FAMILOTEL® | Familienmagazin 09/2025

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Familien

REISEGLÜCK

IM HERBST

Viel Spaß beim

Familien-Urlaub im Herbst: Wir stellen die Familotel-Region Südtirol vor

Familotel-Tipps für Wandertouren im Herbst und Winter 4

Wetterfest unterwegs: Pack-Guide für Outdoor-Familien im Urlaub

Herbstzauber zum Abhängen: Kastanien-Mobile selbst gemacht

beim Lesen!

URLAUBSTIPPS

Familienspaß in Südtirol: die schönsten

Familotel-Hotels auf einen Blick

FAMILIENWANDERN IM HERBST

So wird jede Tour zum Naturerlebnis mit Komfort

FARBENFROHE SCHATZSUCHE

Gemeinsam heimische Blätter sammeln und bestimmten

KASTANIEN-BASTELSPASS

Herbstliches Flair für Zuhause mit einem selbstgemachten Mobile

ENTDECKER GESUCHT

Gestalte ein Forschertagebuch für deine schönsten Erinnerungen

WELLNESS BEI FAMILOTEL

Endlich mal die Seele baumeln lassen –mit Angeboten für Groß und Klein

OUTDOOR-SPASS BEI WIND & WETTER

Tipps für entspannte Familienreisen bei jedem Wetter

KEINE LANGEWEILE BEI REGEN

Gemeinsam spielen: die besten Ideen fürs Hotel- und Wohnzimmer

SANKT MARTIN KREATIV ERLEBEN

DIY-Tipps: Laternen selbst basteln –im Urlaub oder Zuhause

ENDLICH ZEIT ZUM LESEN

Buchtipps und Leseproben für Kinder und Erwachsene

Wellness im Familienurlaub: Entspannung pur mit Kind und Kegel

Findet euer PERFEKTES FAMILIENHOTEL

Südtirol neu entdecken: Die Region ist ein Sehnsuchtsort für große und kleine Entdecker. Hier beginnt der Familotel-Urlaub schon beim Ankommen – mit offenen Armen, vielen Ideen und einer Prise italienischem Lebensgefühl.

SÜDTIROL

Ein Familienurlaub in Südtirol ist ein Highlight für die ganze Familie –ob im Sommer in den Bergen und am See oder im Winter im Schnee auf der Skipiste: Hier kommen alle auf ihre Kosten. Besonders, wenn ihr im Familienurlaub gern aktiv seid, wird euch Südtirol begeistern! Hier könnt ihr wandern, klettern, schwimmen, Skifahren und vieles mehr. Taucht ein in die wunderbare Natur und vergesst den Alltag im Südtirol-Familienurlaub.

Südtirol Hoteltipps

FAMILY HOME ALPENHOF

Kaninchenhöhle, Sternwarte oder Märchenschloss? Das Family Home Alpenhof ist ein Ort, der alles sein darf. Natürlich, unkompliziert, charakterstark. Ein Ort der freien Bewegung und Begegnung, der Spielraum lässt für Intuition, Kreativität und Neugier. Auf dem sonnigen Hochplateau von Meransen wartet eine Erlebniswelt, die sich ganz der Natur und der wertvollen WIR-Zeit verschrieben hat: im Winter beim Pistenflitzen im nahen Familienskigebiet, im Sommer beim Planschen und Wandern in Südtirols Bergen.

Hier geht es direkt zum Hotel

ALPURA RETREAT

Ein neues Zeitgefühl. Zeit mit der Familie, Zeit als Eltern, als Paar oder auch für sich. Kinderzeit. Erwachsenenzeit. Ausruhzeit. Naturzeit. Im neuen 5-Sterne-Retreat Alpura bestimmen eure Bedürfnisse den Urlaubstakt. Mit durchdachten Angeboten erlebt ihr jeden Tag den Luxus, eurem individuellen Rhythmus folgen zu können.

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BELLA VISTA

Eingebettet in grüne Wiesen und umrahmt von einer traumhaften Bergkulisse befindet sich das Familienhotel Bella Vista auf 1.500 m Höhe mit einzigartigem Ausblick über den Nationalpark Stilfserjoch. Hier erwartet euch viel Platz zum Erholen und Erleben: Ein Bachlauf zum Spielen, Kleintiere zum Kuscheln, Ponys zum Reiten, ein ganzjährig beheiztes Freischwimmbad, eine Kinderalm zum Heuspringen u. v. m.

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ENGEL GOURMET & SPA

Mitten im schönen Südtirol gelegen, umgeben von der beeindruckenden Berglandschaft der Dolomiten, erwartet euch das Familienhotel mit einem vielseitigen Aktivprogramm, liebevoller Kinderbetreuung, Wasserwelt für Groß und Klein und kulinarischen Genussmomenten. Egal ob Städte erkunden, Berge erklimmen oder einfach nur entspannen – das Engel Gourmet & Spa ist der perfekte Ort für euren Familienurlaub in Südtirol, der noch lange in Erinnerung bleiben wird.

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Südtirol Hoteltipps

HUBER

In Vals, direkt am Eingang des Pustertals und mitten im Wander- und Skigebiet GitschbergJochtal, findet ihr in 1.350 Metern Höhe das familienfreundliche Hotel Huber. Hier erwarten euch spannende Naturerlebnisse, zahlreiche Ausflugsziele in der Almregion, viele Indoorund Outdoor-Spielmöglichkeiten, erholsame Wellness-Momente und echte, herzliche Südtiroler Gastfreundschaft.

Zu den besonderen Highlights des Familienhotels gehören der Erlebnisbauernhof mit Spielscheune und Abenteuerpark und der schöne Wellnessbereich mit Panorama-Hallenbad und Infinity-Pool.

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Familienwandern im Herbst und Winter

SO WIRD JEDE TOUR ZUM NATURERLEBNIS MIT KOMFORT

Wandern mit Kindern ist mehr als Bewegung an der frischen Luft!

Es ist Spaß, Familienzeit und Entschleunigung.

Wer sich zusätzlich ein Familienhotel als Ausgangspunkt gönnt, verbindet Naturerlebnis mit Komfort –und schafft Schritt für Schritt Erinnerungen, von denen Kinder noch lange erzählen.

Damit die Tour nicht in Stress ausartet, lohnt sich eine gute Vorbereitung. Mit den richtigen Tipps wird aus einem einfachen Spaziergang ein Erlebnis für Groß und Klein.

FAMILIENHOTEL ALS BASISLAGER

Ein Familienhotel verwandelt Wandern in einen Rundum-Urlaub.

• Komfort: Trockene Kleidung, gutes Essen, gemütliche Zimmer.

• Service: Lunchpakete, Wanderkarten, InsiderTipps.

• Abwechslung: Kinderbetreuung, Spielplätze und geführte Touren.

So werden Outdoor-Erlebnisse mit Entspannung kombiniert – Eltern können loslassen, während Kinder neue Abenteuer erleben.

ROUTEN, DIE KINDER MOTIVIEREN

Die Wahl der Strecke ist entscheidend. Statt langer Anstiege und endloser Kilometer empfehlen sich Touren, die spannend bleiben. Kleine Highlights wie ein Wasserfall, ein Spielplatz oder ein Aussichtsfelsen sorgen für Motivation. Für Kleinkinder reichen oft 3 bis 5 Kilometer, Schulkinder können schon bis zu 10 Kilometer schaffen. Wer die Route mit Apps oder Wanderkarten plant, kann Höhenmeter und Dauer besser einschätzen.

Extra-Tipp: Bauen Sie eine „Highlight-Pause“ ein –ein Picknick am See oder ein Aussichtspunkt wirken Wunder, wenn die Kräfte schwinden

KLEIDUNG IM HERBST: ZWIEBELPRINZIP SCHLÄGT ALLES

Das Wetter kann schnell umschlagen. Mehrere dünne Lagen sind ideal: Funktionsunterwäsche, Fleecejacken und wind- sowie wasserdichte Outdoorjacken. Warme Socken und feste Schuhe sind Pflicht. Mützen und Handschuhe gehören ab Oktober in jeden Rucksack – auch wenn es morgens noch sonnig ist.

WENN DAS WETTER NICHT MITSPIELT

Regen ist kein Grund, die Pläne zu streichen. Mit wasserdichter Kleidung und einer kürzeren Runde kann die Tour trotzdem Spaß machen. Bei Dauerregen bieten Familienhotels perfekte Alternativen:

Bastelworkshops, Indoor-Spielbereiche oder eine entspannte Familienzeit im Spa.

ENERGIE FÜR UNTERWEGS

Schwere Mahlzeiten machen müde. Besser sind kleine, energiereiche Snacks: Vollkornbrote, Gemüsesticks, Trockenfrüchte. Eine Thermoskanne mit warmem Tee oder Kakao bringt Wohlfühlmomente.

Familien-Tipp: Kinder dürfen beim Vorbereiten des Picknicks mithelfen – das steigert die Vorfreude und sorgt für gesunden Appetit unterwegs

ERINNERUNGEN ZUM MITNEHMEN

Damit der Ausflug lange nachwirkt:

• Ein Wandertagebuch mit Blättern, Steinen und Fotos.

• Eine Erinnerungsbox für Fundstücke.

• Lieblingsgerichte aus dem Hotel nachkochen –so bleibt das Urlaubsgefühl lebendig.

Wir wünschen viel Spaß bei der Planung und Buchung Ihre Familotel-Traumurlaubs im Herbst und Winter.

PACKLISTE FÜR STRESSFREIE TOUREN

Eltern wissen: Wenn unterwegs etwas fehlt, kippt schnell die Stimmung. Ein gut gepackter Rucksack ist Gold wert.

• Snacks und Getränke: Obst, Nüsse, Müsliriegel und Wasser für alle.

• Erste Hilfe: Pflaster, Blasenpflaster, Desinfektionstücher.

• Wetterschutz: Regenponchos, Sonnenschutz, Sitzunterlage.

• Kinder-Extras: Fernglas, Lupen oder Natur-Bingo-Spiele für Entdeckerlaune.

SchatzsucheFarbenfrohe

Der Herbst ist bunt, lebendig und voller kleiner Naturgeheimnisse. Im Familienurlaub gehört der Herbstspaziergang zu den Highlights. Die Idee: Gemeinsam mit den Kindern die Blätter heimischer Bäume bestimmen? Mit einfachen Tipps und kleinen Challenges wird jeder Ausflug zu einem unvergesslichen Familienmoment.

GOLDENE

TAGE – NATUR HAUTNAH ERLEBEN

Wenn sich der Wald in ein leuchtendes Farbenspiel aus Gelb, Orange und Rot verwandelt, ist es Zeit für eine Familienwanderung mit Lernfaktor. Blätter bestimmen ist nicht nur spannend, sondern schärft auch den Blick für die Natur und bringt Kindern spielerisch Wissen über heimische Bäume näher. Ein bisschen Vorbereitung lohnt sich:

• Mitnehmen: Ein kleines Notizbuch, Stifte, Klebestreifen oder eine Sammelmappe, um Blätter zu fixieren.

