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n e g s n e i t t o S

G e r h E r zu Freude en r nsch u z und er Me d

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JAHRE EVANGELISCHER KIRCHENCHOR BERGE

Festwochenende am 13./14 Juni 2009


Vorwort

des Kirchenvorstands der ev.-luth. Kirchengemeinde Berge

Z

um 75jährigen Bestehen des evangelischen Kirchenchores Berge erscheint ein Jubiläumsheft, das auf vielfältige Weise die Geschichte des Chores widerspiegeIt und die Bedeutung des Gesangs für das Leben der Gemeinde unterstreicht.

„Die Gemeinde singe zwar gerne, kenne aber die Melodien aus dem Gesangbuch nicht entsprechend. Sobald weniger bekannte Lieder erklängen, klappten einige ältere Gottesdienstbesucher stets ärgerlich das Gesangbuch zu.“ Um das zu ändern, gründete Pastor Robert Rauterberg am 15. November 1934 den evangelischen Kirchenchor. Seitdem gehört der Chor zum Leben der Gemeinde. Bei Gottesdiensten, Konzerten und manchen anderen Anlässen hat er dazu beigetragen, die lange Tradition des Gotteslobes im Protestantismus weiterzuführen. 75 Jahre sind es nun geworden. Der Kirchenvorstand entbietet dem Kirchenchor seine herzliche Gratulation zu diesem denkwürdigen Jubiläum. Er dankt herzlich allen Sängerinnen und Sängern unter der Leitung von Tatjana Troffmann für ihr Engagement. Möge das Gotteslob sich auch in Zukunft in unserer Gemeinde reich entfalten, wie es in Psalm 57 heißt: „Ich will dich preisen unter den Völkern, Herr, will dir singen unter den Nationen. Denn groß bis zum Himmel ist deine Güte. (Psalm 57, 10.11a).

Der Kirchenvorstand der ev.-luth. Luther-Kirchengemeinde Berge mit seinem Vorsitzenden Pastor Reinhard Franz

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Grußworte

des Landessuperintendenten im Sprengel Osnabrück

L

iebe Mitglieder des evangelischen Kirchenchores Berge,

wenn ein Chor 75 Jahre in Kriegs- und Friedenszeiten zur Ehre Gottes gesungen hat, dann ist das schon ein Fest wert! Herzlichen Glückwunsch zum Jubiläum! Ich freue mich als Regionalbischof des Sprengels Osnabrück mit Ihnen über ein dreiviertel Jahrhundert, in dem Sie dem Evangelium eine vernehmliche Stimme gegeben haben. 1934 wurde Ihr Chor gegründet. In einer Zeit, in der man Gott vergaß und die Menschen verachtete. Und immer, wo das geschieht, müssen Christen ihre Stimme erheben – auch singend! Wenn das Gotteslob verstummt, fehlt unserer Welt der Blick nach oben und die Perspektive der Weite. Auch unsere Kirche erneuert sich nicht durch Strukturreformen. Ihr Neuwerden wird geboren in der Anbetung und im Lobpreis Gottes. So wünsche ich Ihnen zu Ihrem Jubiläum, dass Sie mit Dank zurückblicken können auf die 75 Jahre, in denen Gott Ihnen Ihre Stimmen und die Lust erhalten hat, seinen Namen zu preisen. Und ich wünsche Ihnen für die kommenden 75 Jahre, dass sich immer wieder neue Sängerinnen und vor allem Sänger finden, die die segensreiche Arbeit Ihres Chores fortsetzen.

Es grüßt Sie herzlich Ihr

(Burghard Krause) Landessuperintendent im Sprengel Osnabrück

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des Niedersächsischen Kirchenchorverbandes (NKV)

I

n der großen Gemeinschaft des Niedersächsischen Kirchenchorverbandes feiert der evangelische Kirchenchor Berge in diesem Jahr sein 75-jähriges Bestehen. Zu diesem festlichen Anlaß grüße ich alle Sängerinnen und Sänger mit herzlichen Segenswünschen.

