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Nr. 1 handelsagenten.at

MÄRZ 19

Das Magazin der Handelsagenten in Österreich

Rechtsschutz für Branche MASSGESCHNEIDERTE VERSICHERUNGSLÖSUNG JETZT NOCH BESSER UND ATTRAKTIVER

BUSINESS

:

Nie mehr sprachlos

INTERNATIONAL

:

Networking in Italien

BRANCHE:

Aus dem Alltag

UPDATE:

Ihr gutes Recht


|  März 2018

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© Doris Kucera

© Christian Lendl

Nr. 1 

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Inhalt 4

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BUNDESGREMIUM:

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Internationales Networking Strategien für italienische Unternehmen für den Marktzugang in Österreich

:

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IUCAB Die IUCAB-Mitgliedsverbände trafen sich zum Erfahrungsaustausch.

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Beziehungen stärken Zu Gast bei Eurochambres-Präsident Christoph Leitl

LÄNDERFOKUS

Österreich Handelsagentenprivileg auf dem Prüfstand Österreich Lobbying für Berufsstandinteressen

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Österreich Walter Krammer erhält das Silberne Ehrenzeichen.

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Wien Rückblick: IT-Gefahr für Kleinbetriebe

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Burgenland Kostenloser Website-Check

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Oberösterreich Nachfolge im Landesgremium

Salzburg Seminarankündigungen

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Tirol Veranstaltungshinweise

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Steiermark Netzwerkveranstaltung „Richtige Vorsorge“ BRANCHE:

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Gastkommentar Karlheinz Kopf über aktuelle Entwicklungen

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Alltagsgeschichten Aus dem Alltag einer Handelsagentin

INTERNATIONAL:

Recht & Handel Die Rechtsschutzversicherung für Handelsagenten wurde aufgewertet.

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IMPRESSUM

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IM PORTRÄT

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Burgenland Marko Löschl

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Steiermark Thomas Weberhofer

BUSINESS:

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Nie mehr sprachlos Wie Sie Angriffe schlagfertig parieren. Teil 1 der Serie

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Digitalisierung Erfolgreiches Content Marketing: Teil 1 der Serie

UPDATE

:

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Rechtstipp Zwingende Vorschriften im Handelsagentenrecht

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Hoteltipps

:

HERAUSGEBER:  Bundesgremium der Handelsagenten in der WKÖ, Wiedner Hauptstraße 57, 1040 Wien, www.handelsagenten.at, handelsagenten@wko.at  MEDIENINHABER:  eco.nova corporate publishing, Senn & Partner KG, Hunoldstraße 20, 6020 Innsbruck, www.econova.at  ||  AUFLAGE: 10.500 Stück CHEFREDAKTION: Marina Kremser, Mag. Christian Rebernig ||  BEITRÄGE: Dr. Magda Bleckmann, Dr. Gustav Breiter, Ing. Alexander Graf, Peter Zorn, Karlheinz Kopf, Susanne Lohs, Mag. Harald Lajlar, Landesgremien ||  FOTOS:  Shutterstock, diverse Fotos vom Bundesgremium und den Landesgremien zur  Verfügung gestellt  ANZEIGENVERKAUF:  Mag. Sandra Nardin, Hunoldstraße 20, 6020 Innsbruck, nardin@econova.at ||  GRAFIK: Rabea Siller, eco.nova corporate publishing, Senn & Partner KG ||  DRUCK:  Radin-Berger-Print GmbH ||  Im Sinne einer besseren Lesbarkeit wird auf die gendergerechte Sprache verzichtet. Alle Angaben erfolgen trotz sorgfältigster Bearbeitung ohne Gewähr.

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handelsagenten.at


Nr. 1 

|  März 2019

VORWORT

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Liebe Leserinnen und Leser! DAS JAHR 2019 ist schon wieder ein paar Monate alt und einmal mehr zeigt sich: Die Zeit vergeht wie im Flug.

D

as Rad der Wirtschaft dreht sich unaufhörlich weiter, deshalb arbeiten auch wir tagtäglich und mit Hochdruck daran, die Rahmenbedingungen und Möglichkeiten unseres Berufsstandes stetig zu verbessern, Missstände zu beheben und für Gutes zu kämpfen. Etwa wenn es darum geht, das so genannte Handelsagentenprivileg zu erhalten, das aktuell von der EU unter die Lupe genommen wird und dessen Aus die Existenzgrundlage von uns Handelsagenten beträchtlich beeinflussen würde. Wir machen uns auch im Zuge der Steuerreform für die Interessen unserer Branche stark und schauen, wie sich der Rückenwind der derzeit guten wirtschaftlichen Entwicklung – wie sie WKÖ-Generalsekretär Karlheinz Kopf in seinem Gastkommentar für diese Ausgabe beschreibt – für uns nutzen lässt. Für wertvollen internationalen Austausch sorgen dabei regelmäßige Meetings der IUCAB-Mitgliedsverbände (Internationally United Commercial Agents and Brokers). Mitte Jänner trafen sich die Geschäftsführer aus Frankreich, Großbritannien und Irland, Österreich und Spanien dafür in Wien. Ende Februar fanden im norditalienischen Raum außerdem zwei Veranstaltungen statt, um italienischen Unternehmen den Marktzugang in Österreich zu erleichtern. Generell sind der persönliche Austausch und Networking das Um und Auf für Handelsagenten. Deshalb organisieren die Länderorganisationen laufend Veranstaltungen für ihre Mitglieder.

Komm.-Rat Robert M. Hieger

Auch in diesem Jahr blicken wir im Länderfokus des CONTACT: gleichermaßen darauf zurück wie nach vorne. Dr. Magda Bleckmann gibt in ihrer neuen Serie „Nie mehr sprachlos“ dazu auch heuer praxisnahe Tipps und beginnt damit, wie Sie Angriffe schlagfertig parieren. Mit „Der digitale Wandel“ setzen wir die Digitalisierungs-Serie vom vergangenen Jahr fort. Ing. Alexander Graf beschäftigt sich in Teil 1 mit erfolgreichem Content Marketing. Außerdem haben wir ab sofort regelmäßig Hoteltipps für Sie in der Ausgabe. Und natürlich finden Sie auch 2019 wieder wie gewohnt allerhand Wissenswertes und Informatives in Ihrem CONTACT: Manche Dinge dürfen nämlich auch einfach bleiben, wie sie sind, weil bei allen Unwägbarkeiten des täglichen Arbeitslebens ein wenig Konstanz gut tut.

Ihr

Komm.-Rat Robert M. Hieger Obmann des Bundesgremiums der Handelsagenten

UNSERE MISSION IST, IHREN BERUFSALLTAG ZU ERLEICHTERN und Ihnen Möglichkeiten anzubieten, damit Sie Ihren Geschäften sorgenfrei nachgehen können. Schließen Sie daher die aktualisierte Rechtsschutzversicherung ab und kommen Sie in den Genuss von noch mehr Leistungen!

M Mag. Christian Rebernig

handelsagenten.at

eistens treten unlösbare Herausforderungen für Handelsagenten nach Beendigung der Geschäftsbeziehung mit dem Auftraggeber auf. Jahrelang arbeiten Sie sich dumm und dämlich und bauen für Ihre Auftraggeber einen Kundenstock auf. Beim Geld hört sich jedoch die Freundschaft auf. Das trifft oft auch zu, wenn es darum geht, die Ihnen zustehende Ausgleichszahlung zu erhalten. Die meisten Streitigkeiten entstehen hier. Die Rechtsschutzversicherung der Zürich wurde auf die Bedürfnisse des Berufsstandes angepasst und unterstützt Sie beimdurchsetzen ihrer Forderungen, die Ihnen zustehen. In langen Verhandlungen konnten wir nun mit der Zürich diese maßgeschneiderte Versicherungslösung noch attraktiver gestalten. Mehr Leistung also zu gleichen Kosten. Die Prämien sind

überschaubar und übrigens können Sie diese als Betriebsausgabe geltend machen. Zusätzlich können Sie sich 3 Monatsprämien ersparen. Sorgen Sie daher rechtzeitig vor, damit Sie es haben, wenn Sie es brauchen.

Ihr

Mag. Christian Rebernig Geschäftsführer des Bundesgremiums

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BUNDESGREMIUM:

Recht & Handel 2.0 DER RECHTSSCHUTZ

für Handelsagenten erstrahlt in neuem Glanz.

T E X T: P E T E R Z O R N, V E R S I C H E R U N G S M A K L E R & P R O D U K T E N T W I C K L E R R E C H T & H A N D E L

Einkommen in EUR Versicherungssumme (VS)

Vertragsgrundlage

Recht & Handel alt 100.000 Euro

ARB 2005

Recht & Handel ab 2019 150.000 Euro

ARB 2015

Kfz-Rechtsschutz inkl. Kfz-Vertragsrechtsschutz

Prämie pro PKW: 49 Euro

Prämie alle Kfz*: 79 Euro *Schutz für sämtliche Kfz im Eigentum des Handelsagenten und der im Privatbereich mitversicherten Personen.

Lenker-Vertrags-Rechtsschutz

Ja

Unbestrittene Forderungen nun auch über das Service der INKO Inkasso GmbH.

Immaterialgüterstreitigkeiten (Voraussetzung: Allgemeiner Vertrags-RS)

Nein

Ansprüche aus Patent-, Lizenz-, Urheberrechtsstreitigkeiten VS 10.000 Euro / je Versicherungsperiode – SB 500 Euro

Selbstbehalt im Allgemeinen Vertrags-Rechtsschutz

Nein

Prämienersparnis durch einen Selbstbehalt im Allgemeinen Vertrags-Rechtsschutz möglich

DSGVO

Nein

Im Daten-Rechtsschutz inkludiert

Spezial-Daten-Rechtsschutz Telekommunikations-, E-Commerceund Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG)

Nein

Abwehr und Ansprüche aufgrund UWG bis 20.000 Euro auf „Erstes Risiko“ – SB 500 Euro

Kosten der Mediation und Diversion

Je 2.000 Euro

Spezial-Straf-Rechtsschutz

VS 250.000 Euro / SRB 2002

Je 4.000 Euro VS 300.000 Euro / SRB 2015

Versicherungsvertragsstreitigkeiten als bezugsberechtigte Person

Nein

Ja

Plus-Paket

Nein

Erhöhung der VS bei mehreren Rechtsgängen, Reise-RS, außergerichtliche Gutachten, Patienten-RS, Anti-Stalking-RS, Herausgabe-RS

Tod des Versicherungsnehmers

Nein

Ausgleichsansprüche durch Tod des VN galten für den Erben als mitversichert

Vermögensveranlagung

Bonus

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Ja

Nein

Im Privatbereich VS 20.000 Euro

Start-up-Bonus Bei Abschluss eines RS-Vertrages binnen sechs Monaten nach Gründung – Bonus in Höhe von drei Monatsprämien. Welcome-Bonus. Bestehende Handelsagenturen, die bis dato noch keinen RS-Vertrag nach diesem Rahmenvertrag abgeschlossen haben, erhalten bei Abschluss bis zum 30.09.2019 (spätester Beginn 01.10. 2019) einen Bonus in Höhe von drei Monatsprämien

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ine Vielzahl von Handelsagenten und -agenturen sind nach wie vor der Meinung, dass sie durch ihre herkömmliche Rechtsschutzversicherung auch bei Streitigkeiten in Bezug auf Ausgleichsansprüche gegenüber ihren Auftraggebern (Geschäftsherren) geschützt sind. Dass diese Ansprüche jedoch bei „normalen“ Rechtsschutzprodukten als nicht mitversichert gelten, wird meist erst nach Eintritt eines Rechtsstreits klar. Die einzige maßgeschneiderte Versicherungslösung für dieses Problem und die Bedürfnisse der österreichischen Handelsagenten existiert bereits seit dem Jahr 2007 und erstrahlt nun dank zahlreicher Verbesserungen in neuem Glanz. Erfolgsgeschichte Auf einen Anstoß des Bundesgremiums, vertreten durch Komm.-Rat Johann Fürntratt, folgten mehr als ein Jahr gemeinsame Produktentwicklung mit Vertrauensanwalt Dr. Gustav Breiter und Versicherungsmakler Peter Zorn sowie zahlreiche Verhandlungen mit Vertretern der Versicherungswirtschaft, bis schließlich im Jahr 2007 die erste Rechtsschutzversicherung für Handelsagenten unter dem Namen „Recht & Handel“ aus der Taufe gehoben werden konnte. Seither bietet dieses einzigartige Rechtsschutzprodukt allen österreichischen Handelsagenten und -agenturen die Möglichkeit, Betriebs- und Privatrechtsschutz miteinander zu vereinen und durch ein Bausteinsystem nach ihren individuellen Bedürfnissen zu erweitern. Die große Resonanz der Mitglieder und viele positiv abgewickelte Praxisfälle bestätigen die Wichtigkeit von „Recht & Handel“ dabei immer wieder aufs Neue. Im Fokus der Überlegungen stand bereits damals der optimale Schutz vor existenzbedrohenden Rechtsrisiken im Alltag des Handelsagenten, allen voran in Bezug auf Streitigkeiten zu Ausgleichsansprüchen gegenüber Auftraggebern nach § 24 des Handelsagentenrechts (HVertrG).

