wem an wen zu bezahlen ist, weist den Lösungsweg. Am Ende steht eine in Geldeinheiten klar spezifizierte Einigung, mit der beide Seiten leben können – und die vor allem eines tut: eine Lenkwirkung entfalten in Bezug auf die Emissionen/ Einsparungen von Treibhausgase!

Folglich muss die Wirtschaft der Industriestaaten, die auf Öl, Kohle, Gas, Stahl und Baustoffe baut und damit eine fossile Grundlage hat, komplett umgebaut werden – hin zu einer Marktwirtschaft, die Wachstumsschübe in ökologische Bahnen lenkt. Ohne eine starke Wirtschaft lässt sich der radikale Umbau der Energiewirtschaft, der Mobilität und anderer Bereiche der Industrie nicht finanzieren. Die Entkoppelung von Wachstum und Naturverbrauch braucht intelligentes Wachstum. Das ist der Weg, den es mit großer verstandesmäßiger, intellektueller und auch emotionaler Energie anzugehen gilt. Die Atmosphäre darf nicht länger als Deponieraum für Treibhausgase missbraucht werden. Man muss verstehen und anerkennen, dass die sich anbahnende Klimakatastrophe

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Demzufolge liegt der Schlüssel zum Konsens zwischen unserem Individual- und unserem Gemeinwohlanspruch darin, die Ökologie mit der Ökonomie zu versöhnen. Ökologische Werte dürfen nicht nur, sie müssen ökonomisch bewertet werden. Wer „Wirtschaften“ und „Wertschöpfung“ neu denkt, der erkennt die Notwendigkeit eines Wachstums im Sinne einer globalen Verbesserung der Lebensverhältnisse – über die Generation der Lebenden hinaus. So gibt es eben nicht nur Einzelwerte, die unter Einzelnen aufteilbar sind, sondern auch Gemeinwohlwerte, die es ökonomisch zu quantifizieren gilt. Stattdessen erfährt der brasilianische Regenwald – der „Central Park unseres Planeten“ – erst dadurch eine Bewertung, dass Grundstücke und Hölzer als Einzelwerte für Einzelne bzw. Einzelwirtschaftseinheiten nutzbar werden.

Einigung muss gelernt werden. Dabei ist Panik kein guter Begleiter – weder für die eine Seite und ihrer Angst vor dem Klimawandel, noch für die andere Seite und ihrer Angst vor dem Klimaschutz. Die Geschichte, die es fortan zu erzählen gilt, ist die Geschichte der ökologischen Erneuerung der Industriegesellschaft mit Deutschland als Vorreiter, die Geschichte vom großen Aufbruch in ein ökologisches Wirtschaftswunder. Ein „Green Deal“ braucht diese optimistische und mutige Erzählung. Sie kann nur entstehen aus einem konstruktiven und auf Konsens gerichteten Diskussionsklima. Ein Klima, in dem das Empfinden, das Denken und das Handeln sich abwendet von ideologischen Ablehnungsreflexen, Gegensätzlichkeiten und Widersprüchlichkeiten – und sich stattdessen hinwendet zu einer Offenheit für Fakten, einer optimistischen Nachdenklichkeit und zu einem pragmatischen Lösungs- und Kooperationswillen. Die Zeit für den Klimakonsens muss jetzt sein – die ständigen „Abers“ gehören in die Vergangenheit, den „Unds“ gehört die Zukunft …! Literatur kann beim Autor erfragt werden.


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WIE DENKEN SIE DARÜBER ...

Perspektiven des Klimaschutzes in Zeiten vor und nach Corona: Wie denken Sie darüber Herr Prof. Quaschning?

Jannis Rimikis, junger Klimaschützer, mit renommiertem Klimaschutzexperten im persönlichen Gespräch Lieber Herr Professor Quaschning, viele fragen sich, ob es in Anbetracht der Corona-Pandemie überhaupt angemessen sei, über die Klimakrise zu reden. Die Umwelt- und Klimakrise machen keine Pause für uns. Was denken Sie darüber? QUASCHNING: Selbstverständlich darf man während der Corona-Krise auch über andere Krisen reden. Man muss natürlich aufpassen wie man das kommuniziert. So sehen wir zum Beispiel wie durch die Corona-Krise aufgrund des Shutdowns und des Zusammenbruchs der Wirtschaft die CO2-Emissionen runtergehen. Da gab es einige, die sich gefreut haben. Die vermeintliche Freude wird aber nur von kurzer Dauer sein. Sobald die Corona-Krise wieder im Griff ist, werden auch die Emissionen wieder hochgehen. Man darf das eine Leid nicht gegen das andere ausspielen. Die Kommunikation ist etwas schwierig, denn es leiden und sterben viele Leute an Covid-19. Das darf man nicht verharmlosen. Man kann es nicht relativieren und man soll sich auch nicht über die Auswirkungen auf die sinkenden CO2-Emissionen freuen. Aber wenn man das berücksichtigt, dann kann und muss man auch über die Klimakrise reden. Ich vergleiche das ganz gerne mit einem Hotel: wenn der Dachstuhl brennt und gleichzeitig rollt ein Tsunami auf das Hotel zu, dann heißt es nicht, dass man nicht über den Tsunami reden darf, nur

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weil der Dachstuhl brennt und dies allein schon eine Gefahr darstellt. Wir haben hier zwei Krisen, die gleichzeitig auf uns zurollen: Die Klimakrise ist längerfristig aber ihre Dynamik ist von ganz anderer Dimension, deswegen müssen wir darüber reden und auch handeln, das ist ganz klar. Jetzt müssen wir überlegen wie wir handeln. Die Corona-Krise erschwert dies ziemlich, weil wir nicht mehr über die Klimakrise reden und diskutieren. Sie wird es weiterhin erschweren, da wir sehr viel Geld für die Bewältigung der Corona-Krise ausgeben, welches natürlich zur Bewältigung der Klimakrise fehlen wird. Es werden auch viele Maßnahmen von der EU zurückgestellt, das heißt wir verlieren auch wertvolle Zeit bei der Bewältigung der Klimakrise und müssen deswegen ganz klar darüber reden und jetzt auch handeln. Gemeinsam mit Ihren Forscherkollegen von „Scientist for Future“ sind Sie der Auffassung, dass das Anliegen meiner Generation, die freitags auf die Straßen geht, nach mehr Kilmaschutz berechtigt ist. Warum scheint es, als ob unsere Regierung in puncto Klimaschutz nicht viel weiter ist als vor einem Jahr? QUASCHNING: Anders als bei der Corona-Krise hat die Klimakrise sehr langfristige Auswirkungen. Das heißt, wenn ich nun als Politiker in der Corona-Krise eine falsche Entscheidung treffe, dann wird

sich das schon in ein oder zwei Monaten bemerkbar machen. Diese Krise hat direkte Auswirkungen auf die Wahlen noch in dieser Legislaturperiode. Wenn ich im Klimabereich aktiv werde sind die Veränderungen schleichend. Die wirklich existenzbedrohenden Veränderungen kommen erst längerfristig. Wir haben ja jetzt schon kleine existenzbedrohende Veränderungen. Wenn man zum Beispiel genau hinschaut, ist die Heuschreckenplage in Afrika auch eine akute Krise, die zeitgleich zur Corona-Krise wütet. Auch sie wird Menschenleben kosten. Wenn wir uns dagegen Deutschland anschauen, wirkt das Ganze erstmal nicht existenzbedrohlich – trotz der erneuten Frühjahrstrockenheit. Auch werden wir möglicherweise wieder einen Dürresommer haben, aber deswegen werden nicht gleich Massen an Menschen sterben. Es geht um diese längerfristige Komponente. Die existenzbedrohenden Katastrophen, wo die breite Bevölkerung bereit wäre zu handeln, werden erst in mehreren Jahren kommen. Alle Politiker, die jetzt ohne eine akute wahrnehmbare Bedrohung durch den Klimawandel handeln, müssten damit rechnen, dass nur wenige die entsprechenden Maßnahmen mittragen. Vor der Reaktion der Wähler haben die meisten Politiker einfach Angst. Das ist eigentlich das Hauptproblem.


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Man sieht es auch an der Zustimmungsrate während der Corona-Krise: 80 % haben am Anfang die harten Einschnitte mitgetragen. Das wäre natürlich nicht der Fall, wenn wir harte Einschnitte machen und es dann hieße „Wenn wir das jetzt nicht machen, dann wird uns das Virus in sieben Jahren überrollen“. Da würden alle sagen: „Aber das weiß doch jetzt so sicher noch niemand“. Und dann würde man auch ganz klar anders handeln. Von einer Regierung erwarten wir jungen Menschen, nicht nur zu reagieren, sondern proaktiv zu regieren. Haben Sie eine Idee wie man dieses Problem lösen könnte? QUASCHNING: Das Problem sehen wir ja an ganz vielen Fragen, die eigentlich notwendig und wichtig sind: den demographischen Wandel, die Rentenfrage, die Altersarmut – diese werden ähnlich unentschlossen angegangen. Das sind ungelöste Probleme, die wie Zeitbomben ticken, aber die ignoriert man erstmal – mangels Dringlichkeit. Für die Lösung all dieser Probleme muss man große Veränderungen herbeiführen. Bei Veränderungen wird es immer auch Leute geben, die sich als Verlierer fühlen. Da ist die Angst der Politiker einfach viel zu groß, durch diejenigen abgestraft zu werden, die sich als „Verlierer“ sehen. Das ist auch ein generelles Problem der Demokratie: Politiker schielen immerzu auf den Willen der Wählenden und aus Angst abgestraft zu werden unterlässt man dann besser die Maßnahmen die zwar langfristig gut, aber kurzfristig unbequem sind. Die einzige Chance das zu durchdringen ist, dass die Dringlichkeit des Klimaschutzes sichtbar wird. Ohne den Dürresommer von 2018 hätten wir die Fridays for Future nicht so gesehen. Diese extrem heißen Monate haben der Bevölkerung durchaus die Dringlichkeit vor Augen geführt, dass der Klimawandel nicht mehr abstrakt ist, sondern tatsächlich stattfindet. Jetzt ist es wichtig, diese Dringlichkeit immer wieder in den Fokus zu rücken. Sie sagten einst: „Das Klimapaket hat keine Logik und keinen Sachverstand.“

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Foto: Silke Reents

Prof. Dr. Volker Quaschning, Professor für Regenerative Energiesysteme an der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Berlin und Politikberater für Klimaschutzfragen. Mitinitiator von „Scientist for Future“ in 2019, ein Zusammenschluss von über 26.800 Wissenschaftler allein im deutschsprachigen Raum. Wie erklären Sie sich, dass die Bevölkerung das einfach so hinnimmt und die Regierung nicht mehr in die Pflicht nimmt? QUASCHNING: Ein Klimaschutzpaket, das den Erfordernissen des Pariser Klimaschutzabkommens gerecht würde, hätte extreme Veränderungen zur Folge. Wir wissen, dass wir in den nächsten 15 bis 20 Jahren komplett klimaneutral werden müssten. Wir werden also sehr radikale Umbrüche im Verhalten und in

der Wirtschaft vollziehen müssen. Ich glaube das ist auch vielen Menschen in der Bevölkerung durchaus bewusst. Das Klimapaket hat ein wenig was von Placebo: Die Regierung tut was, man hat das Gefühl, nun wird für den Klimaschutz irgendwas unternommen. Dabei ist zweitrangig, ob das am Ende auch ausreicht und hilft. Wir lassen es erstmal auf uns zukommen. Was juckt uns, was die Wissenschaftler sagen. Die Durchschnittsbevölkerung und die Politik ge-


hen Hand in Hand insofern, als die Notwendigkeiten nicht gesehen werden. Stattdessen sind das Alltagsgeschäft und die täglichen Sorgen größer als das, was eigentlich dringlich zu tun wäre. Das heißt, wir haben es mit zwei Phänomenen zu tun: Zum einen das Politikversagen, da die Politik den konkreten Sachverhalt eigentlich vermitteln müsste. Nach meiner Auffassung gehört es maßgeblich zu den Aufgaben der Politik, der Bevölkerung auch komplexe Zusammenhänge klar zu machen und auf die Klimaschutznotwendigkeiten hinzuweisen. Also nicht eine Politik des Möglichen, sondern eine Politik des Möglichmachens. Die Entwicklung von Lösungen für das Klimaproblem bleibt hinter der Notwendigkeit zurück. Die Bevölkerung selbst interessiert sich auch nicht so wirklich dafür. Das Klima ist nicht unbedingt das absolut wahlentscheidende Thema. Damit ist der Druck einfach nicht da, die richtigen Maßnahmen einzuhal-

ten. Man kann versuchen mit Minimallösungen durchzukommen. Das ist doch die letzten 20 Jahre immer „gelungen“. Nun hat Fridays for Future den Druck etwas erhöht. Dennoch gibt es in der Politik durchaus die berechtigte Hoffnung, dass man mit der alten Politik nur ein bisschen was tun muss und mit der Symbolpolitik durchkommen kann. Gibt es überhaupt eine Partei welche, Ihrer Meinung nach, Klimapolitik ernsthaft betreibt? QUASCHNING: Nein, es gibt definitiv keine Partei, die in Deutschland in der Lage wäre, ein Programm umzusetzen, mit dem das Einhalten des Pariser Klimaschutzabkommens möglich wäre, zumindest keine Partei, die im deutschen Bundestag vertreten ist. Nun ist es freilich nicht so, dass sich gar nichts getan hätte in den letzten 12 Monaten. Auch die Parteien haben sich durchaus bewegt, die Regierungsparteien jedoch sehr wenig. Die meiste Bewegung hat

man bei den Grünen gesehen, deren Parteiprogramme deutlich nachgeschärft wurden. Danach liegt das, was bei den letzten Parteitagen diskutiert wurde, deutlich näher an dem, was wir für das Pariser Klimaschutzabkommen brauchen. Auf Landtags-Ebene bemühen sich die Grünen durchaus sehr, aber das was sie erreichen und umsetzen reicht für den Klimaschutz bei weitem nicht aus. Da ist ihnen die Beteiligung an der Regierung lieber als tatsächlich entsprechende Klimaschutzmaßnahmen durchzusetzen und das werden wir vermutlich auch auf Bundesebene sehen. Professor Schnellnhuber, ehemaliger Direktor des Potsdam Institut für Klimafolgenforschung meint, dass seiner Meinung nach das 1,5°-Ziel schon gar nicht mehr zu erreichen ist und wir stattdessen negative Emissionen brauchen. Wie sehen Sie das?

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QUASCHNING: Ich bin in der Frage relativ skeptisch. Mit „negativen Emissionen“ verfolgt man die Idee, CO₂ wieder aus der Atmosphäre rauszuholen und so den Schaden zu reparieren. Da gibt es zwei Möglichkeiten: Die einfachste Lösung ist, einfach Bäume zu pflanzen und die Menge an Bäumen zu vermehren. Flächen werden wieder aufgeforstet. Dann muss diese Fläche für ein paar Jahrhunderte als Wald bestehen bleiben. Durch den Waldwachstum kann man ein bisschen CO₂ aus der Atmosphäre holen, allerdings nur sehr begrenzt. Ein zweiter Plan ist, dass man das CO₂ aus der Atmosphäre rausfiltert, durch technische Geräte oder durch das Pflanzenwachstum auffängt und unter der Erde einlagert. Diese beiden Möglichkeiten funktionieren durchaus, allerdings sind sie vom Potenzial begrenzt, technisch aufwendig und teuer.

wenn der politische Wille vorhanden ist. Gibt das Hoffnung oder frustriert Sie der mangelhaft vorhandene politische Wille? QUASCHNING: Ich denke schon, dass man Hoffnung daraus schöpfen kann. Wir sehen bei der Corona-Krise durchaus, dass die Politik sich eng mit Wissenschaftlern und Experten abstimmt und versucht, die optimale Lösung zu finden. Das darf man der Regierung durchaus positiv zugestehen und überzogene Kritik am Vorgehen auch mal zurückweisen. Sie versucht unter Abschätzung aller Aspekte die beste Lösung für die Bevölkerung zu finden. Das allerdings sehe ich beim Klimaschutz aber in keinster Weise. Hier folgt man kurzfristigen Interessen von Lobbyisten und der Angst der Bevölkerung vor zu schnellen Veränderungen. Nun sehen wir natürlich bei der Coronakrise die Fallzahlen der Todesopfer und

teils dramatische Prognosen, die nur wenige Wochen im Blick haben. Der Blick in die Zukunft des Klimawandels sieht weit schlimmer aus, der zeitliche Horizont jedoch spannt sich über Generationen hinweg. Trotzdem sehen wir auch, dass die ein oder andere Person in der Politik es schafft, für konsequentes Handeln auch durchaus mehr Zustimmung zu erhalten. Vielleicht erkennen einige Politiker, dass man auch Wahlen gewinnen kann, indem man mutig und entschlossen handelt anstatt zögerlich und ohne Courage die Probleme auszusitzen. Bundespräsident Steinmeier sagte in seiner Ansprache, die Welt nach Corona werde eine andere sein. Sehen Sie das auch für den Klimaschutz? QUASCHNING: Die Welt wird auf alle Fälle eine andere sein. Zunächst sehen wir starke Veränderungen was die

Ein Hauptargument gegen den schnellen Klimaschutz ist momentan, dass Klimaschutzmaßnahmen derzeit zu teuer wären. Im Grunde genommen verlangen wir bei der Rückholung des CO₂, dass die junge Generation später die „zu teure Energiewende“ nachholt, die verursachten Klimaschäden begleicht und zusätzlich das entstandene CO₂ wieder herausholen soll. Das bedeutet im Klartext, später die x-fache Summe dessen aufzuwenden, was notwendige Maßnahmen heute kosten würden. Die künftigen Generationen werden mit den Klimaschäden und dem Umbau der Energieversorgung schon komplett überfordert sein, da wird diese Rückholung schon gar nicht mehr finanzierbar sein. Deswegen setzt eine verantwortungsbewusste Politik darauf, dass wir gar nicht in die Notwendigkeit kommen, große Mengen zurückholen zu müssen. Das bedeutet aber, so schnell wie möglich die Energiewende durchzuziehen – und zwar innerhalb der nächsten 15 bis 20 Jahre. Technisch und ökonomisch ist das möglich. Immer wenn man auf die Rückholung setzt gibt man den Leuten ein Alibi, jetzt nicht zu handeln, mit der Ausrede: „Naja, unsere Kinder können das später ja wieder reparieren“. Die Corona-Krise zeigt doch, dass die Regierung durchaus handlungsfähig ist,

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Den Einzug in den Gemeinderat hat unser junger Gastautor Jannis Rimikis aus der Ausgabe II/2019 mit 1.256 Stimmen leider nur knapp verpasst. Dennoch bleibt der umweltbewusste 19-jährige politisch aktiv und hat unter anderem am „Desertification Youth Forum“ der Vereinten Nationen und der 14. Vertragsstaatenkonferenz der UNCCD vergangenen September in Neu-Delhi, Indien teilgenommen. Er dankt seinen Sponsoren, dem Racket Center, der Gemeinde Nußloch und dem Kultusministerium für die finanzielle Unterstützung. Sein Bericht erwartet uns dann in der Ausgabe III/2020.


demokratischen Grundrechte und die individuellen Verhaltensmuster der Bevölkerung angeht. Wir können nicht mehr reisen und entdecken stattdessen digitale Medien und ihren Nutzen – bzw. ihre Grenzen, wenn Sie nicht vorhanden ist in einer ungeahnten Geschwindigkeit. Das hätten sich viele von uns vorher gar nicht vorstellen können. Vermutlich werden auch künftig weniger Flugreisen stattfinden, alleine schon, weil viele Menschen auch definitiv weniger Geld in der Tasche haben werden. Auf der anderen Seite sehen wir, dass der öffentliche Personenverkehr aus Angst vor Corona deutlich leidet und der Autoverkehr wieder zunimmt, was für das Klima wieder kontraproduktiv ist. Deswegen ist es relativ schwer abzuschätzen, was übrigbleiben wird: klimafreundliche oder klimaschädliche Verhaltensmuster. Es wird sehr viel Geld in die Hand genommen, um aus der Krise wieder herauszukommen. Das müssen wir auch, um die Leute vor dem wirtschaftlichen Abstieg oder Ruin zu bewahren. Doch auch hierbei gibt es Chancen und Risiken. Man kann versuchen, das Geld gießkannenmäßig auszuschütten und den Status Quo zementieren. Damit würden wir die klimaschädliche Handlungsweise in Deutschland viele weitere Jahre konservieren und etablieren. Man könnte auch versuchen die vielen Milliarden sinnvoll und nachhaltig einzusetzen. Denn dieses Steuergeld ist ja nicht das Geld der heutigen Steuerzahler. Fakt ist, wir geben jetzt das Geld der künftigen Generation aus. Wenn ich in Rente sein werde, zahlen die nachfolgenden Generationen immer noch die Schulden ab, die wir jetzt während Corona aufnehmen. Darum muss das Geld auch eine Lenkungswirkung haben. Das kann auch unbequeme Entscheidungen zur Folge haben. Die ein oder andere Airline kann dann nicht gerettet werden, da wir den Flugverkehr reduzieren müssen. Stattdessen steckt man das Geld zum Beispiel in den Aufbau einer klimaverträglichen Mobilität und in den Energiesektor. In der Landwirtschaft werden nur die Unternehmen gefördert, die sich klimafreundlich verhalten. Momentan ist dies nicht zu erkennen, aber es gibt durchaus Diskussionen.

Vortrag auf dem 3. Umwelttag Strüth. I Foto: Energieagentur Rheinland-Pfalz/Sonja Schwarz

Ich hoffe jedenfalls, dass wir das Geld klimaneutral einsetzen. Wenn dies nicht der Fall ist, werden wir später darüber diskutieren, dass wir viel Geld ausgegeben haben und die nächsten Generationen die Schulden abbezahlen müssen. Dabei werden sie gar nicht mehr die Mittel haben, in die nötigen Maßnahmen für den Klimaschutz zu investieren. In diesem Fall kann der Weg aus der Corona-Krise für den Klimaschutz zur Katastrophe werden. Keiner bezweifelt, dass diese Krise nicht auch mit großen ökonomischen Verwerfungen einhergeht. Wie sehen Sie den Zusammenhang zwischen Wirtschaft und Kilmaschutz und gibt Ihnen die aktuelle Lage Hoffnung? QUASCHNING: Wenn man den Klimaschutz ambitioniert durchziehen würde, dann müssten natürlich manche Zweige in der Wirtschaft darunter leiden, da es diese dann nicht mehr geben würde. Auf der anderen Seite gäbe es auch Bereiche, die prosperieren und sich entwickeln würden. China hat dies zum Beispiel schon erkannt und setzt im Moment sehr intensiv auf den Ausbau von Solar- und Windenergie sowie Elektromobilität, da sie wissen, dass dies Zukunftstechnologien sind, mit denen die Vorherrschaft auf den Zukunftsmärkten entschieden

werden. Deutschland hat einfach noch zu viel Zeit, Geld und Geisteskraft darauf verwendet, die klassischen Technologien wie Kohlekraftwerke oder Autos mit Verbrennungsmotoren zu schützen. Dabei weiß man, dass der Klimaschutz andere Technologien nach oben spielen wird. Das müssen wir als Chance sehen, unsere Gesellschaft fit zu machen. Wir brauchen ein ökonomisches Gesellschaftssystem, welches dahingehend krisensicher ist, dass der ökologische Anspruch nicht auf der Strecke bleibt und niemanden zurücklässt. Ich meine, wir sollten mutig den Weg gehen und entscheiden, dass nur noch die zukunftsfähigen Technologien unterstützt werden. Die alten Technologien werden früher oder später aussterben. Daher sollte man bei jenen nicht „lebensverlängernde Maßnahmen“, sondern politische „Sterbehilfe“ einleiten, da uns dies ökonomisch zu Gute käme und langfristig mehr neue Arbeitsplätze schaffen als alte abbauen wird. Inwieweit erachten Sie grundlegende Veränderungen unserer Art zu Wirtschaften als erforderlich, um unsere sozialen und ökologischen Standards zu erfüllen und wie schätzen Sie die sozialen Konsequenzen des Klimawandels bspw. in Bezug auf Klimagerechtigkeit ein?

