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Ausgabe 1/ 2019

Premium DAS LIFE SKILLS-MAGAZIN AUS DEM RACKET CENTER

MENSCH & DENKEN

Dr. med. Petra Dallmann

Rekordschwimmerin und Ärztin IM INTERVIEW


MEDITERRANES AMBIENTE MIT EINEM HAUCH SÜDLÄNDISCHEM FLAIR

Ob rauschende Familienfeierlichkeiten, anspruchsvolle Meetings, erholsame Zeit zu zweit oder genussvolle Gaumenfreuden – die Villa Toskana bietet Ihnen mit ihren stilvollen Zimmern und Suiten, den professionellen Tagungs- und Veranstaltungsräumlichkeiten und einer hochwertigen Küche immer den passenden Rahmen.

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STANDPUNKT Ausgezeichnete Gedanken

Am 19. November 2018 feierte die Sportregion sich selbst, ihre Mannschaften, Sportler*innen und außergewöhnliche Persönlichkeiten, die sich um den Sport in unserer Metropolregion verdient gemacht haben. Aus den Händen von Skilegende Marc Girardelli erhielt Manfred Lautenschläger den SportAward Rhein-Neckar für sein Lebenswerk. Seit Jahrzehnten fördert der Mäzen insbesondere den Jugend- und Breitensport – oder anders formuliert: den Bildungssport. Die Ballschule Heidelberg, das Schwimmfix-Projekt, der Jugendbasketball und -radsport, der Tennis- und auch der Schachnachwuchs kommen in den Genuss finanzieller Zuwendungen aus seiner Stiftung. Noch viel mehr bekommen die Verantwortlichen und Beteiligten dieser Einrichtungen eine Idee mit auf den Weg: Sport und Bewegung, Leistungs- und Gesundheitsförderung, Wettkampf und Fairness sind wichtige Wegweiser, damit Menschen ihren Platz in der Gesellschaft finden, um diese konstruktiv mitzugestalten. Dieser ausgezeichnete Gedanke von Manfred Lautenschläger ist auch uns eine Richtschnur, wenn wir das Racket Center, die Vielfalt und Güte seiner Angebote sowie uns selbst fortentwickeln. Was uns kennzeichnet? „Kommunikation, gemeinsames Erleben und nachhaltige Beratung der Kunden sowie eine nach DINNorm 33961 zertifizierte Qualität der Ausstattung und Dienstleistungen“. So beschreibt uns eine der führenden Fachzeitschriften für die Fitness- und Gesundheitsbranche in Europa – die fitness Management International, Hamburg – in der Ausgabe Dezember 2018 und vergibt deshalb die Auszeichnung „Fitnessstudio des Jahres 2018“.

Unter fast 10.000 Anlagen in ganz Deutschland wurde das Racket Center Nußloch von Europas größtem Arbeitgeberverband für Fitness- und Gesundheits-Anlagen DSSV und der Fachzeitschrift fitness Management International unter der Mitwirkung der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement DHfPG ausgesucht – eine Ehrung, über die wir uns sehr freuen. Insofern war das vergangene Jahr ein ausgezeichnetes Jahr für uns. Ausgezeichnet wurden unsere Ideen, ein fortwährendes „Sich-Gedankenmachen“ über deren Umsetzung im Sinne unserer Kunden und der ständige Kontakt und Austausch mit den Menschen. Also: wie sehen wir das? Nicht ein Unternehmen wurde ausgezeichnet, sondern die Menschen darin! Ich danke allen, die auf ihre ganz persönliche Weise dazu beitragen: „Mein Sport hat ein Zuhause.“ – nämlich im Fitnessstudio des Jahres 2018. Und nun werden wir weiterhin ideenreich und kraftvoll dafür arbeiten, dieser Auszeichnung gerecht zu werden. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen gute Gedanken für eine gelingende Zukunft …

Ihr

Dr. Matthias Zimmermann

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INHALT

Bildung & Wissen

S. 32

KURZ NOTIERT ...

TITEL Mensch und Denken

AM RANDE BEMERKT ... Denken wir klüger als die Schimpansen?

HÄTTEN SIE´S GEWUSST? KOLUMNE

Denken – an sich und an andere

GSM PRAKTIKUM Denken in neuen Situationen

WISSEN KOMPAKT Design Thinking

KOMMENTAR

Die Gedanken sind frei – stimmt das tatsächlich? Schweigen ist Silber – Reden ist Gold

BUCHTIPP

Gesund mit der Kraft der Gedanken von PD Dr. med. Katharina Schmid

MITARBEITER INCENTIVE Sportliches Firmenevent im Racket Center

WISSENSWERT 4 RC Premium 1/2019

S. 52

Gesundheit & Fitness

08

KURZ NOTIERT ...

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THERAPEUTENRAT

46

10

22 24 26 28 30 36 32 34 38

FIT & GESUND

Ein Radunfall Graded Activity

EXPERTENRAT

Gelenkerhaltende Therapie des Hüftgelenks Aktiv mit Osteoporose

WHO´S WHO Christopher Fischer

WELLNESS SPECIAL TIPP WELLNESS PUR im AQWA Walldorf

HIDDEN DEVICES Rumpfrotation am Kabelzug

KOMMENTAR First World Problems

GESUND & LECKER Gebratenes Fischfilet mit Zucchinisoufflé

FIT & GESUND Abnehmen ohne Verzicht

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IMPRESSUM

Leistung & Erfolg

S. 80

fitness MANAGEMENT international

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Studio des Jahres 2018 - Racket Center Nußloch

IM INTERVIEW Dr. med. Petra Dallmann

KINDERSPORT

Sport im Zeitalter der Digitalisierung Die Eltern spielen immer mit …

HERZLICH WILLKOMMEN STORY Ankommen in Deutschland

LYRIK BASKETBALL MLP Academics Heidelberg

FIRMENPORTRAIT

epicto GmbH ISB Ingenieurgesellschaft mbH

3 Fragen - 3 Antworten KAHL Büroeinrichtungen

Herausgeber Racket Center Nußloch GmbH & Co. KG Walldorfer Straße 100 • 69226 Nußloch

Anzeigen, Kontakt & Beratung Laura Heberger (partner@gsm-mbh.net)

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Lifetime Award für Dr. h. c. Manfred Lautenschläger

DAS LIFE SKILLS-MAGAZIN AUS DEM RACKET CENTER

Verantwortlich für den redaktionellen Inhalt Dr. Matthias Zimmermann (dr.zimmermann@racket-center.de)

KURZ NOTIERT ...

LEBENSWERK

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Produktion GSM Gesellschaft für Sportmanagement und Beratung mbH Walldorfer Straße 100 • 69226 Nußloch Layout, Satz, Grafik Denis Herrmann (herrmann@gsm-mbh.net) Fotos Denis Herrmann, Adobe Stock Auflage 6.000 Druck abcdruck GmbH Waldhofer Straße 19 69123 Heidelberg

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Der MLP-Cup 2019

Die Internationalen Herrentennismeisterschaften der Metropolregion Rhein-Neckar freuen sich auf Publikumsliebling Sadio Doumbia – und auf eine Titelverteidigung?

I

m Januar 2018 hat der Veranstalter des MLP-Cup alles daran gesetzt, sich der Auszeichnung „Bestes Turnier der German Masters Series“ würdig zu erweisen. Das Racket Center präsentierte sich den Gästen mit zahlreichen Rahmenveranstaltungen von seiner besten Seite. Auch dem Badischen Tennisverband bot sich auf der Sponsorenfläche neben dem Center Court ein attraktiv gestaltetes Ambiente, um dort die erfolgreichen Mannschaften der vergangenen Saison in angemessener Weise zu ehren.

Bei alledem, was rund um das Turnier geboten wird, steht stets der Tennissport im Vordergrund. Auch in 2019 werden die badischen Tennissportlerinnen und -sportler des BTV am Halbfinalsamstag wieder eingeladen sein, sich das Doppelfinale und die beiden Semifinals im Einzel anzusehen. Schon im Vorjahr boten die Akteure vor großer Kulisse ein Tennisfeuerwerk, das Lust auf das Finale am nächsten Tag machte. Während der ungesetzte Franzose Sadio Doumbia die Begegnung gegen den Lokalmatador Robin Kern klar in zwei Sätzen für sich entschied, konnte der Belgier Christopher Heyman den Deutschen Jan Choinski erst in einem knappen Tiebreak im dritten Satz besiegen. Im Finale lösten Heyman und Doumbia ihr Versprechen ein: sie boten Spitzentennissport der Extraklasse – über fast drei Stunden, wenngleich der Franzose die Partie nach nur zwei engen Sätzen mit dem ersten Matchball beendete und ein für ihn überragendes Turnier bejubeln durfte. Die beiden Tennisvorbilder zogen nicht nur spielerisch, sondern auch durch ihr tadelloses Verhalten und ihre sympathische Erscheinung die beinahe 400 Zuschauer in ihren Bann. In seiner Siegerrede konnte sich Sadio Doumbia dann auch bei zahlreichen Weinheimer Fans bedanken. Er versprach, mit solch einem Auftreten das badische Bundesligatennisteam sowohl sportlich als auch menschlich zu bereichern – was er im weiteren Saisonverlauf dann auch tat! Beim TC Weinheim ist Sadio in der vergangenen Bundesligasaison schnell zum Publikumsliebling avanciert, der – wie seine Mannschaftskollegen versichern – viel Spielwitz mit großem Kämpferherz vereint und immer für einen Spaß zu haben ist. Dabei zeichnet den sprachbegabten Franzosen

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mit malischen Wurzeln nicht nur sein Tenniskönnen, sondern auch seine akademische Laufbahn aus. Er absolvierte ein Studium in Finance and Accounting an der University of Georgia in Athens, die einst auch John Isner besuchte. Soweit bekannt, wird Sadio Doumbia auch beim MLP-Cup 2019 wieder an den Start gehen und mit der Unterstützung vieler Weinheimer Zuschauer alles daran setzen, seinen Titel zu verteidigen. So wünschen wir den Zuschauern und uns als Veranstalter der internationalen Herrentennismeisterschaften der Metropolregion Rhein-Neckar im Racket Center Nußloch vom 21. bis 27. Januar 2019 wieder fantastischen und begeisternden Tennissport.


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Bildung & Wissen

KURZ NOTIERT ...

ZAP Gesundheitslinien „Wissen wirkt“

Wir bedanken uns bei den Referentinnen und Referenten der ZAP-Gesundheitslinien 2018 und sagen auch allen 894 Besucher*innen (darunter 454 Nicht-Mitglieder) ein herzliches Dankeschön. Wir hoffen, dass das erworbene „Wissen wirkt“. Unsere Vortragenden im vergangenen Jahr waren: Dr. Michael Koch (Sportopaedie Heidelberg), Christa Hackl (figurscout), Peter Fauser (Fauser Coaching), Mark Grabfelder (Deutsche Hochdruckliga e. V.), Dr. Dietger Mathias (Arzt und Buchautor), Dr. Bernd Wiedenhöfer, Prof. Dr. Holger Schmitt, Prof. Dr. Fritz Thorey und Prof. Dr. Rainer Siebold (ATOS Klinik Heidelberg), Dr. Thomas Katlun (Augenärztliche Privatpraxis), Volker Dieterich (Optik Dieterich, Heidelberg), Dr. Birgit Roth (MVZ Wiesloch II GmbH), Priv.-Doz. Dr. Wolfgang Pötzl, Prof. Dr. Frank Unglaub, Priv.-Doz. Dr. Christian Spies und Prof. Dr. Michael Clarius (Vulpiusklinik Bad Rappenau) und Prof. Dr. Wolfgang Wick (Neurologische Klinik des Universitätsklinikums Heidelberg). Und aus dem Racket Center: Dominik Klaes, Christian Schumann, Lisa Rehnig, Benjamin Schauer, Cedric Bender, Daniela Völker, Miriam Jungkind und Eric Sattel.

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Mehr Manuelle Therapie in der ZAP Physiotherapie

Wir gratulieren herzlich unseren beiden Physiotherapeutinnen Miriam Thürer und Jana Kamer zur bestandenen Prüfung „Manuelle Therapie“. Frau Kamer und Frau Thürer verstärken somit unser Team der ZAP Physiotherapie im Bereich der Manuellen Therapie. Neben der fachlichen Höherqualifizierung durch die Weiterbildung verkürzen wir eventuelle Wartezeiten noch mal deutlich.


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TITEL

Mensch und Denken

Über Denken und Gedanken, Nachdenken und Umdenken von Matthias Zimmermann „Ich will einfach nur hier sitzen“, sagt Herrmann zu seiner Frau. Der Klassiker von Loriot ist tiefgründiger als man zunächst denkt, wenn man sich über den Dialog amüsiert (und wer diesen dreiminütigen Zeichentricksketch nicht kennt, möge ihn sich bitte bei YouTube anschauen – es lohnt sich!). Vielleicht wäre das ganze anders ausgegangen, hätte Herrmann seiner Frau gesagt: „Ich denke nach“. Na gut, es wäre wohl trotzdem eskaliert. Denn sich Zeit zum Nachdenken zu nehmen kommt einem Luxus gleich, der einem immer seltener vergönnt wird. Das macht nachdenklich! Gebietet die Tragweite unserer Entscheidungen nicht eine sorgfältige gedankliche Sondierung sämtlicher verfügbarer Informationen? Schließlich gibt es – dem World Wide Web sei´s gedankt – davon heute mehr denn je! Stattdessen richten wir uns häufig nach Daumen-regeln und Bauchgefühl. „Heuristiken“, nennen das Fachleute, und offenbaren in Experimenten: Entscheidungen auf der Grundlage solcher Heuristiken sind gar nicht so schlecht! Ungerichtetes Anhäufen von Fakten und tiefge-

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hendes Grübeln führen gerade in hochkomplexen, dynamisch veränderlichen und damit unsicheren Situationen nicht automatisch zu besseren Ergebnissen. Allerdings gilt eben auch, dass Prägungen, Vorurteile und Wahrnehmungsverzerrungen dem ergebnisoffenen, freien Denken Fesseln anlegen. Vielleicht ist es eben doch besser, erst mal innezuhalten: „Dazu muss ich mir erst mal Gedanken machen“. Das mag langweilig klingen, weil vorsichtig, und „spießig“, so „anti-spontan“ und „uncool“ – mitunter auch besserwisserisch. Es könnte aber auch der Tenor des Lebensklugen, Vernünftigen und Souveränen sein. „Denken ist der Vorgang zur Erzeugung von Gedanken unter Verwendung eines mal mehr und mal weniger gebrauchten Gehirns“. Gleichzeitig aber gilt auch: „Wer über jeden Schritt lange nachdenkt, steht sein Leben lang nur auf einem Bein“. Die Suche nach einem gelingenden Leben findet nun mal im Gehirn statt. Um fündig zu werden, braucht es mehr als nur klug klingende Bonmots, sondern Hinweise aus unterschiedlichen Fachgebieten …!


Denken – und was die Gehirnforscher darüber wissen!

Wir Menschen haben im Laufe unserer Evolution in unserem Kopf vornehmlich den präfrontalen Cortex herausgebildet. Dieser macht es uns möglich, über die Folgen unserer Handlungen, die Endlichkeit des Daseins und den Sinn des Lebens nachzudenken. Wir sind in der Lage, uns beim Denken selbst zu beobachten – was man Bewusstsein nennt. So folgt dieser Beitrag auf den Leitartikel der vorhergehenden Ausgabe dieses Magazins, in dem die Evolution, der Aufbau und die Funktion des Gehirns, die Gehirnleistung und das Denkvermögen erläutert und die Intelligenzforschung kritisch betrachtet wurden. Welche Erkenntnis daraus ist für das nun Folgende relevant? Relevant ist die Erkenntnis, dass sensorische und assoziative Informationen, bevor sie zum präfrontalen Cortex vordringen und Gegenstand unserer bewussten Informationsverarbeitung werden, durch andere Gehirnregionen wandern (siehe RCP III/2018, S. 11). Es sind dies diejenigen zentral-neuronalen Steuerungsorgane, die sich weiter innen in unserem Schädel befinden – und die sind stammesgeschichtlich weit älter: Der Hippocampus (auch Seepferdchen genannt: Gehirnregion, in der sich Informationen aus unterschiedlichen sensorischen Systemen vereinen), der Gyrus cinguli (auch Gürtelwindung genannt: Gehirnregion, in der Sinneseindrücke emotional analysiert und mit der inneren Gefühlslage verknüpft werden) und die Amygdala (auch Mandelkern genannt: Gehirnregion, in der Gefahren bewertet, Furcht empfunden und Angstreaktionen erzeugt werden). Diese Gehirnregionen werden zum sogenannten limbischen System zusammengefasst. Signale, die in unser Bewusstsein gelangen, kommen nicht nur aus der äußeren Umgebung, sondern auch durch innere körperliche Aktivitäten und Vorgänge. Wie oft wundern wir uns, wenn uns plötzlich ein Gedanke, eine Idee oder – was wir uns mitunter wünschen – gar ein Geistesblitz in den Kopf schießt und dort Karussell fährt: „Wo kommt das denn jetzt her …?“ Das kann und muss man nicht unbedingt wissen. Bewusst sein (oder bewusst machen) sollte man sich aber, dass aus gehirnphysiologischen Gründen jede Information, die in unseren präfrontalen Cortex dringt, auf ihrer Reise durch das limbische System eine implizit getroffene emotionale Bewertung im Gepäck hat – und oft genug als blinder Passagier. Was in unserem Kopf vor sich geht, ist für uns selbst oft rätselhaft. Hilft uns die Wissenschaft? Welche Hirnregionen bei der Erledigung bestimmter Aufgaben besonders aktiv sind, darüber weiß die moderne Forschung mittlerweile einiges. Keine Ahnung hat man allerdings davon, wie das Gehirn die Unmenge von elektronischen und chemischen Signalen in das umwandelt, was wir unter Idee, Bewusstsein oder Denkmuster verstehen. Bildgebende Verfahren können Hirnaktivitäten sichtbar machen – woher die Gedanken kommen und ob das Denken uns in gewünschter Weise zu einem Ziel führt, lässt sich daraus jedoch nicht erkennen. Zeigt das fMRT-Image (funktionelle Magnetresonanztomografie-Bild) eine einfache Vorstellung oder einen hochtraben-

den philosophischen Entwurf? Gehirnaktivitäten im Scanner sagen nichts darüber, ob es ein Einfaltspinsel oder ein Genie ist, der da gerade Geisteskraft entfaltet! Keine Funktion unseres Gehirns lässt sich isoliert in klar eingrenzbaren Arealen verorten. Denken ist stets das Zusammenspiel verschiedener, evolutionsgeschichtlich unterschiedlich alter und entwickelter Gehirnstrukturen. Erkennbar ist, dass das Gehirn im Schnitt nur etwa fünf Prozent der Energie für das bewusste Denken verwendet. Die Hauptleistung besteht darin, hochkomplexe körperliche Leistungen in einer hochkomplexen realen Welt zu erbringen – und doch sind es diese wenigen Prozent, die den Unterschied machen. Das Team aus Großhirnrinde und limbische System erbringt außergewöhnliche Leistungen. Dennoch bleiben von geschätzten 11 Millionen Informationssignalen (Bits), die unser Gehirn pro Sekunde über unsere Sinnesorgane erreichen, nur 40 Bits zur bewussten Verarbeitung übrig. Die meisten Informationen und der größte Teil der Energie werden darauf verwendet, Routinen zu bewältigen (Steuerung von Muskeln, Reaktionen etc.). Wolf Lotter spricht von einem „sehr ungünstigen F&E (Forschungs- und Entwicklungs-) Faktor“. Insbesondere Stressforscher, die sich mit dem Phänomen der Reizüberflutung und -verarbeitung beschäftigen, wissen aber auch, wie segensreich dieser Filter ist. Dieses Team aus Großhirnrinde und limbischem System ist genau das, was den Menschen von anderen Lebewesen unterscheidet und ihn im Tierreich genau so genial wie gefährlich macht. Der Mensch definiert sich eben nicht durch seinen Intellekt alleine. Ist es nicht so, dass sich die Selbstreflexionsfähigkeit mehr den charakterlichen als den intellektuellen Eigenschaften eines Menschen zuordnen lässt? Also ist das, was wir unter Intelligenz verstehen (oder als solche zu messen versuchen), nicht gleichbedeutend mit dem Denkvermögen. Denken verlangt nach dem Willen, es zu tun, nach dem Wissen um seine Fehlerhaftigkeit und nach Fleiß – es ist anstrengend! Jedoch: Ist es nicht eine wunderbare Zumutung, selbst denken dürfen zu müssen? Über diesen Satz muss man jetzt erst mal gründlicher nachdenken, stimmt´s?

Denken – und was die Philosophen darüber (zu) wissen (glauben)?

Für einen kurzen Textteil in einem kleinen Aufsatz mag diese Überschrift anmaßend klingen – sie könnte auch einem Buchtitel dienen. So soll in einer radikalen Beschränkung auf einen definitorischen Ansatz das philosophische Wörterbuch von Georgi Schischkoff weiterhelfen: Danach ist Denken ein Vorgang, bei dem „Vorstellungen, Erinnerungen und Begriffe eine Erkenntnis formen“, um daraus „brauchbare Handlungsanweisungen zur Meisterung von Lebenssituationen zu gewinnen“. Das klingt nach einem autonomen, machtvollen Vorgang, der einen Menschen zum Meister macht – dem Meister seines Lebens. Denken bedeutet Selbstermächtigung. „Die Gedanken sind frei!“ Seit fast einem Vierteljahrtausend findet sich dieses berühmte Volkslied in mehrmals abgeänderten Versionen in zahlreichen Liederbüchern. Bis

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heute wird es oft und gerne gesungen – erfüllt mit Sehnsucht nach Freiheit und Unabhängigkeit. Doch stimmt das denn? Wie frei sind unsere Gedanken wirklich …? „Ich zweifle, also bin ich“, oder, was dasselbe ist: „Ich denke, also bin ich.“ Mit diesem Satz stieß der französische Philosoph und Mathematiker René Descartes das Tor zur modernen Philosophie auf. Wer aufhört zu denken, verliert die Gewissheit von der eigenen Existenz. Sein Verdienst: Er lenkte die Aufmerksamkeit von den Dingen auf das Ich und erhebt den Zweifel zur Methode. Damit legt er einen Grundstein für das, was später in eine Epoche mündet, die Aufklärung genannt wird. Sein Irrtum: Die radikale Trennung von Geist und Körper, dass also der geistige und der körperliche Bereich zwei verschiedene Welten und voneinander unbeeinflusst seien. Nur habe Gott eben den Geist und den Körper des Menschen mit unendlicher Genauigkeit aufeinander abgestimmt. Heute wissen wir, dass Körper und Geist einander wechselseitig stärker verbunden sind als man das je geahnt hätte. Es korrespondieren die Muskeln mit dem Gehirn – und umgekehrt. Die Bewusstseinsfunktionen sind nicht die Seele der Tätigkeit eines Einzelorgans, sondern Lebensäußerung des gesamten Organismus. Es ist nicht das Gehirn, das denkt. Es ist der gesamte Mensch! Vieles, was seitdem in den vergangenen vier Jahrhunderten vermeintlich neu erdacht wurde, ist früher schon mal gedacht worden. „Unser Leben ist das, wozu unser Denken es macht“, folgerte schon der alt-römische Philosophenkaiser Marc Aurel (121 - 180 n. Chr.) in seinen Selbstbetrachtungen. Das mag für das Subjekt Mensch zutreffend sein und ihm zwischen Schönfärberei und Drama alle Denk-, Traum- und subjektiven Lebenswelten eröffnen – und hoffentlich dient dies seiner Suche nach einem gelingenden Leben. Gut ist es trotzdem, sich dessen bewusst zu sein, dass die Welt um einen herum auch ohne eigenes Denken existiert. Demut ist dem Denken ein wohlmeinender Begleiter – die Kenntnisnahme und das Akzeptieren von Fakten allerdings genauso. Auch im antiken Griechenland haben sich Philosophen über das Denken Gedanken gemacht: „Denken ist das Gespräch der Seele mit sich selbst“, sagte Platon. Es hat eine dialogische Struktur, beinhaltet die Reflexion und den Zweifel. Deren Einzigartigkeit liegt in der Gabe zu assoziieren, Erfahrungen zu übertragen, Symbole zu lesen und emotionales und analytisches Denken zu trennen. So zumindest die Definition, denn: Ist es wirklich so, dass wir in der Lage sind, emotionales und analytisches Denken voneinander zu trennen, objektive Fakten von subjektiven Einschätzungen zu unterscheiden? Oder – anders gefragt: Verfügen wir über die Reflexionskraft und das Bewusstsein, dies zu tun?

Denken – und wie Ökonomen darüber denken.

Die Ökonomen der Neoklassik haben die Antwort darauf zum Paradigma erklärt. Sie erachten die Epoche der Aufklärung als offenbar erfolgreich abgeschlossen, denn: in ihren ökonomischen Theorien sind Produzenten und Konsumenten nicht nur vernunftbegabte Wesen – sie denken tatsächlich ver-

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nünftig und entscheiden rational. Der Homo Oeconomicus ist das Leitbild der ökonomischen Theorie, und gleichzeitig nur ein fiktives Wirtschaftssubjekt. Dieses verfügt über vollständige Informationen, denkt in eindeutigen Präferenzen und vollkommen utilitaristisch. Das Credo des Homo Oeconomicus lautet: Was bringt mir den höchsten Nutzen …? Die volkswirtschaftliche Literatur ist voll mit Diagrammen, die ökonomische Entscheidungen von Anbieter und Nachfrager anhand von Nutzenfunktionen beschreiben, erklären und prognostizieren (wollen). Für Kollektive, also eine große Gruppe an Wirtschaftsakteuren, liefern diese Theorien brauchbare, weil generalisierte Erkenntnisse. Dass zum Beispiel bei steigenden Preisen die Nachfrage sinkt und umgekehrt, macht den Preis zum zentralen Steuerungsinstrument der Marktwirtschaft. Darüber hinaus liefern neoklassische Theorien durchaus Hinweise für die Notwendigkeit von Institutionen, deren Funktion, Verantwortung und damit einhergehenden Regeln. Jedoch soll in der neuen ökonomischen Weltordnung nach Milton Friedmann all dies auf ein Minimum reduziert werden: wenig öffentliche Institutionen, kaum Regeln, die Rolle des Staates marginal – so haben er und seine Chicago-Boys sich das vorgestellt. Der Faktor Mensch, sein individuelles Denken, Entscheiden und Handeln, findet in der Welt der marktgläubigen Neoliberalen genauso wenig Platz wie bei Karl Marx und seinen marxistischen Traumtänzern. Zumindest hat Marx freimütig eingeräumt: „Ich wäre nie Marxist geworden!“ Aber so passiert das halt, wenn man seinen Theorien den idealisierten Durchschnittsmenschen zu Grunde legt und übersieht, dass die Realität von einem individuellen Denken bestimmt wird, das in teils systematischer Weise außerhalb einer ökonomischen Nutzenlogik liegt. Hilfs- und Spendenbereitschaft, Verzicht, selbstlose Teilungsbereitschaft und Genügsamkeit finden in diesen Theorien keinen Platz. Dabei bestand zwischen den Ökonomen und den Psychologen nie ein Dissens darüber, dass Individuen unterschiedliche Präferenzen, Nutzenerwartungen und Denkmaßstäbe haben. Auch kein Philosoph hat jemals behauptet, dass der Mensch durchgängig rational sei. Selbst Immanuel Kant, der personifizierte Verfechter der Vernunft als Weg des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit, schrieb: „Aus so krummem Holze, als woraus der Mensch gemacht ist, kann nichts ganz Gerades gezimmert werden“. Zeit, sich mit dem Menschen und seinem Denken mal genauer zu beschäftigen. Das dachten sich auch Daniel Kahneman und Amos Tversky (gest. 1996) und fragten sich: Ist es nicht tatsächlich so, dass wir ganz oft anders denken, als wir denken möchten? In zahlreichen verhaltenswissenschaftlichen Studien begründeten sie, warum das so ist und schlussfolgerten, was dies für die (bis dahin) herrschenden ökonomischen Theorien bedeutet. Für diese experimentelle Herangehensweise und die Tragweite der gewonnenen Erkenntnisse zur Fortentwicklung der ökonomischen Theorie erging der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften im Jahre 2002 an Daniel Kahneman.


Die Frankfurter Allgemeine Zeitung kürte den israelisch stämmigen Psychologen 2014 zum einflussreichsten ausländischen Wirtschaftswissenschaftler im Land. Unter Psychologen gilt er als einer der bedeutsamsten Persönlichkeiten der kognitiven Verhaltenspsychologie unserer Zeit.

Denken neu gedacht – die (kognitiven Verhaltens-) Psychologen und die Prospect Theorie.

Wie denkt der Mensch im Lichte der herrschenden Realität und worauf gründen seine Entscheidungen? Das ist die Frage, die für Kahneman und Tversky den Ausgangspunkt ihrer Forschungen darstellt. Ist denn unsere Lebenswirklichkeit nicht fast immer komplex und wenig transparent – trotz (oder gerade wegen?) der Fülle und Verfügbarkeit von Informationen? Und sind diese Informationen nicht bisweilen unvollständig, widersprüchlich und aus dem Kontext gerissen? Kurzum: Unsicherheit ist ein Wesensmerkmal unserer Denkund Entscheidungswelt. Also muss die Schlüsselfrage lauten: Wie entscheiden Menschen unter der Bedingung von Unsicherheit? Die Erkenntnisse aus einer Vielzahl an Experimenten lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Unter der Bedingung von Unsicherheit denken wir Menschen häufig falsch. Unsere Überlegungen führen zu schlechten Ergebnissen. Das allerdings ist nicht weiter verwunderlich. Bemerkenswert ist hingegen: Wir denken nicht zufällig falsch, sondern systematisch falsch! Was bedeutet das? Das bedeutet, dass die Abweichungen von einer richtigen Entscheidung oder einem korrekten Wert immer in die gleiche Richtung weisen. Die Denkfehler sind vorhersehbar! Beispiel gefällig? Vor die Entscheidung gestellt, entweder 1.000 Euro in bar zu nehmen oder stattdessen ein Los, das mit einer Wahrscheinlichkeit von 55 Prozent 2.000 Euro einbringt, entschieden sich nahezu alle Probanden für die erste Variante und nahmen die 1.000 Euro. Die Schlussfolgerung daraus?

Wir hassen Verluste mehr als wir Gewinne lieben! Wir genießen das Gefühl von Sicherheit. Diese sogenannte Verlustaversion hat seitdem viele klassische ökonomische Theorien in Frage gestellt und Einzug in die Lehrbücher gehalten. Das Denken in Wahrscheinlichkeiten ist uns eher fremd. Hätten Sie gedacht, dass es in Amerika wahrscheinlicher ist, von einem Kleinkind beim Spielen mit der Waffe des Vaters erschossen zu werden als von einem Terroristen? 50-mal höher ist übrigens die Wahrscheinlichkeit, durch die Tat eines Betrunkenen getötet zu werden. Solche Zahlen sind wichtig, um in Relationen zu denken und Einordnungen vorzunehmen. Dennoch ist Skepsis geboten, wenn Schlussfolgerungen unmittelbar aus Zahlen abgeleitet werden. Menschen, die Angst vor Terroranschlägen haben, sind weder dumm noch feige. Sie haben Angst. Und das bedeutet eine ernstzunehmende Aufforderung an alle, die für Sicherheit verantwortlich sind …! Dennoch: Ein Denken in Wahrscheinlichkeiten würde offenbaren, dass der Zufall häufig eine viel größere Rolle spielt, als wir das wahrhaben wollen – vor allem dann nicht wahrhaben wollen, wenn uns Erfolg beschieden ist. Gerne heben wir Stars aufs Treppchen, und noch lieber uns selbst. Vor der Überhöhung individueller Leistungen im Hinblick auf deren Bedeutung für den Weltenlauf meint Warren Buffett, dass ein gutes Geschäftsergebnis viel stärker von dem Boot abhängig sei, in dem man sitzt, als von der Effizienz, mit der man rudert. Natürlich gebührt Anerkennung dem, der den glücklichen Zufall erkennt und ihn zu nutzen weiß, fleißig und schlau dem Erfolg im Geschäft und im Leben entgegenstrebt. Nicht gut bekommt es demjenigen, der dem Glauben erliegt, die Menschheit hätte auf ihn gewartet. Demut bewahrt den Erfolgreichen beim Denken über sich selbst und über seine Leistungen vor der Verkennung glücklicher Umstände. Rolf Dobelli erkennt eine der wichtigsten Strategien für ein bereicherndes Denken und gelingendes Leben darin, sich selbst nicht zu wichtig zu nehmen.

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Auch Daniel Kahneman traf der große Wirbel um seine Forschungsleistungen und um seine Person. Dazu meinte er nur, man müsse sich erst jahrelang mit der Ökonomie befassen, um sich über seine Forschungsergebnisse zu wundern. Seine Mutter sei überhaupt nicht überrascht gewesen. In dieser Aussage steckt gleichzeitig eine Begründung dafür, wie es zu systematischen Denkfehlern kommt: Die sogenannte Déformacion professionelle. Die Déformacion professionelle bezeichnet das Phänomen, die Betrachtung der Welt auf die eigene fachliche Sicht zuzuschneiden. Gehört, gesehen und gelesen wird das, was man hören, sehen und lesen will. Und das geschieht gar nicht mal bewusst. Die Weltsicht steuert unbewusst aber entscheidend die Auswahl der Informationen, die wir unseren vermeintlich rationalen Entscheidungen zugrunde legen. Dem Prinzip der kognitiven Leichtigkeit wird gerne Folge geleistet: Es wird systematisch nach Bestätigung für das gesucht was man ohnehin schon zu wissen glaubt. Gänzlich Neues wird aussortiert und Bewährtes in den Vordergrund gestellt. Dabei erweist sich das Gehirn als ausgesprochen faul. Das ist eine wichtige Forschungserkenntnis: Der Mensch denkt nicht gerne. Eine Form der Selbsttäuschung liegt darin, das eigene Denken und Tun in seiner Geltung über anderes – und damit gerne auch über andere – zu stellen. Kahnemann nennt dies die Fokussierungsillusion: „Nichts im Leben ist so wichtig wie Sie denken, während Sie darüber nachdenken“. Wir überschätzen systematisch die Wichtigkeit unserer Vorhaben, weil die Lupe, durch die wir den Ausschnitt der Wirklichkeit betrachten, diese in ihrer Bedeutung überhöht. Woran das liegen mag? Wenn wir schon mal gründlich nachdenken und unser Gehirn beanspruchen, dann muss das schon allein deshalb bedeutsam sein, denn – und auch das ist eine Quintessenz der Kognitionsforschung: Der Mensch ist es nicht gewohnt, scharf nachzudenken. Das Gehirn richtet sein Tun nach dem Gesetz des geringsten Aufwands. Energie zu sparen ist seit Beginn der Menschheitsgeschichte eine Überlebensstrategie – für Körper und Geist gleichermaßen. Und so lassen wir uns, sparsam wie wir nun mal sind, gerne von Gefühlen leiten. Ohne dieses schnelle, unterbewusste und äußerst emotionsgesteuerte Denken könnten wir bei der Fülle der ständig zu treffenden Entscheidungen gar nicht überleben. Wir sind auf Automatismen angewiesen – und der Bauch denkt mit. Dann aber müssen wir mit den (systematischen) Fehlern eben leben. Gut zu wissen, wann es sich lohnt, sich mehr Zeit zum Nachdenken zu nehmen. Was ist damit gemeint? Probieren Sie es aus! Dazu ein Beispiel: Ein Tennisschläger und eine Dose Bälle kosten zusammen 110 Euro. Der Tennisschläger ist 100 Euro teurer als die Dose Bälle. Wie viel kostet die Balldose? Ihre schnelle Antwort? Na? 10 Euro? Das drängt sich förmlich auf. Aus dem Bauch heraus mag das vielleicht richtig sein – aber mathematisch? Also: noch mal genau nachgedacht, oder auch gerechnet, gerne mit Stift und Zettel. So eine Dreisatzbildung braucht ein bisschen Gehirnschmalz ...

