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DAS WIRTSCHAFTSMAGAZIN

SPRACHE MACHT GESCHLECHT Über Sex & Gender, Frauen & Männer und alles, was dazwischen kommt.

Ausgabe Nr. 14 | Jänner 2020 P.b.b. Verlagspostamt 6020 Innsbruck ZNr. GZ 02Z030672 M | Euro 3.00

BILDUNG ALS BEFREIUNG. Die Frau in der Gesellschaft CHANCENGLEICHHEIT. Zur Lage der Gendermedizin SHEROES. Karriere trotz Kind. Oder deswegen STARKE REBELLINNEN. Frauen in der Kunstwelt


AT L A N T I C B L U E - S A P P H I R E B L AC K B E Z E L

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eco.edit

Mag. Sandra Nardin und Christoph Loreck, eco.nova-Herausgeber

MÄNNER SIND MITGEMEINT

DIE KRAFT DER WORTE Zimmermann Wir mögen die deutsche Sprache, weil sie uns so herrlich Ganahl Aktiengesellschaft viele Möglichkeiten Obere Lend 14gibt, uns auszudrücken, und im Gegensatz A-6060 Hall in Tirol zu manch anderer Sprache sehr facettenreich ist. Das heißt jedoch, T +43 (0)5223/579 65-0 info@zimmermann-ganahl.com dass man im Zweifelsfall sehr vorsichtig mit ihr umgehen muss.

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s ist ein Thema, das uns schon eine ganze Weile begleitet: das Gendern im Magazin. Wir haben uns dazu entschlossen, es nicht zu tun. Es geht dabei nicht um das Binnen-I, ein Sternchen oder den Schrägstrich, es geht ums danach, weil die Erwähnung beider Geschlechter manchmal nicht nur ein Wort, sondern die gesamte Grammatik des Satzes beeinflusst und zu teils wirklich unschönen Ausformungen führen kann. Das heißt jedoch nicht, dass wir Frauen weniger mögen oder sie gar weniger wertschätzen. Wir sind sehr darum bemüht, bei allen Themen ausgewogen zu recherchieren und Frauen wie Männer gleichermaßen zu Wort kommen zu lassen. Vor allem aber sind wir darum bemüht, jene Menschen zu fragen, die sich tatächlich auskennen – unabhängig von Geschlecht, Alter oder Ethnie. In Interviews versuchen wir, den Duktus unseres Gegenübers aufzunehmen und wiederzugeben, und nur ganz selten wird im gesprochenen Wort gegendert. Macht es eine Interviewpartnerin, schreiben wir es so nieder. Wenn nicht, nicht. Weil uns aber durchaus bewusst ist, dass die Sprache ein mächtiges Instrument ist und gerade wir als Redaktion einer Verantwortung nachzukommen haben, haben wir in dieser Ausgabe ein Experiment gewagt und alle redaktionellen Beiträge, die dem Leitthema dieser eco.nova – nämlich den Geschlechterrollen – folgen, sowie dieses Editorial in rein weiblicher Form verfasst. In den gekennzeichneten Beiträgen sind im generischen Femininum also Männer höflichst mitgemeint. Auch PRs wurden dieses Mal in genau jener Form übernommen, in der wir sie beigestellt bekommen haben (normalerweise überarbeiten wir sie der Blattlinie entsprechend), die Kurzmeldungsseiten jeder Rubrik gendergerecht geschrieben und mit Zitaten starker Frauen versehen. Diese Ausgabe ist unsere ganz persönliche Hommage an alle Frauen, ohne die Familie, Gesellschaft und Wirtschaft nicht wären, was sie sind. Wir wünschen allen Leserinnen stressfreie Feiertage und einen ganz wunderbaren Start in ein erfolgreiches und aufregendes Jahr 2020, Ihre Redaktion der eco.nova.

Uns können Sie Ihre Firmengeheimnisse bedenkenlos anvertrauen. Aktenvernichtung direkt vor Ort - zuverlässig und sicher. Zimmermann Ganahl Aktiengesellschaft Obere Lend 14 A-6060 Hall in Tirol www.zimmermann-ganahl.com

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FOTOS: MARIAN KRÖLL, ADOBE STOCK, ANDREAS FRIEDLE, VALIE EXPORT/BILDRECHT WIEN, 2018/ GERTRAUD WOLFSCHWENGER, BRUNO KÖNIG, KIRNBAUER


eco.inhalt

E C O .T I T E L 14 VON SEX UND GENDER

Von den Konsequenzen, die es hat, sich biologisch und sozial als Mann, Frau und alles dazwischen zu definieren. Ohne ein bisschen Feminismus kommt man dabei nicht aus. 22 GENDERLINGUISTIK Wie Sprache das Bewusstsein prägt.

E C O .W I R T S C H A F T 26 BILDUNG ALS BEFREIUNG

Bereits im 14. Jahrhundert wurde das Kollektiv Frau erstmals zum Thema. Und ist es noch immer. 32 FRAUENNETZWERKE Von weiblichen Burschen und mächtigen Netzwerken. 38 EINE EHE, DIE AUFREGT Man wird den Eindruck nicht los, dass in Sachen Gletscherehe Pitztal–Ötztal vieles wird, nur nicht heftig debattiert. 42 IM PORTRÄT In vielen Unternehmen koexistieren Traditon und Innovation friedlich nebeneinander. Wie in der Hotelgruppe Ultsch.

ECO.ZUKUNFT 52 GENDERMEDIZIN

Chancengleichheit ist eines der WHO-Gesundheitsziele. Auch in der Medizin. 58 SHEROES Kinder und Beruf unter einen Hut zu bringen, ist für Frauen gar nicht so einfach. Doch es gelingt. 64 DIE ENERGIEWENDE IST WEIBLICH Transformation bedarf Vielfalt. Vielfalt an Ideen, Maßnahmen und Geschlechtern.

ECO.GELD 72 GEHEIMNISSE DER DOPPELHELIX

Gesund alt zu werden, das wünschen sich die meisten von uns. Oft können schon kleine Gewohnheitsänderungen viel dazu beitragen.

ECO.ART 98 FRAUEN IN DER KUNST

Seit jeher sind Frauen als Objekte in der Kunst beliebt, werden als Madonnen, Verführerinnen oder als Femme fatales dargestellt. Als Kunstschaffende selbst traten sie jedoch weniger in Erscheinung.

ECO.MOTOR 106 ERMÖGLICHER MOBILER ZUKUNFT Swarco-Vorstandssprecher Michael Schuch erklärt, warum der Konzern näher an die Auto­ industrie heranrückt und Boden­ markierungen unterschätzt sind. 110 AUTOWELT 4 FUTURE Junge Menschen in der Autobranche. 114 KIA E-SOUL 115 BMW 5 PLUG-IN-HYBRID 116 SSANGYONG REXTON SPORTS XL 118 NEUES AUS DER AUTOBRANCHE

ECO.LIFE 126 WOHLFÜHLMOMENTE

Hoteltipps für den Winter und alle anderen Jahreszeiten. 134 POESIE IN FLASCHEN Der beste Wein ist ein offener Wein. Wir haben ein paar Empfehlungen für Sie, bei denen sich der Korkenzieher lohnt. 03 EDITORIAL 06 KOMMENTAR 08 KOPF DER AUSGABE 78 ECO.STEUERN 140 IM GESPRÄCH

IN EIGENER SACHE

Beiträge in dieser Ausgabe, die sich mit der Mann-Frau-Thematik beschäftigen, haben wir bewusst in komplett weiblicher Form geschrieben und das generische Maskulinum ins Femininum umgekehrt. Männer sind in all diesen Beiträgen selbstverständlich mitgemeint. Wir haben dies auch bei Begriff­lichkeiten wie „Bürgerrechts­bewegung" gemacht, aus der eine „Bürgerinnenrechtsbewegung" wurde, wohlwissend, dass es dieses Wort in dieser Form nicht gibt und es historisch auch nicht korrekt ist. Wir wollen damit aufzeigen, wie maskulin beherrscht unsere Sprache ist, selbst in Bereichen, die weiblich dominiert sind, waren es doch vor allem die Frauen, die im Zuge dieser Bewegungen um ihre Rechte als Bürgerinnen gekämpft haben. Auch etwas eigentümlich anmutende Schreibweisen wie „männliche Gralshüterinnen" werden Ihnen unterkommen, als Anstoß dazu, künftig zumindest dann die weibliche Form zu verwenden, wenn ausschließlich Frauen gemeint sind. „Weibliche Gralshüter" klingt bei Weitem nicht so absonderlich, ist aber dasselbe in Rosa. Wir hoffen, wir haben alle Begriffe entsprechend abgeändert, und bitten um Entschuldigung, sollten wir einen übersehen haben. Das Schreiben war eine Heraus­forderung, doch wir haben uns redlich bemüht. Ihre Redakteurinnen der eco.nova

HER AUSGEBER & MEDIENINHABER: eco.nova Verlags GmbH, Hunoldstraße 20, 6020 Innsbruck, 0512/290088, redaktion@econova.at, www.econova.at GESCHÄF T SLEITUNG: Christoph Loreck, Mag. Sandra Nardin A S SIS TENZ: Martin Weissenbrunner CHEFREDAK TION: Marina Bernardi REDAK TION: eco.wirtschaft: Marian Kröll, Alexandra Keller, Sonja Niederbrunner, MMag. Klaus Schebesta, Renate Linser-Sachers, Barbara Liesener, DI Caterina Molzer-Sauper, Marion Witting, MSc., Stefan D. Haigner // eco.zukunft: Doris Helweg // eco.geld: Dr. Michael Posselt // eco.kultur: Julia Sparber-Ablinger // eco.mobil: Bruno König // steuer.berater: Dr. Verena Maria Erian // recht.aktuell: RA Mag. Dr. Ivo Rungg // eco.life: Marina Bernardi ANZEIGENVERK AUF: Ing. Christian Senn, Bruno König, Hannelore Weissbacher, Matteo Loreck L AYOUT: Tom Binder LEK TOR AT: Mag. Christoph Slezak DRUCK: Radin-Berger-Print GmbH UNTERNEHMENS GEGENS TAND: Die Herstellung, der Verlag und der Vertrieb von Drucksorten aller Art, insbesondere der Zeitschrift eco.nova. GRUNDLEGENDE RICHT UNG: Unabhängiges österreichweites Magazin, das sich mit der Berichterstattung über Trends in den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft, Architektur, Gesundheit & Well­ness, Steuern, Recht, Kulinarium und Life­s tyle beschäftigt. Der Nachdruck, auch auszugsweise, sowie anderwertige Vervielfältigung sind nur mit vorheriger Zustimmung des Herausgebers gestattet. Für die Rücksendung von unverlangt eingesandten Manuskripten und Bildmaterial wird keine Gewähr übernommen. Namentlich gekennzeichnete Beiträge stellen nicht unbedingt die Meinung der Redaktion dar. JAHRE SABO: EUR 25,00 (14 Ausgaben) // Sind Beiträge in dieser Ausgabe in der Kopfzeile mit dem FIRMENNAMEN gekennzeichnet, handelt es sich um BE Z AHLTE ANZEIGEN!

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eco.mmentar

SPEED KILLS Wir leben in einer Zeit der Veränderungen. Sie erfolgen meist schlagartig. Und lassen keine Zeit zum Nachdenken.

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e rä n d e r u n g e n g e h e n schleichend? Stimmt nicht. Sie passieren fast immer über Nacht. Und weil das Neue so radikal, so absolut, so rasend daherkommt, stellt sich oft erst im Nachhinein heraus, ob eine Entwicklung nachhaltig war oder nur eine Modeerscheinung, der alle blind nachgelaufen sind. Das verstärkt das Gefühl: Es ist nichts mehr berechenbar. Drei Beispiele. Sehen wir uns den Begriff „Postenschacher“ näher an. Jahre-, wenn nicht jahrzehntelang war es Usus und jeder wusste es: Dass die gerade regierenden Parteien auf sämtlichen staatlichen und staatsnahen Posten die Ihren unterbringen. Es interessierte keinen Menschen, ob der oder die ParteibuchbesitzerIn auch die fachliche Qualifikation mitbrachte, um die geforderten Aufgaben auch nur halbwegs erfüllen zu können. ÖBB, Post, OMV, BIG, Verbund, Asfinag, ORF lauteten über Jahre die besten Adressen, um treuen Parteisoldaten zu einem lukrativen Ausgedinge zu verhelfen. Mit der Bestellung von Peter Sidlo zum Finanzchef der Casinos wurde der Begriff „Glücksspiel“ wohl endgültig überdehnt. Auf einmal tun alle so, als ob etwas Ungeheuerliches, Einmaliges geschehen wäre. Wir wurden wieder einmal Zeugen einer schlagartigen 180-Grad-Wende der öffentlichen Meinung – diesmal zum Glück in die richtige Richtung. Was allerdings nervt, ist die gespielte Empörung auf der Politbühne – bis hin zum gewählten Zeitraum für den von SPÖ und Neos beschlossenen Untersuchungsausschuss. Der umfasst bekanntlich nur die eineinhalb Jahre von Türkis-Blau, damit bloß nicht in sozialdemokratisch eingefärbter Schmutzwäsche gewühlt wird. Zuerst über Jahre hinweg beim Postenkarussell selbst mitspielen und dann nie dabei gewesen sein wollen? Macht euch doch nicht lächerlich! Anderes Beispiel: Eindrucksvoll ist auch immer wieder, wie schnell und radikal die Stimmung in einer Partei kippt, derzeit zu beobachten an den Wahlverlierern FPÖ und SPÖ. Was für eine Heilsfigur war HC Strache doch für die Freiheitlichen – und jetzt wollen sie ihn allesamt nicht gekannt haben und hoffen (vergeblich), dass mit seiner Entfernung die Entfernung zu eigenen „Einzelfällen“ ins Unendliche steigt. Nicht

V O N K L A U S S C H E B E S TA

anders bei der SPÖ. Dort prügeln nun zahllose Parteifreunde auf die glücklose Pamela Rendi-Wagner ein, gründlicher als es je Außenstehende erledigen könnten. Selbst der Ex-Parteichef ist sich nicht zu dumm, per Pressekonferenz auf die am Boden liegende Partei(chefin) draufzutreten. Der Weg vom Heiland zum Gottseibeiuns ist kein fließender, sondern verläuft über eine radikale Bruchlinie. Am unerträglichsten sind dabei jene Protagonisten, die sich „Ich habe es immer schon gewusst“ auf die Brust heften und völlig vergessen, dass sie kurze Zeit davor noch zu den größten Schulterklopfern gezählt hatten. Und noch eine dritte Beobachtung: Nicht nur Personen tauchen über Nacht auf oder verschwinden – auch großen Themen geht es so. Jahrelang haben die Grünen Nachhaltigkeit und Klimaschutz eingefordert. Und jetzt? Plötzlich entdecken alle, wie wichtig Nachhaltigkeit und Klimaschutz sind. Auch darin liegen eine gewisse Unglaubwürdigkeit und die Gefahr, dass nun aus der Hüfte übers Ziel geschossen wird. Zu beobachten am scharfen Gegenwind, der etwa den Betreibern des Zusammenschlusses von Ötz- und Pitztal ins Gesicht bläst. Der Abwehrreflex geht längst über das eigentliche Projekt hinaus und führt zu einem Generalvorwurf an den Tourismus selbst. Dass die meisten Seitentäler Tirols ohne touristische Nutzung längst wirtschaftlich tot wären, spielt dabei offenbar keine Rolle. Speed kills, heißt es landläufig. Wir müssen uns gut anschnallen, dass uns das nicht bei der Wucht, mit der neue Trends über digitale Kanäle ungebremst hereinbrechen, selbst passiert. Wenn das einzig Beständige die Veränderung ist, gehen leicht zentrale Werte über Bord – und die Bodenhaftung gleich mit. Bei aller Euphorie für Neues sollte eines nicht vergessen werden: Nicht jede Welle hat uns in neues Fahrwasser gebracht, geschweige denn in besseres. So mancher Trend, dem alle atemlos hinterhergehechelt sind, war kurze Zeit später wieder Schnee von gestern und hat den einen oder anderen wie einen begossenen Pudel dastehen lassen. Dagegen gibt es ein bewährtes Mittel, das jedoch heillos aus der Mode gekommen ist: den Hausverstand. Wer weiß, vielleicht kommt seine Zeit ja wieder einmal. 


24. INTERNATIONALE KUNSTMESSE | INTERNATIONAL ART FAIR

16 – 19 JAN 2020 TÄGLICH | DAILY 11.00 – 19.00 | SA 11.00 – 21.00 MESSE INNSBRUCK | www.art-innsbruck.com

Herman van den Broek „ohne Titel 1“ 2019, Digitale gemischte Medien

Zeitgenössische Kunst, Klassische Moderne und Kostbarkeiten des 19. – 21. Jhdts. Contemporary art, classical modernism and other treasures from the 19th – 21st century


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eco.porträt

CHRISTOPHER MIESS Chris Miess hat am glatten Parkett der Finanzwirtschaft eine steile Karriere hingelegt. Der Tiroler ist einer der renommiertesten Experten, was Kryptowährungen und die diesen zugrunde liegende Blockchain-Technologie betrifft. Mit seinem Unternehmen ICONIC steht er unternehmerisch auf eigenen Beinen. In Sachen Kryptowährungen und Blockchain berät er sogar die österreichische Bundesregierung. TEXT: MARIAN KRÖLL

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on den sogenannten Kryptowährungen hat heutzutage fast jeder schon einmal gehört, zumindest von Bitcoin, der wohl bekanntesten digitalen Währung. Ebenso von der zugrunde liegenden Technologie, der Blockchain. Für die gilt, dass man über ihre tatsächliche Entstehung nichts Genaues und – zumindest in der Allgemeinheit – über ihre Funktionsweise recht wenig weiß. Bei Chris Miess ist das anders. Der Schwazer legte nach HAK-Matura und Studium – das er mit nicht weniger als sechs akademischen Graden beendete – eine Bilderbuchkarriere in der (Krypto-)Finanzwelt hin. Was für die meisten abstrakt und kaum nachvollziehbar ist, ist für den weltweit gefragten Tiroler Kryptogeld-Experten keineswegs kryptisch. Als Vortragender und Keynote-Speaker ist es ihm ein Anliegen, die Gesellschaft „blockchain-fit“ zu machen. Miess kommt aus der „konventionellen“ Finanzwirtschaft, war Investmentbanker bei namhaften Instituten, darunter Goldman Sachs in London und New York, ehe er beim Krypto-Jungunternehmen „TenX“ als CFO an Bord ging. Dort sorgte er 2017 mit einem erfolgreichen ICO (Initial Coin Offering) über 80 Millionen USD für internationales Aufsehen, handelte es sich dabei doch um die größte jemals in Asien getätigte erstmalige Kapitalaufnahme dieser Art einer Kryptowährungsfirma. Miess ist ein Globetrotter. Nachdem er nun fast 10 Jahre im Ausland in New York, London und Singapur lebte, hat er nun seinen Lebensmittelpunkt seit ein paar Monaten wieder nach Österreich zurückverlegt. Hier berät Chris Miess zahlreiche Unternehmen, Startups und sogar die Bundesregierung in Sachen Blockchain und Kryptowährungen. Er ist Mitglied des FinTech Rates der Regierung und ist dort als Experte für Regulierung von digitalem Geld wie Bitcoin tätig. „Prinzipiell haben Kryptowährungen das Potenzial, einiges zu ändern in unserer Welt. Sie sind per se nichts Neues, auch beim Online-Banking wird FOTOS: © ANDREAS FRIEDLE

„Es gehört immer Glück dazu, und ich habe im Leben oft Glück gehabt, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein.“ CHRIS MIESS

Geld von A nach B gesendet. Das ist auch eine digitale Währung. Was bei der Kryptowährung neu ist, ist, dass man den Mittelsmann, die Bank, herausnimmt und direkt von A nach B über Ländergrenzen hinweg Währungen schicken kann“, erklärte der Experte. Zudem seien in den letzten Jahren diese Währungen zunehmend als Finanzierungsform für Startups verwendet worden. Zu seinem Erfolgsrezept verriet der bescheidene Schwazer so viel: „Einer meiner Professoren in Yale hat einmal gesagt: Success is when preperation meets luck. Ich versuche, immer so gut wie möglich vorbereitet zu sein, dann hoffe ich auf eine glückliche Situation und versuche, diese zu nützen. Es gehört immer Glück dazu, und ich habe im Leben oft Glück gehabt, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Timing ist die halbe Miete. Gottseidank habe ich auch immer Freunde und eine Familie gehabt, die mich sehr stark unterstützt haben und ohne die das alles nicht möglich gewesen wäre.“ Wenn Bescheidenheit, (Fortschritts)-Optimismus und Know-how in einer Person zusammenfinden, kann sie Großes erreichen. Das zeigt sich in der Person des Christopher Miess, der in seinem jungen Leben bereits erreicht hat, wovon die meisten nicht einmal zu träumen wagen. Bei Goldman Sachs folgt Miess seinem Instinkt, weil er vom großen Potenzial der Blockchain überzeugt ist. „Ich bin froh, dass ich das gemacht habe, weil ich dabei sehr viel gelernt habe“, meint der Experte, der auch als Vortragender sehr gefragt ist. Dass Christopher Miess in der Finanzwelt eine heiße Aktie ist, hat man auch schon ah-

ZUR PERSON

Christopher Miess war nach seinen Abschlüssen an der London School of Economics und der Ivy-League-Uni Yale als Investmentbanker für die Häuser Morgan Stanley und Goldman Sachs tätig. Dann übernahm er die Position des CFO beim KryptowährungsStart-up TenX. Nach seinem Ausscheiden bei TenX machte sich Miess als Gründer und CEO von ICONIC selbständig.

nen können, ehe er bei Forbes Österreich in der Kategorie Finanzen unter die 30 under 30 gereiht wurde. Mittlerweile steht der Tiroler als selbständiger Consultant und Investor auch unternehmerisch erfolgreich auf eigenen Beinen. Auch bei ICONIC, wo der Gründer als CEO fungiert, geht Miess der Frage nach, inwiefern Banken und andere Unternehmen ihr Geschäftsmodell mithilfe der Blockchain-Technologie verbessern können. Diese ungenützten Potenziale will Christopher Miess freilegen. Mit ICONIC ist Miess sowohl als Investor als auch als Berater tätig, unter anderem hilft er Start-ups dabei, im Blockchain-Ökosystem ihre ideale Position zu finden und Kapital zu beschaffen. Wenn es den allermeisten Menschen zu kryptisch wird, ist Christopher Miess ganz in seinem Element. Das spricht dafür, dass wir vom jungen Schwazer auch in Zukunft noch einiges hören werden.

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WIRTSCHAF

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wirtschaft & unternehmen BUCHTIPPS

NO MORE BULLSHIT

Frauen machen Wirtschaft Die Volksbank UnternehmerInnen-Studie beleuchtet dieses Jahr zum zweiten Mal die persönliche Lebenswelt von Selbstständigen in Österreich. Gemeinsam mit dem Österreichischen Gallup-Institut wurden bundesweit 1.000 Selbständige befragt. „Der Einfluss von Frauen auf die Gesellschaft ist aktuell so stark wie nie. Erfolgreiche Unternehmerinnen sind quer durch das Land zu finden“, so Martin Holzer, Vorstand der Volksbank Tirol AG. Im letzten Jahr wurden bereits rund 45 Prozent der Unternehmen von Frauen gegründet. Über die Hälfte der Befragten waren dabei der Meinung, dass Frauen Unternehmen vor allem in „klassischen Frauenbranchen“ wie Mode, Beauty, Textil, Styling und Handel wählen. Dies entspricht jedoch nicht der Realität, denn rund ein Drittel ist im Industriesektor selbständig. Obwohl immer mehr Frauen ihr eigenes Unternehmen gründen, bestätigt sich in puncto Haushalt und Kinder leider das Klischee: 67 Prozent der Frauen und lediglich 33 Prozent der Männer sind für Haushalt und Erziehung zuständig. Dies kann schnell zur Doppelbelastung und Überforderung führen. Zumindest 70 Prozent der Unternehmerinnen denken, dass Kinder und UnternehmerInnentum schwer zu vereinbaren sind.

JA ZUR FRAUENQUOTE

Das sensible Thema der Chancen- und Geschlechtergleichheit wird von UnternehmerInnen unterschiedlich beurteilt. Männer geben einerseits an, dass im Berufsalltag Chancengleichheit für Frauen gegeben ist, andererseits sind sie der Meinung, dass sie selbst im Arbeitsleben mehr Hürden zu überwinden hätten als Frauen. Die weiblichen Befragten sehen dies ganz anders. Bei der Frage nach Frauenquoten in Politik und Wirtschaft waren sich die Geschlechter jedoch einig: Zwei Drittel der befragten Frauen sprechen sich dafür aus. Bei den Männern hält zumindest jeder Zweite eine Frauenquote für sinnvoll. Die vollständige Volksbank UnternehmerInnen-Studie finden Sie auf www.volksbank.at/unternehmerstudie.

Sorority (Hrsg.) Verlag Kremayr & Scheriau 176 Seiten, EUR 19,90 Mit „No More Bullshit!“ hat das Frauennetzwerk Sorority eine Gebrauchsanweisung vorgelegt, die dabei helfen soll, „Stammtischweisheiten, Weiblichkeitsmythen und tradierte Vorurteile“ zu hinterfragen. Das ist über weite Strecken auch ganz unterhaltsam und aufschlussreich. „Liberté, egalité, smash the patriarché, … mic drop“, heißt es eingangs fein ironisch. Unverzagt geht man auf den folgenden Seiten mit Wissenschaft, Statistik und Humor zur Sache, um hartnäckige Pseudoweisheiten zu filetieren – ganz nach dem Motto: „Aufschlagen, Nachschlagen, Zurückschlagen.“

GLAUBE WENIG,

hinterfrage alles, denke selbst Albrecht Müller, Westend Verlag 144 Seiten, EUR 14,00 Wir alle werden ständig bedrängt, zu denken, was andere uns vorsagen. Dieses Buch hilft, sich aus dem Gestrüpp der Manipulationen zu befreien. Albrecht Müller beschreibt gängige Methoden der Manipulation sowie Fälle gelungener oder versuchter Meinungsmache und analysiert die dahintersteckenden Strategien. Es ist Zeit, wieder selbst zu denken.

„Karriere ist etwas Herrliches, aber man kann sich nicht in einer kalten Nacht an ihr wärmen.“ MARILYN MONROE , SCHAUSPIELERIN


© OBERMOSER ARCH-OMO ZT GMBH

eco.wirtschaft

© JULIA TÜRTSCHER

eco.mmentar

Marina Bernardi, Chefredaktion

Solidarisiert euch! Durch Neugestaltung einer bestehenden Immobilie entsteht im Gewerbegebiet HallThaur der 45 Meter hohe Pelletsturm.

UNTERNEHMEN DER AUSGABE Der Tiroler Energieversorger GUTMANN investiert zunehmend im Sektor erneuerbare Energien. Einen absoluten Meilenstein in diesem Bereich stellt der Erwerb eines 45 Meter hohen Silos im Gewerbegebiet Hall-Thaur dar: Nach erfolgten Genehmigungen wird dieser nun zu einem Pelletslager umgebaut. Mit einem Fassungsvermögen von 10.000 Tonnen ist es das größte seiner Art in Österreich. Von der Firma Gutmann werden dazu zwölf Millionen Euro investiert. Die Fertigstellung ist für Mitte 2020 geplant.

B E R E I T S F E R T I G G E S T E L LT Während Gutmann noch baut, haben zwei weitere Unternehmen ihre Bautätigkeit bereits fertiggestellt. GLORYFY, die Marke mit den quasi unzerstörbaren Brillen, hisst die Fahnen im neuen Headquarter in Schlitters und investierte eine Million Euro in Infrastruktur und Standort (im Bild). Auf über 3.500 Quadratmetern werden hier ab sofort Produktion, Logistik, Marketing, Design und Verwaltung zusammengelegt und in einer brandneuen Zentrale vereint. Die großzügig angelegten Hallen wurden in den 1950er- und 1970er-Jahren erbaut und bevor das Unternehmen einzog, einem gründlichen Make-Over unterzogen. Der Gartengerätehersteller STIHL TIROL mit Sitz in Langkampfen setzt einen weiteren baulichen Meilenstein und erweitert seinen Standort um 25 Indoor-Prüfräume. Damit können Rasenmäher, Mähroboter und sonstige Akku- und Gartengeräte der Marke nun nach neuestem Stand der Technik auf Herz und Nieren unter die Lupe genommen werden, bevor diese Markt­ reife erlangen.

Wir Frauen reden gerne. Das Problem ist: Wir tun es eher übereinander statt miteinander. Irgendwie ist es paradox. Seit gefühlt immer sagt man uns Frauen nach, wir wären Quasselstrippen. Und ich gebe zu: Ich rede auch gerne und manchmal durchaus mit bescheidenem Interessantheitswert. Vor allem, wenn ich den ganzen Tag vor dem Computer verbringe, hat es mein Mann abends nicht leicht. weil dann quasi die gesamten aufgestauten Worte noch schnell rausmüssen vorm Schlafengehen. So als hätte man täglich ein bestimmtes Kontingent an Worten, das unbedingt aufgebraucht gehört, weil man sonst erstickt. Doch genau hier liegt der Hund begraben: Wir Frauen neigen dazu, einfach um des Redens willen zu reden. Geht es aber darum, die wirklich heiklen Dinge anzusprechen, versinken wir in Schweigen. Probleme werden allenfalls mit der Freundin besprochen, nicht aber mit demjenigen, den sie angehen. Und: Wir reden verdammt gerne übereinander. Vielleicht auch deshalb, weil es einfacher ist, als sich über sich selbst Gedanken zu machen. Wir sollten uns jedoch nicht selbst versuchen aufzuwerten, indem wir andere abwerten. Doch genau das passiert – wenn auch unbewusst –, wenn man in den Lästerschwester-Modus fällt. Uns wurde anerzogen, uns selbst nicht zu sehr zu loben, also holen wir uns unsere Selbstbestätigung dadurch, andere abzuqualifizieren. Das macht uns selber aber nicht stärker. Mädels: Wir können, sollen und dürfen uns selbst auch mal toll finden. Ohne schlechtes Gewissen und einfach, weil wir es sind! Gerade in jüngeren Jahren neigen Frauen dazu, sich lieber kritisch und neidvoll zu beäugen, als sich untereinander zu bestärken. Wir sollten uns zwischendurch viel öfter auf die Schulter klopfen und unsere Gegenüberin nicht für die hübsche Bluse loben, sondern für ihr unternehmerisches Talent, ihren Sinn für Zahlen oder ihr tolles Familienmanagement. Es hilft nichts, wenn wir Frauen zwar in der Bundeshymne vorkommen, uns das aber gegenseitig nicht gönnen. Anregungen und Kommentare bitte an bernardi@econova.at

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© KUNSTFOTOGRAFIN

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DIE MEDIZINFRAU Dass „die Medizin“ weiblich ist, hat einen einfachen Grund: Es gibt mehr Frauen auf der Erde als Männer. Und dennoch ist es den Frauen „passiert“, der männlichen Minderheit die Forschung auf diesem Gebiet zu überlassen.

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ass sich das in den letzten beiden Jahrzehnten geändert hat, ist natürlich einer Frau zu verdanken. Marianne Legato, eine amerikanische Kardiologin, hat in den 1980er-Jahren auf Unterschiede bei Herzerkrankungen zwischen Frauen und Männern hingewiesen. Zehn Jahre später hielt der Begriff Gendermedizin Einzug in die Wissenschaft. Weitere zehn Jahre später, 2001, gab die Weltgesundheitsorganisation die Empfehlung, eine geschlechtsspezifische Gesundheitsvorsorge zu entwickeln. Das ist noch nicht lange her. In ihrem 2002 erschienenen Buch „Evas Rippe“ weist Legato darauf hin, dass beispielsweise bei einem Herzinfarkt die Signale zwischen Frauen und Männern durchaus unterschiedlich sind. Das von Männern bekannte Engegefühl und Schmerzen in der Brust, die sich in den linken Arm ausdehnen, stimmt nicht immer für Frauen. Dort zeigt sich das auch durch Schmerzen im Oberbauch, Hals und Nacken sowie Kurzatmigkeit. Viele Frauen wurden mit der Diagnose Angstattacke oder hysterischer Anfall wieder heimgeschickt, obwohl es ein sich ankündigender Herzinfarkt war. Durch solche Fehldiagnosen wurden Infarkte erst viel später erkannt, manchmal auch zu spät.

VON ALEXANDER M. SCHMID

DIE RICHTIGE MEDIZIN

Dass Medikamente sehr lange Zeit nur an Männern getestet wurden, lag nicht nur an deren Dominanz in der Forschung. Es lag schlicht und einfach daran, dass sie sich nicht mit den frauenspezifischen Menstruationszyklen und Hormonschwankungen, die massive Auswirkungen auf die Wirkungsweise von Medikamenten haben können, auseinandersetzen wollten. Tests an Männern lieferten immer eindeutige Ergebnisse. Erst die US-Frauenbewegung änderte das. Die Ausweitung der Testgruppen auf Frauen, aber auch andere Ethnien und Altersgruppen machte Fortschritte in der Medikamentenforschung und Zulassung möglich.

Nach dem begründeten Aufholbedarf zu Beginn der 2000er-Jahre bei Frauen hat nun die geschlechterspezifische Medizin auch wieder die Männer im Fokus. Im 2012 erschienenen Buch „Gesundheit: Eine Frage des Geschlechts“ von Prof. Alexandra Kautzky-Willer wird die um zirka sechs Jahre kürzere Lebenserwartung der Männer vor allem auf mangelndes Interesse für gesunden Lebenswandel und gesundheitliche Vorsorge zurückgeführt. Spannenderweise ist sie nur zu einem geringen Teil biologisch und genetisch begründet. Der Rest ist bedingt durch Schnellfahren, mehr Alkohol, Nikotin und viel mehr Arbeitsunfälle. KRITISCHE STIMMEN

Wenn nach spezifischen Unterschieden zwischen Frau und Mann geforscht wird, um damit andere Behandlungen zu argumentieren, ist der Sexismusvorwurf nicht weit. Diese Kritik ist ungerechtfertigt, da jedem Menschen, Frau und Mann, das Menschenrecht auf „das höchste erreichbare Maß an körperlicher und geistiger Gesundheit“ zusteht. Wenn es dafür medizinisch notwendig ist, Frauen und Männer anders zu behandeln, dann ist das gerechtfertigt. Es käme ja auch niemand auf die Idee, Neugeborene, Kleinkinder und Erwachsene gleich zu behandeln. DIE ZUKUNFT

Dass es seit 2010 einen Masterstudiengang „Gender Medicine“ an der Medizinischen Universität Wien und seit 2014 an der Medizinischen Universität Innsbruck unter der Leitung von Dr. Margarethe Hochleitner gibt, spricht für eine Fortsetzung der wissenschaftlichen Forschung. Zum Wohle beider Geschlechter. (Mehr dazu übrigens ab Seite 52).

ZUR PERSON

Alexander M. Schmid – Der Vereinfacher – beschäftigt sich seit über fünf Jahren mit Vereinfachung in Unter­­nehmen, hat darüber ein Buch verfasst und erarbeitet mit Unternehmen Strategien, die sie am Markt einfach einzigartig positionieren. www.dervereinfacher.at

Quellen: „Der große Unterschied“ / Tagesspiegel, 6.1.2014 (Beatrice Schlag), de.wikipedia.org/wiki/Gendermedizin


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KOMPLEXE KOMPLEXE Es ist kompliziert. So würde man im Social-Media-Zeitalter wohl den Beziehungsstatus zwischen den Geschlechtern beschreiben. Frau, Mann und alles dazwischen. Die Identität zwischen biologischem und sozialem Geschlecht scheint zunehmend brüchig. Binär war gestern, nichtbinäre Geschlechtsidentitäten bzw. Transgender sind vermeintlich am Vormarsch. Dass Männlein giftig werden und Weiblein mit Pussyhats zum Schlampenwandern gehen, macht das Ganze nicht unbedingt einfacher. Miniaturen zum Geschlechterverhältnis. TEXT: MARIAN KRÖLL

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Mehr Sensibilit채t f체r Geschlechterverh채ltnisse und die dahinterliegenden Machtverh채ltnisse tut uns als Gesellschaft im Ganzen sicherlich gut.


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ie Sache mit den fluiden Geschlechtsidentitäten ist auch kompliziert. Es ist nicht ganz klar, wo die Grenze zwischen berechtigtem Anliegen und psychischer Auffälligkeit verläuft. Transsexualität wird mittlerweile jedenfalls nicht mehr als psychiatrische Störung, sondern als natürliche Variation menschlich-geschlechtlichen Erlebens betrachtet. Und das ist auch gut so.

GANZ NORMALE GESCHLECHTSEUPHORIE

Das Gender-Spektrum und die sozial-mediale Begleitmusik ist jedenfalls ein Themenkomplex, der dazu einlädt, in allerlei Fettnäpfchen zu treten und politisch unkorrekte, ja geradezu reaktionäre Tageshöchstweiten zu erzielen. Legt man es argumentativ dagegen allzu progressiv an und redet nur den Adepten der Genderfluidität nach dem Mund, läuft man Gefahr, nicht für voll genommen zu werden. Es gilt daher, sich dem Untersuchungsobjekt weder mit zu viel noch zu wenig Sympathie zu nähern. Jenseits des großen Teichs wird die Genderdebatte jedenfalls von allen Seiten längst mit Furor geführt. Sie als hysterisch zu bezeichnen, will im Bewusstsein der Wortherkunft der Hysterie – als veralteter Sammelbegriff einer großen Zahl an nicht näher definierten ausschließlich weiblichen Beschwerden – tunlichst vermieden werden. Die Heteronormativität als postulierte Gleichsetzung von anatomischem bzw. biologischem Geschlecht mit Geschlechts­identität, Geschlechtsrolle und sexueller Orientierung ist heute – mit gutem Recht, möchte man anfügen – einer schleichenden Entselbstverständlichung unterworfen. Ähnliches könnte sich in Bezug auf die sogenannte Cisnormativität ereignen. Diese stellt Cisgeschlechtlichkeit (manchmal auch Zisgeschlechtlichkeit geschrieben), das Zusammenfallen von Körpergeschlecht und Geschlechtsidentität als Norm und Trans- bzw. Intergeschlechtlichkeit als Abweichung dar. Zweifellos ist Cisgeschlechtlichkeit beim überwiegenden Teil der Menschheit der Fall. Eingeführt wurden die Begriffe vom deutschen Psychiater und Sexualwissenschaft-

„Die Vision des Feminismus ist nicht eine ‚weibliche Zukunft‘. Es ist eine menschliche Zukunft.“ JOHANNA DOHNAL

MÄNNER SIND MITGEMEINT

ler Volkmar Sigusch, der bereits Anfang der 1990er postulierte: „Wenn es Transsexuelle gibt, muss es logischerweise auch Zissexuelle geben. Die einen sind ohne die anderen gar nicht zu denken. Gestattet habe ich mir, die Ausdrücke Zissexualismus, Zissexuelle, Cisgender usw. einzuführen, um die geschlechtseuphorische Mehrheit, bei der Körpergeschlecht und Geschlechtsidentität scheinbar natural zusammenfallen, in jenes falbe Licht zu setzen, in dem das Objektiv des Geschlechtsbinarismus, in dem nosomorpher Blick und klinischer Jargon die geschlechtsdyphorische Minderheit, namentlich die sogenannten Transsexuellen, ganz sicher erkennen zu können glauben.“ Der nosomorphe Blick seiner Berufsgruppe, der Psychiaterinnen, ist der, der immer nur Krankes zu erkennen glaubt, argumentierte Sigusch, der seit Jahrzehnten für eine „Entpathologisierung“ der Transsexuellen plädiert.

PENETRIERENDE FRAUEN UND GEBÄRENDE MÄNNER

„Keine Eigenschaft der Welt ist weiblich oder männlich. Auch keine anatomische. Manche

Männer menstruieren oder gebären, manche Frauen penetrieren oder werden nie eine Abtreibung brauchen. Eine helle Stimme kann auch eine männliche sein, eine tiefe auch weiblich – oder eben weder noch“, heißt es in einem Artikel, der am Onlineportal der Zeit publiziert wurde. Es ist natürlich biologisch betrachtet völliger Unsinn, dass Männer menstruieren oder gebären und Frauen penetrieren könnten. Das hält allerdings eine zunehmende Anzahl von Menschen nicht davon ab, diese Ansicht recht penetrant zu vertreten. „Haben wir denn keine anderen Probleme?“, ist vermutlich nicht die richtige Frage, um sich dieser offenbar vielen Menschen zunehmend aufdrängenden Frage der Geschlechtsidentität zu nähern. Den Welthunger oder Klimawandel als weit drängendere Menschheitsprobleme vorzuschieben, um sich nicht mit den Schmerzen der Geschlechtsidentitären auseinandersetzen zu müssen, ist folglich nicht viel mehr als Whataboutism für Fortgeschrittene. Es ist tatsächlich so, dass das Verhältnis zwischen Frauen und Männern ohnehin schon kompliziert genug ist, wenn man die Trans-Dimension bzw. das Nichtbinäre einmal der Einfachheit halber ausklammert. Das ist zwar nicht sehr inklusiv, aber notwendig.

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FEMINISTISCHE WELLENBEWEGUNG

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Der Feminismus ist stets in Wellen dahergekommen und hat sich historisch, angefangen bei den Suffragetten, die sich beispielsweise in Australien qua Monsterpetition* das Wahlrecht sicherten, große Verdienste erworben. Von der Aufklärung weg hat er unsere Gesellschaft mitgeprägt und ist beharrlich für die Ziele eingetreten, die für wichtig gehalten wurden. Johanna Dohnal, Ikone der österreichischen Frauenpolitik, hat das einmal so formuliert: „Die Vision des Feminismus ist nicht eine ‚weibliche Zukunft‘. Es ist eine menschliche Zukunft. Ohne Rollenzwänge, ohne Macht- und Gewaltverhältnisse, ohne Männerbündelei und Weiblichkeitswahn.“ Das ist ein Wort. Früher noch hat Simone de Beauvoir, Säulenheilige des Feminismus, ein bis heute nachwirkendes Zitat formuliert: „Man kommt nicht als Frau zur Welt, man wird es.“ Zweifellos haben die Männer des 19. und 20. Jahrhunderts viel unternommen, um den Freiheitsdrang der Frauen zu unterdrücken. Mittlerweile sind wir – je nach Lesart – bei der Dritten oder Vierten Welle des Feminismus angelangt. Unter ihr wurde auch #MeToo-Auslöser, Ex-Hollywoodproduzent und derzeit stolzer Träger einer Fußfessel aus modefremden Gründen, Harvey Weinstein, begraben. Zu #MeToo wurde ohnehin längst alles gesagt und geschrieben, und zwar von fast allen. Jedenfalls, so viel will gesagt sein, kann es kein Schaden sein, wenn Macht­ asymmetrien und das schamlose Ausnutzen selbiger mittels sexueller Gefälligkeiten

WIEDERBELEBTES WORT DER AUSGABE Jedes Jahr streicht der Duden Worte aus seiner Printausgabe. Wir machen es uns dieses Jahr zur Aufgabe, einige von ihnen wiederzubeleben. Monsterpetition: 1934 aus dem Duden gestrichen, Kampagne australischer Frauen, die 1891 für ihr Wahlrecht eingetreten sind und über 30.000 Unterschriften gesammelt haben, die auf einer 260 Meter langen und 20 Zentimeter breiten, mit Leinenstoff kaschierten Papierrolle hinterlassen wurden. 1901 führte Australien als erste Nation der Welt das aktive und passive Wahlrecht für Frauen ein.


Den Welthunger oder Klimawandel als weit drängendere Menschheitsprobleme vorzuschieben, um sich nicht mit den Schmerzen der Geschlechtsidentitären auseinandersetzen zu müssen, ist nicht viel mehr als Whataboutism für Fortgeschrittene.

stärker ins öffentliche Bewusstsein treten und geächtet werden. Selbstverständlich gilt auch für mächtige Lustmolche, die meist der gefährdeten Spezies des „alten weißen Mannes“ zugeschlagen werden, die Unschuldsvermutung. Der Social-Media-Scheiterhaufen aus Bits und Bytes sollte folglich erst nach dem Urteilsspruch eines echten Gerichts angezündet werden. Rechtsstaat und so. In der Praxis läuft es leider umgekehrt und es reicht bereits die Unmutsverschuldung für einen konzertierten Charaktermord für die gute Sache. Der Feminismus ist ohne Frage eine wichtige und verdienstvolle Bewegung. Wer allerdings auf der falschen Welle des Feminismus surft, kann schon einmal in einer Kakophonie aus Unvernunft und Dummheit untergehen. Jüngst hat mit Alice Schwarzer ausgerechnet eine Ikone des Feminismus Teile der Österreichischen Hochschülerschaft getriggert, weil sie sich erdreistet hat, der Einladung zu einer Debatte an der Wiener Universität für angewandte Kunst zu folgen. Von den Feminismusdarstellerinnen der ÖH wurde Schwarzer beschieden, dass man sich einen „diskriminierungsfreien Diskurs“ wünsche und Schwarzer schon mehrfach mit „sexarbeitsfeindlichen, transphoben und antimuslimisch-rassistischen“ Äußerungen auffällig geworden sei. „Es geht einfach nicht, dass schon wieder eine weiße Frau etwas dazu sagen darf“, hieß es weiter. So viel zum aktuellen Zustand des Feminismus. Es wäre nun zu einfach, die Identitätspolitik zur Wurzel allen Übels zu machen. Von der aggressiven Diskreditierung aggressiv vorgetragener Forderungen von Minderheiten hat niemand etwas. Ob die Identitätspolitik allerdings irgendjemandem hilft, ist zumindest zweifelhaft.

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SCHLÜSSIG IST NICHT GERECHT

Als Gesellschaft, die etwa zur Hälfte aus Frauen und zur anderen Hälfte aus Männern besteht, müsste uns allen eigentlich daran gelegen sein, dass beide Gruppen ausreichende Repräsentation finden und Gleichheit an Lebenschancen herrscht. Davon sind wir noch einigermaßen weit entfernt, wie der multifaktorielle, aber heillos überstrapazierte und missinterpretierte

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Die Sensibilisierung für Sex und Gender ist eine grundsätzlich positive Entwicklung, sofern sie sich maßvoll vollzieht.

Gender-Pay-Gap, die ständige Diskussion um Frauenquoten oder die nach wie vor recht ausgeprägte Heimchen-am-Herd-Vorstellungswelt ebenso eindrucksvoll wie enervierend erzählen. Damit keine Missverständnisse aufkommen: Nur weil ein großer Teil des Gender-Pay-Gaps schlüssig erklärbar ist, heißt das noch lange nicht, dass der daraus resultierende Gehaltsunterschied in irgendeiner Form gerecht oder gar zu begrüßen wäre.

TOXISCHE INCELBEGABUNG

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Es ist doch so, dass Mann ebenso wenig zu den Gralshüterinnen des Status quo gehören will wie zu den kopflosen Progressiven, denen jedes Mittel recht scheint, um gefühlte Missstände zu beseitigen, von denen teils noch nicht einmal ausreichend nachgewiesen ist, dass es sich überhaupt um solche handelt. Die sogenannte „toxische Maskulinität“ ist ein solcher Sammelbegriff, bei dem der innere Geigerzähler für gammastrahlenden Bullshit eigentlich heftigst auszucken sollte. Eine Steigerungsform ist der im Nachhall des grandiosen Joker-Films mit Joaquin Phoenix in der Titelrolle in den Fokus der Öffentlichkeit gespülte Incel. Der Incel gehört zu einer, so wird gemunkelt, „toxischen Onlineszene“ aus „unfreiwillig Zölibatären“ (INvoluntary CELibate). Soso. Die These geht etwa so: Der chronisch oversexte und underfuckte, grenzenlos misogyne Loser reagiert seinen Frust auf alles Weibliche in den Weiten der Onlinewelt ab und bisweilen auch im echten Leben. Das ist äußerst armselig und mag ja für einen wohl verschwindend geringen Teil der Männschen (sic!) zutreffen, verallgemeinerbar ist es nicht. Der Incel mit seiner toxischen Maskulinität ist selbst hauptsächlich ein Internetphänomen, mehr Clickbait als Massenerscheinung und wird medial von jenen bewirtschaftet, denen das Patriarchat bzw. die Kritik an selbigem zu öde geworden ist.

SERVUS, GRUSS GÖTTIN, AUF WIEDERSEHN

Einfach nur grotesk ist die Kontroverse, die sich im sprichwörtlich „Heiligen Land“ Tirol

um die „Grüß Göttin“-Tafel der Künstlerin Ursula Beiler entsponnen hat. Das polarisierende Kunstwerk, eigentlich nicht viel mehr als ein banales Schild, ruft regelmäßig die katholisch grundierten Schildbürger auf den Plan, die das bezeichnenderweise an einem Kreisverkehr aufgestellte Kunstwerk immer wieder verunstalten. Über das Kunstverständnis dieser Leute kann man ohnehin nur noch den Kopf schütteln, über das Religionsverständnis – das dem Gemüt eines Kindes entstammen könnte –

eigentlich nur schallend lachen. Wie naiv kann man sein, tatsächlich anzunehmen, dass eine göttliche Entität als geschlechtliches Wesen – eindeutig männlich noch dazu – mit weißem Rauschebart im Himmel herumschwirrte und sich womöglich auch noch ein Zumpferl unter dem wallenden Gewande fände. Was haben diese Menschen, die Kunstwerke, die ihnen nicht zu Gesicht stehen, verunstalten, gemacht, als der großartige Manfred Deix – kaum jemand hat dieses Land so gut begriffen wie er – in diversen Zeitungen noch regelmäßig das Göttliche karikiert hat? Empört die Seiten gegessen? Mehr Sensibilität für Geschlechterverhältnisse und die dahinterliegenden Machtverhältnisse tut uns als Gesellschaft im Ganzen sicherlich gut. Wenn HashtagMovements wie #MeToo das befördert haben, waren sie schon einmal nicht völlig um-


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sonst. Doch auch hier macht die Dosis das Gift. Wenn Vergewaltigung und ein lustvoller Blick plötzlich in einen Topf geworfen werden, ist das Nuancenmord und vergiftet das gesellschaftliche Klima.

SAG MEINE PRONOMEN!

Er*sie, they und hen und so weiter. Die eigenen Personalpronomen darf sich in einer freien Gesellschaft übrigens jede Geschlechtsidentität – das betrifft vor allem Trans- und Interpersonen – nach Gutdünken selbst aussuchen. Niemand kann dazu gezwungen werden, diese auch tatsächlich zu verwenden. Wegen der freien Gesellschaft warat‘s wieder. Es ist übrigens in den letzten Jahren Mode geworden, dass Männer sich verschiedentlich über Diskriminierung echauffieren. Eine solche setzte allerdings strukturelle Benachteiligung voraus und ist deshalb schwer zu argumentieren. „It‘s a Man‘s Man‘s Man‘s World“, wusste schon James Brown. Wer sich als Mann wegen Frauenparkplätzen diskriminiert fühlt, sollte sich lieber eine Tasse heißer Männertränen gönnen. Geht aufs Haus. Die Frauenparkplätze gibt es, weil Frauen weitaus häufiger Opfer von Gewalt werden, und nicht, um damit die Männer zu ärgern oder gar zu diskriminieren.

zieht. Allerdings gibt es bereits etliche Anzeichen, dass wir eher auf eine Gesellschaft zusteuern, in der Spießertum und neopuritanische Sittenstrenge fröhliche Urständ feiern. Die Erotik, die von der Uneindeutigkeit lebt, ist der Pornografisierung des Alltags gewichen. Beim Porno will nichts mehr angedeutet sein, nichts mehr erahnt werden. Gleichzeitig findet eine Hypermoralisierung statt. Selbst die Werbung wird zunehmend frigider, allerorten schießen Werberäte aus dem Boden, die angeblich der „Selbstkontrolle der Werbewirtschaft“ dienen. Ein aktuelles Beispiel gefällig? Gleich in meh-

reren Beschwerden an den Werberat wird ein Sujet der Axamer Lizum beanstandet. Es sei sexistisch, heißt es. Die Beschwerden dazu kann man sich auf der Website des Werberats zu Gemüte führen. Ebenfalls lesenswert ist die elegante Riposte von Maria Köfler, die am Sujet abgebildet ist. Sie schreibt: „Selbsternannte Feministinnen die sich aufmerksamkeitsringend die weitesten Hosen und den ausgewaschensten Schlabberpullover zur Schau tragen, brüsten sich als die neuen Schiedsrichter zum Thema Feminismus und bemerken dabei nicht, dass die Selbstbestimmung der Frau in all ihren Facetten stets das höchste Ziel des Feminismus war. Die gegenseitige Akzeptanz sollte unser Ziel sein und nicht das Richten und Urteilen über andere, um uns selbst zu erhöhen. Der geballte Aufschrei und das Entsetzen ist Zeugnis einer Prüderie und einer Unaufgeschlossenheit, die wir doch dachten, vor Jahrzehnten abgelegt zu haben. Zugegeben, über das Endergebnis lässt sich streiten – doch die zugrundeliegende Idee war eine kreativ-schöne, die Körperlichkeit feiert und ohne dabei in die banale Ästhetik eines Busenblitzers abzugleiten. (…) Doch im Endeffekt sollte es für unsere Gesellschaft eine Rolle spielen, welches Bild der Frau beim Betrachten suggeriert wird. Ein naiv-unmündiges Opfer – eher nicht. Eine Femme fatale – nein – ich glaube, keines der Stereotypen wird hier bedient. Eine natürliche, weltoffene, kecke, neugierige Frau, die sich ihrer Körperlichkeit nicht schämt, sondern entgegen der Prüderie der Zeit für einen natürlichen Umgang mit dieser einsteht.“ Gut gebrüllt, Löwin!

