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Bio-Fibel Zeitschrift für Wissen aus der Biologischen Landwirtschaft

Andreas Steidl – Alles Bio? Ja! Natürlich Martin Diem – Bio mit (Bart-)Gesicht Rita Huber – Essen mit Rädern Foodcoop – Basisdemokratisch einkaufen

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Editorial

Supermarkt-Bio ist böse! Die Bio-Landwirtschaft und die Vermarktung pflegen seit jeher eine schwierige Beziehung. Am Anfang war noch alles gut. Als Spinner verrufene Pioniere hegten und pflegten ihren Boden. Die Ernte aßen sie entweder selber oder verteilten sie im erweiterten Freundeskreis. Spätestens mit dem Beginn des Bio-Booms Anfang der 80er Jahre begannen die Diskussionen. Der damalige Ernte Verband als größter heimischer Bio-Anbauverband entschied sich frühzeitig und fast bedingungslos für die strategische Zusammenarbeit mit den Supermärkten. Mit Werner Lampert gab es einen nicht nur charismatischen, sondern auch visionären Partner auf der Markseite. Speziell Ja! Natürlich wurde von der Bio-Szene mit Know How gefüttert, die Bio-Betriebe lieferten die immer stärker nachgefragten Rohstoffe und die Konsumenten bekamen beste Bio-Ware am Ort ihres täglichen Einkaufs. „Supermarkt-Bio ist böse“ tönte es bald aus den Fundi-Ecken. Supermarkt-Bio fördere große Strukturen, untergrabe die Selbstbestimmung der Bio-Bauern, drücke die Erzeugerpreise und führe über kurz oder lang zu den gleichen „konventionellen“ Problemen. Die Argumente sind gut und berechtigt, und dennoch muss man als Freund der Bio-Landwirtschaft die Vermarktung über große Strukturen gut heißen. Glaubt man den Befragungen, dann wollen im Bioland Nummer eins acht Millionen Österreicher mit bester Bio-Ware versorgt werden. Zieht man den „Befragungsflunkerfaktor“ ab und bleibt bei den realen Zahlen, dann sind es immer noch 800.000 Menschen, die Tag für Tag zumindest einen Teil ihres Essens in Bio-Qualität kaufen wollen. So idyllisch die Vorstellung auch sein mag, aber eine flächendeckende Versorgung mit einem Bio-Vollsortiment über Ab-Hofverkauf oder auch über Wochenmärkte ist und bleibt in dieser Dimension eine Illusion. Supermärkte zeichnen durch ihre landesweite Präsenz, das umfangreiche Angebot und auch den Einsatz beträchtlicher Werbegelder entscheidend die österreichische Bio-Landwirtschaft mit. Ganz ehrlich muss man sagen: Ohne das starke Engagement und den Absatz der heimischen Supermärkte würde es bei weitem keine 22.000 österreichischen Bio-Bauern geben. Wünschenswert wäre, wenn die klischeehafte Kategorisierung „klein ist gut und groß ist schlecht“ endlich einer substanziellen Diskussion weichen würde. Wenn man sich mit den Vordenkern der SupermarktBiomarken zusammensetzt und diskutiert, merkt man rasch, welch werteorientierte Überzeugungsarbeit diese leisten. Sie glauben mir nicht? Dann lesen Sie dazu das hochinteressante Gespräch mit dem Leiter des Ja! natürlich-Qualitätsmanagement Andreas Steidl. Und weil wir Bio in seiner ganzen (Vermarktungs-)Vielfalt lieben, stellen wir in weiteren Beiträgen Menschen vor, die die Bio-Vermarktung auf eine ganz andere Art und Weise umgesetzt haben. So wie es die Vielfalt in der Natur geben muss, so muss es auch die Vielfalt in der Bio-Vermarktung geben. Auf dass aus 800.000 Bio-Kunden schon bald acht Millionen werden!

Reinhard Geßl, Herausgeber

Inhalt Die Besten in Bio! 3 Kooperatives Essen 9 Essen mit Rädern 11 Der kleine Großhändler 13 Vier Hauben für Bio 14 Vinophile Entdeckungen südlich der Dolomiten 16 Klare Geister und flüssiges Obst 18 Shortcuts 21-23 Impressum 21

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Im Gespräch

Die Besten in Bio! Bio für alle! Mit gerade einmal 30 Bio-Lebens­ mitteln begaben sich BILLA und MERKUR vor 20 Jahren in ein neues, damals mutiges Geschäftsfeld. Heute feiert die Bio-Pioniermarke Ja! Natürlich stolz Geburtstag und kann eine einzigartige Erfolgsgeschichte erzählen. Der Erfolg mag viele Väter haben, für die Qualität der super(märktlichen) Ware ist seit Jahren Andreas Steidl verantwortlich.

Auch wenn es vielleicht nicht ganz im Sinne der nach Unabhängigkeit strebenden Bio-Pioniere war, so ist der Boom der österreichischen Bio-Landwirtschaft dennoch ganz eng mit dem frühzeitigen Engagement einer Supermarktmarke

verknüpft. Über 7000 Bio-Betriebe und 160 Partnerbetriebe leben heute mehr oder minder von der Produktion für über 1100 Ja! Natürlich-Produkte, die in rund 2000 Filialen verkauft werden. Mehr als 80 % der Ja! Natürlich-Produkte stammen aus österreichischer Produktion. Andreas Steidl sitzt als Leiter des Ja! Natürlich-Qualitätsmanagement an den Drehreglern der Innovation. Er verantwortet, was sich von den Konsumentenwünschen letztendlich in praktikablen Produktions- und Verarbeitungsrichtlinien wiederfindet. Wir trafen den Bio-Qualitätsbegeisterten auf der Terrasse des MERKUR Restaurants in der Zentrale der REWE Inter­ national AG in Wiener Neudorf und plauderten über Qualitäten der Größe, Emotionen bei Kunden, glückliche (aber nicht sprechende) Gockeln, bessere Kontrollen und über die Notwendigkeit, sich laufend weiter zu entwickeln.

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Im Gespräch

Herr Dr. Steidl, als führender Qualitätsmanager im österreichischen Lebensmittelhandel wissen Sie bestimmt auch was echte „Lebensqualität“ ist? Qualität wird generell mit gut oder schlecht kategorisiert. Was nicht unbedingt falsch ist, aber doch sehr eindimensional. Der Qualitätsbegriff ist tatsächlich viel komplexer. Wenn ich jetzt beispielsweise sage: Für mich ist Lebensqualität ein Urlaub auf Gran Canaria, dann beschreibe ich damit eigentlich nur eine Momentaufnahme, ein kleines Zeitfenster in meinem Leben – aber das sagt nichts über meine wirkliche Lebensqualität. Ganz gut gefällt mir auch bei der Frage nach der Lebensqualität die Qualitätsdefinition im Österreichischen Lebensmittelkodex. Hierin wird Qualität als die Summe aller wertbestimmenden Eigenschaften beschrieben. Also, es geht nicht um eine Eigenschaft, sondern um viele – eben um die Summe aller wertbestimmenden Eigenschaften. Und das trifft bei Lebensmitteln wie auch im Leben zu. Verraten Sie uns die wertbestimmenden Eigenschaften in Ihrem Leben? Da kann ich Ihnen gerne ein paar Teilkomponenten aufzählen: Gesundheit, Lebensfreude und freilich mein Beruf als Ja! Natürlich Qualitätsverantwortlicher. Jetzt hätte ich fast Berufung dazu gesagt. Ja, mein Beruf ist tatsächlich ein wichtiger Teil meiner Lebensqualität. Also, genau hinzusehen wie Lebensmittel produziert werden und kontinuierlich an einer Verbesserung der Lebensmittelqualität zu arbeiten. Kritiker von Supermarktketten sind sich da nicht so sicher. Sie meinen, eine gute Lebensmittelqualität könne gar nicht von großen Strukturen gewährleistet werden. Auf alle Fälle wird von uns Qualität gewährleistet. Wir räumen den Menschen die Möglichkeit ein, vor Ort eine Qualität und Vielfalt zu erhalten, die sie sonst nicht bekommen. Der nächstgelegene Bauer kann zwar, muss aber nicht unbedingt ein Direktvermarkter sein. Und falls ja, ist wahrscheinlich sein

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Angebot auf die hofeigene Produktion beschränkt. So wird ein Milchproduzent eher kein Getreide oder Gemüse haben und seinen Kunden direkt anbieten. Erst der Lebensmittelhandel macht den Konsumenten die Angebotsvielfalt zugänglich. Also beispielsweise Bio im Supermarkt ist kein entweder oder, sondern ein sowohl als auch. Ein Tischler ist doch besser als IKEA, und ein Schneider fabriziert keine Stangenware. Warum sollte ausgerechnet ein Lebensmittelriese Qualität schaffen? Da muss man vorsichtig sein. Klein heißt doch nicht, dass es immer gut ist. Und groß heißt auch nicht, dass es automatisch schlecht ist. Man kann da wie dort Fehler machen. Es liegt an uns, die Prozesse richtig zu gestalten. Nehmen wir ein konkretes Beispiel: Bio-Brot aus der Brotfabrik kann doch geschmacklich unmöglich mit einem Laib aus einer kleinen Bio-Bäckerei mithalten. Nochmals: Ich halte diese Diskussion für sehr undifferenziert. Vorhin haben wir von den wertbestimmenden Eigenschaften gesprochen. Und der Geschmack ist eine Facette davon. Hier in der Zentrale der REWE International AG verkosten wir mehrfach täglich. In unserem Verkostungscenter sehen wir immer wieder, wie unterschiedlich die Vorstellungen bei der sensorischen Qualität sind. Um beim Brot zu bleiben: Der eine sagt, Brot muss luftig sein – der andere will es kompakt. Darum gibt es bei Brot und Gebäck eine Vielzahl von Sortimenten und Zugängen. Aber mit dem „Geschmack“ sprechen wir ja nur eine Facette an. Die Produktion der Rohstoffe, ihre Herkunft, das gesamte Herstellungsverfahren gehören ebenso dazu. Der Streitpunkt groß oder klein sorgt auch in der Tierhaltung für Emotionen. Richtig. Auch hier wird teils sehr undifferenziert diskutiert. Ich erinnere mich da an unser letztjähriges Pilot-Projekt „Moosdorfer Haushuhn & Gockelhahn“. Damit haben wir