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Denken – in zwei Betriebszuständen

An diesem Beispiel verdeutlicht Kahneman seine simpel anmutende Theorie: Der Mensch denkt in zwei Betriebszuständen. Er unterscheidet zwei Systeme, nennt es schnelles Denken, langsames Denken und liefert damit den Titel für seinen Bestseller gleich mit: „Thinking fast and slow“ (erschienen 2001 in der amerikanischen Originalausgabe). Jetzt aber mal ganz ehrlich: 10 Euro? Oder etwa 5 Euro? Vielleicht lässt schon der Kontext der obigen Aufgabenstellung erahnen, dass diese kleine Rechenaufgabe einer Fangfrage gleichkommt. Gut beraten, wer hier Stopp sagt: „Lass mich mal genauer nachdenken“. Also wird das eingeschaltet, was Kahneman das System 2 nennt. Dies ist das sehr rational funktionierende Denksystem. Wer es aktiviert, schaltet in den bewussten, langwierigen und anstrengenden Denkmodus. Wenn es die Aufgabe erfordert, wird nachgerechnet. Wahrscheinlichkeiten werden ermessen und Kalkulationen aufgemacht. Unter komplexeren Bedingungen werden Fakten gesammelt und Statistiken bemüht, diese abwägend sondiert und Argumente im kritischen Dialog mit sich selbst erörtert. Manchmal lässt sich belustigend beobachten, wie jemand beim Grübeln vor Anstrengung die Lippen bewegt und in ein stummes Selbstgespräch verfällt. So! Und wer hat nun 10 Euro gesagt? Derjenige hat schnell gedacht und seinem Empfinden freien Lauf gelassen. Die Aufgabe wurde im Betriebsmodus des Systems 1 beantwortet. In diesem System 1 lässt sich der Mensch von seinem Unterbewusstsein leiten. Das schnelle Denken ist geprägt von dem, was das Gehirn bereits kennt, als schlüssig bewertet und irgendwo abgelegt hat.


Nach den Erkenntnissen aus unzähligen Forschungsversuchen scheint deutlich zu werden, dass dieses System 1 einflussreicher ist, als der Mensch dies für sich subjektiv wahrnimmt. Es ist der geheime Urheber vieler Entscheidungen und die Grundlage für unser Urteil. Wir Menschen sind bei weitem nicht so rational, wie wir uns selber sehen. Die Gedanken sind frei? Ein freier Wille? Von wegen – der freie Wille ist eben doch nicht ganz so frei, und die Kontrolle über uns selbst ist bei weitem nicht so ausgeprägt, wie wir das von uns selbst gerne glauben (wollen)!

Intuitives und instinktives Denken

Eingeschränkte Freiheit – mangelnde Kontrolle? Kann doch nicht sein! Die Errungenschaft vieler Jahrhunderte, die großen Aufklärer – alles in Frage gestellt? Sind wir Gefangene unseres schnellen Denkens? Ja, das kann passieren. Es muss aber nicht passieren! Hilfreich ist es, den Unterschied zwischen Intuition und Instinkt zu kennen. Intuitives Denken ist nicht mehr und nicht weniger als ein Wiedererkennen. Damit gemeint ist das Erkennen abstrakter Hinweisreize, die einem Experten den Zugang zu Gedächtnisinhalten weisen – den Laien damit aber genauso gerne aufs Glatteis führen. Einst durch tiefgreifendes Erlernen und Erfahren erworben, sitzen diese Gedächtnisinhalte tief im Unterbewusstsein. Wissen, Fakten und Können sind besonders dann gut abrufbar, wenn sie in Verbindung mit einer Emotion abgelegt sind. Solche Emotionen können auch Schmerzen sein – oder der seligmachenden Erfahrung des Gelingens entspringen. Wer zum Beispiel Französisch im Ausland gelernt und sich beim Sprachkurs noch dazu in einen Muttersprachler verliebt hat, trägt die Sprache nicht nur im Kopf, sondern auch im Herzen. Dieses Sprachvermögen auch nach Jahren ohne Anwendung und Übung zu reaktivieren, fällt leichter als das Neulernen. Der Kognitionsforscher Gerd Gigerenzer, einer der weltweit führenden Denker im Bereich der „Intelligenz des Unbewussten und der Macht der Intuition“, sieht die Intuition als Wegweiser in einer vielfältigen und komplexen Welt. Seine Untersuchungen zeigen, dass – anders, als die Big-Data Jünger uns allen glauben machen wollen – selbst in börsennotierten Konzern etwa die Hälfte aller wichtigen professionellen Entscheidungen letztlich intuitiv getroffen werden. Entscheidungen sind oft das Resultat unmittelbaren, diskursiven Erkennens und Begreifens eines komplexen Sachverhalts. Bewusste Reflexion und tiefschürfendes Grübeln dienen bisweilen nur noch der Bestätigung. Letztlich müssen Entscheidungen von Menschen getroffen und hoffentlich auch verantwortet werden – sie sind eben nicht an Maschinen und Systeme delegierbar. So wartet tief in uns die Intuition darauf, endlich Hilfestellung zu geben – oder ihr süßes Gift der Verführung zu versprühen, wenn es um die Verlässlichkeit des einstmals Gespeicherten zweifelhaft bestellt ist. Was ist da los? Sind es falsche Erfahrungen oder Täuschungen – etwa veraltetes Wissen, nicht erprobte und wenig bewährte Erkenntnisse? Der Philosoph

Philipp Hübl bringt es auf den Punkt: Nur wer Ahnung hat, sollte sich auf seine Ahnung verlassen! Erst die Expertise und die Erfahrung erlauben es uns, auf unsere Intuition zu vertrauen – und wer seiner Intuition vertraut, vertraut sich selbst. Ansonsten folgen wir nicht einer innewohnenden, hilfreichen und begründeten Intuition, sondern nur einem Instinkt – und ein Instinkt ist etwas ganz anderes, nämlich ein archaisches Reiz-Reaktionsschema. Instinktives Denken ist binäres Denken. Tatsächlich ist es so, dass wir diese Dichotomisierung lieben: Schwarz oder Weiß, Gut oder Böse, Held oder Schurke. Es wird leidenschaftlich polarisiert. Politiker „schärfen ihr Profil“, die Medien sprechen vorzugsweise von der „Kluft“ – und wir denken an Spaltung und Konflikt, wo es allenfalls nur Schwankungsbreiten und überbrückbare Unterschiede gibt. Dieser Instinkt der Kluft mag dem Kleingeist ein Gefühl der Zugehörigkeit suggerieren – und bietet ihm dadurch eine willkommene Schmollecke: „Ich hier unten, die dort oben!“, „Wir hier, und die da drüben!“ Zurückgezogen in die Schmollecke, oder vielleicht gar hinter einer brennenden Barrikade, bekleidet mit einer gelben Weste und mit einem Pflasterstein in der Hand, wird es schwer mit Verstehen und Verständigung. Doch genau darum geht es: Verstehen, was der andere genau denkt. Nicht hilfreich ist es, die Probleme von Menschen zu verkennen oder kleinzureden. Wer auf die Straße geht, hat drängende Gründe. Demonstrationen sind ein legitimer Schrei nach Verstandenwerden – und folgerichtig ein Grundrecht (bei uns – nicht überall, wohlgemerkt!). Pflastersteinewerfen hingegen ist kein Grundrecht, sondern ein Verbrechen. Um einem Verstehen näher zu kommen, sind Fakten hilfreich – sofern sie denn in unserem Kopf Platz finden. Doch was in vielen Köpfen vorgeht, klingt anders: Ja, ja, die Welt ist schlecht – ist doch klar! Überall Schurken, es lauert das Böse, schwarz ist die Zukunft. Dramen, Katastrophen, Gefahren – wo man hinschaut. Der Untergang droht. In dreißig verschiedenen Ländern denken weit mehr als die Hälfte der Befragten einer großen Studie (von Hans Rosling, siehe Am Rande bemerkt, S.18f.), dass es um die Welt immer schlimmer wird. Und das ist nicht neu. Seit zweihundert Jahren behaupten Autoren, dass die moderne Zivilisation dem Ende zugeht. Der Historiker Arthur Herman hat eine ganze Liste an Propheten des Untergangs erstellt. Dabei meinen die einen, dass uns die technische Entwicklung entgleitet und sich gegen uns wendet. Wir versinken in einer Dystopie der Gewalt und des Unrechts. Die andere Gruppe der Untergangspropheten beklagt, dass Sicherheit, Frieden und Wohlstand uns in Entfremdung, Misstrauen und Langeweile ertränken. Wir werden erschlagen vom Schutt des Zusammenbruchs, dem wir apathisch, gewissenlos und entwurzelt entgegenmäandern. Dieser Instinkt der Negativität mag uns in der Evolutionsgeschichte das Überleben gesichert haben. Hinter jedem Busch das Negative zu vermuten, hat unsere Vorfahren lieber einmal zu viel als zu wenig davonlaufen lassen. Heute aber macht dieser Instinkt den Menschen empfänglich für

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Average monthly tone of Summary of World Broadcasts news content, January 1979–July 2010 (Y–axis is Z-Score: standard deviations from mean) (Republished from Culturomics 2.0: Forecasting large–scale human behavior using global news media tone in time and space by Kalev H. Leetaru. First Monday, Volume 16, Number 9 - 5 September 2011) (Credit: Kalev Leetaru)

Geschichts- und Kulturpessimismus aller Art. Auch Intellektuellen sei an dieser Stelle mal ganz klar gesagt: Die Welt, in der wir leben, ist die beste aller Zeiten. Sie hat in den vergangenen Jahrzehnten eine geradezu revolutionäre Veränderung zum besseren vollzogen. Alle acht Millenniumsentwicklungsziele, die alle 189 UN-Mitgliedsstaaten im Jahre 2.000 gemeinsam mit zwei Dutzend internationalen Organisationen festgelegt haben, wurden erfüllt – und vielfach mehr als das. Doch das lesen wir in den herrschenden Medien nicht, allenfalls mal im hinteren Teil einer Zeitung, zum Beispiel in DIE ZEIT vom 27. September 2018 auf Seite 35f mit dem Titel: „Was nicht in den Zeitungen steht. Die Welt ist viel besser, als die meisten Menschen glauben. Wie die Medien die angeborene Schwarzseherei verstärken – und damit für Verdruss und Entmutigung sorgen“. (Autor: Martin Spiewak). Was wir viel häufiger zu lesen kriegen macht uns eher Angst. Besonders die sozialen Medien entpuppen sich als Katalysatoren für das Negativdenken. Aber nicht nur dort wird der evolutionsbiologisch wohl älteste, möglicherweise wichtigste, gleichzeitig aber auch lähmendste menschliche Instinkt geweckt. Dieser Instinkt der Angst versetzt den Menschen in einen Zustand, der kritisches Denken und sorgsames Abwägen fast unmöglich macht. Im Reflexfall ist die Angst ein Lebensretter – Adrenalin wird ausgeschüttet, der Puls rast, der Blutdruck schießt nach oben und die Muskulatur wird befähigt zu ungeahnten Kampf- oder Fluchtleistungen. Lähmend allerdings wirken bedrohliche Einflüsse dann, wenn sie unser limbisches System durchfluten, bevor sie ihr Weg in unser Bewusstsein führt. Dort hemmen sie unsere Aufmerksamkeit für alles Normale, Unaufgeregte, Beschauliche. Für Fakten ist in einem angstbesetzten präfrontalen Cortex kein Platz mehr. Dort kommt nur noch an, was diesen Instinkt bedient: das Dramatische, Bedrohliche, Katastrophale.

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Und genau das ist es, was in den Medien die Inhalte, den Tenor und die Grundstimmung im Kampf um Aufmerksamkeit dominiert. Der Datenwissenschaftler Kalev Leetaru lieferte 2011 den Beleg dafür. Mithilfe des sogenannten Sentiment Mining konnte er zeigen, wie die Stimmungslage in den Nachrichten der New York Times von 1945 bis 2010 zunehmend abnahm. Negative Konnotationen wie schrecklich, grauenhaft, tragisch etc. bestimmten in zunehmendem Maße die Texte und färbten die Nachrichten mit immer mehr Trübsal und Schwermut. Was das mit den Lesern macht, zeigen Erhebungen: Je häufiger der Nachrichtenkonsum, desto falscher die Einschätzung von den objektiven Zustandswerten unserer Welt. Bei Fragen nach der Lebenserwartung, der Kindersterblichkeit, der Geburten-, Impf- oder Armutsrate und vielen weiteren mess- und zählbaren Parametern der globalen Entwicklung liegen die Antworten der Befragten deutlich neben der Realität – und zwar mit einer signifikanten und systematischen Tendenz zu schlechteren bzw. negativeren Werten! Welche Instinkte stecken in uns und färben unser Denken? Es sind viele solcher Instinkte, und sie haben ihre Berechtigung. Ohne sie hätten wir im Laufe von Jahrtausenden der Menschwerdung nicht überlebt. Aber wir tun gut daran, unsere Instinkte zu kennen und ihnen mit der Kraft unseres Bewusstseins zu begegnen. Das Wissen um die eigenen Instinkte gibt uns ein Stopp-Schild in die Hand, das uns vor emotional beladenen Schnellurteilen bewahrt, die uns später vielleicht leidtun. Wer einem Instinkt unreflektiert folgt und sich – fern unserer hochentwickelten, komplexen Lebensrealität – zu Vereinfachungen hinreißen lässt, kann sich einen Riesenärger einbrocken. Schließlich sind die Fortschritte unserer Zeit das Ergebnis vernunftgesteuerten Nachdenkens, eingegangener Kompromisse und abgewogener, differenzierter Herangehensweisen im Lichte von Humanität und Aufklärung.


FAZIT

Die Gedanken sind frei? Schön gesagt bzw. gesungen, nur: wenn das denn mal so leicht wäre! Um den Gedanken wirkliche Freiräume zu verschaffen, bedarf es der Kraft des Bewusstseins und einen mutigen Charakter. Freiräume sind das Ergebnis von Jahrhunderten des Bemühens um Aufklärung und des Strebens nach Humanismus. Sie sind keine Selbstverständlichkeiten. Dazu muss die Aufklärung in der Sprache der Zeit immer wieder neu erklärt und oft genug aufs neue erkämpft werden. Dem sind wir verpflichtet, denn geistige Freiräume sind die Voraussetzung für Fortschritt – und Fortschritt ist möglich. Dies beweist eine beinahe revolutionär besserwerdende Welt, was deshalb noch lange nicht heißt, dass diese Welt gut ist, so wie sie ist! Ohne Freiräume im Kopf gibt es kein offenes Denken, keinen Fortschritt – und auch keine offene Gesellschaft. Die offene Gesellschaft meint nicht „anything goes“ und grenzenlose Freiheit. Gemeint ist eine mutige Gesellschaft, die Fakten und Meinungen ertragen und akzeptieren kann, auch wenn sie der eigenen Ideologie zuwiderlaufen. Gemeint ist eine starke Gesellschaft, die sich den Angriffen auf das offene Denken durch Fake News und Untergangspropheten entgegenstellt. Und gemeint ist auch eine differenziert denkende und verantwortungsvoll handelnde Gesellschaft, die Fortschritt und Humanismus in Einklang bringt. Die Entwicklung unserer Zeit braucht Mut, Stärke, Verantwortungsbewusstsein und offenes Denken mehr denn je. So sind Big Data und künstliche Intelligenz hilfreiche Errungenschaften für unsere Zukunft – zweifellos. Nie übersehen sollten wir dabei, dass auch diese Errungenschaften letztlich menschengemacht sind. Also: Welche finalen Entscheidungen von großer Tragweite können sie uns wirklich abnehmen? Den Behandlungsplan auswerfen, den ein Patient braucht? Das Design für mein Zuhause entwerfen, in dem ich mich wohlfühlen möchte? Urteile fällen über Angeklagte, indem

alle Parameter der Beweisaufnahme von einem Computersystem zu einer finalen Aussage aggregiert werden? In der Industrialisierung haben wir die körperliche Arbeit auf Maschinen übertragen – und schätzen die Handarbeit mehr denn je. In der Digitalisierung gehen wir immer mehr daran, geistige Arbeit auf Computer zu übertragen und Algorithmen anzuvertrauen. Im Bewusstsein unserer Instinkte und im Vertrauen auf unsere Intuition tun wir gut daran, dem freien und gleichermaßen scharfen Denken ebenfalls mehr denn je Wertschätzung entgegenzubringen – auch wenn dies bisweilen zu Erkenntnissen führt, die uns auf den ersten Blick nicht gefallen mögen. Wir sind gut beraten, auch in Zukunft an unserer persönlichen Expertise zu arbeiten, dabei ein tiefgreifendes Verstehen auszubilden und dem inneren Kompass zu vertrauen. Was es dazu braucht? Die Kenntnis über menschliche Denkfallen (also die eigenen Unzulänglichkeiten bzw. auch Demut), Skepsis gegenüber den Medien und ein Verständnis für Zahlen, Fakten, Statistiken und deren Zustandekommen. Zuallererst aber braucht es einen starken Charakter, um Entscheidungen mit Mut zu begegnen anstatt mit Angst. Denken gewinnt seinen Wert nur durch Mut – den Mut zu offenem Denken: Ein vernünftiges und logischen Maßgaben folgendes Einbeziehen von Optionen sowie der sachliche Umgang mit Statistiken und Wahrscheinlichkeiten, ohne dabei die Bauchstimme zu übertönen. Ein verwirrendes Bauchgrummeln und eine zweifelnde Auseinandersetzung mit dem richtigen, dem komplexen und vielfältigen Leben, kann bisweilen zu etwas ganz neuem führen. Wie heißt es doch so schön: Es kommt meist anders, wenn man denkt. Und das nennt man dann Umdenken. Genau dieses Umdenken hat schon viele Lebensentwürfe bereichert …!

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AM RANDE BEMERKT ...

Denken wir klüger als die Schimpansen? Wie wir über die Welt denken und was wir tun können, unser Denken der Wirklichkeit anzunähern. von Matthias Zimmermann

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er Schimpanse ist für Hans Rosling, ehemaliger Professor für Internationale Gesundheit am Karolinska Institutet in Stockholm, das Maß aller Dinge. Der nächste Verwandte des Menschen dient dem schwedischen Autor des Bestsellers Factfulness (erschienen in deutscher Sprache 2018 im Ullsteinverlag) als Beweis dafür, dass wir Menschen dazu neigen, über den Zustand der Welt falsch zu denken – und zwar systematisch falsch, eben falscher als die Schimpansen.

Richtig denken, falsch denken – was hat das nun mit den Schimpansen zu tun?

Um das zu erklären, befragt Hans Rosling in seinen Studien mit einfachen MultipleChoice-Tests Menschen aus Ländern, die man gemeinhin den so genannten entwickelten Industriestaaten zurechnet. Gegenstand der Befragung sind Parameter, die Auskunft geben über den Stand der Entwicklung eines Landes. Solche Parameter sind zum Beispiel der Alphabetisierungsgrad in einer Gesellschaft, deren Lebenserwartung, ProKopf Einkommen oder Impfstatus. Dazu werden die Fragen so gestaltet, dass die Antworten aus zwei oder drei Alternativen gewählt werden können. Die folgenden beiden Beispielfragen sollen das verdeutlichen:

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1. Wie hat sich die Zahl der Todesfälle pro Jahr durch Naturkatastrophen über die letzten 100 Jahre entwickelt? A: Sie hat sich mehr als verdoppelt. B: Sie ist in etwa gleich geblieben. C: Sie hat sich mehr als halbiert!

teilung. Hans Rosling macht also nichts anderes als eine große Gruppe von Menschen zu befragen und dabei zu zählen, wieviel Prozent davon die richtige Antwort wählen und wieviel Prozent der Befragten falsch liegen.

2. Weltweit haben 30-jährige Männer durchschnittlich 10 Jahre lang eine Schule besucht. Wie viele Jahre haben gleichaltrige Frauen die Schule besucht? A: 9 Jahre B: 6 Jahre C: 3 Jahre

Ergebnis: Die befragten Menschen denken weniger schlau als die Schimpansen. Sie bleiben im Durchschnitt meist deutlich unter dem Wahrscheinlichkeitsmaß von 33% (bei drei Auswahlantworten) oder 50% (bei zwei Auswahlantworten) zurück. Das gilt mit geringen Abweichungen für nahezu alle Befragungsgruppen in ganz unterschiedlichen Ländern. Selbst eine Gruppe vermeintlicher Experten beim Weltwirtschaftsgipfel in Davos – also Staatenlenker, UN-Mitarbeiter, Führungspersönlichkeiten multinationaler Konzerne und Journalisten – blieben weit hinter dem Wahrscheinlichkeitsmaß zurück. Ein einfaches Raten ohne Nachzudenken hätte im Durchschnitt zu einem besseren Ergebnis geführt. Ergo: Die Denkweise über die Welt ist nicht nur falsch, sie ist systematisch falsch!

Der Autor wählt folgende Veranschaulichung: Angenommen, man geht in einen Zoo und wirft drei Bananen in ein Gehege mit Schimpansen. Die drei Bananen sind mit unterschiedlichen Buchstaben beschriftet: eine mit A, eine mit B und eine mit C. Mit jedem Bananenwurf liest man eine dieser Fragen vor. Nachdem die Frage gestellt wurde, wird registriert, welche Banane sich ein Schimpanse geschnappt hat. Dies wiederholt man ein paar hundert Mal. Nach diesem statistischen Gedankenexperiment wird man feststellen, dass etwa 33 Prozent der Schimpansen eine Banane mit der Aufschrift A, 33 Prozent mit der Aufschrift B und 33 Prozent mit der Aufschrift C an sich nehmen. Das entspricht der Wahrscheinlichkeitsver-

Machen Sie doch selbst mal einen Test:

Die Kindersterblichkeit ist ein Maß für den Entwicklungsstand des Gesundheitswesens in einem Land. Gezählt werden die Kinder, die das fünfte Lebensjahr


erreichen. Diese Zahl wird in Bezug zu allen Kindern gesetzt, die fünf Jahre zuvor auf die Welt kamen. Der folgende Test stellt Länder gegenüber, in denen die Kindersterblichkeit statistisch signifikant unterschiedlich ist – genauer gesagt: In einem der beiden einander gegenübergestellten Länder ist die Kindersterblichkeit mindestens doppelt so hoch wie in dem jeweils anderen. Damit ist ausgeschlossen, dass etwaige statistische Verzerrungen das Ergebnis verfälschen. Und nun beantworten Sie die Frage: In welchem Land ist die Kindersterblichkeit höher? 1. In Sri Lanka oder in der Türkei? 2. In Polen oder in Südkorea? 3. In Malaysia oder in Russland? 4. In Pakistan oder in Vietnam? 5. In Thailand oder in Südafrika? Die Schimpansen haben im Schnitt 2,5 von 5 Antworten richtig. Logisch, das ist das Wahrscheinlichkeitsmaß. Schwedische Studenten hatten im Schnitt 1,8 richtige Antworten. Schwedische Professoren immerhin durchschnittlich 2,4 richtige Antworten. Allerdings hatten die Befragten keinerlei Vorinformation über den Sinn und den Zweck der Befragung – anders als Sie das nunmehr haben. Sie ahnen bereits, dass die richtigen Antworten möglicherweise nicht Ihrem Instinkt entsprechen. Dennoch, frei aus

dem Bauch heraus: Nehmen Sie das Duell mit den Schimpansen an – bei drei und mehr richtigen Antworten haben Sie das Duell gewonnen! Die Antworten erhalten Sie am Empfang des Racket Centers, nachdem Sie dort den Testbogen ausgefüllt haben.

Was ist der Grund dafür?

Was will uns der Arzt und Statistiker Hans Rosling über unser Denken sagen? Bestimmt nicht, dass wir Menschen dümmer sind als die Schimpansen. Die Wahl dieses Vergleichs ist keineswegs despektierlich gemeint, sondern eher sympathisch. Irren ist menschlich – typisch menschlich, denn: Oft irren wir mehr, wenn wir uns Gedanken machen, als wenn wir uns auf den Zufall verlassen! Die Wahrscheinlichkeit schlägt unser Denken, die Zufallsauswahl unsere gefühlsbasierte Einschätzung und damit der Schimpanse den Menschen. Insbesondere unser Blick auf die Welt scheint getrübt. Woran liegt das? Unsere mangelnde Urteilsfähigkeit über den Zustand der Welt und diese Systematik im Falschdenken über die tatsächliche Entwicklung zum Beispiel von Ländern des afrikanischen Kontinents hat nichts zu tun mit veralteten Daten oder unzureichendem Wissen. Vielmehr sind wir ständig beeinflusst von einer überdramatisierten Weltsicht, die schwer zu überwinden ist, weil sie unmittelbar mit der Funktions-

weise unseres Gehirns zusammenhängt: Wir Menschen haben eine ausgeprägte Empfänglichkeit für Gefahren, Dramen, Katastrophen und negative Nachrichten. Je weiter wir weg sind von der Realität, also zum Beispiel weg von den Ländern, die wir beurteilen, aber nie selbst bereist und gesehen haben, desto mehr sind wir angewiesen auf das, was wir in Zeitungen lesen und im Fernsehen sehen. Und was machen die Medien mit uns? Die Medien befördern im Kampf um Auflagen und Einschaltquoten – also um Aufmerksamkeit – unseren Dramenkonsum. Dies passiert erwiesenermaßen mit Kalkül und Beharrlichkeit: Negativnachrichten verkaufen sich besser!

Was können wir tun?

Der Untertitel „Wie wir lernen, die Welt so zu sehen, wie sie wirklich ist“, macht die Idee deutlich, die dem Schaffen dieses herausragenden schwedischen Wissenschaftlers Zeit seines Lebens (das am 7. Februar 2017 im Alter von 69 Jahren nach langer schwerer Krankheit endete) zugrunde liegt: Aktuelle Statistiken zum Beispiel der WHO (World Health Organisation), der UN (United Nations), der Weltbank und andere globaler Institutionen, sollten für alle Menschen verlässlich geprüft (was sie sind), kostenfrei zugänglich (was sie nur zum Teil sind) und verständlich aufbereitet (was sie bisweilen überhaupt nicht sind) sein.

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Dazu gründete Hans Rosling die Gapminder Stiftung, die heute von seinem Sohn Olé Rosling und dessen Frau Anna Rosling Rönnlund im Geiste dieses großartigen Wissenschaftlers und Regierungsberaters fortgeführt wird. Sie betreiben die Website gapminder.org. Darin finden sich statistische Belege für die zweihundertjährige Entwicklung unserer Welt hin zum Besseren – oder eben Widerlegung von Ansichten, die eher unserem instinktgeleiteten Negativdenken entspringen als unserem faktenbasierten Nachdenken. Der Weltengang der letzten zwanzig Jahre, insbesondere seit die UN zu Beginn des neuen Jahrtausends die Millennium Goals ausgerufen hat, ist besonders bemerkenswert. In diesem Zeitraum hat sich der Anteil der in extremer Armut lebenden Weltbevölkerung mehr als halbiert, eine absolut revolutionäre Entwicklung.

Eine 3-Schritte-Strategie

Was hilft, um zu einer realitätsnahen Einschätzung zu kommen? Zunächst das Bewusstsein der eigenen Instinkthaftigkeit. Der bekannte Autor Werner Tiki Küstenmacher (Simplify your Life, ein Gemeinschaftswerk mit Lothar Seiwert) spricht von der Zuneigung zu seinem eigenen, innewohnenden Limbi (nachdem er sein neuestes Buch benannt hat). Limbi steht für das limbische System. Bildhaft vor Augen sieht man, wie im Kopf ein kleines Männchen sitzt, das stets mit erhobenem Zeigefinger die Regie führt, wenn das Kopftheater – angestiftet durch eine TV-Reportage oder eine Pressenachricht – ein Drama auf die Bühne bringt. Sein Tipp: Erkennen wir es an, begrüßen wir Limbi als Teil unserer Natur, der evolutionsgeschichtlich älteren Natur in uns. Doch wie groß lassen wir den Einfluss unseres limbischen Systems werden, wieviel Raum geben wir Limbi´s Regie? Vielversprechender für eine Realitätssicht ist es, zügig dazu überzugehen, gründlicher und differenzierter nachzudenken. Urteile bilden sich im präfrontalen Kortex, dem stammesgeschichtlich jüngeren Teil unseres Gehirns. Dort lässt sich Ordnung herstellen, also: analysieren, abwägen, beurteilen. Und das macht Sinn, schließlich sagt die

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Chinesen denken am optimistischsten. Quelle: www.gapminder.org

Qualität meiner Meinungsbildung viel über mich selbst und über meine Fähigkeit, anderen mit guten Argumenten zu begegnen. Sie sagt auch viel über meine Bereitschaft, mich selbst überzeugen zu lassen. Statistiken liefern gute Argumente. Was also ist ein guter Trick, um den Instinkten zu begegnen? Der Trick ist relativ simpel: erst beschreiben und erklären – also zählen und vergleichen! Schauen wir uns die Daten an: Was sagen Statistiken? Wie viele Personen werden in Relation zur Anzahl der Bürger eines Landes Opfer von Gewalt – gegenwärtig und im Laufe der vergangenen Jahre und Jahrzehnte? Wie viele sind arm und hungrig, Analphabeten und nicht geimpft? Werden diese Zahlen größer oder kleiner? Zugegeben: das erfordert eine solide Nüchternheit im Angesicht von grassierender Armut, leiderfülltem Hunger und bedrückenden Erkrankungen. Dies allerdings muss nicht im Widerspruch dazu stehen, Bildern von Armut und Hunger, Krankheit und Tod mit Mitgefühl wahrzunehmen und zu einer besseren Welt beizutragen, wo immer das möglich ist.

Pessimismus, Optimismus und der moralische Blick auf die Welt!

Hans Rosling und dem Team der Gapminder-Foundation geht es nicht darum, den Zustand der Welt anhand bestimmter Parameter – die er auch Fieberthermometer unserer globalen

Entwicklung nennt – in ein besseres Licht zu rücken, als es dem Zustand der Welt tatsächlich entspricht. Ziel ist nicht, die Entwicklungen in den Ländern der Erde mit dem rosaroten Farbeimer zu bearbeiten. Weder negatives noch positives Denken, weder Pessimismus noch Optimismus sind Aspekte, die eine Rolle spielen – sie sind als Kriterien schlicht nicht existent. Mathematik folgt keinem Gefühl und auch keiner Moral. Das Zählen misst jedem Menschenleben den gleichen Wert zu und bevorzugt nicht diejenigen, die uns am nächsten stehen oder deren Fotos uns anrühren. Zahlengestützte Entwicklungen hin zum Besseren beurteilen nicht nach gut oder schlecht, sie zeigen lediglich Veränderungen im Zeitverlauf. Quantifizierung jedoch erlaubt durchaus das Urteil, dass vieles besser geworden und trotzdem immer noch schlecht ist. Je weiter man Globaldaten differenziert, also zum Beispiel nach Regionen oder Bevölkerungsgruppen, desto differenzierter ist auch das Urteil. Kurzum: die Entwicklung hin zum Besseren soll nicht darüber hinwegtäuschen, dass noch vieles auf der Welt im Argen liegt und zu tun ist. Statistiken schaffen Ordnung im Denken und gewähren objektive Maßstäbe. Sie ersetzen jedoch weder kritisches Denken noch Empathie – auch für die Mitmenschen, die weit entfernt von uns leben!


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HÄTTEN SIE´S GEWUSST?

Hätten Sie gewusst, …

… dass sich Sonnenlicht positiv auf das Denkvermögen auswirkt? Durch das Tageslicht werden nicht nur die Hormone Melatonin und Serotonin beeinflusst, sondern auch die Blutversorgung im Gehirn. Das stärkt wiederum das Denkvermögen.

Hätten Sie gewusst, …

… dass sobald wir etwas Neues sehen, erleben oder tun, sich beim Denkprozess neue Querverbindungen zwischen einzelnen Nervenzellen bilden? Aus den Verästelungen einer Nervenzelle wachsen feine Fortsätze aus, die auf Nachbarzellen treffen. Wenn diese zur Verarbeitung der Information geeignet ist, dann reift am Ende des Fortsatzes eine Synapse.

Hätten Sie gewusst, …

… dass Männer und Frauen unterschiedlich denken? Während Frauen eher zu einer empathischen und einfühlsamen Denkweise neigen, ist das männliche Denken oftmals mehr systemisch geprägt. Jedoch sind die Unterschiede nicht so groß, wie es in der breiten Öffentlichkeit angenommen wird. Auch der durchschnittliche Intelligenzquotient zeigt keine wirkliche Diskrepanz.

Hätten Sie gewusst, …

… dass Vögel zu komplexen Denkprozessen fähig sind? Komplexe Denkprozesse spielen sich eigentlich in der Hirnrinde ab. Eine solche besitzen Vögel nicht. Trotzdem haben verschiedene Experimente bewiesen, dass Vögel zum Beispiel eine Intuition von physikalischen Prinzipien haben und diese zu nutzen wissen.

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Hätten Sie gewusst, …

… dass die Sprache einen Einfluss auf unser Denken hat? Dass die gezielte Verwendung von Wörtern oder auch ganzer Metaphern unsere Gedanken zu einem bestimmten Thema beeinflussen, dürfte bekannt sein. Doch die Sprache hat noch viel mehr Auswirkungen auf unsere Denkprozesse. Beispielsweise hat allein schon das unterschiedliche Genus von Nomen Auswirkungen auf die damit einhergehenden Gedanken und Assoziationen.

Hätten Sie gewusst, …

… dass Kinder sich ungefähr ab dem vierten Lebensjahr in das Denken und Handeln anderer hineinversetzen können? Davor können Kinder nicht zwischen eigener Überzeugung und äußerer Realität unterscheiden. Diese Veränderung im Denkprozess dient als fundamentale Grundlage unseres sozialen Miteinanders, da es die Hineinversetzung in die Lage und Gefühle eines anderen Menschen ermöglicht.

Hätten Sie gewusst, …

… dass sich viele unserer Denkfehler auch auf unsere evolutionäre Vergangenheit zurückführen lassen? Wir neigen zum Beispiel dazu, in einer bestimmten Gruppe ähnlich zu denken und uns deren Gedanken anzuschließen, selbst wenn wir von diesen nicht überzeugt sind. Die Ursprünge dieses Verhaltensmusters liegen in unserer früheren Überlebensstrategie: Überleben war nur in der Gruppe möglich, deshalb beugte man sich eher dem Gruppenzwang, um nicht von der Gruppe verstoßen zu werden.

Hätten Sie gewusst, …

… dass beim Denken von „Ja“ und „Nein“ das Gehirn anders durchblutet wird? Dank dieser Erkenntnis können completely-locked-in-Personen (Menschen, die komplett unfähig sind mit der Welt in Kontakt zu treten) nur Kraft ihrer Gedanken und mit den richtigen technischen Hilfsmitteln wieder auf Entscheidungsfragen antworten.