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COMEBACK DES SPIESSERTUMS

Halten wir fest: Die Sensibilisierung für Sex und Gender ist eine grundsätzlich positive Entwicklung, sofern sie sich maßvoll voll-

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„Es ist nicht so, dass man sich in der Sprachwissenschaft auf das Ziel verständigt hätte, überall die geschlechtergerechte Sprache einzuführen.“ KAROLINE IRSCHARA


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MÄNNER SIND MITGEMEINT

ECO.NOVA: Womit beschäftigt sich die Gen-

derlinguistik? KAROLINE IRSCHARA: Die Genderlinguistik ging aus der feministischen Linguistik hervor und steht in Verbindung zur Soziolinguistik. Sie ist jedenfalls im Zusammenhang mit dem Feminismus zu sehen. Grundsätzlich geht es um alles, was mit Sprache und Geschlecht zusammenhängt. Wir schauen uns auf der sprachlichen Ebene an, wie durch Sprache Geschlecht hergestellt oder markiert wird und wie das in den verschiedenen Sprachen gehandhabt wird, zum Beispiel anhand der Kategorie Genus (grammatikalisches Geschlecht, Anm.), und welche gesellschaftlichen Implikationen dieser Sprachgebrauch hat. Sieht sich die Genderlinguistik als neutrales, sprachwissenschaftliches Feld oder gibt es auch einen politischen, emanzipatorischen Impetus? Es gibt zweifellos eine politische Komponente, die aber von Beginn an klar formuliert wurde. Es gibt also keine hidden agenda in der Genderlinguistik? Nein. Wir definieren uns klar von einem feministischen Standpunkt aus und haben überhaupt nicht den Anspruch, unpolitisch zu sein. Immerhin ist dieses Forschungsfeld auch aus der Frauenbewegung heraus entstanden. In der Sprachwissenschaft ist die These, dass die Sprache unser Bewusstsein prägt, nicht ganz unumstritten. Wie sehen Sie das? Davon geht die Genderlinguistik inzwischen jedenfalls aus. Es gibt einiges an Experimenten in unserem Feld, mit denen gut nachgewiesen werden konnte, dass das generische Maskulinum – das klassische Beispiel – Frauen mental nicht in derselben Weise repräsentiert wie Männer.

Ich nehme an, dass Sie in Ihrem Feld immer wieder mit dem – aus meiner Perspektive nachvollziehbaren – Argumenten der schlechten Lesbarkeit und zweifelhaften Ästhetik von gegenderten Texten konfrontiert sind. Wie reagieren Sie darauf? Diese Argumente kommen tatsächlich häufig und ich halte sie irgendwoher für nachvollziehbar. Wir sind an die männlichen Formen gewohnt. Den Sprachgebrauch zu verändern ist nicht einfach. Es stellt sich die Frage, wie schön Sprache überhaupt sein muss? Schönheit ist außerdem sehr sub-

REVOLUTION MIT FEMINISTISCHER GRUNDIERUNG Genderlinguistik ist das Steckenpferd der Sprachwissenschaftlerin Karoline Irschara. Das Fach hat einen durchaus politischen Anspruch und geht davon aus, dass Sprache das Bewusstsein prägt. Eines steht fest: Gegenderte Sprache polarisiert. INTERVIEW & FOTOS: MARIAN KRÖLL

ZUR PERSON

Die Universitätsassistentin und angehende Genderlinguistin Karoline Irschara schreibt gerade an ihrer Dissertation und ist am Institut für Sprachwissenschaft der Universität Innsbruck auch in der Lehre tätig. Im vergangenen Jahr bekam die gebürtige Südtirolerin, Feministin und leidenschaftliche RollerDerby-Akteurin den GenderFemPreis der Universität Innsbruck für Qualifikationsarbeiten in den Bereichen Gender Studies, Frauen- und Geschlechterforschung.

jektiv. Es gilt abzuwägen, ob die subjektive Schönheit bzw. Ästhetik eines Textes über den Anspruch, inklusiver sein zu wollen, zu stellen ist.

Bei neugeschriebenen Texten kann man diesen Anspruch, inklusiv zu sein, durchaus verfolgen. Sprache, zumal verschriftlicht, ist aber ein Stück weit auch kulturelles Gedächtnis. Sollte man deswegen nicht von den Klassikern – Goethe, Schiller und wie sie alle heißen mögen – die Finger lassen? Oder gar die Bibel durchgendern? Bei der Bibel könnte ich mir das gut vorstellen. Sie ist schon so alt und wurde bereits zigfach unterschiedlich übersetzt. Warum also nicht? Jeder Versuch, bestehende Verhältnisse aufzubrechen, ist zu begrüßen.

Ist die gendergerechte Sprache ein generelles sprachwissenschaftliches Anliegen oder gibt es Strömungen, die dem kritisch gegenüberstehen? In vielen Teilbereichen der Linguistik ist das mittlerweile common sense. Natürlich gibt es aber auch Widerstände, gerade in der Grammatik, wo man auf Strukturen beharrt. Es ist nicht so, dass man sich in der Sprachwissenschaft auf das Ziel verständigt hätte, überall die geschlechtergerechte Sprache einzuführen. Schießt man dabei nicht manchmal übers Ziel hinaus? Auf der Bedeutungsebene macht es nämlich einen Unterschied, ob ich beispielsweise der Sprecher oder der Sprechende, der Lkw-Fahrer oder der Lkw-Fahrende sage. Zweitere Variante insinuiert, dass ein Akt gerade im Gange ist. Diese sogenannten Neutralisierungsformen sind tatsächlich manchmal nicht so unproblematisch, wie man auf den ersten Blick annehmen würde, weil es semantisch etwas anderes ist. Verwendet man das Binnen-I, sind Frauen damit explizit mit angesprochen. Das lässt sich am Beispiel der Studenten zeigen. Sagt man Studierende, sind Frauen damit auch nicht so angesprochen wie bei der Verwendung von StudentInnen. Hier hat auch die Neutralisierungsform einen male bias. Die neutralen Formen sind eine Möglichkeit, kein Geschlecht klar zu benennen. Es ist aber nicht in jedem Fall klar, inwiefern das für mehr Gerechtigkeit sorgt. Ist die gendergerechte Sprache etwas Evolutionäres oder hat sie revolutionären Charakter? Revolutionären, weil sie

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„Es gilt abzuwägen, ob die subjektive Schönheit bzw. Ästhetik eines Textes über den Anspruch, inklusiver sein zu wollen zu stellen ist.“ KAROLINE IRSCHARA

darüber bleibt aber aus. Wie inklusiv das dann tatsächlich ist, ist unklar.

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ziemlich in unsere Sprache und Sprachgewohnheiten eingreift. Die Sprache und ihre Entwicklung hängen maßgeblich davon ab, wer sie benutzt.

Warum ist im Deutschen das männliche grammatikalische Geschlecht dominant? In der Grammatikschreibung lässt es sich gut zurückverfolgen, dass es die Regel war, wenn nicht explizit Frauen angesprochen waren, die maskuline Form zu verwenden. Unter dem Vorwand, dass das neutral wäre. Die Entwicklung des Genus und des generischen Maskulinums zeigt, dass das lange Zeit so praktiziert wurde.

Ist es überhaupt zulässig, das grammatikalische Geschlecht als Genus mit dem biologischen Geschlecht als Sexus gleichzusetzen oder liegt dem nicht ein Denkfehler zugrunde? Es wird häufig behauptet, dass zwischen Genus und Sexus keine Beziehung bestünde. Das sollte theoretisch auch so sein. Die Kategorie Genus ist als Nominalklassifikation gedacht, die wie Kasus oder Numerus funktioniert. Es gibt Sprachen, die über 20 Genera haben. Im Deutschen ist es interessanterweise so, dass die Genus-Sexus-Relation enger wird, je belebter die Objekte bzw. Nomina sind. Bei Personenbezeichnungen besteht also sehr wohl ein Zusammenhang. Bei unbelebten Objekten ist dieser Zusammenhang nicht gegeben. Warum sollte die Tafel weiblicher sein als der Tisch.

Der Lippenstift ist ja auch nicht unbedingt etwas Männliches. – Mit welchen Missverständnissen sind Sie als Genderlinguistin in der Öffentlichkeit konfrontiert? Häufig bekommt man zu hören, dass „Gender“ keine Wissenschaft, sondern Ideologie sei, die nichts mit wissenschaftlicher Objektivität zu tun habe. Das ist der Klassiker. Generell gibt es einen Verdruss gegenüber den Geisteswissenschaften. Das Geschlecht sei biologisch festgelegt, was es da überhaupt zu untersuchen gebe, höre ich auch manchmal.

Da wird dann wohl einfach nicht zwischen biologischem und sozialem Geschlecht unterschieden. Ja. Man merkt, dass mein Forschungsfeld polarisiert. Sprache und Geschlecht sind eben elementare Kategorien, mit denen jeder Mensch zu tun hat. Ich habe oft das Gefühl, dass ich mich extra dafür rechtfertigen muss, was ich tue.

Es gibt unterschiedliche Varianten, gendergerecht zu schreiben. Welche ist die wissenschaftlich präferierte? Darüber gibt es keinen Konsens. Es ändert sich ständig. Vielfach sieht man noch das Binnen-I, neuerdings häufig das Gendersternchen und den Unterstrich. Ich selbst wechsle ab und umschreibe auch manchmal, wo es sich anbietet. Es gibt nicht eine richtige oder falsche Lösung. Auch das Sternchen ist zum Beispiel kein Patentrezept. Institutionen geben oft eine „richtige“ Lösung vor, eine Diskussion

Binnen-I, Gender_Gap und Sternchen beeinträchtigen die Lesbarkeit von Texten geringfügiger als das sogenannte Gender-x. Mit etwas gutem Willen kann man sich durch solche Texte quälen. Wenn ein Satz aber beispielsweise heißt: „Einx gutx Lehrx beherrscht x Lehrstoff“, hört sich der Spaß auf. Es sieht aus wie eine mathematische Formel und liest man das laut, klingt es einfach nur falsch. Das verstehe ich. Das von Lann Hornscheidt vorgeschlagene Gender-x war medial ein ziemliches Thema. Es greift auf nichts Bestehendes zurück. Solche Formen sind provokativ und haben auch einen radikalen Anspruch. Sie wollen den Diskurs anstoßen. Ich weiß nicht, ob die Urheberinnen wirklich damit rechnen, dass diese Form eine Chance haben könnte, sich durchzusetzen. So etwas müsste ja auch auf einer breiten gesellschaftlichen Basis mitgetragen werden und ist aus pragmatischer Sicht natürlich viel schwieriger anzuwenden als ein Binnen-I. Wenn der Gesellschaft, gleich ob vom Staat oder einer Institution, etwas oktroyiert werden soll, reagiert diese erfahrungsgemäß gereizt. Genau. Das muss von den Sprecherinnen und Sprechern ausgehen. Autoritäre Benimmregeln sind nicht gefragt – Sprache kann nicht gleichzeitig revolutioniert und in ein starres Regelwerk gegossen werden. Es gibt nicht die eine richtige Methode einer gendergerechten Sprache. Es gibt Vorbehalte, aber es spricht vieles dafür, es einmal auszuprobieren und sich Schritt für Schritt für das Thema zu sensibilisieren, um mit Sprache gegen Diskriminierung vorzugehen.


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BILDUNG ALS BEFREIUNG Lange haben Frauen im gesellschaftlichen Leben kaum stattgefunden, der Zugang zur Bildung wurde ihnen verwehrt, das Wahlrecht ebenso und in der Medizin galten sie noch bis vor noch nicht allzu langer Zeit als „kleine Männer“. Noch heute sind Frauen im generischen Maskulinum gerne mal mitgemeint und das obwohl das Kollektiv Frau bereits im 14. Jahrhundert erstmals zum Thema wurde. INTERVIEW: MARINA BERNARDI

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n der europäischen und abendländischen Kultur wurde die Position der Frau im sozialen Verbund bereits vor Jahrhunderten thematisiert. Auch wenn es damals noch ein Diskurs der Eliten war, wurde im 14. Jahrhundert erstmals greifbar, dass sich Frauen als Kollektiv formulieren, und gleichzeitig erkannt, dass die Subordination der Frau nur durch Bildung durchbrochen werden kann. Von diesem Zeitpunkt an gab es immer wieder Frauenbewegungen in den unterschiedlichsten Ausprägungen. Ihnen allen gemein ist, dass sie stets zu Zeiten größerer gesellschaftlicher und politischer Umbrüche stattfanden – wie der Französischen Revolution (1789 bis 1799), die das Gesicht Europas nachhaltig veränderte und in der Festschreibung von Bürgerinnen- und Menschenrechten endete. Zu dieser Zeit wird Olympe de Gouges zu einer der ersten Frauenrechtlerinnen und verfasst 1791 die „Erklärung der Rechte der Frau und Bürgerin“. Doch auch sie scheiterte im Vorhaben, die Frau als Bürgerin fest zu verankern. Es folgten mehrere Bürgerinnenrechtsbewegungen, in denen Frauen um Bildung, aber auch politische Gleichstellung kämpften. Im Zuge der Industrialisierung an der Wende des 19. zum 20. Jahrhundert fordern Frauen abermals vehement ihre Rechte ein, hinzu kommt das Wahlrecht als zentrales Thema, die Gleichstellung in der Ehe und Zugang zu Hochschulbildung. Die Mühlen mahlen langsam und stehen mit den Weltkriegen komplett still. Dass wir im Jahr 2019 noch immer darüber reden (müssen), zeigt, wie schwer es ist, gegen gewachsene Systeme anzukämpfen. Wir haben mit Dr.in Kordula Schnegg gesprochen. Sie arbeitet am Institut für Alte Geschichte und Altorientalistik an der Universität Innsbruck und ist seit Okto-

ber 2018 Sprecherin der Forschungsplattform Center Interdisziplinäre Geschlechterforschung Innsbruck. ECO.NOVA: Frauen haben offensichtlich sehr früh damit angefangen, sich mit ihren Rechten und Freiheiten zu beschäftigen. Woran liegt es, dass wir heute immer noch über das Thema der Gleichstellung diskutieren müssen. KORDUL A SCHNEGG: Die Positionierung von Mann und Frau ist stark von den sozialen Verhältnissen abhängig, die immer wieder neu eingerichtet werden. Im Zuge dessen werden auch Handlungsräume immer wieder neu abgesteckt. Vor allem in Phasen, in denen Ressourcenknappheit herrscht – egal, in welchem Bereich –, kommt es verstärkt zu Machtkämpfen um Positionen und diese werden häufig nach dem Geschlecht entschieden.

Sind Frauen und Männer in ihren (Charakter-)Eigenschaften tatsächlich so unterschiedlich oder werden wir frei nach Simone de Beauvoir „zu Frauen gemacht“? Sozialisation ist etwas sehr Prägendes. Es gibt Untersuchungen, die zeigen, dass bereits im Kleinkindalter mit Mädchen und Jungs unterschiedlich gesprochen wird. Aber natürlich sind Frauen und Männer unterschiedlich. Unterschiede sind ja prinzipiell nicht schlecht. Der Punkt ist, dass Unterschiede, speziell Geschlechtsunterschiede nicht zu Diskriminierung und Ausschluss führen dürfen. Deshalb geht es mir um Chancengleichheit für alle. Wenn Frauen in bestimmten Bereichen Unterstützung brauchen, ist strukturell darauf zu achten, dass sie sie bekommen. Jeder und jede soll dieselben Voraussetzungen haben: Bildung erhalten, die Möglichkeit, zu arbeiten und Beruf und Familie zu vereinbaren. Dazu müssen wir eine offene Diskussion in Gang bringen, um für alle die gleiche Basis zu schaffen.

Viele Frauenbewegungen basieren darauf, dass Frauen keine Männer „brauchen“, dass wir sehr gut alleine zurechtkommen, unabhängig sind. Auf der anderen Seite ist es durchaus legitim, um Unterstützung zu bitten. Passiert es, dass Frauen aus falsch verstandenem Selbstbewusstsein keine Hilfe annehmen bzw. Männer sich in der Folge bestätigt fühlen, dass es ohne sie nicht geht. Ganz allgemein: Ziel des Feminismus kann nicht Geschlechtersegregation sein, sondern eine geschlechtergerechte Welt. Ich vertrete die Position einer Geschlechterforscherin und reflektiere die Lebenssituationen von Frauen und Männern gleichermaßen. Chancengleichheit, ein zentrales Anliegen der Geschlechterforschung, kann nur funktionieren, wenn beide Geschlechter berücksichtigt werden. Von diesem Standpunkt aus wird zum Beispiel für den Arbeitsmarkt deutlich, dass das „alleine Zurechtkommen“ auch bedeuten kann, sich der Netzwerke zu bedienen, die unterstützen und schützen – genau das machen auch karriereorientierte Männer. „Falsch verstandenes Selbstbewusstsein“, fehlende Kenntnis von Netzwerken oder fehlende Netzwerke, ein dominanter männlicher Gesprächsstil am Arbeitsplatz – all das und noch mehr sind Faktoren, warum Karrieren für Frauen großteils schwieriger zu gestalten sind. Letztlich braucht es Strukturen, die Chancengleichheit garantieren. Männer waren es gewohnt, jahrhundertelang in patriarchalen Strukturen zu leben, die Macht zu haben. Was machen solche Umwälzungen mit ihnen? Es war etwa im Zuge der Französischen Revolution sehr gut zu beobachten, dass Männer generell schwer damit umgehen können, Macht abzugeben. Die Bevölkerung hat sich ihre „Bürgerrechte“ erkämpft, die schließlich als Menschenrechte definiert wurden. Als Frauen darin sichtbar werden wollten, wurden sie ausgeschlossen,


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„Man wird nicht als Frau geboren, man wird dazu.“ SIMONE DE BEAUVOIR, FRANZÖSISCHE SCHRIFTSTELLERIN, PHILOSOPHIN UND FEMINISTIN


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weil Männer Angst um Ressourcen und Positionen hatten. Nun ist die zentrale Frage, ob alle Männer Macht hatten, die sie verlieren konnten. Greifen wir das Konzept der hegemonialen Männlichkeit auf, das grundlegend von Robert*Raewyn Connell geprägt wurde, ist dies klar zu verneinen. Mit dem Konzept kann die gesellschaftliche Praxis, die den Mann in eine dominante soziale Position hebt und für die Frau eine untergeordnete Rolle vorsieht, genau analysiert werden. Es macht deutlich, dass in patriarchal strukturierten Gesellschaften ja nicht alle Männer Spitzenpositionen bekleiden. Folglich werden nicht nur Frauen, sondern auch Teile der Männer subordiniert. Es sind nicht DIE Männer, die die Position des Patriarchen einnehmen, es sind nur wenige Ausgewählte, die alle anderen – Frauen wie Männer – in Abhängigkeit halten. Die Männer in den Spitzenpositionen verfügen über Macht, Ressourcen und sie allein verfügen über hegemoniale Männlichkeit. Wenn man*frau das als feministische Forscherin im Auge behält, lassen sich oft sehr vertrackte Unterdrückungsstrategien offenlegen.

Es gibt zahlreiche Bewegungen von der Emanzipation über den Feminismus bis zur #metoo-Bewegung. Je länger solche Debatten andauern, desto mehr hat man das Gefühl, sie schlagen ins Gegenteil um. Feministin gilt teils als Schimpfwort, auch #metoo wurde gefühlt überstrapaziert. Greta Thunberg ereilt aktuell das gleiche Schicksal. Wie viel Veränderung verträgt eine Gesellschaft? Es ist tatsächlich ein Phänomen, dass Menschen Heldinnen brauchen, die man bewundern kann. Diese werden oft

stark über die Medien gehypt und ich bin mir gar nicht sicher, ob diese Menschen ihre Heldinnenposition überhaupt einnehmen wollen. Wenn ein Thema derart stark präsent ist, kann es schnell ins Negative kippen, weil das Publikum mit Informationen überladen wird. Auf der anderen Seite haben diese Heldinnen eine moralische Botschaft und Personen tun sich vielfach schwer, damit laufend konfrontiert zu werden. Das kann zu Irritationen führen und die sind für eine Gesellschaft nur begrenzt aushaltbar. Vielleicht auch, weil man selbst ein schlechtes Gewissen hat. Bei der #metoo-Debatte können sich viele wahrscheinlich auch schlichtweg nicht vorstellen, dass sexuelle Gewalt derart präsent ist. Sexuelle Gewalt ist

„Chancengleichheit kann nur funktionieren, wenn beide Geschlechter berücksichtigt werden.“ KORDULA SCHNEGG

aber Thema – gegen Frauen, Kinder und auch Männer. Letzteres ist ein zusätzliches Tabu, weil es für die meisten denkunmöglich ist, dass auch Männer Opfer von sexueller Gewalt werden können. Hier stecken stereotypische Vorstellungen von Männlichkeit dahinter: Dass Männer sich verteidigen können und immer stark sein müssen zum Beispiel. Dass sich Männer mitunter aber auch in Positionen befinden, in denen sie untergeordnet sind, in Machtverhältnissen feststecken und ausgeliefert sind, muss erst präsent werden. Außerdem geht sexuelle Gewalt an Männern oft von Männern aus. Auch das ist für eine Gesellschaft, die stark heteronormativ ausgerichtet ist, schwer zu ertragen. Hier braucht es eine offene Debatte. Die Position der Frau kann letzten Endes nur dann verbessert werden, wenn bestimmte Probleme oder Aspekte nicht nur an Frauen festgemacht werden, denn viele davon betreffen auch Männer. Haben Sie Hoffnung, dass Geschlechterdiskussionen in näherer Zukunft nicht mehr nötig sein werden? Ich muss die Hoffnung haben. In den 1990er-Jahren waren wir sehr optimistisch, dass Geschlechter- und Frauenforschung in allen Bereichen Eingang finden wird. Die Hoffnung hat sich leider nur kurzfristig erfüllt. Lehrveranstaltungen aus diesem Bereich wurden in den Studienplänen wieder reduziert, Ungarn zum Beispiel hat Genderlehrgänge komplett aus den Universitäten verbannt. Aktuell ist eine starke konservative Wende spürbar, die auch die Geschlechterforschung zu spüren bekommt. Daher braucht es eine klare politische Positionierung für die Frauen- und Geschlechterforschung.


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Ist die Gesellschaft derzeit generell im Wandel? Ja, und auch das hängt mit einer größeren Transformation zusammen. Ressourcen müssen aktuell wieder neu ausverhandelt werden. Neben dem Geschlechterdiskurs beschäftigen uns Fragen zu Klima, Migration oder Altersversorgung. Das alles fordert eine Gesellschaft und die Frage ist, wie gehen wir damit um. Sind wir offen für heterogene Lösungen, die der Diversität Raum geben können, oder bevorzugen wir homogene Lösungen mit dem Wissen, dass damit einige Menschen aus dem sozialen Feld exkludiert werden? Im Zuge des Wandels poppen auch vermehrt Genderthematiken auf. Auf soziale Krisen reagiert man häufig damit, dass Geschlechterordnung neu fixiert werden, um den diffusen Verhältnissen eine klare Struktur zu geben. Das führt nun dazu, dass Frauen (erneut) subordiniert und die Geschlechter­rollen insgesamt wieder stärker festgeschrieben werden. Über das Geschlecht wird versucht die Gemeinschaft zu regulieren, mit dem Ergebnis, dass der Mann zur Arbeit geht und die Frau zu Hause bleibt. Dieses Ordnungsprinzip fokussiert auf die Familie bestehend aus Vater, Mutter und Kindern,

und postuliert Heterosexualität als exklusive soziale Norm. Die Vorstellung, die hinter diesem Modell steckt, ist: Wenn die Familie „gut“ oder „normal“ funktioniert, funktioniert auch alles andere „gut“ oder „normal“, wie etwa die soziale Gemeinschaft oder der Staat. Das ist aber völlig illusorisch und das Modell ist frauen- und menschenfeindlich, weil es keine alternativen Lebensentwürfe zulässt.

Wenn Menschen in ein derartiges Konzept gedrängt werden und nicht so leben können, wie sie gerne würden, ist die Frage: Wie können sie sich daraus befreien? Die Entscheidungsfreiheit ist ein wichtiges Kriterium westlicher Gesellschaften. Wenn diese nicht mehr gegeben ist, ist das ein großer Rückschritt für eine demokratische Gemeinschaft. Die Freiheit zu haben, selbst zu entscheiden, was wir tun, welche Handlungsräume wir besetzen, ist ein erstrebenswertes Ziel und ein zu verteidigendes Gut. Diese Freiheit ist den Menschen unabhängig von Geschlecht und Sozialisation zu gewähren; sie kann die Fesseln konventioneller Geschlechterrollen sprengen, die Frauen und Männer einschränken. Auch Männer sind

nicht automatisch glücklich mit den ihnen zugewiesenen Rollen. Dazu kommt, wenn man die Rolle nicht ausfüllt, ist das in einer neoliberal strukturierten Gesellschaft damit gleichzusetzen, als hätte man etwas falsch gemacht. Versagensängste haben ihren Ursprung ganz oft darin, dass jeder zugewiesene Handlungsräume wahrnehmen muss, aber das eigentlich gar nicht will oder kann. Und diese Ängste begleiten einen permanent: Es gilt, die Familie zu versorgen, Karriere zu machen, immer weiterzugehen und ja nie stehenzubleiben. Ausruhen funktioniert nicht in einer Gesellschaft, die auf Fortschritt ausgerichtet ist. Man*Frau muss immer mehr wollen, selbst wenn man*frau nicht will. Dieses Immer-mehr-leisten-müssen geht sich nicht aus – nicht für Frauen und nicht für Männer. Deshalb geht es in einer ideal funktionierenden Gesellschaft nicht nur um Geschlechtergerechtigkeit, sondern auch um soziale Gerechtigkeit. Wenn man die hinbekäme, würden alle davon profitieren.

Infos zur Forschungsplattform Center Interdisziplinäre Geschlechterforschung Innsbruck unter www.uibk.ac.at/geschlechterforschung

åftang:

Zwoa echte Tyroler. l ck wi Z & l l e H

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DER KLEINE UNTERSCHIED UND SEINE FOLGEN Business-Pool-Geschäftsführerin Barbara Jäger und Günther Wurm legen ihre Sicht der Dinge über Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Frauen und Männern in der heutigen Arbeitswelt dar. Die Gleichstellung ist noch nicht erreicht, ein Gender-Pay-Gap sei auch der weiblichen Zurückhaltung geschuldet.

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INTERVIEW: MARIAN KRÖLL

Wie ist es aus Ihrer Erfahrung um die Gleichstellung von Mann und Frau in der heutigen Arbeitswelt bestellt? BARBARA JÄGER: Leider ist, so zeigt sich in der Praxis, die Gleichstellung immer noch nicht wirklich erreicht. GÜNTHER WURM: Mann und Frau sind ja auch nicht gleich. JÄGER: Das stimmt, wir dürfen Kindern das Licht der Welt schenken. Leider ist das heute immer noch ein Hindernis für viele Frauen in der Berufswelt. ECO.NOVA:

Was unterscheidet Frauen und Männer in ihrer Rolle als Bewerber? WURM: Männer treten in der Regel selbstbewusster auf. Frauen sind meist bescheidener und möchten überzeugen, ohne ihre Stärken aktiv hervorzuheben. JÄGER: Ja, das ist wohl so. Wie wir wissen, ist ein nicht unwesentlicher Part beim Bewerbungsprozess die Selbstvermarktung, und das beherrschen die meisten Frauen noch nicht besonders gut. WURM: Wahrscheinlich weil sie das nicht wollen oder nicht gelernt haben.

Pflegen Frauen generell einen anderen Führungsstil als Männer? JÄGER: Zu diesem Themenfeld gibt es unzählige Studien. Die einen zeigen einen klaren Unterschied auf, die anderen unterstreichen, dass die Führung unabhängig vom Geschlecht der Führungskraft ähnlich ist. WURM: Ich bin der Meinung, der Führungsstil ist nicht geschlechterspezifisch, sondern tatsächlich eher personenabhängig. JÄGER: Auch ich bin der Meinung, dass man den Führungsstil von Männern und Frauen nicht über einen Kamm scheren kann. Geschlechtsunabhängig sehe ich große Unterschiede im Verständnis von Führung und im Verständnis der Aufgaben einer Führungskraft, beispielsweise in der Frage, ob eine Führungskraft jede Entscheidung selbst treffen muss oder ob Entscheidungen auch an die Mitarbeiter delegiert werden. Kann man den Geschlechtern jeweils bestimmte Stärken und Schwächen attestieren und wenn ja, welche? WURM: Ganz generell gesprochen glau-

be ich, dass Männer fokussierter sind, Frauen hingegen haben eher die Fähigkeit, verschiedene Perspektiven einzunehmen. Das soll aber nicht heißen, dass Frauen nicht fokussiert sein und Männer niemals andere Perspektiven einnehmen können. JÄGER: Da stimme ich zu. Wichtig ist, dass sich beide gut ergänzen und die Fähigkeiten des anderen wertschätzen.

Unterscheiden sich die Anliegen, die Frauen und Männer an die Unternehmen haben? JÄGER: Ja, und zwar in der Regel ab dem Zeitpunkt, wo Kinder da sind. Aktuell ist es immer noch so, dass sich hauptsächlich die Frauen um die Kinderbetreuung kümmern, daher haben Frauen andere Anliegen, eben gerade die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Idealerweise sollten Arbeitszeitmodelle eine gewisse Flexibilität bieten. WURM: Die moderne Arbeitswelt mit ihren Arbeitsmitteln würde dies prinzipiell ermöglichen. Das erfordert allerdings eine andere Art der Führung.


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Welche Erfahrungen haben Sie in der Praxis mit dem vielzitierten GenderPay-Gap, einem geschlechtsspezifischen Lohngefälle, gemacht? JÄGER: Der ist immer noch anzutreffen. Frauen stellen in der Regel weniger finanzielle Forderungen als Männer.

Ist es erklärbar, dass männerdominierte Branchen – vor allem in der Industrie – meist höher entlohnt werden als solche, in denen überwiegend Frauen arbeiten? WURM: Ich nehme an, dass das auch damit zusammenhängt, dass Männer generell höhere Lohn- bzw. Gehaltsforderungen stellen.

Oft heißt es, dass Frauen weniger hart verhandeln würden, wenn es um Gehaltsfragen geht. Ist das plausibel? JÄGER: Wir Frauen sind schon durch unsere Genetik nicht so auf den Überlebenskampf bzw. Wettbewerb getrimmt wie Männer. Das lässt sich aber mit Sicherheit erlernen, wenn man es auch will. WURM: Vielleicht ist es auch so, dass das den Frauen nicht so wichtig ist wie uns

Barbara Jäger und Günther Wurm, Geschäftsführer von Business Pool

Männern. Ich kenne viele Frauen, die sehr hart, geschickt und professionell verhandeln, wenn sie etwas wirklich erreichen wollen. Können es sich Unternehmen heutzutage überhaupt noch leisten, auf die Talente und Fähigkeiten von Frauen zu verzichten? JÄGER: Definitiv nicht!

Nein, mit Sicherheit nicht. Die Firmen würden dadurch auf ungefähr die Hälfte der Talente und Fähigkeiten, die am Arbeitsmarkt verfügbar sind, verzichten. JÄGER: Es geht darum, Modelle zu finden und mit Modellen zu experimentieren, die es den Unternehmen ermöglichen, die Frauen verstärkt in die Arbeitswelt einzubeziehen.

WURM:

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NICHT SCHMERZFREI Es scheint verflixt. Machtvolle Vernetzungen sind Männersache. Zwar gibt es zahlreiche Netzwerke, in denen sich Frauen zweckgewidmet finden, doch spielen sie etwa auf den testosterongeladenen Karriereleitern nur eine marginale Rolle. Die Burschenschaft Furia stellt diesen Zustand auf den Kopf und tritt ihm in den Hintern. Mit Pathos. Und Biss. TEXT: ALEXANDRA KELLER


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MÄNNER SIND MITGEMEINT

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er Eindruck von außen – und durch Frauenaugen ist er das hier gezwungenermaßen so – stützt sich erst einmal auf Bier. In Kisten, Flaschen, Dosen oder Fässern. Egal. Wenn junge Männer einer Männerverbindung beitreten, wird erst einmal getrunken. Viel. Der Blick durch Frauen­augen auf das, was derart rauschig beginnt, hat etwas befreiendes. Für die Fantasie jedenfalls, die ein Bild von zu fortgeschrittener Stunde grölenden, launig sich in den Armen liegenden, ewige Freundschaft schwörenden und hier wie dort sich des alkoholischen Übermaßes entledigenden Jünglingen zeichnen darf. Auch leicht versiffte Klischees haben einen wahren Kern und es bleibt auf ewig erstaunlich, was da mit der Kraft des Bieres begonnen beziehungsweise weitergesponnen wird. Männerbünde. „Die bestehen schon seit Ewigkeiten und sind sehr groß und sehr machtvoll“, weiß Monika Jarosch, Obfrau des Arbeitskreises Emanzipation und Partnerschaft (AEP) in Innsbruck. Der Österreichische Cartellverband (ÖCV oder meist nur CV genannt) ist so ein machtvoller Bund, der schon ewig besteht und richtig groß ist. 50 katholische, nichtschlagende, farbentragende Studentinnenverbindungen sind in diesem Korporationsverband vereint, der nach eigenen Angaben im Jahr 2017 über 13.000 Mitglieder zählte. Das so genannte Lebensbundprinzip dieses in die Mitte des 19. Jahrhunderts zurückreichenden Verbandes schweißt sie zusammen. Bis ans Ende ihrer Tage, wenn die Mitgliedschaft nicht selten von einem „fiducit!“ in der Todesanzeige begleitet wird. Fiducit ist kein geheimnisvoller Insiderspruch, der nur von Lateinerinnen verstanden wird. Nein, fiducit ist ein alter, bereits 1795 belegter Zuruf von Studentinnen, Brüderschaft zu trinken. Schon wieder Bier. Oder Wein. Auch am Ende. Doch der Alkohol ist es nicht wirklich, der große Männerbünde auszeichnet. Die Mitglieder unterstützen sich, ebnen Wege auf Posten oder sonst wo hin und wer die Chance hat, allein das dicke, fette Mitgliedsbuch des CV zu durchstöbern, wird zahlreiche Spitzenpolitiker oder Spitzenbeamte darin finden und sich am Ende jedenfalls nicht mehr fragen, warum Monika Jarosch das Wort „machtvoll“ gewählt hat, um sie zu beschreiben – die Bünde der Männer. Und die Frauen? „Machtvolle Vernetzungen, wie die Männer sie haben, haben Frauen nicht.“

Feiner Humor setzt Intelligenz voraus und Satire noch viel mehr. FRAUENSACHE Tja. Das Schlüsselwort „machtvoll“ muss erst einmal beiseite gelassen werden, um die Frauennetzwerke zu beschreiben. Dann wird die Liste durchaus lang. Und vielschichtig. So feierte beispielsweise der 1970 gegründete Zonta Club Innsbruck im Juni 2019 das 100-jährige Bestehen von Zonta International. Dabei handelt es sich um einen „internationalen Serviceclub berufstätiger Frauen in verantwortungsvollen Positionen, die sich dafür einsetzen, die Lebenssituation von Frauen in rechtlicher, politischer, wirtschaftlicher, beruflicher und gesundheitlicher Hinsicht zu verbessern“. Im Dezember 2014 wurde in Innsbruck die „Frauenvernetzungsgruppe für Begegnung und Austausch“ gegründet, die sich für unterschiedliche Anliegen von Frauen einsetzt und Frauen dazu animiert, miteinander ins Gespräch zu kommen, sich gegenseitig zu unterstützen und gemeinsame Aktivitäten zu planen. Seit 1986 gibt es in Innsbruck den Verein „Frauen im Brennpunkt“, der Sensibilisierungsarbeit in gleichstellungspolitischen Fragen leistet. 2018 hat der Verein beispielsweise das Mentoringprogramm „Einsteigen – Aufsteigen“ ins Leben gerufen, das sich an Master-Studentinnen richtet, denen von Mentorinnen begleitet der Übergang von Studium auf Erwerbstätigkeit und in die Karriere hinein erleichtert wird.

Eines der weltweit größten Frauennetzwerke ist das Business & Professional Women – BPW – mit Mitgliedern in mehr als 90 Nationen. Ziel von BPW ist die Förderung von Frauen auf allen Hierarchieebenen, um die Gleichstellung der Frauen im Beruf voranzubringen. Österreichweit gibt es zudem die Arge Wirtschaftsfrauen, die EPWS (The European Platform of Women Scientists), das Frauennetzwerk Medien, Frauen ohne Grenzen, Frau in der Wirtschaft, das Immobilienmaklerinnen-Netzwerk Salon Real oder die relativ junge, feministische und branchenübergreifende Plattform „The Sorority“, die ursprünglich als Spaßprojekt gegründet und aufgrund des großen Erfolges längst professionell aufgestellt wurde. Die Liste ist unvollständig, doch die Essenz ist deutlich. Zahlreiche Frauennetzwerke haben Ziele, die Männer per se nicht anstreben müssen, weswegen die sich auch auf andere Dinge konzentrieren können – wie eben die Karriere und das Umkreisen der Rädelsführer. Der offenbar ewige währende Kampf um Gleichstellung, Anerkennung, Rechte und alles, was zur Gleichberechtigung gehört, bindet Frauen hingegen viel mehr an den Boden der Tatsachen, auf dem sie mal ein Stück nach vorne, mal ein Stück nach hinten rücken und immer wieder von gruseligen Retrofantasien überfraut werden. Kürzlich waren es die „16 Tage gegen Gewalt an Frauen und Mädchen“, eine

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Allein die Umkehr der männlichen zu weiblichen Vorzeichen und die gnadenlose Übersetzung ihrer Regeln, ihres Pathos und ihrer Rituale hält den Männerbünden einen Spiegel vor, dessen Gift trifft. 34 international laufende Aktion, deren Notwendigkeit allein schon zeigt, womit Frauen sich auseinandersetzen und worauf sie aufmerksam machen müssen. „Es wird auch immer wieder appelliert, dass Frauen viel mehr Solidarität untereinander zeigen sollten. Das ist schwierig – schließlich sind es alles Menschen, sie verfolgen verschiedene Ziele und sie sind auch nicht immer einer Meinung. Es gibt ja nicht nur einen Feminismus, sondern viele“, weiß Monika Jarosch. Hinzu kommt, dass das Wort Feminismus – lang leben sie, die vermeintliche Gemütlichkeiten vermeintlich bedrohenden Klischees – nach wie vor einen eigenartigen Beigeschmack hat, „ein Gschmäckle“, wie Jarosch es mit der schwäbischen Verniedlichungsform umschreibt. Nicht nur Netzwerke, die aus brutalen Notlagen heraus schreien und sich um Frauen kümmern, bei denen Gesellschaft und Staat jämmerlich versagen, sehen sich ständig Angriffen ausgesetzt, politisch motivierten Kürzungen etwa, die an ihrer Existenz nagen. „In der Zeit der türkis-blauen Regierung habe ich dumme Sprüche gesammelt. Es sind wirklich viele und sie sind zum Lachen“, erzählt Monika Jarosch, „dieser Humor ist auch eine Form des Widerstands.“ Vor sechs Jahren hat der AEP eine Ausgabe der vierteljährlich erscheinenden femi-

nistischen Zeitschrift für Politik und Gesellschaft, „aep informationen“, diesem Humor gewidmet. Mit viel Feingefühl hat Jarosch, die sich selbst als politisch nachdenkliche Feministin beschreibt, in dieser Ausgabe etwa Geschichten über das „Lachen der Unterdrückten“ erzählt. Befreiendes Lachen, explosives Lachen, körperliches Lachen und subversives Lachen werden darin beschrieben, die Widerstands-Urkraft des Lachens aufgezeigt. Dass das Lachen oftmals im Halse stecken bleibt, ist realitätenbedingt. Feiner Humor setzt Intelligenz voraus und Satire noch viel mehr. Darum ist die dritte Ausgabe der 2019 erschienenen „aep informationen“ ein Gustostückerl, wurde sie doch von der „Burschenschaft Furia zu Innsbruck“ gestaltet, dem bissigen Alptraum schlagender Männerbünde, deren Humorbzw. Sarkasmusfähigkeit lustig bezweifelt werden darf. Etwa wenn die Schlagenden mit deutschnationaler Schlagseite damit konfrontiert werden, dass ihre Mensuren – wie die Burschen der Furia wissen – Menstruationsneid zeigen.

WEIBLICHE BURSCHEN

Die ausschließlich Frauen vorbehaltene und Männer von der Mitgliedschaft traditionell ausschließende Burschenschaft Furia setzt sich für das goldene Matriarchat und gegen

das Wahlrecht, wohl aber für das Malrecht für Männer ein. „Das letzte Jahr beweist, wie notwendig verstärkter Männerschutz ist. Überforderte und verängstigte Männer in politischen Ämtern – das kann nicht sein! Eine solche Last kann das schwache Geschlecht nicht auf seinen zarten Schultern tragen. Entscheidungsträgerinnen müssen ganz klar stets Frauen sein, nur sie sind diesen Aufgaben gewachsen. Männer dürfen sich in die private Sphäre zurückziehen und entspannen“, wurden die Burschen der Furia Anfang September 2019 in einem Interview auf igkultur.at zitiert. So herrlich wie konsequent wird der männerbündische Zustand von der Burschenschaft Furia auf den Kopf gestellt und in den Hintern getreten. Das passiert zwischenzeitlich in vielen Städten Österreichs und Deutschlands, wo sich ausgehend von der Burschenschaft Hysteria zu Wien ein matriarchaler Korporationsring bildete, zu dem etwa die Burschenschaften „Lethargia zu Jena“, „Furia zu Berlin“, „Lascivia zu Leipzig“, „Molestia zu München“ oder „Infamia zu Linz“ zählen. Allein die Umkehr der männlichen zu weiblichen Vorzeichen und die gnadenlose Übersetzung ihrer Regeln, ihres Pathos und ihrer Rituale hält den Männerbünden einen Spiegel vor, dessen Gift trifft. Das tat es etwa, als die Burschenschaft Hysteria im Herbst 2016 öffentlich das Patriarchat zu Grabe getragen und in Wichs, Reih, Glied und Gleichschritt die Prater Hauptallee eingenommen hat. Oder als die Hysteria-Burschen den von der FPÖ organisierten und rechten Burschenschaften regelmäßig eine Tanzplattform bietenden Akademikerball besetzten und zum Männerschutzball machten. „Unsere Männer sind zu schön für einen Schmiss“, sind die Hysteria-Burschen davon überzeugt, dass die Männer Schutz bedürfen. Auch und vor allem vor sich selber. „Gerade in Österreich gibt es einen sehr infantilen, bäuerlich geprägten, männlichen Stumpfsinn, der sich leider auch in verantwortungsvollen politischen Positionen breitmacht“, wird Stefanie Sargnagel, Autorin, Künstlerin, Satirikerin und Bursche der Hysteria, in der von der Furia gestalteten Ausgabe der „aep informationen“ zitiert. Satirisch geht mit den Aktionen der matriarchalen Korporationen die Männerbündewelt zugrunde. Die Burschenschaften haben rasend regen Zulauf. Aus ihnen wachsen Seilschaften und mit den Seilschaften Frauennetzwerke, die nicht nur Potenzial haben, sondern auch widerständische Lach-Kraft. Ihr Zugang ist vieles, nur nicht schmerzfrei.


INNSBRUCKER KOMMUNALBETRIEBE AG

DIE IKB-RECHENZENTREN: DATEN LOKAL IN TIROL SICHERN In puncto Datensicherheit bietet die Innsbrucker Kommunalbetriebe AG (IKB) mit zwei Rechenzentren im Großraum Innsbruck gepaart mit neuester Glasfasertechnik ein erstklassiges Leistungspaket. Die Daten heimischer Unternehmen können so im Land verbleiben und kursieren nicht auf irgendwelchen Clouds in der Welt herum. T E X T : D O R I S H E LW E G

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atenspeicherung und Datensicherheit sind für Unternehmen nicht nur von großer Bedeutung, sondern eine Notwendigkeit, ein Muss. Deshalb ist es wichtig, die Daten in sicheren Händen zu wissen. Kaum jemand weiß jedoch, wo die Daten internationaler Cloud-Anbieter wirklich abgespeichert werden. Nicht so bei der IKB. Die IKB betreibt in Innsbruck derzeit zwei voneinander unabhängige Rechenzentren, ein drittes ist bereits in der Konzeptionsphase. Die Rechenzentren unterliegen sehr hohen Qualitätsstandards, die mit der ISO-27001-Zertifizierung auch belegt werden. Aus Sicherheitsgründen werden die Orte streng geheim gehalten, die Gebäude sowie das Facility Management befinden sich im Eigentum der IKB. Somit sind die Daten sicher geschützt gegen Diebstahl, Brand, Einbruch oder Hardwaredefekte. „Wir können garantieren, dass die Daten hier FOTO: © ANDREAS FRIEDLE

bei uns in Tirol liegen und zudem höchste Datenschutzsicherheitsstandards gewährleisten“, bestätigt Ing. Mag. Thomas Stotter, IKB-Geschäftsbereichsleiter Telekommunikation. „Unseren Kundinnen und Kunden ist es wichtig, zu wissen, wo ihre/seine Daten liegen, an wen sie sich im Störungsfall wenden können und wo sie die Daten bei Bedarf auch wieder abholen können.“

D atentransfer per Glasfaser In Kombination mit dem bereits weit verbreiteten Glasfasernetz der IKB kann eine verlässliche Datensicherheit wie auch -verfügbarkeit gewährleistet werden. Das Glasfasernetz wird direkt in das Unternehmen, das Büro oder die Wohnung gelegt. Auf Wunsch bietet die IKB auch eine direkte Verbindung vom Kunden zum Rechenzentrum, also eine direkte Glasfaserleitung vom Unternehmen in das Rechenzentrum. „Damit kommen die

Daten nicht einmal in Berührung mit dem Internet“, so Stotter. Nicht nur Tiroler Unternehmen schätzen das qualitativ hochwertige Dienstleistungsangebot der IKB. „Die eigenen Daten bei einem lokalen Partner in Sicherheit zu wissen, ist für viele Unternehmer/-innen ein schlagendes Argument und deshalb haben wir auch überregionale Kundinnen und Kunden“, weiß Stotter. Der große Serviceanspruch der IKB leistet sein Übriges, dass immer mehr Unternehmen auf die attraktiven Angebote des kommunalen Anbieters vertrauen. PR

INFORMATIONEN zu den Produkten und Dienstleistungen der IKB gibt es unter www.ikb.at und 0800/500 502.


TIROLER VERSICHERUNG

NAH AN DEN MENSCHEN ... UND AN ZAHLEN Zahlen und das Pflegen von Unternehmenskultur prägen seit jeher den Berufsweg von Isolde Stieg, die vor Kurzem in die erweiterte Geschäftsleitung der TIROLER VERSICHERUNG aufgestiegen ist und 2021 ihr Vorstandsmandat übernehmen wird. Das Mann-Frau-Thema auf dem Weg nach oben sieht sie entspannt und als längst überholt. I N T E RV I E W : C AT E R I N A M O L Z E R - S A U P E R

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ECO.NOVA: Wie würden Sie Ihren Karriereweg mit wenigen Worten beschreiben? ISOLDE STIEG: Meine Leidenschaft galt schon immer den Zahlen und den Menschen. Demnach waren meine Schulausbildung an der HAK, das Studium der Wirtschaftspädagogik und die nachfolgenden Funktionen als Controllerin bei diversen großen Unternehmen wie Schwarzkopf, Swarovski oder den tirol kliniken im In- und Ausland ideale Schrit-

te und boten Chancen für meine berufliche Karriere. Ich hatte auch das Glück, auf Betriebe mit einer hohen Unternehmenskultur zu stoßen, und wurde bei meinen Entscheidungen und Vorhaben auch immer hervorragend unterstützt. Gab es jemals stürmische Zeiten oder ungeplante Schritte auf Ihrem Weg nach oben? Es gab spannende und sehr agile Zei-

ten, besonders bei meinen Auslandsaufenthalten in London, Hongkong oder den USA, aber diese Erfahrungen machen ein Leben aus, erweitern den Horizont und ermöglichen wichtige Erfahrungen mit unterschiedlichsten Menschen und Arbeitsweisen. Nach diesen mobilen Zeiten konnte ich mich in aller Ruhe fragen, wie es hier in der Heimat für mich weitergehen kann. Im Jahr 2011 stieg ich als Bereichsleiterin für RechnungsENTGELTLICHE EINSCHALTUNG / FOTOS: © ANDREAS FRIEDLE


TIROLER VERSICHERUNG

Isolde Stieg: Mit den Beinen fest am Boden, mit dem Kopf schon weit voraus

wesen und Controlling in die TIROLER VERSICHERUNG ein, ging mit 35 in Karenz und bin seither ein fixer Bestandteil dieses Unternehmens.

Erfüllt die TIROLER VERSICHERUNG Ihre Vorstellungen von guter Unternehmenskultur? Ich könnte mir ehrlich gesagt keinen besseren Arbeitgeber und angenehmere Kolleg*innen vorstellen. Eine Führungsetage muss Unternehmenskultur vorleben, nur so kann ein Betrieb für seine Mitarbeiter*innen und Kund*innen gut funktionieren. Die leidige Mann-Frau-Thematik hat es hier nie gegeben und auch das Gendern geht über diese weit hinaus. Von Alt/Jung über Vollzeit/Teilzeit bis hin zum Thema Ausländer/Inländer – all das muss heutzutage mitgedacht und zum Wohle aller gelöst werden. Weiterbildung und echtes Interesse an den Mitarbeiter*innen und einer effektiven Teambildung werden hier tagtäglich kultiviert.