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Im Gespräch

gemeinsam mit Vier Pfoten einen Impuls für die artgemäße Tierhaltung gesetzt. Wir haben Hühner und Hähne gemeinsam in einem niederösterreichischen Pappelwald aufgezogen. Als wir dann 4000 Gockeln ausgesetzt haben… Wie bitte?! Sie haben 4000 Gockeln an einem Ort ausgesetzt? Ja, das hört sich viel an: 4000 Gockeln, die übrigens sonst als Küken getötet worden wären. 4000 Tiere auf einem Fleck kann sich eigentlich kein Laie vorstellen. Aber wenn man dann zuschaut, wie sich diese Tiere schön verteilen, weil sie das richtige Umfeld und die richtigen Strukturen vorfinden, dann sieht man nicht mehr eine große Zahl, sondern Tiere, die sich wohlfühlen. Die lässt man raus und schon fangen sie mit dem Staubbaden an und springen auf Äste. Verstehen Sie? Es hängt immer davon ab, wie man es macht. Man kann es klein verkehrt machen, weil man sie in einem Käfig hält, zwei Hendln auf zwei A4-Seiten. Oder eben auch groß und richtig. Apropos Pilotprojekt: Vor 20 Jahren hat Billa mit der Marke Ja! Natürlich das weltweit einzigartige Projekt „Bio für alle“ gestartet. Ist das aus heutiger Sicht geglückt? Auf alle Fälle. Und gerade Ja! Natürlich zeigt die Stärke des Lebensmittelhandels: Sortimentsvielfalt, Qualität mit einem guten Preis-Leistungsverhältnis. Die Konsumenten klagen dennoch über zu hohe Bio-Preise. Jetzt kommen wir wieder zum Qualitätsbegriff der Wertigkeit. Wenn es mir wert ist, mir was Gutes zu gönnen, anstatt bloß etwas in mich hineinzustopfen, dann bekomme ich diesen Wert mit Ja! Natürlich auch mit einem geringen Haushaltsbudget. Trotzdem hat man den Eindruck, die Marke Ja! Natürlich wendet sich mehr und mehr an Gourmets und hat den Anspruch „Bio für alle“ aufgegeben. Nein, ganz und gar nicht. Aber was sehr wohl der Fall ist, dass unsere Kunden vielschichtiger und anspruchsvoller geworden sind. Also versuchen wir viele Angebote für jede einzelne dieser Kundengruppen zu machen. Das spiegelt sich dann im Sortiment wider. Wir waren beispielsweise die ersten, die mehlige Erdäpfel aus dem Weinviertel österreichweit angeboten haben. Praktisch als einzige Sorte. Neben speckigen Erdäpfeln haben wir inzwischen mehlige Erdäpfel und Babyerdäpfel, weil wir ja die kleinen nicht wegwerfen wollen. Stimmt es, dass Ja! Natürlich eine städtische Bio-Marke ist und 50 Prozent des Umsatzes im Großraum Wien macht? Nein, als urbane Marke würde ich Ja! Natürlich nicht bezeichnen. Man muss berücksichtigen, dass Wien schon fast zwei Millionen Einwohner hat und unser Filialnetz in Ostösterreich weit dichter ist als im Westen. Aber es gibt keinen wirklichen

Zusammen­hang zwischen dem Bio-Anteil und der Region. Wie gut sich Bio verkauft, hängt meist eher vom einzelnen Geschäft ab. Dieser Eindruck täuscht bestimmt nicht: Neue Richtlinien und Innovationen werden in der österreichischen Bioland­ wirt­schaft immer stärker vom Lebensmittelhandel initiiert und nicht mehr von den Bioverbänden. Mir ist es egal, wer neue Richtlinien für den Biolandbau vorantreibt. Wenn sie uns weiterbringen, freuen wir uns, und falls wir dabei die treibende Kraft sind, freue ich mich umso mehr. Als Leiter des Qualitätsmanagements greifen Sie doch aktiv ein? Würden wir uns mit den Bäuerinnen und Bauern über die Grundsätze und Philosophie des Biolandbaus unterhalten – was das Tierwohl, die Fruchtfolgen und Bodengesundheit bedeuten, dann wären wir uns inhaltlich schnell einig. Aber sobald es darum geht, Richtlinien zu erstellen, wird rasch der Boden der Grundprinzipien verlassen. Dann fällt der Blickwinkel schnell wieder auf die jeweilige, eigene Produktion. Plötzlich werden die Richtlinien nur noch von der Produktion bestimmt und die Grundsätze vergessen. Um sich zu unterscheiden, stellen die Lebensmittelkonzerne immer höhere Anforderungen an die Bioproduzenten. Ist das nicht eine Entmündigung der Biobauern? Ich sehe das nicht als Differenzierungsmerkmal, dass wir versuchen, Leistungen einzufordern, die eigentlich Teil der Grundphilosophie sein sollten. Wir kämpfen oft gegen das Gefühl an, dass manche Vorgaben immer nur aufgeweicht werden. Dieses und jenes Pflanzenschutz- oder Düngemittel sollte noch zugelassen werden, obwohl es nicht zur BioPhilosophie passt. Aber vergessen Sie dabei eines nicht: Als Lebensmittelhändler, als Bio-Marke spüren wir viel stärker die Resonanz und Sensibilität der Kunden. Die Kunden sind

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Im Gespräch

geht es nicht nur um die Kunden, hier geht es ebenso darum, dass wir Bio im Sinne der Grundwerte umsetzen. Sie haben also noch jede Menge Verbesserungen mit der Bio­ landwirtschaft vor? Ja natürlich, für mich ist der Verbesserungsansatz ein zentraler. Das ist schon ein Ehrgeiz von Ja! Natürlich und von mir. Auch persönlich. Besser heißt für mich auch im Sinne der Ökologie: Was können wir nach und nach bei den biologisch zugelassenen Pflanzenschutzmitteln einsparen? Wo fangen wir an und wie weit können wir gehen? Das macht Spaß! Klingt eher nach einem gefährlichen Spannungsfeld… Ja, aber es ist aber ein schönes Spannungsfeld.

da streng und so manche Übergangsregelung im Biolandbau dauert ihnen zu lange. Was wäre das zum Beispiel konkret? Die Ferkelkastration – das ist ein besonders emotionell geführtes Thema. Die Kunden sagen: Es ist nicht legitim, dass wir auch bei Bio die Ferkel ohne Schmerzausschaltung und -behandlung kastrieren. Und da muss ich ihnen recht geben. Haben Sie in diesem Bereich mit Ja! Natürlich schon Maß­ nahmen gesetzt? Ja! Über 60 Prozent der Ferkel werden bereits nur unter Schmerzausschaltung und Schmerzbehandlung kastriert. Doch da braucht es überzeugte Mitstreiter, sprich die Landwirte. Die muss ich überzeugen, was nicht immer einfach ist. Den Mehraufwand müssen wir ihnen bezahlen, keine Frage. Aber als Biobauer muss ich mich doch mit der Thematik auseinandersetzen. Das muss mir doch ein Anliegen sein, dass die Ferkel nicht leiden. Es heißt „schlafende Hunde soll man nicht wecken“. Vielleicht sollte man – wie in der konventionellen Landwirtschaft – die Konsumenten einfach schlummern lassen. Stimmt schon, die meisten Leute wissen nicht oder nur wenig Bescheid. Aber wenn sie dann mit diesem Thema konfrontiert werden und feststellen, dass es bei Bio nicht besser gemacht wird, dann sind sie sehr sauer. Es ist schlicht und einfach unsere Aufgabe, die Produktion zu verändern und zu verbessern. Und glauben Sie mir, so wichtig die Kunden auch sind – hier

