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Ausgabe Nr. 14 / Oktober 2013, P.b.b. Verlagspostamt 6020 Innsbruck, ZNr. GZ 02Z030672 M, Euro 3.00

Ideen muss man haben Die Gewinner des Innovationspreises 2013

Förderwegweiser

Wie innovative Köpfe an Geld kommen Wie innovativ ist Tirol?

Andreas Altmann und Harald Gohm im Gespräch

www.econova.at

tirol innovativ


INNOVATION ... IV sujet

... sichert Wohlstand! In einem rohstoffarmen Land wie Österreich sind Innovation sowie Forschung und Entwicklung DER Schlüssel für Wachstum, Arbeitsplätze und damit Wohlstand. Begeisterung für Wissenschaft und Technik muss daher so früh wie möglich gefördert werden.

Industrie ist Innovation.

www.iv-tirol.at


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004 Aufbruchstimmung Übersetzt man Innovation wörtlich, kommt man über das lateinische Verb „innovare“ zur Erneuerung. Neues ist gut, weil man damit sein Unternehmen und ein ganzes Land nach vorne bringt; Neues macht aber auch Angst. Weshalb viele gerne einfach alles so lassen, wie es ist. Weil’s so schon immer funktioniert hat. Nur: Tritt man immer auf der Stelle, wird man irgendwann auch von den Langsamsten überholt ... eco.Inhalt

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irtschaftsexperten und Politiker werden nicht müde, darauf hinzuweisen, wie wichtig Innovationen sind. Sie sind der Motor der Wirtschaft und Garant dafür, die Wettbewerbsfähigkeit von Volkswirtschaften zu erhalten. Nun verhält es sich mit der Innovation jedoch leider beinahe gleich wie mit der Nachhaltigkeit. Die Worte werden dermaßen inflationär benutzt, dass sie dabei sind, ihren Wert zu verlieren und zu schnödem Marketingsprech degradiert zu werden. Das muss geändert werden, finden wir, und schauen uns in dieser Ausgabe an, was Menschen antreibt, sich aus ihrem Alltagstrott zu lösen und sich auf neues Terrain zu wagen. Weil Innovationen in ihrem ursprünglichsten Sinn wichtig sind. Nicht nur in technologisch-wirtschaftlichen Belangen, mit denen sie meist in Verbindung gebracht werden, sondern weit darüber hinaus und in allen gesellschaftlichen Bereichen. Erfindergeist und Mut waren nicht nur nötig, um das Rad zu erfinden oder den Leuten das tragbare Telefon schmackhaft zu machen. Nicht zuletzt sind neue Ideen und in weiterer Folge deren Umsetzung und auch Wissenschafts- und Bildungsfragen nötig. Denn die Schüler von heute sind die Ideenfinder von morgen. Und dass in unserem Land großes Potenzial schlummert, zeigt der Innovationspreis von Wirtschaftskammer und Land Tirol jedes Jahr aufs Neue. Wir holen auch heuer wieder die Sieger vor den Vorhang. Sie stehen stellvertretend für den Innovationsgeist unseres Landes und die Neugierde, etwas Neues zu entdecken. Wie innovativ Tirol auch in Zukunft sein wird, hängt einmal mehr von den gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ab – auch in diesem Bereich sind kreative Ideen gefragt.

Ihre Redaktion der eco.nova

004 Ideen muss man haben

Mit dem Innovationspreis 2013 haben die Wirtschaftskammer und das Land Tirol daher auch heuer wieder innovative Unternehmungen vor den Vorhang geholt.

014 In höheren Sphären

Als Spezialist für die Auswertung von Satelliten- und Luftbilddaten für die Umweltkontrolle hat sich die GeoVille Information Systems GmbH im internationalen Spitzenfeld etabliert.

018 Wie innovativ ist Tirol? Prof. Dr. Andreas Altmann und

Dr. Harald Gohm im Interview.

022 Muster: Reine Geschmackssache? Mittels Geschmacksmuster lässt sich das Aussehen

eines Erzeugnisses schützen.

024 Die Marke® – das Wichtigste auf einen Blick Marken sind für Unternehmer ein wertvolles

Marketinginstrument und für Kunden eine wichtige Orientierungshilfe. Eine gute Marke verkörpert für das Unternehmen einen oft beachtlichen Wert.

026 Neue Sicherheit

Mit der Steigerung der Lebensqualität vor allem von älteren Menschen beschäftigt sich eine aktuelle Entwicklung der Universität Innsbruck.

Impressum Herausgeber & Medieninhaber: eco.nova corporate publishing, Hunoldstraße 20, 6020 Innsbruck, Tel.: 0512/290088, E-Mail: redaktion@econova.at, www.econova.at Geschäftsleitung: Ing. Christian Senn, Christoph Loreck, Mag. Sandra Nardin // Assistenz: Ruth Loreck // Chefredaktion: Marina Kremser // Redaktion: MMag. Paul Salchner, Barbara Liesener, Mag. Barbara Wildauer, Dr. Barbara Hoffmann, Doris Helweg // Anzeigenverkauf: Ing. Christian Senn, Bruno König, Martin Weissen­brunner // Fotoredaktion: Julia Türtscher (blickfang-photographie.com), Ursula Aichner (fotowerk.at) // Grafik: Bettina Kurzthaler // Druck: Radin-Berger-Print GmbH // Jahresabo: EUR 25,00 (14 Ausgaben) // Unternehmensgegenstand: Die Herstellung, der Verlag und der Vertrieb von Drucksorten aller Art, insbesondere der Zeitschrift eco.nova. // Grundlegende Richtung: Unabhängiges österreichweites Magazin, das sich mit der Berichterstattung über Trends in den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft, Architektur, Gesundheit & Wellness, Steuern, Recht, Kulinarium und Lifestyle beschäftigt. Der Nachdruck, auch auszugsweise, sowie anderwertige Vervielfältigung sind nur mit vorheriger Zustimmung des Herausgebers gestattet. Für die Rücksendung von unverlangt eingesandten Manuskripten und Bildmaterial wird keine Gewähr übernommen. Namentlich gekennzeichnete Beiträge stellen nicht unbedingt die Meinung der Redaktion dar.

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Dienstleistungsinnovation AirbourneHydroMapping GmbH Dipl.-Ing. Franz Steinbacher

Bestes Konzept

Organoid Technologies GmbH Martin Jehart

Ideen muss man haben Innovationen sind der Motor der Wirtschaft: Mit dem Innovationspreis 2013 haben die Wirtschaftskammer und das Land Tirol daher auch heuer wieder innovative Unternehmungen vor den Vorhang geholt. Mit insgesamt 39 Einreichungen haben Tirols Wirtschaftstreibende einmal mehr ihre Leistungsfähigkeit bewiesen. Neun Bewerbungen schafften es in die engere Auswahl, drei Innovationen schlieĂ&#x;lich aufs Siegerpodest. // Text: Barbara Hoffmann 4

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Technische Innovation

Vibrant MED-EL Hearing Technology GmbH Dipl.-Ing. Marcus Schmidt (re.) Dipl.-Ing. Geoffrey Ball

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Von links nach rechts: Dipl.-Ing. Marcus Schmidt, MSc, Mag. Markus Nagl, Dipl.-Ing. Peter Lampacher, Dipl.-Ing. Geoffrey Ball

Weltweit neuartiges Hörimplantat

Dem Tiroler Weltmarktführer für Hörimplantate ist einmal mehr eine sensationelle Innovation gelungen: Mit Bonebridge hat Med-El das weltweit erste aktive Knochen-

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leitungsimplantat entwickelt. Seit Mai 2012 ist es als zugelassenes Medizinprodukt erhältlich. Bonebridge ist ein Knochenleitungsimplantat, das unter der Haut hinter dem Ohr implantiert wird und den Schall mittels mechanischer Schwingungen auf den Knochen

überträgt. Der Schall wird dann zum Innenohr geleitet. „Man kennt das Prinzip von der Stimmgabel, die man sich an die Stirn hält und dann den Klang hört“, erklärt Marcus Schmid, Marketingdirektor von Med-El. Das Hörimplantat wird bei Menschen einge-


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verlust knochenverankerte Hörgeräte verwendet. Dabei wird eine Schraube durch die Haut in den Schädel eingesetzt und von außen ein spezielles Hörgerät auf die Schraube aufgesetzt. Die Schraube verursacht allerdings eine permanente Wunde, was zu Komplikationen wie Entzündungen führen kann. Außerdem ist der Benutzer dazu angehalten, die Wunde täglich zu reinigen. „Mit der Bonebridge wollten wir hier klar Abhilfe schaffen und ein für den Benutzer kosmetisch äußerst ansprechendes System entwickeln“, sagt Schmidt. „Ein weiteres Ziel war es, eine Lösung zu schaffen, die Betroffene von der permanenten Wunde am Kopf befreit.“ Bei Bonebridge handelt es sich um ein sogenanntes „intact-skin“-Knochenleitungsimplantat, das heißt, das Implantat liegt unsichtbar unter der intakten Haut, der Audioprozessor, als der außen getragene Teil, kann diskret unter dem Haar getragen werden. Das innovative Hörimplantat wurde im Rahmen eines interdisziplinären Projektes entwickelt. Med-El kooperierte dabei mit dem Unternehmen LCM (Linzer Center of Mechatronics). Eine Gruppe von HNO-Chirurgen und Audiologen begleiteten die Entwicklung von medizinischer Seite. Kliniken in Österreich und Deutschland nahmen an der klinischen Studie teil. „Letztlich haben uns viele Menschen mit Hörstörungen vertraut, indem sie sich mit einem neuartigen Hörimplantat versorgen ließen“, bedankt sich Schmidt bei den Patienten, aber auch beteiligten Mitarbeitern und Partnern für ihr Vertrauen und Engagement bei der Entwicklung. „Dieses Projekt von Med-El hat alles, was sich eine Jury wünscht“, sagt Gernot Bock, Leiter der Abteilung Innovation und Technologie der Wirtschaftskammer Tirol, zur Verleihung des Innovationspreises 2013. Wichtige Entscheidungskriterien waren der sehr hohe Innovationsgrad, das technologisch hohe Niveau sowie die erfolgreiche internationale Markteinführung. Ausschlaggebend waren darüber hinaus der herausragende Kundennutzen und die gesellschaftliche Bedeutung. „Insgesamt ist Bonebridge ein Vorzeigeprojekt mit Signalwirkung von einem für den Standort Tirol wichtigen Arbeitgeber“, resümiert Bock.

setzt, bei denen der Schall nicht über den natürlichen Weg über das Außen- und das Mittelohr an das Innenohr weitergeleitet werden kann, wie etwa bei Fehlbildungen. Es kann auch bei einseitiger Taubheit eingesetzt werden. Bisher wurden bei dieser Art von Hör-

Gewinner Kategorie Technische Innovation: Vibrant Med-El Hearing Technology GmbH, Innsbruck Entwicklung von Bonebridge, des weltweit ersten aktiven Knochenleitungsimplantates

Marcus Schmidt (li.), Marketingdirektor von Med-El, im Kurzinterview

eco.nova: Wie schätzen Sie Ihr Marktpotenzial ein? Marcus Schmidt: Der Markt für Knochenleitungssysteme wird weltweit zurzeit auf etwa 260 Mio. Dollar geschätzt. Da die Bonebridge einen Technologiesprung darstellt, begeben wir uns mit einem sehr konkurrenzfähigen Produkt auf diesen Markt. Dieser Vorsprung wird auch erkannt: Seit ihrer Einführung vor etwa einem Jahr wurde die Bonebridge bereits in über 200 Kliniken auf allen Kontinenten implantiert. Welche Auswirkungen hat das Produkt auf Ihr Unternehmen? Mit der Bonebridge ist Med-El das einzige Unternehmen weltweit, das eine vollständige Palette aller Arten von Hörimplantaten anbieten kann. Am wichtigsten ist jedoch, dass wir vielen tausend Menschen mit Hörproblemen, die bisher nur unzureichend versorgt werden konnten, eine gute Hörlösung bieten können. Was bedeutet Ihre Innovation für den Wirtschaftsstandort Tirol? Zum einen stärkt die Bonebridge natürlich das Image des Technologiestandortes Tirol. Med-El steht weltweit für Innovation im Medizintechnikbereich. Unsere Firmenleiterin und Mitbegründerin Ingeborg Hochmair hat gerade eine der renommiertesten Auszeichnungen der medizinischen Forschung, den „Lasker-Award“, der auch als „amerikanischer Medizin-Nobelpreis“ bezeichnet wird, erhalten. Das strahlt natürlich auf den Standort aus. Es gibt aber auch ganz handfeste Auswirkungen auf den Wirtschaftsstandort Tirol. So sind schon während der sechsjährigen Entwicklungs- und Einführungsphase Arbeitsplätze entstanden und wir erwarten, dass durch die Bonebridge in den nächsten Jahren weitere 40 bis 70 hochwertige Arbeitsplätze geschaffen werden.

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Gewässervermessung aus der Luft

Die Vermessung von Gewässern erfolgt derzeit noch im Wesentlichen durch Begehung (terrestrisch) oder durch Befahrung mit dem Boot (Echolotung). Diese Methoden sind sehr zeit- und kostenaufwändig. Mit der Airborne HydroMapping-Technik können Wasserflächen nun auch aus der Luft vermessen werden. „Kunden können ihre Wasserflächen in einem Bruchteil der bisherigen Zeit erfassen lassen, sie erhalten zum ersten Mal flächendeckende Unterwasseraufnahmen“, erklärt Frank Steinbacher, Geschäftsführer der AirborneHydroMapping GmbH, die Vorteile der Innovation. „Es wurden zum Beispiel für einen dänischen Energieversorger alle potenziellen Meeres-

Gewinner Kategorie Dienstleistungsinnovation

standorte im küstennahen Bereich vermessen, um darauf Windkraftanlagen und deren Seekabel zu gründen. Mit den deutschen Bundesbehörden wird derzeit ein neuer Vermessungsstandard erarbeitet, der auf unserer Technologie aufbaut.“ Das Interesse an der innovativen Tiroler Dienstleistung ist groß. „Auf den ersten Blick erscheint unsere Entwicklung als ein Nischenprodukt“, sagt Steinbacher. Aber die Ressource Wasser spielt in vielen Bereichen, beispielsweise bei der Energiegewinnung aus Wasserkraft, im Tourismus oder in Bezug auf Trinkwasserressourcen, eine wichtige Rolle. „So wird schnell ersichtlich, welch internationales Potenzial diese Entwicklung aus Tirol hat. Das Interesse an unserer Technologie

AirborneHydroMapping GmbH, Innsbruck Einzigartige Vermessungstechnik von Gewässern

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hat uns binnen zwei Jahren nahezu den Zugang zu jedem westeuropäischen Markt ermöglicht sowie zu Interessenten in den USA, Japan und Australien“, so Steinbacher. Die AHM GmbH wird nun durch die Gründung der Tochterfirma AHM Software&Research ergänzt, die sich mit der Weiterentwicklung der Software beschäftigen soll. „Durch diese Innovation hat sich das Unternehmen eine Alleinstellung und beachtlichen Vorsprung vor anderen Anbietern herausgearbeitet. Die Dienstleistung ist sehr innovativ, technisch herausfordernd und hat einen überzeugenden Kundennutzen“, gratuliert Gernot Bock, Leiter der Abteilung Innovation und Technologie der WK Tirol, zur Verleihung des Tiroler Innovationspreises 2013.