Kundenaufbau ohne gesicherte Entlohnung Handelsagenten verbringen zumeist ihr gesamtes Berufsleben mit dem Aufbau ihres Kundenstocks. Doch was passiert, wenn die Pensionierung naht oder Verträge mit Auftraggebern gekündigt werden, dieser sich jedoch weigert, die Ausgleichsansprüche dafür zu bezahlen? Im Handelsagentenrecht ist dies laut § 24 HVertrG zwar klar geregelt, dennoch finden derartige Streitigkeiten in einer herkömmlichen Rechtsschutzversicherung keine Deckung, und so waren Handelsagenten dazu gezwungen, auf eigenes Risiko um ihre finanzielle Existenz zu kämpfen. Dort wo also alle anderen Rechtsschutzprodukte den

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Versicherungsschutz für Handelsagenten bedingungsgemäß ausgeschlossen haben, kann „Recht & Handel“ helfen. Insbesondere mit der besagten Erweiterung im Allgemeinen Vertragsrechtsschutz für den Betriebsbereich sind dadurch auch die größten finanziellen Rechtsschutzrisiken wie Kundenstockablöse, offene Provisionsforderungen oder Schadenersatzansprüche gegenüber Auftraggebern versicherbar. Expertennetzwerk für den Ernstfall Bei rechtlichen Streitigkeiten haben Sie mit einer Rechtsschutzversicherung selbstverständlich die Möglichkeit, Ihren Beistand selbst auszuwählen. Um Fehlberatungen in Bezug auf das Handelsagentenrecht vorzubeugen, bietet „Recht & Handel“ den gezielten Zugang zu einem österreichweiten Netzwerk von Vertrauensanwälten, welches in Abstimmung mit dem Bundesgremium aufgebaut wurde und sich in der Praxis bereits hundertfach bewährt hat. Diese Vertrauensanwälte sind sowohl mit der rechtlichen Thematik als auch mit dem

Leistungsumfang von „Recht & Handel“ bestens vertraut, holen aber dennoch vor Beginn eines Verfahrens eine Deckungszusage der Versicherung ein, um zu gewährleisten, dass Sie im Ernstfall ohne finanzielles Risiko für Ihr Recht einstehen können. Leistungsverbesserung bringt neuen Glanz Seit dem Bestehen von „Recht & Handel“ im Jahr 2007 haben sich sowohl wirtschaftliche und rechtliche Rahmenbedingungen als auch die tariflichen Anwaltskosten verändert. In Verbindung mit den praktischen Erfahrungen aus über einem Jahrzehnt „Recht & Handel“ und den steigenden Bedürfnissen der Handelsagenten führte dies nun zur Überarbeitung und Weiterentwicklung dieser einzigartigen Rechtsschutzlösung im Sinne des gesamten Berufsstandes. Altverträge bleiben selbstverständlich unverändert aufrecht. Eine Konvertierung auf die neuen Bedingungen ist natürlich möglich.

RECHTSSCHUTZ „RECHT & HANDEL“

Basisschutz

•• Erhöhung der Versicherungssumme auf 150.000 Euro •• Einschluss der DSGVO in den Daten-Rechtsschutz •• Einschluss des Lenker-Vertrags-Rechtsschutzes •• Neues Plus-Paket für den Privatbereich umfasst Reise-, Patienten-, Gutachten-, Anti-Stalking- und Herausgabe-Rechtsschutz

Erweiterung 1 – 4

•• Ausgleichsansprüche durch den Tod des Handelsagenten gelten für die Erben als mitversichert •• Selbstbehaltsvarianten ermöglichen Prämienersparnisse

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Abwehr und Ansprüche aufgrund von unlauterem Wettbewerb (UWG) gelten bis 20.000 Euro als mitversichert

Bonus abholen

Zusätzlich zu den Leistungsverbesserungen gibt es ab sofort als besonderes Zuckerl rund drei Monate der Versicherungsprämie geschenkt: •• für alle Neuabschlüsse (WelcomeBonus bis 30. September 2019) sowie •• für alle Neugründer (Start-up-Bonus bis sechs Monate nach Gründung)

Erweiterung 5

Alle Details zur Rechtschutzversicherung finden Sie im bei gelegten Folder.

Umfasst nun sämtliche Kfz des Handelsagenten sowie jene der mitversicherten Personen © Peter Zorn

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PETER ZORN ist Versicherungsmakler und Eigentümer der Zorn Versicherungsvergleiche GmbH. Gemeinsam mit Branchenteilnehmern hat er die Rechtschutzversicherung für Handelsagenten entwickelt. r.zorn@zorn.st www.zorn.st

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Aus der Praxis WIE ERFREULICH EIN „Fall“ für den Klienten in der Praxis ausgeht, hängt durchaus auch vom Bestehen einer Rechtsschutzversicherung ab. T E X T: D R . G U S TAV B R E I T E R , R E C H T S A N WA LT U N D V E R T R A U E N S A N WA LT D E S B U N D E S G R E M I U M S

Die typische Ausgangssituation Dem Handelsagenten wird ein Vertretungsvertrag gekündigt. Geschieht dies unter der Behauptung eines wichtigen Grundes für eine sofortige Auflösung ohne Einhaltung einer Frist, steht der Handelsagent quasi von heute auf morgen vor der Frage, wie er zu seinem Geld kommt. Regelmäßig sind noch Geschäfte auszuliefern, die er akquiriert hat, teilweise sind nur noch die Zahlungen der Kunden offen. Oftmals kommt es auch in den Wochen und Monaten danach zu Abschlüssen, die der Handelsagent noch während der aufrechten Laufzeit des Agenturvertrags vorbereitet hatte. In bestimmten Branchen kann es auch um längerfristige Abnahme- und Rahmenverträge gehen, für die der Agent noch eine Provision

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beanspruchen kann. Erfolgten in der Vergangenheit ungerechtfertigte Abzüge von der Provision (Gutschriften, Reklamationsfälle etc.), ergeben sich auch hier Nachforderungen, die in der Praxis bisweilen nicht zu vernachlässigen sind. Hat der Auftraggeber (Geschäftsherr) ungerechtfertigt keine Kündigungsfrist eingehalten, steht dem Handelsagenten ein Schadenersatz zu. Wird ein Vertretungsvertrag beendet, stellt sich freilich auch regelmäßig die Frage nach dem Ausgleichsanspruch, also die Abgeltung für die von ihm aufgebauten Neukunden oder wesentlich erweiterte Altkunden. Letzteres liegt vor, wenn es dem Agenten gelungen ist, die Umsätze um zumindest 50 Prozent oder mehr zu steigern. Die Vergleichszeiträume festzu-

legen, ist in der Praxis nicht immer einfach, die alten Umsätze der einzelnen Kunden zu kennen, ebenso wenig. Auch der Prozentsatz ist umstritten. Der ist davon auszugehen, dass die Umsatzsteigerung „irgendwo zwischen 50 und 100 Prozent“ liegen muss. Details dazu finden sich nicht im Gesetz, der Richter entscheidet dies im Einzelfall – mit allen Unwägbarkeiten. Rechtsschutzprodukt der Zürich Dass es vor diesem Hintergrund einerseits und angesichts aller Unsicherheiten der finanziellen Zukunft eines Auftraggebers andererseits ratsam ist, eine Rechtsschutzversicherung abzuschließen, liegt eigentlich auf der Hand. Das Bundesgremium hat bereits vor Jahren ein maßgeschneidertes

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Rechtsschutzprodukt bei der Zürich ausgehandelt. Nicht allen Agenten dürfte dies bekannt sein, da hier immer wieder Bedarf festgestellt wird – leider erst im Nachhinein. Nur wenn der „Fall“ bereits entstanden ist (hier zählt z. B. der Ausspruch der Kündigung oder der eingetretene Zahlungsrückstand), ist es für den Abschluss einer Versicherung zu spät. Viele Handelsagenten meinen, dass sie ohnehin versichert seien, zumeist in Form einer „normalen“ Privat-Rechtsschutzversicherung oder auch eines Rechtsschutzes „für Selbstständige“. Diese Produkte zeichnet aber negativ aus, dass in der Regel weder ein betrieblicher Vertrags-Rechtsschutz noch der Einschluss von Handelsagentenrecht vereinbart ist – eine echte Lücke. Der Handelsagent ist dann gegen alles Mögliche versichert, nur nicht für die Fälle, die er braucht. Fälle in der Praxis Beispiel 1: Als Erstes fällt mir ohne lange Recherche der bedauernswerte Handelsagent ein, der bei ein und demselben Auftraggeber sogar zweimal (!) von einer fristlosen Auflösung betroffen war. Das erste Mal hat ihn der Auftraggeber – nach unserer Intervention – „zurückgenommen“, das zweite Mal nicht mehr. Der Klient teilte mit, er wäre rechtsschutzversichert. Das war aber leider nicht der Fall. Die monatliche Prämie von rund 900 Euro hatte er vergebens bezahlt. Wir klagten die Ansprüche des Klienten (Ausgleich, Schadenersatz etc.) ein. Der Klient war jedoch ohne Rechtsschutzdeckung bei einer monatlichen Provision von rund 3.500 Euro kaum (oder eigentlich gar nicht) in der Lage, aus eigenem einen Prozess zu finanzieren. Dementsprechend mussten wir rasch „klein beigeben“. Statt der erhofften und eingeklagten rund 60.000 Euro kam ein Vergleich über 25.000 Euro zustande. Davon mussten die Gerichts- und Anwaltskosten von rund 5.000 Euro abgedeckt werden. Beispiel 2: Ein neuer Fall – neues (Un-) Glück: Eine Klientin war als Handelsagentin für einen Verlag tätig, sie akquirierte Einschaltungen. Nach der Kündigung klagten wir den Ausgleichsanspruch ein. Wir waren wirklich „gut unterwegs“, das heißt, wir konnten die Behauptungen des Auftraggebers immer Schritt für Schritt widerlegen; die Sache wurde für ihn immer enger. Nur plötzlich war er schlicht verschwunden. Der Geschäftsführer setzte sich ab und hinterließ ein Konkursverfahren. Unter den Geschädigten befand sich damit völlig unerwartet auch meine Klientin, leider nicht

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rechtsschutzversichert. Die entstandenen Kosten von rund 8.000 Euro musste sie abdecken – ein echtes Minus. Die vielen anderen Beispiele: Andere nicht rechtsschutzversicherte Klienten fangen erst gar nicht an. Muss man – wie bei mir in den letzten fast 20 Jahren alles bereits vorgekommen – erst einmal eine Klage vor einem Schiedsgericht in Valencia gegen ein örtliches Unternehmen einbringen, in Leer in Ostfriesland oder auch in Portugal, Griechenland, Italien etc., schreckt man aus Kostengründen davor zurück. Der Fall mit Valencia wurde übrigens bei einem Streitwert von (durchaus realistischen) 100.000 bei 35.000 Euro verglichen, der Fall mit Leer bei einem Streitwert von 70.000 bei nur 14.000 Euro. Rechtsschutz als notwendige Absicherung Selbst wenn der Gerichtsstand in Österreich ist, stellt die Finanzierung eines Prozesses natürlich in aller Regel eine gewisse Herausforderung dar. Eine Absicherung sei dem Berufsstand dringend ans Herz gelegt. Rechtsschutzversicherte Handelsagenten können sich anders „bewegen“, dies vor und auch während eines Gerichtsverfahrens. Die (vergleichsfördernden) Hinweise des Gerichts, was das denn alles kosten würde, kann man dann elegant mit Hinweis auf die Versicherung beantworten. Meist bewirkt alleine diese Botschaft bei der Gegenseite eine Erhöhung des Angebots. Beispiel 3: So konnte ein Handelsagent in einem Verfahren erreichen, dass es nicht auf Buchungen durch eine Agentur ankommt, sondern auf den dahinterstehenden Endkunden. Damit war sein Ausgleich gesichert. Den Prozessaufwand von 7.000 Euro hatte die Rechtsschutzversicherung (Zürich) übernommen. Beispiel 4: Ein anderer Agent, der einen äußerst langen Leidensweg an offenen Provi© Gustav Breiter

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sionen etc. hinter sich hatte, konnte all den aufgestauten Rückstand erfolgreich einklagen. Den Prozessaufwand von mehreren tausend Euro deckte die Zürich. Beide Klienten hätten sich die Prozessführung sonst schlicht nicht leisten können; den Geschäftsherrn hätte die Ersparnis sicherlich gefreut. Beispiel 5: In einem anderen Fall standen wir vor der Herausforderung, eine österreichische Klage in Catania zustellen zu lassen. Die sizilianische Post sandte uns kryptische und geradezu absurde Informationen über angebliche Zustellhindernisse, wie „der Geschäftsführer sei nicht da“. Das Gericht in Wr. Neustadt war zwar bemüht, konnte aber auch nicht so recht Bewegung in die Sache bringen. Nach einigen Eingaben bei Gericht ließen wir die Klage letztlich über einen deutschen Gerichtsvollzieher bei einer Messe in Köln zustellen, an der das italienische Unternehmen teilnahm. Durch die Einleitung des Verfahrens konnte im Ergebnis wenigstens ein Vergleich erreicht werden, was vorher gar kein Thema war. Den Prozessaufwand von 6.000 Euro übernahm die Zürich. Ohne Rechtsschutzdeckung hätte sich der Klient dieses Investment (angesichts eines Streitwerts von 22.000 Euro ) wohl zweimal überlegt. Dazuzusagen ist, dass diese Erledigungen relativ – nämlich im Vergleich zu einem Verfahren über drei Instanzen – rasch erfolgten. Für ein Verfahren über die „volle Länge“ kann bei einem durchschnittlichen Streitwert von 70.000 Euro ein Aufwand von 20.000 Euro und darüber entstehen. Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass vor Gericht der „Verlierer“ dem „Gewinner“ dessen Kosten zu ersetzen hat, zeigt sich auch hier der Bedarf an Absicherung nur allzu deutlich. Auch die gegnerischen Kosten würden von einer Rechtsschutzversicherung übernommen. Insgesamt gibt es an der Sinnhaftigkeit dieser Absicherung für Handelsagenten aus praktischer Sicht keinen Zweifel.