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QUASCHNING: Hier vermischen Sie zwei Dinge ein bisschen. Das eine ist ja eine Frage der sozialen Gerechtigkeit, das andere ist der Klimaschutz. Ich denke, man muss das zunächst getrennt betrachten, um zu Ergebnissen und Fortschritten zu kommen. Wir haben in Deutschland einen Niedriglohnsektor, in dem Menschen arbeiten und so bezahlt werden, dass sie nicht wirklich davon leben können. Auf der anderen Seite werden in Spitzenpositionen Gehälter gezahlt, die jenseits der Vorstellungskraft sind. Wenn man ein paar Jahrzehnte zurückschaut war das Lohngefälle eines DAX-Vorstandes zu einer einfachen Arbeitskraft deutlich kleiner als heute. Dabei wird das gerne so dargestellt, als ob man nicht sonderlich viel verändern kann. Wenn man aber beispielsweise die Pflegekräfte deutlich besser bezahlen will, muss man dafür irgendwo das Geld hernehmen bzw. – um das klar zu sagen – umverteilen. Darüber aber muss man unabhängig von dieser Klimakrise reden. Auch der Klimaschutz kann zu ökonomischen Verwerfungen führen – und wird es vermutlich auch. Momentan ist es so, dass die Klimazerstörung im Wesentlichen von reichen Ländern hervorgerufen wird. Wenn man mal den pro Kopf CO₂Ausstoß von einem Deutschen oder einem Menschen aus einem afrikanischen Land miteinander vergleicht, dann liegt der Unterschied schnell bei einem Faktor von 50 – und das ist absurd. Also wir verursachen durchaus das fünfzigfache an CO₂ wie ein Einwohner in einem armen afrikanischen Land, also ein Durchschnittsdeutscher, nicht die Spitzenleute. Die sind noch einmal etwas ganz anderes. Herr Dies von VW hat in einer Talkshow seinen persönlichen Rucksack mal offenbart. Der ist viele tausend Mal so groß wie derjenige eines armen Erdenbürgers. Das muss man sich mal vorstellen, was das für Unterschiede sind! Das heißt, die Ursachen des Klimawandels kommen im Wesentlichen von den sehr reichen Leuten – da ist der Pro-Kopf-CO₂-Ausstoß sehr groß. Dabei leiden unter den Lasten der Klimaveränderungen zuerst die ärmeren Menschen. In den reichen Ländern gibt es auch Folgen. Viele dieser Folgen sind entweder

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versichert oder werden zum Beispiel über Erntehilfen für Landwirte oder für Waldbesitzer vom Staat abgefangen. Fällt eine Ernte z. B. in einem armen afrikanischen Land aus, gibt es keinen staatlichen Ausgleich. Die Ärmsten trifft es unmittelbar und mit voller Wucht. Insofern ist der Klimawandel enorm ungerecht, er schlägt vor allem auch in sehr armen Ländern zuerst zu und trifft dort Menschen, die keinerlei Absicherung haben. Im Rahmen der Klimagerechtigkeit muss man diskutieren, ob wir hier im reichen Deutschland dann eigentlich auch die Verantwortung dafür übernehmen müssen, um diese Schäden abzupuffern. Vor allem braucht es unsere Hilfe, um den armen Ländern zu helfen, schneller klimaneutral zu werden. Wir können sozusagen unsere Schuld durch Geld tilgen, noch mehr aber durch das gewonnene Know-How aus Jahrzehnten der technologischen Entwicklung dazu beitragen, ohne die Zwischenschritte über die Verbrennung von Kohle und Öl direkt auf regenerative Energien zu setzen. Man spricht dabei von Leap Frogging. Das sehen Sie zum Beispiel in der Mobilfunktechnologie. Es ist schon erstaunlich zu sehen, wie sich der Zugang zum Internet und die Nutzung von Smartphones in den afrikanischen Ländern entwickelt. Dort gräbt keiner mehr Telefonleitungen in die Erde – bzw.: das haben die noch nie getan. Was können wir Ihrer Meinung nach aus der Corona-Krise für den Klimaschutz oder auch allgemein „mitnehmen“ bzw. „lernen“? QUASCHNING: Wir wissen natürlich, dass die Klimakrise enorme Verwerfungen hervorrufen wird, wenn das Klima Lebensräume zerstört. Wir sehen, dass die Küstenbereiche früher oder später vom Meer bedroht sein werden. Wir sehen, dass Bereiche, die heute landwirtschaftlich nutzbar sind, nicht mehr nutzbar sein werden. Das wird in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts zwangsläufig zu einer Flüchtlingswelle führen. Diese wird ein Ausmaß erreichen, das wir in der Menschheitsgeschichte noch nicht gesehen haben – umso mehr bereitet mir der derzeitige Umgang mit Flüchtlingen große Sorgen.

Man glaubt momentan, dass man durch Mauern und Zäune, sowohl in den USA als auch in Europa, das Flüchtlingsproblem in den Griff bekommen kann. Nur wenn durch das Klima die Zustände mal so radikal werden, dass in vielen Bereichen der Erde das Leben nicht mehr möglich ist und es um das nackte Überleben geht, dann wird man keinen Zaun so hoch bauen können, dass es gelingt, die geballten Flüchtlingsmassen irgendwie abzuhalten. Wir reden hier schließlich über zig Millionen! Man kann es als Lösung sehen, dass wir an den Grenzen Maschinengewehre aufstellen und unsere jungen Grenzsoldaten auf diese Leute schießen lassen. Wir können aber auch versuchen, proaktiv an die Welt als Ganzes zu denken. Wir haben ein gemeinsames Problem auf dieser Welt. Sollen wir uns untereinander mit Maschinengewehren bekämpfen, um eine Scholle Land zu schützen, wo das Leben noch lebenswert ist? Den Planeten zu retten und Lebensräume zu bewahren braucht eine gemeinsame Kraftanstrengung. Dazu gehört auch, dass man die Probleme der anderen anerkennt und nach Solidarität strebt. Hier haben wir im Moment fatale Entwicklungen, jeder für sich – „myself first“. Diese Entwicklung muss sich umkehren – das Gemeinwohl braucht größere Aufmerksamkeit. In der Corona-Krise sehen wir durchaus, dass es in vielen Bereichen gelingt, Solidarität aufzubauen. Uns muss jetzt auch gelingen, dies im internationalen Bereich voranzutreiben, ansonsten werden die Auswirkungen brutal sein. Ja – auf uns kommt es an! Und wir haben tolle Menschen in diesem Land, gerade in dem Bereich der Klimabewegung habe ich das kennengelernt. Wenn wir als Technologie-, Wirtschafts- und Kulturland vorangehen und gerade in Europa ganz vorne mit dabei sind, dann bin ich fest davon überzeugt, dass wir der Welt ein Beispiel sein und daraus auch Wohlstandsgewinn erzielen können. Lieber Herr Professor Quaschning, ich danke Ihnen sehr, dass Sie sich die Zeit für dieses wirklich bereichernde Gespräch genommen haben!


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HÄTTEN SIE´S GEWUSST?

Hätten Sie gewusst, …

… dass 16 der 17 wärmsten Jahre seit Beginn der Aufzeichnungen, nach dem Jahr 2000 auftraten und noch dazu die fünf wärmsten seit 2010?

Hätten Sie gewusst, …

… dass bei einem durchschnittlichen Temperaturanstieg von 4,5 Grad, auf den die Menschheit gerade zusteuert, laut WWF 90 Prozent aller Amphibien, 86 Prozent aller Vogelsowie 80 Prozent aller Säugetierarten aus den Miombowäldern (Zentralafrika) verschwinden könnten.

Hätten Sie gewusst, …

... dass der Eisschild Grönlands heute 13 mal schneller schwindet als noch in den Neunzigern? Sage und schreibe 3.800 Milliarden Tonnen Eis hat Grönland zwischen den Jahren 1992 und 2018 verloren und trägt alleine schon dazu bei, bis 2100 den Meeresspiegel um 20 cm ansteigen zu lassen (NATURE, 12.03.2020, S. 233ff.).

Hätten Sie gewusst, …

… dass laut der internationalen Energieagentur 10 Prozent des weltweiten Energieverbrauchs für Klimaanlagen verwendet wird?

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Hätten Sie gewusst, …

… dass der Anteil der erneuerbaren Energien in den Sektoren Strom, Wärme und Verkehr in Deutschland von rund 6 Prozent im Jahr 2000 auf rund 44 Prozent im Jahr 2018 gestiegen ist? Damit wurde die Zielmarke von 35 Prozent für das Jahr 2020 bereits frühzeitig übertroffen, so das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.

Hätten Sie gewusst, …

… dass sich das jährlich auftuende Ozonloch über dem Südpol, dank Verzicht auf Ozonkiller, 2019 so schnell geschlossen hat wie seit über 30 Jahren nicht mehr?

Hätten Sie gewusst, …

… dass der Anteil der verkauften SUV seit 2010 von 17 Prozent auf 39 Prozent im Jahr 2018 gestiegen ist? Wenn der Trend zum SUV so weiterwächst, macht der rund 25 Prozent höhere Energieverbrauch als bei einem normalen PKW die CO2-Einsparungen von rund 150 Millionen Elektroautos wirkungslos.

Hätten Sie gewusst, …

… dass einmal die Woche auf Fleisch zu verzichten, umgerechnet die eingesparte Menge an Treibhausgasen einer ca. 900 Kilometer langen Autofahrt entspricht?


Hätten Sie gewusst, …

… dass die Deutschen gern RecyclingWeltmeister wären? Das ist aber Wunschdenken. Von den 2017 angefallenen 5,2 Millionen Tonnen Kunststoffabfällen wurden, laut Plastikatlas 2019, gerade mal 810.000 Tonnen wiederverwertet. Das entspricht einer Quote von 15,6 Prozent.

Hätten Sie gewusst, …

… dass laut dem Plastikatlas 2019, im Jahr 2016 die Deutschen rund 38 Kilogramm Plastikverpackungsabfälle pro Kopf verursachten? Im europäischen Vergleich ist nur in Luxemburg (50,5 kg), Irland (46,2 kg) und Estland (42,2 kg) der Verbrauch noch höher.

Hätten Sie gewusst, …

... dass die Erderwärmung zu einer Zunahme der gesamten weltweiten Niederschläge führt. Wärmere Luft kann mehr Wasser aufnehmen und zugleich wird die räumliche und zeitliche Verteilung extremer: Dort und dann, wo es bereits heute häufig regnet, wird es noch häufiger und noch stärker regnen, während an Orten und zu Zeiten geringen Niederschlags der Regen noch spärlicher wird. Damit steigt automatisch auch das Risiko von Hochwässern und Fluten in Regionen, die bereits heute von solchen Ereignissen betroffen sind. Ebenfalls ziemlich verlässlich ist die Vorhersage, dass die Niederschläge im Sommer und Herbst in den Subtropen und den nördlich angrenzenden Gebieten (z. B. Mittelmeerraum) abnehmen, während in hohen nördlichen Breiten die Niederschläge allgemein weiter zunehmen werden!

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HÄTTEN SIE´S GEWUSST?

Hätten Sie gewusst, …

… dass die attraktivste sekundäre Eigenschaft von Unternehmen unter Studenten, Absolventen und Young Professionals das Betriebsklima ist? In diesem Ranking folgen absteigend die Abwechslung, die Work-Life-Balance, die Verantwortung, die Familienfreundlichkeit, die Benefits, flache Hierarchien und Freizeitangebote. Bei den primären Eigenschaften führt der Wunsch nach Weiterbildungsmaßnahmen und Aufstiegschancen das Ranking an. Der Fortschritt ist den Studierenden und Absolventen besonders wichtig, sei es nun beruflich in Form der Aufstiegschancen oder fachlich in Form von Weiterbildungsangeboten.

Hätten Sie gewusst, …

… dass einige Arbeitgeber sogenannte Feel Good Manager beschäftigen? Sie kümmern sich um die Bedürfnisse und Belange der Mitarbeiter. Sie organisieren Teamevents, haben auch ein ein offenes Ohr für die Anliegen der Mitarbeiter und tragen diese in die Führungsebene weiter. Dieser Aufwand kann sich für Unternehmen durchaus bezahlt machen, denn ein positives Betriebsklima erhöht die Identifikation mit dem Unternehmen und somit die Motivation. Die Fluktuation nimmt ab und die Leistungen der Mitarbeiter zu.

Hätten Sie gewusst, …

… dass Menschen nirgendwo auf der Welt so lustlos zur Arbeit gehen wie in Deutschland? Laut Studie des dänischen Unternehmens Peakon geht beinahe jeder Vierte unmotiviert ins Büro (23 Prozent). In den USA plagt sich dagegen gerade

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mal jeder Sechste mit Motivationsproblemen am Arbeitsplatz (18 Prozent). Die Peakon-Studie zeigt auch: Wenig motivierte Mitarbeiter kündigen eher. Und sie werden öfter krank – bis zu 75 Prozent höher liegt die Zahl der Krankheitstage. Ein Unternehmen mit 10.000 Angestellten kann das jährlich mehr als 48 Millionen Euro kosten, schätzt Peakon.

Hätten Sie gewusst, …

… dass Benefits ein guter Weg sind, um die Zufriedenheit von Mitarbeitern zu steigern und ein Gefühl der Anerkennung zu vermitteln. Dazu gehört die Klassiker wie Obstkörbe oder Mitgliedschaften im Fitnessstudio, aber auch freie Zeiten für Coachings. Allerdings seien maßgeschneiderte Angebote notwendig, auch wenn das mehr Aufwand bedeutet. Denn: „Jeder Mitarbeiter ist individuell und braucht etwas anderes, um am Arbeitsplatz zufrieden zu sein.“

Hätten Sie gewusst, …

… dass gemeinsames Lachen nicht nur schlechte Laune vertreibt? Es wirkt deeskalierend und kann angespannte Gespräche und Situationen entkrampfen. Heiterkeit hilft dabei, weitsichtiger und komplexer zu denken, freier zu assoziieren und neue gedankliche Verknüpfungen zu entdecken. Es erhöht die geistige Flexibilität und trägt so enorm zur Problemlösung bei. Darüber hinaus baut Lachen Stress ab, steigert das Wohlbefinden und fördert so die körpereigenen Heilungskräfte. Heitere und gut gelaunte Belegschaften sind gesünder, seltener krankgeschrieben und daher produktiver.


BUCH TIPP Nachhaltiger Reisen – Wandern in den Alpen von Marius Schwager

Was können wir als Einzelperson tun, um den ökologischen Fußabdruck zu verringern? Reisen und der damit verbundene Verkehr sind eine der größten Quellen für CO2-Emissionen und Ressourcenverbrauch. Abenteuer, Erholung, Genuss und vielleicht Sport sollen dabei nicht zu kurz kommen – und Spaß haben möchte man im wohlverdienten Urlaub schließlich auch. Ein Wanderurlaub in den Alpen kann eine klimafreundliche Alternative zur klassischen Fernreise darstellen. Wandern ist nicht nur klimafreundlich, sondern auch Abenteuer und Sport und gelebte Naturverbundenheit. Ein Wanderurlaub in den Alpen ist sicher und liegt zudem voll im Trend. Wer die Anreise etwas anpasst, der leistet aktiv Klimaschutz und kann die Natur in aller Ruhe genießen. Saftige Almwiesen, schweißtreibende Gipfelsiege, urige Hütten, echte Bergabenteuer und wer mag, achtet auf umweltverträglichen Genuss – gerade in den Alpen achten viele Hotels und Restaurants sehr auf regionale Speisen und nachhaltige Angebote.

Tipps für die klimafreundliche Urlaubsplanung

Wähle ein nahgelegenes Reiseziel Die weite Anreise mit dem Flugzeug oder Schiff ist mit sehr hohen CO2-Emissionen verbunden. Ein näheres Reiseziel braucht weniger Aufwand als eine Fernreise und kann auch mit anderen Verkehrsmitteln bequem ablaufen. Überdenke das Reisemittel Die Anreise in den Urlaub ist bei Flugreisen mit sehr hohen CO2-Emissionen verbunden. Besser sind Auto und natürlich der Öffentliche Verkehr. Zug und Fernbusse haben neben dem Klima-Bonus einen wesentlichen Vorteil: Der Urlaub beginnt schon mit dem Einsteigen – Beine hochlegen und los geht’s! Umweltfreundlich unterwegs zu sein, heißt nicht immer gleich, ganz auf das Auto verzichten zu müssen. Es kann aber durchaus einen Anstoß geben, sein eigenes Mobilitätsverhalten zu hinterfragen. Gerade in den Alpen ist der ÖN in den Bergregionen meist sehr gut ausgebaut. Zudem reist man vor Ort als Tourist oft vergünstigt oder teils gar im Preis einer Übernachtung enthalten. 2/2020 34 RC Premium 1/2020

Der Autor Marius Schwager (Jahrgang 1982) ist Sozialwissenschaftler und Ökonom und stammt aus Reilingen. Wenn er nicht gerade Foto-Workshops leitet, ist er meist auf Entdeckungsreisen in den Alpen unterwegs und versucht stimmungsvolle, natürliche Bilder und die Geschichten dahinter einzufangen. Die Abenteuer finden ihren Weg in Bestsellerbücher, Magazine und zu internationalen Kunden aus der Outdoorbranche. Am liebsten teilt er Erlebnisse mit Gleichgesinnten und Lernwilligen.


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Plane Aktivitäten, die wenig Natureingriffe erfordern Mountainbiken und Wandern sind wohl die beiden Paradesportarten für nachhaltigen Urlaub. Beide erfordern quasi keine neuen Eingriffe mehr in Natur und Umwelt. Mit eigener Muskelkraft die Berge erklimmen hat nicht nur einen Umweltnutzen, sondern bietet den Abenteurern auch vielfältige gesundheitliche Vorteile. Nachhaltige Wahl der Unterkunft Schon bei der Planung sollte man auf die Nachhaltigkeit der geplanten Unterkunft achten. Umweltzeichen und Ökosiegel sind wertvolle Hinweise, noch mehr erfährt man durch persönlichen Kontakt mit dem Hoteleigentümer. Viele Hoteliers in den Alpen sind vor Ort aufgewachsen, stark verwurzelt und deshalb entsprechend darauf bedacht die Schönheit ihrer Region zu bewahren – Umweltschutz ist für viele eine Herzens-angelegenheit. Im persönlichen Gespräch erfährt man oft viel über die lokalen Besonderheiten der Natur und Tierwelt und manchmal erhält man frische Lebensmittel direkt vom Familien-Bauernhof nebenan. Im Buch „Mountain Moments – Die schönsten Fotospots und Wanderungen in den Alpen“ werden die 30 schönsten Wanderziele der Alpen vorgestellt. Zu allen Locations ist die Anreise mit Öffentlichen Verkehrsmitteln problemlos möglich und beschrieben. Mit vielen nützlichen Tipps für tolle Urlaubsfotos ist ein nachhaltiger Urlaubs- und Naturgenuss garantiert. Fotografen: Sebastian Lehrke (Cover), Jonas Blum, Janine Brugger, Tristan Buchot, Stefan Hefele, Gauvin Lapetoule, Sebastian Scheichl

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FINANZ STRATEGIE Nachhaltige Geldanlage: Ein Fahrplan für die Zukunft

Anleger, die mit gutem Gewissen Vermögen aufbauen wollen, können in nachhaltige Fonds investieren. Worauf es bei der Auswahl geeigneter Produkte ankommt.

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ach Angaben des Forums Nachhaltige Geldanlage haben Anleger in Deutschland im Jahr 2018 insgesamt 219 Milliarden Euro in diesem Bereich investiert, nahezu 30 Prozent mehr als noch im Jahr zuvor. Das zeigt deutlich: Nachhaltiges Investieren ist kein vorübergehender Hype, sondern wird zum dominanten Trend der Investmentbranche – für institutionelle wie für private Anleger. Denn viele Anleger interessiert nicht nur, welche Rendite ihr Vermögen erwirtschaftet, sondern auch, welchen gesamtwirtschaftlichen „Impact“ es hat und was es möglicherweise bewirken kann. Deshalb fließen in die Anlageentscheidungen immer stärker ökologische und soziale Aspekte ein. Das Problem: Trotz des Booms können viele Anleger den Begriff „nachhaltige Geldanlage“ immer noch nicht wirklich zuordnen. Das kam bei einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Kantar TNS im Auftrag des Bundesverbandes deutscher Banken heraus. Demnach hat zwar rund ein Drittel der Befragten (32 Prozent) den Begriff schon einmal gehört oder gelesen, doch nur die Hälfte davon (16 Prozent) weiß, was man tatsächlich darunter versteht. 54 Prozent der Befragten haben noch nie von nachhaltigen Geldanlagen gehört. Laut Umfrage haben erst 5 Prozent aller Befragten aktuell bereits in nachhaltige Geldanlagen, etwa in Form von Investmentfonds, investiert.

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Kein Nachteil bei der Rendite

Gut fürs Gewissen, aber schlecht fürs Geld? Bei einigen Anlegern hält sich dieses Vorurteil hartnäckig. Sie fürchten, dass man mit der nachhaltigen Geldanlage seine Renditechancen schmälert, weil man den Kreis der möglichen Investments eingrenzt. Doch für diese Befürchtung gibt es keine Anhaltspunkte. Es trifft eher das Gegenteil zu. Denn schließlich wird es für die Wirtschaft immer wichtiger, dass Geschäftsmodelle und Produktionsweisen nachhaltig wirken. Ist dies nicht der Fall, müssen Unternehmen mit operativen Problemen, Reputationsrisiken und niedrigeren Gewinnen rechnen. Mit anderen Worten: Nachhaltiges Handeln lohnt sich – für Unternehmen ebenso wie für Anleger. Dennoch gilt: Wer sich insbesondere für Geldanlagen mit Nachhaltigkeitsschwerpunkt interessiert, muss sehr genau hinschauen. Denn nicht überall, wo „nachhaltig“ drauf steht, ist auch „nachhaltig“ drin.

Ganzheitliche Analyse

Verschiedene Nachhaltigkeitsprädikate wie das Klimarating Climetrics können erste Anhaltspunkte zur Auswahl liefern. Sie betrachten häufig aber nur ausgewählte Kriterien wie etwa die CO2-Bilanz von Unternehmen – und greifen deshalb zu kurz. Denn für viele Anleger spielen neben einer guten Klimabilanz auch Faktoren wie Diversity, Einhaltung von Menschenrechten

oder soziales Engagement von Unternehmen eine wichtige Rolle in ihrer Investitionsentscheidung. Gerade für Laien ist es nicht einfach, Geldanlagen zu identifizieren, die umfassenden Nachhaltigkeits-Kriterien entsprechen und zudem auch auf lange Sicht attraktive Leistung erbringen. Deshalb begleiten wir bei MLP unsere Kunden bereits seit 2012 bei der Auswahl entsprechender Lösungen und können dementsprechend auf viel Erfahrung und ein breites Wissen zurückgreifen. Dabei setzten wir auf einen wissenschaftlich fundierten Produktauswahlprozess, der alle relevanten Anbieter im Markt berücksichtigt, und bilden uns regelmäßig an unserer hauseigenen Corporate University in Nachhaltigkeitsthemen weiter.

