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Ausgabe 1/12

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www.einundzwanzig.de

inundzwanzig das dortmundmagazin

Generationen – gemeinsam und gut in Dortmund leben.


Inhalt

Inhalt

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Generation Facebook

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Von analog auf digital

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Von Erdgasmäusen zur Energieeffizienz

S. 10

Herzvorkommen macht in Filz

S. 13

Von wegen falsch gewickelt

S. 14

Zwei gute Adressen

S. 16

Kinder planen mit

S. 18

Schwiegertochter gesucht?!

S. 20

Generationswechsel hat auch Hürden beseitigt

S. 22

Bahnsteig erweitert

S. 26

Großfamilie im Aufwind

S. 28

Glänzende Träume

S. 30

Alte Tante trifft junge Überflieger

S. 32

Gemeinsam statt einsam

S. 35

Saisonbeginn

S. 36

Kulturbeutel

S. 39


Generationen

Generation Dortmund Wenn wir von Generationen sprechen, denken wir zunächst meist an das Lebensalter – an die ältere oder jüngere Generation, an Senioren und Junioren, an Kinder, Teenager oder Menschen, die mitten im Berufsleben stehen. Der Begriff lässt sich aber auch weiter fassen. Es gibt technische Generationen und Generationen von Menschen unterschiedlichen Alters, die aber auf gemeinsamen Wegen unterwegs sind. Einigen dieser Generationen haben wir diese Ausgabe des dortmundmagazins »einundzwanzig« gewidmet. So haben wir uns mit Daniel Gogolla, dem 20-jährigen, aufstrebenden Dortmunder Musiker unterhalten. Wir waren beim Kreuzviertel-Verein, der sich im Besonderen der Belange älterer Menschen annimmt. Wir haben hinterfragt, welche Folgen das Ende des analogen Fernsehzeitalters am 30. April für die Zuschauer hat. Wir stellen Flugzeuggenerationen vor und haben die Dortmunder Schausteller besucht, die unmittelbar vor dem Saisonbeginn stehen. Und nicht zuletzt stellen wir Ihnen anhand kurzer Porträts die »Generation 21« vor, die Unternehmen aus dem Verbund DSW21, die daran mitwirken, dass es sich für alle Generationen in Dortmund gut leben lässt. Schauen Sie rein in dieses Magazin und lesen Sie, wie unterschiedlichste Generationen das Leben in Dortmund und darüber hinaus prägen.

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Tube Talk mit Daniel Gogolla

Generation Facebook »Too Fast«, der Song, den Daniel Gogolla spontan für uns spielt, passt zum Ort, einer Stadtbahnhaltestelle auf der Ost-West-Strecke – und zu seinem Alltag. Bei Daniel ist zurzeit einiges los. Der 20-Jährige singt, modelt und steht für Werbe- und Filmproduktionen vor der Kamera. Das Ganze neben seinem gerade begonnenen Studium. Für unser Interview trafen wir den Nachwuchs-Star dort, wo er zurzeit am häufigsten ist: unterwegs.

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mer, zwischen Abi und Studienbeginn, zwei Filme drehen, das war schon cool!“ Du hast kürzlich auch für den VRR gemodelt, wie kam’s dazu? „Ich bin in einer Modelagentur und darüber hatte mich der VRR fürs Shooting angefragt. Ich glaube, die Fotos müssten jetzt demnächst im VRR-Bereich zu sehen sein, auf Plakaten oder Prospekten. Vielleicht werden sie sogar auf Busse gedruckt... Also wenn ihr mich demnächst auf dem Bus rumfahren seht – nicht erschrecken!“

