FAMILOTEL® | Familienmagazin 06/2025

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Familien MAGAZIN

SOMMER &

Viel Spaß beim

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Familien-Urlaub im Sommer. Wir stellen Familotel-Regionen vor

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Familotel-Tipps für gemeinsame Abenteuer in der Natur

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Dufter Urlaub: Kräuter entdecken –mit allen Sinnen Euer Packguide für entspannte Tage im Sommer

beim Lesen!

URLAUBSTIPPS

Familienspaß im Salzburger Land, im Sauerland und in Südtirol

STARKE FRAUEN – STARKE AKTION

Noch mehr Happy-Card mit jedem Tor eures Teams bei der Europameisterschaft

SOMMERZEIT IST FAMILIENZEIT

Urlaubstipps für Erholung und Abenteuer in der Natur

OUTDOOR-GEWINNSPIEL

Mach mit und gewinne eine Source ActClicksealTM Trinkflasche

NATUR-HOTSPOT FAMILOTEL

Unvergesslicher Natururlaub mit euren Kindern

DUFTER URLAUB

Basteln, Riechen, Spielen oder Kochen –Kräuter entdecken bei Familotel

WENIGER SCHLEPPEN, MEHR ERLEBEN

Clever Koffer packen mit der richtigen Vorbereitung und unseren Packlisten

RUNDUM-SORGLOS-URLAUB

Warum All-Inclusive bei Familotel mehr ist als ein Buffetversprechen

ECKART VON HIRSCHHAUSEN

Der Bestsellerautor über Pinguinmomente und was man von ihnen lernen kann

ENDLICH ZEIT ZUM LESEN

Buchtipps und Leseproben für Kinder und Erwachsene

Noch mehr Happy-Card mit der Fußball-Europameisterschaft 2025

Findet euer PERFEKTES FAMILIENHOTEL

Zu einem erholsamen Urlaub gehört das passende Hotel. Daher ist es wichtig, das für euch perfekte Angebot zu finden. Wir haben euch ausgesuchte Empfehlungen für die Regionen Salzburger Land, Sauerland und Südtirol aus dem Familotel-Programm zusammengestellt.

SALZBURGER LAND

Eingebettet in eine malerische Landschaft erwarten euch im Salzburger Land in Österreich einzigartige Familienhotels. Ihr und eure Kinder werdet rundum begeistert sein, denn unsere Familotels bieten alles, was das Herz begehrt. Ob altersgerechte Kinderbetreuung, Familienprogramme und abwechslungsreiche Freizeitund Sportangebote – hier kommt jeder auf seine Kosten! Entdeckt wundervolle Familienparadiese, atemberaubende Landschaften und Bergwelten und spannende Ausflugsziele, unter anderem in Saalbach-Hinterglemm, Zell am See, Bad Gastein und Zauchensee, und freut euch schon jetzt auf unvergessliche Urlaubsmomente in eurem Familienurlaub!

FAMILIENHOTEL OBERKARTEIS

Ein ganzes Tal wartet auf euch! Das Familienhotel Oberkarteis mit nur 18 Suiten, liegt in traumhaft ruhiger Lage am Rande des Nationalparks. Klein, aber fein! Die perfekte Mischung aus 4-Sterne Hotel und Salzburger Bauernhof. Ein Geheimtipp im sogenannten Tal der Almen!

Mitten in der Natur erleben Kinder und Erwachsene zugleich Erholung und Abenteuer mit verschiedenen Kinder- und Aktivprogrammen. Auf dem riesigen Areal mit Abenteuerspielplatz im Sommer und Skikindergarten und Rodelberg im Winter gibt es viel zu entdecken. Freut euch ebenso auf die zahlreichen Bauernhoftiere und den überdachten Reitplatz.

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Salzburger Land Hoteltipps

AMIAMO

Klein, fein und individuell! Genießt euren Familienurlaub im Amiamo – dem 1. Boutiquehotel für Familien. Das Familienhotel legt großen Wert auf Qualität, persönliche Betreuung und außergewöhnliche Urlaubserlebnisse. Urlaub im Amiamo bedeutet: Skiurlaub direkt an der Piste und Gondelbahn, Sommerurlaub mitten in den Bergen und am idyllischen Zeller See und aufregende Ausflugsziele bei jedem Wetter – mit der Zell-am-See-Kaprun Karte für euch inklusive.

Hier kommt die ganze Familie voll auf ihre Kosten! Ob Spiel und Spaß für die Kinder oder Zeit zu zweit für die Eltern – im Familienhotel Amiamo in Zell am See erlebt jedes Familienmitglied einen unvergesslichen Urlaub.

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POST FAMILY RESORT

Eingebettet in der idyllischen Bergwelt des Salzburger Landes liegt das Lifestyle Familienhotel Post Family Resort. Zu allen Jahreszeiten begeistert das Resort mit seiner 6 ha großen Außenanlage, die allen Ansprüchen an den perfekten Familienurlaub gerecht wird.

Neu sind das Beauty- und Baby Spa mit Floating Becken, die moderne Rezeption und der neue Kids & Baby Club, sowie das neue Baby-Schwimmbecken. Naturbadesee, POST Ranch, Tennisplätze, NATUR Werkstatt, große Spielplätze sowie In- und Outdoorpools lassen eure Herzen höherschlagen. Der Dach-SPA für Adults Only ist der ideale Rückzugsort für Entspannung und Entschleunigung. Hochwertige, regionale Materialien schaffen eine warme Atmosphäre.

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Salzburger Land Hoteltipps

HABACHKLAUSE

FAMILIEN BAUERNHOF RESORT

Mitten in der Natur, eingebettet zwischen den Kitzbüheler Alpen und dem Nationalpark Hohe Tauern, befindet sich die Habachklause – ein kleines und feines Familienhotel. Hier verbringt ihr einen erlebnisreichen und entspannten Urlaub zu jeder Jahreszeit. Im Winter bietet das Hotel einen eigenen Ski- & Rodelhang mit Seillift exklusiv für Hotelgäste. Im Sommer beeindruckt die neue 4.000 m² große Außenanlage mit Abenteuer- und Wasserspielplatz:Partners sind auf ein Minimum reduziert.

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Salzburger Land Hoteltipps

SONNGASTEIN

Die Landschaft des Nationalparks Hohe Tauern prägt das Gasteinertal ebenso wie die 220 km der Skipisten und das Ortsbild von Bad Gastein mit seinen typischen Belle-Époque-Bauten. Rund um das Familienhotel offenbart sich euch eine einzigartige Berg-, Wasser-, Winter- und Wanderwelt. Perfekt zum Durchatmen und Genießen! Im Sonngastein werden edler Komfort, ausgeprägte Wohnkultur und ausgesuchtes Mobiliar feinfühlig miteinander kombiniert. Entspannte Saunagänge, ein Bad in heißen Quellen oder ein Workout mit Wohlfühlmassage – das gibt Zeit zur Selbstbesinnung. Akzente auf hohem Niveau setzen auch das Küchenteam und die größte Kindererlebnishalle Österreichs mit 1.700 qm.

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WELLNESS- & FAMILIENHOTEL EGGER

Herzlich willkommen in einer der schönsten und weitläufigsten Urlaubsregionen Österreichs, inmitten der herrlichen Naturlandschaft des Salzburger Landes.

Erlebt im Familotel Egger sowohl im Sommer als auch im Winter echte Glücksmomente im Einklang mit der Natur und genießt euren Wander-, Bike-, Bade- oder Skiurlaub in fantastischer Lage mit grandiosem Blick auf das sinfonische Bergpanorama.

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Salzburger Land Hoteltipps

ZAUCHENSEEHOF & HOTEL ZAUCHENSEE ZENTRAL

Vom 22. April bis vsl. Ende November 2025 wird der Zauchenseehof umgebaut – für noch mehr Komfort und Urlaubserlebnisse. Doch keine Sorge, euer Familienurlaub in Zauchensee ist gesichert! Während der Bauzeit begrüßt euch das Hotel Zauchensee Zentral, direkt gegenüber, mit gewohnt herzlicher Gastfreundschaft. Bitte beachtet: Eure Unterkunft & Verpflegung: Ihr übernachtet im Hotel Zauchensee Zentral, wo auch alle Mahlzeiten serviert werden. Spiel & Spaß: Die 4-stöckige Happy Erlebniswelt mit Happy-Club (Betreuung ab 1 Jahr) sowie die Hotelbar bleiben wie gewohnt geöffnet. Auf über 1.000 qm können Kinder toben, während Erwachsene entspannen.

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SAUERLAND

Das Sauerland, eine Mittelgebirgsregion in Westfalen, ist ein ideales Reiseziel für Familien, die mit ihren Kindern die Natur kennenlernen wollen. Das „Land der 1.000 Berge“, wie die Region auch bezeichnet wird, lädt mit ihren grünen Hügeln, langen Bergkämmen, dichten Wäldern und den klaren Seen zum Wandern und Streifzügen durch die Natur ein. In den Familienhotels im Sauerland erwartet euch ein bunter Mix aus Freizeitspaß mit der Familie und Erholung. Das von bezaubernden Landschaftspanoramen geprägte Sauerland ist geradezu prädestiniert für einen Familienurlaub inmitten der Natur.

Sauerland Hoteltipps

OTTONENHOF

In einer malerischen Naturlandschaft gelegen, direkt in der sauerländischen Mittelgebirgsregion und nahe des Diemelsees, erwartet euch im Ottonenhof eine weiträumige Hotelanlage mit vielen Ruhezonen, Entspannungsmöglichkeiten und Freizeitangeboten. Tier- und Naturfreunde sind hier genau richtig.

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SONNENPARK

In Willingen, im Hochsauerland gelegen, findet ihr auf 18.000 qm alles, was euren Urlaub zu jeder Jahreszeit einzigartig macht. Eure Kleinen erwartet ein abwechslungsreiches Spiel-, Spaß- und Betreuungsangebot und ihr Eltern könnt euch in dem exklusiven Spa-Bereich verwöhnen lassen. Genießt eure Familienzeit bei Ausflügen, in der Badewelt und im Abenteuerland!

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Sauerland Hoteltipps

MONIKAS FERIENHOF

Urlaub von Anfang an im Land der tausend Berge: Monikas Ferienhof ist ein heimatverbundener, traditioneller und familiengeführter Ferienhof und bietet euch ein heimisches Ambiente. Die auf dem Hof lebenden Tiere gehören zum Alltagsleben dazu. Lasst in eurem Urlaubszuhause einfach mal die Seele baumeln. Das könnt ihr auch auf dem Campingplatz auf der Wennewiese erleben.

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SÜDTIROL

Südtirol – das sind majestätische Alpen, stille Bergseen, verzauberte Gletscher und unzählige Burgen. In unseren Familienhotels in Südtirol erwartet euch ein unvergesslicher Urlaub, denn die alpine Landschaft, die frische Bergluft und die weitläufigen Täler rundum unsere Hotels eignen sich bestens für eine abwechslungsreiche Familienzeit. Der Norden Italiens lockt mit den einzigartigen Dolomiten und 300 Sonnentagen das ganze Jahr über. Entdeckt das Herzstück der Alpen mit seinen wunderschönen Landschaften, Traditionen und nicht zu vergessen den Südtiroler Schmankerln.

ALPENHOF DOLOMIT

FAMILY

Im Familienhotel in der Gemeinde RasenAntholz erwartet euch ein unvergesslicher Familienurlaub voller Tradition, Herzlichkeit und beeindruckender Natur. Die Landschaft, geprägt von Bergen, Burgen und Schlössern hält viele Highlights parat. Die Dolomiten, welche zum UNESCO Weltnaturerbe gehören, bieten eine traumhafte Kulisse für gemeinsame Familienwanderungen und Radtouren. Und im Winter eröffnet sich hier ein wahres Paradies für alle Wintersportler. Besondere Highlights im Alpenhof Dolomit Family sind der „Alpen-Spa“ mit PanoramaSchwimmbad und Familien-Sauna, ein abwechslungsreiches Abenteuerprogramm für die Kleinen und der 20.000 qm große Outdoor-Spielpark.

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Südtirol Hoteltipps

ALPHOTEL TYROL

WELLNESS & FAMILY RESORT

Herzlich willkommen in eurem Urlaubsparadies für genussvolle Wohlfühltage inmitten der Südtiroler Bergwelt. Die bezaubernde Lage im wildromantischen Ratschings macht das Alphotel Tyrol zum idealen Ausgangspunkt für Wander- und Pistengaudi. Wellness, abwechslungsreiche Aktivitäten und Gourmet-Genüsse in Kombination mit einer familiären Atmosphäre machen das Familienhotel so einzigartig. Eingebettet in einer 10.000 qm großen Parkanlage mit Naturteich erwartet jede Altersgruppe hier tierisch viel Spaß. Partners sind auf ein Minimum reduziert.

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Noch Happy

Noch mehr Happy-Card

MIT DEN TORJÄGERINNEN DER

FUSSBALL-EUROPAMEISTERSCHAFT

DER FRAUEN 2025

STARKE FRAUEN

VERLÄNGERN EURE HAPPY-CARD

Für jedes Tor eurer National-Elf (Land des Karteninhabers) während der Europameisterschaft verlängern wir die Laufzeit eurer Happy-Card jeweils um einen weiteren Monat. Die Aktion gilt für jede im Turnierzeitraum (2. bis 27. Juli 2025) neu erworbene Karte unter More-Happy-Card.

Mehr Infos: Happy-Card Aktion zur EM

Sommerzeit

FAMILOTEL-TIPPS FÜR ABENTEUR

Sommerzeit ist Familienzeit

DER NATUR

Nähe, Erholung und Abenteuer: Familienurlaub ist mehr als ein Tapetenwechsel. Immer mehr Familien entdecken in der Natur das große Glück im Kleinen: ganz ohne Flugstress, mit Nachtwanderung, Lagerfeuer und Stockbrot-Duft in der Nase

UV-SCHUTZ NICHT VERGESSEN!

Bei allem Spaß an der Freude, der UV Schutz ist wichtig, ein Sonnenbrand nachhaltig schädlich und die unbeschwerte Ferienzeit eventuell gefährdet. Die Natur schenkt Freiheit – aber auch intensive Sonneneinstrahlung. Gerade bei Kindern ist der Schutz vor UV-Licht entscheidend.

Tipps für sonnensicheren Urlaub:

• Kinderhaut braucht Sonnenschutz mit LSF 50 – regelmäßig nachcremen, vor allem nach dem Baden.

• Schattenpausen einlegen, vor allem zwischen 11 und 15 Uhr.

• UV-Schutzkleidung, Sonnenhüte und Sonnenbrillen sind wichtige Begleiter.

• An Flüssen, Seen, am Meer oder in den Bergen ist die Strahlung besonders stark – auch bei Wolken.

WENIGER PLANEN, MEHR ERLEBEN

Ein guter Familienurlaub braucht kein durchgetaktetes Animationsprogramm. Was zählt, ist Zeit. Gemeinsam lachen, spielen, entdecken. Also einfach losgehen, staunen und noch mehr zusammenwachsen.

WARUM DIE NATUR DER BESTE SPIELPLATZ IST

Wissenschaftler wissen es längst: Kinder (und ja, auch die Erwachsenen) brauchen Natur. Wer draußen tobt, wird motorisch fitter, kreativer und emotional ausgeglichener. Motto: weniger Bildschirm, mehr Blickkontakt.