• Ausrüstung: Eine Lupe für Details, ein kleiner Rucksack für Funde und eine Kamera für Fotos.

• Hilfsmittel: Ein kindgerechtes Bestimmungsbuch oder eine App für Anfänger und Fortgeschrittene.

• Kleidung: Bequeme, wetterfeste Kleidung und rutschfeste Schuhe, da Herbstspaziergänge oft feucht sind.

TIPPS ZUM ERKENNEN VON BÄUMEN UND BLÄTTERN

Neben der Form der Blätter verraten auch Rinde, Früchte und Standort viel über den Baum. Birken erkennt man etwa leicht an ihrer weißen Rinde, Buchen an der glatten, grauen Rinde. Wer genauer hinschaut, entdeckt Samen, Früchte und sogar charakteristische Gerüche.

Farbenfrohe

CHALLENGE FÜR DIE GANZE FAMILIE

• Blätter-Bingo: Jedes Familienmitglied bekommt eine Liste mit fünf Baumarten. Wer zuerst alle Blätter findet, gewinnt.

• Farbensammler: Wer entdeckt die meisten verschiedenen Blattfarben?

• Baum-Puzzle: Fotografiert Bäume von weitem, sammelt Blätter und ordnet sie später zuhause zu.

NACHBEREITUNG:

DIE NATUR INS WOHNZIMMER HOLEN

Nach der Tour können die gesammelten Blätter gepresst und zu Collagen, Lesezeichen oder einem selbst gemachten Herbarium verarbeitet werden. So bleibt der Ausflug noch lange in Erinnerung.

Kleine Blätterkunde für Einsteiger und

Fortgeschrittene

Die heimischen Wälder sind voller Vielfalt. Hier eine Auswahl der häufigsten Blätter. Kannst du die folgenden Blattformen unterscheiden? Welche Zahl passt zu welchem Baum?

• Eiche: Typisch sind tief eingeschnittene, rundliche Lappen und eine robuste Struktur.

• Ahorn: Große, handförmige Blätter mit fünf Spitzen, leicht zu pressen und perfekt für Bastelarbeiten.

• Buche: Glatte, ovale Blätter mit feinem Rand, im Herbst leuchtend gelb.

• Linde: Herzförmige Blätter, leicht zu erkennen und angenehm weich.

• Birke: Dreieckige Blätter mit gezacktem Rand und hellgrünem Schimmer.

• Kastanie: Fingerförmig gefächerte Blätter, besonders groß und auffällig.

Kastanie
3) Birke
Buche
Eiche
6) Linde

Herbstzauber zum

Herbstzauber zum Abhängen

KASTANIEN-MOBILE SELBST GEMACHT

Ein Spaziergang im Herbstwald, raschelnde Blätter unter den Füßen und glänzende Kastanien in der Tasche – perfekt! Noch besser: Aus der Sammelleidenschaft entsteht ein Kastanien-Mobile, das auch Zuhause für herbstliches Flair sorgt. Wir zeigen, wie es geht – einfach, kreativ und reisefreundlich.

HERBSTLICHE SAMMELLEIDENSCHAFT –DER ERSTE SCHRITT

Kastanienbäume sind in Parks, Wäldern und an Alleen leicht zu finden. Am besten sammelt ihr die Kastanien an trockenen Tagen – sie glänzen dann besonders schön. Tipp: Ein kleines Körbchen oder Stoffbeutel verhindert Druckstellen auf der glatten Schale.

MATERIALIEN FÜR DAS KASTANIEN-MOBILE

Dafür braucht ihr nicht viel, denn viele Dinge habt ihr bereits zu Hause:

• Kastanien in verschiedenen Größen

• Holzstäbe, ein stabiler Ast oder ein Metallring als Basis

• Feste Schnur, Baumwollgarn oder dünnes

Lederband

• Einen Kastanienbohrer oder Nagel und Hammer

• Schere, eventuell Heißklebepistole

• Naturdeko: bunte Blätter, Eicheln, Federn

Wer das Mobile unterwegs basteln will, packt die Materialien in eine kleine Basteltasche – perfekt für Regentage im Familienhotel oder die Ferienwohnung.

SCHRITT-FÜR-SCHRITTANLEITUNG

1. Vorbereitung: Kastanien reinigen und gut trocknen lassen.

2. Löcher bohren: Vorsichtig mittig durchbohren – für Kinder übernimmt das besser ein Erwachsener.

3. Schnüre zuschneiden: Unterschiedlich lange Fäden sorgen später für eine schöne Hängedeko.

4. Auffädeln: Kastanien und Naturmaterialien abwechselnd auffädeln, Knoten zwischen den Elementen verhindern das Verrutschen.

5. Anbringen: Fäden am Holzstab oder Ring befestigen und das Mobile gut austarieren.

6. Trocknen: Kastanien-Mobile einige Tage abhängen lassen, damit es gut durchtrocknet und länger hält.

GESCHENKIDEE MIT HERZ

Ein Kastanien-Mobile ist ein persönliches Geschenk: Großeltern, Freunde oder Lehrer freuen sich über ein handgemachtes Stück Natur.

DUFT UND HALTBARKEIT

Frische Kastanien riechen leicht nussig und angenehm natürlich. Nach einigen Tagen Trocknen verfliegt der Geruch, und die Kastanien bleiben wochenlang schön glänzend. Wer mag, kann sie mit Bastellack versiegeln.

KREATIVE RESTEVERWERTUNG

Zu viele Kastanien gesammelt? Perfekt! Daraus lassen sich kleine Tiere basteln:

• Kastanien-Igel mit Zahnstocher-Stacheln

• Kastanien-Männchen mit Streichholz-Armen

• Ein kleines Kastanien-Orchester für den Basteltisch

Entdecker gesucht

Wer mit offenen Augen durch die Natur geht, entdeckt ständig Neues. Ein kleines Forschertagebuch macht diese Erlebnisse sichtbar, greifbar und unvergesslich. Kinder lernen, die Natur zu beobachten, Erwachsene entdecken die Welt mit frischen Augen neu. Dabei braucht es weder komplizierte Ausrüstung noch künstlerisches Talent: Ein schlichtes Notizbuch, ein paar Stifte und ein wenig Neugier reichen schon aus.

Statt Souvenirs vom Urlaubsort gibt es echte Naturerlebnisse zum Nachlesen. Eltern können ihre Kinder motivieren, den Tag zu reflektieren, während sie selbst eigene Beobachtungen ergänzen. Das gemeinsame Blättern zu Hause wird zu einer Reise in die Vergangenheit – und macht Lust auf neue Abenteuer.

DAS RICHTIGE FORMAT

Das Forschertagebuch sollte handlich und robust sein – ideal ist ein DIN-A5-Notizbuch mit festem Einband, das auch im Rucksack nicht knickt. Seiten mit Punkteraster oder Linien erleichtern das Schreiben, blanko Seiten sind perfekt für Zeichnungen. Wer gerne kreativ ist, greift zu einem Skizzenbuch mit etwas dickerem Papier. Ein paar leere Klarsichtfolien oder Umschläge helfen, Blätter, Federn oder kleine Fundstücke sicher aufzubewahren.

BASIS-AUSRÜSTUNG FÜR KLEINE UND GROSSE ENTDECKER

Ein Forschertagebuch lebt von Details –daher ist eine kleine „Forscher-Ausrüstung“ sinnvoll:

• Bleistift und Radiergummi, Fineliner für präzise Notizen

• Bunt- oder Aquarellstifte für Zeichnungen

• Kleber oder Washi-Tape für Fundstücke

• Eine kleine Lupe oder ein Taschenfernglas

• Ein Taschenmesser, um Fundstücke vorsichtig zu untersuchen

• Optional: ein kleines Thermometer oder eine einfache Wetter-App zur Dokumentation

STRUKTUR UND KREATIVITÄT VERBINDEN

Damit Beobachtungen vergleichbar sind, ist es besser, die Seiten einheitlich zu gestalten:

• Datum & Ort: Wo waren wir? Wetterlage, Temperatur, Uhrzeit.

• Beobachtungen: Welche Tiere und Pflanzen haben wir gesehen? Wie viele?

• Geräusche: Vogelgesang, Rascheln im Laub, Wind – alles, was auffällt.

• Besonderheiten: Gab es Spuren im Boden, ungewöhnliche Farben am Himmel oder spannende Begegnungen?

• Skizzen & Fotos: Einfache Zeichnungen oder ausgedruckte Fotos machen jede Seite lebendig.

• Fragen & Ideen: Kinder lieben es, Fragen aufzuschreiben („Warum wachsen die Pilze nur im Schatten?“). So entstehen später kleine Forschungsprojekte.

Tipp: Mit Symbolen oder Stempeln lassen sich Einträge spielerisch gestalten – perfekt für Kinder, die noch nicht schreiben können.

TIERE ZÄHLEN UND NATURPHÄNOMENE FESTHALTEN

Ein Highlight für Kinder ist es, Arten zu entdecken und zu zählen. Dazu reicht es, pro Ausflug eine Liste zu führen: Vögel, Insekten, Eichhörnchen oder besondere Pflanzen. Erwachsene können das um Wetterbeobachtungen erweitern – zum Beispiel Temperatur, Windrichtung, Wolkenformen oder Niederschlag. So lernen Familien, die Natur bewusster wahrzunehmen und Muster zu erkennen: Welche Tiere sieht man zu welcher Jahreszeit? Welche Pflanzen blühen wann?

QUIEEEEEEK! TOKTOKTOK … TIER- UND NATURGERÄUSCHE DOKUMENTIEREN

Geräusche sind oft die unterschätzte Dimension der Natur. Das Forschertagebuch lädt dazu ein, mit geschlossenen Augen zu lauschen und die Geräuschkulisse zu beschreiben: „Rauschen der Bäume“, „Krähenruf“, „Plätschern des Bachs“. Wer möchte, kann Audioaufnahmen mit dem Smartphone ergänzen und einen QR-Code ins Buch kleben – so wird das Tagebuch multimedial.

Wellness im Familienurlaub

Endlich mal die Seele baumeln lassen –einfach herrlich! Und dann noch im Urlaub – viel besser. Ganz klar, die perfekte Auswahl Reiseorts und der Unterkunft ist entscheidend, um allem Bedürfnissen gerecht werden zu können. Also Action, Entspannung und Spaß in einem Hotel, das Familien wirklich „versteht“.