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Natur in Räume bringen

Die erst im April 2012 gegründete Organoid Technologies GmbH möchte in der Materialwirtschaft und Designbranche mit organoiden Produkten punkten. Firmengründer Martin Jehart und sein Team haben dazu innovative „Organoide 3DAkustikpaneele“ entwickelt. Hinsichtlich der Form und dem Design ist das Produkt absolut neuartig und kann vielfältig in inneren Räumen eingesetzt werden – vorgesetzt als Wandpaneel, abgehängt als Deckenelement, eingebaut als Möbelfront oder alleine als Wandbild. Außer einer ansprechenden Reliefoberfläche mit ausgezeichneten akustischen Eigenschaften ist das Außergewöhnliche an den 3DAkustikpaneelen, dass als Rohmaterial verschiedene biogene Partikel verwendet wurden. Mit einem ökologischen Bindemittel können sie in einem mehrstufigen Prozess in beliebige Formen gepresst werden. Anschließend ist eine Beschichtung mit beispielsweise duftenden Gräsern und Blättern möglich. „Durch unser einzigartiges Verfahren bleiben die natürlichen Eigenschaften der verwendeten Materialien nahezu vollständig erhalten. Mit unseren organoiden Produkten bringen wir die Natur in Form – als dekoratives, hochwirksames Akustikpaneel, aber auch als duftende Wandbeschichtung oder freigeformte Sitzschale mit natürlichen Dekorbeschichtungen“, erklärt Jehart, der seit mehreren Jahren organoide Produkte entwickelt. Der Startschuss für die Markteinführung der 3DAkustikpaneele soll im Februar 2014 fallen. Derzeit sucht das Tiroler Start-up im Tiroler Raum kurzfristige Pilotprojekte zur natürlichen Ausstattung von Hotels, Praxen oder Büros mit den Akustiklösungen und Dekorbeschichtungen. Vom Firmenerfolg wird auch der Standort Tirol profitieren, ist Jehart überzeugt: „Wir transportieren alpine Natur und Nachhaltigkeit auf einzigartige Weise bereits auf Messen und Vorträgen von Barcelona bis Helsinki und sprechen internationale Kunden an. Wir sind stolz auf unsere Tiroler Wurzeln und kommunizieren dies auch.“ Da für das Tiroler Produkt nachwachsende Rohstoffe verwendet werden, konnte die Organoid Technologies GmbH die unabhängige Jury des Tiroler Innovationspreises 2013 auch durch seine Nachhaltigkeit überzeugen. 

Gewinner Kategorie Bestes Konzept (Sonderpreis)

Organoid Technologies GmbH, Wenns Entwicklung organoider 3DAkustikpaneele

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Zukunft der Photovoltaik In den letzten Jahren ist Strom aus Photovoltaikanlagen bereits deutlich günstiger geworden. Damit Solarstrom auch weiterhin wettbewerbsfähig bleibt, müssen die Kosten für Photovoltaikmodule sinken. Neue Technologien sollen daher weitere Kosteneinsparungspotentiale bringen. Die Industrie setzt dabei auf die Dünnschichtphotovoltaik, die sich durch einen geringeren Materialeinsatz auszeichnet. Dabei kommen Photovoltaikschichten zum Einsatz, die zehnmal dünner als ein Haar sind. Auch Plansee in Reutte setzt auf die neue Technik, konkret das so genannte CIGS-Verfahren. Für die CIGS-Modulhersteller hat das Tiroler Hightech-Unternehmen pulvermetallurgische Sputtertargets entwickelt – eine Innovation aus Tirol: „Entwicklung, Produktion und Anwendungstests im hauseigenen Beschichtungslabor finden vollständig an unserem Stammsitz in Reutte statt“, erklärt

Christoph Adelhelm, Anwendungsgruppenleiter Solar bei Plansee. Sputtertargets sind platten- oder rohrförmige Materialien, die in einem Beschichtungsprozess als dünne Schicht auf Glas oder einem anderen Träger aufgetragen werden. „Plansee entwickelt neue Materialien sowie pulvermetallurgische Fertigungsverfahren, die dem Kunden einen höheren Wirkungsgrad seiner Solarmodule ermöglichen“, nennt Adelhelm die Vorteile. Konkret entwickelt Plansee neuartige Sputtertargets aus den Werkstoffen MoNa und CuGa. Im Beschichtungsprozess bringt das deutliche Vorteile gegenüber Materialien aus der herkömmlichen schmelzmetallurgischen Herstellung. „Ungeachtet der schwierigen aktuellen Situation aller Photovoltaikhersteller sehen wir die CIGS-Dünnschichttechnologie als zukunftsweisend an und erwarten mittelfristig eine positive Geschäftsentwicklung“, meint Adelhelm. 

Nominiert Kategorie Technische Innovation: Plansee SE, Reutte Entwicklung innovativer Beschichtungsmaterialien 

Innovative Veranstaltungs-Evaluation

Nominiert Kategorie Dienstleistungsinnovation: trigger research OG, Innsbruck Entwicklung einer onlinebasierten Umfrageplattform

Um die Zufriedenheit von Veranstaltungsteilnehmern zu evaluieren und die Qualität eines Events zu verbessern, hat das Innsbrucker Marktforschungsunternehmen trigger research OG eine onlinebasierte Umfrageplattform entwickelt. Der Bedarf wird durch die jüngste Ausgabe des Meeting Industry

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Reports Austria (mira) bestätigt: Über 14.000 Veranstaltungen mit mehr als 1,3 Millionen Teilnehmern fanden im vergangenen Jahr in Österreich statt. Angebotsvielfalt und Konkurrenzdruck auf Seiten der Organisatoren werden immer größer. Bei der Veranstaltungsevaluierung setzten viele Organi-

satoren und Marktforschungsunternehmen auf schriftliche Fragebögen, die bereits während der Veranstaltung verteilt werden, oder auf telefonische Interviews im Anschluss, was für die Auftraggeber zeit- und kostenintensiv ist. Bei trigger research werden die Besucher im Nachhinein via E-Mail zu einer Befragung eingeladen. Die Befragung erfolgt durch die onlinebasierte Umfrageplattform von trigger research. „Unser innovativer Ansatz basiert auf der Verwendung des neuesten wirtschaftspsychologischen Fachwissens. Diese Erkenntnisse fließen in die Erstellung der Fragebögen, die Auswertung der Daten sowie die Darstellung der Ergebnisse ein“, erklärt der Geschäftsführer von trigger research, Andreas Hermann. Der Diplom-Psychologe betont, dass sich seine softwareunterstützte Mitarbeiter- und Kundenzufriedenheitsmessung von gängigen Feedbackverfahren und Mitbewerbern unterscheidet. „Wir bieten unseren Kunden einen handlungsorientierten Ergebnisbericht, ersetzen die Zettelwirtschaft durch ein zeitgemäßes Onlinetool und erstellen individualisierte, wirtschaftspsychologisch fundierte Fragebögen.“ Kunden erhalten zum Abschluss einen strukturierten Bericht, der versteckte Potenziale sowie die geforderten und erfüllten Erwartungen der Teilnehmer beinhaltet. 


Foto:Eder Robert

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Wir sind keine Unternehmensberater. Wir sind unternehmensentwickler!

Nominiert Kategorie Technische Innovation: ROLF Roland Wolf GmbH, Weißenbach am Lech Entwicklung innovativer Brillengestelle

Brillen aus Stein Der Tiroler Brillenhersteller ROLF Spectacles ist das erste Unternehmen weltweit, das den natürlichen Rohstoff Stein für Brillengestelle verwendet. Ihre „advanced-stone“-Kollektion haben sie daher für den Tiroler Innovationspreis 2013 eingereicht. Die Steinbrille von ROLF Spectacles ist wie jede Brillenfassung des Unternehmens mit Firmensitz in Weißenbach ein reines Naturprodukt. Die Brillenfassungen aus Holz, Horn sowie Stein/Holz-Kombinationen werden in Tirol gefertigt. „Die Rohfassungen werden von Hand in 78 Arbeitsschritten verarbeitet“, erklärt Firmengründer Roland Wolf. „Handgefertigt in Tirol“ ist daher das Markenzeichen der Brillenfassungen. „Die Steinbrillen-Serie steht für die Einzigartigkeit unseres aktuellen Designs. Es gibt kaum ein Produkt, das persönlicher als eine Brille sein könnte“, ist Wolf überzeugt. Neuartig bei der Entwicklung von ROLF Spectacles sind aber nicht nur die Gestelle, sondern auch das spezielle Brillengelenk,

das ohne Schrauben und Metall auskommt und aus purem Holz besteht. Darüber hinaus hat ROLF Spectacles ein eigenes System der Verglasung für nicht dehnbare Materialien entwickelt. Die Brillenfassungen sind leicht und eignen sich aufgrund ihrer Hautverträglichkeit auch für Allergiker. Nach neuen Werkstoffen für die Produktion zu suchen, ist Bestandteil der Firmenphilosophie. „Unsere Brillen werden so produziert, wie wir es für gut befinden. Wir gehen nicht nach der Mode, sondern machen Mode“, erklärt Wolf. Heuer sind die Steinbrillen auch für den Staatspreis Design 2013 sowie den Materialica Award nominiert. Die Brillen aus Tirol werden auch bei den Kunden immer beliebter. Das 2007 gründete Unternehmen setzt beim Vertrieb daher darauf, Kunden in der ganzen Welt zu finden. „Momentan erobert ROLF Spectacles gerade Amerika. Unsere Brillen haben aber auch in Ländern wie Japan, China und Taiwan bereits Abnehmer“, freut sich Wolf.

ErFolg ist inDiViDuEll. Wie wir unser Handeln und Tun für Sie einsetzen können, sehen Sie auf: pratto.at

prátto consulting gmbh, Brixner Straße 1, 6020 Innsbruck, Austria, PH +43(0) 512 214 555, FX +43(0) 512 214 555-99, EM office@pratto.at

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Restlos entleerbare Tube

Nominiert Kategorie Bestes Konzept (Sonderpreis):

AnCo Engineering, Kufstein Entwicklung neuer Tubengeometrien

Ein Tiroler Erfinder bietet eine neue Lösung für ein altbekanntes Problem: Ein Teil von beispielsweise Kosmetikprodukten in Tuben wandert automatisch in den Müll, denn herkömmliche Tuben lassen sich nicht vollständig entleeren. Im Schnitt bleibt ein Restgehalt von 8 bis 18 Prozent. Weltweit werden jährlich rund 30 Milliarden Tuben produziert, 50 Prozent davon aus Aluminium. „Branchenübergreifend gibt es daher seit geraumer Zeit die Idee einer restlos entleerbaren Tube. Eine solche Tube beispielsweise mit geschwächter Tubenstirn zu realisieren ist nicht neu, das Hauptproblem war bisher aber die technologische Umsetzung ohne hohe Umrüstkosten“, weiß der Tiroler Erfinder Daniel Andrei. Mit seinem EPU AnCo Engineering hat der Kufsteiner inzwischen eine neue Reihe von Tubengeometrien entwickelt, die sowohl für Aluminium als auch für Kunststoff bzw. Laminattuben anwendbar ist. „Die neuen Tuben lassen sich ohne Mühe restlos entleeren, sind daher

hygienischer, leicht recycelbar und haben einen hohen Wiedererkennungswert aufgrund des funktionellen Designs“, erklärt Andrei, wie sich sein Produkt von anderen unterscheidet. Seine Idee kommerziell nutzen wird der Tiroler durch die Vergabe von Lizenzen an Tubenhersteller. Die Markteinführung wird durch Markenabfüller über Handelsketten erfolgen. Für den Konsumenten bringt Andreis Innovation den Vorteil, den gekauften Inhalt fast zu 100 Prozent nutzen zu können. Für die Markenabfüller soll die neue Tube eine Absatzsteigerung und Imagebesserung erwirken, weil eine raschere Entleerung und Neukaufentscheidung erfolgt und dieser seinen Kunden eine anwendbare Lösung anbieten kann, den Inhalt wirklich vollständig zu nutzen. „Der Tubenherstellermarkt ist seit langem von wenigen Größen dominiert“, erklärt Andrei. „Unsere Chance besteht darin, dass die Konsumenten die neue Tube akzeptieren und bevorzugen.“

Autokauf mit QR-Code Der Einsatz von QR-Codes erleichtert es darüber hinaus den Kunden, ein Fahrzeug leichter mit dem Angebot auf den diversen Onlinebörsen zu vergleichen. „Bei „QR Codes 4 Ever“ handelt es sich um eine Branchenneuheit, bei der bestehende Technologien verfeinert, miteinander verknüpft und in neue EDV-Anwendersysteme implementiert werden“, sagt Pfurtscheller.

Mit einer innovativen Idee steigert Auto-Linser zukünftig den Service bei Autoverkäufen. Vor dem Kauf eines Autos schauen sich Kunden häufig viele Modelle an und vergleichen diese. Kaufinteressenten besuchen dabei auch am Wochenende und Feiertagen Freiflächen mit ausgestellten Fahrzeugen. Außerhalb der Öffnungszeiten können Autohändler allerdings nicht ausreichend Informationsmaterial zur Verfügung stellen. Mit dem Projekt „QR Codes 4 Ever“ bietet Patrick Pfurtscheller von Auto-Linser Kaufinteressierten einen zusätzlichen Service. Auf den Factsheets von Automobilen, die

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hinter der Windschutzscheibe angebracht sind, werden automatisiert individuelle QRCodes angebracht. Diese Informationsblätter enthalten üblicherweise detaillierte Informationen über die Marke, Leistung, Preis oder Ausstattung des Autos. Wird der QR-Code gescannt, kann das Datenblatt des KFZ als PDF angezeigt, per E-Mail verschickt oder via soziale Netzwerke geteilt werden. Dadurch wird die Autosuche erleichtert und potenzielle Kunden können sich auch ohne die Konsultation eines Verkaufsberaters Detailinformationen über ein Fahrzeug papierlos und jederzeit mitnehmen.