DR. GUSTAV BREITER

ist Rechtsanwalt und Partner von Viehböck Breiter Schenk & Nau Rechtsanwälte OEG sowie Vertrauensanwalt des Bundesgremiums der Handelsagenten. office@vbsn.at www.vbsn.at

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L ÄNDERFOKUS

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Aktuelles aus den Ländern MELDUNGEN AUS DEN BUNDESL ÄNDERN:

Terminhinweise, Veranstaltungsrückblicke, Infos und Aktuelles.

Gefahr für den Berufsstand Das Handelsagentenprivileg wird von der EU unter die Lupe genommen.

Die EU-Kommission überprüft gerade die „Gruppenfreistellungsverordnung für vertikale Vereinbarungen“ (kurz: Vertikal-GVO) oder in Englisch „Vertical Block Exemption Regulation“. Grund dafür ist das Auslaufen der bestehenden Verordnung im Mai 2022. Die Entscheidung der EU kann im schlimmsten Fall von einem Tag auf den anderen die Existenzgrundlage der Handelsagenten beträchtlich beeinflussen. Elementare Punkte für den Berufsstand in einem Handelsagentenvertrag wären im Falle der Streichung dieser Verordnung sofort gesetzwidrig. Das Bundesgremium kämpft bereits gemeinsam mit dem internationalen Dachverband IUCAB für die Beibehaltung!

Wettbewerbsbeschränkungen sind verboten Grundsätzlich ist im Artikel 101 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Kommission (AEUV) festgehalten, dass innerhalb der EU wettbewerbsbeschränkende Vereinbarungen oder Maßnahmen nicht erlaubt sind. Wie überall gibt es auch dabei Ausnahmen, sogenannte Freistellungen, die in der Vertikal-GVO festgelegt sind. Die derzeit geltende Freistellung läuft seit dem Jahr 2010 und wird am 31. Mai 2022 enden. In der Vertikal-GVO sowie in den dazu erlassenen Leitlinien (II/2/Randnr. 12 – 21) stellt sie Handelsagentenverträge von den einschränkenden Bestimmungen des Artikels 101 AEUV frei. Dies, weil derzeit die Notwendigkeit beispielsweise von Gebietsschutzvereinbarungen, Ausschluss für Konkurrenzunternehmen zu arbeiten, Preisvorgaben, Kun-

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denkreisbeschränkungen etc. für die typische Tätigkeit eines Handelsagenten anerkannt wird. Ohne solche Vereinbarungen ist ein Handelsagentenvertrag gar nicht durchführbar. Drei Jahre vor Auslaufen geht die Kommission daran, zu überprüfen, ob die Verordnung zielführend war und sie deutliche Vorteile im Sinne der EU gebracht hat. Um diese Fragen zu beantworten, ist kürzlich ein mehrmonatiger Konsultationsprozess angelaufen. Bis spätestens 27. Mai 2019 muss eine Stellungnahme abgegeben werden. Es gilt nun alles zu unternehmen, damit die Vertikal-GVO und damit das sogenannte „Handelsagentenprivileg“ möglichst unverändert erhalten bleibt. Das Bundesgremium der Handelsagenten wird dabei – genauso wie bei Verteidigung der Handelsagentenrichtlinie vor fünf Jahren – eine bedeutsame Rolle spielen.

Vertriebsweg ist Mehrwert für den Binnenmarkt Seit 2010 hat sich die ökonomische Welt wesentlich verändert. Und so wird es ein hartes und aufwendiges Stück Arbeit sein, die Kommission trotz eventuell auftretenden Gegenwinds, der aus allen Richtungen der Wirtschaft kommen kann, zu überzeugen, dass die

Freistellung für Handelsagentenverträge eine Überlebensfrage für die rund 9.000 Handelsagenten in Österreich und die rund 600.000 Handelsagenten und -agenturen in der EU darstellt. Der Vertriebsweg über Handelsagenten ist gerade für Klein- und mittelbetriebliche Hersteller (KMU) von besonderer Bedeutung, um mit ihren Produkten in anderen EU-Staaten einen schnellen Marktzugang zu bekommen. Dieser Mehrwert für den Binnenmarkt wäre ohne die entsprechende Freistellung gefährdet. Lobbying bereits begonnen Das Bundesgremium hat bereits Fahrt aufgenommen und bemüht sich um ein zufriedenstellendes Ergebnis. Die Wirtschaftskammer und das zuständige Ministerium sowie der europäische Handelsverband EuroCommerce und der europäische Verband für Kleinund Mittelbetriebe SMEunited wurden schon gebrieft. Die Bürogemeinschaft mit dem internationalen Dachverband der Handelsagenten IUCAB, die seit Sommer 2016 besteht, zeigt sich von großer Bedeutung in dieser Angelegenheit, können doch auf Knopfdruck alle europäischen Handelsagentenverbände sensibilisiert und mit einem Argumentationskatalog ausgestattet werden.

handelsagenten.at


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ÖSTERREICH

Lobbying für Berufsstandinteressen Die Arbeiten zur Steuerreform scheinen in die Schlussphase zu gehen.

Hinter verschlossenen Türen hört man, dass bei der Angemessenheitsgrenze, der sogenannten Luxustangente, Bewegung ins Spiel kommt. Seit 2005 wurde diese nicht mehr angepasst und liegt derzeit bei 40.000 Euro. Zu weiteren Erleichterungen in puncto KFZ ist nichts zu vernehmen. Beim Vorsteuerabzug von betrieblich genutzten KFZ lässt sich das Finanzministerium nicht in die Karten schauen. Die Standardantwort: „Der Steuerausfall ist zu hoch ...“ Es hat den Anschein, dass diese Thematik zwischen den Parteien hin und her geschoben wird. Das Auto ist eines der wichtigsten Werkzeuge des Berufsstands. Andere Berufsgruppen können sehr wohl bei ihren Betriebsmitteln den Vorsteuerabzug geltend machen. Das Bundesgremium versucht daher bei allen politischen Lagern bis hin zu Bundeskanzler Sebastian Kurz sowie zu Finanzminister Hartwig Löger

und seinem verantwortlichen Finanzstaatssekretär Hubert Fuchs zu lobbyieren, damit der Vorsteuerabzug nicht nur für die sogenannten Fiskal-LKW, sondern für alle betrieblich genutzten PKW samt Betriebskosten für emissionsärmere Fahrzeuge zugelassen wird. Außerdem wird ständig aufgezeigt, dass bei der Angemessenheitsgrenze die tatsächlichen Kosten unabhängig vom Alter des Fahrzeuges maßgeblich sein sollen und nicht der Listenpreis. Der tatsächliche Kaufpreis wird nur bei einem Neuwagen oder bei Fahrzeugen, die älter als fünf Jahre sind, herangezogen. Auch bei der steuerlichen Begünstigung unserer Ausgleichszahlungen hält sich das BMF bedeckt. Letzten Sommer wurde zugesagt, dass unsere Forderung nach einer Aufteilung der Ausgleichszahlungen auf drei Jahre in die geplante Überarbeitung mitaufgenommen wird. Ob wir tatsächlich Berücksichtigung finden, lässt sich schwer ausmachen. Locker lassen wir sicherlich nicht!

Länderchefs analysieren die Branche Die Landesobleute trafen sich kürzlich im Bundesgremium.

Beim Treffen der Landesobleute wurden vorrangig die ersten Ergebnisse der kürzlich durchgeführten Branchenbefragung analysiert. Herzlichen Dank an jene die sich daran beteiligt haben. Detaildaten erhalten Sie selbstverständlich nach Abschluss der Arbeiten durch das market Institut. Daneben wurde über das Arbeitsprogramm der kommenden Jahre gesprochen. Zwar neigt sich die Funktionsperiode dem Ende zu – die Wirtschaftskammerwahlen finden im Frühjahr 2020 statt –, dennoch gilt es die Weichen für die kommende Zeit zu stellen, um den Berufsstand und die Branchenvertretung für die künftigen Herausforderungen fit zu machen.

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Foto: picturesborn

ÖSTERREICH

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Geehrt Walter Krammer erhält das Silberne Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich.

Komm.-Rat Walter Krammer, Obmann des Landesgremiums Wien der Handelsagenten, der 16 Jahre an der Spitze des Bundesgremiums der Handelsagenten stand und seit weiteren 14 Jahren als Obmann dem Wiener Landesgremium dient, hat durch zwei Jahrzehnte als Vizepräsident des internationalen Dachverbandes IUCAB große Anstrengungen unternommen, die internationale Bedeutung dieses Berufs bewusst zu machen. Der Wert dieser Bemühungen erwies sich in Verhandlungen mit der EU-Kommission als nützlich, als es darum ging, die Streichung der für europäische Handelsagenten so bedeutenden Handelsagentenrichtlinie abzuwenden. In der Laudatio wurde außerdem unter anderem auf seine langjährigen Bemühungen um die Stärkung des mittelständischen Möbelhandels in Wien hingewiesen.

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↑  Am 18. Februar überreichte Bundesministerin Dr. Margarete Schramböck Komm.-Rat Walter Krammer das Silberne Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich.

IT-Gefahr für Kleinbetriebe Unter diesem Motto stand eine Kleingruppenveranstaltung des Wiener Landesgremiums aus der Reihe „Punkt 4 im Landtmann“.

Mag. Martin Puaschitz, selbst Obmann der Fachgruppe UBIT, zeigte in sehr konsequenter Form die verschiedenen Fallstricke auf, denen man auch auf vermeintlich niederer Ebene des Gebrauchs von Computer und Internet begegnet. Er wies darauf hin, dass eine jüngst erfolgte Umfrage innerhalb der UBIT ergeben habe, dass die hauptsächliche Ursache für viele Problemfälle einfach zu vermeiden wäre: Es seien nämlich häufig simple Anwenderfehler. Bereits mit einfachen Maßnahmen könnten sich EPU und KMU viele Sorgen und Ärger ersparen. Mangelndes Bewusstsein und Verständnis im Umgang mit IT-Systemen erhöhen jedoch unnötigerweise das Risiko von IT-Problemen. Das menschliche Fehlverhalten als Ursache für Datenverlust oder Systemausfälle wird von den IT-Spezialisten der UBIT mit 87,4 Prozent deutlich als einer der häufigsten Stolpersteine genannt. Mit 68,1 Prozent folgen Viren und Schadsoftware als Fehlerursache, wobei sich auch dieses Problem oftmals auf den falschen Umgang der Nutzer zurückführen lässt. Ein weiterer Blick zeigt auf, dass veraltete, nicht aktualisierte Software (40,4 Prozent), ungesicherte Daten bzw.

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Foto: picturesborn

WIEN

↑  Mag. Martin Puaschitz

fehlende Back-ups (39,3 Prozent) und die generell unsachgemäße Bedienung der Systeme von ungeschulten Anwendern (36,6 Prozent) zu den häufigsten Ursachen zählen. Daten zu sichern und die Software auf dem aktuellen Stand zu halten, sind also elementare Maßnahmen für eine sichere IT.

LANDESGREMIUM WIEN •• Komm.-Rat Walter Krammer, Obmann •• Andreas Gurghianu, Geschäftsführer Andreas.gurghianu@wkw.at


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BURGENLAND

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LANDESGREMIUM BURGENLAND •• Willibald Krajasich, Obmann •• Martina Rauchbauer, M.Sc., Geschäftsführerin martina.rauchbauer@wkbgld.at

OBERÖSTERREICH

SALZBURG

Seminarankündigungen Für einen besseren Workflow.

Nachfolge Barbara Postl folgt auf Bernadette Steinmetz.

Ab 1. April 2019 übernimmt Dr. Barbara Postl wieder die Aufgaben von DI Bernadette Steinmetz im Landesgremium Oberösterreich der Handelsagenten. Postl kehrt nach ihrer Entsendung in das Kabinett von Bundesminister Dr. Josef Moser wieder als Geschäftsführerin der Handelsagenten zurück. Steinmetz geht in den Mutterschutz.