Schon gewusst? In vielen Familotels gehören großzügige Spa- und Wellnessbereiche längst zum Standard. Da gibt’s Adults-only Saunen, die so still sind, dass man sein eigenes Glück atmen hört. Beheizte Pools für kleine Badenixen und große Wasserratten bieten wohligen Komfort. Massagen, bei denen der ganze Alltagsstress einfach mal aus dem Körper gewalkt wird, runden die für Körper, Geist und Seele oft so nötige Erholungspause ab. Yogakurse ergänzen das breite Angebot.

ELTERN ENTSPANNEN. KINDER TOBEN. ALLE GLÜCKLICH.

Wohin mit den Kids? An dieser Frage scheitert so manches Wellness-Vorhaben. Familotel-Gäste haben darauf eine schnelle Antwort: In den liebe-

voll gestalteten Kinderclubs oder auf den Spielwiesen sind die Kinder bestens aufgehoben und betreut – oft 70 Stunden pro Woche und mehr. Beispiel gefällig? Im Sonnenpark in Willingen wartet ein Familien-Wellnessbereich mit Sauna, Dampfbad und Erlebnisduschen. Und wer lieber ohne PlanschAction zur Ruhe kommt, gönnt sich den „Adults only Spa“ mit Kaminlounge, Relax-Zone und Private Spa. Oder das Hotel Egger im Salzburger Land: Eine 1.480 m² große Wellnessoase, in der Eltern zwischen Aroma- und Solegrotte, Kneippbecken und Sanarium beinahe vergessen könnten, dass sie

Familienurlaub

heute noch einen Drachen basteln wollten. Aber keine Sorge: Für die Kids gibt’s beheizte OutdoorPools mit integriertem Kleinkinderbecken – so wird auch der Nachwuchs zum Wellness-Profi.

PIRATENBAD ODER PEELING?

AM BESTEN BEIDES!

Freunde der Ostsee landen gerne im Familien Wellness Hotel Seeklause. Hier trifft Abenteuer auf Auszeit. Während draußen die „Piraten-Insel Usedom“ ruft, wartet drinnen eine 2.000 m² große Wellnessinsel mit fünf Saunen, Erlebnisduschen, Ruhe -

räumen und Wellnessgarten. Klingt nach Luxus? Ist aber Alltag bei Familotel.

WAS BRINGT’S?

Eine Auszeit, die für alle Erholung bedeutet. Kein schlechtes Gewissen, weil man sich einen Moment für sich nimmt. Kein genervtes „Mamaaa, mir ist langweilig!“, wenn man gerade den dritten Aufguss genießt. Stattdessen: Familienzeit, bei der die Balance stimmt. Zwischen Abenteuer und Achtsamkeit. Toben und Träumen. Platschen und Pausieren.

Wetterfest unterwegs

DER PACK-GUIDE

FÜR OUTDOOR-FAMILIEN

Regenjacke oder Softshell? Gummistiefel oder Sneaker? Wer mit Kindern reist, weiß: Schlechtes Wetter gibt es nicht – nur schlechte Kleidung. Doch woran erkennt man wirklich wetterfeste Outfits, wie packt man klug für wechselnde Bedingungen, und welche Fehler kosten Nerven und Komfort? Wir geben Tipps für entspannte Familienreisen, egal, wie das Wetter spielt.

GUT AUSGERÜSTET BEDEUTET NICHT, DEN HALBEN

KLEIDERSCHRANK

MITZUNEHMEN. MIT WENIGEN, GUT AUSGEWÄHLTEN STÜCKEN WIRD JEDE REISE

WETTERFEST – UND FAMILIEN KÖNNEN IHREN

URLAUB GENIESSEN, EGAL, WIE DAS WETTER SPIELT.

Wetterfest heißt vorbereitet

Ein Familienurlaub steht an und der Wetterbericht verspricht alles – von Sonne bis Regen. Klingt anstrengend? Muss es nicht sein. Wer clever packt und auf die richtigen Materialien setzt, ist für alle Eventualitäten gewappnet.

Der Klassiker: das Zwiebelprinzip

Das sogenannte Zwiebelprinzip ist der Schlüssel zu wetterfestem Komfort: mehrere dünne Schichten statt einer dicken Jacke. Eine Funktionsunterwäsche, ein atmungsaktiver Midlayer wie Fleece und eine wind- und wasserdichte Außenschicht sorgen dafür, dass man bei jeder Temperatur flexibel bleibt. So kann man spontan reagieren – ein Vorteil gerade mit Kindern, die schnell ins Schwitzen geraten.

Tipps für den Materialcheck

Nicht jede Jacke, die „Outdoor“ verspricht, hält, was sie verspricht. Die wichtigsten Kriterien für echte

Wetterfestigkeit:

• Wasserdichtigkeit: Achte auf eine Wassersäule von mindestens 10.000 mm.

• Atmungsaktivität: Werte wie 5.000 g/m²/24h zeigen, dass Schweiß entweichen kann.

• Getapte Nähte: Sie verhindern, dass Wasser eindringt.

• Windschutz: Softshell schützt vor Wind, Hardshell vor Regen. Für wechselhaftes Wetter sind KombiJacken ideal.

Tipp: Outdoor-Fachgeschäfte bieten Teststationen und Beratung, damit der Kauf nicht zur Enttäuschung wird.

Die größten Fehler beim Packen

Viele Reisende packen zu spät – oder zu viel. Wer sich nur auf den Wetterbericht verlässt, erlebt Überraschungen. Typische Fehler sind:

• Zu viel Baumwolle: Baumwolle saugt sich mit Wasser voll und trocknet schlecht.

• Zu schwere Kleidung: Dicke Jacken sind unbequem und schwer zu transportieren.

• Kein Ersatz-Outfit: Nasse Kleidung bei Kindern ist ein Garant für schlechte Laune.

• Falsches Schuhwerk: Sneaker sind bei Regen und Matsch keine Lösung.

Wetterfeste Kleidung erkennen und pflegen

Funktionskleidung ist eine echte Investition und reißt Löcher ins Reiseportemonnaie. Umso wichtiger ist es, diese richtig zu pflegen. Auch wenn es möglicherweise etwas mühsam ist: Regelmäßiges Imprägnieren und Waschen mit Spezialmitteln hält die Membranen funktionsfähig.

Flexibel bleiben –unterwegs und zu Hause

Wetterfeste Kleidung gibt Familien Freiheit: spontane Ausflüge, lange Spaziergänge oder Reisen in wechselhafte Klimazonen werden entspannter. Wer außerdem kleine Helfer wie wasserdichte Packsäcke oder Zip-Beutel nutzt, behält selbst im Regen einen trockenen Überblick.

Packliste für Familienreisen im Herbst und Winter

Es ist höchste Zeit für einen kritischen Blick in den Kleiderschrank. Ein Beispiel für ein wetterfestes Basis-Set:

• Regenjacke mit Kapuze, Regenhose und Gummistiefel für jedes Familienmitglied

• Schnell trocknende Shirts und Unterwäsche

• Fleecejacken oder Wollpullover als Midlayer

• Mützen, Stirnbänder und Handschuhe (auch im Sommer in den Bergen sinnvoll)

• Leichte Funktionsschuhe oder Wanderschuhe

• Sonnenschutz (Kopfbedeckung, Sonnencreme, Sonnenbrille)

• Kompakte Regenponchos oder Schirme für Notfälle

Regenwetter? Jetzt erst recht!

SPIELIDEEN FÜRS HOTELZIMMER UND ZUHAUSE

Regenwetter im Urlaub oder ein verregneter Nachmittag zu Hause? Kein Grund für schlechte Laune! Mit unserer großen Familien-Challenge wird jeder Regentag zum Abenteuer – egal, ob im Hotelzimmer, Ferienhaus oder Wohnzimmer. Kreative Spiele, Bewegungsaktionen und Bastelideen bringen Schwung in graue Tage und machen Lust auf gemeinsame Erlebnisse.

ABENTEUERSTIMMUNG STATT LANGEWEILE: REGEN ALS CHANCE Nieselregen, Sturm oder graue Wolken – für viele Familien sind sie ein Stimmungskiller. Doch Regen kann auch der Startschuss für neue Abenteuer sein: Wer draußen Pfützen springt, drinnen Burgen baut und kreative Challenges startet, verwandelt jedes Wetter in ein Erlebnis. Wichtig ist nur ein wenig Planung, ein paar Materialien – und die Bereitschaft, gemeinsam zu lachen.

wetter?

Die große Familien-Challenge

PUNKTE SAMMELN UND GEMEINSAM SPASS HABEN

Um Motivation und Teamgeist zu steigern, verwandeln wir Regentage in ein Familienspiel: Jede Aktivität bringt Punkte. Wer am Ende des Tages die meisten Punkte hat, darf das Abendprogramm bestimmen – oder eine kleine Überraschung aussuchen.

Beispiele für Punktevergabe:

• Kreativ-Aufgabe bestanden: 10 Punkte

• Outdoor-Abenteuer gemeistert: 15 Punkte

• Extra-Lach- oder Spaßfaktor: Bonus 5 Punkte

DAS REGENWETTER-CHALLENGE-SET ZUM MITNEHMEN

Ein kleines „Notfall-Set“ im Gepäck sorgt für Flexibilität:

• Stifte, Papier, Kleber, Schere

• Mini-Spiele (Kartenspiel, Reisespiele)

• Regenkleidung und Gummistiefel

• Ein paar kleine Preise (Sticker, Süßigkeiten, Urlaubs-Souvenirs)

INDOOR-IDEEN FÜR HOTELZIMMER UND ZUHAUSE

1. KISSENBURGEN-WETTBEWERB

Sammelt Kissen, Decken und Möbelstücke und baut eine Burg, die so stabil ist, dass alle Familienmitglieder hineinpassen. Extra-Punkte gibt es für Türme, Fenster und Deko.

2. KREATIV-ATELIER

Buntstifte, Papier, Schere und Kleber reichen aus: Startet eine BastelChallenge! Wer malt das lustigste Regentags-Monster? Wer bastelt den originellsten Hut? Ein improvisierter Laufsteg rundet den Wettbewerb ab.

3. HOTELZIMMER-OLYMPIADE

Erfindet Minispiele, für die ihr nur Alltagsgegenstände braucht:

• Papierkugel-Weitwurf in den Mülleimer

• Socken-Bowling

• Koffer-Staffellauf im Flur

DRAUSSEN IM REGEN:

NATUR ENTDECKEN UND SPASS HABEN

1. PFÜTZEN-SAFARI

Statt dem Regen zu trotzen, nehmt ihn an: Zieht Gummistiefel und Regenjacken an und startet eine Pfützen-Hüpftour. Wer die größte Pfütze findet, bekommt Extra-Punkte.

2. NATUR-BINGO

Bereitet vor dem Urlaub eine Bingo-Karte mit Dingen aus der Natur vor: „Schnecke“, „bunte Blätter“, „Regenwurm“, „Pilz“. Wer draußen die meisten Felder abhakt, gewinnt.