Wo sehen Sie Ihre besonderen Stärken und Ziele innerhalb der TIROLER VERSICHERUNG? Wir sind die einzige heimische Versicherung, die ihre Wurzeln und ihren Hauptsitz in Tirol hat. Dieses Alleinstellungsmerkmal, ganz nahe an den Kund*innen zu sein, ist mir sehr wichtig. Wenn etwas passiert, sind die Betroffenen oftmals auf schnelle Hilfe angewiesen und froh, sofort einen persönlichen Ansprechpartner an ihrer Seite zu haben. Diese Handschlagqualität gegenüber den Menschen und das konstruktive Miteinander im Unternehmen sind Dinge, die ich sehr schätze und weiter vorantreiben möchte. Was würden Sie Frauen raten, die am Beginn ihrer beruflichen Laufbahn stehen? Frauen müssen sich generell mehr zutrauen, das auch zum Ausdruck bringen und sich im besten Fall einen Arbeitgeber aussuchen, der auch wirklich zu ihnen passt und sie fördert. Wir haben beispielsweise einen Frauenanteil von 40 Prozent in unserer IT-Abteilung. Wir Frauen neigen oft dazu, zu viel auf Fachkompetenzen zu setzen, aber besonders in Führungspositionen sind menschliche Qualitäten immens wichtig und auch gefragt. Bei uns im Haus werden fast

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„Frauen müssen sich generell mehr zutrauen, das auch zum Ausdruck bringen und sich im besten Fall einen Arbeitgeber aussuchen, der auch wirklich zu ihnen passt und sie fördert.“ ISOLDE STIEG

alle Jobs als Vollzeit- und als Teilzeitstellen angeboten. Auch das Home Office ist eine gute Möglichkeit, Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen – und zwar für Frauen und Männer. Eine umfassende Grundschulung beim Einstieg ist für Arbeitgeber und Arbeitnehmer*innen gleichermaßen sinnvoll und angenehm. Wie gelingt Ihnen die viel zitierte Work-Life-Balance ganz persönlich? Mein Glück ist, dass ich mein Hobby zum Beruf machen konnte und nicht am Freitag kopfschüttelnd aus dem Büro komme und

am Montag mit Kopfweh arbeiten gehe. Es gibt einen fließenden Übergang zwischen Berufs- und Privatleben und es macht mir Spaß, mich auch am Wochenende mal zwischendurch mit Fachliteratur zu beschäftigen oder mit meiner Familie über Themen zu sprechen, die mich gerade beschäftigen. Meine Tochter kommt seit sie klein ist gerne im Büro vorbei und bekommt so hautnah mit, wie schön der passende Beruf und ein angenehmes Arbeitsumfeld sein können. Ein lebensfreundliches Arbeitsklima im richtigen Job kann ich nur jedem von Herzen wünschen.


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EINE EHE, DIE AUFREGT Man wird den Eindruck nicht los, dass in Sachen Gletscherehe Pitztal–Ötztal vieles wird, nur nicht heftig debattiert. Wenn, dann wird vor allem heftig aneinander vorbeigeredet. T E X T : S T E FA N D . H A I G N E R

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leich vorweg. Wir, die Gesellschaft für Angewandte Wirtschaftsforschung (GAW), haben unlängst gemeinsam mit dem Tiroler Standortanwalt im Rahmen einer Studie die regionalwirtschaftlichen Effekte des Gletscherschigebietszusammenschlusses Pitztal–Ötztal untersucht. Der Tiroler Standortanwalt ist bei der Wirtschaftskammer Tirol angesiedelt und kann gewisserma-

ßen als Pendant zum Landesumweltanwalt gesehen werden. In UVP (Umweltverträglichkeitsprüfungs)-Verfahren bedeutet dies, dass Ersterer grundsätzlich die Pros, Letzterer grundsätzlich die Contras vertritt. Eine umgekehrte Rollenverteilung ist praktisch ausgeschlossen. Unsere Analysen bauten dabei in wesentlichen Teilen auf einer Studie auf, die sich mit den erwarteten touristischen Effekten beschäftigt, die sich aus dem

Zusammenschluss ergeben, sowie auf den projektierten Investitionssummen. Beides fand Eingang in die Berechnungen mit dem Ergebnis, dass die Wirkungen deutlich sind – sowohl was den Arbeitsmarkt anbelangt als auch für die regionalen Einkommen und natürlich auch in Bezug auf das etwas abstrakte Maß des Bruttoregionalproduktes. Das Ergebnis: fast 200 Millionen Euro an zusätzlichem Bruttoregionalprodukt, 140,3


eco.wirtschaft Dr. Stefan D. Haigner ist geschäftsführender Gesellschafter der Gesellschaft für Angewandte Wirtschaftsforschung (GAW)

„Zum Schaden der Diskussion um den Gletscherzusammenschluss wird der ökonomische Befund mit einer Bewertung gleichgesetzt. Aber das ist nicht der Fall.“

Millionen Euro davon in Tirol – und zwar allein schon aus der Errichtungsphase – hinzu kommen weitere 52,5 Millionen Euro (Tirol: 41,2 Millionen Euro) aus der zusätzlichen touristischen Nachfrage. Jahr für Jahr. In der Errichtungsphase bedeutet dies rund 1.670 Ganzjahresvollzeitbeschäftigte (Tirol: 1.194) und zusätzlich 446 Ganzjahresvollzeitbeschäftigte (Tirol: 356) jährlich aus der zusätzlichen touristischen Nachfrage. Der sektorale Effekt der Errichtungsphase konzentriert sich dabei naturgemäß auf den Bausektor. Aber auch andere Sektoren wie der Handel, die Instandhaltung und Reparatur von Kfz, die Herstellung von Waren, Freiberufler, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen und viele andere gewinnen allein aus dieser Phase. Der regionalwirtschaftliche Effekt aus der laufenden touristischen Nachfrage wiederum konzentriert sich vor allem auf den Sektor Beherbergung und Gastronomie. Aber auch hier geht die sektorale Breitenwirkung erheblich über diesen Sektor hinaus, wenn grob 75 Prozent des Gesamteffektes anderen, nicht dem Sektor Beherbergung und Gastronomie zurechenbaren Sektoren zufallen. Naturgemäß sind all diese Wirkungen mit fiskalischen Rückflüssen für die öffentliche Hand verbunden. In Form von Sozialversicherungsabgaben (29,8 Millionen Euro + jährlich 7 Millionen Euro), Einkommensteuer (21,2 Millionen Euro + jährlich 5,4 Millionen Euro) oder Umsatzsteueraufkommen (8 Millionen Euro + jährlich 7,8 Millionen Euro). Aus der Errichtungsphase belaufen sich die fiskalischen Rückflüsse in Summe auf 68,1

Millionen Euro, aus der Betriebsphase auf jährlich 22,4 Millionen Euro. Nun ist klar, dass diese Ergebnisse einer gewissen Schwankungsbreite unterliegen, also die regionalwirtschaftlichen Effekte niemals bis auf die letzte Kommastelle berechnet werden können. Ebenso klar ist aber auch, dass die regionalwirtschaftlichen Effekte, gemessen an Wertschöpfung, Beschäftigung und Einkommen, eindeutig positiv sind. Alles andere würde heißen, dass sich die Projektwerber selbst ihr eigenes betriebswirtschaftliches Grab schaufeln würden. Die Ergebnisse erhalten zudem Gewicht, da es vor allem das Pitztal ist, das vom Zusammenschluss profitieren soll. Das Pitztal zählt jedoch unter den 34 Tiroler Tourismusverbänden seit Jahren zu den Schlusslichtern in Sachen Nächtigungswachstum. So sind die Nächtigungen im Winter im TVB Pitztal seit dem Jahr 2000 um lediglich 0,2 Prozent pro Jahr gewachsen. Das ist ein Fünftel vom Tiroler Schnitt. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den Ankünften, winters wie sommers. Ausgehend von der deutlich unterdurchschnittlichen Startposition (auf den TVB Pitztal entfallen rund 1,8 Prozent aller Tiroler Ankünfte) wiegen diese deutlich unterdurchschnittlichen Wachstumszahlen daher doppelt schwer.

IST ES UNS DAS WERT?

Zum Leidwesen für uns Forscherinnen und Forscher und zum Schaden der Diskussion 1) Tiroler Tageszeitung (25. 11. 2019), Gastkommentar 2) Der Standard (9. 11. 2019)

wird nun dieser ökonomische Befund mit einer Bewertung gleichgesetzt. Aber das ist nicht der Fall. Vielmehr ist nun die Frage zu stellen: „Ist es uns das wert?“ Also was sind die Kosten, die wir bereit sind, dafür zu tragen. Jeder Einzelne und als Gesellschaft? Und hierbei wird es interessant, denn gesprochen wird nun von „der Tourismusindustrie“, die nur nach Profiten „giert“, „koste es was es wolle“.1) Und von „Wachstum um jeden Preis“.2) Ein Diktum, das wohl kaum dazu angetan ist, dem Gegenüber die Ohren für die eigenen Argumente zu öffnen. Aber vielleicht geht es darum auch gar nicht (mehr). Vielleicht geht es vielmehr darum, ein Verfahren, das längst in den Mühlen der öffentlichen Verwaltung angelangt ist, als Reibefläche zur Zuspitzung der eigenen Position zu verwenden, um so die eigene Wichtigkeit demonstrieren zu können? Denn aus volkswirtschaftlicher Sicht ist es sonst kaum zu erklären, weshalb nicht schon längst eine Monetarisierung beispielsweise der Umweltkosten erfolgt ist. Die Umweltökonomik würde dazu zahlreiche Ansätze bieten. Beispiele dazu gibt es zuhauf. Von der ökonomischen Bewertung von Bodennutzfunktionen über die ökonomische Bewertung von Externalitäten des Verkehrs (zu Wasser und zu Land) bis hin zum CO2-Zertifikate-Handel, der eine Marktbewertung der CO2-Kosten zulässt. Das Schleifen einer Gratspitze ist ein Faktum. Wie dieses Faktum bewertet wird, steht jedoch auf einem anderen Blatt. Aber es reduziert sich genau auf diese Frage: Wie viele Arbeitsplätze ist man bereit für den Erhalt eines Berggrates nicht zu schaffen? Richtige oder falsche Antworten darauf gibt es nicht. Nur politische. Einigt man sich auf diese gemeinsame Sprache, wird auch weniger aneinander vorbeigeredet. Der Heftigkeit der Diskussion wird das nicht schaden.

ÜBER GAW

Die Gesellschaft für Angewandte Wirtschaftsforschung (GAW) ist eine private Forschungseinrichtung mit Sitz in Innsbruck, die für Unternehmen, Interessenvertretungen sowie die öffentliche Hand Studien zu volks- und regionalwirtschaftlichen Themen erstellt. Im Bereich der Erstellung von Wertschöpfungsstudien, aber auch zum Thema kalte Progression zählt die GAW seit Jahren zu den führenden Forschungseinrichtungen in Österreich. www.gaw.institute

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eco.wirtschaft

Bürgermeister Hans Lintner, Gerhard Bathelt, Geschäftsleiter der Raiffeisen-Regionalbank Schwaz, Architektin Silvia Boday, Otto Prantl, Geschäftsleiter der Raiffeisen Regionalbank Schwaz, und Stadtbaumeister Gernot Kirchmair

NEUES QUARTIER Die Raiffeisen-Regionalbank Schwaz entwickelt rund um ihren Standort zentral in der Stadt das „Quartier am Raiffeisenplatz“ als neues Dienstleistungszentrum. Der Spatenstich soll im Herbst nächsten Jahres erfolgen.

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chwaz wird künftig um ein modernes Dienstleistungszentrum reicher. Aus der durchaus hochkarätigen Riege der Teilnehmer der Architekturausschreibung ging der Entwurf der Tiroler Architektin Silvia Boday als Siegerprojekt hervor – vor allem deshalb, weil der Entwurf die Typologie der Schwazer Innenstadt mit ihren gassenartigen Durchwegungen in sich aufnimmt. So wird der Bau neue fußläufige Verbindungen zwischen der Postgasse und Ullreichstraße sowie von der Innsbrucker Straße auf dem Raiffeisenplatz bis zum Mathoihaus schaffen. „Das Quartier wird allen Stadtbewohnern das Leben erleichtern. Kurze Wege, viele Dienstleistungen unter einem Dach, moderne und intelligente Stadtentwicklung – dafür steht das Projekt ‚Quartier am Raiffeisenplatz‘“, erklärt Gerhard Bathelt, Geschäftsleiter der Raiffeisen-Regionalbank Schwaz. Bereits fixiert ist, dass die Tiroler Gebietskrankenkasse und ein Zahnambulatorium im als modernes Dienstleistungszentrum konzipierten Quartier im Stadtzentrum ihr neues Zuhause finden werden. Gespräche über verschiedene fachärztliche Ordinationen und Gewerbeflächen, die von der Raiffeisen-Regionalbank Schwaz vermietet werden,

„Das Projekt steht für kurze Wege, viele Dienstleistungen unter einem Dach, moderne und intelligente Stadtentwicklung.“ GERHARD BATHELT, GESCHÄFTSLEITER RAIFFEISEN-REGIONALBANK SCHWAZ

„Durch ein schlüssiges Erschließungskonzept schafft die Raiffeisen-Regionalbank Schwaz neuen urbanen Raum zum Wohnen und Arbeiten im Herzen der Stadt.“ ARCHITEKTIN SILVIA BODAY

seien weit fortgeschritten. Zusätzlich wird mit dem Quartier auch neuer Wohnraum in verkehrsberuhigter Lage geschaffen.

SCHRITT ZUR STADTENTWICKLUNG

Das neue „Quartier am Raiffeisenplatz“ wird von der Schwazer Stadtführung gutgeheißen, wie Bürgermeister Hans Lintner im Rahmen der Projektvorstellung betont hat: „Ich begrüße den Ausbau der Dienstleistungen in unserer Stadt sehr, das Projekt ist ein wichtiger Schritt in der Stadtentwicklung. Es wird den Stadtkern bereichern und einen Mehrwert sowohl für die Stadtbewohner als auch die

Menschen im gesamten Bezirk schaffen.“ Ausdrücklich als positiv erwähnte Lintner den Umstand, dass neben den Dienstleistungsbereichen auch Wohnraum und dringend notwendige Parkflächen entstehen würden. „Mit dem ‚Quartier am Raiffeisenplatz‘ gelingt es, die Innenstadt qualitätsvoll zu verdichten und aufzuwerten. Durch ein schlüssiges Erschließungskonzept schafft die Raiffeisen-Regionalbank Schwaz neuen urbanen Raum zum Wohnen und Arbeiten im Herzen der Stadt“, bestätigt die Architektin. Die Bauarbeiten für das „Quartier am Raiffeisenplatz“ sollen voraussichtlich im Herbst 2020 beginnen.

FOTO: © RRB SCHWAZ/CHRISTIAN FORCHER | VISUALISIERUNG: © ATELIER SILVIA BODAY


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Das aDLERS Hotel wurde im Jahr 2013 eröffnet, Highlight ist das Restaurant samt Bar und Rooftop-Terrasse im 12. Stock des Gebäudes. Im Mountain-View-Spa gibt’s Entspannung, in den Tagungsräumen wird gearbeitet. www.adlers-innsbruck.com

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eco.wirtschaft


eco.wirtschaft

IMMER WEITERGEHEN Können Tradition und Innovation miteinander? Müssen sie sogar! Traditionsunternehmen sind allein schon deshalb im wörtlichen Sinne innovativ, weil sie sich immer wieder erneuern müssen, um so lange erfolgreich zu sein. TEXT: MARINA BERNARDI

Ü bersetzt man Innovation wörtlich, kommt man über das lateinische Verb „innovare“ zur Erneuerung. Während Start-ups oftmals wenngleich nützliche, aber dennoch kurzfristige Einmal-Ideen produzieren, stehen Traditionsunternehmen für Verlässlichkeit und Weitblick und meist auch für Verwurzelung mit der Region. Doch auch sie dürfen nicht stehenbleiben, denn auch Lorbeerkränze welken. Die Innsbrucker Hoteliersfamilie Ultsch zeigt, wie sich Vergangenheit und Zukunft vereinen lassen. Mit Florian und Fabian Ultsch steht die mittlerweile fünfte Generation mit an der Spitze der Gruppe, zu der neben dem Schwarzen Adler (40 Zimmer und Suiten) und dem aDLERS Designhotel (75 Zimmer) in Innsbruck aktuell sechs harry’s home Hotels (je zwischen 70 und 130 Zimmer) gehören – ein Zeichen dafür, FOTOS: © SCHWARZER ADLER, HARRYS HOME, ANDREAS FRIEDLE, ANGELO LAIR

dass in der Vergangenheit vieles richtig gemacht wurde.

SCHÖN VIEL LEBEN

Unter dem aus Böhmen stammenden Franz Ulc kam der Innsbrucker Traditionsgasthof Schwarzer Adler zu Beginn des 20. Jahrhunderts in die Familie. Seither wurde nicht nur aus Ulc der Name Ultsch, auch das Haus veränderte sich. In Folge zahlreicher großer Investitionen zählt das historische Boutiquehotel zu einem der führenden Häuser der Region, dessen Gemäuer viel erzählen können. Von Kaiser Maximilian I. beispielsweise, der das Haus seinen Mätressen widmete. Oder von der Beute Andreas Hofers – 60 Wagen und 120 Pferde –, die er nach einer gewonnenen Schlacht in den großzügigen Stallungen des Anwesens deponierte. Oder eben die Geschichte der Familie Ultsch. Es war schon immer viel Leben in diesem Haus. 2006 eröffnete Harald Ultsch, Vater von Florian und Fabian und gemeinsam mit seiner Frau Sonja Sophie das „neue Gesicht“ der Gruppe, das erste „harry’s home Hotel“ in Hart bei Graz, es folgten Hotels in Linz (2009), Dornbirn (2010), Wien (2012), München (2015) und kürzlich Zürich. 2013 eröffnete das Designhotels aDLERS in Innsbruck, nicht ganz ohne Anfangsschwierigkeiten, aber letztlich sehr erfolgreich. Dass die Söhne Florian und Fabian ins Familienunternehmen einstiegen, lag zum größten Teil daran, dass sie von zu Hause viel Positives mitbekommen haben. Das ist im Hotel- und Gastgewerbe nicht selbstverständlich, die Nachfolgethematik ist eine große. Viele nachkommende Generationen entscheiden sich für ein Arbeitsleben außerhalb der Branche. Nicht so bei Familie Ultsch. Die beiden Brüder teilen sich die

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„Der Gast von morgen will frei sein in seinen Entscheidungen. Wir schaffen keine Regeln, sondern Optionen.“ HARALD ULTSCH

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2006 eröffnete Harald Ultsch sein erstes „harry’s home Hotel“, mittlerweile gibt es sechs davon, weitere sind in der Pipeline bzw. bereits in Bau. www.harrys-home.com

Aufgaben. Früh stellte sich heraus, dass Florian weniger, Fabian aber sehr wohl für die Gastronomie geschaffen war. Deshalb übernahm Fabian die Aufgabe des Wirts, er kümmert sich seit 2016 darum, dass das aDLERS läuft und sich weiterentwickelt; Florian ist mit seinem Team für Marketing und Sales verantwortlich, also dafür, dass Geschäft lukriert wird und die Betten gefüllt sind. Tochter Valentina studiert aktuell in Wien, soll sich in näherer oder fernerer Zukunft um den Human-Resource-Bereich kümmern. Die Visitenkarten zeigen in kürzestmöglicher Form, welche Entwicklung das Familienunternehmen in den letzten Jahren genommen hat. „Hotelgruppe Familie Ultsch“ heißt es da und die Marken „Schwarzer Adler Hotel“, „aDLERS Hotel“ und „harry’s home Hotels“ zeigen darauf klein, wie groß das Unternehmen zwischenzeitlich geworden ist. Rund 200 Mitarbeiter sind in der Gruppe beschäftigt, wobei vor allem harry’s home Hotels sehr schlank aufgestellt sind, weil dort kein Restaurantbetrieb angeschlossen ist. Der Bereich der Mitarbeiterführung wird jedoch immer größer. „Jeder redet von Employer Branding“, sagt Harald Ultsch, „aber eigentlich steckt das Thema noch in den Kinderschuhen. Ein Schlagwort allein reicht nicht, man muss es auch leben. Es braucht eine starke Marke, um überhaupt Aufmerksamkeit zu erzielen, und mit zunehmendem Wachstum wird die Herausforderung noch größer, ausreichend Mitarbeiter zu finden. Bei harry’s home müssen wir in der Branche noch bekannter werden und bis dahin noch ein bisschen geduldig sein.“

WOHNEN AUF ZEIT

Wachstumspotenzial haben harry’s home Hotels & Appartements definitiv. Namensgeber Harald Ultsch hat mit dem Baukastenprinzip einen Nerv getroffen. Die Gäste bestimmen individuell über Zimmergröße,

Verpflegung oder Dienstleistung und damit letztlich über den Preis. Je länger der Aufenthalt, desto günstiger der Preis. Damit trägt man dem Trend zu so genannten Longstays Rechnung. Diese Nische haben bis dato vor allem große Ketten besetzt, harry’s home war eine der ersten, die es auf dem österreichischen Markt angeboten hat. In den harry’s home Hotels wird den Bedürfnissen der Gäste – so unterschiedlich sie eben bei Familien, Geschäftsleuten, Kulturreisenden oder Sportlern sind – in einem Haus begegnet. Letztlich geht es um die alles entscheidende Frage: Was braucht der Gast? Der Businesskunde will einfach buchen und anreisen, schnell einchecken und sich unkompliziert vernetzen, Familien hingegen brauchen Rückzugsorte, Raum zum Spielen und Toben. Das harry’s home in München Moosach zum Beispiel war das erste Haus der neuen City-Sparte der Vereinigung der Kinderhotels Europas. Die 100 Studios sind teilweise mit Verbindungstüren ausgestattet, in den Appartements gibt’s separate Wohn- und ein bis zwei Schlafräume. Außerdem wurde ein eigenes Spielzimmer eingerichtet. Als das erste Hotel 2006 in Graz eröffnet wurde, waren die Anforderungen teilweise noch ganz anders als heute. Hoteliers müssen sich ständig anpassen, mit harry’s home gelingt das bis jetzt sehr gut. Hotellerie ist kein Spaziergang und verlangt nach immer neuen Konzepten. Die Gäste werden flexibler und anspruchsvoller. Individualität ist nicht nur in der Mode angesagt, sondern in allen Bereichen des Lebens. Die Expansion der harry’s home Hotels jedenfalls soll weitergehen. Neben den aktuell sechs Standorten sind konkrete Projekte in Telfs, Lienz, Graz Reininghaus, Steyr, Villach und Bischofshofen in der Pipeline. In Bau befindet sich Bern Ostermundigen. Vertraglich gesichert sind auch Standorte in Berlin Moabit, Meckenbeuren in Baden-Württemberg, Zürich II und Südtirol. Neue Hotels werden im Allgemeinen von einem Investor nach den Vorgaben von harry’s home errichtet und dann langfristig von harry’s home gepachtet. Sehr oft erfolgt die Immobilienentwicklung zusammen mit anderen Nutzungen wie Wohnungen, Büros und Geschäften – in einer sogenannten Mixed-Use-Immobilie. In manchen Fällen werden Immobilien aber auch von harry’s home selbst finanziert. Für das weitere Wachstum hat die harry’s home Holding AG im heurigen Frühjahr unter anderem rund eine Million Euro im Zuge eines Crowdinvestings gesammelt.


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„Erfolgreich ist man, wenn der Spaß an der Arbeit überwiegt.“ HARALD ULTSCH

Familiensache: Sonja Sophie und Harald Ultsch mit Tochter Valentina und den Söhnen Fabian und Florian

Wir haben Harald Ultsch im Westen von Innsbruck zum Gespräch getroffen, dort, wo das sogenannte „Helpoffice“ untergebracht ist und all jene Mitarbeiter sitzen, die im Hintergrund arbeiten und die vielen Betriebe unterstützen. Wir können Ihnen sagen: Das Büro ist groß. Die Ultsch-Hotelgruppe besteht aus dem Schwarzen Adler und dem aDLERS Designhotel in Innsbruck und aus derzeit sechs harry’s home Hotels – also Tradition, Moderne und Innovation. War Ihnen eine Schiene nicht genug? HARALD ULTSCH: Es war schon immer klar, dass ich das Unternehmen vergrößern werde. Nach der Handelsakademie habe ich in Innsbruck und Wien Wirtschaft studiert und den Schwarzen Adler schließlich zusammen mit meinem Bruder Werner von den Eltern übernommen. Dass der Schwarze Adler alleine nicht das Lebenswerk sein wird, war vorherzusehen.

ECO.NOVA:

Der Plan, Hotelier zu werden, war also nicht von Anfang an da? Für die Übernahme war eigentlich mein Bruder vorgesehen. Er war gelernter Koch und damals war dies die gewünschte Fachausbildung, um auf die Branche vorbereitet zu werden. Zudem war er in den 1990er-Jahren der Pionier der Österreichischen Naturküche. Mein Studium war eine gute Ergänzung,aber damals in der Gastronomie eher exotisch. Die Entscheidung, Hotelier bzw. in erster Linie Unternehmer zu wer-

den, fiel erst nach dem Studium und nach einer ausgedehnten Amerikareise.

Ihre Frau kommt aus der Modebranche, ist in den Familienbetrieb aber voll integriert. Hat sie es jemals in Frage gestellt, sich Ihnen anzuschließen? Sie ist in den Betrieb im wahrsten Sinne hineingewachsen. Letztlich ist die Gastronomie und Hotellerie fast immer Familiensache. Und der heutige Familienzusammenhalt wurde und wird ganz entscheidend von ihr geprägt. Der Schwarze Adler war damals noch sehr klein, es war also notwendig, dass sie mitgearbeitet hat, es wäre nicht anders machbar gewesen. Durch ihr Gespür für Design hat sie von Anfang an Akzente in der Gestaltung gesetzt und damit ihr Gebiet gefunden. Zusätzlich ist sie einfach die perfekte Gastgeberin. Heute kümmert sie sich auch um die Werbung – ganz begeistert ums Social Marketing. Sie verträgt viele Aufgaben, schafft aber auch Platz für jene Dinge, die ihr wichtig sind.

Mittlerweile stehen auch Ihre beiden Söhne mit an der Spitze. Wie sehr sind Sie selbst noch ins Tagesgeschehen eingebunden? Immer weniger, wenngleich ich immer noch sehr nahe dran bin am Geschehen. Neben den Tagesergebnissen aller Hotels bekomme ich von den leitenden Mitarbeitern wöchentliche Berichte, damit ich auf dem Laufenden bin. Die beiden Innsbrucker Betriebe sind mir natürlich geografisch näher als die harry’s

home Hotels, in denen es jeweils einen Verantwortlichen gibt. Ich bin aber auch in den Innsbrucker Hotels nicht mehr in der Intensität persönlich anwesend wie früher. Meine Söhne bekommen das sehr gut hin, ohne dass ich ihnen ständig über die Schulter schaue. Meine Hauptaufgaben liegen in der Weiterentwicklung der verschiedenen Marken und in der Entwicklung von neuen Standorten. Wie schwer ist es, die Kinder machen zu lassen und ihnen die Freiheit zu geben, die Dinge auf ihre Art zu lösen? Es gibt Fachbereiche, in denen vor allem strategisch viel diskutiert wird. Hier kann und soll sich jeder einbringen, auch die Mitarbeiter, die es betrifft. Und hier gilt es

HOTELGRUPPE FAMILIE ULTSCH Der Innsbrucker Traditionsgasthof Schwarzer Adler kam zu Beginn des 20. Jahrhunderts in die Familie. Seitdem hat sich das Haus ob zahlreicher großer Investitionen stark verändert. 2006 wurde das erste „harry’s home Hotel“ in Graz, mit dem Standort Zürich kürzlich das sechste eröffnet. Weitere Projekte befinden sich bereits in der Pipeline. Seit 2013 gehört auch das aDLERS Designhotel im Innsbrucker PEMA-Turm zur Hotelgruppe.

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eco.wirtschaft

„Die Idee hinter den harry’s home Hotels war, neben dem Schwarzen Adler, der stark von seiner Historie und seiner Lage mitten in der Stadt geprägt ist, etwas komplett Neues zu kreieren.“ HARALD ULTSCH

zu überzeugen. Ideen müssen von allen mitgetragen werden, damit sie umgesetzt werden. Grundsätzlich haben die beiden Söhne ein hohes Maß an Freiheit. Sie sind im Betrieb groß geworden, kennen das Metier und wissen sehr genau, was sie tun.

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Der Schwarze Adler in Innsbruck steht für Tradition. Sonja Sophie und Harald Ultsch führen das Haus samt gleichnamigem Restaurant seit Ende der 1980er-Jahre, mittlerweile sind auch die Söhne Florian und Fabian als fünfte Generation involviert. www.schwarzeradler-innsbruck.com

Kürzlich hat in Zürich das sechste harry’s home Hotel eröffnet. Was war die generelle Intention hinter den Hotels? Die Idee hinter den harry’s home Hotels war, neben dem Schwarzen Adler, der stark von seiner Historie und seiner Lage mitten in der Stadt geprägt ist, etwas komplett Neues zu kreieren. Wir haben den Adler 20 Jahre lang aufund umgebaut, waren in den Möglichkeiten aber schon allein städtebaulich immer begrenzt. Jede Veränderung war immer ein Stück weit Kompromiss. Mit den harry’s home Hotels wollten wir uns gänzlich an den Bedürfnissen des modernen Gastes orientieren. Wir konnten ein von Grund auf neues Hotel bauen und all das umsetzen, was uns wichtig war. Entstanden ist ein Produkt, das völlig eigenständig ist und die Gästewünsche der Zukunft trifft. Das gleiche Zimmer für alle funktioniert nicht mehr. Bei uns kann sich der Gast seinen Aufenthalt nach seinen Bedürfnissen zusammenstellen und zubuchen, was er benötigt. Der Gast von morgen will frei sein in seinen Entscheidungen. Wir schaffen keine Regeln, sondern Optionen.

Ist Ihr ambitioniertes Ziel, bis 2025 30 Hotels zu haben, noch realistisch? Aktuell haben wir neben den bestehenden sechs Hotels zirka zwölf weitere Betriebe unter Vertrag bzw. in Bau, wir bewegen uns in den nächsten drei Jahren Richtung 20 Hotels. Da sind wir dann nicht mehr so weit entfernt. Man muss anfangs immer

sehr ambitioniert denken, denn wenn man nichts Großes anstrebt, kommt gar nichts heraus. Andererseits wird es nicht unbedingt einfacher, neue Hotels zu bauen. Die steigenden Baukosten sind durchaus nicht unproblematisch und schließlich soll ein Projekt unterm Strich immer wirtschaftlich zu führen sein. Wir sind mit der aktuellen Entwicklung aber sehr zufrieden und wie es in fünf Jahren aussieht, wage ich heute nicht zu sagen. Es kann viel passieren, in alle Richtungen. Sie haben für die harry’s home Hotels ein Franchisesystem angedacht. Führen Sie aktuell alle Häuser (noch) selbst? Alle derzeitigen Hotels und jene, die aktuell in Planung sind, betreiben wir operativ selbst, doch es gibt eine erste konkrete Franchiseoption. Im Moment geht es darum, den Bekanntheitsgrad der Marke zu steigern, dann bin ich optimistisch, dass noch einige Franchisenehmer dazukommen werden. Welches der drei Standbeine ist das erfolgreichste? Der Schwarze Adler ist die Quelle des Unternehmens. Es war anfangs nicht ganz einfach, weil die ganze Familie davon gelebt hat, und der Ertrag mit dem damaligen Schwerpunkt Gastronomie ist bekanntlich nicht der höchste. Wir haben den Schwarzen Adler aus der Substanz aufgebaut, zwischenzeitlich alle Familienmitglieder ausbezahlt. Es hat ein paar Jahre gedauert, bis der Betrieb auf soliden Füßen gestanden ist, aber wir sind zufrieden. Das aDLERS liegt – allen Unkenrufen zum Trotz – deutlich über den Planzahlen und vor allem die harry’s home Hotels entwickeln sich sehr gut. Es gibt natürlich stärkere und schwächere Standorte, aber alle sind positiv.

Wie definieren Sie Erfolg? Erfolgreich ist man, wenn der Spaß an der Arbeit überwiegt. Es gibt immer Momente, in denen man sich ärgert, doch so lange man Freude hat am Tun und Neuem gegenüber aufgeschlossen ist, ist der Erfolg automatisch gegeben. Ein schöner Erfolg ist auch, wenn die gesamte Familie an einem Strang zieht. Der Mitarbeitermangel ist vor allem in der Gastronomie ein Problem. Spüren Sie diesen auch? Es wäre gelogen, wenn man sagt, man hätte keine Probleme, geeignete Mitarbeiter zu finden. Gerade in


eco.wirtschaft

Expansionsphasen benötigen wir neue Mitarbeiter für die harry’s home Hotels. Für das Headoffice ist das Know-how von Spezialisten nicht immer in Tirol verortet, sondern eher in großen Städten, in denen Hotelketten angesiedelt sind. Glücklicherweise gibt es zunehmend Mitarbeiter, die extra nach Tirol ziehen, um hier zu arbeiten. Wir haben drei Fälle, in denen Tirol so attraktiv ist, dass die gesamte Familie nachgezogen ist. Das ist für uns ein schönes Kompliment und der Lohn dafür, dass wir uns intensiv mit der Thematik beschäftigen. Sie haben Hotels auch außerhalb Österreichs, gibt es in Deutschland und der Schweiz personalseitig die gleichen Herausforderungen? In Zürich haben wir erstaunlicherweise die meisten Bewerbungen verzeichnet, obwohl wir hier mit den größten Problemen gerechnet haben. Wahrscheinlich liegt das daran, dass in der Schweiz der Tourismus noch sehr in Traditionen verhaftet ist und harry’s home frischen Wind und etwas

Neues bringt. Wir haben auch von Beginn an einen Schweizer als Direktor gewinnen können, das hat sehr geholfen. Generell versuchen wir, Mitarbeiter vor Ort zu gewinnen, um in der Region möglichst verankert zu sein. Es geht nichts über ein gutes Netzwerk.

Bei der Markenkommunikation von harry’s home fällt vor allem der Slogan „We all are family“ ins Auge. Was ist damit gemeint? Unter diesem Slogan erweitern wir unseren Familiengedanken auf unsere Mitarbeiter und Stammgäste. Ich komme noch aus der Generation, in der „Sie“ und „Du“ zelebriert wurde. Das passt aber überhaupt nicht mit der Aussage „home“ oder „zu Hause“ überein und auch nicht mit dem Zugehörigkeitsbedürfnis der neuen Generation. Also sind wir alle über unseren Schatten gesprungen und haben das „Sie“ eliminiert. Das Ergebnis war überraschend: Barrieren wurden abgebaut und die neue und unkomplizierte Kommunikation von allen begeistert angenommen.

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Raum für Ihr Projekt in bester Innenstadtlage

Direkt im historischen Stadtkern der Silberstadt Schwaz entwickelt die Raiffeisen Regionalbank Schwaz das “Quartier am Raiffeisenplatz”. In bester Lage entsteht hier Raum für Ihr Büro, Ihre Kanzlei oder Ihre Praxis. Die vermietbaren Flächen können noch individuell gestaltet werden. Geplante Baufertigstellung und Übergabe: 2022

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©Atelier Silvia Boday


HYPO TIROL BANK

TRADITIONSBETRIEB MIT HOHER INNOVATIONSKRAFT Huber Tirol in St. Johann zählt zu den modernsten Schlacht- und Zerlegebetrieben Österreichs. Das Familienunternehmen garantiert erstklassige Qualität und setzt auf Nachhaltigkeit sowie Transparenz.

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Karl Huber jun.

S

ie nennt sich FlatSkin und besteht aus einem dünnen Kartonträger und einer transparenten Schutzfolie. Und sie ermöglicht es, bei der Verpackung von Fleisch- und Wurstwaren bis zu 75 Prozent Kunststoff einzusparen. Dabei erweist sie sich als äußerst haltbar, formschön und ansprechend. Eine neue Technologie, die das Familienunternehmen Huber Tirol in St. Johann überzeugte. Karl Huber sen. und Karl Huber jun. entschieden sich, bei der Verpackung auf FlatSkin zu setzen und in eine Erweiterung der Produktionshalle zu investieren. Damit präsentiert sich der traditionsreiche Schlacht- und Zerlegebetrieb in St. Johann einmal mehr als Vorreiter in Österreich.

STARKE MARKE Im Jahr 1914 gründete Alois Huber das Unternehmen. 1976 übersiedelte Huber Tirol dann in die Industriezone von St. Johann, wo der zweite Sohn, Josef Huber, den Neubau des Betriebs veranlasste. Im Anschluss erfolgte die Übergabe an den dritten Sohn, Karl Huber, und in weiterer Folge an den jetzigen Firmenchef Karl Huber jun. Mittlerweile teilen sich Vater und Sohn die Betriebsleitung – in Harmonie, wie Karl Huber jun. betont. Der Vater bringe seine große Erfahrung ein und sei stets aufgeschlossen, wenn es um Innovationen gehe. Bis heute ist die Firma auf Rind und Kalb spezialisiert. Das Familienunternehmen vermarktet unter den Labels „Tiroler Kaiserkalb“,

„Kaiser Beef“ sowie „Kaiser Bio Jungrind“ Rindfleischprodukte aus der Region. Für seine hochwertige Qualität ist die Huber Tirol GmbH weit über die Grenzen hinaus bekannt, ebenso für das „Kaiser Lamm“ und ausgewählte Spezialitäten aus Ländern wie Argentinien und den USA, die unter dem Label „4you – Fleischkultur für Gourmets“ in den Handel kommen. Alle Fleischspezialitäten aus dem Hause Huber sind naturbelassen und frei von Zusatzstoffen. Wie schon der Großvater setzen die beiden auf kurze Wege im Tiertransport. „Das Tierwohl liegt uns sehr am Herzen. Wir wollen artgerechte Haltung und Transport. Unsere ausgewählten Partnerbetriebe garantieren das“, so Huber. Klasse statt Masse,


lautet folgerichtig das Motto des Unterländer Betriebs.

KLASSE STATT MASSE

Sämtliche Arbeitsschritte werden unter einem Dach erledigt. Von der Schlachtung über die Grob- und Feinteilung bis zur Verpackung passiert alles im Haus. Dabei stellt sich die Huber Tirol GmbH den veränderten Herausforderungen. Die eigene Linie an Halbfertigprodukten – darunter Kalbsbratwürste und Kalbsburger – ist ein stark wachsendes Segment. Dies kommt dem Anspruch der Firmenleitung entgegen, alle Teile der Tiere optimal zu verwerten. Mit der innovativen Verpackungstechnologie FlatSkin setzt Huber Tirol einen

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weiteren Schritt im Sinne einer ökologisch nachhaltigen Produktion. Zu den eingangs bereits genannten Vorzügen kommt noch ein weiterer. „Die High-Vakuumverpackung garantiert eine deutlich längere Haltbarkeit gegenüber herkömmlichen Verpackungen. Zudem kann das Produkt nachreifen. Wir brauchen keinen Sauerstoff, keinen Stickstoff.

HÖCHSTE STANDARDS

Mit einem Zubau schuf das Unternehmen den infrastrukturellen Rahmen, um alle Abläufe nochmals zu optimieren und die ohnehin hohen Standards in den Bereichen Hygiene, Kühlung und Produktion über die gesetzlich vorgesehenen hinaus zu er-

weitern. Huber Tirol erfüllt nicht nur die strengen HACCP-Standards (Hazard Analysis and Critical Control Points), die speziell für den Umgang mit Lebensmitteln konzipiert wurden. „Wir sind darüber hinaus ein zertifizierter Bio-Betrieb, verfügen über das AMA-Gütesiegel, die IFS-Zertifizierung – International Featured Standards, Kategorie Hohes Niveau – und wurden mit mehreren Preisen ausgezeichnet“, zählt Huber auf und ergänzt: „Bei jedem Stück lässt sich die Kette lückenlos bis zum Bauernhof, dem einzelnen Tier, zurückverfolgen.“ Strenge Kontrollen, geschlossene Kühlsysteme, höchste Hygienestandards, hervorragende Qualität und Nachhaltigkeit sind dem Unternehmen Auftrag und Verpflichtung. PR

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BUCHTIPPS

© ANDREAS FRIEDLE

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bildung & innovation

FRAUEN KÖNNEN TECHNIK

Die ummadum-Gründer René Schader und Thomas Angerer

Reinhard Engel Verlag Kremayr & Scheriau 176 Seiten, EUR 24,00 Man schreibt das Jahr 2019. Die populärsten Lehrberufe für junge Frauen sind immer noch Bürokauffrau, Friseurin und Verkäuferin. Männer bleiben in den – deutlich besser bezahlten – technischen Branchen weitgehend unter sich. An den Unis ist der Frauenanteil an den MINTFächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) jedoch laufend gestiegen. Wo sind diese Frauen? Reinhard Engel hat sich auf die Suche gemacht – und sie gefunden. Porträts und Reportagen aus Österreich.

Herum-didldum Ein Jahr wurde die Mobilitätsplattform ummadum gemeinsam mit der Stadt Schwaz, der Gemeinde Wattens, dem Bezirkskrankenhaus Schwaz, der Firma Swarovski und mehr als 1.000 NutzerInnen feingeschliffen. Kürzlich erfolgte der Startschuss für den landesweiten Roll-out. Das Projekt ummadum wurde durch die Standortagentur Tirol gefördert, die damit das Ziel verfolgt, die kontinuierliche Ausschöpfung der Potenziale von digitaler Entwicklung in der Tiroler Gesellschaft zu unterstützen. Mit ummadum, einer innovativen Mobilitätsplattform, die PendlerInnen mit einem Punktesystem dazu motiviert, gemeinsam zur Arbeit zu fahren und gesammelte Punkte im Handel einzulösen, wurden in wenigen Monaten über neun Tonnen CO2 eingespart und mehr als 50.000 Kilometer geteilt. Durch die Einführung von ummadum wird die Umwelt geschont, der regionale Handel unterstützt, der Verkehr auf den Straßen reduziert und Parkplatzprobleme werden minimiert. Mit Abschluss des Leuchtturmprojektes von ummadum in Wattens und Schwaz startet der Regelbetrieb und damit die weitere Ausbreitung in Tirol und andere Regionen. In Tirol wollen bereits zahlreiche weitere Unternehmen und Gemeinden ummadum fahren, die Nachfrage nach der Lösung ist groß. Für seine Mobilitätsplattform hat das Unternehmen in den letzten Monaten zahlreiche Auszeichnungen erhalten, das Start-up erhält außerdem bereits Anfragen aus ganz Europa. www.ummadum.com

DAS VERMESSENE ICH

Vivien Suchert ecowin Verlag 280 Seiten, EUR 13,99 Fitness-Armband, Smart Watch oder Activity Tracker – wir messen Kalorien- und Schrittzahl, Schlafphasen, Blut- und sogar Stimmungswerte. Unser digitaler Fußabdruck verrät viel mehr über uns, als wir ahnen. Wie können wir moderne Technologien sinnvoll nutzen, ohne unsere Datensicherheit zu gefährden? Psychologin Vivien Suchert stellt sich genau diese Frage. Fundiert und unterhaltsam zeigt die Autorin, was die permanente Vermessung unseres Körpers und Lebens mit uns macht.

„Mut brüllt nicht immer nur. Mut kann auch die leise Stimme am Ende des Tages sein, die sagt: Morgen versuche ich es noch einmal.“ MARY ANNE RADEMACHER, SCHRIFTSTELLERIN


eco.zukunft

eco.mmentar

Tom Stadlmeyr

Co-Founder von Single Use Support GmbH: Thomas Wurm und Johannes Kirchmair

GROSSAUFTRAG

© DIE FOTOGRAFEN

Weniger als drei Jahre nach Firmengründung kann die Single Use Support GmbH beachtliche Erfolge verbuchen. Als stolzer Gewinner des Jungunternehmerawards sowie des Tiroler Innovationspreises im Jahr 2018 lässt das Kufsteiner Start-up-Unternehmen nun mit seinem bisher größten Verkaufsabschluss in der Biopharma-Industrie aufhorchen. Ein namhafter Schweizer Konzern orderte bei Single Use Support Anlagen zum Abfüllen sowie zum kontrollierten Einfrieren und Auftauen von hochwertigen Substanzen im Gesamtwert von 1,2 Millionen Euro.

Die Preisträger 2019: Viktoria Steger, Thomas Senfter und Julia Schroll. Jan-Christoph Edelmann und Manuel Ferdik waren leider verhindert.

WISSENSCHAFTSPREIS Seit 1997 prämiert die Tiroler Wirtschaftskammer Diplom- und Masterarbeiten, die von StudentInnen der Leopold-Franzens-Universität, des Management Centers Innsbruck (MCI) und der FH Kufstein verfasst wurden, mit dem Wissenschaftspreis. Jährlich werden mit „Sehr gut“ benotete Arbeiten prämiert, die sich durch einen hohen Innovationsgrad auszeichnen und für kleinere und mittlere Unternehmen der Tiroler Wirtschaft von direkter Bedeutung sind. Die PreisträgerInnen des mit jeweils 1.000 Euro dotierten Wissenschaftspreises 2019 sind Jan-Christoph Edelmann, Manuel Ferdik und Thomas Senfter (alle Uni Innsbruck), Viktoria Steger (MCI) sowie Julia Schroll (FH Kufstein). Die Themen ihrer Abschlussarbeiten reichen von neuen Konzepten zur Optimierung der Funkkommunikation bis hin zu einer drahtlosen Ohr-zu-Ohr-Kommunikationsplattform für Hörimplantate. Weiters thematisiert wurden eine nachhaltige und umweltschonende Methode zur Klärwerkentlastung, touristische Erfolgsfaktoren für das Destinationsmanagement sowie Motive von Frauen zur Unternehmensgründung.

Es ist kompliziert. Oder doch nicht? Vieles, was wir als komplex bezeichnen, ist eher kompliziert. Und umgekehrt. Der Unterschied kann aber oft entscheidend sein. Allein die Tatsache, dass wir häufig nicht zwischen kompliziert und komplex unterscheiden (können), macht das Thema so spannend. Wo liegen die gefühlten und die tatsächlichen Unterschiede und wie beeinflussen sie unsere Entscheidungen? Ein Jumbojet besteht aus über drei Millionen Einzelteilen. Das macht ihn für einen Laien kompliziert. Ein Flugzeugtechniker hingegen verfügt über das nötige Wissen, so ein Fluggerät zu erklären und zu reparieren. Die Funktionen lösen im Normalfall die immer selben Ereignisse aus und solange alles funktioniert, gibt es keine Überraschungen. Somit gilt, dass Kompliziertes mit ausreichendem Wissen beherrschbar ist. Komplex sind in der Regel Systeme, bei denen man mit Sicherheit laufend mit Überraschungen rechnen muss. Unzählige Möglichkeiten und Variablen machen ein Beherrschen sehr schwierig. Das gilt für das Wetter ebenso, wie für alle Systeme, in denen Menschen Entscheidungen treffen. Abteilungen, Gruppen und Teams sind immer komplexe Systeme, das gilt selbst für die kleinste Einheit von zwei Personen. Alle Handlungen und auch Nichthandlungen, Worte und Gesten beeinflussen das System unvorhersehbar. Und je größer die Vielfalt, desto mehr Überraschungen und desto höher die Komplexität. Komplizierte Aufgaben können wir mit einem ausreichenden Maß an Wissen über die Zusammenhänge und deren logische Auswirkungen lösen. Bei komplexen Aufgaben müssen wir in der Lage sein, Unvorhersehbares einzukalkulieren, Abweichungen zu beobachten, um neue Entscheidungen treffen zu können und die chaotischen Zustände einem dynamischen Ordnungssystem zuzuordnen. Oder anders gesagt: Setzen Sie das durch ihre Erfahrung gesammelte Können so ein, dass Sie immer mehr in der Lage sind, im Nebel auf Sicht navigieren zu können. Klingt kompliziert? Ist es nicht!

TOM STADLMEYR

ist Unternehmer, Essenzialist und Auf-den-Punkt-Bringer. Er beschäftigt sich mit dem Weglassen von Unwesentlichen. www.tomstadlmeyr.com

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eco.zukunft

MÄNNER SIND MITGEMEINT

SEX, GENDER & MEDIZIN Chancengleichheit ist eines der WHO-Gesundheitsziele. Die Gendermedizin arbeitet an der Verwirklichung selbiger in medizinischen Fragen. Dabei geht es sowohl um das biologische als auch das soziale Geschlecht. Kardiologin Margarethe Hochleitner von der Medizinischen Universität Innsbruck ist die Doyenne in dieser relativ jungen Disziplin, die ihre Wurzeln in der Frauenbewegung hat. TEXT: MARIAN KRÖLL

D

ie Gendermedizin ist mitnichten ein feministischer Spleen. Sie ist vielmehr ein Anliegen, dessen Benefits für Frau und Mann auf der Hand liegen. Margarethe Hochleitner ist in der geschlechtsspezifischen Erforschung und Behandlung von Krankheiten so etwas wie eine Referenz. Eine fixe Größe, die einen von zwei österreichischen Lehrstühlen für diese Disziplin, in Wahrheit eine breite Querschnittsmaterie, innehat. Hochleitner ist Kardiologin, so wie fast alle Protagonistinnen der „Gründerinnengeneration“ der Gendermedizin. Das hat einen einfachen Grund: In der Kardiologie wurde augenfällig, warum es unbedingt eine Medizin braucht, die zwischen den Geschlechtern differenziert, spezifische Unterschiede in der Behandlung und Medikation berücksichtigt. „Die Kardiologie war immer sehr auf Männer fokussiert. Die Intensivstationen waren Männerstationen, bei den Herzkathetern waren doppelt so viele Männer wie Frauen, bei den Bypässen war das Verhältnis eher drei zu eins“, sagt Hochleitner. Dann kommt das große ABER: „In Österreich sind seit dem Zweiten Weltkrieg mehr Frauen als Männer an Herzkrankheiten gestorben. Es war deshalb irgendwie naheliegend, die Frauen auch einmal zu untersuchen und zu behandeln.“ Gendermedizin ist eine verhältnismäßig junge Disziplin. Wie konnte es der Medizin so lange entgehen, dass da etwas im Argen

„Es gibt Medikamente, bei denen es schlussendlich eine Männer- und eine Frauenpackung geben wird müssen.“ MARGARETHE HOCHLEITNER

liegt? „In erster Linie erklären wir das mit Awareness bzw. dem Fehlen selbiger“, sagt die Kardiologin. Und: „Koronare Herzkrankheit war einfach männlich besetzt.“ Die Vergangenheitsform ist hier unangebracht, denn, wie Hochleitner weiß: „Das Thema Herzinfarkt ist leider noch immer weitestgehend männlich besetzt.“ Die Medizinerin bringt ein Beispiel: „Fällt heute eine sechzigjährige Frau in der Öffentlichkeit um, wird zunächst an einen Kreislaufkollaps gedacht und die Beine werden hoch gelagert.“ Hochleitner fügt lakonisch an: „Das ist ja nicht schädlich, und zwar gegen gar keine Krankheit.“ Traubenzucker sollte man Bewusstlosen dagegen keinesfalls eingeben. „Ich habe gelernt, dass praktisch alle Menschen außer mir Traubenzucker mitführen, so als Erste Hilfe für Frauen, die umfallen. Fällt ein Mann um, heißt es sofort – Herzinfarkt, Notarzt!“, sagt Hochleitner. Dass Frauenund Männerkörper verschieden sind, dürfte selbst medizinisch Unbeleckten einleuchten. „Man hat immer schon gewusst, wie häufig einzelne Krankheiten bei den Geschlechtern

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auftreten“, verweist Hochleitner auf zuverlässiges Zahlenmaterial, das seit langem erfasst wird. Die Zahlen sind bekannt und öffentlich zugänglich, nur, vermutet Hochleitner, „hat das offensichtlich nie jemanden interessiert. Es gibt Themen, die einfach nicht bearbeitet werden.“ Und die geschlechtsspezifische Medizin war zweifellos lange Zeit ein solches Thema, das wenn nicht gar der Ignoranz, so doch zumindest der kollektiven Verdrängung anheimfiel.

