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Ausgabe 2/ 2018

Premium DAS LIFE SKILLS-MAGAZIN AUS DEM RACKET CENTER

MENSCH & MUT

Prof. Dr. Dr. h. c. Detlef Junker HISTORIKER & HOCHSCHULLEHRER IM INTERVIEW


MEDITERRANES AMBIENTE MIT EINEM HAUCH SÜDLÄNDISCHEM FLAIR

Ob rauschende Familienfeierlichkeiten, anspruchsvolle Meetings, erholsame Zeit zu zweit oder genussvolle Gaumenfreuden – die Villa Toskana bietet Ihnen mit ihren stilvollen Zimmern und Suiten, den professionellen Tagungs- und Veranstaltungsräumlichkeiten und einer hochwertigen Küche immer den passenden Rahmen.

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STANDPUNKT Liebe Leserinnen und Leser,

erinnern Sie sich noch, als plötzlich in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres der Begriff Heimat in die politische Diskussion geriet? Irgendwie fühlte sich jeder berufen, sein persönliches Verständnis von Heimat darzulegen. Was haben wir da nur losgetreten? Naja, Spaß beiseite. Schließlich wollen wir uns nicht zu wichtig nehmen! Die damalige Auseinandersetzung mit dem Leitthema „Mensch und Zuhause“, in der RC Premium-Ausgabe II/2017 war zuallererst unserem 25-jährigen Jubiläum geschuldet. Zu diesem Anlass haben wir unseren Leitsatz leicht verändert: „Mein Sport hat ein Zuhause.“, heißt es seit vergangenem Jahr. Die Begründung dafür, was dieser Slogan für uns bedeutet, sollte auch durch eine ausführliche Auseinandersetzung mit den Begriffen Heimat und Zuhause verständlich gemacht werden: Wir fühlen uns im Racket Center zuhause und hoffen, dass es Ihnen und jedem einzelnen unserer Mitglieder und Besucher ob jung oder alt - genauso geht. Dass dann über die folgenden Sommerwochen 2017 hinweg – sicher nicht frei von Profilierungsmotiven im Lichte des bevorstehenden Bundestagswahlkampfes – Politiker, Journalisten und manch Gelehrter sein persönliches Verständnis von Heimat kundtun wollte, war freilich von unserem kleinen „Life Skills Magazin“ völlig losgelöst. Ein Zufall, wie man sagt. Beobachtet aber habe ich die Diskussion mit der entsprechenden Aufmerksamkeit. Manche der Heimatgeschichten und Herzensbekenntnisse, die ich da zu lesen bekam, fand ich sympathisch, andere banal, ein paar davon genauso erschreckend wie an-maßend. Einer fühlte sich gar berufen, er müsse dem deutschen Volk eine Heimat geben. Naja …! Nun, ein Jahr später, bin ich mal gespannt, welches Thema in den kommenden Monaten die Agenda bestimmen wird. Sollte nach der hier vorliegenden Ausgabe mit dem Leitthema „Mensch und Mut“ eine öffentliche Debatte über zivile und politische Courage, über Entschlossenheit und Fortschrittsfreude folgen, hätte ich nichts dagegen. Damit ich nicht falsch verstanden werde: Ich glaube natürlich nicht ernsthaft daran, dass unser Magazin eine so weitreichend auslösende Wirkung hätte. Das wäre übermütig. Eine just in diesem Sommer 2018 einsetzende Diskussion über Mut wäre ein Zufall. Eine Überraschung aber wäre es für mich nicht ...! In diesem Sinne: Viel Spaß beim Lesen (und Debattieren) über „Mensch & Mut“ wünscht Ihnen, Ihr

Dr. Matthias Zimmermann

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INHALT

Bildung & Wissen

S. 16

S. 22

Gesundheit & Fitness

KURZ NOTIERT ...

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KURZ NOTIERT ...

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AM RANDE BEMERKT

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THERAPEUTISCHER RAT

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TITEL

Mensch und Mut

Vom Jedermannsmut im Alltag

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EXPERTENRAT

Arthrose an der oberen Extremität Die Angst zu stürzen, und was sich dagegen tun lässt

Romani Rose – ein Leben für die Menschenrechte. Portrait eines mutigen Mannes von Behar Heinemann

THERAPEUTISCHER RAT

HÄTTEN SIE´S GEWUSST?

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Sport im Wandel der Zeit 9 goldene Regeln wie der Wiedereinstieg gelingt Gewicht reduzieren?

KOMMENTAR

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BUCHTIPP

GSM & RC PRAKTIKUM

Entscheidungen und Konsequenzen Mut zu Europa - Konzert mit Bernhard Maier

DATENSCHUTZ

Die neue EU-Datenschutzverordnung

NACHGEDACHT Mut zur Selbstliebe

ERNÄHRUNG

Außergewöhnliche Lebensmittel

SPORT

Was Sie über Laufschuhe wissen sollten

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24 26

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Mythen über Rückenschmerzen

FIT & GESUND

MUTIG & AKTIV

Aktivität und Bewegung bei einer Krebserkrankung

GESUND & LECKER

Champignon-Carpaccio mit Parmesan

FITNESS EFFEKTIV

Bauchmuskelübung - Bosu Ball Mountain Climber

KAMPFSPORT

Mut zur charakterlichen Stärke

FIT & SPASS

See und Freibad des AQWA

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40 42 44 48 50

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IMPRESSUM

Leistung & Erfolg

S. 62

BILDUNGSPROJEKT

10 Jahre Förderung des äthiopischen Tennisprojekts in Addis Abeba (TDKET)

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HERZLICH WILLKOMMEN IM RC

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Tanja Westerholz

KINDERSPORT

Mut und Sport - Ballschule Heidelberg

GASTBEITRAG

BHKW - Investition in die Zukunft

FIRMENPORTRAIT

Badischer Hof in Mannheim-Seckenheim

TIPP

Mit Mut zum freien Reden

GEDICHT

Mut - Dein Lebensbegleiter von Rolf Staguhn

Herausgeber Racket Center Nußloch GmbH & Co. KG Walldorfer Straße 100 • 69226 Nußloch

Anzeigen, Kontakt & Beratung Markus Arnswald (partner@gsm-mbh.net)

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Prof. Dr. Dr. h. c. Detlef Junker

DAS LIFE SKILLS-MAGAZIN AUS DEM RACKET CENTER

Verantwortlich für den redaktionellen Inhalt Dr. Matthias Zimmermann (dr.zimmermann@racket-center.de)

KURZ NOTIERT ... IM INTERVIEW

Premium

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Produktion GSM Gesellschaft für Sportmanagement und Beratung mbH Walldorfer Straße 100 • 69226 Nußloch Layout, Satz, Grafik Denis Herrmann (herrmann@gsm-mbh.net) Fotos Denis Herrmann, istockphoto, Adobe Stock Auflage 6.000 Druck abcdruck GmbH Waldhofer Straße 19 69123 Heidelberg

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Bildung & Wissen

KURZ NOTIERT ...

Rekordbesucherzahl bei der ZAP Vortragsreihe „Gesundheitslinien“ unter dem Motto Wissen wirkt …!

Beratung zur ergonomischen Optimierung des Arbeitsplatzes

Macht Arbeit krank oder macht sie gesund? Sicherlich ist diese Frage nicht pauschal zu beantworten. Aus Statistiken lässt sich zwar ableiten, dass längere Arbeitsunfähigkeit mit einem höheren Erkrankungsrisiko zusammenhängt. Im Gegensatz dazu sind aber nachweislich viele Faktoren am Arbeitsplatz bei der Entstehung oder Aufrechterhaltung von körperlichen oder geistigen Beschwerden beteiligt. Um die Kunden unseres Hauses in Zukunft noch kompetenter in Sachen Arbeitsplatzoptimierung beraten zu können, beschäftigten wir ZAP Physiotherapeuten/ innen uns ein ganzes Wochenende lang intensiv mit wichtigen Themen rund um den Arbeitsplatz. So ist es für eine moderne und professionelle Analyse entscheidend, über umfangreiche Kenntnisse zu verfügen, zum Beispiel über eine ergonomische und ökonomische Anpassung der Sitzposition am PC-Arbeitsplatz. Diese soll vor allem vor Überbelastung schützen und kann oftmals schnelle Erleichterungen für die Betroffenen bringen. Bei Tätigkeiten, die wenig Bewegung erfordern, ist es wichtig, sich regelmäßige Möglichkeiten zu schaffen, um diese Zwangshaltungen zu unterbrechen. Weitere Faktoren wie Stress, Überforderung oder Unzufriedenheit tragen auch zu Beschwerden und deren Hartnäckigkeit bei. In einem persönlichen Gespräch können die Physiotherapeuten die für den Kunden individuell ausschlaggebenden Faktoren identifizieren und mit ihm gemeinsam ein Konzept erarbeiten, um die Beschwerden zu lindern. Sprechen Sie uns an, Ihr Dominik Klaes

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Mit weit über 800 Zuhörerinnen und Zuhörern in insgesamt 20 Vorträgen, im Zeitraum von September 2017 bis April 2018, verzeichnen die ZAP Gesundheitslinien ein Interesse auf Rekordniveau. Das Motto „Wissen wirkt“ motiviert immer mehr Besucher, sich den Themen aus Physiotherapie und Prävention zuzuwenden. Gleichzeitig wird die Vortragsreihe mit den hochkarätigen Referenten immer mehr zu einem Aushängeschild des Zentrum Aktiver Prävention. Besonders gerne erinnern wir uns rückblickend auf den Vortrag von Prof. Dr. Jürgen Bauer zum Thema „Hohes Alter und Lebensqualität - Wie rüsten wir uns frühzeitig für die 100 plus?“ anlässlich des großen ZAP Gesundheitstages im Oktober des vergangenen Jahres. Die Fachbeiträge in unserem Life Skills Magazin RC Premium, aus dem Hause Racket Center, ergänzen den Wissensdurst der Mitglieder und Gäste. Immerhin sind die Veranstaltungen für alle interessierten kostenlos. Dies gilt auch wieder ab September 2018, wenn die Gesundheitslinien wieder Fahrt aufnehmen und das ZAP erneut Top-Referenten präsentieren wird.


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TITEL

Mensch und Mut

Über Angst und Risiko, … Lebensmut von Matthias Zimmermann „Jetzt spring doch endlich!“. Sehen Sie sich manchmal noch selber stehen, dort am Beckenrand, als Kleinkind? Oder als Jugendlicher auf dem 10 Meter Turm, unter dem die Mitschüler gebannt nach oben blicken. Von unten hatte das noch harmlos ausgesehen, aber dann stand man plötzlich so hoch oben und bekam es mit der Angst zu tun. Dort starr zu verharren ist auf Dauer keine Option – Totstellen nutzt allenfalls nur kurz. Die Entscheidung ist unausweichlich: Vor oder zurück? Springen oder an der Leiter langsam wieder hinuntersteigen. Blamieren oder riskieren? Mut beweisen oder den Angsthasen geben? Es muss nicht der Sprungturm sein. Spontan fallen uns unzählige Situationen ein, die uns vor die Frage stellen: Soll ich den Sprung wagen oder nicht? Die Wortmeldung vor vielen Menschen in einer Versammlung und die freie Rede vor großem Publikum, der Griff nach einem neuen Job oder der Schritt in die Selbstständigkeit, der Widerstand gegen eine Aggression gegen sich oder jemand anderen. Mal ist es ein „ja“ (sich „trauen“ und es wagen), mal ein „nein“ (sich verweigern und entgegenstellen). Und immer braucht es Mut – genaugenommen: Wagemut. Es gibt kaum einen anderen Begriff als

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Mut, der sich in so vielen Wortverbindungen und Bedeutungen wiederfindet: Freimut, Sanftmut, Unmut, Demut, Gleichmut, Hochmut, Übermut, Großmut, Anmut und auch das Gemüt. Wenn mal wieder der Ruf ertönt, man möge doch bitteschön mehr Mut beweisen, stellt sich die Frage: Wie ist das gemeint? Was bedeutet es, mutig zu sein? Und inwieweit trägt ein mutiger Charakter oder ein mutiges Verhalten zu einem gelingenden Leben bei?

Heldentum und Macht

Mutig ist, wer keine Angst hat. Furchtlosigkeit ist das Merkmal des klassischen Helden, der sich unerschrocken gegen den Feind stellt. Weder Schmerz noch Verletzung oder gar Tod halten ihn davon ab, seinen Mut tapfer unter Beweis zu stellen. Auch die Gefahr der sozialen Ausgrenzung scheut ihn nicht. Für den Helden ist Angst ein Fremdwort, diese starke Emotion eine Unbekannte – und blamieren tut sich ein Held schon mal gar nicht. Ein Held, das ist es, was wir uns wünschen – den Sportler, Raumfahrer, Politiker. Jemand, der mehr tut, als man von ihm erwartet – mit großer physischer und psychischer, geistiger und moralischer Überlegenheit gegenüber allen anderen. Wären wir nicht gerne ein Held?


„Heldenmut tut selten gut“, lautet ein Sprichwort. Häufig, wenn in der Geschichte die Politik heroische Züge annahm und ein Individuum lauttönend voranmarschierte, ging es nicht gut aus. Vielleicht auch deshalb, weil da jemand einem Missverständnis aufgesessen ist. Die These, „mutig ist, wer keine Angst hat“, ist schlicht falsch. Menschen gänzlich frei von jeglicher Angst sind keine Helden, sondern krank. Das sogenannte Urbach-Wiethe Syndrom bezeichnet die Zerstörung des Mandelkerns, auch als Amygdala bezeichnet. Die Amygdala befindet sich im limbischen System, also inmitten unseres Gehirns. Dieser stammesgeschichtlich älteste Teil unseres Gehirns ist ein Überlebensgarant. Dort sitzt die Furcht vor allem, was uns schadet. Wer dort einen organischen Schaden hat, springt ohne zu zögern vom 10 Meter Turm oder hält auch Tiger und Klapperschlangen für Schmusetiere. Diese Störung des Furchtempfindens hat keinen bekannten Einfluss auf sonstige emotionale Empfindungen oder intellektuelle Leistungen. Sie könnte aber – was leicht nachvollziehbar ist – schnell zum Tode führen. Das Sterberisiko von Menschen ohne Angst ist deutlich erhöht. Damit soll nicht gesagt werden, dass so manche, hier nicht namentlich benannte Figuren der Geschichte – tot oder (noch) lebendig – im organischen Sinne krank (gewesen) sind. Es könnten auch „nur“ krankhafte Narzissten (gewesen) sein, die über Ängste mit Übermut hinweggehen; Menschen, denen Demut fremd ist und weder die Gefahr noch die Peinlichkeit ihres frei jeglicher Anmut vorgetragenen Gebarens als verwerflich empfinden (weil sie ja toll sind – Helden also)! Ein Held sein? Vielleicht ist ein Held auch nur derjenige, der seine Macht ausübt in dem Bewusstsein, dass andere noch feiger sind als er selbst. Oder schlicht ein Mensch, dem es gar nicht um Macht geht, sondern um das Gelingen. Ohne, dass ihn das Licht der Öffentlichkeit erhellt, gelingt es ihm, seine Sorgen, Zweifel und Ängste zu überwinden und sich den Herausforderungen seines Alltags zu stellen: seiner Sorge, den Ansprüchen anderer nicht zu genügen; seinen inneren Zweifeln daran, dass sein Streben zum Erfolg führt; seiner Furcht, mit ganz konkreten Aufgaben, Situationen und Menschen nicht klar zu kommen. Vielmehr geht es erst mal darum, etwas nicht zu sein: ein Angsthase, Schisser oder Schwächling. Was man da nicht alles an Wörtern zu hören kriegt. Und man hört sie nicht gerne – sie schwingen im Ohr als eine schlechte Erinnerung, ein Makel, eine Narbe. Um sich dem zuzuwenden, was man als mutig sein oder mutig handeln begreift, ist die Beschäftigung mit dem Phänomen der Angst unabdingbar.

Angst und Furcht

Die heutige Kultur und ihre zivilisatorischen Errungenschaften entstanden maßgeblich aus dem Antrieb, Ängste zu vermeiden und Sicherheit zu gewährleisten. Die Verringerung der Wahrscheinlichkeit, in furchtauslösende Situationen zu geraten, ist eine bemerkenswerte Leistung der Spezies Mensch. Gleichzeitig ist gerade heute der Mensch vielleicht sogar das furchtsamste Wesen von allen, da es zu intellektuell begründeten Existenzängsten befähigt ist und heute über mehr Zeit und mehr Literatur

denn je verfügt, um sich damit auseinander zu setzen. Der moderne Mensch stellt sich seinen Gefühlen. Und dabei geht es auch um Angst, diesem allgemeinen, gegenstandslosen, ungerichteten und diffusen Gefühl, das uns als inneres Warnsignal ständig einflüstert, was denn alles so Schlimmes passieren könnte. Je nachdem, wie er gerade „drauf ist“, entpuppt sich der kleine Mann im Ohr als Bremser und Bedenkenträger, als Warner und Panikmacher, als Mahner und Katastrophenprophet oder als vorsichtiger Skeptiker. Seine Nahrung ist das Cortisol. Viel von diesem Stresshormon führt zu einer chronisch erhöhten Anspannung. Gut genährt mit Cortisol tönt der kleine Mann im Ohr laut und warnend. Und es geht um Furcht, dieses spezifische und gegenstandsgerichtete, also konkret auf eine bedrohliche Situation oder ein gefährliches Ereignis bezogene Gefühl. Wir sind zu einer Entscheidung gezwungen – mal schnell und instinktiv, weil der Augenblick es fordert, mal sorgsam abwägend, weil ausreichend Zeit es uns gestattet. Ob der Kopf, der Zeit braucht, oder der Bauch, der schnell entscheidet, zu besseren Resultaten führt, ist nicht eindeutig geklärt. Was wir heute wissen (und sogar die Ökonomen akzeptieren), ist: Egal, wie wir entscheiden – der Verstand und das Gefühl spielen immer zusammen. Sowohl im Bauch als auch im Kopf spielt auch die Ängstlichkeit immer eine Rolle. Die Persönlichkeitspsychologie unterscheidet zwischen einer, teilweise auch erblich bedingten, allgemeinen Ängstlichkeit als Persönlichkeitsmerkmal und der Furcht als kurzfristig bestehender Zustand. Diese Furcht ist eine subjektive, physiologische und motorische Antwort auf einen aversiven, also einen unangenehmen und daher Abwehr erzeugenden Reiz. Solch ein Reiz kann nicht nur durch visuelle, akustische oder taktile Sinneswahrnehmung von außen auf uns wirken, sondern auch von innen entstehen – also allein aus der Kraft unserer Gedanken. Er entspringt verinnerlichten Erfahrungen aus Ereignissen, die uns Schaden zugefügt haben, oder auch – erziehungsbedingt – aus der ständigen Suggestion von Gefahren und damit einhergehenden Ängsten in Apellen, Warnungen und Erzählungen. Daher machen Altersempfehlungen bei Büchern oder Filmen Sinn. Viele Märchen, für Kinder erdacht und niedergeschrieben, sind genau für diese eben nicht geeignet und bereiten bisweilen gar Alpträume. So sind Angst und Furcht sowohl auf evolutionäre und vererbte, als auch auf gelernte und erfahrungsbasierte Faktoren zurückzuführen. Physiologisch führen Angst und Furcht zum gleichen Phänomen: Entweder, man stellt sich tot, kämpft oder flieht. „Fight or Flight“ – kämpfe oder laufe weg, lautet das Überlebensmotto. Und dies ist gut begründet, schließlich hat diese emotionale Prägung unsere Spezies in ihrer Fortentwicklung nicht (nur) gebremst, sondern (auch) das Überleben ermöglicht. Angst und Furcht sind grundlegend stammesgeschichtlich herausgebildete Schutzfunktionen. Was sie mit unserem Körper machen, hat jeder bestimmt schon mal erlebt: Bedingt durch den Ausstoß von Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol geht der Puls nach oben, manchmal auch sprunghaft – wir spüren den „Stich ins Herz“. Die Atmung wird schneller, die Bronchien weiter, der Mund trocken und der Blutdruck steigt. Die Veränderung des elektrischen Haut-

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widerstands und der Anstieg des Blutzuckerspiegels geben einen messbaren Hinweis auf das Ausmaß des emotionalen Erlebens. Hinzu kommen bisweilen Schweißausbrüche, Zittern und, je nach Mimik, ein hochroter Kopf oder fahle Blässe. Alle körperlichen Systeme sind auf Angriff oder Verteidigung gestellt, Furchtauslöser können zu Hochleistungen antreiben – oder auch zur Ohnmacht führen. Allein die Vorstellung, beim Spaziergang im Wald käme ein Braunbär auf uns zu, lässt uns so schnell laufen wie nie – oder zur Salzsäule erstarren. Evolutionsbiologisch macht Letzteres durchaus Sinn, denn wilde Tiere reagieren auf bewegungsstarre Objekte nicht (und übrigens sind Bären schneller als wir!). Wie stark, schnell und sensitiv wir auf reale, vermutete oder empfundene Gefahren reagieren, prägt unsere Persönlichkeit im Angesicht von Herausforderungen, Ungewissheiten und Neuigkeiten. Unser Gefahrensensor braucht eine angemessene Einstellung. Lebewesen mit zu hoch eingestelltem Gefahrensensor hätten keine Überlebenschance. Sie würde vor Ängstlichkeit verhungern, bevor es zur Fortpflanzung käme. Mit zu niedrig eingestelltem Gefahrensensor hingegen wären sie ihren Fressfeinden ausgeliefert oder würden irgendwo zu Tode stürzen. In beiden Fällen wäre das Aussterben der Spezies die logische Folge. Die Menschheit aber wächst weiter und dominiert unseren Planeten. So gesehen muss der menschliche Sorgendetektor ganz gut eingestellt sein. Wir verfügen über ein ansehnliches Maß an Bange und Besorgnis: Lieber laufen wir einmal zu viel davon als einmal zu wenig. Trotzdem wagen wir uns immer wieder auf´s Neue nach draußen und stellen uns ungeahnten Herausforderungen. Die ständige innere Unruhe aber – der quasselnde kleine Mann im Ohr – ist eine evolutionär begründete Bürde, die uns plagt, sich aber in Millionen von Jahren als perfekte Überlebensstrategie unserer Spezies erwiesen hat! So folgen wir Menschen einer instinktiven Neigung zum Dramatisieren und richten den Blick zuallererst auf das Negative, weil uns die Evolution damit ausgestattet hat. Trotzdem ist auch das richtig: Ängstlichkeit kostet uns Lebensjahre. Sie verursacht chronischen Stress! Dabei ist in unserer modernen Welt ein Großteil der evolutionsgeschichtlichen Bedrohungen längst überwunden und nicht mehr existent. Dass uns beim Futtersuchen der Säbelzahntiger frisst, kann getrost ausgeschlossen werden. Geschätzte 90% unserer Sorgen, die uns ins Grübeln bringen, sind überflüssig – entweder, weil die Drohgebärden unserer inneren Stimme nicht wirklich gefährlich sind oder weil es Bedrohungen sind, die wir gar nicht ändern können! Wie lautet Mark Twains späte Einsicht so schön: „Ich bin ein alter Mann und habe viele Kümmernisse erlebt – von denen die meisten nie geschehen sind“. Dann aber sind da auch noch all die zahlreichen Stimmen um uns herum. Solche, die Ungewissheiten und Risiken zu Schicksal und Gefahren erklären. Sie wirken von außen auf uns ein und malen die Zukunft tiefschwarz. Um es drastisch auszudrücken: Das sind sie, die Angstmacher – Diebe, die uns (entspannte) Lebensjahre stehlen! Diese Angstmacher, Gedankenverpester und Lebenszeitdiebe verursachen Stress, machen dumm, lähmen und verursachen Beengung. „Angustia“ lautet der lateinische Begriff für Enge, und meint nichts anderes als Angst. Dabei sollten wir wissen:

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Wer anderen Angst macht, sie mutlos hält und feige, der erhöht die eigene Macht. Nichts ist riskanter, als den Mut zu verlieren.

Mutig sein und Mut haben

Gäbe es keine Angst, bräuchte es keinen Mut. Menschen ohne Angst sind nicht mutig, sondern organisch krank, selbstgerechte Narzissten oder lebensmüde Draufgänger – also chronisch übermütig. Mutig hingegen ist derjenige, der – seiner Bedenken wohl bewusst – eine Entscheidung trifft, auch wenn die Folgen für ihn nicht gänzlich absehbar sind und negativ sein könnten. Warum trifft man in einer schwierigen, mit Ungewissheit und Gefahr belasteten Situation die Entscheidung, es trotzdem zu wagen? Was treibt jemanden an, sich gegen eine Bedrohung zu stellen, wo alle anderen weglaufen? Wann und warum haben wir Mut? Der Züricher Psychologe Andreas Dick meint, Mut sei eine mit Klugheit und Besonnenheit gewonnene Erkenntnis darüber, was in einem bestimmten Moment richtig oder falsch ist. Tapferes Handeln folgt einer mutigen Entscheidung, die von einer ethischen Überzeugung geleitet ist. Mut und Tapferkeit zeigen sich am eindrucksvollsten, wenn die Integrität einer anderen Person, die Menschenwürde oder Menschenrechte bedroht werden und ein mutiger Eingriff erforderlich wird. Couragiertes Handeln folgt tugendhaften Entscheidungen. Zivilcourage ist gelebte Menschenwürde. Dabei geht es nicht nur um das Eingreifen in Gewalt geprägten Situationen. Vielmehr bedeutet Zivilcourage, sozialen Mut zu entwickeln, für seine Überzeugungen und seine Meinungen und Standpunkte offen einzustehen: Nicht zulassen, dass Unrecht geschieht und Menschen ihre Würde und Rechte verlieren, dass Angst und Opportunismus unsere Gesellschaft deformieren.


Daher gehört neben Weisheit und Wissen, Liebe und Humanität, Spiritualität und Transzendenz sowie Mäßigung auch der Mut zu den sechs so genannten Kerntugenden. Darüber, was menschliche Tugenden sind, gibt es über die Jahrtausende hinweg und in den verschiedenen Kulturen eine erstaunliche Übereinstimmung, selbst wenn sich Konfuzius, Aristoteles, Laotse, Thomas von Aquin oder auch der japanische Ehrenkodex der Samurai und andere ehrwürdige Traditionen in vernachlässigbaren Details voneinander unterscheiden. Die Philosophen der Moderne zeigen, dass Angst nicht als notwendiges Übel verstanden werden muss. Vielmehr kann sie den Menschen zu Entschlossenheit (bei Heidegger), zu Engagement (bei Sartre) zu Individuierung und Solidarität (solitaire & solidaire, bei Camus) und damit zu seinem „eigentlichen Sein“ führen. Ängstlichkeit und Furcht zu überwinden, Mut zu entwickeln und zu seinem „eigentlichen Sein“ zu gelangen, hat mit Klugheit und Besonnenheit zu tun. Mut in der modernen Zeit ist mehr eine Erkenntnis als ein Gefühl. Er verfügt über eine pragmatische, vernünftige und aufgeklärte Seite, ohne die kein Mensch sich entwickeln kann. Der schicksalsergebenen Hoffnung auf einen guten Ausgang folgt das nüchterne Kalkül von Risiken – verbunden mit der Erkenntnis, dass darin stets auch Chancen liegen. Wir kennen die Zukunft nicht –

und wollen sie übrigens auch gar nicht kennen. Nur ein Prozent der Befragten einer großen Studie des Psychologen Gerd Gigerenzer (Direktor des Harding-Zentrums für Risikokompetenz am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin) würde von dem Angebot Gebrauch machen, einen Blick in die eigene Zukunft werfen zu dürfen, um in aller Konsequenz zu wissen, was im Leben auf sie zukommt. Die Ungewissheit der Zukunft ist es, die uns Sorgen bereitet – und uns gleichermaßen Freiheit gewährt. Wir müssen uns vor Augen führen: Wären Entscheidungen völlig berechenbar und objektiv, wären wir nicht frei! Die Freiheit, selbst zu entscheiden, macht uns zum Menschen. Dass wir in einer Zeit und einer Gesellschaftsordnung mit ungeahnten Entscheidungsmöglichkeiten leben, fordert Mut – mehr denn je. Mehr denn je gilt der Satz, der auf Sokrates zurückgeführt wird: „Ich weiß, dass ich nichts weiß“. Besonders seit der Zeit der Aufklärung strebt der Mensch danach, den Zufall zu zähmen. Heute bedienen wir uns eines exponentiell wachsenden Datenwerks und ausgefeilter Statistiken, um dem Gefühl näher zu kommen, wir hätten alles im Griff. Oftmals ist genau das Gegenteil der Fall. Vielleicht fällt es uns deshalb so schwer zu akzeptieren, dass wir um den Mut nicht umhinkommen, denn Mut bedeutet auch: Verzicht auf letztes Wissen!