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KOLUMNE Denken – an sich und an andere. von Prof. Dr. Joachim E. Fischer

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raußen schneit es. In Heidelberg! In Kattowitz haben sich 200 Nationen darauf geeinigt, wie sie in Zukunft die CO2-Bilanz jedes Landes berechnen werden. Aus der Anlage ertönt vorweihnachtliche Klaviermusik, drei Adventskerzen brennen. Ich schaue meinen Gedanken hinterher, wie sie als Assoziationswolken vor dem Bewusstsein vorbeiziehen. Andere Gedankenwolken als vor ein paar Tagen, gehetzt in der U-Bahn auf dem Weg zum Flughafen. Mehr ruhige Schönwetter-Wohlwollen-Gedanken als stressgeladene Gewitterwolken. Das technische Denken funktioniert an beiden Tagen genau gleich: 120x0,75=90, das sagen Kopfrechner, Taschenrechner, Excel-Tabelle. Aber was mache ich daraus? In der U-Bahn berechnete ich den Deckungsbeitrag. Jetzt gerade dachte ich darüber nach, wie der Gewinn fair unter allen zu verteilen sei. Ob es nicht Zeit sei, vom Gewinn etwas abzugeben. Sinnvoll abzugeben, Freude zu schenken.

In dieser Ausgabe erfahren Sie sehr viel über schnelles und langsames Denken, über Denkfehler, was alles im Gehirn passiert, bevor wir einen Gedanken im Bewusstsein zu fassen bekommen. Etwas kommt dabei zu kurz – ein empirisch solide belegter Befund: Etwa 200 Millisekunden, bevor Ihnen etwas zu Bewusstsein kommt, hat das Gehirn längst entschieden, ob die in das Bewusstsein vorzulassende Information überhaupt wichtig ist, ob damit Gefahr oder Freude verbunden ist, welche Haltung dazu einzunehmen ist, was nach Bauchentscheidung damit für ein Risiko verbunden ist. Immer unter der Annahme, die Welt ist und bleibe so, wie sie sich das Unbewusste im Gehirn gerade gesamthaft erklärt. Das funktioniert verlässlicher als jeder Google-

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größeres Forschungsprojekt. Wir wollten wissen, unter welchen Umständen Ärzte und Pflegekräfte auf der Kinder-Intensivstation das Stresshormon Cortisol ausschütten. Dafür ist ein kleiner Kern im Gehirn zuständig etwa in der Mitte knapp vor den Ohren, der Mandelkern. Wenn der Mandelkern genügend Signale für „Gefahr“ erhält, dann ruft er binnen Millisekunden Herz, Muskeln, Darm, Bronchien zur Generalmobilmachung für Flucht oder Kampf und stoppt das kreative Dahinsinnen im Frontalhirn. Etwa 200 Millisekunden, bevor Sie überhaupt gewahrt werden, dass da etwas war. Wir vermuteten, wenn Pflegekräfte und Ärzte eine Situation als stressig beschreiben, dann habe vorher ihr Mandelkern auch für entsprechende Cortisol-Ausschüttung aus der Nebennierenrinde gesorgt.

Prof. Dr. med. Joachim E. Fischer ist seit Herbst 2006 Ordinarius für Public Health, Sozial- und Präventivmedizin an der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg und leitet das gleichnamige Institut. Er ist ferner Direktor des Zentrums für Medizin und Gesellschaft der Fakultät.

oder Facebook-Algorithmus. Wir denken also nicht bewusst vorneweg, sondern unserem Bewusstsein wird hinterher gedacht. Und es legt sich dann im Nachhinein die Welt so zurecht, dass alles wieder gut zu passen scheint. Dass das Folgen bis hin dazu hat, wie rasch wir altern, zeigte mir mein erstes

Aber: weit gefehlt. Nur in einem Drittel der Situationen stimmten Wahrnehmung und biologische Reaktion überein. Viel häufiger sagte der Kopf „Obacht“, der Mandelkern blieb stumm. Oder umgekehrt, der Mandelkern schlug Alarm und die Betroffenen sagten: „Easy, schon hundertmal erlebt.“ Das Rätsel löste sich auf, als wir prüften, wie gefährlich denn die Situation objektiv gesehen für das kritisch kranke Kind war. Und dann passte alles gut zusammen. Je gefährlicher die Situation für das Kind war, desto stärker reagierte der Mandelkern der Ärzte und Pflegenden. Wir denken also auf der Intensivstation zuerst an andere, wenn es wirklich anbrennt. Vielleicht gerade darum gingen wir jeden Abend nach Hause mit einem erfüllten Gefühl, etwas Sinnvolles getan zu haben. Für andere. Jahre später traf ich Steven Cole, einen amerikanischen Neurowissenschaftler und Biologen: Er zeigte, dass eine wichtige


Gruppe von Steuerzellen für die Immunabwehr unterschiedliche Gene ablesen und damit ganz unterschiedliche Aktivität zeigen, je nachdem ob die Untersuchten eher an sich selbst und nur ihren Vorteil denken oder eher an das Wohl der anderen. Cole unterschied diese Typologien nach Begriffen aus der antiken Philosophie, nämlich Hedonismus und Eudaimonie. Aus entwicklungsbiologischer Sicht ist Coles Befund wenig überraschend: Wer vor allem im hier und jetzt an sich denkt, der sollte sein Immunsystem auch in Richtung Kampf und akute Gefahrenabwehr tunen – auch wenn dann die Abwehr von Krebszellen, also etwas mit Konsequenzen in der fernen Zukunft, heruntergedimmt werden muss. So etwa, wie Teams einen Formel-1-Rennwagen für jede Rennstrecke neu abstimmen. Was aber, wenn die Feinabstimmung unseres Denkens, Wahrnehmens, Bewusstseins, ja auch unseres Immunsystems etwas mit unseren Haltungen zu tun hat, die lange vor dem Denken kommen und geprägt werden? Wäre es dann nicht lebensklug, zuerst seine Haltungen zu schärfen? Sein eigenes Warum, Wofür? Liegt hier nicht die Chance unseres Weihnachtsfestes? Nun, ich gebe zu, als Kind schielte ich sehr wohl darauf, ob ich nach dem Auspacken der Geschenke mehr Legosteine hatte als mein Bruder.

So aber funktionieren gute Systeme nicht. Wer nur möglichst selbst das Tor schießen will und den Ball nicht zum besser stehenden Mitspieler passt, schwächt das System. Gute Trainer verstehen Systeme, die Wechselwirkung der Teile, können das Systemverhalten inzwischen mit Software simulieren. Zum Glück funktionieren unsere überaus komplexen biologischen Systeme aus in Jahrmillionen gereiften Wechselwirkungen im Alltag perfekt, ohne Zutun unseres Denkens und schenken uns auf Autopilot Level 6 Gesundheit. Ebenso funktioniert unsere Gesellschaft als System in vielen ineinander geschichteten Kreisen, zuinnerst unsere Familie, dann der Kreis Nachbarschaft, unser Berufsfeld, unser Dorf, unser Stadtteil, unser Land, Europa – das alles eingebettet in vielfältige Wechselwirkungen. Gerade allerdings produziert unser System auf Autopilot einen bedrohlichen Klimawandel. Oder unnötige Wartezeiten auf einen Psychologen. Oder Personalschlüssel in Kindertagesstätten, bei denen keine Zeit für Förderung von Kindern mit Entwicklungsverzögerungen bleibt. Wir müssen nur ein paar hundert Kilometer reisen und finden Systeme, die ganz anders funktionieren und viel bessere Ergebnisse produzieren: PlusEnergie Bauten mit hoher Lebens- und

Wohnqualität, Termin beim Psychologen in zwei Wochen für jeden, der es braucht, Erzieherinnen mit ausreichender Zeit, Würdigung und entsprechenden Chancen für alle Kinder – und das alles ohne Staatsbankrott. Wie kann man dahin kommen? Als Finnland 2006 die Ratspräsidentschaft der EU hatte, führten sie einen Leitgedanken in die Politik ein unter dem Titel „Health in all Policies“. Später übernahm die WHO dieses Leitmotiv. Es heißt nichts anderes, als in allen Politikentscheidungen die Lebensqualität und Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger mit zu bedenken. Also etwas mehr vom „an andere Denken“ und etwas weniger vom „nur der Vorteil in meinem Bereich“. Die Nation, die mit dem Marshall-Plan wesentlich dazu beigetragen hat, dass Deutschland nach dem Krieg wieder auf die Beine kam, zieht gerade das bemerkenswerte Experiment durch, was passiert, wenn man jemanden mit dem Blick vor allem auf sich selbst zum Präsidenten wählt. Nicht nur der Klimawandel wird uns alle dazu zwingen, in der Haltung des Denkens an den anderen etwas besser zu werden. Und damit könnten wir ja alle schon einmal privat anfangen.

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GSM PRAKTIKUM

Denken in neuen Situationen – Wie sich ein Praktikant im Racket Center zurechtfand! von Florian Maas

E

s gibt sie, diese Situationen im Leben, in denen etwas Neues ansteht. Routinemäßige Abläufe und Kontinuitäten sind plötzlich obsolet und es folgen Gedanken über das kommende Ungewisse. So geschehen auch bei mir in diesem Sommer. Nach vier theoretischen Studiensemestern im Rahmen meines Studiums der Betriebswirtschaftslehre und Sportmanagement stand nun ab September ein sechsmonatiges Praxissemester an.

Strategisches Denken – oder: Nachdenken ist dann schlecht, wenn es im entscheidenden Augenblick ums Vorausdenken geht!

Die Erkenntnis, dass ich ein Pflichtpraktikum absolvieren muss, kam nicht über Nacht, sondern war mir schon seit Beginn des Studiums bewusst. Ich konnte mich vorbereiten, mir Gedanken machen, strategisch überlegen und bis zu einem bestimmten Grad Gewissheit in das kommende Ungewisse bringen. Durch das Denken über meine Erwartungen an das Praktikum und meine zukünftigen Ziele kam ich zu dem Entschluss, dass die hauseigene Agentur des Racket Centers, die GSM Gesellschaft für Sportmanagement und Beratung mbH und das hier angebotene Konzept passend sei.

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Verantwortungsvolle Aufgaben: Projektleiter Florian bringt beim MLP-Cup-Meeting alle auf den aktuellen Stand.

Strukturiertes Denken – oder: Bildung kommt nicht von Informationen, sondern vom Nachdenken und Strukturieren von eben diesen!

Seit dem 3. September arbeite ich nun bei der GSM im Racket Center und trotz aller Vorgedanken herrschte zu Beginn eine Ungewissheit: Über meine Kollegen, über meine Mitbewohner in der gemeinsamen Praktikanten-WG, über meine Aufgaben und über die eigene Arbeitsweise des Hauses. Wieder galt

es über die ersten Erfahrungen nachzudenken und sich ein Bild zu verschaffen. Vor allem aber: wie wird hier im Racket Center gedacht? Stichwort: „Quality-Box“ das hauseigene Qualitätsmanagementsystem.

Schnelles Denken – oder: Denken Sie nicht darüber nach! Dann verstehen Sie schneller!

Und doch gab es gleich in meiner ersten Woche eine Situation, die nicht durch strukturiertes Denken zu lösen war.


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Das Team vom Hotel Bären in Leimen möchte Sie in freundlicher und familiärer Atmosphäre herzlich willkommen heißen.

Einfach mal abschalten: Florian nutzt die hauseigenen Sportmöglichkeiten z. B. das ZAP Fitnessstudio, um sich auch körperlich fit zu halten.

Der Faktor Zeit machte jeglichen langen Überlegungen einen Strich durch die Rechnung. Flexibilität und Spontanität waren gefragt, um eine anstehende Veranstaltung erfolgreich durchzuführen (was im Übrigen auch mit Bravour gelang). Doch auch das ist ein Produkt des Denkens: Ohne großes Vorwissen und Vorbereitungszeit die passenden Lösungen zu finden.

danken einfließen lässt und Bestehendes kritisch hinterfragt, um die stetige Verbesserung des Turniers zu gewährleisten. Die Durchführung dieses Turniers rundet mein tolles Praktikum bei der GSM ab.

Gemeinsames Denken – oder: Wer nicht auf seine Weise denkt, denkt überhaupt nicht!

Und so gibt es sie dann wieder, diese Situation im Leben, in der wieder etwas Neues ansteht. Was folgt nach dem Abschuß des Studiums im Sommer – der direkte Einstieg in das Berufsleben oder der weiterführende Master? Eines ist gewiss: Durch bewusste Reflexion des bisher Erlebten und das Denken über das Zukünftige kann ich selbstbewusst und entschlossen meine Entscheidungen treffen.

Bei meinem Hauptprojekt, dem MLP-Cup 2019 - ein Weltranglistentennisturnier der Herren, hingegen war vieles schon vorgedacht. Traditionellerweise wird das Turnier zum großen Teil und mit sehr viel Eigenverantwortlichkeit von studentischen Praktikanten organisiert und ist somit jedes Jahr in der Hand eines neuen Verantwortlichen. So hat sich über Jahre ein tolles Grundkonzept entwickelt, indem vorherige Gedankengänge mit neuen, eigenen kombiniert wurden und so eine stetige Optimierung stattfand. Nichtsdestotrotz ist es auch hierfür unabdingbar, dass jeder seine eigenen Ge-

Weiterdenken – oder: was ein Praktikant denkt, nachdem er sich im Racket Center zurechtgefunden hat.

Bis dahin aber wird es sich zeigen, ob sich unsere Gedanken und Ideen zum MLP-Cup auch erfolgreich in die Praxis umsetzen lassen ... Besuchen Sie uns und überzeugen Sie sich selbst vom Ergebnis.

Die Zimmer haben wir für Sie komfortabel und geschmackvoll ein-gerichtet. Der Stil aus Tradition und Moderne spiegelt dabei die über 350 Jahre alte Tradition unseres Hauses wieder. Sie finden uns im Herzen der Stadt Leimen in der Kurpfalz direkt am Georgi-Marktplatz und in unmittelbarer Nähe zur Stadt Heidelberg inmitten der Metropolregion Rhein-Neckar. EZ: ab 59,- EUR / Nacht DZ: ab 69,- EUR / Nacht (Preise exkl. Frühstück) Frühstück an unserem reichhaltigen Buffet: 7,90 EUR pro Person Wir freuen uns auf Ihren Besuch. Ihr Bären-Team

HOTEL BÄREN Rathausstrasse 20 69181 Leimen Tel.: +49 (0) 62 24 / 981 0 Fax.: +49 (0) 62 24 / 981 222 info@baeren-leimen.de27 www.baeren-leimen.de


WISSEN KOMPAKT

Design Thinking – vom Denken zum Fühlen zum Handeln von Jens Unger

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esign Thinking (DT) ist in aller Munde. Es geht um einen agilen Gestaltungsprozess zur Entwicklung von innovativen Produkten, Dienstleistungen oder Prozessen. Es geht um Gestalten wie Designer es tun, konsequent vom Kunden her gedacht. DT entstand im Silicon Valley und wurde an der Standford University bekannt. Auch in Deutschland beschäftigen sich nahezu alle namhaften Organisationen mit dem Thema. Welchen Nutzen versprechen sich diese Unternehmen von DT? Was ist DT überhaupt und wie funktioniert das Ganze? Der DT-Ansatz nach Lehrbuch ist schnell erklärt: Ein Modell und drei Buchstaben.

Das Modell: Wirtschaftlichkeit, Machbarkeit, Wünschbarkeit (Abb. 1). Sind alle drei Kriterien gegeben entsteht eine Innovation. Wichtig: Begonnen wird im DT bei den Bedürfnissen der Nutzer. Was bringt eine auf dem Papier wirtschaftliche und technisch umsetzbare Idee, wenn sie am Ende keinem Nutzer hilft (aus welchem Grund auch immer)? Zu den drei Buchstaben: 3 x P. Das erste P steht für People. Dabei ist die Unterschiedlichkeit der Blickwinkel entscheidend sowie die Vorerfahrungen und Fähigkeiten der Beteiligten. Der Mix macht‘s. Und die Haltung: Offen, empathisch, optimistisch. Das zweite P steht für Prozess. Je nach DT Schule sind dies drei, fünf oder mehr Schritte. Allen Modellen gemeinsam ist der Wechsel zwischen breitem, offenem Denken und fokussiertem Denken. Vom Verstehen des Problems aus Nutzersicht über das Fokussieren auf spezifische relevante Nutzerfragestellungen hin zum Gestalten und Testen konkreter Lösungen. In jedem Schritt steht der Mensch im Mittelpunkt. Mit seinen Bedürfnissen und Perspektiven. Es folgt das P für Place. Menschen sind von Natur aus kreativ und genial – ein ideales Umfeld soll diese Potenziale (wieder) freisetzen (die manchem von uns in Schule und Universität abhandengekommen sind). Alle in einem Raum und alle Themen stets im Blick sind dabei zwei wichtige Prinzipien. Vernetzen von Menschen und Themen; Visualisierung der Arbeitsergebnisse mit der Möglichkeit zu clustern, neu zu ordnen und zu gestalten. Bevorzugt wird dabei auf Papier

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Dr. Jens Unger ist als Organisationsberater und Design Thinking Coach im Lufthansa Konzern tätig und begleitet darüber hinaus seit mehreren Jahren als freier Berater Führungskräfte und Organisationen in ihren Transformations- und Innovationsvorhaben.

Über viele Jahre hinweg hat er rund um den Globus Erfolgsfaktoren und Lernprozesse von Start-Ups und Kleinunternehmen erforscht. Heute engagiert er sich vor allem in Ländern auf der südlichen Hemisphäre für die Verbreitung von DT an Bildungsinstituten um vor Ort Entrepreneurship und Innovation zu fördern. und Schere und sonstige Bastelmaterialien zurückgegriffen wie im klassischen Design entsteht die Lösung zum Teil im Prozess, im doing. So zeigen sich neue Perspektiven, neue Lösungsmöglichkeiten: Gehirnfreundliches Arbeiten würde der Neurowissenschaftler sagen.


De sig n i Th

EMOTIONALE INNOVATION

in nk g

Ein Beispiel aus der Praxis: Die Tortur für junge Patienten im ohrenbetäubenden und engen MRT (Magnetresonanztomographen), ein Horror für alle Beteiligten (Eltern, Ärzte und natürlich die Kinder selbst). Die Frage der DT-Spezialisten: Wie ticken Kinder eigentlich? Welches natürliche Verhalten von Kindern kann hier genutzt werden? Die Lösung: Die Einbettung des MRT Erlebnis in eine spannende Geschichte, in der das Kind der Hauptdarsteller ist. Erzählt von den Eltern vor dem Besuch im Krankenhaus. Und ein bunt angemalter als Piratenschiff getarnter MRT. Ergebnis: Ein komplett anderes Erlebnis!

MENSCH was ist erwünscht

BUSINESS was ist lohnenswert INNOVATION

TECHNIK was ist realisierbar

PROZESS INNOVATION

Was einfach klingt, ist im organisationalen Alltag dann gar nicht mehr so FUNKTIONALE INNOVATION einfach. Der Prozess gerät in die Mühlen der Machtpolitik und hierarchischer Entscheidungsprozesse. Selbst bei einem Abb. 1 starken Mandat aus der Organisation gilt es nicht nur das Richtige zu tun, sondern es zudem richtig zu tun. Neben der reinen DT-Methodik braucht es vor allem Erfahrung das Hineindenken kommt es an, Empathie für den Nutzer mit Innovationsprozessen und Gruppendynamiken und das entwickeln, wahrhaftige Bedürfnisse erkennen. Und dann: Gespür wann es was im Prozess braucht. Machen! Ausprobieren, am Nutzer testen, verwerfen, neu anfangen und das Produkt kontinuierlich weiterentEs heißt zwar Design Thinking, denken wir Designer, am wickeln. Ein Erfolgsrezept im Kontext stetiger Veränderungen und Komplexität, das viele Unternehmen gerade für sich Ende ist es aber viel mehr als Denken und Analyse. Gerade das macht den Ansatz besonders. Und herausfordernd. Auf entdecken.

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KOMMENTAR Die Gedanken sind frei – stimmt das tatsächlich?

Über das Wahrnehmen und Beobachten der eigenen Gedanken und des Denkens an sich von Peter Fauser, Diplom-Psychologe

I

m Achtsamkeitstraining üben wir uns darin, das eigene Denken zu beobachten. Gedanken sind damit Objekte unserer Wahrnehmung. Dies erfordert, dass man innerlich quasi einen Schritt zurücktritt und gegenüber dem Vorgang des Denkens als auch gegenüber den Gedanken selbst eine Beobachterperspektive einnimmt. Das hat interessante Konsequenzen für unser Selbstverständnis.

Wir sind gewohnheitsmäßig und selbstverständlich meistens mit unserem Denken – sowohl der Aktivität als solcher als auch mit den jeweiligen Denkinhalten – identifiziert: wir sind in diesem Moment Denker. Das momentane und existenzielle Empfinden von uns selbst und Denken (Vorgang und Inhalt) sind eins. Wenn wir lernen, unser Denken zu beobachten, verlagert sich diese Selbstempfindung, unser Selbstverständnis, immer mehr vom Denken hin zum Wahrnehmen und Beobachten dieser Aktivität. Ich bin dann auch, und zunehmend mehr, der unabhängige Beobachter meines Denkens als der Denker selbst. Wozu, so kann man nun mit Recht fragen, soll das gut sein? Um diese Frage zu beantworten, können wir das Denken in zwei Kategorien unterscheiden: willkürliches Denken (also absichtlich und bewusst) und unwillkürliches Denken. Ersteres hilft uns bei der Bewältigung alltäglicher Aufgaben und Herausforderungen: Wie komme ich von A nach B? Wie löse ich dieses Problem? Was gibt es morgen zu essen? Unwillkürliches Denken zeichnet sich dadurch aus, dass es sich quasi verselbständigt, es ist dieses fortwährende Geplapper in unserem Kopf, das aktuelle Geschehnisse unge-

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fragt kommentiert oder sich mit Vergangenem oder Zukünftigem beschäftigt. Oder unsere gedankliche Beschäftigung mit einem Thema verselbständigt sich, es treibt uns innerlich um und wir fühlen uns in diesem allseits bekannten mentalen Hamsterrad gefangen. Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass wir bis zu 50 Prozent unseres Wachlebens in diesem gedanklichen Modus, dort Mind Wandering genannt, unterwegs sind. Insbesondere kommentieren und beurteilen wir ständig uns selbst, im negativen Fall häufig in Form von überzogenen Selbstvorwürfen oder Selbstkritik. Wenn dieses Hadern mit sich selbst drastische Formen annimmt, sprechen Psychologen hier von inneren Selbstentwertungsprogrammen. Unwillkürliches Denken hat natürlich auch seine positiven Seiten: Wir alle kennen das Sinnieren über ein Thema oder Problem, welches sich verselbständigt und ohne unser aktives Zutun einfach passiert. Es werden gedanklich verschiedene Szenarien durchgespielt, dazugehörige Optionen entworfen und oft unvermittelt ist die Lösung da. Gedanken als Output unseres willkürlichen und unwillkürlichen Denkens sind mit entsprechenden Gefühlen verbunden und assoziiert, insofern triggert auch das unwillkürliche Denken in starkem Ausmaß unsere emotionale Befindlichkeit! Und der Frust ist durchaus wieder spürbar, wenn wir (ohne unser Zutun) gedanklich in Ereignisse abdriften, in denen wir zum Beispiel weniger erfolgreich unterwegs waren. (Das funktioniert auch umgekehrt, indem Empfindungen und Gefühle entsprechende Gedanken – häufig in Form von Urteilen oder Bewertungen, in positive Richtungen anstoßen.) Zum Output des unwillkürlichen Denkens gehören auch unsere Einschätzungen, Interpretationen und Bewertungen, die wir oft ungeprüft und automatisch über Menschen, Situationen oder Ereignisse stülpen und als Handlungsgrundlage heranziehen. Wir unterscheiden dann nicht mehr zwischen dem Tatbestand, dass zum Beispiel ein Kollege eine Vereinbarung nicht einhält und unserer Interpretation („Da sieht man


es mal wieder, auf den kann man sich nicht verlassen!“) und reagieren entsprechend mit Ärger. Der Kollege ist unzuverlässig! Das heißt, unsere Interpretation wird automatisch zu einer Eigenschaft des anderen! Generell sind solche Einschätzungen das Resultat unserer Auseinandersetzung mit Ähnlichem in der Vergangenheit (also unsere Erfahrung) und haben den Vorteil, dass sie eine schnelle Orientierung und Reaktion ermöglichen. Allerdings oft auf Kosten einer genaueren und reflektierten Auseinandersetzung mit der Situation.

Gedankenverloren vs. geistesgegenwärtig

Warum also sollten wir unsere Fähigkeit zur bewussten Wahrnehmung und Beobachtung unseres Denkens trainieren? Unwillkürliches (automatisiertes) Denken beeinflusst in starkem Ausmaß die Qualität unseres Handelns, unsere emotionale Befindlichkeit und unser Wohlbefinden. Also was tun? Die Antwort klingt banal: Wir müssen lernen dieses Denken überhaupt zu bemerken. Und dies bedarf durchaus Übung. Jon Kabat-Zinn, der Begründer des Programms „Stressbewältigung durch Achtsamkeit“ sagt dazu dann auch: „It‘s simple but not easy.“ Wir müssen unsere Selbstaufmerksamkeit – eine Form der Achtsamkeit – trainieren, um diese Form von Denken überhaupt in seinem ganzen Ausmaß wahrzunehmen. (Im Management sprechen Fachleute hier auch von Selbstdistanzierungsvermögen als wichtigen Kompetenzfaktor für Führungskräfte, um in komplexen und herausfordernden Situationen erfolgreich agieren zu können.)

Der neue Kurs „Stressbewältigung durch Achtsamkeit“ beginnt am 27. Feb. 2019 im Racket Center Nußloch. Termine/ Anmeldung: www.zap-fitness.de/kurse.html

Der Info-Vortrag zum Kurs findet am 30. Januar 2019 um 19:15 Uhr statt. Fragen vorab gerne per Mail an: mail@fausercoaching.de.

Und genau dies ermöglicht die oben ausgeführte Übung des Innehaltens, die Etablierung einer inneren Distanz zwischen mir als Beobachter und diesem Denken und die damit verbundene Loslösung und Verlagerung meines Selbstverständnisses vom Denker von Gedanken hin zum Wahrnehmer und Beobachter von Gedanken. Sie können es einfach einmal selbst ausprobieren: Beobachten Sie was passiert, wenn Sie innehalten und Ihre Aufmerksamkeit auf Ihre Gedanken richten, die gerade jetzt in diesem Augenblick Ihren Geist bevölkern. Innerlich einen Schritt zurücktreten und einfach nur wahrnehmen und beobachten, geduldig und wachsam … Vielleicht machen Sie diese Erfahrung: Sobald unwillkürliche Gedanken erkannt und bewusst bemerkt werden, verlieren sie ihre subversive Zudringlichkeit und zerplatzen wie Seifenblasen, puff! Denken ist nicht das Problem, sondern, dass wir uns so oft darin verfangen und ihm damit ausgeliefert sind. Wir haben die Wahl: gedankenverloren oder geistesgegenwärtig.

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BUCH TIPP Gesund mit der Kraft der Gedanken Katharina Schmid zeigt, wie und warum Heilung durch richtiges Denken funktioniert.

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ie Esoterik hat es schon immer vermutet: Gedanken beeinflussen unsere Gesundheit. Doch während Ärzte das lange belächelten, greift nun auch die Schulmedizin dieses Thema auf. Ausgerechnet eine Pathologin, die den ganzen Tag Blut- und Gewebeproben unter dem Mikroskop untersucht, schreibt darüber in ihrem Buch Kopfsache gesund – Die Wissenschaft entdeckt die Heilkraft der Gedanken: „Aktuelle Forschungsergebnisse etwa aus der Hirnforschung, der Epigenetik, der Psychoneuroimmunologie und der Quantenphysik zeigen, dass unsere Art zu denken für unsere Gesundheit ebenso wichtig ist, wie ausreichend Bewegung und richtige Ernährung“. Es gehe aber nicht, wie fälschlich oft angenommen, um „positives Denken“, sondern um zielgerichtete Gedanken. Was bedeutet das? Wer gesund werden will, konzentriert sich regelmäßig auf bestimmte „Zielbilder“, bis das Gehirn die Imagination in Momenten der inneren Vorstellung nicht mehr von der Realität unterscheiden kann. Dadurch werden neurobiochemische Prozesse in Gang gesetzt, die allmählich die Imagination zur Realität machen. Diese Form des Gedankentrainings nutzen Spitzensportler übrigens bereits seit Jahren. „Wenn es im Sport funktioniert, dann ist es wirklich an der Zeit, dass wir unsere Geisteskraft auch im medizinischen Bereich einsetzen“, so Schmid.

LESEPROBE

Die Heilkraft der Gedanken. Das klingt vielversprechend. Aber diese Heilkraft bleibt müßige Theorie, wenn wir nicht lernen, unser Denken gezielt zu nutzen. Wir denken unweigerlich mehr oder weniger die ganze wache Zeit unseres Lebens. Dabei haben wir Gedanken und Gefühle, die unserer Gesundheit zuträglich sind. Wir haben aber auch viele, die uns laut wissenschaftlichen Erkenntnissen definitiv schaden. Zum Beispiel Ängste und Sorgen, die wir verdrängen, womit wir uns erst recht negativ beeinflussen. Stress löst oft hektisches Gedankenkreisen aus. Im Stress ist es schwieriger, klare Gedanken zu fassen und an das Naheliegende zu denken. Dazu kommt das leidige Thema Entscheidungen. Wir spüren: Es ist unnötig belastend, immer wieder über das Gleiche nachzudenken und Entscheidungen stets aufs Neue aufzuschieben. Trotzdem kommen wir nicht weiter.

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Die Autorin Priv.-Doz. Dr. med. Katharina Schmid kam 1969 in Wien zur Welt. Sie studierte an der Medizinischen Universität Wien und absolvierte eine Facharztausbildung zur Pathologin. Seit 2009 ist sie selbstständige Ärztin im bayrischen Straubing. 2011 habilitierte sie im Rahmen ihrer langjährigen Lehr- und Forschungstätigkeit zur Privatdozentin. Wunderbar sind hingegen die Momente, in denen geniale Gedanken uns ganz von selbst in den Schoß fallen. Schnell aufschreiben, um sie nicht wieder zu vergessen. Wäre es nicht fantastisch, mehr davon zu haben? Wäre es nicht wunderbar, mehr zu lachen? Wie befreiend es sich anfühlt, herzhaft zu lachen! Dann stoppt das Denken. Losgelöst von allen Gedanken entspannt lachen. Die meisten Menschen lernen im Laufe ihres Lebens nur in kleinen Ansätzen, sich zu entspannen, sich selbst zum Lachen zu bringen oder mehr kreative Gedanken hervorzubringen. Wie wäre es, zu lernen, das Denken wie ein Instrument zu beherrschen? Dadurch mehr Ordnung ins Gefühlsleben zu bringen? Dazu ist es wichtig, zu verstehen, wie unser Denken überhaupt funktioniert. Auf dieser Basis können wir das Denken schulen und lernen, es selbstbestimmt einzusetzen. Sonst denken wir immer nur, was uns gerade scheinbar zufällig durch den Kopf geht. Solchermaßen sind wir dem Fluss unserer Gedanken ausgeliefert. Unsere Gefühle werfen


uns dabei zuweilen hin und her, als wären wir ein kleines Boot auf stürmischer See. Nicht selten kentern und scheitern wir, weil wir uns selbst nicht verstehen. Wie sehr wir uns damit schaden, erleben wir tagtäglich, sobald uns bewusst ist, was da eigentlich in unserem Kopf passiert. Zum Glück sind wir in dieser Kopfsache nicht hilflos. Es liegt an uns selbst. Oft haben wir mehr Gedanken, als uns lieb ist. Fast ständig kreisen oder schwirren sie wie Bienen in unserem Kopf herum. Probieren Sie einmal Folgendes: Versuchen Sie, für ein paar Minuten Ihre Gedanken zu zählen. Ich muss gestehen, ich komme bei diesem kleinen Experiment ganz schnell durcheinander. Entweder meine Gedanken tauchen scheinbar aus dem Nichts auf und ich bemerke sie erst, wenn ich in ihnen versunken bin. Oder sie springen von einem Thema zum nächsten. Dann wiederum drehen sie sich ständig um das Gleiche und ich weiß gar nicht, wo ein Gedanke aufhört und der nächste beginnt. Ich bemerke eine kurze Gedankenpause. Hatte ich gerade wirklich keinen Gedanken? Indem ich darüber nachdenke, befinde ich mich bereits in der nächsten Gedankenwolke. Mir wird das Motorengeräusch eines vorbeifahrenden Autos bewusst. Ist das Hören von einem Geräusch auch ein Gedanke? Nein, das Hören selbst nicht. Aber sobald wir bewusst bemerken, dass wir jetzt etwas hören, uns womöglich im nächsten Moment klar wird, dass da irgendwo ein Auto vorbeifährt, sind Gedanken da. Auch die Frage, ab wann aus einem Sinneseindruck ein Gedanke wird, ist bereits wieder ein Gedanke. Ich gebe das Gedankenzählen schließlich wieder auf. Was mich beruhigt: Auch die Neurowissenschaftler waren bisher nicht in der Lage, die Gedanken ihrer Probanden akkurat zu zählen. Es gibt nur Schätzungen. Täglich haben wir 50.000 bis 70.000 Gedanken, je nach Tagesverfassung, Lebenssituation und Sinneseindrücken.

Kopfsache gesund: Die Wissenschaft entdeckt die Heilkraft der Gedanken von Katharina Schmid Preis 22,00 Euro Gebundene Ausgabe: 210 Seiten Verlag: edition a; Auflage: 1 (22. 09. 2018) ISBN-10: 3990012835 ISBN-13: 978-3990012833

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MITARBEITER INCENTIVE

Foto: A. Saberi

Schon mal darüber nachgedacht …

… ein sportliches Firmenevent bei uns im Racket Center durchzuführen? von Florian Maas

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nsere Anlage in Nußloch bietet die perfekten Rahmenbedingungen für Ihr Mitarbeiter-Incentive.

Worüber sich viele Unternehmen Gedanken machen:

Der Fachkräftemangel ist ein häufig angegebenes Problem von Unternehmen, der eine Gefahr für zukünftig positive Geschäftsentwicklungen darstellen kann. Gehalt oder auch Work-Life-Balance sind nach wie vor wichtige Kriterien für Arbeitnehmer*innen. Jedoch gibt es auch weitere Faktoren, die in den Entscheidungsprozess miteinfließen und die Gedanken der Bewerber*innen beeinflussen – nicht zuletzt das Image als Arbeitgeber (Employers Branding), für das zusätzliche Leistungen des Unternehmens relevant werden. Sie haben als Unternehmen sicherlich schon darüber nachgedacht, wie Sie wahrgenommen werden wollen, aber auch wie Sie tatsächlich wahrgenommen werden. Denken Sie, dass die Übereinstimmung von Selbst- und Fremdbild zu einem hohen Grad gegeben ist? Sind Sie ein attraktives Unternehmen für gutes Fachpersonal?

34 RC Premium 1/2019

Worüber wir uns als Unternehmen viele Gedanken machen:

Die Attraktivität eines Unternehmens ergibt sich aus der Summe vieler Teile. Wir haben darüber nachgedacht, welchen Beitrag wir leisten können, um Ihnen bei Ihrer Attraktivitätssteigerung zu helfen. Unser Baustein als Teil Ihrer Lösung: ein organisiertes Racketsportturnier im Rahmen eines Firmenevents bei uns im Racket Center in Nußloch. Dieses Come-together fördert viel mehr als nur sportliche Betätigung unter fairem Wettkampfcharakter: Mitarbeiter*innen aus verschiedenen Bereichen und Ebenen lernen sich auf Augenhöhe kennen. Die gemeinsamen Gedanken und Gespräche abseits der Arbeit können eine positive Auswirkung auf das Wir-Gefühl haben.