Klare Kriterien

Besonders geeignet für den langfristigen grünen Vermögensaufbau sind insbesondere professionell gemanagte Investmentfonds – denn sie können je nach Branche oder Schwerpunkt die besten Unternehmen vereinen. Selektionskriterien sind neben den klassischen Kriterien Rendite, Risiko und Volatilität die sogenannten SRIEigenschaften (steht für: Social-Responsibility-Investment). Diese berücksichtigen, dass sich die nachhaltige Ausrichtung eines Unternehmens eben nicht nur aus der Umweltfreundlichkeit ergibt – sondern aus dem Zusammenspiel von ökologischen, sozialen, ethischen und ökonomischen Aspekten. In der SRI-Betrachtung gehen auch die sogenannten ESG-Kriterien auf, die in die drei grundlegenden Nachhaltigkeitsbereiche unterteilt: • • •

die ökologische Bilanz eines Unternehmens [E = Environment], das soziale Engagement eines Konzerns gegenüber seinen Mitarbeitern, Kunden und der Gesellschaft [S = Social], die ökonomische Basis und das Einhalten von Recht und Gesetz [G = Governance].


Martin Unverfehrt leitet eine MLP Geschäftsstelle in Heidelberg. Der studierte Wirtschaftsingenieur verfügt über rund 35 Jahre Branchenerfahrung. Seine Kunden berät er in allen Finanzfragen – und in letzter Zeit zunehmend auch zu nachhaltiger Geldanlage.

Dies ermöglicht eine wesentlich breitere Analyse als zum Beispiel nur ein Klimarating – und schafft größtmögliche Transparenz zum jeweiligen Fonds. Auch die sogenannten „Sustainable Development Goals“ (SDGs) von den Vereinten Nationen können ein Anhaltspunkt dafür sein, dass eine Geldanlage nachhaltig ausgerichtet ist. Die Bewertung, welches Nachhaltigkeitskriterium für die persönliche Anlagestrategie wichtig ist, trifft der Kunde schlussendlich individuell – ein generelles „richtig“ oder „falsch“ gibt es nicht.

Stimmrechtsausübungen als zusätzliches Kriterium

Oftmals stellt sich die Frage, wie direkt Einfluss auf die Nachhaltigkeit von Unternehmen genommen werden kann. Eine Möglichkeit hierfür ist die Teilnahme an deren Hauptversammlung und die Ausübung des Stimmrechts,

das man als Aktionär erworben hat. Deshalb schauen wir uns bei der Bewertung und Auswahl von Investmentfonds auch an, wie diese ihre Stimmrechte auf den Hauptversammlungen einsetzen, um Unternehmen zu mehr Nachhaltigkeit zu bewegen.

Angebot für jeden Nachhaltigkeitstyp

Um mehr über das Thema „Nachhaltiges Investieren“ zu erfahren und aus dem wachsenden Angebot die passende Fonds-Variante zu finden, empfiehlt sich eine persönliche Beratung. Denn neben den unterschiedlichen Nachhaltigkeitsansätzen der Fonds müssen beim grünen Investieren der individuelle Anlagehorizont und die Risikobereitschaft des Anlegers berücksichtigt werden – das gilt übrigens auch für alle anderen Geldanlageentscheidungen. Deshalb haben wir sowohl die persönliche Lebenssituation als auch das An-

gebot am Markt im Blick und können auf dieser Basis eine passende nachhaltige Anlagestrategie für unsere Kunden entwickeln. Dabei greifen wir auch auf die Expertise des MLP-Tochterunternehmens FERI zurück. FERI ist eines der führenden Investmenthäuser im deutschsprachigen Raum und Vorreiter bei der Entwicklung nachhaltiger Investmentlösungen für institutionelle und private Investoren.

Grüne Finanzstrategie

Ergänzend zur grünen Geldanlage gibt es natürlich auch nachhaltig ausgerichtete Lösungen speziell für die Altersvorsorge oder im Bereich Versicherung. Schließlich möchten immer mehr Menschen ihre gesamte Finanzstrategie nachhaltiger ausrichten und nicht nur ihre Investments. Die Auswahl ist zwar in manchen Bereichen noch nicht groß, aber ich bin sicher, dass sich das in naher Zukunft ändern wird.

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IT & KLIMA Nachhaltige IT aus Heidelberg von Cornelia Luther

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ideo-Streaming, autonome Fahrtechnik, Internet of Things (IoT), zunehmende Datenmengen und Nachfrage von digitalen Infrastrukturen oder Rechenzentrumskapazität: Im privaten wie auch im beruflichen Umfeld nimmt die Digitalisierung immer mehr Raum ein und lässt den Energie- und Ressourcenverbrauch ansteigen. Experten erwarten, dass die ITK-Industrie bis 2025 für 20 Prozent des weltweiten Stromverbrauchs und bis zu 5,5 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich sein wird. Viele Digitaltechnologien bieten aber auch Einsparpotenzial, zum Beispiel sogenannte „Smart Meter“, also intelligente Stromzähler, die für die Steuerung intelligenter Stromnetze notwendig sind. Energieeffizienz und der nachhaltige Betrieb von Rechenzentren stellt Unternehmen der Informations- und Telekommunikationstechnik (ITK) vor große Aufgaben. Matthias Blatz, Geschäftsführer des Rechenzentrumsund Cloud-Anbieters Heidelberg iT Management GmbH & Co. KG, ging die Herausforderung offensiv an und entwickelte für den Bau des Firmensitzes ein eigenes Wärme- und Energiekonzept. Dabei wird die erwärmte Luft im Serverhotel angesaugt, mit Frischluft angereichert und nachts durch KlimaRohre in die benachbarten Büroräume eingeblasen. So entfällt dort der Primärenergiebedarf für Heizung, was einen unmittelbaren Mehrwert in kWh/(m²·a) schafft. Zusammen mit der Photovoltaikanlage auf dem Gebäudekomplex und der hocheffizienten LED-Beleuchtung wird das Bürogebäude zum „Energie-Plus“-Gebäude – das heißt, es erzeugt mehr Energie als es verbraucht.

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„Für mich ist es wichtig, in Anlehnung an das KISS-Prinzip, Dinge nicht zu kompliziert zu machen, und stets die einfachste Lösung für ein Problem zu suchen oder zu nutzen“, sagt Blatz. „Kann die Energieeffizienz optimiert werden, muss man beharrlich sein Ziel verfolgen und vermeintliche Hindernisse beseitigen. Nur so ist es uns

zum Beispiel gelungen, dass wir unser Serverhotel nahezu ungedämmt und mit Bodenkühlung errichten konnten.“ Bei Sommern mit Außentemperaturen von um die 40 Grad Celsius steht die Kühlung der Serverräume im Fokus und Klimaanlagen gehören schließlich zu den größten Energiefressern.

Matthias Blatz ist Gründer und geschäftsführender Gesellschafter der Heidelberg iT Management GmbH & Co. KG. Der IT-Experte verfügt über mehr als 25 Jahre Erfahrung mit IT- und Internetprojekten für mittelständische Unternehmen und Konzerne. Seine Spezialgebiete sind prozessorientierte IT-Lösungen im industriellen, wissenschaftlichen und militärischen Bereich, Rechenzentren und deren Netzwerkinfrastruktur, ITK-Infrastrukturen und IT-Security. Der Heidelberger Unternehmer engagiert sich seit 2015 als Mitglied der Vollversammlung der IHK Rhein-Neckar in der Wahlgruppe IT-Wirtschaft.


Heidelberg iT fährt seit 2016 elektrisch. Begonnen mit einem Fahrzeug, sind heute bereits sechs Elektrofahrzeuge im Fuhrpark. Auch eine halböffentliche Schnelllade-Infrastruktur für Mitarbeiter und Kunden wurde geschaffen. Foto: Hager / Tom Gundelwein

Um den CO2-Ausstoß noch stärker zu reduzieren, deckt Heidelberg iT seinen Strombedarf zu 100 Prozent aus klimaschonender Wasserkraft. Mit dem „Wasserkraft business“-Tarif der Stadtwerke Heidelberg, kann das Unternehmen mehr als 1.000 Tonnen CO2 pro Jahr einsparen. Zugunsten der Umwelt setzt Heidelberg iT weitere Maßnahmen zur CO2-Reduktion um, darunter die nachhaltige Unternehmensmobilität mit wachsendem Anteil von E-Fahrzeugen im Unternehmensfuhrpark, die Optimierung des Druckaufkommens und die Nutzung von Blauer Engel-Recyclingpapier.

Geschäftsführer Blatz, geht mit seiner ökologischen Grundhaltung als Vorbild voran und räumt Nachhaltigkeit und

CO2-Einsparungen auch für die geplanten Rechenzentrumserweiterungen der Heidelberg iT an den Standorten Kurpfalzring 110 und auf dem Areal der Campbell Barracks einen hohen Stellenwert ein.

Der IT-Dienstleister mit Sitz in Heidelberg verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz und vereint als Internet-ServiceProvider, Rechenzentrumsbetreiber und IT-Systemhaus alle Kernkompetenzen der Informations- und Telekommunikationstechnik unter einem Dach. Heidelberg iT wurde mehrfach ausgezeichnet: für nachhaltiges Wirtschaften und erfolgreiches Umweltmanagement, für sein innovatives Wärme- und Energiekonzept und als Service Provider für Colocation/Rechenzentrum.

„Mit unserem Know-How und unserer leistungsfähigen, redundanten Rechenzentrumsinfrastruktur mit verteilten Lokalitäten, unterstützen wir Firmenkunden bei der erfolgreichen Umwandlung in ein digitales Unternehmen als vorausdenkender, zuverlässiger ITPartner“, erklärt Matthias Blatz, zu dessen Team mehr als 50 IT-Spezialisten, Ingenieure, ITK-Techniker und Experten weiterer Fachrichtungen gehören. TIPP: Heidelberg iT ist Partner der Businessveranstaltung „E-Mobilität in unserer Region – Quo Vadis“, die beim Gastgeber Racket Center Nußloch stattfinden wird. Termin wird noch bekannt gegeben.

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REGIONAL Die Metropolregion Rhein-Neckar – eine „Wasserstoffmodellregion“! MRN erhält 20 Mio. Euro Wasserstoff-Förderung vom Land Baden-Württemberg

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ie Metropolregion Rhein-Neckar setzt konsequent den strategischen Weg zur Wasserstoffmodellregion fort. Mit dem Gewinn des vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) über die Nationale Organisation Wasserstoff (NOW) ausgeschriebenen Wettbewerbs „Hyland“ gelang der Durchbruch zur „Modellregion Wasserstoff“. Mit 20 Millionen Euro fördert die Landesregierung BadenWürttemberg das Demonstrations- und Leuchtturmprojekt „H2Rivers“ unter Führung der Metropolregion Rhein-Neckar GmbH. Der Sieg in der höchsten Kategorie „HyPerformer“ wurde mit ebenfalls 20 Millionen Euro Fördermitteln vom Bund honoriert. Im Rahmen der Antragsbearbeitung wurde ein integriertes regionales Wasserstoffkonzept erarbeitet, bei dem sich das Konsortium „H2Rivers“, bestehend aus 17 Partnern, im Wesentlichen auf Mobilitätsanwendungen fokussiert. Dazu gehören Busse, Müllfahrzeuge, Brennstoffzellen-PKW, Flurförderfahrzeuge und Fahrzeuge für den Straßendienst. Ein Wasserstoff-Hub mit einer Hochdruckverdichtungsanlage, öffentliche Wasserstofftankstellen verteilt auf die Region und die für den Transport erforderlichen Trailer runden den Investitionsumfang von mehr als 100 Millionen Euro ab. „Mit der nachhaltigen Förderung des Wasserstoffs und der Brennstoffzellentechnologie besetzt die Metropolregion Rhein-Neckar ein bedeutendes Zukunftsthema, das wieder einmal die Innovationsfähigkeit der Metropolregion unter Beweis stellt und uns als attraktiven Wirtschaftsstandort nationale und europäische Sichtbarkeit verschafft. Ergänzend zu den bereits bewilligten Bundesmitteln von 20 Millionen Euro leistet das Land Baden-Württemberg mit weiteren Investitionszuschüssen von 20 Millionen Euro einen entscheidenden Beitrag zur Realisierung einer integrierten Wasserstoffinfrastruktur und einem klimafreundlichen öffentlichen Personennahverkehr. Wir sehen darin auch eine Anerkennung der ausgezeichneten Regionalentwicklungsarbeit unserer MRN GmbH mit Bernd Kappenstein als zuständigem Fachbereichsleiter Energie und Mobilität in Zusammenarbeit mit der e-mobil BW“, so Stefan Dallinger zu diesem Erfolg.

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MRN Wasserstoff Konsortium

Bernd Kappensteinsieht im Wasserstoff eine Chance, sich im europäischen Wettbewerb dauerhaft zu positionieren und zudem nachhaltig zum Klimaschutz beizutragen. Schließlich gelte es, die Zunahme der Erderwärmung bis zur Jahrhundertwende unter 1,5 Grad zu halten. „Dies schaffen wir hauptsächlich mit erneuerbaren Energien, und gerade Wasserstoff ist geeignet, die regenerativen Energien zu speichern und über weite Strecken zu transportieren“, erklärte er.

40 Brennstoffzellen-Busse für Mannheim, Heidelberg und Ludwigshafen

Als erster Region werde es dem Konsortium „H2Rivers“ mit diesen Zuschussmitteln gelingen, den öffentlichen Personennahverkehr mit rund 40 auf die Region verteilten Brennstoffzellen-Bussen zu einem gewissen Teil klimaneutral zu gestalten. „Mit diesen entscheidenden Fortschritten im Transportsektor schaffen wir einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der Energiewende in der Metropolregion“, so Bernd Kappenstein. Schließlich verursache die Mobilität rund 20 Prozent der direkten CO2-Emissionen. Die Umstellung vom Verbrennungsmotor auf klimafreundliche Antriebstechnologie gehöre deshalb auch zu den vorrangigen Zielen des regionalen Energiekonzepts der Metropolregion RheinNeckar.


Begleitforschung ist wichtiger Bestandteil der Förderung

Die Rhein-Neckar Verkehr GmbH (RNV) als Busbetreiber der Städte Mannheim, Heidelberg und Ludwigshafen erhält einen Teil der Fördermittel. Zum Investitionsumfang gehören neben den Gelenk- und Solobussen auch zwei Wasserstofftankstellen, die Ertüchtigung der Werkstätten und die erforderliche Ladeinfrastruktur. Die konkreten Umsetzungsmaßnahmen werden in den nächsten Wochen detailliert geklärt. Ganz wichtig ist dem Land Baden-Württemberg auch die Begleitforschung, die aus den Zuschussmitteln gespeist wird. Hierüber erhofft man sich Erkenntnisse hinsichtlich Akzeptanz der Technologie bei den Nutzern des ÖPNV, Energieflüssen, Optimierung, Alterung und Verhalten der Fahrzeuge in der Topo-

grafie. Analog zur Dauer des „HyPerformer“-Projekts ist die Umsetzung über drei Jahre angedacht. Bei günstigen Voraussetzungen werden die ersten Brennstoffzellen-Busse Anfang 2022 in der Metropolregion verkehren.

Studie belegt großes Potenzial in Rhein-Neckar

Wasserstoff gilt als ein Energieträger der Zukunft und rückt im Rahmen der Energiewende zunehmend in den Fokus. Wasserstoff in Verbindung mit der Brennstoffzellentechnologie zählt zu den strategischen Wachstumsfeldern in der Metropolregion Rhein-Neckar. Seit 2018 beschäftigt sich unter Leitung von Kappenstein eine Arbeitsgruppe aus Vertretern von Industrie-, Verkehrs- und Versorgungsunternehmen sowie den drei Oberzentren Mannheim, Ludwigshafen und Heidelberg mit Produktions- und Einsatzmöglichkeiten des Wasserstoffs. Zur konkreten Abschätzung dieser Entwicklungschancen war von der MRN GmbH eine Studie in Auftrag gegeben worden. Unabhängige Experten von Thinkstep AG und Prognos AG analysierten darin das wirtschaftliche und ökologische Potenzial, das sich durch die lokale Erzeugung und Nutzung von Wasserstoff in der Region Rhein-Neckar ergibt – auch Arbeitsplatzeffekte und die Implikation auf den Technologietransfer wurden begutachtet. Ergebnis: Der identifizierte Wasserstoffbedarf in Rhein-Neckar kann voraussichtlich vollständig lokal und aus erneuerbaren Energien erzeugt werden. Durch den Einsatz von Wasserstoff und Brennstoffzellenanwendungen ergeben sich laut der Experten potenziell bis zu 1.100 neue Arbeitsplätze in der Region, größtenteils im Fahrzeugbau. Die frühzeitige Förderung von Wasserstoff könne den Wandel hin zum Elektroantrieb vorantreiben. Zusammenfassend bescheinigte die im Mai 2019 veröffentlichte Studie der MRN großes Potenzial, um zu einem Vorreiter bei Wasserstoffnutzung zu werden.

Ansprechpartner für das Konsortium „H2Rivers“: Bernd Kappenstein, Leiter Fachbereich Energie und Mobilität Metropolregion Rhein-Neckar GmbH Tel. 0621 10708-430 I bernd.kappenstein@m-r-n.com Anzeige

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WORK SHOP Klima für Veränderung Das Konzept des World-Café – ein Erfahrungsbericht von Dominik Klaes, Leiter ZAP Physiotherapie

„Das Leben gehört dem Lebendigen an, und wer lebt, muss auf Wechsel gefasst sein.“, formulierte Johann Wolfgang von Goethe schon vor rund zweihundert Jahren und machte deutlich, dass schon damals Veränderungen unverzichtbar zu unserem Leben dazugehören. Bis heute hat sich die Geschwindigkeit von Veränderung, Wandel und Anpassung beschleunigt und ein Maß erreicht, das Menschen und Organisationen vor große Herausforderungen stellt. Mobilität, Kommunikation und Digitalisierung lässt die Welt enger zusammenrücken. Auf Veränderungen muss schneller reagiert werden. Gerade Veränderungen im Berufsleben führen häufig zu Sorgen, Unsicherheiten und Stress bei Mitarbeitern. Es gibt einige Strategien, um Veränderungen für Mitarbeiter besser annehmbar zu machen. Das Konzept des World-Café habe ich bei einer Fachtagung des Berufsverbandes kennengelernt. Als Teilnehmer habe ich mich damit sehr wohl gefühlt. Auch die Ergebnisse haben mich überzeugt. Deshalb möchte ich dieses Konzept hier darstellen. Wie in zahlreichen anderen Strategien zur Steuerung von Veränderungsprozessen gehört es auch zum Konzept des World-Café, die Mitarbeiter aktiv zu beteiligen. Wer sich selbst bei der Gestaltung der Veränderung einbringen kann bekommt Informationen und Kontrolle über den Veränderungsprozess. Diese Kombination sorgt für ein Gefühl von Sicherheit und macht die Situation für die beteiligten Personen besser beherrschbar. Gleichzeitig werden Veränderungen von Mitarbeitern viel eher mitgetragen, wenn sie selbst an deren Ausgestaltung beteiligt sind. Wichtigster Teil des Konzepts des World-Café ist eine Atmosphäre, die einem Café sehr ähnlich kommt. Ab einer Gruppengröße von etwa zwölf Personen ist es sinnvoll durchführbar. Die Teilnehmer werden für das World-Café in kleine Gruppen von maximal fünf Personen eingeteilt. Der Raum, in dem das World-Café stattfindet, wird wie ein kleines Café vorbereitet. Es gibt mehrere kleine runde Tische mit wenigen Stühlen, Tischdecken und Tischdekoration sowie Kaffee, Tee und Häppchen. In der Zeit des World-Café soll es den Teilnehmern an nichts mangeln.

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Allein diese Art der Vorbereitung schafft eine ungewohnte, lockere, wertschätzende Atmosphäre, die den Austausch der Teilnehmer untereinander sowie eine positive Stimmungslage begünstigt. So soll der Austausch kollektiven Wissens mithilfe konstruktiver Gespräche auf Augenhöhe wahrscheinlicher werden. Die Tischdecken sind beschreibbar und es finden sich auf jedem Tisch verschiedenste Stifte, Zettel und Klebenotizen. Die Teilnehmer sind dazu angehalten, während des World-Café kreativ auf den Tischen zu schreiben und zu zeichnen. Zu Beginn des World-Café werden die zuvor erarbeiteten Fragestellungen auf den Tischen der Teilnehmer verteilt. Es finden nun Gesprächsrunden zwischen 15 und 30 Minuten statt. Nach Ende der Zeit wechseln die Teilnehmer den Tisch und stellen eine neue Gruppe zusammen. An jedem Tisch verbleibt eine Person, die alle bisher erarbeiteten Inhalte den neuen, auf den Wechsel folgenden Teilnehmern, kurz vorstellt. Nach einigen Runden folgte eine Phase der gemeinsamen Reflektion und des Zusammenfassens. Je nach Situation können dann weitere Gesprächsrunden erfolgen oder neue Fragen bzw. Arbeitsaufträge bearbeitet werden. Mittlerweile wurde das World-Café im Racket Center bereits mehrfach umgesetzt. Ich habe das Konzept als Bereichsleiter der Physiotherapie gemeinsam mit meinem Team von Therapeuten/innen und Rezeptionisten/innen ebenfalls genutzt.

Meine Aufgabe als Bereichsleiter war die des Moderators. Ich war also kein aktiver Teilnehmer, sondern lediglich dafür verantwortlich, dass die Gespräche nicht stockten und die „Regeln“ durch die Teilnehmer eingehalten wurden. Die Bearbeitung der Fragen, das Erarbeiten der Lösungen und die Formulierung neuer Fragen geschah durch die Mitarbeiter. Für mich war es immer wieder beeindruckend zu sehen, welche kreativen und sinnvollen Lösungen die Mitarbeiter herausarbeiten konnten. Ich habe mich bei jedem World-Café in meiner Überzeugung bestätigt gefühlt, dass die Kollegen/ innen alles in sich tragen, was es für die Lösung eines Problems oder für die Gestaltung einer Veränderung braucht. Ich als Abteilungsleiter musste ihnen dafür lediglich Vertrauen schenken, mich selbst zurücknehmen und einen Rahmen gestalten, der ihnen das finden kreativer Wege und Lösungen erlaubt. Am Ende jedes World-Café war ich stolz auf mein tolles Team und beeindruckt von den Möglichkeiten, die erarbeitet wurden. In der anschließenden Umsetzung zeigten sich alle in hohem Maße an das Besprochene gebunden und waren mit vollem Einsatz dabei. Vertrauen, Dialog, Augenhöhe und Mitarbeiterbeteiligung sind nicht nur gut fürs Team, sondern auch für das Ergebnis! Meine Empfehlung an dieser Stelle: Probiert´s aus …!

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BILDUNGS PROJEKT Bildungsförderung der besonderen Art

Manfred Lautenschläger fördert Stipendien für Kinder des TDKET Projekts in Addis Abeba von Dr. Matthias Zimmermann, Mitglied im Förderverein Bildung durch Sport e. V.