3. REGENTROPFEN-MUSIK

Stellt euch unter Bäume, Dächer oder Laternen und hört, wie unterschiedlich Regen klingt. Eine tolle Übung für Kinder, um ihre Sinne zu schärfen.

Laternen LeuchtenLegenden

SANKT MARTIN KREATIV ERLEBEN

Sankt Martin gehört zu den schönsten Traditionen im Herbst. Mit selbstgebastelten Laternen durch die Straßen ziehen, Lieder singen und die Martinsgeschichte neu erleben – ein urlaubstaugliches Highlight für Kinder – und Eltern! Wir zeigen, wie Laternenbasteln stressfrei gelingt, welche Materialien Sie zu Hause haben sollten, worauf Sie bei Sicherheit achten müssen und wie die Tradition des Umzugs entstanden ist.

Heiligen Martin, der seinen Mantel mit einem frie renden Bettler teilte – ein Symbol für Nächstenliebe und Teilen. Laternenbasteln ist dabei mehr als eine kreative Beschäftigung: Es ist ein Familienritual, das Kindern Werte vermittelt und Vorfreude auf das Fest schafft.

DIE RICHTIGE PLANUNG: BASTELSPASS OHNE STRESS

Bevor es losgeht, lohnt sich ein Blick in den Kalender: Viele Kindergärten oder Gemeinden planen ihre Martinsumzüge frühzeitig, daher ist es gut, ein Bastelwochenende festzulegen. Auch wer im Urlaub oder auf Reisen ist, kann das Laternenbasteln unkompliziert einplanen: Die meisten Materialien passen in eine kleine Kiste oder einen Kulturbeutel und lassen sich sogar im Familienhotel organisieren.

MATERIAL, DAS FAST JEDER ZU HAUSE HAT

Für eine klassische Laterne werden benötigt:

• Tonkarton oder farbiges Transparentpapier

• Schere, Kleber, Basteldraht

• Holzstab oder Laternenstab mit LED-Licht

• Kleine Dekoartikel wie Aufkleber, Sterne, Federn oder Glitzer

Wer kein Bastelset kaufen möchte, findet viele Materialien zu Hause: leere Käseschachteln oder Konservendosen, Glasgefäße und Geschenkpapier lassen sich wunderbar upcyceln. So bleibt das Basteln günstig und nachhaltig.

SICHERHEIT GEHT VOR

Da immer weniger Laternen echte Kerzen enthalten, ist LED-Beleuchtung die beste Wahl: Sie ist sicherer, laterne laufen.

SCHON GEWUSST? WARUM ES DEN MARTINSUMZUG GIBT

Der Laternenumzug ist mehr als ein schöner Brauch: Er erinnert an die Hilfsbereitschaft von Sankt Martin und bringt ganze Gemeinden zusammen. Laternen stehen symbolisch für das Teilen von Licht und Wärme in der dunklen Jahreszeit. Für Kinder wird die Geschichte oft mit Liedern, einem Schauspiel und dem traditionellen Martinsfeuer lebendig – ein Erlebnis, das Werte vermittelt und in Erinnerung bleibt.

LATERNENBASTELN UNTERWEGS: MINIMALISMUS FÜR DIE REISE

Auch im Familienurlaub muss niemand auf Laternen verzichten. Viele Hotels bieten kreative Kinderprogramme an, aber eine eigene Bastelaktion bringt noch mehr Familienzeit. Ein Bastelset nimmt kaum Platz im Koffer weg: Schere, Kleber und Draht passen ins Kulturbeutel-Format, Tonkarton lässt sich in einem Mappenumschlag transportieren. So ist Laternenbasteln auch unterwegs möglich.

ERNÄHRUNG UND STIMMUNG: KLEINE HELFER FÜR EINEN GELUNGENEN BASTELABEND

Ein Bastelnachmittag ist für Kinder aufregend – und manchmal anstrengend. Ein Teller mit Apfelschnitzen, Keksen und warmem Tee sorgt für gute Laune. Wer möchte, kann den Abend mit einer gemütlichen Vorlesestunde abrunden und die Martinsgeschichte kindgerecht erzählen – so wird das Basteln zu einem stimmungsvollen Familienmoment.

ERINNERUNGEN SCHAFFEN, TRADITION

ERLEBEN

Die Laterne ist mehr als ein Bastelprojekt: Sie ist ein Erinnerungsstück an gemeinsame Zeit, Kreativität und Wertevermittlung. Kinder sind stolz auf ihr Werk – und Eltern schaffen Traditionen, die Jahr für Jahr ein Stück Geborgenheit vermitteln.

Sankt Martin

Sankt Martin, der Namensgeber des Laternenumzugs, war Martin von Tours (316/317–397 n. Chr.), ein römischer Soldat, der später Bischof von Tours in Frankreich wurde.

Er ist eine der bekanntesten Heiligengestalten des Christentums, weil er Nächstenliebe und Bescheidenheit verkörpert. Die berühmteste Legende erzählt, wie Martin an einem kalten Wintertag einem frierenden Bettler begegnete. Er teilte spontan seinen Offiziersmantel mit dem Schwert in zwei Hälften und gab dem Mann eine Hälfte, um ihn zu wärmen. In der folgenden Nacht erschien ihm Christus im Traum, bekleidet mit dem Mantelstück, und dankte ihm dafür. Dieses Erlebnis soll Martin tief geprägt haben: Er ließ sich taufen, verließ das Militär und wurde später Mönch und schließlich Bischof von Tours.

Warum der Umzug seinen Namen trägt:

Der Laternenumzug zu Sankt Martin symbolisiert das Teilen von Licht und Wärme in der dunklen Jahreszeit. Er findet rund um den 11. November statt, dem Gedenktag von Sankt Martin, und ist ein traditionelles Fest in vielen europäischen Ländern, besonders für Kinder. Die Laternen, Lieder und oft auch ein Martinsfeuer erinnern an Martins Güte und an den Gedanken, füreinander da zu sein.

Mehr leckere Rezeptideen findet ihr auf www.oetker.de

HerbstlicherKürbiskuchen

Kürbiskuchen

BENÖTIGT WERDEN

• etwa 500 g Hokkaido-Kürbis

• 100 g Walnüsse

• 4 Eier (Größe M)

• 200 g brauner Zucker

• 1 Pck. Dr. Oetker Bourbon Vanille-Zucker

• 1 Pr. Salz

• 300 ml Speiseöl, z. B. Sonnenblumenöl

• 400 g Weizenmehl

• 3 gestr. TL Dr. Oetker Original Backin

• 1 gestr. TL gemahlener Zimt

• ½ TL gemahlene Muskatnuss

• 1 Msp. gemahlene Gewürznelken

• Puderzucker zum Bestreuen

Wie backe ich einen saftigen Kürbiskuchen?

VORBEREITEN

Hokkaido waschen, halbieren, Kerne entfer- nen und Fruchtfleisch grob raspeln. Walnüsse grob hacken. Einen Bogen Backpapier in die Springform einspannen. Backofen vorheizen. Ober- und Unterhitze: etwa 180 °C Heißluft: etwa 160 °C

KÜRBISKUCHEN BACKEN

Eier, Zucker, Bourbon Vanille-Zucker und Salz in einer Rührschüssel mit einem Mixer (Rühr- stäbe) 2 Min. schaumig schlagen. Speiseöl unterrühren. Mehl, Backin, Zimt, Muskatnuss und Nelken mischen und kurz auf mittlerer Stufe unterrühren. Walnüsse und Kürbisraspel kurz unterrühren. Teig in der Springform gleichmäßig verteilen. Form auf dem Rost in den Backofen schieben.

Einschub: unteres Drittel

Backzeit: etwa 65 Min. Springformrand lösen und entfernen. Kürbis- kuchen mit dem Backpapier auf einen Kuchenrost ziehen und erkalten lassen.

KÜRBISKUCHEN VERZIEREN

Den Kürbiskuchen mit Puderzucker bestreuen und servieren.

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URLAUB Endlich Zeit

URLAUB Zeit zum Lesen

Lesetipps für den Herbst

Muriel Zürcher: Mama, Papa, ab ins Bett! dtv, 32 Seiten, 15 Euro

Lesealter: ab 4 Jahren

ISBN: 978-3-423-76583-1

Katja Gehrmann: Philippa oder Gespenster wäscht man nicht dtv, 96 Seiten, 15 Euro

Lesealter: ab 5 Jahren

ISBN: 978-3-423-76584-8

KINDERBUCH

LUSTIGES EINSCHLAF-BUCH MIT VERKEHRTEN ROLLEN

Singen, schaukeln, vorlesen, Nachtlicht einschalten, Kuscheltier kraulen … Es gibt ja so viel zu tun, bis Kinder endlich schlafen wollen. Aber stimmt das überhaupt? In diesem lustigen Einschlafbuch sind es die Eltern, die das tägliche Einschlafritual brauchen. Immer wieder klopfen sie mit einer neuen Idee an die Kinderzimmertür! Und das Kind? Möchte sich doch eigentlich nur nach getaner Arbeit hinlegen und die Augen schließen. Ganz ruhig.

KINDERBUCH

DIESE GESPENSTER SIND

EINFACH ZUM KNUDDELN

Philippa und ihr Hund Rudolfito brauchen eine neue Bleibe. In einer alten, verstaubten Villa finden sie Unterschlupf und richten sich dort gemütlich ein. Das freut vor allem die drei Gespenster, Ferdinand, Margarete-Louise und Sir Egmont, die sich schon seit Ewigkeiten auf dem Dachboden langweilen. Endlich ist wieder jemand da, den sie erschrecken und vertreiben können. Doch mit einer Bewohnerin wie Philippa hatten die drei es noch nie zu tun ...

ISBN: 978-3-423-26445-7

REGIONALKRIMI

DER 13. FALL SOLL UNGLÜCK BRINGEN? SO EIN SCHMARRN! ODER?

Als ob der Eberhofer Franz nicht schon Ärger genug hätt: Nein, jetzt muss die Susi-Maus sich auch noch als frischgebackene Bürgermeisterin wichtigmachen. Dabei hat er ganz andere Sorgen, als seiner vielbeschäftigten Frau alles hinterherzutragen. Noch dazu, wo er nämlich einen Mordfall hat, einen waschechten. Zumindest glaubt das der Richter Moratschek, dessen geliebte Patentochter Letitia bestimmt nicht von ganz allein in Südtirol vom Berg gestürzt ist. Dem Eberhofer kommt das auch ganz spanisch vor – oder eher italienisch! Und so kraxelt er schon bald auf den Spuren des vermeintlichen Mordopfers in den Dolomiten herum. Und der Rudi, der muss derweil beim Hauptverdächtigen auf dem Campingplatz ermitteln – inkognito versteht sich. Na, sauber!