Nominiert Kategorie Dienstleistungsinnovation:

Automobile Eduard Linser GmbH, Innsbruck QR-Codes als Service für Autoverkäufe


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Onkologisches Expertensystem Unterstützung bei der Therapiesuche und Prozesserleichterungen erhalten Ärzte immer häufiger durch IT-Lösungen. Im wachsenden Markt von Softwareanwendungen im Medizinbereich möchte sich auch der IT-Anbieter World-Direct mit Firmensitz in Sistrans ein weiteres Standbein aufbauen. Gemeinsam mit dem Tiroler Krebsforschungszentrum Oncotyrol und den Südtiroler Sanitätsbetrieben (Krankenhaus Meran) entwickelt das Unternehmen in dem Projekt OncoT.NET eine Software für onkologische Kliniken bzw. niedergelassene Onkologen. Ziel des Projekts ist die Steigerung der Behandlungsqualität bei gleichzeitiger Optimierung der Prozesse. Das Softwareprodukt soll später unter dem Namen Saratiba auf den Markt gebracht werden und bietet behandelnden Ärzten Unterstützung bei Erstdiagnose, Behandlung und Verlaufskontrolle sowie Nachsorge der Patienten. „Ein wesentliches Merkmal unserer Entwicklung ist, dass wir modernste

Nominiert Kategorie Bestes Konzept (Sonderpreis): World-Direct eBusiness solutions GmbH, Sistrans Entwicklung einer Software für die Onkologie

medizinische Methoden und aktuelles onkologisches Wissen in Form von internationalen Katalogen und Leitlinien zur Therapie

mitberücksichtigen können“, erklärt Jürgen Klösch, Geschäftsführer von World-Direct. Mit dem System wird die Abhaltung der verpflichtenden Tumorboards durch eine stark verkürzte Vorbereitungszeit erleichtert. Mit Saratiba werden alle notwendigen Patientendaten für diese interdisziplinäre Expertenrunde standardisiert und strukturiert dargestellt. Das ermöglicht einen effizienten Austausch und erhöht die Qualitätssicherheit. Durch die Einbindung psychoonkologischer Fragebögen kann mit der Software auch das persönliche Befinden eines Patienten mit berücksichtigt und ein besserer Therapieerfolg erzielt werden. „Wir sehen einen großen Bedarf an onkologischen Expertensystemen bei onkologischen Abteilungen sowie niedergelassenen Ärzten, da durch das Produkt die Behandlungsergebnisse verbessert, Zeit eingespart und Prozesse optimiert werden“, sagt Klösch. Der Probebetrieb startete im August 2013 in der ersten Partnerklinik in Meran.

Ausgezeichnet Mit einer innovativen Entwicklung oder wirtschaftlich verwertbaren Forschungsleistung sich um einen der zahlreichen in Österreich ausgeschriebenen Preise zu bewerben, bringt Unternehmensgründern häufig viele Vorteile. Die Teilnahme ist wichtig für die Öffentlichkeitsarbeit und kann die Suche nach Geldgebern erleichtern. Außerdem erhalten die Entwickler wertvolle Hinweise für mögliches Verbesserungspotential ihrer Konzepte und Businesspläne.

Auswahl an aktuellen Ausschreibungen Houskapreis • Der Houskapreis ist Österreichs größter privater Forschungspreis und wird seit 2005 von der renommierten B&C Privatstiftung vergeben. Ab sofort bis zum 15. November 2013 um 24 Uhr sind alle heimischen Universitäten eingeladen, ihre Forschungsprojekte einzureichen. Erstmals können sich neben den Universitäten auch die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW) und das Institute for Science

and Technology Austria (IST Austria) um das hochdotierte Preisgeld von insgesamt 300.000 Euro bewerben. www.bcprivatstiftung.at/ houskapreis Cast technology award 2013 • Das Tiroler Gründungszentrum CAST und transidee machen sich mit dem CAST technology award 2013 auf die Suche nach wirtschaftlichem Potenzial. Bis 14. Oktober 2013 sind Forscher an den Tiroler Universitäten und Fachhochschulen sowie außeruniversitären Forschungseinrichtungen aufgerufen, ihre Ideen einzureichen. www.cast-tyrol.com/gruendung/ cast-technology-award.html Inventum 2013 • Das Österreichische Patentamt und der Bohmann Verlag vergeben die Auszeichnung Inventum. Alle Patentinhaber, deren Erfindungstätigkeit zu einem Patent geführt hat, sind eingeladen, sich anzumelden. Einsendeschluss ist der 20. Jänner 2014. www.patentamt.at/Das_Oesterreichische_Patentamt/News/Inventum_2013

Übersicht über weitere Preise • Phönix: www.bmwf.gv.at/startseite/ phoenix_2013 • CAST Award: www.cast-tyrol.com/gruendung/ cast-award.html • I2b – Businessplanwettbewerb: www.i2b.at • TRIGOS – Auszeichnung für Corporate Social Responsibility: www.trigos.at • Adventure X – Businessplanwettbewerb Tirol: www.adventurex.info • Austrian Leading Companies: http://wirtschaftsblatt.at/home/ nachrichten/oesterreich/alc • Best of Biotech: www.bestofbiotech.at • Österreichischer Innovationspreis Tourismus: www.bmwfj.gv.at/tourismus • Staatspreis Design: www.staatspreis-design.at • Staatspreis Innovation: www.staatspreis.at • Staatspreis Marketing: www.staatspreis-marketing.at

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In höheren Sphären Als Spezialist für die Auswertung von Satelliten- und Luftbilddaten für die Umweltkontrolle hat sich die GeoVille Information Systems GmbH im internationalen Spitzenfeld etabliert. Aufträge für die EU oder die Weltbank stehen an der Tagesordnung. Mit Innovationsgeist und einer ordentlichen Ladung Gehirnschmalz setzt sich das Innsbrucker Unternehmen mit einer Tochterfirma in Luxemburg gegen internationale Konkurrenz durch und zählt zu den Global Playern in der Branche. Der Standort ist dabei nebensächlich, Innsbruck aber perfekt. // Text: Doris Helweg, Foto: Julia Türtscher nehmen sichern, nämlich die Türkei, die Balkanstaaten und die skandinavischen Länder. Und wie kommt es, dass ein mittelständisches Unternehmen aus Innsbruck internationale Konkurrenz wie Tochterunternehmen von großen Technologiekonzernen wie Alcatel oder EADS aussticht? „Ganz einfach“, betont Christian Hoffmann, „indem wir besser sind als die Konkurrenz. Besser heißt nicht billiger, sondern bessere Qualität und mehr Gehirnschmalz. Unser Angebot beginnt dort, wo bekannte Internetkartendienste enden.“

Umweltprobleme sichtbar machen

Von links nach rechts: Der kommerzielle Direktor Dr. Andreas Walli, Firmengründer und Geschäftsführer Dr. Christian Hoffmann und der technische Direktor Mag. Jürgen Weichselbaum in den GeoVille-Büroräumlichkeiten in der Innsbrucker Innenstadt

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rst kürzlich hat die Geoville GmbH wieder einen umfangreichen EU-Auftrag an Land gezogen: die exakte Kartografierung Europas. Europa habe zwar eine gemeinsame Au-

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ßen- oder Währungspolitik, aber keine exakte hochauflösende Landkarte, erklärt Firmengründer Christian Hoffmann die Intention. Etwa ein Viertel des gesamten Auftragsvolumens konnte sich das Innsbrucker Unter-

„Satellitenfernerkundung“ nennt sich der Fachbereich, den sowohl Hoffmann als auch der technische Leiter Jürgen Weichselbaum und der kommerzielle Direktor Andreas Walli studiert haben. Und eben solche Satellitenoder Luftbilddaten bilden die Basis für das Spezialgebiet von GeoVille: die Erdbeobachtung. Mit Bilddaten aus verschiedenen Zeiträumen und eigens verfeinerter Hochtechnologie lassen die innovativen Köpfe von GeoVille Veränderungen in der Umwelt transparent werden. „Jedes Phänomen lässt sich beobachten, die Gletscherschmelze ebenso wie die Veränderung der Waldgrenze im Alpenraum, Auswertungen für die Reisernte in Kambodscha oder für Dürreentwicklungen in Afrika“, erläutert Weichselbaum und weiter: „Die Beobachtungen sind zu hundert Prozent objektiv. Anhand der Vergleiche von mehreren Aufnahmen kann man Veränderungen in der Vergangenheit sichtbar machen und Trends für die Zukunft erkennen.“ Zunutze machen sich diese Techniken auch immer mehr öffentliche Stellen in Österreich, wie das Land Information System Austria (LISA), das bedarfsgerechte Landnutzungsinformationen für die öffentliche Verwaltung bereitstellen soll. Auch das Land Tirol greift auf die Dienste von GeoVille zurück und lässt mit automatisiert erstellten Landnutzungsdaten aus Luftbildern die aktuelle Nutzungsstruktur mit hoher Detailgenauigkeit darstellen. „Diese Geoinformationen ermöglichen auf Basis regelmäßiger Neubefliegungen


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Vom Satellitenbild zur Karte

GeoVille-Mitarbeiter Jan Millitzer im Schulungseinsatz

die Dokumentation und Analyse der Landschaftsentwicklung in Tirol“, so Walli.

Küstenproblematik bestimmter Regionen, Abholzungsentwicklungen oder Siedlungstendenzen. Hochspannend gestalten sich die Projekte des innovativen Unternehmens, das mittlerweile über 40 Mitarbeiter beschäftigt und mit dem Tochterunternehmen in Luxemburg auf einen Umsatz von vier Millionen Euro verweisen kann – Tendenz steigend. Die

Von Innsbruck in die Welt

Auch private Investoren oder die Weltbank liefern dem Innsbrucker Hightech-Unternehmen immer wieder interessante Projekte wie Analysen zum Klimawandel oder der

Dr. Christian Hoffmann

Im Interview eco.nova: Sie haben GeoVille 1998 gegründet. Wie kommt man auf die Idee, gerade in Innsbruck ein international tätiges Unternehmen zu gründen? Christian Hoffmann: Mein Großvater war Kartograph mit vielen alten Atlanten mit weißen Spots, die gleichbedeutend mit unerforschten Gebieten waren. Als Bub habe ich mir immer vorgestellt, diese Spots einmal mit Leben (d.h. mit Karteninformationen) zu erfüllen. Heute ist meine Arbeit zwar ein wenig anders, aber doch nicht so weit davon entfernt. Wir

fangen mit unserem Angebot dort an, wo bekannte Internetkartendienste enden. Warum gerade in Innsbruck? Innsbruck ist meine Wahlheimat. Ich bin in Klagenfurt geboren und aufgewachsen und habe in Innsbruck Geografie und Wirtschaft studiert. Es hat mir in Innsbruck so gut gefallen, dass ich nach beruflichen Aufenthalten in Wien, New York und Mailand zehn Jahre später beschlossen habe, mich hier niederzulassen. Ist Innsbruck für Ihr Unternehmen ein guter Standort? Der Standort passt wegen seiner Lebensqualität perfekt! Der Flughafen ist zwar nicht der größte, dafür ist man in zehn Minuten dort und muss auch erst zwanzig Minuten vor Abflug dort sein. Mit der AUA gibt es gute Anschlüsse nach Westeuropa, mit der Lufthansa nach Westeuropa und in die Welt. Wie können Sie von Innsbruck aus so internationale Aufträge an Land ziehen? Indem wir an Ausschreibungen teilnehmen

Luxemburger Tochter widmet sich dabei vorrangig Beratungen der europäischen Kommission oder der Umweltagentur in Kopenhagen. Und so zählen Kunden aus ganz Mittelamerika, Afrika südlich der Sahara, Kambodscha, Vietnam und China zu den zufriedenen Nutznießern der ausgeklügelten Anwendungen der ISO-zertifizierten Firma.

und besser als die Konkurrenz sind. Auch das Außenhandelsservice der Wirtschaftskammer ist sehr professionell und für KMUs im Export eine ganz tolle Einrichtung. Wie sehen Ihre internationalen Auftraggeber den Standort Innsbruck? War die Anbindung je ein Problem? Unseren Auftraggebern ist es schlicht und einfach egal, wo wir sitzen, solange die Qualität der Arbeit passt. Natürlich wären mehr Direktverbindungen in die Metropolen wünschenswert, wie es sie im Winter gibt. Kommunikationstechnisch gibt es nichts zu meckern. Ist es schwierig, in Tirol hochqualifiziertes Personal zu gewinnen? Wir lukrieren unser akademisches Personal von den Universitäten Innsbruck und Wien sowie aus dem EU-Raum. Wir arbeiten gerne mit Universitäten zusammen und vergeben Masterarbeiten, des Öfteren hat sich daraus schon eine Anstellung ergeben. Mein Wunsch an die Universitäten wäre, die Ausbildung realitätsnäher an die Bedürfnisse des Marktes anzupassen.

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Von guten Ideen zu besseren Innovationen Die zentrale Anlaufstelle in unserem Bundesland in Sachen Innovation ist die Abteilung Innovation & Technologie der Wirtschaftskammer Tirol. Sie unterstützt alle Mitglieder mit Information und Beratung, aber auch die Vernetzung zu Kooperationspartnern und Förderstellen zählt zu ihren wesentlichen Aufgaben. Mit Unterstützung des CAST wickelt die von Dipl.-Ing. Gernot Bock geleitete Abteilung außerdem den Tiroler Innovationspreis 2013 ab. // Text: Paul Salchner

des Interesse kann sich Dipl.-Ing. Gernot Bock, Leiter der Abteilung Innovation & Technologie in der Wirtschaftskammer Tirol seit November 2010, nicht beklagen: „Im Jahr 2012 bekamen wir insgesamt 1.234 Anfragen, die sich zu ungefähr je einem Drittel auf die Themengebiete Innovation im weiteren Sinn, Energie- und Umweltberatungen für energieintensive Betriebe sowie Betriebsanlagentechnik aufschlüsseln lassen.“

Erste Anlaufstelle

Zentrale Aufgaben der Abteilung Innovation & Technologie sind die Information und Beratung von Unternehmen zu verschiedenen Themen mit technischem Bezug sowie zu betrieblicher Innovation. Dazu zählen die Betriebsanlagengenehmigung, Energie- und Umweltthemen (zum Beispiel thermische Sanierung) ebenso wie alle Fragestellungen rund um gewerbliche Schutzrechte, also solche zu Patenten, Gebrauchsmustern, Mustern oder Marken. Hier bietet die Wirtschaftskammer Tirol ihren Mitgliedern die Möglichkeit, rechtliche und strategische Fragen zu klären. Dafür findet einmal monatlich ein Sprechtag in der Wirtschaftskammer Tirol in Innsbruck statt. Großen Raum in der täglichen Beratung in der Abteilung Innovation & Technologie nehmen aber auch Themen wie Forschung und Entwicklung, Technologietransfer und Innovation ein. „Die Erstberatung und -information übernehmen wir immer selbst, in manchen Fällen erfolgt eine weitere Begleitung über externe Vertragspartner“, so Gernot Bock.

Empfehlungen von neutraler Stelle Dipl.-Ing. Gernot Bock, Wirtschaftskammer Tirol

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nnovation in einem Unternehmen lässt sich nicht immer planen – in manchen Fällen „passiert“ sie einfach im Zuge der laufenden Weiterentwicklung von Produkten und Leistungen. Demgegenüber stehen Unternehmen, die systematisch auf Innovationen hinarbeiten. Was beide Typen verbindet, ist ihr Bedarf an Beratung und Förderung. Die wichtigste Anlaufstelle für alle Fragen von der Unternehmensgründung bis zur Übergabe eines Betriebes ist die Wirtschaftskammer Tirol. Deren Abteilung Innovation & Technologie widmet sich speziell der Beratung zu allen Fragen rund um erfolgreiche Innovation im Unternehmen. Über mangeln-

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Eine kompetente Beratung macht Sinn und ist in vielen Fällen unabdingbar, davon ist der Experte überzeugt: „Falsch- und Nichtwissen sind leider weit verbreitet. Das kann man aber nicht dem einzelnen Unternehmer vorwerfen, der sich besonders in der Anfangsphase auf sehr viele Dinge konzentrieren muss. Wir schauen uns jede Idee, jedes Projekt konkret an, geben neutrale Empfehlungen ab und versuchen, dem Unternehmer den richtigen Weg zu weisen. Wir ziehen keinen Nutzen daraus, wenn der Unternehmer diesen oder jenen einschlägt, bei uns bekommt er Orientierung und die Sicherheit, dass er ohne irgendwelche sonstigen Absichten objektiv beraten wird. Welche Schritte er dann setzt, bleibt ihm überlassen. Unser Ziel ist es, dass es dem Unternehmer damit gut geht, sprich, dass er erfolgreich ist“, erklärt Bock, welche Form der Unterstützung sich ein Unternehmen erwarten darf.