In vielen Familienhotels stehen daher Waldpädagogik, Umweltbildung und kreative Naturspiele ganz

oben auf dem Programm. Die Kinder lernen, wie man Spuren liest, Pflanzen bestimmt oder Lagerfeuer sicher entzündet. Ganz nebenbei entstehen dabei Momente, die ein Leben lang bleiben.

DIE BESTEN NATURAKTIVITÄTEN IM SOMMERURLAUB

Ganz wichtig, bei allen Aktionen – so viel Spaß sie auch machen – steht der Einklang mit der Natur an Prio 1. Deshalb haben wir euch auf den folgenden Seiten ein paar Bushcraft-Tipps zusammengestellt. Buschwas? Okok, lest einfach und habt viel Freude. Doch erst einmal ein paar Inspirationen für Sonnenund Sommer-Abenteuer in der Natur.

WALDERLEBNISTOUREN

Erkundet gemeinsam Tierspuren im Boden oder macht ein Wald-Bingo mit Dingen, die ihr entdecken könnt. Nehmt ein Fernglas mit und beobachtet Vögel oder Eichhörnchen. Für kleine Forscher: Ein Waldtagebuch anlegen mit Blättern, Rindenabdrücken und Fundstücken.

BACHWANDERUNGEN UND WASSERWERKSTÄTTEN

Alte Turnschuhe oder Wasserschuhe anziehen – und los geht’s! Mit Becherlupe und Kescher ausgerüstet, wird der Bach zum Forschungslabor. Tipp: Ein kleines Picknick am Wasser macht die Tour noch schöner –aber bitte nichts liegen lassen!

FAMILIEN-FITNESS IN DER NATUR

Startet mit einem Aufwärmspiel: Wer findet zuerst fünf verschiedene Pflanzen? Übt Gleichgewicht auf Baumstämmen oder macht ein Wettrennen bis zur nächsten Lichtung. Viele Orte bieten Familien-Yoga im Grünen oder Geocaching als aktive Schatzsuche an

ZELTABENTEUER UND LAGERFEUERABENDE

Schon im Garten wird das Zelt zum MikroAbenteuer. Wichtig: Mückenspray nicht vergessen! Am Lagerfeuer könnt ihr einfache Lieder singen oder eigene Geschichten erzählen. Stockbrot, Marshmallows oder Kartoffeln in der Glut machen das Erlebnis perfekt. Special auf den nächsten Seiten.

NATURBASTELN UND

OUTDOOR-KREATIVZEITEN

Sammelt gemeinsam Naturmaterialien – aber bitte nur vom Boden, nichts Lebendiges pflücken. Lasst der Fantasie freien Lauf: Tiere aus Zapfen, Boote aus Rinde oder Mandalas aus Blüten. Für kleine Projekte reicht oft ein bisschen Schnur, ein Taschenmesser – und gute Ideen.

NACHTWANDERUNGEN UND STERNENHIMMEL

Taschenlampen bereit? Macht aus der Wanderung ein Ratespiel: Welche Geräusche hört ihr? Sprecht über Sternbilder oder denkt euch eigene Geschichten zu den Lichtern am Himmel aus. Tipp: Vorher tagsüber den Weg erkunden – das gibt Sicherheit für die Nacht.

Schöner kann ein Urlaubstag nicht enden

Knistern, knabbern, mitsingen unter freiem Himmel –Lagerfeuer mit Stockbrot und Musik gehören zu den

Highlights in jedem Natururlaub

Ein lauer Abend, die Sterne blinken am Himmel, irgendwo zirpt eine Grille – und in der Mitte knackt und glüht ein kleines Feuer. Für uns Erwachsene ist das der Inbegriff von Entspannung, für Kinder das reinste Abenteuer. Und das Beste: Viele Familotels bieten genau solche Abende an – mit Lagerfeuer, Musik und leckerem Essen direkt aus der Glut.

Ein echtes Lagerfeuererlebnis ist Familienzeit pur. Gemeinsam Feuer machen, singen, im Schein der Flammen spielen und naschen – das bleibt in Erinnerung. So wird euer Lagerfeuer-Abend perfekt:

1. FEUER MACHEN WIE DIE PROFIS

In vielen Familotels wird das Lagerfeuer unter Aufsicht vorbereitet – sicher und mit allem, was dazugehört: trockener Zunder, kleine Äste, große Scheite und ein bisschen Teamwork. Für Zuhause gilt: Eine Feuerschale oder ein gesicherter Platz mit Kies oder Sand ist ideal. Der Trick: Zuerst Zunder, dann kleine Äste pyramidenförmig drumherum bauen, zum Schluss stärkere Holzstücke obendrauf – und schon bald lodert das erste Flämmchen.

2.

STOCKBROT, MARSHMALLOWS & CO.

Was wäre ein Feuer ohne Snacks? Am beliebtesten ist natürlich das Stockbrot – der knusprige Klassiker für kleine und große Lagerfeuerfans. Den Teig kann man gemeinsam kneten, dann auf einen Stock wickeln und über die Glut halten, bis es goldbraun duftet. Dazu gibt’s Würstchen, gegrillte Maiskolben oder Marshmallows zum Karamellisieren.

3. MUSIK LIEGT IN DER LUFT

Ob Gitarre, Mundharmonika oder einfach die eigene Stimme – am Lagerfeuer darf gesungen werden!

Viele Familotels halten Liederhefte bereit oder bieten sogar kleine musikalische Lagerfeuerabende mit Animateur*innen. Klassiker wie „Take me home, Country Roads“, „Wonderwall“ oder „Hänschen klein“ bringen alle zum Mitsingen – egal ob laut, schief oder mit Begeisterung.

4. GEMEINSAM LACHEN, SPIELEN, ERZÄHLEN

Wenn es langsam dunkler wird, entstehen ganz besondere Momente: Wer erzählt die beste Gruselgeschichte? Wer traut sich, in die Nacht zu schleichen? Alternative: ein Nachtspaziergang unter Sternen.

VIELE

FAMILOTELS MACHEN’S MÖGLICH!

Ausgewählte Familotels bieten regelmäßige Lagerfeuerabende mit allem Drum und Dran: Feuerholz, Grillgut, Lieder und leuchtende Kinderaugen. Also: Decke schnappen, Gitarre einpacken und bereit sein für einen unvergesslichen Abend.

Nicht vergessen: Die Natur verdient unsere Aufmerksamkeit. Lesetipp: Bushcraft-Special Seite 38.

GEWINNSPIEL

SOURCE ACT-CLICKSEALTM TRINKFLASCHEN

Gewinne einen von fünf perfekten Begleitern für das nächste Familien-Outdoor-Abenteuer! Einfaches und schnelles Handling durch patentierten Clickseal-Verschluss. Die 0,7 l Source-Trinkflasche aus hochwertigem Tritan ist leicht, geschmacks- und geruchneutral, hygienisch, spülmaschienenfest und BPA-frei. Auf die Flaschenfarbe abgestimmt ist das schnell trocknende Mircorfaserband, mit dem du die Flasche optimal halten oder am Rucksack fixieren kannst.

So geht‘s: Sende einfach eine E-Mail mit deinem Vor- und Zunamen, der aktuellen Adresse, deiner E-Mail-Adresse und dem Stichwort „Trinkflasche“ an: mms@hup.de. Teilnahmeschluss ist der 31.08.2025. Viel Glück!

Teilnahmebedingungen: Das Los entscheidet. Barauszahlung ist nicht möglich. Die Gewinner werden per E-Mail benachrichtigt, die Gewinne per Post zugesendet. Alle Daten werden nach dem Gewinnspiel gelöscht. Mitarbeiter von Familotel und HUP sind von der Teilnahme ausgeschlossen.

FAMILOTEL REZEPTTIPP

Wer es lieber schnell mag, kann auch aus Pizzateig ein leckeres Stockbrot zaubern. Fertige Pizzateigrollen gibt es in fast jedem Supermarkt.

Ihr rollt den Pizzateig einfach aus und schneidet ihn in kleine Streifen. Diese dreht ihr um die Stöcke (siehe oben) und ab damit zum Lagerfeuer. Das geht super schnell und schmeckt genauso lecker.

So lecker: Stockbrot

Stockbrot

• 500 g Mehl (Type 405)

• 250 ml lauwarmes Wasser

• 1 Päckchen Trockenhefe

• 3 EL Olivenöl

• 2 TL Salz

• 1 Prise Zucker

UND SO GEHT'S

1. Die trockenen Zutaten für das Stockbrot vom Grill in einer Schüssel sorgfältig vermischen, dann Wasser und Olivenöl unterrühren.

2. Alle Zutaten kneten, bis ihr einen geschmeidigen Teig habt.

3. Den Teig in einer zugedeckten Schüssel (am besten mit einem leicht feuchten Geschirrtuch) mindestens eine halbe Stunde lang gehen lassen, bis sich das Teigvolumen verdoppelt hat.

4. Teig in acht Portionen teilen, die Einzelportionen zu einem Ball kneten und noch einmal zugedeckt gehen lassen.

5. Wickelt eine Teigportion etwa fingerdick um eine abgeschälte Astspitze und haltet ihn vorsichtig über das Feuer (niemals ins offene Feuer!). Am besten zuvor noch Alufolie um den Ast wickeln. Damit lässt sich das Brot leichter lösen und es wird schneller gar.

6. Den Ast mit etwa 20 cm Abstand über die Glut halten und langsam drehen, bis das Stockbrot goldbraun ist.

Gut zu wissen: Den Teig könnt ihr prima nach Belieben mit verschiedenen Kräutern verfeinern, z. B. mit Zwiebeloder Chilistückchen, frischem Knoblauch oder gehacktem Thymian, Salbei, Rosmarin oder Basilikum.

Hier noch ein paar Hinweise zum richtigen Stock für euer Stockbrot:

• Keine giftigen oder zu trockene Holzsorten

• Am besten eignen sich Haselnuss, Buche oder Weide

• Der Stock sollte ca. 150 cm lang sein

• Blätter, kleinere Äste etc. entfernen und den Stock ca. 5 Minuten über dem Feuer trocknen

Im nächsten Schritt wickelt ihr am besten etwas Alufolie um den Stock. So kann der Stock kein Feuer fangen und euer Stockbrot wird schneller gar.

Bushcraft für Familien

NATUR ERLEBEN, ABENTEUER SCHAFFEN –UND DABEI DIE UMWELT SCHÜTZEN

Nachhaltigkeit beginnt oft im Kleinen – beim bewussten Einkaufen, Mülltrennen oder Fahrradfahren. Aber was wäre, wenn Umweltschutz nicht nur richtig, sondern auch richtig spannend wäre? Bushcraft, also das „Handwerk im Wald“, ist genau das: ein Familienabenteuer, das Spaß macht, zusammenschweißt und Achtsamkeit für die Natur weckt.

NICHTS HINTERLASSEN AUSSER FUSSSPUREN

Bushcraft ist die eine Einladung, Natur spielerisch zu entdecken – mit offenen Augen, einfachen Mitteln und dem festen Vorsatz, nichts zu hinterlassen außer Fußspuren. Kinder wie Erwachsene lernen, mit natürlichen Materialien kreativ zu sein, achtsam zu handeln und die Natur mit allen Sinnen zu erleben.

WARUM DRAUSSEN ALLES BESSER WIRD

Draußen gibt es keine Bildschirmzeit, keine Langeweile, keine Termindruck-Diskussionen. Stattdessen: frische Luft, weicher Waldboden unter den Füßen, das leise Knacken von Ästen und das große Staunen, wenn ein Käfer langsam über einen Stein krabbelt.

Kinder lieben es, sich zu bewegen, zu entdecken und selbst aktiv zu werden. Bushcraft gibt ihnen genau das: Raum, Freiheit und Verantwortung. Eltern bekommen endlich die Gelegenheit, Natur gemeinsam zu erleben – ohne Checkliste, aber mit echtem Mehrwert für alle.

Wir bauen einen echten Naturspielplatz? Alles, was ihr braucht, ist ein wenig Zeit, ein bisschen Fantasie – und diese einfache Anleitung:

• Sucht euch einen Lagerplatz. Dieser sollte nicht mitten im Weg liegen – am besten auf einer kleinen Lichtung oder einer geschützten Ecke im Wald.

• Markiert den Platz mit Stöcken, Ästen oder Steinen. Denkt auch an eine „Tür“ – das erhöht den Spielwert für Kinder enorm.

• Sitzgelegenheiten findet ihr überall: alte Baumstämme, Steine oder die Picknickdecke.

• Packt aus: Decken, Proviant, vielleicht eine kleine Lupe oder ein Naturbestimmungsbuch.

• Spielt das große Baum-Quiz: Wer erkennt die Bäume um euch herum an ihren Blättern oder der Rinde? Wer am meisten erkennt, darf sich einen Wunsch fürs nächste Abenteuer überlegen.

• Auf Spurensuche gehen: Gibt es Fußabdrücke im Boden? Wer war hier unterwegs? Fuchs, Reh oder Hund?

• Verlasst euren Lagerplatz so, wie ihr ihn vorgefunden habt. Alle Äste und Steine zurück, Müll mitnehmen – und ein Lächeln da lassen.

WENIGER

IST MEHR: DIE PERFEKTE AUSRÜSTUNG

Bushcraft braucht keine Hightech-Ausrüstung. Im Gegenteil: Wer mit leichtem Gepäck kommt, erlebt mehr. Eine wasserfeste Decke, Snacks, Trinkflasche, Sonnenschutz, ein Taschenmesser (nur unter Aufsicht!) und Neugier – mehr braucht es nicht. Vielleicht noch einen kleinen Kompass, eine Taschenlampe und einen Müllbeutel für den Rückweg. Für Kinder kann man das Ganze auch spannend verpacken: „Baue heute dein eigenes Basislager“, „Finde den besten Naturschatz“ oder „Erkunde den Wald wie ein Detektiv“. So entstehen kleine Abenteuer mit großer Wirkung.

NACHHALTIGKEIT ZUM MITMACHEN

Wer einmal erlebt hat, wie stolz ein Kind auf sein selbstgebautes Waldlager ist, weiß: Es geht nicht nur um Spaß. Es geht auch um Werte. Um Rücksicht, Achtsamkeit, Verantwortung. Wer seinen Lagerplatz

INSPIRATIONEN ZU BUSHCRAFT

Bushcraft for Family – Gemeinsam in die Wildnis

Von Martin Gebhardt migo Verlag, 104 S., 14,- €

wieder so verlässt, wie er ihn vorgefunden hat, lernt mehr über Umweltschutz als durch jedes Arbeitsblatt. Und wer merkt, wie viel man mit einfachen Mitteln schaffen kann, denkt beim nächsten Einkauf vielleicht zweimal nach.

EIN ABENTEUER, DAS NACHWIRKT

Bushcraft ist kein Urlaubstrend – es ist eine Einstellung. Wer draußen spielt, wird innerlich ruhig. Wer sich die Hände schmutzig macht, wird kreativ. Und wer in der Natur unterwegs ist, merkt schnell: Man braucht nicht viel, um glücklich zu sein – nur die richtige Umgebung, ein bisschen Fantasie und Zeit füreinander.