Kirchenchöre sind ein besonderer Schatz in unseren Gemeinden. Sie haben es sich zur Aufgabe gemacht, die frohe Botschaft von der Liebe Gottes den Menschen ins Herz zu singen. 1934, als der Kirchenchor Berge gegründet wurde, gewannen die ganz anderen Stimmen des Größenwahns und der Menschenverachtung die Oberhand. Da war es ein guter und mutiger Schritt, gegen den Rausch verblendeter Begeisterung zum Lobpreis Gottes einzuladen und der Stimme des Evangeliums mit kraftvollem Gesang Gehör zu verschaffen. Auch heute ist dies eine wichtige und wertvolle Aufgabe, die unsere Chöre stellvertretend, aber auch zusammen mit der gottesdienstlichen Gemeinde übernehmen. Ich danke Ihnen, liebe Sängerinnen und Sänger im Kirchenchor Berge, daß Sie an diesem schönen Dienst in großer Treue mitwirken. Und ich bin sicher, daß das gemeinsame Singen auch für Sie persönlich ein Gewinn an menschlicher und geistlicher Erfahrung ist. Zusammen mit dem Landeskantor unseres Kirchenchorverbandes, Mathias Gauer, gratuliere ich Ihnen herzlich zum 75-jährigen Chorjubiläum. Mit den Liedversen von Paul Gerhardt wünschen wir Ihnen weiterhin viel Freude, gute Gemeinschaft und Gottes Segen: Wohlauf, mein Herze, sing und spring und habe guten Mut! Dein Gott, der Ursprung aller Ding, ist selbst und bleibt dein Gut.

(Superintendent i.R. Christian Klatt) Landesobmann des NKV

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Grußworte

des Kirchenkreises Bramsche

I

ch gratuliere dem Evangelischen Kirchenchor Berge zum 75 jährigen Bestehen und danke ihm zugleich, dass er Menschen hilft, Lebensglück und Lebensleid im Gesang vor Gott auszudrücken. Als junger Pfarrer im Hochhausstadtteil in Wolfsburg hörte ich jeden Abend in der Wohnung über mir ein altes Ehepaar Lieder aus dem Gesangbuch singen. Mich hat es sehr gerührt, wie diese beiden ihren Lebensalltag mit Versen und Melodien aus dem Schatz unserer Kirche besangen. Ich konnte hören, ob sie fröhlich Dank sagten für die Schönheit des Lebens oder ihre Traurigkeit Text und Töne fand etwa in den Liedern von Paul Gerhardt. Ein reicher Schatz von Lebens- und Glaubenserfahrung ist in unseren Liedern aufgehoben.

Möge der evangelische Kirchenchor auch weiterhin das Gemeindeleben in Berge bereichern und zugleich Heimat sein und werden für Menschen, die in Berge wohnen oder neu hinzuziehen.

Ihr Superintendent

Dietmar Rehse

„Das ist ein köstlich Ding, dem Herrn danken und lobsingen deinem Namen, du Höchster, des Morgens deine Gnade und des Nachts deine Wahrheit zu verkündigen.“

Psalm 92

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der Gemeinde Berge

L

„Es gibt Dinge, die sind von dauerndem Wert, obwohl sie keinen Bestand haben“ Rupert Schützbach

iebe Mitglieder des evangelischen Kirchenchores, liebe Freunde und Gäste,

nichts ist auf den ersten Blick so vergänglich wie Musik. Aber nichts anderes vermag Menschen so tief zu bewegen und bleibende Erinnerungen zu wecken. Obwohl Musik keinen körperlichen Bestand hat, ist sie von dauerndem Wert und zieht alle Zuhörer in ihren Bann. Dies gilt insbesondere auch für den wunderschön klingenden Gesang des Kirchenchores der evangelisch lutherischen Kirchengemeinde Berge, der immer wieder Besucher von Festgottesdiensten und anderen Veranstaltungen in seinen Bann zieht und alles festlich zu umrahmen vermag. Der evangelische Kirchenchor kann in diesem Jahr auf sein 75-jähriges Bestehen zurückblicken. Zu diesem Jubiläum, dass nicht nur für die Mitglieder ein bedeutendes Ereignis ist, gratulieren der Rat und die Verwaltung der Gemeinde Berge recht herzlich. Für die Zukunft wünschen wir dem Kirchenchor alles erdenklich Gute verbunden mit der Bitte, die harmonische Arbeit erfolgreich im Sinne der Kirchengemeinde fortzusetzen. Dem Kirchenchor und seinen zahlreichen Gästen wünschen wir ein schönes Festwochenende, das ebenso wie der Gesang des Chores, den Besuchern in dauernder Erinnerung verbleiben mag.