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Sie meinen „schön“ ohne Ironie? Ich bin doch nicht zu Ja! Natürlich gegangen, um mich zurück­ zulehnen. Mir geht es um Verbesserungen, ums Gestalten, ums Optimieren. Und zwar so, dass es für alle Seiten kein „hatscherter“ Kompromiss wird, sondern eine gute Lösung. Aber noch rasch was zur Differenzierungsdiskussion: Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass ja die Bauern und ihre Betriebe nicht alle gleich sind. Sie sind in verschiedenen Regionen beheimatet und finden dort auch verschiedene Produktionsbedingungen vor. Diese Vielfalt der Produktionsbedingungen ermöglicht es uns gute Qualitätspakete für die Kunden herauszuschälen. Da können wir dann mit den Bauern gemeinsam innovative Richtlinien umsetzen und neue Qualitätsstandards etablieren. Sie haben bereits das Stichwort Regionalität geliefert. Was halten Sie vom derzeitigen Regionalitätswahn im österreichischen Lebensmittelhandel? Ich sehe darin keinen Wahn. Genaugenommen ist Regionalität ein Teil des Qualitätsbegriffes. Und es ist so in der Werbung, dass man oft bestimmte Einzelaspekte hervorhebt. Und Bio und Regionalität lassen sich gut verknüpfen. Steckt da nicht eine platte „Wir sind wir“-Mentalität dahinter? Wie: Vorarlberger Bio-Fleisch kommt für die Wiener zwar weiter her, ist aber ehrlicher als tschechisches? (Lacht) Es kommt übrigens kein Ja! Natürlich Fleisch aus Vorarlberg nach Wien. Aber zur Ihrer Frage: Es geht nicht darum, österreichisches gegen tschechisches Bio-Fleisch auszuspielen. Wenn es aber darum geht, den Blickwinkel auf das gesamte, komplexe Lebensmittelsystem zu werfen, dann haben wir in Österreich ein sehr gutes System der Lebens­ mittel­ überwachung, der Fleischkontrolle und vieles mehr entwickelt. Das ist doch ein Vorurteil: Gutes österreichisches Kontroll­ system – schlechtes ausländisches Kontrollsystem!? Naja! Warum glauben Sie, fahren wir mit österreichischen Fachleuten z. B. nach Italien, um unsere Orangenproduzenten zu kontrollieren? Weil wir die eine oder andere Erfahrung

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Im Gespräch

mit nicht österreichischen Kontrollstellen gemacht haben, die uns nicht zufrieden gestellt hat. Und weil wir auch der Überzeugung sind, dass wir schon sehr seriöse Kontrollen haben. Da haben wir sehr viel Geld investiert und werden auch weiter investieren. Manche österreichische Biobauern befürchten, dass sie eines Tages von den Lebensmittelkonzernen nicht mehr gebraucht werden und durch billigere ausländische Betriebe ersetzt werden. Sind das berechtigte Sorgen? Nein. Im Gegenteil. Wir haben völlig gegenteilige Schritte gesetzt und wollen langfristig mit unseren Bauern direkter zusammen­­arbeiten, damit sie auf dieser Basis besser kalkulieren und investieren können. Wir wollen ein Garant für all jene sein, die mit uns den Weg mitgehen möchten. Und zwar langfristig! Frank Hensel, Vorstandsvorsitzender der REWE Inter­ national AG hat kürzlich in einem Interview gemeint: „Bio muss in der Nische bleiben, um erfolgreich zu sein. 50 % Bio würde im Gegensatz zur Bio Aussage stehen.“ Was sagen Sie dazu? Ich maße mir nicht an, meinen Chef zu korrigieren. Kann ich auch gar nicht, weil ich den Konnex des Zitats nicht kenne. Möglicherweise geht es bei dieser Aussage um die Frage der Richtlinien – wie wir sie vorhin diskutiert haben. Es bringt niemanden was, Bio so breit zu machen und die Richtlinien aufzuweichen, nur damit möglichst viele mitmachen können. Im Vordergrund muss immer Bio stehen – also nicht schlampig zu werden, was die Tierhaltung und den Bodenschutz betrifft. Lieber weniger machen und das aber gut. Das ist bestimmt besser für die Bio-Zukunft. Ehre wem Ehre gebührt: Bio ist dank Ja! Natürlich in den letzten 20 Jahren in der österreichischen Gesellschaft angekommen. Wohin geht die Reise in den kommenden 20 Jahren?

Sagen wir es so: In den letzten 20 Jahren ist es gelungen, Bio als kleines, aber feines Marktsegment zu etablieren. Und je mehr wir gemeinsam zusammenarbeiten – von der landwirtschaftlichen Produktion, Verarbeitungsbereich bis zum Lebensmittelhandel – umso eher wird es gelingen, dieses kleine Marktsegment ein bisschen größer zu machen. Und wenn wir es sehr gut machen, dann wird es auch spürbar größer werden. Das sollte auch eine Verbesserung der Lebensqualität bedeuten, nicht nur der Lebensmittelqualität. Denn Bio tut uns gut, ebenso den landwirtschaftlichen Tieren und ist für die Umwelt sicher kein Schaden. Eigentlich brauchen wir gar nicht 20 Jahre nach vorne schauen. Wir arbeiten ja schon an der Zukunft, wir sind schon mitten drinnen. Freilich wird es auch viele Veränderungen geben müssen. Aber davor brauchen wir keine Angst zu haben. Veränderung heißt, gescheiter und besser zu werden. Nicht nur im Sinne der Produktqualität, sondern auch im Sinne des gegenseitigen Verstehens, der Zusammenarbeit und Kosteneffizienz. Nach dem Blick in die Zukunft nun ein Blick in Ihre Küche: Wie viele Bio-Lebensmittel würden wir jetzt in Ihrem Kühlschrank sehen? Der ist momentan ziemlich leer… In meinem Kühlschrank sind immer mehrheitlich Bio-Lebensmittel drinnen. Ein paar andere Produkte sind berufsbedingt auch dabei, weil ich die ausprobieren muss. Also momentan: Eine selbstgemachte Marmelade, Frischmilch, Sauerrahm, Butter und Emmentaler von Ja! Natürlich, Bier, eine Flasche Bio-Wein, Bio-Kartoffeln, Was noch? Ach ja, auch Schalotten und Eier von Ja! Natürlich. Danke für das Gespräch! Ja! Natürlich Frankfurter habe ich auch noch drinnen. Reinhard Geßl und Wilfried Oschischnig

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Theres Rathmanner ist in ihrer Foodcoop Kundin und Ladnerin in einem


Bio-Wissen

Kooperatives Essen Eine vermeintlich große Vielfalt, billige Produkte und das jederzeit verfügbare Angebot aus aller Welt – für viele Konsumenten ausreichende Kriterien für einen zufriedenstellenden Einkauf.

Doch immer mehr Menschen hinterfragen mittlerweile die Produktionsbedingungen unserer Nahrungsmittel und denken über die ökologischen und sozialen Auswirkungen unserer Ernährungsweise nach. Zahlreiche Konsumenten greifen daher zu Bio-Lebensmitteln und Produkten aus fairem Handel. Manche gehen noch einen Schritt weiter und engagieren sich aktiv in alternativen Lebensmittelnetzwerken wie z. B. Foodcoops. Mitglieder dieser Lebensmittelkooperativen be­ ziehen selbstorganisiert ökologisch und sozial nachhaltig produzierte Lebensmittel direkt von regionalen Produzenten. „Die Initiative eine Foodcoop zu gründen ging von zwei Kollegen aus. Der Großteil der Mitarbeiter war sofort begeistert“, erzählt Theres Rathmanner. Sie ist eines der Mitglieder der Foodcoop in der Schraubenfabrik, einer Bürogemeinschaft für selbständige Unternehmer im zweiten Wiener Gemeindebezirk, und kümmert sich darum, dass alle Teilnehmer regelmäßig mit Fleisch, Kaffee und Schokolade versorgt werden. Für die Bestellung von Obst, Gemüse, Wein, Milch(produkten), Brot, Honig, usw. sind wieder andere Foodcoop-Mitglieder zuständig. Etwa 40 Bestellgruppen – vom Single bis zur Großfamilie – beziehen seit dem Sommer 2013 ihre Lebensmittel über die Kooperative der Schraubenfabrik, die laut eigener Definition eine geschlossene Foodcoop für Mieter und deren Angehörige ist. Die Intention sich einer Foodcoop anzuschließen ist ebenso unterschiedlich wie die konkrete Ausrichtung der einzelnen Lebensmittelkooperativen. Ökologisch und sozial nachhaltige Produktion, faire Preise für Produzenten und Konsumenten, transparente Vertriebswege, möglichst kurze Transportwege, Vermeidung von unnötigem Verpackungsmaterial, direkter Kontakt zu den Produzenten und persönlicher Bezug zu den konsumierten Lebensmitteln zählen aber zu den Grundprinzipien, die alle Foodcoops miteinander verbindet. In der Schraubenfabrik kommt noch ein wesentlicher Faktor hinzu: „Eine Schwäche für gutes Essen“, schmunzelt Theres Rathmanner. Also auch der Wunsch nach besonderen Geschmackserlebnissen kann ein Auslöser für die Gründung einer Foodcoop sein - Hedonismus mit Tiefgang sozusagen.