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as haben Dr. h. c. Manfred Lautenschläger und Roger Federer gemeinsam? Beide haben eine Stiftung, beide engagieren sich in Afrika, tun dies für Kinder und haben ein gemeinsames Credo: die Bildungsförderung. Oder wie Haile Gebreselassie bei einem Treffen in Addis Abeba sagte: „Wenn ihr zur Entwicklung der Menschen unseres Landes beitragen möchtet, dann bringt den Leuten keinen Fisch, sondern bringt ihnen bei, wie man angelt“. In einer einmaligen Veranstaltung im Cape Town Stadion in Kapstadt, lieferten sich Roger Federer und Rafael Nadal ein „Match for Africa“, das einen Rekord brach: 51.954 Zuschauer – mehr, als bei jedem anderen

Tennismatch – bewunderten die TopAthleten und ihre Tenniskünste, die sie frei von sportlichem Erfolgsdruck mit Zauberhändchen zelebrierten. Das versetzte Südafrika in einen „Tennistaumel“, wie die FAZ vom 7.02.2020 schrieb. Alle Eintrittskarten waren binnen Minuten ausverkauft und die Flugpreise wurden in schwindelerregende Höhe getrieben. 3,5 Millionen Dollar erbrachte das ShowEvent zugunsten der Roger Federer Foundation. Die Stiftung engagiert sich seit 2003 in der Schweiz und im südlichen Afrika insbesondere für die vorschulische Bildung von Kindern, um ihnen einen guten Start in die Schulzeit zu ermöglichen.

Seit 2010 engagiert sich die Manfred Lautenschläger-Stiftung und der Stifter persönlich für die Tariku and Desta Kids´ Education through Tennis Development TDKET Ethiopia im Herzen von Addis Abeba. Die Wertschätzung, die Tariku Tesfaye, ProjektEin Dankeschön für die Förderung der TDKET an: gründer und Mentor für die rund 70 Kinder • Alexander Kurucz in seiner Eigenschaft als des Projekts dieser Präsident des Internationalen Tennisclubs von Förderung entgeDeutschland für 15.000 €, genbringt, zeigt sich • das Salzach-Gymnasium Maulbronn für 5.000 €, in der enormen Ent• die Tennis-Jugend-Stiftung von Martin Metzinger wicklung, die diese für 1.000 € und Tennis-Bildungsstätte • den Tennisverein von Pauline Eckhardt (975 €) in der Ausstattung und in der Qualität der Herauszuheben ist die Rolle von Dr. h. c. Manfred Lernund TrainingsLautenschläger, der anlässlich der Veranstaltung programme genommen am Finalsonntag des MLP-Cup öffentlich behat. Mit viel Eigenleistung kannt gab, dass fortan 30 Kindern des TDKET und Herzblut entstand in Projekts für die kommenden fünf Jahre ein 10 Jahren ein Ort, an dem Stipendium an einer weiterführenden unterprivilegierte Kinder TenSchule in Addis Abeba finanziert wird. nis lernen, Förderunterricht und Wir sprechen hierbei von einer Gesamtsumme von 105.000 € in den Jahren 2020 bis 2024! 46 RC Premium 2/2020 46 RC Premium 2/2020

täglich eine warme Mahlzeit erhalten, medizinische, vor allem aber emotionale Fürsorge erfahren und so im Alltag aufgefangen werden. Seit Anfang 2019 obliegt die Akquise und Koordination größerer institutioneller Förderpartner dem „Circle of Friends“ in Äthiopien. Dieser wurde im Beisein der deutschen Delegation im Februar 2018 in Addis Abeba institutionalisiert. Mittlerweile wurde auf äthiopischer Seite verstanden, dass die finanziellen Förderer aus dem näheren Umfeld der TDKET in Addis Abeba kommen müssen. Seitdem finden sich immer mehr Paten, die mit einem kontinuierlichen jährlichen Betrag zur Deckung der laufenden Kosten des Projekts beitragen und gemeinsam mit dem Internationalen Tennisclub (IC) von Deutschland unter der Präsidentschaft von Alexander Kurucz den Kindern sowohl sportlich als auch akademisch, beruflich und persönlich eine Zukunft ermöglichen. Es ist gelungen, in der Öffentlichkeit Äthiopiens die TDKET als ein Bildungsprojekt des Tennissports zur Geltung zu bringen. Journalistisch hervorragende Reportagen und berührende Interviews mit Tariku Tesfaye wurden im Äthiopischen Fernsehen ins ganze Land gesendet. Die unzähligen Auftritte des unermüdlich agierenden Projektleiters haben auch in Deutschland Eindruck gemacht. Dadurch konnten ehemalige Förderer aus Deutschland reaktiviert werden, die erkannt haben, dass dieses Projekt aus sich selbst heraus ein nachhaltiges Fortbestehen gewährleisten kann.


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Das Team vom Hotel Bären in Leimen möchte Sie in freundlicher und familiärer Atmosphäre herzlich willkommen heißen. Das Foto (T. Schulte) zeigt die besonders engagierten Förderer der TDKET (v. l. n. r.): • Dr. Matthias Zimmermann, Geschäftsführer Racket Center Nußloch GmbH & Co. KG, Gründer des Fördervereins Bildung durch Sport e. V. • Tariku Tesfaye, Gründer, Leiter und Mentor TDKET – Tariku and Desta Kids´ Education through Tennis Development, Addis Abeba, Äthiopien • Pauline Eckhardt war drei Monate in Addis Abeba und hat Tariku bei seinem Projekt unterstützt, insbesondere bei dem Besuch der Landeswirtschaftsministerin Doktor Nicole Hoffmeister-Kraut am 28. November 2019. • Dr. h. c. Manfred Lautenschläger, Manfred Lautenschläger-Stiftung • Bruno Böhler, ehemals stellvertretender Schulleiter Deutsche Botschaftsschule Addis Abeba (2000 – 2009) • Ann-Kathrin Pfeifer, Mitglied im Förderverein Bildung durch Sport e. V. (German Circle of Friends TDKET) • Alexander Kurucz, Präsident des Internationalen Tennisclubs (IC) von Deutschland, Förderer der TDKET • nicht im Bild: Michael Theodros, Schriftführer und Kommunikator im Förderverein Bildung durch Sport e. V.

Diese Motivation und großartige Eigenleistung überzeugte auch Manfred Lautenschläger. Ein Zusammentreffen der äthiopischen und der deutschen Freunde der TDKET anlässlich des MLP-Cup 2020 nahm der Mäzen zum Anlass, seinen Entschluss mitzuteilen: Die Manfred Lautenschläger-Stiftung fördert fortan Schulstipendien in der Absicht, der zweiten Projektgeneration eine weiterreichende Perspektive zu eröffnen. Fortan ermöglicht eine Zuwendung von 700 €/ pro Jahr für 30 Kinder in den kommenden fünf Jahren den Übertritt auf eine weiterführende Privatschule, um dort in den Genuss eines deutlich höheren Ausbildungsniveaus zu gelangen. Mit einer Gesamtsumme von 105.000 € bis ins Jahr 2025 erhält das Bildungsprojekt der TDKET einen enormen Entwicklungsschub vor allem im Hinblick auf die schu-

lische Bildung, die längst zum Projektschwerpunkt geworden ist. Die Intention des Fördervereins Bildung durch Sport e. V., eine Delegation im Mai dieses Jahres nach Äthiopien zu entsenden, fiel der Corona-Krise zum Opfer. Die Flüge waren schon gebucht und die Termine mit den Leitern der ausgewählten Schulen bereits vereinbart. Nächste Kooperationsschritte mit dem Advisory Board der TDKET sollten geplant und ein Zeichen der Verbundenheit gesetzt werden. Stattdessen sind es unsere Gedanken, die nach Addis Abeba reisen – in dieses genauso wunderbare wie leidgeplagte Land, verbunden mit der Hoffnung, dass unsere äthiopischen Freunde von einer Covid-19 Erkrankung und ihren Folgen verschont bleiben …

Die Zimmer haben wir für Sie komfortabel und geschmackvoll ein-gerichtet. Der Stil aus Tradition und Moderne spiegelt dabei die über 350 Jahre alte Tradition unseres Hauses wieder. Sie finden uns im Herzen der Stadt Leimen in der Kurpfalz direkt am Georgi-Marktplatz und in unmittelbarer Nähe zur Stadt Heidelberg inmitten der Metropolregion Rhein-Neckar. EZ: ab 59,- EUR / Nacht DZ: ab 69,- EUR / Nacht (Preise exkl. Frühstück) Frühstück an unserem reichhaltigen Buffet: 8,90 EUR pro Person Wir freuen uns auf Ihren Besuch. Ihr Bären-Team

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Gesundheit & Fitness

KURZ NOTIERT ...

Time to say goodbye …

Kaum zu glauben, dass 3,5 Jahre Studium zur Gesundheitsmanagerin schon vorüber sind … die Zeit hier im Racket Center verging wie im Flug! Da ich in drei Bereichen des Hauses eingesetzt war, nämlich im ZAP Fitness & Prävention, in der ZAP Physiotherapie und im Rehasportverein, blicke ich zurück auf unzählige lehrreiche Erfahrungen, spannende Projekte, tollen Austausch mit Gästen des Hauses und gemeinsame Abende mit Kollegen. Jetzt aber ist es an der Zeit, mich neuen Herausforderungen zu stellen. Das lachende Auge blickt auf die kommende, spannende Zeit, das weinende auf die zahlreichen schönen Stunden mit Ihnen und meinen Kollegen. Ich sage Tschüss, Danke und bis bald! Eure Celine

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Gemeinsam für unser sportliches Zuhause Das ZAP Team sagt DANKE

Über 600 Namen stehen auf den zwei Banden. Namen der Mitglieder des ZAP, die weiterhin ihren Mitgliedsbeitrag zahlen, obwohl sie ihr geliebtes Training nicht ausführen können. Wir, das Team des ZAP, wissen diese solidarische Unterstützung und für uns wirklich berührende Anteilnahme sehr zu schätzen. Schon jetzt sagen wir: Wir werden Euren Beistand in schwerer Zeit nie vergessen … Deshalb möchten wir mit diesen zwei Banden einfach DANKE sagen. Gemeinsam überstehen wir auch diese traurige Wochen!


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EXPERTEN RAT

Muskelverletzungen – Vorbeugung und Therapie von Prof. Dr. med. Holger Schmitt

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uskelverletzungen zählen zu den häufigsten Sportverletzungen. Insbesondere bei Sprint- und Sprungsportarten treten sie häufig auf, da gerade bei diesen Belastungen der Muskel- Sehnenapparat durch die Aktivität gedehnt wird und sich dann plötzlich zusammenzieht. Am häufigsten finden sich Muskelverletzungen an der Rückseite der Oberschenkel und an der Wade. Bei Fußballspielern und hier insbesondere bei Sprints treten diese Verletzungen sehr häufig auf und führen oft zu einem mehrwöchigen Ausfall. Aber auch bei komplexeren Bewegungen wie beim Tennisspielen durch kurze Richtungsänderungen und sogenannten „stop and go“-Bewegungen sind Muskeln und Sehnen im Bereich der unteren Extremitäten gefordert. Treten bei diesen Belastungen plötzlich Schmerzen auf und liegt eine deutliche Funktionseinschränkung vor, sollte frühzeitig festgestellt werden, welche Art der Verletzung vorliegt. Dementsprechend kann je nach Ausmaß der Verletzung ein Behandlungsplan aufgestellt und auch eine Wiederaufnahme der sportlichen Aktivität geplant werden. Grundsätzlich unterscheidet man bei Muskelverletzungen zwischen funktionellen und strukturellen Schädigungen.

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Funktionell bedeutet, dass ein eigentlicher Strukturschaden durch einen Riss z. B. nicht vorhanden ist, die Muskulatur aber nicht ihre normale Funktion erfüllen kann. Derartige Befunde äußern sich in Muskelverhärtungen oder einer nicht adäquaten Ansteuerung der Nervenbahnen mit Muskelschwäche. Auch wenn in diesen akuten Fällen Sport bzw. Laufen und Springen nicht möglich ist, lassen sich diese Beschwerden relativ schnell behandeln. Prof. Dr. med. Holger Schmitt • Arzt für Orthopädie und Unfallchirurgie mit Schwerpunkt Sportorthopädie, Hüftund Kniechirurgie • Deutsches Gelenkzentrum Heidelberg in der ATOS Klinik • Präsident des Sportärztebundes Baden • Seit mehr als 20 Jahren ärztlicher Betreuer von Hochleistungssportlern zahlreicher Sportarten der Metropolregion Rhein-Neckar • Mitglied der Kommission Medizin und Analytik der NADA • 2008 bis 2012 Präsident der Gesellschaft für Orthopädie und Traumatologie im Sport (GOTS)

Muskelverhärtungen können durch sogenannte detonisierende Maßnahmen frühzeitig therapiert werden, d. h. der Muskeltonus muss reduziert werden. Wärme, Massage, Dehnung und weitere durchblutungsfördernde Maßnahmen (Elektrotherapie, durchblutungsfördernde Salben) führen innerhalb weniger Tage zu diesem Ziel und damit zu einer Schmerzfreiheit. Nach wenigen Tagen kann häufig bereits mit einem leichten Lauftraining begonnen werden. Problematischer und vor allem langwieriger sind Muskelverletzungen, bei denen es zu einer strukturellen Läsion gekommen ist. Von leichten Zerrungen mit Überdehnung der Muskelfaszie (Muskelhülle) über Muskelfaserrisse mit kleinen Einblutungen bis hin zu Komplettrupturen großer Muskelgruppen kann das Ausmaß der Verletzung variieren.


In der Akutphase sollte nach dem sogenannten PECH- Schema (Pause, Eis, Kompression, Hochlagerung) vorgegangen werden. Neben der klinischen Untersuchung durch einen Sportmediziner sind in der Anfangsphase auch bildgebende Verfahren wie z. B. Ultraschall hilfreich, um gegebenenfalls Einblutungen frühzeitig feststellen zu können und somit die Schwere der Verletzung zu beurteilen. Bei größeren Blutergüssen sollte zur genaueren Abklärung eine Kernspindiagnostik erfolgen. Mehr als 90 Prozent aller Muskelverletzungen können konservativ behandelt werden. Nach einer anfänglichen Ruhigstellung mit Kompressionsverband und Entlastung an Unterarmgehstützen kann nach wenigen Tagen mit begleitenden physiotherapeutischen Maßnahmen detonisierend auf die Umgebung der Verletzung eingewirkt werden, um über eine oben beschriebene Tonusreduktion der angespannten Muskulatur auch den Schmerz zu reduzieren. Der Heilvorgang dauert dann mehrere Wochen. Bei Zerrungen rechnet man mit zwei bis drei Wochen, bei kleinen Muskelfaserrissen mit drei bis vier Wochen, bis ein Trainingsbeginn erfolgen kann.

Abb. 1: Sichtbare Delle am Oberschenkel nach einer Muskelruptur des musculus quadriceps

Bei größeren Verletzungen kann die Rückkehr zum Sport drei bis vier Monate dauern. Bei leistungsorientierten Sportlern mit Komplettruptur der Muskulatur nahe am Knochenansatz wird zu einer operativen Therapie geraten, bei der die gerissene Muskulatur wieder an den

Knochen fixiert werden kann (Abb. 1). In vielen Fällen hat sich das Muskel-/ Sehnenbündel mehr als zwei bis drei Zentimeter vom Knochen entfernt. Eine konservative Behandlung führt zwar auch in diesen Fällen meistens zu einer kompletten Narbenheilung – allerdings

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muss bei konservativer Behandlung ein Funktionsverlust durch veränderte Spannungsverhältnisse in Kauf genommen werden, da der Muskelanteil von außen nicht an den Knochen herangeführt werden kann. Neben diesen indirekten Muskelverletzungen gibt es auch direkte Verletzungen durch einen äußeren Anprall. Man spricht hier von Kontusionen, im Volksmund häufig als Pferdekuss beschrieben. Diese Verletzungen können häufig sehr schmerzhaft sein, werden aber meistens auch durch Schonung, Eisauflage und Kompressionsverbände behandelt. Ist ein Druckschaden auf einem Nerven oder ein sog. Kompartmentsyndrom mit massiv erhöhtem Druck in der Muskelhülle durch die Einblutung vorhanden, muss auch in diesen Fällen eine Operation durchgeführt werden, um den Schaden zu beheben. Wird eine Muskelverletzung diagnostiziert und korrekt behandelt, kommt es in über 90 Prozent zu einem folgenlosen Ausheilen. Problematisch und von außen nicht ganz einfach vorzunehmen ist die Beurteilung der Belastbarkeit nach einer Verletzung. Auch wenn im Alltag keine Schmerzen bestehen und die angrenzenden Gelenke wieder frei bewegt werden können, ist hiermit nicht zwangsläufig eine hundertprozentige Sporttauglichkeit verbunden. Verschiedene sportartspezifische Funktionstests bieten sich an, die Leistungsfähigkeit zu bewerten. Beim Tennisspieler ist neben der Beurteilung der Lauffähigkeit vom Joggen über Steigerungsläufe bis hin zu Abläufen aus dem Stand und kurze zunächst gerade gerichtete Sprints auch der koordinative Aspekt von Bedeutung. Side steps, Bewegungen auf der Grundlinie in beide Richtungen, Drehbewegungen, Abbremsen und Beschleunigen und nicht zuletzt Techniktraining mit Einnehmen einer korrekten Standposition beim Schlag und die regelrechte Schlagvorbereitung können in der Bewertung durch das geschulte Auge des Trainers als Anhalt für eine Belastbarkeit herangezogen werden.

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Klassifikation von Muskelverletzungen und die zu erwartende Sportpause Muskelverhärtung

2 – 3 Tage

Muskelkater

3 – 5 Tage

Rückenbedingte Neuromuskuläre Muskelläsion

3 – 5 Tage

Muskelzerrung

4 – 7 Tage

Muskelfaserriss

2 – 3 Wochen

Muskelbündelriß

6 – 8 Wochen

(sub-)totaler Muskelriss

10 – 12 Wochen

Sehniger Ausriss

10 – 12 Wochen

Kontusion (Pferdekuss)

1 – 4 Wochen

Grundsätzlich sollten keine Schmerzen mehr bestehen und auch die Dehnbarkeit des Muskel- Sehnenapparates seitengleich vorhanden sein. Bei einem zu frühen Wiedereinstieg in den Sport ist von einer Rezidivrate von 25 Prozent die Rede. Auch Schmerzmittel sollten nicht mehr erforderlich sein, da sie häufig Restbeschwerden maskieren können und somit das erneute Verletzungsrisiko gesteigert wird. Am besten ist es natürlich, sich gar nicht erst zu verletzen. Was kann dafür gemacht werden? Wissenschaftliche Untersuchungen haben mittlerweile belegen können, dass die Verletzungsgefahr für den Muskel- Sehnenapparat der unteren Extremität erheblich von den biomechanischen und anatomischen Voraussetzungen am Becken abhängt. Die Stabilisierung der beckenumgreifenden Muskulatur und der Rumpfmuskulatur kann dazu beitragen, dass Belastungen auf die untere Extremität reduziert werden können. Gelingt es durch Muskeltraining auch während der Sportbelastung und hier insbesondere beim Sprinten und Springen das Becken aufzurichten (hierfür ist insbesondere die Bauchmuskulatur verantwortlich), finden sich auf der Oberschenkelrückseite durch Annäherung des Muskelansatzes und des –ursprungs günstigere Spannungsverhältnisse, die die Verletzungsgefahr reduzieren.

Auch die schräge Bauchmuskulatur und die Rückenmuskulatur haben hieran ihren Anteil. Daher sollte in das Basistrainingsprogramm des leistungsorientierten Tennisspielers unbedingt ein Rumpftrainingsprogramm integriert werden, um nicht nur die Leistungsfähigkeit des Spielers zu verbessern, sondern auch einer Verletzung vorzubeugen. Gerade bei Mannschaftssportarten und hier insbesondere bei professionellen Fußballteams ist das regelmäßige Grundlagentraining mit kräftigenden und koordinativen Inhalten in Studien in der Prävention von Muskel-/Sehnenverletzungen belegt. Grundsätzlich sollten die Spieler und Spielerinnen vor Aufnahme intensiver Trainings- und Wettkampfbelastung eine sportmedizinische Untersuchung absolvieren, um gegebenenfalls auf prädisponierende Faktoren (Beinlängendifferenzen, Beinachsabweichungen, Gelenkinstabilitäten, Wirbelsäulenauffälligkeiten u. a.) hinzuweisen, die in einem Präventivprogramm berücksichtigt werden können. Es sollte genügen, aus einem Repertoire von Stabilisierungs- und Koordinationsübungen vor jeder Trainingseinheit drei bis vier Übungen herauszugreifen, um die Spieler/-innen auf das Training vorzubereiten und bereits Prävention zu betreiben.


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THERAPEUTEN RAT Ein „neues Knie“

Wann wird bei Kniearthrose operiert? Was erwartet Sie nach einer OP? Welchen Anteil hat die Physiotherapie? von Nora Wisniowski, ZAP Physiotherapeutin

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er Einsatz einer Knie Total- oder Teilendoprothese ist laut Statistischen Bundesamt einer der häufigsten operativen Eingriffe in Deutschland. Von 2013 bis 2016 gab es einen Anstieg von 18,5 %. Bedingt durch demographische Entwicklungen könnte dieser Trend in den nächsten Jahren sogar noch zunehmen. Der häufigste Grund für eine solche Operation ist die Kniearthrose. Diese kann sowohl genetisch bedingt sein als auch durch unsere Lebensweise (unter anderem Über- oder Unterbeanspruchung, Übergewicht und Ernährung) und Verletzungen beeinflusst werden. Hierbei sind vor allem ältere Menschen betroffen. Laut des Statistischen Bundesamtes sind die meisten operierten Patienten zwischen 70 und 79 Jahre alt und größtenteils weiblich. Doch muss auf die Diagnose einer Kniearthrose auch zwangsläufig eine Operation erfolgen? Bei jeder zweiten Frau und jedem dritten Mann ab 70 Jahren wird eine Arthrose festgestellt. Dies ist neben den äußerlich erkennbaren altersbedingten Veränderungen wie Faltenbildung und Muskelabbau ganz normal, jedoch nicht von außen sichtbar. Oftmals gehen diese Veränderungen an den Gelenken, sichtbar nur im Röntgenbild, aber ohne starke Beschwerden wie Schmerzen oder Einschränkungen im Alltag und im Sport einher. Werden diese Veränderungen spürbar („symptomatisch“), äußern sie sich unter anderem durch nächtliche Schmerzen, Morgensteifigkeit, Schmerzen beim Treppensteigen oder längerem Sitzen. Dann sollte die Behandlung der Arthrose zuerst mit der konservativen, also nicht operativen Therapie, begonnen werden. Die effektivste Behandlungsmethode mit den wenigsten Nebenwirkungen ist das körperliche Training (Fransen et al., 2015). Dieses kann aus einem Ausdauer-, Kraft- oder neuromuskuläre Training (ähnlich einem koordinativen Training) bestehen und sollte immer individuell an den Patienten angepasst und unter Aufsicht durchgeführt werden. In Deutschland werden hierfür meist 20 Minuten Krankengymnastik verschrieben, sinnvoller wäre in diesem Fall allerdings ein einstündiges Training „Krankengymnastik am Gerät“, welches vom Arzt verordnet werden kann und von den Krankenkassen bezahlt wird. Neben dem Training ist auch eine Aufklärung des Patienten über die Erkrankung und die Maßnahmen, die er selbst ergreifen kann, wichtig. Unter-

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stützt werden kann die Therapie durch Gewichtsreduktion und gegebenenfalls auch mit entzündungshemmenden Medikamenten. Schlägt eine konservative Therapie im Sinne eines Trainings, durchgeführt über einen ausreichend langen Zeitraum von mindestens 12 Wochen, nicht an, besteht für Patienten mit hohem Leidensdruck die Möglichkeit einer operativen Therapie. Eine Operation sollte demnach erst eine Option sein, wenn alle andere Therapieformen nicht erfolgreich waren. Diese sollte immer unter der Berücksichtigung des individuellen Leidensdrucks und der möglichen Komplikationen und Risikofaktoren geplant werden. Allgemein gilt: je besser der Zustand hinsichtlich Beweglichkeit, Kraft und Alltagsfunktion vor einer OP, desto besser ist auch der Zustand danach und desto schneller ist eine Rückkehr in den Alltag und gegebenenfalls auch in den Beruf und den Sport möglich. Eine Aufklärung und ein angepasstes Training vor der Operation lohnen sich also in jedem Fall! Da eine Prothese eine Lebensdauer von circa 15 bis 25 Jahren hat, sollte eine zu frühe Implantation hinausgezögert werden, um Wechseloperationen zu vermeiden.