Berge, im Mail 2009

Volker Brandt Bürgermeister

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Chronik Gründung und Folgezeit

des evangelischen Kirchenchores Berge

A

ls langjähriges Mitglied des evangelischen Kirchenchores Berge bin ich gebeten worden, über die Geschichte des Chores einen Beitrag zu schreiben. Dem komme ich gerne nach: Begründer und erster Leiter des evangelischen Kirchenchores Berge war der am 4. 2. 1908 in Lüneburg geborene und allseits beliebte Pastor Robert Rauterberg, der 1939 zur Wehrmacht eingezogen wurde und bereits am 8. Juni 1940 im Frankreichfeldzug fiel. Ein schlichtes Holzkreuz auf dem ev. Friedhof in Berge erinnert an ihn. Das Gründungsdatum des Chores war der 15. November 1934. Das Datum ist in dem Notizbuch von Pastor Rauterberg als erster Übungsabend des evangelischen Kirchenchores Berge vermerkt. Bei der Chorleitung bekam er zunächst Unterstützung von Herrn Buddenberg, Lehrer und Kantor in Menslage. Dieses konnte ich in verschiedenen Gesprächen mit Frau Rauterberg erfahren, die 1946 zu ihren Kindern nach Quelle bei Bielefeld gezogen war.

Elisabeth und Pastor Robert Rauterberg in glücklichen Tagen

Frau Rauterberg kam danach häufiger nach Menslage zur Familie Bodemann-Overbeck, womit sie verwandtschaftliche Beziehungen pflegte. Diese Gespräche fanden vor 1980 statt, so auch mit anderen Zeitzeugen, wie dem noch lebenden Gründungsmitglied Ella Wagner, geb. Brockmeyer, die durch ihre jahrzehntelange Treue zum Chor unvergessen bleibt.

Nach Pastor Rauterberg leitete Helene Riese, Tochter des Pastor Riese in Börstel, den Chor. Als auch sie kriegsbedingt eingezogen wurde, übernahm Frau Rauterberg die Chorleitung. Sie wusste, dass dieses so sehr im Sinne ihres Mannes war. Somit bleibt der evangelische Kirchenchor von der Entstehung her mit dem Namen Rauterberg verbunden. 6


Ab 1946 bis 1952 übernahm Walter Schwertfeger den Chor. Danach bekam er eine Festanstellung bei der ev. Kirchengemeinde Menslage und übergab die Chorleitung an Gustav-Adolf Mielke. Im Jahre 1957 trat ich auf Empfehlung von Gustav-Adolf Mielke dem Kirchenchor bei, wofür ich ihm heute noch dankbar bin. Dessen Nachfolger wurde 1961 Paul Schwertfeger. In dem folgenden Jahrzehnt etwa organisierten die Gebrüder Paul und Walter Schwertfeger einige musikalisch anspruchsvolle Kirchenkonzerte unter Mitwirkung von namhaften Gesangssolisten und Instrumentalisten des Osnabrücker Konservatoriums. Hinzu kam, dass die von den Gebrüdern Schwertfeger geleiteten Chöre von Menslage, Bippen und Berge sich zu einem Gemeinschaftschor vereinigten, um den chorischen Ansprüchen gerecht werden zu können. Diesen Zeitabschnitt muss man wohl als den kirchenmusikalisch anspruchvollsten in unserer Region ansehen. Zu diesen stets besonderen Konzerten hat auch unser evangelischer Kirchenchor Berge seinen Beitrag geleistet.

Zum späteren Chorgeschehen

Ella Wagner, geb. Brockmeyer, Gründungsmitglied und langjährige Chorsängerin, lebt heute im Altenheim in Ankum

Aber auch in den folgenden Jahren blieb der Chor, unter der langjährigen verdienstvollen Leitung von Fritz Bischoff, eine homogene und verlässliche Gemeinschaft, so dass viele kirchliche Anlässe, zum Wohle unserer Kirchengemeinde, festlich ausgeschmückt und mitgestaltet werden konnten. Nach dem Ausscheiden der lieben Mutter Rabe, als „guter Geist“ des Chores, sahen wir die Notwendigkeit, der musikalischen Leitung unterstützend Liedermutter und Liedervater zur Seite zu stellen. In einer Chorgemeinschaft ergeben sich vielschichtige Aufgaben, die für Zusammenhalt und Gemeinschaft förderlich sind. Ab 1974 wurde eine Liste geführt, aus der Chorbeitritte, Geburtstage und dergleichen mehr ersichtlich sind. So ist z. B. Hertha Elting unsere dienstälteste Sängerin, die dem Chor 60 Jahre treu verbunden ist. Der Chorgemeinschaft gehören z. Zt. 25 aktive Mitglieder an, die regelmäßig an den Übungsabenden, die von unserer jetzigen Chorleiterin Tatjana Troffmann geleitet werden, teilnehmen.