Ein weiteres wichtiges Merkmal aller Foodcoops ist der Beteiligungscharakter und das daraus resultierende Mitbestimmungsrecht an den bestellten Produkten. Jedes Mitglied sollte sich daher aktiv in die Gemeinschaft einbringen – so auch in der Schraubenfabrik. Die Aufgabenfelder sind vielseitig: Eine Gruppe hält Kontakt mit den Lieferanten und recherchiert mögliche neue Bezugsquellen und Produkte bzw. bestellt die gewünschte Ware, wieder andere Mitglieder kümmern sich um die Warenannahme, es gibt Personen, die für den Ladendienst zuständig sind, andere, die sich um die Verwaltung und die Bezahlung von Rechnungen kümmern und – auch nicht unwesentlich – eine sogenannte Sonder AG, die Feste und Exkursionen zu den Produzenten organisiert. Durchschnittlich sind die Mitglieder eine Stunde pro Woche in Sachen Foodcoop beschäftigt. „Wir zahlen auch eine Art Mitgliedsbeitrag, um verschiedene Anschaffungen zu finanzieren. Einen Lagerraum können wir glücklicherweise kostenlos direkt in der Schraubenfabrik nutzen, es fallen aber trotzdem Investitionen an, wie Regale oder ein Kühlschrank. Seit neuestem haben wir auch eine Gemeinschaftsküche und ich freue mich schon darauf, dort hin und wieder die Lebensmittel gemeinsam zu verkochen“, erzählt Theres Rathmanner. Was auch immer die Beweggründe sind, sich einer Foodcoop anzuschließen oder andere Alternativen zur globalisierten Lebensmittelproduktion zu suchen: Es geht darum, unsere Ernährungssouveränität zu stärken und wieder zu lernen, dass das Konsumieren von Lebensmitteln nichts Passives sein muss, sondern immer eine aktive Entscheidung jedes Einzelnen ist – ob in einer Foodcoop oder beim Einkauf im Supermarkt… Elisabeth Klingbacher

Zahlen und Fakten Netzwerk der Foodcoops in Österreich: www.foodcops.at Infos: - Neben Foodcoops gibt es natürlich zahlreiche andere sogenannte alternative Lebensmittelnetzwerke wie Bauernmärkte, Hof­ läden, Gemüsekisten, Community Supported Agriculture (CSA – Gemeinschaftunterstützte Landwirtschaft), … - Historischer Vorläufer der heutigen Foodcoops sind unter anderem die Konsumgenossenschaften des 19. Jahrhunderts - In Österreich gibt es bereits in unterschiedlichen Bundesländern Foodcoops – die meisten allerdings in Wien.

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Nur f端r's Foto tauschte Rita Huber die Kochm端tze gegen das Lastenfahrrad


Bio-Wissen

Essen mit Rädern Kulinarik statt Kulturmanagement – der Wunsch, ihre Leidenschaft fürs Kochen auch in den Beruf einfließen zu lassen, besteht schon sehr lange. Nun hat Rita Huber Nägel mit Köpfen gemacht und ihre Arbeit in einer Kommunikationsagentur gegen die Küche eingetauscht. Kreativ bleibt sie in jedem Fall…

Rita Huber ist eine Frau der Taten. Langes hin und her Überlegen liegt ihr ebenso wenig wie zögerliches Abwiegen möglicher Vor- und Nachteile. Bei ihr geht es vielmehr Schlag auf Schlag: Erst im Februar traf sie sich mit ihrem Schwager Gerald Költringer, um über die Realisierung eines vegetarischen und biologischen Lieferservices nachzudenken. Kurz darauf war das Konzept fertig und bereits im April starteten die beiden den Lieferbetrieb von „Rita bringt's“. Während Rita Huber sich dem Kochen widmet, kümmert sich Költringer mit seiner Werbeagentur um alles, was nicht direkt mit dem Essen zu tun hat. Auch die Frage nach einer Unterkunft löste Rita Huber mit der für sie wohl typischen Geschwindigkeit: Sie mietete sich kurzer­hand im Wiener Kochsalon & Restaurant Wrenkh ein. Dort werden nun die täglich wechselnden vegetarischen Gerichte aus biologischen – und soweit wie möglich auch saisonalen und regionalen – Zutaten frisch zubereitet. Rita Huber möchte dem Wunsch vieler Menschen, schnell und unkompliziert zu einem gesunden und schmackhaften Mittagessen zu kommen, gerecht werden. Der Lieferservice richtet sich daher speziell an Büros, in denen mehrere Leute zur gleichen Zeit essen wollen. „Aber natürlich liefern wir auch an Privathaushalte. Täglich kann bis 16:00 Uhr für den Folgetag oder für die ganze Woche bestellt werden. Wir bringen das Essen per Lastenfahrrad zwischen zehn und zwölf Uhr direkt ins Büro oder nach Hause. Das Mittagessen muss dann nur noch aufgewärmt werden“, erklärt Rita Huber das Procedere. Durch die genauen Bestellmengen kann sichergestellt werden, dass nichts weggeworfen werden muss. Sollte doch mal etwas übrig bleiben, werden einfach Pestos,

Chutneys oder Marmeladen daraus gemacht. Neben der krea­ tiven Zubereitung hochwertiger, vegetarischer Bio-Lebens­ mittel liegt der Köchin, die ständig auf der Suche nach lokalen Produzenten ist, die Nachvollziehbarkeit der Herkunft der verwendeten Zutaten besonders am Herzen. Und Rita Huber macht sich nicht nur in der Küche Gedanken. Während sie mit wechselnder Unterstützung von zwei bis drei Personen täglich um 4:30 Uhr zu kochen beginnt, liefert im Anschluss eine Truppe hochmotivierter Radfahrer das bestellte Essen aus. Der ökologische Fußabdruck soll schließlich auch bei der Auslieferung so klein wie möglich gehalten werden. Die Lastenräder sind mit eigens angefertigten Boxen in unterschiedlichen Größen ausgestattet, ein LKW-Lastenrad mit besonders großer Box ist bereits in Bau. Derzeit werden die Wiener Bezirke eins bis neun beliefert. Doch Rita Huber möchte das Liefergebiet möglichst bald ausweiten und wenn alles klappt, die Essenszustellung von mehreren Standorten aus anbieten. „Um die Mittagesser dezentral versorgen zu können“, sagt sie. Ein weiteres Ziel, das wohl schon demnächst realisiert werden kann: eine eigene Küche. Die Richtung stimmt also auf jeden Fall. Und auch die Face­book-Fangemeinde wächst rasant. Wenn auch nicht alle virtue­llen Likes zu realen Bestellungen werden, kann man im zweiten Monat des Bestehens mit durchschnittlich 100 Essens­ zustellungen pro Tag durchaus zufrieden sein. Rita bringt's also – in jeder Hinsicht! Elisabeth Klingbacher

Zahlen und Fakten Betrieb: Rita bringt's Geschäftsführung: Rita Huber und Gerald Költringer Info: Es gibt ein vegetarisches Hauptgericht pro Tag, zusätzlich noch Suppe, Sandwich und Nachtisch, die im Wochenrhythmus wechseln; Mindestbestellmenge sind 12 Euro pro Lieferung; die Speisen kommen derzeit in kompostierbaren Behältern, an einem Mehrwegsystem bei den Verpackungen wird bereits gearbeitet. Nähere Infos unter: www. ritabringts.at

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Bio-GroĂ&#x;händler Martin Diem bei seinem Lager am Wiener Yppenmarkt


Bio-Wissen

Der kleine GroSShändler Martin Diem schaut aus wie man sich gerne ein Bio-Urgestein vorstellt. Und er ist auch eines. Seit die Bio-Landwirtschaft in Österreich nicht mehr nur Ab-Hof verkauft, mischt der heute 61jährige Dornbirner maßgeblich in der BioVermarktung mit.

Martin Diem ist ein Bio-Überzeugungstäter. Anfang der 80er Jahre wusste man in Österreich mit Bio noch nicht viel anzufangen. Die Zeit war noch nicht reif dafür und dennoch wandte sich der rebellische Vorarlberger kurz vor dem BOKUAbschluss von der Wissenschaft ab und der Vermarktung zu. Genauer gesagt: der Bio-Vermarktung. In den 30 Jahren seines Wirkens hat er alle Höhen und Tiefen der Marktwirtschaft durchlebt. Begonnen hat alles mit der Bersta, einer Genossenschaft aus BERgbauern aus dem Waldviertel und Konsumenten aus der STAdt. Es ging unter anderem darum, Lammfleisch in Wien zu verkaufen. Da es im Waldviertel keinen geeigneten Raum gab, zerlegte Martin Diem kurzerhand und ohne große Vorkenntnisse die Schlachthälften im Wiener Büro. Das Eine ergab das Andere. Mit der Arge Rosenauerwald professionalisierten sich die Abläufe und Diem baute in Wien einen Großhandel vor allem für Fleisch auf. Während der Umfang dieser Vermarktung bescheiden blieb, stieg die Nachfrage nach hochwertigem, tiergerecht erzeugtem Bio-Fleisch rasant. Mit dem Niedergang der Arge und der Pacht aufgelassener Fleischereien in St. Wolfgang und in Langschlag bei Weitra reifte der Entschluss, eine eigene Bio-Fleischerei zu bauen. Die Umweltauswirkungen des Tschernobyl-GAUs verschoben den Bau aber bis 1991. Am 1.12.1989 eröffnete der frisch ausgebildete Fleischermeister in Kooperation mit dem Ernte Verband und der Kritischen Tiermedizin in der Grünentorgasse die erste Wiener BioFleischhauerei. Das Geschäft lief prächtig und schon bald konnte die Nachfrage über diesen Standort nicht mehr befriedigt werden. Mit der folgenden Eröffnung zweier Filialen in der Lange-Gasse und in Speising begannen die wirtschaftlichen