Das Landesgremium Salzburg veranstaltet im 2. Quartal wieder interessante Programmpunkte. Merken Sie sich diese bereits jetzt vor. Eine detaillierte Einladung ergeht zeitgerecht an die Salzburger Handelsagenten. Die Seminare finden im WIFI Salzburg statt. • Excel im täglichen Arbeitsumfeld Wann: 25. April, 9 bis 16 Uhr • PowerPoint - Erfolgreich Ihr Produkt und sich selbst präsentieren! Wann: 3. Juni, 9 bis 16 Uhr

LANDESGREMIUM OBERÖSTERREICH

LANDESGREMIUM SALZBURG

•• Ing. Harald Humpl, Obmann •• Dr. Barbara Postl, Geschäftsführerin

•• Komm.-Rat Axel Sturmberger, Obmann •• Mag. Julia Peham-Zver, Geschäftsführerin

handelsagenten@wkooe.at

handelsagenten@wks.at

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TIROL

Fachveranstaltungen Das Landesgremium Tirol lädt zu folgenden Veranstaltungen:

Rechtsschutzversicherung und Praxistipps

Straßenverkehrsrecht

Donnerstag, 11. April, 18.30 bis 22 Uhr

Mittwoch, 8. Mai, 18.30 bis 22 Uhr

Ausstehende Provisionen und vor allem der Ausgleichsanspruch bei Beendigung des Handelsagentenvertrages führen immer wieder zu Streitigkeiten vor Gericht. Vertrauensanwalt Mag. Harald Lajlar zeigt mit Beispielen aus der Praxis, warum eine versicherungsrechtliche Absicherung so wichtig ist. Viele Rechtsschutzversicherer schließen Ansprüche aus dem HVertrG aus, sodass im Streitfall teilweise ein erhebliches Kostenrisiko bei der Durchsetzung Ihrer berechtigten Interessen droht. Möchten Sie Ihren Ausgleichsanspruch versichern? Dann haben wir das richtige Produkt für Sie. Peter Zorn, Geschäftsführer der Zorn Versicherungsvergleiche GmbH, wird Sie über das Leistungspaket informieren.

Haben Sie als Vielfahrer Fragen zum Straßenverkehrsrecht? Chefinspektor Bernhard Walchensteiner, Fachbereichsleiter in der Landesverkehrsabteilung der Polizeidirektion Tirol, wird Sie Ihnen beantworten. In seinem Vortrag wird er unter anderem auf die Ladegutsicherung und das richtige Verhalten bei Wildunfällen eingehen, aber auch mit Missverständnissen im Verkehrsalltag aufräumen. Insbesondere wird auch die Sonderregelung für die Parkkarte der Handelsagenten behandelt. Der Besuch der Veranstaltungen ist für Handelsagenten kostenlos. Bitte beachten Sie, dass die Teilnehmerzahl begrenzt ist. Melden Sie sich daher gleich an bei eveline.geir@wktirol.at.

LANDESGREMIUM TIROL •• Komm.-Rat Robert M. Hieger, Obmann •• Dr. Karolina Holaus, Geschäftsführerin karolina.holaus@wktirol.at

STEIERMARK

•• 9:15 Uhr: Kurzvorträge Bankeninformationen von Dr. Andreas Fössl Steuertipps von Mag. Petra Kühberger, Rechtsservice Sozialversicherungsinformationen von Andreas Koeck, SVA Handelsagentenrecht von Rechtsanwalt Mag. Michael Medwed Versicherungen für Handelsagenten von Peter Zorn, Versicherungsmakler •• 10:30 Uhr: Richtige Vorsorge Informationen von Mag. Dominik Liebich, Notarsubstitut – Notariat Lux •• 11:30 Uhr: Pause mit Imbiss •• 12 Uhr: Vertretungsbörse

Richtig vorsorgen Netzwerkveranstaltung für Ihre Zukunft, 03.Mai ab 08:30 Uhr

Das Landesgremium Steiermark lädt am Freitag, 3. Mai, in den Europasaal der Wirtschaftskammer Steiermark zum Schwerpunktthema „Richtige Vorsorge“. Programm: •• 8:30 Uhr: Empfang •• 9 Uhr: Begrüßung und Brancheninformationen durch den Obmann

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Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos. Nutzen Sie die Möglichkeit, Ihr Wissen aufzupolieren, und treffen Sie neue Geschäftspartner. Bitte um Anmeldung bis 26. April unter 311@ wkstmk.at oder per Fax an 0316/601-1212

LANDESGREMIUM STEIERMARK •• Komm.-Rat Johann Fürntratt, Obmann •• Mag. Johannes Klemm, Geschäftsführer 311@wkstmk.at

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KARLHEINZ KOPF Anfang Juli 2018 wurde Karlheinz Kopf zum Generalsekretär der Wirtschaftskammer Österreich bestellt. Er ist seit vielen Jahren Abgeordneter zum Nationalrat und seit 2017 Obmann des Finanzausschusses. Nach seiner Ausbildung in der Handelsschule Bregenz wurde Karlheinz Kopf 1976 erstmals beruflich als Assistent der Geschäftsleitung beim Textilunternehmen Huber Trikot in Götzis tätig, 1982 wurde er zum Personalleiter und Prokuristen bestellt. In selbiger Funktion wechselte er 1991 zur Wolford AG in Bregenz. Nach drei Jahren stieg Kopf als geschäftsführender Gesellschafter in die Firma Sportbau Walser GmbH ein.

Foto: WKÖ

Seit 1994 ist Karlheinz Kopf Abgeordneter zum Österreichischen Nationalrat. Seitdem bekleidete er verschiedene Funktionen in der ÖVP: Von 2000 bis zu seiner Wahl zum Klubobmann des Parlamentsklubs der ÖVP im Jahre 2008 war er Generalsekretär des ÖVP-Wirtschaftsbundes. Die Funktion des Klubobmanns übte er bis 2013 aus. Am 29. Oktober 2013 wurde Kopf zum Zweiten Nationalratspräsidenten gewählt. Seine Funktion als Nationalratspräsident hatte er bis November 2017 inne. Seitdem ist Kopf als Abgeordneter Obmann des Finanzausschusses.

GASTKOMMENTAR:

Beste Zeit für Entlastung den Rückenwind aus der guten wirtschaftlichen Entwicklung für Entlastung zu nutzen. Das haben sich die Betriebe, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und deren Familien verdient. JETZT IST DIE BESTE ZEIT,

T E X T: K A R L H E I N Z K O P F, G E N E R A L S E K R E TÄ R D E R W K Ö

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er Familienbonus war schon ein erster wichtiger, richtiger Schritt. In die Richtung muss es mit einer breit angelegten, nachhaltigen Steuerreform weitergehen. Wir werden die Bundesregierung dabei unterstützen, ein gesamthaftes, nachhaltiges Entlastungspaket für Österreich zu schnüren. Dafür braucht es ein Maßnahmenbündel: Einerseits fordern wir eine Senkung der KöSt auf 19 Prozent – denn das ist eine wirkliche Entlastung der Betriebe, die Wachstum und Beschäftigung ankurbelt. Gleichzeitig brauchen wir eine Tarifreform bei der Lohn- beziehungsweise Einkommensteuer. Eine gleichmäßige Absenkung aller Stufen wäre leistungsfreundlich und ebenso ein positives Standortsignal. Zusätzlich fordert die Wirtschaftskammer Verbesserungen beim Gewinnfreibetrag für Einzelunternehmen

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und Personengesellschaften. Auch die Erhöhung der Grenze auf 1.500 Euro bei den sofort abschreibbaren geringwertigen Wirtschaftsgütern ist ein längst überfälliger Schritt, der zu mehr Fairness und weniger Bürokratie gerade für kleine und mittlere Betriebe führt. Und, genauso wichtig: Unsere Forderung nach einer Anhebung der Kleinunternehmergrenze im Umsatzsteuergesetz von 30.000 auf 35.000 Euro wird umgesetzt, die Bundesregierung plant dies ab 2020. Weiters fordern wir Entlastungen für Österreichs Wirtschaft nicht nur von der Politik, sondern tun auch selbst kontinuierlich unser Bestes in diese Richtung: Deshalb hat die Wirtschaftskammer ihre Mitglieder per Jahresbeginn 2019 um bis zu 100 Millionen Euro entlastet. Unsere Organisation hat alle paar Jahre die

Effizienz durch Reformen gesteigert und die Mitgliedsbeiträge gesenkt. Die Kammerumlagen sind seit 2000 daher nicht stärker gestiegen als der Verbraucherpreisindex. Da kann sich die Wirtschaftskammer-Organisation in ihren Bemühungen um eine Entlastung der Mitglieder im Vergleich mit anderen Organisationen durchaus sehen lassen. Gleichzeitig bauen wir aber unsere Services ganz gezielt aus – und zwar in Zukunftsbereichen für Wirtschaft und Gesellschaft. Ich denke da an unsere WKO-Bildungsoffensive „Wir bilden Zukunft“. Damit haben wir vor Kurzem den Startschuss zu einer neuen Dimension der Berufsbildung in Österreich gegeben. Innovationskraft, Fachkräftesicherung und Digitalisierung sind dazu die Schlüsselbegriffe. Wir begleiten unsere Betriebe in die Zukunft.

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BRANCHE:

Chaostage WIE ICH DIE WOCHEN VOR WEIHNACHTEN AUCH DREHE UND WENDE – ob als Privatperson oder Geschäftsfrau: Alle Jahre wieder bricht das Chaos aus, ganz verlässlich im Dezember. T E X T: S U S A N N E L O H S , H A N D E L S A G E N T I N

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ugegeben, das neue Jahr ist mittlerweile ziemlich fortgeschritten, der Frühling in greifbarer Nähe. Dennoch: Schön, dass Sie den Dezember offensichtlich gut überstanden haben und wir uns an dieser Stelle wiederlesen. Herzlich willkommen in 2019! Logistische Meisterleistung Rund 650 Kilometer trennen uns bzw. unsere Kunden von unseren Lieferanten in Vorarlberg. Welch logistische Meisterleistung es ist, Frischeprodukte von Westösterreich nach Wien zu bekommen, wird mir alljährlich erst im Dezember so richtig bewusst. Jede unserer Manufakturen setzt auf einen anderen Versanddienstleister und unterschiedliche Versandarten – von EMS über Next-Day-Service bis zu normaler Beförderung. Bei uns in Wien laufen die Fäden in Form der Zusteller Post, TNT und GLS zusammen. Maximaler Einsatz Die meisten Lieferungen erhalten wir mit der Post, das Verhältnis zu unserem Paketzusteller ist dementsprechend ein sehr herzliches – wir grüßen einander auch auf der Straße mit Winken und lautem „Hallo“, wenn wir uns zufällig über den Weg laufen. Üblicherweise plaudern wir bei jeder Zustellung ein wenig miteinander, nur im Dezember hat unser Postmann dafür leider keine Zeit. „So viele Pakete, ich arbeite auch am Sonntag“, erklärte er mir zu Beginn der besinnlichen Zeit zwischen Tür und Angel. Tatsache: In unserem Grätzel stellt die Post Paketsendungen schon lange von Montag bis Samstag zu – und im Dezember sogar am Sonntag! Maximaler Einsatz am Ende der Lieferkette also.

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Den Letzten beißen die Hunde Leider hat uns das wenig gebracht, im Gegenteil: Wir sind den ganzen Dezember über liefertechnisch ins Schleudern gekommen wie selten zuvor, weil die Sendungen aus Vorarlberg nicht wie gewohnt am Mittwoch, sondern erst Donnerstag oder gar Freitag bei uns in Wien eintrafen. Was unseren Auslieferrhythmus gehörig durcheinanderwirbelte und den Umsatz unserer Kunden auf den Kopf stellte – für die macht es nämlich einen gewaltigen Unterschied, ob sie unsere Waren schon ab Donnerstag oder erst am Samstag anpreisen können. Vor allem in der letzten Woche vor dem Heiligen Abend, der diesmal ja auf einen Montag fiel. Der Fisch beginnt am Kopf zu stinken Wie meine wöchentlichen Urgenzen bei unseren Lieferanten ergaben, lag das Problem wohl am Anfang der Lieferkette: Offensichtlich war das Versandvolumen von West nach Ost so hoch, dass seitens der Verlader auf die Versandart keine Rücksicht genommen wurde – so blieben auch EMS- (garantierte Zustellung bis zwölf Uhr am nächsten Werktag) und Next-Day-Service-Sendungen

(Boxen mit Kühlakkus extra für den Frischeversand) trotz höchster Verladepriorität in Vorarlberg liegen und mussten auf den nächsten Transport warten, wenn ein LKW bereits voll war. Klar, das Paketvolumen in der Vorweihnachtszeit beträgt ein Vielfaches der üblichen Anzahl. Aber, mal ehrlich: Was nützt die Perfektionierung am Ende der Lieferkette, wenn die Ursache des Problems ganz am Anfang zu finden ist? Unser Paketzusteller kann sich die Füße wund laufen – das bringt mir nichts, wenn’s meine Pakete wegen zu geringer Kapazitäten nicht mal aus Vorarlberg raus schaffen. Verlängerung und Frühlingserwachen Für uns gingen die Chaostage diesmal übrigens zu Jahresbeginn in die Verlängerung: Aufgrund der bombastischen Schneeverhältnisse in Westösterreich blieben viele Pakete in Vorarlberg hängen (teils im wortwörtlichen, teils im übertragenen Sinne) und so hatten wir auch im Jänner noch mit massiven Verspätungen logistischer Natur zu kämpfen. Ich mag den Frühling ja generell, doch dank dieser Umstände freue ich mich heuer ganz besonders darauf !