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Auch der stärkste Verstand führt nicht zur vollständigen Gewissheit. „Sapere aude“ meint nicht, allein auf seinen Verstand zu vertrauen. „Habe den Mut, Dich Deines eigenen Verstandes zu bedienen“. Der Appell des großen Aufklärers Immanuel Kant weist die Verantwortung für die Unmündigkeit dem Einzelnen zu – es ist das Individuum selbst, das Schuld an seiner Situation trägt. Sein Mangel an Fleiß, seine Bequemlichkeit und besonders seine Feigheit halten ihn davon ab, gründlich durchdachte und dementsprechend eigenverantwortliche Entscheidungen zu treffen. Heutzutage ist die Entscheidungsschwäche die moderne Feigheit. Die hochkomplexe Konsumgesellschaft hat viel, das man nicht verlieren möchte, aber eben vielleicht noch mehr von dem, was man nicht verstehen kann. Die vermeintlich heilbringenden Antworten auf die vielen komplexen Systeme und ihre Risiken lauten Überschaubarkeit, Planbarkeit und Kontrolle. Doch wenn die Wunschwelt aus einer Gesellschaft in vollendeter Sicherheit besteht, wird diese in ihrer letzten Entwicklungsstufe zur Kontrollwelt. Risiko und Chance sind nun mal zwei Seiten ein und derselben Medaille. Diese Erkenntnis gehört zu den Errungenschaften der Aufklärung: Das Risiko löste das Schicksal ab wie die Vernunft den Glauben. Erfolg und Fortschritt sind keine Schicksalsfrage mehr, sondern ein auf Wissen und Empirie basierendes Kalkül. Ein konstruktives Verständnis des Risikobegriffs weist dem Können zentrale Bedeutung zu. In der Seefahrersprache meint „risicare“ die Fähigkeit, Klippen und Tiefen zu umschiffen. Mut und Können müssen zueinanderkommen, um zu guten Ergebnissen zu gelangen, denn Wissen und Erfolg entstehen nicht aus Vorsicht. Ein Managementberater rät,

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von einem unternehmerischen Projekt die Finger zu lassen, wenn es kein Risiko birgt, denn Risiko und Gewinn gehen immer Hand in Hand. Oder, um es mit einem wohlbekannten Sprichwort zu sagen: „Wer nichts wagt, der nichts gewinnt“. Die italienische Sprache braucht dazu nur einen Buchstaben zu verändern: „Chi non risica, non rosica“. Folgender sehr aktuelle Satz aus der Welt der Demographen und Rentenversicherer offenbart den einäugigen Blick auf die negative Seite des Risikos in seiner ganzen Ironie: „Aus einer steigenden Lebenserwartung resultieren finanzielle Risiken.“ Ergo: ein früher Tod mindert das Risiko von Armut im Alter. Ja toll – lieber gleich sterben! Spätestens hier wäre es an der Zeit, auch mal an die Chancen zu denken, die Errungenschaften der Gegenwart zu würdigen und Mut zu zeigen – und zwar nicht erst dann, wenn die Zeiten schlechter werden. Hoffnung darf nicht erst dann keimen, wenn sie bitter nötig wird. Denn Veränderung bedeutet auch in guten Zeiten nicht gleich Verlust, sondern beinhaltet stets die Aussicht auf Gewinn. Und manchmal müssen sich Dinge ändern, damit es so bleiben kann, wie es ist! Wahrer Mut bedeutet eben, nicht nur gegen etwas zu sein, sondern einen Gegenentwurf zu präsentieren; nicht nur Unmut zu äußern, sondern zu liefern. Das Schlechtere mit dem Besseren zu überwinden braucht Abgeklärtheit und Bedacht, wider dem Populismus und der Angstmacherei, oder – mit einem Wort: Gleichmut. Nicht empören über das, was ist, sondern ermutigen zu dem, was sein kann! Das ist das Gebot der Stunde. Man nennt dies Gleichmut im Sinne von Gelassenheit und nicht von Gleichgültigkeit. Oder auch: Cool sein!


Coolness aber funktioniert nur bei den Leuten, die auch inhaltlich einiges zu bieten haben: Die Könner, Erfahrenen und gut Trainierten. Hinter dem Einfangen einer Kobra mit der bloßen Hand oder der Schussfahrt über die Kitzbüheler Hausbergkante stecken viele Jahre des Trainings, des mutigen Herantastens an das Machbare und der selbstkritischen Reflexion mit der fortwährenden Bereitschaft zur Veränderung. Mentale Anspannung statt Angst ist hier die Leistungsvoraussetzung für konzentriertes und dementsprechend erfolgsorientiertes Handeln. Alles andere wäre statt Expertise wohl eher Naivität! Mutig sind nicht die Naiven. Mutig sind diejenigen, die von der Fortschrittsgesellschaft sprechen und Ahnung davon haben, weil sie Fakten, Theorien und Meinungen voneinander unterscheiden können. Wer aber immer nur die Risikogesellschaft propagiert und Ängste schürt, verweigert den Mut, den es braucht, um das Leben besser zu machen – für die Gesellschaft als Ganzes und für sich selbst. Wer immer nur nach Sicherheit strebt, kommt darin um. Es ist heute weitaus mutiger, zu den gelassenen Machern zu gehören als zu den empörten Mahnern.

Fazit

Wir leben in einer Risikogesellschaft? Richtig – schon immer, seit Anbeginn der Zeit. Und seitdem haben wir es weit gebracht. Den Fortschrittsleugner widerlegt die Wirklichkeit. Und trotzdem scheint es, als gälte der Respekt in unserer

Risikogesellschaft mehr den Mahnern als den Ermutigern. Dabei ist Risiko etwas sehr wertvolles: Wahrscheinlichkeiten werden kalkulierbar, Freiheiten sowie Chancen erkennbar und die Konsequenzen dessen, was in Zukunft sein wird, abschätzbar. Verwechselt man Risiko aber mit Unsicherheit, lässt sich aus allem ein Problem machen. Also auch aus dem Leben. Was uns im Leben antreibt und unsere Entscheidungen leitet, ist eine Frage unserer Veranlagung, unserer Erziehung und des sozialen Umfelds, mit dem wir uns umgeben. Mal ist es die Hoffnung auf Erfolg, mal die Angst vor Misserfolg – beides kann zu Fortschritt führen, doch das „Mehr an Lebensqualität“ liegt auf der Seite der Erfolgsorientierten. Ermutigung steigert die Daseinslust. Zu ermutigen bedeutet, sich selbst und anderen Impulse zu geben, selbstständiger zu werden und Verantwortung zu übernehmen. Selbstwirksamkeit kann man lernen, und damit auch Mut – in all seinen positiven Facetten, die sich auf dem Wortfeld des Mutes finden lassen: Wagemut, Gleichmut, Großmut und Anmut – die selbstbewusste, verlässliche und gelassene Erscheinung eines Menschen, dessen Gebet nach dem amerikanischen Theologen, Philosophen und Politikwissenschaftler Reinhold Niebuhr erhört wurde: „Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden“.

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KOLUMNE

Vom Jedermannsmut im Alltag von Prof. Dr. Joachim E. Fischer

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ie Sonne geht auf über dem Neckartal und ich sitze am Schreibtisch und schwitze. Ich soll über Mut schreiben. Das habe ich Matthias Zimmermann bei einem Kaffee versprochen. Wie peinlich für einen ehemaligen Angsthasen wie mich, etwas über Mut zu schreiben. Ja, wäre ich einer der Helden meiner Jugend, etwa James Cook, der hinausfuhr, um den Südozean zu erkunden oder wäre ich der Polarforscher Roald Amundsen, der bei der Rettungsaktion für Umberto Nobile verscholl, wäre das etwas anderes. Aber ich bin nicht einmal in einen Fluss gesprungen, um ein ertrinkendes Kind zu retten. Über den großen Mut und das Heldentum kann ich also nicht schreiben. Was ist aber mit dem kleinen Mut für den normalen Alltag, dem Mut, der nicht in die Geschichtsbücher eingeht? Vor vielen Jahren, ganz am Anfang meiner Laufbahn als Wissenschaftler, sollte ich in New Orleans einen Vortrag halten. New Orleans war ausgebucht. So fuhr ich den Mississippi entlang, um eine schöne Unterkunft zu finden. Es war Sonntag und aus einer Landkirche in einem Dorf erklangen Gospelgesänge. Bis heute erinnere ich mich an den Satz aus dem Gebet des Pfarrers: „…. and forgive us for what we left undone.“ – vergib uns für das, was wir nicht gewagt haben. Genau davon handelt dieser Beitrag. Er handelt vom kleinen Mut im Alltag, davon, Dinge zu tun, die man hätte wagen können, und die man viel zu oft unterlässt, kurz und gut: vom Jedermannsmut.

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Prof. Dr. med. Joachim E. Fischer ist seit Herbst 2006 Ordinarius für Public Health, Sozial- und Präventivmedizin an der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg und leitet das gleichnamige Institut. Er ist ferner Direktor des Zentrums für Medizin und Gesellschaft der Fakultät. Nach dem Studium der Humanmedizin in Freiburg, Neuseeland und Heidelberg und Facharztausbildung zum Kinderarzt in Tübingen und Witten-Herdecke arbeitete von 1992 bis 2001 als Oberarzt auf der Intensivmedizin an der Universitätskinderklinik Zürich. Von 1997 bis 1999 studierte er berufsbegleitend an der Harvard School of Public Health, Boston Epidemiologie und baute anschließend an der ETH Zürich eine Forschungsgruppe auf zum Arbeitsgebiet „Stress, Stressphysiologie und biologische Folgen von psychosozialen Belastungen bei der Arbeit“. Ferner war er vor seiner Berufung an die Universität Heidelberg als Forschungsmethodologe am Horten-Institut der Universität Zürich für evidenzbasierte Medizin und praxisorientierte Forschung sowie an der Abteilung für Wachstum und Entwicklung der Universitätskinderklinik Zürich tätig.


Als Stressforscher frage ich mich, was im Gehirn passiert, wenn jemand seine Furcht überwindet. Yadin Dudai vom Weizmann Institut in Rehovot, Israel, untersuchte eine Mutprobe bei Menschen mit Schlangenfurcht im Scanner. Die Mutprobe bestand darin, eine aufgehängte lebendige Schlange mittels Fernsteuerung ein wenig näher an sich heranzusteuern als die Schlangenfurcht es den Probanden eigentlich gebot. Immer wenn die Versuchspersonen ihre Furcht überwanden, stieg die Aktivität in einem kleinen Zentrum tief im Fronthalhirn, dem subgenualen anterioren cingulären Cortex. Gleichzeitig sank die Aktivität von Zentren im Temporallappen. Mit anderen Worten: Immer wenn wir Mut haben, wird das Gehirn über den Augen etwas aktiver und die Aktivität hinter den Ohren nimmt ab. Wenn Alltagsmut aber an die Aktivität bestimmter Gehirnzentren geknüpft ist, dann kann man den Alltagsmut trainieren wie einen Muskel. Das ist vergleichbar mit dem Erlernen des Tennissports. Es braucht viele Stunden bis Gehirn und Muskeln einen koordinierten Aufschlag oder eine Rückhand Longline über das Netz bringen. So verhält es sich auch mit dem Mut im Alltag. Wie aber trainiert man Mut? Die meisten Menschen sind eher so veranlagt, dass

sie nichts mehr fürchten als soziale Zurückweisung. Noch nie wurde jemand für einen nicht gemachten Vorschlag entlassen, oft aber vor anderen zurechtgewiesen für die angeblich unvernünftige Idee. Mir selbst hat geholfen, Alltagsmut zu beweisen, indem ich mir selbst Versprechen gebe. So hatte ich mir während des Studiums versprochen, wenn ich je ein ordentlicher Arzt werden wolle, sollte ich im Notfall auch Leben retten können. Im meinem letzten Studienjahr in Neuseeland erfuhr ich dann systematisches Training in Angstüberwindung bei Notfällen: Einmal zuschauen, einmal unter Anleitung machen, einmal mit dem Chef im gleichen Raum, dann mit dem Chef vor der Türe. Daraus wurde eine Karriere, die bis zum Oberarzt auf einer Intensivstation führte. Wie die Muskeln braucht auch der Alltagsmut tägliche Übung. Mut zu haben, etwas Neues zu wagen, wenn noch viele Fragen ungelöst sind und die Bedenken zu Dutzenden vorgebracht werden, erfordert Durchhaltevermögen. Ohne Durchhaltevermögen gäbe es heute noch keine elektrische Glühbirne, kein Telefon und kein Automobil.

sichts der drohenden Überalterung und sinkenden Einwohnerzahlen vor zehn Jahren den Mut, die ganze Kommunalpolitik auf Familienfreundlichkeit und das systematische Fördern von Gesundheit, Bewegungskompetenz und Teilhabe von Kleinkindern bis zur Grundschule zu setzen. Das verlangte Opfer, wie der Renovationsstau des Rathauses zeigt. Aber heute hat Michelfeld die höchste Geburtenrate der Region, im Vera 3 Test der dritten Klasse weist Michelfeld mit die begabtesten Kinder und die geringste Rate an Förderempfehlungen auf. Die Gewerbesteuer sprudelt außerdem, weil sich kleine Betriebe dort ansiedeln, wo verlässliche gute Arbeitskräfte wohnen. Der Mut zahlt sich also aus. Jede große Reise beginnt mit dem Mut zum ersten Schritt. Der Philosoph Laotse schrieb im 64. Kapitel des Tao Te King bereits im 6. Jahrhundert vor Christus: Ein beidarmig zu umfassender Baum wächst aus des Sprösslings feinstem Flaum, ein Turm, der einmal neunstöckig werde, erhebt sich aus einem Häufchen Erde. Eine Reise, tausend Meilen lang, mit einem ersten Schritt fing sie an!

Mut braucht es gerade auch für soziale Erfindungen. So hatte beispielsweise der Bürgermeister der kleinen Gemeinde Michelfeld bei Schwäbisch Hall ange-

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BUCHTIPP Romani Rose – ein Leben für die Menschenrechte. Portrait eines mutigen Mannes von Behar Heinemann

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er „Porajmos“, wie der nationalsozialistische Genozid an den europäischen Sinti und Roma auf Romanes bezeichnet wird, ist wissenschaftlich umfänglich untersucht und aufbereitet worden. Dagegen ist die Geschichte der Wiedergutmachung für das erlittene Unrecht, der Kampf um die Anerkennung als nationale Minderheit, das Ringen um Wahrheit und Gerechtigkeit bisher nur bruchstückhaft und unzulänglich dokumentiert worden. Diese Lücke schließt das Buch „Romani Rose – Ein Leben für die Menschenrechte“ von Behar Heinemann, erschienen im April 2017 im Danube Books Verlag. Dieses Buch bietet dem Leser anhand von Romani Roses Lebensweg eine umfassende Dokumentation über die Geschichte der Bürgerrechtsbewegung deutscher Sinti und Roma von ihren anfänglichen, noch zaghaften und unorganisierten Versuchen, sich in den ersten Jahren der Nachkriegszeit Gehör zu verschaffen, über die aufsehenerregenden Aktionen der 70er und 80er Jahre, insbesondere den Hungerstreik in Dachau 1980, bis hin zur Gegenwart. Die Autorin hat bei ihrer Retrospektive fünf Höhepunkte identifiziert, die sie zunächst jeweils einzeln herleitet, sie anschließend aber in eine Kontinuität setzt. Auf diese Weise werden die zunehmende Emanzipation der Minderheit sowie die wachsende Eigenständigkeit und Wirkung ihrer Bürgerrechtsarbeit, aber auch die Veränderungen im Umgang der Bundesrepublik Deutschland mit ihrer größten nationalen Minderheit nachgezeichnet. Dieser historische Bogen spannt sich – zumindest bis zum heutigen Tag – von der Gründung des Zentralrates Deutscher Sinti und Roma (1982), über die Anerkennung der Ermordung der Sinti und Roma durch das NS-Regime als Völkermord durch Bundeskanzler Helmut Schmidt (1982), die Anerkennung der deutschen Sinti und Roma als nationale Minderheit (1995) und die Eröffnung des Dokumentationsund Kulturzentrums deutscher Sinti und Roma in Heidelberg (1997) bis schließlich zur Einweihung des Denkmals für die während des Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas in Berlin (2012). Ihren bemerkenswerten Aufschwung, ihre Durchschlagskraft, ihre Sichtbarkeit in der breiten Öffentlichkeit und letztendlich ihre Erfolge sind dabei wesentlich auf eine zentrale Figur zurückzuführen. Romani Rose, der langjährige Vorsitzende des in Heidelberg mit Hauptsitz ansässigen Zentralrates Deutscher Sinti und Roma, ist der spiritus rector, die treibende Kraft hinter der Bewegung. Seiner Tatkraft, seinem unbändigen

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Die Autorin: Schon ihr Vater war ein einflussreicher Sprecher der Roma und Politiker im Kosovo. Behar Heinemann ist somit seit ihrem Kindesalter mit der Thematik von Gleichberechtigung und politischem Aktivismus vertraut. Selber engagierte Aktivistin mit Schwerpunkt Bildung und Chancengleichheit, Fotografin, Künstlerin und Publizistin, dokumentiert sie in Wort und Bild die unauflöslich miteinander verwobene Entwicklung der Bürgerrechtsbewegung deutscher Sinti und Roma und das eindrucksvolle Leben und Wirken von Romani Rose.

Die Autorin kennt Romani Rose seit vielen, vielen Jahren persönlich. Sie selber ist gebürtige Romni aus dem Kosovo und lebt seit über zwei Jahrzehnten in Deutschland. Es war ihr ein wichtiges Anliegen, als Angehörige der Minderheit der Roma und zugleich deutsche Staatsbürgerin als Brückenbauerin zu fungieren. Die Vorgehensweise der Autorin zeichnet sich durch Gründlichkeit in der Recherche verbunden mit Originalität in der Darstellung aus. Dies vermag nur ein Autor zu leisten, der so persönlich mit der Thematik und den einzelnen Personen vertraut ist wie sie. Denn noch immer beeinflussen große Unkenntnis und nachhaltige Vorurteile das Verhältnis zwischen Mehrheitsgesellschaft und Minderheit und hemmen eine unvoreingenommene und gleichberechtigte, unverkrampfte und wechselseitig befruchtende Beziehung. Das Buch ist auch insofern umso bemerkenswerter und aufschlussreich, als die bisher bestehende Wissenslücke durch eine Romni, eine Angehörige der Minderheit selbst, erstmalig geschlossen wird. Ihr Buch leistet einen wichtigen Beitrag zu mehr Toleranz und gegenseitigem Respekt …


Willen und seinem unerschütterlichen Einsatz verdankt die Minderheit die erheblichen Veränderungen seitens der Staatsorgane der Bundesrepublik Deutschland und der deutschen Mehrheitsgesellschaft insgesamt. Selbstverständlich stand Romani Rose nicht allein in seinem Wirken, und selbstverständlich können die Erfolge von nunmehr fast einem halben Jahrhundert Bürgerrechtsarbeit nicht singulär ihm zugeschrieben werden. Schon bevor er seit der Mitte der 70er Jahre zunehmend in die Öffentlichkeit ging und sich dann innerhalb kurzer Zeit an die Spitze der Bürgerrechtsbewegung stellte, hatten die Vorreiter aus der unmittelbaren Opfergeneration die ersten Weichen gestellt. Und ohne die unzähligen Testate, Podiumsdiskussionen, Schulbesuche, Medienauftritte etc. der Zeitzeugen sowie den Idealismus vieler leidenschaftlicher Menschenrechtler und Aktivisten wäre es vermutlich nicht zu jener zunehmenden Betroffenheit gekommen, ohne die sich ein erforderlicher nachhaltiger Bewusstseinswandel in einer pluralistischen Gesellschaft nicht einzustellen vermag. Dennoch sind die Geschichte und das Wirken der Bürgerrechtsbewegung deutscher Sinti und Roma untrennbar mit der Person von Romani Rose verbunden. Bis heute ist der gebürtige Heidelberger ein maßgeblicher, wenn nicht der zentrale Repräsentant der deutschen Sinti und Roma – national wie auch international. Mittlerweile 71 Jahre alt artikuliert er weiterhin Ungerechtigkeiten, inakzeptable Missstände im deutschen Rechts-, Verwaltungs- und Polizeisystem und trägt diese in die deutsche Gesellschaft und Politik hinein. Sein Mut und seine Zivilcourage, sein unbeirrbares Festhalten an Recht und Gerechtigkeit, an der absoluten Würde des Menschen, imponieren auch heute noch – möglicherweise sogar mehr denn je. „Romani Rose – Ein Leben für die Menschenrechte“ ist ein einfühlsames Buch über die Person und eine Würdigung der Persönlichkeit von Romani Rose. Es ist zugleich eine gründliche Darstellung eines wichtigen Kapitels der Geschichte

Behar Heinemann und Romani Rose

der Bundesrepublik Deutschland. Schließlich enthält dieses Buch einen starken Appell an den Leser, über Menschlichkeit und Menschsein, über Politik und Gesellschaft nachzudenken, um mit dem gebotenen Mut für grundlegende universelle Werte – allen voran für die Wahrung der Menschenwürde – einzustehen. Behar Heinemann: Romani Rose – ein Leben für die Menschenrechte. danube books Verlag, Ulm 228 Seiten, 21 B x 24 cm H, Hardcover, Fadenheftung, ca. 250 Abbildungen (überwiegend farbig). ISBN 978-3-946046-07-3 20 EUR gebundener Ladenpreis (D) inkl. 7 % USt.

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HÄTTEN SIE´S GEWUSST?

Glasbrücke am Tianmen Berg in China

Hätten Sie gewusst, …

Hätten Sie gewusst, …

vereinen kann. Ihr Motto: „Ins Tor schießen nicht auf Menschen“. Auch Mädchen fassen den Mut mit zu kicken und entwickeln dadurch ein neues Selbstbewusstsein. Fatuma nutzt die Sportbegeisterung für ihren Kampf gegen Beschneidung und Zwangsheirat.

„Mut steht am Anfang des Handelns, Glück am Ende.“

Hätten Sie gewusst, …

„Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.“

… dass Menschen, die schnelle Entscheidungen bei Einkäufen oder Freizeitaktivitäten treffen, zufriedener sind, als diejenigen, die viele Optionen prüfen, um die bestmögliche Wahl zu treffen?

Demokrit

Hätten Sie gewusst, …

… dass ein 23- jähriger Mann innerhalb von 365 Tagen mit dem Fahrrad um die Welt fuhr? Er legte dabei 18000 Kilometer zurück. Untrainiert, aber mit 55 Kilo Gepäck, einer Videokamera und jeder Menge Mut, fuhr er los, um seinen Traum von der absoluten Freiheit zu erfüllen.

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… dass die längste und höchste Glasbrücke der Welt im chinesischen Nationalpark Zhangjiajie 430 Meter lang ist und Besucher in 260 Metern Höhe ihren Mut beweisen können, die Brücke zu überqueren?

… dass man beim Bungee Jumping innerhalb von zwei Sekunden auf über 100 km/h beschleunigt. Dabei springt man kopfüber von Brücken, Türmen oder Kränen und ist nur an einem Gummiseil befestigt. Der höchste Bungee Jump der Welt befindet sich in Colorado in den USA. Von der Royal Gorge Bridge stürzen sich die Springer von 321 m in die Tiefe.

Hätten Sie gewusst, …

… dass Fatuma Abdulkadir, eigentlich Anwältin, regelmäßig Fußballturniere im Norden Kenias organisiert? Sie fand heraus, dass Sport verfeindete Stämme

Alltags-Sprichwort

Hätten Sie gewusst, …

… dass Alfred Worden auf der Apollo15-Mission 1971 die größte Entfernung zu allen anderen Menschen erreichte? Während seine Kollegen den Mond erforschten, umkreiste er den Mondorbit. Er entfernte sich dabei auf 3.596 Kilometer. Eine größere Distanz erreichte ein Einzelner von seinen Mitmenschen noch nie.


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Gefahr laufen, Situationen falsch ein zu schätzen und dabei unsere Gesundheit oder sogar unser Leben zu riskieren. Diese Menschen sind dadurch jedoch nicht unbedingt mutiger, vielmehr stellt sich die Frage, ob eine Handlung überhaupt als mutig bezeichnet werden kann, wenn man dafür keine Angst überwinden muss.

„Wer immer tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist“ Henry Ford

Hätten Sie gewusst, …

Apollo 15 startet

Hätten Sie gewusst, …

… dass es eine seltene Krankheit gibt, das Urbach-Wiethe-Syndrom, bei dem die Betroffenen keine Angst empfinden können? Grund ist eine Störung der Amygdala (zu Deutsch Mandelkern) des limbischen Systems. Emotionen wie Wut, Trauer oder Freude können jedoch empfunden werden. Was für den Einen oder Anderen sehr verlockend klingt, ist für die Erkrankten durchaus sehr gefährlich. Angst ist unser natürlicher Schutz vor Gefahren, ohne den wir

… dass es Phobien gegen fast Alles gibt? Grundsätzlich kann man sagen, dass es kaum eine Phobie gibt, die es nicht gibt. Die Liste der offiziellen medizinischen Phobien schränkt die Auswahl etwas ein, ist jedoch immer noch erschreckend lang. Phobien gehören zu den Angststörungen und sind auf spezifische Dinge ausgerichtet und an bestimmte auslösende Objekte, Situationen oder Räumlichkeiten gebunden. Merkmal sind exzessive, übertriebene Angstreaktionen beim Fehlen einer wirklichen äußeren Bedrohung. Der Weg aus der Angst führt direkt durch sie hindurch. Bei Behandlungen werden die Patienten direkt mit dem Angstobjekt konfrontiert. In Kombination mit zum Beispiel Meditation oder Achtsamkeitsübungen, kann eine innere Gelassenheit bzw. der Mut trainiert werden.

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GSM & RC PRAKTIKUM

Das Praktikanten-Team Frühjahr/Sommer 2018 mit Davina (vorne, rotes Shirt), Lina (vorne, grünes Shirt), Katharina und Markus

Entscheidungen und Konsequenzen Das Leben eines „Praktis“ im Racket Center Nußloch von Lina Bürger und Markus Arnswald

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en Mut zu finden, eigene Entscheidungen zu treffen, ist leichter gesagt als getan. Wir Praktikanten haben bereits Mut bewiesen, indem wir unser trautes Heim verlassen haben, um ein neues Kapitel in unserem Leben aufzuschlagen. Nun heißt es, diesen anfänglichen Mut über die Dauer des Praktikums beizubehalten und zu nutzen. Im Racket Center wird uns Praktikanten ein großes Maß an Entscheidungsfreiheit überlassen. Freiheit klingt erstmal vielversprechend, bringt aber gleichzeitig auch Verantwortung mit sich. Wer Entscheidungen trifft, muss auch die entsprechenden Konsequenzen tragen können. Das Arbeitsleben eines Praktikanten im Racket Center ist vielfältig. Wir organisieren Reha-Kurse, Gesundheitslinien-

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Vorträge oder Sauna-Nächte, arbeiten nebenbei noch an der einen oder anderen Theke, an der Rezeption oder sind am Telefon im Gespräch mit Kunden, planen den MLP-Cup im Januar und im Anschluss die Racketlon Weltmeisterschaften und die German Open im Mai und August. Wir haben unsere eigenen Arbeitsbereiche, für die wir verantwortlich sind und für die wir, wenn etwas mal nicht so gut läuft, auch geradestehen müssen. Wir treffen täglich Entscheidungen, die wir vorher nicht mit einem Vorgesetzten absprechen können. Das ist auch gut so. Hier ist Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten gefragt. Doch genauso wichtig ist auch der Respekt vor den Konsequenzen. Die Konsequenzen für uns selbst, für die Kunden, aber auch für die Vorgesetzten und das gesamte Racket Center.


Eine Entscheidung kann durchaus weitreichende Folgen haben, jedoch sollte dies nicht dazu führen, dass wir Angst vor ihnen oder Angst davor haben, überhaupt zu handeln. Wer mit seinen Entscheidungen zögert, verliert, lautet die Devise. Entscheidungen zu überdenken, bevor sie getroffen werden, lernt jeder Praktikant recht schnell. Spätestens sobald es die erste Standpauke gibt, weil irgendetwas nicht oder unzureichend erledigt wurde. Doch auch das hilft weiter. Sobald der Ärger verflogen ist und das Gehirn wieder läuft, merkt man dann doch, dass man es beim nächsten Mal besser anders machen sollte. Und so vergehen die Monate hier recht schnell. Nach drei Monaten - Halbzeit für jeden Praktikanten - fällt einem schon gar nicht mehr auf, wie viele Entscheidungen man den Tag über trifft. Zu guter Letzt kommen dann kurz vor Ende die neuen „Praktis“ ins Haus und müssen von uns eingearbeitet werden. Da wird uns dann plötzlich wieder bewusst, welche Arbeiten wir erledigt haben, ohne darüber nachzudenken, und welche Entscheidungen wir tagtäglich getroffen haben. Die „Neuen“ stehen vor einem vermeindlich unüberwindbaren Berg an Aufgaben. Genau wie wir vor sechs Monaten. Doch wir haben es hinter uns und denken: „War eigentlich gar nicht so schlimm“. Daher können wir Praktikanten definitiv empfehlen: Mut zu Neuem und Mut zu Entscheidungen, Mut etwas Neues zu wagen und Mut, Entscheidungen selbstständig zu treffen. Denn auch wenn wir erstmal fast daran verzweifeln, schlussendlich wachsen wir daran!