THRILLER

EINE VERLASSENE PSYCHIATRIE UND EIN MYSTERIÖSER LEICHENFUND

Oktober 1987. Aus der psychiatrischen Klinik St. Lars verschwinden der 23-jährige Tommy und die psychisch instabile Ann-Louise, 17. Hinweise auf ein Gewaltverbrechen gibt es nicht. 35 Jahre später wird in der ehemaligen Klinik – das Gebäude ist längst zur Ruine verfallen – ein verwester Leichnam gefunden, in eine Wand eingemauert: Tommy, gestorben an Herzstillstand, angeblich aufgrund einer Überdosis Beruhigungsmittel. Das Ermittlerduo Fredrika Storm und Henry Calment rollt den Fall wieder auf, auch wenn die Spurenlage mehr als dürftig ist, befragen den früheren Klinikleiter, Ärzte und Pfleger. Was ist in der Oktobernacht passiert? Sie ernten nur Schulterzucken, keiner weiß etwas, keiner erinnert sich. Fredrika und Henry sind überzeugt: Sie lügen alle! Während die beiden Ermittler sich mühsam in die Vergangenheit graben, gibt es einen weiteren Toten: Roger, seinerzeit Pfleger in St. Lars. Was wusste er, das ihm den Tod brachte? Welche Vorfälle in der Klinik werden seit Jahrzehnten vertuscht?

Frida Skybäck: Eisenblume dtv, 432 Seiten, 17 Euro
ISBN: 978-3-423-26429-7
Rita Falk: Apfelstrudel-Alibi dtv, 336 Seiten, 18 Euro

Andrzej Sapkowski: Kreuzweg der Raben dtv, 352 Seiten, 25 Euro

ISBN: 978-3-423-28511-7

FANTASY-ROMAN

DAS GRÖSSTE FANTASY-EPOS UNSERER ZEIT!

Das Prequel zur weltweit erfolgreichsten Fantasy-Reihe: Nach den harten Jahren der Ausbildung macht der junge Geralt seine ersten Schritte als Hexer und muss sich schon bald tödlichen Gefahren stellen. Im Land Kaedwen beginnt sein Weg, doch Geralt ist nicht allein. Ihm zur Seite steht sein Mentor Preston Holt, der Geralt vor dem Tod rettet – aber dann zum Geächteten wird. Bewaffnet mit zwei Runenschwertern kämpft Geralt fortan im Zeichen des Kodex, für das ungeschriebene Gesetz der Hexer. Gegen die Brut der Ungeheuer, vor denen die Menschheit erzittert. … Die schöne, geheimnisvolle Zauberin Vrai Natteraven scheint seine wichtigste Verbündete zu werden, doch die Intrigen, in die sie verwickelt ist, holen auch Geralt ein. Schwer verwundet, muss er sich dem Bösen stellen.

Exklusives Autoreninterview, Gewinnspiele und vieles mehr unter www.dtv.de/witcher

dtv, 320 Seiten, 14 Euro

ISBN: 978-3-423-35266-6

SACHBUCH

DER BESTE START INS LERNEN

Dein Kind kommt in die Schule! Ein großer neuer Lebensabschnitt steht bevor. Hallo Lernen – Den Schulstart kinderleicht meistern ist mehr als ein Ratgeber zur Einschulung. Ina Lehr zeigt, wie du dein Kind beim Einstieg in die Welt des Lernens individuell begleiten kannst – so, dass jedes Kind sein volles Potenzial entfalten kann. Ob in der Vorschule oder der ersten Klasse – dieses Buch hat alles, was ihr für einen erfolgreichen Schulstart braucht. Anhand der fünf Säulen der Hallo-Lernen-Lernmethode räumt sie mit negativen Vorurteilen auf und gibt dir Wissen an die Hand, wie du dein Kind ideal dabei begleiten kannst.

Ina Lehr: Hallo Lernen!

Leseprobe für Kids

SAM HAT ALLE PFOTEN VOLL ZU TUN

Der kleine Mops Sam hat seine eigene Sicht auf die Welt –mit der er fast ausnahmslos immer daneben liegt. So oft, dass er selbst davon überzeugt ist, Nein-Sam zu heißen. Gerade hat er alle Pfoten damit zu tun, seine neue Familie zu beschützen. Alle – außer Sam – haben keine Ahnung von den Gefahren, die da draußen auf sie lauern. Aber ausgerechnet die beiden verdächtigen Typen, die vor dem Haus herumlungern, hält Sam für seine neuen besten Freunde. Wird es ihm gelingen, seine Familie zu schützen? Wird am Ende aus Nein-Sam sogar Bravo-Sam?

Das zum Jaulen komische Tagebuch eines ahnungslosen Mopses!

Will ich haben!

Hier gibt‘s alle Infos zum Buch

Drew Daywalt: Alle nennen mich Nein-Sam –Ein ahnungsloser Mops beißt sich durch dtv, Hardcover, 224 Seiten, 15 Euro, ISBN: 978-3-423-76585-5

Lesealter: ab 8 Jahren

Alle nennen mich

Ein ahnungsloser Mops beißt sich durch von NEIN-SAM!

So wie es DREW DAYWALT diktiert wurde

Illustrationen von Mike Lowery und Nein-Sam!

Aus dem amerikanischen Englisch von Alexandra Rak

L IEBES TAGEBUCH ,

ich denke, ich sollte mich besser vorstellen, da ich heute zum allerersten Mal Tagebuch schreibe.

Ich heiße NEIN-SAM! und ich bin ein Mensch. Das bin ich.

MENSCH TAG 1

Drew Daywalt: Alle nennen mich Nein-Sam

Das ist aber nicht der Name, mit dem ich geboren wurde. In Wirklichkeit heiße ich Knurro-Wuff-Wuff. Doch da dieser Name für Mike, das Nacktaffenwesen, mit dem ich früher zusammenlebte, anscheinend unaussprechlich war, musste ich mich mit dem Namen abfinden, den er mir gab: NEIN-SAM!

NEINSAM!

Und das ist Mike.

MIKE

Mike ist hundertsechsundneunzig Jahre alt, in Nacktaffenwesen-Jahren ist er erst achtundzwanzig. Glaube ich zumindest. Rechne lieber selber noch mal nach.

Die meiste Zeit war Mike nicht einmal da. Er ging frühmorgens aus dem Haus und kam abends erst superspät wieder. Obwohl meine Tage also ein bisschen einsam waren, fand ich das gar nicht so schlimm. Immerhin hat er den Fernseher angelassen und ich konnte wenigstens Nachrichten schauen.

Drew Daywalt: Alle nennen mich Nein-Sam

Jetzt auf dem Horrorsender

Zurzeit gibt es nur schlechte Nachrichten.

Mike ging nie mit mir spazieren und das ist in Ordnung. Nachdem ich die Nachrichten gesehen hatte, verstand ich, weshalb. Die Welt dort draußen war gefährlich, voller Piraten und Monster und Killerroboter. Wenn Mike abends von der Arbeit nach Hause kam, duschte er immer, ging wieder weg und ich schaute einfach weiter Nachrichten.

Allmählich fragte ich mich allerdings, weshalb Mike überhaupt einen Menschen wie mich um sich haben wollte. Es ist doch so, dass Menschen und Nacktaffenwesen seit Anbeginn der Zeit einen Vertrag geschlossen haben, über den nicht groß geredet wird. Er legt fest, warum wir als Team zusammenleben und -arbeiten. Menschen wie ich haben die Rolle des Verteidigers unseres Zuhauses übernommen. Unterm Strich haben wir als Spezies einiges zu bieten.

Die armen, begriffsstutzigen Nacktaffenwesen wiederum haben kein warmes Fell, keine Krallen, stumpfe Zähne, keinen Geruchssinn, ein schlechtes Gehör und bloß zwei Beine zum Rennen. Wirklich erbärmlich.

Doch einen Vorteil haben sie uns Menschen gegenüber, nämlich …

Sams wunderbare, wahnsinnstolle

Überlebensmerkmale

scharfe Zähne

G R R R R R R

überragende Intelligenz

warmes

Fell Mensch unglaublich schnell scharfe Krallen furchterregender Todesschrei

Hände.

Wodurch sie drei wesentliche Dinge besser können: streicheln, hinter den Ohren kraulen und Tüten mit Lebensmitteln öffnen.

Und während Mike beim Öffnen von Lebensmitteltüten ganz brauchbar war, erfüllte er im Bereich »Streicheln und Kraulen« die Anforderungen in keinster Weise. Und das kapierte ich ehrlich gesagt nicht. Aber bei Mike kapierte ich so manches nicht. An

seinem Geburtstag wollte ich beispielsweise mein liebstes Kauspielzeug mit ihm teilen.

Mike gefiel das Geschenk nicht. Da wurde mir klar, dass Mike und ich nicht zusammenpassten. Also rannte ich weg.

NEIN SA M !

Drew Daywalt: Alle nennen mich Nein-Sam

Und landete deshalb im Gefängnis. Aber weißt du was? Das Gefängnis ist gar nicht so schlimm. Zumindest im Vergleich zu Mike. Er roch immer wütend und missmutig. Keine Ahnung, ob du die beiden Sachen schon einmal gerochen hast, aber es riecht schrecklich. Ein bisschen nach vergammeltem Fisch, der in stinkende Mayonnaise und scharfe Soße getunkt wurde.

TIERHEI M

Sämtliche Wärter sind Nacktaffenwesen. Ich versuchte, sie zu fragen, wann ich wieder herauskäme, doch sie schienen nicht einmal zu verstehen, was ich sagte.

BELL

BELL BELL BELL

Keine Sorge, Schatz. Bestimmt wirst du schon gesucht und bald abgeholt.

Ich glaube, sie wollte mich trösten, doch allein beim Gedanken, dass Mike hier auftauchte und mich mit zurücknahm, lief es mir eiskalt über den Rücken.

Wieder bei ihm zu leben, wäre das Schlimmste, was passieren könnte.

Als ich mich am Abend bettfertig machte, kam eine der Wärterinnen vorbei und stieß eine unheilvolle Warnung aus.

GUTE NEUIGKEITEN, KLEINER KERL!

Morgen kommt eine Familie, die nach einem Mops sucht. Die haben es auf dich abgesehen!

Ihre Worte ließen mich nicht los. Zunächst einmal, was bitte schön ist ein Mops? Außerdem die Drohung »auf mich abgesehen«? Ich habe genug Fernsehen geschaut, um zu wissen, was das bedeutet.

Das bedeutet NINJA-KILLERKOMMANDO!

Drew Daywalt: Alle nennen mich Nein-Sam

Die Verfilmung ist ab 10.10. auf Netflix zu sehen. Mehr Infos

Der neue Ruth Ware-Krimi „The Woman in Suite 11“ erscheint am 29.12.2025. Mehr Infos auf www.dtv.de

Leseprobe nur für Eltern

WIE KANN EINE FRAU VERSCHWINDEN, DIE ES NIE GEGEBEN HAT?