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sicher durch den Förderdschungel

Bock rät dringend dazu, sich ausreichend zu informieren; dazu gehört auch, sich über Fördermöglichkeiten zu erkundigen: „Jeder, der ein Produkt entwickeln möchte, ist in erster Linie auch mit Kosten konfrontiert. Gerade bei neuen Entwicklungen gibt es die höchsten Fördersätze – je innovativer ein Produkt oder eine Dienstleistung ist, desto leichter bekommt man eine Förderung zugesprochen.“ Davon gibt es eine ganze Reihe. „Die Wirtschaftskammer selbst fördert die Unternehmen bei Innovationsprojekten mit verschiedenen Beratungsleistungen. Wichtig ist bei der Vielzahl an möglichen Förderungen, die in Tirol, Österreich und auch auf EU-Ebene zur Verfügung stehen, zuerst das Innovationsprojekt mit Zielsetzung, Inhalten und Umfang in den wesentlichen Dingen zu erfassen und zu beschreiben. Erst mit konkreten Beschreibungen und Zielsetzungen können mögliche Förderungen effizient angepeilt und eingereicht werden. Einreichungen für Förderungen, vor allem wenn es um den Bereich Forschung & Entwicklung geht, sind zeit- und mitunter auch kostenintensiv und es braucht dazu oft auch Partner. Wir schauen in der Beratung, welche Förderschienen sich anbieten, und helfen auch dabei, das Projekt dann dementsprechend aufzusetzen.“ Im Jahr 2012 führte die Abteilung Innovation & Technologie mehr als 100 solcher Beratungen durch.

Förderungen Finanzieren innovation

Die Abteilung Innovation & Technologie ist aber auch selbst Förderstelle (Einreichstelle) – bei der Beratungsförderung. Beim Patententwicklungsprogramm übernimmt diese Aufgabe das Land Tirol. Bei beiden handelt es sich um gemeinsam getragene Förderprogramme von Land Tirol und Wirtschaftskammer Tirol. Im Rahmen der Beratungsförderung wird die Hälfte der Kosten für externe Spezialisten gefördert, beim Patententwicklungsprogramm die Beratung, das Gutachten zur Patentierbarkeit, die Entwicklungskosten für einen Prototyp sowie die Patentierung selbst. Gefördert wird außerdem die betriebswirtschaftliche Umsetzungsberatung, die laut Bock ein wesentlicher Bestandteil für Jungunternehmer sein sollte. Neben Information und Beratung für Mitglieder wickelt die Abteilung Innovation & Technologie im Auftrag von Wirtschaftskammer Tirol und Land Tirol sowie mit Unterstützung des CAST außerdem den Tiroler Innovationspreis 2013 ab. Vertreten ist die Abteilung ferner bei der Design- und Erfindermesse auf der Innsbrucker Herbstmesse. Neben spannenden Inhalten für fachlich versiertes Publikum sollen Experimente von „Jugend forscht“ das Interesse für eine technisch-naturwissenschaftliche Laufbahn bei der Jugend wecken.

wirtschaFtsKammer tirol Abteilung Innovation & Technologie Leiter: Dipl.-Ing. Gernot Bock Meinhardstraße 14, 6020 Innsbruck Tel.: 05 90 90 5-1372 innovation@wktirol.at http://wko.at/tirol/innovation

„je InnoVatIVer eIn produkt oder eIne dIenstleIstung Ist, desto leIchter bekommt man eIne förderung zugesprochen.“ Dipl.-Ing. Gernot Bock, Wirtschaftskammer Tirol

angeBote zum thema „innovation“ der wirtschaFtsKammer tirol abteilung innovation & technologie • Patententwicklungsprogramm von Wirtschaftskammer Tirol und Land Tirol • Tiroler Beratungsförderung (ca. 40 Innovationsmanagement-Beratungen/Jahr) von Wirtschaftskammer Tirol und Land Tirol • Beratungen zu Patenten, Marken, Designschutz (ca. 250 Beratungen p.a.) • Stand „Ideenkammer“ auf der Erfindermesse • Ausschreibung Tiroler Innovationspreis ab 2011 jährlich mit dem Land Tirol • jährlich mindestens vier Veranstaltungen mit der Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) in Tirol, zwei davon mit Experten vom Land Tirol abteilung außenwirtschaft • Go International – Technologieförderung • Tech-Forum (jährlich in Wien) servicepoint der wirtschaftskammer tirol • Förderservice/Gründerservice: Beratung zu Gründungs-/ Technologiecheck • Jungunternehmerkonzepte, Geschäftsplan-Entwicklung etc. abteilung wirtschaftspolitik • Veranstaltungen und Vortragsreihen zu Innovation • Innovationsstudie 2012 • c hoch 3 Kreativtraining • Jugend forscht junge wirtschaft • Buch „Der Futurepreneur“ und Innovationsbox • Innovationsgespräche, Innovationsbesuche und -vorträge • Tiroler Jungunternehmerpreis wiFi tirol • Innovationsmanagement-Kurse • Innovations-Workshops • Businessplan-Erstellung • weitere Seminare zur Entwicklung von Geschäftsideen, Kooperation etc. Dazu kommen Aktivitäten der einzelnen Sparten in der Wirtschaftskammer wie Ideenmanagement-Beratung, Förderverein Technik der Sparte Industrie oder Österreichischer Innovationspreis Tourismus mit Beteiligung der Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft.

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Wie innovativ ist Tirol? Diese und andere Fragen zum Thema Innovation haben wir Prof. Dr. Andreas Altmann, dem Rektor und Geschäftsführer des Management Center Innsbruck, und Dr. Harald Gohm, dem Geschäftsführer der Standortagentur Tirol, gestellt. // Text: Barbara Liesener

Was ist innovativ?

Innovativ ist, Dinge zu hinterfragen. Dazu gehört die Bereitschaft und der Mut, sich von Altbekanntem, auch Altbewährtem abzuwenden und sich auf Neues einzulassen mit ungewissem Ausgang. Die Bereitschaft, Neues zu wagen, Pionierleistung zu erbringen, auch ein mögliches Scheitern zu akzeptieren, zählt aber leider nicht zur in Österreich vorherrschenden Gesellschaftshaltung. Eine eigene Meinung, kreatives Denken und kritisches Hinterfragen finden in Bildung und Erziehung zu wenig Platz und werden häufig schon den Schulkindern systematisch aberzogen. Gut ist, wer sich anpasst und ins System fügt. Selbst bei Jugendlichen und jungen Menschen, welchen der Mut zum Neuen, Ausprobieren, Gestalten und Verändern naturgemäß im Blut liegen müsste, beobachte ich oft einen verengten Blick, dass etwas schon immer so war und man ohnehin nichts ändern könne.

gehen, bereitet mir wachsendes Unbehagen. Einen Fehler zu machen, heißt oft gebrandmarkt für das Leben zu sein. Erfolg wiederum erweckt Neid und Eifersucht. Ganz schlimm ist die Haltung gegenüber der Politik. Da reicht der erhobene Zeigefinger der Gesellschaft und Medien sogar ins Privatleben hinein. Wir brauchen aber mutige, innovative und gestaltende Politiker und nicht (schein)heilige Bewahrer.

eco.nova: Was sind aus Ihrer Sicht die Grundvoraussetzungen eines Landes, einer Gesellschaft, sodass Innovation bzw. eine hohe Innovationskraft entstehen kann? Andreas Altmann: Wir müssen von einer Verbotshaltung zur verstärkten Förderung von Freiraum und Ideen finden. Bereits Kinder und Jugendliche werden in den Schulen überwiegend danach beurteilt, wie viele Fehler sie in einer Schularbeit machen. Das positiv Geleistete und erst recht das Hinterfragen, Ausprobieren, neue Wege gehen oder Anders-sein-Dürfen kommt zu kurz. Dafür ist im System nur wenig Platz. Diese Haltung setzt sich im späteren Leben fort. Unternehmer zu sein heißt derzeit, eigentlich laufend mit einem Fuß im Kriminal zu stehen. Umweltrecht, Arbeitsrecht, Steuerrecht, Sozialversicherungsrecht, Gewerberecht, Betriebsanlagenrecht, Vergaberecht usw. weisen einen Detaillierungsgrad auf, der fast nicht mehr beherrschbar ist. Dazu kommt, dass wir in unseren Breiten kaum eine positive Kultur des Scheiterns kennen. Wie wir als Gesellschaft und in unseren politischen wie wirtschaftlichen Systemen mit Fehlern um-

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Wie innovationsfreundlich ist Tirol? Welche Rahmenbedingungen müssen noch verbessert werden? Tirol hat ein paar tolle Voraussetzungen, um die uns andere beneiden. Neben der herrlichen Landschaft, etablierten Marke und einem tollen Branchenmix ist es vor allem die geografische Lage, umgeben von prosperierenden Wirtschaftsräumen. Das ist ein nicht zu unterschätzendes Asset. Stellen Sie sich vor, Sie haben Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Apulien, Kalabrien oder die Ostslowakei als direkte Nachbarn. Da sehen die wirtschaftlichen Möglichkeiten deutlich anders aus. Diese hervorragende Lage gilt es zu nützen. Allein in München haben acht (!) DAX-30-Konzerne ihren Sitz. Zürich und Mailand befinden sich im Umkreis von weniger als vier Stunden und sind das Herz der jeweiligen Volkswirtschaft. Wer von unseren jungen Menschen geht dorthin in die Schule, zum Studium, Sommerjob, Praktikum etc., sammelt Erfahrungen und baut Netzwerke? Nehmen unsere Handwerksbetriebe diesen Raum systematisch genug wahr? Ein besonders wertvolles Atout besitzt Tirol als Wissenschafts-, Hochschul- und Innovationsstandort. Eine seit Jahrhunderten etablierte Universitätsstruktur mit im Wesentlichen allen wichtigen Disziplinen ist ein unglaublicher Schatz, den es noch viel mehr zu heben gilt. Mit dem MCI wurde eine ideale Brücke in die Wirtschaft geschlagen. Diese Brücke und die wechselseitige Zusammenarbeit von Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft gilt es zu stärken. Der Rat für Forschung und Technologieentwicklung bewertet den österreichischen Unternehmensbereich insgesamt als durchaus po-


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sitiv und verweist auf eine Vielzahl an sehr innovativen Unternehmen, z. B. in den Bereichen Mechatronik, der chemischen Industrie, den Informations- und Kommunikationstechnologien, dem Tourismus oder der Umwelt- und Energietechnik. Neben anderen Faktoren brauchen diese Unternehmen laut Ratsvorsitzendem Hannes Androsch (Interview Format Extra 2013) aber vor allem hervorragend ausgebildete Menschen, um auch zukünftig so erfolgreich zu bleiben. Das Thema Bildung steht also weiterhin ganz oben auf der Tagesordnung. Welche Ihrer Studienprogramme halten Sie für besonders erwähnenswert, wenn es um Innovation geht? Wir versuchen dem Thema Leistung und Innovation in unseren Studien- und Weiterbildungsprogrammen durchgängig Raum zu geben. Motivierte Menschen wollen zeigen, was sie können, und Verantwortung übernehmen. Fordern und fördern muss die Devise lauten. Dies gilt in besonderer Weise – aber nicht nur! – für junge Menschen. Thematisch besonders hervorheben möchte ich unseren Weiterbildungslehrgang Innovations-, Produkt- & Prozessmanagement und unser neues, berufsbegleitendes Masterstudium Innovation & Intellectual Property Rights. Hier zeigen wir nicht nur, wie man Innovationen schafft, sondern auch, wie man sie international schützen und verwerten kann. Beide starten im Herbst, Bewerbungen werden laufend entgegengenommen. Bildung, Forschung und Innovation sind gemäß Österreichischem Forschungsrat jene drei Hauptbereiche, die unsere Zukunft sichern. Laut Hannes Androsch werden Österreichs Gelder aber „falsch ausgegeben“, so spricht er u. a. von „verzockten Milliarden bei Ländern und Kommunen“. Wie ist dazu Ihre Meinung und stehen Tirol in diesen Bereichen ausreichend Mittel zur Verfügung? Sieht man die enormen Summen, die in der Kommunalkredit und Hypo Alpe Adria und bei den Veranlagungen des Landes Salzburg oder der Stadt Linz versenkt wurden, tut man sich schon schwer, den Glauben nicht zu verlieren. Innovation heißt aber, dass man die Zukunft anpackt und nicht über verschüttete Milch lamentiert. Ich sehe in Tirol grundsätzlich einen guten Wind. Die geringe Verschuldung macht Dinge möglich. Wichtig ist, die Ressourcen möglichst stark in Investitionen zu leiten. Nur diese schaffen Nutzen in der Zukunft, Konsum hingegen Wohlbefinden in der Gegenwart mit der Gefahr einer verstärkten Bequemlichkeit in den Folgeperioden und -generationen.

Prof. Dr. Andreas Altmann

Dr. Andreas Altmann ist Rektor und Geschäftsführer des MCI (Management Center Innsbruck) und Honorarprofessor an der Universität Innsbruck. Vor seiner Berufung ans MCI Studium der BWL, VWL und International Relations in Linz, Innsbruck und Bologna und in weiterer Folge wissenschaftlicher Mitarbeiter an den Instituten für Finanzwissenschaft und Unternehmensführung der Universität Innsbruck.

Was ist Innovation?

Innovation ist „schöpferische Zerstörung“ ... gemäß der Schumpeter’schen Definition also etwas radikal Neues, das bei unsicherer Zukunft erfolgreich am Markt umgesetzt wird. Schlussendlich ist Innovation jede erfolgreiche marktumgesetzte Idee.

eco.nova: Was sind aus Ihrer Sicht die Grundvoraussetzungen eines Landes/einer Gesellschaft, sodass Innovation bzw. eine hohe Innovationskraft entstehen kann? Harald Gohm: Um wirtschaftliche Innovationskraft in einem Land zu fördern, braucht es ein unternehmerfreundliches Klima, gut ausgebildete Fachkräfte und Menschen mit hohem Entrepreneurship. Dazu gehörten eine Pro-Wirtschaftsgesinnung im Land und geeignete Finanzierungsinstrumente wie Banken und Investoren, die unternehmerisches Denken und neue Ideen unterstützen. Wie innovationsfreundlich ist der Standort Tirol? Tirol ist ein innovationsfreudiges Land und vor allem im Bereich der Kooperationsfreudigkeit bereits sehr stark: Wir verzeichnen eine hohe Anzahl an neuen Wirtschaftsprojekten und unternehmerischen Ideen. Es hat sich in den letzten Jahren eine gute Vernetzung der Firmen untereinander sowie eine steigende Vernetzung von Wirtschaft und Wissenschaft entwickelt. Auch die landespolitischen Förderungen für neue Wirtschaftsideen in Tirol unterstützen innovative Ideen. Wir verzeichnen gute Steigerungen in allen messbaren Parametern. Im Vergleich der österreichischen Bundesländer hat das Land Tirol im Übrigen die größte Steigerung bei Ausgaben im Bereich F&E.