Also: Rucksack packen, Kinder schnappen, raus in den Wald – und losbasteln am nächsten Familienabenteuer. Nachhaltiger wird’s nicht. Und schöner auch nicht.

ZUM SCHLUSS NOCH EIN ERFREULICHER TREND: REISEN IN GRÖSSERER RUNDE

Opa, Oma und Freunde sind mit dabei. Wer den Urlaub teilt, gewinnt. Großeltern bringen Ruhe, Erfahrung und Zeit mit – und genießen zugleich das lebendige Familienleben. Ganz logisch: Für die Eltern bedeutet das kleine Atempausen, für die Kinder Geschichten von früher und Extraportionen Eis.

UNVERGESSLICHER NATURURLAUB MIT EUREN KINDERN Natur-FamilotelHotspot

Ein Natururlaub bei Familotel bietet weit mehr als nur eine schöne Landschaft: Durch durchdachte Angebote, feste Strukturen und geprüfte Programme erleben Kinder die Natur aktiv, sicher und mit Freude. Eltern können sich auf eine Auszeit in einer professionell organisierten Umgebung zusammen mit der Familie freuen – mitten im Grünen. So wird der Urlaub nicht nur entspannend, sondern auch wertvoll.

Die Lage unserer Hotels ist bewusst gewählt: Viele Häuser befinden sich inmitten von Wiesen, Wäldern oder direkt am See – fernab von Straßenverkehr und Lärm. Diese naturnahe Umgebung schafft ideale Voraussetzungen für entspannte und sichere Familienzeit. Ob in den Alpen, am Waldrand oder in völliger Alleinlage – jedes Hotel bietet direkten Zugang zu Naturerlebnissen ohne lange Anfahrtswege. Wir haben die besten Gründe für euch zusammengestellt. So könnt ihr euch schnell entscheiden.

Tägliche Outdoor-Erlebnisse

Eltern müssen sich um das Tagesprogramm keine Gedanken machen: In vielen Familotels ist mindestens ein naturnahes Abenteuer pro Tag fester Bestandteil. Geführte Touren durch den Wald, Wassererkundungen am Bach oder Kletteraktionen auf dem Gelände sind so organisiert, dass sie sich leicht in den Familienalltag integrieren lassen – ganz ohne

Hotspot

lange Vorbereitung oder zusätzliche Kosten. Die Betreuung erfolgt durch geschultes Personal, das Naturerlebnisse altersgerecht vermittelt.

Weitläufige Außenanlagen

Die großzügigen Hotelgelände bieten deutlich mehr als nur einen Spielplatz. Kinder können frei laufen, in abgegrenzten Bereichen sicher toben oder auf

eigene Faust kleine Abenteuer erleben. Besonders beliebt sind Naturspielräume mit Baumhäusern, Barfußpfaden oder Bewegungsstationen – gestaltet für verschiedene Altersstufen. Eltern behalten den Überblick, ohne ständig eingreifen zu müssen. Auch bei schlechtem Wetter gibt es wetterfeste Outdoorbereiche.

Bewegung für alle Altersstufen

Nicht nur die Kinder, auch die Eltern kommen aktiv auf ihre Kosten. Neben geführten Familienwanderungen bieten viele Hotels auch Bewegungsangebote wie Yoga oder sanfte Fitness im Grünen – speziell abgestimmt auf Familien mit Kleinkindern oder Teenagern. Auch sportlichere Aktivitäten wie Mountainbike-Ausflüge oder Erlebniswanderungen mit thematischen Stationen sind Teil des Programms. So bleiben alle in Bewegung – angepasst an das jeweilige Energielevel.

Lernangebote mit Spaßfaktor

Bei Familotel bedeutet Natururlaub auch, Wissen spielerisch zu vermitteln. Programme wie der „Naturführerschein“ bieten Kindern die Möglichkeit, Pflanzen, Tiere und ökologische Zusammenhänge kennenzulernen – in kleinen Gruppen, mit viel Praxis und ohne schulischen Druck. Auch Themen wie Wetterkunde, Orientierung mit Karte und Kompass oder das Verhalten in der Natur werden kindgerecht aufbereitet und mit spielerischen Aufgaben verbunden.

Gemeinsame Lagerfeuerabende

Abends wird es gemütlich – viele Hotels verfügen über eigene Feuerstellen, an denen regelmäßig Lagerfeuerabende stattfinden. Dabei geht es nicht nur ums Stockbrot, sondern auch um gemeinsame Erlebnisse: Geschichten erzählen, singen oder einfach den Tag gemeinsam ausklingen lassen. Diese Angebote fördern den Familienzusammenhalt und schaffen emotionale Höhepunkte – oft in der schönsten Umgebung: unter Sternenhimmel und fern von Alltagshektik.

Kreative Naturzeit

Kinder können ihrer Kreativität freien Lauf lassen – ganz ohne Bildschirm. In den Kreativzeiten mit Naturmaterialien entstehen Waldgeister, Traumfänger oder kleine Kunstwerke aus Steinen, Blättern und Holz. Auch Workshops wie „Naturkunst“ oder „Bauen mit Ästen“ sind fester Bestandteil vieler Hotelangebote. Diese Aktivitäten fördern Feinmotorik, Fantasie und das bewusste Wahrnehmen der Umgebung – ganz nebenbei, ohne Leistungsdruck.

Nachhaltigkeit wird erfahrbar

Viele Familotels integrieren Umweltthemen aktiv in den Alltag: Beim gemeinsamen Gärtnern, Ernten oder Kräuterbestimmen lernen Kinder ganz konkret, wo Lebensmittel herkommen – und wie man verantwortungsvoll damit umgeht. Durch regelmäßige Mitmachangebote werden Begriffe wie Umweltschutz, Ressourcenschonung und Artenvielfalt für Kinder greifbar – nicht theoretisch, sondern durch aktives Tun.

Struktur und Verlässlichkeit

Was Eltern besonders schätzen: Viele Angebote folgen einem festen Wochenplan. Ob Bewegungseinheiten, kreative Einheiten oder Abendaktionen – es gibt verlässliche Zeiten, klare Strukturen und ausreichend Flexibilität, um sich spontan entscheiden zu können. Das erleichtert die Tagesplanung, nimmt Druck aus dem Urlaub und gibt sowohl Eltern als auch Kindern Orientierung.

GANZ VIEL

OutdoorAction

UND MITTEN IM GRÜNEN

Mehr Infos: Outdoor-Action mitten im Grünen

UrlaubDufter

KRÄUTER ENTDECKEN –

MIT ALLEN SINNEN

Blätter fühlen, Düfte erraten, spielerisch lernen – das Thema Kräuter steckt voller Erlebnisse, gerade für Kinder. Im Rahmen des Familotel-Urlaubsprojekts Natur entdecken kleine Gäste, wie vielseitig und spannend Pflanzen wie Minze, Lavendel oder Zitronenmelisse sein können. Ob beim Basteln, Riechen, Spielen oder sogar Kochen: Kräuter machen Natur greifbar und Familienzeit zu einem duftenden Erlebnis.

Ein Klassiker mit grünem Dreh ist das KräuterMemory. Dafür werden zunächst Blätter gesammelt, gepresst und auf kleine Kärtchen geklebt – jeweils zwei pro Sorte. Laminiert oder mit Folie überzogen, entsteht ein langlebiges Spiel, das nicht nur Spaß macht, sondern auch das Wiedererkennen von Kräutern fördert. Wer es besonders einfach möchte, nutzt statt echter Blätter einfach passende Bilder.

Kräutermemory klassisch

1. Kräuter sammeln und pressen, dafür Kräuter zwischen zwei Lagen Küchenpapier in ein dickes Buch legen. Für 1-2 Tage pressen lassen, bis sie trocken und flach sind.

2. Karten vorbereiten: Aus Tonkarton gleich große Kärtchen ausschneiden. Jeweils zwei Karten für jede Kräutersorte bereithalten.

3. Kräuter aufkleben: Jeweils ein gepresstes Kräuterblatt der gleichen Sorte auf zwei Karten kleben – so entstehen die Paare. Achtet darauf, dass sie gleich aussehen.

4. Laminieren oder mit Buchfolie überziehen: Damit die Kärtchen wiederverwendbar sind und sie dadurch eine längere Lebenszeit erhalten, entweder laminieren oder mit selbstklebender Buchfolie überziehen.

5. Spielen! Wie beim klassischen Memory Karten verdeckt mischen, nacheinander zwei Karten aufdecken und passende Kräuterpaare finden. Zuviel Aufwand? Dann einfach Bilder aufkleben.

Noch mehr Sinnesfreude bietet das KräuterGeruchs-Memory. In kleinen, blickdichten Dosen verstecken sich duftende Kräuter wie Rosmarin, Basilikum oder Thymian. Zwei gleiche Dosen pro Sorte werden vorbereitet – die Aufgabe: erschnuppern, welche zusammengehören. Für viele Kinder ist das ein völlig neues Naturerlebnis – konzentriert, ruhig und voller Aha-Momente.

Kräuter-Geruchs-Memory

6. Geruchsintensive Kräuter auswählen (z. B. Minze, Rosmarin, Lavendel, Thymian, Oregano, Basilikum, Zitronenmelisse).

7. Duftdosen vorbereiten: Füllt jeweils eine kleine Menge des jeweiligen Krauts in zwei Behälter. Alle Behälter sollten gleich sein, blickdicht und mit einem Deckel versehen sein, der Luftlöcher hat, z. B. Streudosen. Die Kräuter sollen gerochen werden können, jedoch nicht gesehen werden. Alternativ könnt ihr Joghurtbecher verwenden, die ihr mit einem Mull-Tuch / einer Mullbinde zudeckt, die mit einem Gummiband befestigt wird. Damit ihr die Paare ohne riechen unterscheiden könnt, könnt ihr den Boden der Dosen mit Nummern oder Farbtupfern versehen. Die Kinder können dann natürlich spicken, was zusammengehört, wenn ihr nicht aufpasst.

8. Spielen: Die Kinder erschnuppern, was zusammengehört und welches Kraut es ist.

VIELE FAMILOTEL-HÄUSER NUTZEN DAS KRÄUTERTHEMA BEREITS AUF GANZ EIGENE

WEISE:

• Im Borchard’s Rookhus pflegen die Kinder gemeinsam den hoteleigenen Kräuter- und Gemüsegarten – ideal, um Pflanzen beim Wachsen zu begleiten.

• Im Familotel Böhmerwald steht die Kräuterkunde auf dem Programm – hier lernen Kinder direkt von erfahrenen Mitarbeiter*innen, welche Heilkräfte in den Pflanzen stecken.

• Das Bayrischzell, Engel Gourmet & Spa, Family Home Alpenhof und der Alpengasthof Hochegger bieten regelmäßig Kräuterwanderungen an – mit viel Bewegung und spannenden Geschichten aus der Natur.

• Im Mein Krug zeigt Kräuterpädagogin Elke Diezinger nicht nur, wie man Kräuter erkennt, sondern auch, wie man daraus duftende Seifen herstellt.

• Das Landhaus Averbeck lädt zum Gärtnern ein – Kinder dürfen im eigenen Gemüsegarten mit Kräuterecke selbst Hand anlegen.

• Der Ulrichshof wiederum lässt seine Gäste Kräuter mit allen Sinnen spüren – im entspannenden Kräuterdampfbad.

• Und im Familotel Sonnenpark wird’s kreativ: Dort entstehen nicht nur leckere Kräuterrezepte, sondern sogar kleine Pflanzprojekte wie „Kresse im Ei“ – ein ideales Mitbringsel für zuhause.

• Auch Gut Landegge kombiniert Gartenarbeit mit Naturpädagogik – hier wachsen Gemüse und Kräuter Seite an Seite, direkt zum Ernten und Verarbeiten.

So oder so, wir wünschen euch viel Spaß in eurem duften(den) Urlaub!

EUER PACKGUIDE FÜR ENTSPANNTE TAGE IM SOMMER

Weniger schleppen, mehr erleben

erleben

Kofferpacken mit Baby oder Kleinkind – das klingt im ersten Moment nach Chaos, Listen, „bloß nichts vergessen“ und mindestens zwei Extrataschen. Aber keine Sorge: Mit ein wenig Vorbereitung, den richtigen Tipps und der Unterstützung eures Familotels wird aus dem Packstress schnell Vorfreude. Und jetzt: einfach Packliste runterladen, Taschen füllen und los!

Gerade beim ersten Urlaub mit Baby stellen sich viele Fragen: Was brauchen wir wirklich? Was ist vor Ort schon da? Und wie viel Spielzeug muss eigentlich mit?

REISEN MIT BABY – CLEVER PACKEN, ENTSPANNT ANKOMMEN

Babys haben auch im Urlaub ihre ganz eigenen Bedürfnisse. Deshalb empfehlen wir: Klärt vorab, welche Babyausstattung euer Familotel bietet – das meiste ist bei uns nämlich schon da! Von Kinderbett bis Buggy, von Wickeltisch bis Nachtlicht – die wichtigsten Dinge braucht ihr nicht extra einpacken.

Was ihr aber selbst mitbringen solltet:

• Fläschchen, Schnuller und Proviant für unterwegs

• Wechselkleidung – lieber ein Teil zu viel

• Wickelutensilien, inkl. Windeln für die ersten Tage

• Reiseapotheke (Fieberthermometer, Wundcreme etc.)

• Lieblingsspielzeug und Schmusedecke

• Sonnenschutz, auch bei milderen Temperaturen

Damit ihr dabei nichts vergesst, könnt ihr euch unsere Packliste für den Urlaub mit Baby ganz einfach auf unserer Webseite kostenlos herunterladen –zum Abhaken, Ergänzen und Stressabbauen.

Packliste für den Urlaub mit Baby –jetzt downloaden

KINDER DABEI? DANN WIRD’S KREATIV!

Auch mit älteren Kindern lohnt es sich, gut vorbereitet zu sein – besonders für die Anreise. Beschäftigung ist hier das A und O:

• Malstifte, kleine Spiele, Hörspiele oder ein Tablet mit Lieblingsmusik helfen gegen Langeweile.

• Bewegungsspiele oder Ratespiele sind perfekt für Pausen.

• Und: Kuscheltier nicht vergessen – das gehört bei vielen Kindern ins Handgepäck!

Im Hotel angekommen, braucht ihr aber gar nicht so viel auspacken: Viele Familotels bieten eine Kinderbetreuung mit abwechslungsreichen Aktivitäten, spannenden Natur erlebnissen und kreativen Bastelaktionen – ganz ohne mitgebrachte Bastelkiste.

Ein Tipp für ruhige Zeiten: Ein kleines Malbuch, ein Hörspiel oder ein Set bunter Knete passt in jeden Koffer und kann Wunder wirken – ob im Restaurant oder bei einer kurzen Regenpause.

Auch hier helfen wir euch weiter: Unsere Checkliste für den Urlaub mit Kind gibt euch einen schnellen Überblick – jetzt downloaden, ausdrucken, abhaken:

Checkliste für den Urlaub mit Kind –hier klicken

PRAKTISCH GEDACHT:

DAS ERWARTET EUCH IM FAMILOTEL

Damit euer Gepäck überschaubar bleibt, sind viele nützliche Dinge schon vor Ort:

• Kinderbetten, Verdunkelung und Nachtlichter für erholsamen Schlaf

• Wickeleimer, Wickelauflagen, WC-Einsätze und Töpfchen für kleine Gäste

• Rückentragen, Buggys und Kinderwagen zum Ausleihen

• In Babyhotels: zusätzliche Ausstattung wie Vaporisator, Babybadewanne & mehr

Kurz gesagt: Ihr braucht nur das Wichtigste – den Rest erledigen wir.