Wenn der Entschluss zu einer Operation feststeht, wie sieht dann das weitere Vorgehen aus?

Je nach Ausmaß der Arthrose stehen unterschiedliche Prothesenarten zu Verfügung. Bei der Teil-Endoprothese, auch Schlittenprothese genannt, wird nur eine Seite des Kniegelenks ersetzt. Dies betrifft entweder die Innenseite oder die Außenseite der Gelenkfläche des Oberschenkelknochens und der gegenüberliegenden Seite des Schienbeins. Wird die gesamte Oberfläche, also beide Seiten der Gelenkrolle ersetzt, spricht man von einer Total-Endoprothese (Knie-TEP). Bei starker Arthrose hinter der Kniescheibe, kann auch diese durch eine Kappe aus Kunststoff ersetzt werden. Eine TeilEndoprothese ist sowohl beim Einsetzen als auch in der anschließenden Behandlung etwas unkomplizierter und weist weniger Komplikationen und eine kürzere Heilungsdauer auf. Risiken und Komplikationen sollten in jedem Fall vor der Operation durch den Arzt aufgeklärt und besprochen werden. Die Länge des Krankenhausaufenthaltes beträgt dabei im Mittel 7 bis 10 Tage.


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Knie-Prothese

Zementierte wie nicht zementierte Knie-Totalendoprothesen dürfen und sollten ab dem ersten Tag voll belastet werden! Obwohl Patienten mit Knie-Teilprothesen meist schneller wieder mobil sind, erfordern beide Arten von Prothesen in den ersten Tagen und Wochen den Gebrauch von Unterarmgehstützen. Wie schnell diese nicht mehr notwendig sind, hängt sehr stark vom Patienten und dessen Schmerzgrad, Kraft und Mobilität ab. Nach dem Krankenhausaufenthalt erfolgt in den meisten Fällen eine dreiwöchige Weiterbehandlung in einer ambulanten oder stationären Rehabilitationseinrichtung. Dort bekommen die Patienten neben individueller physiotherapeutischer Behandlung auch Gehtraining, Gymnastik in der Gruppe, Training im Bewegungsbad und ein leichtes Krafttraining an den Geräten. Ziel ist das Wiedererlangen von alltäglichen Fähigkeiten wie beispielsweise Treppensteigen, Ein- und Aussteigen ins Auto und Gehen außerhalb der Wohnung. Doch wie geht es nach der Reha weiter? Eine physiotherapeutische Weiterbehandlung ist in jedem Fall sinnvoll, um Fähigkeiten im Alltag zu verbessern und wieder zur ursprünglichen Kraft zurückzukehren, aber auch eine Rückkehr zum Sport zu ermöglichen. In der Eingangsuntersuchung wird der aktuelle Stand des Patienten ermittelt. Wie mobil ist das Knie, das heißt wie weit kann der Patient es beugen und strecken? Wie sicher steht er auf dem operierten Bein und wie geht er ohne Stützen? Wie ist die Kraft im operierten Bein im Gegensatz zum nicht operierten? Nach der Untersuchung erfolgt eine gezielte, individuelle Behandlung, die sich nach der jeweiligen Phase der Wundheilung, den Zielen und dem körperlichen Zustand des Patienten richtet. Neben der Therapie kann die Zeit zu Hause gut für Übungen zur Verbesserung der Beweglichkeit und Stabilität der gesamten Beinmuskulatur genutzt werden. Erst wenn die akute Entzündungsphase, die sich vor allem durch Schmerzen, Schwellung und erhöhte Temperatur um das Knie

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In der Therapie und zuhause wird an der Beweglichkeit des operierten Beins gearbeitet.

definiert, abgeschlossen ist, kann das Knie in der Therapie mehr belastet werden und mit einem intensiven Stabilitätsund Krafttraining begonnen werden. Dies kann an Geräten, aber auch mit dem eigenen Körpergewicht, beispielsweise durch Kniebeugen und Ausfallschritte oder mithilfe von elastischen Gummibändern durchgeführt werden. Aufgrund des individuellen Verlaufs und unterschiedlichen Fitnesszustandes der Patienten ist es schwierig, generelle Angaben zu zeitlichen Verläufen der Heilung zu geben. Viele Patienten möchten wissen, wann sie nach einer Knie-Operation wieder Auto fahren können. Dazu gibt es eine groß angelegte Studie von van der Velden und Kollegen (2017), die 16 Einzelstudien zusammenfasst und durch die Untersuchung der Bremsreaktionszeiten ihre Empfehlungen ausspricht. Bei Knieprothesen des rechten Beins kamen die Patienten vier Wochen nach der Operation auf ihren Basiswert, den sie vor der Operation hatten. Bei Knieprothesen der linken Seite liegt wahrscheinlich kein Einfluss auf die Bremsreaktionszeit vor. Eine Studie von Tilbury et al. aus dem Jahre 2014 fasste die Ergebnisse mehrerer anderer Studien zusammen und berichtete, dass von den Patienten, die vor der Operation gearbeitet hatten 71 bis 83 Prozent wieder zur Arbeit zurückkehrten. Die durchschnittliche Zeit bis zur Wiederaufnahme der Arbeit betrug dabei 8 bis 12 Wochen. Dies hängt neben dem Heilungsverlauf auch von den Anforderungen am Arbeitsplatz ab. Büroarbeit und andere sitzende Tätigkeiten können schneller wieder aufgenommen werden als Arbeiten, die im Stehen verrichtet werden oder mit körperlichen Anstrengungen verbunden sind. Die Rückkehr zum Sport und anderen körperlichen Aktivitäten nach dem Einsetzen einer Knieprothese ist sinnvoll und durchaus erwünscht! Die allgemeinen positiven Effekte eines körperlichen Trainings, wie unter anderem Vorbeugung von Herz-Kreislauferkrankungen, Stärkung des Immunsystems,


Krafttraining ist ein wichtiges Element in der Therapie vor und nach der Operation!

Stimmungsaufhellung und die speziellen Auswirkungen auf das Kniegelenk wie eine Stärkung der umgebenden Muskulatur und Stabilisierung des Gelenks überwiegen dabei die Risiken einer Verletzung beim Sport. Witjes und Kollegen untersuchten in ihrer Studie aus dem Jahre 2016, in welchem Ausmaß und nach welcher Zeit Patienten mit Knieprothesen wieder ihren Sport aufnahmen. Dabei war die Wahrscheinlichkeit von einer Rückkehr zum Sport, der vor der Operation ausgeführt wurde, bei TeilEndoprothesen deutlich höher als bei Total-Endoprothesen. Bei low-impact Sportarten mit geringeren Belastungen auf Gelenke wie Radfahren, Walken, Wandern und mäßigem Krafttraining kehrten 95 Prozent der Patienten mit Teil-Endoprothese und 91 Prozent mit Total-Endoprothesen wieder zum Sport zurück. Die durchschnittliche Zeit betrug bei ersteren 12 und bei letzteren 13 Wochen. Generell ist es auch möglich, intermediate- und high-impact Sportarten mit höheren Belastungen der Kniegelenke wieder

An der Beinpresse kann auch einbeinig trainiert werden, um die richtige Gewichtsbelastung für jedes Bein zu wählen.

auszuführen. Das hängt neben individuellen Faktoren stark davon ab, in welchem Maß diese vor der Operation ausgeführt wurden und wie fit der Patient vor der Operation war. Während die Empfehlungszeiten bei low- und intermediateimpact Sportarten zwischen 3 bis 6 Monaten betragen, werden bei high-impact Sportarten wie Fußball, Snowboarden oder Gewichtheben meist keine Empfehlungen ausgesprochen oder von einer Wiederaufnahme des Trainings abgeraten. Hierzu gibt es neben den Expertenmeinungen jedoch keinen eindeutigen wissenschaftlichen Konsens, inwiefern eine höhere sportliche Belastung auch mit einem höheren Verschleiß der Prothese einhergeht. Unabhängig davon ist es immer möglich, Sportarten mit höheren Gelenkbelastungen auch zu modifizieren. Werden beispielsweise starke Abstiege beim Wandern oder harte vereiste Pisten beim Skifahren ausgelassen, können favorisierte sportliche Aktivitäten auch nach einer Operation eventuell weiter ausgeführt werden.

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Variation: Butterfly Reverse an der Maschine

Butterfly Reverse stehend am Kabelzug Aufrichtung der Wirbelsäule – Gegen den körperlichen Wandel im digitalen Zeitalter von Stefan Schütt, ZAP Fitness

I

n unserer heutigen Zeit spielt sich ein Großteil der Berufswelt oder auch der eigenen Freizeit vor dem Computer ab. Damit gehen nicht selten körperliche Probleme einher; nämlich Nackenschmerzen, Verspannungen bis hin zu Verformungen der Wirbelsäule durch jahrelange Fehlstellungen. Die Fehlhaltungen beginnen bereits in der Schulzeit. Den Blick auf sein Blatt gerichtet, das Gewicht des hängenden Kopfes und des müden Oberkörpers mit den Ellenbogen auf dem Tisch abgestützt und gegen den Sekundenschlaf ankämpfend. Büroangestellte arbeiten die meiste Zeit des Tages am Schreibtisch mit hängenden Schultern und rundem Rücken, den Kopf nach vorne geneigt, um mit möglichst geringem Aufwand zwischen Tastatur und Bildschirm hin und her blicken zu können. Selbst Zu-

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hause bei der Zubereitung der Mahlzeiten, wenn man vor einer Arbeitsfläche steht, deren Höhe natürlich nicht auf die eigene Körpergröße angepasst ist und man sich vornüberbeugt um das Gemüse zu schneiden. Hier befindet sich die Wirbelsäule erneut in einer für sie belastenden Position. Es ist einfacher, das Skelett das Körpergewicht tragen zu lassen, als die schützende Muskulatur zu belasten. Die gemütlichste Fehlstellung unserer Generation. Das ist aber kein Grund sich dem Schicksal hinzugeben, denn auch jahrelange Fehlhaltungen oder Beschwerden können gelindert oder sogar behoben werden. Hierfür möchten wir Ihnen eine der effektivsten und funktionellsten Übungen gegen die oben genannten Probleme vorstellen:

Butterfly Reverse stehend am Kabelzug – Erklärung und Vorteile

Welche Muskeln trainiert der Butterfly Reverse? Wir beanspruchen hauptsächlich den mittleren Anteil des Trapezmuskels oder auch Kapuzenmuskels (Musculus trapezius pars transversa) und des hinteren Deltamuskels (Musculus deltoideus pars spinalis) der Schultermuskulatur. Ebenfalls stärken wir dabei den großen und kleinen Rautenmuskel, der unterhalb des trapezius liegt. Welche Funktion hat der trapezius/ Kapuzenmuskel? Der Musculus trapezius ist essenziell für die Erhebung der Arme über die Horizontale und die Stabilisierung der Schulter beim Tragen von schweren Lasten. Die einzelnen Partien des Muskels ziehen das Schulterblatt (Scapula) entsprechend ihrer


Verlaufsrichtung an den Körper heran oder drehen es. Außerdem erwirken alle drei Anteile des M. trapezius (oberer/ mittlerer/unterer Anteil – M. trapezius pars descendenz/pars transversa/pars ascendenz) eine Aufrichtung und Stabilisierung der Hals- und Brustwirbelsäule. Wobei hilft der Butterfly Reverse? • Haltungsverbesserung der Brustwirbelsäule • Kann Nackenschmerzen lindern • Erhöhte Schulterbeweglichkeit • Verbesserte Schulterstabilität • Funktionelle Stabilität der Halswirbelsäule

Die Ausführung

1. In der Ausgangsposition halten wir die Griffstücke des Kabelzuges mit den Handflächen zueinander. Die Arme befinden sich vor dem Oberkörper, sind fast ganz durchgestreckt und haben lediglich einen leichten

Knick im Ellenbogengelenk, um dieses bei der Bewegungsausführung nicht zu belasten. Der Stand ist schulterbreit, der Blick geradeaus gerichtet, den Rücken durchgestreckt und der Bauch angespannt. 2. Während des Ausatmens führen wir die fast ausgestreckten Arme parallel zum Boden langsam und kontrolliert nach außen, bis Arme und Schultern beinahe eine Linie bilden. Die Schulterblätter führen wir am Ende dieser Phase so weit wie möglich zusammen. Während des Einatmens führen wir die Arme im Anschluss wieder nach vorne. Die Bewegung erinnert an das umgekehrte Flügelschlagen eines Schmetterlings. 3. Wir achten darauf, dass unser kompletter Körper, mit Ausnahme der Schulter- und Nackenmuskulatur, starr und unverändert bleibt.

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Häufige Fehler

Bei der Übungsausführung können einige Fehler auftreten bzw. die Übungsausführung des Butterfly Reverse kann vielseitig verfälscht werden. Am häufigsten sieht man • das Schwungholen mit den Armen, • das nach vorne Strecken des Kopfes, auch genannt der Geierhals und • das die Arme häufig auch zu stark gebeugt werden. Um Verletzungen im Schulter- und Nackenbereich zu vermeiden, sollten Sie Punkt 3 der beschriebenen Übungsausführung verinnerlichen.

Variation: Butterfly Reverse stehend mit Kurzhanteln

Körperhaltung: Wir gehen leicht in die Knie und achten darauf, dass der komplette Rücken gerade bleibt. Der Oberkörper wird nach vorne geneigt, bis er sich fast parallel zum Boden befindet. Der Kopf bleibt zu jeder Zeit in neutraler Position als natürliche Verlängerung der Wirbelsäule. Die Arme werden in Richtung Boden gestreckt/hängen gelassen, wobei die Ellbogen eine leichte Beugung beibehalten. Die Kurzhanteln werden im sogenannten Hammergriff gehalten, das heißt die Handflächen sind einander zugewandt. Bewegung: Ausschließlich die gestreckten Arme bewegen sich aus fast hängender Position seitlich nach oben, bis sie waagerecht sind - mindestens jedoch die Ellenbogen auf Schulterhöhe. Wir atmen bei der Bewegung nach oben aus und lassen uns für den Weg etwa zwei Sekunden Zeit. Beim Herabsenken atmen wir ein und kommen nach etwa drei Sekunden wieder unten an. Auch hier achten wir darauf, die Spannung der Schultermuskulatur in der Ausgangsposition nicht zu verlieren – Die Arme hängen folglich nicht schlaff herunter.

Variation: Butterfly Reverse stehend mit Kurzhanteln

Variation: Butterfly Reverse an der Maschine

Wir stellen zunächst das Gerät auf unsere Körpergröße ein, indem wir den Sitz in der Höhe so ausrichten, dass unsere Unterarme während der Ausführung exakt parallel zum Boden verlaufen. Unsere Hände müssen zudem in Höhe der Schultergelenke liegen.

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Butterfly Reverse am Kabelzug: Start-/Endposition

Butterfly Reverse am Kabelzug: Ausführung


Wir setzen uns mit Blickrichtung zum Gerät auf die Butterfly Reverse Maschine und drücken die Brust gegen das Polster. Anschließend sorgen wir für Stabilität, indem wir die Beine leicht seitlich neben dem Gerät aufstellen. Wir umfassen die Griffstücke so, dass unsere Arme nicht ganz durchgestreckt sind, sondern sich zwischen Ober- und Unterarm ein leichter Winkel befindet. Nun führen wir die Griffe während des Ausatmens so weit nach hinten, bis die Arme und die Schultern eine Linie bilden. Am Ende dieser Bewegung versuchen wir die Schultern so weit wie möglich aufeinander zuzubewegen. Wir halten

diese Position einen kurzen Moment und bewegen uns während des Einatmens dann langsam zurück in die Ausgangsposition. Auch hier achten wir wieder darauf, dass bei der Übungsausführung der Körper mit Ausnahme der Arme und Schultern unbewegt bleibt. Probieren Sie die Übungen einfach aus und machen die Erfahrung an Ihrem eigenen Körper! Finden Sie heraus, was für Sie am besten funktioniert und Sie weiterbringt! Sie haben Fragen? Sprechen Sie das ZAP Team gerne auf der Trainingsfläche an.

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Kommunikation und Miteinander im Fitnessstudio

Die 10 Bausteine für ein gelingendes Gemeinschaftsklima von Jennifer Braunert, ZAP Fitness

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eder Mensch ist anders – ein Individuum, mit eigenen Gedanken, Vorstellungen und Bedürfnissen. Was den Einen glücklich macht, ist für die Andere womöglich nicht erstrebenswert und umgekehrt. Diese Unterschiede können im täglichen Umgang miteinander zu Missverständnissen führen, unter Umständen sogar zum Streit. Es ist nicht immer leicht, die Absichten des Gegenübers zu verstehen. Deshalb erfordert das gemeinsame Miteinander bestimmte Regeln und respektvolle Umgangsformen, ein gewisses Maß an Empathie und Rücksichtnahme, den Mut, sich gegenüber anderen zu öffnen und auch Negatives zu thematisieren. Respekt ist eine Investition. Nur wer bereit ist, sich anderen gegenüber respektvoll zu verhalten und einen respektvollen Umgang pflegt, kann erwarten, dass diese auch selbst Respekt entgegenbringen.

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Diese Paradigmen werden umso wichtiger je größer die Gemeinschaft ist. In einem Fitnessstudio treffen auf einer relativ kleinen Fläche viele Menschen aufeinander. Eine Gruppierung, die nach ganz bestimmten gesellschaftlichen Normen, Wertvorstellungen und Dynamiken funktionieren kann und sollte. Dafür braucht es Regeln, an denen sich alle orientieren können, die von einem respektvollen Umgang geprägt sind. Sie geben uns Sicherheit, sollten die Gemeinschaft im besten Fall zum gemeinsamen Erfolg führen. So hat der Umgang miteinander und die Einhaltung der Regeln einen wesentlichen Einfluss auf den Erfolg und die Qualität. Man möchte sich beim Training wohlfühlen, den möglichen Ärger des Tages hinter sich lassen, einfach eine effektive und schöne Trainingseinheit erleben ohne kommunikative Missverständnisse. Diese Regeln helfen dabei:


1. Die richtige Kleidung Die richtige Kleidung ist sowohl aus hygienischer als auch aus trainingswissenschaftlicher Sicht ein wichtiger Aspekt. Dabei geht es nicht darum, ob man die neueste Funktionswäsche oder Trainingsschuhe trägt. Es geht darum, dass die Achseln bedeckt sind und die Kleidung bequem ist. Niemand möchte den Schweiß vom Vorgänger auf dem Gerät haben. Man will sich wohlfühlen und alle Übungen ausführen können. 2. Saubere Sportschuhe Unabhängig von der Jahreszeit sollte man stets saubere und trockene Sportschuhe im Fitnessstudio tragen. Kleine Steine, Blätter oder Nässe sorgen auf glattem Boden für Stolper- und Rutschgefahr. Wichtig ist aber auch, dass die Sohle nicht abfärbt, weil sowas in den Kursräumen schwarze Striche auf dem Boden hinterlässt. Aus gesundheitlichen Gründen sollte generell darauf geachtet werden, gut gedämpfte qualitativ hochwertige Sportschuhe zu verwenden. 3. Handy ausschalten Laute Klingeltöne und vibrierende Handys lenken uns selbst und unsere Mittrainierenden ab. Telefongespräche stören uns beim Umsetzen unserer Trainingsziele und sind fehl am Platz. Diese Störfaktoren bringen Stress in die Freizeit-Atmosphäre im Fitnessstudio. Also, das Handy lieber stumm- oder ausschalten, um sich selbst und den anderen die Möglichkeit zum konzertierten Training und Entspannen zu geben. Man kann das Handy auch einfach im Spint lassen, dann kommt man nicht in Versuchung, es zu benutzen. Probieren Sie

es gerne aus. Sie werden sehen, das Training und die Wahrnehmung für den eigenen Körper und die Umwelt verändern sich. 4. Geräte nicht blockieren Es gehört zum gegenseitigen Respekt, Geräte nicht zu blockieren, indem man sie reserviert, sie als Ablage oder Sitzgelegenheit nutzt. Man möchte selbst seinen Trainingsplan möglichst ungestört durchziehen können und sollte dies auch seinen Mitmenschen gewährleisten. Das Fitnessstudio bietet ausreichend Möglichkeiten für eine wohlverdiente Pause auf einer der Sitzgelegenheiten. 5. Handtuch unterlegen Eines der wichtigsten Utensilien im Fitnessstudio ist neben Getränken und Sportschuhen das Handtuch! Dieses benutzt man nicht nur, um sich den Schweiß von der Stirn zu wischen, sondern auch um es beim Training an den Geräten unterzulegen. 6. Leise trainieren Das Training bringt einen manchmal an seine Grenzen, sodass man vielleicht die letzte Wiederholung eines Satzes kaum noch schafft. Dabei ist es wichtig, auf eine kontinuierliche Atmung zu achten, lautes Stöhnen oder Schreien ist allerdings nicht erforderlich, um die maximale Kraft zu generieren. Auch hier sollte man beachten, dass man nicht alleine im Studio ist und sich Mitmenschen dadurch in ihrem Training eingeschränkt fühlen. Daher ist es angebracht, sein Training möglichst leise durchzuführen.

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7. Geräte desinfizieren Ist das Training vorbei, wird das Gerät desinfiziert. Alles, was angefasst oder vollgeschwitzt wurde, sollte gründlich gereinigt werden. Das gilt für egal welche Art des Trainings & auch egal wie intensiv oder lang es war. Und zwar nach jeder Benutzung. Denn: Eine Desinfektion ist nur dann wirkungsvoll, wenn sie regelmäßig geschieht, also nach jedem Sportler. 8. Rasieren verboten Nach dem erfolgreichen Training ist eine Dusche besonders dann wohltuend, wenn man eine saubere Dusche vorfindet. Um dieses hygienische Umfeld gewährleisten zu können, sollten die Abflüsse frei von Haaren sein. Nehmen Sie Ihre Rasur daher bitte zuhause vor. 9. Vorbild sein Während des Trainings im Fitnessstudio interagieren wir immer mit Menschen, egal ob verbal oder nonverbal, das heißt durch Handlungen oder Gesten. Somit sind wir häufig auch ein Vorbild für andere. Unbekannte Übungen werden beobachtet und Verhaltensweisen

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nachgeahmt. Daher ist es wichtig, dass wir uns dementsprechend verantwortungsbewusst verhalten, sowohl im Umgang mit Sportmaterialien, als auch mit Räumen und unseren Mitmenschen gegenüber. 10. Einander helfen Der letzte Punkt baut auf dem neunten auf. Sobald wir ein gutes Vorbild sind, helfen wir bereits unseren Mitmenschen. Beispielsweise bezogen auf die Bewegungsausführung an Geräten, im freien Bereich und in Kursen. Menschen lernen viel durch Beobachten und Nachahmen. Natürlich können wir unsere Mittrainierenden zusätzlich durch eine helfende Hand bei Geräteeinstellungen, bei allgemeinen Fragen oder durch den Austausch von eigenen Erfahrungen unterstützen. Durch das Beachten der oben beschriebenen 10 Grundregeln für ein harmonisches Miteinander, helfen wir uns gegenseitig, ein erfolgreiches, ungestörtes Training durchzuführen und somit unsere Trainingsziele effektiv zu erreichen.