Turbulenzen. Martin Diem: „Super Geschäfte, aber galoppierende Kosten. Wir waren ökonomisch echt überfordert. Die neuen Standorte mussten wir 1995 schließen und der Konkurs war nicht abzuwenden. Die beteiligten Bauern verloren so wie ich viel Geld.“ Dem nicht genug: Die folgende Kooperation mit dem letzten Verkäufer in der Lange Gasse endete in einem weiteren Konkurs wie mit dem Verlust der Bio-Fleischerei in Oberkirchen. Nicht ganz zufällig assoziieren heute etliche Bio-Menschen mit Martin Diem weniger seine wagemutigen Pioniertaten als viel mehr sein mehrmaliges ökonomisches Scheitern. Auf meine Frage, warum er trotz der vielen Anfeindungen der Bio-Vermarktung zu 100 Prozent treu geblieben ist, meint Diem wirklich entrüstet: „Konventionelle Ware vermarkten? Niemals! Das wäre ja gegen jede Vernunft!“ Seit 1998 handelt Martin Diem vor allem mit Gemüse und Obst. Diems Ware stammt stets von handverlesenen BioProduzenten und zeichnet sich durch Attribute aus, die sie einzigartig machen. Auf meine Frage, was nun besser sei, Direktvermarktung am Markt oder Bio im Supermarkt, meint der kleine Großhändler: „Warum besser? Es braucht beide, die Großen und Kleinen ergänzen sich gut. Je mehr Segmente es gibt, desto besser kann sich Bio verkaufen.“ Sprach's und setzte sich in seinen zerbeulten Kühlwagen, um spätabends ins Burgenland zu fahren: „Das mache ich gerne, denn dort bekomme ich die besten Erdbeeren des Planeten. So eine Qualität geht nur mit Bio!“ Reinhard Geßl

Zahlen und Fakten Betrieb: Biomartin KG, www.biomartin.at. Bezugsquellen: Yppen­ markt, Kutschkermarkt, Biomarkt in der Josefstadt, Naturkost St. Josef (1070 Wien), Café der Provinz (1080 Wien). Info: - Der durchschnittliche Bio-Anteil über alle Frischwaren ex­klusi­ ve Brot liegt in Österreich bei 6,7 Prozent. - Derzeit werden in Österreich etwa 13 % der Bio-Lebensmittel direkt, also ab Hof oder von den Produzenten selbst auf Märkten, verkauft.

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Haubensache Bio

Vier Hauben für Bio Bio und Haubenküche? Bio und Schlüssel­ technologie? „Ja, genau darum geht es“, sagten die AMA Marketing GesmbH und das Forschungs­ institut für biologischen Landbau und luden Meinungs­­bildner zu vier exklusiven Kochsalons mit Wein- und Wissenschafts­begleitung.

Die Spitzengastronomie lebt nicht nur von charismatischen Köchen, sondern vor allem von exzellenten Rohstoffen. Diese kommen, ganz nach den Vorbildern in der nordischen Küche, in vielen Fällen entweder aus Wildsammlung oder aus Biologischer Landwirtschaft. Die Auszeichnung der BioHerkunft spielt auf den Speisekarten meist eine untergeordnete Rolle, da es den Küchenchefs weniger um die Art der Urproduktion als vielmehr um kompromisslos gute und verlässliche Qualität geht. Und diese wird in sehr vielen Fällen

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von handverlesenen Bio-Bauern geliefert. Auch wenn sich Bio und Haubenküche auf den ersten Blick nicht logisch zusammenfügen, so bilden sie in der Praxis ein fast schon selbstverständliches Paar. Gleichzeitig mimt die Biologische Landwirtschaft die Rolle einer Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts, bescheiden, aber überzeugend. Wie keine andere Art der Landwirtschaft bietet die biologische Wirtschaftsweise konkrete Lösungen für drängende Zukunftsprobleme. Die Herstellung bester BioLebensmittel basiert auf einem fairen Umgang mit Pflanzen, Tieren und Menschen. Als angenehme Nebenprodukte fallen positive Ergebnisse in allen Nachhaltigkeitsbereichen ab. Bio ist besser bei der Verkleinerung des ökologischen CO2Fußabdrucks, des Wasserverbrauchs und auch bei der langfristigen Sicherung der Biodiversität.

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Trendforscher meinen aktuell, dass eine intelligente Verknüpfung von „Romance“ und „Science“ eine gute Methode darstellt, die etwas sperrigen Inhalte und Leistungen der Bio-Landwirtschaft unters Volk zu bringen. Die Agrarmarkt Austria GesmbH und das FiBL waren ihrer Zeit voraus und entschieden sich bereits 2011 zur gemeinsamen Ausrichtung der Haubensache Bio, einem exklusiven Kochsalon mit Wein- und Wissenschaftsbegleitung. Als thematische Klammer fungierten die Elemente Wasser, Erde, Luft und Feuer. Aus einer innovativen Idee zum interdisziplinären Wissens­ aus­tausch wurde eine begeisternde Veranstaltungsreihe: vier spannende Events, vier außergewöhnliche Locations, vier qualitätsfanatische Köche, vier mehrgängige Bio-Haubenmenüs und vier wissenschaftliche Kurzvorlesungen. Fast 200 handverlesene Gäste aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik, Bildung, Kultur und Verwaltung bekamen dabei einen Einblick in die hohe Kunst der Bio-Küche, hörten Wissenswertes und Interessantes rund um nachhaltige Ressourcennutzung und kamen mit Bio-Kennern, -Afficionados und –Experten ins Gespräch. Am Beginn der Serie bekochte Josef Floh von der Gastwirtschaft Floh in Langenlebarn das Kochstudio Essenz zum Element Luft und begeisterte die Gäste. Am heißesten Abend von 2012 ver-

zückte Franz Wirth (Labonca Biohof) die Gäste „Am Himmel“ von Wien auf der Terrasse des Restaurants Oktogon. Durch einen kurzfristig notwendig gewordenen Lokalwechsel brauchte es 2013 viel Improvisierkunst des Kochteams um Christoph Fink von der Joseph-Bäckerei, um ein exquisites „Erdmenü“ mit Amphorenweinbegleitung zu servieren. Zum Abschluss der Serie ließ sich der Meister der Aromen Meinrad Neunkirchner im Gourmet Gasthaus Freyenstein vom Element Wasser inspirieren und kredenzte ein phantasie- wie geschmackvolles Menü auf höchstem Niveau. Thematisch abgestimmt veranschaulichte der Nachhaltigkeitsexperte Thomas Lindenthal vom FiBL an allen Abenden, was Bio warum besser kann. Höchste Qualität beim Essen beginnt auf dem Feld bzw. im Stall und endet am Teller. Haubensache Bio brachte die höchste Kochkunst und das innovativste Wissen der BioLandwirtschaft zusammen. Bio, Haubenküche und Schlüssel­ technologie passen ebenso gut zusammen, wie hoher Genuss mit hoher Wissenschaft. Reinhard Geßl Fotoblog: http://www.flickr.com/photos/105864147@N08/ sets/72157636684647926/ und https://www.flickr.com/photos/105864147@N08/sets/72157644789986600/

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js auf Achse

Vinophile Entdeckungen südlich der Dolomiten

Südtirol liegt praktisch in unmittelbarer Nachbarschaft und schön langsam entdecke ich auch den Zauber, der hinter den Bergen liegt. Also noch weiter südlich. In der hügeligen Landschaft um Verona. Hier zwei absolute Highlights aus dieser Region und eine auf dem Weg dorthin. Um, vom Brenner kommend, nach Verona zu gelangen, fährt man entlang der Eisack Richtung Süden. Die meisten nehmen die Autobahn, allerdings sollte das nur tun, wer es wirklich eilig hat. Alleine auf der Strecke zwischen Sterzing und Bozen liegen so viele zauberhafte Wirtshäuser, Käsereien oder Bio-

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Kellereien, dass es eine Freude ist. Ein Zwischenstopp ist allerdings fast unerlässlich. Zwischen Bozen und Trient (Ausfahrt St. Michael an der Etsch) liegt der kleine Ort Mezzolombardo. Hier hat Elisabetta Foradori ihre Amphoren vergraben und von hier aus hat sie die Herzen der Weinwelt erobert. Ihre Waffen? Das Flaggschiff, das die Flotte anführt, heißt Granato. International begründet der Wein den Ruhm Foradoris wie die USS Enterprise den Ruhm der Sternenflotte. Der Wein reflektiert die geballte Kraft von Sonne und steinigen Böden. Noch viel interessanter finde ich jedoch die anderen Weine der Demeter-Winzerin. Den Teroldego von der kühlen Lage Sgarzon zum Beispiel. Das ist Präzision, Engmaschigkeit, filigrane Eleganz und mineralische Tiefe par excellence. Ein würziger, kühler Rotwein mit Klasse und Tiefgang. Der Weinberg liegt in der Campo Rotiliano-Ebene auf felsigem Grund. So schmecken die Dolomiten und nicht anders.