UND WOHIN SOLL ES GEHEN?

Ob Deutschland, Österreich, Südtirol oder Ungarn –unsere Familotels sind bequem mit dem Auto oder der Bahn erreichbar. Besonders empfehlenswert für den ersten Urlaub mit Baby: kurze Anreise, milde Temperaturen und eine Unterkunft, die wirklich auf Familien eingestellt ist.

Wann der richtige Zeitpunkt ist? Die meisten Familien verreisen nach rund drei Monaten – wenn sich alles etwas eingespielt hat. Der Frühling und Herbst sind oft angenehmer als der Hochsommer. Am besten hört ihr einfach auf euer Bauchgefühl.

So geht RundumUrlaubsorglos-

Es beginnt, wie so oft, mit hungrigen Blicken. Das Frühstück ist verdaut, der nächste Ausflug in Sicht – aber das Kind möchte jetzt ein Eis. Oder einen Apfel. Oder ein Glas Saft. Wer mit Kindern reist, kennt das Spiel. Was für Erwachsene ein kurzer Stopp bedeutet, kann für Familien zur nervlichen Zerreißprobe werden. Besonders im Urlaub, wenn der Tagesrhythmus aus den Fugen gerät, der Blutzuckerspiegel sinkt – und plötzlich nichts mehr stimmt.

Familotel hat sich diesem Thema angenommen. Nicht mit weiteren To-dos für Eltern, sondern mit einem Versprechen: „Kids All-Inclusive“ – in jedem Familotel und ohne Aufpreis. Dabei geht es nicht nur um Vollverpflegung im klassischen Sinne. Es geht um das gute Gefühl, dass Kinder jederzeit versorgt sind. Und Eltern einmal durchatmen dürfen.

Was das bedeutet? Frühstück, Mittagessen, Abendessen – klar. Aber auch: Zwischenmahlzeiten, Obst, Snacks, ein Glas Wasser oder Saft, wann immer es gebraucht wird. Nicht auf Bestellung, nicht gegen Aufpreis – sondern einfach da. Kindgerecht, altersgerecht, mit einem Auge für Allergien und Vorlieben. Und mit dem Wissen: Wer satt ist, streitet weniger. Und spielt mehr.

In den Speiseräumen gibt es Bewegungsecken, farbenfrohes Kindergeschirr, Lätzchenservice und eigene Saftbars. Die Bedienung? Freundlich, geduldig, auf Augenhöhe. Die Atmosphäre? Locker, fröhlich, entspannt. Wer will, sitzt gemeinsam mit der Familie am Tisch – oder mit neuen Freund*innen am großen Kindertisch. Alles kann, nichts muss.

Und die Erwachsenen? Die dürfen wählen. Die Verpflegungsmodelle reichen je nach Hotel von Halbpension über Vollpension bis zu „All-Inclusive Premium“. In Häusern wie Gut Landegge oder am Furtherwirt heißt das: Frühstücks- und Mittagsbuffet, hausgemachter Kuchen am Nachmittag, Abendbuffet, alkoholfreie Getränke, Kaffee- und Teespezialitäten – oft ergänzt durch Wein, Bier oder ausgewählte Spirituosen. Ein Service, der spürbar macht: Auch die Großen sollen hier Urlaub haben.

Hinter all dem steht mehr als ein Gastronomiekonzept. Es ist die „Schöne-Ferien-Garantie“ von Familotel – ein Versprechen, Familienurlaub wieder planbar zu machen. Ohne Stress. Ohne falsche Kompromisse. Dafür mit echten Erlebnissen und dem Gefühl, willkommen zu sein.

Wer es einmal erlebt hat, weiß: Es geht nicht darum, dass Kinder rund um die Uhr essen können. Es geht darum, dass niemand mehr hungern muss – nach Essen, nach Ruhe, nach einem Moment ohne Verantwortung. Das ist All-Inclusive, wie es sein sollte: Nicht laut, nicht übertrieben – sondern einfach gut.

„VERRÜCKTERWEISE SIND SICH VIELE MENSCHEN GAR NICHT SO BEWUSST, was ihre

Stärkeneigentlichen sind“

Ein Gespräch mit Bestsellerautor Eckart von Hirschhausen über Pinguinmomente und was man von ihnen lernen kann

Warum willst Andere gibt

du so sein wie andere?

gibt es doch schon genug

Viele kennen die Pinguin-Geschichte, die hinter Ihrem Buch steckt, schon. Immerhin geht sie seit Jahren viral. Warum kommt dazu nun noch ein Buch?

Die Pinguin-Geschichte ist wahrscheinlich, ja, meine, meine schönste und ich habe auch lange gedacht, braucht es dafür ein neues Buch? Und jetzt kommt „Der Pinguin, der fliegen lernte“, weil ich so viele Rückmeldungen bekam, dass diese Geschichte bei vielen Menschen wirklich ein Aha ausgelöst hat, so eine Art Veränderungsmoment. Und das hat mich überzeugt.

Für die, die vielleicht nicht so richtig wissen, worüber wir reden: Was hat es noch mal mit dieser Pinguin-Geschichte auf sich, die ja tatsächlich auch so passiert ist?

Also ich war engagiert als Moderator auf einem Kreuzfahrtschiff. Ich war kreuzunglücklich, auf dem falschen Dampfer, seekrank und endlich einen Tag in Norwegen an der Küste. Ich ging in den Zoo und sah einen Pinguin auf dem Felsen stehen und ich dachte, was für ein armes Würstchen: der hat zu kleine Flügel, der kann nicht fliegen, obwohl es ein Vogel ist, der hat keinen Hals, und dann hat der Schöpfer auch noch die Knie vergessen. Mein Urteil stand fest, das ist ja wohl die volle Fehlkonstruktion. Und dann sprang der ins Wasser und schwamm und ich konnte durch so eine Glasscheibe dem beim Schwimmen zusehen und ich dachte: wow, meine Güte, der kann ja fliegen, sobald er in seinem Element ist.

Da hat’s dann bei Ihnen sozusagen Klick gemacht, dass wir von Pinguinen einiges lernen und uns auch abschauen können. Was denn zum Beispiel?

Verrückterweise sind sich viele Menschen gar nicht so bewusst, was ihre eigentlichen Stärken sind. Wir doktern gerne an unseren Schwächen herum, wir vergleichen uns mit Menschen, die nicht so sind wie wir und salopp gesagt, warum willst du so sein wie andere? Andere gibt es doch schon genug. In der Pinguin-Geschichte steckt diese Wahrheit, dass es viel schlauer ist, seine Stärken zu stärken und zu schauen, wenn ich mich als Pinguin in der Wüste aufhalte, dann liegt es ja nicht an mir, wenn es nicht flutscht. Dann ist auch nicht die spannende Frage, wie bin ich hier hingekommen, sondern wie komme ich jetzt hier weg? Und das sind dann eben kleine Schritte und manchmal auch der Sprung ins Kalte.

Da werden jetzt viele wahrscheinlich als Erstes an ihren Job denken und sich fragen, wie das gehen soll. Wie kann man den Absprung schaffen?

Mir ist natürlich auch klar, dass das in vielen Berufen auch nicht so einfach möglich ist und auch darauf gehe ich ausführlich ein. Es muss ja gar nicht der Hauptberuf sein. Es gibt auch viele Möglichkeiten, in anderen Bereichen, in der Freizeit, im Ehrenamt, auch in der Familie, Stärken in sich anders zu leben und dabei auch zu entwickeln. Bei mir konkret war es eben auch die Zeit als Kind, wo ich gezaubert habe, wo ich auf Kindergeburtstagen mit kleinen Shows die ersten Bühnenerfahrungen gemacht

habe. Sonst wäre ich nie Fernsehmoderator geworden. Ich wäre auch, hätte ich die Bühne nicht gehabt, nicht auch Buchautor geworden und, und, und. Also es gibt einen schönen Satz: Leben kann man nur vorwärts, verstehen kann man es manchmal nur rückwärts.

Ist Ihr Buch also ein Ratgeber, wie man zur besten und damit glücklichsten Version von sich selbst wird?

Ratgeber – ach, nein, es ist eine poetische Geschichte mit vielen verschiedenen Ebenen und vor allen Dingen auch eine illustrierte Geschichte. Ich habe einen genialen Naturfotografen kennengelernt, der zwei Winter lang in der Antarktis Pinguine in allen Lebensphasen fotografiert hat. Und mit ihm zusammen, mit dem Stephan Christmann, haben wir diese Geschichte dann noch weitergesponnen und vor allen Dingen auch diese Art und Weise, wie die Männer dann mit ihrer Bauchfalte das Ei wärmen und auf ihren Füßen balancieren und wie, ja: Wie erkennen die sich wieder? Ja, das ist so rührend. Also, je mehr ich über die Pinguine gelernt habe, desto mehr staune ich. Und dieses Staunen vermittelt sich über die Kombination von dem Text und den Fotos und den Parallelen zu unserem menschlichen Leben.

Den letzten Teil Ihres Buches widmen Sie –neben den persönlichen Geschichten, die Ihnen Menschen aus Ihrem Publikum geschickt haben –der großen Frage, wie Pinguine in diesen Zeiten mit der Erderwärmung klarkommen und was aus ihnen wird, wenn wir nichts tun. Warum?

Viele Bücher, gerade auch so psychologische Ratgeber, bleiben ja immer stehen bei dem Punkt, ja, finde dich selbst und pflege dein inneres Kind und so weiter. Und darum geht es mir gar nicht, sondern es ist ein Buch, was, glaube ich, sehr gut in

unsere Zeit passt, wo viele Menschen sich Gedanken machen über ihre Rolle. Und gleichzeitig ist in dieser Pinguinwelt ja das Überlebensprinzip Kooperation. Wie überleben die bei minus 40 Grad? Indem sie sich so eng aneinander kuscheln, dass es im Inneren dieser Haufen Struktur so warm wird, dass sie wechseln. Und das alles, ohne sich groß abzusprechen, ohne zu meckern. Es ist ein tolles Bild dafür, dass wir gerade in Krisenzeiten zusammenstehen können. Aber im Kern ist es wirklich ein Buch voller heilsamer Ideen. Und ich freue mich jetzt schon auf alle, die mir dann wieder an pinguin@hirschausen.com schreiben, was dieses Buch mit ihnen gemacht hat.

Eckart von Hirschhausen begegnet einem Pinguin. Und hält ihn für eine absolute Fehlkonstruktion: dicker Bauch, kann nicht fliegen, und dann hat die Natur auch noch die Knie vergessen. Doch als er den Pinguin schwimmen sieht, ändert sich seine Perspektive: auf das Leben und den Umgang mit den eigenen Unzulänglichkeiten. Denn mit dem Sprung ins Wasser zeigt der Pinguin, was er wirklich kann –sobald er in seinem Element ist.

Das Fazit aus Eckart von Hirschhausens „Pinguingeschichte“: Nicht zu lange nur an seinem Innenleben tüfteln. Denn Veränderung geschieht oft, wenn man sich eine Umgebung schafft, in der sich die eigenen Stärken entfalten können.

Der Pinguin, der fliegen lernte. Eine Geschichte über das Leben, die Liebe und das Glück

Dr. med. Eckart von Hirschhausen Hardcover, mit zum Teil unveröffentlichten Fotos des preisgekrönten Naturfotografen

Stefan Christmann dtv, 168 Seiten, 18 Euro

42 SEITEN LESEPROBEN

URLAUB Endlich Zeit

URLAUB Zeit zum Lesen

Lesetipps für den Sommer

DiCamillo:

Der Sommer der unmöglichen Dinge dtv, 208 Seiten, 15 Euro

Lesealter: ab 10 Jahren

ISBN: 978-3-423-76572-5

Frank Schwieger: Ich, Captain Hook, und die verfluchte Schatzinsel

dtv, 256 Seiten, 16 Euro

Lesealter: ab 10 Jahren

ISBN: 978-3-423-76571-8

KINDERBUCH

EIN UNVERGESSLICHER SOMMER VOLLER ABENTEUER

Die Sommerferien sind da und die zehnjährige Ferris hat alle Hände voll zu tun. Während ihre aufmüpfige kleine Schwester die Nachbarschaft schikaniert, muss Ferris ihre Tante ausspionieren, ihre Klassenlehrerin aufheitern und ihrem Vater im Kampf gegen eine WaschbärenInvasion helfen. Außerdem macht sie sich Sorgen um ihre Oma, die fast nur noch im Bett liegt und behauptet, einen Geist zu sehen, der einen ganz speziellen Auftrag für Ferris hat. Den zu erfüllen, scheint fast unmöglich bei all dem Trubel im Haus. Aber wenn es jemand schaffen kann, alle Probleme zu lösen, während die ganze Familie verrückt spielt – dann Ferris!

KINDERBUCH

WILDE PIRATEN UND PIRATINNEN ERZÄHLEN!

Endlich kommen die wildesten und bekanntesten Piraten selbst zu Wort und berichten von ihren spannenden Abenteuern. Herbert Hook, ein mit allen Wassern der Karibik gewaschener Piratenkapitän, seine Tochter Jenny, die mindestens genauso gerissen ist wie ihr Vater, Billy Hornbeam, der verwegene Steuermann der Lavinia, Binka Babington, eine vornehme junge Lady, und Victoria Appleyard, die auf einem einsamen Strand verzweifelt auf Rettung wartet. Dann gibt es da noch eine geheimnisvolle Karte, eine verfluchte Insel und jede Menge Schurken und Helden, die einen legendären Schatz suchen. Mit großem Sachteil: Die wildesten Piraten aller Zeiten – Störtebeker & Co. hautnah!

Kate

ISBN:

ROMAN

SIE WOLLEN SICH VERLIEBEN –BLOSS NICHT INEINANDER

Nicht alles läuft in Justins Leben rund. Jede Frau, die er länger als einen Monat datet, findet nach der Trennung ihr Happy Ever After, aber er bleibt jedes Mal allein zurück. Und als ein von ihm abgesetzter Reddit-Post viral geht, kann er sich nicht mehr vor Nachrichten retten. Doch dann erhält er eine Nachricht von Emma, der es genauso geht wie ihm. Emma liebt ihr unstetes Leben als reisende Krankenschwester. Nächster Stopp: Hawaii! Schade nur, dass ihr Dating-Leben alles andere als erfüllend ist, denn kein Mann scheint der Richtige für sie zu sein und nach ihr direkt seiner großen Liebe zu begegnen. Aber als sie Justins Reddit-Post sieht, slidet sie in seine DMs, und die Chemie zwischen den beiden stimmt sofort. Um den „Dating-Fluch“ zu brechen, unter dem die beiden leiden, beschließen sie, sich gegenseitig zu daten, und für Emma und Maddy geht es statt nach Hawaii erstmal nach Minneapolis ins Royaume Northwestern Hospital. Klingt doch nach dem perfekten Plan und als könnte nichts schiefgehen, oder?