Die Reise auf einem Luxusschiff mit Kurs auf die norwegischen Fjorde: Für die Journalistin Lo Blacklock ein wahr gewordener Traum. Doch gleich in der ersten Nacht auf See erwacht sie von einem Schrei aus der Nachbarkabine. Sie hört, wie etwas ins Wasser geworfen wird – etwas Schweres, wie ein menschlicher Körper. Lo alarmiert den Sicherheitsoffizier. Aber die Nachbarkabine ist leer, ohne das geringste Anzeichen, dass hier jemand gewohnt hat. Die junge Frau aus Kabine 10, mit der Lo noch am Vortag gesprochen hat, scheint nie existiert zu haben.

Will ich haben!

Hier gibt‘s alle Infos zum Buch

Ruth Ware: The Woman in Cabin 10 dtv, Taschenbuch, 400 Seiten, 13 Euro

ISBN: 978-3-423-21777-4

In meinem Traum trieb die Frau in den kalten, lichtlosen Tiefen der Nordsee, weit unter den peitschenden Wellen und den Schreien der Möwen. Ihre lachenden Augen waren weiß und vom Salzwasser aufgequollen, die bleiche Haut runzlig, und ihre Kleider hingen, von spitzen Felsen zerrissen, in Fetzen an ihrem Leib.

Ich sah ihre langen schwarzen Haare, die im Wasser wie dunkles Seegras wogten, sich in Muscheln und Fischernetzen verfingen und von der Strömung ans Ufer gespült wurden. Wie schlaffe, zerfranste Seile lagen sie am Strand, während das Geräusch der Wellen, die unablässig gegen den Kies schlugen, in meinen Ohren dröhnte.

Als ich aufwachte, war ich vor Angst wie gelähmt. Ich brauchte eine Weile, bis ich wieder wusste, wo ich war, und noch länger, um zu begreifen, dass das Rauschen in meinen Ohren nicht Teil meines Traums war. Es war real.

Das Zimmer war dunkel, in der Luft lag der gleiche feuchte Dunst wie in meinem Traum, und als ich mich aufsetzte, spürte ich einen Luftzug auf der Wange. Das Geräusch schien aus dem Bad zu kommen.

Zitternd stieg ich aus dem Bett. Die Tür zum Bad war geschlossen, doch als ich näher hinging, wurde das Rauschen lauter. Mein Puls ging schneller. Ich fasste mir ein Herz und stieß die Tür auf. Das Prasseln der Dusche erfüllte den kleinen Raum, während ich mit bebenden Fingern nach dem Lichtschalter tastete. Licht durchflutete das Bad – und da sah ich es.

Auf dem beschlagenen Spiegel stand in riesigen Buchstaben: HALT DICH RAUS.

Freitag, 18. September

Das erste Anzeichen, dass etwas nicht stimmte, waren die Pfoten der Katze auf meinem Gesicht, die mich mitten in der Nacht aus dem Schlaf rissen. Ich hatte wohl am Abend die Küchentür offen gelassen. Es rächte sich eben, betrunken nach Hause zu kommen.

»Hau ab«, stöhnte ich. Delilah miaute und stieß ihr Köpfchen gegen mein Kinn. Ich vergrub das Gesicht im Kissen, was allerdings nur dazu führte, dass sie den Kopf jetzt an meinem Ohr rieb, und so rollte ich mich schließlich auf die Seite und schubste sie gnadenlos vom Bett.

Mit einem entrüsteten Maunzen plumpste sie auf den Boden, und ich zog mir die Decke über den Kopf. Aber selbst durch die Stoffschicht konnte ich deutlich hören, wie Delilah an der Tür scharrte, die leicht im Rahmen klapperte.

Die Tür war zu.

Mit klopfendem Herzen setzte ich mich auf, worauf Delilah ein freudiges Miauen ausstieß und mit einem Satz zurück auf dem Bett war. Ich drückte sie fest an mich, damit sie stillhielt, und lauschte.

Vielleicht hatte ich vergessen, die Küchentür zu schließen, oder sie zugeschlagen, ohne darauf zu achten, ob sie richtig ins Schloss fiel. Aber die Schlafzimmertür ging nach außen auf –eine der Macken meiner eigenwillig geschnittenen Wohnung. Die Katze konnte sich unmöglich hier eingeschlossen haben. Jemand musste die Tür zugemacht haben.

Ich saß da wie erstarrt, presste Delilahs warmen, bebenden Körper an mich und horchte. Nichts.

Dann ging mir ein Licht auf – sie musste sich unter dem Bett versteckt haben, als ich nach Hause kam, sodass ich sie versehentlich hier drin eingesperrt hatte. Mir fiel ein Stein vom Herzen. Ich konnte mich zwar nicht erinnern, die Schlafzimmertür geschlossen zu haben, aber vielleicht hatte ich sie geistesabwesend hinter mir zugezogen, als ich ins Bett ging. Ehrlich gesagt war ab der U-Bahn-Station alles ziemlich verschwommen. Schon auf der Heimfahrt hatten sich die Kopfschmerzen eingestellt, und jetzt, wo meine Panik langsam verebbte, meldeten sie sich im Hinterkopf wieder. Ich musste wirklich aufhören, unter der Woche Alkohol zu trinken. Mit zwanzig war das in Ordnung gewesen, aber inzwischen konnte ich den Kater nicht mehr so leicht abschütteln.

Delilah wand sich in meiner Umklammerung und bohrte mir die Krallen in den Unterarm, sodass ich sie schließlich losließ, nach meinem Morgenmantel griff und ihn überzog. Dann nahm ich sie wieder hoch, entschlossen, sie hinaus in die Küche zu befördern.

Als ich die Schlafzimmertür öffnete, stand da ein Mann.

Ich würde wirklich gerne beschreiben, wie er aussah, aber ich habe nicht die geringste Ahnung. Das sagte ich auch der Polizei. Ungefähr fünfundzwanzigmal. »Haben Sie denn nirgends ein Stück Haut gesehen? Auch nicht ganz kurz? Nicht mal am Handgelenk?«, fragten sie immer wieder. Nein, nein und nein. Er trug einen Kapuzenpulli, ein Tuch über Nase und Mund, alles andere lag im Schatten. Bis auf seine Hände.

Er trug Latexhandschuhe. Dieses Detail war es, das mich in Panik versetzte. Die Handschuhe sagten mir: Ich weiß, was ich tue. Sie sagten: Ich bin vorbereitet. Sie sagten: Vielleicht geht es mir um mehr als dein Geld.

Eine endlose Sekunde lang standen wir einander gegenüber, fixierten seine glänzenden Augen meine.

Tausend Gedanken auf einmal rasten mir durch den Kopf: Wo ist mein Handy? Warum habe ich nur so viel getrunken? Nüchtern hätte ich ihn reinkommen hören. Oh Gott, wäre doch bloß Judah hier.

Und dann die Handschuhe. Himmel, diese Handschuhe. So professionell. So klinisch.

Ich sagte nichts, rührte mich nicht. Ich stand einfach nur da, in meinem schäbigen Morgenmantel, und zitterte. Delilah strampelte sich aus meinen erschlafften Armen frei und raste durch den Flur in Richtung Küche.

Bitte, dachte ich. Bitte tu mir nicht weh.

Wo war nur mein Handy?

Dann sah ich, dass der Mann etwas in den Händen hielt. Meine Handtasche – die neue Burberry-Tasche, was mir allerdings in dem Moment vollkommen irrelevant erschien. An der Tasche war nur eines wichtig: Mein Handy war darin.

Um seine Augen herum bildeten sich Fältchen, sodass ich mich fragte, ob er hinter der Maskierung vielleicht lächelte. Ich spürte, wie mir das Blut aus Kopf und Fingern wich, sich in meiner Körpermitte sammelte, um mich auf das vorzubereiten, was jetzt kam. Kampf oder Flucht – was auch immer angebrachter schien.

Er machte einen Schritt nach vorn.

»Nein«, sagte ich. Es sollte klingen wie ein Befehl, doch es wurde ein dünnes, ängstliches Flehen: »N-nei … « Weiter kam ich nicht. Er knallte die Tür vor mir zu, wobei sie mich an der Wange erwischte.

Eine ganze Weile stand ich wie angewurzelt da und hielt mir die Hand ans Gesicht, stumm vor Schock und Schmerz. Meine Finger waren eisig, aber auf der Wange spürte ich etwas Warmes und Feuchtes. Es dauerte eine Weile, bis ich begriff,

dass ich blutete. Die Zierleiste an der Tür hatte mir eine Platzwunde eingetragen.

Am liebsten wollte ich ins Bett zurück, den Kopf unters Kissen stecken und einfach nur weinen. Doch eine fiese kleine Stimme in meinem Kopf wiederholte unablässig: Er ist immer noch da. Was, wenn er ins Zimmer kommt? Wenn er dich holen kommt?

Plötzlich polterte es im Flur, als wäre etwas zu Boden gefallen. Angst durchzuckte mich, doch statt aus meiner Schockstarre zu erwachen, war ich wie gelähmt. Komm nicht zurück. Komm nicht zurück. Ich merkte, dass ich die Luft anhielt, und zwang mich, tief und zittrig auszuatmen, bevor ich ganz langsam die Hand in Richtung Tür ausstreckte.

Wieder hörte ich ein Krachen im Flur – das Splittern von Glas – , und da packte ich den Türknauf und stemmte die Füße in den Boden, wild entschlossen, die Tür so lange wie möglich zuzuhalten. Meine nackten Zehen krallten sich in die Lücken zwischen den alten Dielen. Mit angezogenen Knien hockte ich da und versuchte, mein Schluchzen im Stoff des Morgenmantels zu ersticken, während ich zuhörte, wie er die ganze Wohnung durchwühlte. Ich hoffte inständig, dass Delilah inzwischen im Garten war, in Sicherheit.

Endlich, eine halbe Ewigkeit später, hörte ich, wie die Haustür auf- und wieder zuging. Ich blieb sitzen, das Gesicht gegen die Knie gepresst, um mein Weinen zu dämpfen, denn ich konnte nicht glauben, dass er wirklich weg war. Dass er nicht wiederkommen würde, um mir wehzutun. Meine Finger waren schon ganz taub und steif, trotzdem wagte ich es nicht, den Griff loszulassen.

Wieder sah ich die kräftigen Hände vor mir, das fahle Weiß der Latexhandschuhe.

Ich weiß nicht, wie lange das noch so weitergegangen wäre. Vielleicht hätte ich die ganze Nacht dort gehockt, unfähig, mich zu rühren. Doch dann hörte ich die Katze draußen miauen und an der Tür kratzen.