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Fotos: Schmücking

Seit ich in Tirol wohne, haben sich meine geographischen Parameter deutlich verändert. Die Steiermark und das Burgenland, früher Kul­ mi­nations­punkte meiner kulinarischen Leiden­ schaft, rückten weiter weg. Ich bin schneller in Modena als am Neusiedlersee, und die Fahrzeit ins Piemont ist ungefähr gleich lang wie nach Leutschach.


jS auf Achse

Weiter südlich, vorbei am Gardasee – die besagten Dolomiten liegen längst hinter uns – kommen wir zum Autobahnkreuz, an dem es entweder nach Osten, also weiter Richtung Venedig oder nach Westen (Turin, Mailand) geht. Jetzt geht es erst einmal in den kleinen Ort Soave, ungefähr 30 Kilometer östlich von Verona. Soave?! Kennen wir! Bei Hofer & Co gibt es Soave um 1,99 Euro. „Meint er das jetzt ernst?“, höre ich Sie fragen. Meint er, weil es in der Region brodelt. Der Soave und damit auch die Rebsorte Garganega gewinnt immer mehr an Profil und entwickelt sich (dank seiner zweifelhaften Vergangenheit) zum meistunterschätzten Weißwein Italiens. Dabei ist er mit Sicherheit der italienischste unter den Weißen des Landes. Es gibt mittlerweile auch einen ganzen Haufen sensationeller BioBetriebe in der Region. La Cappuccina in Fontègo oder Gino Fasoli (der auch sensationell guten Amarone della Valpolicella hat). Ein Winzer verdient aber besondere Aufmerksamkeit. Filippo Filippi von der Cantina Filippi. Hier lohnen sich: Besuch, Wanderung durch die Weingärten (die großteils in Waldlichtungen liegen), Verkostung, Einkauf. Der Besuch startet mit einem kleinen Spaziergang durch Filippis Lagen. Das Terrois oszilliert zwischen Kalk und vulkanischem Basalt. Die Reben wachsen in traditioneller Pergola-Erziehung mit so geringen Erträgen, dass Winzer aus der Po-Ebene höchstens mitleidvoll lächeln würden. In der Spitzenlage „Vigne della Brà“ sind das nur 28 hl pro Hektar. Was allerdings dafür in die Flasche kommt, ist so außergewöhnlich und gut, dass bei einer

Blindverkostung kein Mensch einen Soave vermuten würde. Das hat Schmelz, Mineralik und fast burgundische Tiefe. Kein Zweifel. Bei Filippi sehen sie mich wieder. Eine knappe Autostunde weiter westlich liegt das Weinbaugebiet Franciacorta. Das ist – zu Unrecht – unbekannt. Hier entstehen seit Jahren Schaumweine nach klassischer Methode, die ihrem – einst – großen Vorbild, dem Champagner in nichts nachstehen. Im Norden der Region liegt einer der kleinen Brüder des Gardasees, der zauberhafte IseoSee. An dessen Südufer wiederum liegt die Cascina Clarabella, einer der wenigen lupenreinen Bio-Betriebe in der Region. Die Produktionsmengen sind überschaubar. Vom kristallklaren Èssenza Pas Dosé, einem überwiegend aus Chardonnay hergestellten Schaumwein mit hochfeiner Perlage, werden gar nur knapp 2000 Flaschen produziert. Ein Großteil davon geht in das sensationell gute Cappuccini Resort (traumhaft schlafen) und die dazugehörige Osteria Cucina San Francesco (traumhaft essen). Wer die Prickler von Clarabella direkt in der Cascina verkosten will, hat dort beste Voraussetzungen. Man muss von hier aus nicht mehr unbedingt weiter. Clarabella hat auch Zimmer und ist ein grüner Ruhepol für ein paar Tage zwischen See und Weingärten.

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Jürgen Schmücking Azienda Elisabetta Foradori www.elisabettaforadori.com Filippo Filippi www.cantinafilippi.it Cascina Clarabella www.cascinaclarabella.it

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Guter Geschmack

Klare Geister und flüssiges Obst Wie vergleicht man Äpfel mit Birnen? Oder auch Erdäpfel mit Dinkel? Natürlich flüssig und – weil es noch mehr Spaß macht – mit dem einen oder anderen Prozent Alkohol. Tasting_forum 32 widmete sich den klaren Basisspirituosen, das Forum Nummer 36 der reinen Saftlehre.

Klare Geister Puristen trinken auch die Spirituosen der härteren Abteilung pur – also ohne Eis. Das ist gut und recht, denn einige der wirklich „harten Bio-Kerle“ überraschen unter der „ruppigen Schale“ mit einer fast schon weichen, cremigen und jedenfalls unglaublich bunten Aromen- und Geschmacksvielfalt. Apropos bunt: Vodka ist eine Basisspirituose, die niemals Farbe bekennt. Also immer kristallkar ist. Den Vodka zeichnet ausgedehnte Neutralität und ein schwer fassbares Nichts an Aromen aus. Beim Tasting_forum „Klare Geister“ wurde in der Harmer’s Bar in Wien-Ottakring klaren Geistes aufgezeigt, was die heimischen und internationalen Bio-Vodka-Brenner so drauf haben.

Nørderd pure potato vodka Charaktervoll und ausdrucksstark statt filigran und zu Tode filtriert. Oder nördlich von Maissau statt östlich von Moskau. Der nørderd Pure Potato Vodka kann was. Alleine oder im Drink. Und auch das heißt was. Für viele Cocktails ist Vodka schlicht die alkoholische Grundlage. Anders der nørderd. Der wartet mit so viel fülliger Kraft und Eigencharakter auf, dass er viele Barkeeper zu eigenen Cocktailkreationen inspiriert. Und er ist aus Erdäpfeln. www.norderd.at

O-Vodka Organic Premium Vodka Es ist der Weltmeistervodka aus dem Mostviertel. Ein Klassiker. Er ist eine Vodka alter Schule. Also auf Getreidebasis, perfekt mit Wasser optimaler Härte eingestellt, behutsam filtriert. Was dabei herauskommt, ist ein kristallklarer, sortentypischer eleganter und trotzdem prägnanter Vodka internationaler Stilistik. Ein Gewinn für jede Bar und jeden Drink. www.mostelleria.at

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Guter Geschmack

Wodka Wanessa pure spelt

Saft – Schweizer Wasserbirne

Wanessa arbeitet mit Dinkel. Mit Bio-Dinkel. Weil es – hildegardmäßig – ein echter Frohmacher ist. Und gesund. Wir haben das überprüft. Der Wodka Wanessa macht wirklich froh. Erstens weil er über die Maßen köstlich ist. Und weil er eben aus Bio-Dinkel ist. Wanessa ist ein überraschend milder und cremiger Wodka. Weder aggressiv in der Nase noch am Gaumen hat Wanessa einen vollen Körper, getreidiges Aroma mit einem Hauch Vanille.

Der Saft von der Schweizer Wasserbirne ist das Saftflaggschiff der Adelsbergers in Randegg (im Mostviertel). Sie machen aus der Frucht einen sensationell fruchtigen, hellen und erfrischenden Birnensaft. Der ist sauber, glockenklar und trotzdem rustikal birnig. Ausgesprochen harmonisch, nicht zu süß und mit lebendiger Säure gesegnet. Ein Durstlöscher für jeden Haushalt.

www.wodka-wanessa.at

Saftladenparade Obst und Gemüse sind gesund, wenn man sie auch in ausreichender Menge zu sich nimmt. Das Argument ist gut, wenn auch beim Tasting_forum „Saftladenparade“ nur von zweitrangiger Bedeutung. Vielmehr stand auch bei diesem Forum der Genussvorteil im Vordergrund, alleine schon deshalb, weil potenzielle Gesundheitsvorteile mit dem einen oder anderen alkoholischen Gustostückerl ausgeglichen wurden. Wie selbstverständlich wurden an diesem Abend Äpfel mit Birnen verglichen, aber auch Säfte mit Mosten, Moste mit Cidres, Burgenland mit Mostviertel, Südtirol mit Frankreich und – frei von jeder Parteipolitik – rot mit grün etc. etc.

www.abhof.eu/betrieb/bio-produkte-adelsberger

Most – Schweizer Wasserbirne Wir sind immer noch bei den Adelsbergers und immer noch bei der Schweizer Wasserbirne. Jetzt ist es halt doch so, dass ein paar Volumsprozent Alkohol einen Birnen­ saft dergestalt verändern, dass Kom­ plexität und Trinkspaß steigen. Der Most von der Schweizer Wasserbirne ist ein heller, strahlender Birnenmost, der durch Frische und unbändige Fruchtigkeit überzeugt. Mit oder ohne Soda. „Gsundheit“!

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www.abhof.eu/betrieb/bio-produkte-adelsberger

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Guter Geschmack

Cidre – Poiré Granit Cidres liegen im Trend. Eindeutig. Birnen­ mäßig drängt sich hier der Poiré Granit von Eric Bordelet auf. Ein (biodynamischer) Birnencider, der von seiner Feinheit und Eleganz her schon sehr nah an gutem Champagner ist. Die Birnen kommen von über 100 Jahre alten Bäumen auf felsigem Granitboden. Das Ergebnis ist ein heller, kristallklarer und tiefgründiger Schaumwein für große Momente. www.ericbordelet.com

Edelbrand − Schmiedfeuer

geprägt, kommt der saubere Brand dann doch mit der Wucht der Holzfass-Aromatik daher. Großes Schnapskino, was hier geboten wird. www.abhof.eu/betrieb/bio-produkte-adelsberger

Egal ob mit oder ohne Alkohol. Bio-Obst, -Gemüse und -Getreide schmecken ausgezeichnet. Zudem haben die kreativen Bio-Verarbeiter aus der botanischen Basis ganz große Getränke zubereitet. Sommer und große Hitze können kommen, wir sind gut vorbereitet.

Am Etikett steht ganz verstohlen „Bio-Edelbrand aus Äpfeln und Birnen“. Understatement. Was da in die Flasche gefüllt wurde, ist die Meisterschaft der Brennkunst. Im Kern noch deutlich vom Kernobst

https://www.flickr.com/photos/105864147@N08/ sets/72157641945912685/ und https://www.flickr.com/photos/105864147@N08/ sets/72157644566692984/ Reinhard Geßl und Jürgen Schmücking

FÜR DIE 10 SCHÖNSTEN MOMENTE IN IHRER KÜCHE. DIE FANDLER ÖL-CUVÉES.