Worüber wir uns weiterführend Gedanken gemacht haben:

Doch ein reines Racketsportturnier wäre unserer Ansicht nach zu kurz gedacht. Deswegen können Sie diverse optionale Angebote wählen, um Ihr Firmenevent von anderen


unserem Haus kombinieren. Sowohl unternehmensinterne, als auch externe Workshops, beispielsweise zum Thema BGM oder Coaching, lassen sich in ein Gesamtkonzept integrieren.

Worüber sich Unternehmen weiterführend Gedanken machen können:

abzuheben. Catering, Nutzung der Fitnessanlagen und Wellnessoase, sowie physiotherapeutische Betreuung runden Ihre Veranstaltung für Ihre Mitarbeiter*innen ab. Außerdem können Sie dieses Event auch optimal mit einem Seminar in

Vielleicht reift im Anschluss daran auch der Gedanke, eine weiterführende Kooperation zu gestalten, um Ihren Mitarbeitern*innen dauerhaft einen sportlichen und gesundheitsfördernden Ausgleich bieten zu können. Oder wenn wir schon, wie zu Beginn erwähnt, beim Wettbewerb von Unternehmen um Fachkräfte sind, warum nicht einmal einen Wettbewerb von Unternehmen unter den Fachkräften, in Form eines unternehmensübergreifenden Racketsportturniers bei uns im Racket Center in Nußloch? … denken Sie mal darüber nach!

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KOMMENTAR Schweigen ist Silber – Reden ist Gold Förderliche Kommunikation als Nährboden in zwischenmenschlichen Beziehungen von Reinhold Miller

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or einiger Zeit ermunterte mich eine Kollegin, ich möge doch anlässlich meines 75sten Geburtstags aufschreiben, was mir in zwischenmenschlichen Beziehungen und Kommunikationen als das Wichtigste erscheint. Freude über die Ermunterung und Nachdenken blieben bei mir zurück.

gen erwächst, anstelle von Fantasien, Vermutungen oder Mutmaßungen. Unter Empathie verstehe ich das Einfühlungsvermögen in sich selbst und das Mitfühlen mit anderen: bei der Empathie werden eigene Gefühle ausgelöst, die dann gleichsam die Brücke zu den Gefühlen der anderen bilden.

Nun denn:

Das Mitschwingen mit der Wirklichkeit des Gegenübers ist eine besonders intensive Form des Verstehens und der Empathie. Zum Beispiel: Meine Tochter macht Mathe und kratzt sich am Kopf. Ich schaue ihr über die Schulter, sehe die Arbeit an und kratze mich auch am Kopf, unbewusst. Worauf meine Tochter sagt: Gell, jetzt kratzt Du Dich auch am Kopf – und ist sichtlich zufrieden mit uns beiden!

Vorbesinnung

Ich bin mir bewusst, dass alle Menschen, denen ich begegne und mit denen ich mich in Gespräche begebe, ihre je eigene Lebensgeschichte mitbringen. Sie sind von ihr geprägt. Sie ist die Quelle, der Stoff, der Inhalt, das Ureigentliche, was den Dialogen, Diskussionen, Austauschereignissen die Farben gibt. Und deshalb ist in Gesprächen ALLES möglich … Wir kommunizieren im Grunde nicht auf der verbalen und nonverbalen Oberfläche, sondern aktivieren – bewusst und unbewusst – alle Schichten unserer bisherigen Wahrnehmungen und Erfahrungen.

Grundhaltungen ...

… sind für mich besonders das eigene Selbstbewusstsein und die Selbstakzeptanz; dann die Wertschätzung und das Leersein für das, was ich vom Gegenüber zu sehen und zu hören bekomme; ferner die Offenheit und das Verstehen anderer als ein Eintauchen in deren Wirklichkeit, ohne jedoch den Kontakt zu sich selbst zu verlieren, in einer dynamischen Balance von Eigen- und Fremdwahrnehmung. Andere verstehen bedeutet allerdings

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nicht zwangsläufig, auch deren Verhalten und Handlungen zu akzeptieren. Wir alle haben unsere subjektive Wahrheit, die im differenzierten Wahrnehmen zur gemeinsamen Wahrheit führen kann. Dies geschieht für mich jedoch nicht in ERziehungen, sondern in zwischenmenschlichen BEziehungen.

Gutes Senden und Empathie

Gutes Senden besteht aus klarer und authentischer Mitteilung, aus der Wahrnehmung des Gegenübers (= Mein eigenes Reden beinhaltet immer auch dessen Einbeziehen), aus dem heraus dann gutes Senden durch Beschreibun-

Kommunikative Fähigkeiten

• Gutes Senden als Selbstmitteilung (ICHzen statt WIRzen – eigene Bedürfnisse äußern statt zu appellieren) • Verstehen als Mitschwingen in den Äußerungen und Verhaltensweisen des Gegenübers • Ping-Pong als ein kommunikatives Hin und Her durch Kleinschrittigkeit der Aussagen, Pausen und gegenseitigen Rückmeldungen • Mitteilen anstelle von Fragen (Ausnahme Klärungsfragen: wer fragt bestimmt den Zeitpunkt und das Thema) • Das Thema zum Thema machen = ansprechen, was gerade in der Luft hängt


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Emotionalität und Rationalität

Es ist wie bei einem Eisberg: Die Oberfläche nimmt einen kleineren Teil ein, das Darunter hat eine große Wirkung: die Emotionalität dominiert die Rationalität – und die kommunikativen Lösungen werden in hohem Maße von der Emotionalität beeinflusst. Beispiel: Auf einem Schild in einer Institution lese ich: Hier ist nur konstruktive Kritik erwünscht. (Welche Emotionen hat wohl der Schreiber/die Schreiberin?)

Was unter die Haut geht, ...

... das bleibt weitaus mehr in Erinnerung als das sachlich Gesagte: die Freude, die Trauer, der Schmerz, die Tröstung, das Berührende, die Liebe, die Achtsamkeit. “Ich glaube, das größte Geschenk, das ich von jemandem bekommen kann, ist, dass er mich sieht, mir zuhört, mich versteht und mich berührt. Das größte Geschenk, das ich einem anderen Menschen machen kann, ist, ihn zu sehen, ihm zuzuhören, ihn zu verstehen und ihn zu berühren. Wenn das gelingt, habe ich das Gefühl, dass wir uns wirklich begegnet sind.“ (V. Satir)

Welch schöne Geschichte:

Mitschwingen …

In einem Schulhof sehe ich einen Jungen auf einer Bank, der – ziemlich gebeugt sitzend – auf mich einen alleingelassenen Eindruck macht. Schweigend setze ich mich zu ihm auf das andere Ende der Bank, ebenfalls nach vorne gebeugt. Nach einiger Zeit guckt er zu mir herüber, ich zurück – und dann beginnt er zu erzählen: „Der Lehrer hat mich rausgeschmissen …“ Ich höre zu, sage nur ganz wenig … was ihm sichtlich gut tut. Er sitzt inzwischen aufrecht, wie ich auch. Dann steht er auf, wir klatschen uns ab – und er geht zurück ins Schulhaus. Etwa zwei Jahre später bin ich wieder im Schulhof. Da kommt ein Junge auf mich zu und sagt: „Kennen Sie mich noch?“ – „ Nee“, erwidere ich. Und er: „Ich bin der von damals auf der Bank …“ Literatur: Miller, R.: Beziehungstraining. Weinheim (Beltz) 2015 Miller, R.:Frei von Erziehung, reich an Beziehung. Freiburg (Centaurus) 2013 Miller, R.: Pädagogische Beziehungsgestaltung. Weinheim (Beltz) 2017

„Moderne Hörgeräte sind klein und haben ein geschmackvolles Design. Mit ihrer hohen Leistungsfähigkeit gleichen sie Hörschwächen aus.“ Sander Vieth, Hörgeräte-Akustikmeister

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Clever und klimabewusst selbst versorgen: mit den Energieservices der Stadtwerke Heidelberg

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iele Immobilienbesitzer möchten mehr als nur verlässlich und günstig mit Energie versorgt sein: Immer wichtiger wird ihnen, als verantwortliche Verbraucher auch zu einer nachhaltigen Energiewelt beizutragen. Für alle, die mehr für den Klimaschutz tun wollen, bieten einige Energieversorger Services zur Erzeugung von Wärme und Strom an. So auch die Stadtwerke Heidelberg: Mit ihrem komfortablen Rundum-ServicePaket können sich Kunden entspannt und mit gutem Gewissen zurücklehnen.

Einfach warm – Klimaschutz inklusive

Wer eine Heizung bauen oder modernisieren möchte, kann aus einem breiten Angebot wählen: Die Palette reicht vom heidelberg ERDGAS WÄRMESERVICE mit hocheffizienten Brennwertkesseln, auch mit Biogas oder in

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Kombination mit Solarthermie, über eine Wärmepumpe bis hin zum heidelberg ENERGIEBLOCK, einem MiniBlockheizkraftwerk, das Strom und Wärme gleichzeitig erzeugt.

Allen diesen Angeboten ist eines gemeinsam: Der Energieversorger kümmert sich um Planung, Bau, Betrieb und Wartung der Anlage und entlastet seine Kunden damit von allen Arbeiten rund um das Heizen. Auch die Finanzierung der Anlage inklusive der möglichen Wartungskosten für zehn Jahre übernimmt das Unternehmen. Für alle, die noch unentschieden sind, welche Heizungsart die beste für sie ist, gibt es einen kostenlosen ErstCheck: Hier erfassen Experten der Stadtwerke Heidelberg vor Ort die Gegebenheiten der Immobilie, schätzen den Wärmebedarf ab und nehmen

Wünsche und Anliegen auf. Innerhalb kurzer Zeit erhalten Interessierte einen maßgeschneiderten Vorschlag für eine passende Wärmelösung – natürlich unter Beachtung der rechtlichen Vorgaben.

Heizung auf dem Prüfstand

Zwei Drittel der Energiekosten in privaten Haushalten entfallen auf das Heizen. Darum lohnt sich ein prüfender Blick auch bei bereits bestehenden, älteren Heizungen. Denn aufgrund ihres Alters ist das Einsparpotenzial bei alten Modellen oft hoch. Auch hier bietet sich der Erst-Check an. Für alle, die am Fernwärmenetz liegen, ist außerdem die Fernwärme mit immer mehr erneuerbaren Energien aus hocheffizienten und energiesparenden Anlagen mit Kraft-Wärme-Kopplung


interessant. Der große Vorteil: Fernwärme braucht wenig Technik, keinen Brenner, Kessel oder Kamin, und ihr Betriebs- und Wartungsaufwand ist gering. Zudem sind mit einem Fernwärmeanschluss gleich alle rechtlichen Vorgaben erfüllt. Entscheidet sich ein Kunde für den Anschluss, bieten die Stadtwerke Heidelberg auch die passende Finanzierung der erforderlichen Fernwärmeübergabestation.

mit einem Energiespeicher kombiniert werden. Außerdem sparen Kunden mit dem Energiedach Kosten und werden unabhängiger vom Strommarkt. Bis zu 70 Prozent ihres Strombedarfs können sie mit einer PV-Anlage und einem dazugehörigen Stromspeicher decken. Der Strom, der nicht verbraucht wird, wird nach dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) vergütet.

Mehr Infos per E-Mail unter energiedach@swhd.de oder im Internet unter www.swhd.de/energiedach.

Sind Sie interessiert an einem Termin für einen Erst-Check? Schreiben Sie an waermeservices@swhd.de oder fernwaerme@swhd.de. Weitere Infos zur Wärmeversorgung durch die Stadtwerke Heidelberg unter www.swhd.de/energie-services.

Strom aus der Sonne selbst erzeugen

Für die Erzeugung von Strom vom Dach des eigenen Hauses bieten die Stadtwerke Heidelberg mit heidelberg ENERGIEDACH einen umfassenden Service: von der Planung über die Installation bis hin zur Wartung einer PV-Anlage. Außerdem übernimmt der Energieversorger auf Wunsch die Investitionskosten. Um den Strom aus der Sonne nutzen zu können, pachten

Infostand beim MLP-Cup Intelligente Stromversorgung vom Dach des eigenen Hauses bietet heidelberg ENERGIEDACH – auf Wunsch sogar mit Speichermöglichkeit für noch mehr Unabhängigkeit vom Strommarkt.

die Kunden die Solaranlage dann von dem Unternehmen. Der Vorteil für die Nutzer: Ein Kredit ist nicht mehr nötig. Die Anlage ist wirtschaftlich ausgelegt, und kann, um ein Höchstmaß an Unabhängigkeit zu erreichen, auch

Während des MLP-Cup vom 21. bis 27. Januar 2019 können Interessierte am Stand der Stadtwerke Heidelberg vorbeischauen: Hier erhalten sie weitere Informationen zu Wärmelösungen wie sparsamen Gas-Brennwertkesseln, umweltfreundlichen Luft-Wärmepumpen, hocheffizienten MiniBlockheizkraftwerken oder den Solar-Angeboten zur klimafreundlichen Stromerzeugung.

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Gesundheit & Fitness

KURZ NOTIERT ...

Wir sind zertifiziert Qualität setzt sich durch

Qualität muss man zuerst denken und dann realisieren. Dies ist nur mit engagierten, qualifizierten und fähigen Mitarbeitern möglich. Das ausgeprägte Qualitätsbewusstsein in sämtlichen Dienstleistungen und ganz besonders in der Kundenbetreuung ist für die Mitarbeiter des Racket Center Nußloch schon immer selbstverständlich. Mit der erfolgten Zertifizierung nach der DIN-Norm 33961 und der Auszeichnung als Fitnessstudio des Jahres 2018, wird die Qualität des Hauses nun auch offiziell und neutral nachgewiesen. Die DINNorm 33961 ist das einzige Programm, das zur Zertifizierung von Studios von der Deutschen Akkreditierungsstelle (DAkkS) akkreditiert ist und somit den höchsten Standard abbildet. Also eine schöne Bestätigung für die geleistete, qualifizierte Arbeit des RC Teams.

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Erfolgreiche Projekte zur Gesundheitsförderung im ZAP

Auch im Jahr 2018 boten viele Unternehmen und Vereine ihren Mitarbeitern oder Mitgliedern die Möglichkeit an Maßnahmen zur Betrieblichen Gesundheitsförderung im ZAP teilzunehmen. So konnten wir wieder viele erfolgreiche Projekte verzeichnen. Neben diversen nach §20 zertifizierten Präventionskursen, die wir selbst im ZAP durchgeführt haben oder die in Kooperation mit Krankenkassen angeboten wurden, waren wir bei Gesundheitstagen unserer Partner oder unterstützten die Sportlerinnen und Sportler umliegender Vereine im Bereich des Athletiktrainings. Wir freuen uns auf eine weitere erfolgreiche Zusammenarbeit im Jahr 2019 sowie auf neue Projekte und Herausforderungen!


PERSPEKTIVEN .. EROFFNEN

Foto: NASA, The Bahamas

Curie, Kopernikus, Franklin, Newton – schon manches Mal hat ein Die PEKKIP Holding hat sich daher genau diesem Perspektivwechsel verschrieben und unterstützt modernen Heldinnen und Helden weltweit mit einer Vielzahl von Mitarbeitern und Tochtergesellschaften auf dem Weg zu neuen bahnbrechenden Entdeckungen. Lernen Sie uns jetzt kennen auf pekkip.com


FIT & GESUND

Ein Radunfall

Was denke ich mir dabei? von Jana Kamer, ZAP Physiotherapie

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ist! Das reicht nicht mehr, um zu bremsen. Bumm! Kaum hatte ich das Auto gesehen, da kam auch schon der Zusammenstoß. Was ich als Nächstes wahrnahm, war Schmerz. Starker Kopfschmerz. Und ich konnte nur noch graue Punkte mit meinem linken Auge sehen.

Der Unfall

Irgendwie lag ich mittlerweile auf der Straße. Wie ich dort hingefallen bin, daran kann ich mich nicht mehr erinnern. Dann sah ich Blut aus meiner Nase auf meinen Ärmel und die Straße tropfen. Die Menschen, die sofort um mich herum waren, redeten mir alle gut zu. Sehen konnte ich sie nicht, ich hörte sie nur. Ein Krankenwagen sei gerufen worden, hieß es. Dann allmählich nahm ich auch noch Schmerzen an meiner linken Schulter und an meinem rechten Knie wahr. Die Rettungssanitäter waren gefühlt sehr schnell vor Ort. Mir wurde eine Halskrause umgelegt, da man nicht wusste, ob bei dem Aufprall meine Halswirbelsäule vielleicht beschädigt wurde. Ich wurde mit dem Krankenwagen zur Unfallchirurgie gebracht.

Im Krankenhaus

Nach einem langen Vormittag (so kam es mir vor), mit Röntgenuntersuchungen, Blutabnehmen und mindestens einem

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Kreislaufzusammenbruch, erhielt ich endlich die Erlaubnis, die Halskrause ablegen zu dürfen. „Die Halswirbelsäule ist unbeschädigt. Sie haben lediglich eine Schlüsselbeinfraktur, die sich relativ weit an der Außenseite befindet. Sollte also konservativ gut zu behandeln sein. Sie bekommen einen Arm-Schlinge mit, um den Arm ruhig zu stellen. Dann gehen Sie bitte noch in die Kopfklinik, denn dort werden Ihre Verletzungen im Gesicht angeschaut.“, sagte der Unfallchirurg zu mir. Glück gehabt! Das hätte ja wesentlich schlimmer sein können. Ich war so positiv gestimmt, dass ich daran dachte, heute Abend gemütlich auf meiner Couch sitzen zu können. In der Ambulanz der Kopfklinik wurde ich dann weiter zum CT geschickt, um eine Hirnblutung auszuschließen und eventuelle Knochenbrüche sehen zu können. „Sie haben nochmal Glück gehabt“, sagte der behandelnde Arzt. Meine Gedanken an die Couch kamen erneut auf. „Es ist nur der Jochbeinboden gebrochen. Das ist eine Standard-OP für uns. Wir werden morgen operieren. Sie werden allerdings heute schon stationär aufgenommen, damit wir Ihr Schädel-Hirn-Trauma überwachen können.“, hieß es weiter. Das hatte ich jetzt nicht erwartet. Eine OP? Narkose? Und anschließend noch ein paar Tage Krankenhausaufenthalt? Die ganzen positiven Gedanken an mein Zuhause waren mit einem Mal verschwunden. Aber


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was sollte man machen? Wenn ich nicht mein Leben lang Doppelbilder sehen möchte, dann blieb mir nichts anderes übrig, als am nächsten Tag eine OP über mich ergehen zu lassen. Als ich abends auf Station war, kam nochmal eine Ärztin vorbei, um mir beiläufig zu sagen: „Sie bekommen morgen eine Platte auf ihr Jochbein operiert. Übrigens ist Ihre Nase auch gebrochen, die richten wir morgen gleich mit, wenn Sie eh schon in Narkose liegen!“. „Na bestens! So langsam kanns ja nur noch besser werden.“, dachte ich. Nach drei langen, schlaflosen Nächten, einer pochenden Nase, ausschließlichen Weißbrot-Mahlzeiten und kaum Geschmack beim Essen und Trinken, konnte ich den Krankenhausaufenthalt doch irgendwie hinter mich bringen. Die Zeit tagsüber ging zum Glück relativ schnell vorbei, da ich jeden Tag Besuch von Freunden und Familie hatte!

Wieder zuhause - und jetzt?

Passive Mobilisation durch den Therapeuten

In der ersten Woche, in der ich wieder daheim war, lernte ich den Alltag wieder viel mehr zu schätzen. Der Geschmack von Kaffee am Morgen, das Duschen, das Schlafen im eigenen Bett (überhaupt mal wieder zu schlafen) sind nur ein paar Beispiele aus einer zahllosen Liste. Doch nach einer Weile muss man sich auch mal wieder der Realität stellen: Wie geht es jetzt in den nächsten Wochen weiter? Wie kann ich meinen Haushalt möglichst sorgfältig und ohne Hilfe erledigen? Was ist mit meinem Sport? Wie komme ich überhaupt von A nach B? Das sind Gedanken, die neu für mich waren. Durch einen Unfall kann sich das Leben und der Alltag von der einen auf die andere Sekunde ganz plötzlich und grundlegend ändern. So etwas lässt sich ja schließlich nicht im Voraus planen. Mir wurde schnell bewusst, dass ich einfach das Beste aus der Situation machen muss! Klar werden meine nächsten Wochen anders aussehen als mein übliches Leben. Aber das heißt nicht, dass das schlecht sein muss. Für mich war es wichtig, schnell wieder gesund zu werden, damit ich möglichst bald wieder arbeiten und auch meinen Sport machen kann. Also war der nächste Gedanke, wo ich meine Physiotherapie machen soll. Nach kurzer Überlegung war mir sofort klar, dass ich zu meinen Kollegen ins Racket Center gehen möchte! Es wäre natürlich in meiner Situation geschickter beziehungsweise einfacher gewesen, eine Möglichkeit vor Ort zu suchen. Da ich jedoch wusste, dass unsere Praxis hygienisch ist, Therapeutenwechsel vermieden werden und vor allem meine Kollegen kompetent sind, war das für mich keine wirkliche Frage.

Die Therapie bei Kollegen

Scaption Raise mit Kurzhantel zum Kraftaufbau

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Mir war es egal, bei welchem meiner Kollegen ich die Therapie mache. Ich dachte, es wird sowieso ein bisschen komisch werden, von einem Kollegen behandelt zu werden. Das ist eine ungewohnte Situation: Therapeut und auch Patient sind hier Experten auf dem Gebiet der Behandlung. Da jeder Therapeut seinen individuellen Ansatz beim Therapieren hat (was nicht heißt, dass davon einer falsch ist!) könnten die Vorstellung der Behandlung von Therapeut und Patient (also mir) auseinander gehen.


Im Ersttermin jedoch, nach einem sehr ausführlichen Anamnesegespräch, einer ebenso ausführlichen Untersuchung sowie den ersten Tipps zum Verhalten und Übungen, war ich erleichtert, dass alles viel angenehmer war als angenommen. Wir legten die kurzfristigen und langfristigen Ziele zusammen fest. Was möchte ich so schnell wie möglich wieder können? Was ist mir dabei wichtig? Was hat vielleicht keine Priorität und kann erst mal hintenangestellt werden? All diese Fragen klärten wir gemeinsam. Außerdem wurde ich gefragt, welche Rolle ich dem Therapeuten, in diesem Falle Dominik Klaes, zukommen lassen möchte? Da ich mich ja, wie schon erwähnt, ebenso mit der Behandlung auskenne, brauche ich ja eigentlich keine Anweisung, was ich darf und was nicht. Ich sagte, dass es mir wichtig wäre, dass ich die Übungen auch richtig ausführe. Vielleicht hat sich ja durch die Verletzung mein Körpergefühl geändert und ich spüre nicht mehr so gut, was welches Körperteil bei einer Übung gerade so macht?! So fände ich es gut, wenn Dominik mich genau unter die Lupe nimmt und mir sagt, wo es Haltungsverbesserungen in der Durchführung einer Übung geben würde. Ich teilte ihm zudem mit, dass ich für alles offen bin, was meine Heilung beziehungsweise Belastbarkeit voranbringt. Wir versuchten, von Mal zu Mal die Übungen an Schweregrad zu steigern. Ich gehöre wohl eher zu der Patientengruppe, die gebremst und nicht motiviert werden muss. Hierbei ist es wichtig zu wissen, dass die Gesundheit nicht in der Hand des Therapeuten liegt, sondern in der eigenen Verantwortung! Der Therapeut klärt auf, berät und begleitet. Jedoch muss

man selbst aktiv werden, um den gewünschten Gesundheitszustand zu erreichen! Man kann mit einem Schlüsselbeinbruch sechs Wochen lang auf der Couch liegen, sich bedienen lassen und sich einreden, dass man nichts machen kann. Man kann aber genauso gut überlegen, welche Ressourcen man noch zur Verfügung hat (zum Beispiel normal funktionierende Beine) und eben seinen Alltag und sein Training mit dem füllen, was noch geht!

Mein Fazit

Ich versuchte also, recht schnell wieder in meinen Alltag zu finden. Es gibt immer Dinge, die man machen kann. Man muss nur schauen, was für einen selbst machbar ist. Da mir der Sport sehr wichtig ist und ich weiß, dass es mir für mein eigenes Empfinden und damit auch die Heilung viel bringen würde, versuchte ich schnell wieder ein wenig damit anzufangen. Anfänglich radelte ich nur im Racket Center auf dem Ergometer. Nach ein paar Wochen konnte ich sogar schon wieder joggen gehen! Ab da ging es für mich recht schnell bergauf. Der Kopf war davon überzeugt, dass der Körper wieder mehr machen kann. Ich fühlte mich echt fit. Nach nur sechs Wochen konnte ich mit einer Wiedereingliederung anfangen zu arbeiten. Es hat sich auch nach sechs Wochen Ausfall wieder gut angefühlt, Patienten auf ihrem Weg der Genesung zu begleiten, Trainingspläne für motivierte Kunden zu erstellen oder einen Fitness-Kurs zu leiten. Ich bin überzeugt, dass ich dank eines aktiven, auf mich abgestimmten Alltags, eines angepassten Sportprogramms und einer gemeinsam gestalteten Physiotherapie so schnell wieder zu meiner alten Form gefunden habe!

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THERAPEUTEN RAT

Therapeut und Patient formulieren gemeinsam ein Therapieziel und legen einen darauf abgestimmten Therapieplan fest.

Graded Activity

Perspektiven in der Behandlung von chronischen Schmerzen von Miriam Jungkind, ZAP Physiotherapie

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m chronische Schmerzzustände effektiv behandeln zu können, müssen in der Physiotherapie neue Behandlungsmethoden in Betracht gezogen werden. Aktive Hands Off-Therapiemodelle, Verhaltenstraining und eine professionelle Aufklärung des Patienten durch den Therapeuten bilden eine sinnvolle Ergänzung der bisherigen Therapiemethoden. Hiermit wird ein multimodaler Therapieansatz gemeinsam mit Fachärzten und Psychologen ermöglicht. In den letzten Jahren stellen sich immer mehr Patienten mit schon lange andauernden Rückenschmerzen in Physiotherapiepraxen vor und erhoffen sich eine Verminderung der Beschwerden und somit eine Steigerung der Lebensqualität. Etwa 17 Prozent aller Deutschen, das

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sind circa 14 Millionen Menschen, leiden unter bereits langanhaltenden, chronischen Schmerzen. Viele von ihnen haben schon einen Ärzte- und Therapeutenmarathon hinter sich, bei dem sie sich bei zahlreichen Spezialisten vorgestellt haben und sich dennoch keine Besserung der Beschwerden eingestellt hat. Stellt sich nun ein Patient mit einer Rückenschmerzsymptomatik in einer Physiotherapiepraxis vor, so ist es zunächst die Aufgabe des Therapeuten herauszufinden, ob es sich hierbei um ein akutes oder chronisches Schmerzgeschehen handelt. Es liegt nun in der Verantwortung des Therapeuten, dem Patienten zu erklären, was ein Schmerz überhaupt ist und wie dieser entsteht.

Schmerzarten

Eine mögliche Definition für Schmerzen liefert die Weltschmerzorganisation International Association for the Study of Pain (IASP). Sie definiert Schmerz als „ein unangenehmes Sinnes- und Gefühlserlebnis, das mit aktueller oder potenzieller Gewebeschädigung verknüpft ist oder mit Begriffen einer solchen Schädigung beschrieben wird.“ Jeder Schmerz ist demnach eine normale und physiologische Reaktion auf einen Reiz (beispielsweise eine Gewebeschädigung), den der Organismus als Bedrohung ansieht.

Akuter Schmerz

Droht dem menschlichen Körper eine Verletzung beziehungsweise Schädigung,


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von Christian Krüger, Mayer & Rexing Haben Sie Fuß-, Knie- oder muskuläre Verspannungs-Schmerzen?

Der menschliche Körper ist in unserer heutigen Arbeits- und Lebenswelt einer Vielzahl an Alltagsbelastungen ausgesetzt. Die einseitigen körperlichen Tätigkeiten, langes Sitzen am Arbeitsplatz, Bewegungsmangel und mentaler Stress haben dramatische Auswirkungen auf unseren Haltungs-und Bewegungsapparat.

Die Folgeerscheinungen sind:

• Muskuläre Verspannungsschmerzen • Chronische Rückenbeschwerden • Körperhaltungsschwächen mit muskulären Dysbalancen. • Fußmuskelschwächen mit Fußdeformitäten Die Abschwächung der Halte-und Bewegungsmuskulatur führt zur Fehlhaltung, Bewegungseinschränkung der Gelenke, sowie zur permanenten Überlastung der Fußgelenke. Die Folge im fortgeschrittenen Alter sind Schmerzen und vorzeitige Arthrose – Verlust der Lebensqualität. Bei der Entstehung von orthopädischen Beschwerden spielt der Fuß als erste sensorische Kontaktstelle zwischen Körper und Umwelt eine entscheidende Rolle. Signalisieren die Füße z.B. eine Bänder-& Fußmuskelschwäche an das Bewegungssystem des Körpers, so sind oft die übergreifenden Gelenkebenen Knie-Hüfte- und Rücken einseitig überlastet. Die ungesunde Gelenkstellungsveränderung führt oft zu einseitiger Gelenkspaltverengung in den Wirbelgelenken/ erhöhter Druck auf die Bandscheiben bzw. Quetschung und Schädigung von Meniskus und Knorpel im Knie. Jede Fußdeformität z.B. der Knickfuß, Spreizfuß oder Hallux Valgus geht zunächst mit einer skelettaren Störung der Körperstatik einher. Informationsvideo hier:

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reagiert dieser mit einem örtlich und zeitlich begrenzten Schmerzerleben. Diese Reaktion ist lebenswichtig, denn sie dient dem Körper als Warn- und Schutzfunktion. Wichtig zu wissen ist, dass ein akuter Schmerz in der Regel von alleine wieder verschwindet, sobald die Gewebsschädigung behoben und ausgeheilt ist.

Chronischer Schmerz

Auch bei chronischen Schmerzen kann eine Gewebeschädigung ursächlich sein (wie zum Beispiel bei Rheuma oder Krebserkrankungen). Meist können länger andauernde Schmerzen (mindestens 3 bis 6 Monate) in direkten Zusammenhang mit einem bestimmten Auslöser beziehungsweise einer Gewebsveränderung gebracht werden. Es kommt zu einer permanenten Reizung der Nervenbahnen und irgendwann reagieren auch die Nervenzellen immer sensibler auf die eintreffenden Schmerzreize. Gehirn, Rückenmark und Nervenzellen sind plastisch, das heißt sie können ihre Struktur funktionsabhängig verändern. Bei immer wiederkehrenden Schmerzreizen verändert sich also die Struktur des Nervensystems und es kommt zu einer Umprogrammierung der Nervenzellen. Die Schmerzschwelle wird herabgesetzt, es wird eine Überempfindlichkeit des Nervensystems generiert und Schmerzreize werden wesentlich schneller an das Gehirn weitergeleitet. Das Nervensystem merkt sich also die wiederholt eintreffenden Signale und kann die Informationen schneller abrufen. Das sogenannte Schmerzgedächtnis ist entstanden und die Schmerzinformation hat sich im Gehirn eingegraben. Da die körpereigene Schmerzkontrolle – das Endorphin-System - das Geschehen nun nicht mehr drosseln und kontrollieren kann, reagiert der Organismus selbst bei kleinsten Reizen mit zu starken Schmerzen. Das Schmerzempfinden wird auch dann ausgelöst, wenn gar kein Schmerzreiz vorliegt. Die Ursache für den Schmerz ist nicht mehr vorhanden und trotzdem spürt der Betroffene beispielsweise schon bei

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Akuter Schmerz

Chronischer Schmerz

Reaktion auf akute Erkrankung

Meist auf verletztes Körperteil beschränkt

Klingt nach Abheilung von alleine wieder ab

Intensität hängt vom Ort und Ausmaß der Schädigung ab

Ist ein eigenständiges Krankheitsbild Überdauert, obwohl Verletzung bereits abgeheilt

Meist kein eindeutiger Auslöser mehr erkennbar

Veränderung des Zentralen Nervensystems und der Schmerzverarbeitung

Unterscheidungsmerkmale von akutem und chronischem Schmerz

leichten Berührungen einen Schmerz, weil dem Gehirn weiterhin erlernte – aber falsche – Signale gemeldet werden. Dieses Geschehen, kann für die betroffenen Patienten zu einer täglichen Belastung werden und weiterlaufend zu physischen (Mobilitätsverlust und Funktionseinschränkung), psychischen (Befindlichkeit, Stimmung und Denken) und sozialen (Familie, Beruf) Beeinträchtigungen führen.

Spezifischer Therapieansatz

Dauerhafte Schmerzen können als eigenständiges und vielschichtiges Krankheitsbild angesehen werden, da die Lebensqualität des Patienten oftmals enorm darunter leidet. Daher ist es unabdingbar Behandlungsmethoden wie beispielsweise die klassische Schmerztherapie, operative Eingriffe, Manualtherapie oder aktive Bewegungsübungen (zum

Depressiver Vermeider

Depressiver Durchhalter

Fröhlicher Durchhalter

• • • • • • • • •

Beispiel medizinische Trainingstherapie) durch einen modernen multimodalen Therapieansatz im Team zu erweitern. Für die Physiotherapie bedeutet dies im Einzelnen manuelle Techniken und ein gezieltes Übungsprogramm mit professioneller Kommunikation und einem aktiven Verhaltenstraining zu kombinieren. Der vielversprechende physiotherapeutische Ansatz eines aktiven, zielgerichteten Verhaltenstrainings zur schrittweisen Steigerung des Aktivitätsniveaus des Patienten durch Umprogrammierung des Nervensystems nennt sich Graded Activity. Beim Durchführen dieses Verhaltenstrainings müssen die unterschiedlichen Schmerz-Verarbeitungs-Typen berücksichtigt werden. Das Avoidance-Endurance-Modell unterscheidet zwischen dem depressiven Vermeider, dem de-

Vermeiden schmerzauslösender Bewegungen Sozialer Rückzug / Isolation Generieren von Bewegungsangst Immobilität

Teilweise Vermeiden schmerzauslösender Bewegungen Teilweise Weiterverfolgung von Aktivitäten trotz starker Schmerzen Immobilität / Bewegungsangst Durchhaltestrategie trotz vorhandener Schmerzen Überaktivität

Unterschiedliche Schmerztypen des Avoidance-Endurance-Modells nach M. Hasenbring


pressiven Durchhalter und dem fröhlichen Durchhalter. Das Ziel für den Patienten in diesem Verhaltenstraining ist es, Eigenverantwortung für seine Erkrankung zu übernehmen und Bewegung aus einem positiven Blickwinkel zu betrachten, sodass er seine Alltagsaktivität wieder dosiert und kontinuierlich steigern kann. Im ersten Schritt formulieren Therapeut und Patient gemeinsam ein realistisches und sinnvolles Therapieziel. Es soll also beiden Seiten klar sein, welche Aktivität der Schmerzpatient wieder erlernen beziehungsweise welchem Hobby er wieder nachgehen will. Darauf abgestimmte spezifische Bewegungen, Übungen oder

Aktivitäten (Gehen, Stehen, Laufen) werden nun durch Zeitangaben, Wiederholungsvorgaben beziehungsweise vereinbarte Entfernungen korrekt dosiert und gesteigert. Der Patient muss so viel Eigenverantwortung für sein Übungsprogramm übernehmen, dass er sich an die Vorgaben des Therapeuten hält. Das Besondere am Graded Activity-Therapieansatz besteht darin, dass die Länge von alltagsnahen Trainingsübungen nicht durch den Parameter Schmerz, sondern durch die Parameter Zeit und Wiederholungen definiert wird. Der Schmerz wird also zu Beginn der Therapie noch recht vordergründig sein, mit jeder Übungsbehandlung wird er jedoch weiter in den Hintergrund treten und der Patient wird

freudig registrieren, welche Leistungssteigerung er bereits erzielen konnte. Das oberste Ziel des Konzeptes ist demnach die Steigerung der Leistungsfähigkeit des Patienten durch eine Reorganisation des Nervensystems (Drosselung schmerzverstärkender Prozesse). Hierbei wird die Aufmerksamkeit weg von dem unangenehmen dauerhaften Schmerz, hin zu den erfolgreich wiedererlernten Bewegungsmustern gelenkt. Bei einer erfolgreichen Umsetzung des Therapiekonzeptes, wird der Patient die Praxis zufrieden und gestärkt, mit einer verbesserten Alltagsfunktion und mit einem weitaus größeren Maß an Lebensqualität verlassen.