EMANZIPATORISCHER ANSPRUCH

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Gendermedizin ist – wie es der Name sagt – zuvorderst ein medizinisches Anliegen. Aber nicht ausschließlich. Das Feld hat auch einen emanzipatorischen Anspruch. „In den 1960er-Jahren ist von den USA die Entwicklung ausgegangen, dass alle möglichen Themen von Frauen für Frauen aufgearbeitet wurden. Es gab Frauenstadtplanung, eine Frauenbank, Frauenarchitektur und so weiter. In der Medizin kamen die Selbstuntersuchungen, die aber nicht flächendeckend praktiziert wurden. Nach Europa hinübergeschwappt sind damals aber vor allem diese Abtreibungsschlachten, die Kämpfe um die Fristenlösung“, erzählt die Kardiologin. Um dem berechtigten Anliegen einer geschlechtsspezifischen Medizin mehr Gewicht zu geben, wurden Zahlen, Daten und Fakten gesammelt. „Irgendwann braucht es auch Fakten, nur etwas zu behaupten, ist zu wenig“, sagt Hochleitner zu den Anfängen der Gendermedizin in den 1990er-Jahren. Ihr liegt vor allem eine Annahme zugrunde: „Alle Medizin wurde von Männern für Männer gemacht“, formuliert Hochleitner und fügt hinzu: „Aber eben dummerweise an Männern und Frauen ausgeführt.“ Man hatte eben der Einfachheit halber angenommen, dass es da schon keinen Unterschied geben würde. „Keine wirklich wissenschaftliche Annahme“, meint die Kardiologin lapidar. Deshalb gelte es, alle etablierten schulmedizinischen Wahrheiten daraufhin zu befragen, ob sie auch für beide Geschlechter zutreffend seien. „Falls ja, sind wir alle glücklich, falls nicht, muss man halt getrennte Angebote entwickeln“, so Hochleitner.

MEDIKAMENTE WIRKEN UNTERSCHIEDLICH

Die meisten Medikamente wurden lange tatsächlich – nicht selten sogar ausschließlich – an Männern getestet. „In manchen Studien war ein gewisser Prozentsatz an Frauen dabei, was ja noch viel fataler ist als eine reiner Männerstudie. Bei einer solchen weiß ich wenigstens ungefähr, wie ein Medika-

„Alle Medizin wurde von Männern für Männer gemacht, aber eben dummerweise an Männern und Frauen ausgeführt.“ MARGARETHE HOCHLEITNER

ment bei der Hälfte der Bevölkerung wirkt“, sagt Hochleitner, die darauf verweist, dass es wieder die US-amerikanischen Frauenrechtlerinnen gewesen seien, welche die Zulassungsbehörden dazu gedrängt hätten, neue Medikamente an Frauen und Männern zu erproben. „Von den Mitteln gegen Herzrhythmusstörungen, die nur an Männern getestet wurden, sind zwischenzeitlich die meisten vom Markt genommen worden. Wir wissen heute, dass Frauen da empfindlicher sind“, weiß die Kardiologin. Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die häufigste Todesursache der Menschheit und damit besonders gut geeignet, statistische Unterschiede zwischen Frau und Mann aufzuzeigen. Plakativer, massen- und medienkompatibler, als das anhand von exotischen Erkrankungen mit geringen Fallzahlen machbar wäre. Medikamente, im Grunde genommen chemische Verbindungen, wirken unter anderem bei Frau und Mann unterschiedlich, weil sich die Hormonspiegel unterscheiden. „Diese chemischen Verbindungen können mit chemischen Verbindungen im Körper – zum Beispiel mit Hormonen – reagieren. Oder eben nicht“, führt die Medizinerin aus. Verschiedene Hormone können die Wirkung der Medikation schwächen, verstärken oder

ganz aufheben. In der Regel haben Frauen wesentlich höhere Östrogenspiegel als Männer, die wiederum mehr Testosteron im Körper haben. Frauen sind hormonell komplexer als Männer, weil der Hormonhaushalt vor und nach dem Wechsel unterschiedlich ist. Der Hormonspiegel von Frauen ist außerdem ständig in Bewegung. Das hängt mit dem Zyklus zusammen und macht die richtige Dosierung von Medikamenten klarerweise diffiziler. „Solche Zacken im Hormonspiegel hat kein Mann“, weiß Hochleitner. Für die Pharmabranche ist die männliche Konstanz freilich praktisch. Weil günstiger. Das hierzulande zugelassene und weit verbreitete Schlafmittel Zolpidem musste etwa in den USA vorübergehend vom Markt genommen werden. Die empfohlene Dosis für Frauen wurde dann auf 5 mg halbiert. „Schon lange vor der Gendermedizin hat man gewusst, dass die Leber die Dinge unterschiedlich verarbeitet. Es wäre daher sonderbar, dass für Männer und Frauen die gleiche Dosierung die optimale wäre“, sagt Margarethe Hochleitner, die Grund zur Annahme hat, dass in der Medikation noch vieles im Argen liegt. „Es gibt Medikamente, bei denen es schlussendlich eine Männer- und eine Frauenpackung geben wird müssen.“ Der


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Industrie will die Medizinerin, ganz Realistin, gar keinen Vorwurf machen. Die sei schließlich ihren Aktionärinnen verpflichtet. „Dazu haben wir unsere Politik. Mit dem Tag, an dem Gesetz wurde, dass Medikamente an Frauen getestet werden müssen, wurde das gemacht. Das ist eine Zulassungsfrage, weiter nichts. Die Pharmaindustrie macht das, was man ihr vorschreibt. Sie ist weder gut noch böse.“ Hormonelle Unterschiede beeinflussen auch die Funktionsweise des Immunsystems. Die Immunantwort wird durch Östrogen gesteigert, durch Testosteron gebremst. Deshalb leiden Frauen auch häufiger an Autoimmunerkrankungen. Frauen haben dagegen eine bessere Chance, Krebserkrankungen oder schwere Infektionen – Keime oder Blutvergiftungen – zu überleben.

GENDER UND SEX

„In der Gendermedizin steht die Beschäftigung mit dem durch das soziale Umfeld und Rollenzuschreibungen zugewiesenen Geschlecht, Gender genannt, im Zentrum des Interesses. Es werden aber auch Fragen des biologischen Geschlechts, nach dem englischen als Sex bezeichnet, behandelt“, steckt Wikipedia das Forschungsfeld ab. Margarethe Hochleitner betont, dass Gender und Sex in der Medizin nicht trennscharf unterschieden würden, sie stehen miteinander in In-

teraktion. Sie beeinflussen bis ins hohe Alter, wie Krankheiten entstehen und wie wir sie empfinden. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat das so formuliert: „Being a man or a woman has a significant impact on health.“ Gender ist das soziale Geschlecht, das von den Rahmenbedingungen entscheidend beeinflusst wird. Die Kardiologin liefert dazu ein anschauliches Beispiel: „Ein Herzschrittmacher funktioniert weltweit. Den muss man nur richtig einbauen. Gender hängt dagegen von der Gesellschaft, vom Sozial- und Gesundheitssystem und auch von den Wünschen und Vorstellungen der Menschen ab.“ Die Tiroler Bevölkerung ist relativ homogen. Das ist kein Nachteil, was die medizinische Behandlung betrifft. Vor diesem Hintergrund ist die jüngste Migration aus afrikanischen Staaten durchaus eine Herausforderung: „Wir haben jetzt Patientinnen und Patienten, die wir nicht verstehen, deren Wünsche und Bedürfnisse wir nicht genau kennen, deren Vorstellungen von einem Krankenhaus uns unbekannt sind und die völlig andere Gesundheitssysteme haben. Das ist schwierig und wird im Gesundheitssektor unter Diversity verkauft.“ Und dabei kommt es immer wieder zu Fehleinschätzungen. Im Frauengesundheitszentrum hat man sich bemüht, eine weibliche Gynäkologin zu finden, weil man annahm, dass das

eine Grundvoraussetzung für Muslima sein müsse, sich gynäkologisch untersuchen zu lassen. Es stellte sich heraus, dass das von den Patientinnen zwar als Nice-to-have gewürdigt wurde, aber eben auch nicht viel mehr. Kurioser ist dagegen eine Beobachtung, die man bei älteren Frauen machen kann. „Diese Frauen sind jahrzehntelang regelmäßig zum Gynäkologen gegangen. Und, so ab 70, 75, plötzlich nicht mehr“, erzählt Hochleitner und fährt fort: „Wissen Sie, was dabei herausgekommen ist: Man kann dem lieben Herrn Doktor den scheußlichen alten Körper doch nicht zumuten.“ Das interpretiert Margarethe Hochleitner als Resultat unserer gesellschaftlichen Verfasstheit. Alter und Scham. Es sind aber nicht nur die biologischen Unterschiede zwischen Frauen und Männern, die den Unterschied machen. Es ist auch der unterschiedliche Umgang mit gewissen Themen, wie die Ärztin weiß: „Es gibt riesige Geschlechtsunterschiede im Umgang mit Essen, mit Gewicht, mit Schönheit. Frauen sind mit ihrem Körper nie zufrieden, bei Männern betrifft das nur ganz wenige. Die Wimpern, die Augenbrauen, die Nase, die Brust vergrößern, -kleinern, ver-was-auch-immern, die Lippen aufspritzen, Fett absaugen und als neuer Höhepunkt die großen Schamlippen verkleinern.“ Frauen würden das alles nicht primär machen, weil es einem gesellschaftlichen

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Schönheitsideal entspreche, sondern für sich selbst, glaubt Hochleitner. Vielfach aus einem Mangel an Selbstwertgefühl. Die Gendermedizin möchte auch in dieser Hinsicht bewusstseinsbildend wirken, zumal die Methoden zur Erreichung des eigenen Schönheitsideals nicht immer gesundheitlich unbedenklich sind.

ZUR LAGE DER GENDERMEDIZIN

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Was die universitäre Proliferation der Gendermedizin betrifft, ist noch viel Luft nach oben. Idealerweise sollten Genderaspekte in allen medizinischen Fächern mitgedacht werden. Davon ist aber noch keine Rede, wie Hochleitner feststellen muss: „Ich war noch nie Totaloptimistin, und wenn man dazu noch Feministin ist, ist Optimismus keine passende Eigenschaft. Deshalb glaube ich nicht daran.“ Die zweitbeste Variante ist ein eigener Lehrstuhl für Gendermedizin. Den gibt es in Wien und Innsbruck. Auf Zweiterem sitzt Hochleitner. Das führt dazu, dass alles Geschlechtsspezifische gerne an diesen Lehrstuhl abgetreten wird und man sich in anderen Fächern recht bequem aus der Verantwortung begeben kann. „Konsequent gedacht braucht es nicht weniger als einen medizinischen Paradigmenwechsel“, sagt Hochleitner. In Innsbruck ist Gendermedizin Pflicht, an den allermeisten deutschsprachigen Universitäten nicht. Eine geschlechtsspezifische Betrachtung stünde aber nicht nur der Medizin gut an, sondern auch allen anderen Gesundheitsberufen. Antifeministische Reflexe laufen bei der Gendermedizin übrigens völlig ins Leere, weil es sich dabei nicht um ein feministisches Pet Project handelt, sondern um eine Materie, von der beide Geschlechter profitieren. Empörte Männer können sich also an dieser Stelle beruhigt wieder hinsetzen. Selbstverständlich geht es aber nicht nur um geschlechtschromosomale Unterschiede, sondern auch um soziale Normen, gesellschaftliche Einflüsse, die Frage nach der Verteilung von Macht und Ressourcen. Fragen, die dem Feminismus nicht fremd sind.

EINE FRAGE DER EVIDENZ

Weil es der Gendermedizin aufgefallen war, dass geschlechtsspezifische Unterschiede gerade in der Kardiologie gravierende Konsequenzen haben, begegnete man den Protagonistinnen durchaus mit Argwohn und teils sogar offener Aggression. „Wir haben nie Vorwürfe erhoben, weil es sich bei Herzkatheter und Bypass um Zuweisungsfächer handelt. Dort hat man sich aber massiv angegriffen gefühlt.“ Zumindest in der univer-

In Innsbruck ist Gendermedizin Pflicht, an den allermeisten deutschsprachigen Universitäten nicht. Eine geschlechtsspezifische Betrachtung stünde aber nicht nur der Medizin gut an, sondern auch allen anderen Gesundheitsberufen.

sitären Lehre und unter den Studierenden wurde mittlerweile großteils erkannt, dass die Auseinandersetzung mit Gendermedizin durchaus (erkenntnis)gewinnbringend und sinnvoll ist. Dass die evidenzbasierte Medizin seit mehr als einem Jahrzehnt auf dem Vormarsch ist, kommt der Gendermedizin durchaus zupass. „Das ist prinzipiell eine gute Sache, weil früher hat es geheißen, ‚das haben wir immer so gemacht‘ oder ‚ich fühle‘“, sagt Hochleitner. Sie wendet aber ein, dass man mitdenken müsse, wofür man denn überhaupt Evidence habe. Die Antwort: „Für kaukasische Männer in westlichen Industriestaaten zwischen 18 und 60.“ Das klingt für eine Verallgemeinerung und Umlegung dieser evidenzbasierten medizinischen Erkenntnisse auf alle Menschen, gleich welchen Geschlechts, Alters oder welcher Ethnie, in der Tat etwas dünn. Die bequeme Annahme, dass da schon kein Unterschied sein wird, ist nicht nur nicht evident, sondern höchst spekulativ und zumindest teilweise schlichtweg falsch. Es gibt in der Forschung also noch viel zu tun, um alle Patientinnen in den Genuss evidenzbasierter Medizin kommen zu lassen.

HIERARCHISCH UND PATRIARCHALISCH

Gendermedizin ist in der Innsbrucker Universitäts- und Tiroler Gesundheitslandschaft nichts Exotisches mehr. Dazu hat Margarethe Hochleitner Wesentliches beigetragen. In der Zusammenarbeit mit den anderen Fächern

sieht sie „keine Probleme mehr“. Anders schaue es dagegen, was die Gleichbehandlung von Frauen und Männern betrifft, bei der Besetzung von universitären Stellen aus. „Hierarchisch-patriarchalisch“ sei das System organisiert. Nach wie vor. „Wir haben an der Universität ein Quotensystem mit einer 50-Prozent-Frauenquote auf allen Stellenkategorien, was wir noch nicht hundertprozentig erreicht haben. Bei solchen Dingen sind wir Frauen natürlich weniger willkommen“, merkt Margarethe Hochleitner ironisch an und legt gleich eine feministisch informierte, spitze Anmerkung nach: „Stellen Sie sich vor, früher haben die Männer geglaubt, 100 Prozent der Stellen und Ressourcen gehörten ihnen. Und dann kommen wir Frauen und fordern, was uns zusteht, nämlich 50 Prozent. Da bleibt für die armen Männer natürlich weniger übrig. Das hat die am Anfang schwer verstört und ein paar Ewiggestrige haben das noch immer nicht kapiert.“ Die Gendermedizin kann gewissermaßen als notwendige Vorbedingung für eine personalisierte bzw. individualisierte Medizin, neuerdings auch Präzisionsmedizin genannt, betrachtet werden. Dabei werden freilich neben dem Geschlecht noch weitere Faktoren berücksichtigt, um der individuellen genetischen Disposition besser Rechnung zu tragen. Mit der Medizin ist es wie mit der Mode. One size fits all gibt es da wie dort nicht. Das Bewusstsein dafür ist allerdings in der Medizin nach wie vor ein zartes Pflänzchen.


TIROL KLINIKEN

BAU NACH PLAN Derzeit entsteht auf dem Areal des Landeskrankenhauses Hall ein neues Chirurgiezentrum. Die Investitionssumme dafür liegt bei rund 70,5 Millionen Euro. Künftig werden auf einer Nutzfläche von rund 30.000 Quadratmetern um die 500 Mitarbeiter der tirol kliniken arbeiten. 57 Der Start für den Betrieb des neuen Chirurgiezentrums ist für Herbst 2020 avisiert. Läuft alles nach Plan? WOLFGANG MARKL: Von meinem Büro sehe ich direkt auf die Baustelle und ich war von Beginn an fasziniert, wie schnell das Gebäude gewachsen ist. Die Arbeiten der verschiedenen Gewerke gehen Hand in Hand und bisher gab es keine groben Verzögerungen. Deshalb sind wir zuversichtlich, dass wir das Gebäude termingerecht im Herbst 2020 in Betrieb nehmen können. An dieser Stelle möchte ich allen beteiligten Firmen meinen Dank für die professionelle Arbeit aussprechen.

ne Zimmer für die Mütter und ihre Babys. Besonders schön finde ich auch den Raum der Stille mit seiner besonderen Holzkonstruktion. Ich könnte Ihnen jetzt noch von der Magistrale, der spannenden Energieversorgung oder der faszinierenden Gebäudetechnik erzählen ... Sie merken schon, wenn es um das Chirurgiezentrum geht, komme ich ins Schwärmen.

ECO.NOVA:

Welche Einheiten des LKH Hall übersiedeln in das Gebäude und gibt es neue medizinische Einrichtungen? Das Chirurgiezentrum beherbergt sechs Stationsbereiche (Chirurgie, Orthopädie und Traumatologie, Urologie, Gynäkologie und Geburtshilfe, Sonderstation), die gynäkologische Ambulanz, hochmoderne Operationssäle sowie einen Aufwachbereich und eine Intensivstation auf dem neuesten Stand der Technik. Diese Einrichtungen übersiedeln aus dem bestehenden Krankenhaus. Besonders freuen wir uns auf die neue interdisziplinäre Tagesklinik, wo kleinere operative Eingriffe vorgenommen werden und die Patienten am selben Tag das Haus verlassen können. FOTOS: © BIRGIT PICHLER

„Bisher liegen wir sehr gut im Budgetplan.“ DDR. WOLFGANG MARKL, KAUFMÄNNISCHER DIREKTOR DES LANDESKRANKENHAUSES (LKH) HALL

Was gefällt Ihnen am Chirurgiezentrum besonders? Sehr gelungen finde ich die Planung der Geburtshilfe, wo uns viele tolle Neuerungen erwarten. Es gibt eine eigene Rettungszufahrt für Schwangere, einen eigenen OP für Kaiserschnitte direkt neben den Kreißsälen sowie lichtdurchflutete, moder-

Wie übersiedelt man ein Krankenhaus? Die Übersiedelung erfordert eine langfristige, gute Planung. Sie erfolgt in mehreren Phasen. Besonders wichtig ist es uns, Schwachstellen frühzeitig zu erkennen. Deshalb werden die medizinischen Abläufe vorab im neuen Gebäude simuliert. Dadurch stellen wir die optimale Qualität und Sicherheit in der Behandlung unserer Patienten sicher.

Wie erleben Sie den Stellenwert des Gesundheitsstandortes Hall? Wir freuen uns natürlich sehr über das klare Bekenntnis von Seiten des Landes Tirol zum Gesundheitsstandort Hall. Das LKH Hall ist das zweitgrößte Krankenhaus des Landes, eine Weiterentwicklung und Modernisierung kommt der Bevölkerung direkt zu Gute und ist ein wichtiger Grundstein in der Gesundheitsversorgung aller Tiroler. PR


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TROTZ KIND Kinder und Beruf unter einen Hut zu bringen, ist für Frauen gar nicht so einfach. Doch es gelingt. Stellvertretend für alle Sheroes in diesem Land zeigen wir Ihnen drei Frauen, die Familie und Karriere verbinden und die zeigen, dass die berufliche Karriere nicht mit einem Kind enden muss. Sondern in manchen Fällen dann sogar erst richtig anfängt. T E X T E : M A R I N A B E R N A R D I & C AT E R I N A M O L Z E R - S A U P E R

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asmin Lechner ist 37 Jahre alt und Mama von drei Söhnen. Und sie ist kreativ. Das ist sie immer schon gewesen: „Ich hab für meine Familie und Freunde genäht, Armbänder gebastelt und Schmuck.“ Zum Beruf hat sie es dennoch nicht gemacht – zumindest vorerst. Jasmin Lechner arbeitete an der Rezeption eines Hotels, auch als die Kinder schon auf der Welt waren. Irgendwann aber ging das zeitlich nicht mehr, weil es in der Schule keine Nachmittagsbetreuung gab. „Meine Kinder sind mir das Wichtigste“, sagt sie. „Ich wollte eine Arbeit, durch die sie keinen Nachteil haben.“ Auch nach monatelanger Suche konnte sie nichts Adäquates finden und er war da. Der Zeitpunkt, sich selbständig und das Hobby zum Beruf zu machen. „Es war eigentlich nichts dabei: Man geht zur Gewerbebehörde, unterschreibt einen Zettel und auf einmal ist man selbständig“, sagt sie mit der ihr eigenen sympathischen Naivität.

MÄNNER SIND MITGEMEINT

WER WILL HEUTE SCHON NORMAL SEIN?

Angefangen hat sie mit Headknots, Stirnbandliebe sozusagen. Dann kam es, wie es kam. „Es ist aus mir herausgesprudelt und mir ist alles Mögliche eingefallen. Und plötzlich hab ich T-Shirts gemacht“, erzählt Lechner, und wenn man mit ihr redet, weiß man, was dieses „Sprudeln“ bedeutet. Sie kommt ihren eigenen Ideen kaum hinterher, so vieles gibt es zu tun, zu entdecken, zu lernen. Jasmin Lechners Label nennt sich „trotzKIND“. Das ist in vielerlei Hinsicht passend. Noch vor ihrer Selbstständigkeit stellten viele die Frage, wie sie denn noch Zeit für ihre Kreativität habe, neben Arbeit, Haus und Kindern. Die Antwort: Geht alles – trotz Kind. Voilá. „Außerdem bin ich auch selbst ein bisschen ein Trotzkind“, gesteht sie. „Ich will

Mach was du willst und sei ein Trotzkind. immer mit dem Kopf durch die Wand. Das liegt vielleicht daran, dass ich Widder bin.“ Zwischendurch sollten auch wir Erwachsenen uns generell durchaus erlauben, ein bisschen Kind zu sein. Und trotzig. Grenzen auszuloten, neugierig und manchmal auch ein bisschen frech zu sein. „Man sollte viel

öfter sagen, was einem auf der Zunge liegt, egal, was andere dann über einen denken“, findet Lechner. Sie hat dafür einen durchaus charmanten Weg gefunden: Sie druckt Sprüche auf T-Shirts und Täschchen. „Kann ich. Will aber nicht“ steht da zu lesen oder „Mir doch egal“. Vieles, was man gerne sagen würde, aber sich nicht traut, wird aufs Shirt gedruckt. Lechner hat einen feinen Sinn für Humor und „ich kann auch wahnsinnig gut über mich selbst lachen. Wenn ich mein Shirt ‚Nett aber plemplem’ trage, dann meine ich das auch genau so.“ Kürzlich hat Frau trotzKIND zum Bedrucken eine große Transferpresse gekauft. Die findet sie richtig cool, aber: „Ich befinde mich gerade auf einem Wendepunkt. Es hat alles eine Eigendynamik bekommen. Ich will kreativ sein und auf der anderen Seite komme ich fast gar nicht mehr dazu, weil ich so viele andere Sachen zu tun habe.“ Lechner macht alles selbst – angefangen vom Logo über die Verpackung und jegliches Design. Jedes Armbändchen und Kettchen wird selbst eingepackt und mit einem persönlichen Sprüchezettelchen versehen. Natürlich auch selbst gedruckt. „trotzKIND hat mich selbstbewusster gemacht“, sagt Lechner. „Man glaubt ja immer am wenigsten an sich selbst. Meine Handarbeiten kamen im Freundeskreis immer gut an, aber ob dafür auch jemand bezahlt, das wusste ich nicht.“ Viele Jemands taten es. Selbständig ist Jasmin Lechner seit Jänner 2019. Seitdem hat sich viel getan, im Eil­ tempo. Ihre Kollektionen gibt es mittlerweile in sieben Geschäften in Tirol. Ohne Kinder hätte sie den Schritt in die Selbständigkeit nicht gemacht, wagt sie eine rückwärtsgewandte Prognose: „Ich hätte viel zu wenig an mich geglaubt. Kinder machen einen mutiger und gelassener. Mit drei Kindern wird man schon cooler. Und jetzt ist trotzKIND mein viertes Kind.“ www.trotzkind.at 


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Jasmin Lechner ist Dreifachmama und selbständig trotz ihrer Kinder. Passenderweise hat sie auch ihr Label gleich so genannt: trotzKIND.


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AUGEN AUF UND DURCH So könnte man mit wenigen Worten den beruflichen Werdegang von Architektin Bettina Platter beschreiben. Sie hat bereits als sehr junge Mutter gespürt, welcher der richtige Weg für sie ist, und diesen auch konsequent durchgezogen.


„Wenn man Kollegen und Handwerkern selbstbewusst, auf Augenhöhe, mit Respekt und weiblicher Intuition begegnet, entsteht ein konstruktives Geben und Nehmen.“ BETTINA PLATTER

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hren dreijährigen Sohn auch mal mit auf die Uni zu nehmen, war nie ein Problem für Bettina Platter, die vor Jahren im Zug vom Tiroler Oberland nach Innsbruck von der Mama zur Studentin wurde. Auch ihr Mann war noch mit seinem Studium beschäftigt und so beschreibt sie ihre damalige Wohnsituation als WG mit kleinem Kind und einem funktionierenden Netzwerk an Familie und Freunden rundum. „Ich wollte unbedingt Architektin werden, meine Kreativität ausleben können und habe mich einfach getraut, mir diesen Wunschtraum zu erfüllen. Wir haben uns damals allesamt einfach auf dieses Abenteuer eingelassen und es bis heute nicht bereut“, erzählt sie. Gegen Ende ihres Studiums hat Platter bereits Zeichenarbeiten in einem Architekturbüro angenommen und so Erfahrungen für ihren späteren Beruf sammeln können. Nach erfolgreichem Abschluss ihrer Ausbildung folgten drei Jahre als Angestellte und der Wunsch nach Selbstständigkeit wuchs und gedieh. „Das einzige Thema, das mir damals etwas Kopfzerbrechen machte, war, nie im Ausland in irgendeinem namhaften, internationalen Architekturbüro mitgearbeitet zu haben. Heute weiß ich, dass man auch bei uns im Land genügend Erfahrungen machen kann und auch von hier aus seinen Horizont erweitern kann“, meint Platter. Der Schritt in die Selbstständigkeit erwies sich als ein erfolgreicher und an ihre ersten Aufträge als Frau in einer Männerdomäne hat sie nur positive Erinnerungen. „Wenn man Kollegen und Handwerkern selbstbewusst, auf Augenhöhe, mit Respekt und weiblicher Intuition begegnet, entsteht ein konstruktives Geben und Nehmen. Man muss sich einfach was zutrauen, nur so kann man wirken und bewirken“, so die Architektin. Immer wieder kreuzten sich die Wege bei der Bearbeitung diverser Projekte mit ihrem heutigen Büropartner Dominik Häusler, mit dem sie seit dem Jahr 2013 schon einige Projekte in Tirol und dem bayrischen Raum verwirklichen konnte. Die beiden Architektinnen und Familienmenschen unterstützen und ergänzen einander in jeder Hinsicht und so war auch die Geburt des zweiten Sohnes von Bettina Platter und ihrem Mann kein Hindernis. www.platterhaeusler.at 

Ein Grund zum sich zuhause Fühlen. Wohnträume wahr machen.

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EIN LEBEN – MEIN LEBEN Petra Markt ist Dreifachmama, 2003 hat sie mit Geppetto ihr eigenes Kindermodengeschäft eröffnet. Es gibt viel zu tun.

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ie komme aus einem Familienbetrieb, erzählt Petra Markt. Hotel und Restaurant. Die Mode habe sie aber schon immer interessiert, auch wenn es zuerst – fast schon klischeehaft – die Villa Blanka als Ausbildungsstätte wurde. Als dann ihr Bruder den elterlichen Betrieb übernahm, war für Petra Markt klar, dass ihr berufliches Leben in eine andere Richtung gehen sollte. „Schon als meine erste Tochter Stephanie auf die Welt kam, habe ich für sie Kleider genäht“, sagt sie. Als in Innsbruck schließlich ein Kindermodengeschäft geschlossen hatte und damit einige hochwertige Kindermarken frei wurden, hat sie die Gelegenheit ergriffen.

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EINFACH MACHEN

„Ich habe immer sehr selbständig gearbeitet“, so Petra Markt. „Ich kenne es eigentlich nicht anders.“ Die Kinder waren deshalb immer eine organisatorische Herausforderung, aber eine, die sich meistern ließ. Auch, weil der Familienverbund stark ist. Tochter Stephanie ist heute 32, Valentina 21 und Sohn Paul 12. „Meine Mama war sehr wichtig für mich. Auch wenn sie selbst gearbeitet hat, war sie immer für mich da“, bedankt sich Markt rückwirkend für die Unterstützung. Auch eine Tagesmutter hat geholfen. Im Dorf gab es auch immer eine Tagesbetreuung, anfangs zwar noch ausschließlich privat organisiert, aber das gut. Paul profitiert schon von der – ganzjährigen – öffentlichen Betreuung. „Paul wusste ich immer gut versorgt, sodass ich beruhigt in die Arbeit gehen konnte. Es hat sich viel getan in dieser Hinsicht, Inzing ist ein sehr familienfreundlicher Ort“, findet Markt.

RÜCKSICHT UND KOMPROMISSE

„Damit alles gut funktioniert, braucht es eine starke Familie und einen starken Partner. Und es braucht ein gutes Team in der

„Natürlich muss man vor allem im Berufsleben mit Bedacht vorgehen, aber man sollte auch auf seinen Bauch hören.“ PETRA MARKT

Arbeit, auf das man sich verlassen kann“, ist Markt überzeugt. Es geht darum, aufeinander Rücksicht zu nehmen und kompromissbereit zu sein. Seit Juni gibt es ein zweites Geppetto in Seefeld. Auch das hat sich ergeben, „ Früher hätte das nicht funktioniert, weil die Kinder noch zur Schule gegangen sind. Alles auf einmal geht halt nicht“, sagt Markt. Recht hat sie. Alles zu seiner Zeit. „Die Kinder sind mir das Wichtigste überhaupt.“ Deshalb ist ihr die gemeinsame Freizeit auch so wertvoll: „Letztlich geht es nicht darum, wie viel Zeit man miteinander verbringt, sondern was man daraus macht.“ Und erreichbar sei sie für ihre Kinder sowieso immer, so Petra Markt. Auch wenn sie in Mailand beim Ordern ist. Die Kinder stehen an erster Stelle.

Was man von Kids lernen kann? „Kinder haben ein sehr gutes Einfühlungsvermögen, sind neugierig, haben ihren eigenen Kopf, wollen Neues ausprobieren und machen es so lange, bis es klappt. Davon können wir uns ruhig eine Scheibe abschneiden“, antwortet Markt. Und wir sollten uns mehr auf unser Bauchgefühl verlassen, nicht immer so viel nachdenken. „Das hab ich schon ein bisschen gelernt. Natürlich muss man vor allem im Berufsleben mit Bedacht vorgehen, aber wenn ich neue Labels mit aufnehme oder auch beim Schritt nach Seefeld höre ich durchaus auf meinen Bauch“, sagt sie. Petra Markt ist Mutter aus Leidenschaft und Unternehmerin aus Überzeugung: „Ich kann beides nicht auseinanderdividieren, es ist ein Leben. Mein Leben.“ www.geppetto.at 


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ENERGIEWENDE IST TRANSFORMATION Der Energiesektor in Tirol, Europa und der ganzen Welt befindet sich im Umbruch. Neue Technologien, Geschäftsmodelle und ein gesellschaftlicher Wandel fordern das Bestehende heraus und zwingen uns schneller, flexibler und ganzheitlicher zu denken und zu handeln. Wer bei der Energiewende vorne mitspielen will, braucht also neue Ideen, neue Strukturen und vor allem auch neue Akteure – und viel mehr Akteurinnen. INTERVIEW: MARINA BERNARDI


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Transformation bedarf Vielfalt. Vielfalt an Ideen, Maßnahmen und Geschlechtern.

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rauen und Technik – es ist ein Spruch, den sich wohl jede Frau schon einmal anhören musste. Positiv ist er selten gemeint. Dass Männern automatisch hohe technische Kompetenz zugeschrieben wird, während Frauen erst einmal technisches Verständnis beweisen müssen, ist leider auch heute noch vielfach so. Dies führt mitunter dazu, dass der Frauenanteil in technischen Berufen weiterhin gering ist, obwohl immer mehr Frauen sich für ein Studium in den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) entscheiden. Irgendwo auf dem Weg in den Berufseinstieg gehen sie jedoch verloren. Aktuell werden Führungspositionen im Energiesektor vorwiegend von Männern besetzt. Dass Branchen mit geringer Geschlechtervielfalt jedoch weniger offen für neue Ideen und Entwicklungen sind, ist kein Geheimnis. Und zumindest in der Theorie bekannt. Diesem Thema hat sich Energie Tirol im Rahmen einer Veranstaltung mit dem Titel „Die Energiewende ist weiblich“ Mitte des Jahres in der Werkstätte Wattens angenommen. Angenehme Abwechslung: Das Podium bestand vollständig aus Frauen – nämlich solchen, die schon heute im Bereich der Energiewende aktiv sind.

DIE FRAU FÜR AUSSEN

Eine davon war Christina Krimbacher. Sie ist planende Baumeisterin und damit in einer nach wie vor männlich assoziierten Branche tätig. Wir haben mit ihr gesprochen – über Fachliches wie Persönliches.

Tirol will bis 2050 energieautonom werden. Neben der Mobilität und Industrie spielt auch energieeffizientes und ökologisches Bauen eine Rolle. Sie haben im Zuge der Veranstaltung aus Ihrer Erfahrung als Baumeisterin erzählt. Wo klaffen Vorstellung und Wirklichkeit tatsächlich auseinander? CHRISTINA KRIMBACHER: Gerade wenn es ums Thema Einfamilienhaus geht, haben die meisten Menschen ein ECO.NOVA:

paar wenige Baustoffe im Kopf, die sie für das ultimative Synonym für ökologisches Bauen halten: allen voran Lehm und Holz. Darauf aufbauend passieren in der Folge jedoch die schrägsten Dinge, weil noch zu wenig Information vorhanden ist. So wird schon mal zur Lehmwand ein EpoxiharzBoden verlegt und der gut gemeinte ökologische Aspekt ist dahin. Es herrscht immer noch viel Unwissenheit, und zwar nicht nur bei den Bauherrn, sondern auch den Handwerkern selbst. Ich glaube auch, dass im Bereich der Ökologie seitens der Industrie noch oft so genanntes Greenwash betrieben wird, also vieles unter einem grünen Deckmäntelchen verkauft wird. Im Gegensatz zum Thema Energie besteht in Hinblick auf Ökologie noch Aufholbedarf an Information.

Welches sind Ihrer Meinung nach die größten Missverständnisse und Fehlmeinungen in Bezug auf ökologisches Bauen? Für private Bauherren ist ein Hauptargument, sie könnten es sich nicht leisten. Seitens mancher Planer ist es eher eine Frage der Ästhetik: Für sie ist vieles, was gut gedämmt und energiesparend ist, keine „richtige“ Architektur. Solche Häuser können gestalterisch nicht „schön“ sein. Beides ist in dieser Form nicht richtig. Und natürlich gibt es immer noch Teile in der Bevölkerung, die sagen, man brauche so etwas generell nicht. Darum solle sich bitte die nächste Generation kümmern. Hier kommt man mit Argumenten ohnehin nicht weiter. Wo sehen Sie die größten Sprünge an technischen und materialseitigen Entwicklungen der letzten Jahre? Ich denke, dass vor allem in der chemischen Industrie viele Entwicklungen im Hintergrund ablaufen, die man als Bauherr auf den ersten Blick gar nicht sieht. In Bezug auf den Einsatz von Chemikalien in Baustoffen hat sich vieles verbessert. Es gibt das so genannte „baubook“, eine Datenbank für ökologische Bauprodukte und

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© FLORIAN LECHNER

Baustoffe. Ich war im letzten Jahr darin auf der Suche nach einer Spanplatte von hoher ökologischer Qualität und es hat mich eineinhalb Tage gekostet, ein Produkt zu finden, das die Anforderungen erfüllt. Heuer habe ich in derselben Datenbank nachgesehen und auf Anhieb fünf Produkte gefunden. Manchmal ärgere ich mich zwar darüber, welche Materialien nach wie vor legal verwendet werden dürfen, die aus meiner Sicht gesundheitsschädlich sind. Andererseits freue ich mich, wie viele Fortschritte erzielt werden.

Ist in diesem Fall auch das Bewusstsein der Hersteller gestiegen oder sind heute die Möglichkeiten zur Herstellung größer und besser? Sowohl als auch. Um ein Produkt in Masse herzustellen, braucht es jede Menge Forschung und Entwicklung. Die aber muss erst durch den Kundenbedarf angestoßen werden. Der Wunsch nach ökologischen Materialien ist da, also haben auch Hersteller vermehrt damit begonnen, sich damit auseinanderzusetzen. Die „Energiewende“ ist ein gern in die Runde geworfenes Wort bei Diskussionen, die die Zukunft betreffen. Wie definieren Sie den Begriff und was schließt er für Sie mit ein? Die Energiewende muss aus vielen einzelnen Schritten bestehen, die jeder machen kann. Es geht nicht nur um die großen Dinge wie den Hausbau, sondern vor allem um die kleinen: zu Fuß zum Supermarkt zu gehen, einen Mehrwegbecher für den Coffee-to-go zu verwenden oder sich zu überlegen, ob man ein neues Paar Schuhe wirklich braucht. Letztlich ist es die Summe aus 1.000 kleinen Schritten und dazu beitragen kann jeder. Wenn man ein bisschen um die Ecke denkt, entstehen so viele neue Chancen und Möglichkeiten. Als ich ins Berufsleben eingestiegen bin, war zum Beispiel das Passivhaus völlig neu und es war extrem spannend, diese Entwicklung mitzuerleben. Ich finde Weiterentwicklung und das Erproben neuer Wege aufregend und es toll, wenn sich etwas tut.

Sie sind planende Baumeisterin und damit in einer Männerdomäne tätig. Macht sich das in Ihrem Arbeitsalltag bemerkbar? Zunehmend weniger, das liegt aber sicher auch daran, dass ich meinen Beruf seit vielen Jahren ausübe und

„Ich wünsche mir, dass Tirol die Energieautonomie schafft, bis 2050 ist es allerdings ein ambitioniertes Ziel.“ CHRISTINA KRIMBACHER

man sich innerhalb der Branche kennt. Es ist also meist keine Überraschung mehr, wenn ich auf eine Baustelle komme. Bei Erstkontakten fällt es mir jedoch nach wie vor auf, dass man als Frau anfangs etwas ausgetestet wird. Auf der Baustelle selbst werde ich wirklich vorzüglich behandelt. Diskriminierungen hab ich schon länger keine erlebt. Früher gab es das manchmal, das läuft aber eher subtil ab: Manchmal wird man nicht zu Besprechungen eingeladen oder nicht begrüßt. Auf der anderen Seite muss ich zugeben, dass ich selbst oft überrascht bin, wenn mir eine Frau als Ansprechpartnerin gegenübersitzt. Lustig finde ich es, wenn ich gefragt werde, was ich arbeite, und sage „Ich bin Architektin“. Dann kommt ganz oft als nächste Frage: „Für innen, oder?“ Und wenn ich sage, nein, ich mach auch „außen“, sind

die meisten überrascht. Innenarchitektur traut man Frauen offensichtlich eher zu.

Sie sind hauptsächlich im Bereich Einfamilienhaus tätig. Beschäftigen Sie sich auch mit größeren Projekten? Ich habe mich auf den privaten Wohnbau spezialisiert. Als Einfraubüro wären größere Dimensionen auch nicht zu schaffen. Die Projekte, die ich annehme, betreue ich allerdings am liebsten vom ersten Entwurf bis zum Einzug, inklusive Bauleitung. Ich will der rote Faden durchs Projekt sein. Als zweites Standbein betreue ich größere Bauprojekte wie Schulen, Bürogebäude oder Hotels, berate in ökologischen Fragen und begleite auch ökologische Zertifizierungen. Das macht mir sehr viel Spaß. Generell ist das ökologische Bauen eine Herzensangelegenheit für mich.


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proHolz-Tirol-Vorstandsvorsitzender Karl Schafferer, Architekt DI Christian Höller, Vorsitzender der Sektion Architekten in der Kammer der ZiviltechnikerInnen | Arch+Ing Tirol und Vorarlberg, Bürgermeister Georg Willi, DI Kurt Ziegner von der Gruppe Forst im Amt der Tiroler Landesregierung und proHolzTirol-Geschäftsführer DI Rüdiger Lex

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VOM BAUM ZUM HAUS

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ie wood passage in Form von vier überdimensionalen Toren aus Holz war Mitte Oktober ein Blickfang in der Innsbrucker Maria-Theresien-Straße und machte den Werkstoff Holz für alle Passanten durchschreit- und begreifbar. Die Initiative von proHolz Austria, proHolz Bayern und Lignum Schweiz macht den Weg vom Baum zum Holzhaus eindrucksvoll erlebbar und setzt sich für mehr Holzbau in Innsbruck ein. Gerade in den Städten steigt der Bedarf von Wohnraum rasant an. Innsbruck ist eine attraktive Stadt, eingebettet in den alpinen Naturraum. Für die notwendige Erweiterung des Wohnraums steht immer weniger Bauland zur Verfügung. Hier bietet sich der Holzbau als Zukunftsmodell an, weil Holz auf Grund seines geringen Eigengewichts und der gleichzeitig hohen statischen Belastbarkeit ideal für Aufstockungen auf dem alten Baubestand geeignet ist.

Konzept, Entwurf und Gestaltung: Atelier Andrea Gassner / Planung: TU München, Hermann Kaufmann, Maren Kohaus / Holzbau und Statik: Fetz Holzbau

„Mit Holz zu bauen heißt, das Klima aktiv zu schützen. Jeder Kubikmeter verbautes Holz bindet eine Tonne CO2 langfristig. Es wäre schön, wenn unsere Alpenstadt zum Vorzeigebeispiel für den modernen Holzbau wird.“ GEORG WILLI, BÜRGERMEISTER VON INNSBRUCK

„Holz ist ein faszinierender Naturbaustoff, der nicht nur im Einfamilienhaus eingesetzt werden kann. Er eignet sich auch hervorragend für mehrgeschossige Bauten sowie für die qualitativ hochwertige Nachverdichtung unserer Gemeinden und Städte.“ CHRISTIAN HÖLLER, VORSITZENDER DER SEKTION ARCHITEKTEN IN DER KAMMER DER ZIVILTECHNIKER/-INNEN ARCH+ING TIROL UND VORARLBERG

ENTGELTLICHE EINSCHALTUNG


PROHOLZ TIROL

HOLZ IN ALLEN DIMENSIONEN

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© ALEX SCHMIDT

om stylischen Dachausbau inmitten der Stadt bis zum Hochhaus liefert Holz überzeugende Beispiele und Vorzeigeprojekte, die veranschaulichen, wie computerbasierte Berechnungs- und Fertigungsmethoden völlig neue Formen der Gestaltung erlauben. Von weit gespannten Tragwerken bis zu Hochhäusern ist alles möglich. Mittlerweile sind sich politische Entscheidungsträger und Bauexperten einig, dass der Holzbau in vielerlei Hinsicht Vorteile bringt. „Bauen mit Holz findet weniger auf der Baustelle, sondern vielmehr in der witterungsunabhängigen Produktionshalle statt. Die Montage am Bau erfolgt in kürzester Zeit, die Materialtransporte zur Baustelle reduzieren sich immens gegenüber konventionellen Bauweisen. Dadurch erfolgt der Bau lärm- und störungsarm und die zunehmend ausartende Verkehrsbelastung wird reduziert“, so Karl Schafferer, Vorstandsvorsitzender von proHolz Tirol. PR

AKTUELLE INTERNATIONALE PROHOLZ - PROJEKTE ZUM GROSSVOLUMIGEN HOLZBAU: PROJEKT BIGWOOD

Abbau von Barrieren für einen erhöhten Einsatz von Holz bei großvolumigen Bauten Förderprogramm: Interreg V-A Italien-Österreich Projektpartner: Freie Universität Bozen, proHolz Tirol, Centro Consorzi (Provinz Belluno, Veneto), Universität Innsbruck, Arbeitsbereich Holzbau und acht assoziierte Partner (u. a. HTL Imst, htt15 – Holzbau Team Tirol, Netzwerk Passivhaus)

PROJEKT BUILD - IN - WOOD

Standardisierte Lösungen für den mehrgeschossigen Holzbau schaffen und somit klimafreundliches Bauen forcieren. Förderprogramm: Horizon 2020, EU-Förderprogramm für Forschung und Innovation Projektpartner: 21 Partner aus 11 Ländern.

© GERHARD HAUSER

© ALEX SCHMIDT

Das zeit-, platz-, und gewichtsparende sowie lärm- und schmutzarme Bauen mit Holz bietet besonders im Innenstadtbereich große Vorteile. Architektur: Gerhard Hauser

Weitere Informationen unter www.proholz-tirol.at


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finanzieren & versichern

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FRAUEN KÖNNEN GELD Vielen Frauen droht die Altersarmut und das liegt vor allem daran, dass sie sich nicht mit ihren Finanzen auseinandersetzen. „Das mit dem Geld“ macht der Mann, obwohl die meisten wissen, dass sie sich eigentlich selbst damit beschäftigen sollten. Viele Frauen wissen aber nicht, wo sie anfangen sollen. Natascha Wegelin ist 2016 zu Madame Moneypenny geworden und begleitet Frauen auf dem Weg eben dorthin: die finanzielle Unabhängigkeit. Auslöser war der Abschluss einer Rentenversicherung, der letztlich kein guter Deal für sie war. Damit wurde ihr klar: Sie muss die Dinge selbst verstehen, um souveräne Entscheidungen treffen zu können. Und weil Wegelin weiß, dass es vielen anderen Frauen auch so geht, hat sie einen Blog für persönliche Finanzen, Persönlichkeitsentwicklung und Weiterbildung von und für Frauen ins Leben gerufen, dazu eine Facebook-Gruppe für Women only, in der Finanzthemen diskutiert werden, und sie hat Bücher geschrieben. „Mit meinem Angebot unterstütze ich Frauen auf ihrem Weg in die finanzielle Freiheit. Mit Inspiration. Mit Hilfsmitteln. Mit Gemeinschaft“, sagt sie. Und ohne erhobenen Zeigefinger, dafür mit Humor, Charme und einer schönen Portion Style, ergänzen wir. Reinklicken unter www.madamemoneypenny.de. BUCHTIPP: Wie Frauen ihre Finanzen selbst in die Hand nehmen können, Natascha Wegelin, Rowohlt Verlag, 240 Seiten, EUR 10,99


eco.geld

WEITERE FRAUEN-BUCHTIPPS

MONEY QUEEN

EIN MANN

Meike Schreiber & Angelika Slavik Verlag edition a 240 Seiten, EUR 20,00 Frauen kümmern sich zu wenig um Geld. Das liegt an alten Traditionen, die Geld zur Männersache gemacht haben. Angelika Slavik und Meike Schreiber haben die Finanzsprache verständlich übersetzt und zeigen Frauen, was es zu erreichen gibt: Ein unabhängiges Leben, für das keine zehn Millionen Euro am Konto nötig sind.

ist keine Altersvorsorge Helma Sick & Renate Schmidt Penguin Verlag 224 Seiten, EUR 10,30 Viele Frauen stehen heute finanziell auf eigenen Füßen. Aber es gibt immer noch die, die sich auf einen „Versorger" verlassen und darauf vertrauen, dass die große Liebe schon hält. Die Autorinnen rufen Frauen dazu auf, die Notwendigkeit finanzieller Unabhängigkeit zu erkennen.

L I Q U I D I TÄT V O R R E N D I T E Das Einkommen der österreichischen Haushalte lag 2018 bei 216,3 Milliarden Euro, das entspricht einem Pro-Kopf-Einkommen von 2.077 Euro und bedeutet einen Anstieg gegenüber 2017 von 3,6 Prozent. Dieser Anstieg spiegelt sich auch in einer steigenden Sparquote wider. Dies vor allem deshalb, da die Konsumausgaben weniger stark wuchsen als das Einkommen, also Geld für die Finanzanlage übrig bleibt. Bei der Geldvermögensbildung setzen die ÖsterreicherInnen trotz Niedrigzinsen auf Sparbücher, lassen das Geld am Girokonto liegen oder halten Bargeldreserven. In Zahlen: 98 Euro monatlich werden laut Oesterreichischer Nationalbank in Einlagen „investiert“, dagegen nur durchschnittlich acht Euro in handelbare Wertpapiere (Aktien, Anleihen, Investmentfonds) und gar nur sechs in kapitalgedeckte Altersvorsorge. Dafür war Liquidität und Flexibilität das vordergründige Motiv, die Rendite des gesamten Geldvermögens ging jedoch zurück und war teilweise sogar negativ. Safety first lautet wohl das Motto.

„Gib nie mehr Geld aus, als du hast.“ MAMA

WENDEJAHR Ein Wendejahr 2020 prognostiziert RBI-Chefanalyst Peter Brezinschek, der im Rahmen seiner herbstlichen Bundesländertour kürzlich in der Raiffeisen-Landesbank Tirol einen Ausblick auf die Konjunkturund Zins­entwicklung im kommenden Jahr gab. Passend zur Jahreszeit, nämlich novembergrau, präsentiere sich der Konjunkturausblick aktuell, so Raiffeisen-Research-Chefanalyst Peter Brezinschek. Für die Folgejahre zeige sich indes wieder ein sanfter Anstieg der globalen Konjunktur. Das bewegende und zentrale Thema der kommenden Jahre ist eindeutig der Klimawandel und seine Auswirkungen auf die Wirtschaft und Finanzmärkte. Dabei ortet der RBI-Analyst einen interessanten Gleichlauf zwischen dem globalen Temperaturanstieg und der Entwicklung der Aktienmärkte. Beide verzeichneten in den letzten 30 Jahren einen deutlichen Anstieg. Doch auch Klimaschutz und Nachhaltigkeit werden in Zukunft für Umsatz und Gewinne an den Börsen sorgen. Aktuell regieren aber eher die Unsicherheitsfaktoren, allen voran der Handelsstreit zwischen den USA und China, der den Welthandel sowie die europäischen Exporte bremst. „Kommt es hier zu keiner Einigung, so bleibt am Ende nur verbrannte Erde“, so Brezinschek. Mit Blick auf die Wahl in den USA rechnet der Experte aber mit einem neuen Abkommen zwischen den beiden Supermächten. Die heimische Industrie hat sich indes in einem schwierigen Umfeld sehr gut gehalten. Dies liege vor allem an der dynamischen Entwicklung in Zentral- und Osteuropa und der langsam sinkenden Abhängigkeit von Deutschland. Die Inflation werde auch im kommenden Jahr deutlich unter der EZB-Zielmarke von knapp unter zwei Prozent bleiben, glaubt Brezinschek. Wenig Freude hat der Raiffeisen-Mann mit der Geldpolitik der Notenbanken. Diese haben die Risiko-Ertragsfunktion des Marktes außer Kraft gesetzt. Nur so sei erklärbar, dass sich etwa das hoch verschuldete Griechenland billiger finanziere als etwa die USA. Nichtsdesto­trotz bleibe der Kurs der Notenbanken weiter expansiv; die RBI konstatiert sogar weiteres Zinssenkungspotential bei der Fed von 0,25 bis 0,5 Prozent und vermutet eine weitere Zinssenkung bei der EZB von -0,5 auf -0,6 Prozent. „Ganz und gar nicht erfreulich ist die Entwicklung an den Anleihemärkten, wo sowohl die amerikanischen als auch die europäischen Anleihen dramatische Renditeeinbrüche verzeichneten. Negative Renditen sind derzeit europaweit eine neue Realität. Wer positive Renditen erzielen möchte, muss auf Sachwerte, in erster Linie Aktien und Immobilien, ausweichen“, so der RBI-Analyst.