Vielfältige Aufgaben erfordern eine strukturierte Planung und Mut zu schnellen Entscheidungen

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KOMMENTAR Mut zu Europa

Zum Europatag am 9. Mai 2018 spielt Prof. Bernhard Maier Klaviermusik aus fünf Jahrhunderten und sieben Ländern

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ch muss gestehen, geläufig war mir dieser Tag nicht. Der 9. Mai: Europatag? Mit welchem Datumsbezug? Eine Lücke in meinem geistigen Geschichtsbüchlein. Ein Blick ins Internet klärt auf: An diesem Tag im Jahre 1950 hielt der damalige französische Außenminister Robert Schuman in Paris eine epochale Rede. Seine Vorstellung von einer neuen Art der politischen Zusammenarbeit glich fünf Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, als weite Teile Europas noch in Trümmern lagen, einer mutigen Vision. Mit der Idee, eine überstaatliche europäische Institution zur Verwaltung und Zusammenlegung der Kohle- und Stahlproduktion (auch Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl, kurz EGKS genannt) zu schaffen, legte er den Grundstein für die Europäische Union, wie wir sie heute kennen.

Sein Ansatz war vordergründig von ökonomischem Interesse. Die zentralen Staaten Europas und vor allem auch das schuldbeladene Deutschland nach einem halben Jahrhundert der Kriege, Zerstörung und Menschenverachtung miteinzubinden, war nicht nur klug, sondern auch mutig. „Die Zusammenlegung der Kohleund Stahlproduktion wird [...] die Bestimmung jener Gebiete ändern, die

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in eine friedliche Zukunft gemeinsam zu gehen – mit Belgien, Frankreich, Italien, Luxemburg, den Niederlanden und der jungen Bundesrepublik Deutschland. Weitblickend sagte er: „Europa lässt sich nicht mit einem Schlage herstellen und auch nicht durch eine einfache Zusammenfassung. Es wird durch konkrete Tatsachen entstehen, die zunächst eine Solidarität der Tat schaffen.“

lange Zeit der Herstellung von Waffen gewidmet waren, deren sicherste Opfer sie gewesen sind.“ Heute erleben wir eine wachsende Europa-Skepsis. Wenn man weiß, dass der Grundstein der Europäischen Union in einer supranationalen Wirtschaftsinstitution bestand, hilft das, um sich diesen Bedenken mit Verständnis zuzuwenden. Alle Institutionen, nicht nur europäische, müssen stets konstruktiv kritisch betrachtet werden. Wer Demokratie ernst nimmt, den begleitet Skepsis. Wir können der Rede Robert Schumans nicht nur ein Plädoyer für die Schaffung dieser so genannten Montanunion entnehmen, sondern auch den Mut, Ressentiments zu überwinden und den Weg

Dass Europa und die Union seiner Mitgliedstaaten mehr sind als die länderübergreifende Institutionalisierung von wirtschaftlichen Interessen und politischer Willensbildung, wurde 50 Jahre später niedergeschrieben und ratifiziert. Anlässlich des Europäischen Rates von Nizza am 7. Dezember 2000 unterzeichneten die Präsidentin des Europäischen Parlaments, der Präsident des Rates und der Präsident der Kommission die Charta der Grundrechte der Europäischen Union. Darin sind zum ersten Mal in der Geschichte der Europäischen Union in einem einzigen Text die Gesamtheit der bürgerlichen, politischen, wirtschaftlichen und sozialen Rechte der europäischen Bürgerinnen und Bürger sowie aller im Hoheitsgebiet der Union lebenden Personen zusammengefasst. So sehr ein kritisches Hinterfragen von Institutionen und deren Vertretern von Nöten ist, so unbestreitbar müssen die Werte der Europäischen Grundrechtscharta von dauerhaftem Bestand sein und von dauerhaftem Bestand bleiben: die Würde des Menschen, Freiheiten, Gleichheit, Solidarität, Bürgerrechte und justizielle Rechte.


In diesem Bewusstsein wird für mich der 9. Mai ebenso Platz in meinem Geschichtsgedächtnis finden wie der 8. Mai. Kritik oder gar Skepsis an Europa sollte man mit Verständnis, guten Argumenten und Überzeugungskraft gegenübertreten. Feindseligkeit und Disruption aber sollte man Entschlossenheit, Widerstand und Mut entgegenbringen. Dass man mit Mut zu Europa auch Wahlen gewinnen kann, hat sich in Frankreich gezeigt. Europa ist und bleibt eine gute Idee, und mehr als das: Eine Wertegemeinschaft und ein Freiheitsraum. Ein Friedensgarant jedoch ist es nicht. Auch das machte Robert Schumann klar: „Der Friede der Welt kann nicht gewahrt werden ohne schöpferische Anstrengungen, die der Größe der Bedrohung entsprechen.“ Und Bedrohungen gibt es genug – von außen und von innen! Also, was ist Europa? Ich meine, ein Grund zu feiern! Und genau das tun wir mit einer besonderen Abendveranstaltung am Mittwoch, den 9. Mai 2018, im Racket Center. Uns ist es dabei eine große Freude, dass sich Prof. Bernhard Maier nun bereits zum vierten Mal bereit erklärt hat, uns und unsere Mitglieder, Gäste, Leserinnen und Leser, mit einem Klavierkonzert zu beschenken. Das Programm des Abends mit Werken aus fünf Jahrhunderten und sieben Ländern steht ganz im Zeichen des Europatags. Der Pianist verkörpert die europäische Idee einer Kulturgemeinschaft. Der

Prof. Bernhard Maier auf der Gartenterrasse des Racket Center (2017)

emeritierte Professor der Mannheimer Musikhochschule, verheiratet mit der Französin Marie-Paule Hallard (Sängerin und langjährige Dozentin für Gesang an der Hochschule für Musik Mannheim, Französischcoach für Sänger europaweit, mehrere Publikationen, außerdem bildnerisch tätig und mit Ausstellungen vertreten), sieht sich – mit einem ihm typischen verschmitzten Lächeln – als kurpfälzischer Europäer. Nach einem Konzert in der Europahauptstadt Brüssel bezeichneten ihn Musikkritiker als „hochvirtuos und tonsensibel“. Der Opern-, Operetten-, Konzert- und Rundfunksänger Franz Fehringer, ebenfalls ein Sprössling unserer Heimatgemeinde Nußloch, nannte ihn einst den „Mann mit dem sanften Flügelschlag“.

Wenn die Europäische Union auf ihrer Internetseite schreibt: „Am Europatag (9. Mai) gedenken wir jedes Jahr, dass wir in Europa in Frieden und Einheit leben“, dann wird die Veranstaltung der Idee dieses Tages gerecht und leistet einen Beitrag zur Begegnung und Besinnung. Wer Bernhard Maier kennt, darf davon ausgehen, dass neben herausragendem Musikgenuss auch die Leichtigkeit, der Humor und ein sympathischer Optimismus nicht zu kurz kommen werden. Und selbst wer ihn nicht kennt, sollte eben diese Mischung aus virtuosem Klavierspiel und Humor kennenlernen und mit uns zusammen den Europatag im Racket Center feiern.

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DATEN SCHUTZ

Der Schutz Ihrer persönlichen Daten Die neue EU-Datenschutzverordnung von Matthias Schmitt

Ab 25. Mai 2018 ist die EU-Datenschutzgrundverordnung (EU-DSGVO) für alle Unternehmen, die personenbezogene Daten verarbeiten verbindlich anzuwenden. Personenbezogene Daten sind alle Informationen, die sich auf identifizierte oder identifizierbare natürliche Personen beziehen. Darüber hinaus wird am selben Tag das aktuelle Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) durch ein neues Bundesdatenschutzgesetz (BDSG n.F.) ersetzt werden. Beide Vorschriften verlangen sorgfältig konzipierte Prozesse und Maßnahmen, um personenbezogene Daten für EU-Bürger sicher und rechtmäßig zu verarbeiten. Es kann davon ausgegangen werden, dass die Aufsichtsbehörde in den Startlöchern steht und einige Anwaltskanzleien gezielt Schwächen ausnutzen werden. In Gesprächen wird deutlich, dass in vielen (hauptsächlich mittelständischen) Unternehmen die Anforderungen aus der Verordnung und dem neuen Bundesdatenschutzgesetz noch nicht umgesetzt wurden. Verstöße gegen die neuen Regeln können jedoch schwerwiegende Folgen haben. Je nach Art des Verstoßes können bis zu 20 Mio. € oder 4 % des gesamten weltweit erzielten Jahresumsatzes des vorangegangenen Geschäftsjahrs als Strafe verhängt werden. Zusätzlich droht - gemäß der neuen Fassung des BDSG - bei unrechtmäßiger Verarbeitung personenbezogener Daten eine Freiheitsstrafe von bis drei Jahren. FALK kann Sie bei der Umsetzung der Anforderungen der EU-Datenschutzverordnung unterstützen.

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FALK IT Consulting Services GmbH – Ihr Partner beim Datenschutz

Die FALK IT Consulting Services GmbH, vertreten durch den Geschäftsführer Herrn Dr. Jonas Tritschler, ist eine ein Unternehmen der FALK Gruppe, die als unabhängiges Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsunternehmen an 10 Standorten in Deutschland und einem Standort in China tätig ist. Die FALK IT Consulting Services GmbH kann in Form des externen Datenschutzbeauftragten für Sie tätig werden oder Sie in der Umsetzung der Anforderungen der neuen Datenschutzverordnung beraten. Um die Einhaltung der DSGVO und den Schutz der personenbezogenen Daten aller Mitglieder zu gewährleisten, hat das Racket Center Nußloch Herrn Matthias Schmitt, Consultant bei der FALK IT Consulting Services GmbH (FALK ITCS), als externen Datenschutzbeauftragten bestellt. Herr Schmitt hat mehrere Jahre Erfahrung im Bereich Datenschutz gesammelt und steht Ihnen für alle Fragen in Bezug auf die Verarbeitung Ihrer personenbezogenen Daten in Zusammenhang mit dem Racket Center Nußloch gerne zur Verfügung. Die Bestellung eines Datenschutzbeauftragten ist jedoch nur ein Punkt, der im Rahmen der neuen DSGVO zu erfüllen ist. Die Empfehlung von Herrn Schmitt ist, mindestens folgende fünf Punkte bis spätestens 25. Mai 2018 zu beachten, damit Sie bis dahin die Compliance erfüllen.


1. Prüfen Sie Ihre Verträge Haben Sie mit all Ihren externen Dienstleistern Verträge abgeschlossen? Wenn ja, sind darin datenschutzrechtliche Vereinbarungen enthalten? Der Gesetzgeber gibt konkrete Vorgaben für einen Auftragsverarbeiter. Diese sind in einer Vereinbarung zur Auftragsverarbeitung zu regeln. Diesbezüglich wird die DSGVO durch den § 62 BSDG-neu. konkretisiert. So müssen Sie z. B. die Weisungsgebundenheit des Auftragsverarbeiter schriftlich regeln. Auch eine Subdienstleisterklausel muss Bestandteil einer Vereinbarung zur Auftragsverarbeitung sein. Genauso sind die Rechte der Betroffenen auch vom Auftragsverarbeiter sicherzustellen. Ebenfalls ist eine Regelung zur Rückgabe und Löschung personenbezogener Daten zu treffen. Betroffene haben nach der DSGVO ein Recht auf Auskunft, Berichtigung, Löschung, Einschränkung der Verarbeitung und ein Recht auf Vergessenwerden. 2. Etablieren Sie Prozesse Ein wesentlicher Prozess beinhaltet die Einwilligung und den Widerruf. Die Einwilligung des Betroffenen zur Erlaubnis der Verarbeitung personenbezogener Daten muss explizit in Schriftform oder per E-Mail erfolgen. Im Online-Geschäft kann nur ein Double-Opt-In die Anforderungen der Authentizität erfüllen. Dabei ist zu beachten, dass der Widerruf (Opt-Out) genauso einfach erfolgen kann, wie die Einwilligung selbst. Das Recht des Betroffenen jederzeit Auskunft über seine Daten sowie einen Auszug seiner Daten in maschinenlesbarer Weise zu erhalten, bedarf der Etablierung eines standardisierten Prozesses. Ebenso ist die Einführung eines geeigneten Prozesses zur Meldung von Datenpannen sowie ein Löschkonzept notwendig. Nach Widerruf oder allgemein Wegfall der Zweckbestimmung sind personenbezogene Daten zu löschen, es sei denn, gesetzliche Vorgaben sehen eine Aufbewahrungspflicht vor.

3. Erstellen Sie eine Dokumentation Nach Art. 5 DSGVO haben Sie eine Rechenschaftspflicht. Dieser können Sie nur nachkommen, wenn Sie ein Datenschutzmanagementsystem dokumentiert haben. Darüber hinaus sind Sie verpflichtet ein Verzeichnis aller Verarbeitungstätigkeiten, die personenbezogene Daten betreffen, zu erstellen. Achten Sie auch darauf, dass Sie nach Art. 13 DSGVO Ihre Geschäftspartner informieren und eine aktuelle Datenschutzerklärung bereithalten. Diese muss ebenfalls im Online-Business jederzeit abrufbar sein. Als neue Anforderung ist eine Datenschutzfolgeabschätzung durchzuführen. Sie soll analog zu einem Risikomanagementsystem potenzielle Risiken mit dem Umgang personenbezogener Daten aufzeigen und eine Risikoabschätzung enthalten.

4. Stellen Sie die technischen und organisatorischen Maßnahmen (TOMs) sicher Der Verantwortliche und der Auftragsverarbeiter haben unter Berücksichtigung des Stands der Technik erforderliche technische und organisatorische Maßnahmen zu treffen, um bei der Verarbeitung personenbezogener Daten ein dem Risiko angemessenes Schutzniveau zu gewährleisten, insbesondere im Hinblick auf die Verarbeitung besonderer Kategorien personenbezogener Daten. Einzelne TOMs sind in § 64 Abs. 3 BDSG n.F. aufgeführt.

5. Bestellen und melden Sie einen Datenschutzbeauftragten Gemäß der DSGVO haben Sie nicht nur einen Datenschutzbeauftragen zu bestellen, sondern diesen der Aufsichtsbehörde auch zu melden. Eine unterlassene Meldung würde zu einer ersten Auffälligkeit führen, die zu einer behördlichen Datenschutzprüfung führen könnte.

Haben Sie Fragen rund um den Datenschutz? Ihre Experten der FALK IT Consulting Services GmbH, Im Breitspiel 21, 69126 Heidelberg stehen Ihnen gerne zur Verfügung. Ihre Ansprechpartner: Matthias Schmitt Bachelor of Arts (Steuer & Prüfungswesen) T: +49 6221 399 3061 matthias.schmitt@falk-itcs.com

Dr. Jonas Tritschler Wirtschaftsprüfer Steuerberater CISA T: +49 6221 399 3070 jonas.tritschler@falk-itcs.com

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NACHGEDACHT Mut zur Selbstliebe Das bin ich mir wert von Sandra Hald

„Ich würde gerne einen Handstand können. Ich habe es aber noch nie versucht. Ich kann das nämlich nicht!“ „Mein großer Traum war es, mich selbstständig zu machen, ein kleines Café wollte ich immer besitzen. Ich glaube, ich schaffe das aber nicht. Deshalb habe ich es nicht versucht.“ So oder so ähnlich laufen viele Gespräche in unserem Kopf ab. Dort streiten der Vernünftige, der Skeptische und der Mutige um die Deutungshoheit. Und oft gewinnen Angst und Zweifel. Der Mut, neue Herausforderungen anzugehen, bleibt geschlagen zurück. Auf der Strecke bleiben neue Erfahrungen und Sinneseindrücke. Die aber braucht es dringend, um Erfolge zu erleben und das Selbstwertgefühl zu stärken. Dabei ist genau das Selbstwertgefühl so entscheidend, damit wir gespannt auf neue Herausforderungen blicken, unbekannte Aufgaben selbstsicher angehen und mutig bewältigen können. Was ist das sogenannte Selbstwertgefühl? Genauer betrachtet ist das gar kein Gefühl, sondern die Einstellung gegenüber sich selbst. Wie bewerte ich meine Fähigkeiten, Talente oder erlebte Erfahrungen? Traue ich mir die Bewältigung einer Situation zu oder stehe ich ihr kritisch gegenüber? Wer bin ich, was kann ich, wohin führt mein Weg? Der Selbstwert ist sehr entscheidend, wenn es um Stress und Resilienz oder um Lebensqualität und ganz allgemein um Wohlbefinden geht. Wenn ich einen hohen Selbstwert habe, stelle ich mich voller Mut neuen Situationen, weil ich mir sicher bin, diesen auch

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gewachsen zu sein. So kann ich stolz und selbstsicher auftreten. In gewisser Weise geht der Selbstwert somit mit dem Selbstbewusstsein einher. Treten unbekannte Situationen auf, also ungewohnte Anforderungen, so werde ich diese als lösbar einschätzen. Ich bin davon überzeugt, mit meinen eigenen Fähigkeiten und Ressourcen die Aufgabe meistern zu können. Ich gebe mein Bestes und hoffe auf Erfolg. Bin ich erfolgreich, dann führe ich diesen auch auf meine eigenen Fähigkeiten zurück. So steigern sich Selbstwert und Wohlbefinden gleichermaßen. Das Schaubild soll dies zeigen: Der Selbstwert ist gleichzeitig Startwert und Resultat einer Situation. Anforderungen, an eine Person gestellt, müssen zunächst erst einmal eingeschätzt und bewertet werden. Bin ich in der Lage diese Situation zu meistern? Lautet die Antwort „nein“, wird dies gemeinhin als stressig

empfunden. Stress entsteht also in uns selbst – und eben nur dann, wenn wir glauben, die Aufgaben nicht bewältigen zu können. Daraufhin erfolgt die eigentliche Handlung. Sie wird beeinflusst von der vorherigen Selbsteinschätzung. Gehe ich zaghaft und unsicher an etwas heran, werde ich nicht alles geben können, was eigentlich in mir steckt. Das Resultat wird entsprechend negativ ausfallen. Nach der erfolgten Handlung findet dann eine abschließende Selbsteinschätzung statt. Weshalb hat die Handlung zum Erfolg geführt oder warum nicht? Diese Ursachenzuschreibung ist noch einmal ganz entscheidend für unseren Selbstwert, denn daraus entwickelt sich unser eigenes Bild für die Zukunft. Sind meine Fähigkeiten der Grund für einen Misserfolg oder hatte ich einfach Pech? War die Aufgabe vielleicht zu schwer oder habe ich mich

Selbstwert

Ursachenzuschreibung

Anforderungen

Einschätzung eigene Ressourcen

Ausgang der Lösung

Tatsächliche Handlung

Einsatz der Ressourcen

Stress


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nicht ausreichend angestrengt? Je nachdem, welchen Ursachen ich meinen Erfolg/Misserfolg zuschreibe, kann sich das positiv oder negativ auf meine Psyche auswirken. Daraus ergibt sich: Ich selbst kann durch meine eigene Einschätzung der Situation den Einsatz meiner Fähigkeiten steuern und so den Ausgang der Situation beeinflussen. Die daraus resultierende Zuschreibung wirkt sich wiederum auf mein Selbstwert aus und wirkt auf zukünftige Herangehensweisen. So lässt sich mein Selbstwert aktiv fördern. Dennoch lässt sich das vorgestellte Modell nicht so ohne Weiteres willentlich steuern. Zu groß ist der genetische Einfluss auf das persönliche Selbstwertgefühl. Dennoch verändert der Kontakt mit der sozialen Umwelt und unser Aktivsein unsere Psyche in einem messbaren Rahmen. Ein wesentlicher Umgebungsfaktor hierbei ist Sport und Bewegung. Bei einer Befragung zur körperlichen Aktivität und dem eigenen Selbstbild gaben über 75 % der befragten Frauen an, dass Sport ihr Selbstvertrauen stärke und sie sich dadurch erfolgreicher fühlten. Durch regelmäßige Aktivität verbessert sich nicht nur die eigene Fitness, sondern auch die psychische Gesundheit. Inwiefern sich hier Anpassungen durch Sport ergeben, können Sie im Magazin Mensch & Zuversicht (Artikel Bewegung & Zuversicht) nachlesen. Kurzgefasst kann die bewusste Entscheidung zur Bewegung dem eigenen Selbstwert zugeschrieben werden. Die Handlung wird durch eigenen Entschluss ausgelöst. Aus diesem Grund kann man zu Recht stolz auf die erbrachte Leistung sein. Aus einem weiteren Grund steigert Sport den Selbstwert: Man wird leistungsfähiger. Durch regelmäßiges körperliches Training wird Muskulatur aufgebaut, Fett reduziert und Bewegungen laufen ökonomischer ab. Dies alles führt dazu, dass der Körper im Alltag mehr leisten kann. Sport ermöglicht außerdem die Erweiterung des persönlichen Horizonts, er ermöglicht, etwas Neues auszuprobieren, seine Fähigkeiten zu erweitern und

beispielsweise eine neue Sportart zu erlernen. Sport schafft neue Erfahrung, nur so lernt man sich selbst immer besser kennen. Hier einige praktische Tipps, wie man durch die eigene Einstellung mutig wird oder sich einfach toll fühlt: • Herausforderungen suchen und annehmen, um neue Erfahrungen zu machen. Beispielsweise durch neue Bewegungserfahrungen beim Wandern, Walken, Yoga, Pilates oder bei Wassergymnastik. • Ziele setzen und diese konsequent verfolgen. Die Ziele dafür in Etappen unterteilen und sich bei Erreichung einer Etappe selbst feiern, so bleibt die Motivation hoch. • Persönliches Wachstum beobachten: Hierfür benötigt man zwar etwas Geduld, aber Steigerungen, u. a. bei Neueinsteigern, sind gerade im Sport leicht wahrnehmbar. Hierbei darf man nur nicht zu kritisch sein und sollte jeden kleinen Schritt als Leistung ansehen. • Sich in Selbstdisziplin üben: neue Ernährungsgewohnheiten einführen und durchziehen – Fastenzeit, 30 Tage Bewegungs-Challenge oder Ähnliches. • Aufrecht und stolz durch das Leben gehen. Wie in unserem letzten RC Premium Mensch und Ästhetik genauer beschrieben, kann sich eine aufrechte Körperhaltung positiv auf die Psyche auswirken. • Sich nicht für die eigenen Handlungen entschuldigen, sondern zu den eigenen Handlungen stehen. • Sich in Selbstliebe üben und sich Zeit für Dinge nehmen, die einen glücklich machen, die man womöglich nur für sich und seinen Körper macht. Beispielsweise ein Bad nehmen, lesen, spazieren gehen, zur Massage gehen, Sport treiben. Versuchen Sie doch einige Tipps umzusetzen und schauen Sie mit einem mutigen und offenen Blick in die Zukunft. Sie werden bemerken, wie sich Ihre Ausstrahlung und Ihre Einstellung der Zukunft gegenüber verändert. Schritt für Schritt wird sich Ihr Selbstwert nach oben schrauben und Sie eine höhere Lebensqualität erleben lassen …

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ERNÄHRUNG

Insektenburger © Bugfoundation

Außergewöhnliche Lebensmittel von Markus Arnswald

S

chnitzel, Pizza, Nudeln oder doch Gemüse? Was kommt bei uns täglich auf den Teller? Und wie mutig sind wir Deutschen, wenn es ums Essen geht?

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft erhebt seit 2016 mit ihrem jährlichen Ernährungsreport die Essgewohnheiten von uns Deutschen. Laut der Befragung von 2018 essen 72 % der Deutschen täglich Obst und Gemüse, 65 % nehmen täglich Milchprodukte wie Käse, Joghurt oder Quark zu sich, Fleisch und Wurst kommen bei etwa 30 % auf den Teller. Das Bewusstsein für eine gesunde Ernährung wächst, jedoch stecken viele Deutsche in einem Ernährungstrott fest. Während sich vegane, glutenfreie und laktosefreie Produkte weitgehend in den Supermarkt-Regalen etablieren konnten, haben es Trend-Lebensmittel wie Superfoods recht schwer. 51 % der Deutschen halten sie für eine kurzfristige Modeerscheinung, ein Drittel kann mit ihnen überhaupt nichts anfangen und lediglich 20 % glauben, dass sich Superfoods wie Smoothies aus Chia Samen, Goji- und Heidelbeeren langfristig durchsetzen können.

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Auch wenn wir uns immer mehr bemühen, bewusst, gesund und nachhaltig zu essen, fehlt uns dabei anscheinend der Mut, Neues auszuprobieren. Oder sind wir einfach nicht kreativ genug? Was gibt es denn noch? Was wäre denn mal außergewöhnlich? Vielleicht mal gekochte Hühnerfüße oder Hühnerherzen aus China, angebrütete Hühnereier aus Südostasien oder luftgetrockneter Grönlandhai aus Island? Das klingt schon sehr gewöhnungsbedürftig. Doch auch hier in Europa finden sich Länder, deren Essgewohnheiten für uns eher merkwürdig sind. Eine Spezialität auf Sardinien ist der Casu Marzu, ein Käse, der so lange liegen gelassen wird, bis er von Maden zerfressen ist. Die Maden werden anschließend mitgegessen. Dagegen geht es aus unserer Sicht in Frankreich noch halbwegs gesittet zu. Frankreich ist der Hauptabnehmer von Fröschen, die dort in jedem angesagten Restaurant angeboten werden. Das geht sogar so weit, dass Frösche in vielen Herkunftsländern mittlerweile


vom Aussterben bedroht sind. Auch gefüllte und gebratene Meerschweinchen kommen in Frankreich auf den Teller. Viele dieser Gerichte werden in ihrer jeweiligen Heimat als Delikatesse bezeichnet. Bei einigen von uns lösen sie wahrscheinlich eher Verwunderung oder sogar Ekel aus. Können wir das wirklich essen? Sollten wir so etwas essen? Bei diesen Fragen hilft wohl nur das eigene Ausprobieren weiter. Sind die Menschen in diesen Ländern denn nun mutiger als wir? Nein! Einem Chinesen Sauerkraut oder Käse vor die Nase zu setzen, wird auf genauso viel Ablehnung stoßen, wie uns Deutschen ein in Urin gekochtes Ei aufzutischen - in China ein absoluter Renner. Dennoch kann ein Blick über den kulinarischen Tellerrand nicht schaden. Vielleicht findet sich ja das eine oder andere Gericht, das unsere heimische Küche etwas aufpeppen kann. Nicht jede Neuerung ist schlecht und nicht alle anderen Essgewohnheiten sind eklig! Zum Beispiel werden in Belgien und den Niederlanden seit kurzem Burger aus gemahlenen Insekten verkauft. Insekten sind reich an gesundem Fett, Eiweiß, Vitaminen, Ballast- und

Mineralstoffen. Zudem sind sie ökologisch vorteilhaft im Vergleich zu Rindern, Schweinen oder Geflügel. Im niedersächsischen Osnabrück arbeitet momentan die Firma Bugfoundation daran, Deutschlands ersten Insektenburger auf den Markt zu bringen. Sieht aus wie ein normaler Burger, besteht jedoch zu circa 60 % aus gemahlenen Buffalowürmern. Doch auch hier im Rhein-Neckar-Kreis gibt es Firmen, die sich auf außergewöhnliche Lebensmittel spezialisiert haben. So vertreibt der Straußenhof in Walldorf alle Produkte rund um den Strauß: Vom Steak über Straußenbratwurst oder Straußenhals bis hin zu den großen Straußeneiern. Wie diese Beispiele zeigen, gibt es Alternativen für unseren täglichen Speiseplan. Wir brauchen nur den Mut, diese auch mal auszuprobieren. Geschmäcker sind verschieden und wer weiß, vielleicht finden wir doch noch irgendwo ein neues, außergewöhnliches Lieblingsgericht! Quellen können beim Autor erfragt werden.

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SPORT

Was Sie über Laufschuhe wissen sollten von Stev Kleine

K

napp 23 Millionen Menschen in Deutschland tun es regelmäßig. Sie ziehen sich Laufschuhe an, um gelegentlich oder regelmäßig in ihrer Freizeit zu joggen. Laut einer Studie des Sportartikelherstellers Asics legen wir Deutschen dabei pro Lauf durchschnittlich 6,4 Kilometer zurück. Mehr als 80 % aller Läufer halten deshalb einen guten Laufschuh für wichtig. Warum? Ein solcher Laufschuh soll das Verletzungsrisiko minimieren und den Spaß am Laufen dafür maximieren. Aber was genau zeichnet einen guten Laufschuh denn aus? Lange Zeit galt, ein guter Laufschuh muss vor allem Dämpfung, Schutz und eine adäquate Passform bieten, um das Verletzungsrisiko zu minimieren. Heute weiß man jedoch, dass vor allem schuhunabhängige Faktoren wie der Laufuntergrund, das Gewicht des Läufers sowie der Fitnesszustand das Verletzungsrisiko eines Läufers maßgeblich beeinflussen.