Trifft man Dich öfters in Bus und Bahn? „Ja, ich habe jetzt ein Ticket2000 und bin viel unterwegs damit, weil’s einfach schnell ist, und man ist flexibel und spart Sprit.“ Du hast im letzten Jahr Abi gemacht, was machst Du jetzt? „Ich studiere Rechtswissenschaften. Ich möchte halt auch neben meiner »Karriere« – sag ich mal – ein festes Standbein haben.“ Klappt das so »nebenbei« überhaupt? „Teilweise ist’s schon schwierig, Termine zu vereinbaren. Bei uns war’s ja auch nicht ganz einfach, einen Termin zu finden. Aber es geht auf jeden Fall. Ich bin ein kleines Arbeitstier und versuche da 24 Stunden reinzustecken!“ Stichwort Karriere: Angefangen hat alles mit Gesang, oder? „Mit sechs hab’ ich angefangen, Gitarre zu spielen, und hatte acht Jahre Gitarrenunterricht. Irgendwann kam dann das Singen dazu. Über einen Freund bin ich zum Fotomodeln gekommen. Und dann kamen auch noch die Werbespots. Von den Werbespots bin ich recht schnell zu Film und Fernsehen gekommen. Ich durfte letzten Som-

Was macht denn bei Dir den größten Teil aus, die Musik, das Modeln oder inzwischen schon das Schauspielern? „Musik steht an erster Stelle, weil ich das schon am längsten mache und damit am weitesten bin. Ich habe relativ viele Auftritte, auch auf privaten Veranstaltungen. Im August 2011 hatte ich mein erstes großes Konzert im Goldsaal der Westfalenhallen mit knapp 500 verkauften Karten. Das Modeln und Schauspielern läuft immer so phasenweise. Morgen drehe ich z. B. einen Werbespot für RTL. Das nimmt dann zwar drei Stunden in Anspruch, aber nicht so viel Zeit wie die Musik. Dafür musst du regelmäßig üben, musst jeden Tag irgendwas zocken, musst neue Lieder einstudieren und und und.“ Was inspiriert Dich für Deine Musik? „Ich finde, YouTube ist ’ne große Inspiration. Ich habe durch YouTube ja auch einen gewissen Bekanntheitsgrad erhalten. Ich habe da zwar nicht so megaviele, aber immerhin 500.000 Klicks. Klar, es geht auch besser, aber es ist schon cool, was man mit YouTube erreichen kann, wenn man sich einfach hinsetzt und Gitarre spielt. Und wen ich richtig cool finde, ist Michael Bublé. Da kann ich im April auch endlich auf ein Konzert gehen.“ Du bist ja ’n echter Social Media Typ, bist durch YouTube bekannt geworden, immer mit Deinem iPhone unterwegs und machst damit z.B. morgens aus dem Bett Fan-Videos. Das macht Dich schon aus, oder? „Ja, der erste Griff, wenn ich wach werde, geht zum Lichtschalter und der zweite zum iPhone. Ich weiß, dass es definitiv ohne Facebook und YouTube nicht funktioniert hätte, weil das Musikbusiness so unglaublich schwierig ist. Andererseits ist es auch durch YouTube wieder schwierig, weil da krasse Konkurrenz herrscht. Du gibst »blonder

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Junge Cover« ein und findest fünfhunderttausend verschiedene Daniels, die da ein Lied singen. Also es gehört auch viel Glück dazu, aber Facebook und YouTube sind schon super.“ Wie entstehen denn Deine Songs? „Die entstehen teilweise, wenn ich zuhause sitze, nichts zu tun habe oder gerade Playstation zocke. Da kommen teilweise verrückte Sachen raus. Ich habe auch öfters mal längere Zugstrecken, da kannst du ja auch kreativ sein. Oder wenn du mal mit ’nem Kumpel Pizza essen bist, dann entsteht so’n Pizza-Song.“ Du hast einen Pizza Song?! „Ja, mit ’nem Kumpel. Das ist halt ’n Fun-Song, kommt aber super gut an und ist ’n Ohrwurm.“ Du kommst aus dem Großraum Dortmund und bist viel in der Stadt unterwegs, was bedeutet Dir Dortmund? „Dortmund ist schon cool. Gerade durch die neue Thier-Galerie hat man jetzt gar kein Interesse mehr, nach Oberhausen oder Düsseldorf zu fahren, es ist jetzt alles hier. Der Hollister Store z. B. ist ’n Favorit von mir.“ Und wenn Du gerade nicht an Deiner Karriere feilst oder shoppen bist? „Ich treffe gerne viele verschiedene Leute. Ich habe einen relativ großen Bekannten- und Freundeskreis und kenne deutschlandweit Leute. Wenn