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EXPERTEN RAT Gelenkerhaltende Therapie des Hüftgelenks – Möglichkeiten der Hüftarthroskopie? von Dr. med. Steffen Thier

Entstehung von Knorpelschäden der Hüfte

Die weiterführende Diagnostik wird mittels einer MRT-Bildgebung mit intraartikulärer Kontrastierung (Arthro-MRT) durchgeführt. Hierdurch kann eine Darstellbarkeit für Gelenklippen bzw. Knorpelschäden erreicht werden.

Knorpelschäden der Hüfte entstehen nicht selten bereits im jungen Patientenalter (20. bis 30. Lebensjahr). Ursächlich ist meist eine knöcherne Formabweichung des Oberschenkelhalses und/ oder der Gelenkpfanne des Hüftgelenkes, ein sogenanntes Femoro-acetabuläres Impingement (FAI). Bei einem FAI kommt es vereinfacht gesprochen schon bei natürlichen Bewegungen der Hüfte zu einem Anschlagen des Oberschenkelhalses am Pfannenrand der Hüfte. Dies führt zu Schäden am Gelenkknorpel und an der Gelenklippe des Hüftgelenkes. Zwei Impingementformen werden unterschieden.

Möglichkeiten der gelenkerhaltenen Therapie der Hüfte Abb. 1: Cam-Impingement

Therapie von Gelenklippenschäden

Beim CAM-Impingement (NockenwellenImpingement) zeigt sich eine Entrundung am Übergang des Hüftkopfes zum Schenkelhals (Abbildung 1). Beim Pincer-Impingement (KneifzangenImpingement) ist die Gelenkpfanne so ausladend, dass sie den Hüftkopf wie eine Kneifzange umschließt (Abbildung 2). Auffällig ist, dass vor allem junge Menschen betroffen sind, die im Wachstumsalter Sportarten ausgeführt haben, die mit häufigen Start-Stopp-Belastungen (Fußball, Handball, Rugby, etc.) einhergehen.

Klinische Untersuchung/ Symptomatik

Patienten mit einem FAI sind häufig jüngeren Alters und zeigen Leistenschmerzen die bewegungsabhängig auftreten. Beuge- sowie Rotationsbelastungen führen zu einer Schmerzzunahme. Im Verlauf

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Die Hüft-Arthroskopie stellt für die Behandlung des FAI eine standardisierte und komplikationsarme Behandlungsmöglichkeit dar. Zunächst sollte im Rahmen des arthroskopischen Eingriffes die Ursache der Knorpel- und Labrumschäden beseitigt werden. Hierbei gilt es die knöcherne Formgebung der Hüfte wiederherzustellen.

Abb. 2: Pincer-Impingement

kommt es dann auch bei längerem Sitzen oder auch nachts zu Leistenschmerzen. Häufig wird der Leistenschmerz als sog. „Sportlerleiste“/ „Weiche-Leiste“ fehlgedeutet. Das Impingement-Zeichen (Beugung und Innenrotation der Hüfte) zeigt sich häufig positiv. Die Diagnosefindung sollte frühzeitig erfolgen, da die Ergebnisse nach rechtzeitig durchgeführter Hüft-Arthroskopie (Operation der Hüfte in Schlüsselloch-Technik) besser sind.

Radiologische Diagnostik

Für die Diagnose eines FAI werden zunächst Röntgenaufnahmen in verschiedenen Ebenen der Hüfte angefertigt.

Prinzipiell sollte ein Erhalt der Gelenklippe angestrebt werden, da diese Therapievariante in den wissenschaftlichen Untersuchungen bessere und langfristigere Ergebnisse zeigt. Hierbei wird die Gelenklippe mit einem Faden und einem kleinen Knochenanker am Pfannenrand befestigt. Die Alternative stellt die Teilentfernung/Glättung der Gelenklippe dar.

Therapie von Knorpelschäden der Hüfte

Die stadiengerechte Therapie von Knorpelschäden der Hüfte scheint für das postoperative Ergebnis von übergeordneter Bedeutung zu sein und trägt wesentlich zum Aufschub einer Arthrose bei (Abbildung 3). Im Wesentlichen können die Therapiemöglichkeiten in knochenmarkstimulierende- und knorpelzelltransplantationsVerfahren unterteilt werden.


Knochenmarkstimulierende Knochenmarkbehandlung

Die Mikrofrakturierung stellt ein arthroskopisches Therapieverfahren von Knorpelschäden dar. Hierbei wird der Knochen im Knorpelschaden mit einer kleinen Ahle in ca. 3 bis 4mm Abständen angebohrt, so dass es zu einem Blutaustritt aus dem Knochen in den Knorpeldefekt kommt. Das Blut enthält Ursprungs-/Stammzellen und formt einen sogenannten Blutkoagel im Defekt. Dieser Blutkoagel verwandelt sich im Verlauf in eine Knorpelnarbe. Eine Weiterentwicklung der Mikrofrakturierung stellt die so genannte AMIC (autologe Matrix induzierte Chondrogenese) da. Nach Anbohrung des Knochens wird eine zellfreie Matrix (künstlich hergestelltes Gewebe zur Defektdeckung) in den Defekt eingebracht. Das Blut aus dem Knochen wandert in die Matrix ein und wird vor einer möglichen Abscherung aus dem Knorpeldefekt geschützt.

Abb. 3: Tapetenartiger Knorpelschaden der Hüfte

Abb. 4: Knorpeldefekt der Gelenkpfanne

Autologe Knorpelzelltransplantation (Chondrozyten Transplantation)

Die Knorpelzelltransplantation stellt eine zusätzliche Therapiemöglichkeit dar. Hierbei werden im Rahmen der ersten Arthroskopie Knorpelzellen aus dem nicht belasteten Anteil der Hüfte entnommen. Diese werden kultiviert und im Rahmen einer zweiten Arthroskopie in den Knorpelschaden transplantiert (Abbildung 4 und 5).

Abb. 5: Polymerisiertes Knorpelersatztransplantat im Defekt

Dr. med. Steffen Thier • Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie mit Schwerpunkt Sportchirurgie (Gelenkerhaltende Chirurgie der unteren Extremität) • Mitglied der Gesellschaft für Orthopädie und Traumatologie im Sport (GOTS) • Mitglied der Arbeitsgemeinschaft für Arthroskopie (AGA) • Betreuung von Hochleistungssportlern zahlreicher Vereine der Metropolregion Rhein-Neckar

Vorteil dieses Verfahrens ist, dass es sich hierbei um Zellen eines chondrogenen (knorpeligen) Ursprungs handelt. Das Verfahren konnte am Knie bereits überzeugende langfristige Ergebnisse zeigen. Die bisherigen wissenschaftlichen Studien zeigen, das eine arthroskopische Behandlung der Hüfte bei verschleißbedingten Veränderungen Grad ll und höher als nicht zielführend anzusehen ist.

Empfehlung:

Bei bewegungsabhängigen Leistenschmerzen sollte eine frühzeitige Abklärung der Hüfte durch einen Facharzt erfolgen, um eine Hüftarthroskopie rechtzeitig durchführen zu können.

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WHO´S WHO

Christopher Fischer,

ein Sportlerleben auf Eis… Gäste in unserer Rubrik Who´s who sind dem Racket Center in besonderer Weise verbunden. So sind die folgenden Zeilen immer auch ein Ausdruck von Respekt und Verbundenheit, entstanden aus gemeinsamen Erlebnissen. Einen Spitzensportler wie Christopher Fischer auf der Trainingsfläche zu erleben und ihn zu begleiten ist uns eine große Motivation.

Nach einem schwerwiegenden operativen Eingriff und einer langwierigen Rekonvaleszenz wieder im Profisport den Anschluss zu finden braucht eine Einstellung und eine Willenskraft, die vorbildhaft wirkt. Heute gehört der Profisportler wieder zu den tragenden Säulen seines Eishockeyteams. 52 RC Premium 1/2019

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rankheiten befallen uns nicht aus heiterem Himmel, sondern entwickeln sich aus täglichen Sünden wider die Natur. Wenn sich diese gehäuft haben, brechen sie unversehens hervor. Bei Profisportlern trifft diese Weisheit von Hippokrates oft genug genau den Kern. Christopher Fischer erwischte es auf dem Höhepunkt seiner Karriere. Der damals 24-Jährige war gerade zum besten Abwehrspieler der Deutschen Eishockey Liga (DEL) gewählt worden, und trug das deutsche Trikot bei der WM in Schweden, plötzlich ging nichts mehr. Das Knie hatte den Geist aufgegeben. Die Diagnose: Knorpelschaden!


Der gebürtige Heidelberger suchte mehrere Spezialisten auf, einige rieten ihm dazu die Oberschenkenkelmuskulatur zu stärken, bei Skifahrern eine gängige Praxis. Die Ausfallzeit kann dadurch auf ein Minimum beschränkt werden, was für Sport-Profis viel zu oft das entscheidende Merkmal ist. Fischer entschied sich für den langen Weg. Denn Knorpeldefekte heilen nicht von selbst aus. Der Körper ist bei einem Knorpelschaden nicht in der Lage, den Knorpel an der Gelenkfläche des Knies nachwachsen zu lassen. An der ATOS Klinik lernte er Prof. Dr. Rainer Siebold kennen, einen der ersten Mediziner weltweit, der sich auf die Knorpeltransplantation spezialisiert hatte. Dabei werden bei einer Kniespiegelung Knorpelzellen aus einem nicht belasteten Teil des Gelenkes entnommen und in ein Speziallabor gebracht. Dort werden die körpereigenen Knorpelzellen in einem Spezialverfahren von ihrer Matrix befreit. Dadurch werden die nun frei ge-

wordenen Knorpelzellen in die Lage versetzt, sich in einem Reagenzglas durch natürliche Zell-Teilung zu vermehren. Am Ende des Herstellungsprozesses, der in der Regel 6-8 Wochen dauert, haben sich kleine dreidimensionale Knorpelzellaggregate gebildet. Bei einem weiteren Eingriff wird zunächst das geschädigte Knorpelgewebe entfernt und dann die gezüchteten, körpereigenen Zellen eingesetzt. Durch das spezielle Züchtungsverfahren haften diese an. Ein Prozess, der viel Zeit in Anspruch nimmt. Christopher Fischer verpasste deshalb eine komplette Saison bei seinem damaligen Club Wolfsburg. Im Sommer 2014 wechselte er zu den Adlern aus Mannheim. Dort hatte seine Profikarriere begonnen. Aber auch in der Quadratestadt konnte er erst spät in die Spielzeit einsteigen. Insgesamt betrug seine Ausfallszeit 18 Monate. Eine halbe Ewigkeit für einen jungen Mann, der mit Sport seinen Lebensunterhalt verdient. Das macht der mittlerweile 30-Jährige nun

in Iserlohn. Nach seinem Engagement in Mannheim war der Sprung ins Sauerland ein Neuanfang. Durch seine Mutter Sandra, die seit vielen Jahren im Zentrum Aktiver Prävention arbeitet, lernte er das Racket Center kennen und schätzen. In der eisfreien Sommerzeit trainierte er drei Mal in der Woche in Nußloch, dazu kamen außerdem Yoga, Boxtraining und AthletikEinheiten. In der Summe 25 Stunden Training pro Woche, ein Muss für einen Eishockey-Profi, denn der Familienvater, der in Heidelberg noch immer eine Wohnung hat, will noch einige Jahre auf dem Eis stehen. Schließlich kann sich der Veganer „nichts Schöneres vorstellen“. Unterm Strich sei es ein priviligiertes Leben das er führt. Solange man nicht gerade eine schwerwiegende Verletzung hat, mag man da leise hinzufügen. Foto: „Who`s who“-Verfasser Norbert Lang, Christopher Fischer und ZAP Personal Trainer Moritz Nägele

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Aktiv mit Osteoporose

Sanitätshaus Mayer & Rexing berät bei Osteoporose

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ir haben heute die Chance, wesentlich älter zu werden, als die Generationen vor uns. Dadurch werden wir aber auch vermehrt mit Erkrankungen konfrontiert, die insbesondere im Alter auftreten – zum Beispiel Osteoporose (Knochenschwund). Bereits jetzt leiden in Deutschland ca. 7,8 Millionen Menschen daran. Für den Therapieerfolg sind eine gute Aufklärung und ein möglichst frühzeitiges Erkennen der Krankheit entscheidend. Der Bauerfeind Qualitätspartner Sanitätshaus Mayer & Rexing in Heidelberg und Mannheim bietet Osteoporose-Patienten eine umfassende Beratung und individuelle Versorgung mit orthopädischen Hilfsmitteln, die dem Stütz- und Bewegungsapparat in den unterschiedlichen Krankheitsstadien Stabilität zurückgeben und Schmerzen lindern können. Unsere Knochen unterliegen einem empfindlichen Gleichgewicht von Aufbau und Abbau. Das gesamte Knochenmaterial wird laufend erneuert und leichte Verletzungen der Struktur werden dabei behoben. Bei der Entstehung einer Osteoporose wird die Knochensubstanz schneller abgebaut als sie erneuert werden kann und die Knochen werden in der Folge porös. Die dadurch hervorgerufenen Wirbelkörperverformungen können zu einem schmerzhaften Rundrücken führen. Zudem verlieren die Knochen mit der Zeit an Stabilität und können leichter brechen – ebenfalls typisch für Osteoporose. Schmerzen und die Furcht vor weiteren Knochenbrüchen führen dann häufig zu geringerer körperlicher Aktivität. Dadurch wird die Muskulatur geschwächt und der Knochenabbau weiter beschleunigt.

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Orthopädische Bandagen und Orthesen ermöglichen hier eine sofortige Stabilisierung und Mobilisierung des Patienten. Sie stützen und entlasten den Rücken, helfen Schmerzen zu lindern und schützen vor schädlichen oder schmerzhaften Bewegungen. Fehlbelastungen wird so entgegengewirkt, der Patient fühlt sich sicherer in der Bewegung und wird wieder aktiver. Die unterschiedlichen Stabilisierungsgrade von orthopädischen Hilfsmitteln unterstützen befundgerecht eine individuelle Therapie. Bei Frauen wird im Frühstadium von Osteoporose unter anderem die Orthese DorsoTrain von Bauerfeind zur Aufrichtung und Stützung der Wirbelsäule eingesetzt. Der Body mit stabilisierenden Elementen aus Kunststoff und integrierten Schulterzügen passt sich der Körperform optimal an und kann problemlos unter der Kleidung getragen werden. Nach Wirbelbrüchen bietet die Orthese SofTec Dorso Sicherheit und Stabilität. Sie richtet die Wirbelsäule auf und aktiviert die Rumpfmuskulatur. Der modulare Aufbau der Orthese SofTec Dorso erlaubt es, diese mit ihren Bestandteilen an den Therapieverlauf und den Rehabilitationsfortschritt des Patienten anzupassen. Bewegung ist entscheidend sowohl bei der Behandlung als auch bei der Vorbeugung von Osteoporose. Sanitätshaus Mayer & Rexing berät zu Möglichkeiten der sicheren Mobilisierung und hält ein breites Sortiment an orthopädischen Hilfsmitteln dafür parat.


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WELLNESS SPECIAL Schwitzen Sie sich gesund in unserer ZAP Wellness-Oase von Miriam Wolter, ZAP Fitness

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gal ob Finnische Sauna, Bio-Sauna oder Dampfbad – bei uns im ZAP Wellnessbereich ist für jeden etwas dabei. Wellness ist für uns mehr als nur ein Modebegriff! Hier können Sie sich wohlfühlen, entspannen, Körper, Geist und Seele in Einklang bringen. Wussten Sie schon, dass die ersten Schwitzbäder von den Nomadenvölkern der Steppen Asiens stammen? Es waren Höhlen oder mit Baumstämmen abgedichtete Erdgruben, in denen im Feuer erhitzte Steine lagen. Diese konnten dann die Wärme gut speichern. Die Tradition dieser frühen Schwitzhütten wurde von den Völkern Asiens über die Beringstraße nach Nordamerika überliefert. Dort galten sie als heilige Orte, in denen sogar Reinigungsrituale stattfanden. Auf die heißen Steine wurden nun verschiedene Pflanzenblätter gelegt, sodass heiße Dämpfe aufstiegen, die berauschende Wirkung hatten und Krankheiten heilen sollten. Erst vor rund 2000 Jahren brachten dann die Finnen die Saunakultur aus den kalten Steppen nach Nordeuropa und machten sie weltweit bekannt! So gehört die Sauna in Finnland zum täglichen Leben. 4 Millionen Finnen gehen regelmäßig in die Sauna und sogar 1,5 Millionen besitzen eine eigene. Hier in Deutschland begann der Startschuss für die Saunakultur erst mit den Olympischen Spielen von 1936 in Berlin. Es waren die finnischen Athleten, die den Einbau einer Sauna in ihr Trainingslager veranlassten und durch regelmäßiges Schwitzen nach dem Training Bestleistungen in den läuferischen Disziplinen erzielen konnten! Nach dem zweiten Weltkrieg wurden endlich auch bei uns die ersten öffentlichen Saunen errichtet.

Wie wirkt Saunieren nun auf unseren Körper?

Es ist vor allem die entspannende Wirkung auf unser vegetatives Nervensystem, ganz besonders auf den Parasympathikus. Diese sogenannten Ruhenerven sorgen nämlich dafür, dass unser System herunterfährt, wir uns ruhig und ausgeglichen fühlen. Durch die erhöhten Temperaturen in der Sauna erweitern sich die Blutgefäße, die Muskeln entspannen und unser Körper kann Giftstoffe durch das vermehrte Schwitzen viel besser aus dem Körper leiten. Die Entschlackung des Körpers kann beginnen.

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Durch regelmäßiges Saunieren trainierst du deinen Körper, um ihn gegen größere Temperaturschwankungen abzuhärten. Deswegen ist Kneippen genauso wie das Saunieren so beliebt. In der Abkühlphase nach dem Saunieren verengen sich die Blutgefäße dann wieder, um die Wärme in der Körpermitte zu sammeln und zu speichern. Saunieren ist also Training für die Gefäßmuskulatur und kann somit Herz-Kreislaufkrankheiten wie Herzinfarkten vorbeugen.

Muskel Relaxing und Leistungssteigerung

Warme Fußbäder oder ab ins Kneippbad?

Besser als Schokolade - Schwitzen macht glücklich

Das kommt ganz darauf an, was Sie bewirken möchten? Gönnen Sie sich nach der Sauna ein warmes Fußbad, dann bleiben die Blutgefäße weiterhin geöffnet und geben die Wärme schneller wieder ab. Springen Sie jedoch ins kalte Wasser dann verengen sich die Gefäße schlagartig und die Wärme wird im Körper gespeichert und kann nicht so schnell entweichen. Weiter schwitzen oder abkühlen, Sie haben die Wahl!

Saunieren eignet sich für Leistungssportler besonders gut. Für sie liegt die Herausforderung oftmals darin, in kürzerer Zeit mehr Energie zu gewinnen. Aber wie können sie noch mehr Leistung herauskitzeln? Indem sie schnellere und intensivere Regenerationsphasen erzielen. Da stellt die Sauna mit ihrer muskelentspannenden Wirkung eine wunderbare Maßnahme dar. Durch die plötzliche Hitze in der Sauna, erlebt unser Körper erst einmal eine Schocksituation. Stresshormone wie Adrenalin und Cortisol werden ausgeschüttet. Mit der Regelmäßigkeit des Saunierens gewöhnt er sich aber daran, sodass thermische Wechselreize keine große Herausforderung mehr darstellen. Es werden dann sogar Glückshormone in Form von Serotonin oder Dopamin ausgeschüttet. Unser Parasympathikus freut sich!

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Das Sauna-ABC •

In unserer Finnischen Sauna in der Blockhaushütte schwitzen Sie bei 95°C mit einer Luftfeuchtigkeit von 10 Prozent. Hier sollten Sie maximal drei Schwitzdurchgänge zu je 8 bis 15 Minuten machen. In unserer Bio-Sauna schwitzen Sie bei milderen 50 bis 60 Grad und einer Luftfeuchtigkeit von 40 Prozent. Dieser Sauna-Typ schont den Kreislauf und eignet sich perfekt für alle Sauna-Anfänger. In unserem Dampfbad können Sie bei einer Temperatur von 45 bis 50 Grad und einer Luftfeuchtigkeit von 90 Prozent entspannen. Hier bekommen Sie ordentlich viel Feuchtigkeit für Ihre Haut, was sich besonders in kalten Wintertagen eignet, wenn die Heizungsluft Ihre Haut austrocknet. Außerdem gibt es noch unsere Infrarotsauna, die sich sehr gut bei hartnäckigen Muskelverspannungen eignet. Durch gezielte Wärmereize der Infrarotstrahlen können sich diese bessern. Das Sauna-ABC kennt zudem noch das Hamam, das Resulbad, das Römische Schwitzbad, das Helarium und das Tepidarium. In all diesen Saunaformen herrscht eine mittlere Schwitztemperatur von 35 bis maximal 55 Grad. Das Helarium geht noch einen Schritt weiter als die Infrarotsauna. Dort können Sie durch gezielte Lichttherapie entspannen, denn jede Farbe vermittelt eine andere Stimmungslage.

Bevor es losgeht! •

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Ein bis zwei Stunden vor dem Saunieren können Sie gerne noch etwas Leichtes essen und etwas trinken. Vermeiden Sie Alkohol. Ein aufwärmendes Fußbad zwischen 32 bis 35 Grad wirkt vorbereitend auf die bevorstehende Wärme in der Sauna.

Auf die Plätze, Schwitzen, los! •

Idealerweise legen Sie sich in der Sauna auf den Rücken, damit der gesamte Körper gleichmäßig erwärmt wird, denn im Sitzen befinden sich die Beine immer in einer kälteren Zone der Sauna. Warme Luft steigt immer nach oben. Bevor Sie die Sauna wieder verlassen, am besten ein oder zwei Minuten sitzen, damit sich der Kreislauf stabilisieren kann.

Abkühlung Marsch! •

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Am besten gehen Sie direkt an die frische Luft, sodass ein Teil der warmen Luft über die Lungen abgeatmet wird, denn der Körper kühlt sich in erster Linie über die Lungen ab. Ein lauwarmes Fußbad hilft ebenfalls. Wenn Sie sich für eine Abhärtung mit dem Kneippschlauch entscheiden, fangen Sie bitte langsam an, von milderen zu heftigeren Kältereizen, und vor allem beginnen Sie mit der rechten, herzfernen Seite!

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Abhärten macht stark

Nicht nur Hormone werden ausgeschüttet. Durch die Erwärmung des Körperkerns werden auch zahlreiche Immunstoffe aktiviert. Beispielsweise steigt die Produktion von Killerzellen, die in der Medizin als T-Lymphozyten bekannt sind, im Blut an. Aber auch das Protein Interferon wird gebildet, was freie Radikale im Körper unschädlich machen kann. Nicht nur Abwehrkräfte werden gestärkt, auch unsere Bronchien profitieren durch die erwärmte Luft, ganz besonders wenn diese noch mit Aromaölen, wie Zitronen-, Eukalyptusoder Zedernholz-Öl verfeinert ist. Dann wird jeder Saunaaufguss zum wahren Dufterlebnis! Auch bei Krampfadern, Venenleiden oder sogar Neurodermitis ist Saunieren nicht tabu. Im Gegenteil! Die Gefäßerweiterung und anschließende Verengung stärken die Muskulatur von Venen und Arterien. Bevor Sie jedoch die Sauna wieder verlassen, sollten Sie Ihre Fußgelenke abwechselnd beugen und strecken! Das aktiviert die Wadenpumpe und die Venen werden nicht überanstrengt. Bei akuten, entzündlichen Neurodermitis-Schüben sollten Sie aufs Saunieren verzichten. In allen anderen Fällen wirkt sich die Hautdurchblutung sehr positiv aus, da sich die Temperatur der Haut erhöht und das Schwitzen erleichtert wird. Bei akuten Herzrhythmusstörungen oder unmittelbar nach Herzinfarkten ist die Sauna ebenfalls tabu! Für alle Bluthochdruckpatienten stellt Saunieren hingegen eine gesunde Alternative zu Medikamenten dar. Generell gilt, dass Sie Kälte vermeiden sollten, da sie die Gefäße verengt und Bluthochdruck verschlimmern würde! Ganz besonders wohltuende und entspannende Wirkung zeigt sich bei rheumatischen Erkrankungen, bei denen Muskel- und Gliederschmerzen im Vordergrund stehen. Auf der Ärztekonferenz des vierten internationalen Saunakongresses wurde entschieden, dass bei „nicht aktivem, chronischem Rheuma“ das Saunieren ausdrücklich empfohlen wird. In allen anderen Stadien der Erkrankung muss darauf jedoch verzichtet werden. Bringen Sie doch auch mal Ihre Kinder mit in die Sauna! Auch sie profitieren von den positiven Auswirkungen. Denn ganz besonders bei ihnen können Symptome von Asthma, Neurodermitis oder auch Heuschnupfen gebessert werden. Nur müssen Sie darauf achten, dass Kinder nicht so lange in der Sauna bleiben dürfen, wie Erwachsene. Schließlich ist ihr Körper durch die geringere Körpermasse schneller aufgeheizt. Nun kann es losgehen, Handtücher packen und Freunde mitbringen! In Gesellschaft macht Wellnessen noch viel mehr Spaß! Und wenn es mal ein ganz besonderes Schmankerl sein soll, kommen Sie zu unserer ZAP Wellness-Nacht. Wir vom ZAP Wellness-Team verwöhnen Sie mit tollen Aufgüssen, leckerem Obst und heißen Getränken für zwischendurch!


Wellnessurlaub mit unendlich vielen Inspirationen Spirit & Spa Hotel BIRKENHOF AM ELFENHAIN im Herzen des Bayerischen Waldes: magisch.mystisch.menschlich…

Schwimmen unter freiem Himmel im 32° C warmen Wasser mit traumhaftem Blick auf die unendlichen Weiten der Bayerwaldberge, wohltuende Anwendungen in der märchenhaften Wellnesspagode „SinnesReich“ genießen – das Spirit & Spa Birkenhof am Elfenhain inmitten der Hügel und Wälder des Bayerischen Waldes ist ein 4-Sterne Wellnesshotel für die Sinne. Neben dem klassischen Wellnessbereich auf 3.500 qm mit 8 verschiedenen Saunen verwöhnt in der fernöstlichen anmutenden Pagode ein engagiertes Team die Gäste mit klassischen Treatments

und ausgefallenen Spa-Anwendungen im Zeichen der 4 Elemente oder aus fernen Ländern. Im Birkenhof ist die Natur spürbar nah. Die Chefin des Hauses hat das GartenReich liebevoll gestaltet und zahlreiche Ruheinseln laden zum ausgiebigen Relaxen ein. Ein Chakra-Spazierweg führt auf eine Reise durch den Körper, im mystischen Elfenhain kann man herrlich die Seele baumeln lassen und auf dem keltischen Baumpfad findet jeder seinen ganz persönlichen Baum. Wer im Birkenhof InspirationsWellnessurlaub verbringt, kann

einfach mal „schnuppern“: Ob Hui Chun Gong, Pranayama, Yoga, Aquafitness oder Schamanische Trommelreisen: Offenheit und Kreativität schaffen eine besondere Wohlfühlatmosphäre. Vielseitigkeit und Varietät bietet auch das Restaurant „GaumenZauber“. Das Küchenteam zaubert von regionalen Landgenuss-Schmankerln bis veganvegetarischen Gourmet-VitalGerichten eine bunte Palette köstlicher Wellnesskulinarik. Freuen Sie sich auf uns wir freuen uns auf Sie!

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ine Oase der Ruhe und des Wohlbefindens ist der Wellness- und SpaBereich im AQWA. Alexa Kühni und ihre Mitarbeiterinnen kümmern sich mit viel HERZBLUT darum, dass die Kunden GLÜCKLICH UND ENTSPANNT wieder nach Hause gehen. „Es ist einfach wunderschön, wenn die Kunden nach einer Massage glücklich sind und mich anstrahlen“, sagt Alexa Kühni. Die gelernte Massage- und Wellnesstherapeutin bietet seit 2011 ein umfangreiches Wellness- und SpaAngebot im AQWA. Nicht nur Gäste des Bäder- und Saunaparks lassen sich von Kühni und ihren beiden Mitarbeiterinnen verwöhnen. Die Anwendungen stehen auch Kunden offen, die ausschließlich eine der Massagen oder ein Kosmetikangebot in Anspruch nehmen möchten.

QUALITÄT IST DAS A UND O

Kühni blickt mittlerweile auf 30 Jahre Erfahrung zurück. Sie weiß, wie wichtig Kompetenz und Know-how im Wellnessbereich sind: „Qualifizierte Mitarbeiter sind das A und O.“ Selbstverständlich sind auch die beiden ausgebildeten Wellnesstherapeutinnen, die Kühni unterstützen, kompetente Fachkräfte.

Auf Qualität legt das Team auch Wert, wenn es um die Pflege- und Anwendungsprodukte geht, sei es bei den Ölen für die Massage oder den Cremes bei der Kosmetik. „Bei uns stimmt das Gesamtpaket“, betont Alexa Kühni.

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• Um ätherische Öle zu gewinnen, presst oder destilliert man unbehandelte Pflanzen. • Echte ätherische Öle sind mit Wein vergleichbar: Bodenart, Lebensraum, Höhenlage, Klima, Umwelt, Ernte, Extraktion, Lagerung – all dies spielt eine Rolle und wirkt sich auf die Qualität des Öls aus. • Die Öle werden aus verschiedenen Pflanzenteilen gewonnen: Blüte, Blätter, Wurzel, Früchte, Beeren, Samen, Holz und Harz. • Das Öl ist ein hochwertiges Naturprodukt, eine Gesamtkomposition, die sich nicht mit einem Derivat, das beispielsweise aus zwei chemischen Komponenten gemischt wird, vergleichen lässt. • Rosenöl ist eines der teuersten Öle. Um einen Liter Öl zu gewinnen, benötigt man 1000 Kilogramm Rosenblütenblätter. Orangenöl ist deutlich günstiger, da große Mengen an Schalen zur Verfügung stehen.

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Richtig schön schwitzen kann man in der Sauna und im Dampfbad des AQWA. Für den Winter hat sich der Bäder- und Saunapark ein ganz besonderes Angebot für Sie ausgedacht: Aufgüsse mit hochwertigen ätherischen Ölen.

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Rumpfrotation am Kabelzug

von Moritz Nägele, ZAP Personal Trainer

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er Monat Januar ist im Racket Center der Monat des Tennissports. Vom 21. bis zum 27. Januar wird der Sieger des MLP-Cup ausgespielt. Passend hierzu, stelle ich dieses Mal eine Übung vor, die alle Freizeittennisspieler in ihren Trainingsplan integrieren sollten. Die Rumpfrotation am Kabelzug stärkt die schräge und seitliche Bauchmuskulatur und verbessert die Rotationsbewegung sowohl im Alltag als auch auf dem Tennisplatz. Alles, was man für die Übung benötigt, sind ein Kabelzug, ein Griff oder eine Stange.

Wer sollte die Übung in den Trainingsplan aufnehmen?

Prinzipiell ist diese Übung für Tennis- und Golfspieler sehr zu empfehlen, jedoch sollten auch Sportler aus den Ballsportarten Fußball, Basketball und Handball die Rumpfrotation in ihren Trainingsplan integrieren. Macht es Sinn, die schrägen und seitlichen Bauchmuskeln zu trainieren, auch wenn ich kein Sportler bin? Definitiv ja! Auch im Präventions- und Fitnesssport ist es wichtig, die Rotationsbewegungen zu trainieren. Im Alltag sind sie ein ständiger Begleiter – zum Beispiel beim Aufräumen, Kochen, Autofahren, Heben – und sollten dementsprechend trainiert werden.

Welche Muskelgruppen werden beansprucht?

Die schräge sowie die gerade Bauchmuskulatur sind die Agonisten, sie führen die Bewegung aus. Unterstützung bekommen sie von der Schultergürtel-, Knie- und Hüftmuskulatur, sie wirken unterstützend auf die Bewegung und sorgen für Stabilität im Schultergürtel und fixieren das Becken.

Wie führe ich die Übung aus?

Ein fester und stabiler Stand ist entscheidend. Hierfür etwas breiter als hüftbreit stehen, Knie leicht anwinkeln und die Stange oder den Griff in die Hände nehmen. Die anschließende Rotation sollte langsam und kontrolliert ausgeführt werden.

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Was muss bei der Ausführung beachtet werden? •

Wie weit sollte man vom Kabelzug entfernt stehen? Wichtig ist, dass das Seil des Kabelzugs gespannt ist, sollte dies nicht der Fall sein, einfach einen kleinen Schritt vom Kabelzug weggehen.

Sollen die Arme gestreckt sein? Wenn möglich sollten die Arme gestreckt sein. Es ist jedoch kein Problem die Arme am Anfang etwas anzuwinkeln. Allgemein gilt, je mehr die Arme angewinkelt sind, desto leichter ist die Drehung. Die Schultergürtelmuskulatur muss weniger Stabilisierungsarbeit verrichten als bei gestreckten Armen.

Welche Höhe muss ich am Kabelzug einstellen? Für den Anfang ist es sinnvoll, den Kabelzug auf Schulterhöhe einzustellen.

Generell gilt, eine Verlagerung des Körpergewichts zur Seite, sowie ein Nachschieben oder -drücken der Arme, zu vermeiden.

Hüftdrehung ja oder nein?

Hierzu gibt es keine klare Aussage. Eine individuelle Betrachtung ist entscheidend. Hobby-, Freizeit- und Profitennisspieler können die Rumpfrotation durch ein Drehen der Hüfte unterstützen, denn ihre Schlagbewegung ist immer mit einer Hüftdrehung verbunden. Im Fitness- und Gesundheitssport ist es das Ziel, die Hüfte zu stabilisieren, um die Bewegung nur aus dem Oberkörper auszuüben. Ein Drehen der Hüfte erleichtert die Bewegungsausführung. Dennoch sind beide Varianten wirksam und sollten je nach Ziel eingesetzt werden.

Welche Varianten gibt es?

Um nicht ständig dem gleichen Trainingsreiz ausgesetzt zu sein, schaffen kleine Veränderungen eine neue Trainingsbelastung. Es reicht aus, wenn die Position des Kabelzugs in der Höhe geändert wird. Die Rotationsbewegung erfolgt nun von unten nach oben oder andersherum. Fortgeschrittene Sportler können die Dynamik der Bewegung erhöhen, indem sie eine explosive Bewegung ausführen. Sie haben noch weitere Fragen? Sprechen Sie mich gerne auf der ZAP Fläche an oder schreiben Sie mir eine E-Mail an naegele@zap-nussloch.de.