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Chronik

Nach wie vor aber bereitet es dem Chor große Sorgen, dass der Zulauf von neuen Sängern sich sehr schwer gestaltet. Daher möchten wir an alle sangesfreudigen Gemeindemitglieder die Bitte richten, unseren Chor zu unterstützen und somit das Fortbestehen einer unserer langjährigsten kirchenmusikalischen Gruppe der evangelischen Kirchengemeinde Berge zu erhalten. Hierbei hofft der Chor auch besonders auf die Unterstützung unserer Kirchenleitung.

ChorIeiter

Walter Schwertleger

1946 - 1952

Gustav Adolf Mielke

1953 - 1960

Paul Schwertfeger

1961 - 1971

Fritz Bischoff

1971 - 1991

Anne Gärdes-Falk

1991 - 1994

Wolfgang Schmitt

1995 - 1997

Dietrich Anacker

1997 - 1999

Henning Rollwage

2000 - 2002

Irmgard Rieke

2002 - 2003

Tatjana Troffmann

2004

Bedanken möchte sich der Chor auch für die Unterstützung durch Josef Klus und Thomas Brzakalik. Für den evangelischen Kirchenchor Berge

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Bilderbogen mit begleitenden Texten zur Chorgeschichte von 1934 bis 2009 von Hans-Neithardt Hansch 1934 - 1945 EG 357 V.1

„Ich weiß, woran ich glaube” Singen gegen den Strom

„Ins Leben gerufen wurde dieser Chor durch Pastor Rauterberg, der hier als junger Pastor nach Berge kam und mit der Jugendarbeit begann. Es war eine schwierige Zeit und christliche Jugendarbeit hatte mit Anfeindungen zu rechnen. Trotzdem wagte er noch einen weiteren Schritt und gründete mit Hilfe des ihm bekannten Menslager Kantors Buddenberg den Chor.“ (Pastorin Ursula Heintke in ihrer Ansprache zum 50-jährigen Bestehen des Chores)

Ehepaar Rauterberg mit den Söhnen Claus, Jürgen und Martin

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1934 - 1945

Zum 100-jährigen Kirchweihjubiläum kam Pastor Rauterberg von der Front nach Berge und hielt die Festpredigt:

„....Wenn Ihr heute Eurer seltenes Kirchjubiläum feiert, und zwar an Luthers Geburtstag, wie könnte es besser geschehen, als daß wir uns mit Euch besinnen auf die Geschichte Eurer Gemeinde mit der Frage, ob solch lutherischer Wille zur Verkündigung im Geiste Jesu Christi unter Euch lebendig und wach ist....“ Euer Geistlicher und Seelsorger, der selbst im Soldatenrock an der Front steht, weiß davon zu sagen, wie im deutschen Heer gerade in solch harter Zeit ein Wille wach wird trotz Gegensatzes und Angriffes einzutreten für unser Psalmwort: „ich will dich dennoch in der Gemeinde rühmen!“

Nach dem frühen Soldatentod ihres Mannes und der zeitweiligen Leitung von Helene Riese übernahm Elisabeth Rauterberg die Chorleitung bis zu ihrem Umzug nach Quelle bei Bielefeld im Jahr1946.

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1946 - 1970 „Befiehl du deine Wege” EG 361 Hoffnung wecken nach Krieg und Vertreibung

1946 übernahm Walter Schwertfeger, dessen Familie nach der Flucht aus Danzig in das Dorf Berge kam, die Chorleitung. Schon 1947 bot er innerhalb eines halben Jahres 3 nennenswerte kirchmusikalische Veranstaltungen an. In Erinnerung bleibt auch das „Collegium musicum“, das er über viele Jahre auf Gut Hengehold leitete.