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Leistung & Erfolg

KURZ NOTIERT ...

DANKE ROLF

Überraschung im Anschluß an die MLP-Cup-Siegerehrung: Rolf Staguhn erfährt Würdigung für sein Engagement. Weggefährten nehmen Abschied von Trainer, Coach, Mentor und auch Turnierleiter Rolf Staguhn. DANKE ROLF für 17 Jahre sportliche Leitung des MLP-Cup. DANKE ROLF für 20 Jahre Leitung der Tennisakademie Rhein-Neckar im Racket Center Nußloch! DANKE ROLF für die unzähligen Kinder, Jugendliche und Erwachsene, denen Du den Tennissport nahe gebracht und die Du zu sportlichen Höchstleistungen gecoacht hast. DANKE ROLF für alle Praktikanten, Auszubildenden und Trainer, die durch Deine Schule gehen und die an Deinem Erfahrungsschatz teilhaben durften. DANKE ROLF von allen Racket Center-Mitarbeitern, denen Du ein geschätzter Mitstreiter warst. Wir wünschen Dir Alles Gute und vor allem noch viele weitere Jahre Agilität und Gesundheit.

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Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut

IM INTERVIEW

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Foto: Martin Stollberg


„Ein positives und nachhaltiges Lernklima – das ist es, was zur Wohlstandsentwicklung beiträgt. Die TDKET ist dafür beispielgebend!“ Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau des Landes Baden-Württemberg, in Erinnerung an ihren Besuch in Addis Abeba, Äthiopien im persönlichen Gespräch mit Matthias Zimmermann

E

nde November vergangenen Jahres leitete Baden-Württembergs Wirtschaftsministerin Dr. Nicole HoffmeisterKraut eine fünftägige Delegationsreise nach Afrika, um die Möglichkeiten für heimische Unternehmen auf dem Kontinent auszuloten. Nach Aufenthalten im südafrikanischen Durban, in Johannesburg und Pretoria führte die Delegationsreise in die äthiopische Hauptstadt Addis Abeba. Dort besuchte sie das äthiopische Tennisbildungsprojekt der Non-Profit-Organisation Tariku and Desta Kids‘ Education through Tennis Development (TDKET) als Beispielprojekt für eine global verantwortliche Außenwirtschaftspolitik. Bei dieser Gelegenheit konnte die Ministerin dem Projektgründer, Leiter und Mentor für 50 Kinder, Tariku Tesfaye, eine Spende und vor allem den

Liebe Frau Hoffmeister-Kraut, welche Eindrücke und auch konkrete Ergebnisse konnten Sie von Äthiopien mit nach Hause nehmen? HOFFMEISTER-KRAUT: Äthiopien habe ich als neue Drehscheibe für die Wirtschaft Ostafrikas erlebt, mit einer spürbaren Dynamik. Das Land zählt mit seinen überdurchschnittlichen Wachstumsraten von jährlich 7 Prozent im Zeitraum von 2008 bis 2018 und seinem rasanten Wandel von einer Planwirtschaft hin zu einer offeneren Wirtschaftsform zu den attraktivsten Investitionsstandorten in Subsahara Afrika. Premierminister Abiy Ahmed hat mit Wirtschaftsreformen und einem Friedensabkommen mit Eritrea für eine hoffnungsvolle Aufbruchsstimmung in der Bevölkerung von ca. 110 Millionen gesorgt und wurde letztes Jahr dafür mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Ich bin tief beeindruckt von der enormen Anstrengung, die von der Regierung Äthiopiens unternommen wird, um Investoren ins Land zu locken.

Lea-Mittelstandspreis als Anerkennung für das herausragende gesellschaftliche Engagement persönlich übergeben. Ausgelobt wird der Lea-Mittelstandspreis von Caritas, Diakonie und dem Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg. „Lea“ steht für „Leistung, Engagement und Anerkennung“. Die Auszeichnung gebührt folglich nicht nur dem Racket Center Nußloch, sondern in mindestens gleichem Maße auch der TDKET für die Idee, Kinder durch den Tennissport an höhere Bildung heranzuführen und ihnen in ihrem Heimatland Äthiopien Chancen für ein besseres Leben zu eröffnen. Nach ihrer Rückkehr konnten wir mit der Ministerin über ihre Eindrücke sprechen.

Äthiopien punktet mit einem nicht rohstoffbasierten Wirtschaftswachstum. Ich erlebte eine große Offenheit für Veränderungen und eine sehr positive politische Resonanz auf unseren Besuch. Dennoch gehört Äthiopien immer noch zu einem der ärmsten Länder der Welt, und die Devisenproblematik stellt unseren Mittelstand bei Lieferungen derzeit noch vor große Herausforderungen. Ich wünsche dem Land deshalb, dass es einen Weg findet, die bestehenden ethnischen Spannungen zu überwinden und politisch stabil zu bleiben. Um unseren baden-württembergischen mittelständischen Unternehmen den Markteinstieg in Ostafrika zu erleichtern, habe ich ein Baden-Württemberg-Büro in Addis Abeba eingerichtet. Herr Estifanos Samuel ist nun der persönliche Ansprechpartner vor Ort und kann bei konkreten Fragen oder Problemstellungen tatkräftig unterstützen.

Wie stark ist das Bewusstsein für die Belange der Umwelt in einer stark wachsenden Bevölkerung, deren Grundbedürfnisse so ziemlich die gleichen sind wie überall anders in der Welt? HOFFMEISTER-KRAUT: Die Bevölkerungszahl in Afrika von derzeit 1,2 Milliarden Menschen wird sich in den kommenden dreißig Jahren mehr als verdoppeln. Die überwiegende Bevölkerungsmehrheit wird zwischen 15 und 35 Jahre alt sein. Alle diesen Menschen streben nach einer Verbesserung ihrer Lebensverhältnisse. Dazu braucht es eine positive wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung, und es braucht Fortschritte in der Gesundheitsversorgung. Allerdings sollte die positive wirtschaftliche Entwicklung, die z. B. in Äthiopien seit einem Jahrzehnt bei knapp 7 Prozent liegt, auch die sozialen und ökologischen Herausforderungen mit in den Blick nehmen und die sich verändernden Umweltbedingungen mitberücksichtigen. Denn die Folgen des Klimawandels sind unübersehbar. Afrika

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verfügt über die Rohstoffe, die für Technologien zur regenerativen Energiegewinnung gebraucht werden und um einen wesentlichen Beitrag zu leisten, dem Treibhauseffekt entgegenzuwirken. Gerade hier in Äthiopien die Fragen der ökonomischen und ökologischen Entwicklung klug und nachhaltig miteinander zu verbinden, zu verlässlichen und fairen Handelsbeziehungen zu kommen und durch technologische und digitale Entwicklungen im Umweltsektor Marktchancen zu erschließen, könnte der Schlüssel auf dem Weg in eine erfolgreiche Zukunft sein. Und wenn wir uns den aktuell bereits vorhanden Zugang zu einem Mobilfunknetz in Afrika ansehen, wenn wir auch das hohe Know-How im Umgang mit neuen digitalen Technologien sehen, dann habe ich Hoffnung, dass wir nicht nur in Äthiopien, sondern in ganz Afrika schnelle Entwicklungen erleben werden, für die wir in den modernen Industrieländern oft Jahrzehnte gebraucht haben (sogenanntes „Leapfrogging“). Arbeitsplätze entstehen dann, wenn ein Gutteil der Wertschöpfungstiefe in Afrika selbst stattfindet – und wenn auch außenwirtschaftliche Beziehungen auf einer verlässlichen, vertrauensvollen und im umfassenden Sinne nachhaltigen Kooperation beruhen. Solche nachhaltigen wirtschaftlichen Beziehungen müssen deshalb dort ansetzen, wo die Ressourcen unendlich sind: In den Köpfen der Menschen. Mit dem Baden-Württemberg-Büro in Addis Abeba, dem Ersten German-African Automotive Forum in Stuttgart und anderen Aktivitäten wollen wir den Blick auch hier im Land auf Afrika verändern. Afrika ist kein „verlorener Kontinent“, wohl aber ein über lange Zeit „verkannter Kontinent“. Afrika ist chancenreich – und der Schlüssel, der den Menschen in ihrer Heimat hierzu eine Perspektive bietet, heißt Bildung, Bildung, Bildung. Bildung von Kindesbeinen an, Bildung in gelungenen Kooperationen wie mit der TDKET – denn ich bin überzeugt, dass gerade auch Unternehmen durch ihr gesellschaftliches Engagement einen wertvollen Bildungsbeitrag leisten.

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Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut wurde 1972 in Balingen geboren. Nach dem Abitur am Gymnasium Balingen studierte sie BWL an der Universität Tübingen, schloss als Diplom-Kauffrau ab und promovierte 2001 an der Universität Würzburg. Ihre Zeit in London begann Dr. Hoffmeister-Kraut bei der Investmentbank Morgan Stanley, danach arbeitete sie bis 2005 als Analystin bei Ernst & Young in London und Frankfurt. Sie ist seit 1999 Gesellschafterin der Bizerba SE & Co. KG in Balingen. Dort war sie von 2014 bis zu ihrem Amtsantritt als Ministerin im Mai 2016 Mitglied des Aufsichtsrats. Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut engagiert sich außerdem in der evangelischen Gesamtkirchengemeinde Balingen, im Förderverein und Elternbeirat verschiedener Balinger Schulen, im Stiftungsrat der Psychiatriestiftung Zollernalb und im Beirat der Balinger Tafel. Seit Mai 2016 ist sie Mitglied des Landtags von Baden-Württemberg, am 12. Mai 2016 wurde Frau Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut zur Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau des Landes Baden-Württemberg ernannt. Bis Mai 2016 war sie Mitglied des Gemeinderats der Stadt Balingen und Mitglied im Kreistag des Zollernalbkreises. Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut ist verheiratet und hat drei Töchter.


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In welchem Zusammenhang stand Ihre Afrika-Delegationsreise mit dem Thema global verantwortungsvolles Wertschöpfungs- und Lieferkettenmanagement? HOFFMEISTER-KRAUT: Ein verantwortungsvolles Wertschöpfungs- und Lieferkettenmanagement ist für mich von elementarer Bedeutung. Gerade wir als exportstärkstes Bundesland wollen hier vorangehen. Im Rahmen des Nachhaltigkeitsbeirats der Landesregierung habe ich deshalb angekündigt, in einem breiten Dialogprozess einen Leitfaden für baden-württembergische Unternehmen zu entwickeln, wie umweltbezogene und menschenrechtliche Sorgfaltspflichten in globalen Lieferketten in der betrieblichen Praxis integriert werden können. Viele baden-württembergische Unternehmen nehmen das Thema schon jetzt sehr ernst und haben die Fragen einer global verantwortlichen Unternehmensführung bereits systematisch in ihre Geschäftsprozesse integriert. Dies ist nicht nur Zeichen einer gelebten Unternehmensverantwortung, sondern auch Ausdruck der Überzeugung, dass dadurch zukünftige Marktchancen gesichert und erhöht werden können. Ziel ist es, dass sich möglichst viele Unternehmen im Land aktiv einbringen und zu ihrer globalen Verantwortung im Sinne einer Art freiwilligen Selbstverpflichtung bekennen. So wollen wir gerade unseren Mittelstand mit konkretem Handlungswissen versorgen. Denn Fragen der menschenrechtlichen Sorgfalt betreffen die Unternehmen in ihren Niederlassungen, in Beschaffungsmärkten, im Einkauf, in der Qualitätssicherung, der Rechtsabteilung bis hin zur Kommunikation und zum Vertrieb. Unsere Unternehmen müssen konkret wissen, wie sie umweltbezogene und menschenrechtliche Sorgfaltspflichten in der betrieblichen Praxis konkret angehen können. Themen im Zusammenhang mit den Sustainable Development Goals (SDGs) sollen künftig auch systematisch in unsere außenwirtschaftlichen Aktivitäten integriert werden. Die globalen Nachhaltigkeitsziele nahm ich im Rahmen meiner Reise daher verstärkt in den Blick, insbesondere bei meinen politischen Gesprächen, aber auch in den Gesprächen mit den Unternehmen.

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Warum besuchten Sie das Tennis-Projekt? HOFFMEISTER-KRAUT: Der Termin mit den Tariku & Desta Kids in Addis Abeba war mir ein Herzensanliegen. Es ist schön zu sehen, dass unsere Unternehmen mit ihrem großen gesellschaftlichen Engagement dort in Addis Abeba so positiv wirken und Kindern eine bessere Zukunft ermöglichen. Das Projekt wurde deshalb völlig zurecht letztes Jahr als Beispielprojekt für eine global verantwortliche Außenwirtschaftspolitik mit unserem Lea-Mittelstand-Preis für soziale Verantwortung ausgezeichnet. Kooperationspartner ist die Racket Center GmbH & Co. KG in Nußloch. Gerne habe ich dieses Projekt daher mit einer Spende unterstützt, damit auch weiterhin diese tolle Arbeit vor Ort möglich ist. Nun sind Sie Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau und nicht Bildungsministerin. Inwieweit ist Bildung Ihr Thema, wo es Ihnen doch primär darum geht, geschäftliche Austauschbeziehungen zu initiieren und zu fördern?

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Ein Unternehmen der Rothermel-Gruppe


HOFFMEISTER-KRAUT: Die Wirtschaft ist der zentrale Träger für die berufliche Bildung. Gerade Baden-Württemberg hat mit dem dualen Ausbildungssystem Maßstäbe gesetzt, die weit über unser Land hinausreichen. Wir sind weltweit gefragt, wenn es darum geht, Bildungssysteme zu etablieren. Wo ich hinkomme, fragen mich die Verantwortungsträger in den Unternehmen, aber auch in Behörden: Wie macht ihr das? Wie bringt ihr die Menschen dazu, verlässliche und hochwertige Leistungen zu erbringen, damit die Wertschöpfungsketten so nachhaltig gut funktionieren? Wir können dann berichten, dass nicht nur Großunternehmen, sondern gerade die kleinen und mittleren Firmen sich in der überwiegenden Mehrzahl als Ausbildungsbetriebe verstehen, die Hand in Hand mit den Schulen und Hochschulen junge Menschen beruflich befähigen. Diese Befähigung hört nie auf. Den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern der heutigen Zeit eröffnen sich eine Vielfalt an Möglichkeiten, sich während der gesamten Dauer des beruflichen Lebens fort- und weiterzubilden. Unternehmen, die in Afrika investieren und dort Betriebsstätten eröffnen, eröffnen zwangsläufig auch Bildungsstätten. Bildung und speziell die berufliche Bildung sind der Schlüssel für die wirtschaftliche Entwicklung in Äthiopien. Das hört sich alles sehr optimistisch an. An der Realität gemessen scheint es vieles zu geben, was Unternehmen dennoch davon abhält, auf dem afrikanischen Kontinent tätig zu werden – oder anders formuliert: Können Sie mir die zentrale Bedingung für den Erfolg wirtschaftlicher Investitionen und Beziehungen zwischen deutschen und afrikanischen Unternehmen benennen? HOFFMEISTER-KRAUT: Durch die 2019 unterzeichnete Panafrikanische Freihandelszone (AfCFTA) wird Afrika nicht nur als Absatzmarkt, sondern auch als Investitionsziel für deutsche und badenwürttembergische Unternehmen immer interessanter. Afrika und die Afrikanische Union haben eine klare Vision und einen Pfad der wirtschaftlichen Entwicklung für sich definiert. Die Voraussetzungen dafür sind gut, die Herausforderungen bleiben aber enorm.

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Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut und im Hintergrund Britta Wagner, Botschafterin BRD

So steigt zwar die Kaufkraft der jungen und wachsenden Bevölkerung, und eine Mittelschicht entsteht. Auch der vorhandene Reichtum an wertvollen Bodenschätzen birgt Entwicklungspotenziale. Mit Blick auf wertvolle Rohstoffe muss aber ein Raubbau an der wunderbaren Natur unbedingt verhindert werden. Gleichzeitig bleibt der demografische Druck einer weiterhin rasch wachsenden Bevölkerung hoch. Damit unsere baden-württembergischen Mittelständler in Afrika investieren, müssen die institutionellen Rahmenbedingungen weiterhin verbessert werden. Nur wenn die Governance-Herausforderungen gelingen, kann sich das Wachstumspotenzial der afrikanischen Staaten entfalten. Dies beinhaltet zum einen alle Rahmenbedingungen für unternehmerisches Handeln wie beispielweise Schutz der vor Ort getätigten Investitionen, Zugang zu Krediten, Vertragssicherheit und Zugang zu verlässlicher Elektrizität. Langfristiges Wachstumspotenzial ist aber auch an gute Regierungsführung geknüpft. Hiermit meine ich Rechtsstaatlichkeit, politische Stabilität, eine administrative Effektivität und eine effektive Korruptionsbekämpfung. Für all das brauchen wir die Agenda 2030 als Leitidee. Wir benötigen Ziele, denen wir uns auch konkret annähern können,

so wie die 17 global vereinbarten Sustainable Development Goals. Auch hierfür ist das Tennis-Bildungsprojektes der TDKET, das Sie seit über 10 Jahren fördern und mit aufbauten, ein tolles Beispiel. Sie setzen hier vorbildlich mehrere SDGs um, das Kooperationsprojekt ermöglicht ein menschenwürdiges Leben, gewährt den Zugang zu Bildung und setzt sich dauerhaft für die Bewahrung der natürlichen Lebensgrundlagen ein. Es baut so Armut ab, sichert Ernährung, Gesundheit und Wohlergehen und schafft Teilhabe- und soziale Aufstiegschancen für die Kinder. Ich bin Ihnen deshalb für Ihr großes gesellschaftliches Engagement sehr dankbar. Denn gemeinsam mit Ihrem äthiopischen Partner und Freund Tariku Tesfaye, leisten Sie so einen außerordentlich wertvollen Beitrag für die gesellschaftliche Entwicklung in Äthiopien. Auch hier im Land ist es Ihnen gelungen, über lange Jahre hinweg die Manfred Lautenschläger-Stiftung, den Internationalen Tennisclub von Deutschland und zahlreiche kleinere Institutionen zu motivieren, Geld zu spenden. Einige Jahre unterstützte auch die renommierte Kindernothilfe aus Duisburg die TDKET. Sie haben nun einen Förderverein Bildung durch Sport e. V. im Racket Center Nußloch gegründet. Ich freue mich über das erfolgreiche Engagement und den wichtigen Beitrag für die Stärkung der


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Zivilgesellschaft in der Region – eine in vorbildlicher Weise gelebte Corporate Social Responsibility. Ich muss zugeben, mich berührt Ihre Einschätzung zu diesem äthiopischen Tennisbildungsprojekt und zu der Arbeit meines Freundes Tariku Tesfaye. Wie haben Sie denn den Besuch auf der Tennisanlage inmitten von Addis Abeba persönlich erlebt? HOFFMEISTER-KRAUT: So wie Sie es formuliert haben: berührend. Meine Delegation und ich sind mit einem herzlichen Lied begrüßt worden. Da standen schätzungsweise 50 freudige Kinder im weißen Tennisshirt auf dem roten Aschenplatz und haben für uns gesungen. Man spürte die sportliche Leidenschaft und die Neugier, aber auch die Ernsthaftigkeit und Disziplin dieser jungen Menschen. Und ein bisschen kann ich auch einschätzen, wie gut diese Kinder bereits Tennis spielen. Ich durfte sogar selbst ein paar Bälle schlagen. Die Qualität, mit der dort Tennis gespielt wird, mit der mir – ganz freundlich – die Bälle um die Ohren geschlagen wurden, hat mich erstaunt und sehr gefreut. Und wir allen wissen doch: Eine ernsthafte, außerschulische Ausbildung – wie

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zum Beispiel im Sport – wirkt für alle Kinder und Heranwachsende persönlichkeitsbildend und motivierend. Wir alle kennen die weltweit erfolgreichen afrikanischen Sportlerinnen und Sportler, deren Erfolge nicht nur gut für die Sportler selbst sind, sondern die zu großen Vorbildern für die jungen Menschen im ganzen Land werden. Tariku hat mir bei unserem Besuch die Entwicklung seiner TDKET mit großer Ernsthaftigkeit erläutert, dabei aber auch schmunzelnd erzählt: „Früher bedurfte es immer einiger Anstrengung, die Kinder vom Tennisplatz ins Klassenzimmer zu bekommen, heute müssen wir die Kinder aus dem Klassenzimmer zum Tennistraining treiben“. Was wird Ihnen von Ihrem Besuch bei Tariku Tesfaye besonders in Erinnerung bleiben? HOFFMEISTER-KRAUT: Ich sah die Bilder von der Anfangszeit dieser kleinen Zweifeldtennisanlage und erlebte vor Ort, was daraus geworden ist: Ein Bildungszentrum, das ein ganz besonderes Lernklima ausstrahlt. Das Klassenzimmer, das sich Tariku und sein kleines Team aus lokalen Förderern und Freunden gemeinsam mit den Kindern Schritt für Schritt selbst aufbaute, ist zu einem Ort geworden, an dem man sich wohl

fühlt. In guter Erinnerung bleibt mir, wie diese Kinder – Mädchen und Buben verschiedenen Glaubens – in ihren Tennisklamotten unterschiedslos beieinandersitzen und mit großem Interesse ihren Nachhilfelehrern und Tutoren folgten. Dieses Bild wird mir von meinem Besuch bei den äthiopischen Tenniskindern der TDKET in Addis Abeba lange in Erinnerung bleiben – und dafür allen Beteiligten an diesem tollen CSR-Projekt nochmals meinen herzlichen Dank. Liebe Frau Dr. Hoffmeister-Kraut, wie sich die Bilder doch ähnlich sind, die man im Gedächtnis behält, wenn man mal dort gewesen ist. Ich bin mir sicher, Ihre wohlwollenden Worte fördern unser Bestreben, auch Kinder aus unserem schönen Baden-Württemberg dazu zu bewegen, mal nach Addis Abeba zu gehen. Sich einen Eindruck von einer ganz anderen Realität des Aufwachsens zu verschaffen, erachte ich als einen wertvollen Bildungsbeitrag. Das äthiopische Tennis-Bildungsprojekt lässt mich nicht mehr los. Es werden immer mehr Leute, denen es ähnlich geht. Ihr Besuch bei Tariku und seinen Kindern ist uns eine große Motivation. Dafür danke ich Ihnen sehr – und freilich für das offene und inhaltsreiche Gespräch!


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FRAGEN ANTWORTEN

„Klimawandel“ – was sind Ihre Gedanken dazu, Herr Stumpf?

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Lieber Herr Stumpf, der Klimawandel ist in aller Munde. Was assoziieren Sie mit diesem Begriff?

Wenn Sie mir die themenfremde Bemerkung erlauben, denke ich zur Zeit im ersten Moment daran, wie sich das „zwischenmenschliche Klima“ in der Corona-Krise verändert hat – in Richtung mehr kooperative Verhaltensweise, regionale Sichtweise und achtsamer Lebensweise. Das ist eine Veränderung, die wir sonst in Jahren nicht erreicht hätten und die eine wirksame Grundlage für tatsächlichen Klimaschutz bildet.