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KOMMENTAR

First World Problems und weshalb wir uns selbst krank machen von Sandra Hald, ZAP Fitness

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ch bin Sandra, 25 Jahre alt und ganz behütet in einer Welt ohne Krieg, Hunger und familiäre Tragödien aufgewachsen. Mir ging es schon immer gut, ich hatte keine ernstzunehmenden Probleme und doch stellt sich die Frage, was genau heißt „es geht mir gut“? „Gesundheit ist ein Zustand völligen psychischen, physischen und sozialen Wohlbefindens und nicht nur das Freisein von Krankheit und Gebrechen.“ WHO 1948 Laut Weltgesundheitsorganisation bedeutet Gesundheit, dass das Wohlbefinden bewusst erlebt und wertgeschätzt wird. Grundvoraussetzung hierfür ist das Fehlen von Krankheiten. Gesundheit geht jedoch über diesen Aspekt hinaus. Nach heutiger Ansicht ist das Erleben, Wahrnehmen und Wertschätzen des Wohlbefindens stark in den Vordergrund gerückt. Denn wer körperlich gesund ist, das heißt wem es aus medizinischer Sicht gut geht, der fühlt sich nicht zwangsläufig wohl. Wir befinden uns in einer Gesellschaft, in der wir schwer zufriedenzustellen sind und immer das Beste wollen, das sich meist nicht in unserem Besitz befindet. Wir sind unter besten Bedingungen geboren und aufgewachsen, uns hat es an Nichts gefehlt, warum geht es uns allen dann nicht ausgezeichnet? Die Kriegszeiten in unseren Breiten sind vorüber, für einen Großteil der noch lebenden Bevölkerung ist es unvorstell-

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Urlaub, Strand und Sommerfeeling – von wegen! Laute Nachbarn, schreiende Kinder und kaum Platz… wir armen Touristen!

bar, in Furcht, Hunger und Verzweiflung aufzuwachsen. Existenzbedrohende Probleme werden von den meisten nicht erlebt, wahre Ängste nicht durchlitten. Wir, die diese Ängste nicht kennen, schaffen uns First World Problems. Probleme, die uns im Vergleich zur dritten Welt so unbedeutend und lächerlich vorkommen und doch unsere Gesundheit beeinflussen können. Hier einige Aufreger, die wohl jeder von uns kennt: Die Matratze ist zu weich oder zu hart, der Stau auf der Autobahn raubt jeden Nerv, sodass man völlig unentspannt im Urlaub ankommt, der Kuchen ist nicht perfekt gelungen, das Badewannenwasser zu kühl …

Von Natur aus strebt ein Individuum Vollkommenheit an. Es strebt danach, besser zu werden, sich mit anderen zu vergleichen und das haben zu wollen, was man genau nicht hat. Wir haben verlernt mit dem tollen Leben, den vielen Chancen und Möglichkeiten, zufrieden zu sein. Wir haben uns eine Einstellung der ewigen Unzufriedenheit antrainiert. Das hat aus evolutionärer Sicht auch tatsächlich sinnvolle Ursachen: Unsere Vorfahren mussten ihre Umgebung stets genau beobachten, nach Gefahrensituationen Ausschau halten und nach Möglichkeiten der Rettung suchen. Diese Zeiten sind jedoch längst passé und doch suchen wir nach Optimierungsmöglich-


keiten, sehen Verbesserungspotential in uns und sind nach unserer Wahrnehmung nicht gut genug für unsere Umwelt. Und dann gibt es da noch ein riesiges Problem: Das Problem der Auswahl. Ich bin damit aufgewachsen von allem genug zu haben und auch noch aus mehreren Möglichkeiten wählen zu können. Gerade beim Heranwachsen und der Gestaltung des eigenen Lebens eröffnen sich unendliche Entwürfe: Angestellter, Selbständiger, Dauerstudent oder doch Karriere als Lebensmittelpunkt? Stadt oder Land? Familie oder Karriere? Oder doch eine Mischung aus allem? Um sich von den Herausforderungen unserer Zeit zu lösen und zu dem Punkt zu gelangen, an dem wir trotz First World Problems, stundenlangem Grübeln und Optimieren zu Gesundheit und Glück kommen, werfen wir einen Blick auf unser Denken, unsere Werte und Einstellungen! „Achte auf deine Gedanken. Sie sind der Anfang deiner Taten.“ sagt ein chinesisches Sprichwort Leicht passiert es, dass wir uns unterbewusst negative Einstellungen angewöhnen. Als Einstellung wird der Ausdruck einer emotionalen Wahrnehmung als Reaktion auf eine Situation bezeichnet. Entscheidend ist für eine Einstellung, dass sie einen wertenden Charakter hat, sie entscheidet also, ob die Situation als positiv oder negativ wahrgenommen

niedriger Blutdruck/ Wahrscheinlichkkeit an Herzerkrankungen zu leiden

Gelassenheit, weniger Stressempfinden

Selbstvertrauen durch neuen Mut

Positive Einstellung tolle Ausstrahlung & Ansehen

mehr Energie • bewusstere Ernährung • aktiverer Lebensstil

Auswirkungen einer positiven Einstellung

wird. Dadurch, dass wir uns Einstellungen schon jahrelang angewöhnt und so akzeptiert haben, wie sie sind, sind sie ein bedeutender Bestandteil unseres täglichen Denkens und Handelns. Wie stark die Macht unserer Gedanken auf unser Handeln ist, wird durch das psychologische Phänomen der selbsterfüllenden Prophezeiung deutlich. „Ich hab gleich gesagt, dass ich das nicht schaffe. Ich wusste es! Mir passiert immer sowas!“ Häufig versuchen wir Dinge, die uns ängstigen, erst gar nicht. Wir lassen unsere Gedanken, Ängste

und Zweifel siegen. Bei der selbsterfüllenden Prophezeiung werden negative Resultate auf die eigene Person bezogen, mangelnde Anstrengung und fehlender Ehrgeiz bei der Handlung werden dabei nicht berücksichtigt, sodass das Selbstbewusstsein leidet. Davon ableiten lässt sich eine Gefühlsspirale, die sowohl positiv oder negativ ausgelegt werden kann. Bei einer negativen Grundeinstellung wird alles pessimistisch gesehen, jedes Missglücken als Versagen gewertet. „Die gesamte Welt hat sich gegen mich verschworen!“

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Jedoch hat jedes Ergebnis zwei Seiten, ein Missglücken kann zu wertvollen Erfahrungen führen, Sie noch stärker machen, zu einem stärkeren Selbst und neuen Eindrücken verhelfen. Wir befinden uns nicht in einer Aufwärts- oder Abwärtsspirale, es läuft nicht vorwärts oder rückwärts, es liegt an uns, wie wir unser Leben und unsere Erfahrungen wahrnehmen. So wurde beispielsweise auch festgestellt, dass das dauerhafte Streben nach Glück krank machen kann, da der Stress alles positiv und rosarot zu sehen und jeden Moment zu genießen ins Negative umschwenken kann. In der positiven Psychologie wird deshalb viel über das subjektive Wohlbefinden gesprochen. Hier sind die Bewertung und das Denken über das eigene Leben entscheidend für das Wahrgenommene. Mir geht es nicht dann gut, wenn jemand neidisch auf meine Leistung ist, wenn ich nicht selbst stolz darauf sein kann, mir geht es dann gut, wenn ich womöglich etwas für mich Neues überraschend schaffe. Wir müssen uns jedoch nicht zum Opfer unserer Gedanken machen lassen, wir können unsere Gedanken gestalten. Umgeben Sie sich mit positiven Gedanken, ändern Sie Ihre Einstellung und Sie werden positiver wahrgenommen und fühlen sich gleich freier und offener. Hier habe ich Ihnen einige zusammengestellt: • Hören Sie auf zu Grübeln, ziehen Sie sich bewusst aus einer emotional geladenen Situation heraus. Sprechen Sie mit Jemandem darüber, aber versinken Sie nicht in Selbstmitleid, sondern analysieren Sie sachlich die Situation. • Umgeben Sie sich mit positiven Meldungen. Gewöhnen Sie sich ab, stundenlang negative Schlagzeilen zu lesen oder sonst wie zu konsumieren. Vermeiden Sie das Negative in der Welt weiterzutragen. Konzentrieren Sie sich auf das Schöne und Wunderbare.

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Positives Denken eröffnet neue Sichtweisen und Möglichkeiten.

• Machen Sie sich täglich Gedanken darüber, weshalb Sie sich glücklich schätzen können. Wofür sind Sie dankbar? Wir gehen jetzt davon aus, dass Sie die vorangegangenen Tipps beherzigt haben oder bereits ein positiv gestimmter Mensch sind. Welche Vorteile Sie durch eine positive Denkweise haben und wie sich die Einstellung auf unsere Gesundheit auswirken kann, entnehmen Sie der Abbildung. Durch positive Gedanken wird vor allem Stress nicht so schnell wahrgenommen, eine gelassenere Grundeinstellung bewirkt, dass Sie entspannter an neue Anforderungen und Aufgaben herangehen. Diese Tatsache spiegelt sich in einem gesenkten Blutdruck wieder. Gleichzeitig wurde auch festgestellt, dass Herzerkrankungen weniger häufig auftreten. Positive Gedanken bewirken ein leichteres Lebensgefühl. Man empfindet mehr Energie und geht bewusster mit sich selbst und dem eigenen Körper um. Aus diesem Grund führen positive Gedanken zu einem aktiveren Lebensstil und ebenso mehr Eigenverantwortung bei der

Ernährung. Alles in allem verschaffen gute Gedanken eine verbesserte Ausstrahlung durch eine gelassene Grundeinstellung, mehr Energie und vor allem mehr Selbstvertrauen im Alltag. Es spricht also alles dafür, Herr unserer Gedanken zu werden. Wir würden uns so vieles erleichtern, wenn wir hoffnungsvoll in die Zukunft blicken und uns nicht unnötige Sorgen machen würdem. Worauf warten wir?! Seien wir dankbar für die Zeiten, in denen wir leben, dass es unserem Land gut geht, wir keinen Hunger leiden müssen und dass wir lesen und schreiben können. Natürlich ist nicht alles im Leben ein Ponyhof, es gibt Krankheiten und Rückschläge, die jeder von uns zu verkraften hat. Selbstverständlich ist man auch traurig, aber versuchen Sie aus den negativen Seiten Erfahrungen zu ziehen und bringen Sie nach einer Trauerphase Ihre Gedanken wieder in die richtige Spur. Wir können uns alle glücklich schätzen und es würde uns um einiges leichter fallen, wenn wir uns mehr auf die positiven Dinge im Leben konzentrieren würden.


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GESUND & LECKER Zutaten für 4 Personen Zubereitunsgzeit ca. 45 min 600 g Fischfilet, z.B. Rotbarsch oder Zander Salz, Pfeffer 1-2 EL Mehl 2 EL Rapsöl zum Braten 1 EL Dillspitzen 300 g Cocktailtomaten 400 g kleine Zucchini 4 Eier 4 EL feine Haferflocken 3 EL geriebener Parmesan 1 EL geriebener Parmesan zum Bestreuen 40 g Schmand 20 % 40 g Crème légère 15 % 1 Prise gemahlener Chili 1 TL Figurscout Würzer Pulver 2 EL mediterrane Kräuter (getrocknet) 3 Zweige Thymian

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Dieses und weitere tolle Rezepte finden Sie in Ihrem individuellen figurscout Kochbuch.

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Gebratenes Fischfilet mit Zucchinisoufflé

• Die Fischfilets waschen und trocken tupfen, mit Salz, Pfeffer und etwas Zitronensaft würzen und zur Seite stellen. Den Backofen auf 200 °C Oberund Unterhitze vorheizen. Ein tiefes Backblech einsetzen.

• Die Zucchini waschen und in dünne Streifen hobeln. Die Eier in einem Mixer schaumig schlagen, Haferflocken, Parmesan, Schmand und Crème légère zugeben und kurz unterrühren. Die Zucchinistreifen zufügen, mit den Gewürzen und den Kräutern kräftig abschmecken. Den Mixer noch mal ganz kurz einschalten und dann in die Masse in Souffléförmchen einfüllen und mit etwas geriebenem Parmesan bestreuen. Reicht für 8 Förmchen mit ca. 120 ml Inhalt.

• 1 Liter Wasser zum Kochen bringen und in das Backblech gießen. Die Souffléförmchen hineinsetzen und etwa 20 Minuten garen lassen, bis sich der Inhalt nach oben wölbt und der Käse eine leichte Bräunung angenommen hat. Nach 10 Minuten die Fischfilets beidseitig mit dem Mehl bestäuben, das Öl erhitzen und als erstes von der Hauptseite anbraten, dann wenden und langsam fertig braten. Mit den Dillspitzen bestreuen und die letzten Minuten die Tomate und die Thymianzweige mit in die Pfanne geben. • Die Soufflés nach Ende der Garzeit aus dem Ofen nehmen und sofort mit dem Fisch und den Tomaten anrichten. Die Soufflés können direkt aus den Förmchen gegessen oder vorsichtig herausgelöst werden. Im Dampfgarer gelingen die Soufflés genauso, es wird jedoch keine Bräunung erzeugt. Einstellung: 100 °C für 15 bis 20 Minuten.

1 Portion enthält ca.: 452 kcal I 24 g Fett I 16 g Kohlenhydrate I 42 g Eiweiß I 3 g Ballaststoffe I 283 mg Cholesterin


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ybille Schwöbel-Sailer hatte ursprünglich gar nicht vor abzunehmen. Doch als sie durch Moritz‘ Kurs im Racket Center Nußloch auf den figurscout Banner aufmerksam wurde, entschloss sie sich doch spontan dazu, erfolgreich abzunehmen. Die Kombination aus Sport und ausgewogener Ernährung, die das figurscout-Programm beinhaltet, begeisterte Sybille, die bis dato noch keine Diät in ihrem Leben ausprobiert hatte, und gab ihr die Motivation, den inneren Schweinehund zu überwinden. Gemeinsam mit einer Freundin absolvierte sie also das figurscout-Programm.

Mithilfe eines persönlichen Figurplans und einem darauf abgestimmten Trainingsplan wurde der Weg zu Sybilles neuem Körpergefühl geebnet. Ihr Anspruch an das Ernährungsprogramm bestand vor allem darin, dass sie auf nichts verzichten und bewusst essen wollte. Und genau das war mit figurscout möglich. Das personalisierte Kochbuch, das Sybille erhielt, basiert auf ihren individuellen Ansprüchen und geschmacklichen Vorlieben, sodass sie sehr genaue Vorgaben und tolle Rezepte hatte, durch die sie im Erreichen ihrer persönlichen Ziele unter-

Sybille Schwöbel-Sailer und ZAP Ernährungsberaterin Lisa Rehnig freuen sich über ihren Erfolg

stützt wurde. So konnte Sybille bewusst und ausgewogen kochen und essen und auch auf Feiern aß Sie ohne schlechtes Gewissen, da sie solche Schlemmertage durch Sport ausglich. Nach dem Sport trank Sybille auch gerne einen EiweißShake und kombinierte so sportliches und geschmackliches Erleben. Über ein Motivationsdefizit kann Sybille bis heute nicht klagen, dank der professio-

nellen und unterstützenden Betreuung der ZAP Trainer, die Sybille halfen, dahin zu kommen, wo sie heute ist. Sybille nahm bis jetzt bereits 20 Kilogramm ab und wird immer wieder auf ihre Wohlfühlfigur angesprochen. Mit einem Lächeln im Gesicht empfiehlt sie dann das figurscout-Programm weiter, denn abnehmen geht auch ohne hungern und ohne Jojo-Effekt.

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„I did it my way …“ Olympiateilnahme im Boxen in Tokio 2020, das ist seit langem das Ziel von Marie Retzer, Auszubildende zur Sportund Fitnesskauffrau im Zentrum Aktiver Prävention. Und nun ist ein weiterer Meilenstein auf dem Weg geschafft. Marie hat ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen. Das Racket Center Team gratuliert ihr dazu herzlich. Wir sind stolz darauf, dass Marie ihren Weg so konsequent und zielstrebig gegangen ist und einen weiteren Erfolg mit bestandener Prüfung erzielen konnte. Doch leider ist es für ihren Traum von Olympia erforderlich, dass sie das ZAP im März 2019 verlässt. Damit verlieren wir eine sehr engagierte und lebenslustige junge Frau, die wir natürlich gerne bei uns im Team behalten hätten. Als Partnerbetrieb des Spitzensports wissen wir jedoch wieviel Zeit und Reiseaufwand erforderlich ist, um sich den Traum von Olympia zu erfüllen. Dies ist mit einem Vollzeitjob, besonders in den Abendstunden und am Wochenende, nicht vereinbar. So wünschen wir Dir, liebe Marie, für Deinen Weg alles erdenklich Gute. Wir werden Dich sehr vermissen. Dein Racket Center Team

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Neue Kollektionen 2019 im RC ProShop

Ab Ende Januar können sich alle Tennisspieler auf die neue Tenniskollektion für die Sommersaison 2019 freuen. Sie erhalten bei uns u. a. die neueste Mode von Babolat, HEAD, Dunlop, K-Swiss, Erima und Nike, sowie Mannschaftsbekleidung für Vereine zu Sonderkonditionen. Auch neue Schlägermodelle wird es geben. Die Hersteller Babolat, Dunlop und HEAD verwenden immer wieder neue Materialien und Technologien, um das Tennisspiel einfacher und komfortabler zu gestalten. Sie suchen einen entsprechenden Tennisschuh für die Sandplatzsaison? Eine noch größerer Auswahl an aktuellen und Modellen aus dem Vorjahr stehen in diesem Jahr zur Verfügung. Wir freuen uns auf Ihren Besuch im RC ProShop!


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Ehre, wem Ehre gebührt … Dr. h. c. Manfred Lautenschläger erhält Lifetime Award der Sportregion Rhein-Neckar

W

ir gratulieren Dr. h. c. Manfred Lautenschläger für die Ehrung mit dem Lifetime Award der Sportregion Rhein-Neckar. Alle zwei Jahre ehrt die Sportregion Rhein-Neckar in der Kategorie „Lifetime Award“ das Lebenswerk von Persönlichkeiten, die als Athleten, im Ehrenamt oder als Mäzen bedeutende Beiträge zur Förderung des Breiten- und/oder Leistungssports in der Metropolregion Rhein-Neckar geleistet haben und dafür bei Sportlern, Vereinen, Medien und Zuschauern besondere Anerkennung genießen. Den „Lifetime Award“ vergibt der Verein Sportregion Rhein-Neckar als Initiator des SportAward Rhein-Neckar. Die Einreichung von Vorschlägen obliegt dem Vorstand sowie der Geschäftsführerin, die Entscheidung über den Gewinner trifft der Gesamtvorstand. In dieser Kategorie gibt es keine Nominierten. In einer würdigen Gala in der Stadthalle Heidelberg erwies die Sportregion Dr. h. c. Manfred Lautenschläger die Ehre. Aus den Händen von Skilegende und Freund Marc Girardelli nahm der MLP-Gründer und Stifter den „Lifetime Award“ für sein Lebenswerk entgegen.

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Fotos:Thomas Henne


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Beitrag aus der fitness MANAGEMENT international 06/18

Racket Center Nußloch:

Mein Sport hat ein Zuhause. aus der fitness MANAGEMENT international 06/18

Wohltuende Kommunikation, gemeinsames Erleben und nachhaltige Beratung der Kunden sowie eine nach DIN-Norm 33961 zertifizierte Qualität der Ausstattung und Dienstleistungen als Basis für das Geschäftsmodell Fitness- und Gesundheitscenter – unter diesem Dach könnte man das Racket Center Nußloch unter der Leitung von Dr. Matthias Zimmermann ansiedeln. Das Motto der Homepage lautet: „Mein Sport hat ein Zuhause.“, aber es geht in dieser Anlage um viel mehr als nur Sport! Es geht um die körperliche und um die geistig-kulturelle Ansprache der Menschen – und damit sind nicht nur die Mitglieder gemeint, sondern auch alle Mitarbeiter bis hin zur Geschäftsleitung. So gelingt es, in einem großen Einzugsgebiet viele Menschen zu erreichen, denn die Gemeinde Nußloch selbst – gelegen im Rhein-Neckar-Kreis etwas südlich von Heidelberg – hat ungefähr 12.000 Einwohner. Die Racket Center Nußloch GmbH & Co. KG ist ein mittelständisches Unternehmen in der Metropolregion RheinNeckar. Es arbeiten ca. 120 Mitarbeiter in unterschiedlichen Beschäftigungsverhältnissen hier, in Voll- und Teilzeit: Aushilfen und Freiberufler, Azubis, DHfPG-Studierende und Hochschulpraktikanten. Das Unternehmen betreibt eine der wohl schönsten gewerblichen multifunktionalen Sport- und Freizeitanlagen in Deutschland. Die Sportanlage beinhaltet Tennis(5 Frei- und 3 Hallenplätze mit Cabrio-Dach), Badminton(8 Courts) und Squashsport (5 Courts), das Zentrum Aktiver Prävention mit ZAP Fitness und Prävention, ZAP Physiotherapie und ZAP Wellness, die Tennisakademie

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Rhein-Neckar, den RC ProShop mit Online-Präsenz und das Marea Ristorante & Bar mit Garten- und Inselterrasse. Weitere Institutionen unter dem Dach des Racket Centers sind der Rehasportverein ProAktiv Nußloch e. V., der Turniersportverein Racket Center e. V. und der Förderverein Bildung durch Sport e. V.. Dank der GSM Gesellschaft für Sportmanagement und Beratung mbH mit seinen Geschäftsbereichen Beratung & Begleitung, Kommunikation & Gestaltung sowie Veranstaltung & Vermarktung werden alle Marketingmaßnahmen des Racket Centers von einer eigenen Agentur betreut und darüber hinaus weitere externe Auftragnehmer mit Agenturdienstleistungen versorgt.


Die Kerndienstleistungen des Hauses bieten sowohl Kindern als auch Erwachsenen die Möglichkeit der sportlichen Betätigung mit vielfältigen Qualifikationen im Racket Sport und auf dem Gebiet der Gesundheit, der Fitness und der Prävention. Dabei profitiert das Unternehmen von einem breit aufgestellten Partnernetzwerk mit hoher Qualität. Kindern und Jugendlichen ermöglicht das Racket Center frühzeitig sportliche Aktivitäten durch Kursangebote, bspw. im Ballett, im Viet Vo Dao oder in der Ballschule Heidelberg. Hierbei wird innerhalb des Ausbildungskonzeptes großer Wert auf Lernfreude, Leistungswille, Kreativität und Sozialkompetenz gelegt. Neben Badminton- und SquashAusbildungsmaßnahmen bietet die Tennisakademie Rhein-Neckar den Nachwuchssportlern mit qualifizierten Trainern (Tennis, Squash, Badminton) ein hochwertiges Training.

Dr. Matthias Zimmermann und sein Team nehmen die Auszeichnung von Refit Kamberovic, Sabrina Fütterer (beide DSSV) und Janosch Marx (fitness MANAGEMENT) entgegen.

Im ZAP Zentrum Aktiver Prävention können Kunden ein individuell angepasstes Gesundheits- und Präventionstraining unter dem Motto „Muskelhygiene“ absolvieren, wobei sie von Trainern nach aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen beraten und begleitet werden. Ein CabrioDach über der 2.000 m2 großen Trainingsfläche ermöglicht es in deutschlandweit einzigartiger Weise, unter freiem Himmel Fitnesstraining an Geräten zu betreiben. Abgerundet wird das Training durch einen Aufenthalt in der ZAP Wellness-Oase mit einer Fläche von 600 m2 und sechs Saunen unterschiedlicher Art. Begleitet werden

diese Angebote durch ein breit aufgestelltes FitnessKursprogramm (u. a. Rehasport, Spinning, Yoga) und regelmäßig stattfindende Vorträge zu Themen aus Gesundheit und Fitness, Prävention und Therapie im Rahmen der Vortragsreihe „ZAP-Gesundheitslinien“. Die ZAP Physiotherapie bietet Patienten mit orthopädischtraumatologischen Krankheits- bzw. Verletzungsbildern die Möglichkeit, sich einem ärztlich verordneten Therapieprogramm zu unterziehen.

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Beitrag aus der fitness MANAGEMENT international 06/18

Interview mit Dr. Matthias Zimmermann fM: Was ist Ihr primäres Ziel als Fitness-Unternehmer? Dr. Matthias Zimmermann: Ich möchte, dass dieses Haus das schönste multifunktionale Sport- und Freizeit-, Therapie- und Prävention-, Fitness- und Wellness-Zentrum bleibt, so wie es jetzt ist. Dafür müssen wir uns stetig weiterentwickeln, so wie es auch die Gesellschaft tut. Wir möchten aber auch die Gesellschaft prägen – hier in unserer Region, wo wir Einfluss nehmen können. fM: Welche Rolle spielen die ideellen Projekte, die in Ihrer Anlage unterstützt werden wie • TDKET (www.tdket.org – ein Tennisbildungsprojekt in Addis Abeba), • Schulkooperationen zur Bildungs- und Gesundheitsförderung, • Kostenlose Vortragsreihe zu Themen aus Gesundheit, Prävention und Therapie unter dem Motto „Wissen wirkt“ als kommunaler Bildungsbeitrag, • Selbstverständnis als Kultur-, Kommunikationsund Bildungszentrum durch die Gründung des Fördervereins „Bildung durch Sport e. V.“ mit zahlreichen Sponsoring- und Förderprojekten für lokale Einrichtungen? Dr. Matthias Zimmermann: Tatsächlich empfinde ich das, was wir als gewerbliche Anlage tun, auch ein Stück weit als ideelles Projekt, weil wir ja nicht nur Gesundheit transportieren, sondern auch Kultur und Bildung. Mit Veranstaltungsprogrammen unterschiedlicher Art bringen wir Menschen in unserem Haus zusammen, bereiten Wohlbefinden und fördern die Lebensqualität. fM: Das ZAP war Standort für die Pilotphase des Kurskonzeptes „Aktiv leben nach Krebs“, das Teil einer Kooperation der Manfred-LautenschlägerStiftung, des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) und der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement DHfPG ist. Wie bewerten Sie das Projekt? Dr. Matthias Zimmermann: Im Rahmen der 8-wöchigen Erprobungsphase konnten im ZAP wichtige Erkenntnisse als Grundlage für die Weiterentwicklung gesammelt werden. Dank der funktionierenden Kollektivarbeit war diese Pilotphase mehr als nur ein Startschuss für ein erfolgreiches Projekt. Daraus hat sich z. B. ein vielfältiges Angebot für Menschen nach Krebserkrankungen entwickelt. Und nicht zuletzt hat die DHfPG in der Folge den Master-Studienschwerpunkt „Lebensstilintervention und Krebs“ ins Leben gerufen, um Kursleiter für „Aktiv leben nach Krebs“ akademisch und interdisziplinär zu qualifizieren. Beim DHfPG-Schwesterunternehmen, der BSA-Akademie, können sich Kursleiter mittlerweile auch nebenberuflich zum „Trainer für Fitnesstraining in der Krebsnachsorge“ weiterbilden.

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Dr. rer. pol. Matthias Zimmermann Dr. rer. pol. Matthias Zimmermann, geboren am 12. Oktober 1968, studierte Sportökonomie an der Universität Bayreuth. Nach dem Diplomabschluss war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Prof. Jochen Sigloch am Lehrstuhl für betriebswirtschaftliche Steuerlehre und Wirtschaftsprüfung mit den Zuständigkeitsbereichen „Sportökonomie“, „Unternehmensplanspiel“ und „Rechnungswesen/ Finanzmathematik“ beschäftigt. Nach einem Jahr wechselte er an den Lehrstuhl für Dienstleistungsmanagement mit den Zuständigkeitsbereichen „Sportökonomie“ und „Wirtschaftswissenschaftliche Zusatzausbildung für Studierende der Rechtswissenschaft“. Er arbeitet heute als Geschäftsführer der Racket Center Nußloch GmbH & Co. KG und betreibt als Geschäftsführender Gesellschafter die GSM Gesellschaft für Sportmanagement und Beratung mbH. Akademisch ist er derzeit als Lehrbeauftragter der TU Darmstadt engagiert. Im Ehrenamt ist Dr. Matthias Zimmermann Mitglied im Kuratorium der Manfred-Lautenschläger-Stiftung und Gründer des „Fördervereins Bildung durch Sport e. V.“.

fM: Was sind Ihre Kriterien bei der Auswahl der Mitarbeiter und der Mitarbeiterführung? Dr. Matthias Zimmermann: Wichtiges Kriterium ist natürlich die Qualifikation des Mitarbeiters bzw. ein gutes Abitur als Basis für die anschließende Ausbildung oder das Studium. Und ohne ein offenes, freundliches und sehr kommunikatives Wesen geht es in der Dienstleistung nicht. Der Mitarbeiter muss mir das Gefühl vermitteln, dass er ein Entwicklungspotenzial in sich sieht und dass er sich freut, dieses mit unserer Hilfe herauszubilden und zu fördern. Wir sind ja im wahrsten Sinne des Wortes ein Qualifikationsbetrieb und suchen durch entsprechende Auswahlverfahren gezielt nach jungen Leuten, die genau an dieser Maxime Freude haben. Mitarbeiterführung bedeutet für mich immer Fördern und Fordern – da sollte man sich nichts vormachen. Wir könnten jetzt viel reden über Werte, Kommunikation und Ähnliches, aber bisweilen muss man junge Leute auch bis an ihre Belastungsgrenze führen. Der Lohn ist die Freude, die ein junger Mensch hat, wenn er erfolgreich ist und sich gestärkt, motiviert und selbstbewusst der nächsten Herausforderung stellen kann. Von dieser gemeinsamen Entwicklung profitieren beide Seiten – Arbeitgeber und Arbeitnehmer! fM: Wo sehen Sie die Perspektive für die Fitnessbranche in den nächsten 10 Jahren? Dr. Matthias Zimmermann: Ich sehe uns als Problemlöser – nicht nur für Fragen zu Gesundheit und Fitness, sondern auch als Anlaufstelle für ein umfassenderes kultu-


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Beitrag aus der fitness MANAGEMENT international 06/18

Eckdaten Racket Center NuSSloch – Zertifizierung nach DIN-Norm 33961 Fläche in m2 Squash Badminton1. Tennis Zentrum Aktiver Prävention (Fitness, Physio, Wellness) RC gesamt mit Parkplatz, Büro und Außenflächen Mitarbeiter Festangestellte Freiberufler Aushilfen Studierende DHfPG Praktikanten Gesamt

522 282 4.900 2.400 28.404

33 16 36 4 4 93

Ein ausgeprägtes Qualitätsbewusstsein in der Ausstattung, in sämtlichen Dienstleistungen und ganz besonders in der Kundenbetreuung ist für die Mitarbeiter des Racket Center Nußloch seit Jahren selbstverständlich. Um diesen intern gelebten Qualitätsgedanken auch nach außen aufzeigen zu können, fehlte bisher ein neutraler Qualitätsnachweis.

relles Bedürfnis. Die Menschen wollen auch Zugehörigkeit erleben und ein gutes Gefühl bekommen aus körperlicher Aktivität und Kommunikation, um ein Mehr an Lebensqualität zu entdecken. Der Schlüssel ist ein empathisches, interessiertes und ehrliches Miteinander. Es ist das direkte Kundengespräch, das den Markenkern eines Dienstleisters prägt. Diejenigen, die ihr Heil allein in der Werbung suchen und versäumen, sich aus dem direkten Kundenkontakt im Studio als Marke zu etablieren, werden aus dem Markt (zumindest aus dem der Qualitätsanbieter) ausscheiden. fM: Wie kritisch sehen Sie die Preisentwicklung bei den Beiträgen? Dr. Matthias Zimmermann: Wir haben es mit zwei Aspekten zu tun. Einmal existiert eine Stagnation bei den Preisen, zum zweiten sind die Menschen immer weniger bereit, sich längerfristig zu binden. Wenn jemand z. B. mit einem Attest kommt, um den Vertrag vorzeitig beenden zu wollen, dann muss man sich entscheiden zwischen einem Imageschaden, der entsteht, weil man Mitglieder zwingt, im Vertrag zu bleiben, oder man baut Brücken, sodass jemand vielleicht später wieder einsteigt. Preise müssen differenzieren zwischen Menschen, die mehr wollen und solchen, die nur eine Kernleistung in Anspruch nehmen und auch nicht für weitere Dienstleistungen bezahlen möchten. Also braucht man Modulsysteme für die Verträge, wozu es sowohl Beratungs- als auch der Verwaltungskompetenz bedarf.

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Dies hat sich mit Einführung der DIN-Norm 33961 geändert. Als erstes Land weltweit verfügt Deutschland nun über eine demokratisch legitimierte Norm speziell für Fitnessstudios. Die Zertifizierung „ZertFit“ gemäß der DIN-Norm 33961 belegt Studioinhabern u. a. die Qualität ihres Angebots und macht sie für Kunden und Kooperationspartner sichtbar. Das Racket Center Nußloch hat diese Chance erkannt und sich im Sommer 2018 die Einhaltung der DIN-Norm 33961 durch ein „ZertFit"-Zertifikat der unabhängigen Zertifizierungsstelle BSAZert bestätigen lassen. Vertrauen, Rechtssicherheit, Qualitätsbestätigung und Marketingwirkung sind nur einige Vorteile, die eine Zertifizierung bietet. Weitere Informationen zum DAkkS-akkreditierten Zertifizierungsprogramm „ZertFit“ der BSA-Zert sind zu finden unter: www.bsa-zert.de

fM: Sehen Sie durch Personal Training – im reinen Fitness-, nicht im Physiobereich – eine Zukunft? Dr. Matthias Zimmermann: Ja, die sehe ich für uns. Man muss aber auch hier differenzieren. Personal Training wird oft assoziiert mit Menschen, die es sich leisten können und gleichzeitig sehr leistungsorientiert sind. Zum Beispiel, weil sie einen Marathon mitlaufen wollen – das tut nun mal der 50-jährige Leistungsträger, der „muss ja auch mal“ einen Marathon laufen oder auf den Mount Everest steigen. Und dann gibt es die Menschen, die einfach Sicherheit und ein soziales Band haben wollen – einen Personal Trainer, der ihnen ein gutes Gefühl vermittelt und sie motiviert, der aber auch über ein körperliches Training hinausdenken kann und damit auch ein wichtiger Lebensbegleiter wird. Und das bedeutet dann Bildung, damit man mit seinem Gegenüber genauso empathisch wie kenntnisreich kommunizieren kann und zudem fundiert beraten und vor allem begleiten kann. fM: Welche Rolle spielen in Ihrer Anlage Kooperationspartner? Dr. Matthias Zimmermann: Eine sehr große Rolle. Da sind einmal die Vereine vor Ort, die wir im Rahmen unserer Möglichkeiten unterstützen. Dann kommen aus den Unternehmen größere Gruppen für BGM-Maßnahmen zu uns, die wir hier realisieren können. Wichtig sind uns auch die Sponsoren, Anzeigenkunden und Förderer, damit wir unser hauseigenes „Life Skills Magazin“ RC Premium dreimal im Jahr mit einer Auflage von 6.000 Exemplaren editieren können. Bildungseinrichtungen wie


Foto: Klaudia Lech

die Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement, die Ballschule Heidelberg, das ISSW Heidelberg oder das Mannheimer Institut für Public Health und natürlich der DSSV als Arbeitgeberverband fordern uns, um Schritt zu halten und informiert zu bleiben. Nur das schafft letztlich Entwicklung, und uns geht es immer darum, Dinge weiterzubringen. Die Partner geben uns wichtige Impulse. Sonst verbleibt man mit seinem Denken wie auf einer einsamen Insel – und das wollen wir nicht. fM: Gutes Marketing bedeutet also auch, sich für viele Dinge zu öffnen? Dr. Matthias Zimmermann: Ich betrachte unsere Anlage auch ein Stück weit als Kommunikationsunternehmen. Wir sind ständig im direkten Austausch mit den Menschen und leisten uns eine hohe Personalpräsenz. Wenn jemand unser Haus verlässt und er hat während seines Aufenthalts nicht ein einziges Mal gelacht, dann haben wir etwas falsch gemacht. Wenn wir die Branche stärken wollen, dann müssen wir es schaffen, dass den Menschen wirklich etwas fehlt, wenn sie mal eine Zeit lang nicht bei uns waren. Wir haben eine Fluktuationsquote von 17 Prozent – gemessen am Bundesdurchschnitt ein ausgezeichneter Wert. Die viele Energie, die wir in das Kommunikationsgeschick unseres Teams gesteckt haben, zahlt sich aus. Da machen unsere Mitarbeiter einen fantastischen Job, auch weil wir nicht immer sofort zufrieden sind, sondern ein sehr kritisches Miteinander pflegen. Ich erachte Gespräche mit Mitgliedern und Mitarbeitern als eine enorme Chance, mein Leben zu bereichern. Für einen Kommunikator gilt der Grundsatz: Immer auf alles gefasst sein. Es ist spannend und interessant, sich immer wieder auf die unterschiedlichsten Persönlichkeiten und deren Stimmungen einzustellen. „In Vielfalt vereint” ist ein Motto für Europa – und das ist es für uns im Kleinen auch.