Viele Technologien die noch in der Vergangenheit aktuell waren, werden heute gar nicht mehr verwendet, da sie nachweislich sogar das Verletzungsrisiko steigern können. Genau deswegen legen heute Sportartikelhersteller weniger

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Wert auf Technologien, dafür aber mehr Wert auf hochwertigere Materialien. Beispielsweise hat Puma mit dem Schuhmodell Ignite einen Spezialschaum in der hinteren Sohle entwickelt, der den Fuß besser abfedern soll. Adidas entwickelte eine Boost Sohle aus Gummi, die wie Styropor aussieht und jeden Schritt hervorragend dämpfen soll. Nike brachte das Modell Free RN Flyknit heraus, welches fast ohne Nähte auskommt und durch ein Spezialgummigemisch viel Komfort aber auch starke Federung bietet. Unabhängig vom Material sollte die Ferse im Schuh einen festen Halt haben und nicht rausrutschen können. Die Zehen hingegen dürfen Platz haben, um sich frei bewegen zu können. Als Grundregel gilt, dass zwischen dem größten Zeh und dem Ende des Schuhs genug Platz vorhanden ist, so dass eine Fingerbreite dazwischen passt. Der vordere und hintere Teil des Schuhs sollten gegeneinander verdrehbar sein. Am wichtigsten ist allerdings die Passform und der Komfort. Man muss sich einfach im Schuh wohlfühlen. Da jeder Fuß anders gebaut ist, gibt es nur eine Möglichkeit: den geeignetsten Schuh für

sich zu finden. Dafür muss man sich die Zeit nehmen, um im Sportgeschäft mehrere Schuhe anzuprobieren, zu testen und miteinander zu vergleichen. Ab wann braucht man eigentlich einen neuen Laufschuh? Laut einer Studie der Technischen Universität Chemnitz sollten Laufschuhe nach ca. 600 bis 1000 Kilometer gewechselt werden. Danach verlieren die Schuhe ihre Dämpfung. Faktoren wie das Gewicht des Läufers, der Laufuntergrund sowie die Schuhpflege spielen auch für die Haltbarkeit des Schuhs eine wichtige Rolle. Ein Laufschuh gehört deshalb definitiv nicht in die Waschmaschine oder auf die Heizung. Unter anderem kann der Kleber des Schuhs, der mit der Zwischensohle, Außensohle und dem Schaft verklebt wird, aufgrund von hohen Temperaturen wieder flüssig werden, auslaufen und letztendlich den Schuh unbrauchbar machen.

Wieviel kostet ein guter Laufschuh?

Inzwischen erhält man einen guten Laufschuh schon ab 80 Euro. Manchmal lohnt es sich nach Auslaufmodellen zu schauen, da sich bei vielen Modellen nur die Farbe jedes Jahr ändert.


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Gesundheit & Fitness

KURZ NOTIERT ...

RC Lauftreff mit Physiotherapeutin Jana Kamer

Ab Anfang Mai wird es jeden Montagmorgen von 8 Uhr bis 9 Uhr einen Lauftreff geben. Es werden insgesamt 8 Termine stattfinden, d. h. Anfang Juli ist der Letzte (Pfingstmontag findet kein Lauftreff statt). Diese Stunde wird so aufgebaut sein, dass wir uns zuerst etwa 30 Minuten zum Laufen ins umliegende Feld begeben werden. In der restlichen Zeit werden Übungen zur Stabilisierung und Kräftigung bestimmter Muskelgruppen vorgenommen, die für das Laufen wichtig sind. Ziel, aber keine Pflicht, dieses Lauftreffs ist die Teilnahme am NCT-Lauf am 13. Juli in Heidelberg. Bei diesem Lauf wird Geld für die Forschung gegen Krebs gesammelt. Es wird eine Laufrunde von etwa 2,5 km abgesteckt sein, die man so oft man möchte durchlaufen kann. Pro gelaufener Runde wird ein entsprechender Betrag gespendet werden. Wem das Rundenlaufen nicht so zusagt, der kann auch eine 10 km bzw. 21 km lange Strecke laufen. Laufanfänger aber auch Fortgeschrittene sind herzlich willkommen zu unserem Lauftreff und/oder auch zur Teilnahme am NCT-Lauf! Wer an einem Termin teilnehmen möchte, meldet sich bitte bis spätestens am Freitag vor dem jeweiligen Treffen über unsere Rezeption an. Treffpunkt ist 7.55 Uhr im Eingangsbereich vor unserem RC Shop. Ich freue mich auf eurer Kommen!

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ZAP Blog

Unsere Expertise gibt es nicht nur zum Nachlesen in diesem RC Premium oder persönlich in Ihrem Termin, sondern auch über unseren ZAP Blog. Hier finden Sie Artikel zu den Themen Gesundheit, Training, Ernährung und Motivation & Inspiration. Uns als Autorenteam ist es wichtig, einen gesunden, ganzheitlichen Lebensstil zu vermitteln, deshalb sind wir mit Sportwissenschaftlern, Diätassistenten, Physiotherapeuten und Fitnesstrainern breit aufgestellt. Klicken Sie sich durch und entdecken Sie hilfreiche Tipps von unseren Experten auf www.zap-nussloch.de/blog


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EXPERTEN RAT

Arthrose an der oberen Extremität

von Priv.-Doz. Dr. med. Christian Spies, Leitender Oberarzt Vulpius Klinik

D

er Gelenkverschleiß (Arthrose) ist weltweit die häufigste Gelenkerkrankung im Erwachsenenalter. Radiologische Zeichen eines Verschleißes können bei bis zu 81 % der älteren Bevölkerung nachgewiesen werden. Der primäre Gelenkverschleiß hat keine spezifische Ursache, muss aber von den sekundären Arthrosen abgegrenzt werden. Sekundäre Ursachen können stattgehabte Knochenbrüche mit Gelenkbeteiligung, zerstörte Gelenkpartner nach Infektionen oder Erkrankungen, wie z. B. Gicht, sein, die den Gelenkknorpel und die -schleimhäute angreifen. Für die primäre Arthrose wurden u.a. folgende Risikofaktoren identifiziert: Alter über 40 Jahre, familiäre Belastung, Übergewicht oder auch Gelenklaxizität.

Die vielfältigen Funktionen unserer Hände als einzigartige Werkzeuge können nur durch die fein abgestimmte Bewegungskette aller Gelenke an der oberen Extremität zur vollen Entfaltung kommen. Beginnend mit dem Schultergelenk als vornehmlich Muskel geführtes Gelenk mit sehr großem Bewegungsradius, über das Ellenbogengelenk mit dem körpernahen Umwendgelenk und dem

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Handgelenk mit dem körperfernen Umwendgelenk bilden diese Gelenke die anatomisch-funktionellen Voraussetzungen für die hohe Funktionalität der Hand.

erfolgen müssen. In jedem Fall müssen andere Ursachen ausgeschlossen und vor allem die angrenzenden Gelenke präzise untersucht werden.

Gelenkschmerzen korrelieren oftmals mit radiologisch nachweisbaren degenerativen Veränderungen der Gelenke. Dennoch kann ein Gelenk mit radiologisch nachweisbarem Verschleiß manchmal noch schmerzfrei beweglich sein. Im Gegensatz dazu können aber auch sehr frühe und diskrete Gelenkveränderungen ausgeprägte Schmerzen verursachen. Zuverlässige Prognosen über den Verlauf des Gelenkverschleißes können nicht gegeben werden. Die Patienten beklagen häufig eine Morgensteifigkeit und vor allem belastungsabhängige Schmerzen im Gelenk. Die Schmerzen können wellenförmig auftreten oder sich im akuten Entzündungsschub verstärken. Für das Schultergelenk sind vor allem Überkopfarbeiten schmerzhaft, wenn nicht gar unmöglich. Der Sattelgelenkverschleiß am Daumen fällt typischerweise durch Schmerzen beim Öffnen von Flaschen auf, die im fortgeschrittenen Stadiun mit Kompensationsbewegungen

Am Schultergelenk treten am häufigsten die altersabhängige, sog. primäre Arthrose und die Defektarthropathie auf. Bei Letzterer kommt es aufgrund eines irreparablen Sehnenschadens zu einer sekundären Arthrose mit fortschreitendem Hochstand des Oberarmkopfes. In beiden Fällen sind bei entsprechende ausgeprägter Schmerzhaftigkeit und Funktionslimitierung der Gelenkersatz als geeignete chirurgische Option zu empfehlen. Damit können die Schulterfunktion im Wesentlichen wiederhergestellt und Schmerzen adäquat gelindert werden. Für das Schultergelenk gibt es in Abhängigkeit der Gelenkerkrankung zwei Haupttypen von Kunstgelenken. Zum einen die anatomische und zum anderen die inverse Prothese. Für beide Gruppen gibt es zahlreiche Systeme, die mittlerweile auch im Baukastenprinzip individuell genau angepasst werden können (Abb. 1).


Eine häufige Ursache für den Handgelenkverschleiß ist der initial nicht festgestellte Kahnbeinbruch, der über Jahre zum Falschgelenk wird und damit die Handgelenkgeometrie verändert. Dies verursacht oftmals einen Handgelenkverschleiß der stadienabhängig mit Teilversteifungen aber auch in bestimmten Fällen mit einem Gelenkersatz sehr gut behandelt werden kann (Abb. 2). Abb. 1: Primäre Schulterarthrose mit metaphysär verankerter, anatomischer TEP versorgt

Aber auch die kleinen Gelenke der Finger können von einem Gelenkverschleiß befallen sein. So können z. B. Knotenbildungen um das Fingerendgelenk, sog. Heberden-Knoten, als Zeichen der Arthrose in 58 % und Knotenbildungen am Fingermittelgelenk, sog. BouchardKnoten, in 30 % der Fälle bei Menschen über 60 Jahre in der US-amerikanischen Bevölkerung nachgewiesen werden. Auch für diese Gelenkerkrankungen stehen aufgrund des medizinischen Fortschritts in bestimmten Fällen moderne Kunstgelenke zur Verfügung, die die Funktion bei Schmerzlinderung bzw. -freiheit wiederherstellen können (Abb. 3). Zusammenfassend kann basierend auf einer präzisen Diagnostik die Gelenkarthrose mit den Mitteln der modernen Medizin individuell und nachhaltig sehr gut behandelt werden.

Abb. 2: Röntgenbild mit implantiertem Kunstgelenk für das Handgelenk

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Abb. 3: Fingermittelgelenkverschleiß links und rechts mit Kunstgelenk versorgt

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THERAPEUTISCHER RAT

Die Angst zu stürzen, und was sich dagegen tun lässt von Cedric Bender

A

m Wochenende vor drei Wochen stürzte Frau Meyer beim Einkaufen mit ihrem Mann über einen Bordstein. Bis auf ein paar blaue Flecken ist ihr auf den ersten Blick nichts anzumerken. Deutlich schwerwiegender für Frau Meyer ist die Sturzangst, die aus einem solchen Ereignis resultieren kann. Tatsächlich fällt dem näheren Umfeld von Frau Meyer auf, dass sie seit dem Sturzereignis nur noch selten aus dem Haus geht.

zu stürzen. Insgesamt kann man der Arbeit entnehmen, dass von den Frauen 14,4 % entweder sehr viel (5,9 %) oder häufiger (8,5 %) Sturzangst angeben. Insgesamt 6,2 % der Männer gaben an, häufiger (4,4 %) oder sehr viel (1,8 %) an Sturzangst zu leiden. Je höher das Alter der Probanden, umso höher die Sturzangst. Die Daten zur Häufigkeit innerhalb eines Jahres in anderen Ländern schwanken in der Literatur zwischen 20 und 50 %4,5.

Wie Frau Meyer, geht es in unserer heutigen Zeit sehr vielen Menschen. In einer Arbeit des Robert Koch-Instituts aus dem Jahr 20121 wurden 2049 Zuhause lebende Personen im Alter von 65 bis 79 Jahren aus 180 Untersuchungsorten in Deutschland auf die Sturzhäufigkeit und die Sturzangst untersucht. Dabei stellte man fest, dass aus dieser Stichprobe in den letzten 12 Monaten 20,9 % (n=406) mindestens einmal gestürzt sind. In den Vereinigten Staaten stürzt sogar zirka ein Drittel der über 65-Jährigen selbständig lebenden Menschen einmal im Jahr, bei den über 80-Jährigen steigt der Anteil auf über 50 %2,3. Die Probanden wurden auch gefragt, ob sie Angst hätten

Solch ein Szenario, wie das Beispiel von Frau Meyer, kann der Anfang einer Abwärtsspirale sein. Viele Betroffene mit einem Sturz in der Vergangenheit oder der Angst eines zukünftigen, verlieren das Vertrauen in ihre motorischen Fähigkeiten. Dadurch kann ein Vermeidungsverhalten („lieber nicht mehr so oft vor die Tür gehen“) entstehen, was zu einer erhöhten Immobilität führt. Nicht außer Betracht gelassen werden sollten die Einbußen an möglichen Teilnahmen von gesellschaftlichen Aktivitäten und die Durchführung von Hobbies. Dies kann zu einer zunehmenden sozialen Isolation und schließlich zu einer Reduzierung der Lebensqualität führen.

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Mayer

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Gelenk-Aktivtherapie mit sensomotorischen Einlagen in der Übersicht Eine vertrauensvolle „Rundum-Service“ -Betreuung ist für uns eine Herzensangelegenheit! Biomechanische Befundungs-Analyse in der Übersicht

1 Anamnese-Einführungsgespräch 2 Sichtungs-Haltungsbefund 3 Vermessung Wirbelsäule 4 Palpation Gelenkbeweglichkeit 5 Sensor-muskulärer Balancetest 6 Fuß-, Gangbild mit Laufstecke 7 Sensomotorische Einlagenversorgung mit Sensoped-Technologie

Unsere Erkenntnisse für Sie! Sichtung von Fußbeschwerden durch Gelenk-Fehlstellungen Lokalisierung von Fehlhaltungen von Knie, Becken und Rücken Funktionelle Beschwerden, Muskel-Dysbalance Ursache von Verspannungsschmerzen & Bewegungseinschränkung

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Die Familie beginnt Parallelen zu diesen Umständen und dem Verhalten von Frau Meyer zu erkennen. Nach ermutigenden Worten ihrer Familie möchte Frau Meyer beginnen, gegen ihre Sturzangst vorzugehen. Die Familie nimmt hier eine entscheidende Rolle als Antriebsunterstützung ein. Vielen Betroffenen ist es unangenehm über Ängste innerhalb der Familie zu sprechen. Sie behalten ihr Problem für sich und begeben sich weiterhin in die Abwärtsspirale. Welche Handlungsoptionen gibt es nun für Frau Meyer? Diese Frage lässt sich gut beantworten, wenn man mögliche Risikofaktoren eines erhöhten Sturzrisikos und einer Sturzangst betrachtet. Die Ursachen für eine Sturzangst umfassen mehrere Faktoren. Einerseits kann die Sturzangst eine Folge von Inaktivität, eingeschränkter Selbstständigkeit oder von einem Sturz in der Vorgeschichte sein. Andererseits kann die Sturzangst aber auch aufgrund psychischer Beeinträchtigungen und Angsterkrankungen entstehen6. Bild 1: Ein Beispiel für eine Übung, die auf eine Kräftigung der unteren Extremität abzielt. Für eine derartige Kräftigung sind Geräte nicht zwingend nötig.

Die Ursachen für die Sturzgefahr sind vielfältig. Körperliche Eigenschaften wie Muskelkraft, Beweglichkeit, Balance und die Reaktionszeit sind modulierbare Risikofaktoren, weil jeder Betroffene selbst in der Lage ist, etwas dafür zu tun. In einer Therapie zur Minimierung der Sturzneigung spielen diese Faktoren deshalb die wichtigste Rolle. Daneben stehen äußere Faktoren, die Stürze begünstigen können. Dazu zählen: schlechtes Schuhwerk, fehlende oder kaputte Gehhilfen, unebener oder rutschiger Boden, Stolperfallen in der Wohnung und Umweltfaktoren wie zu geringes oder zu grelles Licht. In der physiotherapeutischen Betreuung orientieren wir uns häufig an etablierten Präventionsprogrammen, die in der Forschung bereits ihre Wirkung zur Reduktion der Sturzgefahr und zum Abbau der Sturzangst nachweisen konnten. Therapeutischer Schwerpunkt liegt auf Kräftigungs- (Bild 1) und Balanceübungen (Bild 2). Diese zwei motorischen Eigenschaften lassen sich auch im höheren Alter noch zuverlässig verbessern. Als unterstützende Maßnahmen bieten sich das Hinweisen auf äußere Faktoren und das Aufnehmen einer Laufroutine an, um die Ausdauerfähigkeit zu steigern. Ziel ist es, das Eigenmanagement des Patienten so weit zu fördern, dass er sein Trainingsprogramm in eigener Verantwortung weiterführen kann. Um einen nachhaltigen Effekt zu erzielen, ist es in den meisten Fällen notwendig, solch ein Training über sechs Monate bis zu einem Jahr durchzuführen.

Bild 2: Ein Beispiel für eine Gleichgewichtsübung, hier in Form eines Einbeinstandes. Dieser Übungstyp bietet eine Vielzahl an Übungsmöglichkeiten. Es ist entscheidend die Übung und deren Schwierigkeit auf die Person und dren Niveau anzupassen.

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Kernpunkte dieses Artikels sind: • Sprechen Sie über das Problem, wenn Sie es bei sich selbst vermuten, und leiten Sie Lösungswege ein. • Erhöhte Sturzgefahr hängt von vielen Faktoren ab, die man selbst positiv beeinflussen kann. • Mit physiotherapeutischer Unterstützung können Sie einen Großteil der Risikofaktoren angehen. • Studien zeigen eine Senkung der Sturzhäufigkeit durch Präventionsprogramme in der Zukunft7 von bis zu 30 %. Quellen können beim Autor erfragt werden.


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THERAPEUTISCHER RAT

Mythen über Rückenschmerzen von Benjamin Schauer

B

einahe jeder kennt das Gefühl, wenn der Rücken einmal schmerzt. Sitzen und Liegen ist oft unangenehm und es kann schwer fallen Dinge zu finden, die die Beschwerden lindern. 80 % der Menschen sind mindestens einmal im Leben von Rückenbeschwerden betroffen. Aufgrund der Häufigkeit und der damit verbundenen Kosten für die Volkswirtschaft wird in diesem Bereich viel Forschung betrieben. Trotzdem ranken sich um das Thema Rückenschmerzen zahlreiche Mythen. Der folgende Beitrag nimmt weitläufige Meinungen etwas genauer unter die Lupe und vergleicht diese mit dem aktuellen Forschungsstand.

Mythos Nr. 1: Rückenschmerzen sind gefährlich

Ungefähr 90 % der Rückenbeschwerden haben keine konkrete Ursache1. Nur in rund einem Prozent der Fälle versteckt sich dahinter tatsächlich ein ernsthafter Auslöser. Trotzdem können die Schmerzen im ersten Moment stark sein und den Alltag immens einschränken. Die gute Nachricht: Der Großteil der Betroffenen erholt sich innerhalb von drei bis vier Wochen deutlich oder sogar ganz. Und zwar unabhängig davon, ob eine Therapie durchgeführt wird oder nicht. Auch wiederholte Episoden sind keine Seltenheit. Genauere Untersuchungen werden immer dann notwendig, wenn sich die Schmerzen nicht verbessern, deutlicher werden oder andere unbekannte Symptome zusammen mit den Schmerzen auftreten.

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Physiotherapeut Benjamin Schauer klärt auf

Mythos Nr. 2: Ein MRT oder Röntgenbild ist unbedingt notwendig

Die Leitlinien raten von einer sofortigen Bildgebung bei allen Patienten mit Rückenbeschwerden sogar ab. Eine Untersuchung aus dem Jahr 2015 hat herausgefunden, dass typische „Auffälligkeiten“ wie arthrotische Veränderungen und Bandscheibenvorfälle dabei keineswegs im Zusammenhang mit dem Schmerzerleben stehen müssen. Bei gesunden 60-Jährigen kann man bei über 70 % Bandscheibenvorwölbungen und -degenerationen sehen2. Durch die zu frühe Bildgebung machen sich Patienten stattdessen oft vermehrt Sorgen und die Angst vergrößert sich. Die meisten Veränderungen sind alterstypisch und nicht zwangsläufig Auslöser für Schmerzen. Nur bei Verdacht auf eine ernsthafte Ursache wie Knochenbrüche oder raum-

fordernde Ereignisse ist eine Bildgebung notwendig3.

Mythos Nr. 3: Der Rücken ist verletzungsanfällig und Heben ist nur mit geradem Rücken sicher

Der Rücken ist dafür gemacht, sich zu drehen, zu beugen und zu strecken. Ein gesunder Rücken lebt von ausreichender Bewegung und wechselnder Belastung. Glücklicherweise ist der Körper keine Maschine, die mit größerer Benutzung schneller verschleißt. Er möchte gefordert und trainiert werden. Und mit dem richtigen Training wird er sich anpassen und belastbarer werden. Denn: Obwohl die Menschen noch nie geringerer körperlicher Belastbarkeit ausgesetzt waren als heute, nimmt die Häufigkeit an Rückenbeschwerden zu.


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Jede Schmerzerfahrung ist dabei individuell und einzigartig. Mittlerweile sind sich die Wissenschaftler einig, dass das Gehirn mit all seinen gesammelten Informationen und Erfahrungen der Ort der Schmerzentstehung ist. Das bedeutet jedoch keinesfalls, dass die Schmerzen eingebildet sind. Diese sind immer zu hundert Prozent real.

Mythos Nr. 5: Bei Rückenschmerzen sollte man sich hinlegen und ausruhen

Mythos Nr. 4: Große Schmerzen bedeuten große Verletzung

Ein Mensch kann Schmerzen verspüren, ohne dass er eine strukturelle Verletzung hat. Im ersten Moment klingt das nicht sehr logisch. Interessanterweise ist dies tatsächlich möglich4. Mittlerweile weiß die Schmerzforschung sehr viel mehr über Auslöser und Antreiber von Schmerzen. Man geht davon aus, dass Schmerz eine Art Alarmanlage ist, die vor einer potenziellen Bedrohung warnen möchte. Normalerweise soll im Haus die Alarmanlage davor schützen, dass ein Fenster eingeworfen wird und sie sollte nicht auslösen, wenn jemand an die Scheibe klopft. Genauso verhält es sich mit der körpereigenen Alarmanlage. Dieses eigene Warnsignal kann nun allerdings durch verschiedene Einflüsse (auch Stressoren genannt) so sensibel werden, dass schon eine leichte Bewegung oder ein Gedanke zur Auslösung reicht. Und je nachdem, wie viele dieser Stressoren zusammenkommen, reguliert der Körper die Sensibilität herauf oder herunter. Einige Beispiele für häufige, mit Rückenschmerzen verbundene, Stressoren: untrainierter Gesamtzustand, ungewohnte Belastung, Stress im Beruf oder in der Familie, finanzielle und andersartige Sorgen und Ängste, Depressionen, Schlaf, Ernährung und so weiter …

Initial fühlt sich Ruhe oft sehr gut an. Längere Bettruhe und dauerhaftes Schonen sollten aber unbedingt vermieden werden. Es ist völlig okay, sich einige Tage etwas weniger zu belasten. Dann sollte aber eine frühzeitige und schrittweise Rückkehr zu den Alltagsaktivitäten angestrebt werden1. Ein aktives Bewegungsprogramm wird von allen Leitlinien empfohlen und ist sowohl zur Behandlung, als auch zur Prävention von erneuten Rückenbeschwerden am besten geeignet. Dabei spielt es allerdings keine Rolle, wie die Aktivität im Detail aussieht. Viel wichtiger scheinen Spaß an der Bewegung und eine ausreichende Intensität und Frequenz zu sein. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt beispielsweise in der Woche mindestens 150 bis 300 Minuten an moderater körperlicher Aktivität.

Fazit

Obwohl Rückenschmerzen häufig sind und sehr einschränkend sein können, besteht in den seltensten Fällen akuter Grund zur Sorge. Wichtig ist es, schrittweise zur Aktivität zurückzukehren, um Ängste abzubauen und den Körper wieder an Belastung zu gewöhnen. Und auch langfristig anhaltende Rückenbeschwerden können verbessert werden. Dazu ist es wichtig, sich gemeinsam realistische Ziele zu setzen und alle relevanten Einflussfaktoren zu identifizieren, die Wohlbefinden und Verbesserung beeinflussen können. Quellen können beim Autor erfragt werden.

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FIT & GESUND

Sport im Wandel der Zeit

Von Turnvater Jahns mutigen Anfängen zum heutigen Gesundheitssport von Laura Heberger

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en Beginn des organisierten Sports in Deutschland verdanken wir im Allgemeinen „Turnvater“ Friedrich Ludwig Jahn, welcher am 19. Juni 1811 den ersten weltweit öffentlichen Turnplatz auf der Hasenheide in Berlin Neukölln eröffnete. Er verfolgte damit den Gedanken, den Sport für alle zugänglich zu machen, um seine politischen Ziele zu verfolgen. Aufgrund der politischen Ausrichtung der Jahnschen Turnerzusammenschlüsse und der ersten Vereine wurden diese größtenteils verboten. Das war zugleich der Anstoß für die ersten kommerziellen Betreiber, Möglichkeiten anzubieten, den eigentlichen Fitnesssport auszuüben. Doch wo stehen wir heute? In den letzten Jahrzehnten hat sich einiges getan.

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Von Trimm-dich-Pfaden in den Siebzigern über die Aerobicwelle in den Achtzigern stehen wir heute vor einem nahezu unendlichen Repertoire an Trendsportarten. Yoga wird zur Weltreligion der Gestressten, Zumba verspricht Abnehmen mit Tanzrhythmen, Parcouring ist das neue Trimm-dich und die Fitnessstudios boomen. Somit haben sich nicht nur die Sportmotive und Einstellungen drastisch geändert. Auch das stetig wachsende Sportangebot hat sich enorm entwickelt. Sport ist nicht mehr nur auf Leistung und sportliche Erfolge ausgerichtet. Vielmehr wird Sporttreiben von der Gesellschaft als Freizeitaktivität bewertet. Wir suchen damit einen Ausgleich zum motorisierten Alltag und wollen zudem unsere Gesundheit fördern.

Nicht ohne Grund steigen die Mitgliederzahlen in deutschen Fitnessstudios weiter an. Aktuell sind es 10,6 Millionen, so viele, wie in keinem anderen europäischen Land. Auch die älter werdende Gesellschaft hat an dieser Entwicklung einen Anteil. Immer mehr Menschen der Generation 50plus schließt sich einem Fitnessstudio an. Doch woher kommt dieses Bewusstsein? Das Training im Fitnessstudio ist heutzutage gesellschaftlich akzeptiert, das Bild vom reinen Bodybuilding ist in den Hintergrund gerückt. Fitnesstraining ist heute eine anerkannte präventive und therapeutische Interventionsmaßnahme. Das stetig wachsende Angebot für nahezu alle Zielgruppen und die qualifizierte Betreuung durch geschultes Personal spricht auch die anspruchsvollere Zielgruppe, die sogenannten BestAger, an.


Das Anliegen gesund zu altern spielt dabei eine ausgesprochen wichtige Rolle. Senioren sind aufgeschlossen für Neues und profitieren dadurch gleich in mehrfacher Hinsicht: physisch und psychisch. Durch regelmäßiges (Kraft)-Training können Muskulatur und Kraftfähigkeiten bis ins Alter auf einem hohen Niveau gehalten werden und das Sturzrisiko wird gesenkt. Soziale Kontakte bleiben aufgrund besserer Mobilität erhalten. Im Wesentlichen hat die heutige Gesellschaft erkannt, dass Sport ein probates Mittel der individuellen Gesundheitssicherung darstellt und somit ein wirkungsvolles Gegenrezept zum weitverbreiteten Bewegungsmangel inklusive der daraus resultierenden Zivilisationskrankheiten wie zum Beispiel Bluthochdruck und Übergewicht bedeutet. Im Fokus steht, durch ein finanzierbares und verlässliches Sportangebot über kurzfristige und oberflächliche Trends hinaus, das Anliegen, Menschen die Möglichkeit zu geben fit und gesund zu altern. Wir unterstützen dabei nicht nur den Erhalt der Gesundheit, sondern auch die daraus resultierende Leistungsfähigkeit und Lebensqualität. Gleichzeitig ist es unser Anliegen Ihrem Sport ein Zuhause zu geben und damit eine soziale Heimat zu schaffen.

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FIT & GESUND

9 goldene Regeln wie der Wiedereinstieg gelingt Zurück zum Fitnesssport nach einer Pause von Miriam Wolter

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ielleicht hatten Sie eine Verletzung, eine schwere Krankheit wie Krebs oder nur eine heftige Erkältung. Auf jeden Fall ist es schon Wochen, vielleicht Monate her, dass Sie Sport getrieben haben. Mit dem Training wieder anzufangen wird von Tag zu Tag schwerer. Aber wieso?

Erinnern Sie sich zunächst daran, dass Sport ein Synonym für körperliche Gesundheit ist. Regelmäßige Bewegung stärkt die Lungen und das Herz-Kreislaufsystem. Sie reinigt das Blut, beseitigt Giftstoffe, löst emotionale und muskuläre Spannungen, reduziert Stress und macht gute Laune.