ich mal in Hamburg, Berlin oder Stuttgart bin, penn’ ich meist gar nicht im Hotel, sondern bei Freunden. Weil, erstens sehe ich die Freunde wieder, zweitens macht’s mehr Spaß und drittens ist’s langweilig allein auf dem Hotelzimmer.“ Allein auf dem Hotelzimmer..., ist Daniel Gogolla Single oder nicht? „Ich bin wieder Single. Ich hatte letztes Jahr zur Sommerzeit eine Freundin. Aber das hat zeitlich nicht funktioniert und irgendwie sind wir auch aneinander geraten. Zeit ist auf jeden Fall ’n Problem. Ihr könnt mich aber trotzdem gerne anschreiben (lacht), vielleicht kann man ja mal ’ne Ausnahme machen!“ Fühlst Du Dich wie ein Star? „Also letztes Jahr im Sommer war das auf jeden Fall so. Da hatte ich z. B. ein Fan-Treffen in Oberhausen und es ist schon heftig, wenn 70 Mädels nur wegen dir kommen. Klar, das ist nicht vergleichbar mit ’nem Justin Bieber. Aber da hatte ich auf jeden Fall schon dieses Star-Gefühl. Mittlerweile bin ich auf dem Boden der Tatsachen. Man merkt einfach, wie schnell alles vorbei sein kann. Das ist echt so bei der Facebook-Generation. Die haben was weiß ich wie viele Musiker geliked, und wenn du da mal zwei Wochen nichts postest, können die dich schnell vergessen.“

In Daniels Postfach kommen neben Fanbriefen auch T-Shirts, Fotos oder Schokoladenherzen an.

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Was steht denn für 2012 an Projekten an? „Wir machen auf jeden Fall ein großes Konzert. Dann hoffe ich, dass ich in den Semesterferien


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einen Film drehen kann, dass das zeitlich klappt. Geplant ist auch, dass ich ein professionelles Vocal Coaching kriege, und dann stehen Studioaufnahmen an. Ich versuche jetzt also einen Schritt weiter Fuß zu fassen.“ Aus dem YouTube-Projekt soll also nun ein Studioalbum werden. „Das ist mein Traum und ich hoffe, dass es funktioniert. Wenn du zu ’ner Plattenfirma gehst wie Universal, musst du eigentlich mit ’nem fertigen Produkt hinkommen, musst das Album, ein Video und sonstwas haben. Und 15.000 € zu investieren, um dann mit ’nem Projekt vor Universals Türen zu stehen und ’ne Absage zu kassieren, das ist halt schwierig. Deswegen ist es super, dass ich so viele Leute hinter mir habe, die mich unterstützen.“ Das wird dann ein Album mit eigenen Songs oder Covern? „Ich denke, dass definitiv auch ein paar CoverSongs dabei wären, aber in abgeänderter Form. Und auf jeden Fall viele eigene Songs.“ Klingt gut, wir sind gespannt! Vielen Dank! Übrigens: Daniel Gogolla hatte zum Interview nicht nur Geschichten, sondern auch seine Gitarre im Gepäck. Das Interview sowie seinen Song »Too Fast« live in der Haltestelle Unionstraße seht ihr auf do21.tv (www.do21.tv), dem Web-TV von DSW21.

IKEA hat eigene Bushaltestelle errichtet

Eine Initiative mit Seltenheitswert: Das IKEA-Logistikzentrum in Ellinghausen hat selbst eine Haltestelle errichtet, damit die Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen. Seit dem Fahrplanwechsel im Januar biegen montags bis freitags täglich 45 von 76 Bussen der Linie 475, die zwischen dem Hauptbahnhof und Mengede verkehren, in die neue Zufahrt ein. Bereits frühzeitig waren zwischen der Geschäftsführung des Logis­tik­ zentrums, der Stadt Dortmund, der Wirtschaftsförderung und DSW21 Gespräche geführt worden, in denen IKEA sofort signalisiert hatte: Das machen wir selbst. Gesagt – getan: IKEA hat zwischenzeitlich in unmittelbarer Nähe des Logistikzentrums eine barrierefreie Haltestelle mit erhöhtem Bordstein, taktilen Leitstreifen, Fahrgastunterstand und Beleuchtung sowie eine Zufahrt zur Haltestelle gebaut. Von der neuen Haltestelle profitieren übrigens auch Bewohner und Besucher im benachbarten Gut Königsmühle, einer Einrichtung für Menschen mit Behinderungen.