Der Unternehmer und Mittelstandsexperte Josef Stumpf ist Geschäftsführer der br business relations GmbH, einer Consulting-Gesellschaft für Strategie und Leadership in Veränderungs-, Wachstumsphasen und bei Nachfolgesituationen. Weiterhin unterstützt er Mittelständler bei der Suche nach Startups zum Ausbau der Innovationsfähigkeit. Bereits als Student gründete er sein erstes ITUnternehmen. Seit 20 Jahren verantwortet Stumpf zudem die Gestaltung von Wirtschaftsnetzwerken. Mit seiner Kollegin Gertrud W. Hilser leitet er die Wirtschaftsregion Nordbaden-Rhein-Neckar des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft e. V. (BVMW), die mit rund 400 Mitgliedern zu einem der attraktivsten Unternehmensnetzwerke in der Region zählt. Dazu gehört auch der „Club Junger Mittelstand“.

Josef Stumpf leitet darüber hinaus die Servicestelle der Oskar-Patzelt-Stiftung “Großer Preis des Mittelstandes“ in der Region Rhein-Neckar / Karlsruhe. Die Servicestelle ist der br business relations GmbH angegliedert, die selbst Unternehmen nominiert und unterstützt und bei der Bewerbung unterstützt. Mehrere nominierte und beratene Unternehmen sind bereits ausgezeichnet worden. Das Lebensmotto von Josef Stumpf sagt viel über sein Selbstverständnis als rühriger Netzwerker im Mittelstand unserer Heimatregion: „Gemeinsam geht es besser“.

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Auch wenn der Begriff Klimawandel zuallererst auf den Treibhauseffekt und die Erderwärmung abzielt und die ökologischen Veränderungen zum Erhalt der Lebensgrundlagen als eine zentrale Herausforderung unserer Generation in den Vordergrund stellt: ich assoziiere damit auch einen „Wandel in den Köpfen“. Es tut uns allen gut, wenn wir uns von egozentrischen Denkhaltungen und reinem Profitdenken verabschieden. Dem unternehmerischen Mittelstand kommt da eine besondere Bedeutung zu - hier ist „Nachhaltigkeit“ als Handlungsprinzip traditionell verankert: „Die Welt so den Folgegenerationen hinterlassen, wie wir sie übernommen haben.“ Deshalb sehe ich mich in meinen unterschiedlichen Funktionen auch in der Verantwortung, zu einem positiven gesellschaftlichen Klima beizutragen.


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Der ökologische Klimawandel ist einer von vier existenziellen Drohszenarien für den Fortbestand der Menschheit. Insofern mag diese Frage paradox klingen – aber: Steckt darin nicht vielleicht auch eine Chance?

Medizinrecht Sanierungsberatung Umweltrecht Unternehmensnachfolge

Ökologie und Ökonomie, Umweltschutz und erfolgreiches Unternehmertum, sind für mich keine Widersprüche. Im Gegenteil. Kunden entwickeln zunehmend ein klares Umweltbewusstsein und werden zukünftig noch stärker auf die Gesamtauswirkung unternehmerischen Handels achten. Und je schneller und besser sich Unternehmen entsprechend ausrichten, um so zukunftssicherer sind sie aufgestellt. Der BVMW hat sich mit seinem „Forum nachhaltiger Mittelstand“ schon vor Jahren entsprechend positioniert. Klimaschutz bietet darüber hinaus ein breites Feld für unternehmerisches Wirken, für entsprechende Produkte, Dienstleistungen und für innovative Geschäftsmodelle. Klimaschutz als Geschäftsfeld entfaltet gerade im Umfeld der Digitalisierung und Künstlichen Intelligenz (KI) ganz neue Möglichkeiten und Perspektiven.

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Bei uns stimmt die Chemie.

Gemeinsamen Erfolg hat man nur, wenn die Zusammenarbeit funktioniert. Wenn

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das Engagement passt. Wenn Vertrauen

Inwieweit sind die mittelständischen Betriebe in unserer Region, die Sie sehr gut im Blick haben, durch den Klimawandel beeinflusst – im Sinne von wachsenden unternehmerischen Risiken oder auch neuen Marktchancen im Sinne veränderlicher Kundenanforderungen?

Kaum ein Unternehmen – und das gilt auch für den Mittelstand in der Region – kann sich diesen Anforderungen und Herausforderungen entziehen und für viele ergeben sich neue Chancen. Im BVMW Nordbaden-Rhein-Neckar entwickeln wir gerade eine „Unterstützungsinitiative von Unternehmer für Unternehmer“ mit dem Ziel, bis 2030 mittelständische Betriebe auf CO2-Neutralität umzustellen. Wir haben in unserem Netzwerk einerseits herausragende Experten und Dienstleister aus den unterschiedlichsten Bereichen Klimaschutz und Energieeffizienz und andererseits Unternehmen, die noch Handlungsbedarf haben. Viele Maßnahmen werden zudem finanziell gefördert. Dabei soll es jedoch nicht nur um Umsetzung einzelner Projekte gehen – wir möchten auch mit einer gemeinsamen entsprechenden Einstellung und Haltung auf die Gesellschaft einwirken. Wer – wenn nicht der regionale Mittelstand – könnte eine solche Kraft entwickeln?

da ist. Kurz gesagt: wenn die Chemie stimmt. Seit vielen Jahren erarbeiten wir innovative

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KOLUMNE Ständig getrieben sein – wie entgehe ich der Erfolgsfalle?

von Peter Fauser, Diplompsychologe und Senior-Coach

A

rbeit soll Spaß machen – und das tut sie häufig auch. Die Arbeitslust ist wichtig für die Lebensqualität. Wer für die Sache brennt, dem ist – meistens jedenfalls – der Erfolg beschieden. Erfolg ist der Treibstoff für die Arbeitslust. Haben Sie den Kreislauf erkannt? Spaß an der Arbeit schafft Erfolg, Erfolg schafft Spaß an der Arbeit, … So schön das klingen mag, gut geht das auf Dauer nicht. Wie immer geht es um das richtige Maß – sonst wird dieser Kreislauf schnell zum Hamsterrad. Der Burn-out trifft in den meisten Fällen genau diejenigen, die mit unheimlichen Spaß an der Arbeit dieses Hamsterrad selbst immer schneller ankurbeln, so lange, bis der Tank plötzlich leer ist. Wer die Signale überhört und verdrängt, sich keine Oasen schafft, sich vom Erfolg verleiten lässt und die Selbstüberforderung zum Selbstverständnis macht, der kann schlagartig in eine Unlust verfallen, die alles verändert: Schluss mit Lustig. Kraftlosigkeit, Beziehungsstörungen, Antriebsarmut machen sich breit … Was hilft dieser sich selbst aufrechterhaltenden Dynamik zu entkommen oder in dieses Hamsterrad erst gar nicht hineinzugeraten? Die Fähigkeit Innezuhalten. Und dies in zweifacher Hinsicht: im inneren (mentalen) und äußeren Tun, - also Nichtstun! Nichtstun im äußeren Handeln können wir uns einfach vornehmen und umsetzen, - „mach‘ mal Pause“. Im mentalen Bereich gestaltet sich dies schon wesentlich anspruchsvoller, da wir unsere Gedanken, Gefühle und Impulse nicht einfach abstellen können, sondern stattdessen ständig davon vereinnahmt und manchmal sogar getrieben sind. Die Voraussetzung für mentales Innehalten ist deshalb, dass wir lernen quasi

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Peter Fauser, Diplom-Psychologe, arbeitet als Coach, Berater und Trainer für Unternehmen und Organisationen. Als zertifizierter Achtsamkeitslehrer ist er Mitglied im deutschen MBSRVerband. Im Zentrum Aktiver Prävention ist Peter Fauser zuständig für Fragen rund um individuelles Stressmanagement und erfolgreiches Arbeiten im Team. www.fausercoaching.de

Stressbewältigung durch Achtsamkeit – Mindfulness Based Stress Reduction Der nächste 8-Wochen Kurs startet am 30. Sptember 2020 Termine & Anmeldung: www.zap-nussloch.de/kurse.html Info-Vortrag zum Kurs: www.racket-center.de/veranstaltungen.html Grundlagenseminar Achtsamkeitsbasierte Stressbewältigung am Arbeitsplatz 2-tägiges firmeninternes Seminar, Termine nach Vereinbarung Kontakt: mail@fausercoaching.de Beide Veranstaltungen sind zertifiziert und werden von den Krankenkassen bezuschusst. innerlich einen Schritt zurück zu treten, um dann gegenüber unserem inneren Tun - unseren Gedanken, Gefühlen und Impulsen - eine Beobachterperspektive einzunehmen. Wir bemerken aus dieser inneren distanzierten Warte was uns gerade beschäftigt oder umtreibt. Dieser Teil unserer Persönlichkeit ist also nur der Zeuge oder Beobachter von Gedanken und Gefühlen, der aus dieser Perspektive nicht mit diesen Gedanken oder Gefühlen identifiziert ist. Und das ist ein gravierender Unterschied! Das heißt, wir müssen uns, um innerlich innezuhalten, gar nicht bemühen nicht zu denken oder zu fühlen (was sowieso

nicht möglich ist), sondern nur lernen, dieses Geschehen aus dieser inneren Beobachterperspektive wahrzunehmen. Erfahrungsgemäß erhöhen sich dann die Chancen, dass innerlich Ruhe einkehrt. Probieren Sie es doch einfach mal jetzt aus! „Was ist gerade jetzt anwesend?“ ist eine Frage, die man sich im Lauf des Tages sich immer mal wieder stellen kann, um zu dieser Haltung des Innehaltens einzuladen. Wenn wir in dieser Weise Innehalten, bemerken wir unsere Gewohnheiten und Handlungsroutinen aus einer neuen Perspektive, wie eben auch unser Handeln im oben beschriebenen Kreislauf „Spaß


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an der Arbeit schafft Erfolg, Erfolg schafft Spaß an der Arbeit, …“ Und wir sind (zumindest in dem Moment) nicht mehr so sehr darin verstrickt. Dies eröffnet Freiräume für neues Handeln. Es ist hilfreich im Verlauf eines Tages immer mal wieder in dieser Weise Innezuhalten: man bemerkt schneller, wenn man sich in den eigenen Gewohnheiten verfängt – man kann sich sammeln und neu auszurichten. Ein Tool aus dem Achtsamkeitstraining – die sog. STOP-Technik – kann uns dabei unterstützen. (Sie kommt aus dem englischen Sprachraum, deshalb die englischen Begrifflichkeiten.)

STOP S T O P

= = = =

O

= Observe: Ausweitung der Aufmerksamkeit mit den Fragen: Welche Gedanken gehen mir gerade durch den Kopf? Welche Gefühle und Stimmungen nehme ich wahr? Wie spüre ich meinen Körper? Wie erlebe ich die Situation und die Leute, mit denen ich gerade zu tun habe. Welche Handlungsimpulse nehme ich bei mir wahr? Diese Fragen sollen uns in diese innere Beobachterhaltung gegenüber uns selbst und der Situation, in der wir uns gerade befinden, einladen. Die Antworten und Wahrnehmungen auf diese Fragen einfach bemerken ohne sie zu bewerten.

P

= Proceed: Bewusste und reflektierte Entscheidung für Fortführung der Tätigkeit. Oder: Nutzung der inneren Freiräume (wenn es gut läuft) für die Umsetzung neuer Verhaltensweisen und Optionen im Umgang mit der Situation.

Stop Take a Breath Observe Proceed

S

= Stop: Unterbrechung des momentanen Handelns; - die Szene „einfrieren“, wie wenn man die Pause-Taste auf der Fernbedienung des DVD-Players drücken würde.

T

verändern. Auch die Pause am Ende des Ausatmens wahrnehmen. Einfach so drei Atemzüge bewusst wahrnehmen.

= Take a Breath: Mit der Aufmerksamkeit bewusst zum Atem gehen. Für drei Atemzüge mit der Aufmerksamkeit dort bleiben ohne den Atem zu

Die Anwendung der STOP-Technik dauert in der Praxis ca. eine Minute und kann ohne aufzufallen (!) - durchgeführt werden. Sie ist damit absolut alltagstauglich. Um sich im Alltag an diese Übung zu erinnern nutzen manche das Bild von einem Stop-Schild als Hintergrund auf ihrem Bildschirm vom PC bzw. Smartphone oder stellen sich ein kleines Stop-Schild aus dem Spielzeugladen auf den Schreibtisch. Der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt. Also immer mal wieder Innehalten! Es weitet den Blick für sich selbst – sowie für die Möglichkeiten im Umgang mit unseren Herausforderungen in einem hoffentlich gelingenden Leben.

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SPORT EVENT

Ruben Bemelmans gewinnt den MLP-Cup 2020

Polnisches Duo Kacper Zuk und Jan Zielinski holt sich den Meistertitel im Doppel von Matthias Zimmermann

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er 17. Internationalen Herren Tennismeister der Metropolregion Rhein-Neckar heiĂ&#x;t Ruben Bemelmans. In einem hochklassigen Dreisatzmatch sicherte sich der Turnierfavorit den Bleikristallpokal, das Siegerpreisgeld und 20 ATP Weltranglistenpunkte.

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Fotos: Thomas Schulte


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Dabei wäre es falsch zu sagen, dass die Erfahrung des zweimaligen Daviscupfinalisten der ausschlaggebende Faktor gewesen sei. Vielmehr musste der junge 18-jährige Jonas Forejtek seinen vorangegangenen Matches Tribut zollen. Zwei anstrengende Sätze mehr brauchte die Nummer 1 der ATP Junioren-Weltrangliste, um in den vorangegangenen vier Matches ins MLP-Cup Finale 2020 einzuziehen. Dies merkte man dem Tschechen im dritten Satz an, was der 14 Jahre ältere Belgier souverän für sich zu nutzen wusste. So endete nach zwei hart umkämpften Tiebreaks in den ersten beiden Durchgängen der dritte Satz schlussendlich deutlich mit 6:2 und einem glücklichen Sieger – sich dessen durchaus bewusst, wie sehr dieses Match im zweiten Satz auf Messers Schneide gestanden war. Dementsprechend groß war das Lob des Siegers für seinen Gegner, der sich dennoch enttäuscht zeigte. Gerne hätte er in Nußloch gewonnen. Trotzdem erwies sich das junge Nachwuchstalent mit Ambitionen auf die Weltspitze als fairer Verlierer und gratulierte seinem Gegner Ruben Bemelmans, die sich bestimmt auf höher dotierten Turnieren wiedersehen werden. Im Doppel erwies sich die polnische Paarung Kacper Zuk und Jan Zielinski als überlegen. Nur in der ersten Runde mussten die beiden in den Champions-Tiebreak, dann aber ließen sie auch im Finale ihren Gegnern keine Chance. Die Deutschen Johannes Haerteis und Peter Heller meinten, es „sei mehr drin“ gewesen, erwiesen der Überlegenheit der beiden Polen dennoch ihren Respekt. Fairness stand in der diesjährigen Auflage des MLP-Cup durchwegs an erster Stelle. Großes Lob spendeten die Akteure auch für den Bodenbelag. Ein Weltranglistenturnier auf einem Teppichboden ist eher die Ausnahme im weltumspannenden Tenniszirkus. Dafür aber bietet dieser Belag sowohl dem Serve and Volley als auch dem Grundlinienspieler hervorragende Voraussetzungen. Der mittelschnelle Komfort-Teppich sorgt insofern für einen Ausgleich der individuellen Spielanlagen und schont darüber hinaus die Gelenke, was insbesondere auch mit dem spezielldämpfenden Unterbelag und der dichten Knüpfung der Veloursfasern zu tun hat. Die vielen spannenden Matches im Laufe der Turnierwoche haben die „Allround-Qualitäten“ der Profis besonders zu Tage gefördert und den Zuschauern hervorragenden Tennissport geboten. So zieht der Veranstalter ein äußerst positives Fazit. Die Organisation – seit je her in den Händen junger Studierender und Auszubildender – war brillant und der MLP-Cup insofern ein Bildungsbeitrag zur akademischen Karriere angehender Sportökonomen und Sportmanager. Ein überaus engagiertes Helferteam auch aus Schüler/innen der Tennisakademie machte die Veranstaltung zu einem Erlebnis für alle Beteiligten. Mit einer würdigen Siegerehrung unter den Augen der Prominenz aus DTB, BTV, IC und der Lokalpolitik im Beisein von über 400 Zuschauerinnen und Zuschauern schließt der MLP-Cup 2020 und geht als eine der Top-Wochen in die Historie dieses Traditionsturniers ein. Wir sagen Danke an alle Beteiligten, vor allem Danke den Spielern für hervorragenden Tennissport, den Medien für eine tolle Berichterstattung, den Offiziellen für eine souveräne organisatorische Begleitung des Turniers und den zahlreiche Sponsoren und Förderern, die nicht nur finanziell, sondern persönlich für den Erfolg dieser Sportwoche maßgeblich engagiert waren.

Tennishallenbeläge Seit 25 Jahren bestimmen wir europaweit die Weiterentwicklung der textilen Tennishallenbeläge! Der granulatverfüllte Schlingenbelag (Slide und Winner), das staubfreie Extrudergranulat (Perfect Glide) und die recyclingfähigen, hoch komfortablen Polymerbeschichtungen haben den Markt revolutioniert und können von keinem anderen Hersteller angeboten werden! So werden jährlich circa 200 Felder von uns und unseren Partnern europaweit eingebaut. Die Konstruktionsformel für Schöpp-Tennisböden Griffige und feste Belagsoberfläche kombiniert mit einer komfortablen Rückenausstattung Die griffige und feste Belagsoberfläche ist entscheidend für einen sauberen und hohen Ballsprung – mögliche Konstruktionsmerkmale sind: - eine prägnante Oberflächenstruktur Schöpp-Winner - eine hohe Noppenzahl bis zu 300.000 Noppen/qm - Schöpp-Allround - ein grobes Garn - bis zu 200 dtex/Filament Schöpp-ProBounce/Schöpp-Champion Nur ein elastischer Rücken bietet dauerhaften Laufkomfort! Als komfortable Rückenausstattung setzen wir seit mehr als 15 Jahren hochwertiges Polyester Elastikvlies ein. Diese Beschichtung hat sich seitdem fortwährend weiterentwickelt und verbindet heute als füllstofffreie Polymerbeschichtung Recyclingfähigkeit mit hohem Belagskomfort und hervorragendem Ballsprungverhalten! SCHÖPP-Sportboden GmbH Am Weidenbroich 3 42897 Remscheid Tel.: 0 21 91 / 99 75 50 Fax: 0 21 91 / 99 75 52 info@schoepp-sportboden.de

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ELEKTRO MOBILITÄT „E-zapft is“:

Racket Center setzt auf Elektromobilität

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ie Einrichtung einer E-Tankstelle auf privilegierten Parkplätzen eröffnet Fahrern eines Elektroautos, die Möglichkeit während ihres Aufenthalts im Racket Center zu laden. Das Racket Center ermittelte eine durchschnittliche Aufenthaltsdauer seiner Besucher von ca. 90 Minuten. Mit der Lademöglichkeit von 11 kW eröffnet sich damit die Chance, in etwa 16,5 Kilowattstunden zu „tanken“. Wer unserem Ratschlag folgt, tankt entsprechend mehr – in zweifacher Hinsicht: Nach dem Training im Wellnessbereich und in unserem Restaurant Marea Energie zu tanken, erhöht die Aufenthaltsdauer – und damit die Ladung der Batterie. Bezahlen geht z. B. einfach per >>für dich<< App über die Stadtwerke Heidelberg, die gemeinsam mit Matthias Menzel (Elektrotechnik Menzel GmbH und „Haus- und Hof-Elektriker“ des Racket Centers) die Ladesäule installiert haben.

Elektro-Ladestationen bedienen mit der Stadtwerke-Heidelberg-App >>für dich<<

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eit Montag, den 4. Mai 2020, ist das Abrechnungssystem an allen ElektroLadepunkten der Stadtwerke Heidelberg Energie umgestellt. Über die App >>für dich<< kann man ab dann schnell die nächste Lademöglichkeit in der Region finden, Ladevorgänge starten und komfortabel bezahlen. In den vergangenen Jahren ist der Ausbau der Elektromobilität weiter vorangeschritten. Dieser Entwicklung passen die Stadtwerke Heidelberg ihr Ladekonzept zum 4. Mai an. Ab diesem Tag koordiniert ein neues Backend-System die Ladevorgänge, und an den Ladeeinrichtungen des regionalen Energieversorgers kann kostenpflichtig getankt werden. In der Testphase hatte der Energieversorger an seinen Ladestationen zum einen zur Förderung der Infrastruktur, zum anderen mangels geeigneter, verfügbarer Abrechnungssysteme noch kostenlos Ökostrom zur Verfügung gestellt.

Die Kosten für künftige Ladevorgänge setzen sich aus einer Startgebühr, den Kilowattstunden und – je nach Standort der Ladesäule – einer zeitabhängigen Gebühr zusammen. Kunden der Stadtwerke Heidelberg, die sich bisher für den Tarif heidelberg KLIMA emobil entschieden hatten, erhalten künftig über die KLIMA-Tarife weiter Ökostrom und können über die Zusatzvereinbarung „heidelberg EMOBIL“ beantragen, dass sie in der Stadtwerke-Heidelberg-App >>für dich<< von den günstigeren Konditionen für Kunden profitieren – ohne zusätzliche monatliche Gebühr. Die Kosten der Kilowattstunden entsprechen an allen Standorten dem Fix-Preis der Kilowattstunden des heidelberg KLIMA-Tarifs in der kleinsten Verbrauchsstufe an allen Ladestationen in der Region, die über die App >>für dich<< angezeigt werden. Die Kosten eines Ladevorgangs richten sich nach Ladedauer und Ladeleistung

Das Antragsverfahren für die Förderung und die Beratung rund um die Inbetriebnahme lag bei der Braun Energiedienstleistungen GmbH & Co. KG. aus Mülhausen. Geschäftsführerin und Inhaberin Monika Braun verfügt über eine hohe Expertise bei der Begleitung von Unternehmen auf dem Weg in die Elektromobilität. Nur weil auch das Racket Center seine Fahrzeugflotte nach und nach auf E-Autos umstellt, muss niemand Angst haben, die beiden Ladepunkte seien durch die Mitarbeiter des Hauses belegt. Wir – einstweilen Geschäftsführung und Facility Management – haben unsere eigenen Tankmöglichkeiten hinter dem Haus. Mit Solarzellen auf dem Dach und Strom im Tank bewegt sich auch das Racket Center Schritt für Schritt weiter in Richtung CO2Neutralität.

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E-Ladestation am Racket Center, Walldorfer Straße 100, 69266 Nußloch vorne v. l. n. r.: Wolfgang Schwab (Braun Energiedienstleistungen GmbH & Co. KG), Matthias Menzel (Elektrotechnik Menzel GmbH), Joachim Förster (Bürgermeister Gemeinde Nußloch), Amelie Wippern (Stadtwerke Heidelberg GmbH) hinten: Dr. Matthias Zimmermann (Racktet Center Nußloch GmbH & Co. KG)


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für volle akkus wegs eine Übersicht über die Standorte der nächsten Ladepunkte inklusive Verfügbarkeit und zeigt dabei alle für die App-Nutzer verfügbaren Stationen in der Region an. Über die App wählt man den jeweiligen Ladepunkt aus, kann die Preise einsehen und Ladevorgänge beginnen und beenden. Die App zeigt den Startzeitpunkt des Ladevorgangs, nach Abschluss die geladene Menge in kWh sowie eine Rechnungsübersicht. Sobald ein Zahlungsmittel hinterlegt wurde, kann hierüber komfortabel bezahlt werden.