»Delilah«, krächzte ich. Meine Stimme zitterte so sehr, dass sie nicht mehr nach mir klang. »Hey, Delilah.«

Durch die Tür hörte ich sie schnurren, und das vertraute, tiefe, kettensägenartige Rasseln brach schließlich den Bann.

Meine verkrampften Finger lösten sich. Ich streckte sie vorsichtig, was ziemlich wehtat, dann stand ich auf, versuchte, meine zitternden Beine zu stabilisieren, und drehte am Türknauf.

Er drehte sich. Mühelos. Viel zu leicht, ohne dass sich der Schnapper einen Millimeter rührte. Der Typ hatte von außen die Spindel entfernt.

Scheiße.

Scheiße, Scheiße, Scheiße.

Ich saß in der Falle.

Erst nach zwei Stunden konnte ich mich aus dem Zimmer befreien. Festnetz hatte ich keines, sodass ich niemanden anrufen konnte, und mein Schlafzimmerfenster war vergittert. Ich stocherte so lange mit meiner besten Nagelfeile am Schloss herum, bis sie abbrach, doch schließlich gelang es mir, die Tür zu öffnen, und ich wagte mich vorsichtig in den schmalen Flur hinaus. Obwohl meine Wohnung nur aus drei Räumen bestand – Küche, Schlafzimmer und ein winziges Bad – und man sie eigentlich von meiner Zimmertür aus komplett einsehen konnte, verspürte ich das dringende Bedürfnis, jeden noch so kleinen Winkel zu kontrollieren, selbst den Schrank im Flur, in dem ich meinen Staubsauger aufbewahrte. Ich musste einfach sichergehen, dass der Typ wirklich weg war.

Zitternd und mit pochendem Schädel ging ich nach draußen und stieg die Stufen zur Wohnung meiner Nachbarin hinauf. Über die Schulter spähte ich zurück auf die nächtliche Straße, während ich darauf wartete, dass Mrs Johnson öffnete. Nach meiner Schätzung musste es etwa vier Uhr morgens sein, und es dauerte eine Ewigkeit, bis mein Klopfen sie endlich weckte. Schließlich hörte ich sie murrend die Treppe herunterstapfen. Sie öffnete die Tür einen Spaltbreit. In ihrer Miene spiegelte sich eine Mischung aus Schlaftrunkenheit und Furcht. Doch als sie mich im Morgenmantel auf ihrer Türschwelle erblickte, Gesicht und Hände voller Blut, riss sie die Augen auf und löste hastig die Kette von der Tür.

»Ach du liebe Zeit! Was ist denn mit Ihnen passiert?«

»Ein Einbrecher.«

Das Sprechen fiel mir schwer. Ich weiß nicht, ob es an der kühlen Herbstluft oder am Schock lag, aber auf einmal zitterte ich am ganzen Körper, und meine Zähne klapperten so sehr, dass ich Angst bekam, sie könnten mir im Mund zerbrechen. Ich schüttelte die Vorstellung ab.

»Sie bluten ja!« Sie musterte mich besorgt. »Du liebe Zeit, so kommen Sie doch rein!«

Ich folgte ihr ins Wohnzimmer ihrer Maisonettewohnung, die zwar klein, düster und völlig überheizt war, mir aber in diesem Moment als idealer Zufluchtsort erschien. Daran konnte selbst der wildgemusterte Paisley-Teppichboden nichts ändern.

»Bitte, setzen Sie sich.« Sie deutete auf ein rotes Plüschsofa, bevor sie ächzend in die Knie ging, um sich am Gasofen zu schaffen zu machen. Es knackte, die Flamme schnellte empor, und noch während Mrs Johnson sich mühsam aufrichtete, fühlte ich die Temperatur um ein Grad steigen. »Ich mache Ihnen einen schönen heißen Tee.«

»Nicht nötig, Mrs Johnson, wirklich nicht. Meinen Sie …«, setzte ich an.

Doch sie schüttelte nur streng den Kopf. »Nichts geht über heißen, süßen Tee, wenn man unter Schock steht.«

Also fügte ich mich. Die zitternden Hände fest um meine Knie gekrallt, wartete ich, während sie in der winzigen Küche hantierte und schließlich mit zwei Tassen auf einem Tablett zurückkam. Ich nahm eine, zuckte zusammen, als ich die Hitze auf der Wunde an meiner Hand spürte, und nippte am Tee. Er war so süß, dass er sogar den Blutgeschmack in meinem Mund überdeckte, was unter diesen Umständen wohl ein Segen war.

Mrs Johnson rührte ihre Tasse nicht an, sondern betrachtete mich nur mit Sorgenfalten auf der Stirn.

»Hat er …« Ihre Stimme versagte. »Hat er Ihnen etwas angetan?«

Es war klar, was sie damit meinte. Ich schüttelte den Kopf, aber ich musste noch einen weiteren brühheißen Schluck nehmen, bevor ich mir das Sprechen zutraute.

»Nein, er hat mich nicht angerührt. Die Platzwunde kommt daher, dass er mir die Tür ins Gesicht geknallt hat. Und dann habe ich mich in die Hand geschnitten, als ich versucht habe, mich aus meinem Zimmer zu befreien. Er hatte mich eingesperrt.«

Ein Schauer durchfuhr mich, als ich daran zurückdachte, wie ich mit Nagelfeile und Schere auf das Schloss eingehackt hatte. Judah zog mich wegen meiner Vorliebe für improvisiertes Werkzeug gerne auf – weil ich Schrauben mit einem Buttermesser rausdrehte oder einen Fahrradreifen mithilfe einer Gartenschaufel von der Felge löste. Letzte Woche erst hatte er sich über meinen Versuch lustig gemacht, den Duschkopf mit Isolierband zu reparieren, und dann den ganzen Nachmittag damit zugebracht, ihn in mühevoller Kleinarbeit mit Epoxidharz zusammenzukleben. Aber er war weit weg in der Ukraine, und ich durfte jetzt nicht an ihn denken. Sonst würde ich heulen, und wenn ich einmal damit anfing, würde ich vielleicht nie wieder aufhören.

»Ach, Sie armes Ding.«

Ich schluckte.

»Mrs Johnson, haben Sie vielen Dank für den Tee – aber eigentlich wollte ich fragen, ob ich kurz Ihr Telefon benutzen kann, um die Polizei zu rufen. Er hat nämlich mein Handy mitgenommen.«

»Aber natürlich, es steht da drüben. Aber jetzt trinken Sie erst mal Ihren Tee aus.«

Sie deutete auf ein Beistelltischchen mit Spitzendecke, auf dem sich das wohl letzte Wählscheibentelefon Londons befand, wenn man von den Vintage-Läden in Islington mal absah. Gehorsam trank ich meine Tasse aus, bevor ich zum Hörer griff. Einen Moment lang verharrte mein Finger über

der Neun, aber dann überlegte ich es mir anders. Er war ja weg. Was sollten sie jetzt noch tun? Es war kein Notfall mehr.

Also wählte ich die Rufnummer für nicht akute Angelegenheiten und wartete darauf, dass jemand abnahm.

Unterdessen kreisten meine Gedanken um die Hausratversicherung, die ich nicht hatte, das Türschloss, das ich hätte verstärken lassen sollen, und die Katastrophe, zu der sich diese Nacht entwickelt hatte.

Noch Stunden später ging mir das durch den Kopf, während ich dem Mann vom Schlüsseldienst dabei zusah, wie er das dürftig angeschraubte Schnappschloss der Vordertür durch einen ordentlichen Riegel ersetzte, und mir geduldig seinen Vortrag über Einbruchschutz sowie den Zustand der Hintertür anhörte, die er als Lachnummer bezeichnete.

»Das ist bloß ’ne billige Holzfaserplatte. Ein Tritt und die ist durch. Soll ich’s Ihnen zeigen?«

»Nein«, wehrte ich hastig ab. »Nein danke. Ich lasse sie ersetzen. Sie machen nicht zufällig auch Türen, oder?«

»Nein, aber ein Kumpel von mir. Ich schreib Ihnen die Nummer auf. Und in der Zwischenzeit sagen Sie Ihrem Göttergatten, er soll ’ne ordentliche Achtzehn-Millimeter-Sperrholzplatte draufnageln. Sie wollen doch bestimmt nicht, dass sich das von gestern Nacht wiederholt.«

»Nein«, stimmte ich zu. Die Untertreibung des Jahrhunderts.

»Ich hab ’nen Kumpel bei der Polizei, von dem weiß ich, dass ein Viertel aller Einbrüche Wiederholungstaten sind. Die Täter kommen zurück, um sich mehr zu holen.«

»Na wunderbar«, erwiderte ich. Genau das, was ich jetzt hören wollte.

»Achtzehn Millimeter. Soll ich’s Ihrem Mann aufschreiben?«

»Nein danke, ich bin nicht verheiratet.« Und obwohl ich

Eierstöcke habe, kann ich mir eine zweistellige Zahl gerade noch so merken.

»Ach so, verstehe. Ja dann«, brummte er, als wäre dadurch irgendetwas klarer. »Mit dem Türrahmen können Sie übrigens auch niemandem imponieren. Sie brauchen einen London-Bar. Ohne den nützt Ihnen das beste Schloss nichts – wenn die es Ihnen aus dem Rahmen treten, stehen Sie genauso blöd da. Ich hab noch einen im Wagen, der passen könnte. Sie wissen, was das ist?«

»Ja, weiß ich«, antwortete ich matt. »Eine Metallleiste, die über dem Schloss befestigt wird, oder?« Ich hatte zwar den Verdacht, dass er aus der Situation das Maximum für sich herausholen wollte, aber das war mir im Moment egal.

»Wissen Sie was?« Er stand auf und steckte sein Werkzeug in die Overalltasche. »Ich montiere Ihnen den London-Bar, und dazu mache ich Ihnen noch gratis eine Sperrholzplatte an die Hintertür. Im Wagen hab ich noch eine, die von der Größe einigermaßen passen müsste. Kopf hoch, junge Frau.

Auf diesem Weg kommt er jedenfalls nicht mehr rein.«

Irgendwie fand ich seine Worte nicht besonders tröstlich.

Als er weg war, machte ich mir eine Tasse Tee und lief in der Wohnung auf und ab. Dabei kam ich mir vor wie Delilah, als ein Kater sich einmal durch die Katzenklappe Zutritt verschafft und in den Flur gepinkelt hatte – stundenlang war sie durch die Zimmer getigert, hatte sich an sämtlichen Möbelstücken gerieben und in alle Ecken gemacht, um Stück für Stück ihr Revier zurückzuerobern.

Auch wenn ich nicht so weit ging, ins Bett zu machen, hatte ich ebenfalls das Gefühl, dass jemand in mein Allerprivatestes vorgedrungen war. Genau wie Delilah hatte ich das dringende Bedürfnis, mir zurückzuholen, was der Typ geschändet hatte. Geschändet?, ertönte eine sarkastische Stimme in meinem Innern. Mach mal halblang, du Drama-Queen.