SUSANNE LOHS vertreibt seit Sommer 2016 zusammen mit ihrem Mann „Köstliches aus Vorarlberg“ in Wien und Umgebung. Außerdem ist sie mit CommuniCare selbständige PR- & Marketingberaterin für Einzelunternehmen und KMU. s.lohs@lohs.co.at www.koestlichesausvorarlberg.at www.communi-care.at

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↑  Die Vortragenden zeigen sich gemeinsam mit dem lokalen Veranstalter BNI sehr zufrieden (v.L.): Michael Zwantschko (BABEG), Gerlinde Gahleitner (ABA), Rechtsanwältin Enrica Maggi, Vera Dobravec (BNI Udine), Gregor Postl (AC Padua) und Christian Rebernig

INTERNATIONAL

↑ Zahlreiche Unternehmer kamen nach Udine und lauschten den Vorträgen. Im Anschluss gab es tolle Gelegenheiten um Kontakte zu knüpfen.

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Strategien für den Marktzugang in Österreich zwei Veranstaltungen mit über 100 interessierten Unternehmern statt, die auf den österreichischen Markt drängen. Das Bundesgremium nutzte die Gelegenheit, um den Vertriebsweg über Handelsagenten vorzustellen. ENDE FEBRUAR FANDEN IM NORDITALIENISCHEN RAUM

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nter dem Titel „Fare impresa in Austria: strategie di accesso al mercato“ organisierte das Außenwirtschaftscenter (AC) der Wirtschaftskammer in Padua am 26. Februar gemeinsam mit lokalen Partnern in Udine und Treviso jeweils ein halbtägiges Treffen, um den Unternehmern aus Italien die Strategien für den Marktzugang in Österreich vorzustellen. Die Events wurden sehr gut angenommen und beide Veranstaltungen waren ausgebucht. Das Interesse am österreichischen Markt ist immens hoch. Waren vor Jahren die italienischen klein- und mittelbetrieblichen Hersteller vorwiegend am Heimmarkt tätig, so haben sich zuletzt viele aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklung in den Export bewegt. Wirtschaftsbeziehungen Die Nachfrage nach italienischen Waren stieg 2018 im Umfang von 9,9 Milliarden Euro um 8,5 Prozent an. Die österreichischen Exporte nach Italien gewannen im selben Zeitraum ebenfalls deutlich an Fahrt und legten um 7,4 Prozent (9,8 Mrd. Euro) zu. Längerfristig betrachtet ist der Warenaustausch eine Erfolgsstory: Während die italienische Wirtschaft seit 1995 durchschnittlich weniger als ein Prozent pro Jahr wuchs, hat sich der gegenseitige Warenaustausch in diesem Zeitraum mehr als verdoppelt. Der österreichische Wirtschaftsdelegierte in Padua, Mag. Gregor Postl, klärte am Ende seiner Ausführungen die Teilnehmer über die Erwartungshaltung der Österreicher auf. Wichtig sind hohe Qualität, zumindest englische Sprachkenntnisse, pünktliche Lieferung und Einhaltung der Verträge. Vertriebs-Outsourcing Mag. Christian Rebernig, Geschäftsführer des Bundesgremiums der Handelsagenten, zeigte die Möglichkeit auf, wie erfolgreich und kos-

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tengünstig Produkte über den Vertriebsweg des Handelsagenten am Markt platziert werden können. Um erstmalig Auslandsluft ohne großes finanzielles Risiko zu schnuppern, gilt es Vertriebsprofis zu engagieren. Auf großes Interesse stieß die Online-Vertriebsplattform www.register.handelsagenten.at. Hier können Unternehmen ihre Vertriebsprofis finden. Dass die Plattform inzwischen auch international verlinkt ist, war ein zusätzliches Argument, die Website zu besuchen. Handelsagenten sollten sich daher schnell registrieren, um von möglichen Auftraggebern gefunden zu werden. Rechtliche Aspekte Die unterschiedliche Rechtslage beim Handelsagentenrecht stellte Rechtsanwältin Dr. Enrica Maggi vor. Außerdem zeigte sie Möglichkeiten bei der Vertragsgestaltung auf. Diese doch trockene Materie konnte sie den Teilnehmern auf eine ganz einfache und verständliche Weise darlegen. Invest in Austria Zu guter Letzt stellten Mag. Gerlinde Gahleitner von der ABA (Austrian Business Agency) und Mag. Michael Zwantschko von der Kärntner Betriebsansiedelungsagentur ihre Aktivitäten vor, wie sie ausländische Unternehmen bei der Gründung einer eigenen Gesellschaft in Österreich unterstützen. 2018 wurden 344 internationale Unternehmen bei der Niederlassung in Österreich beraten, die 2.672 neue Arbeitsplätze schufen und 723,85 Millionen Euro investierten. Im Anschluss an die Vorträge ging es dann zu den Einzelgesprächen mit den Vortragenden. Der Tag in Udine und Treviso hat sich für viele gelohnt! Auf YouTube finden Sie eine Zusammenfassung des Meetings von Udine: https://youtu.be/vjh-021Y6cU

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INTERNATIONAL:

Wertvoller Erfahrungsaustausch DIE GESCHÄFTSFÜHRER DER IUCAB-MITGLIEDSVERBÄNDE (Internationally United Commercial Agents and Brokers) trafen sich am 18. Jänner in Wien.

wirtschaftliche Situation habe sich 2018 europaweit verbessert. „Heuer wird sich der Himmel ein wenig bewölken“, so Gastreferent Dr. Christoph Schneider, WKÖ, Wirtschafts- und Handelspolitik.

↑ Die Geschäftsführer der IUCAB-Mitgliedsverbände sowie Dr. Karolina Holaus (2.v.l.) zu Gast im IUCAB-Sekretariat in Wien: IUCAB-Generalsekretär Christian Rebernig (ganz links) freut sich gemeinsam seinem Präsidenten Olivier Mazoyer (Bildmitte) auf intensive Gespräche und internationalen Meinungsaustausch.

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itte Jänner tagte die Arbeitsgruppe der Geschäftsführer der IUCAB-Mitgliedsverbände im Besprechungsraum des IUCAB-Sekretariats in Wien. Das Treffen fand unter Vorsitz des IUCAB-Vizepräsidenten David Johnson statt. Auch IUCAB-Präsident Olivier Mazoyer nahm an der Sitzung teil. Anwesend waren neben dem IUCAB-Generalsekretär Christian Re-

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bernig die nationalen Geschäftsführer aus Frankreich, Großbritannien und Irland, Österreich und Spanien. Konjunktur verbessert sich Zunächst wurde die weltwirtschaftliche Situation mit einem Fokus auf die EU-Mitgliedsstaaten und die dortige Lage der Handelsagenturen ausführlich besprochen. Die

Soziale Partnerschaft Österreich ist eines der wohlhabendsten Länder der Welt. Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sind das Rückgrat der österreichischen Wirtschaft. „Das österreichische Modell der Sozialpartnerschaft war ein wichtiger Faktor für die Erfolgsgeschichte Österreichs nach dem Zweiten Weltkrieg“, so Dr. Roman Seeliger, WKÖ, Bundessparte Handel. Für die Kollektivverträge oder beispielsweise die duale Ausbildung wird Österreich von anderen Ländern bewundert. KMU auf europäischer Ebene Mag. Marlene Lales, WKÖ, EU-Koordination, stellte SMEunited (vormals UEAPME) vor. SMEunited vertritt die Interessen der europäischen KMU. Die 24 Millionen KMU in Europa machen 99,8 Prozent aller Unternehmen aus und spielen eine entscheidende Rolle in der europäischen Wirtschaft und Gesellschaft. Sie sind Innovationstreiber und sorgen für soziale und regionale Stabilität.

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ICC Austria unterstützt internationalen Austausch „Die Experten der internationalen Handelskammer in Österreich (ICC Austria) informieren und beraten beispielsweise in Sachen internationale Vertragsgestaltung, Vertragsverhandlungen oder Schiedsgerichtsbarkeit“, so Dr. Maximilian Burger-Scheidlin. Zusätzlich werden Fachseminare maßgeschneidert auf die Bedürfnisse und Ansprüche der international tätigen Wirtschaft angeboten. Abschließend verwies Mag. Angelika Zoder auf die unzähligen Musterverträge, so auch auf jenen der Handelsagenten. IUCAB-Arbeitsprogramm im Laufen Im Anschluss an die Gastreferenten präsentierte Rebernig die neuesten Zahlen und Fakten in Bezug auf die IUCAB. Ergänzend stellte er den Aktionsplan für dieses Jahr vor. Die Website ist abgeschlossen und nun wird man verstärkt die Social-Media-Kanäle nutzen. B2B-Plattform stark nachgefragt Zwölf Plattformen mit fast 14.000 Handelsagenten und 15.000 registrierten Herstellern sind inzwischen auf der „IUCAB-Plattform“ www.iucab.com/b2b-platform online. Gemeinsam statt einsam Abschließend wurden die jeweiligen nationalen Aktivitäten und Erfolge des Jahres 2018 vorgestellt. Diesen wertvollen Erfahrungsaustausch wollen die Teilnehmer im kommenden Jahr weiter fortsetzen. Das nächste Treffen wird im Jänner 2020 in Dublin, Irland stattfinden.

Der Wirtschaftsexperte Dr. Christoph Schneider (2. v. l.) analysierte das wirtschaftliche Umfeld. Dr. Roman Seeliger (ganz rechts) von der Bundessparte Handel gab einen Einblick in die interessenpolitische Arbeit.

Unterstützungstools für die international tätige Wirtschaft zeigten Dr. Maximilian Burger-Scheidlin (ganz rechts) und Mag. Angelika Zoder (2. v. r.) von ICC Austria auf. Die europäische KMU-Interessen werden laut Mag. Marlene Lales (2. v. l.) bei SMEunited gebündelt.

INTERNATIONAL:

Beziehungen stärken weltweit, IUCAB-Präsident Olivier Mazoyer, und Christian Rebernig trafen sich Mitte Jänner mit Dr. Christoph Leitl, der 2018 zum zweiten Mal zum Eurochambres-Präsidenten bestellt wurde. DER OBERSTE VERTRETER ALLER HANDELSAGENTEN

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ange Jahre leite Christoph Leitl die Geschicke der Wirtschaftskammer Österreich und kann all seine Erfahrung auf dem internationalen Parkett einbringen. Gleichzeitig ist er Vorsitzender der Global Chamber Platform. Eurochambres vertritt mehr als 20 Millionen Unternehmen in Europa. Es ist ein europäisches Netzwerk von 1.700 regionalen und lokalen Kammern. 93 Prozent der Unternehmen sind kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Bekanntlich ist eine Vielzahl der Auftraggeber von Handelsagenten als KMU organisiert. Daher wurde der Vertriebsweg über Handelsagenten vorgestellt sowie die internationale Vertretungsplattform als auch die österreichische Lösung www.register.handelsagenten.at beworben.

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↑ Dr. Christoph Leitl ist Eurochambres-Präsident und vertritt eine Vielzahl an Unternehmen, die als Auftraggeber der Handelsagenten fungieren. Die Vorteile des Berufsstands stellten IUCAB-Präsident Olivier Mazoyer und Christian Rebernig vor.

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IM PORTRÄT

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Marko Löschl ins Berufsleben eingestiegen ist, hat sich viel getan. Selbständigkeit wechselte sich mit Angestelltenverhältnissen ab. Letztlich hat er sein Glück nun als Handelsagent gefunden.