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Kunden der Stadtwerke Heidelberg, die keine Zusatzvereinbarung „heidelberg EMOBIL“ haben, sowie Nicht-Kunden können die App >>für dich<< ebenfalls an allen angezeigten Ladesäulen für ElektroLadevorgänge nutzen. Dazu scannen sie einfach den QR-Code an den jeweiligen Ladestationen per Smartphone und können den Ladevorgang anschließend beginnen.

>>für dich<<-App: alle Ladepunkte auf einen Blick

des Fahrzeugs. Durchschnittlich kann bei einer Aufladung für 100 km (entspricht 20 kWh und einer Dauer von 3 Stunden bei Fahrzeugen des Ladetyps AC bzw. 30 Minuten bei Fahrzeugen des SchnellLadetyps DC) mit Kosten zwischen 7,60 € bis zu knapp 10 € gerechnet werden.

Laden und bezahlen per App >>für dich<<

Um zu den Konditionen der Stadtwerke Heidelberg aufzuladen, können sich Kunden über die Stadtwerke-Heidelberg-App >>für dich<< oder über www.hd-emobil.de registrieren. Die App bietet Ihnen unter-

Kunden, die eine Ladekarte oder eine Lade-App eines Partners nutzen, laden an den Säulen wie gehabt zu dessen Konditionen.

Die Stadtwerke-Heidelberg-App >>für dich<< steht kostenfrei im App-Store und Google Play zum Download zur Verfügung.

Eine Übersicht zu den Tarifen und weitere Informationen auf www.swhd.de/emobility

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Kompaktes Elektro-SUV verbindet Lifestyle mit emissionsfreier Mobilität

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yundai erhöht bei der Elektromobilität das Tempo: Mit dem neuen batterieelektrisch angetriebenen Hyundai Kona Elektro baut die Marke seine alternativ angetriebene Modellvielfalt weiter aus und stärkt zugleich seine führende Rolle bei neuen Antriebskonzepten. Das in zwei Leistungs-und drei Ausstattungsvarianten angebotene E-Mobil verbindet zwei bedeutsame Trends in der Automobilbranche. Als erstes mit Strom angetriebenes SUV im B-Segment ist es in der ebenso wachstumsstarken wie beliebten Klasse der subkompakten Sports Utility Vehicles unterwegs. Zugleich bietet es einen zukunftsorientierten emissionsfreien wie praxistauglichen Elektroantrieb. Denn Kompromisse hinsichtlich Reichweite oder Fahrleistungen gehören der Vergangenheit an. Mit 100 kW/136 PS (Stromverbrauch in kWh/100 km kombiniert: 15,0; CO -Emissionen in g/km kombiniert: 0) oder 150 kW/204 PS (Stromverbrauch in kWh/100 km kombiniert: 15,4; CO2Emissionen in g/km kombiniert: 0) Leistung ist am Steuer Kona-typischer Fahrspaß garantiert, bis zu 449 Kilometer Reichweite stellen derweil Alltags- und Langstreckentauglichkeit sicher.

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Geringe Ladezeiten: Batterien haben nach 54 Minuten wieder 80 Prozent Kapazität Dafür sorgt in der 150-kW-Version eine Batteriekapazität von stattlichen 64 Kilowattstunden. Auch die Einstiegsvariante scheut sich nicht vor längeren Fahrten: Die Speicherkapazität der Akkus beträgt 39,2 kWh. Damit lassen sich Reichweiten von bis zu 289 Kilometer erreichen. Die Speicherung übernehmen platzsparend im Unterboden positionierte LithiumPolymer-Akkumulatoren, die über einen serienmäßigen Batterieheizer zügig auf Betriebstemperatur gebracht werden. Ihre Stärken sind eine kompakte Bauweise, ein nur gering ausgeprägter Memory-Effekt und schnelle Ladezeiten. So dauert es lediglich 54 Minuten, um die Stromspeicher an einer 100-kW-Schnellladestation, wie sie sich beispielsweise entlang der Autobahnen finden, zu 80 Prozent aufzuladen. Steht eine 50-kWStation zur Verfügung, nimmt der Ladevorgang je nach Akkugröße zwischen 57 und 75 Minuten in Anspruch. Die Zeit für einen vollständigen Ladezyklus an einer für die heimische Garage geeigneten Wallbox beläuft sich auf rund elf Stunden in der 100-kW-und etwa 17 Stunden in der 150-kW-Variante. Wie

schon die Kompaktlimousine Hyundai Ioniq Elektro verfügt auch der elektrisch angetriebene Kona ab Werk über eine Schnellladefunktion. Ohnehin ist der Stopp an der Stromtankstelle kinderleicht: Egal, welche Quelle zur Verfügung steht, der Kona Elektro stellt sich automatisch auf alle Energielieferanten ein. Ausreichend Platz: Sinnvoll platzierte Batterien lassen viel Raum für Passagiere und Gepäck Während der Kona als Benziner oder Diesel einen 361 Liter großen Gepäckraum für den Transport bereithält, der durch das Umlegen der Rücksitzlehnen bis auf 1.143 Liter vergrößert werden kann, steht bei der E-Variante mit 332 bis 1.114 Liter kaum weniger Platz zur Verfügung. Das trifft auch auf die Zuladung zu: Sie beträgt beim Kona Elektro je nach Ausstattung zwischen 352 und 410 Kilogramm, beim Kona mit Verbrennungsmotor sind es zwischen 336 und 477 Kilogramm. Ebenso wenig einschränken müssen sich die Insassen. Die Bewegungsfreiheit und das Platzangebot an Bord des Kona Elektro fallen in allen wesentlichen Maßen gleich aus, lediglich der Beinraum im Fond weist ein um drei Zentimeter geringeres Maß auf.


Die wichtigsten Eigenschaften des Hyundai Kona Elektro

• Lifestyle-Modell Kona liefert die Basis für erstes Elektro-SUV im B-Segment • Zwei Leistungs- und drei Ausstattungsvarianten im Angebot • Bis zu 449 Kilometer Reichweite sorgen für hohe Langstrecken- und Alltagstauglichkeit • Jede Menge Fahrspaß garantiert: Top-Modell bietet 150 kW (204 PS) • In 54 Minuten wieder startklar: Akkus an 100-kW-Schnellladestation in weniger als einer Stunde wieder zu 80 Prozent aufgeladen • Zahlreiche Assistenzsysteme gewährleisten aktive Sicherheit auf Top-Niveau

Hochmoderne Schnittstelle: Cockpit verabschiedet sich vom Analogen Vielfach Bewährtes mit individuellen neuen Lösungen zu verbinden – diese Eigenschaft trifft auch auf den Innenraum zu. Der Hyundai Kona Elektro pflegt neben seinem extrovertierten äußeren Auftritt an Bord einen technokratischen Stil. So dominiert im Innenraum edles Schwarz, das den hochmodernen, funktionalen und beinahe schon futuristischen Charakter besonders hervorhebt. Dafür sorgen zum Beispiel die dem Kona Elektro eigenen Bedienungselemente, von denen viele auf der wie eine Brücke zwischen den Vordersitzen gespannten Mittelkonsole untergebracht sind. Das 1-Stufen-Reduktionsgetriebe zum Beispiel wird per Shift-by-Wire nur über Tasten bedient, und auch die Parkbremse wird elektrisch per Knopfdruck betätigt. Unter der optisch frei schwebenden Mittelkonsole bieten derweil diverse Ablageflächen Gelegenheit, Utensilien zu verstauen. Klangstarker Routenführer: Serienmäßiges Navigationssystem im Verbund mit Soundsystem Ganz auf moderne Mobilität getrimmt zeigt sich der Hyundai Kona Elektro überdies bei der Konnektivität: Das in allen Varianten serienmäßige Navigationssystem inklusive DAB+-Radio, Bluetooth-Freisprecheinrichtung und Rückfahrkamera ergänzt nicht nur ein klangstarkes Soundsystem des amerikanischen Hi-Fi-Spezialisten KRELL mit acht Lautsprechern. Auch Android Auto und Apple Car Play gehören zur Ausstattung, weshalb sich viele

Funktionen eines Smartphones wie Telefonieren, Nachrichten empfangen und senden oder Musikstreaming ins System einbinden sowie bequem und sicher über den acht Zoll großen, freistehenden Touchscreen oder per Sprachsteuerung nutzen lassen.

Aufmerksame Mitfahrer: Die Assistenzsysteme von Hyundai Smart Sense Alle übrigen Assistenzsysteme sind auch bei den Ausstattungslinien Trend und Style serienmäßig, weshalb der Kona Elektro in Sachen aktiver Sicherheit ganz weit vorne unterwegs ist. Denn die Unfallvorbeugung schreibt die abgasfreie Variante des Lifestyle-SUVs ganz groß. Zusätzlich zum zukunftsweisenden, alternativen Antriebskonzept bietet die batteriebetriebene Kona-Variante daher eine ganze Reihe von Assistenzsystemen, die unter dem Begriff Hyundai Smart Sense zusammengefasst sind und den Fahrer in vielerlei Hinsicht unterstützen und einen wichtigen Beitrag zu mehr Sicherheit im Straßenverkehr beisteuern. Adaptive Geschwindigkeitsregelanlage mit Abstandsregelung und Stopp-Funktion Die intelligente Geschwindigkeitsregelanlage hält nicht nur das gewählte Tempo bei, sondern sorgt zudem für konstanten Sicherheitsabstand zum Vordermann. Verringert sich dieser, wird die Geschwindigkeit automatisch reduziert –und wieder erhöht, wenn die Distanz zum vorausfahrenden Fahrzeug wieder anwächst. Das System verfügt darüber hinaus über eine Stopp-Funktion: Wenn beispielsweise bei einem Stau der vorausfahrende Verkehr zum Erliegen

kommt, wird der Kona Elektro bis zum Stillstand abgebremst. Geht es innerhalb von drei Sekunden weiter, fährt der Wagen selbstständig wieder an. Das System schaltet sich aus, sobald der Fahrer das Bremspedal betätigt. Ein autonomer Notbremsassistent inklusive Frontkollisionswarner mit Fußgängererkennung, aktiver Spurhalteassistent und Stauassistent sowie ein Aufmerksamkeitsassistent gehören ebenfalls zur Ausstattung.

Feste Zusage: Fünf Jahre Fahrzeuggarantie und acht Jahre Garantie auf die Hochvolt-Batterie Vom herkömmlich angetriebenen Kona übernimmt die Elektro-Variante nicht nur Linienführung und Stil, sondern ebenso Technik und Charakter des Fahrwerks. Die gute Qualität schlägt sich wie bei allen anderen Hyundai Pkw-Modellen auch beim Kona Elektro in einer Garantie nieder, die für viele Jahre unbeschwerte Mobilität möglich macht. Für alle Neuwagen, die bei einem autorisierten Hyundai Vertragspartner erworben werden, gewährt das Unternehmen eine Garantie auf das gesamte Fahrzeug von fünf Jahren ohne Kilometerbegrenzung. Für die Hochvolt-Batterien beträgt die Garantiezeit sogar acht Jahre oder bis zu einer Laufzeit von 200.000 Kilometern. Hinzu kommt die europaweit gültige Hyundai Mobilitätsgarantie, die ebenfalls 60 Monate gültig ist. Sie verlängert sich bei jeder Wartung in einer Vertragswerkstatt um ein Jahr ohne Begrenzung des Fahrzeugalters bis zu einer Fahrleistung von 200.000 Kilometern.

*** Verbrauchs-und Emissionsangaben: Kraftstoffverbrauch in kWh/100 km kombiniert für den Hyundai Kona Elektro(100kW): 15,0; CO2-Emissionen in g/km kombiniert: 0; CO2-Effizienzklasse: A+. Kraftstoffverbrauch in kWh/100 km kombiniert für den Hyundai Kona Elektro(150kW): 15,4; CO2-Emissionen in g/km kombiniert: 0; CO2-Effizienzklasse: A+. Die angegebenen Verbrauchs-und CO2-Emissionswerte wurden nach dem vorgeschriebenen WLTP-Messverfahren ermittelt.

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allo liebe Leser! Mein Name ist Alice Fippinger und seit Oktober letzten Jahres bin ich im Racket Center Nußloch als duale Studentin des Gesundheitsmanagements Teil des ZAP Teams. Geboren 1998 in Mannheim aber aufgewachsen in einem kleinen Dorf in der Pfalz, kaum zu glauben, wenn man mich anfangs reden hört. Dort habe ich mir nach dem Realschulabschluss mit dem Abitur zweieinhalb zusätzliche Jahre verschafft, um über meine Zukunft nachzudenken. Leider war ich mir danach immer noch unschlüssig, was aus mir mal werden soll. Daher habe ich mir durch diverse Ferienjobs einen zweimonatigen Australienaufenthalt finanziert, der die Abenteuerlust soweit gestillt und mich als Person in Punkto Selbständigkeit und Selbstvertrauen deutlich weiterbrachte. In einem wichtigen Punkt half mir die Reise auch: ich wusste nun, dass ich Menschen helfen, ihnen etwas Gutes tun will. Und wo geht das besser als in der Gesundheitsbranche? So stolperte ich bei Recherchen über eine Beschreibung des dualen Studienmodells zum Gesundheitsmanagement und mein Gefühl sagte mir, dies könnte ein Versuch wert sein. Über den ein oder anderen Umweg bin ich schließlich im Racket Center gelandet, dem ersten Fitnessstudio, welches ich von innen gesehen habe, obwohl ich Sport schon immer klasse fand. Dies kommt daher, dass ich 10 Jahre im Verein schwamm und quasi im Wasser zuhause war, ebenso hält mich das Gardetraining bis dato auf Trapp. Man kann mich also nicht als unsportlich beschreiben! Auch wenn ich noch vieles zu lernen habe, so freue ich mich auf die Herausforderungen im Racket Center und darauf, mich durch die Arbeit mit meinen erfahrenen Kollegen stetig weiterzuentwickeln. Der Umgang mit den verschiedensten Menschen hat mir schon immer viel Freude bereitet, jeder hat seine eigene Geschichte zu erzählen und das macht jeden einzigartig. Daher freue ich mich Sie bald auf der Trainingsfläche begrüßen und kennenlernen zu dürfen!

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allo, mein Name ist Kai Maier, ich bin 21 Jahre alt und komme aus der schönen Pfalz.

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Zuvor habe ich ein Freiwilliges Soziales Jahr über den Landessportbund Rheinland-Pfalz absolviert. Ich wurde an einer Grundschule eingesetzt und war dort hauptsächlich für den Sportunterricht sowie für Arbeitsgruppen mit dem Hauptaugenmerk „Bewegung“ verantwortlich. Parallel dazu habe ich meine Ausbildung zum Übungsleiter absolviert. In dieser Zeit wurde mir bewusst, dass ich Kinder und Jugendliche, aber auch Erwachsene für Sport und Bewegung begeistern und Kenntnisse vermitteln möchte. Denn durch Sport halten wir Körper und Geist fit.

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SPORT & SEHEN

Schon vor 87 Jahren wurde Optik Dieterich gegründet. Heute ist es ein hochmodernes Fachgeschäft für Augenoptik und Brillenmode.

Volker Dieterich Inhaber in dritter Generation

Sportliche Leistung vom Dieterich Team!

Augenoptikermeister Volker Dieterich über das Sehen beim Sport Ausgezeichnete Fachleute

Wer zum Thema Sehen und Sport optimal beraten möchte, sollte in beidem „fit“ sein. Augenoptikermeister Volker Dieterich aus Heidelberg und sein Team sind in Bestform: Erst kürzlich wurden sie vom 6. Heidelberger Kundenspiegel zum Branchensieger gekürt.

Volker Dieterich ist stolz auf sein Team: „Wir freuen uns, dass unsere Kunden uns so positiv bewertet haben. Diese Rückmeldung spornt uns an, weiterhin unserer Leidenschaft nachzugehen.“ Denn neben der Augenoptik ist auch der Sport für die Mitarbeiter von Optik Dieterich ein fester Bestandteil des Alltags. Beim Thema Sportbrillen lässt sich dies wunderbar vereinen.

Immer auf dem Laufenden

Volker Dieterich selbst ist begeisterter Outdoor-Sportler, und auch die Mitarbeiter sind in ihrer Freizeit sehr aktiv. Bei der Beratung der Kunden fließt daher nicht nur das fachliche KnowHow ein, sondern auch die eigene Erfahrung.

Aktiv ist Optik Dieterich übrigens auch im Bereich Social Media – auf Instagram gibt es zum Beispiel spannende Einblicke hinter die Kulissen: „Uns ist

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es wichtig, auf dem Laufenden zu sein und uns weiterzuentwickeln. Als Traditionsunternehmen schauen wir auf eine lange Vergangenheit zurück, aber wir blicken am liebsten gespannt in die Zukunft“, so Augenoptikermeister Volker Dieterich. Um auch bei sportlichen Aktivitäten den Durchblick zu behalten, hat Optik Dieterich viele Tipps für seine Kunden: Aktuell heißt der heißeste Tipp „evil eye Sportbrillen“. Doch was zeichnet eine Sportbrille aus?

Merkmale einer guten Sportbrille

Beim Sport ist gutes Sehen von großer Bedeutung. Mit Sportbrillen schützen Sie Ihre Augen vor Sonne, Wind, Staub, Regen und Insekten. UVA-, UVB-, und UVC-Strahlung hat ebenfalls keine Chance mehr. Dabei sind die Anforderungen je nach Sportart verschieden: Fahrradfahren, Wandern, Skifahren, Golf, Tennis, Fitness-Training – all diese Aktivitäten stellen verschiedene Brillen vor besondere Aufgaben.

Sportbrillen für alle Fälle

Eine Sportbrille muss viele Anforderungen erfüllen, weiß Volker Dieterich: „Sie muss einen hohen Tragekomfort bieten und leicht sein, zugleich aber robust. Bei großer körperlicher An-

strengung sorgt eine ausreichende Luftzirkulation dafür, dass die Sicht klar bleibt. Optisch unterscheiden sich die sportlichen Begleiter ebenfalls von klassischen Brillen: Sie liegen oft näher am Gesicht an, haben eine ergonomische Form und häufig gewölbte Gläser, die ein großes Sichtfeld bieten.“ Und vor allem muss eine Sportbrille eines sein: flexibel.


Sport & Sehen: Mit uns sehen Sie Ihren Sport ganz entspannt!

evil eye Sportbrillen Jetzt neu bei Optik Dieterich! Dank zahlreicher Einstellmöglichkeiten lassen sich evil eye Sportbrillen an jede Kopfform und jede Sportart anpassen. Dies ermöglicht einen rutschfesten, druckfreien und sicheren Sitz während des Sports – und sorgt für entspanntes Sehen.

Das exklusiv für evil eye entwickelte, anti­allergische Rahmenmaterial PPX® ist ultraleicht, extrem robust und trotzdem elastisch. Es garantiert Flexibilität, Widerstandsfähigkeit und Langlebigkeit.

Perfekte Sicht für Spitzenleistungen

Gutes Sehen ist beim Sport Grundvoraussetzung für Spitzenleistungen, Sicherheit und Spaß. Damit all diese Aspekte bedient werden, bietet evil eye für jede seiner Sportbrillen eine optische Verglasung an: Je nach Modell optional mit Direktverglasung, Adapter oder Clip-In.

Durch die Entwicklung der durchgängigen Produktionskette von Fassungen und optischen Gläsern im „Silhouette International Lens Lab“ am Firmenstandort Linz garantiert evil eye höchste Standards sowie eine ständige Qualitätssicherung. Volker Dieterich freut dies: „So ist für unsere Augenoptiker immer sichergestellt, dass wir im Falle eines Falles schnell und unkompliziert Ersatzteile beschaffen können.“

Neue Kollektion entdecken

Seit Herbst 2019 ist die evil eye-Kollektion aus dem Hause Silhouette International im Fachhandel erhältlich – in Heidelberg bei Optik Dieterich!

Informieren Sie sich jetzt bei uns im Geschäft mitten in Heidelberg. • Kontaktlinsen: Bei welchen Sportarten sind sie für Sie sinnvoll? • Sportbrillen: Welche sitzen gut und schützen Ihre Augen perfekt? • Kinderbrillen: Was empfehlen Experten für den Schul- und Freizeitsport? • Seh-Beratung Sport & Job

Neu bei uns: Sportbrillen von evil eye.

Wer sich zu seiner Sportart beraten lassen und die passende Sportbrille finden möchte, kommt am besten vor dem nächsten Training zu Optik Dieterich in Heidelberg am Friedrich-EbertPlatz in der Plöck.

Sportbrillenkauf

10 Dinge, auf die Sie achten sollten 1. Zuverlässig: Die Brille sollte gut sitzen, wenn Sie sich bewegen. 2. Bequem: Die Brille sollte weder rutschen noch drücken. 3. Haltbar: Bruchfestes Material für Fassung und Gläser (meist Polycarbonat). 4. Große Gläser: Die Sportbrille sollte beste Rundumsicht bieten. 5. Blendschutz: Je nach Sport sollten die Gläser getönt sein, eventuell mit einem Verlauf. 6. Kontraststark: Polarisation oder Blaufilter – damit Sie die Bodengegebenheiten besser sehen. 7. UV-Schutz: Der Filter (mit CE- Gütesiegel!) sollte mindestens 400 nm betragen. 8. Luftig: Wenn Sie schwitzen, braucht die Brille ein Belüftungssystem. 9. Flexibel: Kombinierbar mit einem Clip in Sehstärke oder Kontaktlinsen. 10. Schön: Sie sollten die Sportbrille einfach gerne tragen. Es klingt verlockend, die Sportbrille gleich mit den Schuhen zusammen im Sportfachhandel zu kaufen. Wer aber neben dem Schutzaspekt auch das präzise Sehen braucht, sollte sich beim Augenoptiker beraten lassen.

Optik Dieterich eK., Inh. Volker Dieterich Friedrich-Ebert-Platz 1 · 69117 Heidelberg 0 62 21 / 97 23 - 0 · optik-dieterich.de optikdieterich

@optikdieterich

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LYRIK

Tennissport und Klima von Rolf Staguhn

Seit Tagen lässt mich das nicht ruh’n was Sport mit Klima hat zu tun!

Wenn’s regnet – weiß doch jedes Kind – geht man vom Platz und zwar geschwind. Und auch bei Hitze – ist bekannt – besteht Gefahr von Sonnenbrand! Doch geht man jetzt mit viel Elan ans Thema mal ganz anders ran, dann fallen schnell die Bilder ein was Sport mit Klima hat gemein!

Du spielst ein Match am nächsten Tag, wie’s wird Dir niemand sagen mag. Kannst, wie beim Wetter, nie ganz sicher sein gibts Wolken oder Sonnenschein? Doch gibt es noch einen anderen Sinn, Dich weist darauf der Titel hin: Freunde, Eltern, Mannschaftsspieler – sie alle sind Dein „Umfeld-Klima“. Auf dieses kannst Du Dich verlassen, dazu wird auch Dein Trainer passen. Sie alle wollen Dich motivieren! So wirst Du nie die Lust verlieren nach Niederschlägen aufzustehen – der Siegesdrang wird nicht vergehen! In diesem Kreis bist Du bereit: Du gibst Dein Bestes – jederzeit!

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für kleine talente

für große rekorde

für dich

Wir unterstützen Sport-Talente zahlreicher Vereine in Heidelberg und Umgebung. Mehr unter www.swhd.de


Wir vermissen Dich und bedanken uns herzlich für Deine Unterstützung.

REHASPORT

Racket Center Nußloch • Walldorfer Str. 100 • 69226 • Nußloch • www.racket-center.de • info@racket-center.de • 06224 99 09-0

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