Fazit von Refit Kamberovic Im Racket Center Nußloch hat man sich entschieden: Im Mittelpunkt der Anlage steht der Mensch und alle Angebote des Betriebes sind dazu da, ihn mit seiner Persönlichkeit dort abzuholen, wo er sich befindet. Und Angebote gibt es viele – sei es im sportlichen Bewegungsbereich oder in kommunikativen und kulturellen Thematiken. Der Anspruch, die Menschen, seien es Kunden oder Mitarbeiter, in ihrer Komplexität einzubinden, wird von Dr. Matthias Zimmermann mit großer Konsequenz verfolgt. So wundert es nicht, dass die umfangreichen Programme im nicht-sportlichen Sinne einzigartig und sicherlich einmalig für eine FitnessAnlage in Deutschland sind!

fM: Welche Rolle würden Sie Social Media für Ihre Anlage zusprechen? Dr. Matthias Zimmermann: Social Media ist natürlich ein Instrument für die Akquisition von Kunden; man kann das Unternehmen darstellen, Kontakte anbahnen und kommunizieren. Alles, was die Digitalisierung uns bietet, können wir nutzen, aber nur instrumentell. Ich sehe uns primär als eine Art „Gegenwelt“. Und in dieser – in unserer – Welt will ich mit den Leuten reden, mich mit ihnen austauschen, ihnen in die Augen sehen und ihnen zuhören. Wir wollen die Menschen begleiten, aber nicht belehren. Das ehrliche Interesse an den Menschen ist unser Credo. Die Förderung des Dialogs auch zwischen unseren Mitgliedern ist ein wichtiges Prinzip für die Betreuung auf der Trainingsfläche, den Kontakt an der Service- und Empfangstheke und bei Veranstaltungen. Wir müssen direkt an die Leute ran, das ist doch das Entscheidende, oder?

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Dr. Petra Dallmann

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„Mein Denken im Hier und Jetzt auf das zu lenken, was den Augenblick ausmacht, ist schon immer meine Leitlinie gewesen!“

Dr. med. Petra Dallmann – Rekordschwimmerin, Ärztin, Ehefrau und dreifache Mutter im persönlichen Gespräch mit Matthias Zimmermann

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ehn Jahre ist es her, da beendet Petra Dallmann ihre beeindruckende Karriere als Schwimmerin. Nachdem sie bei den Weltmeisterschaften 2009 in Rom mit der 4x100-MeterStaffel noch einmal die Silbermedaille gewinnt, tritt sie zurück, widmet sich ihrem Beruf als Ärztin und gründet eine Familie. Zu unserem Gespräch treffen wir uns in einem Café, das ihrem eng getakteten Tagesablauf entgegenkommt. Die Klinik für Allgemeine Psychiatrie / Zentrum für Psychosoziale Medizin am

Liebe Frau Dallmann, es gibt Leistungssportler, die nach dem Ende ihrer aktiven Karriere alle möglichen Sportarten betreiben, aber von ihrer eigentlichen Disziplin Abstand genommen haben – auch ehemalige Schwimmstars. Sie aber scheinen nach wie vor gerne „Bahnen zu ziehen“, wie es unter Schwimmern heißt. DALLMANN: Wasser ist seit eh und je mein Element. Ich kann mir nicht vorstellen, auf das Schwimmen zu verzichten. Ein Zeitfenster für eine Schwimmeinheit gehört mir – so wie die halbe Stunde heute früh. Mit meinem Mann habe ich verabredet, dass uns die tägliche Sporteinheit

Universitätsklinikum Heidelberg ist nur wenige Radminuten entfernt. Dort beginnt in 90 Minuten ihre 24-Stunden-Schicht. Zuvor hat sie ihre drei Kinder versorgt und mich danach angemailt mit der Bitte, das Treffen um 10 Minuten nach hinten zu schieben. So konnte sie zwischen ihren Familienaufgaben, unserem Interview und dem Klinikdienst noch eine 30-Minuten Trainingseinheit im Darmstädter Hof Schwimmbad einlegen – ohne auch nur eine Sekunde zu spät zu kommen …!

heilig ist. Bei all der Beanspruchung im Alltag gestehen wir uns diesen kleinen Freiraum gegenseitig zu. Er geht oft Laufen und ich schwimme oder mache zu Hause Übungen – keine langen Einheiten mehr, dafür fünfmal die Woche 20 bis 40 Minuten. Haben Sie eigentlich jemals errechnet, wie viele Kilometer Sie in Ihrem Leben geschwommen sind? DALLMANN: Nein, tatsächlich nie. Bestimmt waren das Abertausende, ich glaube es waren ca. 5.000 km während meiner Zeit am OSP pro Jahr. In meiner aktiven Zeit – insbesondere in der Vorbe-

reitung auf große Wettkämpfe, war ich fast täglich bis zu 10 Kilometer schwimmen. Je nach Start der Vorlesungen frühmorgens um sechs oder sieben Uhr etwa vier, in der Abendeinheit dann nochmal fünf bis sechs Kilometer. Davon machen sich die wenigsten Menschen eine Vorstellung, denke ich mal. Mir drängt sich dabei die Frage auf, wie man es im Kopf bewältigt, tagtäglich stundenlang Bahnen zu ziehen oder „Kacheln zu zählen“, wie oft mit ironischem Unterton gesagt wird. Lässt man da einfach die Gedanken schweifen? DALLMANN: Im Training tatsächlich selten.

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Im Grundlagentraining kann es sein, dass man mal über bestimmte Dinge nachdenkt, grübelt oder Traumschlösser baut. Aber die meiste Zeit – zumindest ist das bei mir so – bin ich voll bei der Sache und auf das fokussiert, was ich mir zur Aufgabe gemacht habe, zum Beispiel ein technisches Detail wie die Delphinbeinschläge nach der Wende oder das Ellenbogen hochstellen beim Freistil. Wenn das Training allerdings lange geht, habe ich mir gerne mal Rechenaufgaben gestellt und in unterschiedlichen Entfernungseinheiten oder Prozentwerten errechnet, wie viele Bahnen oder wie weit ich noch schwimmen muss.

Foto: Grüber

Petra Dallmann begann ihre Laufbahn als Schwimmerin beim SV Neptun Umkirch e.V.. Sie wurde 2005 Deutsche Meisterin als Einzelschwimmerin über 200 m Freistil, 2001 gewann sie gemeinsam mit Antje Buschschulte, Katrin Meissner und Sandra Völker mit der 4x100-Meter-Staffel die Weltmeisterschaft und bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen mit Franziska van Almsick, Antje Buschschulte und Hannah Stockbauer mit der 4x200-Meter-Staffel die Bronzemedaille. Dafür erhielt sie, zusammen mit ihrer Staffel, am 16. März 2005 das Silberne Lorbeerblatt. Die 1,84 Meter große Dallmann startete für den SV Nikar Heidelberg. Sie studierte Medizin an der Universität Heidelberg und ist seit 2006 Ärztin. Sie absolvierte erfolgreich ihre Promotion zum „Dr. med.“ und lebt heute mit ihrer fünfköpfigen Familie in Heidelberg.

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Das klingt jetzt nicht so, als würde Schwimmen als Hochleistungssport viel Spaß machen?! DALLMANN: Spaß ist für mich eine Momentaufnahme und viele einzelne Momente als Sportlerin machen Spaß, so zum Beispiel, wenn der Trainer rückmeldet, dass ich eine bessere Zeit geschwommen bin als noch ein halbes Jahr zuvor. Oder wenn man sich mal im Training „battelt“, sich dabei voll auspowert und einen ähnlich starken Trainingspartner hinter sich lässt. Aber insgesamt ist es nicht der Spaßfaktor der einen antreibt. Wenn Sie Sommer wie Winter frühmorgens am Beckenrand stehen, reinspringen und dann viertausend Meter oder mehr vor sich haben, geht es nicht um Spaß, sondern darum bei einer Entscheidung zu bleiben, die man mal getroffen hat. Wenn man Wettkampfsport betreibt und auf Olympische Spiele oder Weltmeisterschaften hinarbeitet, dann macht man das dafür Erforderliche und hält durch. Darum geht es – ein so gesehen einfaches Rezept. Wenn man Schmerzen hat, total ermüdet ist, dann auch noch Prüfungen hat, denkt man vor dem Sprung ins Trainingsbecken nicht über Spaß nach. Und selbst heute, ist es nicht Spaß, sondern abschalten, sich und das Wasser fühlen, sich belasten und hinterher bin ich einfach zufriedener. Wenn Sie zurückdenken an Ihre Karriere, gibt es dann etwas, was Ihnen fehlt. DALLMANN: Also das Training zweimal am Tag, streng nach der Uhr, sicherlich

nicht. Aber diese persönlichen Empfindungen und Befindlichkeiten, die mentalen Herausforderungen, sowohl die „Ups“ als auch die „Downs“ – das tatsächlich schon. Vor einem Wettkampf wach zu liegen, zu grübeln, nicht einschlafen zu können oder wenn man aufgeregt ist bis zur Übelkeit, dann klingt das furchtbar, gehört aber zum Leistungssport dazu. Dann der Wettkampf, alles aus sich herausholen, voll fokussiert zu sein, und ja – Erfolg zu haben, das ist natürlich der Reiz an der Sache. Topfit zu sein wenn es darauf ankommt, dann auf dem Treppchen zu stehen und danach in dem überschwänglichen Gefühl, es sich verdient zu haben, ordentlich Party zu machen, das fehlt mir schon. Sportler feiern einfach intensiver. Habe ich nicht den Hauch eines Zweifels. Was war denn Ihr größter Erfolg? DALLMANN: Der Gewinn der Weltmeisterschaft und die Medaille bei den Olympischen Spielen sicherlich. Aber – wie ich in Ihrem letztjährigen Interview von Timo Bracht lesen konnte – „zählt im Rückblick mehr das Erlebte als das Erreichte“. Das gilt auch für mich. Und dazu gehören zum Beispiel die Teilnahmen und Erfolge bei Universiaden. Die mögen sportlich wenig bedeutsam sein, sind für mich aber voller Erinnerungen. Auch Trainingslager, wie hart und zehrend die auch immer gewesen sind, mal gemeinsam mit anderen Sportlern zu verreisen und Zeit nur für den Sport zu verbringen, das habe ich stets genossen. Besonders einprägsam waren freilich die euphorischen Momente. Wissen Sie, in einer Sportart, in der man die Zeiten aller Schwimmer und Teams kennt, lässt sich die Erwartung zum Beispiel an eine Staffel, relativ genau formulieren. Damit wird man konfrontiert. Wird diese Erwartungen dann erfüllt, ist das ein Gefühl der Erleichterung. Bei knappen Entscheidungen aber, die obendrein zu einem unerwarteten Erfolg führen, das ist Euphorie pur. So wie bei Ihrem letzten großen Wettkampf im Jahre 2009 in Rom? DALLMANN: So einen Karriereabschluss erleben zu dürfen empfinde ich als


großes Privileg. Ich hatte 2008 im Prinzip Abschied genommen. Ich bin damals mit meinem Freund zusammengezogen und habe mich verstärkt meiner beruflichen Tätigkeit gewidmet. Kurze Zeit darauf wurde er als Lehramtsreferendar nach Rottweil versetzt – und ich war wieder alleine. Da bin ich halt zumindest einmal am Tag abends trainieren gegangen und habe noch mal richtig Blut geleckt. Die WM-Qualifikation habe ich mit Ach und Krach geschafft. Und dann kam Rom. Ein Freiluftstadion. 7.000 schwimmbegeisterte, meist italienische Zuschauer – eine Riesenstimmung. Der Start bei untergehender Sonne. Wir vier Mädels sind um unser Leben geschwommen, die Übergaben klappten perfekt. Und als wir auftauchten, hatten wir Silber – die Niederländerinnen, die Weltrekord schwammen, hätten wir auch noch fast gepackt. Das liegt nun schon zehn Jahr zurück. Sie haben erst vor wenigen Tagen Ihren 40sten Geburtstag gefeiert. Was konnten Sie aus der Zeit als Hochleistungssportlerin in ihr nachfolgendes Leben mitnehmen? DALLMANN: Aus meiner momentanen Situation kann ich Ihre Frage mit einem Wort beantworten: Durchhaltevermögen! Ohne hier näher darauf eingehen zu wollen, kann ich Ihnen sagen, dass mein

Mann und ich zwei Jahre hinter uns haben, die uns aus familiären Gründen großes Durchhaltevermögen abverlangten. Während meines Studiums und auch als Ärztin habe ich einen gut strukturierten Tagesablauf gehabt, ohne den es unmöglich gewesen wäre, so lange auf hohem Leistungsniveau Schwimmwettkämpfe bestreiten zu können. Aber erst in jüngster Zeit musste ich erleben, dass es Tage

gibt, an denen ich dachte: das schaffe ich heute nicht. Ich habe mich zweifelnd erlebt, grübelnd und in einem Strudel negativer Gedanken. Da habe ich gelernt, zu mir selbst Stopp zu sagen und meine Achtsamkeit einfach nur auf den nächsten Schritt zu lenken, nicht in die Zukunft zu schweifen und versuchen zu akzeptieren was auch immer kommt. Das gelingt mir aber auch nicht jeden Tag …

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Und trotzdem können schwierige Lebenssituationen Menschen so zusagen aufzehren – und krank machen. Das ist ja nun auch Ihr berufliches Metier. Sie erleben das als Ärztin in Ihrer täglichen Praxis. Wie geht man damit um? DALLMANN: Auf diese Frage kann ich Ihnen als Ärztin keine Pauschalantwort geben. Ich kann Ihnen nur sagen, dass ich für mich eine klare Haltung entwickelt habe. In schwierigsten Situation halte ich fest an dem Minimum, das ich für mich brauche. Das verlange ich von meiner Umgebung für mich, und das gestehe ich umgekehrt auch meinem Gegenüber zu – vor allem innerhalb einer guten Beziehung. Wenn ich, und das ist meine Reserve, ein anständiges Essen bekomme und mir ein Zeitfenster für Bewegung schaffen kann, dann komme ich gut durch den Tag. Das bedeutet nun bitte nicht, dass ich eine Gourmetmahlzeit brauche. Was ich für mich brauche, ist das sinnliche Erleben, das kann auch nur mal eine Butterbrezel oder ein vernünftiges Nudelgericht sein. Es muss einfach gut sein. Das ist das eine. Das andere ist die Bewegung. Egal wie schlimm manche Tage waren – ich habe es beinahe immer geschafft, wenigstens fünfzehn Minuten ins Wasser zu springen, zu schwimmen, mich dabei selbst zu spüren und, wenn Sie so wollen, „gedanklich aufzuklaren“. Dabei wirken Sie so, dass Sie immer stets ganz bei sich sind. Ich merke eine große Aufmerksamkeit für das Gespräch, das wir führen – als gäbe es kein Drumherum, kein Vorher und kein Nachher. Ist diese Eigenschaft das, was Ihr Denken ausmacht? DALLMANN: Mich im hier und jetzt auf das zu konzentrieren, was den Augenblick ausmacht, halte ich für unheimlich wichtig. Vor allem im Gespräch mit anderen Menschen ist das für mich eine Frage von Respekt. Außerdem bin ich sehr interessiert an meinem Gegenüber, insofern fällt mir das nicht schwer, anderen gleichermaßen mit Achtung und mit Achtsamkeit zu begegnen. Aber natürlich gibt es Dinge, wo es auch mir schwerfällt, mein ganzes Denken darauf zu lenken. Wenn ich ehrlich bin, hat es

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Matthias Zimmermann im Gespräch mit Petra Dallmann

mich viel Energie gekostet, mich immer wieder auch auf den wissenschaftlichen Teil meiner Ausbildung zur Ärztin zu fokussieren. Dennoch war es Ihr Anspruch, Ihre Promotion zu vollenden und die Doktorwürde der Medizin zu erlangen. Jetzt darf ich Sie mit Frau Dr. Dallmann ansprechen. Gewundert hat mich, dass ich das im Internet nicht gefunden habe – auch auf der Klinikwebsite stehen Sie noch immer ohne Doktortitel. Was sagt das über Sie? DALLMANN (lacht): Also zunächst einmal müssen Sie mich nicht mit Frau Doktor anreden – mache ich bei Ihnen ja auch nicht. Es ist richtig, dass das auf der Website wohl tatsächlich bis jetzt nicht geändert wurde. Muss ich mich mal drum kümmern – ist ja nun auch schon zwei Jahre her mit der Promotion. Sie haben aber schon recht mit Ihrer Frage. Für mich ist die Außenwirkung eben nicht entscheidend. Ich wollte es mir selbst beweisen, dass ich nach Jahren der wissenschaftlichen Quälerei das Ding

fertig kriege. Das habe ich geschafft – und ich schwöre Ihnen, ich habe mich gequält damit. Schreiben ist überhaupt nicht meine Sache. Ja, ich bin zielstrebig und diszipliniert, aber das Schreiben braucht halt auch Muße und Kreativität. Zu dem oben erwähnten Respekt vor sich selbst gehört wohl auch, dass man erkennt und akzeptiert, was man nicht gut kann. So habe ich die Promotionsarbeit eben jahrelang vor mir hergeschoben – bin also, wie es so schön heißt, der Prokrastination verfallen. Ich muss sagen, da habe ich eine neue Seite an mir entdeckt. Aber jetzt ist das Thema erfolgreich abgehakt, und das ist gut so. Es kommt eben nicht auf die Dinge an, die man anfängt, sondern auf das, was man zu Ende bringt…! Das ist ein schönes Schlusswort. Ich wünsche uns beiden alles Gute dabei, Neues zu entdecken, damit anzufangen und zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen. Alles Gute für Ihre persönliche Zukunft und für Ihre Familie. Herzlichen Dank für das wunderbare Gespräch!


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KINDER SPORT

Sport im Zeitalter der Digitalisierung Eine Hymne auf die Bewegung von Sandra Hald, ZAP Fitness

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nsere Gesellschaft ist im Wandel. Smartphones, Internet of Things, Online Handel, eAutos, künstliche Intelligenz und Sprachassistenten bestimmen unseren Alltag. Dass die Technologisierung nicht nur den Arbeitsalltag erleichtert, sondern ebenso das komplette Setting des Aufwachsens verändert, steht fest. Die Bedingungen des Aufwachsens haben sich in den vergangenen Jahren so schnell verändert, wie noch nie. Dass hierdurch andere Verhaltensmuster, Einstellungen und Lebensweisen entstehen, ist also nicht überraschend. Wieso es aber trotz gewandeltem Alltag wichtig ist, sich als Heranwachsender zu bewegen, Sport zu treiben und sich körperlich zu verausgaben, zeigt dieser Artikel. In diesem Kontext erfasst die KIM-Studie des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest regelmäßige Trends im Umfeld von 6 bis 13-Jährigen Kindern zum Thema Kindheit, Internet und Medien. Laut KIM-Studie 2016 liegen die liebsten Freizeitaktivitäten von über 1.000 Kindern in dieser Altersspanne bei Freunden treffen, draußen spielen und Fernsehen. Außerdem treiben die Kinder gerne Sport und spielen Online- oder Konsolen-Spiele. Das Smartphone belegt hier Rang 10, ist jedoch im Vergleich zur Testung im Jahr 2014 gestiegen. Hier können wir davon ausgehen, dass dieser Trend auch in Zukunft noch weiter ansteigen wird. Das sehr beliebte Fernsehen hingegen ist im Vergleich zur Testung 2014 etwas abgeschwächt. Ein Drittel der Kinder ist im Besitz eines Smartphones und nutzt es täglich. Der Anteil ist jedoch stark altersabhängig und liegt bei den 12/13-Jährigen bei 80 Prozent. Gleichzeitig untersucht die KiGGs-Studie die gesundheitliche Lage von Kindern und Jugendlichen in Deutschland. Als Erstes zeigt die Studie, dass lediglich 22,4 Prozent der Mädchen und 29,4 Prozent der Jungen im Alter von drei bis 17 Jahren pro Tag mindestens 60 Minuten körperlich aktiv sind und damit die

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Bewegungsempfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erreichen. Gerade bei Mädchen der Altersgruppe drei bis zehn Jahre ist seit der ersten Erhebung 2009 die Bewegung zurückgegangen. Die Beobachtung, dass knapp 75 Prozent der Kinder und Jugendlichen die sehr niedrig definierten Anforderungen der WHO in Bezug auf Bewegung nicht erreichen können, ist erschreckend und muss langfristig definitiv behoben werden. Die Gesundheitsförderung im Kindesalter muss gerade im Jugendalter beibehalten beziehungsweise optimalerweise ausgebaut werden. Die Bewegungsförderung spielt aber nicht nur im Hinblick auf die Vorbeugung von Übergewicht und Herz-Kreislauf-Erkrankungen eine entscheidende Rolle. Nein, Sport soll vielmehr auch die Heranwachsenden bilden und an die Gesellschaft heranführen.

Bildung durch Sport

Bildung durch Sport ist ein lebenslanger Prozess, der das Individuum von klein auf begleitet und formt. Schon früh beginnt das implizite, beiläufige Bewegen und Bilden, welches im Laufe des Alterns immer mehr vom formalen Schulsport und anderen Verpflichtungen abgelöst wird. Individuell hat Bildung das Ziel den zu Bildenden zu einem selbstbestimmten Teil der Gesellschaft zu machen und ihn möglichst vielseitig zu formen. Ebenso wie im Elternhaus oder im Umgang mit Gleichaltrigen begegnet Kindern Bildung auch im sportlichen Kontext. Neben der kulturellen Weitergabe spezifischer Sportarten und dem Thematisieren von Körper-, Ernährungs- und Bewegungspraktiken, soll Sport den Einzelnen dazu befähigen motorische, kognitive, emotionale und soziale Kompetenzen zu entwickeln. Zudem will Sport zur Auseinandersetzung mit dem eigenen Körper und dessen Wahrnehmung führen und das Individuum so zur Selbständigkeit bewegen.


Sport kann als Vermittler von neuen Erfahrungen und Allgemeinwissen verstanden werden - unabhängig vom sportiven Umfeld. Gerade soziale Kompetenzen, wie der kameradschaftliche Umgang miteinander, der Umgang mit Niederlagen oder die ehrgeizige Zielverfolgung können durch den Sport erlernt werden und im Alltag Anwendung finden. Aber auch die Tatsache, dass Sport gesund hält und sowohl präventiv als auch rehabilitativ ein wahres Wundermittel ist, wird durch das Ausführen regelmäßiger körperlicher Aktivität am eigenen Körper bewusst und sollte der Gesundheit zu Liebe im Alltag fortgeführt werden.

Die Übersichtsarbeit Physical Activity and Performance at School hat die Bedeutung und Beeinflussung von Sport auf die schulische Leistung untersucht. Dieser Vergleich mit 14 Studien hat gezeigt, dass körperliche Aktivität mit der akademischen Leistung zusammenhängt. Neben der Beeinflussung der Leistung hat die Arbeit einen Zusammenhang zwischen Bewegung und einer höheren Lebensqualität, geringerem kardio-vaskulären Risiko und einer verbesserten Stimmungslage gezeigt. Kinder sollten also ihrem natürlichen Bewegungsdrang nachkommen, um ausgeglichener spielen und konzentrierter lernen zu können.

Kompetenzerwerb durch Sport Durch regelmäßiges Sporttreiben können vier Grundkompetenzen, die kulturelle, instrumentelle, soziale und die personale Kompetenz, erworben werden. Die kulturelle Kompetenz bezieht sich allgemein auf die Rolle des Sports in der heutigen Gesellschaft. Die instrumentelle Kompetenz wiederum erklärt die anhand von Bewegungen erfahrenen Kräfte, die auf den Körper wirken. Beispiele hierfür sind die Schwerkraft, die den Körper nach einem Sprung immer wieder Richtung Erdmittelpunkt führt sowie biologische Anpassungen am eigenen Körper, wie Schwitzen oder Muskelaufbau nach dem Training.

Durch die Automatisierung vieler Prozesse und der Relevanz der Technologie heute, sind das Ausbilden von sozialen und personalen Kompetenzen sowie eine selbstbestimmte Persönlichkeit in unserer Gesellschaft entscheidend. Neben der Entwicklung des Intellekts spielt die körperliche Fitness eine bedeutende Rolle. Ganz nach dem Prinzip der Ganzheitlichkeit beschrieb Juvenal schon im 1. Jahrhundert n. Chr.: mens sana in corpore sano. Der gesunde Geist lebt in einem gesunden Körper.

Die soziale Kompetenz schult wiederum den Umgang mit anderen, im Sport kann der Umgang mit Konkurrenten gemeint sein, ebenso wie das Teamverhalten. Eine weitere Kompetenz, die durch Sport vermittelt wird, ist die personale Kompetenz. Diese Kompetenz erlaubt es, die eigenen Stärken und Schwächen kennenzulernen und dem Körper zu vertrauen. Darunter werden alle Erfahrung zur eigenen Person und des eigenen Körpers zusammengefasst. Aus diesem Grund ist der Sport nicht nur für die schulische Erziehung und die Ausbildung von sportlichen Techniken, sondern für eine vielseitige Bildung zum aktiven, gesunden und selbstbestimmten Individuum verantwortlich.

Dies zeigt sich darin, dass der menschliche Körper auf mentalen Stress mit körperlicher Erschöpfung reagiert, siehe Burnout durch Stress in Freizeit und Beruf. Um diesem gerade im Berufsalltag vorzubeugen, sollten Kinder schon möglichst früh sportlich aktiv sein, um einen gesunden Körper und Geist zu trainieren. Gerade heute, da wir im Alltag mehr sitzen, weniger persönlich kommunizieren und seltener unseren Körper zur Bewältigung von Alltagsaufgaben benötigen, brauchen wir einen körperlichen Ausgleich. Bewegung ist entscheidend für unsere Gesundheit, Gelassenheit und gleichzeitig Teilhabe an der Gesellschaft. Deshalb sollte auch gerade in dieser schnelllebigen Zeit Sport fester Bestandteil unseres Alltags sein – besonders bei Heranwachsenden.

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uten Tag, liebe Leserinnen und Leser! Mein Name ist Thea Müller, ich bin 23 Jahre alt und arbeite seit Anfang Juni 2018 im Racket Center Nußloch.

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Nach meiner abgeschlossenen Erstausbildung in der Modebranche, dem Erwerb der Fachhochschulreife, verschiedenen Praktika und einem knapp zweijährigen Auslandsaufenthalt in den USA bewarb ich mich im Frühjahr 2018 im Racket Center in Nußloch. Die beeindruckende Anlage, die einem Gast über mehrere Racketcourts, einem hausinternen Restaurant bis hin zur Physiotherapie und nicht zuletzt einem Fitnessstudio mit zugehörigem Wellnessbereich, unzählige Möglichkeiten bietet, war für mich ein großer Anreiz, hier selbst tätig zu sein. Zu Beginn arbeitete ich drei Monate lang im RC ProShop, um Shopleiter Stev Kleine im Verkauf und in der Warenannahme zu unterstützen. Dabei kam mir meine Berufserfahrung im Einzelhandel, die ich während meines Fachabiturs erlangte, zugute. Besonders die Beratung der Kunden*innen sowie die Warenpflege und Dekoration der Verkaufsfläche bereiteten mir viel Freude. Während meiner Zeit im RC ProShop lernte ich einiges über die verschiedenen Racket-Sportarten Tennis, Squash und Badminton, die unserer Anlage ihren Namen verleihen. Seit Anfang September studiere ich nun dual Gesundheitsmanagement im Zentrum Aktiver Prävention. Das Racket Center stellt inzwischen meine Ausbildungsstätte dar, in der ich sowohl am Empfang der Physiotherapie, als Trainerin im Fitnessbereich als auch in der Verwaltung des Rehasportvereins ProAktiv Nußloch e. V. arbeite. Neben der praktischen Tätigkeit im Racket Center gehört zu meinem Studium die theoretische Ausbildung in Stuttgart. Alle vier bis sechs Wochen erwerbe ich an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheit, kurz DHfPG, das theoretische Fachwissen, das ich bei meiner täglichen Arbeit benötige und auch unmittelbar anwenden kann.

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STORY

Waisuddin mit Freunden im Irak

Ankommen in Deutschland: Gedanken zwischen Vergangenheit und Zukunft Ein außergewöhnliches Portrait von Waisuddin Amiri, Mitarbeiter im Team des Racket Center Nußloch von Lisa Kern

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eltweit sind über 60 Millionen Menschen auf der Flucht, vor allem Frauen und Kinder. Und es werden immer mehr! Kriegerische Auseinandersetzungen, Terror und tägliche Bedrohungen zwingen Menschen, ihre Heimat und ihre Liebsten zu verlassen. Im Sommer 2015 erreichen Zehntausende auch Deutschland. Einer von ihnen ist Waisuddin, den ich 2016 in Leimen kennenlernte. Seit dieser Zeit begleite ich ihn und nehme Teil daran, wie sich sein Leben in Deutschland – und sein berufliches Leben im Racket Center – entwickelt. Und das ist seine Geschichte: Waisuddin in Griechenland

90 RC Premium 1/2019 Waisuddin in Deutschland, Frankfurt

Waisuddin wird 1992 in einem Dorf bei Mazar i Sharif im Norden Afghanistans geboren. Mazar i Sharif liegt nur 55 km entfernt von der usbekischen Grenze und ist eine der größten Städte Afghanistans. In Afghanistan herrscht nun seit nahezu 40 Jahren Krieg. Laut UN-Bericht wurden allein 2017 mehr als 10.000 zivile Opfer durch Anschläge verzeichnet. Und so sinkt auch Waisuddins Hoffnung auf ein Leben in Frieden von Jahr zu Jahr. Er sagt, dass Korruption, unfähige Regierungen, die Konflikte mit den Talibans und dem IS nicht zu lösen sind. Verglichen mit anderen Regionen gibt es in seiner Heimatstadt zwar weniger bewaffnete Auseinandersetzungen, trotzdem gehören Bedrohungen, Angriffe und Terroranschläge zum Alltag.

Waisuddins Vater arbeitet als Lehrer für eine Landwirtschaftsschule, seine Mutter ist Hausfrau. Als er acht Jahre ist, entscheidet die Familie, dass er zu seinem Onkel und seiner Tante in die Stadt ziehen soll, weil das Ehepaar kinderlos geblieben ist. Ein Leben ohne Kinder ist für afghanische Familien ein trauriges Schicksal, denn Kinder gehören einfach zum Leben dazu. Außerdem braucht sein Onkel Hilfe in seinem Lebensmittelgeschäft. Für Waisuddin ist es schwer, nicht mehr bei seiner Mutter und seinem Vater zu sein. Mehrmals versucht er wegzulaufen. Er muss nun auch vor und nach der Schule im Laden helfen, sodass zum Spielen keine Zeit bleibt. Außerdem versteht sich Waisuddin nicht mit der Frau seines Onkels, weshalb es immer wieder zu Streitereien kommt. Schließlich darf er nach vier Jahren wieder zu seiner Familie zurück. Die Schule fällt ihm leicht. Er ist einer der besten Schüler. Sein Vater ermutigt ihn weiter zu lernen, darüber hinaus hat er ihm mit auf den Weg gegeben, dass Lernen wichtig ist und dass man bei Schwierigkeiten nicht aufgeben darf. Nach der 9. Klasse geht er nach Kabul, um dort drei Jahre Agrarwirtschaft zu studieren. In dieser Zeit erlebt er viel Freude. Kabul ist zu dieser Zeit einigermaßen sicher, er kann mit seinen Freunden an den freien Tagen kleine Ausflüge machen, Fußball spielen und spazieren


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gehen. Als er nach Mazar i Sharif zurückkommt, findet er nur eine Aushilfstätigkeit beim Gouverneur der Stadt. Nachdem er dort ein paar Monate arbeitet, erhält er Drohanrufe: Er soll den Gouverneur ausspionieren und einen Sprengsatz legen. Er weiß nicht, woher sie seine Nummer haben und seit wann sie ihn offensichtlich beobachten. Die Drohungen reißen nicht ab. Auch, als er die Nummer seines Handys austauscht, finden die Erpresser einen Weg, um ihn aufzuspüren. Wer kann ihm helfen? Auch sein Vater ist zutiefst besorgt. Verzweifelt informieren sie einen Onkel, der im Iran lebt. Mit dessen Hilfe flieht er nach Teheran. Zunächst arbeitet er dort mit seinem Onkel in einer Schreinerei, danach auf einer Baustelle – ständig auf der Hut, als illegal im Iran Lebender verhaftet zu werden. Die Arbeit ist schwer, die Bezahlung reicht gerade so zum Überleben. Nach ein paar Monaten findet er in einer Schuhfabrik eine neue Arbeit. Er fragt sich: Wie kann ich so weiterleben? Illegal. Versteckt. Voller Angst, jederzeit von der Polizei verhaftet und abgeschoben zu werden. Viele seiner Landsleute sind nach Europa geflüchtet. Von Europa oder von Deutschland hat er wenig Vorstellung. Aber er verbindet damit Perspektiven auf ein gutes und leichteres Leben in der Zukunft. Ein Cousin lebt bereits seit acht Jahren in Dänemark. Von ihm hört er nur, dass das Leben dort angenehm ist. Die Idee, nach Dänemark zu gehen, gibt ihm neue Energie. Er beginnt Geld zurückzulegen, um die Flucht bezahlen zu können. Kontakt zu Fluchthelfern zu finden, ist kein Problem. Nach einem Jahr ist es soweit. Gemeinsam mit einer afghanischen Familie und deren fünf Jahre altem Kind geht es zuerst mit dem Bus bis zur türkischen Grenze. Vor der Grenze, im kurdischen Gebiet, müssen sie zu Fuß weiter. Nach einem achtzehnstündigen Marsch mit nur wenig Schlaf erreichen sie völlig erschöpft die türkische Stadt Van. Stundenlang hat Waisuddin das Kind auf seinem Rücken getragen. In Van kommen sie in ein Auffanglager, das sie nach einer Woche wieder verlassen können. Von dort geht es weiter nach Istanbul zur türkischen Küste und mit dem Schlauchboot auf die griechische Insel Kos.