Was 1926 mit dem Traum vom perfekten Öl begann, macht 88 Jahre später einen entscheidenden Schritt. Und weil wir die Zutaten aus der Natur, die in unseren reinsortigen Ölen stecken, nicht mehr verbessern konnten, haben wir sie zu einer spannenden Serie von 10 einzigartigen Cuvées kombiniert. Mit der ganzen Liebe von 4 Generationen, der Erfahrung unserer Pressmeister und einem 6. Sinn für das Besondere entstanden Öle, wie sie die Welt noch nicht gesehen hat - die Öl-Cuvées von Fandler. Die Öle unserer Cuvées sind natürlich und unverfälscht. Sie werden - wie alle Fandler Öle - im traditionellen Stempelpressverfahren hergestellt, reinsortig gepresst, weder raffiniert , noch gefiltert und enthalten keinerlei Zusatzstoffe.

EIN TROPFEN VOLLKOMMENHEIT.

ÖLMÜHLE FANDLER, Prätis 1, 8225 Pöllau WWW.FANDLER.AT


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Deutscher Pestizidumsatz

Plastik-Peeling

Die Umsätze auf dem deutschen Pestizidmarkt stiegen auch heuer um 7,5 % auf 1,5 Milliarden Euro. Der Zuwachs ist nicht nur ein monetärer. Wie das Pestizid Aktions-Netzwerk (PAN) mitteilt, gelangen in Deutschland mit jedem Jahr mehr chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel auf die Äcker: Von 2002 bis 2012 stieg der deutsche Pestizideinsatz um ein Drittel auf über 45.000 Tonnen – bei annähernd gleichbleibender landwirtschaftlicher Nutzfläche. Die Folgen sind deutlich sichtbar: Ackerböden sind mittlerweile an Wildsamen extrem verarmt, Nützlinge finden in der zunehmend ausgeräumten Agrar­ landschaft keine Nahrung und Rückzugsmöglichkeiten mehr und Bienen werden akut und chronisch durch Pestizide vergiftet. Neben den vielfältigen ökologischen Folgen sind auch die mit dem Pestizideinsatz verbundenen Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit nicht zu unterschätzen. Laut PAN ist es unentschuldbar, dass trotz existierender Alternativen nach wie vor Pestizide zum Einsatz kommen, die nachweislich krebs­ erregend sind und das Hormonsystem beeinträchtigen. Während die Pestizidhersteller große Gewinne machen, werden Anwendungskontrollen und Rückstandsanalysen aus Steuergeldern bezahlt. Die Kosten für Artenverlust, Gewässer­ kontamination und pestizidbedingte Krankheiten schlagen sich weder in Lebensmittel- noch in Pestizidpreisen nieder und müssen schon gar nicht von den Pestizidherstellern übernommen werden. Die EU-Mitgliedstaaten haben nun endlich gemeinschaftlich beschlossen, Ausschlusskriterien für besonders gefährliche Wirkstoffe einzuführen.

Etliche Produkte in unseren Badezimmern haben es in sich: Tausende nur mikrometergroße Plastikkügelchen werden als Füllstoff, Schleif-, Verdickungs-, Trübungs- oder Bindemittel in Zahncreme, Duschgel, Peeling, Gesichtscreme oder Make-up verwendet. Aufgrund seiner geringen Größe passieren riesige Mengen dieses Plastikmülls ungehindert die Kläranlagen und gelangen in unsere Gewässer und weiter ins Meer. Auch weit abgelegene Meeresgebiete wie die Arktis sind mittlerweile plastikverseucht – der bekannteste „schwimmende Müllteppich“ im Nordpazifik ist in etwa so groß wie Zentraleuropa. Mikroplastik ist schädlich für die Umwelt und wenn es in der Folge in die Nahrungskette gelangt, auch für uns. Die Oberfläche der schwimmenden Plastikteile zieht Schwermetalle und schwer abbaubare Schadstoffe an wie ein Magnet. Tiere verwechseln das Plastik mit Nahrung und fressen es. So gelangt es in die Nahrungskette - Mikroplastik wurde bereits in Muscheln und Fischen, ebenso wie in Milch und Honig nachgewiesen. Die an das Mikroplastik gebundenen Schadstoffe können im Organismus zu einer Störung des Hormonsystems führen und sind teilweise als krebserregend bekannt. Aber auch das Plastik selbst enthält viele schädliche Zusätze, wie Weichmacher, Stabilisatoren usw. Die Auswirkungen von Mikroplastik auf die menschliche Gesundheit sind noch unzureichend erforscht. Greenpeace hat nun eine Broschüre mit mehr als 550 Produkten, die Mikroplastik enthalten, zusammengestellt. Mit einer Gratis-App kann zudem festgestellt werden, ob ein Produkt Mikroplastik enthält und welche Firmen bereits zugesagt haben, Mikroplastik in Zukunft nicht mehr einzusetzen. Am besten man greift aber gleich zu zertifizierter Biokosmetik…

Quelle: www.soel.de ek

Quelle: www.greenpeace.org, www.mikroplastik.at ek

Impressum Bio-Fibel – Zeitschrift für Wissen aus der Biologischen Landwirtschaft: Medieninhaber, Verleger und Herausgeber: Freiland Verband für ökologisch-tiergerechte Nutztierhaltung und gesunde Ernährung; Doblhoffg. 7/10, 1010 Wien; Fon 01/4088809; Fax 01/9076313-20; e-mail: office@freiland.or.at; net www.freiland.or.at; DVR-Nummer 0563943; Chefredakteur: Dipl.-Ing. Reinhard Geßl (rg), Leiterin der Redaktion: Dipl.-Ing. Elisabeth Klingbacher (ek); Mitarbeit: Wilfried Oschischnig, Jürgen Schmücking (js); Redaktion: Forschungs­institut für biologischen Landbau (FiBL Österreich), Doblhoffg. 7/10, 1010 Wien; Fon: 01/9076313-0, net: www.fibl.org/de/oesterreich. Alle nicht anders gekennzeichneten Fotos: Geßl & Wlcek OG; Druck: gugler GmbH Melk; Layout: Geßl & Wlcek OG. Namentlich ge­kennzeichnete Artikel müssen nicht unbedingt der Meinung des Herausgebers entsprechen. Vertriebspartner: Adamah Biokistl.FREILAND-Spendenkonto: Erste Bank, AT502011100008210993, BIC/SWIFT: GIBAATWWXXX; Reichweite: 10.000 Leserinnen. Hinweis: Eine geschlechtergerechte Formulierung ist uns in der Bio-Fibel ein großes Anliegen. Da wir gleichzeitig eine gut lesbare Zeitschrift herausgeben wollen, haben wir uns entschieden, keine geschlechtsneutralen Begriffe zu verwenden, sondern alternierend entweder nur weibliche oder nur männliche Bezeichnungen. Wir sind uns dessen bewusst, dass diese Generalklausel einer geschlechtergerechten Formulierung nicht ganz entspricht, wir denken aber, dass die gewählte Form ein Beitrag zur publizistischen Weiterentwicklung für mehr sprachliche Präsenz weiblicher Begriffe sein kann.

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Start der Grill(en)saison

Beim diesjährigen Best of BIO wine Award der BIO-Hotels hat erstmals das Weingut Feiler-Artinger aus Rust teilgenommen. Das alleine wäre noch keine Sensationsmeldung. Sehr wohl aber die Tatsache, dass von fünf eingereichten Weinen gleich vier die begehrte Auszeichnung bekamen: die Rot­ weine Pinot Noir und Solitaire, der autochtone Neuburger und der Ruster Ausbruch. Der erste biodynamische Ruster Ausbruch überhaupt. Tiefes, dunkles Goldgelb, zarte Muskatellernote, viel Honig und ein ganz deutlich würziger Grundton. Die wunderschöne Balance am Gaumen sorgt für einen hohen Trinkspaßfaktor. Dass 2011 für die Rot- und Weißweine am See ein echtes Hammerjahr war, wissen wir. Bis jetzt waren die edelsüßen Weine zu jung, um etwas sagen zu können. Wenn der Ruster Ausbruch von Feiler-Artinger allerdings so etwas wie eine Kompassnadel ist, dann sind wir guter Dinge. Der Ruster Ausbruch von Feiler-Artinger ist ein köstlicher Dessertwein, der vor allem zu reifem Hartkäse eine gute Figur macht. Respekt!

In den USA hat die erste Farm eröffnet, die Insekten für den menschlichen Verzehr herstellt. Das junge Unternehmen „Big Cricket Farms“ züchtet Grillen, die zermahlen als Grundlage für Grillenchips und Kekse dient. Ein Jahr nachdem die UN-Ernährungs- und Land­wirt­schaftsorganisation (FAO) das Potenzial von Insekten als Lebens- und Futtermittel in einem Bericht hervorhob, soll nun den Amerikanern die Insektennahrung schmackhaft gemacht werden, indem das Unternehmen die Grillen in Produkten anbietet, die so aussehen und schmecken, wie die Konsumenten sie kennen. „Chirps“ heißen die Chips, die aus Bohnen, Reis und Grillenmehl bestehen und im Vergleich zu gewöhnlichen Kartoffelchips dreimal so viel Protein, aber nur die Hälfte an Fett enthalten. Der FAO zufolge haben Grillen viele Vorzüge. Sie benötigen wenig Nahrungsenergie: Aus 1,7 Kilogramm Futter kann im Schnitt ein Kilo Fleisch hergestellt werden, während die Produktion von einem Kilo Rindfleisch etwa zehn Kilo Futter und Tausende Liter Wasser verbraucht. Auch der Ausstoß an Treibhausgasen ist geringer als bei anderen Nutztieren. Insekten sind bereits fester Bestandteil der Ernährung von zwei Milliarden Menschen, rund 1900 Arten gelten als essbar. Die Grillen der Big Cricket Farms bekommen momentan Bio-Hühnerfutter und sollen künftig Lebensmittelabfälle aus der Region verspeisen. In den nächsten Monaten rechnen die Grillenzüchter damit, dass die ersten 5000 Tiere eine Millionen Nachkommen hervorbringen werden – ausreichend für 113 kg Grillenmehl und somit jede Menge Grillenchips.