So kennen Walter Schwertfeger viele Sangesund Musikfreunde

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1946 - 1970

Programm des Weihnachtskonzertes am Sonntag, dem 21. Dez. 1947, unter der Leitung von Walter Schwertfeger

Der gewachsene Chor brauchte neue Liederb端cher. Pastor Johannes Hansch stellte 1948 einen Antrag auf Beihilfe an das Landeskirchenamt in Hannover.

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Gustav-Adolf Mielke leitete den Chor von 1953-1960, von 1956 – 1971 auch den Posaunenchor

Bedingt durch den Wechsel von W. Schwertfeger nach Menslage im Jahr1952 schrumpfte der Chor auf einen kleinen Kern zusammen. Frau Hanna Isenbeck, geb. Deutschmann, erinnert sich: „27 Jahre habe ich mitgesungen, alle Tiefen und Höhen im wahrsten Sinne miterlebt. Bis auf 4 Personen war unser Chor geschrumpft: Frau Hansch, Herr Mielke und wir zwei: Schwester Emma und ich. Allzugut erinnere ich mich an diese Zeit, wenn uns „Anneli“ ein paar Bonbons zwecks klarer Stimme mitbrachte oder uns 3 zum gemeinsamen Abendbrot bei ihr einlud. Erst der Ausbau des Gemeindehauses brachte den erhofften Anstieg der Sänger.“

Schreiben an das LKA von Pastor J. Hansch

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1946 - 1970

In den Jahren 1961 – 1971 übernahm Paul Schwertfeger die Chorleitung. In dieser Zeit führte er die Kirchenchöre von Bippen und Berge, sowie den Posaunenchor zusammen und veranstaltete zum Sonntag Kantate und in der Adventszeit künstlerisch anspruchvolle Kirchenmusiken. Dabei stand ihm sein Bruder Walter an Orgel und Cembalo zur Seite. Paul Schwertfeger: Sein Lieblingsinstrument war die Violine

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1971 - 1992 EG 503. V1

„Geh aus, mein Herz, und suche Freud” 21 Jahre unter der Leitung von Fritz Bischof

Fritz Bischoff kam als Flüchtling nach Berge und war als Postbote tätig. Er hat die weitaus längste Zeit den Kirchenchor dirigiert und ihn zu klangvoller Größe anwachsen lassen.

„Fritz Bischof hat als Förderer der Musik und des Gesangs während der vergangenen Jahrzehnte beispielhaft in der Gemeinde Berge gewirkt.“ (Udo Hafferkamp in „MGV Berge von 1880“)

Chorsatz in der Handschrift von Fritz Bischof

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In die Zeit von Fritz Bischoff als Chorleiter fällt 1984 die Feier des 50-jährigen Bestehens.

Der evangelische Kirchenchor im Jubiläumsjahr 1984 1. Reihe von links: Ella Wagner, Grete Holz, Emma Bäumer, Helga Weinert, Christa Wolke, Emmi Schneider, Herta Elting, Martha Rabe, Elfriede Spree, Ruth Bischoff 2. Reihe von links: Frau Pastorin Heintke, Sigrid Noffz, Lulu Harbecke, Christel Portala, Anita Diekkamp, Almut Stöve, Silke Wolke-Finke, Marion Schulz, Hildegard Niemann, Fritz Bischoff (Dirigent) 3. Reihe von links: August Hollenberg, Monika Hülshoff, Elisabeth Söhnchen, Marion Rogge, Ilse Kamp 4. Reihe von links: Wilhelm Niemann, Manfred Gädtke, Heinz Schenke, Horst Wolke Es fehlen: Marlies Stöve, Astrid Wolke-Dieker

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1971 - 1992 Aus der Ansprache von Pastorin Ursula Heintke: „Dieses 50-jährige Jubiläum unseres Kirchenchores, das wir in diesem Jahr begehen, ist besser mit einer goldenen Hochzeit zu vergleichen als mit einem 50. Geburtstag. Wer die goldene Braut heute ist, das ist klar: Unser Kirchenchor und der Bräutigam ist die Kirchengemeinde. Wie ein goldenes Jubelpaar dankbar auf 50 Jahre freundliche Führung und begleitenden Segen Gottes zurückblickt, so danken wir heute als Kirchengemeinde mit unserem Chor, daß er uns 50 Jahre beieinander gehalten hat.“

Dank-Urkunde vom Verband evangelischer Kirchenchöre Deutschlands

rechts: Bericht vom Chorjubiläum in der EZ vom 14. April 1985

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1992 - 1999 EG 170

„Komm, Herr, segne uns” Neue Lieder und ein neues Gesangbuch

Die 90er Jahre waren geprägt durch die Einführung des neuen evangelischen Gesanbuchs (EG). Viele neue Lieder, die sich auf Kirchentagen und in den Gemeinden bewährt hatten, fanden Eingang in das 1994 erschienene Liederbuch der Kirche. Auch der Kirchenchor hat dazu beigetragen, das neue Liedgut in der Gemeinde bekannt und beliebt zu machen.