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Welche rahmenbedingungen müssen noch verbessert werden? In Tirol ist die Förderung wissenschaftlicher Forschung sehr stark. Uns als Standortagentur – vom Land Tirol beauftragt, den Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort Tirol nachhaltig zu stärken, bestehende Arbeitsplätze zu sichern und neue zu schaffen – geht es jedoch vor allem darum, die unternehmerische Umsetzung von Ideen zu fördern. Um aus Invention Innovation entstehen zu lassen, braucht es die enge Vernetzung von Wissenschaft und Wirtschaft. Die Herausforderung in Tirol ist aber, dass hier zwei verschiedene Welten aufeinandertreffen. Wir haben auf der einen Seite eine starke universitäre Forschung und auf der anderen Seite starke Unternehmen in verschiedenen Wirtschaftszweigen, die gewachsenen Unternehmen am Standort Tirol. Tirols Wirtschaft verfügt schon über einen hohen Anteil an sehr innovativen Betrieben in vielen Branchen. Für die zukünftige Entwicklung, für die Entstehung von Synergien und innovativen Prozessen ist es aber wichtig, Wirtschaft und Wissenschaft zum gegenseitigen Nutzen noch besser zu vernetzen als bisher. Dazu soll die Forschung dort noch stärker eingebunden werden, wo sie der regionalen Wirtschaft konkreten Nutzen stiften kann. Ein weiteres Handlungsfeld ist, neben der Unterstützung durch das Land Tirol, das bereits sehr viel investiert, vermehrt Banken und private Investoren zu finden, die bereit sind, in neue wirtschaftliche Ideen und Innovationen zu investieren. Wir arbeiten zurzeit an der Entwicklung von neuen Förder- und Finanzierungsinstrumenten und besseren Vernetzungsstrategien, wie Ideengründer und private Investoren leichter zusammenfinden können. Ein Beispiel dafür wäre Crowdfunding bzw. Crowdsourcing, wo nicht die klassischen Finanzierungsinstrumente zum Einsatz kommen, sondern nach dem amerikanischen Modell über

ausgerichtete K-Regio-Programm. Mit dieser finanziellen Unterstützung teilen sich Wirtschaft, Wissenschaft und Land Tirol das Entwicklungsrisiko. Derartige Landeswirtschaftsförderungsprogramme, die die Standortagentur Tirol mitbetreut, werden in der Praxis sehr gut angenommen. Wir arbeiten aber ebenso daran, auf nationaler und europäischer Ebene mehr Fördergelder nach Tirol zu holen.

dr. harald gohm

Dr. Harald Gohm ist seit dem Jahr 2000 Geschäftsführer der Tiroler Zukunftsstiftung, der Standortagentur für Wirtschaft und Wissenschaft in Tirol. Nach dem Abschluss der HTL für Elektrotechnik studierte er Rechtswissenschaften in Innsbruck. Es folgten ein postgraduales Europarechtsstudium, eine Ausbildung für strategisches Management am Management Zentrum St. Gallen sowie eine Ausbildung in systemischer Organisationsentwicklung in München.

neue Plattformen wie kickstarter.com viele Investoren mit kleinen Beiträgen Unternehmensgründungen ermöglichen und zum Erfolg von Unternehmen beitragen. Mit welchen Strategien und Programmen unterstützt die Standortagentur die Innovationskraft Tirols? Hier ist vor allem das Land Tirol im Rahmen der Wirtschaftsförderung mit seinen verschiedensten Förderinstrumenten zu nennen, z. B. das speziell auf die Bedürfnisse der kleinstrukturierten Unternehmenslandschaft in Tirol

„dIe herausforderung In tIrol Ist, dass mIt eIner starken unIVersItären forschung und geWachsenen WIrtschaftsbetrIeben zWeI VerschIedene Welten aufeInandertreffen. für dIe zukunft Ist es WIchtIg, WIrtschaft und WIssenschaft noch besser zu Vernetzen." Harald Gohm

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Laut einer in Tirol in den letzten Wochen viel diskutierten EU-regionalstudie wurde Tirol im ranking abgestuft. Laut ranking des Weltwirtschaftsforums liegt Österreich stabil auf Platz 16 von 148 Ländern weltweit. Am vorderster Stelle steht die Schweiz als wettbewerbsfähigste Volkswirtschaft. Was macht die Schweiz im Vergleich zu Österreich besser und was lässt sich daraus für Tirol ableiten? Es gibt viele verschiedene Studien dieser Art, die meistens zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen kommen. Die angesprochene EU-Regionalstudie basiert in ihrem Ranking auf neuen Erhebungskriterien, die es in Hinblick auf ihre Aussagekraft mit der vorangegangenen EU-Studie unter anderen Erhebungskriterien erst abzugleichen gilt. Wir betrachten diese Studie also gelassen, aber durchaus als Anstoß, um zu schauen, in welchen Bereichen sich Tirol noch verbessern kann. Was die Schweiz und Österreich angeht, so ist ein direkter Vergleich schwierig, da sich die Schweiz schon historisch ganz anders entwickelt hat. Die Schweiz ist extrem international ausgerichtet, Sitz vieler internationaler Weltkonzerne und hat darüber hinaus auch ein ganz anderes Steuersystem als Österreich. Die Schweiz verfügt über Top-Forschungsstandorte, Top-Universitäten und ist ebenfalls führend, was ihre internationale Vernetzung und die extrem hohe Standortattraktivität angeht. Da gibt es viele Kriterien, von denen wir lernen können. Aber auch Tirol ist – nicht zuletzt für Schweizer Unternehmen – ein attraktiver Wirtschaftsstandort. Wir orten gerade auch aus der Schweiz sehr großes Interesse, Unternehmensniederlassungen in Tirol zu gründen, um so ein Standbein in der EU zu haben. Tirol ist für Schweizer Unternehmen aufgrund der geografischen Nähe, der EU-Mitgliedschaft, der bedingt durch den starken Franken hierzulande geringeren Produktionskosten und – als Softfaktor – aufgrund ähnlicher Lebenswelten als Wirtschaftsraum heute interessanter denn je.


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Finanzierungspaket für innovative Unternehmen Die Bank Austria bietet innovativen Unternehmen als erste Bank in Europa gemeinsam mit dem Europäischen Investitionsfonds günstige, zu 50 Prozent garantierte Kredite.

„Wir freuen uns, dass wir derzeit als einzige Bank in Österreich wirtschaftlich erfolgreiche, innovative und forschungsorientierte Klein- und Mittelbetriebe durch Investitionskredite mit einer 50-ProzentGarantie des Europäischen Investitionsfonds (EIF) unterstützen können.“ Markus Sappl, Landesdirektor Firmenkunden der Bank Austria Tirol

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as „Risk-Sharing-Instrument“ ist ein gemeinsamer Beitrag von EU und Bank Austria für die Finanzierung von österreichischen Unternehmen und damit der Realwirtschaft. Der Europäische Investitionsfonds (EIF) garantiert gegenüber der Bank Austria zu 50 Prozent für diese Kredite für ein Gesamtvolumen von 120 Mio. Euro, die innerhalb der nächsten zwei Jahre in Österreich vergeben werden sollen. Diese Initiative ermöglicht es der Bank Austria, innovationsund forschungsorientierten KMU Kredite zu sehr günstigen Konditionen zur Verfügung zu stellen. Dazu Markus Sappl, Bank-Austria-Landesdirektor Firmenkunden in Tirol: „Besonders KMUs haben damit in erster Linie zwei große Vorteile: Sie erhalten durch den EIF eine sehr preisgünstige zusätzliche Besicherung und zweitens noch attraktivere Konditionen, weil wir die Kostenvorteile aus der Garantie eins zu eins an unsere Kunden weitergeben. Die Bank Austria erschließt damit zusätzliche Finanzierungsmöglichkeiten für innovative Unternehmen und unterstreicht so neuerlich ihre Rolle als führender Kreditgeber in Österreich.“

Bank Austria ist DIE KMU-Bank

Die Bank Austria unterstützt die Wirtschaft in Österreich durch besondere Angebote für innovative KMU – beginnend mit ausgezeichneter Beratung in der Start-up-Phase, modernen und flexiblen Finanzierungslösungen inklusive Förderungen bis hin zur Unternehmens- und Nachfolgeplanung. Die Bank Austria absolvierte erfolgreich den umfangreichen Bewerbungs- und Prüfprozess des EIF hinsichtlich ihrer KMU-Strategie, Bonität, Risikomodelle, Vertriebsstärke und Marketinginitiativen, bewies insbesondere ihr gebündeltes Know-how in Export- und Investitionsfinanzierungen und Förderberatung und ist daher ein idealer Partner für den EIF, um dieses bedeutende neue EU-Programm in Österreich zu starten.

Das „Risk-SharingInstrument“ (RSI)

Beim RSI handelt es sich um eine gemeinsame Initiative des EIF, der European Investment Bank (EIB) und der Europäischen Kommission. Das RSI wird von der Europäischen Union im Rahmen des 7. Forschungsrahmenprogramms unterstützt und nützt die Risikotragfähigkeit des EIF. Im Rahmen dieses Programms gewährt der European Investment Fund (EIF) gegen eine Gebühr Garantien an Banken und Leasingunternehmen, die Finanzierungen für KMU und mittelständische Unternehmen anbieten. Bei Zahlungsverzug deckt die Garantie 50 Prozent des aushaftenden Kreditbetrags. An der Pilotphase werden voraussichtlich etwa 10 Banken in Europa teilnehmen, womit bis zu 1.000 Kreditnehmer mit einem Gesamtkreditvolumen von bis zu einer Milliarde Euro Unterstützung im Rahmen des RSI erhalten. „Vor dem Hintergrund der internationalen Regulierungen und vorsichtigen Wachstumsprognosen entwickelt die EU innovative Instrumente, um Liquidität für Unternehmen zu mobilisieren. Die Bank Austria ist die erste europäische Bank, die als Partner für dieses neue Flaggschiffprodukt der EU ausgewählt wurde. Die geförderten Kredite kommen daher als Erstes den österreichischen Unternehmen zugute. Österreich als stabiles Euroland und die Bank Austria als langjähriger Partner der Europäischen Investitionsbank und des Europäischen Investitionsfonds stellen ideale Partner für das Pilotprojekt in Europa dar“, so Sappl abschließend. Treten Sie mit der Bank Austria, DEM Finanzpartner für Unternehmen, in einen offenen Dialog. Einem Partner, der neben dem klassischen Bankgeschäft auch stets die Zukunftsthemen Ihres Unternehmens im Blick hat. Weitere Informationen erhalten Sie unter der Telefonnummer 05 05 0595182 sowie auf firmenkunden.bankaustria.at oder unter foerderratgeber.bankaustria.at.

Das RSI ist ein neues Garantieprogramm zur Unterstützung der Finanzierung von KMU und mittelständischen Unternehmen, die sich besonders in den Bereichen Forschung und Entwicklung bzw. Innovation engagieren. eco.nova

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Muster: Reine Geschmackssache? Mittels Geschmacksmuster lässt sich das Aussehen eines Erzeugnisses schützen. Häufig spricht man nur von einem „Muster“ und lässt den „Geschmack“ weg, dieser ist bei Mustern ohnehin unwichtig – und zwar im doppelten Sinne: Erstens geht es bei einem Muster nicht darum, wie ein Erzeugnis schmeckt, sondern wie es aussieht. Zweitens ist auch der „gute Geschmack“ oder künstlerische Geschmack eines Musters keine Schutzvoraussetzung. // Text: Dr. Paul Torggler

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it der Einführung des europäischen Gemeinschaftsgeschmacksmusters (kurz: EU-Muster) haben zumindest in Europa die nationalen Musterrechte stark an Bedeutung verloren. So kann man mit einem einzigen Muster einen Schutz in der ganzen EU erzielen.

Schutzvoraussetzungen

Das Muster muss neu sein und braucht zusätzlich noch „Eigenart“. Es muss einen bestimmten „Abstand“ zu dem geben, was vorher schon bekannt war (vorbekannter Formenschatz). Nicht neuheitsschädlich sind Vorveröffentlichungen vom Anmelder selbst, wenn sie weniger als ein Jahr alt sind. Das Musterrecht wird durch Anmeldung bei einem Amt erworben. EU-Muster werden beim OHIM in Alicante angemeldet.

Schutzwirkung

Geschützt ist alles, was „im Wesentlichen so ähnlich aussieht“ wie im registrierten Muster. Der Schutzumfang eines Musters ist aber eine dynamische Größe. Sie hängt stark vom vorbekannten Formenschatz und von der Gestaltungsfreiheit des Schöpfers ab.

Muster sind für den Nachahmer gefährlich

Muster können durch Anmeldung und anschließende Registrierung relativ leicht erworben werden. Da es für einen Nachahmer sehr schwierig ist, festzustellen, ob ein bestimmtes Muster schon registriert ist, sind Muster eine latente Gefahr, und das bei einer Laufzeit von 25 Jahren. Freilich ist nicht jedes registrierte Muster auch rechtsbeständig, denn typischerweise werden bei Mustern die Voraussetzungen der Neuheit und Eigenart vom Amt nicht geprüft, sondern einfach registriert.

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Patentanmeldung leicht gemacht Muster sind auch für den Anmelder „gefährlich“

In einem anderen Sinn sind die Muster auch für einen Anmelder gefährlich, nämlich in dem Sinne, dass sie durch die einfache Registrierung einen guten Schutz vortäuschen, der in einem späteren Streitfall schließlich nicht gegeben ist. Im Gegensatz zu Patenten, wo man den „Clou einer Erfindung“ präzise durch Worte fassen kann, ist diese sprachliche Definition bei Mustern bis auf minimale Einschränkungen nicht erlaubt.

Gesprochen wird in Bildern!

Das zentrale Element einer Musteranmeldung ist die Abbildung des zu schützenden Erzeugnisses. Einerseits muss das Erzeugnis so detailliert dargestellt sein, dass es gegenüber dem Bekannten „anders aussieht“, andererseits darf man es aber nicht zu detailliert darstellen, denn dann ist der Schutzumfang zu gering. Der Ausweg aus diesem Dilemma ist das:

Sammelmuster

In einer einzigen „Sammelanmeldung“ lassen sich kostengünstig mehrere Muster anmelden und damit ein und dasselbe Erzeugnis in verschiedenen Abstraktionsgraden schützen. Beispielsweise kann man unter Zuhilfenahme von strichlierten Linien relativ abstrakte Zeichnungen nehmen, die einen hohen Schutzumfang aufweisen. Andererseits kann man aber auch Fotos und detailliertere Zeichnungen heranziehen, die in Bezug auf die Rechtsbeständigkeit besser sind.