Weil Sie sich darüber bewusst sind, dass Ihre Fitness nicht mehr so gut ist, wie sie es vor der Krankheit war und zudem die Auswirkungen der Krankheit Ihren Körper geschwächt haben. Irgendwann jedoch müssen Sie sich wieder aufraffen. Daher ist der erste Schritt zwar der schwierigste, aber auch der wichtigste! In der ersten Trainingswoche oder dem ersten Trainingsmonat, je nachdem ob Sie Freizeitsportler oder Profisportler sind, fühlt sich eine Trainingseinheit so an, als hätten Sie sich noch nie im Leben zuvor sportlich betätigt. Die jahrelange Praxis scheint sich vollkommen in Luft aufgelöst zu haben.

Die 9 goldenen Regeln

Gerade in dieser Phase des Wiedereinstiegs ist es von besonderer Wichtigkeit, sich selbst zu motivieren. Denn wenn Ihr Körper sich erst einmal wieder an die Bewegung sowie die Belastung gewöhnt hat, kommt auch die Freude zurück und Sie erinnern sich gerne an frühere Zeiten zurück. Sobald diese erste Hürde genommen und die Motivation zurückgekehrt ist, bleiben Sie am Ball und das regelmäßige Training wird wieder zur Routine. Das Schlüsselwort hierbei ist die Motivation. Leicht gesagt, in der Realität aber eine große Herausforderung. Wie kann ich Motivation herstellen und vor allem: wie kann ich sie behalten?

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1) Entscheiden Sie, warum Sie Sport machen möchten. Jeder hat unterschiedliche Gründe, wieso er bzw. sie Sport treibt. Nur Sie allein wissen, wieso Sie sich bewegen und fit halten möchten. Wichtig ist, dass Sie ein klares Ziel vor Augen haben, bevor Sie wieder loslegen. 2) Langsamer Einstieg Versuchen Sie nicht gleich, während der ersten Trainingseinheit an Ihr altes Niveau anzuknüpfen, so sehr Sie es auch möchten. Haben Sie Geduld mit sich selbst, denn Überforderung führt früher oder später zu Demotivation. Fangen Sie daher langsam an und steigern Sie Belastung, Schwierigkeitsgrad und Geschwindigkeit kontinuierlich. 3) Seien Sie realistisch Bitte machen Sie sich bewusst, dass Ihr Fitnesszustand und Ihre Belastbarkeit vor allem nach einer schweren Krankheit am Anfang nur gering dosierte und später kontinuierlich steigende sportliche Belastungen zulassen. Trotzdem ist Ihr Körper bereits ab der ersten Trainingseinheit dankbar. Entwickeln Sie Verständnis für Ihren Körper und gewähren Sie ihm die Zeit, zu seinem Trainingssniveau zurückkehren zu


können. Falls dies nicht möglich ist, lernen Sie zu akzeptieren, wozu Ihr Körper fähig ist und was ihm guttut. 4) Schaffen Sie Platz in Ihrem Terminkalender Wann habe ich damals Sport getrieben? Wie habe ich mir damals die Zeit eingeteilt? Passt diese Routine heute noch in meinen Alltag? Dies sind wichtige Fragen, die Sie sich stellen sollten, bevor Sie wieder in das Training einsteigen. Denn die Ausrede „keine Zeit!“ gilt nicht. 5) Abwechslung ist das A und O Abwechslung ist im Training sehr wichtig, nicht nur, um die Muskulatur neuen Trainingsreizen auszusetzen, sondern auch, um das Training interessanter zu gestalten. Nur so schafft man ausreichend Motivation, um das Training beizubehalten. 6) Gönnen Sie sich Pausen Nach einer Trainingseinheit ist es wichtig, dem Körper ein bis zwei Tage Ruhe zu gönnen, um sich zu regenerieren. Nur auf diese Weise kann der gewünschte Leistungsanstieg stattfinden, der uns beim nächsten Training weiter laufen, höher springen und stärker drücken oder ziehen lässt. Das Motto lautet hierbei: „Superkompensation nur durch Regeneration!“. Die Pausen zwischen den einzelnen Trainingseinheiten dürfen jedoch nicht zu lang sein, sonst besteht die Gefahr, dass das Training abgebrochen wird und unser Körper wieder eine degenerative Entwicklung beginnt. 7) Her mit dem Trainingspartner! Wieso alleine trainieren, wenn es zu zweit oder gar in einer Gruppe schöner ist? Ein Freund, eine Bekannte, ein Arbeitskollege ... wer es ist, spielt keine Rolle. Die Hauptsache ist, dass die gemeinsamen Absprachen dazu motivieren, das Training einzuhalten und durchzuziehen. Treffen Sie sich nicht nur zum Essen oder Reden, das kann man genauso gut nach dem Sport machen.

8) Stecken Sie sich realistische Ziele Es wird Sie unglaublich motivieren, wenn Sie sich Ihren Zielen nähern. Dann werden Sie zufrieden mit sich sein und kontinuierlich am Ball bleiben. Der Weg beginnt mit dem ersten Schritt und besteht aus vielen kleinen Schritten. So auch beim Wiedereinstieg ins Training. Viele kleine Ziele sind wesentlich motivierender als wenige große Ziele. 9) Belohnen Sie sich! Belohnen Sie sich, Ihr Unterbewusstsein wird es Ihnen danken. Ein Saunagang nach dem Training, ein Kinobesuch oder der Plausch mit dem Trainingspartner nach erfolgreichem Training schaffen Motivation für die Umsetzung des nächsten Ziels.

Menschen haben ein Gedächtnis Muskeln auch!

Jeder von uns, der Sport betreibt - sei es Freizeit- oder Leistungssport - weiß, wie anpassungsfähig Muskeln sind. Bei regelmäßigem Krafttraining wachsen sie und gewinnen an Kraft. Nach Sportpausen und Krankheiten sinkt jedoch die Muskelkraft sehr schnell. Sogar fettige und zuckerhaltige Speisen werfen den Stoffwechsel unserer Muskeln aus der Bahn. Was aber passiert, wenn man nach einer Pause wieder mit dem Krafttraining beginnt? Kann vergangenes Training das Wachstumstempo unserer Muskeln beeinflussen? Ob Muskeln wirklich ein Gedächtnis haben, fand der britische Forscher Robert Seaborne an der Keele University heraus. Im Zuge dieser Studie wurde deutlich, dass DNA-Anlagerungen in den Muskelzellen Erinnerungen an früheres Muskelwachstum speichern, die wiederum die Genaktivität anhaltend verändern. Für diese Studie trainierten acht junge Männer sieben Wochen lang intensiv. Daraufhin folgte eine Pause von sieben Wochen, woraufhin erneut ein siebenwöchiges Muskeltraining folgte. In jeder dieser drei Phasen wurden Muskelmasse und Kraft der Männer getestet. Während der ersten Trainingsphase nahm die Beinmuskulatur der Probanden

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Gemeinsam fällt der Wiedereinstieg leichter

um 6,5 Prozent an Masse zu, ihre Kraft stieg um 9,3 Prozent. Die Trainingspause war geprägt vom Rückgang beider Parameter, allerdings nicht zurück auf das Ausgangsniveau. Und nun begann der spannende Teil der Studie. Bei Trainingswiederaufnahme wuchs die Muskelmasse um 12 Prozent und die Kraft um 18 Prozent. Dies bedeutet also doppelten Muskelzuwachs. Demnach erinnern sich Muskeln an frühere Erfahrungen. Aber wie ist das möglich? Ein Blick in die Genetik hilft uns weiter: Genproben, welche während jeder der drei Phasen entnommen wurden, zeigten, dass die Muskelzell-DNA epigenetische DNA-Anlagerungen aufweist, die sich wiederum aus Methylgruppen zusammensetzen. Die Methylierung dieser Moleküle (was Modifikation bedeutet), ist wichtig für die Genaktivität, da diese Methylmoleküle der DNA Informationen darüber geben, ob die DNA aktiv oder inaktiv sein soll. Sobald diese epigenetischen Anlagerungen während der ersten Trainingsphase von der Muskelzell-DNA abklangen, stieg die Genaktivität. Diese Veränderungen blieben während der Trainingspause erhalten und wurden in der zweiten Trainingsphase sogar verstärkt. Diese Studie demonstriert somit, dass sich die epigenetischen Informationen (Methylmoleküle) immer dann von der Muskel-DNA lösen, sobald ein Muskelwachstum stattfindet. Und noch viel wichtiger ist, dass die Trennung von DNA und Molekül bestehen bleibt, auch wenn das Krafttraining unterbrochen wird. Allein durch die Trennung kann demzufolge ein weiteres Muskelwachstum stattfinden. Laut Robert Seaborne können anhand dieser Prozesse nach einer Trainingsphase viele wachstumsfördernde Gene dauer-

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haft aktiv bleiben. „Das Wichtigste ist, dass diese Gene auch beim Muskelaufbau freibleiben.“, betont Seaborne. „Wenn man später wieder mit dem Training beginnt, sorgen die epigenetischen Veränderungen dafür, dass die Genaktivität - und somit das Muskelwachstum - noch stärker ausfallen.“. Das Fazit dieser Studie lautet, dass unsere Muskelzellen vergangene Erfahrungen direkt im Erbgut speichern. Unsere Muskeln besitzen ein „epigenetisches Gedächtnis“, durch welches sie sich an früheres Wachstum erinnern. Dieser Erkenntnis zufolge würden nicht nur Profisportler von ihren ehemaligen Dopingaktivitäten profitieren, sondern auch Menschen, die nach längerer Erkrankung mit dem Rehasport beginnen. Weitergehende Studien haben sich nun zum Ziel gesetzt, herauszufinden, wie unterschiedlich Trainingsprogramme gestaltet werden müssen, um diese genetischen Effekte zu aktivieren. Ein Meilenstein für die Rehabilitation!

Effektive Rehabilitation nach Verletzungen und Krankheit

Nach orthopädischen Verletzungen bildet sanftes Krafttraining eine wichtige Komponente einer effektiven Rehabilitationsmaßnahme. Mit Hilfe von Krafttraining sind Patienten wieder schneller mobil und belastbarer. Dies ist zurückzuführen auf eine Beschleunigung der Heilungsprozesse, die eingeleitet wird mit Hilfe der antientzündlichen und anabolen Wirkungen, die das Krafttraining zur Folge hat. Besonders nach langen, bettlägerigen Phasen atrophiert die Muskulatur, was bedeutet, dass sie sich zurückbildet. Ein kontinuierlicher Muskelschwund ist die Folge.


Differenziertes Krafttraining bietet sich daher vor allem bei orthopädischen Erkrankungen wie Osteoporose, Arthrose oder bei degenerativen Prozessen wie bei Morbus Bechterew oder Spondylarthrose an. Auch Krebspatienten können zum Beispiel von einem Krafttrainingsprogramm profitieren, indem der durch Muskelaktivität angeregte Energiestoffwechsel die Giftstoffe einer Chemotherapie schneller wieder aus dem Körper ausschleust. Effektives Training stellt eine sichere Vorbereitung für den Alltag dar mit dem Ziel einer sichereren Mobilität und mit einer letzten Endes schnelleren Genesung.

Günstige hormonelle Auswirkungen durch Sport

Es ist erwiesen, dass jede sportliche Betätigung zum Anstieg von Hormonkonzentrationen im Blut führt. Diese spielen eine wichtige Rolle für reparative Prozesse, die nach einer Krankheit stattfinden. Zu diesen reparativen Prozessen zählen zum Beispiel Muskel- und Knochenaufbau. Während und nach dem Krafttraining erhöhen sich die Testosteron- sowie Wachstumshormonwerte (STH) im Blut. Je intensiver trainiert wird, desto höher fällt diese Hormonausschüttung aus. Verstärkt wird dieser Prozess zudem durch kurze Pausen zwischen einzelnen Sätzen, durch Wiederholungen im Bereich von 85 bis 95 Prozent Fmax und durch Übungen, die möglichst viele Muskelgruppen beanspruchen. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass Testosteron den Aufbau des körpereigenen Muskelproteins fördert, ebenso wie die gesamte Proteinsynthese, anabole Stoffwechselvorgänge und Gewebeaufbau von Knorpelfasern. Vor einigen Jahren stellten Forscher der Universität Kopenhagen fest, dass auch die Muskeln selbst fähig sind, Hormone zu produzieren. Man fand bisher über 400 Myokine, weitere antientzündliche Hormone, die den Muskelaufbau unterstützen, die Neubildung von Blutgefäßen aktivieren und vermehrt Nervenzellen produzieren. Auch bei den Myokinen gilt: je intensiver das Krafttraining absolviert wird, umso mehr dieser Botenstoffe werden produziert.

Günstige Auswirkungen auf Gehirnstoffwechsel und Psyche

„Was Du Dir abläufst auf dem Schuh, das fließt Dir geistig doppelt zu!“. Schon Johann Wolfgang von Goethe wusste, dass dynamische Trainingseinheiten mit hohen koordinativen Anforderungen die Gehirndurchblutung fördern und die Leistung des Kurzzeitgedächtnisses positiv beeinflussen. Darüber hinaus setzt körperliche Aktivität stimmungsaufhellende und motivierende Akzente, vor allem nach intensiven Einheiten. Krafttraining fördert langfristig die Haltung und somit unser Selbstbewusstsein. Denn bekannterweise beeinflusst unsere Psyche auch unsere Körperhaltung. Wer niedergeschlagen ist, sitzt gerne in gebeugter Körperhaltung. Umgekehrt beeinflusst unsere Physis auch unsere Psyche. Mit einer kraftvollen Haltung der Rückenstrecker und der Rhomboiden können wir unsere Stimmung sofort verbessern. Krafttraining wirkt sich nicht nur positiv auf unseren Gehirnstoffwechsel aus, sondern auch auf unsere Psyche. Wenn man regelmäßig trainieren geht, kommt es zu lokalen Laktatanhäufungen in den Körperarealen, die belastet wurden. Genau dort werden sodann vermehrt Endorphine ausgeschüttet, die wiederum eine antidepressive Wirkung haben. Nicht nur das! Eine Studie zu dieser Thematik hat ergeben, dass ein 8-monatiges Krafttraining Angstsymptome wesentlich reduzieren konnte. Dies kam den Patienten einer psychiatrischen Klinik zugute. Ich habe Ihnen nun viele Fakten aus der Neurologie und Biologie vor Augen geführt. Persönlich ist es mir jedoch viel wichtiger Ihnen nahezulegen, Ihre eigenen Körpererfahrungen mit Krafttraining zu machen, damit Sie Ihr Körpergefühl verbessern und schließlich Ihr Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein wieder stärken können. Denn auch diese haben im Zuge einer längeren Krankheit sehr gelitten.

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Gewicht reduzieren?

Mit Mut den ersten Schritt in ein leichteres Leben wagen. von Lisa Rehnig

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eder kennt das Problem: Man probiert unzählige Diäten aus, doch keine hilft auf lange Sicht. Schnell baut sich Frustration auf und das Ziel der vorgenommenen Gewichtsabnahme rückt in weite Ferne oder wird komplett aufgegeben. Nur eine Ernährungsumstellung, die an den eigenen Alltag angepasst ist und gewisse Freiheiten erlaubt, kann eine dauerhafte Lösung des Gewichtsproblems sein. Doch wann findet man den Mut, den ersten Schritt zu gehen und sich zu sagen: „Ich werde abnehmen - und das auf gesunde Weise!“? Aussagen, wie zum Beispiel „Ab Montag geht es wieder los!“, „Ab dem 1. im Monat fange ich an.“ oder auch „Nach den Feiertagen gibt es nur noch Obst und Gemüse!“ helfen dabei allerdings nur bedingt. Für viele Personen sind klare Zeitvorgaben wichtig und sinnvoll, um überhaupt anzu-

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fangen. Das Aufschieben auf morgen oder nächste Woche ist dabei häufig jedoch eine unerwünschte Folge. Klare Ziele sind von großer Bedeutung, um den notwendigen Schritt in Richtung Gewichtsreduktion zu wagen. Wunschvorstellungen, wie zum Beispiel das Tragen eines schönen Kleides auf der Hochzeit der Kinder, das Treppensteigen ohne schnaufen oder wieder in die Lieblingshose zu passen, bringen oftmals einen starken Willen zum Starten hervor. Jemanden zu seinem Glück zu zwingen, ist nur bedingt möglich, denn der eigene Wille ist essentiell, um durchzuhalten. Nicht selten kann das eigene Erscheinungsbild als Motivation dienen. Der Blick in den Spiegel löst zwar anfangs meist Frustration und Verzweiflung aus, allerdings kann man mit


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genau diesen Gefühlen, den Mut finden, etwas zu ändern. Sein Aussehen verändern zu wollen, bildet den Grundstein für einen starken Willen, der langfristig anhält. Ein bedeutender Aspekt, der häufig vernachlässigt wird, ist dabei, dass man nur für sich selbst abnimmt. Mit der Gewichtsabnahme tut man sich selbst etwas Gutes, dieser Gedanke muss im Vordergrund stehen. Man sollte auf keinen Fall abnehmen, weil Magazine, das Fernsehen, Nachbarn, Kollegen oder auch unbekannte Personen einen dazu drängen oder es von einem verlangen. Leider bleibt oftmals die psychische oder auch physische Erniedrigung und Demütigung durch Mitmenschen nicht aus. Anstatt dem Abnehmenden Unterstützung und Respekt entgegenzubringen, werden negative Kommentare abgegeben oder die Person wird belächelt. Die Bereitschaft, Menschen so zu akzeptieren wie sie sind, verliert heutzutage offensichtlich immer mehr an Bedeutung. Dennoch sollte man sich auch davon nicht entmutigen lassen, sondern vielmehr noch diese negative Energie in etwas Positives umsetzen. Es geht bei einer Gewichtsabnahme in erster Linie darum, sich selbst etwas zu beweisen und eigene Ziele umzusetzen. Diese Motivation gilt es zu bewahren, ungeachtet der Reaktion der Umwelt. Zum Abnehmen gehört also eine ganze Menge Mut. Denn nach dem ersten Schritt, die Gewichtsabnahme zu beschließen, folgt eine lange Phase, in der das Ziel umgesetzt werden muss. Die Umsetzung ist meist mit Anstrengung, Zeit, Niederlagen und Angst verbunden und keineswegs leicht. Deshalb ist es wichtig, sich Etappenziele zu setzen, um die eigene Motivation aufrechtzuerhalten. Denn auch auf kleine Erfolge kann man bauen und stolz sein. Vor allem aber darf man nie den Mut verlieren, sich weiterhin jeden Tag zu überwinden und Stück für Stück sein Ziel zu verwirklichen.

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Körperlicher Aktivität und Bewegung bei einer Krebserkrankung Wie Sie den Mut finden, trotz einer Krebsdiagnose den Weg zum Sport (neu) zu entdecken von Daniela Völker und Miriam Jungkind

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achdem Krebspatienten jahrzehntelang zur körperlichen Schonung geraten wurde, um die Anstrengungen der Therapie zu verkraften, wird körperliche Aktivität, Bewegung und Sport heutzutage umso mehr befürwortet. Dies betrifft nicht nur die Phase nach einer ambulanten oder stationären Rehabilitationsmaßnahme, sondern bereits die Zeit vor und während der Krebstherapie. Das Ziel von körperlicher Aktivität ist hier, den Verlauf und möglicherweise auch den Erfolg positiv zu beeinflussen. Zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen mittlerweile, dass Bewegung und Sport nicht nur die allgemeine körperliche Leistungsfähigkeit verbessert, sondern auch die Nebenwirkungen der Chemo- oder Strahlentherapie, wie beispielsweise das Erschöpfungssyndrom

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(Fatigue), verringern und die Verträglichkeit positiv beeinflussen können. Bewegung und Sport reduzieren nicht nur den Muskelabbau, der durch die langen Liegephasen während der Therapie verursacht wird, sondern sie kräftigen auch das Herz-Kreislauf-System sowie das Immunsystem und können die Psyche positiv bestärken. Außerdem steigt durch körperliche Aktivität die Lebensqualität und die Patienten fühlen sich sowohl körperlich als auch psychisch fitter und vitaler. Darüber hinaus kann Sport auch nachweislich das Auftreten einer Osteoporose verringern beziehungsweise zum Erhalt der Knochensubstanz beitragen.

prozess unterstützen. Sport wird hierbei natürlich nicht im Sinne von „sich bis zur völligen Erschöpfung verausgaben“ verstanden, sondern vielmehr als Gesundheitssport, bei dem man wieder das Vertrauen in den eigenen Körper und somit auch wieder mehr Selbstvertrauen gewinnt. Jeder empfindet die Diagnose Krebs natürlich auf unterschiedliche Weise und geht anders mit dieser schwierigen Situation um. Jeder Patient hat sein eigenes Krankheitsbild. Aber jeder kann durch Sport neuen Lebensmut und neue Lebensfreude gewinnen, eventuelle Depressionen verbannen und möglicherweise den Behandlungserfolg verbessern.

Bewegung, körperliche Aktivität und Sport können somit die medizinische Versorgung ergänzen und den Heilungs-

Daher ermutigen auch immer mehr Ärzte ihre Patienten zur körperlichen Aktivität und klären über deren positive


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Effekte auf. Auch Frauen mit Brustkrebs kann zu einem wohldosierten Muskeltraining geraten werden. Denn entgegen der weit verbreiteten Befürchtungen müssen Betroffene, die ein angepasstes Krafttraining durchführen, nicht mit einem erhöhten Risiko für ein Lymphödem im Arm rechnen. Im Gegenteil: Kraftsport bietet offenbar sogar einen gewissen Schutz vor dieser gängigen Komplikation, was auch durch zahlreiche Studien belegt ist. Trotz aller wissenschaftlicher Studienergebnisse über die Machbarkeit, Sicherheit und die positiven Wirkungen, ist es dennoch notwendig, dass Krebspatienten noch stärker dazu ermuntert werden, sportlich aktiv zu werden und auch vor einem gezielten Kraft- und Ausdauertraining nicht zurückzuschrecken. Es ist nie zu spät, um der Gesundheit zuliebe mit Sport anzufangen. Wichtig ist dabei natürlich die Unterstützung durch qualifizierte TrainerInnen und ÜbungsleiterInnen, die die Krebspatienten auf ihrem Weg zu einem aktiveren Lebensstil begleiten und dabei helfen, den inneren Schweinehund zu überwinden, bis sie sich schlussendlich selbst langfristig zur sportlichen Aktivität motivieren können. Konkrete Handlungsempfehlungen, eine regelmäßige, individuelle Betreuung und ein auf das jeweilige Leistungsniveau angepasster Trainingsplan führen dazu, dass die Motivation erhalten bleibt und das Training als kontinuierlicher Baustein in den Alltag integriert wird. Zu beachten ist dabei immer die aktuelle persönliche Situation und das Empfinden des Patienten. Je nachdem in welcher Phase der Erkrankung sich der Betroffene gerade befindet, gehört sicher eine gehörige Portion Mut und Selbstbewusstsein dazu, um mit dem Training in einem Gesundheitszentrum zu beginnen, erst Recht, wenn sich beispielsweise das Äußere durch die Therapie verändert hat. Dann den Mut zu haben, (wieder) mit dem Sport zu beginnen, an einem Kurs speziell für Krebsbetroffene teilzunehmen, sich nicht aufzugeben, sich zu akzeptieren wie man ist, zeugt von großer Stärke und verdient höchste Anerkennung. Auch wenn es dem ein oder anderen am Anfang sicher schwer fallen wird, sich mit der neuen Situation zu arrangieren, sollte man nie den Mut verlieren und trotz aller Hindernisse und Schwierigkeiten nie aufgeben. Wagen Sie einen Mutausbruch und nutzen Sie die verschiedenen, unterstützenden Angebote vom Training in speziellen Kursen bis hin zum individuellen Trainingsprogramm. Tun Sie aktiv etwas für Ihre Gesundheit! Denken Sie daran: „Mut steht am Anfang des Handelns, Glück am Ende.“ – Demokrit

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Champignon-Carpaccio mit Parmesan

• Die Pilze mit einer Pilzbürste vorsichtig reinigen, in gleichmäßige, dünne Scheiben schneiden und leicht überlappend auf einem Teller auslegen.

Mit Kräutersalz und frisch gemahlenem Pfeffer würzen.

• Den Rucola verlesen, die Stiele abzupfen, waschen, trocken tupfen, klein schneiden und auf den Pilzen verteilen.

• Die Tomaten halbieren und dazu anrichten, das Pesto mit dem Wasser verrühren und darüber träufeln. Mit der Balsamico Crema überziehen und den Parmesan darüber hobeln.

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Sehr fein schmeckt das Carpaccio auch mit frischen Steinpilzen oder mit Kräuterseitlingen.

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Bauchmuskelübung Bosu Ball Mountain Climber von Moritz Nägele, ZAP Personal Trainer

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er kennt es nicht? Zum Abschluss einer Krafttrainingseinheit stehen meistens zwei Bauchübungen auf dem Trainingsprogramm, drei Sätze am AbCoaster, gefolgt von unzähligen Wiederholungen am Bauchtrainer und dennoch versteckt sich das Sixpack unter unseren Fettpölsterchen. Um eine funktionelle, starke und ästhetische Bauchmuskulatur zu erlangen, benötigt man mehr als nur das eintönige Krafttraining an den Maschinen. Wieso nicht den Mut fassen, etwas Neues ausprobieren und ihrem Bauchmuskeltraining einen neuen hochwirksamen Trainingsreiz verpassen? Freies Bauchmuskeltraining, in der Fitnessbranche als Core-Training (Core = Kern) bekannt, ist nicht nur hochwirksam, sondern auch sehr zeiteffizient.

Das Core-Training kombiniert dynamische und statische Bauchmuskelübungen, wodurch sich ein neuer wirksamer Trainingsreiz entwickelt. Eine Beispielübung, welche die Einzigartigkeit des CoreTrainings verdeutlicht, ist der „Bosu Ball Mountain Climber“.

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Worauf kommt es an?

Damit Sie das Gleichgewicht auf dem Bosu Ball halten können, ist bei dieser Übung eine ausgeprägte Körperspannung wichtig. Der Körper soll von Kopf bis Fuß eine Linie bilden und während des alternierenden Anziehens der Knie auch stets in dieser Position bleiben. Voraussetzung hierfür ist es, die Stabilität im oberen Anteil des Rumpfes aufrecht zu halten, da der untere Anteil der Rumpfmuskulatur für das Anziehen sowie Rotieren der Knie zum seitenverkehrten Ellenbogen zuständig ist.

Vorteile der Übung

Die Kombination aus isometrischer sowie dynamischer Arbeitsweise der Muskulatur ermöglicht es, dass Sie Ihre Bauchmuskulatur mit einem hochwirksamen Trainingsreiz trainieren. Während bei einer Bauchübung an einer Bauchmaschine ausschließlich die gerade Bauchmuskulatur effektiv angesprochen wird, werden beim Mountain Climber mit dem Bosu deutlich mehr Muskelfasern angesprochen und auf unterschiedliche Art und Weise aktiviert.


Die isometrische Arbeitsweise der Rumpfmuskulatur ist Hauptbestandteil der Übung. Ohne diese Grundspannung würden Sie sich nicht auf dem Bosu Ball halten können. Zusätzlich zur Bauchmuskulatur müssen auch die Rücken-, Schulter- und Gesäßmuskulatur zur Stabilisation des Körpers auf dem instabilen Untergrund angespannt werden. Den Anteil der dynamischen Muskelkontraktion übernimmt die Hüftbeugermuskulatur, welche für das Anziehen der Knie verantwortlich ist. Die schräge Bauchmuskulatur sorgt für die anschließende Rotation des Knies zum gegenüberliegenden Ellenbogen Kurz zusammengefasst: Die unterschiedliche Arbeitsweise der Muskulatur (statisch & dynamisch) ist für ein effektives und erfolgreiches Bauchmuskeltraining verantwortlich.

Mögliche Fehler

Aufgrund der Komplexität der Übung gilt es mögliche Fehler kurz anzusprechen, um eine sauber Ausführung zu gewährleisten. Ein häufig auftretender Fehler, welcher unbedingt vermieden werden soll, ist eine extreme Lordose der Lendenwirbelsäule. Wie vermeiden Sie dieses Problem? Spannen Sie die Gesäß- und Rumpfmuskulatur an und versuchen Sie den Bauchnabel nach innen zur Wirbelsäule zu ziehen. Dadurch wird sich die Körperhaltung verbessern und Sie können die Balance auf dem Bosu Ball länger und effektiver halten. Ist Ihr Interesse an funktionellen Übungen geweckt? Dann sprechen Sie mich oder einen anderen Trainer auf der ZAP Fläche an und wir helfen Ihnen gerne. Viel Erfolg beim Trainieren!