SEIT M ARKO LÖSCHL NACH DEM PRÄSENZDIENST 1990

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erbemittelherstellung, selbständig. Damit beginnt Marko Löschls berufliches Leben. Er geht nach Linz und Wimpassing, knapp vor der Jahrtausendwende arbeitet er in der Produktberatung und im Vertriebsaußendienst bei Nikon – passend zu einem seiner Hobbys, der Fotografie. Es folgen Arbeitsstätten in Götzis und Wien, verschiedene Steps vom Key-Account- bis zum Sales-Manager bei Avery Dennison Zweckform Austria. 2011 wieder die Selbständigkeit. „Ich bekam ein Angebot von Whitelines, einem Unternehmen für Schreibpapier, dessen Distribution in Österreich und Deutschland zu übernehmen“, blickt Löschl zurück. Bis 2016 war er für die Firma tätig, doch „leider war der Umsatz bzw. die Marge zu gering, um langfristig davon leben zu können.“ Marko Löschl suchte nach neuen Einnahmequellen und wurde 2014 bei der Firma SpaBalancer fündig, für die er vier Jahre lang die Vertretung in Österreich und Süddeutschland innehatte. Bis heute ist er als Handelsagent vorrangig im Bereich Papier, Büro und Schreibwaren tätig. Eine Tätigkeit, die ihn erfüllt, wenngleich sie nicht ganz frei von negativen Erlebnissen ist. „Der Vorteil, als Handelsagent tätig zu sein, ist, dass man sofort losstarten kann. Macht man seine ersten Umsätze, fließt auch sofort die erste Provision. Als Handelsagent kann man sehr flexibel agie-

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ren und bekommt auch relativ rasch eine Vertretung. Das führt jedoch zum Nachteil, dass manche Firmen den Handelsagenten als Art ‚Anhängselʻ zum Unternehmen betrachten, der zwar Umsatz bringt, aber nichts kostet“, findet Löschl auch kritische Töne. Letztlich trägt jeder Handelsagent seine Arbeitskosten – Auto, Versicherung, Reisekosten ... – selbst. Damit hatte Marko Löschl jahrelang zu kämpfen. Seit 1. Jänner dieses Jahres hat sich für ihn das Blatt jedoch gewendet. Zum äußerst Guten: „Ich

„MANCHE FIRMEN SEHEN HANDELSAGENTEN ALS EIN ANHÄNGSEL. ICH BIN FROH, NUN EINEN PARTNER GEFUNDEN ZU HABEN, MIT DEM MAN SICH AUF AUGENHÖHE BEGEGNET. ICH FÜHLE MICH TATSÄCHLICH ZUR FIRMA GEHÖRIG.“ Marko Löschl

habe endlich einen Partner gefunden, der den Handelsagenten als Teil des Unternehmens sieht und auch so mit ihm arbeitet.“ Marko Löschl arbeitet seit Kurzem für Artoz aus der Schweiz, ein Unternehmen für

schöne Papeterie- und Kreativprodukte zum Schreiben, Drucken und Gestalten. Zusätzlich hat er eine Vertretung für Lederbrieftaschen der Firma Menzo übernommen, deren Kunden oft dieselben sind wie jene von Artoz. Marko Löschl ist angekommen: „Ich fühle mich tatsächlich zur Firma gehörig. Und das Wichtigste: Ich bekomme so viel Provision, dass ich auch meine Kosten decken bzw. davon leben kann.“

ZUR PERSON Ing. Marko Löschl wurde 1969 in Linz geboren, ist verheiratet und heute im Burgenland zu Hause. Er hat einen erwachsenen Sohn. Schon in den Jahren 1990 bis 1992 war Löschl selbständig, anschließend bei unterschiedlichen Unternehmen unter anderem im Vertriebsaußendienst angestellt, ehe er 2011 die Distribution von Whitelines in Österreich und Deutschland wieder auf selbständiger Basis übernahm. Von 2014 bis 2018 hatte er zudem die Vertretung von SpaBalancer in Österreich und Bayern inne und war stark am Aufbau der Marke in diesen Regionen beteiligt. Seit 2018 ist Marko Löschl als Handelsagent vor allem in der PBS-Branche (Papier, Büro und Schreibwaren) tätig. Neben der Fotografie, dem Aquarellmalen und seinen Hunden zählen sportliche Aktivitäten wie Wandern, Radfahren und Tanzen zu seinen Hobbys.

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IM PORTRÄT

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Thomas Weberhofer Erfahrung in der Welt der Handelsagenten hat Thomas Webhofer aber schon viel gesammelt. Seit Jänner 2019 arbeiten er und seine Lebensgefährtin nun in ihrem eigenen Büro. ER IST ZWAR ERST SEIT KURZEM SELBSTÄNDIG ,

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rsprünglich war Thomas Weberhofer Maschinenfertigungstechniker, ehe ihm 2009 eine plötzliche Kühlschmierstoffallergie einen Stein in seinen beruflichen Werdegang legte. Doch geht eine Tür zu, geht meist eine andere auf. „Ich bekam die Chance, die Abendschule für Wirtschaftsingenieurwesen und Betriebsmanagement in Kapfenberg zu besuchen“, erzählt er. 2013 beendete er die Ausbildung ebenso positiv wie zuvor seine Lehre. „Danach versuchte ich mich im Büro als Angestellter im technischen Verkauf, doch nach kurzer Zeit wurde mir bewusst, dass das nichts für mich ist.“ Wo aber sollte der Weg weitergehen? Nach kurzem Hin und Her war klar: „Ich will in den Außendienst.“ Thomas Weberhofer bewarb sich bei einigen namhaften Firmen und begann im Dezember 2013 bei der Fa. Würth als Handelsreisender zu arbeiten. Schnell stellte sich heraus: Es war SEIN Job. „Ich liebe den Kontakt mit Menschen und die täglich neuen Herausforderungen“, erklärt Weberhofer. Mit der Liebe zum Tun kam auch der Erfolg. Im ersten Jahr konnte er die Umsätze in seinem Gebiet um das Doppelte steigern, als er im Jahr 2017 kündigte, hatte er sie verfünffacht. Dennoch fehlte ihm das letzte Quäntchen zum großen Glück: „Ich wollte mein eigener Herr sein und beschloss, mich selbständig zu machen.“

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Zwischen Beruf und Familie In der Zwischenzeit kam Sohn Simon zur Welt, zuvor kauften Thomas Weberhofer und seine Lebensgefährtin ein Reihenhaus. Die Verpflichtung der Familie gegenüber stand dem Wunsch nach beruflicher Selbständigkeit zuerst konträr gegenüber. Schließlich nahm er aber all seinen Mut zusammen: „Es war mir klar, dass ich mindestens zwei Standbeine bräuchte, um meine Familie zu ernähren. Eines war das Werkzeug, das zweite Schmierstoffe für spezielle Anwendungen. Ich konnte rund 80 bis 85 Prozent meiner Würth-Kunden selbständig als Handelsagent weiter betreuen, im Herbst kam durch einen Pensionsantritt ein zusätzliches Verkaufsgebiet dazu. Daraufhin stelle ich auch meine Verlobte bei mir ein.“ Im Herbst 2018 kam durch einen Zufall ein Werkzeuggroßhandel für Gewerbe und Industrie dazu, im November bekam Weberhofer sein eigenes Büro in der Nachbargemeinde. Im heurigen Jänner löste er einen bestehenden Handelsagentenvertrag auf und gründete seine eigene Firma: WST – Werkzeug- und Schmiertechnik e.U. Und der Name kommt nicht von ungefähr: W steht gleichermaßen für Werkzeug wie für Weberhofer, S für „Schmier“ und das T für die anschließende „Technik“, aber auch für Thomas. „Seit Anfang des Jahres arbeiten meine Frau und ich in unserem eigenen Büro“, ist Weberhofer stolz. „Meine Leidenschaft ist neben der Werkzeug- und Schmiertechnik, Menschen, die ein Problem

haben, mit meinen Lösungen weiterzuhelfen. Ohne das Vertrauen meiner Kunden könnte ich meinen Traum vom Vertrieb nicht leben. Deshalb möchte ich mich an dieser Stelle auch bei allen Auftraggebern, Vertrieben und Kunden bedanken – und natürlich auch bei meiner Familie, die immer hinter mir steht.“ Für die Zukunft ist eine Ausweitung des Büros geplant sowie ein eigener Verkaufsladen für Gewerbe und Industrie sowie für Privatpersonen angedacht. Dann soll auch ein eigene Handelsagentur dazukommen.

ZUR PERSON Geboren 1986 in Bruck an der Mur begann Ing. Thomas Weberhofer im Jahr 2002 seine Lehre zum Maschinenfertigungstechniker, die er im Februar 2006 mit gutem Erfolg abschloss. Von 2009 bis 2013 absolvierte er die Abendschule mit Fachrichtung Wirtschaftsingenieurwesen und Betriebsmanagement in Kapfenberg. Nach einigen Jahren im Außendienst hat er sich kürzlich mit seiner WST – Werkzeug u. Schmiedetechnik e.U. selbstständig gemacht. Seine Verlobte arbeitet mit ihm im Betrieb, gemeinsam haben sie Sohn Simon und wohnen in St. Lorenzen im Mürztal. Wenn neben der Familie Zeit bleibt, findet man Thomas Weberhofer beim Fußball, Radfahren, Klettern, Tourenskigehen oder Wandern. Außerdem ist er in der Bergrettung aktiv und reist gerne.

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SERIE NI E ME HR SP RA CH LO S TEIL 1 VON 3

BUSINESS

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Wie Sie Angriffe schlagfertig parieren IM NACHHINEIN FALLEN UNS IMMER NOCH BESSERE , klügere Antworten ein. Wie Sie es schaffen, elegante Antworten bei unangenehmen Angriffen parat zu haben, was Sie dazu tun müssen und welche Techniken es gibt, verrät dieser Artikel. T E X T: D R . M A G D A B L E C K M A N N, E X P E R T I N F Ü R E R F O L G S N E T Z W E R K E

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Letzthin rief mich eine liebe Freundin an und fragte mich um Rat. Sie ist eine tüchtige Unternehmerin, die immer eine Antwort parat hat und ganze Gesellschaften unterhalten kann. Umso mehr verwunderte es mich, dass sie mich bat, ihr bei ihrer Schlagfertigkeit zu helfen. Sie sagte: „Ich habe immer wieder Probleme, wenn ich blöde Antworten erhalte. Oft bin ich dann stumm und sprachlos und weiß nicht, was ich sagen soll, oder ich rege mich total auf und reagiere emotional und aufbrausend. Und das ist nicht alles. Wenn ich mit unangenehmen Aussagen oder Angriffen konfrontiert werde, dann fällt mir gar nichts mehr ein. Es ist, als ob ich völlig leer bin, ich werde rot und fange an zu stottern.“ Kommt Ihnen das bekannt vor?

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Schlagfertigkeit kann jeder lernen Die gute Nachricht ist: Schlagfertigkeit kann jeder lernen. Sie müssen es nur üben, immer und überall. Das heißt, Sie müssen sich solchen Situationen aussetzen und Ihre Assoziationsfähigkeit und auch Ihren Humor trainieren. Eine schnelle schlagfertige Antwort kann trainiert werden so wie unsere Muskeln. Wie so oft im Leben geht es ums Üben, Üben und nochmals Üben. Alle erfolgreichen Sportler haben mehr trainiert als die anderen, sonst wären sie nicht erfolgreicher. Deshalb setzen Sie sich Situationen aus, wo auch immer sich diese ergeben – bei alltäglichen Gesprächen, mit Freunden und in politischen oder anderen Diskussionen.

Vier allgemeine Regeln, um nicht mehr sprachlos auf unangenehme Vorwürfe oder Angriffe zu reagieren: • Nicht rechtfertigen • Nicht persönlich nehmen • Sachlich und ruhig bleiben • Vorbereiten Ich weiß, das klingt alles einfacher als gesagt, aber genau darum geht es. Wenn Sie auf einen Vorwurf anfangen, sich zu rechtfertigen, mit Worten wie: „Das ist so, weil ...“, „Ich habe doch ...“, „Normalerweise ist das nicht so“ oder Ähnlichem, dann sind Sie schon auf der Verliererstraße. Kontern Sie gezielt ohne Rechtfertigung oder Entschuldigungen. Nur wenn Sie die Emotionen nicht hochsteigen lassen, können Sie einen kühlen Kopf bewahren. Genau darum geht es in der Situation, dass Sie gut assoziieren und klar denken können. Dann und nur dann fallen Ihnen gute und witzige Erwiderungen ein. Denn es geht in den seltensten Fällen um Sie als Person, meist geht es um eine Sache oder um ein Thema. Deshalb nehmen Sie sich als Person heraus, dann fällt es Ihnen leichter, ruhig zu bleiben. Ich selber war 15 Jahre in der österreichischen Politik tätig. Wenn ich alle Vorwürfe, die mir entgegengeschleudert wurden, persönlich genommen hätte, wäre ich meines Lebens nicht mehr froh geworden. Es ging auch nicht um mich als Person, sondern um die Anliegen und Standpunkte der Partei, die ich vertreten habe. Ohne Fleiß kein Preis Deshalb ist Übung und Vorbereitung ein notwendiges Mittel, um in der realen Welt bestehen zu können. Überlegen Sie sich alle möglichen Einwände, die kommen könnten. Machen Sie sich eine Liste mit blöden Vorwürfen, die Sie bisher erhalten haben und

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SMALLTALK Wie introvertierte Menschen ihre Stärken erkennen und leichter ins Gespräch kommen. 240 Seiten, Hardcover, Goldegg Verlag, November 2018. Buch bestellbar unter www.magdableckmann.at (Publikationen)

wo Sie nicht mehr wussten, was Sie sagen sollen. Sehen Sie sich im Fernsehen Diskussionen an und überlegen Sie, was Sie sagen würden. Notieren Sie sich gute Antworten. Schreiben Sie gute Ideen, witzige Bemerkungen, die Ihnen auch erst im Nachhinein eingefallen sind, auf und besuchen Sie ein Seminar. Alles, was Sie dabei unterstützt, zu üben, ist erlaubt. Machen Sie einen Angriffe-Abend, laden Sie Freunde ein und lassen Sie sich mal richtig mit Vorwürfen berieseln und üben Sie sich in Schlagfertigkeit.