ISBN: 978-3-423-22133-7

THRILLER

EINE VON UNS WIRD BEZAHLEN.

EINE

VON UNS WIRD STERBEN.

Als ihr Haus abbrennt, wird Ginas Leben und das ihrer Familie auf den Kopf gestellt. Glücklicherweise ist ihre alte Freundin Annie nicht in der Stadt und bietet ihnen an, vorübergehend bei ihr zu wohnen – in einem wunderschönen, renovierten georgianischen Haus. Gina nimmt das Angebot dankend an. Als es bald darauf an der Tür klingelt und Mary auftaucht, die behauptet, die Haushälterin zu sein, stellt Gina das nicht infrage, denn Annie lobt ihre Angestellte in den höchsten Tönen. Doch Gina hat das Gefühl, dass Mary etwas zu verbergen hat. Während sie darüber grübelt, wird sie von albtraumhaften Erinnerungen heimgesucht – Erinnerungen an eine verhängnisvolle Nacht vor vielen Jahren. Doch der wahre Albtraum steht erst noch bevor.

Samantha Hayes: Eine von uns dtv, 400 Seiten, 13 Euro
Abby Jimenez: Just for the Summer dtv, 480 Seiten, 16 Euro
978-3-423-26428-0

Beatrix Gerstberger: Die Hummerfrauen dtv, 400 Seiten, 22 Euro

ISBN: 978-3-423-28476-9

ISBN: 978-3-608-96659-6

ROMAN

SOMMER IN MAINE: WO VERGANGENHEIT AUF GEGENWART TRIFFT

Ferien an der Küste von Maine zählen zu Minas schönsten Kindheitserinnerungen. Bis zu jenem Sommer, nach dem sie und ihre Eltern nie mehr dorthin reisten. Viele Jahre später zieht es Mina nach einem schweren Verlust wieder zurück.Sie landet in einem winzigen Dorf namens Stone Harbor und findet Unterschlupf bei den beiden Fischerinnen Ann und Julie. Mit ihnen fährt Mina hinaus aufs Meer und lernt das Hummerfischen. Und hier, in Stone Harbor, begegnet Mina endlich Sam wieder. Sam, der damals in den Ferien nicht von ihrer Seite wich und dessen Familie nach jenem letzten Sommer in Maine auch nie mehr dieselbe war.

Der raue Alltag der Hummerfischerinnen wird zum Schauplatz eines kraftvollen, inspirierenden Romans über einen schicksalhaften Sommer vor bald zwanzig Jahren, eine Liebe aus Kindertagen und das Drama einer Familie.

SACHBUCH

TRIUMPHALE NEUERZÄHLUNG

DER MENSCHHEITSGESCHICHTE

Auf einer Reise von der Chauvet-Höhle in Frankreich durch Nofretetes Ägypten, das klassische Griechenland, die Bibliotheken der Azteken, Ashokas Indien, das China der Tang-Dynastie und weitere Epochen: Diese unterhaltsame Big History des Literaturwissenschaftlers Martin Puchner enthüllt die Entstehung und Gründe menschlicher Kultur –und wie kulturelle Aneignung dies ermöglichte. Wozu brauchen wir Kunst und Kultur überhaupt? Warum sollten wir uns mit unserer Vergangenheit beschäftigen? Martin Puchner erzählt mitreißend, warum wir nur durch Kultur in der Lage waren, unsere Fähigkeiten zu entwickeln, und wie sie durch unsere Begegnungen, kollektiven Verluste und Wiederentdeckungen, Innovationen, Nachahmungen und Übernahmen Gesellschaften über die Jahrhunderte vorangetrieben und unser Überleben gesichert hat. Kultur kann daher nicht als Ressource einer einzelnen Gruppe gesehen werden, sondern entsteht im Austausch mit anderen, als geliehene Form und Verschmelzung von Ideen – durch Zeichnen, Sprechen, Speichern von Wissen. Puchner ermöglicht einen spannenden, neuen Blick auf die Menschheit und liefert einen wichtigen Beitrag zur Debatte über kulturelle Aneignung.

Martin Puchner: Kultur
Klett-Cotta, 432 Seiten, 35 Euro

Leseprobe für Kids

QUINN BRINGT DIE MUSIK ZURÜCK

Quinn ist der dritte Schatzdrache im Bunde. Ihre Jadedrachenkräfte sind wie geschaffen dafür, den letzten verbliebenen Gegenstand zu finden, den die Schattengeister der Baumkönigin gestohlen haben: die Herzgeige. Die Kobolde werden von Stunde zu Stunde stärker, doch Quinn hat keine Angst. Sie ist bereit, zurückzuschlagen – mit den anderen Schatzdrachen an ihrer Seite.

Will ich haben!

Hier gibt‘s alle Infos zum Buch

Maddy Mara: Dragon Girls – Naomi, der Regenbogendrache dtv, Hardcover, 128 Seiten, 13 Euro, ISBN: 978-3-423-76563-3

Lesealter: ab 7 Jahren

1Quinn summte leise vor sich hin, als sie ihre glänzende goldene Trompete zurück in den samtbeschlagenen Instrumentenkoffer legte.

Um sie herum herrschte lautstarkes Geschnatter, während die übrigen Kinder des Orchesters nach der Probe ihre Sachen packten. Alle waren aufgeregt. Morgen Abend fand das große Konzert statt!

Quinn freute sich heute besonders, weil sie

eine neue Melodie im Kopf hatte. Sie liebte es, ihre eigenen Songs zu komponieren. Verstohlen schaute sie sich um. Ihre Musik vor allen anderen zu spielen, traute sie sich nicht. Allerdings beachtete sie gerade niemand. Vielleicht könnte sie es wagen?

Schnell holte sie die Trompete noch einmal aus dem Koffer. Das glatte Metall fühlte sich richtig gut an. Manchmal kam es Quinn fast so vor, als wäre die Trompete ein Teil von ihr. Und zwar der laute! Konzentriert begann sie zu spielen. Die Melodie floss aus ihrem Kopf in das Instrument und von dort aus in die Luft. Sie wiederholte das Ganze und verfeinerte es. Quinn wurde richtig warm ums Herz. Es klang sogar noch schöner, als sie gehofft hatte.

»Das klingt super, Quinn! Was war das?«

Erschrocken wirbelte Quinn herum. Die Orchesterleiterin, Frau Tran, lächelte sie an.

»Das ist kein echtes L­ L­ Lied«, stammelte Quinn. »Das habe ich mir nur ausgedacht.«

»Oh, und ob das ein echtes Lied war«, meinte Frau Tran. »Und es ist wundervoll, Quinn. Spiel

es doch morgen, gleich zu Konzertbeginn. Würdest du das machen?«

Quinns Hände begannen zu schwitzen. Sie spielte unheimlich gern im Schulorchester. Es fühlte sich fast magisch an, wenn die verschiedenen Instrumente einen gemeinsamen Klang erzeugten. Zusammen erschufen sie etwas, das größer und schöner war als alles, was die Mu­

siker einzeln je spielen könnten. Doch ein Solo vor Publikum? Dazu fehlte ihr der Mut.

Frau Tran war allerdings so begeistert, dass Quinn nur schwer Nein sagen konnte!

»Vielleicht«, antwortete sie und nestelte nervös an der jadegrünen Perle ihres Freundschaftsarmbands. Das hatte sie im Schmuckbastelkurs gemeinsam mit ihren Freundinnen angefertigt: Mei und Aisha. Beide waren sehr mutig. Sie hätten sicher keine Angst davor, ein Solo zu spielen.

Frau Tran sah sie freundlich an. »Wenn du nicht möchtest, musst du es nicht tun, Quinn. Es wäre nur schön, wenn die anderen deine Musik hören dürften. Denk einfach darüber nach und sag mir morgen Bescheid, einverstanden?«

»Okay.« Quinn nickte und Frau Tran schlenderte mit Quinns neuem Lied auf den Lippen davon.

Als Quinn ihre Trompete nun zum zweiten

Mal in den Koffer legen wollte, hörte sie Gesang. Er kam ihr vertraut vor, war aber sehr leise. Woher kam er? Verwundert sah sie sich im Zimmer

um. Abgesehen von Frau Tran, die Notenständer aufräumte, war niemand mehr da.

Im Wald vor dem Fenster wiegten sich die Bäume. Sie schienen Quinn zu rufen. Schlagartig pochte Quinns Herz schneller. Sie war ziemlich sicher, dass sie wusste, was hier vor sich ging. Es war noch gar nicht lange her, da hatten Mei, Aisha und sie herausgefunden, dass sie mehr vereinte als die Liebe zu Schmuck. Sie waren Dragon Girls, und zwar Schatzdrachen!

Ihre Aufgabe war es, die Schätze des Zauberwaldes zu bewahren. Wenn sie gebraucht wurden, rief die Herrscherin des Waldes – die Baumkönigin – nach ihnen.

Und Quinn hatte das Gefühl, dass genau dies gerade geschah! Inzwischen konnte sie die Worte des Gesangs besser verstehen:

Zauberwald, Zauberwald, Abenteuer, steh nicht still …

Quinn wurde ganz hibbelig vor Aufregung. Kein Zweifel, sie wurde in den Zauberwald gerufen!

Sie spähte auf ihr Freundschaftsarmband. Die Jadeperle darin leuchtete hellgrün auf. Ein warmer, grüner Lichtschein strahlte aus ihr hervor. Das Licht hüllte Quinn ein und schoss ins Mundstück ihrer Trompete.

Augenblicklich begann das Instrument in einem zauberhaften Grün zu funkeln. Dann floss der Lichtstrahl umso breiter und heller aus dem Schalltrichter der Trompete wieder heraus. Quinns Ohren waren erfüllt von den Worten des Lieds.

Zauberwald, Zauberwald, Abenteuer, steh nicht still …

Vorsichtig schaute sie zu Frau Tran hinüber. Obwohl die Musik immer lauter wurde, schien ihre Lehrerin nichts davon zu bemerken. Seelenruhig stellte sie gerade die Stühle auf.

Quinn tätschelte ihre Trompete liebevoll und legte sie in den Koffer. »Ich bin bald wieder da«, flüsterte sie. »Aber jetzt braucht mich der Zauberwald.«

Gespannt blickte Quinn in den Lichtstrahl, der noch immer vor ihr in der Luft erstrahlte. Inzwischen konnte sie darin Bäume erkennen!

Und diese waren nicht kahl wie die Winterbäume vor dem Proberaum. Nein, diese Bäume waren frisch und saftig wie im Frühling. Quinn schloss die Augen und atmete tief ein. Eine warme Brise wehte den intensiven Duft von Mangos, Kokosnüssen und Vanille zu ihr.

Als sie die Augen wieder öffnete, war der Strahl aus Licht breit genug, dass sie hineinsteigen konnte. Das Lied erfüllte sie nun voll und ganz. Schließlich öffnete sie den Mund und sang laut mit, wobei sie jeden Ton perfekt traf.

Zauberwald, Zauberwald, Abenteuer, steh nicht still, Zauberwald, Zauberwald, hör mein Gebrüll!

Noch einmal holte Quinn tief Luft, dann trat sie ins Licht. Sofort begann der Probenraum sich aufzulösen. Das grüne Glühen legte sich um Quinn und hob sie in die Luft.

Ein neues Abenteuer wartete!

2Als Quinn wieder festen Boden unter den Füßen spürte, öffnete sie die Augen. Sie war umgeben von Bäumen, an denen viele leuchtend reife Früchte hingen. Um die Stämme rankten sich Kletterpflanzen mit bunten Blüten. Der Boden war von moosigem grünem Gras bedeckt, das so weich wie Samt war.

Quinn stieß ein glückliches Seufzen aus. Zweimal war sie nun schon im Zauberwald gewe­

sen, doch jedes Mal war es wieder aufregend. Eigentlich war es sogar mit jedem Mal spannender! Besonders toll fand sie es, sich in einen Drachen zu verwandeln. In der echten Welt war Quinn oft nervös. Doch als mächtiger Drache im Zauberwald hatte sie das Gefühl, fast alles schaffen zu können.

Trompete spielen konnte sie als Dragon Girl natürlich nicht. Doch das war ein kleiner Nachteil verglichen mit dem Spaß, den sie hatte, wenn sie mit ihren Freundinnen über die Baumwipfel sauste!

Quinn betrachtete ihre schimmernd grünen

Beine und Tatzen. Und ich kann brüllen!, rief sie sich in Erinnerung.

Wie zum Beweis stieß sie ein lautes Gebrüll aus. Dabei schossen jadegrüne Flammen aus ihrem Mund und die Luft füllte sich mit einem glockenhellen, wundervollen Geräusch. Brüllen fühlte sich so gut an! Lachend flatterte Quinn mit ihren eleganten, kraftvollen Flügeln, sodass sie schwungvoll vom Boden abhob. Fliegen fühlte sich genauso super an!

Eine der Sachen, die Quinn am Zauberwald liebte, war sein Klang. Dabei musste sie immer an ein Orchester denken. Es gab die leisen, raschelnden Geräusche der Gräser und Schilfrohre, wenn der Wind hineinblies. Es gab das Zirpen der Insekten und das Quaken der Frösche. Weiter oben ertönten die Gesänge der Vögel und das Wispern der Wipfel. Eingefasst wurde all das von etwas, das mehr eine Art Gefühl war als ein echtes Geräusch. Wie ein glück­

liches Summen. Quinn überlegte, ob es die Energie des Waldes sein könnte.

Doch als ihr eigenes Brüllen nun verklang, fiel ihr auf, wie still es im Wald war. Von den üblichen Geräuschen war kaum etwas zu hören. Keine Frösche, keine Insekten und eindeutig keine Vögel. Als hätte man den Wald stummgeschaltet! Übrig war nur ein nervendes Sirren, wie von einem Stromkasten.

»Der Wald klingt falsch, findest du nicht auch?«, ertönte in der Nähe ein Stimmchen.

Als Quinn den Kopf neigte, sah sie in der Luft einen kleinen Vogel schweben. Er hatte eine gewisse Ähnlichkeit mit einer Eule. Allerdings wusste Quinn, dass die Tiere im Zauberwald alle magisch waren. Der Vogel war grün und unter jedem Flügel erstrahlte ein leuchtend goldenes Muster.

»Ich bin Sausebraus«, zwitscherte der kleine Vogel leise. »Normalerweise spreche ich viel lauter, aber die Schattenkobolde stehlen dem Wald allen Klang. Auch ich verliere meine Stimme.«

»Das ist ja furchtbar!« Quinn war entsetzt. »Warum tun sie das?«

Der kleine Vogel kam näher. »Wenn alles seine Stimme verliert, wird die Harmonie des Waldes gestört«, erklärte das Vogelmädchen piepsig. »Die Bienen können den Ruf der Blumen nicht mehr hören. Die Vögel können nicht mehr auf die warmen Luftströmungen lauschen, die sie in die Höhe tragen. Die Fische können das Gurgeln des Wassers nicht wahrnehmen, das sie sicher durch die Flüsse führt. Und das ist erst der Anfang. Es ist eine Katastrophe!«

Der kleine Piepmatz musste husten. Noch nie hatte Quinn erlebt, dass ein Vogel hustete!