Daniel ist nicht nur selbst oft mit Bus und Bahn unterwegs, sondern demnächst auch im VRR zu sehen. Der 20-Jährige stand jüngst für das YoungTicketPLUS vor der Kamera.

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Umstellung ab 30. April 2012

Von analog auf digital

Umstellung ab 30. April 2012

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Fernseh-Vielfalt

Am 30. April ist es so weit: Deutschlands TV-Sender stellen ihre analoge Satellitenver­ breitung ein und strahlen zukünftig ausschließlich digital aus, denn die Digitaltechnik bietet bessere Qualität und Platz für viele neue Sender. Wer nun noch mit seiner Satellitenschüssel analog Fernsehprogramme empfängt, sieht ab Ende April buchstäblich »schwarz«. Fernsehzuschauer mit einer analogen Satellitenanlage müssen Ende April umrüsten: Mit der Umstellung auf digitales Satellitenfernsehen entfällt die analoge Ausstrahlung. Betroffen sind ausschließlich Kunden, die über eine Satellitenschüssel fernsehen. Zuschauer, die ihr Fernsehsignal über Kabel, DVBT oder über das Internet empfangen, müssen keine weiteren Schritte veranlassen.

Überprüfen und reagieren Ob man analog oder digital fernsieht, kann man ganz einfach per Selbsttest zu Hause ermitteln. Bei Aufruf der Videotext-Seite 198 der Sender Das Erste, Pro Sieben, RTL, Sat1 und ZDF erhält der Kunde den Hinweis, ob er von der Abschaltung betroffen ist oder nicht. Beim Hinweis, dass der TV-Empfang analog erfolgt, muss gehandelt werden: Angeschlossen werden muss ein digitaler Receiver, der in vielen neueren TV-Geräten bereits eingebaut ist. Bei Satellitenanlagen, die noch über einen sogenannten analogen LNB (Low Noise Block Converter) verfügen, ist außerdem der Austausch dieses LNBs erforderlich. Der LNB ist das Bauteil an der Satellitenschüssel, das in der Mitte der Satellitenanlage herausragt und häufig auch als das »Auge« der Schüssel bezeichnet wird. Die meisten LNB-Modelle können einfach ausgewechselt werden, ohne dass dafür die ganze Satellitenschüssel erneuert werden muss.

Fernsehen der Zukunft Die Umstellung auf digitalen Fernsehempfang hat viele Vorteile: Das digitale TV bietet eine höhere Programmvielfalt sowie eine bessere Bildund Tonqualität. Der Grund liegt in der technischen Übertragung: Das digitale Fernsehsignal ist komprimierter, die benötigte Bandbreite ist geringer und die Qualität kann erhöht werden. Außerdem ist das digitale Signal unempfindlicher gegen Störungen: Spezielle Fehlerkorrekturverfahren erkennen Rauschen, Knacken und andere Bild- und Tonstörungen und sind in der Lage, diese Störungen zu beheben.

Auch DOKOM21 ist dabei Kabelfernsehkunden müssen übrigens keine weiteren Schritte veranlassen, um den »Blackout« auf dem Bildschirm zu verhindern. Denn die Kabelnetzbetreiber wandeln das ankommende, digitale Fernsehsignal in analoges TV um, bevor sie es ins Kabelnetz einspeisen. Zusätzlich bieten die Kabelfernsehbetreiber ihren Kunden natürlich auch digitales Fernsehen in HD-Qualität. Übrigens: Seit gut einem Jahr ist auch DOKOM21 als lokaler Kabelnetzbetreiber mit eigener Kopfstation tätig. „Wenn am 30. April das analoge Satellitensignal abgeschaltet wird, können Kunden von DOKOM21 ganz ohne weiteren Receiver 37 TVProgramme empfangen, außerdem weitere 200 digitale Sender, davon 6 in HD-Qualität, sowie 150 Pay-TV-Sender“, erklären Projektleiter Jörg Schocke und Markus Schwegmann von DOKOM21. „Telefon und Internet können, wie auch das TV-Signal, über den DOKOM21-Kabelanschluss eingespeist werden.“

Alles aus einer Hand DOKOM21 bietet seinen Kunden damit Telefon, Internet und Kabelfernsehen aus einer Hand an. Zurzeit ist der Empfang des DOKOM21-TV-Signals noch nicht flächendeckend möglich, das Angebot können insbesondere Bewohner Dortmunder Neubaugebiete in der Innenstadt, in Eving, Lichtendorf, Hörde und Brackel nutzen, ein weiterer Ausbau ist derzeit in Planung.