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Mit Frau Angelika Gärdes Falk 1992 – 1995, Kreiskantor Werner Schmidt (1996-1997), Bramsche, und Lehrer i.R. Dietrich Anacker (1997-1999) hat der Chor die neuen Texte und Kompositionen geprobt. Ein Höhepunkt aus dieser Zeit ist das Friedenslied gesungen beim Berger Sängerfest 1999 auf der Wilhelmshöhe unter der Leitung von D. Anacker. Der Chor hätte gern weiter mit ihm gesungen.

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2002 - 2007 Felix Mendelssohn

„Verleih uns Frieden gnädiglich” Mit 1500 Sängern 2002 in Bremen und 2006 in Hildesheim

Höhepunkte dieser Jahre waren die Teilnahmen an den Niedersächsichen Chorfesten in Bremen (2002) und Hildesheim (2006). Die Lieder „Wunderbarer König“, „Von guten Mächten“ und „Freut euch, singt und spielt“ haben den Chor begeistert.

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Mit Kantor Henning Rollwage (2000 – 2002) übten die Chöre aus Quakenbrück und Berge die Matthäuspassion von Heinrich Schütz und führten sie mit Solisten in der St.Silvesterund in der Lutherkirche auf.

Es folgte wieder eine Vakanzzeit der Chorleitung. Dankbar hat der Chor die Dienste von Irmgard Rieke, Thomas Brzakalik und Josef Klus angenommen.

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2002 - 2007

gar die Orge! überdeckt. Das Chorfest des Niedersächsischen Kirchenchorverbandes aber hat jetzt in der Tat alle Dimensionen gesprengt. Zum Abschluss des zweitägigen Gemeinschaftserlebnisses, das Kirchenchöre aus den unterschiedlichen Regionen Niedersachsens für Konzerte und Begegnungen in Hildesheim zusammengeführt hat, schlossen sich nun alle zusammen.

Im himmlischen Jerusalem Niedersächsisches Chorfest vereinigt 1400 Sänger in der Andreaskirche HILDESHEIM Es kommt nicht allzu oft vor, dass die Andreaskirche zu klein ist für die Zahl ihrer Besucher, oder dass der Gesang, der in ihr ertönt, so-

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Beim feierlichen Höhepunkt werden drei Dirigenten benötigt, die, an verschiedenen Stellen des Raumes positioniert, die Hundertschaften von Gesangsenthusiasten bändigen, zusammenführen und dabei nicht die Übersicht verlieren. Besucher finden kaum Sitzplätze, müssen an die Ränder ausweichen, erleben von dort aus Staunenswertes: Circa 1400 in der gesamten Kirche verteilte Sängerinnen und Sänger bringen einen Klang zustande, wie man ihn nicht oft zu hören bekommt.

das Kirchenschiff in volle Fahrt bringen. Dass dabei nicht immer alle musikalisch beieinander bleiben, ist schon deshalb von wenig Belang, weil ein ganz anderer Zusammenhalt im Mittelpunkt steht. „Das gemeinsame Singen“, erklärt Oberlandeskirchenrat Dr. Hans Christian Brandy aus Hannover, „ist gut für die Kirche, für den Glauben und für die Sängerinnen und Sänger selbst.“ Denn wie er bei einschlägigen Soziologen nachgelesen hat, sind „singende Menschen gesünder, schlauer, psychisch belastbarer und lebenszufriedener.“

Die angereisten Chöre freuen sich spürbar über diese Einschätzung, und lassen sich gern von Landesobmann Christian Klatt für ihren Einsatz danken. Der ist schließlich nicht weniger begeistert vom Chorfest in Hildesheim und schwärmt vom „großen Klang in großer Kirche“. Klatt ist überzeugt: „lm himmlischen Jerusalem wird es Mit Stücken von Bach, Men- auch nicht viel besser klingen delssohn und Gabrieli bewegen als heute hier in Hildesheim.“ mot sie sich durch zum Teil acht- bis dreizehnstimmige Gesänge, die Hildeheimer Allg. Zeitung (26. 9. 06)


Handzettel zum Besuch eines Chores aus der Diaspora (Brasilien). Er sang Lieder aus der alten und neuen Heimat.