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eco.geld

GEHEIMNISSE DER DOPPELHELIX Gesund alt zu werden, das wünschen sich die meisten von uns. Oft können schon kleine Gewohnheitsänderungen viel dazu beitragen. Die UNIQA-Lifestyle-DNA-Analyse zeigt, wo sich Änderungen des Lebensstils zugunsten der Gesundheit lohnen. T E X T : D O R I S H E LW E G

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eit Feber 2019 wurde der UNIQA-VitalPlan-Tarif um ein innovatives Tool erweitert: die Lifestyle-DNA-Analyse. Das Ziel von UNIQA ist, den Kundinnen und Kunden ein sicheres, besseres und längeres Leben zu ermöglichen. „Darum fördern wir das Thema Gesundheitsvorsorge und möchten unsere Kunden dazu motivieren, einen gesunden und aktiven Lebensstil zu pflegen“, erklärt Igor Richtmann, Leiter Vorsorgemanagement in der UNIQA Landesdirektion Tirol. Die Lifestyle-DNA-Analyse kann und soll dabei helfen, ungesunde Lebensmittel zu meiden und den Körper optimal mit wichtigen Nährstoffen zu versorgen. Zudem wird getestet, welche körperlichen Aktivitäten guttun oder auch beim Abnehmen helfen. In der Tat steckt in dem 150 Seiten langen Booklet sehr viel Interessantes und Wissenswertes über sich selbst – angefangen von verschiedenen Typen-Unterteilungen und einer anschaulich gestalteten Auflistung von Lebensmitteln, wie sich diese auf die persönliche Gesundheit und eventuell gewünschtes Abnehmen auswirken.

ECO.NOVA: Was genau ist die Lifestyle- DNA-Analyse? IGOR RICHTMANN: Es handelt sich dabei um einen wissenschaftlich fundierten Gentest, der die genetische Veranlagung zeigt. Diese muss sich jedoch nicht mit dem aktuellen Gesundheitszustand decken. Erbkrankheiten, Allergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten werden nicht berücksichtigt. Die LifestyleDNA-Analyse bezieht sich auf die Bereiche Ernährung, Sport und Abnehmen und kann dabei helfen, ungesunde Nahrungsmittel sowie die eingeschränkte Entgiftung von Schwermetallen, Pestiziden und Lösungsmitteln zu erkennen und den Körper optimal mit wichtigen Nährstoffen zu versorgen. Die Analyse ermöglicht,

Analyse ist ein auf Forschung und Entwicklung von Produkten im Bereich Biotechnologie spezialisiertes Schweizer Unternehmen, die Sport Media Vertriebs AG. Angeboten wird die Lifestyle-DNA-Analyse unter der eigens für die Kooperation mit UNIQA entwickelten Marke DNA BODY BALANCE. Technisch durchgeführt wird die DNA-Analyse in einem nach dem österreichischen Gentechnikgesetz zugelassenen Labor der Novogenia GmbH in Salzburg.

„Die Analyse untersucht weder Krankheiten noch Krankheitsrisiken. Es geht nur um Lifestylethemen wie Ernährung, Sport und Entgiften.“ IGOR RICHTMANN

Stoffwechseldefizite, die einen Einfluss auf die Gesundheit und sportliche Leistung haben können, zu identifizieren und durch eine genetisch angepasste Ernährung bestmöglich zu eliminieren. Kann die Lifestyle-DNA-Analyse Hinweise auf Krankheiten geben? Nein, diese Analyse untersucht weder Krankheiten noch Krankheitsrisiken. Es geht nur um Lifestylethemen wie Ernährung, Sport und Entgiften.

Mit wem kooperiert UNIQA bei der Lifestyle-DNA-Analyse? Direkter Kooperationspartner für die Lifestyle-DNA-

Wie läuft die Lifestyle-DNA-Analyse ab? Ein Probenset für die Abnahme der Wangen-Speichelprobe inklusive Anleitungen wird vom Labor direkt an die Kunden gesendet. Diese retournieren die Probe direkt an das Labor. Sobald die Probe beim Labor einlangt, dauert es rund vier Wochen, bis die Analyseergebnisse vorliegen. Das Labor versendet die Ergebnisse wieder direkt an die Kunden, die so ein auf das Genprofil zugeschnittenes, persönliches Ernährungs- und Bewegungsprogramm sowie eine Nahrungsmittelliste erhalten. Zusätzlich erhalten die Kunden ein Kostenübernahmeformular für eine ergänzende, optionale Blutuntersuchung im Labor im Wert von maximal 200 Euro sowie ein Kostenübernahmeformular für eine UNIQA-VitalCoach-Beratung: Dabei können die Ergebnisse der Analyse mit einem Gesundheitsexperten besprochen werden. UNIQA übernimmt die Kosten für zwei Beratungsgespräche zu je 60 Minuten im Gesamtwert von über hundert Euro. Sofern Kunden ihre E-Mail-Adresse beim Antragsformular angeben, erhalten sie per E-Mail persönliche Zugangsdaten zum Kundenportal von Novogenia. Dort stehen die Unterlagen als elektronische Daten zum Download bereit. Zusätzlich wird ein Rezeptbuch online zur Verfügung gestellt.


eco.geld

Welche Daten bekommt UNIQA? UNIQA erhält zu keinem Zeitpunkt Zugang zu persönlichen Analysedaten und Ergebnissen der Kunden, sondern nur die Rechnung des Labors für die beanspruchte Lifestyle-DNA-Analyse.

Wie werden die sensiblen Kundendaten vom Labor geschützt? Die Novogenia GmbH ist ein nach dem österreichischen Gentechnikgesetz zugelassenes und nach ISO 15189 zertifiziertes humangenetisches Labor, das regelmäßigen Kontrollen unterliegt. Weder Versicherungen, Ärzte noch weitere Dritte haben Einblick in die Ergebnisse der LifestyleDNA-Analyse. Die Speichelprobe wird sofort nach der Auswertung vernichtet. Novogenia muss – wie in Österreich für Labore vorgeschrieben – Analysedaten sieben Jahre lang aufbewahren. Kunden können der Aufbewahrungsfrist jedoch jederzeit widersprechen. Bereits im Antragsformular können Kunden die sofortige Löschung der Daten beantragen. Wie kann man sich die ausgewertete DNA-Analyse vorstellen? Das Ergebnis wird als ein sehr umfangreiches, mehr als 150-seitiges Booklet und Rezeptbuch mit 100 persönlich auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnittenen Rezepten übermittelt. Das Buch ist ausführlich und doch übersichtlich und gut zu verstehen. Versteht ein Kunde etwas nicht, hat er die Möglichkeit, sich in zwei Gesprächen an einen UNIQA VitalCoach zu wenden, der speziell für diese Beratungen geschult wurde. Neben der Ergebnisübersicht zu Beginn der Analyse, ob man zum Beispiel durch Fett in der Nahrung zunimmt oder eher auf Kohlenhydrate anspricht, bekommen die Kunden auch über 900 Lebensmittelbewertungen. Hier wird genau und ähnlich einem Ampelsystem aufgezeichnet, wie gut oder schlecht einem das jeweilige Lebensmittel tut. Neben der Spalte mit der gesundheitlichen Auswirkung eines Lebensmittels auf meinen Körper befindet sich die Spalte mit der Auswirkung auf mein Körpergewicht, sprich: Ich sehe, ob mir dieses Lebensmittel beim Abnehmen hilft oder ob ich davon eher zunehme. Muss man diesen Test irgendwann wiederholen? Oder hat er lebenslange Gültigkeit? Die Gene ändern sich nicht. Die Ergebnisse sind bis ans Ende des Lebens gültig. Die Erkenntnisse des Tests können einen ein Leben lang begleiten. Wenn man aus der Liste jene Lebensmittel auswählt, die einem schmecken und die auch nicht zu Übergewicht oder ungesunder Ernährung führen, kann man mit wenig Aufwand die eigene Genetik in der Ernährung berücksichtigen.

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INDUSTRIE IM WANDEL

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Ein dynamisch wachsender Betrieb kann sich keine Ausfälle leisten. Um sich weiterzuentwickeln und profitabler zu produzieren, müssen laufend Prozesse optimiert, Einsparungspotenziale genutzt und Anlagen automatisiert werden. Durch den Einsatz von IT/OT und moderner Vernetzungstechnik werden zusätzliche Risikopotentiale erzeugt, die jedoch nicht gleichermaßen erkennbar sind, wie materielle Gefahren. Risikomanager Stephan Dorner weiß, warum sich eine professionelle und unabhängige Unterstützung auszahlt.

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rotz allem technologischen Fortschritt lassen sich Risiken wie Maschinenstillstände, Produktionsausfälle und Fehlfunktionen oder Beschädigungen an Betriebsgebäuden nicht vermeiden. Grund genug für Betriebe, mögliche Risiko-Hotspots proaktiv unter die Lupe zu nehmen. „Viele potenzielle Risiken können im Vorfeld ausgeschaltet werden. Gut vorbereitet ist das Unternehmen im Notfall besser gerüstet, kann schneller reagieren und seine Existenz ist nicht gefährdet“, bringt es der erfahrene Risikomanager Stephan Dorner auf den Punkt.

AUSZAHLEN STATT DRAUFZAHLEN

Oft werden Risiken gar nicht gesehen, weil den Verantwortlichen die Zeit für eine intensive Analyse fehlt, aber vor allem, weil sich

die Umstände so rasant ändern. Fakt ist: „Risikomanagement zahlt sich immer aus, weil in jedem Risikopotenzial Kosten stecken. Wie wirtschaftlich Risikomanagement sein kann, lässt sich in Zahlen messen sowie einfach und verständlich in Geldwerten darstellen. Das ist dann eine solide Grundlage für objektive Entscheidungen“, erklärt Dorner.

BEKANNTE RISIKEN NICHT IGNORIEREN

Stephan Dorner weiß, wie wichtig es ist, bekannte Risiken immer wieder neu einzuschätzen. Feuerschäden, Gefahren aus dem laufenden Prozess oder Veränderungen durch Klimawechsel und Topografie sind Beispiele dafür. „Gerade durch die steigende Technologisierung und Komplexität können sich Gefahren noch besser verstecken“,

gibt der Experte zu bedenken. „Werden alte mit neuen Anlagenteilen verknüpft oder in wachsenden Betrieben noch mehr Maschinen auf engem Raum genutzt, bergen neue Schnittstellen oder eine überdurchschnittlich hohe Maschinendichte zusätzliche Risiken. Kleine Schadensursachen können da schon hohe Werte in der sogenannten ‚Nachbarschaft‘ beschädigen oder gar zerstören“, gibt der Risikomanager Beispiele.

NEUE RISIKEN ERKENNEN

Gerade auf neue Risiken wie Cyberkriminalität muss ein Unternehmen rechtzeitig und ausreichend vorbereitet sein. „Mit der anhaltenden Technologisierung von Prozessen, Arbeitsabläufen und ganzen Produktionsstätten steigt das Risiko eines Hackerangriffs. Ein solcher kann jedes Unternehmen,


RISK ON MIND

das Zugang zum Internet hat, betreffen. Schon einzelne Rechner oder WLAN-Verbindungen können gehackt werden“, betont Dorner. Deshalb sei die Sicherheit der gesamten Informationstechnologie und der industriellen Systeme das Um und Auf. Damit ein Unternehmen bestmöglich geschützt ist, und es ist eine umfassende Analyse der IT-/OT-Systeme erforderlich, um mögliche Lücken oder Schlupflöcher frühzeitig zu entdecken. „Dabei muss auch die bis dato gewachsene Struktur eines Unternehmens berücksichtigt und eine Kombination aus bekanntem und neuem Risikopotenzial transparent bewertet werden“, so Dorner. Aus Erfahrung weiß er, dass auch die Schulung von Mitarbeitenden einen wertvollen Beitrag zur Sicherheit des Unternehmens leisten kann. „Wir analysieren mögliche Schwachstellen in der IT- und OT-Struktur, leiten konkrete Maßnahmenpakete ab und sorgen gemeinsam mit der IT-Abteilung eines Unternehmens oder externen Partnern für eine reibungslose Umsetzung der erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen. Das stärkt die Wirtschaftlichkeit eines Betriebs, minimiert das unternehmerische Cyberrisiko, schützt die Daten und schafft – gerade bei Mitarbeitenden – Bewusstsein für Datensicherheit und den korrekten Umgang mit sensiblen Daten“, sagt Dorner.

MIT DER ZUKUNFT RECHNEN

So wie sich die Industrie weiterentwickelt, muss sich auch das Risikomanagement neuen Herausforderungen stellen und sich proaktiv anpassen. Risikomanagement 4.0 heißt das Schlagwort, um Betriebssicherheit trotz schnellster Entwicklungen sicherzustellen. Denn: „Jedes Unternehmen sitzt in dem Boot der Weiterentwicklung. Wer nicht mitfährt, bleibt zurück“, meint Dorner und ergänzt: „Es wird künftig noch mehr Technologie, noch mehr Automatisierung und noch schnellere Prozesse geben. Heutzutage haben schon viele Unternehmen 60 bis 80 Prozent weniger Personal als noch vor wenigen Jahrzehnten. Wir stehen erst am Anfang der Vollautomatisierung.“ Die Richtung ist also vorgegeben: „Eine sichere Zukunft braucht regelmäßige Optimierungen und Anpassungen an die aktuellen innerbetrieblichen Anforderungen sowie branchenspezifischen Begebenheiten und Trends.“

OPTIMAL VERSICHERT

Fest steht: Nichts ist besser, als auf eine Extremsituation so gut wie möglich vorbereitet zu sein. Gerade dann, wenn daraus ein

„Eine sichere Zukunft braucht regelmäßige Optimierungen und Anpassungen.“ STEPHAN DORNER, GESCHÄFTSFÜHRER

Versicherungsfall wird. „Leider herrscht in Österreich immer noch der ‚Vollkaskogedanke‘: Alles muss versichert sein. Ein fataler Fehler, der sich auf die Wirtschaftlichkeit jedes Unternehmens auswirkt“, ist Dorner überzeugt. Er empfiehlt, kritisch zu prüfen, wofür ein Unternehmen einen Versicherungsschutz braucht. Denn: Wer sein Risiko im Überblick hat, hat auch eine ganz andere Ausgangsposition bei Verhandlungen mit der Versicherung und hat keine Mehrfachbelastungen durch erhöhte Versicherungsprämien oder gar das Risiko eines Versicherungsdeckungsverlusts, der schnell große Lücken aufreißen kann. „Versicherungsgesellschaften sind mehr und mehr zurückhaltend in der Risikoübernahme und reduzieren Deckungsumfänge zu deutlich höheren Prämien. Ziel einer Versicherung muss sein, betriebsgefährdende Ereignisse abzufedern. Kleinschäden dürfen da nicht dazugehören. Man muss immer im Hinterkopf haben: Jeder noch so kleine Schaden lässt Versicherungen nervös werden und kann weitere Kontrollen hervorrufen“, sagt der Risikomanager, der unter seinem Schlagwort „PrePare“ jährlich viele Firmen auf Versicherungsaudits vorbereitet und währenddessen begleitet, um die beste Versicherungslösung für ein Unternehmen zu erwirken.

FAZIT

Der erfahrene Risikomanager lädt jeden Unternehmer ein, regelmäßig das eigene Risikomanagement auf den Prüfstand zu stellen, um Abläufe zu optimieren, Risiken zu minimieren und rasch Fehlern oder Problemen gegenzusteuern. Gerade in Zeiten der digitalen Transformation, die viele neue Risiken birgt, ist ein professionelles „Risikomanagement 4.0“ für einen nachhaltigen Firmenerfolg unerlässlich. PR

RISIKOMANAGEMENT Potenzielle Risiken zu erkennen und innovativ zu steuern ist die Aufgabe eines starken Risikomanagements. Ein solches „Frühwarnsystem“ kann in einer Extremsituation über Imageverlust, großen wirtschaftlichen Schaden, über Erfolg und Niedergang eines Unternehmens entscheiden. Maßgeschneidert auf Ihr Unternehmen beraten die erfahrenen Experten von risk on mind® in risikotechnischen Angelegenheiten, messen und analysieren branchenspezifisch Abläufe und Risikopotenziale, bewerten und priorisieren diese, prüfen Umsetzbarkeit und Kosten und entwickeln durch Erfahrung, Know-how und jede Menge Kreativität zielgerichtete Steuerungsmaßnahmen. Außerdem ist die risk on mind® GmbH ein erfahrenes, erfolgreiches und unabhängiges Bindeglied zwischen Industriebetrieben und Versicherungen, das Ihre Interessen vertritt. Kurzum: Die risk on mind® GmbH sichert Ihr Unternehmen mit modernen, wirtschaftlichen Methoden, führt Sie durch den sich stetig ändernden Gefahrendschungel und rückt Sie auch bei Versicherungen ins rechte Licht!

RISK ON MIND ® GMBH Tel.: 0664/353 99 22 office@riskonmind.at www.riskonmind.at

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RAIFFEISEN - LANDESBANK TIROL

EIN BANKGESPRÄCH DER ANDEREN ART Über Geld muss man reden, keine Frage, aber nicht zwingend immer hinter verschlossenen Türen und in der eher nüchternen Atmosphäre einer Bank. Daher fand die zweite Auflage der Bankgespräche von Moderator Günther Schimatzek und RLB-Vorstandssprecher Johannes Ortner auf der Umbrüggler Alm statt. Ebenfalls mit am Tisch: Umbrüggler-Alm-Chefin Sonja Schütz und Raiffeisen-Kunde Johannes Erhard. Thematisch ging’s um die Frage, ob und wie man angesichts von Negativ- und Nullzinsen sein Geld noch vernünftig und sicher veranlagen kann.

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FOTO: © GÜNTER KRESSER


RAIFFEISEN - LANDESBANK TIROL

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eim Start der Gesprächsreihe zwischen dem langjährigen ORF-Tirol-Fernsehmoderator Günther Schimatzek und dem Vorstandsvorsitzenden der RLB Tirol, Dr. Johannes Ortner, im Frühjahr dieses Jahres ging es noch um die bankeigenen Zahlen, sprich die letztjährige Bilanz und den Geschäftsbericht der Raiffeisen-Landesbank Tirol. Beim Herbsttermin ein halbes Jahr später stand nun ein Thema im Raum, das Bankkundinnen und -kunden derzeit vermutlich am meisten bewegt, nämlich die Frage, wie man sein erspartes Geld in einem dauerhaften Niedrigstzinsumfeld vernünftig und trotzdem sicher anlegen sollte oder könnte. Die Zahlen, die die Raiffeisen-Landesbank dazu in einer GFK-Umfrage rund um den Weltspartag erhoben hat, sprechen jedenfalls Bände.

GFK - UMFRAGE ZUM TIROLER SPARVERHALTEN

Zwar besitzt nahezu jeder ein Gehaltskonto (94 %) und mehr als jeder Zweite entweder ein Sparbuch, ein Online-Sparkonto, einen Bausparvertrag oder eine Lebensversicherung, an Fonds und Wertpapiere wagen sich jedoch nur etwa ein Drittel aller Befragten, in Edelmetalle investieren 19 % und in Zertifikate gar nur 5 %. Das hat einen ganz klaren Grund: Für die Tirolerinnen und Tiroler sind Sparbuch, Bausparvertrag, Online-Sparkonto und Gehaltskonto sichere Anlageprodukte. Da nehmen sie sogar Niedrigstzinsen und die Tatsache in Kauf, dass auch die Inflation ihrem Ersparten noch zusätzlich zusetzt. Also lassen viele Menschen ihr Geld einfach am Konto liegen. Eine zwar verständliche, aber nicht unbedingt sehr rentable Entscheidung, wie auch Günther Schimatzek sein Gespräch mit RLB-Chef Johannes Ortner auf der Umbrüggler Alm einleitete, zu dem sich dieses Mal auch Umbrüggler-Alm-Wirtin Sonja Schütz und Privatkunde Johannes Erhard gesellten. RLB-Chef Ortner hat hierfür eine sehr pragmatische Empfehlung: sich genau anzuschauen und zu überlegen, was man mit seinem Geld tun möchte. Er selbst hält es für sinnvoll, sich einen kleinen Notgroschen in der Höhe von drei bis sechs Monatsausgaben beiseitezulegen, damit man im Krisenfall, etwa bei Arbeitslosigkeit oder Krankheit, gut über die Runden kommt. Dieses Geld sollte daher immer liquide verfügbar sein, so Ortner, entweder auf dem Sparbuch oder auf dem Online-Sparkonto. Alles, was darüber hinausgehe, könnte man dann durch-

„Negative Renditen sind derzeit europaweit eine Art neue Realität. Wer positive Renditen erzielen will, dem bleiben als Alternative somit nur noch Investments in Sachwerte.“ PETER BREZINSCHEK, GLOBAL HEAD OF RAIFFEISEN RESEARCH

aus etwas spekulativer und risikoreicher anlegen.

NEGATIVE RENDITEN ALS NEUE REALITÄT

Denn wie auch Peter Brezinschek, Chef-Analyst von Raiffeisen RESEARCH, erst kürzlich bei seinem traditionellen herbstlichen TirolTermin bestätigte, seien negative Renditen – auch auf klassische Anlageformen wie Anleihen – europaweit „eine Art neue Realität“. Wer derzeit positive Renditen erzielen will, dem blieben als Alternative nur noch Investments in Sachwerte. Eine Meinung, der sich auch Johannes Ortner beim Bankgespräch auf der Umbrüggler Alm anschließt, wobei Immobilien ebenso wie Aktien natürlich immer mit einem Risiko verbunden sind. Dieses Risiko hat sich etwa 2008 bei der großen Finanzkrise durchaus bewahrheitet, damals haben bekanntlich viele Menschen auch in Tirol einiges Geld verloren, wie Günther Schimatzek anmerkt. Es stelle sich daher die Frage, ob es andere Spar- und Veranlagungsformen gäbe, die nicht ganz so riskant seien und wo man trotzdem etwas verdienen könne. Hier empfiehlt Ort-

ner, sich das Risiko je nach Möglichkeit und Bereitschaft in Form von Fonds zusammenstellen zu lassen, merkt allerdings an, dass man sich hier sehr genau beraten lassen sollte. Was im Übrigen Tirols Sparerinnen und Sparer ganz ähnlich sehen: Mehr als die Hälfte der Befragten waren sich darin einig, dass es wichtig sei, sich von ihrer Bank beraten zu lassen, und bescheinigten ihrem Finanzberater auch ein entsprechend gutes Beratungs-Know-how. PR

DAS VIDEO

zum Bankgespräch auf der Umbrüggler Alm kann in voller Länge über diesen QR-Code angefordert werden.

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eco.steuern

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ENDSPURT 2019: STEUERSPARCHECKLISTE Alle Jahre wieder ... Machen Sie hier Ihren persรถnlichen Steuercheck 2019 und lesen Sie, wo Sie jetzt noch gestalten kรถnnen. TEXT: STB DR. VERENA MARIA ERIAN, STB RAIMUND ELLER, S T B M A G . E VA M E S S E N L E C H N E R


eco.steuern

CHECK 1: GEWINN - UND STEUERPLANUNG 2019 Besonders Einnahmen-Ausgaben-Rechner können ihren Gewinn ganz einfach planen, indem zum Beispiel Einnahmen in das Folgejahr verschoben werden. Gegen Jahresende sollte das Timing der Rechnungslegung daher wohl überlegt sein. Zahlungseingänge, die erst nach dem 31. Dezember 2019 erfolgen, müssen erst ein Jahr später versteuert werden.

CHECK 2: INVESTITIONEN VORZIEHEN

Für Investitionen im ersten Halbjahr kann die Abnutzung für ein ganzes Jahr steuerlich geltend gemacht werden. Anschaffungen nach dem 30. Juni schlagen mit einer Halbjahresabschreibung zu Buche. Das gilt auch dann, wenn die Inbetriebnahme erst am 31. Dezember erfolgt. » Tipp: Das Vorziehen von für Anfang 2020 geplanten Investitionen spätestens in den Dezember 2019 kann daher Steuervorteile bringen. Zudem kann das Wirtschaftsgut, von Ausnahmen abgesehen, dann auch noch für den 13-prozentigen Gewinnfreibetrag (siehe Check 7) herangezogen werden.

CHECK 3: DIFFERENZIERTE BETRACHTUNGSWEISE BEI GERINGWERTIGEN WIRTSCHAFTSGÜTERN

Bis zum 31. Dezember 2019 können Investitionen bis 400 Euro unabhängig von der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer sofort zur Gänze abgeschrieben werden. Ab 2020 erhöht sich dieser Grenzwert auf 800 Euro. Vor diesem Hintergrund kann es sinnvoll sein, solche geringwertigen Anschaffungen auf Jänner 2020 zu verschieben.

CHECK 4: SVA - BEITRÄGE STEUERWIRKSAM VORZIEHEN

Das können auch Einnahmen-Ausgaben-Rechner: Es besteht die Möglichkeit, bei der Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft einen Antrag auf Anpassung der Vorauszahlungen zu stellen. Dies ist insbesondere für Neugründer interessant, die nur mit dem Mindestbeitrag eingestuft wurden, tatsächlich aber schon ansehnliche Gewinne erzielen. Anstatt von einer Nachzahlung Jahre später böse überrascht zu werden, können Sie aus dem Ergebnis aus der Planungsrechnung gemäß Check 1 und 2 eine korrekte Einstufung noch für das laufende Jahr beantragen. Sollte die entsprechende Vorschreibung heuer nicht mehr ergehen, dann können Einnahmen-Ausgaben-Rechner den errechneten Betrag dennoch noch heu-

er steuerwirksam einzahlen. Das ist allemal besser als eine steuerunwirksame Rücklage für eine spätere Nachzahlung zu bunkern oder gar zum falschen Zeitpunkt eine unliebsame Überraschung zu erleben. Demgegenüber müssen Bilanzierer ja ohnehin eine Rückstellung bilden, die unabhängig vom Zahlungsfluss sowieso noch im betreffenden Jahr steuerwirksam ist. » Angenehmer Ausblick: Entlastung bei Krankenversicherungsbeiträgen: Statt 7,65 Prozent müssen Selbständige ab 2020 nur mehr 6,8 Prozent entrichten.

CHECK 5: GSVG - BEFREIUNG BIS 31. DEZEMBER 2019 BEANTRAGEN

Konträr zu Check 4 kann es auch sein, dass SVA-Beiträge zur Gänze vermeidbar sind. Selbständige können sich für das gesamte Jahr 2019 noch rückwirkend von der Beitragspflicht zur Kranken- und Pensionsversicherung der SVA ausnehmen lassen, wenn: • die selbständigen Einnahmen insgesamt nicht über 30.000 Euro zu liegen kommen und • der jährliche Gewinn daraus nicht mehr als 5.361,72 Euro ausmacht. Zudem darf in den letzten fünf Kalenderjahren nicht mehr als ein Jahr Sozialversicherungspflicht bestanden haben. Hinsichtlich der Krankenversicherung ist eine rückwirkende Befreiung nur dann möglich, wenn noch keine Leistungen aus der Krankenversicherung bezogen wurden. Der Antrag muss bis zum Jahresende eingebracht werden, damit er für das laufende Jahr gilt.

CHECK 6: BSTEHENDE GSVG BEFREIUNG CHECKEN

Hat man nun schon einen solchen Antrag gemäß Check 5 eingebracht und zeichnet sich ab, dass eine der Grenzen wider Erwarten überschritten wird, so kann dies bis zu acht Wochen nach Ergehen des maßgeblichen Steuerbescheides gemeldet werden. Erfolgt keine rechtzeitige Meldung, so kommt es zu einem Strafzuschlag von 9,3 Prozent. » Tipp: Ob so oder so – rechtzeitig melden zahlt sich aus.

CHECK 7: HOCHRECHNEN, INVESTIEREN UND 13 PROZENT KASSIEREN

Auf Basis der Planung und Maßnahmen gemäß Check 1, 2, 3 und 4 können Sie mit dem Gewinnfreibetrag (GFB) auch heuer wieder bis zu 13 Prozent Ihrer Gewinne steuerfrei lukrieren, wenn Sie entsprechend investieren. Alles, was Sie dazu brauchen,

ist eine entsprechende Berechnung von Ihrem Steuerberater. Dann heißt es nur noch investieren und kassieren. Begünstigt sind Neuanschaffungen abnutzbarer körperlicher Anlagegüter (Ausnahmen: Luftfahrzeuge, PKW und Software) und bestimmte Wertpapiere. Weitere Voraussetzung ist die Einhaltung einer vierjährigen Behaltefrist. Das Wichtigste ist, dass die Investitionsgüter spätestens am 31. Dezember 2019 in Ihrem Betrieb bzw. die begünstigten Anleihen jedenfalls spätestens am 31. Dezember 2019 auf Ihrem Depot sind.

CHECK 8: STEUERPLANUNG FÜR PAUSCHALIERER: BIS ZU 23,44 PROZENT STEUERFREI KASSIEREN

Es ist möglich, die Ausgaben pauschal in Höhe von 12 Prozent der Einnahmen anzusetzen. Dies macht immer dann Sinn, wenn die tatsächlichen Ausgaben geringer sind als die 12-Prozent-Pauschale. Bei Tätigkeitsvergütungen an wesentlich beteiligte Gesellschafter, vermögensverwaltender, beratender (technisch oder kaufmännisch), schriftstellerischer, vortragender, wissenschaftlicher, unterrichtender oder erzieherischer Tätigkeit reduziert sich dieser Pauschalsatz auf 6 Prozent. Zusätzlich ist ein Gewinnfreibetrag in Höhe von 13 Prozent (maximal 3.900 Euro) möglich. Werden nun zuerst die 12 Prozent von den Einnahmen und vom Rest sodann nochmals 13 Prozent abgezogen, so ergeben sich daraus insgesamt 23,44 Prozent der Einnahmen, die so ganz legal jedenfalls steuerfrei bleiben. Neben diesen Pauschalsätzen können zusätzlich bestimmte tatsächlich getätigte Ausgaben wie Sozialversicherungsbeiträge, Personalausgaben und auch Steuerberatungskosten in Abzug gebracht werden. » Tipp: Lassen Sie von Ihrem Steuerberater einen Günstigkeitsvergleich unter Berücksichtigung aller relevanten Aspekte machen. Dabei kann sich auch herausstellen, dass Sie mit dem Ansatz der Echtkosten günstiger fahren. Zudem ist zu bedenken, dass auch bei der Pauschalvariante ein Teil der Echtkosten zusätzlich als so genannte Werbungskosten von eventuellen Gehaltseinkünften abgesetzt werden können. Dafür kommen insbesondere Fachliteratur, Mitgliedsbeiträge, Aus- und Fortbildungskosten sowie auch Kosten für eine doppelte Haushaltsführung und Familienheimfahrten in Frage. Zahlen Sie solche Rechnungen jetzt und tätigen Sie entsprechende Vorauszahlungen. » Ausblick: Ab 2020 können Kleinunternehmer mit einem Umsatz von maximal 35.000

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Euro p. a. ohne Nachweis der tatsächlichen Kosten unter bestimmten Voraussetzungen bis zu 45 Prozent der Betriebseinnahmen pauschal als Ausgaben geltend machen. Bei Dienstleistungsbetrieben (Begriffsdefinition laut Verordnung) reduziert sich dieser Satz auf 20 Prozent.

CHECK 9: ELEKTROAUTOS – EIN GEWINN AUF GANZER LINIE

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Steht bei Ihnen eine Kaufentscheidung für ein neues Auto an, so empfehlen wir auch ein Elektroauto mit ins Kalkül zu ziehen. Elektroautos unterliegen weder der NoVA noch der motorbezogenen Versicherungssteuer. Zudem gibt es Förderungen für den Betrieb mit Ökostrom. » Highlight: Den Dienstnehmern können Elektroautos auf Betriebskosten steuerfrei (ohne abgabenpflichtigen Sachbezug) zur Verfügung gestellt werden. Interessant ist die Sache insbesondere dann, wenn die Gattin/der Gatte im Betrieb beschäftigt ist. Von diesem reinen Dienstnehmerfahrzeug ist dann zudem nicht einmal ein Privatanteil auszuscheiden. Bitte konsultieren Sie vor der konkreten Umsetzung unbedingt Ihren persönlichen Steuerberater.

CHECK 10: KILOMETERSTAND

Bitte notieren Sie am 31. Dezember 2019 den Kilometerstand Ihres Autos. Dies ist für steuerrelevante Berechnungen sehr nützlich. Damit kann für den Fall einer Steuerprüfung eine Prophylaxe zur Verteidigung der angesetzten Autokosten erfolgen.

CHECK 11: REISEKOSTEN ABRECHNEN

Bitte verwenden Sie dazu entsprechende Checklisten. So können Sie sicherstellen, dass Ihnen auch wirklich nichts durch die Lappen geht. Auch Besorgungsfahrten, Fahrten zu Vorstellungsgesprächen und zum fachlichen Erfahrungsaustausch etc. sind beruflich bzw. betrieblich veranlasste Reisen. Checken Sie, ob Sie hier auch wirklich keine Fahrt vergessen haben. » Tipp: Um bei so genannten Mischreisen (z. B. einer beruflichen Reise wird ein Privaturlaub angehängt oder umgekehrt) den betrieblichen Teil steuerlich unterzubekommen, sollte die vorrangige berufliche Veranlassung sowie das Vorliegen getrennter Reiseabschnitte dokumentiert und belegt werden.

CHECK 12: SCHENKUNGEN MELDEN

Schenkungen zwischen nahen Verwandten in einem Wert von mehr als 50.000 Euro innerhalb eines Jahres und zwischen Fremden

von mehr als 15.000 Euro innerhalb von fünf Jahren sind meldepflichtig. Die Meldepflicht ist innerhalb von drei Monaten wahrzunehmen und trifft sowohl den Geschenkgeber als auch den Geschenknehmer. Bei Nichtmeldung kann es Strafen von bis zu 10 Prozent der Zuwendung setzen. Haben Sie eine solche Meldepflicht übersehen, so können Sie innerhalb eines Jahres nach Ablauf der Meldefrist noch eine strafbefreiende Selbstanzeige einbringen.

CHECK 13: VERANLAGUNGS FREIBETRAG NÜTZEN

Steuerzahler, die ausschließlich über Einkünfte aus unselbständiger Tätigkeit verfügen, können pro Jahr bis zu 730 Euro außerhalb eines Dienstverhältnisses dazuverdienen, ohne dies in ihrer Steuererklärung angeben zu müssen. Haben solche Personen für Ihr Unternehmen Leistungen erbracht, so können Sie solche Rechnungen noch heuer begleichen, ohne dass es für den Empfänger zu einer Steuerbelastung kommt. » Tipp: Achten Sie auf eine korrekte Rechnungslegung zur steuerlichen Absetzbarkeit.

CHECK 14: WEIHNACHTSFEIER UND - GESCHENKE

Für Weihnachtsfeiern und andere Betriebsfeiern sowie für Betriebsausflüge können pro Mitarbeiter jährlich bis zu 365 Euro steuer- und sozialversicherungsfrei abgesetzt werden. Zudem darf jeder Mitarbeiter pro Jahr Sachgeschenke im Wert von 186 Euro von seinem Dienstgeber steuerfrei im Rahmen von Feierlichkeiten entgegennehmen. » Achtung: Bargeld ist ausgenommen. Lösung: Gutscheine. Auch die Bezahlung von Prämien für die Zukunftssicherung der Mitarbeiter (z. B. Erund Ablebensversicherungen) ist bis zu 300 Euro pro Jahr und pro Mitarbeiter steuerfrei und voll betrieblich absetzbar. Es ist der Gleichheitsgrundsatz einzuhalten, das heißt, solche Zuwendungen können nur allen zusammen oder nach bestimmten Kriterien festgelegten Mitarbeitergruppen angeboten werden. Ähnliches gilt für Direktzahlungen an Kindergärten und Kinderkrippen für die Kinder Ihrer Mitarbeiter. Hier liegt die Grenze bei jährlich 1.000 Euro pro Kind.

CHECK 15: BETREUUNG UND AUSBILDUNG VON KINDERN

Auch dafür gibt es unter bestimmten Voraussetzungen einen steuerlichen Absetzposten von bis zu 1.320 Euro bei auswärtiger Berufsausbildung pro Kind und Jahr. Zudem

kann 2019 erstmals mit dem sogenannten Kinderbonus Plus ohne Nachweis tatsächlicher Kosten ein Betrag von bis zu 1.500 Euro pro Kind (ab dem 18. Lebensjahr 500 Euro) als Absetzbetrag von der Gesamtsteuerbelastung in Abzug gebracht werden.

CHECK 16: SPENDEN & CO – EXAKTE ANGABE VON NAMEN UND GEBURTSDATUM

Für Spenden, Kirchenbeiträge, Beiträge zur freiwilligen Weiterversicherung und zum Nachkauf von Versicherungszeiten gilt seit dem Vorjahr ein verpflichtender automatischer Datenaustausch zwischen der empfangenden Organisation und der Finanzverwaltung. Dazu müssen Sie Ihren Vor- und Zunamen sowie Ihr Geburtsdatum bei der Einzahlung bekannt geben. Da Ihr Name mit den Daten aus dem Melderegister abgeglichen wird, empfiehlt sich, die Schreibweise exakt jener auf dem aktuellen Meldezettel anzupassen. Via FinanzOnline besteht die Möglichkeit, sich schon vor Abgabe der Steuererklärung zu informieren, ob eine korrekte Datenübermittlung erfolgt ist. Kontrollieren Sie daher rechtzeitig, ob alles korrekt gemeldet wurde, und veranlassen Sie bei der empfangenden Organisation gegebenenfalls entsprechende Korrekturen. Bei Spenden ist es das Einfachste, wenn Sie diese vom Betriebskonto tätigen. Damit liegen Betriebsausgaben vor, die nach wie vor im Zuge der Buchhaltung ohne das ganze Brimborium steuerwirksam geltend gemacht werden können.

CHECK 17: REGISTRIERKASSE ABSCHLIESSEN: JAHRESBELEG MIT APP HERUNTERLADEN

Der Monatsbeleg Dezember muss ausgedruckt, aufbewahrt und mit der Belegcheck-App geprüft werden. Bei dieser Gelegenheit können Sie auch gleich die ebenso vorgeschriebene Quartalssicherung des letzten Quartals 2019 auf einem externen Datenträger vornehmen. » Achtung: Der Monatsbeleg Dezember muss mit dem Jahresbeleg übereinstimmen.

CHECK 18: RÜCKFÜHRUNG VON DEPOTS AUS DER SCHWEIZ UND AUS LICHTENSTEIN

Nachdem die Steuerabkommen zur anonymen Abgeltung von Zinserträgen nicht mehr bestehen, empfehlen wir zur Vermeidung einer steuerlich komplexen Veranlagung eine Rückholung nach Österreich. Passiert dies noch 2019, so können Sie ab 2020 wieder von der automatischen End-


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besteuerungswirkung profitieren. Bei sehr profitablen Veranlagungen im Ausland ist allerdings schon zu hinterfragen, ob der Verbleib der Papiere im Ausland trotz des erhöhten Verwaltungsaufwandes nicht doch lukrativer ist.

Koproduktion der EMF Team Tirol Steuerberater GmbH und der Ärztespezialisten vom Team Jünger: StB Dr. Verena Maria Erian, StB Mag. Eva Messenlechner, StB Raimund Eller, v. l.

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CHECK 19: VERLUSTBETEILIGUNGEN

Verluste aus einer Beteiligung an einem verlustbringenden Unternehmen oder einer Liegenschaftsvermietung (Vorsorgewohnung, Bauherrenmodell) können steuerlich abgesetzt werden. » Achtung: Die Finanz akzeptiert nicht alles! » Tipp: Suchen Sie sich ein Projekt nach Ihrem Geschmack und lassen Sie es vor Unterfertigung auf steuerliche Verwertbarkeit prüfen. Bedenken Sie bitte auch, dass es sich hier um Veranlagungen mit erheblichem Risiko handeln kann!

CHECK 20: SPEKULIEREN MIT STEUERTIMING

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Kursgewinne aus Kapitalveranlagungen sind steuerpflichtig. Kursverluste können ausschließlich mit Gewinnen aus Kapitalvermögen verrechnet werden. Ein Vortrag ins nächste Jahr ist nicht möglich. » Tipp: Bei bereits eingetretenen oder absehbaren Kursverlusten ist eine gezielte Kompensation mit Kursgewinnen im selben Jahr möglich.

CHECK 21: GELD VOM FINANZAMT ZURÜCKHOLEN

Steuerpflichtige, die keine selbständigen Einkünfte haben und nicht zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung verpflichtet sind, können freiwillig eine so genannte Arbeitnehmerveranlagung beim Finanzamt einreichen und so steuerlich absetzbare Ausgaben geltend machen. Dies kann bis zu fünf Jahre rückwirkend gemacht werden. Somit ist es heuer noch möglich, bis ins Jahr 2014 zurück Steuern zu sparen. Ebenso besteht die Möglichkeit einer sogenannten automatischen Arbeitnehmerveranlagung. Sollte Sie davon betroffen sein und stellt sich nun heraus, dass es doch weitere steuerlich absetzbare Positionen gibt, so können Sie innerhalb einer Frist von fünf Jahren dennoch ohne Weiteres eine Steuererklärung abgeben. In der Folge entscheidet die Finanz unter Berücksichtigung Ihrer Erklärung neu.

CHECK 22: AUS DEM RICHTIGEN TOPF NEHMEN

Kranken-, Unfall- und Lebensversicherungen, Wohnraumschaffung und -sanierung,

junge Aktien und Genussscheine können, wenn auch sehr eingeschränkt, steuerlich verwertet werden. Ab einem Einkommen von 36.400 Euro vermindert sich der absetzbare Betrag kontinuierlich, bis bei 60.000 Euro davon nichts mehr übrig bleibt. » Achtung: Diese Begünstigung gilt auf Grund der Steuerreform 2016 nur noch für bis einschließlich 2015 verwirklichte Sachverhalte. Diesbezügliche Sonderausgaben können noch bis einschließlich 2020 steuerlich berücksichtigt werden. Neuabschlüsse bzw. neue Maßnahmen ab 2016 gehen bereits jetzt völlig ins Leere. » Tipp: Sonderausgaben soll jener Partner tragen, der das geringere Einkommen erzielt!

CHECK 23: ENERGIEABGABEN VERGÜTUNG FÜR PRODUKTIONSBETRIEBE

2019 endet die Frist für die Antragstellung betreffend das Jahr 2014. Diesbezüglich besteht somit noch heuer Handlungsbedarf. Ob auch Dienstleistungsbetriebe eine Energieabgabenvergütung bekommen sollen, war jahrelang strittig. Das diesbezügliche Verfahren vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) ist nun leider negativ ausgefallen.

CHECK 24: BALLAST ABWERFEN Am 31. Dezember 2019 endet die siebenjährige Aufbewahrungspflicht für die Unterlagen des Jahres 2012. Das heißt, beim Weihnachtsputz können Sie jedenfalls aus steuerlicher Sicht alle Unterlagen aus 2011 und Vorjahren entsorgen. Gleich nach Silvester können Sie dann auch mit den 2012er-Belegen ein Feuerwerk machen. » Achtung Ausnahme: Für Unterlagen zu Immobilien gilt eine zwölfjährige Behaltefrist. In bestimmten Fällen (nichtunternehmerische Grundstücksteile mit Vorsteuerabzug) verlängert sich diese Frist sogar auf 22 Jahre. Immobilienunterlagen betreffend Neuzugänge, Instandhaltungen und Instandsetzungen ab 2002 sind auf Grund der Immobilienertragsteuer im Privatbereich gar für immer und ewig aufzubewahren. Zudem müssen Unterlagen für ein anhängiges behördliches oder gerichtliches Verfahren jedenfalls auch weiterhin aufbewahrt werden. » Tipp: Darüber hinaus sollten freilich wichtige Geschäftsunterlagen wie Kauf-, Miet-, Leasingverträge mit aktueller Gültigkeit, Lohn- und Gehaltsverrechnungsunterlagen etc. aufbewahrt werden.


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HANDLUNGSBEDARF FÜR IHR UNTERNEHMEN?! Das Thema „Umsatzsteuer“ ist derzeit brandaktuell: Mit 1. Jänner 2020 gibt es in der Umsatzsteuer Änderungen, von denen nahezu jedes Unternehmen betroffen ist. TEXT: ISABELL KRUG

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ie Änderungen in der Umsatzsteuer bewirken auch bestimmte Steuerrisiken. Umsatzsteuerliche Verschärfungen ergeben sich insbesondere im Bereich der Voraussetzungen für die Steuerfreiheit bei innergemeinschaftlichen Lieferungen. Ein Verstoß kann zum Verlust der Steuerfreiheit

führen. Des Weiteren kommt es zu Änderungen bei Reihengeschäften, welche zwingend ab 1. Jänner 2020 zu beachten sind. Bei Konsignationslagern wird es eine einheitliche Regelung unionsweit geben. Weitere Neuerungen betreffen unter anderem die Kleinunternehmerregelung und den Versandhandel.

KLEINUNTERNEHMER Ein Kleinunternehmer führt keine Umsatzsteuer ab, darf allerdings auch keinen Vorsteuerabzug geltend machen. Die Umsatzgrenze für Kleinunternehmer wird mit 1. Jänner 2020 von 30.000 Euro netto auf 35.000 Euro netto angehoben. Wie bisher sind bestimmte unecht steuerfreie Umsät-


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ze und Umsätze aus Hilfsgeschäften in die Umsatzgrenze nicht einzurechnen. Die Toleranzregelung, nach der die Grenze einmal in fünf Kalenderjahren um 15 Prozent überschritten werden darf, gilt weiterhin.

ÄNDERUNGEN DES UMSATZ STEUERSATZES

Ab 1. Jänner 2020 unterliegen elektronische Publikationen, die nicht vollständig oder im Wesentlichen aus Video- oder Musikinhalten bestehen bzw. Werbezwecken dienen, dem ermäßigten Umsatzsteuersatz von zehn Prozent. Somit werden zum Beispiel elektronische Zeitschriften sowie E-Paper-Abos zukünftig mit nur mehr zehn Prozent Umsatzsteuer belastet. Des Weiteren sind ab Jahresbeginn alle Assistenzhunde gemäß Bundesbehindertengesetz vom ermäßigten Umsatzsteuersatz in Höhe von zehn Prozent erfasst. Dies jedoch nur, wenn sie behinderten Menschen ausschließlich für den persönlichen Gebrauch dienen.

VORSTEUERABZUG CO 2 - FREIER KRAFTRÄDER

Mit dem neuen Jahr sind analog zum Vorsteuerabzug für E-Autos auch Motorfahrräder (E-Bikes), Mopeds und Selbstba­lanceRoller mit ausschließlich elektrischem oder elektrohydraulischem Antrieb (kein CO2-Ausstoß) zum Vorsteuerabzug berechtigt.

STEUERFREIE INNERGEMEINSCHAFTLICHE LIEFERUNG

Um auch weiterhin in den Genuss der Steuerbefreiung für innergemeinschaftliche Lieferungen zu gelangen, ist es zwingend erforderlich, dass eine gültige UID-Nummer des Erwerbers an den Lieferer bekannt gegeben wird und die Erklärung des Umsatzes in der Zusammenfassenden Meldung durch den Lieferanten erfolgt. Des Weiteren ist es Voraussetzung, dass die Rechnung ordnungsgemäß ausgestellt wird. Nachfolgend sind die Rechnungsmerkmale hinsichtlich einer steuerfreien innergemeinschaftlichen Lieferung angeführt: • Name und Anschrift des Liefernden • Name und Anschrift des Empfängers • Fortlaufende Rechnungsnummer • Ausstellungsdatum • Beschreibung der Leistung (Art und Menge) • Lieferdatum • Nettoentgelt für die Lieferung

MMag. Isabell Krug ist Steuerberaterin bei Deloitte

• Hinweis „steuerfreie innergemeinschaftliche Lieferung“ • UID-Nummer des Liefernden • UID-Nummer des Erwerbers

REIHENGESCHÄFT

Der Begriff des Reihengeschäftes wird nunmehr gesetzlich definiert. Ein solches liegt vor, wenn derselbe Gegenstand nacheinander geliefert wird und dieser unmittelbar vom ersten Lieferer zum letzten Abnehmer (Empfänger) in der Reihe befördert oder versandt wird. Bei einem Reihengeschäft gibt es immer nur eine Warenbewegung. Aufgrund unterschiedlicher Rechtsansichten in den EU-Mitgliedstaaten kam es bisher zu unterschiedlichen Auslegungen, wenn der mittlere Unternehmer in einer Reihe den Warentransport durchgeführt oder beauftragt hat. Die Qualifizierung als „bewegte“ und „ruhende Lieferung“ hat Auswirkungen darauf, ob eine Lieferung steuerfrei oder steuerpflichtig ist. Durch die Verwendung der österreichischen oder einer ausländischen UID-Nummer kann der mittlere Unternehmer nun unterschiedliche Gestaltungsoptionen nützen.

KONSIGNATIONSLAGER

Ein Konsignationslager ist ein Warenlager, das ein Unternehmer bei seinem Abnehmer eingerichtet hat. Es werden beim Abnehmer vor Ort Waren auf Vorrat eingelagert, die bei Bedarf vom Abnehmer entnommen werden. Bis zur Entnahme bleiben diese

Waren in der Regel im Eigentum des Lagerinhabers. Nach den allgemeinen bisher gültigen Bestimmungen liegt zunächst ein innergemeinschaftliches Verbringen durch den Lieferer und bei Entnahme durch den Abnehmer eine steuerpflichtige Lieferung im Bestimmungsland vor. Dies war mit entsprechenden Aufzeichnungspflichten verbunden. Ab 1. Jänner 2020 liegt im Zeitpunkt der Warenentnahme aus dem Konsignationslager eine innergemeinschaftliche Lieferung des Lieferanten im Abgangsmitgliedstaat und ein innergemeinschaftlicher Erwerb des Empfängers im EU-Mitgliedstaat des Konsignationslagers vor. Bei Erfüllung folgender Voraussetzungen ist keine Registrierung im Bestimmungsland mehr notwendig: • kein Unternehmen/Betriebsstätte im Bestimmungsland, • Eintragung der Ware in ein Register, • Identität und inländische UID-Nummer des Erwerbers bereits bei Beginn der Versendung bekannt, • Verwendung der Ware innerhalb von zwölf Monaten

TIPP

Nutzen Sie die noch verbleibende Zeit und prüfen Sie, ob Ihre Buchhaltung fit für das Jahr 2020 ist. Sollten Sie die Notwendigkeit von Anpassungen in der Abwicklung von Liefervorgängen feststellen, dann leiten Sie die erforderlichen Maßnahmen rasch ein. www.deloitte-tirol.at 

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DER „STEUEROPTIMALE“ GESCHÄFTSFÜHRERBEZUG In der laufenden Beratungstätigkeit werden Steuerberater oft mit der Frage konfrontiert, wie hoch der „optimale“ Geschäftsführerbezug sei. Diese Frage ist nicht pauschal zu beantworten, da die Bezugshöhe eines Geschäftsführers von vielen Komponenten abhängt. TEXT: CLAUDIA RIECKH-RUPP UND MAG. ANDREAS KAPFERER, LL.M.


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orab ist zu klären, ob der Geschäftsführer an der Gesellschaft beteiligt ist. Ist ein Geschäftsführer an der Gesellschaft beteiligt, handelt es sich um einen sogenannten „Gesellschafter-Geschäftsführer“. In weiterer Folge sind unter anderem die Art, der zeitliche Umfang der Geschäftsführertätigkeit, die Ertragskraft des Unternehmens sowie die persönliche Steuersituation des Geschäftsführers vorrangig zu klären. Auf dieser Basis kann ein steuerlich optimierter Geschäftsführerbezug berechnet werden, der steuerliche Begünstigungen und Gestaltungsspielräume nützt, um die Steuerbelastung zu senken.

WAS GEHÖRT ZUM GESCHÄFTSFÜHRERBEZUG?

Das Entgelt des Geschäftsführers legt die Gesellschafterversammlung fest – ist der Geschäftsführer alleiniger Gesellschafter, kann er die Höhe somit selbst bestimmen. Um festzustellen, ob diese Vergütung angemessen ist, müssen er oder die Gesellschafter sämtliche Geldvorteile und geldwerten Vorteile als Entgeltbestandteile berücksichtigen. Dazu gehören auch: • monatliches Entgelt • Tantiemen/Gratifikationen • Pensionszusagen • Firmenwagen • weitere andere Privatentnahmen (z. B. Preisnachlässe, Ausrichtung von privaten Feiern auf Unternehmenskosten, Wohnungsüberlassungen)

Zu Dokumentationszwecken und schon aus Gründen der Publizität empfiehlt sich der Abschluss eines entsprechenden Vertrages mit eindeutigem und klar formuliertem Inhalt.