„ERST WENN SIE ERKENNEN, DASS ANGRIFFE NICHT AN SIE PERSÖNLICH GEHEN, WERDEN SIE SCHLAGFERTIG REAGIEREN KÖNNEN.“ Vorbereitung ist die halbe Miete Seien Sie gewappnet und rüsten Sie sich auf. Wie Sie das machen können? Stellen Sie sich die Situation vor, gehen Sie die einzelnen Punkte durch. Überlegen Sie, was Sie sagen werden und was Ihr Gegenüber dazu feststellen wird. Schreiben Sie mögliche Ein-

wände auf. Auch hier gilt: Bereiten Sie sich Ihre Antwort dazu auf. In der Kommunikationswissenschaft nennt man das Einwandbehandlung. Diese wird vor allem in Verkaufsgesprächen eingesetzt. Es geht darum, zu unterscheiden, ob es ein Vorwand oder ein Einwand ist, und dafür gute Repliken parat zu haben, die den Kunden doch wieder in Richtung Kaufbereitschaft führen. Ich verwende diese Technik auch gerne bei Präsentationstrainings. Sie ist ein perfektes Mittel, um Schlagfertigkeit zu lernen. Wenn Sie mehr über Einwandbehandlung im Verkauf wissen wollen, finden Sie bei Wikipedia eine gute Beschreibung. Für Schlagfertigkeit geht es darum, auf alle möglichen Zwischenrufe oder Einwürfe vorbereitet zu sein. Das ist der erste Schritt. Im nächsten Schritt geht es darum, Ihre Emotionen in den Griff zu bekommen und ruhig zu bleiben, damit Sie kreative Antworten herausschießen können.

DR. MAGDA BLECKMANN ist Betriebswirtin und hat über 15 Jahre Erfahrung in der österreichischen Spitzenpolitik. Heute ist sie erfolgreiche Unternehmerin, Businesscoach, Autorin und Expertin für Erfolgsnetzwerke. office@magdableckmann.at www.magdableckmann.at

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DIGITALISIERUNG:

Erfolgreiches Content Marketing in der Unternehmenskommunikation OB NEWSLET TER, CORPORATE BLOGS ODER SOCIAL-MEDIA-K ANÄLE – Content Marketing ist der Schlüssel zum Erfolg im Netz. Denn wer seine Zielgruppe und bestehenden Kunden nicht regelmäßig mit Content versorgt, wird zwischen der immer größer werdenden Konkurrenz schon bald nicht mehr wahrgenommen.

SERIE DER D IG IT A L E WA N D E L TEIL 1 VON

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T E X T: I N G . A L E X A N D E R G R A F, M . S C . , O N L I N E E X P E R T E

Ü

ber 50 Prozent der Weltbevölkerung sind heutzutage online und die Digitalisierung hat längst alle erdenklichen Bereiche unseres Lebens erreicht. Wir möchten von all unseren Endgeräten auf Websites zugreifen können, um jederzeit an Informationen zu gelangen. Das macht einen professionellen, strategischen Internetauftritt unverzichtbar, denn nur so bleiben Sie wettbewerbsfähig und ein erfolgreicher Marktteilnehmer. Bereits im vorigen Jahr haben wir diese voranschreitende Digitalisierung zum Anlass genommen und Ihnen im Rahmen von vier

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Artikeln wertvolle Expertentipps und Denkanstöße gegeben, um Ihre Handelsagentur fit für die digitale Zukunft zu machen. Doch mit Onlineshops (Ausgabe 02/2018), sogenannten Responsive Websites (Ausgabe 03/2018) und einer geschickten Suchmaschinenoptimierung (Ausgabe 04/2018) ist das Thema bei Weitem noch nicht abgeschlossen. Denn eines steht fest: Die Digitalisierung wird noch lange keinen Stillstand erleben und Firmen stehen noch unzählige Möglichkeiten offen, ihre Zielgruppe im Web zu erreichen. Aus dem Grund werden wir uns auch heuer im Zuge einer dreitei-

ligen Artikelserie mit dieser Thematik beschäftigen und Ihnen zum digitalen Erfolg verhelfen. Es erwarten Sie zahlreiche wissenswerte Lösungen, beginnend mit Content Marketing als Basis für einen professionellen Webauftritt. Content is king So brachte es im Jahr 1996 schon Bill Gates auf den Punkt. Und daran hat sich bis heute nichts geändert. Ganz im Gegenteil: Content bzw. Content Marketing ist wichtiger denn je. Allein im deutschsprachigen Raum wurden im Jahr 2017 laut BCM, dem größ-

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ten Content-Marketing-Kongress Europas, rund acht Milliarden Euro für Content-Marketing-Maßnahmen aufgewendet. Und die Zahl steigt. Doch was ist Content Marketing überhaupt und wofür ist es notwendig? Es handelt sich um eine Kommunikationsstrategie, die darauf abzielt, hochwertige, relevante Inhalte bereitzustellen, die der jeweiligen Zielgruppe einen Nutzen und Mehrwert bieten. So sollen neue Zielgruppen erschlossen werden und bestehende weiter an das Unternehmen gebunden werden. Es stehen also längst nicht nur die Produkte oder Dienstleistungen im Zentrum der Kommunikation, sondern die Interessen der Kunden und anderen Stakeholder. Der eigentliche Inhalt ist nicht nur das Wichtigste für die Kunden, zudem ist er die Basis für eine gute Suchmaschinenoptimierung. Ganz oben in den Suchergebnissen werden nämlich nur jene Seiten gereiht, die hochwertigen Content mit relevanten Keywords bieten. Auf diese Weise werden deutlich mehr Klicks und Anfragen generiert und Ihr Umsatz gesteigert. Doch zunächst ein Schritt zurück. Wie schafft man überhaupt erfolgsbringenden Content und wo setzt man als Unternehmen an? Schritt für Schritt zu erfolgreichem Content Zuallererst geht es um die richtige Vorbereitung. Es muss ermittelt werden, was Ihre bestehenden sowie potenziellen Kunden interessiert und welche Ziele Sie erreichen möchten. Danach richten sich natürlich alle weiteren Strategien. Eine Maßnahme ist jedoch für jede Branche klar: Je häufiger und regelmäßiger Inhalte veröffentlicht werden, desto deutlicher schnellen die Besucherzahlen nach oben. Quer über alle Unternehmen hinweg zeigt sich nämlich, dass die Häufigkeit der Beiträge in direktem Zusammenhang mit dem Websitetraffic steht. Es reicht also nicht mehr, eine alleinige Website mit gleichbleibendem Inhalt zu betreiben. Sie müssen neue Kommunikationstools aufbauen, um Ihre Kunden das ganze Jahr über zu informieren und neue dazuzugewinnen. Die Grundlage dafür bietet ein sogenannter Content- oder Redaktions-

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SUMMARY 84 Prozent der Internetuser erwarten, dass Marken Content bereitstellen, der Lösungen bietet, Geschichten erzählt und Erlebnisse schafft. Das zeigt die aktuelle Meaningful-Brands-Studie der Havas Media Group und auch Experten sind sich sicher: Guter Content ist die Grundlage für langfristig zufriedene Kunden und einen steigenden Unternehmenserfolg.

plan. Jener Plan hilft dabei, Inhalte für Websites, Blogs, Newsletter und Social-Media-Portale langfristig zu planen und diese regelmäßig im Netz zu veröffentlichen. Wichtig ist, dass im Vorhinein genügend Themen gesammelt und ausgefeilt wurden, denn nur so kann eine stringente Strategie gewährleistet werden. Sie denken, Sie haben zu wenige Themen, mit denen Sie Ihre Kunden regelmäßig versorgen können? Dann holen Sie sich professionelle Unterstützung bei der Erstellung des Contentplans und bei der Aufbereitung der Texte, damit Sie ihre Kunden auf dem Laufenden halten. Zielgruppenorientiert und SEO-optimiert Selbst der beste Text über das spannendste Thema bringt Ihrem Unternehmen nichts, wenn er erst gar nicht gefunden wird, weil Google ihn als irrelevant einstuft und zu weit unten rankt. Der Schlüssel zu einem guten Ranking sind daher sogenannte Keywords. Dabei geht es darum, die Internetnutzer unmittelbar in ihrem Suchinteresse zu befriedigen. Hierfür bedarf es einer eingehenden Beschäftigung mit den Bedürfnissen und Problemen der potenziellen Kunden auf Basis ihrer häufigsten Suchanfragen und Suchbegriffe. So wird Ihre Seite nicht nur schneller gefunden, sondern steigert ebenso die Resonanz bei den Suchenden.

Der richtige Kommunikationskanal Bei bzw. vor der Erstellung des erwähnten Contents stellt sich die zentrale Frage, in welcher Form dieser für Ihre Zielgruppe relevant ist und Sie gleichzeitig als professionelle, vertrauenswürdige Firma etablieren kann. Die Bandbreite an Möglichkeiten ist dabei groß und reicht von Blogbeiträgen über Newsletter, kurze, tägliche Social-Media-Postings bis hin zu Infopapers. Doch nicht alle davon sind für einzelne Unternehmen geeignet, denn Content auf unpassenden Kanälen wird die richtige Zielgruppe nicht erreichen. Holen Sie sich Unterstützung bei der Modernisierung Ihrer Website und lassen Sie sich zeigen, mit welchen weiteren Kommunikationsmaßnahmen Ihre Ziele am effizientesten erreicht werden können. Ist diese Arbeit getan, werden Ihre Kunden künftig also in regelmäßigen Abständen mit optimierten, relevanten Inhalten und Sie mit positiver Reputation und neuen Anfragen versorgt. Ihre Handelsagentur wird nicht mehr nur unter Ihrem Namen oder Standort gefunden, sondern schon bald als erstes Ergebnis bei einer themenspezifischen Websuche angezeigt werden. So erlangen Sie nicht nur in einem Nischenmarkt Spezialistenstatus, sondern sind Ihrem Mitbewerb auch als Unternehmen im Massenmarkt einen großen Schritt voraus. Lesen Sie in der nächsten Ausgabe alles über E-Mail-Marketing und dessen Relevanz im digitalen Zeitalter und stärken Sie Ihr Knowhow mithilfe vieler weiterer Expertentipps.

ING. ALEXANDER GRAF, M.SC. ist Inhaber der Agentur Alexander Graf Consulting. Durch seine lang jährige Erfahrung im Marketing und Sales unterstützt er diverse Kunden erfolgreich. Von der Gründung und Zielgruppenanalyse bis zur laufenden Marktbearbeitung und einem Erfolg bringenden Online-Auftritt. office@ag-consulting.at www.ag-consulting.at

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RECHTSTIPP

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Ihr gutes Recht – zwingend! ZWINGENDE VORSCHRIFTEN IM HANDELSAGENTENRECHT: Schon von Gesetzes wegen stehen dem Handelsagenten einige wesentliche Rechte zu, und zwar unabhängig davon, ob ein schriftlicher Vertrag vorliegt oder vertraglich Abweichendes vereinbart wurde bzw. werden sollte. Ein Überblick. T E X T: M A G . H A R A L D L A J L A R , R E C H T S A N WA LT U N D V E R T R A U E N S A N WA LT D E S L A N D E S G R E M I U M S T I R O L

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wingende gesetzliche Bestimmungen müssen nicht vereinbart werden, sie gelten auch ohne vertragliche Regelung. Weiters können sie in einem Vertrag auch nicht zum Nachteil einer oder beider Vertragspartei(en) abgeändert oder aufgehoben werden. Dies gilt aber nur für Voraus-Vereinbarungen. Wird also eine Vereinbarung im Nachhinein getroffen, kann diese durchaus wirksam sein, selbst wenn sie für den

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Handelsagenten nachteilig ist. Zwingende „Schutzvorschriften“ finden sich nicht nur im Arbeits- oder Mietrecht, sondern auch im Handelsagentenrecht. Zumal es in der Praxis immer wieder vorkommt, dass keine schriftlichen Verträge vorliegen bzw. schriftliche Verträge unzulässige Abweichungen zum Nachteil des Handelsagenten enthalten, lohnt sich ein Überblick über diese Vorschriften.