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KAMPFSPORT

Mut zur charakterlichen Stärke Ein Ziel im Kampfsport Viet Vo Dao von Kristina Schröder

„Ich möchte weniger Angst haben.“ oder „Mein Kind soll selbstsicherer werden.“ Das sind - neben dem Spaß am Sport und der Fitness - Gründe, warum sich Menschen für die Ausübung eines Kampfsports entscheiden. Der Zusammenhang liegt auf der Hand: „Ich lerne mich und andere zu verteidigen, bin nicht mehr wehrlos, also kann ich mutiger sein.“ Aber ist das wirklich schon alles, was ein Kampfsport beziehungsweise eine Selbstverteidigungssportart bietet: körperliche Wehrhaftigkeit? Und wenn das so wäre, ist das wirklich der Weg zu mehr Mut? Und Mut zu was eigentlich? Der beschriebene Ansatz ist aus Sicht des professionellen Viet Vo Dao-Trainers sehr einseitig. Zu einer gesunden und starken Persönlichkeit gehört mehr: Es geht um „Mut zur charakterlichen Stärke“. Genau das ist Ziel eines längerfristigen und ganzheitlichen Trainings im Viet Vo Dao.

Der Anfang: Mut zum ersten Schritt

Der erste Schritt zu einem neuen Sport ist der Mut damit zu beginnen, auch im Viet Vo Dao. „Ich würde gerne“ reicht leider nicht. Vorurteile (und Ausreden) wie „Ich bin zu alt“ oder „Ich bin nicht sportlich genug“ gilt es zu überwinden. Wer den Weg in das erste Probetraining geschafft hat, zeigt bereits die Entschlossenheit an sich zu arbeiten.

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Ist diese Hürde genommen, hilft das gemeinschaftliche Training dabeizubleiben, denn die Gruppe stärkt den Einzelnen und somit auch seinen Willen. Und nicht zuletzt ist es die Aufgabe des Trainers, Mut zu machen.

festigte Selbstsicherheit gibt die Kraft allen Herausforderungen positiv gegenüberzustehen, anstatt diesen mit Angst zu begegnen.

Umgang mit Selbstzweifeln

Durch das Training „... soll sich der Übende zu einem durchtrainierten, toleranten und aufgeschlossenen Menschen entwickeln (bescheiden, offen, aufrichtig, verantwortlich, hilfsbereit u. ä.) ...“ so wird es in der Viet Vo Dao-Ordnung, den schriftlichen Rahmenbedingungen, beschrieben. Die soziale Dimension des Themas „Mut“ wird hier in den Mittelpunkt gerückt.

Die Konfrontation mit ständig wechselnden Aufgaben und die daraus folgende Überforderung kann zu Zweifeln an der eigenen Leistungsfähigkeit führen. Daraus resultiert, dass man sich einer Herausforderung nicht gewachsen fühlt und aufgibt, also den Mut verliert. Wir trainieren solche Situationen, um ein Bewusstsein dafür zu schaffen, nicht problem-, sondern lösungsorientiert zu handeln. Kampfsportliche Paradebeispiele sind Partnerübungen mit einem körperlich überlegenen Partner oder das Lernen eines komplexen Bewegungsablaufs. Im Training wird in einem geschützten Rahmen mit solchen Überforderungen gearbeitet, um diese bewusst wahrzunehmen und dennoch handlungsfähig zu bleiben. Dabei fällt immer wieder der Satz „Ich kann das nicht!“. Im Training verwandelt er sich Stück für Stück in „Ich kann das noch nicht“. Es zählt: „Glaub an dich! Nimm deine Grenzen an und traue dich, sie Stück für Stück zu verschieben.“ So entwickelt sich immer mehr der Mut zur persönlichen Veränderung. Eine ge-

Mut zur Offenheit und zur sozialen Kompetenz

Ein Beispiel aus dem Training: Das gemeinsame Üben ist in einer Selbstverteidigungssportart essentiell. Da in unseren Gruppen Anfänger sowie Fortgeschrittene, Frauen sowie Männer und alle Gewichtsklasse gemeinsamen trainieren und die Trainingspartner wechseln, müssen auch sehr unterschiedliche Menschen miteinander üben. Dabei lernen die Teilnehmer, sich auf verschiedene Charaktere einzustellen, sowohl in den Kindergruppen als auch bei den Erwachsenen. Toleranz wird zur Grundfähigkeit, da nicht jedem jeder Trainingspartner liegt und dennoch ein gemeinsames Training gefördert wird. Der Trainer behält das im Blick, thematisiert das und greift bei Bedarf helfend ein.


Mit jedem Trainingspartner entstehen neue Herausforderungen: Das Training für einen Fortgeschrittenen mit einem Anfänger ist dabei genauso herausfordernd und zielführend wie andersherum. Beide profitieren auf ihre eigene Weise. Der Fortgeschrittene oder „Stärkere“ geht mit den Schwächen des anderen sorgfältig um und trainiert kontrolliert und verantwortungsbewusst. Der Anfänger oder „Schwächere“ lernt die Scheu zu verlieren und Fragen zu stellen, um von den Erfahrungen zu profitieren. Vorurteile werden abgebaut, der Mut aufeinander zu zugehen wird gestärkt. Das Ziel ist, diese gewonnene Sozialkompetenz auch außerhalb des Trainings einzusetzen und Verantwortungsbewusstsein und Zivilcourage in den Alltag zu übertragen. Die Erfahrung zeigt, dass dieser Ansatz gelingt.

Überwindung von Angst

Nicht zuletzt geht es um das klassische Verständnis des Begriffes „Mut“: Die Überwindung der eigenen Angst. Besonders bei der Vorbereitung auf Gürtelprüfungen tritt dieses Phänomen hervor oder auch bei bestimmten Disziplinen, bei denen das Thema „angstfreier werden“ im besonderen Maße gefordert wird. Typische Beispiele hierfür sind Roll- und Falltechniken sowie - ab einer bestimmten Stufe und einem bestimmten Alter der Freikampf und Bruchtests. Dabei geht es selten um körperliche Überlegenheit oder Kraft, sondern oft um Willensstärke und die Selbsteinschätzung mit dieser Situation angemessen umzugehen. Die Anforderungen an jeden Einzelnen (auch in den Prüfungen) haben ein hohes Niveau, sind aber an die jeweilige Leistungsfähigkeit angepasst.

Mit diesen neuen Anforderungen zu wachsen und dafür bereit zu sein, ist Teil des Viet Vo Dao - auch und gerade dann, wenn der Kampfsportschüler diese Potenziale in sich selbst noch nicht erkennt. Dies einzuschätzen ist eine der Fähigkeiten, die der Trainer mitbringt. So macht der wörtliche „Durchbruch“ eines Brettes plötzlich die eigene Stärke greifbar und gerade Frauen, die sich eher als schwach einschätzen, gehen aus diesem angeleiteten Erfolg mit einem gestärkten Selbstbild hervor. Je größer die Hürde erscheint, die es zu überwinden gilt, desto größer der Effekt für das Selbstbewusstsein, wenn diese gemeistert wurde. Fazit: „Stark sein, um nützlich zu sein“ ist das offizielle Motto von Viet Vo Dao. „Stark“ im Sinne von mutig und körperlich fit, „nützlich“ im Sinne von hilfreich und verantwortungsbewusst.

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FIT & SPASS Lang ersehnt: See und Freibad des AQWA eröffnen am 1. Mai die Freibadesaison

Viele Aktionen und Attraktionen erwarten die Besucher in diesem Jahr

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ndlich: Der Sommer steht vor der Tür. Sonnenschein auf der Haut, eine leichte Brise im Gesicht, ein kühles Getränk in der Hand – so lässt sich das Leben genießen. Freuen dürfen sich alle Frischluft- und Freibad-Freunde auf die Zeit ab Mai. Denn seit 1. Mai haben das Freibad und der Badesee des AQWA in Walldorf wieder ihre Pforten geöffnet. Das AQWA steht für doppelten Badespaß: Die Schwimm- und Badebecken lassen die Herzen von sportlichen Schwimmern höher schlagen. Im Olympia-Becken mit 50 Meter Länge ziehen den ganzen Sommer hindurch ambitionierte Wassersportler schon ab 7.00 Uhr morgens ihre Runden in entspannter Atmosphäre und begrüßen so den Tag. Im großen Badesee lässt es sich gemütlich planschen, tauchen und dümpeln. Wer es gerne musikalisch bunt und live mag, ist hier den Sommer über ebenfalls gut aufgehoben.

unverwechselbaren Sound einzigartig in Europa. Die Musiker aus fünf Nationen machen Musik, die in Beine und Bauch geht: fette Grooves, ein knalliger Bläsersatz, die markante Stimme von Leadsänger Wayne Dallaway, das Spiel des Ausnahmetrompeters K. J. Dallaway, rockige Gitarrenriffs, Steeldrums und ein mehrstimmiger Gesang ergeben eine reizvolle Mischung und eine energiegeladene Show.

Menschen haben in 20 Jahren seit Gründung des Orchesters eines ihrer Konzerte besucht! Allesamt sind dies Benefizkonzerte, deren Einnahmen vollumfänglich gemeinnützigen Zwecken zur Verfügung gestellt werden. Auf dem bunten Spielplan finden sich klassische Orchesterwerke neben ausgefallenen Formaten, Filmmusik und Symphonic Rock.

Wenige Woche später dann ein weiteres Highlight auf der Seebühne: Am 26. Juli 2018 ist ein weiteres Mal das SAP Sinfoniekonzert zu Gast. Rund 190.000

Nach so viel Action: Mal richtig entspannen!

Volle Bühne, volle Action, volles Programm

Los geht’s am Pfingstwochenende mit einer Zeitreise in die 50er Jahre. Beim „Seastage Rockin“ am Sonntag, 20. Mai und Montag, 21. Mai 2018 ist die Seebühne Schauplatz für waschechten Rock´n Roll. Nicht nur wegen der schönen Umgebung sondern auch wegen der tollen Akustik ist dies der ideale Ort für ein Open-Air Konzert. Am Sonntagmittag sorgt hier bei hoffentlich strahlendem Sonnenschein die italienische Band „Los Terribles De Tijuana“ und montags dann „Roy Dee & The Spitfires“ aus Portugal für Beach-Party-Atmosphäre. Am 30. Juni 2018 wird es dann karibisch. Die auch über die Region hinaus bekannte Reggae-Band Riddim Posse hat über die Jahre ihren eigenen Stil entwickelt und ist mit ihrem

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Wer sich richtig ausspannen möchte, der lässt sich im schönen Massage-


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Lust auF SommEr? adsaison

tempel im Saunagarten „durchkneten“. Eine Massage von fachkundigen und gut ausgebildeten Masseuren ist immer eine Wohltat für den Körper und die Seele. Jegliche Form der Berührung ist für den Körper heilsam und wohltuend. Wählen kann man zwischen unterschiedlichen Massagen. Neben den klassischen Rücken, -Nacken oder Fußreflexzonenmassagen kann man sich auch eine Duft- und Relax-Massage, traditionelle Thai-Massage, hawaiianische Tempelmassage oder eine ayurvedische Massage gönnen. Wer nach so viel Action Hunger bekommen hat, muss nur ein paar Schritte zum nächsten Kiosk gehen. Pommes, Bratwurst oder Süßigkeiten, dazu eine eiskalte Cola oder einen Radler – das gehört zum Sommer einfach dazu. Zum Nachtisch dann noch ein leckeres Eis, es bleiben keine Wünsche offen!

Bälle fliegen hier um die Wette

Wer sich bewegen möchte, hat im AQWA die Wahl zwischen Beach-Volleyball, Soccer, Basketball oder Tischtennis. Das Angebot gleicht dem einer Multifunktions-Sportstätte. Hier kommt wirklich jeder auf seine Kosten. Natürlich darf da auch eine Minigolf-Anlage nicht fehlen. Sie ist auch zugänglich, ohne Gast im AQWA zu sein. Denn: Minigolf geht immer. Das ist ein Sport für Groß und Klein und zudem bei fast jedem Wetter. Auf der frisch renovierten Anlage kann man dank Beleuchtung sogar bis in die Dämmerung spielen.

Auch an die Kleinen wird hier gedacht

Das Nichtschwimmerbecken ist bei warmem Wetter immer bevölkert von kleinen Wasserratten, die gemeinsam die Rutsche erobern und durchs Wasser toben. Die Kleinsten stürmen den Kleinkindbereich und entern das Piratendorf oder planschen im Wasserspielgarten am seichten Seeufer. Auf dem Wasserspielplatz wird derweil fleißig gearbeitet: Hier entstehen Wasserstraßen, auf denen kleine Schiffchen schippern und kunstvolle Dämme das Wasser aufstauen. Über allen Kleinkindbereichen hängen im AQWA große Sonnensegel, damit sich niemand einen Sonnenbrand holt. Der

große Badesee mit flachem Sandstrand weckt bei allen Wasserfreunden Urlaubsgefühle. Alle Outdoor-Freunde und Naturliebhaber fühlen sich hier pudelwohl – ob beim Schwimmen im glasklaren Wasser, beim Dösen am Seeufer oder beim Sandburgenbauen am Strand. Schattige Plätzchen finden sich im angrenzenden naturbelassenen Wald. Sonne satt hingegen bekommen Sonnenhungrige auf den terrassenartigen Liegeflächen direkt am See – das Plätschern der Wasserkaskaden ist dabei inklusive.

b Eröffnung der Frei

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ab dem 01.05.201

Trendsportart Stand Up Paddling

Wer mal etwas Neues probieren möchte, der leiht sich einfach ein Brett und stellt sich drauf. Stand Up Paddling nennt sich die neue Trend-Sportart, die eine Menge Ausdauer und Geschicklichkeit verlangt. Dabei paddelt man im Stehen auf einem Surfboard: Ein hervorragendes Ganzkörper-Workout! Kennenlernkurse finden unter der Woche abends statt. Für Fortgeschrittene werden Ausflüge zu nahe gelegenen Waldseen oder in alte Rheinnebenarme angeboten. Den Boardsport organisiert das AWQA direkt vor Ort für neugierige Sportler, die gerne einmal etwas ausprobieren möchten.

Schon gewusst?

Zu guter Letzt noch ein geheimer Supertipp: Besuchen Sie im Sommer doch mal die Sauna! Menschenleer wie sie dann ist wird sie zu einem riesigen Genusstempel. Auch bei höheren (Außen-)Temperaturen ist ein Saunagang anregend und wohltuend. Zudem ist die eiskalte Erfrischung danach im Tauchbecken nie erwünschter und wohltuender als im Hochsommer. Also, los geht’s, Badetasche gepackt und rein ins erfrischende Vergnügen nach Walldorf!

Übrigens, die Eintrittspreise bleiben 2018 stabil, die Tageskarte kostet für Erwachsene 4,50 Euro, Kinder zahlen 3 Euro. Stand Up Paddling Verleih: halbe Stunde 10 Euro, Kurse ab 30,- Euro.

Entspannung

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Konzerte

Jahr k! Auch in diesem Von Soul bis Klassi auf te er ngsreiche Konz wieder abwechslu . unserer Seebühne

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Leistung & Erfolg

Stev, Tina und Noah

KURZ NOTIERT ...

Tom, Stev und Noah

Die Jüngsten der Tennisakademie Rhein-Neckar auf der Erfolgsspur

Enorm erfolgreich zeigte sich der Nachwuchs aus den Altersklassen U8 bis U12 unter der Betreuung von Stev Kleine bei Jüngstenturnieren der Region. Allein bereits in diesem Jahr verzeichnet die Tennisakademie Rhein-Neckar fünf Finalisten bei den badischen Jüngstenmeisterschaften. Drei der jüngsten Tenniscracks konnten den Titel eines Badischen Jüngstenmeisters für sich erkämpfen. Wir beglückwünschen Tom Siebold (Badischer Jüngstenmeister in der Halle), Noah Zeiger und Tina Manescu (Badischer Jüngstenmeister auf Asche) und dem Finalisten Amir Albeck, der sich Deutschlands Nummer 1 der aktuellen deutschen Jugendrangliste U12 geschlagen geben musste. Unser herzlicher Glückwunsch Glückwunsch zu dieser fantastischen Leistung gilt auch dem Trainer Stev Kleine. Wir sagen: Weiter so!

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Step by step zu Olympia …

Ein weiterer Schritt Richtung Olympia ist geschafft. Im letzten Monat qualifizierte sich Marie Retzer, Auszubildende zur Fitnesskauffrau im Zentrum Aktiver Prävention, auf einem Internationalen Turnier „Round Robin“ für die Europameisterschaft. „Ich traf auf eine Auswahl internationaler Spitzenathletinnen, gegen die ich mich nach harten Kämpfen durchsetzen konnte. Bei der EM im Juni in Bulgarien warten nun neue Herausforderung und spannende Kämpfe auf mich. Eine Herausforderung die ich gerne und mutig annehmen werde!“


Wellnessurlaub mit unendlich vielen Inspirationen Spirit & Spa Hotel BIRKENHOF AM ELFENHAIN: magisch.mystisch.menschlich…

Schwimmen unter freiem Himmel im 32° C warmen Wasser mit traumhaftem Blick auf die unendlichen Weiten der Bayerwaldberge, wohltuende Anwendungen in der märchenhaften Wellnesspagode „SinnesReich“ genießen – das Spirit & Spa Birkenhof am Elfenhain inmitten der Hügel und Wälder des Bayerischen Waldes ist ein 4-Sterne Wellnesshotel für die Sinne. Neben dem klassischen Wellnessbereich auf 3.500 qm mit 8 verschiedenen Saunen verwöhnt in der fernöstlichen anmutenden Pagode ein engagiertes Team die Gäste mit klassischen Treatments und aus-

gefallenen Spa-Anwendungen im Zeichen der 4 Elemente oder aus fernen Ländern. Im Birkenhof ist die Natur spürbar nah. Die Chefin des Hauses hat das GartenReich liebevoll gestaltet und zahlreiche Ruheinseln laden zum ausgiebigen Relaxen ein. Ein Chakra-Spazierweg führt auf eine Reise durch den Körper, im mystischen Elfenhain kann man herrlich die Seele baumeln lassen und auf dem keltischen Baumpfad findet jeder seinen ganz persönlichen Baum. Wer im Birkenhof InspirationsWellnessurlaub verbringt, kann einfach mal „schnuppern“: Ob

Hui Chun Gong, Pranayama, Yoga, Aquafitness oder Schamanische Trommelreisen: Offenheit und Kreativität schaffen eine besondere Wohlfühlatmosphäre. Vielseitigkeit und Varietät bietet auch das Restaurant „GaumenZauber“. Das Küchenteam zaubert von regionalen Landgenuss-Schmankerln bis veganvegetarischen Gourmet-VitalGerichten eine bunte Palette köstlicher Wellnesskulinarik. Freuen Sie sich auf uns wir freuen uns auf Sie!

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Prof. Dr. Dr. h. c. Detlef Junker

IM INTERVIEW

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„Mut ist für mich der Mut zum eigenen, begründeten Urteil und der Wille, danach zu handeln. Für einen Historiker kann der Mut nicht die Tapferkeit eines Extremsportlers sein!“ Prof. Dr. Dr. h. c. Detlef Junker, Gründungsdirektor Emeritus HCA – Heidelberg Center for American Studies, Distinguished Senior Professor der Universität Heidelberg im persönlichen Gespräch mit Matthias Zimmermann

D

as Ambiente der Alten Aula der Universität wäre dem Anlass angemessen gewesen – der Raum reichte jedoch nicht aus. Zu groß war der Andrang, den die Einladung zu seiner Abschiedsvorlesung nach sich zog. Über 500 Gäste durfte Detlef Junker deshalb am 08.02.2018 in der Neuen Aula der Ruperto Carola willkommen heißen, darunter hochrangige Persönlichkeiten aus Wissenschaft und Wirtschaft, Politik und Journalismus. Ein halbes Leben – davon fünf Jahre als Direktor des Deutschen Historischen Instituts in Washington D.C., fünf Jahre als Curt-Engelhorn-Stiftungsprofessor für Amerikanische Geschichte am Historischen Seminar der Universität Heidelberg und anderthalb Jahrzehnte am HCA – erforschte, analysierte und lehrte der renommierte Historiker über historische, kulturelle, wirtschaftliche, politische und gesellschaftliche Entwicklungen in den USA. Mit wissenschaftlicher Expertise und Kommunikationstalent förderten er und sein stetig gewachsenes interdisziplinäres Team den Dialog zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit. So trugen sie zur Stärkung transatlantischer Netzwerke bei. Diese Abschiedsfeier am 8. Februar markierte den Höhepunkt und den Abschluss einer außergewöhnlichen akademischen Karriere an der Heidelberger Universität –

Foto: Tobias Schwerdt

mit einer Analyse über „Die Krise des amerikanischen Imperiums“. Die Ausführungen von Detlef Junker waren ebenso scharfsinnig wie kritisch, wer ihm zuhörte, musste zu dem Schluss kommen, dass Europa mutige Entscheider braucht, um Weichen für eine friedliche, freiheitliche und prosperierende Zukunft zu stellen. Als USA-Spezialist hat er des Öfteren Mut bewiesen: Schon beim Amtsantritt von Donald Trump bezeichnete Junker den Präsidenten öffentlich als amtsunfähig. In seiner Vorlesung sprach er von Trump als dem „Großen Ruinierer“. Er habe weder den Charakter noch das Urteilsvermögen, um das Amt verantwortungsvoll auszufüllen. Trump sei ein pathologischer Narzisst, der seit früher Jugend im Zentrum seines eigenen Universums stehe. Die Perspektiven für die USA, Europa und die Welt – mehr Risiken als Chancen – hat er in seiner Rede realistisch dargelegt. Nach fünfzehn Jahren an der Spitze des Heidelberg Center for American Studies ließ er die Zuhörerinnen und Zuhörer nachdenklich zurück – aber nicht, ohne dass diese ihm ihren Respekt für sein Referat, seine Karriere und seine Person mit Standing Ovations erwiesen. Fortsetzung »

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Lieber Herr Junker, Ihre Abschiedsvorlesung in der vollbesetzten Neuen Aula der Universität Heidelberg habe ich als großen Erfolg für Sie persönlich und für Ihr Heidelberg Center for American Studies wahrgenommen. Wie haben Sie diesen Abend und die Resonanz auf Ihren Vortrag erlebt? JUNKER: Zunächst habe ich mich über die vielen Gäste und das große Interesse an meinem Vortrag sehr gefreut. Das Thema „Die Krise des amerikanischen Imperiums“ ist natürlich von existenzieller Bedeutung für die Zukunft der transatlantischen Welt. Viele Menschen haben erkannt, dass die weltgeschichtliche Situation heute eine andere ist als zur Jahrtausendwende – und zur Zeit der Gründung des HCA. Die globale Machtverschiebung, die abnehmende Rolle der USA für die Kontinuität eines rechtsstaatlich-liberalen Staatengefüges auf beiden Seiten des Atlantiks und die Folgen für Europa erzwingen Veränderungen, die eine große Verunsicherung erzeugen. Auch deshalb bleibt die Aufgabe des HCA unverändert. Die akademische Welt und auch die Heidelberger Bürger erwarten vom HCA fundierte Analysen auf wissenschaftlicher Grundlage, realistische Urteile zur gegenwärtigen Situation und begründete Hypothesen über mögliche künftige Entwicklungen. … die ja in Ihrer Vorlesung eher pessimistisch ausgefallen sind! JUNKER: Ich würde eher sagen, meine Analyse ist nicht in erster Linie optimistisch oder pessimistisch, sondern realistisch. Wenn ich zu der Einschätzung gelange, dass der amerikanische Präsident seinem Amt nicht gewachsen ist und an Persönlichkeitsstörungen leidet, dann ist das eine Schlussfolgerung aus seiner Geschichte, seinen Taten, seinem Weltbild und den Urteilen derjenigen, die mit ihm unmittelbar zu tun haben. Ich folgere das aus dem, was er all die Jahre und erst recht seit seinem Amtsantritt im Januar vergangenen Jahres von sich gegeben hat. Und ich analysiere seine Entscheidungen. Die Zuhörer, die das dann als pessimistisch oder optimistisch werten, leiten dies aus ihrem eigenen, ganz persönlichen Bild von der Zukunft ab, das sich dadurch ergibt. Das ist ein Unterschied – und der ist wichtig, ich spreche also als Wissenschaftler, nicht als Politiker oder als Journalist.

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Prof. Dr. Dr. h. c. Detlef Junker, Jahrgang 1939, absolvierte zunächst eine Ausbildung zum Journalisten und Redakteur, bevor er 1962 ein Studium der Geschichte, Politikwissenschaft, Philosophie und Germanistik aufnahm, das ihn nach Innsbruck und nach Kiel führte, wo er 1967 promoviert wurde.

Mit einem Stipendium ging er nach Yale, an eine der renommiertesten amerikanischen Universitäten. Was ihn seit Kindertagen an begleitete – Begegnungen mit Amerikanern und ihrem Wirken in Europa nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs – wurde zu seiner Leidenschaft. Die USA, ihre Politik, Kultur, Wirtschaft und vor allem ihre Geschichte, aber auch die Menschen, ließen ihn nicht mehr los. Zurück in Deutschland habilitierte er sich 1974 an der Universität Stuttgart mit einer Schrift zum ökonomischen Interesse in der Außenpolitik der USA 1933–1941, bevor er ein Jahr später einen Ruf nach Heidelberg auf eine Professur für Neuere Geschichte erhielt. Er musste allerdings feststellen, dass es zur amerikanischen Geschichte so gut wie keine Literatur gab. Um Abhilfe zu schaffen, begann er seine erste Spendensammlung. Der Startschuss war der „Amerikatag“ im Rahmen der 600-Jahrfeier der Universität Heidelberg 1986. Seine Fähigkeit, Menschen zu begeistern und Förderer zu gewinnen, führte auch zur Gründung der Jacob Gould Schurman Bibliothek für amerikanische Geschichte, benannt nach dem Studenten der Ruperto Carola und späterem US-Botschafter, dem Heidelberg die Neue Universität zu verdanken hat. Die Kunst des Fundraising und seine Neigung zur interdisziplinären, wissenschaftlichen Arbeit verfeinerte er während seiner Zeit in Washington als Direktor des Deutschen Historischen Instituts von 1994 bis 1999.

Alles in allem verbrachte er fast neun Lebensjahre in den USA, die er auch nutzte, um 48 Bundesstaaten mit dem Auto zu bereisen, Land und Leute kennen zu lernen.

Zurück in Deutschland erwarb er sich als Curt-Engelhorn-Stiftungsprofessor für Amerikanische Geschichte einen internationalen Ruf als Amerikakenner. Er empfand seine Emeritierung im Jahre 2004 aber nicht als krönenden Abschluss einer akademischen Karriere, sondern als Aufbruch, einen alten Traum zu verwirklichen, nämlich den Aufbau eines interdisziplinären Zentrums für Amerikastudien. Aus bescheidenen Anfängen des „Heidelberg Center for American Studies (HCA)“ mit zwei Räumen in der Altstadt wurde dank seiner Eigenschaften als Wissenschaftler und Fundraiser eine der besten Institutionen in dieser Disziplin in Europa – beherbergt im CurtEngelhorn Palais in der Hauptstraße 120. Dort hat seit dem 1. Februar 2018 der Ökonom Welf Werner den Staffelstab übernommen. Detlef Junker arbeitet nach 15-jähriger Tätigkeit als HCA Gründungsdirektor, Ehrendoktor der University of Maryland und Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande, weiter in einem kleinen Büro. Er bleibt Vorsitzender des Kuratoriums mit renommierten Förderern. Und er denkt darüber nach, welches Buch er schreiben möchte, vor allem aber, wie sich angesichts der weltpolitischen Revolution der Gegenwart der transatlantische Westen entwickeln wird.


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Prof. Dr. Detlef Junker und Dr. Matthias Zimmermann im Gespräch

Wobei Sie ganz zu Beginn Ihrer Karriere auch als Journalist tätig waren. JUNKER: Ich habe in der Tat das journalistische Handwerkszeug gelernt, als ich mich nach zwei Semestern Studium Anfang der sechziger Jahre dazu entschloss, eine journalistische Ausbildung anzutreten. Bei einer Tageszeitung habe ich das Schreiben gelernt. Als junger Volontär wurde mir sehr konsequent vermittelt, Meinung und Nachricht strikt zu trennen. Das journalistische Prinzip der Trennung von Nachricht und Meinung ist in unserer Welt der Emotionen, Verschwörungstheorien, asozialen Medien mit gewaltigem Desinformationspotenzial und „Echokammern“ zusehends gefährdet. Wenn der Journalismus versucht, die politische Agenda zu bestimmen, leidet die demokratische Kultur. Sie sprechen besorgniserregende Entwicklungen an – offen, deutlich und mutig. Ist dieser Mut nicht mehr denn je wichtig, da diese Tendenzen ja nun auch innerhalb von Deutschland erkennbar sind?

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JUNKER: Sie haben Recht, wenn Sie auf die politische Landschaft in Deutschland blicken. Auch bei uns gilt es, mehr denn je darauf zu achten, dass demokratische Prinzipien gewahrt bleiben – nicht nur auf der Straße, sondern mittlerweile auch in den Parlamenten. Und in der Tat lese ich in diesem Zusammenhang immer wieder von Mut, Entschlossenheit und anderen Tugenden, die wir benötigen. Mir geht es zuallererst um eine begründete, faktenbasierte Analyse. Dazu benötigt man zunächst Fleiß zum Sammeln der Fakten und Argumente, Zeit zum Nachdenken und den Verstand, um ein kohärentes Urteil zu bilden. Wenn Sie also in diesem Zusammenhang von Mut sprechen, dann meine ich den Mut zum eigenen, begründeten Urteil – also Mut im Kant´schen Sinne: Sapere aude! Habe den Mut, Dich Deines eigenen Verstandes zu bedienen! Der Mut eines Historikers kann ja nicht darin bestehen, Extremsportarten zu wagen, etwa den Ironman in Hawaii oder eine Skiabfahrt mit 160 Kilometer pro Stunde.