ANGEMESSENHEIT UND STEUERLICHE AUSWIRKUNGEN

In der Rechtsform einer GmbH stellen Geschäftsführerbezüge auf Unternehmensebene – soweit sie fremdüblich sind und den Betrag von 500.000 Euro pro Person und Wirtschaftsjahr nicht übersteigen – eine Betriebsausgabe dar. Sie vermindern also den körperschaftsteuerpflichtigen Gewinn, während sie bei den geschäftsführenden Gesellschaftern einkommensteuerpflichtig sind. Über 500.000 Euro sind Aufwendungen für Geschäftsführer nicht mehr steuerlich abzugsfähig. Es bestehen jedoch grundsätzlich keine festen Regeln hinsichtlich der Festlegung eines angemessenen Geschäftsführerbezuges. Das Gehalt für

Mag. Andreas Kapferer ist Partner bei Deloitte Tirol, Mag. Claudia Rieckh-Rupp leitet die Bereiche Payroll und Global Employer Services.

den Gesellschafter-Geschäftsführer ist aus steuerrechtlicher Sicht nur dann angemessen, wenn der Bezug fremdüblich ist und einem äußeren und inneren Betriebsvergleich standhalten kann. Als Folgen einer unangemessenen Vereinbarung bei einer zu hohen Vergütung wird nur der angemessene Teil der Vergütung als Betriebsausgabe anerkannt, der überhöhte, unangemessene Teil stellt eine verdeckte Ausschüttung dar, erhöht den Gewinn und wird zusätzlich mit 27,5 Prozent Kapitalertragsteuer besteuert. Eine zu niedrige Vergütung, welche nur einem „Taschengeld“ entspricht, kann zur Gänze zu einer verdeckten Ausschüttung führen, welche mit 27,5 Prozent Kapitalertragsteuer zu besteuern ist und damit gleichzeitig steuerlich bei der GmbH nicht abzugsfähig ist. Nachfolgend wird davon ausgegangen, dass der Geschäftsführer zumindest zu 25 Prozent an der Kapitalgesellschaft (z. B. GmbH) beteiligt ist. Ist ein Geschäftsführer zu weniger als 25 Prozent an der Gesellschaft beteiligt, werden seine Geschäftsführerbezüge wie „normale“ Bezüge aus nichtselbständiger Tätigkeit besteuert. Dem Geschäftsführer steht somit die begünstigte Besteuerung des 13. und 14. Monatsgehaltes innerhalb des sogenannten Jahressechstels zu.

LAUFENDER BEZUG ODER LINEARE/ ALINEARE AUSSCHÜTTUNG

Ein wesentlich (mehr als 25 %) beteiligter Geschäftsführer kann seine Bezüge entweder laufend ausbezahlt und/oder im Rahmen von Ausschüttungen des festgestellten Bilanzge-

winnes erhalten. Die Möglichkeit, auf eine angemessene Vergütung für die Geschäftsführung zu Gunsten höherer, auch alinearer Ausschüttungen zu verzichten, muss im Gesellschaftsvertrag enthalten sein. Ist allerdings der Zweck erkennbar auf die Umgehung bestimmter Abgaben (z. B. DB, DZ oder Kommunalsteuer) gerichtet, sind auch offene Ausschüttungen in Einkünfte aus selbständiger Arbeit umzuqualifizieren – als Beispiel wäre hier folgende Gestaltung zu nennen: In Gewinnjahren wird ein niedriges Gehalt ausbezahlt und hohe Ausschüttungen getätigt und in Verlustjahren wird ein angemessener Geschäftsführerbezug bezahlt. Bis zur Höhe des angemessenen Geschäftsführerbezugs stellt in diesem Fall die Ausschüttung eine Vergütung für die Geschäftsführertätigkeit dar. Ein rückwirkender Verzicht auf einen angemessenen Geschäftsführerbezug zu Gunsten einer höheren Ausschüttung ist aus steuerrechtlicher Sicht nicht möglich. Gibt es eine wirtschaftliche Begründung, zum Beispiel verzichtet der Unternehmer in Krisenzeiten auf das vereinbarte Entgelt unter der Bedingung, dass in Zukunft alineare Gewinnausschüttungen stattfinden werden, so ist eine Umqualifizierung zu verneinen (Besserungsvereinbarung).

STEUERBELASTUNGSVERGLEICH

Um die steuerlich optimierte Bezugshöhe zu ermitteln, werden die beiden „Extrem“-Varianten der Besteuerung des Geschäftsführerbezuges als ausschließlich laufender Bezug oder als Gewinnausschüttung gegenübergestellt.

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VARIANTE 1: LAUFENDER BEZUG ALS GESELLSCHAFTER-GESCHÄFTSFÜHRER Im Steuerbelastungsvergleich wird sowohl die Steuer- und Abgabenbelastung des Unternehmens als auch des Geschäftsführers miteinbezogen, da von einem Alleingesellschafter ausgegangen wird. In der Vergangenheit wurde insbesondere durch die variable Gestaltung des Geschäftsführerbezuges (Bezug ist abhängig von Gewinn, unregelmäßigen Auszahlungen etc.) versucht, die Lohnnebenkosten wie Dienstgeberbeitrag, Zuschlag zum Dienstgeberbeitrag und Kommunalsteuer zu vermeiden. Die Höchstgerichte haben insbesondere aufgrund der „organisatorischen“ Einbindung des Geschäftsführers in das Unternehmen diesen Gestaltungsversuchen eine Absage erteilt. Es ist somit leider unstrittig, dass Geschäftsführerbezüge von wesentlich beteiligten Gesellschaftern dem DB, DZ und der Kommunalsteuer unterliegen. Bei Auszahlung des Gewinnes von 100.000 Euro als laufender Bezug (Variante 1) beträgt der Nettobezug des Geschäftsführers 52.480 Euro bzw. die gesamte Abgabenbelastung beläuft sich auf 47.520 Euro.

VARIANTE 2: DIVIDENDENAUSSCHÜTTUNG Im Falle der Dividendenausschüttung (Variante 2) kommt es – wenn die Gesellschaft die Kapitalertragsteuer trägt – immer zu einer Abgabenbelastung bzw. Grenzsteuersatzbelastung in der Höhe von 45,625 Prozent. Bei einem identen Gewinn von 100.000 Euro bleiben dem Geschäftsführer bei der „Ausschüttungsvariante“ 1.895 Euro mehr „netto“ übrig als im Wege einer laufenden Bezugsauszahlung. Zu beachten ist hierbei allerdings, dass den gesetzlichen Vorschriften entsprechend auch Ausschüttungen der Sozialversicherungspflicht beim Geschäftsführer bis zur Höchstbeitragsgrundlage unterliegen würden. In der Vergangenheit wurden Ausschüttungen mangels Kenntnis der Sozialversicherung in der Regel allerdings nicht erfasst. Nach Auffassung der Finanzverwaltung sind Sozialversicherungsbeiträge auf Ausschüttungen zudem steuerlich nicht abzugsfähig. Da die Höhe des Körperschaftsteuer- bzw. Kapitalertragsteuersatzes von der Höhe der Bemessungsgrundlage unabhängig sind, ergibt sich bei einer Ausschüttung aus einer Kapitalgesellschaft immer eine Steuerbelastung des Geschäftsführerbezuges von 45,625 Prozent. Die Auszahlung als laufender Bezug ist daher bis zu jener Höhe steuerlich sinnvoll, solange der Grenzsteuersatz der

VARIANTE 1: LAUFENDER BEZUG ALS GESELLSCHAFTER- GESCHÄFTSFÜHRER Gewinn vor Steuern und Geschäftsführervergütung

100.000

– Lohnnebenkosten (DB/DZ/Kommunalsteuer)

– 7.310

Bruttogeschäftsführerbezug 92.690 – GSVG, BMSVG/UV

– 20.346

– Einkommensteuer (inkl. 6 % Betriebsausgabenpauschale und Gewinnfreibetrag)

– 19.864

Nettobezug auf Ebene des geschäftsführenden Gesellschafters 52.480

VARIANTE 2: DIVIDENDENAUSSCHÜTTUNG Gewinn vor Steuern und Geschäftsführervergütung

100.000

– 25 % Körperschaftsteuer

– 25.000

Ausschüttungsbetrag 75.000 – 27,5 % Kapitalertragsteuer

– 20.625

Einkünfte des Gesellschafters 54.375

Einkommensteuer darunter liegt. Wenn die gesamten Einkünfte (Einnahmen abzüglich Betriebsausgaben) des Geschäftsführers den Betrag von 60.000 Euro übersteigen, ist eine Ausschüttung insoweit zu bevorzugen, da die Gesamtsteuerbelastung für eine Gewinnausschüttung bei 45,625 Prozent und jene der Einkommensteuer für Beträge über 60.000 Euro bei 48 Prozent liegt. Zu beachten ist jedoch, dass laufende Bezüge bis zur Höchstbeitragsgrundlage in Höhe von 73.080 Euro der Sozialversicherung unterliegen. Aus abgabenrechtlicher Sicht wäre die Reduzierung der Geschäftsführerbezüge unter die Höchstbeitragsgrundlage vorteilhafter. Dies hätte jedoch den Nachteil, dass ein weit geringerer Pensionsbeitrag im Rahmen der Sozialversicherung entrichtet wird.

STEUERLICHE BEGÜNSTIGUNGEN

Der Geschäftsführer kann bei der Bemessungsgrundlage seiner persönlichen Einkommensteuer neben den im Kalenderjahr bezahlten Sozialversicherungsbeiträgen pauschale Betriebsausgaben in Abzug bringen, die nicht belegt bzw. tatsächlich bezahlt werden müssen. Eine sechsprozentige Betriebsausgabenpauschale kann auf Basis des im Kalenderjahr bezogenen Geschäftsführerbezuges geltend gemacht werden. Weiters besteht die Möglichkeit, zusätzlich zur Betriebsausgabenpauschale den Gewinnfreibetrag in Höhe von 13 Prozent des Gewinnes – jedoch von maximal 30.000 Euro – in Abzug zu bringen. Dieser Grundfreibetrag kann ohne Nachweis von Investitionen

geltend gemacht werden. Bei Gewinnanteilen über 30.000 Euro kann ein investitionsbedingter Gewinnfreibetrag – Voraussetzung ist die Anschaffung von abnutzbaren körperlichen Anlagegütern oder bestimmter Wertpapiere – in Anspruch genommen werden, dieser schließt jedoch das sechsprozentige Betriebsausgabenpauschale aus. Insgesamt zeigen Berechnungen, dass der steueroptimale jährliche Geschäftsführerbezug zwischen 18.825 und maximal 89.715 Euro betragen sollte, darunter wird das steuerfreie Einkommen bis 11.000 Euro nicht genutzt, darüber unterliegen Teile des Bezuges bereits dem 48-prozentigen Grenzsteuersatz.

CONCLUSIO

Als Faustregel zur steuerlichen Optimierung des Geschäftsführerbezuges sollte in einem ersten Schritt erhoben werden, ob die gesamte Einkommensteuerbelastung mehr oder weniger als 45,625 Prozent beträgt. Beträgt sie mehr, so ist zu überlegen, ob der laufende Geschäftsführerbezug nicht abgesenkt und der „frei werdende“ Betrag im Rahmen einer Ausschüttung dem Gesellschafter-Geschäftsführer ausbezahlt werden sollte. Eine Adaptierung des Geschäftsführerbezuges sollte jedenfalls in einem persönlichen Gespräch mit dem Steuerberater besprochen werden, da in diesem Zusammenhang die Angemessenheit des Bezuges, die sozialversicherungsrechtlichen Auswirkungen und weitere steuerrechtliche Gestaltungsmöglichkeiten berücksichtigt werden müssen. www.deloitte.at/tirol 


Think. Create. Do.


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FRAUEN IN DER (GAST)WIRTSCHAFT?! Ein jeder Unternehmer jammert, obwohl jammern eigentlich keine Unternehmereigenschaft ist! Oder doch? TEXT: MONIKA ZACH

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uf jeden Fall hat nahezu jede Branche das gleiche Problem wie der Tourismus. Woher nehmen wir unsere Mitarbeiter, wie bekommen wir bei momentanen Auftragsspitzen diejenigen Personen, die uns helfen, diese abzuarbeiten? Nicht einfach – aber es gibt sie! Man muss nur an diejenigen denken, die oftmals glauben, nichts dazuverdienen zu dürfen. Also Mütter, die in Karenz sind, Arbeitslose, die auf der Suche nach ihrem Traumarbeitsplatz eine Zwischenzeit beim zweit- oder drittliebsten Arbeitgeber verbringen könnten, Pensionisten, die sich fit fühlen, und alle diejenigen, die gerne noch etwas leisten wollen und können. Wenn es die Steuer und Sozialpolitik nur zulassen würde.

WAS WIR KÖNNEN, WAS WIR DÜRFEN: GERINGFÜGIGE BESCHÄFTIGUNG

Die Geringfügigkeitsgrenze beträgt aktuell 446,81 Euro pro Monat. Wenn sonst nichts dazukommt, gibt es weder Steuer noch Sozialversicherung – alles brutto für netto –, nur der Arbeitgeber muss noch einen geringfügigen Beitrag zur Unfallversicherung leisten. Ob ein Zuverdienst in der jeweiligen Lebenssituation überhaupt zulässig ist, hängt jedoch von den „Zuverdienstgrenzen“ ab.

ZUVERDIENST

Das bedeutet, es gibt bereits ein Einkommen, zum Beispiel als Pensionist, Arbeitsloser, Studierender, Bezieher von Kinderbetreuungsgeld oder aus einem anderen Arbeitsverhältnis, und man möchte zusätzlich noch etwas „zuverdienen“. Problematisch ist die Angelegenheit bei Frühpensionen oder „Hacklerregelungen“. Hier darf keinesfalls über die Geringfügigkeit bezahlt werden, sonst fällt die gesamte (!) Pensionszahlung weg und wird erst wieder ausbezahlt, wenn der Zuverdienst unter der Geringfügigkeitsgrenze liegt. Schwieriger und noch beratungsintensiver ist die Zuverdienstgrenze, wenn man

jährlich. Wird dies jedoch als Ersatz des Erwerbseinkommens bezahlt, dann dürfen es jährlich nur 6.800 Euro brutto sein.

GERINGFÜGIGE BESCHÄFTIGUNG UND SELBSTVERSICHERUNG

Mag. Monika Zach ist Steuerberaterin bei pro:west. www.innsbruck.pro-west.at

aus gesundheitlichen Gründen frühzeitig in Pension gegangen ist. Wer jedoch zum regulären Renteneintrittsalter – Männer derzeit mit 65 und Frauen mit 60 Jahren – in Pension gegangen ist, kann zuverdienen, was er will, ohne dass dies eine Auswirkung auf die Pensionszahlung hätte. Aber Steuer- und Sozialversicherungspflicht bleiben bestehen. Auch Arbeitslose dürfen bis zur Geringfügigkeitsgrenze dazuverdienen. Dadurch werden die Leistungen nicht gekürzt. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass keine Pflichtversicherung nach dem GSVG besteht. Wenn man selbständig ist oder auf Honorarbasis arbeitet, darf der Monatsumsatz nicht mehr als 4.025 Euro betragen und der durchschnittliche monatliche Bruttogewinn nicht über der Geringfügigkeit liegen. Ein Thema für die Kristallkugel, gilt hier doch der durchschnittliche Jahreswert – also darf es in einem Monat durchaus mehr sein, wenn es in den nächsten Monaten entsprechend weniger ist. Studenten dürfen pro Kalenderjahr 10.000 Euro dazuverdienen, ohne dass die Familienbeihilfe wegfällt. Die Sozialversicherungspflicht richtet sich dabei jedoch nach den monatlich bezogenen Einkünften. Für den Bezug von Kinderbetreuungsgeld gilt eine Zuverdienstgrenze von 16.200 Euro

Geringfügig Beschäftigte können über Antrag und für den geringen monatlichen Betrag von 63,07 Euro voll pensions- und krankenversichert sein. Das gibt die Möglichkeit für volle Versicherungsmonate in der Pensionsversicherung und den vollständigen Schutz der Krankenversicherung.

ZUVERDIENST UND DIE STEUER

Gehen wir von der Grundregel „Mehr als die Hälfte kann die Steuer üblicherweise nicht werden“ aus. Grundsätzlich müssen also für die Berechnung des Jahreseinkommens alle in einem Jahr erzielten Einkünfte zusammengerechnet werden. Daraus und nach Berücksichtigung sämtlicher persönlicher Absetz- und Freibeträge sowie aller steuerlichen Begünstigungen wird die jährliche Steuerlast berechnet. Dies kann durchaus zu einer Steuernachzahlung führen. Wenn man sich unterjährig Teilbeträge zur Seite legt, ist man für diese „Überraschung“ schon rechtzeitig gerüstet. Das österreichische Steuersystem ist übrigens darauf ausgelegt, dass nur jeder zusätzlich verdiente Euro auch zusätzlich versteuert wird. Es ist ein allgemeiner Irrglaube, dass durch Zuverdienste das bisherige Einkommen steuerlich mehr belastet wird als vorher. Es „rentiert“ sich also immer, etwas dazuzuverdienen! Es klingt kompliziert und es ist kompliziert – so wie eben das gesamte österreichische Steuer- und Sozialversicherungsrecht. Aber für jeden Einzelfall lassen sich gute Lösungen finden. Es ist immer angenehm, noch zusätzlich ein paar Hundert Euro zur Verfügung zu haben. Und das hilft den Unternehmern bei der Suche nach qualifizierten Aushilfen. Gleiches gilt selbstverständlich für „Männer in der (Gast-) Wirtschaft“. Aber das versteht sich ja von selbst.


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SPRACHEN ÖFFNEN TÜREN „Voraussetzung: verhandlungssicheres Englisch“, „Gute Russischkenntnisse in Wort und Schrift“ oder „Spanischkenntnisse von Vorteil“ – in vielen Stellenanzeigen fordern Unternehmen von künftigen Mitarbeitern gute Fremdsprachenkenntnisse. Sie sind in vielen Branchen zu einem fixen Bestandteil des Berufsalltags geworden und werden von Arbeitgebern als eine wesentliche Kompetenz vorausgesetzt.

AKTUELLE SEMINARE • A2 - C1 English Blended Learning – Zertifikatskurs mit laufendem Einstieg Start am 7. Jänner 2020 • C1 English for Advanced Learners Start am 2. März 2020 • B2 Preparation for Cambridge English Business Vantage (BEC V) Start am 26. März 2020 • Modullehrgang Business Competences – Die operative Führungskraft Start am 6. März 2020 • Diplomlehrgang Konflikt- und Deeskalationstrainer/-in Start am 23. April 2020 • Business Competences – Learning und Talentdevelopment Am 24. und 25. April 2020 • Ausbildung zum Führen von Baudreh- und Fahrzeugkranen über 30 MT Start am 13. Jänner 2020 • Maurer/-in – Vorbereitung auf die Lehrabschlussprüfung Start am 20. Jänner 2020 • Arbeiten unter Spannung Start am 27. Jänner 2020

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ie Welt wird zunehmend vernetzter und für international agierende Unternehmen sind Mitarbeiter mit Fremdsprachenkenntnissen unerlässlich. Wenn Arbeitnehmer mit ihren Geschäftspartnern in deren Landessprache kommunizieren, zeugt das von Interesse, Respekt und Professionalität.

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Um auf diese Anforderungen am Arbeitsmarkt einzugehen, hat das BFI Tirol mehr als 30 Sprachen im Angebot. Die Kurse wer-

den fast ausschließlich von Native Speakern geleitet, die neben professionellem Sprachenunterricht auch interkulturelle Kompetenzen mit einer (noch) fremden Kultur vermitteln. Für Englisch, die schon seit Jahrzehnten wichtigste Wirtschaftssprache, gibt es zudem gezielte Business-English-Trainings, die die Teilnehmer auf Verhandlungen, Präsentationen und Geschäftskorrespondenz vorbereiten. Weitere Informationen zum Sprachenangebot des BFI Tirol erhalten Sie unter 0512/59660, sprachen@bfi-tirol.at oder www.sprachen.tirol. PR

• Berufsreifeprüfung Tagesvariante Frühjahr 2020 Von 17. Februar 2020 bis Februar 2021

Kontakt:

BFI TIROL

Ing.-Etzel-Straße 7, 6020 Innsbruck Tel.: 0512/59660 info@bfi-tirol.at www.bfi.tirol

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STEUERN SPAREN UND GEWINNFREIBETRÄGE INVESTIEREN In den kommenden Tagen erhalten viele Selbständige und Unternehmer Post vom Steuerberater. Diese kann gute Nachrichten enthalten. Denn die Möglichkeit, durch begünstigte Investitionen die Steuerlast zu senken, sollte sich keiner entgehen lassen.

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werden. Diese brachten aber kaum Erträge. 2017 wurde diese Beschränkung aufgehoben. Jetzt dürfen Unternehmer und Freiberufler wieder in Wertpapiere und Fonds investieren, die den Voraussetzungen zur Deckung für Pensionsrückstellungen entsprechen.

lrich Reisenbauer, Bereichsleiter Firmenkunden der Tiroler Sparkasse, erklärt im Interview die besten Investitionsmöglichkeiten.

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Um das Jahr steuersparend zu beenden, gibt es noch viel zu tun. Das Stichwort der Stunde ist der Gewinnfreibetrag. Was ist der Gewinnfreibetrag und wer kann ihn nutzen? ULRICH REISENBAUER: Der Gewinnfreibetrag wurde 2010 eingeführt. Damit wurde für Unternehmer und Freiberufler ein Ausgleich für die begünstigte Besteuerung des 13. und 14. Gehaltes bei Dienstnehmern geschaffen. Für die ersten 30.000 Euro Gewinn beträgt der Freibetrag 13 Prozent. In Geld ausgedrückt heißt das: Von 30.000 Euro Gewinn müssen Sie nur 26.100 Euro versteuern. Was, wenn ich höhere Gewinne erwirtschaftet habe? Dann müssen zwei Dinge unterschieden werden. Bei den ersten steuerbegünstigten 30.000 Euro sprechen wir vom Grundfreibetrag, der jedem zusteht. Alles was darüber hinausgeht, wird ebenfalls mit bis zu 13 Prozent steuerlich begünstigt. Allerdings nur, wenn der Betrag investiert wird. Hier sprechen wir vom investitionsbedingten Gewinnfreibetrag. Wer dieses Geld richtig investiert, kann zusätzlich Steuern sparen. Gilt das auch für Investitionen in Wertpapiere und Fonds? Exakt. Aber auch dazu gibt es eine Vorgeschichte. Wegen einer Gesetzesänderung im Jahr 2014 konnten Gewinne, abgesehen von Investitionen in Sachgüter, nur noch in Wohnbauanleihen steuerbegünstigt investiert

Mag. Ulrich Reisenbauer, Bereichsleiter Firmenkunden der Tiroler Sparkasse

Wie lautet Ihre Empfehlung für alle Unternehmer? Gut beraten ist, wer sich gut beraten lässt. Wir in der Tiroler Sparkasse setzen genau darauf. Unsere Experten sind bestens vorbereitet und klären auch über mögliche Risiken auf. In der Tiroler Sparkasse wählen Sie aus einem breiten Wertpapierangebot. Damit haben Sie zusätzlich zur Steuerersparnis die Chance auf eine positive Wertentwicklung der Veranlagung.

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Unternehmer und Freiberufler können einen Teil ihres Gewinns steuerfrei stellen, wenn sie in ausgewählte Wertpapiere oder in bestimmte Anlagegüter investieren. So geht’s: • Lassen Sie sich rechtzeitig vor (Geschäfts-)Jahresende in einem persönlichen Gespräch von Ihrem Kundenbetreuer beraten. • Gemeinsam ermitteln wir Ihre persönlichen Anlageziele und Ihre Chancen-Risiko-Neigung. • Sie entscheiden, welche Produkte infrage kommen – zum Beispiel könnte der s Anlage Mix für den Gewinnfreibetrag für Sie als Investitionspaket interessant sein.

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Tirols Wirtschaft auf dem Prüfstand. Was Sie schon immer über die besten Betriebe im Land wissen wollten.

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Es stärkt einem den Rücken, wenn man im eigenen Land als Künstlerin ausgezeichnet wird, sagt Karin Ferrari, aktuelle Preisträgerin des RLB Kunstpreises, hier im Bild mit der Leiterin der RLB Kunstbrücke, Silvia Höller.

Sprungbrett für Tirols Kunsttalente Er gilt als einer der renommiertesten und begehrtesten Kunstpreise des Landes und wird seit 2004 alle zwei Jahre verliehen. Der RLB Kunstpreis ist nicht zuletzt deshalb so begehrt, weil der Hauptpreis, der mit beachtlichen 10.000 Euro dotiert ist, immer auch mit einer Einzelausstellung im Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum einhergeht. Die aktuelle Preisträgerin Karin Ferrari, die in diesem Jahr auch Künstlerin der Premierentage war, hat den Preis als sehr rückenstärkend empfunden, erzählt sie. Auszeichnungen wie der RLB Kunstpreis seien wichtig, weil sie parallel zum herkömmlichen kommerziellen Kunstbetrieb existieren und sie als Künstlerin damit einer breiteren Masse vermitteln könne, „dass das eigentlich ganz cool ist, was die Ferrari macht“. Teilnahmeberechtigt am RLB Kunstpreis sind alle bildenden Künstler*innen unter 40 (also Jahrgang 1980 und jünger), die entweder in Tirol geboren wurden oder seit mindestens zwei Jahren hier leben. Im Jänner tritt die Fachjury zusammen, für die Silvia Höller, Leiterin der RLB Kunstbrücke, in diesem Jahr die Kunsthistorikerin Verena Konrad, den Kurator der Landesgalerie Niederösterreich, Günther Oberhollenzer, die Leiterin des STRABAG Kunstforums Wien, Tanja Skorepa, sowie den neuen Kustos im Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum, Florian Waldvogel, gewinnen konnte. Die Preisträger*innen des 9. RLB Kunstpreises – neben dem Hauptpreis stiftet die RLB Tirol auch zwei Förderpreise zu je 4.000 Euro – werden am 30. März 2020 bekannt gegeben, am selben Tag findet auch die Ausstellungseröffnung in der RLB Kunstbrücke statt.

ENZYKLOPÄDIE

der Frau Valeria Parrella, Folio Verlag 160 Seiten, EUR 20,00 Amanda, die erfolgreiche Architekturdozentin in den Fünfzigern, lässt sich von ihrem Begehren leiten, sie überrascht Männer wie Frauen mit ihrer direkten Art der Verführung, schließlich wollen alle dasselbe: Liebe machen, sich berühren, küssen, kommen. Die weibliche Ekstase steht im Vordergrund: Orgasmus vor Liebe, Instinkt vor Konvention, Körper vor Verstand. Valeria Parrella liefert ein wunderbar provokantes Update der „Enzyklopädie der Frau“. Dieses legendäre italienische wöchentliche Sammelheft der 1960er-Jahre erteilte von A bis Z gute Ratschläge für die perfekte Frau.


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„Ich traue mich, alles auszuprobieren.“ JOANNE K. ROWLING, AUTORIN

Friede?

Die Innsbrucker Galerie Nothburga lobte im Gedenken an die Galeriegründerin, Künstlerin und Kunsterzieherin Elfriede (Fritzi) Gerber im Jahr 2016 den Fritzi-Gerber-Preis Malerei als anonymisierten Wettbewerb aus. Heuer wurde dieser Preis erneut ausgeschrieben, dieses Mal mit dem Thema Zeichnung. Im November wurde mit Claudia Mang die diesjährige Preisträgerin gekürt. Neben dem Preisgeld von 1.000 Euro findet im Dezember in der Galerie Nothburga auch eine Einzelausstellung der Künstlerin statt. „Alles fängt an mit Sehen, Wahrnehmen und Spüren oder einer plötzlichen Idee, die mir in den Kopf schießt. Und dann kommt irgendwann der Moment, wo sich alles in mir frei anfühlt. Dann und nur dann fließt die pure Kunst durch mich durch und legt sich aufs Papier oder setzt sich – je nach Medium – in einer Form zusammen, die ich vorher noch nicht kenne. Danach ist es meist ganz still in mir und es setzt im Betrachten der Arbeiten ein Erkenntnisprozess ein, der erweiternd und kreativ in mir fortwirkt, um dann wieder in die Präsenz von Sehen, Wahrnehmen und Spüren überzugehen“, erklärt Mang ihren Zugang zur Kunst. Nach der grafischen Arbeit zu Texten von Peter Turrini 2013 beschäftigt sie sich heute thematisch mit Themen rund ums Frausein und Mutterschaft. www.galerienothburga.at

VORMERKEN: Die Frühjahrsausstellungen der Galerie Nothburga • KUNST.MAGIE und ZAUBEREI, Drucke und Malerei von Reiner Schiestl und Carlos Baonza: 14. Jänner bis 8. Feber 2020 • Jubiläumsausstellung mit Elmar Kopp: 24. März bis 18. April 2020

© BINDERHOLZ

KUNST IST LEICHT

© BSWAROVSKI KRISTALLWELTEN

Claudia Mangs preisgekröntes Bild „Nabelschnur stricken“, 2017, Tusche auf Papier, 40 x 30 cm

Unter diesem Motto versucht das 32. Osterfestival Tirol vom 27. März bis 12. April 2020 in Innsbruck und Hall mit Künstler*innen aus aller Welt dem Wunsch nach Frieden und der Frage nach dessen Umsetzung im Kleinen und Großen auf den Grund zu gehen. Ab Aschermittwoch vereinen sich an 40 Orten neben Alter und Neuer Musik, Tanz und Performance, Film und Aktionen auch junge, am Beginn stehende, weltberühmte und außereuropäische Kunstschaffende. Bis zum 24. Dezember 2019 erhalten Sie auf jede zweite Karte des Osterfestival Tirol 2020 25 Prozent Ermäßigung. www.osterfestival.at

R A R I TÄT E N U N D SELBSTGEBAUTES

ES WERDE LICHT Noch bis 6. Jänner 2020 erwartet die Besucher der Swarovski Kristallwelten das wohl funkelndste Wintermärchen der Alpen. Ein ausgefeiltes Lichtkonzept verwandelt den Riesen mit Millionen von Kristallen in einen magischen Ort voller Glanzlichter. Interaktive Lichtinszenierungen warten auf die Besucher in den Wunderkammern und im Garten rund um die Kristallwolke. Wir waren bereits dort, es ist wirklich zauberhaft!

Hauptakteure der diesjährigen Krippenausstellung in der Galerie FeuerWerk in Fügen sind vielfältige Darstellungen von Krippen, traditionell mit viel Fleiß, Hingabe und Einsatz in unzähligen Stunden gebaut. Ein besonderer Höhepunkt ist die selten zu sehende Großkrippe von Günther Pließnig aus Fulpmes. Die Krippe, deren Tempelteil man schon auf der Weltausstellung in Nürnberg bestaunen konnte, misst 3,75 mal 2,70 Meter. Die Figuren stammen zum Teil vom bekannten Bildhauer Stefan Lanthaler. Darüber hinaus darf im Zillertal natürlich auch eine Darstellung vom Krippen Honis nicht fehlen. Die Ausstellung wird von einem vielfältigen Rahmenprogramm begleitet und ist noch bis Lichtmess 2020 zu sehen. www.binderholz-feuerwerk.com

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eco.kultur

Musikalisch ins neue Jahr Die Tiroler Festspiele Erl blicken auf ein nicht ganz einfaches Jahr zurück. Das Programm indes präsentiert sich untadelig und musikalisch auf höchstem Niveau. Und letztlich sollte es doch genau darum gehen. Ein Ausblick.

UND MUSEUMSORCHESTERS

Der in Oberösterreich geborene Anton Bruckner war zeit seines Lebens ein angesehener, wenn auch umstrittener Komponist. Heute gehören seine Sinfonien zum Kern des Konzertrepertoires. Das fast gleichzeitig entstandene, hochvirtuose Violinkonzert von Antonín Dvořák bietet einen böhmischen Kontrapunkt zur 6. Bruckner-Sinfonie. Als Solist ist der international gefeierte Yuri Revich zu hören, der Generalmusikdirektor der Frankfurter Oper, Sebastian Weigle, dirigiert das Frankfurter Opern- und Museums­ orchester. Termin: 3. Jänner 2020, 18 Uhr

Sebastian Weigle dirigiert das Frankfurter Opern- und Museumsorchester.

Geiger Yuri Revich ist Solist beim Gastspiel des Frankfurter Opern- und Museumsorchester.

K L AV I E R A B E N D M I T PA U L L E W I S

K L AV I E R M AT I N E E M I T PA U L L E W I S

Allen Werken dieses Programms haftet die Bezeichnung „Fantasie“ an. Dieser Begriff wurde gewählt, um gestalterischen Freiraum zu beanspruchen und vorgegebene Strukturen zu umgehen. Die bekannteste ist Beethovens „Sonata quasi una fantasia“, die unter dem Namen „Mondscheinsonate“ berühmt wurde. Paul Lewis hat sich als herausragender Interpret der Werke Beethovens und Franz Schuberts einen internationalen Ruf erworben. Termin: 5. Jänner 2020, 18 Uhr

Der Wiener Komponist und Verleger Anton Diabelli beauftragte zahlreiche Komponisten, Variationen über einen von ihm geschriebenen Walzer zu schreiben Dieser Bitte kam auch Beethoven nach, er lieferte ein Monumentalwerk von 33 Variationen, das zu den größten Errungenschaften der Klavierliteratur zählt. Termin: 6. Jänner 2020, 11 Uhr

© KAUPO KIKKAS

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© MONIKA RITTERSHAUS

GASTSPIEL DES FRANKFURTER OPERN-

Die Liebe und ihr Katalysator – das Elixier – sind die Hauptmotive dieser Oper. Der etwas einfältig wirkende Nemorino liebt die allseits begehrte Adina, in Gestalt des großspurigen Offiziers Belcore tritt der Rivale auf den Plan. Adina will so recht niemanden, nimmt aber den einen als Köder für den anderen und fertig ist das Dreiecksspiel. Gewürzt wird es durch das Auftauchen des Quacksalbers Dulcamara, der dem naiven Nemorino zwei Flaschen Wein als den „Liebestrank der Königin Isolde“ verkauft. Premiere: 2. Jänner 2020 / Weitere Termine: 4. und 6. Jänner 2020

© LORENZO MONTANELLI

© PETER KITZBICHLER

G A E TA N O D O N I Z E T T I : L’ E L I S I R D ’A M O R E

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© VALIE EXPORT, BILDRECHT WIEN, 2018; FOTO: GERTRAUD WOLFSCHWENGER

eco.kultur

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„Was wir als Künstlerinnen damals erreicht haben, ist heute selbstverständlich. Wir mussten alles erst erkämpfen.“ VALIE EXPORT


eco.kultur

FRAUEN IN DER KUNST Seit jeher sind Frauen als Objekte in der Kunst beliebt, werden als Madonnen, Verführerinnen oder als Femme fatales dargestellt. Als Kunstschaffende selbst traten sie jedoch weniger in Erscheinung. Die Kunstgeschichte ist bis in die Nachkriegszeit von Männern geprägt, dabei gibt es seit dem 16. Jahrhundert herausragende weibliche Künstlerinnen, die Stilgeschichte geschrieben haben. T E X T : J U L I A S PA R B E R - A B L I N G E R

DIE KUNST WAR NIE NUR MÄNNERSACHE

Eine der Ersten, die das erkannt hat, war Angelika Kauffmann (1741–1807). Die im schweizerischen Chur geborene Tochter des Porträt- und Freskenmalers Joseph Johann Kauffmann ließ sich ihr Talent von klein auf nicht nehmen. Sie bestand darauf, ihrem Vater bei der Ausgestaltung von Kirchen zu helfen. Sie wollte Historienmalerin werden, was damals ausschließlich Männern vorbehalten war. Sie schuf unzählige Porträts,

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© KAZOART

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or rund 30 Jahren fragten die Guerilla Girls, eine feministische Künstlerinnengruppe, die sich der Diskriminierung der Frauen in der Kunstwelt verschrieben hat, ob Frauen nackt sein müssen, um ins Metropolitan Museum zu kommen. Leider ja. Dort werden nur circa drei Prozent der Ausstellungen von weiblichen Künstlerinnen gestaltet, aber mehr als 83 Prozent der gezeigten Nackten sind Frauen. Bis heute spielen Künstlerinnen eine untergeordnete Rolle am Kunstmarkt. Ein Blick zurück in der Entwicklung der Kunstgeschichte zeigt jedoch, dass sehr viele Frauen entscheidend daran beteiligt waren. Sei es wegen ihres unnachahmlichen Stils, ihres Zugangs zur Darstellung des Körpers oder ihres feinfühligen, künstlerischen Ausdrucks wegen.

„Ich wollte nie so werden wie meine Mutter oder Großmutter und nur den eigenen Herd bewachen. Ich wollte, dass die Welt da draußen mir gehört. Schon sehr früh lernte ich, dass Männer Macht hatten, und genau das wollte ich auch.“ NIKI DE SAINT PHALLE

machte in Florenz, Rom und in London Karriere und gehörte zu den Gründungsmitgliedern der Royal Academy of Arts. Diese prestigeträchtige Mitgliedschaft ist Zeugnis für Kaufmanns Erfolg. Georgia O’Keeffe (1887-1986) schuf Arbeiten, die den besonderen, weiblichen Blick widerspiegeln. Ihre Blumenbilder zeigen die unnachahmliche Verwandlung der Natur. Sie malte übergroße Blüten und konzentrierte sich auf wenige Farben, die damals noch wenig bekannte, einheitliche Kompositionen entstehen ließen. Sie wird bis heute als „Amerikas Mutter der Moderne“ bezeichnet. O’Keeffe war zunächst Kunstlehrerin, ein Beruf, den Frauen ausüben durften, der sie aber für den Kunstmarkt stark einschränkte. Ihren Durchbruch verdankte sie einem be-

kannten Mentor, der später auch ihr Liebhaber wurde: Alfred Stieglitz, Fotograf, Galerist und Kunstmäzen, der sie als Avantgardekünstlerin erkannte und förderte.

STARKE REBELLINNEN

Tamara de Lempicka (1898–1980) prägte die frühe Kunstgeschichte in Europa. In Polen geboren, kam sie sehr früh nach Paris, wo sie am Jetset-Leben der Goldenen Zwanziger teilnahm. Sie studierte an der Académie Ranson und stellte 1922 zum ersten Mal aus. Bis in die 1930er-Jahre war Lempicka eine kommerziell erfolgreiche Künstlerin, die sich nie einer avantgardistischen Bewegung verschrieb, jedoch den Kubismus als leitendes Stilmotiv verfolgte. Ihr ausschweifendes Privatleben war ihrer Künstlerinnenkarriere


eco.kultur

Bis heute spielen Künstlerinnen eine untergeordnete Rolle am Kunstmarkt. Ein Blick zurück in der Entwicklung der Kunstgeschichte zeigt jedoch, dass sehr viele Frauen entscheidend daran beteiligt waren.

bekommen hat. Sie litt zeitlebens an ihren körperlichen Gebrechen und dass sie neben ihrem Ehemann, dem berühmten Maler Diego Riviera, als Künstlerin nur untergeordnet wahrgenommen wurde. Eine Künstlerin, die ihre innere Reise in Form von komplexen Installationen darzustellen versuchte, war Louise Bourgeois (1911–2010). In Paris geboren, erwarb sie technische Fähigkeiten in der Restaurierungswerkstatt ihrer Eltern, sodass sie sich früh zur Skulpturenkunst hingezogen fühlte. Bourgeois entwickelte ein starkes Œuvre, das von ihren ganz persönlichen Erfahrungen erzählt: Ihr Vater, ein Patriarch und Gewalttäter, der die Mutter zeitlebens betrog, prägte ihre Arbeiten, die sich mit Gefühlen wie Einsamkeit, Schmerz und unerfüllte Leidenschaft beschäftigten. „Ich wollte nie so werden wie meine Mutter oder Großmutter und nur den eigenen Herd bewachen. Ich wollte, dass die Welt da draußen mir gehört. Schon sehr früh lernte ich, dass Männer Macht hatten, und genau das wollte ich auch.“ So äußerte sich Marina Abramović wurde vor allem durch ihre Performance berühmt, als sie sich fast drei Monate lang acht Stunden täglich in die Augen schauen ließ.

© VOGUE, 1964

© WIKIPEDIA

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jedoch nicht zuträglich und sie wurde lange Jahre wenig beachtet. Eine Ausstellung in der Galerie du Luxembourg in Paris führte zur späten Wiederentdeckung der Künstlerin. Eine der bekanntesten Künstlerinnen aller Zeiten, die schon zu Lebzeiten zur Legende wurde, war die Mexikanerin Frida Kahlo (1907–1954). Mit 18 Jahren erlitt sie einen schweren Verkehrsunfall und musste sich vielen Operationen an der Wirbelsäule unterziehen. Ihre Schmerzen verarbeitete sie in ihren zahlreichen Selbstporträts, die zu mythischen und hintergründigen Interpretationen ihres Lebens und Leidens einluden. Die körperlich eingeschränkte Malerin zeigte sich zeitlebens selbstbewusst und rebellisch, ließ sich weder politisch noch künstlerisch vollends einordnen. Trotz ihrer Nähe zum russischen Revolutionär Leo Trotzki besaß sie nie ein Parteibuch und trotz ihrer Annäherung an den Surrealismus wollte sie nie auf Elemente der Neuen Sachlichkeit in ihren Bildern verzichten. In Frida Kahlos Porträts kommen sehr oft Affen vor, die Tiere sollten die Kinder repräsentieren, die sie selbst nie

Hat sich von ihrem Mann John Lennon künstlerisch emanzipiert: Yoko Ono.

Niki de Saint Phalle (1930–2002), eine autodidaktische Künstlerin, die sich vor allem mit ihren dreidimensionalen Darstellungen bunter, üppiger Frauen Gehör verschaffte. Sie lehnte sich gegen patriarchale Strukturen auf und schaffte es mit ihren „Nanas“, als einzige Frau bei den Nouveau Réalistes aufgenommen zu werden.

KÜNSTLERINNEN AN DER SEITE BERÜHMTER MÄNNER

Yoko Ono (*1933) wurde durch ihre Beziehung mit John Lennon, dem britischen Mitbegründer der Beatles. berühmt und hat die Fluxus-Bewegung entscheidend beeinflusst. Eine Kunstform als Versuch, neue, kollektive Lebensformen zu schaffen und politische Aussagen zu tätigen. Bei einer Performance im Jahr 1964 lud Yoko Ono ihr Publikum ein, zu ihr auf die Bühne zu kommen und ihr die Kleidung vom Leib zu schneiden. Sie gab den Teilnehmerinnen die Möglichkeit, nicht nur Kunstkonsumentinnen zu sein, sondern in eine aktive Rolle zu wechseln und das Innerste der Künstlerin zu enthüllen. Sie nahm damit einen Kontrapunkt zu den historischen weiblichen Kunstdarstellungen ein. Die in New York lebende Künstlerin erhielt 2002 den Friedenspreis für Künstlerinnen in Konfliktgebieten und ist nach wie vor sozial und politisch aktiv. Yoko Ono startete ihre Performancekunst gemeinsam mit John Lennon, emanzipierte sich aber zusehends von der Verbindung mit dem Künstler und von der Opferrolle der armen, reichen Witwe. Die Performancekunst auf die Spitze getrieben hat die 1946 geborene Marina Abramović. Sie studierte an der Akademie der Bildenden Künste in Belgrad, trat aber nicht als Malerin in Erscheinung, sondern als Performancekünstlerin, die vollen körperlichen Einsatz zeigte. Sie verletzte sich selbst, setzte sich öffentlichen Demütigungen aus und saß fast drei Monate lang acht Stunden täglich an einem Tisch im Museum of Modern Art in New York und lud Menschen ein, sich ihr gegenüberzusetzen und in die Augen zu schauen. Das scheinbar einfache Experiment „The Artist is Present“ aus dem Jahre 2010


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eco.kultur

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forderte die Künstlerin emotional stark heraus. Aber auch sie wird trotz ihrer eigenständigen Künstlerinnenkarriere mit einem Mann in Verbindung gebracht: Der deutsche Künstler Ulay war mehr als 13 Jahre lang ihr Lebensgefährte und künstlerischer Partner, mit dem sie sogar die Trennung inszenierte: „The Lovers: Walk on The Great Wall“ war ein inszenierter Abschied auf der Chinesischen Mauer und gehört bis heute zu den stärksten künstlerischen Performances im 21. Jahrhundert. Eine der wenigen auch wirklich kommerziell erfolgreichen Künstlerinnen ist Cindy Sherman. Die 1954 geborene Künstlerin schlüpft in die unterschiedlichsten Rollen, lichtet sich zumeist selbst ab und erzielt für ihre Fotografien Preise in Millionenhöhe. Mit ihrem Körper will sie Stereotype in der Gesellschaft aufzeigen und manipuliert ihr eigenes Äußeres, um die Weiblichkeit und ihre Darstellung in der Populärkultur zu hinterfragen.

KÜNSTLERINNEN AUS ÖSTERREICH

Die 1940 in Linz geborene Valie Export gehört zu den bekanntesten noch lebenden Künstlerinnen aus Österreich. Auch sie hat die weibliche Unterwerfung zum Hauptthema ihrer Kunst erhoben, indem sie ihr Publikum im sogenannten „Tapp- und Tastkino“ der 1960er-Jahre ihre nackten Brüste anfassen ließ. Sie sah diese Aktion als „erweitertes Kino, das Filmzuschauer mit dem konfrontiert, was im abgedunkelten Saal als normal angesehen wird: der voyeuristische Blick auf Frauenkörper“, so die Künstlerin in einem Interview im April 2018. Sie war Partnerin des Wiener Künstlers Friedensreich Hundertwasser und mit dem Medientheoretiker Peter Waibel liiert. „Damals wurden Frauen

Georgia O’Keeffe schuf Arbeiten, die den besonderen, weiblichen Blick widerspiegeln.

Die Polin Tamara de Lempicka prägt die frühe Kunstgeschichte Europas und war eine von zahlreichen Rebellinnen der Kunstszene.

zu Begleiterinnen degradiert oder waren Fotomodelle. Brav und unauffällig hatten sie zu sein. Die Frau war Material. Meine Vorstellung war vollkommen konträr. Ich konnte mit dem Männer-dominierten Frauenbild des Aktionismus nichts anfangen und als Künstlerin wurde man in dieser Zeit kaum wahrgenommen“, erklärt Valie Export. Sie sieht sich als Wegbereiterin des Feminismus, ortet aber noch viel Handlungsbedarf in der Gleichstellung von Frauen und Männer. Mit der Künstlerin, die heuer ihren 100. Geburtstag feiern würde, soll die Chronologie der weiblichen Kunst geschlossen werden: Maria Lassnig (1919–2014). Sie wurde als uneheliches Kind in Kärnten geboren, wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf. Ihr Talent aber machte sich früh bemerkbar, sodass sie ihre Mutter zur Klosterschule schickte, um eine Volksschullehrerin aus ihr zu machen. Unter Protesten studierte sie später an der Akademie der Bildenden Kunst, malte und zeichnete sehr expressiv und erntete Kritik ihres Professors, sie würde sich „entartet“ ausdrücken. Das war ihr Ansporn, sich zeitlebens mit sich selbst und den Veränderungen ihres Körpers zu

beschäftigen, um in Selbstporträts, angereichert mit surrealen Elementen, eine ganz spezifische Schwebe zwischen Nähe und Fremdheit herzustellen. Dargestellt in den von ihr kreierten „Körpergefühlsfarben“ schuf Maria Lassnig einen ganz besonderen Stil, der ihr allerdings erst in späten Lebensjahren auch finanziellen Erfolg einbrachte. Sie war die Lebensgefährtin von Arnulf Rainer, schloss ihre akademische Ausbildung mit Oswald Oberhuber und Markus Prachensky ab. Ihre Kunst fand aber erst viele Jahre später Beachtung als die ihrer männlichen Kolleginnen. „Man hat mich so lange unterbewertet, dass ich die jetzige Bewertung gar nicht bewerten kann“, so die Künstlerin in einem Interview im Jahr 2009. Heute befindet sich Maria Lassnig nach Franz West auf Platz zwei des heimischen Kunstrankings. Auch hier erneut: Ein Mann steht an der Spitze, doch die Bildsprache der weiblichen Künstlerinnen steht der von Männern nichts nach. Quellen: Flavia Frigeri: „Frauen in der Kunst“, Midas Verlag, Zürich 2019, ISBN 978-3-03876-149-5 / Die Presse: „Adieu, Heilige und Huren!“, Almuth Spiegler, 2011

© THE J. PAUL GETTY MUSEUM

© DAVID THURNER

Maria Lassnig ist eine von Österreichs bekanntesten Künstlerinnen. Heuer wäre sie 100 Jahre alt geworden.


LAND TIROL

DIE NEUE APP DES LANDES TIROL IST DA! Durch einen Felssturz ist die von Ihnen benutzte Landesstraße über mehrere Tage gesperrt. Die Lawinensituation erhöht sich gravierend und hat Auswirkungen auf Sie und Ihre Alltagswege. Informationen zu diesen Themen und noch viel mehr erhalten Sie ab sofort mit der neuen Land Tirol App direkt auf Ihr Handy.

D

ie direkte Kommunikation zu den Bürgerinnen und Bürgern ist dem Land Tirol ein besonderes Anliegen. Und auch, dass diese immer aktuell und nach den modernsten technischen Möglichkeiten vonstatten geht.

TOP INFORMIERT

Eines der technischen sowie inhaltlichen Highlights der neuen Land Tirol App ist die so genannte Push-Nachricht direkt aufs Handy. „Es ist eigentlich ganz einfach: Land Tirol App vom App- oder PlayStore herunterladen, Push-Nachrichtenfunktion erlauben und schon haben die NutzerInnen dieser App einen Informationsvorsprung, der im Alltag wesentliche Vorteile bringen kann“, informiert der Vorstand der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit des Landes Tirol, Florian Kurzthaler. „Wenn es etwa zu Felsstürzen und in Folge zu längerfristigen Straßensperren kommt oder wenn auch sonst Ereignisse passieren, die von gravierender Tragweite sind, sendet das Land Tirol eine entsprechende Nachricht auf das Handy der App-NutzerInnen. So halten wir die Bevölkerung auch bei ganz zentralen und wichtigen Ereignissen immer auf dem Laufenden.“

MIT ZWEI FINGERTIPPS ZU DEN VERKEHRS - WEBCAMS Darüber hinaus bietet die Land Tirol App auch direkten Zugang zu den vom Land Tirol betriebenen Verkehrs-Webcams im gesamten Land – von Osttirol bis Reutte. Mit zwei Fingertipps am Handy kommt man direkt zu den Webcams und kann sich ein Bild davon machen, ob die Straßen schnee- und staufrei sind. Die Webcams des Landes erfreuen sich aktuell bereits online auf der Homepage des Landes größter Beliebtheit und wurden allein im heurigen Jahr bis dato rund vier Millionen Mal angeklickt.

VON BÜRGERSERVICE ÜBER FÖRDERUNGEN BIS HIN ZU FAMILIE

Im Sinne eines praktischen Servicegedankens bietet die App auch einen Grundüberblick über Leistungen des Landes wie etwa Bürgerservice, Förderungen oder Familie. So können die künftigen App-BenutzerInnen recht unkompliziert erfahren, zu welchen Bereichen das Land Tirol Förderungen anbietet. Wer sich über Themen wie Regierung, Wirtschaft & Arbeit, Bildung & Wissenschaft, Gesundheit & Pflege informieren möchte, kann dies in der App ebenso schnell und unkompliziert machen. PR

WEITERE INFOS Auch der Tiroler Landtag als gewählte Volksvertretung ist in der Land Tirol App vertreten. So kann etwa auch der Livestream des Landtages in der App aufgerufen und damit die Landtagssitzungen live mitverfolgt werden.

Die Land Tirol-App ist in den App- und PlayStores erhältlich – und damit Ihr technologischer Informationsvorsprung.