»Besser, du schonst deine Stimme«, meinte Quinn. Sie wollte nicht, dass Sausebraus ihre Stimme verlor. »Nicke einfach oder schüttle den Kopf. Bist du hier, um mich zur Lichtung zu bringen?«

Wild flatterte Sausebraus mit den Flügeln und nickte. Dann sauste sie davon und verschwand zwischen den Bäumen. Auch Quinn

schwang sich in die Höhe und folgte ihr. Sie wollte Sausebraus nicht aus den Augen verlieren.

Diesmal war der Flug durch den Zauberwald komisch. Alles sah aus und roch wie immer, nur fühlte es sich anders an. Schlimmer noch: Je tiefer Quinn in den Wald hineinflog, desto lauter wurde das hässliche Sirren. Allmählich bekam sie davon Kopfschmerzen. Wenig später hörte Quinn noch etwas anderes: ein durchdringendes Wispern. Diesmal habt ihr Dragon Girls keine

Chance gegen uns! Wer dahintersteckte, war sofort klar: die Schattenkobolde!

Als Quinn unter einem tief hängenden Ast hindurchglitt, fiel etwas auf ihren Hals. Sofort fühlte ihre Kehle sich seltsam kratzig an. Sie schüttelte sich, doch es ging nicht weg. Plötzlich raunte ihr eine fiese Stimme ins Ohr:

Die meisten Klänge haben wir dem Wald schon genommen. Bald stehlen wir dein Gebrüll und das deiner Freundinnen. Dann übernimmt die Schattenkönigin die Herrschaft über den ganzen Zauberwald!

Es passierte nicht oft, dass Quinn wütend wurde. Doch jetzt war sie wirklich sauer!

Sausebraus flog neben sie. Der kleine Vogel sagte kein Wort. Trotzdem spürte Quinn deutlich die Sorge ihrer Freundin.

In Quinn wuchs ein mächtiges Brüllen heran. Im nächsten Moment brach es aus ihr heraus, so laut wie zwanzig Trompeten. »Mein Brüllen bekommt ihr nie! Und das meiner Freundinnen genauso wenig! Und die Klänge des Waldes holen wir zurück. Wartet’s nur ab!«

Sofort fiel der Schattenkobold von ihrem Hals und verwandelte sich in grauen Staub.

»Keine Angst«, sagte Quinn zu Sausebraus.

»Ich bin ein bisschen schüchtern. Aber wenn es sein muss, kann ich richtig laut werden! Wie weit ist es denn noch bis zur Lichtung?« Quinn hoffte, sie wären bald da. Gemeinsam mit ihren Freundinnen fühlte sie sich viel mutiger.

Wie zur Antwort flog Sausebraus einen Looping und deutete mit der Flügelspitze nach vorn. Zwischen den Bäumen drang ein warmes Glühen hervor. Quinn grinste glücklich. Es war das schimmernde Kraftfeld, das die Waldwiese beschützte.

Nach dem Kampf mit dem Schattenkobold hatte Quinn sich müde gefühlt. Doch beim Anblick der Lichtung spürte sie neue Kraft in sich aufsteigen. Sie konnte es nicht erwarten, die Baumkönigin wiederzusehen. Und natürlich ihre Freundinnen!

Leseprobe nur für Eltern

EIN TÖDLICHES RÄTSEL

In der brütenden Hochsommerhitze markiert der Fund zweier Leichen in einem Kühlhaus den Beginn einer beispiellosen Mordserie. Jakob Krogh und Mila Weiss ahnen schon in den ersten Stunden, dass sie es mit einem äußerst intelligenten und penibel planenden Täter zu tun haben müssen.

Gemeinsam mit ihrem Team – der Sonderermittlungsgruppe 4 – müssen sie all ihre Kräfte aufbieten, um das Sterben zu stoppen. Doch die Tatsache, dass der Hauptverdächtige in einer geschlossenen psychiatrischen Anstalt sitzt, macht die Jagd auf den gnadenlosen Mörder nicht einfacher …

Will ich haben!

Hier gibt‘s alle Infos zum Buch

Benjamin Cors: Aschesommer dtv, Taschenbuch, 432 Seiten, 13 Euro

ISBN: 978-3-423-22098-9

PROLOG

Er hatte ihre Namen vergessen.

Vielleicht Jonas. Oder Paul. Womöglich auch Niklas, einige hatten diesen Namen getragen, damals. Er dachte nicht oft über sie nach, eigentlich nie. Und wenn, dann waren es weder ihre Namen noch ihre Gesichter, an die er sich erinnerte. Auch nicht die Blicke, die eben noch von dieser jugendlichen Arroganz geprägt waren, die er so sehr verabscheute. Und die sich erst in Erstaunen gewandelt hatte, dann in Entsetzen. Zumindest beim Zweiten. Der Erste hatte keine Zeit gehabt, erstaunt oder gar entsetzt zu sein. Er war sofort tot gewesen.

Nein, wenn er jetzt auf seinem Stuhl saß, vor sich das Fenster, hinter dem der letzte Schnee des Jahres auf den Feldern lag, erinnerte er sich nur an das Gefühl, das ihn damals überkommen hatte. Ruhe.

Weil auf einmal alles an seinem Platz war, Sinn ergab und ein Bild heraufbeschwor, das schön war und rein. Stille war eingekehrt. So wie schon viele Male zuvor, als Pflanzen und Tiere verstummt waren, bevor sie von diesem Planeten verschwanden. Es war der unabänderliche Lauf der Zeit. Die Natur nahm sich ihr Recht, sie wusste, was ihr zustand.

Die Stimmen aus dem Fernseher drangen an sein Ohr, er hörte kaum hin. Eine Pressekonferenz, sie sprachen über Vögel. Über Krähen.

Er wusste nichts anzufangen mit diesen Geschöpfen, die manchmal die Felder draußen vor dem Fenster besetzten wie

Pusteln auf einem kranken Boden. Gerne hätte er sie abgeschossen, er war ein guter Schütze gewesen, damals. Aber jetzt war er hier drinnen, wo sie ausgerechnet ihn, den einzig Gesunden unter so vielen Kranken, eingesperrt hatten. So lange schon.

Nur eine schmale Straße verband diesen Ort mit dem Rest der Welt, sie führte durch kahle Felder bis hinüber zu den Sonnenblumen. Jetzt, im spät endenden Winter, waren keine zu sehen, aber sie würden wachsen und ihre Köpfe der Sonne entgegenrecken – wenn die Zeit gekommen war.

Der erste Junge hatte Mats geheißen, jetzt fiel es ihm ein. Aber noch viel deutlicher erinnerte er sich an das Knacken. Das Geräusch eines berstenden Nasenknochens, als das schwere Holzscheit, das er mit einem Handschuh aus dem Kamin geangelt hatte, das Gesicht des Jungen traf.

Das Sirren in der Luft, als er in einer fließenden Bewegung den Schwung aufgenommen und sein Arm einen perfekten Bogen beschrieben hatte, um nur eine halbe Sekunde später den zweiten Jungen niederzustrecken.

Alexander. Oder Benedikt. Söhne aus gutem Hause jedenfalls, mit einer verheißungsvollen Zukunft vor sich. Dabei verschwendeten sie nur die Luft, die sie atmeten.

Er hatte einfach weitergemacht, nicht aus Lust, es war kein Rausch, der über ihn gekommen war. Nein, er hatte die Ruhe genossen, die plötzlich um ihn herum war. Endlich Frieden. Das dumme Geplapper der beiden hatte aufgehört.

Irgendwann war das Holzscheit schwarz vor Blut gewesen. Die Gesichter unkenntlich. Und als er den Schlüssel in der Tür gehört hatte, als seine Frau erschienen war, blass und müde, da hatte er nicht eingesehen, warum die Ruhe so plötzlich enden sollte.

Im Fernseher wurden jetzt Fragen gestellt. Er blickte auf den Apparat, der in einer Ecke auf der Kommode stand. Der Mann, der über den Bildschirm flimmerte, trug einen dunklen Bart, er sah müde aus. Die Journalisten stellten ihm Fragen, aufgeregt und laut. Es strengte ihn an, er konnte es sehen.

Die Frau hatte braune kurze Haare, saß aufrecht, spielte ihre Rolle, wollte stark wirken. Dabei war sie schwach, die Kraft schien ihr auszugehen. Warum sah das niemand außer ihm?

Er hatte den Fall des Kommissars und der Kommissarin in der Presse verfolgt: die Jagd auf den Krähenmann. Dabei war ihm bewusst geworden, dass er genau auf diese beiden gewartet hatte.

Jakob Krogh. Und Mila Weiss. Die Leiter der sogenannten Gruppe 4, zuständig für Serienstraftaten. Endlich waren da zwei würdige Gegner. Sie würden seiner Spur folgen und erleben, wie er Ruhe und Stille über sie alle brachte. So, wie es lange vor ihrer Zeit schon geschehen war. Und sie würden seinem Werk Respekt zollen, im Gegensatz zu all den anderen.

Aber zuvor würde er sie studieren und kennenlernen. Ihre Geheimnisse ans Licht bringen, denn wer wusste schon, was sich hinter der Fassade verbarg.

Der Winter vor dem Fenster würde bald vergehen. Und mit ihm die Kälte.

Der Frühling würde kommen. Dann der Sommer.

Und mit ihm die Hitze.

Dann würde das Sterben beginnen.

Das Geräusch von Wasser in der Dunkelheit. Sanft fast, wie das Schaukeln von Wellen in einem Schwimmbecken. Als würde jemand auf dem Rücken liegen und sich treiben lassen, mit geschlossenen Augen. Nur ab und zu ein kurzer Schlag mit den Armen, um nicht unterzugehen. Sie möchte so gerne glauben, dass es so ist – dass dort vorne, am Ende des Ganges, wirklich jemand glücklich im Wasser liegt.

Sie weiß, dass es nicht sein kann. Es gibt kein Glück an diesem Ort.

Sie macht einen Schritt nach vorne, etwas knackt unter ihren Füßen. Käfer, ihre dunklen Panzer sind vertrocknet. Und Scherben, sie sieht sie funkeln im Schein ihrer Taschenlampe.

Das Geräusch von brechendem Glas hallt wie ein dunkles Echo die Wände entlang. Sie flucht leise, weil ihr klar ist, was das bedeutet: Er weiß jetzt, dass sie kommt.

Sie lauscht kurz in die Dunkelheit hinein, bis sie wieder das Plätschern des Wassers hört, nur lauter, unruhiger.

Sie wischt sich mit dem linken Handrücken den Schweiß von der Stirn. Es ist heiß hier unten, ihr blaues T-Shirt ist durchtränkt, wie ein Film liegt die Feuchtigkeit auf ihren Armen. Seit einer Ewigkeit schon irrt sie durch diese Gänge. Ihr Atem geht keuchend, der Lichtkegel der Taschenlampe huscht über den Boden, dann über die Wände, an denen Wasser hinunterläuft. In den Ecken hat sich die Dunkelheit festgesetzt. Sie spürt ihr Herz schlagen, in einem irren Rhythmus, ein pochender Alarm: Geh. Nicht. Weiter.

Dann endlich, nach einigen weiteren Schritten durch die Finsternis, erkennt sie einen schwachen Lichtschimmer. Sie umfasst ihre Waffe, langsam schiebt sie sich nach vorn, über die Käfer und die Scherben und auch über ihre Angst hinweg.

Feine grünliche Linien zittern über ihr wie ein Nordlicht an einem fernen Nachthimmel. Sie war noch nie am Polarkreis, aber so stellt sie es sich vor. Immer wieder muss sie sich den Schweiß aus den Augen wischen, er läuft ihr über die Nase, tropft auf ihre Hand, die die Waffe hält. Es ist warmer Dampf, den sie jetzt einatmet, er bringt noch mehr Hitze in ihren Körper, alles pulsiert, das Blut, die Nerven. Sie zwingt sich, ruhig zu atmen.

Irgendwo ist eine Pumpe zu hören, Wasser schießt zischend durch Rohre. Ein Durchgang öffnet sich vor ihr, sie erkennt jetzt, was die feinen Linien über ihr bedeuten. Das Wasser des tiefen Beckens in der Mitte der Halle wird von unten angestrahlt. Alles ist grün vor ihren Augen, die Lampen am Beckenboden werfen die Konturen der Wasseroberfläche an die gekachelten Wände und die Decke. Tropfen an den Wänden, Risse an der Decke und graugrünes Moos in den Ecken. Ihr Blick fliegt durch den weiten Raum, er ist bestimmt so groß wie ein Tennisfeld. An der gegenüberliegenden Wand sieht sie zwei weitere Durchgänge. Wo ist sie hier?

Langsam schleicht sie am Rand des gewaltigen Schwimmbeckens entlang, ihr Herz zerspringt bei jedem Schlag, jede Faser ihres Körpers ist angespannt.

Wieder das Plätschern, ein heftiges Platschen jetzt. Die Gestalt im Becken ist kaum mehr als ein Schatten.

»Oh bitte, lass es nicht wahr sein«, flüstert sie.

Sie beschleunigt ihren Schritt, umrundet das Wasser, verliert kurz den Halt auf den feuchten Fliesen, leuchtet mit der Taschenlampe in das Becken.

Ein zweiter Schatten treibt dort. Und dann hört sie es: das

verzweifelte Strampeln. Das Keuchen. Den Kampf ums Überleben.

Ein Kampf, der bereits verloren scheint. Sie kommt zu spät. Sie hat versagt.

»Nein!«, schreit sie. Sie schlittert über die Fliesen, lässt ihre Taschenlampe fallen, auch ihre Waffe. Dann springt sie.

Das Wasser ist warm, kurz hat sie das Gefühl, in einen heißen Schlund zu tauchen. Grünes Licht empfängt sie, hüllt sie ein, sie macht einen Schwimmzug in Richtung der beiden Schatten.

Der kleinere Körper sinkt bereits, mit weit ausgestreckten Armen.

Ihre Lungen schmerzen, die schweren Stiefel zerren an ihr, aber sie muss dorthin, muss zu dem Mädchen, das allmählich entschwindet. Panisch stößt sie sich nach vorne, sieht unten den grünen Belag auf dem Beckengrund und die Scheinwerfer, die gleißendes Licht werfen.

Ihre Hand umfasst die Kinderfinger. Mila greift nach dem Handgelenk, zieht das Mädchen an sich heran, hält es fest.

Sie brauchen Luft, alle beide.

Ihre Füße finden am Grund Halt, sie stößt sich ab. Es sind keine vier Meter bis zur Oberfläche, ihre Lunge droht zu platzen. Sie schießt empor, tritt mit den Beinen. Das Mädchen ist schwer, ihre Kleidung vollgesogen, die Jeans, der dünne pinke Pullover mit dem glitzernden Stern darauf.

Mit einem gellenden Schrei durchbricht sie die Oberfläche, schnappt nach der dampfigen Luft, ringt nach Sauerstoff. Sie hat jetzt schon keine Kraft mehr. Aber das Mädchen atmet, saugt jetzt ebenfalls gierig die schwere Luft ein.

»Bleib bei mir«, murmelt sie, blickt auf die braunen nassen Haare und auf das blasse Gesicht. »Hörst du, Mathilda? Ich hab dich, bleib einfach bei mir. Es ist alles gut.«

Es ist eine Lüge und sie beide wissen es.

Jemand greift nach ihr.