60 Personen sind in dem Boot, darunter auch Frauen und Kinder. Nur wenige von ihnen können schwimmen, auch Waisuddin hat nie schwimmen gelernt. Während der gefährlichen Überfahrt vertreibt er seine Angst, indem er sich mit dem Kind beschäftigt und versucht, es – und dabei sich selbst – vor der Gefahr des Ertrinkens abzulenken. Nach drei Stunden, die endlos scheinen, erreichen sie Europa und eine andere Welt. Das Erste, das ihn in Erstaunen versetzt, sind die riesigen Schiffe mit dem Antlitz nobler Hotels, die im Hafen liegen. Von Kos geht es weiter nach Athen und von dort relativ problemlos über Mazedonien und Ungarn nach Österreich. In Österreich trennt er sich schweren Herzens von der Familie, mit der er seit Teheran zusammen unterwegs gewesen ist. Sie ist ihm zur zweiten Familie geworden und er ist sehr stolz darauf, mit ihnen gemeinsam die gefährliche Reise durchstanden zu haben. Waisuddins Ziel ist Dänemark, wo auch sein Cousin wohnt. Er will nicht mit ihnen in die Schweiz. Im September 2015 erreicht er Passau. Nach der Registrierung kommt er mit dem Zug nach Mannheim, wo er zwei Monate in den Taylor Baracks auf seinen Transfer wartet. Sein erster Eindruck ist positiv. Sie sind in guten Zimmern untergebracht, das Essen ist gut. Nach zwei Monaten des Wartens wird er der Stadt Leimen zugeteilt. Das neue Heim ist eine heruntergekommene Industriehalle, in der 450 Männer zusammenleben. Die sogenannten Zimmer, die jeweils 10 Männer beherbergen, sind nur durch Bauzäune getrennt und nach oben offen. Die meisten Männer sind jung, zwischen 20 und 30 Jahre alt und kommen aus Kriegsgebieten wie Syrien, Irak, Afghanistan oder aus afrikanischen Staaten, in denen Diktatoren regieren. Mittlerweile ist es November, die Tage sind kurz und kalt, die Unterkunft deprimierend. Bei starkem Regen hält das Dach nicht, das Regenwasser tropft in die aufgestellten Eimer. Nachts hört Waisuddin mitunter Männer aus ihren Alpträumen aufschrecken und schreien. Auch das Essen schmeckt nicht. Anfang des Monats wird Geld ausgezahlt – 80 Euro für jeden.

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Ist es das – das angenehme Leben in Deutschland? Flüchtlingshelfer*innen versuchen ein wenig die niedergeschlagene Atmosphäre durch verschiedene Angebote aufzulockern, erste Hilfe und Orientierung für das Leben in Deutschland zu geben.

Waisuddin in der Berufsschule

Und so komme auch ich durch einen ehrenamtlichen Deutschkurs in Kontakt mit Waisuddin. Er ist offen und sehr motiviert, Deutsch zu lernen. Da ich regelmäßig im RC trainiere, komme ich auf die Idee, dort mal zu fragen, ob ich mit Geflüchteten zum Training kommen kann. Nach einem kurzen Gespräch mit Herrn Zimmermann stimmt er schnell zu. Von nun an hole ich zwei bis drei Geflüchtete regelmäßig zum Training ab. Einer von ihnen ist Waisuddin. Nach einigen Wochen fragt Herr Zimmermann, ob jemand als Mini-Jobber an der Seite von Facility Manager Michael Roth arbeiten möchte. Für alle ist dies ein interessantes Angebot. Die Wahl fällt auf Waisuddin. Mittlerweile ist es Sommer geworden – die Bedingungen für jemanden, dessen Dienst täglich um 6 Uhr beginnt, schwierig. Dank gemeinsamer Bemühungen kann Waisuddin mit anderen Geflüchteten gemeinsam in eine andere Unterkunft nach Malsch ziehen. Dort wohnen sie nun mit vier Männern in einem Zimmer im Industriegebiet. Endlich können sie nun selbst kochen und haben erstmals ein wenig Privatsphäre. Inzwischen hat sich auch Waisuddins Deutsch verbessert. Er macht ein Praktikum bei einem Landschaftsgärtner. Vormittags arbeitet er im Racket Center, danach geht´s mit seinem klapprigen Fahrrad weiter nach Kirchheim zum Praktikum. Da er in dem Mehrbettzimmer wenig Schlaf findet, kommt er frühmorgens meist todmüde zu seiner Arbeit. Aber er kommt. Tag für Tag. Pünktlich – und mit dem Rad, nach einer knappen Stunde Anfahrt.

Waisuddin und Michael Roth (Leiter Facility Management im Racket Center Nußloch)

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Doch immer wieder fragt er sich: Wie kann es weiter gehen? Inzwischen haben einige seiner Freunde die Anhörung beim BAMF hinter sich. Die meisten Afghanen werden abgelehnt. Die Sorgen, dass auch seine Fluchtgründe nicht

anerkannt werden, bedrücken ihn. Auch eine weitere traurige Nachricht macht ihm schwer zu schaffen. Sein jüngerer Bruder, mit dem er sehr verbunden war, stirbt an Krebs. Im September kommt der Brief mit der Einladung zur Anhörung im Patrick Henry Village in Heidelberg. Nach einer bitteren Zeit des Wartens kommt der Bescheid: negativ – keine Anerkennung! Er reicht Widerspruch ein. Die Rechtsanwältin macht ihm wenig Hoffnung. Eine Ausbildungsstelle muss her – zeitnah, denn ein schnelles Urteil mit einer unverzüglichen Abschiebung droht. Dank der sowohl menschlich als auch beruflich guten Verbindung zwischen Matthias Zimmermann und Kay Breer wird ihm ganz unkompliziert eine Ausbildung als Gebäudereiniger bei der Heidelberger Firma Breer Gebäudedienste ermöglicht, die er zu wesentlichen Teilen im Racket Center absolvieren kann. Dies sichert ihm seinen Aufenthalt für die drei Jahre der Ausbildung, ermöglicht ihm eine gute Bleibeperspektive für die Zeit danach und belässt ihn in einem Umfeld, in dem er Zuneigung und Wertschätzung erfährt. Seit Beginn seiner Ausbildung zum Gebäudereiniger sind zwei Jahre vergangen. Obwohl er 2017 das Gerichtsverfahren verliert, hat er eine Bleibeperspektive. Er findet in Leimen ein Zimmer zur Untermiete, das er sich mit einem anderen Geflüchteten teilt, und kann endlich aus der Gemeinschaftsunterkunft ausziehen. Auch die Zwischenprüfung in der Berufsschule besteht er dank zunehmend besserer Deutschkenntnisse. Langsam wird sein Leben einfacher, wie erhofft – und erarbeitet. Er beginnt, sich wohlzufühlen. Im Racket Center will man ihn nicht mehr missen. Aus vielen Begegnungen haben sich echte Freundschaften entwickelt. Dennoch bekommt er mit, dass es Feindseligkeiten gegen Flüchtlinge gibt und die Stimmung in Deutschland oft auch negativ ist. Die Demonstrationen rechter Gruppen gegen ihn und Seinesgleichen sind ihm bekannt. Bis auf eine Beschimpfung in der Straßenbahn ist ihm bislang jedoch nichts Unangenehmes widerfahren.


In Deutschland genießt er das freie Leben und die Sicherheit, zu jeder Tageszeit auch allein unterwegs sein zu können. All dies ist in Afghanistan nicht möglich. Dort müsste er immer damit rechnen, dass kriminelle Banden ihn angreifen oder zu einem Attentatsopfer zu werden. Genauso ist es seinem Bruder und seinem Onkel widerfahren. Sie starben in vergangenem Sommer bei einem Terroranschlag auf den Markt in Kabul. Außerdem bedrücken ihn Sorgen um einen weiteren Bruder, der in der Türkei lebt. Immer wieder hat er schlechte Träume, in denen er sich schuldig fühlt. Mehr denn je ist es sein Wunsch, eine Aufenthaltserlaubnis zu bekommen, die ihm das Reisen und den Besuch seiner Familie ermöglicht. Obwohl Waisuddin seit mittlerweile drei Jahren ohne seine

Familie lebt, versucht er über das Internet möglichst engen Kontakt zu halten. In Deutschland verwundert ihn, dass viele mit 18 Jahren vom Elternhaus ausziehen, denn in Afghanistan bleibt man immer bei der Familie. Man muss immer für die Familie da sein. Das ist für junge Menschen nicht nur eine große Verantwortung, sondern kann auch sehr belastend sein. Das bedeutet auch, dass man nicht allein entscheiden kann und in wichtigen Fragen die Familie bestimmt. Waisuddin sieht die Vorteile der Freiheit und Unabhängigkeit in Deutschland. Gleichzeitig aber vermisst er die Zusammengehörigkeit und Geborgenheit innerhalb der Familie. Wenn man mit ihm spricht, nimmt man teil an seinem Kreisel aus Gedanken zwischen Vergangenheit und Zukunft!

Und wie denken wir über einen geflüchteten jungen Mann aus Afghanistan, einem der ärmsten Länder der Welt, das zutiefst im muslimischen Glauben und in tribalistischen Traditionen verhaftet ist, täglich Gewalt erlebt und verzweifelt um eine Zukunft ringt? Welche Gedanken drängen sich auf im Angesicht eines fünfundzwanzigjährigen Afghanen, der seine Heimat, Freunde und Familie hinter sich lässt, mit einer „Flüchtlingswelle“ nach Deutschland kommt und versucht, bei uns eine Zukunft zu finden? Jetzt kennen wir seine Geschichte, oder zumindest ein bisschen davon – und wissen doch nur ein klein wenig über Waisuddin Amiri aus einem Dorf bei Mazar i Sharif im Norden Afghanistans. Was dies mit unserem Denken macht? Es lohnt, genau darüber mal nachzudenken …!

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Vom Enkel des Firmengründers bis zum kundn.de

Wir stehen für unser Familienunternehmen: Seit 1897 in Iserlohn und seit 1992 in Heidelberg blitzblank und natürlich auch in Zukunft. Im Bild sehen Sie die 3. bis 6. Generation: Karl Breer sen., Karl Breer, Nils Breer und Henry*.

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KINDER SPORT

Die Eltern spielen immer mit …

… und brauchen (manchmal) Hilfe für richtiges Denken und Handeln! von Rolf Staguhn, Tennisakademie Rhein-Neckar

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ie haben Erfahrung als Tenniseltern? Dann kommen Ihnen diese Sprüche und Gedanken sicherlich bekannt vor: „Was machst Du denn jetzt!“; „Beweg dich!“, „Konzentrier Dich!“, „Aus, der Ball war aus – siehst Du das nicht?“, „Was ist heute bloß los mit Dir!!“, „Mensch, spiel doch mal den Ball rein!“, „Oh Mann! Was für einen Mist spielst du denn?“… und so weiter und so weiter. Im Tennis werden Kinder und Jugendliche mehrheitlich von ihren Eltern zu den Wettkämpfen begleitet. Darum kann niemand die oben aufgeführten Kommentare verhindern: Eltern sind somit auch immer irgendwie Coach und Mitspieler und erleben • die Aufregung ihres Kindes vor einem Match • die unterschiedlichen Reaktionen des Kindes bei einem Match • Freude und Ausgelassenheit nach einem gewonnenen Match

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• Frust und Niedergeschlagenheit nach einem verlorenen Match • und auch die eigenen Gefühle zwischen Verärgerung und Stolz Niemand wird als Tenniseltern geboren. Man muss lernen, sich richtig zu verhalten. Darum möchten wir an dieser Stelle einige Tipps und Anregungen geben, damit Eltern auch richtig mitspielen können! Gemeinsame Turnierplanung Lassen Sie Ihr Kind mitentscheiden, welche Turniere gespielt werden. Stimmen Sie gemeinsam einen Turnierplan ab, von dem auch der Trainer Kenntnis haben sollte! Gut vorbereitet in den Wettkampftag Dazu gehören eine geringe Trainingsbelastung am Vortag, achten Sie auf kohlenhydratreiches Essen und ausreichenden Schlaf!

Gut vorbereitet in das Match Sprechen Sie gemeinsam die wichtigsten Verhaltensziele ab und veranlassen Sie Ihr Kind zu bestimmten Aussagen wie „Ich kämpfe um jeden Ball“, „Ich erkenne die Schwächen des Gegners und nutze sie aus“ und „Ich bin bereit, mein Bestes zu geben“. Reisen Sie rechtzeitig zu dem Turnierort an, damit genügend Zeit ist, um sich aufzuwärmen oder sich einzuschlagen. Das Match begleiten Für die Eltern als Zuschauer müssen wir auf zwei grundsätzliche Möglichkeiten eingehen: * Es läuft gut, weil Ihr Kind gut spielt und einfach besser als der Gegner ist. Wichtigste Regel: vermeiden Sie übertriebene positive Reaktionen! Wenn Sie klatschen, klatschen Sie nicht nur für ihr eigenes Kind, sondern auch für den Gegner, wenn dieser einen tollen Punkt erspielt hat.


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Der Leistungssport ist geprägt von Taktik, Technik und den besten Vorbereitungen. Mit SAP Sports One® haben die unterschiedlichen Vereine die Möglichkeit, sich optimal auf jedes Spiel vorzubereiten und sind somit ihrem Gegner immer einen Schritt voraus. SAP ist stolz auf ihre verschiedenen Partner in der Region und unterstützt sie in ihrem Streben nach sportlichem Erfolg. Mehr unter sap.com/germany/sap-sports-one

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* Es läuft schlecht, weil Ihr Kind einen schlechten Tag hat oder der Gegner einfach besser ist. Vermeiden Sie jede Form der Aufregung. Das überträgt sich automatisch und hilft keinem. Behalten Sie trotzdem eine optimistische Miene. Blickt das Kind zu Ihnen, nicken Sie optimistisch und lächeln Sie ihm aufmunternd zu. Auch wenn es schwerfällt: bleiben Sie cool! Gerade Niederlagen können dazu beitragen aus Fehlern zu lernen. * und egal wie es läuft: Mischen Sie sich auf keinen Fall ein. Ob der Ball aus oder drinnen ist, entscheidet jedes Kind auf seiner Seite. Bei Problemfällen holt man einfach den Oberschiedsrichter. Das gilt vor allem dann, wenn es zu einem möglichen Streit zwischen den jeweiligen Elternpaaren kommt. * und egal ob Sieg oder Niederlage: Legen Sie Wert auf sportliches und faires Verhalten: Schreien, Schummeln, Fluchen, Schläger werfen sind keine Beispiele dafür. Legen Sie dafür Regeln fest, aber nicht in einer emotionalen Situation, sondern irgendwann zu Hause und in

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Ruhe. So können beide Parteien die Regeln gemeinsam festlegen, aber bei Verstoß müssen diese konsequent eingehalten werden! Und Eltern müssen nicht jedes Match anschauen. Die Kinder müssen lernen, alleine auf dem Platz zu sein. Und Sie haben ein Vorteil: Sie können sich im Anschluss ALLES erzählen lassen. Richtiges Verhalten nach einem Match. Auch hier kommt es sicherlich darauf an, ob und vor allem WIE Ihr Kind gewonnen oder verloren hat. Und seien Sie sich sicher: bei einem (vielleicht auch unerwarteten) Sieg wird Ihr Kind zu einem Dauer- und Vielredner. Bei einer Niederlage bewundere ich Tennis-Eltern, die Ihr Kind bei den Turnieren begleiten, beobachten und unabhängig vom Ergebnis oder Ausgang des Matches ihr Kind mit einem warmen Lächeln und freundlichen Worten empfangen. Diese Eltern wissen, dass Tennis der Entwicklung verschiedener Fähigkeiten und Eigenschaften dienen soll, die später im Leben notwendig sein werden: Unab-

hängigkeit, Loyalität, die Fähigkeit sich im richtigen Moment zu konzentrieren, Disziplin, Mannschaftsgefühl, Wettbewerbsverhalten und natürlich auch die Fähigkeit mal verlieren zu dürfen. • Direkt nach dem Match (auch im Auto): geben Sie sich Zeit und lassen Sie das Kind reden ohne es zu korrigieren, abzulenken. Unterstützen Sie es emotional. • Am Abend oder am nächsten Tag: stellen Sie Fragen und regen Sie zum selbständigen Denken an. Was war gut? Was war nicht so gut? Was würdest du das nächste Mal gegen diesen Gegner anders machen? Wie könnte man das trainieren? • Welche Informationen gibt man dem Trainer weiter? Gibt es konkrete Wünsche zu den Bereichen Aufschlag-, Return-, Grundlinien- und Angriffsspiel? Und denken Sie immer an diesen Satz: Vor jedem Match hat man die Frage „wird´s ein Sieg oder ´ne Niederlage?“. Gib Dein Bestes nur allein, dann wirst Du stets ein Sieger sein.


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Mensch und Denken

Eine poetische Sichtweise von Rolf Staguhn Der Mensch macht viel in seinem Leben, vor allem, mit sich selber reden. Solang wir sind auf dieser Welt, sagt uns der Kopf, was uns gefällt. Gedanken steuern Weinen, Lachen, was wir aus uns´rem Leben machen. Zufall, Schicksal, Glück - in einem Topf: wie wir´s erleben, bestimmt der Kopf. Drum lern die inn´re Stimme lenken, vor allem positiv zu denken. So sollte es Dir stets gelingen, Dich mehr auf Stärken zu besinnen.

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Für´s Scheitern musst Du Dich nicht schämen, sondern dies als Chance nehmen. Und spricht Dein Kopf von schwerer Last, gleich denk, was Du geschaffen hast. So wirst Du mehr Erfolge sehen

Wer entspannt sieht, ist auch auf dem Court erfolgreicher!

und selbstbewusst durchs Leben gehen mit Freude tausend Sachen machen und über viele Dinge lachen. Ganz sicher wird´s in Deinem Leben auch tolle Höhepunkte geben: ein Sieg, ein Erfolg, ein spezielles Gelingen können diesen Zustand bringen. Gefühle des Rauschs, der Euphorie und diese vergisst Du sicherlich nie. Du kehrst in Dich, bist bereit für den Augenblick der Ewigkeit: Alle Gedanken zieh´n sich zurück. Du fühlst nur Stolz, unendliches Glück! Diese Momente - genieße sie: Seele, Herz und Kopf in Harmonie! Friedrich-Ebert-Platz 1 · 69117 Heidelberg 0 62 21 / 97 23 - 0 · www.optik-dieterich.de

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BASKETBALL

MLP Academics Heidelberg ein zusammengewachsenes Team von Yannik Barwig

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ine Basketballmannschaft besteht aus mindestens 12 Spielern, einem Trainerteam, Physiotherapeuten, Geschäftsführern, Mitarbeitern der Geschäftsstelle und vielen mehr. Insgesamt hat also ein Team weit über dreißig Teile, die alle in irgendeiner Weise zusammenarbeiten müssen. Dabei treffen verschieden Charaktere aufeinander, die je andere Charaktereigenschaften mit sich bringen. Die Zusammenarbeit vieler verschiedener Menschen kann sich zu einer schwierigen Aufgabe entwickeln. Kann diese jedoch gemeistert werden, so bildet man zusammen ein Team. Vor dieser Aufgabe steht jedes Jahr der Trainer der MLP Academics Heidelberg, Branislav Ignjatovic. Der serbische Sympathieträger ist nun seit 2014 im Amt des Cheftrainers der Heidelberger Pro A Mannschaft. In der zweithöchsten deutschen Spielklasse haben sich die MLP Academics Heidelberg über Jahre hinweg zur festen Größe etabliert. In den vergangenen zwei Saisons, musste man sich jeweils knapp im Viertelfinale gegen die Mannschaften aus Kirchheim, bzw. Trier geschlagen geben. Die Niederlagen wurden jedoch nicht als Niederschlag verbucht, sondern als Ansporn verwendet, um es im kommenden Jahr besser zu machen. Zwar zeigte man zum Anfang der Saison einige Schwierigkeiten, jedoch fand man rechtzeitig den Weg zurück in die richtige Spur, um sich in der oberen Tabellenhälfte anzusiedeln. Doch nicht nur auf dem Parkett zeigen die MLP Academics Heidelberg Höchstleistungen. Im Office entwickelt man sich immer

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Foto: Lars Thieme

weiter und kann regionale Sponsoren an sich binden. Vor allem durch die Gestaltung eines Spielerpaten-Sponsorings konnte man neue Partner für sich gewinnen.

Mit Hinblick auf die Errichtung der neuen Halle in Heidelberg, sind dies wichtige Schritte, um Profibasketball vor bis zu 5.000 Zuschauern in der Universitätsstadt zu ermöglichen. Es wird noch etwas mehr als ein Jahr dauern, bis man endlich die ersten Korbwürfe an der Speyerer Straße vollziehen kann. Es ist aber für das komplette Team eine große Motivation, neue Zuschauer und vor allem Basketballbegeisterte für sich gewinnen zu können. Basketball ist eine der schnellsten Ballsportarten der Welt. Dazu gilt es, so gut es geht reaktiv zu handeln. Was für Chancen ergeben sich für den Spieler und wie kann man am besten seinem Team weiterhelfen? Der Sportler steht vor der Aufgabe eine Entscheidung zu treffen. Dieses Denken muss so schnell wie möglich geschehen. Nur die besten Basketballer beherrschen jene Antizipation, um dem Spiel den eigenen Stempel aufzudrücken. Mensch und Denken sind zwei Begriffe, die auf dem Basketballcourt maßgeblichen Einfluss auf das Ergebnis haben. Die Menschen, mit ihren verschiedenen Charakteren, müssen sich zusammen als Team finden und gemeinsam schnelle Entscheidungen treffen. Das gelungene Zusammenspiel ist die Basis für eine erfolgreiche Saison. Genau diese Mischung ist also essentiell für die Mannschaft der MLP Academics Heidelberg.


MLPACADEMICSHEIDELBERG MLP_HEIDELBERG MLPACADEMICS

SAISON 2018/2019 HEIMSPIELE 2019

Vorverkaufstellen: Zigarren Grimm // Sofienstraße 11, Cantina Olympiastützpunkt // Im Neuenheimer Feld 710 oder Büro MLP Academics Heidelberg // Kurpfalzring 110 Etix Ticket-Hotline: 01805-30 34 35 (14 ct./min dt. Festnetz; Mobilfunk max. 42ct./min; Mo bis Fr 10 - 17 Uhr)


FIRMEN PORTRAIT

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Alles für den großen Auftritt epicto GmbH

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it Kompetenz, akribischer Vorbereitung und der Erfahrung aus über 30 Jahren Service sorgt epicto als Experte für Veranstaltungs- und Konferenztechnik für einen reibungslosen Auftritt seiner Kunden. „Zuverlässigkeit ist das Produkt sorgfältiger Vorbereitung und umfassender Expertise“, bringt Geschäftsführer Michael Schenk das Credo des von ihm gegründeten Unternehmens auf den Punkt. Egal, ob es sich um die Installation einer Kommunikationslösung für einen Konferenzraum, ein Besucherzentrum oder um ein Konzert in der SAP Arena handelt – Kunden der epicto GmbH können sich darauf verlassen, dass die Technik termingerecht steht, den vereinbarten Zweck vollstens erfüllt und absolut zuverlässig funktioniert. Und all das natürlich zum vereinbarten Budget.

Abb. 2

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Als Full-Service-Dienstleister für Veranstaltungs- und Konferenztechnik unterstützt epicto seine unterschiedlichen Kunden in allen Phasen: Business-Kunden bei der Planung und Konzeption von Konferenzlösungen, deren Installation, Dokumentation und Inbetriebnahme sowie Künstler, Agenturen und Veranstalter bei der Entwicklung, Planung und Umsetzung ihrer Inszenierungsideen. Im hauseigenen Showlabor werden Events aller Art im kleinen Maßstab konzeptioniert und geplant. Das spart Zeit und Geld, schafft Flexibilität und lässt sich nachher zielgerichtet umsetzen – eine weltweit einzigartige Möglichkeit, auf die Stars wie Udo Lindenberg oder Peter Maffay für ihre Bühnenshows setzen. Und auch Global Player wie John Deere oder SAP nehmen das Know-how von epicto gerne in Anspruch.

Nichts wird bei epicto dem Zufall überlassen und deshalb jedes Detail vorab genauestens geplant. So entstehen in Edingen-Neckarhausen Veranstaltungs- und Konferenzlösungen für unterschiedlichste Anforderungen, die aber eines gemeinsam haben: Sie erfüllen jedes Mal aufs Neue zu 100 Prozent die Zielsetzung der Kunden. Abb. 1: Tour Udo Lindenberg - Foto: Ralph Larmann Abb. 2: Hyundai Autosalon Genf Abb. 3: Hyundai Autosalon Genf Abb. 4: MLP Acadamics - Foto: Lars Thieme Eventphotografie

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Abb. 4


+++ SAVE THE DATE +++ epicto v.i.p.-Tage 2019

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uf mehr als 2.000 Quadratmetern Fläche können sich Eventagenturen, technische Fachplaner sowie Anwender aus den Bereichen Konferenz- und Medientechnik am 22. und 23. Mai 2019 in Edingen-Neckarhausen über die neuesten Produkte und innovativsten Anwendungen aus den Bereichen „Video, Interaktion & Projektion“ (v.i.p.) informieren. Am Mittwoch, 22. Mai halten ausgewählte Referenten im Zuge der v.i.p.-Tage im sogenannten Showroom Vorträge zu praxisrelevanten Themen - aber auch zu Bereichen, die eine neue Entwicklung oder eine besondere Betrachtungsweise der Branche aufzeigen. Die Bandbreite reicht von 3D Projection Mapping über Interaktive Medien und Sicherheitskonzepte bis hin zu Virtual Reality Projekten. Nicht zuletzt stellt der Lichtdesigner Günter Jäckle, „Geheimrat“ von Udo Lindenberg, gemeinsam mit Bühnendesignerin Friederike Krauch das epicto-Showlabor vor.

Als Besonderheit findet, in Kooperation mit den „epicto v.i.p.-Tagen“, am Donnerstag, 23. Mai, das „Eventforum Mannheim“ der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) statt – ein branchenspezifischer Hochschulkongress, der den Teilnehmern eine Vielzahl an Vorträgen und Podiumsdiskussionen bietet. Ziel ist es, die Eventbranchenvertreter aus Wissenschaft und Praxis zusammenzubringen, um aktuelle Erkenntnisse und Erfahrungen auszutauschen.

Whistle Sportsbar - Foto: SAP Arena / Schwerdt

Die Vorträge befassen sich mit aktuellen Chancen und Herausforderungen der Corporate Social Responsibility in der Live-Kommunikation sowie mit dem Thema digitaler Veranstaltungsvisionen.

Den Abschluss bildet eine Podiumsdiskussion aus namhaften Akteuren der Veranstaltungsbranche.

Beide Tage werden wie gewohnt von einer umfangreichen Technikausstellung begleitet. Unter www.epicto.de finden Interessierte weiterführende Informationen und haben die Möglichkeit sich im kommenden Jahr anzumelden. epicto GmbH Flößerstraße 4 • 68535 Edingen-Neckarhausen Telefon: 06203/40 46-0 • Fax: 06203/40 46-199 E-Mail: info@epicto.de

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FIRMEN PORTRAIT

Mehrfamilienhaus in Östringen

Impulse setzen, Zukunft gestalten. Und das seit 27 Jahren. ISB Ingenieurgesellschaft mbH

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nsere langjährige Erfahrung im Bau von hochwertigen Eigentumswohnungen macht uns zu einem viel gefragten Anbieter in diesem Marktsegment. Ausgesuchte Lagen, ausgefeilte Grundrisse und viele weitere Komfortmerkmale sind wichtige Eigenschaften, die unsere Häuser unvergleichlich machen.

häusern war von Anfang an auch der Bau von Eigentumswohnungen im Fokus unserer Aktivitäten.

Was ursprünglich als Architekturbüro begann, hat sich mit der Gründung der ISB Ingenieurgesellschaft für schlüsselfertiges Bauen im Jahre 1990 zu einem namhaften Bauträgerunternehmen entwickelt. Anfänglich war ISB mit einem kleinen Büro in Sandhausen ansässig, wo die Grundlage der nachhaltigen Geschäftsentwicklung gelegt wurde. Neben Reihen-und Doppel-

Vorwiegend im Rhein-Neckar Kreis planen und realisieren wir Bauprojekte wie hochwertige Eigentumswohnanlagen, individuelle Einfamilienhäuser sowie maßgeschneiderte Büro- und Gewerbebauten.

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1996 zogen wir in ein neu gebautes Wohn- und Geschäftshaus nach Walldorf in die Heidelberger Straße, wo wir seit dem die Geschicke des Unternehmens lenken.

Aus Plänen wird Wohnraum

Vom Grundstücks-Einkauf über Projektentwicklung, Architekturplanung,

Bau und Verkauf erstreckt sich unser Leistungsspektrum. Unsere Architekten planen und entwickeln nicht nur unsere Häuser und Wohnungen, sondern begleiten Sie, unsere Kunde, während der gesamten Bauphase. So gestalten sie mit Ihnen den Bemusterungsprozess, sind Ansprechpartner in allen Belangen rund ums Bauen und sorgen dafür, dass Sie sich auf ihre Wohnung freuen und sich in Ihren vier Wänden wohl fühlen können. Unsere beiden Bauleiter sind das Bindeglied zwischen Architekten und den ausführenden Handwerksfirmen. Draußen auf den Baustellen sorgen sie dafür, dass die Planungen und Kundenwünsche Realität werden. Qualität und garantierte Fertigstellungstermine


Unsere Bauvorhaben für 2019/20:

Walldorf • Mehrfamilienhaus in der Nähe des Walldorfer Schwimmbads • Mehrfamilienhaus in Waldnähe • Doppelhaus oder Mehrfamilienhaus in sehr begehrter Lage von Walldorf Östringen • Modernes Mehrfamilienhaus mit sieben großzügig geschnittenen Wohnungen Reilingen • Mehrfamilienhaus in zentraler und trotzdem ruhiger Lage Kirchheim • Mehrfamilienhaus mit insgesamt 17 Wohnungen

sind ihre oberste Maxime in der täglichen anspruchsvollen Arbeit. Um diese Qualität zu sichern, unterziehen wir als Mitglied im bps Bauprüfverband Südwest unsere Bauprojekte immer wieder einer baubegleitenden Qualitätssicherung durch unabhängige Gutachter.

Eigentumswohnungen in der Stadtmitte Walldorfs

Grundlage einer gelungenen Bauausführung sind jedoch Handwerksfirmen, mit denen wir Großteils seit etlichen Jahren vertrauensvoll zusammen arbeiten. Wir kennen uns und schätzen uns. Der Grundgedanke eines „Bauteams“ schafft draußen eine Atmosphäre, die die Grundlage für die Erfüllung unserer Qualitätsansprüche bildet. Ein breit gefächertes Aufgabengebiet bearbeitet unsere Kaufmännische Abteilung. Neben Personal- und Buchhal-

tungsaufgaben liegen in ihren Händen die Suche nach neuen Grundstücken und der Vertrieb. So wird Ihr erster Ansprechpartner der Vertrieb sein, der Ihnen kompetent unsere Projekte vorstellt, Ihnen Fragen rund um unser Angebot beantwortet und Sie bis zur Kaufentscheidung begleitet. Schauen Sie auf unsere Bauvorhaben der nächsten zwei Jahre. Vielleicht sehen wir uns schon bald zu einem ersten Informationsgespräch.

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FRAGEN ANTWORTEN

Die beste Sitzposition ist die nächste. Rund um den ergonomischen Arbeitsplatz: drei Fragen an Sandra Blüm

Alle reden von Ergonomie am Arbeitsplatz.

1 Was genau ist darunter zu verstehen?

Der Begriff Ergonomie kommt von griechisch ‚ergon‘ (Arbeit) und ‚nomos‘ (Regeln) und steht inhaltlich für die Wissenschaft von der menschlichen Arbeit. Das klingt steif, doch heutzutage, bei der großen körperlichen Belastung durch viel zu viel statische Arbeit in den Büros der Industrienationen, muss man sich ernsthaft darum bemühen, die Arbeitsbedingungen den Menschen anzupassen – und nicht umgekehrt.

Was bedeutet das für Sie als Beraterin

2 in einem Fachgeschäft für Büroeinrichtung?

Die Art der Arbeit, die in deutschen Büros verrichtet wird, können wir nicht beeinflussen. Unser Ziel ist es, eine Arbeitsatmosphäre zu schaffen, in der eine möglichst geringe gesundheitliche Belastung entsteht – und das für inzwischen bis zu vier Generationen unter einem Dach, bedingt durch die auf dem Kopf stehende Alterspyramide. Das bezieht sich nicht nur auf die Möbel und deren Position im Raum, auf Farben und Design. Auch das richtige Licht und eine optimale Raumakustik sind wichtig. Eines darf man einfach nie vergessen: Wir planen Arbeitsplätze für Menschen und brauchen ein ergonomisches Gesamtkonzept. Zeitgemäße Raumgestaltung darf also nicht als reine Kosmetik verstanden werden.

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Sandra Blüm: Expertin für Ergonomie und Arbeitsplatzgestaltung bei Kahl Büroeinrichtungen

Was raten Sie Kunden, die über Belastung oder

3 Schmerzen im Wirbelsäulenbereich klagen?

Wichtig sind die Arbeitsmittel, aber auch Arbeitsabläufe und das eigene Verhalten. Schauen Sie nach Ihrer SchreibtischStuhl-Kombination. Passen die Einstellungen zu Ihren Körperproportionen? Wieviel Dynamik lässt Ihr Bürostuhl zu – und nutzen Sie diese! Überprüfen Sie auch alles, was auf Ihrem Schreibtisch steht: Schon die falsche Position von Bildschirm, Tastatur oder Maus kann Schmerzen verursachen. Das ‚Richtig‘ und ‚Falsch‘ zeigen Ihnen Arbeitsmediziner, Physiotherapeuten oder eben Ihr geschulter Berater im Fachgeschäft. Überlegen Sie auch, welche Arbeiten nicht unbedingt im Sitzen erledigt werden müssen. Lesen, Telefonieren, kurze Meetings – integrieren Sie Stehen und Gehen in Ihren Büroalltag. Am einfachsten geht das natürlich mit einem Sitz-StehTisch, aber auch ein halbhoher Schrank kann Sie zunächst unterstützen. Falls Sie doch lange sitzen müssen, hilft folgendes Mantra: Die beste Sitzposition ist die nächste. Ihr Arbeitsplatz soll ergonomischer werden? Besuchen Sie uns. KAHL Büroeinrichtungen Industriestraße 17– 19 • 68169 Mannheim Tel.: 0621 324 99 0 • post@kahl.de • www.kahl.de


TICKETS SICHERN | 01805 - 60 90 30*

palazzo-mannheim.de FOLGEN SIE UNS AUF FACEBOOK: FACEBOOK.COM/PALAZZOMA ODER AUF INSTAGRAM: INSTAGRAM.COM/PALAZZO_MANNHEIM/ UNSER GASTRONOMISCHER PARTNER: *Mo-Fr 9-17 Uhr — 14 Ct./Min. aus dem dt. Festnetz, max 42 Ct./Min aus den dt. Mobilfunknetzen

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JA, WIR WOLLEN IHR GELD. Holger Fess, MLP Berater in Darmstadt

Denn das ist unser Beruf. Wir arbeiten mit Geld. Mit Geld, das Sie verdient haben. Wir sind uns dieser großen Verantwortung bewusst. Daher bieten wir Ihnen mit dem MLP Vermögensmanagement individuelle Strategien, ganz nach Ihrer persönlichen Risikobereitschaft. MLP ist Ihr Gesprächspartner in allen Finanz- und Vermögensfragen. Statt auf eigene Produkte greifen wir bei der Umsetzung auf die Angebote aller relevanten Anbieter zurück. Lassen Sie uns darüber reden: 06222 • 3169 • 4000

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