Zusammenfassung

Wenn es um den Schutz des Aussehens von Erzeugnissen geht, sind Muster keine „reine Geschmackssache“, sondern ein „Muss“, um einen guten Schutz zu erzielen. Während eine Musteranmeldung als solche keine Hexerei ist, stellt die gezielte Auswahl von geeigneten Musterabbildungen in verschiedenen Abstraktionsgraden in einem Sammelmuster ein Gebiet dar, das nur ein (Patent-)Anwalt wirklich gut im Griff hat. 

Jährlich werden am Österreichischen Patentamt ca. 3.500 Erfindungen zum Patent oder als Gebrauchsmuster angemeldet. Wir haben bei den Innsbrucker Patentanwälten Torggler & Hofinger nachgefragt, um einen kurzen Leitfaden zu erstellen. // Text: Paul Salchner eco.nova: Was ist eine Erfindung und was ein Patent? Paul N. Torggler: Ein Patent ist ein staatlich erteiltes Monopol für den Erfinder oder seinen Rechtsnachfolger. Es verbietet Dritten, eine Erfindung nachzumachen. „Das Gesetz definiert allerdings nur, was KEINE Erfindung ist, wie etwa eine bloße Entdeckung oder Software generell“, erklärt Patentanwalt Dr. Paul N. Torggler. Voraussetzungen für eine erfolgreiche Patentierung sind die weltweite Neuheit und gewerbliche Anwendbarkeit der Erfindung. Wie finde ich heraus, ob meine Erfindung neu ist? Recherchieren Sie im Internet und verwenden Sie dabei Suchmaschinen wie Google, kontaktieren Sie das Österreichische Patentamt oder forschen Sie in öffentlich zugänglichen Patentdatenbanken. Allerdings sind Recherchen in Eigenregie – so man keine Erfahrung hat – sehr schwierig. Deshalb rät Torggler dazu, die Erfahrung eines Patentanwalts zu nutzen oder einen der monatlichen Patentsprechtage der Wirtschaftskammer Tirol in Anspruch zu nehmen. Wie formuliert man einen Patentanspruch? Die Patentanmeldung zur Einreichung am Patentamt besteht aus der Beschreibung der Erfindung und meist aus einer oder mehreren Zeichnungen. Torggler:

„Kernstück sind die sogenannten Patentansprüche, die den Clou der Erfindung definieren. Ein guter Patentanspruch ist einerseits so eng verfasst, dass er sich von Bekanntem unterscheidet, andererseits aber so breit definiert, dass es möglichst viele Nachahmungen erwischt. Diese Formulierung ist die Kunst des Patentanwalts.“ Warum überhaupt etwas patentieren lassen? „Das Patent ist der Zaun um die goldenen Äpfel“, erklärt Dr. Torggler. Es verleiht Monopolstellung und Schutz vor Nachahmung. Der Besitzer hat drei Möglichkeiten der Verwertung: Hat man selbst eine Firma zur Herstellung, behält man das Patent und schützt so seine Monopolstellung am Markt vor Nachahmern. Erfinder ohne Firma verkaufen das Patent, oder man vergibt eine Lizenz gegen Geld und nimmt am Erfolg teil. Was macht ein Patentanwalt? Er betreut weltweit Patentanmeldungen. Zudem stellt er Anträge für Geschmacksmuster für Designelemente, widmet sich dem Markenschutz für Unternehmens- oder Produktkennzeichen und der Anmeldung von Gebrauchsmustern. Bei Letzteren handelt es sich um „den kleinen, einfacheren Bruder des Patents“ mit einer Laufzeit von zehn Jahren, im Gegensatz zum Patent mit der maximalen Laufzeit von 20 Jahren. 

Mag. Dr. Paul N. Torggler

Mag. Dr. Paul N. Torggler hat theoretische Physik mit Schwerpunkt Laserphysik und Elektronik studiert. Er ist seit 1994 Partner der Innsbrucker Kanzlei Torggler & Hofinger.

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Die Marke® – Das Wichtigste auf einen Blick Marken sind für Unternehmer ein wertvolles Marketinginstrument und für Kunden eine wichtige Orientierungshilfe. Eine gute Marke verkörpert für das Unternehmen einen oft beachtlichen Wert. Ihr Nutzen reicht jedoch über den vordergründigen Marketingaspekt hinaus und ist vielfältig, z. B. bei Unternehmensnachfolge und Finanzierungen. // Text: Stefan Warbek

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as Markenrecht entsteht durch die Eintragung der Marke in ein Markenregister. Als Marke können grundsätzlich alle grafisch darstellbaren Zeichen verwendet werden (z. B. Wort oder Logo). Sie schützt nur jene Waren und Dienstleistungen, die in der Anmeldung benannt wurden. Neben der Möglichkeit, ein Zeichen (nur) für Österreich durch Registrierung im Mar-

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kenregister des Österreichischen Patentamts als Marke schützen zu lassen, kann auch in anderen Staaten Markenschutz erlangt werden. Dies kann direkt vor Ort oder z. B. über eine „Internationale Markenanmeldung“ erfolgen. Nach diesem Madrider System stehen mehr als 90 Staaten wie die Schweiz, Liechtenstein, USA, Australien oder China zur Wahl. Das Gemeinschaftsmarkenrecht hingegen ermöglicht es, ein Zeichen EU-

weit schützen zu lassen. Bei allen Anmeldevarianten werden von den zuständigen Ämtern in der Regel Ähnlichkeitsrecherchen durchgeführt, die Aufschluss über eingetragene ähnliche Marken geben.

Was kostet eine Marke?

Die Kosten hängen davon ab, wo Markenschutz gewünscht ist und wie viele Kategorien von Waren und Dienstleistungen (Wa-


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ren- und Dienstleistungsklassen) von der Anmeldung umfasst sind. Eine nationale Markenanmeldung in Österreich kostet an amtlichen Gebühren mindestens 359 Euro. Die Schutzdauer einer nationalen Marke beträgt zehn Jahre und kann beliebig oft gegen eine Gebühr zwischen 650 und 850 Euro um jeweils weitere zehn Jahre verlängert werden. Für eine Internationale Marke sind eine „Inlandsgebühr“ von 135 Euro sowie internationale Gebühren zu entrichten: Die Grundgebühr für ihre Anmeldung beträgt von 653 bis 903 Schweizer Franken. Abhängig von den jeweiligen Ländern und der Anzahl der gewünschten Waren- und Dienstleistungsklassen fallen weitere, der Höhe nach sehr unterschiedliche Gebühren an (z. B. für die Schweiz CHF 350,- für die USA CHF 903,- bei jeweils drei Klassen). Die Schutzdauer beträgt zehn Jahre, wobei während der ersten fünf Jahre der aufrechte Bestand der vorher anzumeldenden nationalen Marke bzw Gemeinschaftsmarke (Basismarke) Voraussetzung für den internationalen Markenschutz ist. Auch eine Internationale Marke kann immer wieder gegen eine Gebühr, abhängig vom jeweiligen Staat, um weitere zehn Jahre verlängert werden. Die amtlichen Gebühren für die Anmeldung einer Gemeinschaftsmarke betragen mindestens 900 Euro. Ihre Schutzdauer beträgt zehn Jahre, jedoch kann das Markenrecht gegen eine Gebühr in der Höhe von 1.350 Euro beliebig oft verlängert werden.

Welche Markenanmeldung ist die richtige für mich?

Sinn macht ein Markenschutz für einen Unternehmer grundsätzlich nur dort, wo er wirtschaftlich tätig sein möchte bzw. wo er Konkurrenten daran hindern will, seine oder eine ähnliche Marke zu verwenden. Entsprechendes gilt für die Wahl der Waren und Dienstleistungen: So macht es etwa für einen Hotelier kaum Sinn, seine Marke auch für Dienstleistungen eines Steuerberaters schützen zu lassen. Der Inhaber eines als Marke geschützten Zeichens kann grundsätzlich anderen verbieten, dieses oder ein verwechselbar ähnliches Zeichen zu verwenden. So paradox es klingen mag: Wirklich verlassen kann er sich darauf nicht. Der Umstand, stolzer Besitzer einer registrierten Marke zu sein, bedeutet nicht, dass nicht jemand anderer doch noch ein „besseres“ Recht an dem Zeichen hat und sogar

Die Macht der Marke Für Klein- und Mittelunternehmen spielt die „Macht der Marke“ im Bewusstsein oft eine sehr unterschätzte Rolle. Viele Unternehmen sind sich nicht bewusst, welches Potenzial ihre Produkte und Leistungen durch Markenschutz entwickeln könnten. Der Innsbrucker Rechtsanwalt Dr. Stefan Warbek befasst sich seit Jahren mit dem Thema Schutzrechte, insbesondere mit Urheberrecht, Patenten und Marken, und geht im Interview darauf ein. // Text: Paul Salchner eco.nova: Was ist durch die Marke geschützt? Stefan Warbek: Beim Markenschutz geht es im Gegensatz zum Patent nicht um den Schutz einer Erfindung, sondern darum, ein Zeichen untrennbar mit der Ware oder der Dienstleistung eines Unternehmens zu verknüpfen. Dieses kann ein Wort, aber auch ein Bild sein. Sogar Produkt- und Verpackungsformen sind teilweise markenrechtlich schützbar. Man denke nur an die Maggi-Flasche – durch den Schutz ihrer Form als Marke wurde sie einzigartig. Im Unterschied zu Patenten können Marken auch dauerhaft geschützt werden. Allerdings bezieht sich der Markenschutz immer nur auf die Erscheinungsform, Inhalte können mit Markenrechten nicht geschützt werden und auch keine Geschäftsidee. Wie wirkt sich der Markenschutz konkret aus? Unternehmen schützen sich mit einer Marke davor, dass ihre Leistungen mit jenen anderer Unternehmen verwechselt werden, gleichzeitig können sie sich durch die Marke eine Monopolstellung gegenüber Mitbewerbern verschaffen. Der Konsument erkennt die Produkte an der Marke. Weiters trägt eine Marke zur Steigerung der Bekanntheit der von ihr geschützten Produkte bei und nicht zuletzt kann sie eines Tages einen erheblichen Teil des Unternehmenswerts ausmachen.

die Verwendung der Marke verbieten kann. Die Einführung einer neuen Marke ist daher stets mit einem gewissen unternehmeri-

Was macht eine erfolgreiche Marke aus? Vor der Markenanmeldung muss im Unternehmen genau festgelegt werden, wozu die Marke verwendet werden soll, welche Produkte also unter der Marke vertrieben werden sollen. Außerdem müssen die Ziele erarbeitet werden, die mit der Marke erreicht werden sollen. Das kann die Steigerung des Bekanntheitsgrades genauso sein wie die Unterscheidbarkeit von Produkten des Mitbewerbers. Es kommt auch vor, dass „Defensivmarken“ angemeldet werden, also Marken, die registriert werden, um die Registrierung und Markenverwendung durch andere zu verhindern. Grundsätzlich sollte eine Marke aber aktiv verwendet, weiterentwickelt und für Partner und Kunden erlebbar sein. Hat man eine Marke kreiert, was ist zu beachten? Es empfiehlt sich, vor der Wahl eines Markenzeichens zu recherchieren, ob dieses nicht schon von der Konkurrenz verwendet wird. Selbstrecherchen sind empfehlenswert. Zusätzlich sollte eine spezialisierte Anwaltskanzlei eine Markenrecherche durchführen; dies kann ohne weiteres auch im Rahmen der Markenanmeldung erfolgen.

Dr. Stefan Warbek

Dr. Stefan Warbek ist spezialisierter Rechtsanwalt und hat 1999 die Wirtschaftsrechtskanzlei Warbek in Innsbruck gegründet.

schen und rechtlichen Risiko verbunden, das durch spezialisierte Beratung nie völlig beseitigt, aber verringert werden kann.  eco.nova

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eco.innovativ

Felix Piazolo (Projektleiter), Mandy Scheermesser (Züricher Hochschule für Angewandte Wissenschaften), Jean-Pierre Gagnebin (Tertianum Stiftung), Sabine Böhler (Humanocare) und Carlo Colicchio (ZHAW) mit dem Armband, das im Ernstfall Hilfe herbeirufen kann und noch viel mehr Funktionen erfüllt

Neue Sicherheit Mit der Steigerung der Lebensqualität vor allem von älteren Menschen beschäftigt sich eine aktuelle Entwicklung der Universität Innsbruck bzw. genauer gesagt des Instituts für Strategisches Management, Marketing und Tourismus. 2PCS ist ein Kommunikationssystem, das sowohl in Innenräumen als auch im Freien funktioniert und persönliche Sicherheit vermittelt. // Text: Barbara Wildauer, Fotos: Uni Innsbruck

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it steigendem Lebensalter der Bevölkerung sind Notrufsysteme sowohl am Handy als auch über Armbänder bereits im Umlauf. Das Forscher- und Entwicklerteam an der Universität Innsbruck nahm sich des Themas aber mit einer ambitionierten Zielsetzung an. „Wir wollen mit unserer neuen Technologie das Sicherheitsgefühl stärken und so vor allem ältere Menschen mobiler machen und ihre aktive Teilnahme am sozialen Leben fördern“, so Felix Piazolo, der gemeinsam mit Kurt Promberger die Projektleitung von 2PCS innehat. Der Prototyp einer etwas größeren Armbanduhr am Handgelenk des Betriebswirts steckt voller Technologie: aktives RFID,

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GSM, GPRS, GPS, Sturzsensor, Bluetooth und mehr. „Damit können wir das Gerät energieeffizient sowohl in Gebäuden als auch im Freien hybrid einsetzen“, betont Piazolo einen wesentlichen Vorteil des Systems. „Im Ernstfall lassen sich Personen, die die Orientierung verloren haben, sich in Notsituationen befinden oder sich sogar verletzt haben, damit suchen und lokalisieren, um bedarfsgerecht und rechtskonform Hilfe zu leisten.“ Gemeinsam mit Absolventen vom Institut für Informatik hat das Team um Lennart Köster, Entwicklungsleiter vom Institut für Strategisches Management, Marketing und Tourismus, eine aufwändige Software zur Steuerung des persönlichen Schutz- und Pflegesystems

programmiert, die sowohl in Notruf- und Servicezentralen als auch die Telekommunikationsanlage einer stationären Einrichtung integriert werden kann.