Im einem Musikalischen Gottesdienst wurden langj채hrige Chormitglieder geehrt

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2002 - 2008

Seit Mai 2004 dirigiert den Chor Tatjana Troffmann aus Molbergen. Sie fordert den Chor mit anspruchsvollen Liedsätzen und hat ihn in ihrer stets freundlichen Art fest in der Hand. Ein Höhepunkt war das Paul-Gerhardt– Jubiläumsjahr mit dem Gedenken an den 400. Geburtstag des großen Liederdichters der evangelischen Kirche.

Plakat zum Musikalischen Gottesdienst im PaulGerhardt-Jahr 2007

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2009 J. S. Bach

„Freut euch, singt und spielt dem Herren neue Lieder” Das Jubiläumsjahr 2009

Viele treue Chormitglieder sind in den vergangenen Jahren von uns gegangen. Sie bleiben in unserer Erinnerung. Immer wieder sind neue Sängerinnen und Sänger zu uns gekommen, so dass der Chor in seiner Mehrstimmigkeit stabil geblieben ist. Wir freuen uns auf die Feiern zum 75-jährigen Jubiläum und singen voller Dank und Zuversicht Gott zur Ehre und den Menschen zur Freude.

Das Jubiläumsjahr 2009 begann mit einem Glühweinabend und dem Hinweis auf das offene Singen in der Lutherkirche (Bersenbrücker Kreisblatt v. 23. Jan. 2009)

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Das Jubiläumsjahr

Jahresprogramm

des Kirchenchores 2009

Mo. 19. Januar

2O.OO Uhr

Erste Chorprobe

Fr.

19.00 Uhr

Kohlessen bei Schohaus

So. 15. März

10.00 Uhr

Singen im Gottesdienst - Passionszeit

Fr.

13. März

19.30 Uhr

70. Geburtstag August Hollenberg

Fr.

10. April

1O.OO Uhr

Karfreitag-Singen im Gottesdienst

Do. 30. April

17.00 Uhr

Goldene Hochzeit Heinz Schenke

So. 10. Mai

1O.OO Uhr

Konfirmation-Singen im Festgottesdienst

19.00 Uhr

70. Geburtstag Christa Wolke

Mo. 25. Mai

2O.OO Uhr

Landessingwart Gauer

Sa. 13. Juni

16.00 Uhr

Berge singt/Offenes Singen

18.00 Uhr

Abend der Begegnung mit Bewirtung

27. Februar

Singen der Chöre, Posaunenchor So. 14. Juni

1O.OO Uhr

Festgottesdienst zum Jubiläum

11.15 Uhr

Empfang und Jubiläumsfeier

Mo. 15. Juni

20.00 Uhr

Letzte Chorprobe vor der Sommerpause

Mo. 22. Juni

19.00 Uhr

Radtour

SOMMERPAUSE Mo. 17. August

20.00 Uhr

Erste Chorprobe nach der Sommerpause

So. 13. Sept.

15.00 Uhr

Kirchenkreis-Chortreffen in Berge

18.00 Uhr

Abendmusik

So. 4. Oktober

10.30 Uhr

Singen im Erntedankgottesdienst

So. 11. Oktober

10.00 Uhr

Goldene Konfirmation - Singen im Festgottesdienst

19.00 Uhr

Gemeindeabend bei Schohaus

So. 6. Dezember

17.00 Uhr

Adventsmusik

Do. 24. Dezember

15.30 Uhr

Singen zur Christvesper in Börstel

Fr.

10.00 Uhr

1. Weihnachtsfeiertag - Singen im Festgottesdienst

25. Dezember

Glühweinabend findet in der 1. Chorprobe 2010 statt. Änderungen bleiben vorbehalten.