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auto & motor Weitere Testberichte, News & Infos: 

www.eco-mobil.at

Monsterhybrid Der neue Bentayga ist das jüngste von Bentley in Großbritannien gefertigte Modell und der erste Schritt der Luxusmarke in Richtung Elektrifizierung, denn der Hübschling kommt als Plug-in-Hybrid von der Insel herüber. Die neueste Version des im englischen Crewe mit aufwändiger Ausstattung von Hand gefertigten SUV ist mit einer CO2-Emission von 79 g/km das bislang effizienteste Bentley-Modell. Rein elektrisch soll der Bentayga Hybrid 39 Kilometer kommen. Kombiniert ist der Elektro- mit einem neuen 3,0-Liter-V6-Benzinmotor. Bis 2023 möchte Bentley jedes seiner Modelle auch als Elektrovariante anbieten. Einstiegspreis für den Hybridboliden: rund 170.000 Euro.

FLEXIBEL WIE NIE Gegenüber dem Bentley Bentayga Hybrid mutet der Renault ZOE fast schon verschwindend klein an. Aber: Klein ZOE ist mit Sicherheit massentauglicher. Kürzlich hat der Elektro-Bestseller eine Rundum-Auffrischung bekommen und das nicht nur optisch. Die leistungsstärkere Technik ermöglicht mittlerweile bis zu 395 Kilometer Reichweite, das ist für den Elektrozwerg ganz schön weit. So wird Elektromobilität alltagstauglich, auch weil der Preis ab rund 22.000 Euro sehr o.k. ist (und übrigens im Vergleich zum Vorgängermodell trotz Aufwertung nicht erhöht wurde).

PERFEKT PROPORTIONIERT Besser, geräumiger, sicherer, vernetzter: So beschreibt Skoda die vierte Generation seines Bestsellers Octavia. Das Herz der Marke ist länger und breiter als sein Vorgänger und präsentiert sich dank der neuen Skoda-Designsprache noch emotionaler. Das macht ihn für viele sogar zum besseren Passat. Im neuen Innenraum verbindet sich Funktionalität mit hochwertigen Materialien und cleveren Detaillösungen, dazu gibt's innovative Konnektivität und neue Assistenzsysteme. Ihre Debüts feiern das Head-up-Display, die Shift-by-Wire-Technologie sowie rückenfreundliche Ergositze. Antriebsmäßig ist quasi alles dabei: Benziner, Diesel, CNG-Motoren, ein Plug-in- sowie ein Mild-Hybrid. Kommen wird der neue Octavia voraussichtlich Anfang 2020, Preise wurden noch nicht kommuniziert.


© ANDREAS FRIEDLE

eco.mobil

eco.mmentar

Bruno König, Motorredaktion

Zu Ende gedacht? Die Elektroauto-Crux.

CARBONIERI Der BMW M2 CS ist schon ein ordentliches Ding: 450 PS, in vier Sekunden von null auf 100, abgeregelte 280 km/h, dazu ein schnittig-markantes Design mit ebenso puristischem wie edlem Innenraum. Und: 95.000 Euro Einstiegspreis. Das liegt vor allem daran, dass im High-Performance-Sportler ziemlich viel Carbon verbaut ist – Heckdiffusor aus Sichtcarbon inklusive. Zudem hat er 19-Zoll-Räder mit Cup-Reifen angezogen bekommen, durch die die rot lackierten Bremssättel der M-Sportbremse zu sehen sind. Der M2 CS setzt definitiv neue Maßstäbe in seinem Segment, zugleich bildet er die leistungsfähige Basis für das 2020 verfügbare neue Einstiegsmodell von BWM M Motorsport für den Breitensport und das neue Clubsport-Segment: den BWM M2 CS Racing.

WIE NACH HAUSE KOMMEN Auch wenn der neue Golf der progressivste aller Zeiten ist, so bleibt er doch unverkennbar ein Golf. Manchmal darf man Funktionierendes einfach auch mal lassen, wie es ist. Disruptive Zeiten hin oder her. Technisch indes hat sich natürlich einiges getan in der mittlerweile achten Generation. Intelligenter ist er auch geworden. Und vernetzter. Und smarter. Und die Bedienung noch einfacher, weil intuitiver. Außerdem stehen zusätzlich erstmals fünf neue Hybridversionen zur Wahl. Gestartet wird bei 22.290 Euro.

Lieber viele Laster als gar kein Auto.

Ein Elektroauto verunfallt, geht in Flammen auf, die Akkus werden beschädigt, das Auto 72 Stunden lang in einem Wassercontainer gekühlt und dann abgeschleppt. So passiert vor einigen Wochen in Tirol. Doch dann beginnt eine Odyssee für Besitzer und Abschlepper: Keiner fühlt sich zuständig für die Entsorgung des Wracks, die Brandgefahr der beschädigten Batterien ist weiter hoch. Tesla vermittelt den Abschlepper an ein Entsorgungsunternehmen, doch dieses hat gar keine Genehmigung, Teslas zu entsorgen. Erst nach eineinhalb Monaten kommen Techniker, um die gefährlichen Akkus vom Auto zu lösen, und bemerken dabei, dass sie nicht die nötige Ausrüstung haben, die Batterie zu zerlegen. Ein Tiroler Spezialunternehmen springt ein und versucht, die giftigen Inhalte zu analysieren und zu entsorgen. Das restliche Wrack nahmen die Techniker mit. Ob beim Lebenszyklus eines E-Autos wirklich alles zu Ende gedacht wurde, ist zumindest zu hinterfragen. Anregungen und Kommentare bitte an koenig@econova.at

VIEL POWER UND ORDENTLICH STIL Seit 55 Jahren elektrisiert der Ford Mustang seine Fans und Faninnen rund um den Globus. Nun ist das berühmte Pony-Car selbst bereit, elektrisiert zu werden. Mit dem neuen Mach-E präsentiert der Konzern erstmals eine rein elektrisch angetriebene Variante im Crossover-Stil. Den Elektro-Mustang gibt's mit zwei Batterieoptionen, Heck- oder Allradantrieb sowie verschiedenen Leistungsstufen. Das athletische Design mit den muskulösen Formen indes ist allen gemein. Nach WLTP-Norm soll das Teil Reichweiten bis zu 600 Kilometer schaffen. Der Mustang Mach-E ist generell der Startschuss in eine neue Ära und eines von 14 elektrifizierten Fahrzeugen, die Ford bis Ende 2020 auf den europäischen Markt bringt. Der Basispreis (Heckantrieb, Motor mit 75-kWhStandardbatterie) liegt bei 46.900 Euro.

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ECO.NOVA: Die Entwicklung in der Mobilität verlief bislang eher in evolutionären Schritten. Das könnte sich rasch ändern, weil die Technologie für das autonome Fahren prinzipiell schon zur Verfügung steht und marktreif ist. Wie haben Sie sich auf diesen anstehenden Paradigmenwechsel vorbereitet? Empfinden Sie das überhaupt als solchen? MICHAEL SCHUCH: Das autonome Fahren birgt sicherlich enormes Potenzial. Mit heutigem Stand wird aber sehr viel über das Endszenario gesprochen. Vollautonomes Fahren Level 5, wie es in der Automobilindustrie so schön heißt. Wir bei Swarco sprechen in dem Zusammenhang aber von cooperative connected automated mobility. Dabei geht es vor allem um das Zusammenspiel von Fahrzeugen und Infrastruktur. Das ist in dieser Übergangszeit hin zum Level 5, die durchaus länger dauern wird, unser Fokus. Wir verstehen die Infrastruktur als Enabler auf dem Weg zum autonomen Fahren. Wir haben uns auf das Szenario vorbereitet, indem wir verstärkt in die Forschung und Entwicklung investieren, aber auch näher an die Automobilindustrie heranrücken. Das heißt, wir kooperieren mit den Automobilisten, den großen Original Equipment Manufacturer (OEM), um diesen Austausch der Industrien zu stärken.

Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit mit den Herstellern? Es hat in der Zusammenarbeit definitiv einen Wandel gegeben. „Wir funktionieren auch ohne Infrastruktur“, hieß es früher von Seiten der OEM. Mittlerweile ist das Verständnis da, dass es eine gute und intelligente Infrastruktur braucht, da sie das autonome Fahren wesentlich unterstützt.

Wir reden von technisch komplexen Systemen. Wird indes die Bedeutung dessen, was Swarco eigentlich groß gemacht hat, nämlich das Thema Straßenmarkierung in allen Facetten, allgemein unterschätzt? Sie haben absolut recht. Gerade die sogenannten Advanced Driver Assistant Systems, auch ADAS genannt, müssen sich auf qualitativ hochwertige Markierungen verlassen können. Wir sehen, dass mit der zunehmenden Technologie, die in heutigen Autos verbaut ist, gute Bodenmarkierung absolut notwendig ist. Dafür sehen wir uns als Swarco weltweit in einer Spitzenposition. FOTOS: © ANDREAS FRIEDLE

ERMÖGLICHER DER MOBILEN ZUKUNFT Swarco feiert heuer sein 50-jähriges Firmenjubiläum. Vorstandssprecher Michael Schuch erklärt, warum der Konzern näher an die Automobilindustrie heranrückt, Bodenmarkierungen unterschätzt sind und dass sich das Unternehmen in Struktur und Firmenkultur verändern und stärker öffnen wird. INTERVIEW: MARIAN KRÖLL

Worauf kommt es bei einer guten Bodenmarkierung an? Im Wesentlichen auf Kontrast und Retroreflexion.

Wirkt sich der angesprochene Paradigmenwechsel direkt auf die Struktur des Unternehmens und auf Ihr Geschäftsmodell aus? Unser Geschäftsmodell basiert heute sehr stark auf Produktverkäufen. Wir glauben, dass das die nächsten Jahre eine wichtige Säule für Swarco darstellen wird. Es geht aber vermehrt in Richtung Lösungen, die gemeinsam mit unseren Kunden entwickelt werden. Die kundenseitigen Anforderungen werden immer höher, individueller und spezifischer. Das ist auch gut so. Neben den strukturellen Änderungen muss es im Unternehmen auch kulturelle Änderungen geben. Diese zielen vor allem auf Partnerschaften ab. Man entwickelt nicht mehr wie früher etwas im stillen Kämmerlein, sondern muss offen sein für neue Entwicklungspartnerschaften und darf sich auch der ganzen Start-up-Welt, die irrsinnig dynamisch ist, nicht verschließen. Das verlangt auch den etablierten Unternehmen mehr und mehr Agilität ab.

„Wir sehen, dass mit der zunehmenden Technologie, die in heutigen Autos verbaut ist, eine gute Bodenmarkierung absolut notwendig ist.“ MICHAEL SCHUCH

Hegen Sie durch die Öffnung des Unternehmens keine Bedenken, was das IP, das intellectual property, also das geistige Eigentum bzw. Produktwissen des Unternehmens betrifft? Wenn man sich als Unternehmen öffnet, stellt sich natürlich immer die Frage nach dem Umgang mit IPs. Man kommt aber heute nicht mehr darum herum, muss jedoch die Kernkompetenz, die man in eine Partnerschaft einbringt, bereits im Vorfeld sichern und klarlegen, wer was in die Kooperation einbringt.

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Sehen Sie das größte Wachstumspotenzial für Swarco folglich im Bereich der intelligenten Verkehrssysteme? Definitiv. Im Bereich der intelligenten Verkehrsmanagementlösungen liegt großes Potenzial, insbesondere für Großstädte. Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung lebt heute in großen urbanen Ballungsräumen, bis 2050 werden es vermutlich zwei Drittel sein. Damit kommen ganz neue Herausforderungen auf die Städte zu. Ein weiterer Wachstumsbereich ist das höherrangige Straßennetz, die Autobahnen. Dort sind gute, hochqualitative Markierungen wichtig für die Fahrerassistenzsysteme zur Erhöhung der Sicherheit auf unseren Straßen.

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Swarco beansprucht im Mobilitätsbereich ja die Gedankenführerschaft für sich. Wie manifestiert sich diese konkret? Was wir wirklich gut können und worauf wir großen Fokus legen, ist die Kundensicht. Wir rücken den Kunden bzw. Benutzer in den Mittelpunkt unserer Produktpalette. Wir wollen die Customer Pain Points, die Kundenbedürfnisse, verstehen und daraus Lösungen ableiten. Da nimmt Swarco sehr wohl eine gewisse Sonderstellung ein. Ein zweiter Aspekt ist unsere Involvierung in verschiedenen Forschungsbereichen, sowohl national als auch international. Außerdem sind wir bei Konferenzen aktiv, betreiben Start-up-Scouting, um immer am Puls der Technologie zu sein.

Ist Swarco als Unternehmen zwangsläufig breiter geworden? Wir haben uns definitiv vom reinen Produzenten stärker an die Dienstleistung angenähert, weil wir dadurch näher am Kunden sind. Offenheit für Neues und den Wandel ist dabei entscheidend. Außerdem ist es wichtig, mehr Unternehmer im Unternehmen zu haben. Dieses unternehmerische Denken fordern wir von jedem einzelnen unserer Mitarbeiter, um eben diesen Wandel und diese Schnelligkeit zu bewältigen. Holen Sie sich zusätzliches Know-how und unternehmenskulturelle Impulse über Zukäufe ins Haus? Sie haben Startups angesprochen, die nach anderen Regeln als etablierte Unternehmen funktionieren. Ja, definitiv. Wenn man sich sich die Historie von Swarco ansieht, zeigt sich, dass wir über die letzten fünf Jahrzehnte sehr viele Akquisitionen getätigt haben. Jede davon ist eine Bereicherung, was die Unternehmenskultur betrifft. Vielfach waren das kleinere Unternehmen, die eine ganz andere Dynamik und sehr unternehmerisch

„Jede unserer Akquisitionen ist eine Bereicherung für die Unternehmenskultur.“ MICHAEL SCHUCH

gehandelt haben. Das gilt es zu bewahren. Gleichzeitig geht es darum, Synergien im Konzern zu nutzen, um eine gewisse Skalierung zu schaffen und am Markt kosteneffizient agieren zu können. Wir haben die zunehmende Vernetzung von Autos und Infrastrukturen gestreift. Was lässt sich zukünftig an Effizienz herausholen? Dazu gibt es unterschiedliche Studien. Je nachdem, wie stark man in das Fahrzeug eingreifen kann, sind verschiedene Effizienzsteigerungen möglich. Studien gehen von fünf bis 15 Prozent aus, wenn man beispielsweise in die Start-Stopp-Automatik des Autos eingreift oder die Ampelphasen verlängert, wenn etwa ein Schwer-LKW an eine Kreuzung kommt und dort nicht stehenbleiben muss.

Der Klimaschutz ist momentan ein sehr prominentes Thema. Welchen Beitrag kann dazu ein effizienterer, besserer Verkehr leisten? In der Thematik CO2-, NOx-Reduktion einen ganz erheblichen. Ein großer Teil des Verkehrs in einer Stadt ist der sogenannte Parksuchverkehr. Studien sprechen von bis zu einem Drittel. Wir bieten Lösungen wie Parkleitsysteme, um schneller und zielgerichtet zu einem freien Parkplatz zu gelangen. Das haben wir schon länger im Einsatz, bei neuen Technologien wird es mobile Applikationen geben, die das Auffinden, Reservieren und Bezahlen von solchen Parkplätzen möglich machen und in weiterer Folge möglicherweise die direkte Integration ins Fahrzeug. Spielt in Ihren Verkehrsmanagement-Lösungen der urbane Verkehr mit Fahrrädern und Scootern auch eine Rolle? Fahrräder, Scooter und dergleichen werden zunehmend ein Thema für uns, weil sie es auch für die Städte sind. Die Zielvorgaben in Kopenhagen sind beispielsweise so, dass bis 2025 75 Prozent aller Personenkilometer nicht mit dem PKW zurückgelegt werden. Diese Vorgaben schreien nach alternativen Mobilitätskonzepten. Es ist wichtig, dass wir als Swarco den Städten die Werkzeuge an die

Hand geben, um solche neuen Micro-Mobilitätslösungen in ihr Verkehrsmanagement integrieren zu können. Nehmen Sie die zunehmende Vernetzung zwischen Menschen und Maschinen bzw. Maschinen und Maschinen, wie sie das Internet of Things vorsieht, als uneingeschränkt positiv wahr oder gibt es auch Gefahren, die mitzudenken sind? Das Internet of Things is per se nichts Neues, nur ist die jetzige Adaptionsrate enorm. Dabei ist wichtig, dass der Kundennutzen im Zentrum bleibt. Es gibt viele Vorteile, aber auch Risiken, die gemanagt werden müssen. Dazu gehört der Datenschutz genauso wie dass man den Vorteil des Einzelnen nicht über das Kollektiv stellen darf. Alle Verkehrsteilnehmer müssen gleich behandelt werden. Ein ganz entscheidendes Thema ist die Cybersecurity. Mit der Vernetzung gibt es immer mehr Schnittstellen, die in vormals geschlossenen Systemen aufgemacht werden. Die Frage, wie man diese Daten schützt, ist eine entscheidende. Gibt es dafür bestimmte proprietäre Protokolle oder ist man auf offene Standards angewiesen? Viele dieser Industrieunternehmen hatten in der Vergangenheit ihre eigenen proprietären Systeme und Schnittstellen. Es ist entscheidend, industrieübergreifende Standards zu definieren, um solche Risiken einerseits zu mitigieren und andererseits das volle Potenzial der Vernetzung und der Interaktion auszuschöpfen. Nur so kann der Kreislauf zwischen Stadt, Automobilisten und Infrastruktur gut funktionieren.

Mit dem Inntal und der Brennerautobahn ist Tirol ein neuralgischer Verkehrspunkt. Gibt es Initiativen, um quasi vor der Haustür technologisch voranzugehen? Ich wohne in München und pendle seit einigen Jahren regelmäßig nach Tirol. Es ist verkehrsmäßig von Jahr zu Jahr schlimmer geworden. Es gibt technologische Möglichkeiten, um das zu verbessern. Diesbezüglich sind wir mit der ASFINAG in Gesprächen. Wir hoffen, dass seitens der Politik Maßnahmen gesetzt werden.


In Zukunft kommen immer größere Datenmengen zusammen. Wie geht man damit um? Grundsätzlich müssen Entscheidungen dort getroffen werden, wo genügend Daten vorhanden sind und die Latenzen möglichst gering sind. Sicherheitskritische Entscheidungen müssen annähernd in Echtzeit getroffen werden. Die Anforderungen an die Infrastruktur steigen dadurch jedenfalls. Da sehen wir uns in einer sehr guten Position. Gibt es in Europa bereits Städte, in denen man den Verkehr der Zukunft heute schon besichtigen kann? Wir sind in Österreich gerade beim höherrangigen Straßennetz und auch in unserer Hauptstadt durchaus innovativ. Es gibt einige Pilotprojekte, die sich international sehen lassen können. Was die Adaptionsrate betrifft, stellen wir fest, dass vor allem die skandinavischen Länder und der holländische Markt sehr schnell bei der Einführung neuer Technologien sind.

Dem öffentlichen Verkehr kommt in der mobilen Zukunft eine Schlüsselrolle zu. Was kann die Vernetzung diesbezüglich leisten? Dazu fällt mir die Priorisierung des ÖPNV ein, sei es bei der Steuerung von Ampelsystemen, die es bereits gibt. Zukünftig wird es wichtiger, Echtzeitinformationen an die Verkehrsteilnehmer weiterzugeben. Wo gibt es Stau, wo kann ich mein Auto abstellen, mit welchem Verkehrsmittel kann ich mich sinnvoll weiterbewegen? Diese Überlegungen sind zwar nicht neu, die entsprechenden Systeme werden sich aber nur durchsetzen,

wenn die Informationen schnell und akkurat sind. Außerdem muss das Ganze einfach sein.

Swarco begeht heuer das 50. Jahr der Firmengeschichte. Was war aus Ihrer Sicht die visionärste Entwicklung? Gute Entwicklungen gab es viele, auch weil unser Gründer Manfred Swarovski, der leider zu früh verstorben ist, ein visionärer Geist war. Zu den Schlüsselentwicklungen der letzten Jahre gehört sicherlich das Produkt Glasperle, das wir performancetechnisch mit einer sechsfach höheren Retroreflexion auf eine völlig neue Ebene gehoben haben. Die zweite Entwicklung war der Einsatz der LED-Technik im Bereich Signalisierungen, wo wir weltweit beim Energieverbrauch und bei der Lesbarkeit führend sind.

In der Technologie ist es oft so, dass nicht derjenige profitiert, der eine Entwicklung neu auf den Markt bringt, sondern der Zweite. Für gewisse Dinge ist es oft noch zu früh. Gab es Derartiges auch bei Swarco? Dinge, die nicht funktioniert haben, gab es natürlich. Das gehört zum Lernen dazu. Es ist wichtig, früh genug zu erkennen, wenn etwas nicht funktioniert. Müsste ich ein Muster identifizieren, würde ich sagen, dass es für manches nicht zu früh, sondern es zu weit weg von unserer Kernkompetenz war. Ist die jetzige Entwicklung dahingehend eine Herausforderung, die eigenen Kernkompetenzen nicht aus dem Auge zu verlieren? Man muss wissen, wo man investiert

und wo man besser Partnerschaften eingeht. Man kann nicht alles selbst machen, weil die Investitionssummen zu hoch sind. Wir müssen selbst genau wissen, was zu unserer DNA passt, was notwendig ist, wo wir uns strecken müssen, ohne uns überzustrapazieren.

Wo wollen Sie mittelfristig mit Swarco hin? Wir haben Ambitionen, im nordamerikanischen Markt mehr zu unternehmen. Dort sehen wir riesiges Potenzial. Bei uns in Europa wollen wir die Micromobility in eine Verkehrslandschaft integrieren. Dazu braucht es ein Umdenken, bei uns und beim Kunden. Sehr starken Fokus legen wir hier auf den Bereich Software. Wir wollen vollintegrierte Verkehrsmanagement-Lösungen anbieten.

Es heißt oft, der Prophet gälte im eigenen Land nichts. Wie ist es um die öffentliche Wahrnehmung und Wertschätzung bestellt? Über 90 Prozent unseres Geschäfts passiert ja nicht in Österreich, sondern international. Gleichzeitig sind wir in einer sehr speziellen Nische tätig. Wir sind mehr Hidden Champion denn Consumer Brand. In der Öffentlichkeit ist unsere Bekanntheit wohl deshalb auch nicht so hoch. Gerade in Tirol merken wir aber, dass Swarco vielen Menschen ein Begriff ist. Ich glaube aber, dass die Lebensleistung von Manfred Swarovski, der das Unternehmen binnen fünf Jahrzehnten geprägt und aufgebaut hat, nicht so wirklich bekannt ist.

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JUNGE WILDE In der Autowelt Innsbruck dreht sich – wie der Name schon sagt – alles ums Automobil. Um den Nachwuchs braucht man sich dort keinerlei Sorgen zu machen. Und: Die Begeisterung fürs Auto ist auch bei jungen Menschen ungebrochen.

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on den Jungen Wilden war erstmals in den 1920ern die Rede. Damals ging es um Physiker, die die Türen zu neuen Sichtweisen in der Quantenmechanik weit aufstießen. Zu dieser Zeit wurde auch im Automobilbereich geklotzt statt nur gekleckert. Für Autos waren die Goldenen Zwanziger zweifellos eine gute Zeit. Doch die Zeit ist nicht stehengeblieben, die technologische Entwicklung schreitet voran, wir stehen an der Schwelle zu neuen Formen der Mobilität, wie sie sich etwa im autonomen Fahren ankündigen. Das Auto der Zukunft wird sich verändern, dabei aber für sehr viele Menschen bleiben, was es ist: nämlich viel mehr als ein fahrbarer Untersatz. Eine Emotionsmaschine, die dafür sorgt, dass Autofahren mehr als bloße Fortbewegung von A nach B bleibt. Und es gibt sie auch heute noch, die Jungen Wilden. Etwa in der Autowelt DENZEL UNTERBERGER in Innsbruck. Dort brennen neun junge Menschen, die wir getroffen haben, für ihre Berufe, ja

eigentlich Berufungen rund ums Automobil. Klar, das Business ist insgesamt nach wie vor eine Männerdomäne. Was aber nicht heißt, dass nicht auch Frauen ihren – pardon – Mann stehen können. So wie Michaela Pilinger, die in der Spenglerei werkt und damit in einem Bereich, in dem besonders wenige Frauen tätig sind.

JUNG UND HUNGRIG

Totgesagt wurde es ja schon öfter, das Auto. Anders als in manch anderer Branche gibt es aber im Autohandel, exemplarisch in der Autowelt DENZEL UNTERBERGER, noch junge, hungrige Nachwuchshoffnungen, die sich Tag für Tag in ihren Berufen beweisen. Sie alle eint eines: Sie brennen für das Thema Automobil, und zwar ungeachtet der Antriebsart. Das Auto bleibt Faszinosum und ein Objekt, das weit über seine reine Funktion hinausreicht. Kurz gesagt: Der Autohandel liegt nicht im Sterben. Er ist am Leben. Alive, alive and kicking!


AUTOWELT INNSBRUCK

MICHAELA PILINGER Bevor sie ihre Berufung als Karosseriespenglerin gefunden hat, schloss Michaela Pilinger eine Lehre zur Konditorin ab. Nicht, weil sie das unbedingt wollte, sondern weil der 24-jährigen Autonärrin in der Branche als Jugendliche, die sich um einen Ausbildungsplatz beworben hatte, noch niemand eine Chance gab. „Ich wollte unbedingt mit Autos arbeiten, und wenn ich etwas will, dann bekomme ich es eigentlich immer“, sagt sie heute durchaus selbstbewusst. Und ein bisschen Selbstbewusstsein schadet nicht, wenn man in der Spenglerei unter lauter Männern reüssieren will. Die Jahre, die sie in der Konditorlehre verbracht hat, seien eben jene Jahre gewesen, die es gebraucht habe, bis Frauen in der Spenglerlehre akzeptiert worden seien, meint Michaela, die bis zum ersehnten Lehrabschluss noch eineinhalb Jahre vor sich hat. „Ich bin wirklich autofanatisch. Aufs Lackieren freue ich mich besonders“, sagt Michaela, die sich vor allem für den Tuningbereich begeistern kann und sich mit dem nicht ganz simplen Lackieren von Aluteilen vertraut machen will. Anfangs sei es für manchen Mann noch schwer gewesen, sie zu akzeptieren. Das hat sich mittlerweile aber grundlegend geändert, von den Kollegen wird die angehende Spenglerin respektiert und geschätzt, ohne dabei mit Samthandschuhen angefasst zu werden: „Ich hatte es noch nirgends so fein wie hier.“ Auch in der Berufsschule ist sie derweil noch die einzige Frau und musste sich anfangs erst den nötigen Respekt verschaffen. HELMUTH LANG Helmuth Lang ist mit Autos aufgewachsen. Das Reparieren wurde ihm quasi in die Wiege gelegt. Der Vater ist selbst Mechaniker und führte lange einen eigenen Betrieb. Bis 2016 war Helmuth dort tätig, unter anderem als Werkstattleiter. Gleich nach dem Wehrdienst machte er die Meisterprüfung. „In einem großen Betrieb macht ein Mechaniker nicht nur Service, sondern auch heikle Sachen“, weiß der mittlerweile 32-Jährige, den es durchaus reizt, knifflige Probleme zu lösen. „Ich möchte stärker in Richtung Diagnose und neue Antriebstechnologien gehen. Es wird zum Beispiel ein großer Bedarf für Akkureparaturen entstehen.“ Dass er es so richtig drauf hat, hat Helmuth schon mehr als einmal – im In- und Ausland – als mehrfacher Wettbewerbssieger eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Zweimal war er unter anderem als Österreich-Sieger in Korea, etwa bei der Weltmeisterschaft für Hyundai. Für ihn ist es ein Ansporn, sich mit den Besten der Welt zu messen. „Man weiß dann, wo man mit seinem Wissen wirklich steht“, so der Meister, der sein Erfolgsrezept verrät: „Man muss sich wirklich detailliert für die Materie interessieren und immer am Ball bleiben.“ MICHAEL LECHNER Michael ist der Spätzünder unter den Autowelt-Mechanikern. Seine Lehre hat er mit 24 Jahren begonnen. Davor hat er Matura gemacht und anschließend vier Jahre lang Biologie studiert. „Ich habe dann aber gemerkt, dass ich das nicht mein Leben lang machen will.“ Es sollte also etwas Technisches werden. Seit eineinhalb Jahren ist Michael ausgelernt. Vorerst. Die Meisterprüfung ist das nächste große Ziel, der Masterplan sozusagen. Alles Weitere lässt er auf sich zukommen. Sein berufliches bzw. studientechnisches „Vorleben“ hat ihm vor allem eines gebracht: „Ich habe dadurch ganz genau gewusst, dass ich das hier wirklich will.“ ENTGELTLICHE EINSCHALTUNG

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AUTOWELT INNSBRUCK

LEONHARD BUCHAUER Zur Gattung der Spätberufenen gehört auch Leonhard Buchauer. Der Mittdreißiger ist der Älteste der Jungen Wilden aus der Autowelt. Sein Reich ist seit rund einem Jahr das Gebrauchtwagen-Kompetenzzentrum im Erdgeschoss des Betriebsgebäudes. Der Quereinsteiger und gelernte Elektriker hat zuvor mehr als 17 Jahre in einer Elektrofirma in Innsbruck gearbeitet. „Ich wollte schon ewig in den Autoverkauf, weil ich selbst viele Autos gehabt habe, mit denen ich auch gehandelt und Geld verdient habe“, sagt Leonhard, der sich bei den Gebrauchten viel Expertise erarbeitet hat und sich dort sehr wohl fühlt. Davon zeugen auch die eindrucksvollen Verkaufszahlen (> 100 Autos) des Jung-Gebrauchtwagen-Verkäufers, der von Geschäftsführer Andreas Resch als ehrgeizig und extrem gut im Umgang mit den Kunden gelobt wird. „Am Gebrauchtwagensegment reizt mich die Vielfalt. Man muss sich bei vielen Dingen – auch im Eintausch und Ankauf – einfach gut auskennen. Gebrauchtwagen sind außerdem kaum vergleichbar“, erklärt Leonhard, der beruflich angekommen zu sein scheint. HANNES PLETZER

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Hannes hat seinen Einstieg in die Welt der Automobile 2007 als Mechanikerlehrling gemacht. Aus der Werkstatt hat er nach dem Zivildienst in den Kundendienst gewechselt, weil ihn das rein Handwerkliche nicht zu hundert Prozent erfüllt hat. Bei seinem vorherigen Arbeitgeber hat er bereits organisatorische Aufgaben übernommen und nun zunehmend auch in der Autowelt. Der junge Mann fungiert mit seinem technischen Know-how gewissermaßen als Schnittstelle zwischen Kunde und Werkstatt. „Ich habe sowohl mit dem Kunden als auch mit der Werkstatt viel zu tun“, sagt er. Vor kurzem hat er die Prüfung zum Lehrlingsausbilder gemacht und ist seit September für die Lehrlinge – es sind deren mehr als zehn – und deren qualitativ hochwertige Ausbildung zuständig. „Das ist eine wichtige Aufgabe, schließlich sind es im Idealfall die Lehrlinge, die zukünftig den Betrieb weitertragen.“ Dabei geht es auch um Teambuilding. Zusammenhalt wird in der Autowelt überhaupt großgeschrieben. Dementsprechend sagt Hannes: „Es ist unser größtes Ziel, die Leute nach ihrer Ausbildung bei uns im Betrieb zu halten.“ Das größte berufliche Ziel des 27-Jährigen ist es, irgendwann seinen Vater Johannes als Serviceleiter im Unternehmen zu beerben. Die Richtung der zukünftigen Führungskraft dürfte jedenfalls stimmen. WOLFGANG PICHLER Der 20-jährige Verkaufsassistent für Jaguar und Land Rover stammt aus dem Stubai und weiß beruflich ganz genau, was er will. Nach dem Gymnasium wechselte der gute Schüler in den Maschinenbau-Zweig der HTL in Innsbruck, schloss diese mit sehr gutem Erfolg ab und verstärkte nach dem Zivildienst das Autowelt-Team. „Mein Vater ist Mechaniker, schon als kleiner Bub gab es für mich wenig anderes als Autos. Mein erstes Wort war Auto.“ Als Allzweckwaffe schnupperte Wolfgang nach dem Einstieg in fast alle Unternehmensbereiche hinein. Privat fährt der junge Mann auch gerne einen heißen Reifen, wie die mehrmalige und erfolgreiche Teilnahme am Racing Rookie zeigt. „Rennfahrer ist ein Kindheitstraum und wird auch immer einer bleiben“, sagt er. Wolfgang sieht sich in erster Linie als Verkäufer. In diesem Bereich gebe es extrem viel zu lernen. „Irgendwann möchte ich die Verkaufsleitung übernehmen und sehe mich langfristig in einer führenden Position. Da möchte ich hin“, formuliert er seine ehrgeizigen Ziele. Die Grundvoraussetzung kennt der Stubaier: harte Arbeit, fundiertes Wissen und einen respektvollen Umgang mit Kunden und Kollegen.


AUTOWELT INNSBRUCK

MAXIMILIAN PFEIL Maximilian ist einer der Ersten, der das Autoverkäufer-Handwerk wirklich von der Pike auf gelernt hat. Konkret im Rahmen seiner Lehre zum Automobilkaufmann, die es erst seit 2016 gibt. Ursprünglich hat der aus der Nähe von Frankfurt stammende junge Mann eine Ausbildung in der Villa Blanka begonnen und dabei entdeckt, dass Gastronomie nicht das Seine ist. „Ich habe mich schon immer für Autos interessiert, deshalb lag dieser Beruf nahe“, sagt Maximilian, der nach Absolvierung eines vierwöchigen Praktikums in der Autowelt geblieben ist. Seine Lehrabschlussprüfung hat er im Sommer mit ausgezeichnetem Erfolg bestanden. „Am wichtigsten ist es in meinem Beruf, Einfühlungsvermögen zu haben, kontaktfreudig zu sein und vor allem gut zuhören zu können. Technisches Wissen kann man sich aneignen, Empathie nicht“, sagt Maximilian, der offen auf die Kunden zugeht. Derzeit ist er Verkaufsassistent. Beruflich will Maximilian in einigen Jahren so weit sein, auf Provisionsbasis zu arbeiten und dem Verkaufsdruck, der in der Branche nun einmal herrscht, standzuhalten. Über das Rüstzeug dafür dürfte er jedenfalls durch sein Wesen und seine fundierte Ausbildung verfügen.

PHILIPP LANGER Der 20-jährige Karosseriespengler absolviert gerade seinen Zivildienst. Nach dem Polytechnischen Lehrgang hat Philipp zuerst in der Autowelt-Werkstatt geschnuppert. Weil dort gerade keine Lehrstelle frei war, fing er in der Spenglerei an. Und hat das nicht bereut. „Mir gefällt am Lackieren der künstlerische Aspekt. Und dass man die Dinge nach einem Schaden wieder makellos herrichten kann“, erklärt er. Auch Philipp strebt nach Höherem, will den logischen nächsten Schritt machen, die Meisterprüfung. Und vielleicht irgendwann sogar einen eigenen Betrieb gründen. Davor will er aber noch ausreichend Berufserfahrung in der Autowelt sammeln.

LUKAS SCHLINGER Den 25-jährigen Wiener, der ursprünglich die Doppellehre zum Büro- und Bankkaufmann absolviert hat und aus der Finanzbranche kommt, hat es der Liebe wegen nach Tirol gezogen. „Ich wollte in die Natur, habe mich in Wien wie in einem goldenen Käfig gefühlt“, sagt Lukas, der auch einmal bei einer Fernsehshow für Models mitgemacht hat. Lukas arbeitet seit knapp über einem Jahr als Product Genius – das sind die Auskenner und Organisierer rund um den Autokauf – für Jaguar und Land Rover (JLR) in der Autowelt. „Ich mache jeden Tag etwas anderes und bin sehr gerne da. Zu einem Viertel bin ich Verkäufer, zu einem Viertel Spezialist, ein Viertel fürs Organisatorische da und zu einem Viertel dazu, dass sich die Kunden im Schauraum wohl fühlen.“ Mit dem Verkaufsleiter harmoniert der Wiener bestens, der Teamspirit passt. „Unter den Kollegen gibt es generell einen sehr guten Zusammenhalt. Alle sind darauf fokussiert, für den Kunden die beste Lösung zu finden“, sagt Lukas, der – sollte er langfristig in Tirol bleiben – einmal Verkaufsleiter für JLR werden möchte. Der Exil-Wiener liebt auch privat das Autofahren und kennt sich mittlerweile perfekt mit den Fahrzeugen von Jaguar und Land Rover aus.

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Der e-Soul punktet mit kultigem Design, sauberem Antrieb und sieben Jahren Garantie.

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Der Kia Soul ist in seiner neuesten Auflage ausschließlich als Stromer zu haben. Damit wird er – ähnlich dem BMW i3 – als unverwechselbares Elektroauto wahrgenommen. TEXT & FOTOS: BRUNO KÖNIG

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bwohl der neue Soul fünf Zentimeter mehr als sein Vorgänger misst, fühlt sich der Stromer in der Stadt pudelwohl. Der Hersteller verspricht auf seiner Homepage eine Reichweite von bis zu 452 Kilometern – das ist eine selbstbewusste Ansage. Dieses ambitionierte Ziel konnten wir während unseres Tests zwar nicht erreichen, doch sind knapp 370 Kilometer, gefahren bei kühlen Herbsttemperaturen, absolut in Ordnung. Noch dazu achteten wir dabei weder übermäßig auf den Stromverbrauch, noch verzichteten wir auf all den Komfort im Kia. Allerdings ließe sich mit der Klimatisierungseinstellung „Driver Only“ und dem klugen Rekuperationsmanagement (Motorbremswirkung wird zugunsten der Strom-Rückgewinnung erhöht) noch leicht Strom sparen. Zusätzlich kann der Fahrer die Stärke der Rückladung mittels Lenkrad-Paddel manuell beeinflussen.

ANTRITTSSTARK UND LEISE Der Elektromotor wuchtet eine Spitzenleistung von 204 PS auf die Straße. Damit spurtet der e-Soul in nur 7,9 Sekunden auf Tempo 100. Das Ganze geht relativ unspektakulär und vor allem leise über die Bühne. Das Fahrwerk zeigt sich von seiner komfortablen Seite, bleibt dennoch wankfrei, einzig das ESP greift sehr früh ein. Für das optimale Zusammenspiel von Rekuperation und Bremsen bedarf es einer kurzen Eingewöhnungszeit. Keine Eingewöhnungszeit braucht es für die Bedienung des volldigitalen Cockpits. Einfach und intuitiv sind alle Funktionen schnell abrufbar und glasklar abzulesen. In der Topausstattung „Platin“ bleiben kaum Wünsche offen, das Platzangebot im Citystromer kann sich ebenso sehen lassen. Nahezu alle wichtigen Assistenzsysteme, eine Rückfahrkamera, das Head-up-Display und helle LED-Scheinwerfer sind serienmäßig an

KIA E-SOUL Antriebsart: Elektromotor Leistung: 150 kW/204 PS Drehmoment: 395 Nm Beschleunigung: 0–100 km/h: 7,9 sec Spitze: 167 km/h Testverbrauch: 16,2 kw/h/100 km Ladedauer: mind. 75 Min. / max. 25 Std. Spaßfaktor: 7 von 10 Preis: ab 34.990 Euro

Bord. Ab 34.990 Euro ist der vollelektrische Kia zu haben. Damit fährt man nicht nur sauber, sondern auch modern, unverwechselbar und nach wie vor unübertroffen: mit vollen sieben Jahren Garantie.


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HAT „E“ ALLRAD BMW hat seinen 5er als Plug-in-Hybrid überarbeitet und spendiert ihm auf Wunsch einen xDrive-Allradantrieb.

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eben dem optionalen Allradantrieb bekam der spürbar verbesserte 5er-BWM leistungsstärkere Batterien verpflanzt. Damit steigt die elektrische Reichweite auf bis zu 66 Kilometer – ohne zusätzlichen Platzbedarf der neuen Akkus. Das reicht im Normalfall locker für die täglichen Stadtkilometer. Beim rein elektrischen Fahren ertönt bis 30 km/h aus dem vorderen Fahrzeugbereich ein unüberhörbares Geräusch – Passanten glaubten, es streift etwas beim Auto –, das Fußgänger auf den elektrisch fahrenden BMW aufmerksam machen soll. Geht der Strom zu Ende, springt kaum spürbar ein kräftiger, 184 PS starker Turbobenziner an und übernimmt den Vortrieb. Der zwei Liter große Vierzylinder ist mit einer Acht-Gang-Automatik gekoppelt und erwirtschaftet in Kombination mit dem E-Motor satte 420 Nm Drehmoment. Ist die Batterie gut geladen, zeigt sich das deutlich beim Verbrauch: BMW spricht von 2,1

bis 2,3 Litern Superbenzin auf 100 Kilometer. Die Realität liegt wohl eher bei vier bis fünf Litern. Das jedoch nur, wenn die Akkus voll sind, sonst steigt der Verbrauch schnell auf knapp zehn Liter. Die unterschiedlichen Fahrmodi kann der Fahrer selbst bestimmen. Standard ist immer rein elektrisch und das bis zu einer Geschwindigkeit von 110 km/h. Diese Grenze kann manuell auf bis zu 140 km/h angehoben werden. Mit einer vorausschauenden

Betriebsstrategie optimiert das intelligente Energiemanagement den Wirkungsgrad des Hybridantriebs. Die Batterien können an jeder Steckdose geladen werden. Die Ladedauer variiert je nach Leistung der Anlage zwischen einer und sechs Stunden. Die Akkus sind unter der hinteren Sitzbank untergebracht, was das Kofferraumvolumen im Vergleich zum „normalen“ 5er etwas einschränkt. 410 Liter sind dennoch ausreichend. www.kia.com

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XL-FORMAT Der SsangYong Rexton Sports ist ein Mordstrumm Auto und heißt nicht ganz zufällig XL. Mit 5,40 Metern Länge bietet der Pick-up nicht nur viel Platz, sondern beeindruckt mit Komfort und einem unschlagbaren Preis. TEXT & FOTOS: BRUNO KÖNIG

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ie Zutaten für den großen Pickup von SsangYong kommen noch aus dem Regal der alten Geländewagen-Schule: Leiterrahmen, zuschaltbarer Allradantrieb und manuelle Differenzialsperre. Trotzdem oder gerade deswegen haben es die Koreaner geschafft, den Pick-up nicht nur als Baustellentransporter zu etablieren, sondern auch als coolen Familientransporter. Denn spacig ist der Rexton XL allemal und mit seiner Größe – ähnlich einem Kleinlaster – sticht er aus der Menge hervor. Da bedarf es schon stattlicher SUV, um daneben nicht unterzugehen. Damit man bei so viel Auto nicht den Überblick verliert, sorgen vier Kameras für perfekte Rundumsicht. Das hilft auch beim Parken, vorausgesetzt, man findet erst mal eine Lücke, in die man hineinpasst.

Der Pick-up von SsangYong ist ein bodenständiger Allrounder, der für relativ wenig Geld viel zu bieten hat.

GEFÄLLIGES DESIGN

Optisch zeigt sich der Pick-up sogar für europäische Geschmäcker gefällig. Sanfte Linien, der reduzierte Einsatz von Chrom und der gänzliche Verzicht von riesigen Lufteinlässen und wilder Plastikverplankung geben dem SsangYong einen ehrlichen und bodenständigen Charakter. Lieber beeindruckt er mit seiner blattgefederten Hinterachse für noch schwereres Ladegut, dem zuschaltbaren Allradantrieb und der manuellen Differenzialsperre für den harten Offroad-Einsatz. Trotzdem zeigt sich der Rexton XL auf der Straße komfortabel, gutmütig und vor allem qualitativ hochwertig. Dazu sind modernste Fahrassistenzsysteme, feine beheizbare Sitze im gemütlichen Innenraum und ein gut bedienbarer Touchscreen verbaut. Als Antrieb dient im SsangYong ein kräftiger 2,2-Liter-Turbodiesel mit 181 PS Leistung, in Kombination mit einem 6-Gang-Automatikgetriebe. Damit fährt sich der Pick-up entspannt und auch relativ leise. Beim Verbrauch – im Schnitt gönnte sich der Diesel gut zehn Liter – wäre noch Verbesserungspotential vorhanden. Konkurrenzlos ist der Koreaner allerdings beim Anschaffungspreis: Ab 28.750 Euro ist der Pick-up zu haben. Mit Allradantrieb bereits ab 30.250 Euro, inklusive Vorsteuerabzugsberechtigung und fünf Jahren Garantie.

Ein großer Pick-up mit viel Platz zum kleinen Preis: SsangYong Rexton Sports XL

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NEUES AUS DER AUTOBRANCHE

AU T O PA R K R ÄU M T A B ! Was für ein Erfolg: Voller Stolz durften Ende Oktober Andrea Treichl und Micha E. Hauser, beide VertreterInnen des Autoparks, gleich drei „AUTO & Wirtschaft“ Digital Awards in der Wiener Hofburg entgegennehmen – nämlich für die Kategorien bester Social-Media-Auftritt, beste digitale Kampagne und beste Fotografie. Zweimal gab es Silber und einmal Bronze für das Tiroler Unternehmen. Damit ist der Autopark das einzige Autohaus in Österreich, das in drei von fünf Kategorien für Online-Marketing prämiert wurde. Autopark-Inhaber Michael Mayr zeigt sich begeistert von der tollen Anerkennung: „Es ist schön, dass der leidenschaftliche Einsatz, Fleiß und der stete Optimierungs- und Weiterentwicklungssinn unseres gesamten Teams auf diese Art und Weise auch offizielle Anerkennung erhalten.“

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Wolfgang Gschaider (Autohaus Digital), Andrea Treichl (Autopark), MichaEmanuel Hauser (Autopark) und Michael Luipersbeck (Autohaus Digital)

I K B F O R C I E R T AU S B AU D E R E-L A D E I N F R A S T R U K T U R Die Stadt Innsbruck zählt beim Anteil der E-Autos zu den Spitzenreiterinnen unter den Landeshauptstädten. Dieser Anteil soll in den nächsten Jahren gesteigert werden: „Wenn schon mit dem Auto, dann lieber umweltfreundlich und elektrisch“, so Bürgermeister Georg Willi: „Eine wichtige Voraussetzung ist eine flächendeckende und funktionierende Ladeinfrastruktur. Hier wollen wir gemeinsam mit den Innsbrucker Kommunalbetrieben (IKB) bis 2020 in allen Innsbrucker Stadtteilen ein entsprechendes Angebot schaffen.“ Aktuell betreibt die IKB über 40 öffentliche Ladepunkte an zehn Standorten in der Landeshauptstadt. Die Ladestationen sind alle öffentlich zugänglich. Während der Dauer des Ladens (bis zur maximalen Kurzparkzonenzeit) ist keine Parkgebühr zu bezahlen. Bürgermeister Georg Willi (Mi.) mit den IKB-Vorständen Helmuth Müller und Thomas Pühringer (re.) bei der neuen E-Ladestation beim Sonnpark in der Anton-Eder-Straße


Symbolfoto

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bmw.at/X6 BMW X6: 195 kW (265PS) bis 390 kW (530PS), Kraftstoffverbrauch gesamt 6,1 bis 10,4 l/100 km, CO2-Emission 159 bis 237 g CO2 /km

Freude am Fahren


© DIE FOTOGRAFEN

eco.mobil

TA G D E R FA H R Z E U G T E C H N I K E R* I N N E N Am 8. November fand der diesjährige Tag der Fahrzeugtechniker*innen im Rosseo im Competence Center am Innsbrucker Grabenweg statt. Vor rund 100 interessierten Innungsmitgliedern und insgesamt acht Aussteller*innen und zahlreichen Sponsor*innen wurde allgemein zur Wirtschaftskammer und aktuell zur Wirtschaftskammerwahl 2020 sowie zu berufsorientierten und fachlichen Themen diskutiert. Im Zuge der Veranstaltung wurden einige langjährige Innungsmitglieder von Spartenobmann Franz Jirka mit einer Urkunde und einem Geschenk geehrt. Außerdem wurden der Bundesinnungsmeister der Karosseriebautechniker, Erik Papinski, Landesinnungsmeister-Stellvertreter Franz Niedertscheider und Innungsausschussmitglied Johann Nössing in den Ruhestand verabschiedet. Im Anschluss gab es bei einem gemütlichen Abendessen die Gelegenheit für fachlichen Austausch unter den Branchenkolleg*innen. Landesinnungsmeister Elmar Schmarl, Stellvertreter Franz Niedertscheider, Günter Langebner, Johann Nössing und Spartenobmann Franz Jirka / vorne: Gerhard Auer, Markus Meisinger und Michael Luxner

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WIRTSCHAFTSBUND BEI MEISINGER Am 4. und 5. März 2020 wählen die Mitglieder der Tiroler Wirtschaftskammer ihre Branchenvertreter*innen in den Fachorganisationen. Zahlreiche Spitzenvertreter*innen von Wirtschaftsbund und Wirtschaftskammer versammelten sich aus diesem Grund kürzlich zur Auftaktveranstaltung im Autohaus Meisinger in Völs. Neben Wirtschaftsbund-Bezirksobfrau und Landtagsabgeordneter Cornelia Hagele und Wirtschaftskammer-Bezirksobmann Patrick Weber sind auch Kammerpräsident Christoph Walser und Landesobmann Franz Hörl angereist, um die Wirtschaftstreibenden aus dem Bezirk Innsbruck-Land aus erster Hand über den anstehenden Wahlkampf zu informieren. Der Wirtschaftsbund wünschte dem jungen Unternehmer*innen­paar von „Auto Meisinger“ alles Gute: Franz Hörl, Marcel Meisinger-Weijzig, Teresa Meisinger-Weijzig, Cornelia Hagele und Wirtschaftskammerpräsident Christoph Walser

N E U E R M I T S U B I S H I-P R-M A N A G E R Michael Ellies übernimmt die Position des PR-Managers für Mitsubishi. Er ist somit für den Auftritt der Marke in der Öffentlichkeit und vor Medien verantwortlich. Ellies folgt in dieser Funktion Friedrich Sommer, der nach jahrzehntelanger erfolgreicher Tätigkeit für die Denzel-Gruppe per Ende Jänner 2020 in den Ruhestand wechseln wird. Der passionierte Automobilist studierte in Innsbruck Wirtschaftswissenschaften mit den Schwerpunkten Handelsmarketing und Unternehmensführung sowie International Business & Management am Management Center Innsbruck. In den vergangenen fünf Jahren war Michael Ellies für die Pressearbeit der Jaguar Land Rover Austria GmbH für Österreich und Tschechien zuständig.


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Sie aber nicht. Sven Michaelsen, Piper Verlag 400 Seiten, EUR 22,00 Es ist ein Satz, der auch uns in der Redaktion nicht fremd ist, deshalb ist dieses Buch für uns ein absolutes Muss - aber auch für alle außerhalb des Genres eine dringende Empfehlung. Sven Michaelsen war 20 Jahre lang Reporter und Autor beim Stern und schreibt heute meist für das SZ-Magazin. Hier erzählt er das Unerzählte – mit viel Witz, Charme, Herz und Amusement.

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BERGFREIHEIT Mit der Falginjochbahn am Kaunertaler Gletscher ging Anfang Dezember eine österreichweit einzigartige Gondelbahn in Betrieb. In 3,9 Minuten befördert die moderne Kabine bis zu 100 Personen auf 3.113 Meter Seehöhe. Das Funifor-Bahnsystem kommt auf der gesamten Strecke mit nur zwei Stützen aus und ist äußerst windstabil. Der Kaunertal Tourismus sieht die 10,3-Millionen-Euro-Investition als Gewinn für die gesamte Region. Durch den neuen Monobob-Zugang wird die Beförderung auch für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen einfacher. Mathias Seidel, Küchenchef im Schlosshotel Fiss und im dazugehörigen Beef Club, schaffte auf Anhieb den Neueinstieg in den Restaurant-Guide und das gleich mit zwei Hauben.