»Romy«, ruft sie und fasst mit ihrer freien Hand nach der großen Schwester, die sichtlich erschöpft ist und nicht mehr lange durchhalten wird.

»Ich bin da, ich habe euch!«

Aber es ist zu viel für sie, sie kann nicht beide halten. Zu dritt sinken sie wieder hinab. Grüne Sterne funkeln vor ihren Augen, Mathilda droht ihr aus dem Arm zu rutschen. Mit letzter Kraft kämpft sie sich nach oben. Luft kommt wieder in ihre Lungen, dann Wasser und schließlich die Erkenntnis, dass sie sterben wird, hier im Becken unter der Stadt.

Sie werden alle drei sterben.

Sie hat die Mädchen gefunden. Aber sie wird sie wieder verlieren.

Ihr Blick fliegt hoch zum Beckenrand. Es gibt kein Entkommen, das Wasser steht zu niedrig, sie sind gefangen.

»Du musst schwimmen«, sagt sie zu Romy. »Ich kann euch nicht beide halten …«

Sie hält inne, weil sie den Blick des Mädchens sieht. Voller Entsetzen blickt sie an ihr vorbei.

»Ich kann nicht«, flüstert das Mädchen plötzlich. Und dann sieht sie, was das Mädchen sieht.

»Geben Sie mir die beiden.«

Die Stimme ist heiser und rau. Mila sieht zuerst nur eine Kontur im grünen Licht. In ihrem Arm ist Mathilda jetzt ganz still.

Direkt über ihnen, am unerreichbaren Beckenrand, hockt eine Gestalt. Ein Mann in dunklen Hosen und schwarzem Pullover, eine Kapuze über dem Kopf. Aber sie kann sein Gesicht sehen, das ohne jeden Ausdruck ist, glatt und weich. Die dunklen Brauen, die hohen Wangenknochen, die Augen, die auf sie niederblicken, emotionslos.

Sie starrt ihn an. Den Mann, den sie seit Monaten jagt wie ein Phantom. Für einen kurzen Moment vergisst sie das Wasser, die Mädchen und die Angst.

»Toblach«, flüstert sie. »Endlich.«

Aber er antwortet nicht, legt nur den Kopf schief. Und hält plötzlich eine Waffe in der Hand. Es ist ihre eigene.

»Geben Sie mir die Mädchen.«

»Nein!«

Sie versucht, sich über Wasser zu halten, spürt Mathildas Gewicht. Neben ihr wimmert Romy. Ihr Blick fliegt über das Becken, es muss einen Ausweg geben! Irgendwo muss es eine Leiter geben, dann …

»Sie sterben. Alle drei. Wollen Sie das?«

Dann ist er still. Da ist nur die Verzweiflung der Mädchen neben ihr und ihr eigener panischer Atem.

Sie sind verloren.

Mit letzter Kraft und einer Wut, die sie nie vergessen wird, schiebt sie Mathilda nach oben. Er streckt den Arm aus, packt das Kind, zerrt es über den Beckenrand.

»Jetzt das andere.«

Sie weiß, dass sie keine Wahl hat.

»Nein«, wimmert Romy neben ihr.

Mila dreht sich zu ihr, blickt sie an: »Ich finde euch«, flüstert sie. »Ich finde euch alle beide, hörst du? Euch wird nichts passieren. Sei stark, noch ein kleines bisschen!«

Tränen vermischen sich mit dem warmen Wasser, es sind nicht die des Mädchens, es sind ihre eigenen.

»Nein«, wimmert Romy, aber Mila weiß, dass das Kind verstanden hat.

»Ich hole euch. Versprochen.« Und mit diesen Worten schiebt sie auch Romy ihrem unausweichlichen Schicksal entgegen.

Er zerrt das Mädchen hoch wie eine Trophäe. »Es hat mich gefreut, wirklich.«

»Ich finde Sie, Toblach! Ich schwöre, ich finde Sie und die Mädchen. Krümmen Sie den beiden auch nur ein Haar und ich bringe Sie persönlich um, hören Sie!«

Hinter ihr erklingt ein Geräusch. Sie dreht sich um und weiß sofort, was der kreischende Ton zu bedeuten hat.

»Wissen Sie«, hört sie Toblachs kalte Stimme. »Ich glaube nicht, dass es dazu kommen wird. Ich glaube vielmehr, dass es hier endet. Zumindest für Sie.«

Mit einem metallischen Kratzen schiebt sich eine Abdeckung über das Becken.

Er hat recht. Hier endet es.

»Romy! Mathilda! Ich finde euch!«

Aber es kommt keine Antwort mehr. Sie ist allein im Wasser, umgeben von grünlichem Licht und vom Plätschern der Wellen. Die Abdeckung kommt immer näher, nur noch wenige Meter, bis das Metall sie einschließt.

»Mila!«

Milas Kopf schlug hart gegen die Scheibe, sie riss die Augen auf und wusste im ersten Augenblick nicht, wo sie war. Immer noch war da Licht, es war jetzt gelblich, verschwommen sah sie weite Felder und den Staub, den der Wagen aufwirbelte, in dem sie saß.

»Hey, ist alles in Ordnung?«

Sie richtete sich auf und rieb sich die Schläfe. Erneut wurde sie durchgeschüttelt, als sie durch ein Schlagloch fuhren. Weizenfelder schossen an ihr vorbei wie eine helle Mauer, vom Himmel brannte eine gleißende Sonne. Sie sah an sich herab. Trotz der Klimaanlage war ihr T-Shirt feucht, die Haare klebten an ihrer Stirn.

»Ja … es ist … es ist alles in Ordnung.«

»Sieht irgendwie nicht so aus.«

Mila rieb sich ihren schmerzenden Nacken. Neben ihr lenkte

Jakob den Wagen über einen Feldweg, immer wieder versuchte er, tiefen Unebenheiten auszuweichen. Die Hitze der vergangenen Wochen hatte harte Furchen in den Boden gerissen.

»Alles okay«, murmelte sie und fuhr sich durchs Gesicht, um das Bild fortzuwischen, das sich auf ihre Netzhaut gelegt hatte und nicht mehr verschwinden wollte.

Toblach. Die Mädchen.

Sie atmete mehrmals tief ein und nickte Jakob zu, der ihr einen besorgten Seitenblick zuwarf. Sie wusste, dass er nicht fragen würde, warum sie schweißnass aus ihrem kurzen Schlaf erwacht war. Sie würde ihm ohnehin keine Antworten geben können.

Zumindest nicht jetzt.

»Einfach ein wirrer Traum, nichts weiter. Und dann diese verdammt Hitze.« Sie atmete langsam aus, um sich zu sammeln, und versuchte, Jakobs eindringlichen Blick zu ignorieren.

»Vielleicht war es keine gute Idee, dich mitzunehmen«, sagte er. »Ich hätte allein hier rausfahren können, ist doch ohnehin nichts los. Und du siehst aus, als könntest du mal Urlaub gebrauchen, ein paar Tage raus aus dem Ganzen.«

»Geh du doch, du siehst auch nicht sehr frisch aus.«

Mila bereute ihre Worte sofort. Vielleicht hatte Jakob recht, sie war gereizt, müde und zunehmend dünnhäutig. Irgendwann würde sie ihn vollständig ins Vertrauen ziehen. Bis dahin musste er mit ihrer angespannten Gemütslage umgehen.

»Tut mir leid«, murmelte sie. »Das war ein blöder Spruch …«

»Schon okay«, erwiderte er beiläufig, aber seine Stimme klang gepresst.

Sie betrachtete ihn kurz, während er fluchend ein weiteres Schlagloch umkurvte. Den dunklen Bart, die Linien um seine Augen, die Falte auf der Stirn.

Jakob Krogh, zweiundvierzig Jahre, gemeinsam mit ihr Leiter der Gruppe 4, einer Sondereinheit zur Aufklärung von »Straftaten mit seriellem Muster« – so jedenfalls lautete die bürokratische Formulierung innerhalb des Polizeiapparats. Er trug ein weißes Hemd, die Ärmel waren hochgekrempelt, am Handgelenk eine Uhr mit großem Ziffernblatt.

Es war kurz nach elf am Vormittag, und schon jetzt war die Temperatur draußen jenseits der dreißig Grad. Siebenunddreißig waren für heute angesagt, die zweite Woche in Folge. Mila griff nach ihrer Wasserflasche und nahm einen tiefen Schluck.

»Wir sind gleich da«, sagte Jakob. Er blickte auf das Display seines Handys am Armaturenbrett und zeigte dann nach vorn zu einer Abzweigung auf einen kleinen Feldweg.

»Da lang, danach sind es noch zwei Kilometer.«

»Wird auch Zeit«, stöhnte sie. »Wenn das so weitergeht, ist jeder Knochen in meinem Körper zerbröselt, die Straße ist ja unterirdisch. Gibst du mir noch mal die Anzeige?«

Jakob griff ins Seitenfach der Fahrertür und reichte ihr einen abgetrennten Zeitungsausschnitt, den er in eine durchsichtige Folie gesteckt hatte. Dabei lenkte er den Wagen an der Abzweigung um die Kurve.

»Wie gesagt, das ist bestimmt nur ein schlechter Scherz.«

Sie glaubte keine Sekunde daran und er auch nicht, das spürte sie. Jakob Krogh hatte sie vor einer Stunde angerufen und sie hatte die Beunruhigung in seiner Stimme hören können.

Nervös trommelte er mit den Fingern auf das Lenkrad und starrte durch die dreckige Windschutzscheibe.

»Ich kann das Haus sehen«, sagte er und deutete nach vorne.

Mila senkte den Blick auf das Stück Papier in ihrer Hand. Es war eine Anzeige, die nur wenige Stunden zuvor in der lokalen Tageszeitung erschienen war. Sie umfasste eine halbe Zeitungsseite und war von einem schwarzen Rahmen eingefasst.

Eine Traueranzeige.

»Daniel Wissmer«, murmelte Mila, als könnte sie der mysteriösen Anzeige eine Antwort entlocken, wenn sie den Namen des Mannes vorlas, von dem bis heute Morgen niemand gewusst hatte, dass er gestorben sein sollte.

Der Name prangte mittig und in riesigen Lettern auf der Seite, darunter der Todestag: gestern.

Ein Geburtsdatum fehlte, ebenso jegliche Form von Beileidsbekundung. Diese Anzeige war der Grund für Jakobs Anruf gewesen und auch für die Fahrt durch die verdorrten Felder.

»Wir sind da«, bemerkte Jakob knapp und parkte in einiger Entfernung von einem verlassen wirkenden Hof. Der Zaun, der das Gelände umschloss, sah heruntergekommen aus, zahlreiche Pfosten waren morsch oder bereits umgefallen. Ein Stück zerrissenen Stoffs hing an dem Drahtgewebe. Unweigerlich drängte sich Mila das Bild eines Menschen auf, der panisch versuchte, diesen Ort zu verlassen, dabei am Zaun hängen blieb, sich losriss und schließlich von den endlosen Weizenfeldern verschluckt wurde.

Sie schüttelte den Gedanken ab und konzentrierte sich wieder auf die Todesanzeige. Ganz unten war ein Hinweis auf den Ort der Trauerfeier aufgeführt. Keine Adresse, sondern eine Koordinatenangabe. Sie verwies auf diesen verlassenen Bauernhof, der – so schien es ihr bereits jetzt – der dunkle Mittelpunkt dieser Glutlandschaft zu sein schien.

Jakob war am frühen Morgen von einem Kollegen alarmiert worden, nachdem ein Suchalgorithmus im Netz einen Treffer gemeldet hatte. Daniel Wissmer, siebenunddreißig Jahre alt, war Inhaber des Lehrstuhls für Paläontologie, einer Disziplin im Fachbereich der Geowissenschaften. Mila hatte bis zu diesem Zeitpunkt nicht einmal gewusst, dass es einen solchen Studienzweig überhaupt gab. Das Erscheinen von Wissmers

Namen in der Zeitung, vor allem in der digitalen Ausgabe, hatte zu dem Treffer und der sofortigen Reaktion geführt.

Denn Daniel Wissmer war vor drei Tagen als vermisst gemeldet worden. Spurlos verschwunden nach einer Vorlesung am späten Nachmittag. Zuletzt hatten ihn Studierende gesehen, auf dem Campus. Danach schien er sich in Luft aufgelöst zu haben.

Nur um Tage später in einer Todesanzeige aufzutauchen.

Irgendetwas an dieser Geschichte stimmte ganz und gar nicht. Nicht zuletzt wegen des kurzen Zusatzes, der unter den Koordinaten abgedruckt war.

Die erste von weiteren Trauerfeiern findet im engsten Kreise statt.

Nicht ein Luftzug bewegte die verdorrten Halme. Der Boden war ausgetrocknet und schien um Wasser zu flehen. Breite Risse zogen sich über den Feldweg, der bis wenige Meter vor den Hof reichte. Das dunkle Dach und die dreckigen Holzwände hoben sich vom gleißenden Sonnenlicht ab. Kaputte Fensterscheiben, Holzläden, die schief in den Angeln hingen, dahinter die Felder, über denen die Luft vor Hitze flirrte.

Jakob überprüfte seine Waffe.

»Lass uns Schutzwesten anziehen«, sagte er kaum hörbar und öffnete vorsichtig die Tür. »Sicher ist sicher.«

Mila atmete tief ein, immer noch flackerte das grünliche Licht des Beckens vor ihren Augen, immer noch spürte sie Toblachs dunklen Blick auf ihrer Haut.

Sollte Jakob ruhig glauben, dass sie geträumt hatte. Sie selbst konnte sehr wohl unterscheiden.

Zwischen einem Traum. Und einer Erinnerung.

Jakob Krogh war angespannt, als er langsam auf den Hof zuging. Er wusste nicht warum, aber der Anruf aus dem Präsidium und die geheimnisvolle Anzeige, die er im Büro hektisch überflogen hatte, hatten etwas in ihm ausgelöst. Als wäre etwas losgetreten worden, von dem er noch nicht wusste, was es war.

Hinter ihm, leicht versetzt, ging Mila. Auch sie trug ihre Schutzweste.

»Wir gehen zum Haus«, sagte Jakob ruhig, während sein Blick das Gelände absuchte. Links von ihnen befand sich eine Scheune, das Tor stand offen, er konnte einen alten Traktor erkennen. Die Sonne knallte gnadenlos herunter, nur das Knirschen von Kieselsteinen unter ihren Füßen war zu hören. Bereits nach wenigen Metern musste er sich den Schweiß von der Stirn wischen.

Er blickte sich zu Mila um, die ihm kurz zunickte.

Das Holz unter seinen Füßen knarzte, als er die Veranda des Haupthauses betrat. Niemand war zu sehen, kein Spielzeug lag auf dem Boden, keine Schuhe vor der Tür. Mila blickte durch eines der Fenster, schüttelte den Kopf.

»Nichts.«

Jakob klopfte an die Tür, nachdem er vergeblich nach einer Klingel gesucht hatte.

»Hier ist die Polizei! Ist jemand zu Hause?«

Laut den Unterlagen aus dem Präsidium war der Hof seit mehr als einem Jahr verlassen. Und doch wollte Jakob keinen Fehler machen, denn irgendjemand hatte gewollt, dass sie diesen Ort besuchten, und vielleicht war dieser Jemand jetzt hier.