Vielfältige Funktionen

Mit zahlreichen Partnern aus dem Pflegebereich testen die Innsbrucker Forscher derzeit Prototypen des Armbands in Tirol, Südtirol und der Schweiz. „Ältere oder eingeschränkte Personen leben häufig in stationären Wohn- und Pflegeeinrichtungen und haben teilweise eine ausgeprägte Orientierungsschwäche. Mit unserer Technologie können wir diesen Menschen wieder mehr Sicherheit vermitteln. So können sie weiter aktiv am sozialen Leben teilnehmen


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Verborgen in einer etwas größeren Armbanduhr ermöglicht das Kommunikationssystem 2PCS, den Träger in Notsituationen zu lokalisieren und Hilfe zu leisten. Über das Gerät am Unterarm lassen sich unterschiedliche Dienstleistungen abrufen und im Notfall Alarm auslösen.

und damit ihre individuelle Lebensqualität steigern“, skizziert Anforderungsanalystin Nesrin Ates eines der Ziele. „Informationsund Kommunikationstechnologien können hier das Wohlbefinden enorm steigern und auch ein längeres selbständiges Leben in den eigenen vier Wänden ermöglichen.“ Über das Gerät am Unterarm können diese Menschen unterschiedliche Dienstleistungen abrufen und im Notfall einen Alarm auslösen. „Über das Armband kann auch eine Sprachverbindung hergestellt werden, so dass zum Beispiel nach einem Alarm die Person persönlich angesprochen werden kann“, erzählt Piazolo von den vielfältigen Möglichkeiten des Systems. Technisch genau definiert und dokumentiert kann über die Software auch der genaue Standort der Person ermittelt werden. Die rechtlichen Rahmenbedingungen wurden hier in Zusammenarbeit mit Michael Ganner und Hannelore Schmidt vom Institut für Zivilrecht der Uni Innsbruck genau abgesteckt. In Gebäuden, die mit RFID-Empfängeranlagen ausgestattet sind, ist die Lokalisierung der Armbänder raumgenau möglich, im Freien hilft GPS bei der Suche der Person. Fällt das Navigationssystem einmal aus, kann immer noch mit einem mobilen RFID-Suchgerät mit einer

Reichweite von immerhin 200 Metern das Armband lokalisiert werden. Auf Wunsch der Bergrettung wurde es auch mit einer starken LED-Lampe sowie einem lauten Piepston ausgestattet. „Überhaupt haben wir die Technologie entlang der Bedürfnisse der unterschiedlichen Zielgruppen entwickelt und dabei über 2.400 Personen in die Anforderungsanalyse involviert“, betont Nesrin Ates, die für die Einbindung potentieller Nutzerinnen und Nutzer verantwortlich zeichnet.

Gefühl der Sicherheit

Neben dem Einsatz in Pflegeeinrichtungen wird auch ein Modell für den privaten Gebrauch entwickelt. Basierend auf den gleichen Technologien kann das Gerät zum Beispiel von Sportlern im Training eingesetzt werden. Mit dem Armband stehen ihnen einfache Kommunikationsmittel zur Verfügung, sie können sich Unwetterwarnungen zuschicken lassen und im Ernstfall um Hilfe rufen. „Die einfache Bedienung ist dabei entscheidend“, sagt Piazolo. „Es müssen nicht erst mühsam am Smartphone Apps gestartet werden, am 2PCS genügt ein Knopfdruck.“ Gerade hat das Entwicklerteam eine weitere Förderzusage für Produkttests erhalten. Ziel ist es, die Techno-

logie in nächster Zeit zu einem marktreifen Produkt weiterzuentwickeln. „Die Technologie ist für eine breite Palette von Anwendungen interessant und kann den Menschen durch alle Lebensphasen begleiten“, ist Piazolo überzeugt. „Sie vermittelt Sicherheit und befreit so von Beschränkungen und Ängsten, die einem sonst auferlegt sind.“

Info: 2PCS-System

Gefördert wird die Entwicklung des 2PCS-Systems (www.2pcs.eu) im Rahmen des Ambient Assisted Living Joint Programme (AAL JP) durch die EU und nationalen Fördereinrichtungen, in Österreich durch die Forschungsförderungsgesellschaft (FFG). Partner in dem Forschungsprojekt sind neben dem Konsortialführer Universität Innsbruck die Europäische Akademie (EURAC) aus Bozen, die Branchenexperten von Humanocare (AT), Villa Melitta (IT), Tertianum Stiftung (CH) und die schweizerische Notruf- und Servicezentrale Curena, die Industriepartner OKW Gehäusebau (D), RF-Embedded (D) sowie Mieloo & Alexander aus den Niederlanden.

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trans.idee

Brückenfunktion zwischen Forschung und Praxis Seit Beginn 2012 werden über transidee unter dem Label „innsbruck university innovations“ von Forschern entwickelte Geräte, Produkte und Dienstleistungen der Tiroler Wirtschaft zugänglich gemacht. Neben bereits bestehenden Transferschwerpunkten kommen im Jahr 2013 mit „Material- und Oberflächentechnologie (MCT – Material Center Tyrol)“ sowie „Biologische und mechanische Abwasser- und Abfallbehandlung (BioTreaT)“ zwei weitere hinzu. // Text: Paul Salchner, Foto: Universität Innsbruck/Lackner, Martin Seewald

transidee – die aktive Verbindung von Wissenschaft und Wirtschaft

transidee ist die Wissens- und Technologietransfereinrichtung der Universität Innsbruck, des Management Center Innsbruck (MCI) und der Standortagentur Tirol. Als Servicezentrum für Wissenschaft und Wirtschaft unterstützt transidee die Zusammenarbeit im Bereich der angewandten Forschung und sorgt für die erfolgreiche Umsetzung gemeinsamer Projekte. Die Kernexpertise von transidee liegt in den Bereichen Technologietransfer, Projektentwicklung und Projektmanagement. Die enge Anbindung an die Wissenschaftler der Universitätslandschaft sowie ausgezeichnete Kenntnisse der nationalen und internationalen Förderlandschaft garantieren erfolgreiche Anbahnung von innovativen Projekten und langfristigen Forschungspartnerschaften.

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ie meisten Tiroler Unternehmen, insbesondere die zahlreichen kleinen und mittleren Unternehmen (KMU), haben keine oder nur unzureichende eigene Forschungsressourcen, um ihre Produkte oder Dienstleistungen mit modernsten wissenschaftlichen Methoden weiterzuentwickeln bzw. um innovative neue Verfahren zu erarbeiten. Eine Zusammenarbeit mit den Tiroler Forschungseinrichtungen liegt in vielen Fällen auf der Hand und wäre sicher zielführend. Die Komplexität und der stetige Wandel des Forschungsangebotes machen es jedoch für Außenstehende oft schwer, die geeigneten Kooperationspartner zu identifizieren. Aus diesem Grund wurde transidee als Wissens- und Technologietransferzentrum der Universität Innsbruck, des Management Center Innsbruck (MCI) und der Tiroler Zukunftsstiftung gegründet. „Unsere

Kernmission ist es, hier Abhilfe zu schaffen und den Know-how-Transfer von den Forschungseinrichtungen in die Tiroler Wirtschaft zu verbessern und zu unterstützen. Daher haben wir in den letzten Jahren damit begonnen, fachlich fokussierte Transferschwerpunkte anzusiedeln und zu betreiben“, so transidee-Geschäftsführerin Dr. Sara Matt-Leubner.

Ausweitung der Geschäftsfelder

Unter dem Dach von „innsbruck university innovations“ wurden in der Vergangenheit bereits die Schwerpunkte „Digitalisierung inklusive Text- und Strukturerkennung“ sowie „materialwissenschaftliche Untersuchungen im Bereich der Denkmalpflege“ erfolgreich etabliert. Zu diesen bestehenden Transferschwerpunkten kommen nun aufgrund der großen Nachfrage zwei weitere


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hinzu: „Material- und Oberflächentechnologie (MCT – Material Center Tyrol)“ sowie „Biologische und mechanische Abwasser- und Abfallbehandlung (BioTreaT)“. Die Einrichtung dieser neuen Schwerpunkte wird von der Standortagentur Tirol im Wege einer Anschubfinanzierung unterstützt. Für die ersten zwei Jahre wird eine Vollzeitstelle, aufgeteilt auf die beiden Schwerpunktkoordinatoren, finanziert. Nach Ende dieser zweijährigen Inkubator-Phase sollen sich diese Transfer-Schwerpunkte selbst tragen. In allen von transidee initiierten Transferschwerpunkten handelt es sich um Fachgebiete, die auf langjährige universitäre Forschung zurückgreifen können und in denen in zahlreichen, meist geförderten Forschungsprojekten großes, anwendbares Know-how geschaffen wurde und auch weiterhin neue Entwicklungen forciert werden.

material center tyrol (mct) – Know-how FÜr tirols wirtschaFt

Zahlreiche Arbeitsbereiche an der Universität Innsbruck haben in den letzten Jahren in den Themenfeldern der Materialund Oberflächentechnologie eine Vielzahl von anwendungsnahen Forschungsprojekten erfolgreich initiiert und umgesetzt. Nun soll das MCT dazu beitragen, dass diese an der Universität entwickelten Technologien künftig von Unternehmen, insbesondere auch KMUs, genützt werden können. Von Dezember 2012 bis März 2013 gab es erste Vorgespräche und bereits im Juni 2013 konnte der Transferschwerpunkt „MCT – Material Center Tyrol“ eingerichtet werden. Das MCT kann mit seinen Themenbereichen wie Modellbildung & Simulation, Dünnschichttechnologie und Analytik einen Kompetenz-Mix anbieten, der in dieser Form weder in Tirol noch andernorts in Österreich verfügbar ist, und eröffnet so die Möglichkeit, auch überregional als Kompetenzzentrum wahrgenommen zu werden und größere Forschungsprojekte nach Tirol zu holen. Eines der Erfolgsrezepte für den erwähnten Kompetenzen-Mix ist neben dem bereits generierten Know-how die in den letzten Jahren kontinuierlich aufgebaute, am aktuellen Stand der Technik befindliche Laborinfrastruktur. Beispielhaft sei die Einrichtung des NanoLabs der Universität Innsbruck (Technikcampus) erwähnt, in dem in den letzten Jahren Gerätschaften zur Charakterisierung von Schichten und Bulk-Materialien, wie zum Beispiel Elektronenmikroskopie, Röntgendiffraktometrie, Nanoindentation etc., installiert wurden.

Univ.-Prof. Dr. Heribert Insam, Leiter Institut für Mikrobiologie

Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Roman Lackner, Leiter Arbeitsbereich Materialtechnologie

ehrgeizige ziele des mct

tute of Technology wurde im Jahre 2005 unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. Heribert Insam das Research Studio BioTreaT der Research Studios Austria gegründet und bis 2008 betrieben. Als nahtlos darauffolgendes Projekt wurde das K-Regio-Zentrum BioTreaT (Biologische und mechanische Abwasser- und Abfallbehandlung) in Kooperation mit zwölf Partnerfirmen betrieben. Im Rahmen dieses zweiten neuen Transferschwerpunkts von transidee sollen die entwickelten Technologien in Form von Dienstleistungen sowohl privaten Unternehmen als auch Genossenschaften und öffentlichen Einrichtungen nutzbar gemacht werden. BioTreaT soll eine sichtbare Anlaufstelle für technisch-wissenschaftliche Fragestellungen im Bereich Abwasser- und Abfallbehandlung sowie Biogasmonitoring darstellen und sich in weiterer Folge zu einem starken Kompetenzzentrum in diesem Bereich entwickeln. MCT und BioTreaT werden aus Mitteln der Standortagentur Tirol gefördert.

„Mit Hilfe der Anschubfinanzierung zur Einrichtung des Transferschwerpunktes ‚Material- und Oberflächentechnologie‘ soll die Kooperation zwischen Wirtschaft und Wissenschaft in diesem zukunftsweisenden Technologiefeld gefördert und verbessert werden. Bis zum Ende der zweijährigen Inkubationsphase soll sich das MCT seine Stellung als unverzichtbares Kompetenzzentrum gesichert haben und sich im Follow-up selbst tragen“, blickt Matt-Leubner optimistisch in die Zukunft. Die Projektentwickler im MCT haben die Aufgabe, als Beratungs- und Kompetenzstelle für die Tiroler Betriebe zu fungieren und konkrete Forschungsprojekte mit den Firmenpartnern (z. B. FFG-Projekte, Projekte mit K2-Zentren) abzuwickeln, um so die Forschungskompetenz im Themenfeld Material- und Oberflächentechnologie auszubauen. Weiters werden sie durch enge Kooperation mit den StudiengangsleiterInnen die Integration der Thematik in die universitäre Lehre und Ausbildung unterstützen. Neben der Verwertung von universitärem Wissen durch Anbieten hoch spezialisierter Dienstleistungen am Markt ist die Etablierung als Beratungs- und Kompetenzstelle für die Tiroler Betriebe ein weiteres zentrales Ziel des bei transidee angesiedelten Transferschwerpunktes MCT.

Biotreat – transFerschwerpunKt mit zuKunFt

Die Institute für Mikrobiologie und Umwelttechnik der Universität Innsbruck haben in den letzten Jahren in den Themenfeldern der biologischen Abwasser- und Abfallbehandlung eng zusammengearbeitet. Gemeinsam mit dem Austrian Insti-

transidee

ICT-Technologiepark Technikerstraße 21a, 6020 Innsbruck Tel.: 0512 507-48200 office@transidee.ac.at www.transidee.ac.at

eco.nova

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standort.agentur

Attraktivitätssteigerer Über das Internet abrufbare Geoinformationen eröffnen völlig neue Möglichkeiten für die Vermarktung von Standorten und Tourismusregionen. Deshalb entwickeln Standortagentur Tirol, Tiroler Rauminformationssystem tiris des Landes und Tirol Werbung gemeinsam ein Tiroler Topprodukt. Vom digitalen Kartenangebot profitieren Standortmarketing und Unternehmen ebenso wie Gäste, Einheimische und Tourismusdestinationen. // Text: Paul Salchner, Fotos: Standortagentur, Land Tirol/Gerhard Berger

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enn man miteinander redet, kommen die Leute zusammen. Geredet mit positivem Ausgang haben Vertreter der Tirol Werbung, des Tiroler Rauminformationssystems tiris sowie der Standortagentur Tirol. Und das Ergebnis kann sich sehen lassen – im wahrsten Sinne des Wortes. Die ersten Kontakte sind Anfang 2010 im Cluster IT der Standortagentur Tirol entstanden. Damals trat Clustermitglied General Solutions Steiner GmbH mit der Frage an die Standortagentur Tirol heran, was es denn in Richtung innovative Kartenanwendungen für Tirol gebe. Es war klar, dass davon zahlreiche Anspruchsgruppen profitieren könnten – unter anderem Unternehmen, die sich für den Standort Tirol interessieren. Die Idee, Daten aus dem tiris zu verarbeiten und in Form elektronischer Kartendienste öffentlich nutzbar zu machen, fiel auf fruchtbaren Boden, Cluster IT und darin vernetzte Unternehmen

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eco.nova

erläutert Dipl.-Ing. Manfred Riedl vom Tiroler Rauminformationssystem tiris. Angeboten werden die Geoinformationen grafisch aufbereitet auf drei Ebenen: Die elektronische Basiskarte aller drei Projektpartner ist eine topografische Winterund Sommerkarte, hochaufgelöste Luftbilder werden diese Kartenebenen ergänzen; die zweite Ebene zeigt „Points or Lines of Interest“ aus unterschiedlichen Quellen – Überregionales von der Tirol Werbung, Regionales von den Tourismusverbänden, Lokales von den Gemeinden. Die oberste Ebene stellt die Marketingebene dar – interaktive Zugänge zu Sachinformationen und weiterführende Verbindungen. Die eingespeisten öffentlichen Daten bleiben in öffentlicher Hand, womit die Eigentums- und Nutzungsrechte an den Daten für die Tiroler Bevölkerung garantiert sind. Die allgemeine Verfügbarkeit dieser Daten ist zudem Impulsgeber für neue Geschäftsideen und kurbelt die Wertschöpfung im Land zusätzlich an.

Vielseitig nutzbar machten sich an die Konzeptionierung und nahmen das Pilotprojekt und die technische Umsetzung in Angriff.