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3 x Cantate Domino im Jubiläumsjahr (Handzettel)

Der evangelische Kirchenchor im Jubiläumsjahr 2009 1. Reihe v. lks.: Elke Zimmermann, Christel Portala, Astrid Wolke-Dieker, Annelene Marschall, Herta Elting, Grete Holz, Ludmilla Rebber, Elisabeth Schwarz, Tatjana Fester, Tatjana Troffmann (Leiterin) 2. Reihe v. lks.: Christa Wolke, Leni Mirsch, Almut Stöve, Marlies Stöve, Maria-Elisabeth Hansch, Lulu Harbecke 3. Reihe v. lks.: August Hollenberg, Horst Wolke, Sieglinde Wolf-Ferda, Heinz Schenke, Eva Otten, Dimitri Fester, Hans-Neithardt Hansch, Christoph Otten Es fehlen:

Elisabeth Söhnchen, Sigrid Noffz, Kathrin Hülsmann

Ernst August Zinke und Horst Hafferkamp verstärken den Chor bei besonderen Anlässen.

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Das Jubil채umsjahr

Plakat zum Festwochenende am 13. u. 14. Juni 2009

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An die Chormitglieder und alle, die es noch werden wollen

Seit meiner Schulzeit singe ich im Chor und bis zum heutigen Tag fasziniert mich die Musik und der Gesang. Wie schön ist es, wenn Menschen unterschiedlich im Alter und Charakter beim Singen zu Einklang und Harmonie zusammen finden. In Kemerowo/Sibirien studierte ich Musik und Chorleitung. Nach der Übersiedlung meiner Familie nach Molbergen bekam ich 2004 eine Anfrage vom Ev. Kirchenchor in Berge. Die Art der Kirchenmusik war mir noch nicht vertraut. Um so mehr reizte es mich, auf die Anfrage einzugehen. Gleich bei der ersten Probe wurde mir klar, dass ich die Leitung des Chores gern übernehmen würde. Denn der Chor klang sauber, war gut auf einander eingesungen und verfügte über ein weit reichendes Repertoire. Der Chor ist wie eine Familie, wo man zusammen feiert, einander beisteht in Trauer und Krankheit und miteinander spricht über Freude und Leid. In diesem Chor fühle ich mich aufgenommen wie in einer großen Familie. Ich danke allen Chormitgliedern für die Gemeinschaft, die gute Atmosphäre in den Probestunden, die Verlässlichkeit und die Fürsorge im Blick auf den langen Heimweg. Ich danke Liedervater, Liedermutter und Notenwartin für die große Unterstützung und wünsche uns von ganzem Herzen noch viele Jahre gemeinsames Singen zu Gottes Lob und Preis. Tatjana Troffmann, Chorleiterin

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Nachwort Worte zu Musik und Gesang

Singet dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder!

Psalm 98

Alles, was Odem hat, lobe den Herrn!

Psalm 150

Singt und spielt dem Herrn in eurem Herzen

Epheser 5, V.19

Singen ist eine feine edle Kunst und Übung. Singen hat nichts mit der Welt und nichts mit der Streitsucht zu tun. Wer singt, der sorgt nicht viel. Er schlägt alle Sorgen aus und ist guter Dinge.

Martin Luther

Die Musica ist eine schöne herrliche Gabe Gottes und nahe der Theologie. Die Jugend soll man stets zu dieser Kunst gewöhnen, denn sie macht feine geschickte Leute.

Martin Luther

Wenn ich an Gott denke, ist mein Herz voll von Freude, dass mir die Noten wie von der Spule laufen. Und da mir Gott ein fröhlich Herz gegeben hat, so wird er mir‘s schon verzeihen, wenn ich ihm auch fröhlich diene. Joseph Haydn Wo man singet, laß dich ruhig nieder, ohne Furcht, was man im Lande glaubt; Wo man singet, wird kein Mensch beraubt: Bösewichter haben keine Lieder. Frisch auf denn, liebe Nachtigall, du Wasserfall mit hellem Schall, Gott loben wollen wir vereint, bis dass der lichte Morgen scheint.

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Johann Gottfried Seume

Joseph von Eichendorf


Wir wünschen dem ev. Kirchenchor Berge ein harmonisches Jubiliäumsfest und weiterhin eine klangvolle Zukunft!

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Oelkers, das Druckhaus im Artland, wünscht dem ev. Kirchenchor Berge eine gelungene 75-Jahr-Feier und für die Zukunft immer viel Stimme.

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G.-G. Bittner

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· Berge



75 Jahre ev. Kirchenchor Berge