Der Wissenschaftler benötigt die Kraft, sich selbst immer wieder in Frage zu stellen, um nach gründlicher Prüfung zu einer eigenen Erkenntnis zu kommen – unabhängig von der Meinung anderer, die man gleichwohl kennen sollte. Ist all dies gegeben, lässt sich die gewonnene Einschätzung klar und deutlich formulieren, in einer Sprache frei von Jargon. Zu oft begegnet man heute, um mit Karl Kraus zu sprechen, einem weitschweifigen „Wortmaskenkostümverleih“. Selbst bei einer fundierten Analyse und guten Argumenten kann dies dazu führen, dass man sich Feinde macht. Diese Kontroverse muss man dann schon auch aushalten können. JUNKER: Diese Kontroverse, von der Sie sprechen, nenne ich einen offenen, wissenschaftlich begründeten Diskurs. Daran habe ich Freude, und deshalb habe ich eine akademische Laufbahn eingeschlagen. Die Freiheit der Wissenschaft ist ein hohes Gut. Ich habe mich nie verbiegen lassen. Die Frage nach der Unabhängigkeit von wissenschaftlichen


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Institutionen, die von privater Hand gefördert werden, ist deshalb wichtig und berechtigt. Für das HCA kann ich sagen, dass in all den Jahren nicht ein einziges Mal – nicht von Curt oder Heidemarie Engelhorn, nicht von Manfred Lautenschläger oder von anderen Förderern unseres Instituts – auch nur im Ansatz der Versuch unternommen wurde, auf unsere wissenschaftliche Arbeit und deren Ergebnisse Einfluss zu nehmen. Das hätte ich auch in aller Deutlichkeit zurückgewiesen. Diesen Umgang miteinander am HCA und mit unserem Umfeld, insbesondere mit unseren Förderern, betrachte ich als beispielhaft. Dafür bin ich sehr dankbar – übrigens auch für die sachlichen Kontroversen, die lebhaften Diskussionen und teils durchaus deutlichen Meinungsunterschiede. Wobei es einen Fall gab, der Sie auf die Titelseite der Zeitschrift der US-Streitkräfte „Stars and Stripes“ beförderte. Die Überschrift war wenig schmeichelhaft: „Skandal in Heidelberg …“ JUNKER: … das war damals, inmitten der zweiten Amtszeit von Georg W. Bush dem Jüngeren, in der Tat ein starker Wind, der mir da ins Gesicht blies. Ich erhielt 2006 die Ehrendoktorwürde der Maryland University. Man lud mich in das Patrick Henry Village ein, um eine Festrede über die deutsch-amerikanischen Beziehungen im 20. Jahrhundert zu halten. Neben der durchaus positiven Würdigung dieser Beziehungen habe ich auch darauf hingewiesen, wie kritisch die europäische Sichtweise auf die Amtsführung des damaligen amerikanischen Präsidenten gewesen sei. Diese europäische Kritik an dem Oberbefehlshaber der Studierenden – die ja zumeist Angehörige der US-Armee gewesen waren – und deren Enttäuschung über meinen Mangel an „heroischer“ Geschichtsbeschreibung führten dazu, dass zahlreiche Studierende unter Protest den Festsaal verließen. Also haben Sie Mut bewiesen? JUNKER: Lassen Sie es mich so sagen: Ich habe das Resultat meiner Analyse vorgetragen. Alles andere hätte meiner Haltung als Geschichtswissenschaftler widersprochen. Wo, würden Sie sagen, haben Sie in Ihrem Leben Mut bewiesen?

JUNKER: Sie brauchen natürlich Mut, wenn sie Entscheidungen treffen, die ihre persönliche und mitunter auch die Zukunft ihrer Familie betreffen. Oder denken Sie an Mitarbeiter und andere, die auf sie und ihre Entscheidungen zählen. Das Bewusstsein, man könnte auch scheitern, führt zu mehr Gründlichkeit bei der Abwägung und verhindert unüberlegtes und überstürztes Handeln. Ich nenne das Selbstbewusstsein, das – wenn es denn ein begründetes Selbstbewusstsein ist – aus Fleiß und Nachdenken, aus „inspiration“ und „transpiration“ resultiert.

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Mit 27 Jahren hatte ich mein Abitur in der Tasche, ein Jahr Bundeswehr hinter mich gebracht, eine Ausbildung zum Redakteur absolviert, nach elf Semestern mein Studium mit Doktortitel abgeschlossen, war verheiratet und Vater von zwei Töchtern. Zwei Tage nach meiner Promotion fuhr ich am 9. Mai 1967 mit dem Nachtzug von Kiel nach Stuttgart und trat meine Stelle als Wissenschaftlicher Assistent von Prof. Eberhard Jäckel an, einem der besten Hitler-Kenner Deutschlands. Was man als couragiert bezeichnen kann, war der Entschluss, nach der Promotion, die sich mit dem Verhältnis der katholischen Zentrumspartei zum Nationalsozialismus während der Machtergreifung beschäftigte, neue Gebiete der Geschichtswissenschaft zu erobern.

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Bei uns stimmt die Chemie.

Gemeinsamen Erfolg hat man nur, wenn die Zusammenarbeit funktioniert. Wenn das Engagement passt. Wenn Vertrauen

Als Teil meiner Selbstverständigung in der Zeit der 68er-Bewegung verfasste ich für die renommierte Historische Zeitschrift (HZ) einen Aufsatz zum Thema „Die Legitimität von Werturteilen in den Sozialwissenschaften und der Geschichtswissenschaft“, der mich in eine Kontroverse mit einem holländischen Ordinarius führte. Das war vor einem halben Jahrhundert!

da ist. Kurz gesagt: wenn die Chemie

… was sicherlich mutig war – und Ihnen später die Türen an der Universität Heidelberg öffnen sollte. JUNKER: Ich wurde plötzlich unter den Historikern zur Kenntnis genommen. Nicht immer nur freundlich, sondern auch kritisch, vor allem aber wirksam im Hinblick auf meine Berufung als Professor für Neuere Geschichte an die Universität Heidelberg 1975.

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Vorher aber stand ich während meiner Zeit als Assistent in Stuttgart vor einer Weichenstellung, die zu entscheiden durchaus Mut – oder nennen Sie es Selbstbewusstsein – voraussetzte: die Entscheidung, mich der amerikanischen Geschichte zuzuwenden. Damals herrschten anspruchsvolle Sitten. Mein Habilitationsvater Eberhard Jäckel erklärte: „Ihre Dissertation beschäftigte sich mit der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts, für Ihre Habilitation müssen Sie entweder ein anderes Jahrhundert oder ein anderes Land wählen“. Ich wählte die USA. Womit Sie sich vermutlich einen Traum erfüllt haben? JUNKER: Ja. Als ich mich um ein Stipendium an der Yale University bewarb und unter 20 Deutschen von der Fulbright Commission gemeinsam mit zwei anderen ausgewählt wurde, war das eine neue Herausforderung, die Mut voraussetzte. Ich schiffte mich im August 1970 mit meiner Familie in Bremerhaven ein und überquerte das erste Mal den Atlantik, um mit diesem Stipendium und einem weiteren des DAAD (Deutscher Akademischer Auslandsdienst) insgesamt anderthalb Jahre in Amerika zu verbringen. Ich hatte großen Respekt vor dieser renommierten Universität und ihrem History Department, damals dem Besten in den USA. Als Post-Doc forderte mich die US-Geschichte ebenso wie das amerikanische Englisch. An meinem Gymnasium hatte ich „Queen‘s English“ gelernt. Ich war beeindruckt von der menschlichen Unterstützung, die ich dort erlebte. Auch die Veröffentlichung meines ersten englischsprachigen Beitrages, ausgerechnet über Karl May in der „Encyclopedia of the American West“, gab mir zunehmend Sicherheit – auch im sprachlichen Umgang. Als ich dann mit dem Yellow Bus nach Upstate New York zur Roosevelt Library fuhr und dort einige Monate Akten aus den Jahren 1940/41 studierte, die nach dreißig Jahren zum ersten Mal freigegeben wurden, konnte ich für meine Habilitationsschrift zum ökonomischen Interesse in der Außenpolitik der

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Prof. Dr. Detlef Junker hält sich im Zentrum Aktiver Prävention fit

USA von 1933 bis 1941 aus dem Vollen schöpfen. Ja, es war mutig, damals den Schritt in die USA zu wagen. Inzwischen habe ich fast neun Jahre in den USA verbracht und 48 von 50 Staaten bereist. In welcher Hinsicht hat Sie diese Zeit geprägt? JUNKER: Zunächst ist es unabdingbar, in dem Land, mit dem man sich wissenschaftlich auseinandersetzt, auch eine längere Zeit seines Lebens zu verbringen. Erkenntnis lebt von der Anschauung und vom Begriff. Urteile über ein Land gewinnt man nicht allein durch das Studium von Originalquellen in Bibliotheken und die Beschäftigung mit der Literatur im stillen Kämmerlein, sondern auch durch die Begegnung mit Menschen. Der Austausch mit Forscherkollegen ist ebenso prägend wie die Gespräche, die man im Alltag führt. Was ich erfuhr, war eine bemerkenswerte Offenheit, insbesondere im fachübergreifenden Diskurs. Die Interdisziplinarität wurde für mich zur Leitlinie meiner weiteren akademischen Karriere nach

meiner Rückkehr ans Historische Seminar der Universität Heidelberg als CurtEngelhorn-Stiftungsprofessor für Amerikanische Geschichte. Sehr geprägt hat mich ein Merkspruch für die Zusammenarbeit zwischen der öffentlichen Hand und privaten Geldgebern, der mich bei der Einrichtung von wissenschaftlichen Institutionen stets begleitete: „If you dont´t ask, the answer is no“. Und dieses Ziel hieß ab der Jahrtausendwende HCA. Im Jahre 2004 gründeten Sie das Heidelberg Center for American Studies mit dem Curt und Heidemarie Engelhorn Palais als Domizil. Seit dem 1. Februar sind Sie offiziell im Ruhestand, wie fühlen Sie sich damit? JUNKER: Ich sehe Ihnen die Vermutung nach, dass der Abschiedsvorlesung eines bald Achtzigjährigen ein wohlverdienter Ruhestand folgt. Diese Vermutung aber ist falsch. Meine Frau sagt, davon habe Sie noch nichts mitbekommen. Und das hat einen Grund. Da ich in meinem Alter nicht mehr viele Optionen habe, denke ich über die verbliebenen Alternativen genau nach.


Zunächst bleibe ich ja Vorsitzender des Kuratoriums des HCA mit einem kleinen Büro in unserem Palais. Dann sichte ich meine Publikationen und Interessen im Hinblick darauf, welchem Buchprojekt ich mich als nächstem zuwenden möchte. Für Vorträge werde ich weiter gefragt.

JUNKER: Die Physis und die Psyche. Wenn ich nach 75 Minuten in Ihrem Fitnessbereich zusammen mit meiner Frau meinen Trainingsplan absolviert habe, fühle ich mich voller Kraft und neuer Energie. Wir gönnen uns dann in Ihrem neuen Restaurant mit Vorliebe eine Dorade.

Vor allem wird mir im Rückblick klar, welches privilegierte Leben ich eigentlich geführt habe. Mein Lebenslauf ist, abgesehen von meiner Scheidung, frei von großen Brüchen. Ich musste zu keinem Zeitpunkt einen Karriereknick verkraften. Im Rückblick haben alle Entscheidungen, die ich getroffen habe oder über mich getroffen wurden, Sinn ergeben. Mir ist sehr wohl klar, dass Zeit meines Lebens Fortuna oft an meiner Seite gestanden hat, besonders in schwierigen Entscheidungssituationen. Ich bin mit bald 80 Jahren „gesund“ und fühle mich sehr wohl, geistig und körperlich!

Ich hatte schon als Kind immer einen großen Bewegungsdrang, meine Eltern haben das stets gefördert. Nie werde ich vergessen, wie mein Vater 1948 einen echten Lederfußball auftrieb. Ich war über Nacht der King im Dorf. 1954 fuhren wir von Quickborn aus in einem Opel, den mein Vater von seinem Chef geliehen bekam, nach Oberammergau in den Urlaub. An dem Sonntag, an dem wir ankamen, führte Ungarn gegen Deutschland 2:0. In einem Wirtshaus gegenüber der Herrgottsschnitzerei, in der wir Gästezimmer bezogen hatten, hörten wir Radio – und die dramatische Reportage über die drei Tore, die zu dem legendären WM Sieg führten.

Was nicht nur mit Glück zu tun hat, sondern auch mit einer gesunden Lebensführung. Sie zitieren immer wieder den Begriff der Urteilskraft. Darin steckt ja nun auch das Wörtchen „Kraft“. Da kommt auch die Physis ins Spiel …

Ich spielte vom 8. bis 14. Lebensjahr in einer Mannschaft Fußball. Damals bestimmte Fußball mein Leben so sehr, dass meine schulischen Leistungen

bedenklich absackten. Meine Mutter hat dann einen befreundeten Arzt „gebrieft“, der mir nach einer - wie ich heute weiß - fingierten EKG-Diagnose für zwei Jahre ein striktes Fußballverbot erteilte. Angeblich hatte ich „Entwicklungsstörungen“. Seltsamerweise durfte ich mich nach einem Jahr standesgemäß beim Tennisverein gleich gegenüber von unserem Gymnasium anmelden. Und so lernte ich Tennis, bis zum heutigen Tage spiele ich regelmäßig Doppel. Ich wurde sogar 1992 bei den Deutschen LionsTennismeisterschaften 3. Sieger im Doppel. Auch Schlagball, Geräteturnen und Leichtathletik habe ich ausprobiert. Lieber Herr Junker, das ist natürlich genau das, was ich gerne höre: Tennis als Lifetimesport und regelmäßiges Fitnesstraining. Ich wünsche Ihnen viel Tat- und Urteilskraft, zahlreiche kraftbringende Trainingseinheiten in unserem ZAP und Gesundheit. Alles Gute für die Zukunft – und für die akademischen Projekte, die Sie bestimmt bald in Angriff nehmen werden …

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BILDUNGS PROJEKT

10 Jahre Förderung des Ethiopian Kids´ Tennis Program / TDKET Eine Rede in Addis Abeba vor dem äthiopischen Circle of Friends der TDKET von Matthias Zimmermann

N

eben großem Idealismus und tiefer Überzeugung war es eine gehörige Portion Mut, die die Brüder Tariku und Desta Tesfaye Ende des Jahres 2001 aufbrachten. Statt nur an die persönliche Zukunft und das eigene materielle Fortkommen zu denken, trafen sie eine Lebensentscheidung: Kinder aus einer unterprivilegierten Lebenssituation sollen Tennis lernen dürfen. Ausgerechnet Tennis, der Sport der Wohlhabenden – nicht nur in Addis Abeba. Fünf und sechs Jahre alt waren die 20 Kinder, die aus einer Sichtung hervorgegangen sind, um fortan frühmorgens nach Sonnenaufgang und vor Schulbeginn im griechischen Club kostenlosen Unterricht zu erhalten. Die Brüder – selbst aus ärmsten Verhältnissen – wollten etwas zurückgeben und Kindern eine Chance geben. Und das tun sie nun seit 17 Jahren! Seit 2008 unterstützt das Racket Center mit einem Kreis an Förderern dieses enorme Engagement. Zehn Jahre einer wunderbaren Partnerschaft waren Anlass für eine Jubiläumsfeier. Dazu organisierte Tariku einen besonderen Abend auf seiner angemieteten Zweifeld-Tennisanlage am maroden Genet-Hotel inmitten von Addis Abeba. Kein geringerer als der weltberühmte Läufer Haile Gebreselassie hat sich dazu eingefunden. Mit Akiko Seyoum war auch eine der erfolgreichsten Unternehmerinnen des afrikanischen Kontinents zu Gast. Beide sind der TDKET eng verbunden. Nach zehn Jahren des Engagements von deutscher Seite und unglaublichen Erfolgen für dieses Projekt war die Botschaft an diesem Abend klar: Es ist an der Zeit, die Verantwortung für die TDKET und die siebzig Kinder in äthiopische Hände zu legen. Meine Rede im Gunet-Hotel, Addis Abeba am Donnerstag, den 15. Februar 2018 vor rund sechzig äthiopischen Geschäftsleuten und Funktionären sollte ein Weckruf sein …:

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Lieber Tariku, sehr geehrte Damen und Herren,

zuerst einmal möchte ich mich bei Ihnen für die Einladung hierher nach Addis Abeba ins Gunet-Hotel und für die Möglichkeit bedanken, Ihnen eine unglaubliche Geschichte erzählen zu dürfen. Bevor ich damit anfange, möchte ich Ihnen ausdrücklich versichern, dass es sich hierbei keineswegs um ein Märchen handelt. Ich spreche über eine wahre Geschichte, und das meiste dieser Geschichte ist hier, inmitten von Addis Abeba, passiert. Es waren einmal zwei junge Männer mit einer Idee: die Idee, unterprivilegierten Kindern Tennis beizubringen. Also gingen sie zu den Hütten rund um den „Greek Club“ und luden Kinder im Alter von fünf Jahren zu einer Sichtungsveranstaltung ein. Er fragte meinen Freund Bruno, der heute Abend mit seiner Frau Susanne unter uns weilt, um Hilfe. Bruno (Böhler) antwortete Tariku: „Warum willst du das machen? Du hattest eine schwere Zeit als Kind. Als du erst 11 Jahre alt warst, starb dein Vater. Du warst alleine mit Deiner Mutter und sechs Brüdern und Schwestern in einer politischen Epoche, die sich so sehr von der heutigen Situation unterscheidet. Du bist zum Tennisclub Addis Abeba gegangen und hast dort tagtäglich für ein paar Birr Tennisbälle eingesammelt, hast die Plätze abgezogen, den Müll aufgesammelt und geputzt. Als Dir jemand einen alten Schläger in die Hand drückte, hast Du die Chance genutzt. Du warst talentiert, hast viel geübt und es bis ins Nationalteam geschafft. Jetzt, als Trainer im „Greek Club“, hast du eine Zukunft für dich und deine Familie, dir steht


eine große Karriere mit Deiner Tennisschule offen – und jetzt nutzt du deine ganze Zeit und Energie für ein Programm wie dieses? Bist du dir dabei sicher?“ Und Tariku sagte auch im Namen seines Bruders Desta: „Wir wollen etwas zurückgeben!“ Genau das machen sie nunmehr seit über 17 Jahren! So beginnt die Geschichte von Tariku und zwanzig Kindern, die auf 2.500m um sechs Uhr früh vor der Schule Tennis lernen. Und genau so wurde sie mir erzählt, von Nobert (Klefenz), damals Direktor am Gymnasium Sandhausen im Sommer 2007. Sie war ausschlaggebend dafür, dass ich die Kinder nach Deutschland in unseren Club einlud. Barbara (Reske), die heute Abend bei uns ist, weiß das. Sie organisierte über viele Jahre hinweg mit der Schülerselbstverwaltung das tägliche warme Essen für Tariku und seine Kinder. Ihr Einsatz dafür, dass Yonas, Samira, Meron, Robel, Samrawit und Dinkenesh nach Deutschland kommen konnten, war enorm. Und so trafen Tariku und ich uns im Juni 2008 zum ersten Mal. Seine Kinder hielten einen alten Schläger in der Hand, trugen so etwas Ähnliches wie Tennisschuhe an den Füßen, ein T-Shirt, eine kurze Hose – und einen äthiopischen Trainingsanzug. Damit sollten sie nun an Turnieren teilnehmen. Wie antwortete ich damals auf diese Anfrage? Zum Training einladen? Na gut. Aber Turniere spielen, hier in Deutschland? UNMÖGLICH!

Wir haben sie trotzdem starten lassen – in der Altersklasse unter zehn und zwölf, Jungen und Mädchen. Was war das Ergebnis? In allen Turnieren, in allen Altersklassen spielten alle Jungen und Mädchen im Finale gegeneinander. Sie alle waren bessere Tennisspieler als die Kinder aus unserer Umgebung – auch besser als die aus vielen hiesigen Förderprogrammen! Aber noch wichtiger als ihre Technik, Taktik, Spielfähigkeiten und Erfolge war ihre „on court Präsenz“: ihr Verhalten, ihre Disziplin, ihre Kampfbereitschaft und ihre Motivation. „Ich will mein Land stolz machen“ – das sagte Dinkenesh in einem Fernsehinterview zu Filmemacher Norbert Lang, unser Freund Nobby, der heute zusammen mit Sabrina hier ist – mitsamt ihrer Kamera (eine Reportage über die Reise der deutschen Delegation nach Äthiopien wurde im RNF ausgestrahlt und ist in der RNF Mediathek aufrufbar). Sie können sich somit gut vorstellen, dass dies nicht nur für mich der Beginn einer Liebesgeschichte war. Tariku mit diesen Kindern auf dem Platz zu sehen ist eine Bereicherung für jeden von uns. Seit dieser Zeit ist es ein Privileg, Tariku und seine Kinder jedes Jahr bei uns zu Gast zu haben! Aber nicht nur, dass das äthiopische Kindertennisprogramm nach Deutschland kommt, auch wir kommen gerne nach Äthiopien. Im Jahr 2010 war ich das erste Mal zu Besuch, zusammen mit Bruno, Susanne (Böhler), Barbara und Nobby. Wir fühlten uns herzlichst willkommen von so vielen freund-

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lichen Menschen, alle so passioniert für das, was Tariku für seine Kinder macht. Wir waren Zeugen einer großartigen Veranstaltung, die zugleich der Abschied vom „Greek Club“ war. Tariku brachte uns hierher zum Genet-Hotel. Wir standen auf einem Feld, so etwas wie ein kleiner Acker, und ich war mir nicht sicher, ob wir den Kindern Tennis beibringen wollten oder Kartoffeln anbauen. Also sagte ich erneut: UNMÖGLICH! Abb. 1 Abb. 2

Abb. 3 Abb. 4

Aber dann gab es eine wundervolle Fernsehreportage über diese Reise und Tariku´s Programm. Dies machte es mir leicht, Dr. Manfred Lautenschläger zu überzeugen. Auch er verliebte sich in die Idee, junge Menschen durch den Tennissport zu höherer Bildung zu motivieren und Rahmenbedingungen dafür zu schaffen. Er verliebte sich in die TDKET Initiative und in das Programm, in Tariku und seine Kinder, die sich seinen Respekt verdienten. Er holte die Kindernothilfe KNH für ein Engagement mit ins Boot, wir gewannen den Internationalen Tennisclub – eine Organisation mit nationalen Tennisspielern weltweit – und wir schafften es alle gemeinsam, mit großem Enthusiasmus eine neue Generation mit 70 Kindern zur TDKET zu bringen und ihnen eine Heimstätte zu schaffen. Es fanden sich Menschen, die Stipendien finanzierten. Der Förderunterricht in dem Lernzimmer wurde immer bedeutsamer, oder, wie Tariku sagt: „Früher taten wir uns schwer, die Kinder vom Tennisplatz ins Lernzimmer zu kriegen – heute müssen wir uns anstrengen, sie aus dem Lernzimmer zu holen und zum Tennisspielen zu bringen.“. Zwei Jahre später kamen wir wieder mit einer großen Delegation unter der Leitung von Dr. Manfred Lautenschläger persönlich. Auch meine Schwester Ruth war dabei und wieder unser Fernsehteam. Nobby produzierte eine herausragende Reportage, die den Medienpreis der LFK Landesmedienanstalt in Stuttgart gewann. Darauf kannst Du sehr stolz sein, Nobby! Aber du musst zugeben, es gab viele Aspekte, um einen tollen Film zu drehen: unsere unvergessliche Reise in den Süden Äthiopiens, die Awash Lodge, die Übernachtung in Haile´s Resort in Awassa und ganz besonders der Besuch des Schul- und Brunnenbauprogramms in Shashemene, finanziert von der Manfred Lautenschläger Stiftung. Schlussendlich trafen wir auch den jungen Arzt Dr. Eskinder Tesfaye Negussi, der von Prof. Helmut Seitz die Möglichkeit bekam, nach Deutschland zu kommen. Ein Jahr hast Du, lieber Eskinder, in der Klinik unseres Freundes Helmut hospitiert und bist ein versierter Gastroenterologe geworden. Auch das hat mit der Beziehung zum TDKET Programm zu tun und mit dem Wohlwollen von Manfred Lautenschläger. Und natürlich gab es beeindruckende Landschaften, über die berichtet werden konnte – Äthiopien ist ein traumhaftes Land! Schlussendlich waren wir schon damals tief beeindruckt von der unglaublichen Entwicklung des TDKET Projekts. Die Tennisplätze konnten wirklich gebaut werden. Das Lernzentrum, ein kleines Büro – es wurde tatsächlich realisiert, gegen alle meine Zweifel. Die Kinder waren wunderbar und sind es noch heute. Die „neue Generation“ ist sogar noch besser als die erste Generation. Die besten von ihnen zeigen uns eine Technik, die man so erst seit wenigen Jahren im

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Abb. 5 Abb. 6

internationalen und professionellen Tennis sehen kann. Das ist unglaublich – und ich weiß wovon ich rede, nachdem ich in meiner Zeit als Sportökonomiestudent einen jungen Spieler im selben Alter trainieren durfte. Dieser junge Spieler wurde 12 Jahre später Wimbledon Champion im Doppel. Also – ich hätte es von Anfang an wissen sollen: „Impossible is nothing – Unmöglich ist gar nichts“, wie es bei Adidas heißt. Du als deren Markenbotschafter, lieber Haile, weißt das natürlich. Ich hoffe du weißt auch, lieber Haile, was es für mich bedeutet, hier und heute Abend mit Dir zusammen im selben Raum zu sein. Ich bin sicher, dass du dich an unser Treffen im Deutschen Hause erinnerst, wo wir den „Circle of Friends“ gegründet haben, um die deutsche und die äthiopische Gemeinschaft zusammenzubringen, um eine gemeinsame Verantwortung für die TKDET zu übernehmen. Du bist nicht nur ein Champion im Sport, sondern auch im Leben. Es war mir eine große Ehre, mit dir gemeinsam Hand in Hand in einem Kreis zu stehen, als Symbol für unsere Freundschaft mit Tariku und den Kindern. Also, 6 Jahre später, sage ich Danke, dass du hier bist und mir die Gelegenheit gibst, meine verschwitzten Hände von damals zu entschuldigen. Ich war wirklich nervös, weißt du? Also bitte sehe es mir nach …! Ein Jahr später waren sechs Kinder der neuen Generation im Racket Center. Wiederum präsentierten sie sich als Vorbilder für unsere deutschen Kinder: sie arbeiten hart, diszipliniert, engagiert und erfolgreich. Im Jahr 2013 hatten wir für eine Woche einen ganz besonderen Gast in unserem Racket Center: Yohannes Kifle. Lieber Yohannes, dieses Ereignis hier ist so wichtig für mich, weil sie mir Gelegenheit gibt, dir in aller Öffentlichkeit zu sagen, wie viel es mir bedeutet, deine Bekanntschaft gemacht zu haben. Es war ein Privileg, diese Woche im September 2013 mit dir zusammen zu verbringen. Und manchmal, wenn ich mich enormen geschäftlichen Herausforderungen stellen muss, wenn mutige Entscheidungen getroffen werden müssen, erinnere ich mich an unsere Gespräche. Du erzähltest mir von den Entscheidungen, die du in deinem Leben treffen musstest, deine Einsichten, deinen starken Glauben, deine Liebe zu Deinem Heimatland und den Menschen in Äthiopien – und für Tariku, deinen Mentee, für den du ein Vorbild bist. Ich kann sagen: Du bist auch ein Vorbild für mich, Yohannes!

Abb. 7 Abb. 8

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Übrigens war 2013 ein sehr wichtiges Jahr für mich, weil ich meine Frau Anke getroffen habe, die mir auch hier zur Seite steht. Sie engagiert sich sehr für das Programm und für Äthiopien, 2006 warst Du mit Deiner Schulklasse und Barbara zum ersten Mal in Addis Abeba! Gemeinsam erlebten wir die Fairwell Party für Yonas auf der Terrasse unseres Racket Centers. Ich hatte ihn als Anerkennung für seine Leistung nach Nußloch eingeladen: Yonas Gebre wurde zu dem „herausragendsten Schüler seines Jahrgangs an der Andinet-Schule“ ernannt und bekam eine Einladung in die Vereinigten Staaten von Amerika. Yonas Gebre, ein Kind aus absolut unterprivilegierten Verhältnissen, wurde der erste äthiopische Tennis-stipendiat in den USA.


In den folgenden vier Jahren absolvierte Yonas eine unglaubliche Karriere am Lewis Clark State College in Lewiston, Idaho. Im Jahr 2017 gewann er die GSAC Conference als Führungsspieler des Teams! Er machte seinen Abschluss als Bachelor of Arts in Business Administration. Seit wenigen Wochen strebt er nach seinem Masterabschluss im West Virginia Wesleyan College. Nicht nur deshalb war 2017 das erfolgreichste Jahr für die TDKET. Nach einem langwierigen und komplizierten Prüfverfahren durch eine große Regierungsdelegation erhielt die TDKET den Government Sports Award 2017.