Innovatives Gemeinschaftsprojekt

Durch die intensive Zusammenarbeit aller Beteiligten ist aus dieser Idee das Kooperationsprojekt „Geodateninfrastruktur GDI Standort Tirol“ entstanden. Darin werden Geodaten aufbereitet und anschließend in Kartendiensten abgebildet, unter anderem in interaktiven Karten für Unternehmer, für Tourismusregionen und die Tirol Werbung. „Grundsätzlich ist die Kooperation gedacht, um auf der Grundlage von Geodaten individuelle Fragestellungen durch Geoinformation zu beantworten und bestehende Daten zu veredeln. Geoinformation ist die Nutzersicht auf die Daten, der Nutzer will zu einem bestimmten Zeitpunkt in einem bestimmten Gebiet zu einer bestimmten Fragestellung Auskunft“,

Die in der GDI Standort Tirol angebotenen Informationen kommen im Wesentlichen von zwei Seiten: Für Wirtschaftstreibende werden relevante Daten durch die Gemeinden in einer Standortdatenbank bereitgestellt. Zielgruppe sind einerseits Unternehmen in Tirol, andererseits aber auch ausländische Unternehmen, die sich hier ansiedeln wollen und anhand dieser Daten den für sie idealen Standort ausfindig machen können. Die Tourismusverbände stellen die für den Tourismus relevanten Daten bereit. Hier sind die Zielgruppe Gäste, die in Tirol ihren Urlaub verbringen, aber auch Einheimische, die sich etwa über Freizeitangebote oder Mountainbikerouten informieren wollen.

Impuls für den Wirtschaftsstandort

„Die Standortdatenbank ist eine wichtige Ergänzung unserer Services für ansiedlungsinteressierte Unternehmer. Zudem bietet sie den Gemeinden die Möglichkeit, ihr Stand-


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„auch für dIe ansässIgen fIrmen Ist dIe standortdatenbank eIn gutes Werkzeug, um eInen ersten überblIck zu bekommen, Wenn es um erWeIterungen geht.“

Dr. Marcus Hofer, Leiter Betriebsansiedlung & Standortmarketing

„dIe kooperatIon Ist beständIg ausgerIchtet und soll mIttelfrIstIg gegenüber unternehmen und öffentlIchkeIt noch mehr geöffnet Werden.“ Dipl.-Ing. Manfred Riedl, Tiroler Rauminformationssystem tiris

ortpotenzial direkt auf der Gemeindewebsite sowie in einem tirolweiten Auftritt auf http://standortdatenbank.tirol.info zu präsentieren und damit Unternehmen auf sich aufmerksam zu machen“, so Dr. Marcus Hofer, Leiter Betriebsansiedlung und Standortentwicklung der Standortagentur Tirol. Die Standortdatenbank wird mit Informationen angereichert, die potenzielle Investoren oder Ansiedlungsinteressierte brauchen, um wichtige Entscheidungen zu treffen. Dabei geht es neben Flächenwidmungen auch um Grundstückspreise, Gemeindespezifika und umgebende Faktoren wie die Verkehrsanbindung, die Breitbandversorgung oder das Schulangebot. Die Standortagentur Tirol wird zudem die Daten der Cluster einspielen: Welche Betriebe und Forschungseinrichtungen sind im Umfeld, woran arbeiten und entwickeln sie, welche Unternehmen sind die Impulsgeber etc. Zudem wird daran gearbeitet, dass die Kunden Real-Time-Information erhalten – zum Beispiel zum Verkehr oder der aktuellen baulichen Situation. Technisch gesehen ist das Thema 3D eine denkbare Erweiterung, denn Nutzer wünschen „greifbare“ Informationen. Die besondere Herausforderung liegt darin, dafür zu sorgen, dass der Nutzer die dahinterstehende Komplexität nicht spürt, etwa durch zu lange Ladezeiten.

gemeinden ins Boot holen

ihren Standort entwickeln und weitere Wertschöpfung ermöglichen, Arbeitsplätze schaffen etc. Je intensiver sich Gemeinden beteiligen und Informationen für die Standortdatenbank aufbereiten, desto vollständiger wird sie, desto größer wird der Nutzen für Wirtschaftstreibende und die Gemeinden selbst. Für das Produkt Standortdatenbank geht es darum, alle Tiroler Gemeinden anzusprechen und einzubinden. Sobald diese ihre spezifischen Daten bereitgestellt haben, können sie die Standortdatenbank übrigens auch auf ihren eigenen Websites integrieren. Und was die Kooperation insgesamt betrifft, denkt man bereits darüber nach, wie man mit ihrer Hilfe noch mehr Impulse für den Standort geben und privatwirtschaftliche Innovationen fördern kann. Das Projekt GDI wird aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung kofinanziert.

standortagentur tirol

Tiroler Zukunftsstiftung Ing.-Etzel-Straße 17, 6020 Innsbruck Tel.: 0512/57 62 62 office@standort-tirol.at, www.standort-tirol.at Link zur Standortdatenbank: http://standortdatenbank.tirol.info/

Derzeit ist die Standortdatenbank noch im Probebetrieb und wird mit ersten Informationen befüllt. Wichtig ist dabei natürlich die enge Zusammenarbeit mit den Tiroler Gemeinden: Sie sitzen „an der Quelle der Informationen“ und geben diese weiter, machen diese öffentlich zugänglich. Neben den Unternehmen haben auch die Gemeinden einen wesentlichen Nutzen, indem sie freie Flächen verfügbar machen, eco.nova

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management center.innsbruck

MCI erneut Spitze im Universum Survey 2013

© MCI

Sensationeller Erfolg für Management Center Innsbruck – Erneut beste Hochschule Österreichs – Qualität der Lehre, Praxisnähe, Renommee und Serviceleistungen sind für MCI-Studierende top – Montanuniversität Leoben ebenfalls an der Spitze

Als Unternehmerische Hochschule® hat sich das MCI mit 3.000 Studierenden, 800 Lehrenden, 200 Partneruniversitäten, zahlreichen Absolventen/-innen und Arbeitgebern in aller Welt sowie mit laufenden Spitzenplätzen in Umfragen und Rankings zu einer internationalen Benchmark und zum begehrten Partner für Forschung, Lehre und Weiterbildung entwickelt.

Österreichische Hochschulen im Universum Survey 2009–2013 („best of 25”) Hochschule

2009

2010

2011

2012

2013

Mittel

MCI Management Center Innsbruck

4,20

4,45

4,41

4,36

4,39

4,36

4,40

4,60

4,41*

4,37

4,31

4,31*

Montanuniversität Leoben

4,24

IMC FH Krems

4,24

FH Oberösterreich

4,10

Universität für Bodenkultur Wien

4,33

4,30

4,33

4,29

4,20

4,24

4,12

4,02

4,28

4,30

4,18*

4,17

4,10

Technische Universität Graz

4,20

4,02

Technische Universität Wien

4,10

3,94

4,12*

Alpen-Adria-Universität Klagenfurt

4,00

4,00*

FH Joanneum

4,00

4,00*

4,02*

Quelle: Universum Student Survey 2013, Sample jeweils 4.000–5.000 befragte Studierende in Österreich; 25 teilnehmende Hochschulen; Zufriedenheitsskala: 5 = sehr zufrieden … 1 = sehr unzufrieden; * nicht alle Jahre verfügbar bzw. publiziert

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eco.nova

A

uch 2013 zählen die Studierenden des MCI Management Center Innsbruck zu den zufriedensten HörerInnen an Österreichs Hochschulen. Dies belegt der soeben erschienene Universum Student Survey 2013, welcher auf einer repräsentativen Umfrage unter rund 5.000 Studierenden aus wirtschaftswissenschaftlichen, technischen und naturwissenschaftlichen Fächern an 25 österreichischen Hochschulen beruht. Neben der allgemeinen Hochschulzufriedenheit beurteilt das Ranking die Qualität zahlreicher Kriterien wie Lehre, Professo-


© MCI

management center.innsbruck

Studierende am MCI sind mit ihrer Hochschule außerordentlich zufrieden. Sie schätzen die Qualität des Studiums ebenso wie beispielsweise die sehr gute Betreuung oder den Zugang zu den Hochschulservices.

„Ich sehe den neuerlIchen spItzenplatz Im InternatIonalen unIVersum-rankIng als bestätIgung unserer anstrengungen und auftrag für dIe zukunft. meIn besonderer dank gIlt allen mItarbeIter/ Innen In lehre, forschung, management und admInIstratIon, allen trägern und partnern und nIcht zuletzt unseren engagIerten studIerenden, dIe uns mIt Vertrauen und leIstungsbereItschaft begegnen.” MCI-Rektor Andreas Altmann

ren/-innen, Betreuung, Service, Praxisorientierung, Wirtschaftskontakte, Karrierechancen, Internationalität, Möglichkeiten zum Auslandsstudium, Ruf der Hochschule sowie weiterer wichtiger Merkmale aus Sicht der Studierenden. Von besonderer Bedeutung ist auch, dass die Qualitätseinschätzung der Studierenden eine maßgebliche Rolle bei der Entscheidung für ihre Hochschule gespielt hat bzw. spielt. Das MCI konnte erneut die durchgängigen Spitzenplätze der letzten Jahre behaupten. Das MCI punktet insbesondere bei den Kriterien allgemeine Zufriedenheit, Qualität der Hochschulausbildung, Praxisorientierung der Lehre, Betreuungsverhältnis

Studierende/Lehrende, Kontakte der Hochschule zur Wirtschaft sowie dem Zugang zu Serviceangeboten. Darüber hinaus zählt das MCI zu den Hochschulen mit den loyalsten Studierenden; hier geht es darum, ob man sich im Falle einer erneuten Studienwahl wieder für dieselbe Hochschule entscheiden würde. Damit bestätigt die Unternehmerische Hochschule® nachdrücklich ihre Spitzenposition in Österreich und die hervorragenden Beurteilungen in Akkreditierungen, Umfragen und Rankings sowie Auszeichnungen der letzten Jahre (EU-Kommission, CHE Hochschulvergleich, FIBAA Premium Siegel, Campus of Excellence etc.).

BewerBen sie sich noch heute um ihren studienplatz! Executive Education & Weiterbildung 2013: www.mci.edu/lehrgaenge Bachelor- & Masterstudium 2014: www.mci.edu/aufnahmetermine

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eco.innovativ

Förderwegweiser für innovative Köpfe Auf innovative Tiroler Unternehmer wartet eine Fülle an Förderungen, die über verschiedenste Institutionen beantragt werden können. Auf dieser Seite werden die wichtigsten vorgestellt. Wirtschaftskammer Tirol

Die Abteilung Innovation und Technologie informiert die Unternehmer analog zu den Beratungsthemen auch zu Förderungen für Forschung, Entwicklung, Innovation sowie Energie- und Umweltmaßnahmen. Die Mitarbeiter helfen, die passende Förderung für jedes Vorhaben herauszufiltern, und geben auch Tipps für die Antragstellung. Bei Bedarf wird der Unternehmer gezielt zu spezialisierten externen Beratern und Experten vermittelt. Die Abteilung Innovation & Technologie ist außerdem selbst Förderstelle für die Tiroler Beratungsförderung/Technologieberatung. http://wko.at/tirol/innovation

Förderprogramme Land Tirol

In mehreren Programmlinien fördert das Land Tirol die Technologievorhaben der Betriebe und Forschungseinrichtungen. Die Wirtschaftsförderung unterstützt Ideen vom Einstieg bis zur Umsetzung, von der Partnersuche bis zur Kooperation. Die Förderungen werden charakterisiert durch die Forcierung und Steigerung der Innovationstätigkeit, der Wettbewerbsfähigkeit, durch Know-howund Technologie-Transfer sowie durch (zum Teil branchenübergreifende) Kooperationen. • Forschungs- und Entwicklungsprojekte (K-Regio) • Forschungsförderung • Initiativprojekte • InnovationsassistentIn • Kooperationsförderung • Machbarkeitsstudien • Tiroler Patententwicklungsprogramm • Translational Research (Kooperation heimischer Forschungseinrichtungen) www.tirol.gv.at/arbeit-wirtschaft/ wirtschaftsfoerderung/

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FFG – die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft

FWF – der Wissenschaftsfonds

innet. investorennetzwerk tirol

aws – Austria Wirtschaftsservice GmbH/ERP-Fonds

Die FFG ist die nationale Förderstelle für wirtschaftsnahe Forschung in Österreich. Sie unterstützt österreichische Unternehmen, Forschungsinstitutionen und Forschende mit einem umfassenden Angebot an Förderungen und Services und vertritt österreichische Interessen auf europäischer und internationaler Ebene. www.ffg.at/foerderangebot

innet ist eine Initiative der CAST Gründungszentrum GmbH für innovative Wachstumsunternehmen bei der Eigenkapitalfinanzierung. Die Institution verfolgt das Ziel, Tiroler Unternehmen mit Kreativitäts-, Wachstums- und Innovationspotential einerseits und Investoren mit Kapital und unternehmerischer Erfahrung andererseits auf diskrete und fachkundige Weise zusammenzuführen. www.innet-tirol.com

Standortagentur Tirol Die Standortagentur Tirol fungiert als Dienstleister der heimischen Wirtschaft und Wissenschaft rund um die Themen Forschung, Technologie, Innovation und Kooperation. Die verstärkte Zusammenarbeit der Unternehmen und Forschungseinrichtungen in Technologie- und Innovationsprojekten unterstützt sie in eigenen Clustern. Diese sind in Tirol in den Stärkefeldern Erneuerbare Energien, Informationstechnologien, Life Sciences, Mechatronik und Wellness in Sektoren etabliert. Zudem berät und begleitet die Standortagentur Tirol Unternehmen und Forschungseinrichtungen bei der Nutzung von Forschungs-, Technologie- und Innovationsprogrammen des Landes Tirol, des Bundes und der EU. www.standort-tirol.at

Der FWF – Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung – ist Österreichs zentrale Einrichtung zur Förderung der Grundlagenforschung. Er ist allen Wissenschaften in gleicher Weise verpflichtet und orientiert sich in seiner Tätigkeit ausschließlich an den Maßstäben der internationalen Scientific Community. www.fwf.ac.at/de/contact/ programme.html

Die Austria Wirtschaftsservice GmbH ist die Förderbank für den österreichischen Mittelstand. Als Förderbank des Bundes für Wirtschaftsförderungen unterstützt sie mit zinsengünstigen Krediten, Zuschüssen, Haftungen und Garantien Unternehmen bei der Finanzierung und Förderung ihrer Projekte. www.awsg.at

CAST Gründungszentrum GmbH

Das CAST, Gründungszentrum der iroler Universitäten, Fachhochschulen, außeruniversi- tären Forschungseinrichtungen sowie der Akademiker am Standort, fördert den Technologietransfer aus dem akademischen Umfeld hinein in die Wirtschaft. Zentral ist die intensive Beratung, Begleitung und finanzielle Förderung von innovativen und technologieorientierten, akademischen Unternehmens- gründungen. Das CAST optimiert auch die wirtschaftliche Verwertung universitärer Forschungsergebnisse über die Beratung zu gewerblichem Schutzrecht (Patente, Lizenzen). www.cast-tyrol.com


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Innovativ2013