www.feiler-artinger.at js

Pestizid-Pommes Um das Keimen von Kartoffeln zu verhindern, bedienen sich konventionelle Kartoffel­pro­du­ zen­ ten gerne chemischer Keim­ hemmungs­m ittel. Mögliche Rück­ stände in den Kartoffeln und den weiterverarbeiteten Produkten werden in Kauf genommen. Konsumentenschützer der Arbeiterkammer Oberösterreich haben Pommes frites getestet und in zehn von elf untersuchten Proben Keim­ hemmungs­mittel gefunden. Zum einen waren es Mittel, mit denen die Kartoffeln nach der Ernte benebelt werden, um ihre Lagerfähigkeit zu erhöhen, zum anderen Pestizide, die bereits auf dem Feld ausgebracht, von der Pflanze aufgenommen und in die Knollen transportiert werden. Die AK Oberösterreich rät: wer Pommes ohne Pestizidrückstände bevorzugt, sollte auf solche aus biologischem Anbau zurückgreifen. Dort sind Keimhemmungsmittel ebenso wie grundsätzlich alle chemischsynthetischen Pflanzenschutzmittel verboten. Quelle: www.ooe.arbeiterkammer.at

Foto: Schmücking

Best of BIO: Vier auf einen Streich

Quelle: www.weltagrarbericht.de ek

Harte Zeiten für Hummeln Hummeln haben nichts zu lachen: Ein Viertel aller europäischen Hummelarten ist laut Weltnaturschutzunion (IUCN) vom Aussterben bedroht, bei 46 % der Arten gehen die Bestände zurück. Das ist das traurige Ergebnis einer aktuellen Studie, die die Lage der europäischen Bestäuber untersucht hat. Klimawandel, Intensivierung der Landwirtschaft und Änderungen in der Landnutzung stellen dem IUCN zufolge die Hauptgefahren für Hummelpopulationen >

ek

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Foto: Rathmanner

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Verlust der Vielfalt

Dirty Harry goes Bayern

In den letzten 50 Jahren hat die Vielfalt auf den Feldern rasant abgenommen. Das zeigt auch eine aktuelle Studie: Die Wissenschafter analysierten FAO-Daten zum Anbau von 52 Feldfrüchten in 150 Ländern seit 1961. Das Ergebnis: Während die verfügbare Menge an Lebensmitteln pro Kopf anstieg, nahm die Vielfalt an Pflanzen, die der menschlichen Ernährung dienen, rapide ab. Nur 94 Pflanzenarten decken nun 90 % der globalen Kalorienzufuhr. Unsere Ernährung ist zunehmend bestimmt von einer kleinen Auswahl an Nutzpflanzen wie Weizen, Mais und Soja. Viele Feldfrüchte, die traditionell in bestimmten Regionen zu den Grundnahrungsmitteln zählten, wie Hirse, Roggen, Yamswurzel, Maniok oder Süßkartoffel, verlieren an Bedeutung. Gründe dafür sehen die Autoren unter anderem im gestiegenen Einkommen der Konsumenten in den Schwellenländern, die dadurch verstärkt zu tierischen Produkten greifen, in der Subventionierung einer nur kleinen Bandbreite von Feldfrüchten sowie in der Urbanisierung, die zu einer Angleichung an den westlichen Ernährungsstil mit stark verarbeiteten Produkten und Fastfood führt. Diese Entwicklung verursacht einen Anstieg von Fettleibigkeit, Herzkreislauferkrankungen und Diabetes – auch in Ländern, in denen Unterernährung herrscht. Ein weltweit homogener Lebensmittelkorb macht die Landwirtschaft anfälliger für Bedrohungen wie Dürren, Schädlinge und Krankheiten, die in vielen Teilen der Welt infolge des Klimawandels zunehmen könnten. Die Studie empfiehlt mehr Vielfalt auf den Äckern und Tellern und die Bewahrung traditioneller Sorten.

Mit Senf kennen sie sich aus, die Leute von Münchner Kindl. Das war und ist altbekannt. Der Augustinersenf ist ein milder Biersenf, der Seinesgleichen sucht. Aber sie können auch BBQ. Grillkameraden aufgepasst: Falls Sie nicht im Besitz eines Smokers sind, um selbst für das gewünschte Aroma zu sorgen, dann hilft nur der Griff zur Dirty Harry Famous BBQ Sauce. (Was nicht heißt, dass Smoker-Besitzer diese Sauce nicht trotzdem versuchen sollten.) Das außergewöhnliche an dieser Grillsauce ist, dass sie unglaublich intensiv und kompakt schmeckt und dabei völlig frei von zusätzlichen Aromen ist. Ein Meisterstück. Das rauchig-selchige Aroma kommt von bestem Rauchsalz. Dazu Senfsaat, Tomatenmark, Branntweinessig und einige Kräuter – vor allem Neugewürz, getrocknete Tomate und feurige Pfefferwürze. Irgendwie stellt sich bei der Grillsauce fast die Frage, wozu da überhaupt noch ein Steak dazu soll.

Quellen: Khoury, C. (2013): Increasing homogeneity in global food supplies and the implications for food security. PNAS; www.weltagrarbericht.de ek

dar. Diese Entwicklung kann unter anderem unabsehbare Folgen für die Lebensmittelproduktion haben, denn ebenso wie Bienen, die sich auch in einer sehr prekären Lage befinden, sind auch Hummeln essentiell für die Bestäubung unserer Kultur­pflanzen: Drei der fünf wichtigsten Bestäuber europäischer Feldfrüchte sind Hummelarten. Quelle: www.iucn.org

Foto: Schmücking

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https://www.muenchner-kindl-senf.com js

Vor kurzem haben wir ein Bild der Mühlsteinsalami auf facebook gepostet. Die Reaktionen waren erstaunlich. Breite Zustimmung auf der einen, klar formulierte Ablehnung auf der anderen Seite. Zugegeben, der Salami-Mühlstein sieht rustikal aus. Aber genau das macht ihn aus und macht ihn auch so köstlich. Es ist eine Hommage an das Mühlviertel: Immer wieder stößt man in alten Mühlen auf diese alten, archaisch wirkenden Mühlsteine. Die Form und das Aussehen dieser alten, traditionsreichen Steine ist die Grundlage für eine besondere Salamispezialität – hergestellt aus bestem Bio-Schweinefleisch, fein gewürzt, mit weißem Edelschimmelbelag. Der Mühlstein schmeckt eine Spur intensiver und komprimierter als die gleiche Salami als klassische Salami gereift. Natürlich hat das mit der Form zu tun. Etwas würziger, kompakter, intensiver und reifer. Für Geschmackspuristen die bessere Wahl. Als limitierte Sonderedition ist auch eine Sorte mit Fenchel-ChiliGeschmack erhältlich. Auch gut. Pur aber besser. www.salamitrocknerei.at

ek

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Foto: Schmücking

Mühlviertler Bio-Slow-Food-Wurst


Mehr BIO. Mehr Qualität.

Im Lebensmittelhandel bzw. in Bio-Fachgeschäften findet man viele Zeichen auf Bio-Lebensmitteln, zum Beispiel Handels- und Herstellermarken, Zeichen von Kontrollstellen sowie Verbandszeichen. Das AMABiosiegel ist neben dem EU-Biologo das einzige behördliche Siegel für Bio-Lebensmittel. Wer beim Einkauf darauf achtet, geht auf Nummer sicher, sowohl BIO als auch eine hohe Produktqualität zu bekommen.

EU-Biologo Das gemeinschaftliche EU-Biologo Das EU-Biologo kennzeichnet verpflichtend alle verpackten BioLebensmittel, die nach den EU-Bioverordnungen Nr. 834/2007 und Nr. 889/2008 hergestellt wurden.

AMA-Biosiegel Das Zeichen für ausgezeichnete Bio-Qualität Das AMA-Biosiegel steht für 100 Prozent biologische Zutaten. Eine Reihe von Qualitätsfaktoren wird konsequent unter die Lupe genommen, z.B. produktspezifische chemische, mikrobiologische und sensorische Kriterien. Zusätzlich wird absolute Transparenz bei der Herkunft garantiert. Die Farben rot-weiß-rot bedeuten beispielsweise, dass die wertbestimmenden Rohstoffe aus Österreich stammen und die Be- und Verarbeitung in Österreich erfolgt. Das AMA-Biosiegel steht für:

FINANZIERT MIT FÖRDERMITTELN DER EUROPÄISCHEN UNION UND MITTELN DER AGRARMARKT AUSTRIA MARKETING GESMBH.

✔ 100 Prozent biologische Zutaten ✔ ausgezeichnete Produktqualität ✔ transparente Herkunft der Rohstoffe ✔ von unabhängigen Stellen kontrolliert

Profile for Reinhard Gessl

Bio-Fibel #23 02-2014  

Zeitschrift für Bio-Wissen – Andreas Steidl Ja! Natürlich – Foodcoop – Rita bringt's – Bio-Großhandel – Haubensache Bio – Tasting_forum Bio-...

Bio-Fibel #23 02-2014  

Zeitschrift für Bio-Wissen – Andreas Steidl Ja! Natürlich – Foodcoop – Rita bringt's – Bio-Großhandel – Haubensache Bio – Tasting_forum Bio-...

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