Im Namen von Tariku danken wir für die Unterstützung in 2017. Insgesamt konnten 57.000 € nach Addis Abeba transferiert werden. Für die folgenden Beiträge, die uns – dem „Förderverein Bildung durch Sport e.V.“ – während des MLP-Cup 2018 für die TDKET übergeben wurden, sagen wir danke an: •

Und auch ich habe gute Nachrichten bekommen. Tariku erzählte mir, dass eine sehr wichtige und herausragende Person ins Racket Center kommen würde und bereit ist, meine Bekanntschaft zu machen. Es ist eine große Ehre für mich, dass Akiko Seyoum in meinem Haus zu Gast war. Deine Willenskraft zeichnet dich aus, liebe Akiko. Du bist eine Geschäftsfrau, eine Mutter und eine Freundin der TDKET. Du bist eine Person, die das enorme Engagement und die Leistung von Tariku anerkennt und sich für ihr Land, für die Menschen und den Fortschritt der äthiopischen Gesellschaft verantwortlich fühlt. Oder in Kürze: ein Mensch, der unseren größten Respekt verdient. Danke, Akiko, dass du heute Abend bei uns bist. Danke für deine Inspiration und dein Engagement. Wie Sie sehen können, sind Ihre Söhne Huel und Solomon ein Teil von uns geworden. Beide haben im vergangenen Sommer bei uns in Deutschland ein Gymnasium besucht. Der Leiter des Englischen Instituts in Heidelberg, Direktor Andrée Körber, ist heute auch hier, zusammen mit seiner Frau Andrea und ihren Kindern Nilo und Jara. Wir hoffen, Euch alle in diesem Jahr im Racket Center wiederzusehen!

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Abb. 9:

Und wären all diese Erfolge nicht genug, erreichte mich vor wenigen Wochen folgende unglaubliche Botschaft aus den USA. Die „American College Tennis Association“ verlieh den Arthur Ashe Award 2017 für Führungsstärke und Sportlichkeit – die wichtigste Anerkennung, die ein US-College-Tennisspieler jemals erreichen kann – an: Yonas Gebre, ein Kind aus der ersten Generation des äthiopischen Kinder-Tennis-Programms, ein Mentee von Tariku Tesfaye und ein junger Mann aus Äthiopien! Angesichts all dessen erlaubt mir bitte, Euch etwas zu sagen: Lasst Sie mich sagen ... • an alle Menschen des Tennissports, die es genießen zu sehen, wie Kinder sowohl ihre Fähigkeiten als auch ihren Charakter durch hartes und nachhaltiges Training entwickeln, • an alle Menschen der Bildung, die nicht nur Sport oder Mathematik, Englisch oder Deutsch unterrichten, sondern die Bereitschaft vermitteln, hart zu arbeiten und bei allem was man tut, diszipliniert und engagiert zu sein, • an alle Menschen aus Äthiopien, die ihr Land für dessen Landschaft, für dessen Geschichte und für dessen Kultur lieben, • an alle Menschen aus Addis Abeba, die sich für das Wachstum dieser Stadt verantwortlich fühlen, die hart dafür arbeiten, um diese Stadt zu einer der blühendsten Städte der Welt zu machen und die mit bemerkenswertem Engagement danach streben, das Leben aller Bürgerinnen und Bürger aus Äthiopien zu verbessern, • an alle Eltern, die ihre Kinder aus der Haustür hinauslaufen sehen wollen, um mit dem Fahrrad in der Nachbarschaft herumzufahren, um inspirierende Freundschaften in der Nähe ihres eigenen Hauses zu finden An alle von Euch, an alle Menschen möchte ich hier und heute sagen: Richtet Euren Blick auf dieses kleine Fleckchen Erde, inmitten dieser ambitionierten und aufstrebenden Stadt, auf die kleine Bibliothek und das Lernzimmer nebenan, auf das Büro

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und den freundlichen Besprechungsraum, voll mit Pokalen und Medaillen, mit Preisen und Anerkennungen für den herausragenden Erfolg eines unvergleichlichen Programms. Und nun erinnert Euch daran, wie diese Einrichtung vor gut acht Jahren ausgesehen hat. Vergegenwärtigt Euch die Kraft, die Hingabe und den Mut, die notwendig waren, um diesen Fortschritt ohne lokale Unterstützung zu erreichen, nur mit der Hilfe einiger Freunde von Tariku, den Einsatz von Yohannes, Stefano und ein paar weiteren, die als Mitglieder des Führungsgremiums des TDKET engagiert sind. Richtet Euren Blick auf diese Kinder, wundervolle junge Individuen, die so hart dafür trainieren, um jeden Tag besser zu werden, sich niemals beschweren, die ganze Zeit über positiv und optimistisch bleiben und in Wettkämpfen für den Erfolg der TDKET kämpfen. Seht, wie sie neugierig lernen, voller Ambitionen, ihr Land stolz zu machen – wie sie sagen. Und dann schaut in ihre Augen, wenn sie Tariku sehen, wie er mit ihnen spricht, ihnen Hoffnung, Ehre und eine Perspektive gibt. In ihren Augen kann man ihr Vertrauen in Tariku lesen. Richtet Euren Blick auf diesen einzigartige Menschen, so bescheiden und engagiert, der sieben Tage die Woche für seine Kinder arbeitet, sich um ihre Sorgen kümmert und ihnen ihre Ängste nimmt. Tariku Tesfaye investiert den Großteil seines Lebens in die TDKET, spendet all seine Zeit und auch das Geld seines Bruders Desta. Desta wäre wahrlich liebend gerne heute Abend hier bei uns. Leider aber muss er sein Leben im Ausland verbringen, um als Tennistrainer Geld zu verdienen und für das Fortlaufen dieses Programms seinen Beitrag zu leisten. Seht und respektiert Tariku´s Begabung, junge Talente zu sichten und ihnen das Tennisspielen zu lehren – und mehr als das: sie zu lehren, ihr Leben professionell zu leben und gelingend zu gestalten. Meine Damen und Herren, Mitglieder des Gremiums, Freunde von Tariku und der TDKET, Yohannes, Gebrejesus, Stefano und ihr alle, ihr Bürger aus Addis Abeba: Ich bin mir nicht sicher, ob ich die richtige Person dafür bin, aber bitte erlaubt mir den finalen Appell:


Macht Euch bewusst, was seit 2002 passiert ist, was hier an diesem Ort seit dem Jahre 2010 erreicht wurde und was in der Zukunft hier geleistet werden kann. Dieses Programm hat globale Anerkennung erreicht. Und so lasst mich sagen: „Denkt global, aber agiert lokal.“ Von diesem Tag an liegt es in unserer Hand: Wenn es wirklich unser aller Wunsch und unser aller Interesse ist, wird dieses Programm fortgeführt. An Euch lasst mich sagen: Bitte werft nicht nur einen Blick auf diese Einrichtung, die Kinder und Tariku, sondern übernehmt Verantwortung für Euer Programm, für Eure Kinder und für Euren einzigartigen Mitbürger, Tariku Tesfaye. Nein Tariku, nicht Du solltest mir danken. Ich muss unser persönliches Jubiläum würdigen und schätzen, was ich hiermit tue: Vielen Dank Tariku für 10 Jahre unserer tiefen Freundschaft! Bildunterschriften Abb. 1: Die Reiseteilnehmer vor dem ehemaligen Palast von Kaiser Haile Selassie in Addis Abeba.

Abb. 2: Studierzimmer der Tenniskinder auf der Anlage der TDKET mit ihrem Tutor, beobachtet von Matthias Zimmermann Abb. 3: Läuferlegende Haile Gebreselassie versucht sich mit dem Tennisschläger Abb. 4: Michael Theodros, Vorstandsmitglied „Förderverein Bildung durch Sport e. V.“, mit Haile Gebreselassie Abb. 5: Tariku Tesfaye, Gründer und Leiter der TDKET Abb. 6: „Lioness“ Akiko Seyoum, Unternehmerin aus Addis Abeba gemeinsam mit Haile Gebreselassie bei der Übernahme der Schirmherrschaft für den äthiopischen Circle of Friends Abb. 7: Matthias Zimmermann und Tariku Tesfaye bei der Jubiläumsfeier im Gunet-Hotel am 15. Februar 2018 Abb. 8: Matthias Zimmermann bei seiner Rede vor dem äthiopischen Circle of Friends im Beisein der deutschen Delegation. Abb. 9: Übergabe eines Budgetanteils aus einer Spendensammlung über 20.000 € vom deutschen Circle of Friends an Tariku Tesfaye im Beisein von Dr. h. c. Manfred Lautenschläger und Ann-Katrin Pfeifer am Finalsonntag des MLP-Cup 2018.

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• Sportbrillen: Welche sitzen gut und schützen Ihre Augen perfekt?

• Seh-Beratung Sport & Job

Dem Sport bin ich treu geblieben, habe mein Training aber ins Trockene verlagert. In jenem Fitnessstudio durfte ich, meine ersten beruflichen Erfahrungen im Umgang mit Menschen und deren Bedürfnisse und individuellen Zielsetzungen machen. Nach und nach bin ich, neben den Bereichen Service und Mitgliederbetreuung, in den Kursbereich hineingewachsen, sodass auch im Racket Center aktuell der Pilateskurs am Montagabend in mein Aufgabengebiet fällt.

Wer entspannt sieht, ist auch auf dem Court erfolgreicher!

Nach einigen Exkursen im Vertrieb zog es mich nach meiner Schwangerschaft wieder hin zum Sport und so hat die multifunktionale Sportanlage in Nußloch mein Interesse geweckt. Was mir besonders gut an meiner Arbeit gefällt, ist die Vielseitigkeit, die jeder einzelne Tag mit sich bringt. Und da ich immer neugierig bin und man niemals auslernt, wird es grundsätzlich und vor allem hier nie langweilig. Wenn ich gerade nicht arbeite, gehe ich inzwischen gerne mal laufen oder abends selbst zum Sport. Am Nachmittag steht ein ganz besonderer Mensch bei mir im Mittelpunkt. Mit meiner zweijährigen Tochter verbringe ich die Zeit entweder in den Tierparks unserer Region oder zusammen mit Freunden.

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KINDER SPORT

Mut und Sport

Die Ballschule legt den Grundstein für mutiges und sicheres Verhalten im Sport von Rolf Staguhn

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tellen wir uns mal diese Szene vor: es läuft die letzte Minute in einem wichtigen Fußballspiel, es steht Eins zu Eins, ein Foul wird gepfiffen und der Schiedsrichter deutet auf den Elfmeterpunkt. Möchtest Du diesen Strafstoß schießen? Dein größter Gegner beim Elfmeter ist nicht der Torwart. Dein größter Gegner, das bist du selbst! Es muss jetzt alles passen: Dein Umgang mit Stress und Deine fußballerische Fähigkeit. Damit verbunden ist auch Mut, also das bewusste Überwinden von Ängsten und das Vertrauen auf die eigene Stärke. Der Tennisspieler hat in einem Match bei über einhundert Punkten viele Möglichkeiten, mutig zu spielen. Er zeigt dabei ein Vertrauen in die Schläge, mit denen er in vielen Situationen auch Risiken eingeht, die er bewusst oder unbewusst kalkuliert. In meiner Trainingsarbeit mit erfolgreichen Jugendlichen kann ich bestätigen, dass die Voraussetzungen für erfolgreiches Handeln über jahrelanges Training geschaffen werden. Zum Beispiel durch Übungen, mit denen der Sportler immer wieder über seine Leistungsgrenzen hinausgeführt wird, um mit Mut-Situationen unter hohen Druckbedingungen (Zeit-, Raum- und Präzisionsdruck) noch schneller und noch sicherer zu lösen. Die entsprechende Umsetzung muss dann in den Wettkämpfen erfolgen und gerade hier können die Niederlagen von den Sportlern genutzt werden. Denn Niederlagen geben Hinweise, was noch nicht funktioniert hat und wo man sich verbessern muss!

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Beim Thema „Sport und Mut“ können wir schon im Kindesalter ansetzen: Kinder sind von Natur aus neugierig, experimentierfreudig und mit erstaunlichen Selbst- und Risikoeinschätzungsfähigkeiten ausgestattet. Diese Voraussetzungen nutzen und fördern wir bei uns im Racket Center schon in der Ballschule. Je umfangreicher und vielfältiger die motorischen Erfahrungen im Alter von fünf bis zehn Jahren sind, desto höher wird auch die Bewegungssicherheit im Jugend- und Erwachsenenalter sein. Das ist essenziell, um letztlich auch in gefährlichen Situationen die Orientierung zu behalten und schnell und angepasst zu reagieren und um bei der oben beschriebenen Situation, den Elfmeter mutig und erfolgreich zu verwandeln. Und genau dafür gibt es keine bessere Institution und kein besseres Konzept als die Ballschule Heidelberg von Prof. Dr. Klaus Roth (leiter des Instituts für Sport und Sport Wissenschaft an der Rupprecht Karls Universität Heidelberg). Seit dem Jahr 2002 wurden Hunderten von Kindern von Ballschulleiter im Turniersportverein Racket Center e. V. Michael Zimmermann, nicht nur motorische Fähigkeiten und Kreativität, sondern auch Mut und Selbstvertrauen vermittelt. Der Sportpädagoge, der sich seit nunmehr über 15 Jahren um die Jüngsten in unserem sportlichen Ausbildungskonzept kümmert, ist ein wahrer Ermutiger für viele Kinder, die sich in Spielsportgruppen an den Ballsport herantasten und ihnen damit auch die Türen zum Racketsport eröffnet.


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*Bei Rückgabe Deines alten und Kauf eines neuen Schlägers ab 99,99 Euro. Gültig vom 15.04.2018. Weitere Informationen bei deinem INTERSPORT-Fachhändler.

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GAST BEITRAG

Investition in die Zukunft Racket Center nimmt Blockheizkraftwerk in Betrieb

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nfang April war es soweit. Das Blockheizkraftwerk ging in Betrieb und produziert seitdem Strom und Wärme für das Racket Center. Das Racket Center leistet somit einen wichtigen Beitrag zur Schonung unserer Umwelt!

Was ist ein Blockheizkraftwerk?

Ein Blockheizkraftwerk (kurz BHKW) erzeugt Wärme und Strom gleichzeitig. Das BHKW kann sowohl elektrisch als auch thermisch ausgelegt sein. Je nach Dimensionierung soll die sogenannte Grundlast abgedeckt werden. Der zusätzliche Strom beziehungsweise Wärmebedarf wird zum Beispiel durch Fremdeinspeisung beziehungsweise einen Spitzenlastkessel gedeckt. Hierbei arbeitet ein Blockheizkraftwerk ausgesprochen umweltfreundlich. Neben einer Primärenergieersparnis ist die CO2-Belastung deutlich geringer als bei der konventionellen Erzeugung von Wärme und Strom.

Ein BHKW ist serienmäßig für den Netzersatzbetrieb vorbereitet. Somit kann es auch bei Stromausfall Teile des Gebäudes oder der Liegenschaft mit selbsterzeugtem Strom versorgen.

Um die Installation möglichst einfach und unkompliziert zu machen, ist es als vordefiniertes Komplettsystem erhältlich.

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Anlieferung des Containers mit dem Blockheizkraftwerk für das Racket Center


Wie kam es dazu?

Im Rahmen einer Energieeffizienzberatung durch einen externen Dienstleister Mitte letzten Jahres wurden verschiedene Maßnahmen zur Verbrauchs- und Kostenreduktion aufgezeigt. Ein wegweisender Vorschlag war der Einsatz eines BHKWs. Infos BHKW

Wie wurde dies realisiert?

Im Rahmen der Umsetzung hat Essenpreis Haustechnik in Abstimmung mit dem zuständigen Ingenieurbüro und dem Racket Center ein individuelles Angebot zur Integration des BHKWs in die vorhandene Anlage erstellt und den Zuschlag für die Umsetzung erhalten. Dabei wurde auf dem Firmengelände von Essenpreis ein BHKW von dem Hersteller Viessmann (nähere Daten hierzu finden Sie in der Infobox) inklusive eines Pufferspeichers in einem Container verbaut.

Essenpreis Haustechnik Partner für die Planung, Installation und Instandhaltung von Heiz-, Lüftungs- oder Sanitäranlagen. Für Privat- und Geschäftskunden bieten wir ganzheitliche Konzepte und sind Experten beim Einsatz erneuerbarer Energien.

Anschließend wurde dieser Container nach Nußloch transportiert und im Bereich der Mitarbeiterparkplätze bei der Badmintonhalle aufgestellt. Dieser Standort wurde bewusst gewählt und hat folgende Vorteile: • Frei zugänglich für Wartungs- und Reparaturarbeiten • Keine Lärmbelastungen durch die Aufstellung im Außenbereich • Einfache Einbindung in die vorhandene Anlage möglich, keine baulichen Veränderungen nötig

Hersteller: Viessmann Typ: Vitobloc 200 EM-50/81 Brennstoffeinsatz:

Erdgas

Elektrische Leistung:

50 kW

Thermische Leistung:

83 kW

Dabei wurden verschiedene Szenarien betrachtet, letztendlich hat das Racket Center sich für die Umsetzung einer „50 KW – Anlage“ entschieden. Die Einsparung beträgt circa 45.000 €/a, somit rechnet sich diese Investition bereits nach ungefähr 3 Jahren.

• Keine zusätzlichen Öffnungen für Abgas- und Verbrennungsluft • Bestehender Lagerraum kann weiterhin genutzt werden

• Durch Containerlösung ist keine zusätzliche Einhausung erforderlich

In einer letzten Phase wurde der Container sowohl primärenergieseitig (Erdgas) als auch sekundär (Strom / Wärme) angebunden. Bei diesem Projekt handelt es sich um ein Musterbeispiel, wie moderne hocheffiziente Blockheizkraftwerke ideal in bestehende Anlagen integriert werden können.

Thomas & Rüdiger Essenpreis

Nähere Informationen zu Essenpreis Haustechnik und unserem Produktportfolio finden Sie unter www.essenpreis.de oder Sie kontaktieren uns direkt unter 07253 / 92 99-0 bzw. info@essenpreis.de

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FIRMEN PORTRAIT

Klaus-Peter Wamichs Mut zahlt sich aus Badischer Hof in Mannheim-Seckenheim

I

m Herzen von Mannheim-Seckenheim verzaubert der Küchenchef Klaus-Peter Wamich seine Gäste im Badischen Hof mit marktfrischen, regionalen und mediterranen Gerichten. Das Ambiente lebt dabei auch von der Geschichte des Gebäudes, die in den Mauern haftet. Die Wurzeln der Brauereigaststätte Badischer Hof reichen bis ans Ende des 19. Jahrhunderts zurück. 1891 pachtete der Landwirt Philip Pfisterer den Badischen Hof, im Mai 1900 wurde die Braustätte in das Handelsbuch eingetragen. Bis 1972 blieb der Badische Hof in den Händen der Familie Pfisterer, danach übernahm die Parkbrauerei Zweibrücken den Betrieb. Nach wechselnden Besitzern fassten Klaus-Peter Wamich, Nicolas Neumeister und Axel Neumeister (Nachfahren von Philip Pfisterer) im Jahr 2009 den Mut, den Badischen Hof aufwändig zu sanieren und ein neues Konzept zu etab-

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lieren. Das Pächterteam erfreut sich heute einer stilvollen Atmosphäre, eines gemütlichen Ambientes und eines kompetenten und freundlichen Services, der in familiärer Umgebung vielfältige Speisen und Getränke serviert. Der Küchenchef Klaus-Peter Wamich ist ein Koch mit langjähriger Erfahrung, der einzigartige Geschmackserlebnisse aus regionalen und saisonalen Zutaten kreiert. Dabei fehlt es ihm nicht an Mut, um seiner Kreativität in der Küche freien Lauf zu lassen und somit seine Gäste stets aufs Neue zu verzaubern. Klaus-Peter Wamich blickt auf eine erfolgreiche Karriere als Küchenchef in großen Hotels wie zum Beispiel dem Holiday Inn in Frankfurt oder dem Hilton Hotel in Mainz zurück. Erfahrungen sammelte er außerdem bei DTM Events, bei denen er als Cateringleiter oder auch als Küchenchef tätig war.


Sein Können und Wissen gibt er nicht nur mit Leidenschaft in Workshops und Kochkursen an Interessierte weiter, sondern auch an junge angehende Köche. Indem er den Jungköchen die Vielfalt seines Berufs näherbringt, ebnet er ihnen den Weg zum kochen mit Leib und Seele. Dieser Mut zahlte sich bereits mehrfach aus. Der Badische Hof konnte 2014 und 2018 die Stadtmeisterschaft Mannheim/Ludwigshafen im Bereich der Kochausbildung für sich entscheiden.

Badischer Hof Seckenheim Seckenheimer Hauptstraße 114 68239 Mannheim, Deutschland

Die erfolgreiche Arbeit des Küchenchefs Klaus-Peter Wamich wird durch seine beiden Partner Nicolas Neumeister und Axel Neumeister ermöglicht. Nicolas Neumeister kümmert sich als gelernter Veranstaltungskaufmann um die Organisation von Veranstaltungen und Personal. Sein Bruder Axel Neumeister ist ausgebildeter Hotelbetriebswirt und trägt die Verantwortung für die Veranstaltungsleitung vor Ort sowie die Logistik und den Service. Zusammen bilden sie ein harmonisches Trio, das die Tradition des Badischen Hofes nicht nur fortsetzt, sondern mit einer eigenen Marke und Erfolgsgeschichte bereichert.

Öffnungszeiten Di-Sa: 11:30-14:00 Uhr / ab 17:30 Uhr (Küche bis ca. 21:00) So: ab 11:30 Uhr /abends geschlossen bis 30.09.2018 (Gesellschaften auf Anfrage) Gerne nehmen wir Ihre Bestellung auch telefonisch unter 0621 97 86 14 30 entgegen. www.badischerhof.net www.cookandmore.net

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TIPP

Mit Mut zum freien Reden Freie Sprache zu jeder Gelegenheit ohne Angst vom Vorstand des Rhetorik-Clubs unter dem Dach des ZAP

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aben Sie Angst vor Publikum zu reden? Das muss nicht sein!

Kennen Sie das? Sie müssen eine Rede halten, das Herz fängt an zu rasen, der Atem wird knapp, ein mulmiges Gefühl macht sich im Magen breit, Sie beginnen zu zittern und werden zunehmend unsicher? Es beherrscht sie nur noch ein Gefühl: Angst?

Die beruhigende Nachricht ist: Sie sind nicht alleine, denn so geht es den meisten Menschen. 90 % aller Menschen kämpfen mit Nervosität bei Vorträgen. Dabei spielt es keine Rolle, ob es um Vorstellungsgespräche geht, um Vorträge vor einem großen Publikum oder nur um kleine Beiträge vor Freunden

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bei einer Geburtstagsansprache. Überall wo Sie vor Menschen stehen, die alle auf Sie fokussiert sind, entsteht Lampenfieber. Sollen nun Ihre Ideen im Stillen verharren? Die vielen Gedanken ungesagt bleiben? Die „Hätte ich doch nur den Mund aufgemacht“ Sätze zur Regel werden? Auf keinen Fall, denn es bedarf nur eines ersten kleinen Quantums Mut! Vergegenwärtigen wir uns, wie weitreichend und bereichernd dieser Einsatz ist: unsere Stimme wird gehört, wir bewegen, wir verändern und wir stehen zu unseren Überzeugungen! Wie können wir unseren ersten mutigen Gedanken und Willen unterstützen?

Die Lösung ist Übung unter Gleichgesinnten. Mit Techniken, die Ihnen helfen im freien Sprechen sicher zu werden und Ihre Ansprache überzeugend und authentisch wirken zu lassen. Denn Unsicherheit und Angst sind nur das Ergebnis eines Mangels an Übung. Geben Sie sich selbst eine Chance zu einem perfekten Redner zu werden. Der Toastmasters International Rhetorik-Club bietet Ihnen eine Atmosphäre, in der Sie schnell Ihre Angst überwinden lernen. Regelmäßiges Üben, Reden halten vor einem Kreis von Mitstreitern, das Erlernen von Werkzeugen der Profis, eröffnet Ihnen einen Weg sich von dieser Angst zu befreien. Der partnerschaftliche Umgang der Mit-


glieder miteinander und die damit verbundene ständige Hilfsbereitschaft die freie Rede betreffend, bilden die Basis für ein schnelles Erlernen bewährter Methoden. Engagierte Mentoren stehen neuen Mitgliedern mit Erfahrung und Kompetenz zur Seite. So werden Sie nicht nur zu einem guten Redner, sondern Sie werden auch Spaß dabei entwickeln vor anderen Ihre Sprache zur Geltung zu bringen. Sie werden dabei Professionalität und Kompetenz ausstrahlen, weil Ihnen Ihr Publikum an den Lippen kleben wird. UND Sie werden es genießen! Nur eines ist nun bedeutend: SIE müssen den ersten Schritt machen!

Jeder weitere Schritt wird Ihnen garantiert immer leichter fallen. Schließen Sie sich uns an und begleiten Sie uns zu einer gemeinsamen Reise in die Welt der Rhetorik. Eine Reise, bei der der Weg bereits Teil des Zieles ist. Sie gewinnen Erfahrungen, Erkenntnisse, Freude am freien Sprechen und immer wieder neuen Mut, um neue Herausforderungen zu bestehen.

Reden lernt man nur durch reden! Am besten in der interessierten und wohlwollenden Runde eines Rhetorikclubs bei uns in der Region. Unter dem Dach des Racket Centers hat eine engagierte Abteilung des „Toastmasters International Rhetorik-Clubs“ ihr zuhause gefunden und befindet sich somit nicht nur räumlich in guter Gesellschaft: weltweit treffen in mehr als 140 Ländern 350.000 Mitglieder in 14.000 Clubs (80 in Deutschland) regelmäßig zusammen, um sich mit Freude und Engagement der Kunst der freien Rede zu widmen. Jeder Clubabend ist selbstorganisiert und so bieten sich den Mitgliedern vielfältige Führungsaufgaben und Redegelegenheiten. Die Treffen finden zweimal im Monat statt und werden anhand einer weltweit einheitlichen Agenda moderiert. Das Toastmasters-Kompetenzprogramm ‚Pathways‘ unterstützt die Treffen mit einer Online-Lernplattform und ermöglicht jedem Redner umfassende und individuelle Weiterbildung für Rede- und Führungskompetenzen. Besuchen Sie unser Treffen als Gast und lernen Sie uns kennen! Sind Sie bereit mutig den ersten Schritt zu gehen? Dann kommen Sie zu uns! Wir freuen uns über alle Interessierten, die an einem Übungsabend unsere Gäste sein möchten. Wo: im Seminarraum des Racket Centers Wann: jeden 2. und 4. Donnerstag im Monat, 19:30 bis ca. 21:30 Uhr Kontakt: Rhetorikclub.ZAPhoch4@web.de oder telefonisch bei dem Präsidenten Carsten Hanisch +49 (0) 170 6366305.

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MUT – Dein Lebensbegleiter von Rolf Staguhn

Mit „Mut“ kann Mensch so viel bewegen – denn „Mut“ begleitet unser Leben. Schließ mal die Augen, denk versonnen – an früher, wie alles hat begonnen! Als Baby wurdest Du getragen, dann musst Du erste Schritte wagen und hörst die Mama “Oh wie fein, Du bist so mutig, läufst allein!“ Nach Deinem ersten stolzen Lauf, geht’s schon bald aufs Dreirad rauf. Da können alle Leute seh´n – das ist leicht, ist kein Problem. Um auf dem Zweirad sich zu halten, musst Du schon großen Mut entfalten. Und bald nach Laufen, Radeln, Rennen, lernst Du das Wasserbecken kennen und staunend schaust, kannst nicht verstehen, wie Leute da nicht untergehen. Der Schwimmarm kann Dich sicher tragen – dann kommt der Tag, Du willst es wagen: der große Mut hilft Dir wie immer – ab jetzt bist Du ein toller Schwimmer. Du spürst „nun geht es richtig los“. Du bist so mutig und schon groß! Jetzt soll es Dir auch noch gelingen, vom Meter hoch ins Nass zu springen und dann mit Mut die Angst besiegen, ganz schwerelos vom Turm zu fliegen. Du fühlst Dich stark, genießt die Jugend – um Dich herum gibt’s nicht nur Tugend. Was ist die Wahrheit, was verlogen? Hörst viel von Tabak und von Drogen! Bei Menschen, die Dich danach fragen, zeigst Du den Mut, um „NEIN“ zu sagen! Du wirst bestimmt auch Fehler machen und später mal darüber lachen. Du brauchst Dich aber nicht zu schämen, hast Mut, Verantwortung zu übernehmen! Und auch nach Niederlagen wirst Du sehen, der Mut Dir hilft, gleich aufzustehen. In den gesamten Lebensjahren wirst sicher Du auch Leid erfahren – dann erhalte Dir stets das höchste Gut: Deinen Lebensmut!

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