Rechtsgrundlage Das Handelsagentenrecht ist in Österreich im Handelsvertretergesetz (HVertrG) geregelt. Dieses hat die europäische Richtlinie 86/653/EWG zur Koordinierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten betreffend die selbständigen Handelsagenten umgesetzt. Schon die Richtlinie enthält zwingende Vorschriften, die der österreichische Gesetzgeber in das nationale

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Recht zu übernehmen hatte, zusätzlich hat er noch weitere Bestimmungen mit zwingendem Charakter versehen. Eine Auflistung der in Österreich zwingenden Vorschriften findet sich in § 27 HVertrG; die dort genannten Rechte betreffend insbesondere die Bereiche: • Vertragsurkunde • Provisionen • Kündigungsfristen • Unterstützungspflicht des Unternehmers • Ausgleichsanspruch

Vertragsurkunde Einige wesentliche Bestimmungen im Überblick: Die EU-Richtlinie hat es den einzelnen Mitgliedstaaten überlassen, als Wirksamkeitsvoraussetzung des Vertrages dessen Schriftlichkeit vorzusehen. Bei bloß mündlichen Verträgen sollte bei grenzüberschreitenden Vertragsverhältnissen daher genau geprüft werden, ob diese nach dem anwendbaren Recht überhaupt wirksam zustande gekommen sind. In Österreich kommt der Handelsagentenvertrag jedenfalls formfrei zustande, das heißt, er kann sowohl schriftlich als auch mündlich – unter Umständen sogar stillschweigend durch ein bestimmtes Verhalten der Vertragsparteien – begründet, aber auch abgeändert werden. Liegt kein schriftlicher Vertrag vor, besteht für beide Vertragsteile die Möglichkeit, vom jeweils anderen Vertragspartner eine unterzeichnete Urkunde zu verlangen, die den zu diesem Zeitpunkt gültigen Inhalt des Vertrages wiedergibt. Wird dieses Verlangen nicht erfüllt, kann der Anspruch gerichtlich durchgesetzt werden und sogar einen wichtigen Grund für eine berechtigte vorzeitige Auflösung des Vertragsverhältnisses darstellen. Provisionen Auch der Zeitpunkt des Entstehens des Provisionsanspruches kann zum Nachteil des Handelsagenten nicht vertraglich abgeändert werden. Demnach entsteht der Anspruch spätestens dann, wenn der vermittelte Kunde seinen Teil des Geschäfts ausgeführt hat oder ausgeführt haben müsste, hätte der Auftraggeber (Geschäftsherr) seinen Teil des Geschäfts ausgeführt. Zwingend ist aber auch der Entfall des Provisionsanspruchs, wenn feststeht, dass das vermittelte Geschäft nicht ausgeführt wird und die vereitelte Vertragserfüllung nicht auf Umstände zurückzuführen ist, die der Auftraggeber zu vertreten hat. Hindert der Auftraggeber den Handelsagenten

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ZWINGENDE „SCHUTZVORSCHRIFTEN“ FINDEN SICH NICHT NUR IM ARBEITSODER MIETRECHT, SONDERN AUCH IM HANDELSAGENTENRECHT. ZUMAL ES IN DER PRAXIS IMMER WIEDER VORKOMMT, DASS KEINE SCHRIFTLICHEN VERTRÄGE VORLIEGEN BZW. SCHRIFTLICHE VERTRÄGE UNZULÄSSIGE ABWEICHUNGEN ZUM NACHTEIL DES HANDELSAGENTEN ENTHALTEN, LOHNT SICH EIN ÜBERBLICK ÜBER DIESE VORSCHRIFTEN. gar daran, Provisionen im zu erwartenden Umfang zu verdienen, wird er schadenersatzpflichtig (eine österreichische Besonderheit). Der Handelsagent hat auch einen gerichtlich durchsetzbaren Rechnungslegungsanspruch; wobei die Provisionsansprüche spätestens am letzten Tag jenes Monats abzurechnen sind, das auf das Quartal folgt, in dem der Provisionsanspruch entstanden ist (eine frühere Abrechnung kann vereinbart werden). Mit dem Tag, an dem die Abrechnung nach dem Gesetz (oder einer günstigeren Vereinbarung) stattfinden muss, wird die Provision auch fällig. Von besonderer Bedeutung ist auch die (ohne Vorliegen weiterer Voraussetzungen bestehende) Verpflichtung des Auftraggebers, über Anforderung einen Buchauszug zu erstellen und alle Auskünfte zu erteilen, um die Nachprüfung der Provisionsbeträge zu ermöglichen. Eine Pflicht, die dem Auftraggeber oft zur Last wird und dem Han-

delsagenten ein starkes Kontrollwerkzeug in die Hand gibt. Kündigungsfristen Auch die bei einer ordentlichen Kündigung einzuhaltende Kündigungsfrist kann nicht beliebig vereinbart werden. Im ersten Vertragsjahr muss sie zumindest ein Monat betragen, mit jedem weiteren Vertragsjahr verlängert sie sich um einen weiteren Monat. Ab dem begonnenen sechsten Vertragsjahr kann ein Handelsagentenvertrag nur unter Einhaltung einer mindestens sechsmonatigen Kündigungsfrist aufgekündigt werden. Wenn in einem schriftlichen Vertrag kürzere Fristen vereinbart sind, sind diese unbeachtlich und kommen die gesetzlichen Mindestkündigungsfristen zur Anwendung. Die Vereinbarung von längeren Kündigungsfristen ist im Übrigen zulässig, diese sind dann aber im gleichen Maße auch vom Auftraggeber einzuhalten. →

MAG. HARALD LAJLAR ist Rechtsanwalt und Partner von der Kanzlei Kroker Tonini Höss & Lajlar Rechtsanwälte sowie Vertrauensanwalt des Landesgremiums Tirol. Zusätzlich ist er allgemein beeideter und gerichtlich zertifizierter Sachverständiger und Immobilientreuhänder. office@kanzlei-tirol.at www.kanzlei-tirol.at

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WUSSTEN SIE, DASS ... ... jederzeit eine schriftliche Fassung eines nur mündlich abgeschlossenen Handelsagentenvertrages verlangt werden kann? ... eine vertragliche Vereinbarung mit kürzeren als der im Handelsagentenrecht angeführten Kündigungsfristen unwirksam ist? ... die Bestimmungen über den Ausgleichsanspruch im Vorhinein zum Nachteil des Handelsagenten nicht vertraglich aufgehoben und beschränkt werden können? ... auch bei der Entstehung, Abrechnung und Fälligkeit Ihrer Provisionsansprüche zwingende Bestimmungen des Handelsagentenrechts anzuwenden sind, die abweichenden vertraglichen Vereinbarungen vorgehen?

Fürsorgepflicht des Unternehmers Auch die gesetzliche Pflicht des Auftraggebers, den Handelsagenten bei der Ausübung seiner Tätigkeit zu unterstützen (Fürsorge-, Verschwiegenheits-, Informations-, aber keine Gleichbehandlungspflicht) und ihn entsprechend auszustatten, hat zwingenden Charakter und kann im Voraus weder aufgehoben noch zugunsten des Auftraggebers beschränkt werden. Eine (beharrliche) Verletzung dieser Pflicht kann den Handelsagenten im Einzelfall zu einer vorzeitigen Auflösung des Vertrages aus wichtigem Grund berechtigen. Ausgleichsanspruch Von ganz besonderer Bedeutung sind natürlich die Regelungen betreffend den Aus-

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gleichsanspruch (§ 24 HVertrG). Vor Beendigung des Handelsagentenverhältnisses können Auftraggeber und Handelsagent keine Vereinbarung treffen, die das Recht des Handelsagenten auf Ausgleichsanspruch einschränken oder gar gänzlich entfallen lassen würde. Im Umkehrschluss bedeutet dies aber auch, dass nach dem Ende des Vertragsverhältnisses (entscheidend ist das rechtliche Ende und nicht das faktische Ende der Tätigkeit, wie etwa bei einer Freistellung des Handelsagenten während der Kündigungsfrist) sehr wohl eine vom Gesetz abweichende Regelung – und zwar auch zum Nachteil des Handelsagenten – getroffen werden kann. Dass hier Vorsicht geboten ist, zeigt folgendes Beispiel: Noch während der laufenden

Kündigungsfrist erhält der Handelsagent vom Unternehmer ein Abfindungsangebot, mit dem sämtliche Ansprüche aus dem Vertragsverhältnis bereinigt und verglichen werden sollen. Das Abfindungsangebot liegt weit unter dem Betrag, der dem Handelsagenten zustehen würde (im Extremfall berücksichtigt es den Ausgleichsanspruch sogar überhaupt nicht, obwohl ein Anspruch bestünde). Nimmt der Handelsagent dieses Angebot nach Ablauf der Kündigungsfrist (und somit nach dem rechtlichen Ende des Vertragsverhältnisses) an, so ist die Vereinbarung trotz des zwingenden Charakters des § 24 HVertrG rechtsverbindlich, auch wenn das Abfindungsangebot deutlich unter der nach dem Gesetz berechneten Höhe des Ausgleiches liegt.

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HOTELTIPPS:

Magischer München-Trip ist anders und genau dieses Anderssein erleben Gäste auch im 4-Sterne-Hotel Freisinger Hof. DIE SOMMERZEIT IN DER BAYRISCHEN HAUPTSTADT

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leib doch no a weng“, heißt auf Bayrisch so viel wie bleib doch noch hier. Und genau das will der Gast eigentlich auch, wenn er einmal im Freisinger Hof eingecheckt hat. Sitzt man im gemütlichen Gastgarten des Hotels, hört man romantisches Vogelgezwitscher. „Und an manchen Tagen auch den Weckruf eines Esels“, schmunzelt Hotelchefin Michaela Wallisch.

Im Freisinger Hof ist man mitten in München und doch im Grünen und findet durch die ideale Lage direkt am weltberühmten Englischen Garten hier den idealen Ausgangspunkt für den individuellen Trip in die Metropole. Die Weltstadt ist zu jeder Jahreszeit einen Besuch wert und bietet 1001 Möglichkeiten. Shopping oder lieber ein Musicalabend? Ein Besuch in einem der zahlreichen Museen oder doch lieber einen Ausflug in die Bavaria Filmstadt? Auf jeden Fall einplanen sollte der Gast jedoch einen Besuch des weltberühmten Viktualienmarkts mit seinen vielfältigen Genussständen. Nach einem aktiven Tag in der Stadt kommt man gerne zurück in den Freisinger Hof. Es empfiehlt sich noch ein Ausflug in den kleinen, aber feinen Wellnessbereich, zumindest so lange, bis sich der Hunger meldet. Das hotel-

SERIE HOTE L T IP P S TEIL 1 VON

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eigene À-la-carte-Restaurant ist schon lange kein Insidertipp mehr. Später werden in den gemütlichen Zimmern und Suiten die Pläne für den nächsten Tag geschmiedet. „Kommen’s doch zu meinen Mädels an die Rezeption, die verraten Ihnen gerne a paar Geheimtipps für eine sommerliche München-Tour“, empfiehlt Michaela Wallisch. www.freisinger-hof.de

Einzigartige Genussmomente HERRLICHE NATURKULISSE , charmante Gastfreundschaft und kulinarische Genüsse auf höchstem Niveau – im ****Hotel Metzgerwirt in St. Veit im Pongau trifft Tradition auf Moderne.

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chon die Anfahrt in den Kurort St. Veit im Pongau ist vielversprechend. Meter um Meter schlängelt sich die Straße den Berg hinauf auf die Salzburger Sonnenterrasse. Oben angekommen heißt es durchatmen und genießen. In bester Lage direkt im Ortszentrum und umgeben von einer traumhaften Bergkulisse wartet das ****Hotel Metzgerwirt auf seine Gäste. Traditionelle Werte und die langjährige Geschichte des Hauses spiegeln sich nicht nur im modernen und dennoch gemütlichen Ambiente wider, sondern sorgen vor allem im direkt angeschlossenen Wirtshaus für einen individuellen und persönlichen Charme. Hier schätzen Einheimische und Gäste gleichermaßen die ehrliche und gelebte Gastfreundschaft. Regionale Pongauer Schmankerl, gutbürgerliche Hausmannskost und Spezialitäten

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aus dem Salzburger Land – gerne auch auf der gemütlichen Terrasse am Marktplatz serviert – zeichnen die kreative Küche von Küchenchef Paul und seinem Team aus. Durchatmen, abschalten und Kraft tanken heißt es auch im hauseigenen Beauty- und Wellnessbereich. Saunen, Infrarotkabine und Liegewiese bieten die idealen Voraussetzungen, um im Urlaub zur Ruhe zu kommen und die innere Mitte wiederzufinden. Und auch Naturliebhaber und Aktivurlauber kommen in St. Veit im Pongau voll auf ihre Kosten. Die einzigartige Lage des kleinen Paradieses garantiert besonders viele Sonnenstunden und eine wohltuende Wirkung der Luft. Die Freizeitmöglichkeiten sind quer durch alle Jahreszeiten schier unbegrenzt. www.hotel-metzgerwirt.com

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Teamleiter-in | Promoter-in Rettungshunde retten Menschenleben!

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Vertriebspartner | Industrievertreter für Sondermaschinenbau Automatisierungstechnik Die IAG ist ein eigentümergeführter Sondermaschinenbauer südlich von Wien mit mehr als 100 Mitarbeitern und über 30 Jahren Erfahrung in den Bereichen Sondermaschinenbau. Unseren Kunden biegten wir maßgeschneiderte Sonderlösungen in den Bereichen Maschinenbau, Hydraulik, Pneumatik, Robotik, Elektrotechnik und Software.

C) Generell bei der Kunden-Projekt-Anfragengenerierung und Weiterleitung an unsere Angebotsabteilung

Wir suchen Unterstützung: A) Beim Aufbau einer Vertriebspartner-Struktur / Handelsvertreter-Netzwerks B) Bei der Generierung von Kunden-Erstkontakten / Interessenten für Sondermaschinenbauprojekte

Gerne per Mail unter: s.gruber@iag.at

Nähere Information finden Sie auf unserer Homepage Wenn Sie Interesse an einem Erst- Gespräch haben, dann melden Sie sich doch bitte bei mir.

Dipl.-Ing. Stefan Gruber MBA Head of Sales | Special purpose machinery Tel: +43262221734-75, s.gruber@iag.at, www.iag.at

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CONTACT: März 2019  

Das Magazin der österreichischen Handelsagenten.

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