»Wir kommen jetzt rein!«

Das Öffnen der Tür verursachte ein schleifendes Geräusch auf dem Holzboden. Muffige, abgestandene Luft drang ihm entgegen, als er eintrat. Ein großes Wohnzimmer, in dessen einer Ecke ein Holztisch stand, daneben waren einige Stühle gestapelt. Der fleckige Teppich in der Mitte des Raumes wurde durch die wenigen, schmutzigen Fenster nur spärlich beleuchtet. Staub wirbelte auf, als sie weiter hineingingen.

»Kein Leichengeruch«, konstatierte Mila und ging in Richtung der Küche, die in einer Nische untergebracht war. Eine breite Fensterfront bildete die Westseite des Hauses, draußen waren die Felder zu erkennen. Eine einsame Vogelscheuche stand zwischen den trockenen Getreidehalmen.

Es war kein Leben in diesem Haus, man konnte es spüren.

Mila stieg eine schmale Treppe hoch, er hörte ihre Schritte über sich, einen Augenblick später rief sie von oben: »Hier ist niemand.«

Jakob folgte einem kleinen Gang, der zu einer Abstellkammer führte. Als er das Licht anknipste, leuchtete die Glühbirne tatsächlich kurz auf, bevor sie nach einem Flackern wieder erlosch.

Einige Meter weiter fand er ein Badezimmer, die Wanne war fleckig. Fliegen hatten sich auf dem Duschvorhang breitgemacht.

»Hier unten ist auch keiner«, stellte er fest. »Das Haus ist komplett verlassen.«

»Lass uns zur Scheune gehen«, hörte er Mila rufen. »Ich hab durchs Fenster was entdeckt.«

Einen Augenblick später kam sie die Treppe herunter und deutete nach draußen.

»Da sind Spuren.«

Beide verließen das Haus durch den Hintereingang. Vor ihnen erstreckten sich die Felder, ein Bretterzaun bildete die

Grenze des Grundstücks. An einem der Balken hing eine schlaffe Wimpelgirlande, ein rotes Windrad steckte im Holz, vollkommen regungslos. Die Luft schien vor ihren Augen zu schwimmen.

»Hier drüben!«

Mila war schon ein paar Schritte gegangen und stand jetzt vor dem weit geöffneten Scheunentor. Sie betraten gemeinsam das Innere und blickten im Halbdunkel auf unzählige Gerätschaften, die in einer Ecke gestapelt waren. An den Wänden hingen Schaufeln, Rechen und eine rostige Sense.

»Meinst du, der fährt noch?«, fragte Mila. Sie deutete auf den alten Traktor in der Mitte des Schuppens, die Motorhaube zeigte Richtung Ausgang.

»Das ist eine Steyr 188, ein echter Oldtimer. Wer den hiergelassen hat, hat definitiv keine Ahnung.«

Mila blickte ihn überrascht an. »Seit wann kennst du dich mit Traktoren aus? Ich dachte, du bist in der Stadt groß geworden?«

»Bin ich auch. Aber auch in der Stadt spielt man unter der Schulbank stundenlang Quartett mit seinen Freunden. Autos, Flugzeuge, Rennwagen. Und zufälligerweise auch Traktoren, die Karten hat ein Freund von mir damals zum Geburtstag bekommen. Der hier hat einen Zwei-Zylinder-Dieselmotor und einen Wenderadius von … warte … knapp 3,5 Metern. Er schafft in der Spitze gut 28 Kilometer pro Stunde und hat ein Leergewicht von 1.390 Kilogramm.«

»So was nennt man unnützes Wissen«, frotzelte Mila.

Jakob lächelte.

»Mit der Steyr 188 konnte man leider kein Spiel gewinnen, die bringt nicht genug Tonnen auf die Waage. Also, was wolltest du mir zeigen?«

Mila deutete auf den Boden vor dem Traktor.

»Die Reifenspuren«, sagte sie leise. »Deine Steyr 188 ist vor Kurzem bewegt worden. Siehst du, hier kann man es genau

erkennen, obwohl der Boden steinhart ist. Die Maschine ist einige Meter nach vorne gerollt, bis kurz hinter das Tor.«

Jakob folgte den Spuren nach draußen, wo sie plötzlich endeten.

»Okay«, sagte er. »Der Hof ist schon lange verlassen. Aber irgendjemand muss das Ding ja in Gang gesetzt haben.« Unbewusst blickte er zurück zum Haupthaus, dessen schmutzige Fenster ihn wie dunkle Augen anzustarren schienen.

»Aber die Frage ist doch«, sagte Mila, »warum jemand den Traktor nur wenige Meter vorwärtsbewegt. Und dann wieder zurück.«

Jakobs Anspannung stieg. Es war, als hätte ihn ein leichter Stromschlag in Alarmbereitschaft versetzt. Sein Instinkt sagte ihm, dass sie hier, an einem der verlassensten Orte der Welt, genau richtig waren.

Mila kniete jetzt vor dem Traktor und sah prüfend unter das Gefährt.

»Da ist eine Klappe im Boden.«

Und spätestens jetzt wusste Jakob, dass ihn sein Instinkt nicht täuschte.

Er schwang sich auf den Sitzbock und griff nach dem Anlasserschlüssel, der tatsächlich im Schloss steckte. Mit einiger Mühe erweckte er die alte Maschine zum Leben. Hustend startete der Motor, schwarzer Qualm drang aus dem Auspuff.

Jakob legte krachend den ersten Gang ein und bewegte den Traktor ruckelnd bis vor das Scheunentor, wo er in der prallen Hitze zum Stehen kam. Als der Motor verstummte, legte sich eine gespenstische Stille über den Hof. Sie sprachen kein Wort, als sie kurz darauf auf die rostige Klappe im Boden blickten, an der ein eiserner Ring befestigt war.

Genau hierhin hatte die Traueranzeige sie führen sollen, dessen war sich Jakob jetzt sicher. Er griff nach dem Ring und konnte die Klappe erstaunlich leicht nach oben ziehen.

Eine Eisenleiter führte nach unten, wo ein abknickender Gang erkennbar war.

»Das muss mal ein Versteck gewesen sein. Vielleicht im Krieg. Oder der Ort diente als eine Art Lagerraum. Warte, ich hole schnell zwei Taschenlampen aus dem Wagen.« Mila eilte davon.

Jakob setzte sich an den Rand der Öffnung und tastete mit dem rechten Fuß, bis er die erste Sprosse der Leiter spürte. Nachdem Mila zurückgekehrt war und ihm eine der Taschenlampen in die Hand gedrückt hatte, holte er tief Luft und stieg rasch hinab. Nach wenigen Metern erreichte er den Grund. Es war zwar kühl hier unten, dennoch war die Erde knochentrocken und rissig. An den Wänden waren zahlreiche Holzpfosten zu erkennen, die die flache Decke gegen das Erdreich abstützten. Einige wirkten morsch und waren notdürftig verstärkt worden. Jakob hatte ein ungutes Gefühl, als er sich umblickte.

»Okay«, rief er nach oben. »Die Klappe ist leicht, versteck sie irgendwo hinter der Scheune. Ich will nicht, dass uns jemand hier unten einschließt.«

Kurz darauf standen Mila und er in der Dunkelheit des schmalen Ganges. Die Lichtkegel ihrer Taschenlampen zuckten umher. An den Seiten waren einige Haken ins Erdreich getrieben, daran hingen vergammelte Seile und eine rostige Kette.

»Oben hat es mir besser gefallen«, murmelte Mila.

Jakob sah, wie sie ihre freie Hand an eine der Wände legte und für einen Augenblick verharrte.

»Hier entlang«, sagte er.

»Was ist das bloß für ein Ort?«, flüsterte Mila, als sie langsam vorwärtsgingen, jetzt mit gezogenen Waffen. Die Hitze des Tages war hier unten bereits nach wenigen Sekunden einer kriechenden Kälte gewichen.

»Der Gang muss tatsächlich noch aus Kriegszeiten stammen«, antwortete Jakob. »Vielleicht der Zugang zu einem Bunker. Der Hof ist groß, kann schon sein, dass er damals einem reichen Bauern gehörte, der sich hier ein Versteck für seine Familie gebaut hat.«

»Dann hat er jedenfalls die Heizung vergessen«, murmelte Mila, und auch Jakob spürte, dass es immer kälter wurde.

Sie waren etwa zwanzig Meter weit gegangen, als der unebene Gang nach rechts abknickte und abrupt vor einer massiven Stahltür endete. In ihrer Mitte befand sich eine große, kreisrunde Luke, ähnlich wie bei einem U-Boot. Ein großer Hebel stand senkrecht nach oben ab. Als Jakob ihn berührte, zuckte er kurz zusammen.

»Das Metall ist eiskalt«, stellte er verwundert fest und ließ den Schein seiner Taschenlampe über die Tür gleiten. Sie glich einem gewaltigen Safe tief unter der Erde.

»Beginnt dahinter die Eiszeit, oder was?«, fragte Mila. Auch sie hatte ihre Hand auf das Metall gelegt und wirkte irritiert. Sie überprüfte die Kanten und Streben der Tür, aber sie schien hermetisch abgeriegelt. Es kam Jakob vor, als versperrte sie seit Anbeginn der Zeit jedem Eindringling den Zugang.

Später, viel später, würde er sich an diesen Moment zurückerinnern.

Und er würde sich immer wieder fragen, ob manches, was unter der Erde lauerte, einfach nicht geweckt werden sollte. Aber dafür war es nun zu spät.

Er steckte seine Waffe weg und legte die Hände ungeachtet der klirrenden Kälte auf den Hebel. Mila zog sich etwas zurück, ihre Taschenlampe, aber auch ihre Waffe auf die Tür gerichtet. Jakob stemmte sich mit seinem ganzen Gewicht gegen den Hebel. Zunächst tat sich nichts, doch schließlich knackte es

kurz, ein merkwürdiges Geräusch war zu hören, ähnlich einem Saugnapf, der von einer glatten Oberfläche gelöst wurde. Und dann kam die Kälte.

Plötzlich strömte eiskalte Luft in den Gang, weiße Schwaden entwichen. Es schien, als hätten sie eine Tür zu den Polkappen entdeckt – tiefster Winter empfing sie.

Mila und Jakob mussten husten, die ungewohnte Kälte brannte in der Lunge, das Luftholen wurde schwer. Für einen Augenblick stützte Jakob sich an der Wand ab und blinzelte in den gespenstisch beleuchteten Raum. Es flackerte vor seinen Augen, eine Neonröhre knisterte. Dann zog er den Kopf ein und ging als Erster durch die Öffnung, hinein in das kalte Herz dieses Ortes.

»Oh mein Gott«, hörte er Mila neben sich flüstern. Sie griff nach seiner Hand, er spürte ihre Finger, aber es ging keine Wärme von ihnen aus.

Sie standen in einer Grabkammer. Und alles darin war erfroren.

Ihr Atem bildete weiße Wolken, die sich schnell verloren. An den Wänden standen Kondensatoren, die die Raumtemperatur offenbar konstant weit unter null hielten. Die Wände wirkten massiv, keine Öffnung war zu erkennen, kein Spalt, durch den Wärme hätte eindringen können.

Während Jakob noch überlegte, wie kalt es wohl war, deutete Mila bereits zitternd auf eine Anzeige an der Wand.

»Minus neunzehn Grad«, sagte sie mit brüchiger Stimme.

Sie würden nur wenige Momente hier verweilen können. Schließlich trugen sie T-Shirts, denn nur wenige Meter über ihnen brannte die Sonne erbarmungslos vom Himmel. Von der Kälte hier unten hatten sie nichts ahnen können.

Eine feine Schicht gefrorenen Kondenswassers überzog die Wände und den Boden. Die Maschinen waren mit Eiskristallen

überzogen, genau wie die Innenseite der Tür, durch die sie eben eingetreten waren.

Und diese feine Schicht hatte sich auch auf die beiden Körper gelegt.

Gefangen in einem Kokon aus Kälte und Eis hingen sie im Tragegurt an einem gewaltigen Haken in der Mitte des Raumes von der Decke. Der Gedanke an die Kühlkammer einer Fleischerei durchzuckte Jakob. Wo gewaltige Rinderhälften von der Decke baumelten, die man mit einer Kette heranziehen konnte, um sie zu bearbeiten, mit einem scharfen Messer.

Aber das, was unter der Schicht aus Eis zu erkennen war, erinnerte nicht einmal entfernt an Rinder.

Mila ging einen Schritt auf die beiden Körper zu. Ohne zu zögern, griff sie nach einem kleinen Schemel, der in einer Ecke stand.

»Wir müssen hier gleich raus«, sagte Jakob. »Es ist zu kalt.« Aber Mila schien ihn nicht zu hören. Offenbar war sie zu sehr gefangen vom Anblick der beiden Körper.

»Sie konnten sich nicht mal gegenseitig wärmen«, sagte Mila leise. »Ihre Hände sind auf den Rücken gebunden. Sie haben sich dicht aneinandergedrängt, aber sie hatten keine Chance. Sie sind hier unten einfach … einfach erfroren.«

Behutsam wischte sie mit dem Unterarm über das Eis, bis sie durch die Schicht aus Kristallen etwas erkennen konnte.

Es waren ein Mann und eine Frau. Sie hat braune Haare und blaue Augen. Schöne blaue Augen.

»Das ist doch Wahnsinn«, sagte Jakob, der vor Kälte bereits schlotterte.

Mila zog ihr Handy aus einer Hosentasche und machte einige Aufnahmen. Rasch stieg sie vom Schemel und zeigte Jakob eines der Bilder.

Er verstand sofort.

»Daniel Wissmer. Der verschwundene Dozent von der Uni.«

Es war der Mann, dessen Todesanzeige in der Zeitung erschienen war. Und jetzt hatten sie seinen Körper gefunden. Aufgehängt wie Vieh an einem Haken, eingeschlossen in einer Kältekammer tief unter der Erde.

Dunkler konnte ein Tod nicht sein.

»Schau dir das an«, sagte Mila, während sie die Wände mit der Taschenlampe ableuchtete.

»Da steht etwas.« Unter der dünnen Eisschicht war deutlich eine schwarze Schrift zu erkennen. Die Linien waren nicht sonderlich fein, die Buchstaben ungleichmäßig.

»Wer das geschrieben hat, hat bereits sehr gefroren«, stellte Jakob fest und leuchtete die Stelle nun ebenfalls an. Für einen Moment stockte ihm der Atem.

Das Sterben hat begonnen.

Mila schwieg und machte erneut einige Aufnahmen. Sie blickte Jakob mit ernster Miene an.

»Wir lagen richtig«, flüsterte sie. Als sie sah, wie sehr er zitterte, schob sie ihn in Richtung Ausgang. Auch sie hielt es kaum noch aus.

»Ab nach oben. Wir müssen das Team alarmieren. Und wir brauchen Jacken und Mützen und jede Menge heißen Grog. Dann wird uns schon warm werden.«

Doch als sie durch den Gang zurückeilten und kurz darauf wieder in die Hitze des Tages eintauchten, da wusste Jakob bereits, dass sie falschlag. Es würde nicht helfen, in der Sonne zu stehen, Grog zu trinken oder sich etwas Warmes anzuziehen.

Die Kälte würde bleiben. Für sehr lange Zeit.

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