Aber so empfand ich es. Meine kleine Wohnung war durch sein Eindringen beschmutzt worden und nun nicht mehr sicher. Die Aussage bei der Polizei war eine Tortur gewesen – ja, ich habe ihn gesehen, nein, beschreiben kann ich ihn nicht. Was in der Tasche war? Ach, wissen Sie, bloß mein ganzes Leben: Geld, Handy, Führerschein, meine Tabletten, im Grunde alles, was ich tagtäglich brauche, von Wimperntusche bis zur Monatskarte.

In meinem Kopf hallte der kühle, unpersönliche Tonfall des Polizisten noch nach.

»Um was für ein Mobiltelefon handelt es sich?«

»Nichts Wertvolles«, erwiderte ich matt. »Ein altes iPhone. Das Modell weiß ich gerade nicht, aber das lässt sich rausfinden.«

»Danke. Jegliche Information zu Modell und Seriennummer könnte helfen. Sie haben auch Tabletten erwähnt – welche Art von Tabletten, wenn ich fragen darf?«

Ich ging sofort in die Defensive. »Was hat denn meine Krankengeschichte damit zu tun?«

»Gar nichts.« Der Polizist blieb vollkommen ruhig und geduldig, was mich nur noch mehr aufbrachte. »Es ist bloß so, dass manche Medikamente auf dem Schwarzmarkt beliebt sind.«

Dass die Wut, die in mir hochkochte, unangemessen war, wusste ich – er machte ja nur seine Arbeit. Aber schließlich war der Einbrecher derjenige, der das Verbrechen begangen hatte. Warum also kam ich mir vor wie bei einem Verhör?

Ich hatte meinen Tee in der Hand und war auf dem Weg ins Schlafzimmer, als plötzlich jemand an die Tür hämmerte. Das laute Geräusch, das durch die stille Wohnung hallte, jagte mir einen solchen Schrecken ein, dass ich zusammenfuhr und instinktiv in Deckung ging.

Vor meinem inneren Auge blitzte wieder das maskierte Gesicht auf, das fahle Weiß der Latexhandschuhe.

Erst als es ein zweites Mal klopfte, erwachte ich aus meiner Erstarrung und sah die zerbrochene Tasse auf den Fliesen. Meine Füße standen in einer Lache aus Tee.

Wieder pochte es.

»Einen Moment!«, rief ich, auf einmal wütend und den Tränen nah. »Ich komme ja schon! Können Sie mal aufhören, gegen die Tür zu hämmern!«

»Entschuldigen Sie«, sagte der Polizist, als ich schließlich öffnete. »Ich wusste nicht, ob Sie mich gehört haben.« Und dann, als er die Pfütze und die Scherben sah: »Himmel, was ist denn hier los? Noch ein Einbruch? Haha.«

Es war schon Nachmittag, als er endlich mit dem Protokoll fertig war. Als er weg war, klappte ich meinen Laptop auf, der zum Zeitpunkt des Einbruchs glücklicherweise im Schlafzimmer gelegen hatte. Neben meinen ganzen Unterlagen für die Arbeit, von denen die meisten nirgends sonst gespeichert waren, befanden sich darauf auch alle Passwörter, einschließlich – und bei dem Gedanken fasste ich mir an den Kopf – einer Datei, die ich zuvorkommenderweise »Banksachen« benannt hatte. Bis auf meine PINs stand so ziemlich alles da drin.

Die übliche Flut von E-Mails ergoss sich in mein Postfach, darunter eine mit dem Betreff »Wolltest du dich heute noch blicken lassen :)?«. Erschrocken stellte ich fest, dass ich völlig vergessen hatte, bei ›Velocity‹ Bescheid zu sagen.

Anstatt zu antworten, holte ich den 20-Pfund-Schein aus der Teedose, den ich dort als Taxigeld für Notfälle aufbewahrte, und stattete dem etwas zwielichtigen Handyladen an der U-Bahn-Station einen Besuch ab. Nach einigem Hin und Her konnte ich dem Verkäufer schließlich ein Prepaid-Handy mit SIM-Karte für fünfzehn Pfund abschwatzen, mit dem ich mich ins Café gegenüber setzte und die stellvertretende FeatureRedakteurin Jenn anrief, die mir im Büro gegenübersaß.

Ich schilderte ihr, was geschehen war, allerdings so, dass

es deutlich amüsanter und absurder klang, als es tatsächlich gewesen war. Ich malte ihr bis in kleinste Detail aus, wie ich mit der Nagelfeile am Türschloss herumhantiert hatte; die Handschuhe und das Gefühl von Ohnmacht und Todesangst unterschlug ich ebenso wie die erschreckend realistischen Flashbacks, die mich seitdem heimsuchten.

»Ach du Scheiße!« Ihre Stimme am anderen Ende der wackeligen Verbindung klang entsetzt. »Geht es dir gut?«

»Ja, mehr oder weniger. Aber ich werde heute nicht mehr kommen. Ich muss die Wohnung in Ordnung bringen.« Wobei es in Wahrheit gar nicht so schlimm war. Für einen Kriminellen hatte er die Wohnung in recht gepflegtem Zustand hinterlassen, das musste man ihm lassen.

»Ach Gott, Lo, du Arme. Hör mal, soll ich für die NordlichtSache eine Vertretung finden?«

Kurz wusste ich nicht, wovon sie sprach – dann fiel es mir wieder ein: die Aurora Borealis, ein kleines, exklusives Luxuskreuzfahrtschiff für Reisen zu den norwegischen Fjorden. Durch eine glückliche Fügung, die ich mir selbst noch nicht ganz erklären konnte, war ich in den Besitz einer der wenigen Pressekarten gekommen, die für die Jungfernfahrt vergeben worden waren.

Es war eine großartige Gelegenheit, denn obwohl ich für ein Reisemagazin arbeitete, verbrachte ich den Großteil meiner Tage damit, Meldungen aus irgendwelchen Pressemitteilungen zusammenzuschustern und Bilder für die Artikel, die meine Chefin Rowan von ihren Luxusreisen in die Redaktion sandte, auszuwählen. Eigentlich hätte sie selbst fahren sollen, aber weil sie kurz nach der Zusage feststellen musste, dass ihr die schwangerschaftsbedingte Morgenübelkeit doch stärker zu schaffen machte als gedacht, fiel mir die Kreuzfahrt wie ein großes Geschenk in den Schoß, ein Paket gefüllt mit Verantwortung und Möglichkeiten. Es war ein Vertrauensbeweis, denn schließlich hätte sie diesen Gefallen genauso gut auch

anderen, sehr viel erfahreneren Kollegen erweisen können. Wenn ich es geschickt anstellte, konnte ich mir dadurch beim Gerangel um Rowans Mutterschutzvertretung einen Vorteil verschaffen und würde vielleicht endlich jene Beförderung bekommen, die sie mir schon seit Jahren versprach.

Allerdings sollte es schon dieses Wochenende losgehen. Sonntag, um genau zu sein. In zwei Tagen.

»Nein«, versicherte ich hastig und war selbst überrascht, wie entschlossen ich dabei klang. »Nein, ich zieh das auf jeden Fall durch. Mir geht’s gut.«

»Bist du sicher? Was ist mit deinem Pass?«

»Der war im Schlafzimmer, den hat er nicht gefunden.« Gott sei Dank.

»Bist du ganz sicher?«, fragte sie noch einmal, hörbar besorgt. »Das ist eine große Sache – nicht nur für dich, sondern fürs Magazin, meine ich. Wenn du es dir nicht zutraust, würde Rowan sicher nicht wollen, dass …«

»Ich traue es mir zu«, unterbrach ich sie. Unter keinen Umständen würde ich mir diese Gelegenheit entgehen lassen. Wer wusste schon, ob ich noch mal eine bekäme. »Versprochen. Ich will das wirklich machen, Jenn.«

»Okay …«, sagte sie schließlich zögernd. »Dann also volle Fahrt voraus, ja? Heute Morgen ist das Pressepaket angekommen, das schicke ich dir gleich zusammen mit den Zugfahrkarten per Kurier. Rowans Notizen müssten hier auch noch irgendwo sein. Hauptsächlich geht es wohl um eine angemessene Lobeshymne auf das Schiff, weil Rowan die Firma gerne als Werbekunden hätte, aber unter den Gästen sollten auch ein paar interessante Leute sein – wenn du also noch das eine oder andere Porträt einbauen kannst, umso besser.«

»In Ordnung.« Von der Theke des Cafés nahm ich einen Stift und machte mir auf einer Papierserviette Notizen. »Wann geht es noch mal los?«

»Dein Zug fährt um zehn Uhr dreißig in King’s Cross ab –aber ich leg dir alles ins Pressepaket.«

»Alles klar. Vielen Dank, Jenn.«

»Kein Problem«, erwiderte sie. In ihrer Stimme klang etwas Wehmut mit, und ich fragte mich, ob sie gehofft hatte, selbst für Rowan einspringen zu können. »Pass auf dich auf, Lo. Mach’s gut.«

Es dämmerte schon, als ich langsam zurücktrottete. Mir taten die Füße weh, meine Wange schmerzte, und ich wollte einfach nur nach Hause und ein langes, heißes Bad nehmen.

Die Tür zu meiner Souterrainwohnung lag wie immer im Schatten, und mir kam wieder mal der Gedanke, dass ich eine Sicherheitsleuchte brauchte, und sei es nur, um in der Handtasche meine Schlüssel zu finden. Doch selbst im Dämmerlicht konnte ich die Holzsplitter an der Stelle sehen, wo er das Schloss aufgebrochen hatte. Es war mir ein Rätsel, dass ich ihn nicht gehört hatte. Tja, was erwartest du, du warst eben betrunken, sagte die fiese kleine Stimme in meinem Kopf.

Immerhin fühlte sich das neue Schloss beruhigend stabil an. Drinnen angekommen verriegelte ich die Tür, streifte die Schuhe ab und schlich erschöpft in Richtung Bad. Mit einem Gähnen stellte ich das Badewasser an und ließ mich auf den Toilettendeckel fallen. Ich zog mir die Strumpfhose aus, begann, mein Oberteil aufzuknöpfen … und dann hielt ich inne.

Normalerweise lasse ich die Badezimmertür offen – schließlich gibt es nur mich und Delilah hier, und die Wände der Kellerwohnung sind ziemlich anfällig für Feuchtigkeit. Außerdem tue ich mich generell schwer mit geschlossenen Räumen, zumal dieser hier sich bei heruntergelassenem Rollo besonders eng anfühlt. Doch obwohl die Wohnungstür abgeschlossen und zusätzlich durch den London-Bar verstärkt war, überprüfte ich zur Sicherheit das Fenster und schloss die Badezimmertür ab, bevor ich mich auszog.

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