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ESSEN MIT HAUBE Der neue Gault Millau ist da und mit ihm einige Neuerungen. Ab sofort werden darin auch in Österreich fünf Hauben vergeben. Simon Taxacher wurde als einer von fünf österreichischen Köchen damit geadelt. Auch für Ischgl gab es wieder haubenweise Lob, wobei Benjamin Parth (vier Hauben) mit seiner Stüva nun zur Nummer zwei Tirols aufgestiegen ist. Auch das Jagdhof-À-la-carte-Gourmetrestaurant „Hubertus Stube“ darf ab sofort vier Hauben führen. Cool: Das Bierol Taproom & Restaurant trägt nun ebenfalls Häubchen.���������� www.gaultmillau.com

REDEWENDUNG DER AUSGABE: ETWAS DURCH DIE BLUME SAGEN etwas nur andeutungsweise, indirekt oder kryptisch kundtun.

HERKUNFT: Im Barock war es unschicklich, sich offen der Dame seines Herzens zu nähern. Für diesen Zweck gab es eigene Sofas mit zwei Sitzflächen Rücken an Rücken. Wollte man sich nun ungestört unterhalten, besprach man dies tuschelnd hinter dem Fächer. So konnte keine Anstandsdame etwas aussetzen. Auf der Rückenlehne standen oft Blumengestecke, daher sprachen die Tuschler durch die Blume.

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© HANNES DABERNIG

WOHLBEFINDEN & LEBENSFREUDE

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Wie schon ein Sprichwort besagt, sind Gesundheit und Frohmut des Menschen höchstes Gut. Und dieses Gut genießt im Gesundheitsresort Hotel & Spa DAS SIEBEN vollste Aufmerksamkeit. Hier können Gäste nicht nur ausgiebig entspannen, sondern auch wirkungsvolle und vor allem ganzheitliche Impulse für einen gesunden Lifestyle setzen. Und Rückenschmerzen loswerden. T E X T : D O R I S H E LW E G

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chon bei der Anfrage wird man im DAS SIEBEN nach seinen Wünschen gefragt. Neben einfach genießen und entspannen, Gesundheitswochen nach Dr. Feil, sein eigenes Potential wiederentdecken und sich gut fühlen, Körper, Geist und Seele entgiften, Leichtigkeit erlangen durch Lösung von Blockaden, Ski fahren oder anderen sportlichen Aktivitäten bietet das beliebte Gesundheitshotel noch einen besonderen Schwerpunkt: Rückenschmerzen loswerden.

VOLKSLEIDEN RÜCKENSCHMERZEN

Im deutschsprachigen Raum klagt statistisch gesehen jeder dritte Erwachsene über Rückenschmerzen. Die häufigsten Ursachen sind eine verspannte Muskulatur, Fehlbe-

lastungen und Gelenkbeschwerden. Wissenschaftlich ist belegt, dass Menschen seit jeher an Rückenschmerzen leiden. Warum wir das wissen? Weil weltweit ähnliche Therapiemethoden praktiziert werden, um die Rückenbeschwerden in den Griff zu bekommen. Erstaunlich ist, dass Heilkundige

und Therapeuten seit Jahrtausenden auf die Wirksamkeit von Massagen, Bewegungsund Wärmebehandlungen vertrauen. Von den alten Römern wissen wir, dass sie Beschwerden des Stütz- und Bewegungsapparates mit Vulkanitfango lindern konnten. Eva Stadler, Fangoexpertin im DAS SIEBEN,

SIEBEN BAUSTEINE EINES ERHOLSAMEN URLAUBES

• LEBEN in Hülle und Fülle • GESUNDHEIT mit dem SiebenMed-Programm • SEELE Herzlichkeit spüren und liebevoll umsorgt werden • ESSEN genussvolle, gesunde regionale und saisonale Spezialitäten • NATUR erleben und die Kraft der Tiroler Berge spüren • SCHLAF erholsamer Schlaf in Zirben- oder Eichenzimmern/-suiten • ERHOLUNG Entspannen in großzügigen Pool-, Sauna- und Spa-Bereichen www.das-sieben.com


DAS SIEBEN

erklärt, warum Vulkanitfango nach wie vor ein beliebtes Heilmittel ist: „Der Vulkanitfango regeneriert die überbeanspruchten Gelenke und Muskeln besonders effektiv. Die Wärme und wertvollen Inhaltsstoffe des Heilschlamms dringen in die tiefergelegenen Schichten des Gewebes und können dadurch ihre heilsame Wirkung entfalten.“ Der Wärmereiz des Vulkanitfangos bringt den Stoffwechsel in Schwung.

Der Begriff Stoffwechsel umfasst verschiedene biochemische Vorgänge im Körper. Unterschieden werden der Energiestoffwechsel wie die Verwertung von Kohlenhydraten, Eiweiß und Fett sowie der Baustoffwechsel wie die Erzeugung von Muskelzellen. Im Zusammenhang mit Vulkanitfango ist vor allem der Baustoffwechsel von Bedeutung – zum Beispiel wird die Umwandlung von giftigen Substanzen in der Leber gefördert, wenn der Vulkanitfango im Bereich der Leber aufgetragen wird (Leberwickel). „Die angenehme Temperatur der Heilschlammpackung entfaltet ihre wohltuende Wirkung auch auf den Parasympathikus – besser bekannt als ‚Erholungsnerv‘ – im vegetativen Nervensystem“, ergänzt die Therapeutin. Psychische Belastungen manifestieren sich oft in verspannter Muskulatur, häufige Folgen sind Rücken-und Nackenschmerzen. Vor allem Menschen, die im Alltag sehr viel Stress erleben, sind vom entspannenden Effekt des Vulkanitfangos begeistert. „Ich stelle zu hundert Prozent fest, dass die Gäste nach einer Anwendung stimmungsmäßig wie ausgewechselt sind.“

GANZHEITLICH WOHLFÜHLEN

„Der Vulkanitfango regeneriert die überbeanspruchten Gelenke und Muskeln besonders effektiv.“ FANGOEXPERTIN EVA STADLER

Im Adult’s only Gesundheitsresort DAS SIEBEN wird auf das ganzheitliche Wohl der Gäste Wert gelegt. Entspannung und erholsame Ruhe finden Gäste nicht nur in der wundervollen Natur- und Bergwelt rund um das Hotel, sondern vor allem auch in den großzügigen Pool-, Sauna- und Spa-Bereichen, von denen man ebenso entspannt auf die umliegende Bergwelt blicken kann. Die Sie-

benMed-Gesundheitsexperten bieten dabei beste Unterstützung mit wohltuenden Anwendungen und traditionellen wie modernen Therapiemethoden. Packages wie Gesund & Vit, Rücken Vit, Mental Vit, Sport Vit, Detox Vit oder die Gesundheitswochen nach Dr. rer. nat. Feil beinhalten ein breites Angebot an gesundheitsfördernden wie wohltuenden Anwendungen. „Unsere Anwendungen richten sich an Frauen wie Männer gleichermaßen, wobei die Detoxprogramme eher von Frauen gebucht werden“, so Hoteldirektor Kurt Hummel. Zahlreiche Stammgäste schätzen das vielfältige Angebot, die Ruhe, die Landschaft und heben auch hervor, wie schmackhaft gesundes Essen sein kann. PR

ÄRZTESYMPOSIUM

Der Rahmen könnte kaum passender sein und so fand erst kürzlich ein hochrangiges Ärztesymposium im Gesundheitsresort DAS SIEBEN statt. Unter dem Motto „Integrative Medizin: Schmerz – Stress – Schlaf“ tagten und referierten renommierte Experten, die sich bereits jahrelang ihren Spezialgebieten widmen, in verschiedenen Vorträgen über neueste Erkenntnisse auf dem Gebiet der integrativen Medizin in puncto Schmerz, Stress und Schlaf. In Zusammenarbeit mit der Kursana Privatklinik Gesundheitszentrum Wörgl BetriebsGmbH wurden dem Symposium sieben Diplomfortbildungspunkte von der Österreichischen Akademie der Ärzte bewilligt.

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eco.life

Das beste SPA-Konzept Europas – ausgezeichnet mit dem SPA Star Award 2019 – wird steirisch.

AYURVEDA AUF EUROPÄISCH

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Familie Mauracher, die European-Ayurveda-Pioniere aus Hinterthiersee, hat im oststeirischen Hügelland das European Ayurveda Resort Mandira – vormals Wellness- und Ayurvedahotel Paierl****S – eröffnet und damit den mittlerweile dritten Betrieb der European-Ayurveda-Familie und mit ihm einen Meilenstein in der Weiterentwicklung der internationalen Zukunftsmärkte.

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essere Voraussetzungen für unseren dritten European-Ayurveda-Betrieb konnten wir uns nicht wünschen: ein sanfter, grüner Nährboden in Toplage“, erklärt European-Ayurveda- und Mandira-CEO Johann Mauracher senior. Die Entscheidung für den Kauf des Hotels in Bad Waltersdorf fiel nicht schwer. „Familie Paierl hat ein erfolgreiches 4-Sterne-Superior-Ayurvedaund Wellnesshotel aufgebaut. Mit European Ayurveda wollen wir das Haus und das Angebot für unsere Gäste weiterentwickeln.“ Kern des European-Ayurveda-Konzeptes, das bislang erfolgreich im European Ayurveda Resort Sonnhof in Hinterthiersee umgesetzt wird, ist, die mehr als 5.000 Jahre alte Lehre Ayurveda an die Bedürfnisse der Europäer anzupassen. „Der europäische Alltag unterscheidet sich deutlich von dem in Indien“, erklärt European-Ayurveda-Expertin und Mandira-Geschäftsführerin Christina Mauracher. „Ebenso verschieden sind die

Ernährungsweise und das natürliche Nahrungsmittelangebot. In den vergangenen Jahren konnten wir im Zuge der Entwicklung von European Ayurveda sehr viel Erfahrung sammeln, was die Wirkungsweise von ayurvedischen Behandlungen und ayurvedischer

AYURVEDA- RESORT MANDIRA 8271 Bad Waltersdorf Wagerberg 120 Tel.: 03333/2801 paierl@paierl.at www.mandira-ayurveda.at

Ernährung im europäischen Kulturkreis anbelangt. Daraus haben wir neue Methoden, Rezepturen und Kombinationen mit anderen Heil- und Therapieformen entwickelt, die auf die Bedürfnisse, die Konstitution und die Zivilisationskrankheiten unserer westlichen Gesellschaft exakt abgestimmt sind. Im Mandira können wir noch einen Schritt weitergehen und European Ayurveda mit dem Heilthermalwasser verbinden. Eine Novität im Bereich der Therapie, Regeneration und Prävention von Problemen im Stütz- und Bewegungsapparat.“

INTERNATIONALE ZIELMÄRKTE

„In Tirol konnten wir European Ayurveda® bereits erfolgreich implementieren – unsere Gäste kommen aus ganz Europa nach Hinterthiersee“, betont Johann Mauracher. „In der Steiermark sehe ich ein noch größeres, internationales Potenzial. Wir sind überzeugt, dass sich das Mandira am internationalen Markt stark positionieren wird.“


Ein kulinarisches Festtagspaket der Extraklasse:

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Festtagspaket


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LUXUS GEHT GANZ EASY Winterlichen Lifestyle – den muss man in der Olympiaregion Seefeld nicht lange suchen. Das legere und dennoch exklusive NIDUM – Casual Luxury Hotel auf einem sonnigen Hochplateau in Mösern bringt Leichtigkeit ins Sein.

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ie jungen Gastgeber führen mit dem NIDUM ein Hotel für alle, die Lust haben, sich stilvoll zu unterhalten und größtmögliche Urlaubsfreiheit zu erleben. Dass in dieser Lage der Wintersport und -genuss die Hauptrolle spielt, liegt auf der Hand. Langlaufen, so weit die Ski tragen, ist das Motto. Über 271 perfekt präparierte Loipenkilometer in allen Schwierigkeitsgraden, Nachtloipen, Schlittenlanglauf- und Hundeloipen führen durch die Winterlandschaft. Die Winter- und Schneeschuhwanderer finden ebenso beste Voraussetzungen wie die Skifahrer. Auf schneesicheren und sonnigen 1.200 Metern Höhe schwingen die Genussskifahrer über weitläufige Pisten.

DAS NIDUM IST CHILLIG

Luxuriös und anders lässt es sich dort gut leben, verschnaufen, fein essen und eine großartige Zeit verbringen. Die Zimmer sind Designersuiten mit traumhaften Ausblicken

in die Berge und viel Holz, mit Luxusbädern und Illy-Kaffeemaschine, exklusiven Kosmetikprodukten und vielem mehr. Bis zu 118 Quadratmeter sind die Suiten groß. Und weil die Aussicht einfach atemberaubend ist, spielt sich das süße Leben hoch über dem Inntal in der In- und Outdoor-Wellness-Area mit Infinity-Pool ab. Dazu kommen ein Indoorpool, Saunen, Beauty und Spa, Whirlpool und Fitness. Auch die Silvesterparty wird sensationell werden. Sieben Nächte rund um Silvester (Silvester DELUXE buchbar vom 25. Dezember 2019 bis 5. Jänner 2020) inklusive Halbpension gibt’s ab 2.155 Euro pro Person.

NIDUM CASUAL LUXURY HOTEL Am Wiesenhang 1 6100 Mösern Tel.: 05212/20300 info@nidum-hotel.com www.nidum-hotel.com


...auch als catering

offen restaurant: mo–fr 11:30–14 & 18–24 uhr (küche von 11:30–13:15 & 18 –21:15 uhr). sa nur abends café/bar: mo–fr 9–24 uhr. sa 17–24 uhr sonntag ruhetag

2 hauben. serviert oder geliefert. geschmack auf den punkt.

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130 or einigen Jahren haben sich die Gastgeber Martina und Sepp Kröll mit dem Wiesergut ihren persönlichen Traum verwirklicht und ihn unter das rundum passende Lebensmotto „Wir nennen es Glück!“ gestellt. Das Refugium mit 17 GutshofSuiten, vier GartenSuiten und drei HideawaySuiten besticht durch naturverbundenen Luxus in puristischer Architektur und herzliche Gastfreundschaft. In den GartenSuiten laden ein Kamin aus unbehandeltem Stahl, eine freistehende Badewanne mit Blick in den Sternenhimmel sowie ein mit eigenem Quellwasser gefüllter Hot Pot auf der Terrasse zum Träumen ein. Außerdem sorgen ein Restaurant, die Piazza und das Badhaus dafür, dass sich die Gäste rundum wohlfühlen. Ein gläserner Gang verbindet alle Gebäude raffiniert miteinander und kreist den gemütlichen, mit Obstbäumen bepflanzten Innenhof ein. In der Küche des Wiesergut heißt die Philosophie „Back to the roots“. Die Gastgeber legen viel Wert auf Qualität und saisonale Zutaten. So kommen überwiegend Produkte aus den heimischen Gemüse-, Obst- und Kräutergärten und der eigenen Landwirtschaft zum Einsatz. Denn Sepp Kröll ist nicht nur leidenschaftlicher Hotelier, sondern auch Landwirt mit Leib und Seele. Haubenkoch André Stahl verarbeitet

ALLES GUT!

In Hinterglemm – eingerahmt von den Pinzgauer Bergen, den imposanten Kitzbüheler Alpen und den Hohen Tauern – befindet sich das Designhotel Wiesergut. Hier ist das Glück zu Hause.

die Zutaten schließlich zu kleinen Kunstwerken. Im Wiesergut Spa indes warten großzügige Massageräume, ein Edelstahlpool, Panorama-Ruheraum, Saunabereich, Fitnessraum und die Möglichkeit eines Workouts im Freien auf die Gäste. Seit Juni 2018 sorgt der beheizte Infinity-Pool im Freien ganzjährig für eine Extraportion Glück.

WINTERWUNDERLAND

Unter dem Motto Ski-in und Ski-out kommen die Gäste direkt vom Hotel auf die gepflegte Piste der Zwölferkogelbahn. Auf 270 Kilometern bestens präparierten Pisten mit garantierter Schneesicherheit im Skicircus Saalbach Hinterglemm Leogang Fieberbrunn wedeln Urlauber schwungvoll durch den Tiefschnee und lassen den Tag anschließend beim gemütlichen Hüttenzauber auf der Wieseralm Revue passieren.

WIESERGUT Wiesern 48 5754 Hinterglemm Tel.: 06541/6308 info@wiesergut.com www.wiesergut.com


Weingut Hans Moser

„Die Weinproduktion am Leithagebirge ist für uns seit Generationen Philosophie und Lebensgrundlage.“ Hans Moser

A-7000 EISENSTADT ST. GEORGENER HAUPTSTR. 13 TEL. +43 (0) 2682 66607 FAX +43 (0) 2682 66607 14 WEINGUT@HANS-MOSER.AT WWW.HANS-MOSER.AT UNSERE WEINE GIBT ES BEI VINORIBIS IN NEUSTIFT/STUBAITAL UND DER WEINKELLEREI MERANER IN INNSBRUCK!


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MITTENDRIN IST ES DOCH AM SCHÖNSTEN 1995 eröffnete das vom englischen Architekten und Designer Sir Terence Cornan gestaltete Design Hotel „das Triest“, heuer – nach erfolgreichen Jahren perfekter Gastfreundschaft – wurde das elegante Haus mitten in Wien erweitert. TEXT: SANDRA NARDIN

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as Triest im hippen Freihausviertel in Wien ist größer und um stylische Kulinarik-Oasen reicher geworden. Das Hotel, in unmittelbarer Nachbarschaft zur Wiener Staatsoper gelegen, hat neue Designzimmer eröffnet und auch das kulinarische Angebot massiv erweitert. Im neuen Bistrot Porto lässt man sich von elf Uhr vormittags bis zwei Uhr früh mit italienisch inspirierten Delikatessen, ausgesuchten Weinen, Cocktails und Drinks aus dem Trubel der Stadt entführen. Die freistehende Bar mit ihrem umfangreichen Angebot ist das Zentrum des neuen Hotspots in der Wiener Innenstadt. Hier kommen auch Gin- und Wermut-Liebhaber voll auf ihre Kosten. Nikolai Augustin, Restauranteiter und Bar-Spezialist hat für eine wunderbare Getränkevielfalt gesorgt. Antipasti, Trüffelprodukte, Pasta, Amaretti, Cantuccini: Mit dem neuen „Alimentari“ ist ein Feinkostladen für Italienfreunde entstanden. Geschulte Mitarbeiter beraten und

© STEVE HERUD

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geben gern Auskunft über die Geschichte, Herkunft und Herstellung der Produkte. Gewohnt saisonal gekocht wird weiterhin im Haubenrestaurant Collio. Mit einem großzügigen glasweisen Angebot von rund 20 offenen Weinen und rund 500 Positionen auf der Weinkarte ist für vollendeten Genuss gesorgt. Im Sommer wird im Garten jeden Abend frisch gegrillt. 101 Zimmer und 19 Suiten warten teilweise mit eigener Terrasse oder begrünten Gärten auf ihre Gäste, fünf Seminarräume und eine Businesssuite bieten Platz für Seminare oder Konferenzen. Ein kleiner Fitnessraum und eine Sauna runden das Angebot ab.

DAS TRIEST Wiedner Hauptstraße 12 1040 Wien Tel.: 01/589 18-0 office@dastriest.at www.dastriest.at


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Die „Raue Liebe“ ist etwas ganz Besonderes, vereint sie doch all die Leidenschaft und Geschichten, die die Familie Lang seit jeher mit dem Wein verbindet, in Flaschen. Die Cuvée aus Blaufränkisch, Zweigelt, St. Laurent, Merlot und Cabernet Sauvignon entsteht aus den edlesten und ältesten Rebsorten der besten Lagen und lagert dreieinhalb Jahre in Barriques, um dann wie ein Schatz vergraben zu werden. Durch die Lagerung in der Erde wird daraus ein Wein im schimmernden Nachtblaut, der ist wie ein guter Roman: spannend, tiefsinnig und harmonisch.

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Wenn man Wein anbaut, braucht man Menschen, auf die man sich verlassen kann. Natürlich besonders schön, wenn das die eigenen Familienmitglieder sind: Andrea und Stefan Lang mit ihren Kindern Theres, Anna und Stefan.

Eine Geschichte über die Liebe Geschichten über ehrliches Handwerk erzählen ganz oft von Leidenschaft und Herzblut. Auch in der Geschichte der Rauen Liebe des Rotweingut Lang geht es um die bittere Wahrheit einer unerfüllten Liebe, die letztlich zu einem Herzenswein führte.

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ndrea und Stefan Lang sind unter den österreichischen Winzern eine absolute Instanz in Sachen Rotwein. Auf rund 30 Hektar erschafft das Ehepaar mittlerweile gemeinsam mit seinen Kindern sowie mit Liebe, Geduld und viel Sorgfalt einige der hochkarätigsten Rotweine des Landes. Es hat schon seinen Grund, dass Stefan Lang auch als Blaufränkischkünstler bezeichnet wird. Die schweren, tiefgründigen Lehmböden und das pannonische Klima bieten optimale Voraussetzungen für große Rote, doch letztlich ist es die Leidenschaft, die einen Wein einzigartig macht. Und Zeit. Für den perfekten Wein darf man es nicht eilig haben.

GUTER WEIN BRAUCHT LANG Über 300 Jahre alt ist der Steckhof im burgenländischen Neckenmarkt bereits und so haben seine Mauern vieles zu erzählen. Tragische Geschichten, aber viel öfter schöne. Neben reinsortigen Rotweinen und den Cuvées Excelsior und Fusion One ist es vor allem eine, die zeigt, was herauskommen kann, wenn man der Natur ihren Lauf lässt und sie mit feinstem Winzerhandwerk verbindet: die Raue Liebe. Ganze dreieinhalb Jahre reift die Top-Cuvée im Gewölbekeller, bevor der Schatz des Rotweinguts Lang zusätzlich für ein weiteres Jahr in einen tiefen Schlaf unter die Erde geschickt wird.

In rund zwei Metern Tiefe erhält der edle Tropfen seinen Feinschliff von Mutter Natur. Das Ergebnis ist ein Wein voll feiner Harmonie und Samtigkeit. Ein Wein für die Liebe, der all die Geschichten vereint, die das Weingut je erzählt hat, und der selbst die wohl wunderbarste davon erzählt. Nachzulesen nebst vielem anderen unter www.rotweinelang.at. 

In Tirol sind die Weine des Rotweingut Lang in der Vinothek Gottardi und bei C+C Wedl in Innsbruck sowie im A. Linzgieseder Getränkehandel in Ehrwald erhältlich.


Sind Sie auch genussverliebt? Willkommen in Innsbrucks Genießermarkt.

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WEINIDYLLE Am Fuß der Wallfahrtskirche in Maria Bild im Südburgenland ist das Weingut der Familie Gratl zu Hause. Dessen Wurzeln gehen bis ins 18. Jahrhundert zurück und es bringt heute wunderbar moderne Weine hervor – ohne die Tradition zu vergessen.

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nmitten des Dreiländernaturparkes Raab-Örseg-Goricko werden am Weingut Gratl möglichst naturnah charaktervolle Weine produziert. Tiefgründige Lehmböden mit vulkanischen Einflüssen, ein einzigartiges Klima, niedrige Hektarertäge und eine penible Traubenauslese sorgen für Weine, die den typischen Charakter der Region widerspiegeln. Obwohl in den Weinbergen sorgfältig selektiert wird, ist das Sortiment breit. Rund 80 Prozent davon bestehen– burgenlandtypisch – aus Rotweinen. Der Blaufränkisch als Hauptrotweinsorte des Burgenlandes nimmt auch am Weingut Gratl seine Rolle ein. Er darf in kleinen Barriques reifen und wird dort zu einem rassig-eleganten Wein, mineralisch und mit feiner Frucht nach Brombeeren. Begleitet wird der Blaufränkisch von Cabernet-Sauvignon, Merlot, Syrah, Zweigelt und Pinot Noir. Bei den Weißweinen dominiert der Sauvignon Blanc, der mit wunderschönem sortentypisch würzigem Bukett daherkommt. Dazu werden Chardonnay und Grüner Veltliner produziert. Alle drei Sorten finden in der Cuvée „Simply White“ zusammen, wobei alle Weine der Simply-Linie – es gibt auch zwei Rotwein-Varianten – gerade vinifiziert sind, ohne Kaltmazeration oder kleinem Barrique. Toll präsentieren sich auch die Rotwein-Cuvées des Weingutes: Das Topprodukt „Cerberus“ wird auf Basis des Cabernet-Sauvignon ausgebaut, verfeinert wird mit Merlot, Blaufränkisch und Syrah. Harmonisch zeigt sich auch die kleine Schwester des Höllenhundes. „Medusa“ ist ein Barriquewein aus Merlot, Blaufränkisch und Cabernet-Sauvignon und fand kürzlich bei der Falstaff-Rotweingala in Wien gebührend Anklang – beim Fachpublikum ebenso wie bei Endverbrauchern.

UNTER DEN BESTEN

Bei eben jener Rotweingala galt nicht nur der Cuvée Medusa besondere Aufmerksamkeit, auch der gesamte Weinbaubetrieb Gratl

stand im Mittelpunkt. Das Fachmagazin Falsstaff hat das Weingut nämlich unter die 200 besten Weinbaubetriebe Österreichs gereiht, was Ende November in der Wiener Hofburg entsprechend gefeiert wurde. Die traditionelle Rotweingala fand heuer bereits zum 40. Mal statt. Das Weingut Gratl repräsentierte dabei als einziger Weinbaubetrieb aus dem Bezirk Jennersdorf das südlichste Burgenland.

VINOPHILE BESONDERHEITEN

Neben den klassischen Rot- und Weißweinen sind am Weingut Gratl auch die legendären Uhudlertrauben zu Hause, aus denen Wein, Sekt (Uhuzante) und Tresterfeinbrände erzeugt werden. Sie verfeinern auch den „Blauhudler“, einen Gratl-Weinkäse, der in Kooperation mit einer Tiroler Molkerei hergestellt und vertrieben wird. Zu den Spezialitäten zählt außerdem der bekann-

te Pilgerwein, ein Rosé aus handgelesenen Rotweintrauben der Sorten Syrah, Blaufränkisch, Pinot Noir und Merlot. Die Reben wachsen passenderweise in unmittelbarer Nähe zur Wallfahrtskirche in Maria Bild, zu der mehrere Pilgerwege führen. Kürzlich kreierte Christoph Gratl auch seinen eigenen Gin und mit ihm den ersten Uhudler-Gin des Südburgenlandes. Er hört auf den Namen „GIN-Uh!“ und vereint Wacholder, exotische Gewürze und natürlich Uhudler-Trauben aus den Gratl-Weinbergen, die ihm ein feines Waldbeeraroma verleihen. Der GIN-Uh! gehört zu den Dry Gins, er wurde weder künstlich gesüßt noch aromatisiert. Genossen wird er gerne pur mit oder ohne Eis, klassisch mit Tonic (perfekt dazu: eine halbe Erdbeere, ein Basilikumzweigerl und eine kleine Zimtstange) oder mit Wermut (Verhältnis 1:1, dazu Eis). Die Party kann beGINnen. www.gratl-wein.at 


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Die Trauben für die Gratl-Kreationen wachsen in Maria Bild und Henndorf, vinifiziert wird in der Kellerei in Maria Bild.

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Bei der Falstaff-Rotweingala in Wien wurde das Weingut Gratl nicht nur als einer der 200 besten Weinbaubetriebe Österreichs ausgezeichnet, auch die Rotweincuvée Medusa von Christoph Gratl erhielt besondere Aufmerksamkeit.

Am Ende ergibt alles einen Gin: der GIN-Uh! ist der erste Uhudler-Gin des Südburgenlandes.


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Markus Kirnbauer Ăźbernahm 2010 die Verantwortung der Weinbereitung und leitet seit 2015 den Betrieb.

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EIN KÖNIGREICH FÜR EINE TRAUBE Credo, Slogan und zugleich seit jeher gelebtes Versprechen im Weingut K+K Kirnbauer.

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uf 45 Hektar Rebfläche werden charakterstarke Rotund Weißweine an- und ausgebaut, die sich durch eine beeindruckende Textur und durch ihre samtig-seidige Cremigkeit auszeichnen. Markus Kirnbauer und sein Vater Walter leiten gemeinsam die Geschicke des Familienbetriebes und kultivieren Rebsorten wie Blaufränkisch, Merlot, Cabernet, Syrah, Zweigelt, Welschriesling, Sauvignon Blanc und Chardonnay. Das Gros der Traubenernte vereint sich zum Flaggschiff des Hauses, der Cuvée DAS PHANTOM. Im Jahr 1987 erkannte Walter Kirnbauer das Potential seiner Kreation und bewies auch sein Gespür für Marketing, in dem er – damals ein Novum am heimischen Markt – den Markennamen dafür ersann. Dies war auch gleichzeitig die Initialzündung für die nachhaltige Erfolgsgeschichte der österreichischen Cuvée-Kultur.“

DIE BEHUTSAME WEINBEREITUNG

Das Weingut K+K Kirnbauer thront über den Weingärten von Deutschkreutz. Der Fernund Ausblick von der großflächigen Terrasse darf getrost als majestätisch bezeichnet werden und ist einer der vielen Puzzlesteine, die den Leitsatz des Hauses manifestieren. Eine Melange aus jahrzehntelanger Erfahrung, sorgfältiger und sensibler Handarbeit und dem Einsatz von State-of-the-Art-Technologie lässt Jahrgang für Jahrgang außergewöhnliche Weine entstehen. Schonendste Behandlung der Trauben, mehrfache Selektion der gelesenen Beeren, individuelle Steuerung der Gärung und ein behutsamer Füllvorgang sind weitere Fakten, die im Weingut K+K Kirnbauer zur gelebten Selbstverständlichkeit gehören. Die Weine reifen im beeindruckenden Keller in über 1.000 Barriques bis zu drei Jahre lang – so entstehen ausdrucksstarke Weine der Spitzenklasse.

Das Plateau hoch über dem „BlaufränkischLand“ bietet ideale Voraussetzungen für den Weinbau. 300 Sonnentage im Jahr, schwere Löss- und Lehmböden, warmer, trockener Wind aus der pannonischen Tiefebene und die Thermik des nahen Neusiedler Sees sind der Garant für große Weine. VISION MIT TRADITION Weinbau war in der seit über 350 Jahren in Deutschkreutz ansässigen Familie seit jeher ein Thema – doch erst Walter und Irmgard Kirnbauer verliehen dieser Leidenschaft Ausdruck, indem Sie 1979, dem Geburtsjahr der Marke K+K, die ersten Weine unter eigener Flagge auf die Flasche brachten. Das K+K steht für eine Vision, diesen Weinbaubetrieb über Generationen weiterzugeben. So übernahm Sohn Markus Kirnbauer 2010 die Verantwortung der Weinbereitung und leitet seit 2015 den Betrieb. Das K+K steht auch für den starken Zusammenhalt der Familie, die Gemeinsamkeit und das Zusammenspiel der Generationen. Die Bündelung der Talente und Kräfte führt zum Erfolg des Unternehmens. Das „+“ steht darüber hinaus für die vielen Freunde und Kunden des Hauses, die jederzeit herzlich willkommen sind – dieses Miteinander wird alljährlich traditionell am „Tag der offenen Kellertüre“ zelebriert.

NACHHALTIGKEIT WIRD GELEBT

Sowohl im Weingarten als auch im Weingut hat sich die Eigentümerfamilie der Nachhaltigkeit und der biologischen Bewirtschaftung verschrieben. Respektvoller Umgang mit der Natur, die Schonung der Ressourcen und ein minimaler CO2-Footprint sollen es auch den nachfolgenden Generationen ermöglichen, unter optimalen Bedingungen Weinbau im

Mittelburgenland zu betreiben. Für das kommende Jahr ist außerdem die Eröffnung des Weinhauses Gansrigler mit Boutiquehotel, Gourmetrestaurant und Weinbar geplant, das auch als Event- oder Seminarlocation genutzt werden kann. Ab Winter 2020 wird dies ein Treffpunkt für Gourmets, Weinlover und Liebhaber des Burgenlands und Österreichs in Deutschkreutz.

DIE AKTUELLEN JAHRGÄNGE In die Flasche gebracht wurde der aktuelle Jahrgang 2017. Dieser präsentiert sich besonders opulent, rund und besticht mit reifen Fruchtaromen. Wer schon auf Das Phantom 2018 gespannt ist, der muss sich noch ein bisschen in Geduld üben. Im Januar 2020 selektiert Markus Kirnbauer die besten Fässer und beginnt den spannenden Prozess, um die perfekte Cuvée zu entwickeln. Es gibt hier kein Geheimrezept. Jedes Jahr beginnt er von Neuem, um das optimal abgestimmte Verhältnis der einzelnen Sorten zu finden. Eines kann jedoch schon verraten werden: Der Jahrgang 2018 wird ebenso vollmundig mit dominanter Frucht und untergeordneten Röstaromen sowie extrem hohem Reifepotential. Das Phantom 2018 wird im Frühjahr 2020 präsentiert. www.phantom.at

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© GENUSSBOX

© ÖTZTAL TOURISMUS

IM GESPRÄC

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news & events

ATM-Geschäftsführer Alfred Egger, Landes­ hauptmann-Stellvertreterin Ingrid Felipe und Wirtschaftskammer-Fachgruppenobmann Alois Rainer Das Engagement der Gastropartner ist eine wesentliche Basis für den Erfolg des karitativen Branchentreffs.

K A R I TAT I V E R B R A N C H E N T R E F F Zum bereits 15. Mal versammelten sich rund 190 Gastronomen im hinteren Ötztal beim Tiroler Gastro Day. Im Rahmen der Jubiläumsausgabe konnte ein Ergebnis von 35.000 Euro erzielt werden. Die Spendensumme wird an Familien aus ganz Tirol verteilt. In der Vergangenheit gingen bereits über 373.000 Euro an insgesamt 115 Tiroler Familien. Einen wesentlichen Part für das Gelingen stellen dabei die insgesamt 28 Gastropartner dar, die ihre Waren und Dienstleistungen für diesen Tag kostenlos zur Verfügung stellen.

G E N U S S B OX Wer kennt das nicht? Das Essen im Restaurant schmeckt wunderbar und doch ist man nach einer halben Portion satt. Schade, wenn die köstlichen Reste im Abfall landen. Abhilfe schafft die Genuss Box, mit der man sich die übriggebliebenen Speisen einfach einpacken lassen kann. Die Genuss Boxen werden auf www. genussbox.at angeboten, durch Anbringen von selbstklebenden Etiketten können die Boxen mit dem Firmenlogo individuell gestaltet werden. Perfekt für Restaurants.

Joseph Hauser, Gebhard Gritsch und Markus Erler / Elgar Schnegg (Ratiopharm), Daniela Erler (Spectrum) und Helmuth Müller (IKB) / Die Gastgeber- und Organisationsfamilien Hauser und Erler

2 0 J A H R E B U S I N E S S O P E N D A H E I M B E I M S TA N G LW I R T Zu einem ganz besonderen Jubiläum luden kürzlich Business-Open-Mastermind Markus Erler und Agenturpartner Josef Hauser zum Stanglwirt. Über 60 Gäste aus Wirtschaft und Sport folgten der Jubiläumseinladung zur insgesamt 21. Auflage des viertägigen Events, das Wirtschaft, Gesellschaft und Sport seit Beginn an auf ganz besondere Weise zusammenführt.

S PA N N E N D E R B O G E N Aus dem Gang & Gebe in der Innsbrucker Leopoldstraße wurde kürzlich das l'Arc, was gleich doppelt Sinn macht, befindet sich das Lokal doch in der Nähe der Triumphpforte (auf Französisch: Arc de triomphe), unterirdisch spannt es einen Bogen hinüber in die Nachbarschaft. Das l'Arc ist die feine Interpretation einer modernen Brasserie, dazu gibt's exquisite Weine und gaumenfreundliche Cocktails. Im unteren Bereich geht es durch die Katerkomben wieder rauf an den Tresen vom Kater Noster. Dazwischen und überall: Musik.


© DIE FOTOGRAFEN/WKT

im.gespräch

AND THE WINNER IS ... Kürzlich wurden die neun nominierten Unternehmen zum „Tiroler Innovationspreis 2019“ präsentiert, drei davon wurden schließich mit dem von Land Tirol und Wirtschaftskammer Tirol verliehenen Preis ausgezeichnet. Gewonnen haben die Alpenaquafarm Tirol GmbH aus Hall (Kategorie „Dienstleistungsinnovationen“), die BHS Technologies GmbH aus Innsbruck (Kategorie „Technische Innovation – Produkte und Verfahren“) und die Liebherr-Werk Telfs GmbH aus Telfs (Kategorie „Konzepte mit Innovationspotenzial“). Die Liebherr-Werk Telfs GmbH, BHS Technologies GmbH und die Bartenbach GmbH werden aus Tirol zum Staatspreis Innovation entsendet.

© BODNER

Landesrätin Patrizia Zoller-Frischauf, Markus Schreiner und Daniel Flock (Alpenaquafarm Tirol GmbH), Gregor Burger (BHS Technologies GmbH), Ulrich Hammerle (Liebherr-Werk Telfs GmbH), Landesrat Bernhard Tilg und Wirtschaftskammer-Spartenobmann Franz Jirka

KLIMAAKTIV

Sandra Bodner, Marianne Hengl und Thomas Bodner

SPENDENSCHECK

Aus der Hand von Maria Patek (Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus) erhielt COLE International Schools Innsbruck Anfang Dezember die klimaaktiv-mobil-Auszeichnung für die in der Schule erarbeiteten klimaschonenden Mobilitätsprojekte. Die Organisationsleiterin der Schule, Rosmarie Ladner-Cole, nahm die Auszeichung gerne entgegen.

Bereits seit fast 10 Jahren unterstützt die Bodner Gruppe jährlich eine österreichische Hilfsorganisation mit einer Spende in der Vorweihnachtszeit. Heuer freute sich Marianne Hengl mit ihrem Verein RollOn über den Scheck in der Höhe von 10.000 Euro.

Stefan Günter, Rudi Gritsch, Landesrätin Beate Palfrader und Lorenz Hohenauer

ARBEITEN IN GLAS Unter dem Motto „Kunst ist Medizin für Körper und Seele“ zeigt das REHA Zentrum Münster in der diesjährigen Herbstausstellung gläserne Werke des Kramsacher Künstlers Rudi Gritsch. Zur Eröffnung der außerordentlich gut besuchten Vernissage sprach Landesrätin Dr. Beate Palfrader.

Sandra Bodner,WILLKOMMEN Marianne Hengl Thomas HERZLICH BEIund TIROLS GRÖSSTEN EVENTS Bodner Bildnachweis: Bodner (zur freien Verwendung)

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VORSCHAU AUF DIE NÄCHSTEN EVENTS 26. Jänner 2020 Gregorian Masters of Chant 28. Jänner 2020 One Vision of Queen 22. Februar 2020 Ehrlich Brothers Dream & Fly

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im.gespräch

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FISCHERS FRITZE 74.000 Kilometer Küste, reiche Fischgründe, kristallklare Seen und Tausende von rauschenden Bächen und Flüssen. Das ist Alaska. Seit Jahrzehnten importiert der Familienbetrieb rund um Edith und Claudia Schrettl mit Gabriele Adelsberger Gourmetprodukte aus dieser Region. Mitte November war Haubenkoch Thomas Grander in der Schauküche im Einrichtungshaus mg interior und in Innsbruck zu Gast und ließ sich dabei über die Schulter schauen, was aus den hochwertigen Zutaten wie Alaska Red Salmon, Lachskaviar oder Alaska Scallops gezaubert werden kann – zur eigenen Inspiration und zum Nachkochen für uhause. Lisa Gottardi kredenzte dazu die passenden Weine. www.alaskawildsalmon.at


LIGHTSHOW MOUNT MAGIC

Über 1.300 Quadratmeter „Leinwandfläche“, sieben Hochleistungsbeamer und ein perfektes Soundsystem bescheren den Besuchern täglich ein Open-Air-Erlebnis der ganz besonderen Art.

BILDGEWALTIG UND SPEKTAKULÄR

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Wo im Vorjahr noch Kaiser Maximilian I. im Fokus stand, spielen dieses Jahr die Macht der Natur sowie ein Murmeltier die Hauptrollen – die Rede ist vom winterlichen 3-D-Videomapping Mount Magic, das noch bis 19. Jänner 2020 im Innenhof der Kaiserlichen Hofburg Innsbruck zu sehen ist.

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ächtig, rau, wild und atemberaubend schön: Bei der Lightshow Mount Magic stehen die Naturgewalten im Fokus. Von der Entstehung des Urkontinents Pangäa, den damit verbundenen Vulkantätigkeiten, dem bunten Treiben im Meer bis hin zu Eiszeiten und Wärmeperioden reichen die bildgewaltigen Eindrücke. Das Abenteuer und die Fantasie kommen dabei nicht zu kurz, werden die Besucher doch von einem Murmeltier, das von seiner Familie getrennt wird und sich auf deren Suche begibt, begleitet – teils surreal und traumähnlich, immer effektvoll inszeniert in spektakulärer 3-D-Mapping-Manier. Die Innenhoffassade der Kaiserlichen Hofburg Innsbruck ist überdimensionale Leinwand und sich eindrucksvoll ständig wandelndes

kreatives Element der Show zugleich. Mount Magic will nicht erklären, sondern zum Träumen anregen und inspirieren – ein multimediales Erlebnis für die ganze Familie. Die Lightshow Mount Magic beginnt täglich (ausgenommen am 24. Dezember) um 17:30 und 18:30 Uhr. Zum Ausklang des Maximilianjahres haben all jene, die letztes Jahr die Lightshow Max500 versäumt haben, außerdem noch einmal die Gelegenheit, um 19:30 Uhr die „Kaiserliche Zeitreise Max500“ zum Jubiläum des 500. Todesjahres von Kaiser Maximilian zu erleben und in die kreativ interpretierte Welt des letzten Ritters einzutauchen. Die Shows dauern jeweils rund 20 Minuten. Tickets und Infos unter www. innsbruck.info/lightshow. Ab 16:00 Abendkassa vor dem Haus der Musik. PR

LIGHTSHOW ALS GESCHENK Schenken Sie Ihren Mitarbeitern, Freunden oder Familie einen Besuch der Lightshow Mount Magic oder MAX500. Gutscheine und Infos unter marketing@christkindlmarkt.cc


WIRTSCHAFTS.PREIS

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© FEELIMAGE.AT

Digitalisierungsministerium, Wirtschaftskammer Österreich, Leitbetriebe Austria und die Tageszeitung Kurier haben Unternehmen für ihre herausragenden wirtschaftlichen Leistungen in Österreich ausgezeichnet. Vor 700 geladenen Gästen in der Wiener Hofburg wurde unter anderem das Tiroler Familienunternehmen 3CON aus Ebbs als Sieger gekürt. 3CON wurde kürzlich außerdem der Titel „Ausgezeichneter Tiroler Lehrbetrieb“ sowie „Staatlich Ausgezeichneter Lehrbetrieb“ verliehen. Überdies wurde den beiden Lehrlingsausbildern, ebenfalls im November, das Zertifikat der Qualifikationsstufe 1 vom Ausbilderforum Tirol überreicht.

© CARISMA, THOMAS STEINLECHNER

© BFI

im.gespräch

Ingo Erricher (Standortagentur Tirol), Georg Willeit (Lebenshilfe Tirol), Manfred Miglar (Uniqa), Karin Klocker (BFI Tirol), Christina Krenmayr (Stadtbibliothek Innsbruck) und Markus Siedl (Sillpark)

PA C K PA R T Y Im Rahmen der Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ befüllten Mitarbeiter von BFI Tirol, Standortagentur Tirol, Uniqa, Stauder Schuchter Kempf, Sillpark sowie Stadtbibliothek gemeinsam Päckchen mit schönen und nützlichen Geschenken. Auch eine Gruppe von der Lebenshilfe unterstützte tatkräftig beim Einpacken. Die rund 100 fertigen Päckchen werden nach Südosteuropa geschickt, wo sie zu Weihnachten bedürftigen Kindern ein Lächeln ins Gesicht zaubern werden.

AT T R A K T I V E S W O H N E N Im Zentrum von Reith bei Seefeld errichtete CARISMA-Immobilien 24 attraktive Eigentumswohnungen in Top-Bauqualität und moderner Architektur. Kürzlich konnten die Neubauwohnungen an die Eigentümer übergeben werden, die meisten Wohnungsbesitzer feiern Weihnachten 2019 also bereits im neuen Heim! Auch weitere Projekte befinden sich bereits in Bau. www.carisma.cc

E R F O L G R E I C H E S F I L M E-S C H AU E N Die vierte Auflage des vom Institut Dante Alighieri organisierten italienischen Kinofestivals war eine durchaus erfolgreiche. Mehr als 1.000 Besucher schauten sich die fünf gezeigten italienischen Filme im Innsbrucker Metropolkino an – darunter war auch Bürgermeister Georg Willi, der sich über eine Veranstaltung auch im nächsten Jahr sehr freuen würde.

Innsbrucks Bürgermeister Georg Willi, Piero Salituri (Präsident des Instituts Dante Alighieri), Katharina Willi, Schauspielerin Barbara Bouchet, Regisseur Walter Veltroni, Andrea Colonnelli (Leiter der italienischen Zentrale für Tourismus – ENIT), Rita Causio Schöpf und Honorarkonsul Herbert Schöpf

O H N E R AU C H G E H T ' S AU C H Unter dem Slogan Lebe.Besser.Länger.Rauchfrei suchten die Tiroler Gebietskrankenkasse (TGKK) und das Land Tirol seit Anfang des Jahres nach innovativen Ideen und Projekten für den Tiroler Gesundheitspreis. Rund 80 Einsendungen aus der Bevölkerung gingen im Verlauf der letzten Monate bei der TGKK ein. Anfang November 2019 kürten die Initiatoren die Gewinner im Innsbrucker Treibhaus. Neben der Auszeichnung dürfen sich alle Gewinner über ein Preisgeld in Höhe von 2.500 Euro freuen.

Werner Salzburger (TGKK) mit den Gewinnern Wilfried Schatz (Ortsschilder als Hingucker), Waltraud Mayr-Gander und Peter Hinter­holzer von der BHAK Imst (jugendgerechte Nichtraucherkampagne an Schulen), sowie Claudia Stern und Heinz Öhler vom ASKÖ-Landesverband Tirol (Rauchfrei-Gütesiegel)


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REGES INTERESSE

© SPIESS FOTO TIROL

Das BFI Tirol veranstaltete in Kooperation mit der FH Kufstein die 3. Tiroler Online-Marketing-Konferenz und freute sich über reges Interesse und internationales Publikum. Dieses Jahr konnten nicht nur Teilnehmer aus Tirol begrüßt werden, auch Marketingspezialisten aus ganz Österreich und sogar aus der Schweiz sowie dem benachbarten Südtirol informierten sich über Aktuelles und Neues im Online-Marketing. Die Vorträge behandelten Themen wie Storytelling, Influencer Marketing, die Rolle der Marke oder Facebook-Marketing.

SCHECKÜBERGABE Der Damenserviceclub Soroptimist International freute sich, den Reinerlös aus ihrer Benefizveranstaltung „Dornrosen“ an Rainbows Tirol übergeben zu können. Den Scheck über 4.000 Euro nahm Landesleiterin Barbara Baumgartner entgegen. Rainbows hilft Kindern und Jugendlichen in stürmischen Zeiten und steht für Hoffnung, Optimismus, Vielfalt und Buntheit in diesen „Regenzeiten“.

Michael Kohlegger (FH Kufstein), BFITirol-Marketingleiter Anton Dippel, Abteilungsleiter Othmar Tamerl und Wolfgang Reitberger (FH Kufstein)

© BFI TIROL

Dr. Caroline Falkensteiner (2. v. l.) mit Dr. Katha­ rina Sandtner, ärztliche Direktorin Lanserhof, Dr. Roland Fuschelberger, Internist in Aldrans, und Dr. Barbara Vill, Praktische Ärztin Wattens

Barbara Baumgartner (Rainbows Tirol) und Präsidentin Elisabeth de FelipJaud mit Mitgliedern des Soroptimist International Club Innsbruck

GESUNDHEIT UND S C H Ö N H E I T E R H A LT E N

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Schönheit kommt von innen, heißt es. Umso wichtiger ist es, auf beide Faktoren – die innere und die äußere Schönheit – zu achten. Chronische Entzündungen und Entzündungsprozesse im Körper zu entdecken und zu behandeln, ist deshalb ein wesentlicher Teil der ganzheitlichen Behandlungsmethoden, die Dr.in Caroline Falkensteiner in ihrer neu eröffneten Praxis für Allgemeinmedizin und Ästhetische Medizin aus ganzheitlicher Sicht anbietet. Nicht zuletzt durch ihre langjährige Tätigkeit als F.X.-MayrÄrztin im Lanserhof verschärfte sich ihr Fokus in Richtung Darmgesundheit, Reinigung und Entlastung des Organismus sowie Stärkung des Immunsystems. Caroline Falkensteiner setzt dabei auf Behandlungsmethoden, die Schulmedizin und Komplementärmedizin verbinden – unter anderem auf die Funktionelle Myodiagnostik (FMD), eine diagnostische Methode, deren Testinstrument der Muskel ist. Ein zweiter Schwerpunkt Falkensteiners ist die minimalinvasive Ästhetische Medizin (Eingriffe ohne Skalpell). Bei vorzeitiger Hautalterung oder Verlust der Elastizität und Spannkraft der Haut bei zunehmendem Lebensalter können ganzheitliche ästhetische Behandlungsmethoden dem Alterungsprozess entgegenwirken. In der Wahlarztpraxis haben Patient*innen den Vorteil einer auf ihren Zeitplan abgestimmten Terminvergabe und keine oder nur sehr geringe Wartezeiten. Ordinationszeiten: Mo. bis Fr. von 8 bis 12:30 Uhr und nach individueller Vereinbarung. ��������������������������� www.dr-falkensteiner.at

PROJEKT FERDINAND Kürzlich wurde in Kematen die Fertigstellung von 48 Wohnungen gefeiert. Das Projekt „Ferdinand“ in unmittelbarer Nähe zum Kemater Bahnhof wurde von der Firma bauwerk Immobilien GmbH konzipiert. Nach vierjähriger Entwicklungs- und Bauphase wurde das Projekt nun übergeben.

Michael Scheidle (bauwerk), Sandra Köck (Gemeinde Kematen), Bürgermeister Rudolf Häusler, Landesrat Johannes Tratter, Vizebürgermeister Klaus Gritsch, Gabriele Prantner (bauwerk), Thomas Waas (RLB Innsbruck) und Hannes Unterluggauer (bauwerk)

JUBELFEIER

Generali-Tirol-Personalchef Helmut Ladner (2. v. l.) wurde von Regionaldirektor Markus Winkler (li.) und Vertretern der AK und des Betriebsrates für 40 Dienstjahre geehrt.

Einmal im Jahr ehrt die Generali Versicherung ihre Mitarbeiter für deren lange Firmenzugehörigkeit und die dabei geleisteten Verdienste. Im Alpenhotel Speckbacher Hof in Gnadenwald durften sich Mitarbeiter ab 25 Dienstjahren über besondere Auszeichnungen aus den Händen von Generali-Regionaldirektor Markus Winkler, weiteren Führungskräften sowie Vertretern der Arbeiterund Wirtschaftskammer freuen.


EIN H

MY HOME | MY STYLE

ERZLIC

FROH

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HNAC UND HTEN AN U NS KUND EN UN ERE D PAR TNER

Wir von Eglo Immobilien sorgen dafür, dass Sie sich in der Umsetzung Ihrer Entscheidung eine Immobilie zu kaufen wohlfühlen. Angefangen bei der Beratung, über die Errichtung bis hin zur Schlüsselübergabe, stellen wir unseren Kunden in den Mittelpunkt. Der Werterhaltung Ihrer neuen Immobilie wurde mit der Hausverwaltung VESTA Objektmanagement ein besonderes Augenmerk geschenkt – alles aus einer Hand für Ihr zukünftiges Zuhause. Gerne übernehmen wir auch die Verwaltung bereits bestehender Objekte.

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eco.nova ist ein unabhängiges österreichweites Magazin, das sich mit der Berichterstattung über Trends in den Bereichen Wirtschaft, Wissensc...

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