Noch mehr Infos im Netz Ob Sie neben Telefon und Internet auch KabelTV von DOKOM21 beziehen können, erfahren Sie beim DOKOM21-Anschlusscheck im Internet unter www.dokom21.de. Weitere Informationen hält auch die DOKOM21Kundenberatung unter 0800.930-10 50 oder info@dokom21.de bereit.

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Entdeckungstour

DEW21-Kundenservice früher und heute

Von Erdgasmäusen zur Energieffizienz Früher arbeiteten die Kundenberaterinnen oft mit einem Stück Hefeteig. Und mit einem Erdgasherd, zwei Rosinen und einem Stück Schnur: Fertig war die Erdgasmaus. Backen mit Kindern war halt vor gut zwanzig Jahren im Kundenservice des Dortmunder Energieanbieters ein echter Renner. Heute sieht die Arbeit der Beraterinnen und Berater von DEW21 jedoch ganz anders aus. Statt um Erdgasmäuse geht es bei DEW21, die 1995 aus dem Stromanbieter VEW und der Gas-/ Wassersparte der Dortmunder Stadtwerke hervorging, zum Beispiel um Energieeffizienz, und statt nach Kochkursen fragen die Kunden eher nach günstigen Tarifen. Während das Team von Ursula Winterberg, der Leiterin des Kundenzentrums, zu Themen wie Energieeffizienz oder Contracting berät, dreht sich die Arbeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Britta Schellenber-

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ger, der Leiterin des Bereiches Kundenservice, um Vertragsfragen und Tarifberatung. „Die persönliche Beratung an einem zentralen, gut erreichbaren Ort spielt heute eine große Rolle“, erklärt Schellenberger. „Früher haben die Kunden eher geschrieben oder sind in eines der Außenbüros gegangen.“ Und noch eins hat sich für Schellenberger, die seit 20 Jahren im Bereich Abrechnungs- und Kundenservice arbeitet, geändert: „Unsere Kunden sind heute sehr vielseitig infor-


Energie

Die Verwaltung von VEW in den 60er-Jahren (o.li.). Backen mit Kindern in der Lehrküche (u.li.). Das Kundenzentrum von DEW21 heute (o.re.). Ursula Winterberg und Britta Schellenberger (u.re.).

miert und stellen deutlich komplexere Fragen als noch vor einigen Jahren.“

Anspruchsvolle Beratung Wer fragt, dem kann geholfen werden, das gilt auch hier. „Natürlich beraten wir gerne und tun dies kompetent und freundlich“, erklärt Ursula Winterberg den eigenen Anspruch. „Dass unsere Kunden zufrieden unser Kundencenter verlassen, ist uns besonders wichtig.“ Ihr Team ist für die technische Beratung zuständig. »Technisch« bedeutet in diesem Fall alles von der Photovoltaik über Elektroautos bis hin zur Gebäudeberatung, um nur drei Beispiele zu nennen. Themen wie Energieeffizienz und Energiesparen, also Möglichkeiten, Geld zu sparen und die Umwelt zu schonen, stehen dabei klar im Vordergrund. Zielgruppen sind hierbei alle DEW21-Kunden, egal ob Mieter, Bauherren oder Immobilienbesitzer. Für (fast) jede Anfrage gibt es im Kundenzentrum kompetente Ansprechpartner, viele der Beraterinnen und Berater haben noch zusätzliche

Kundenservice im Wandel der Zeit • Haushalt und Haushaltsgeräte spielten in der Kundenberatung von Dortmunder Stadtwerken und VEW von den 50er- bis in die 90er-Jahre hinein eine zentrale Rolle. • Neben den Koch- und Backaktivitäten waren die im Hinblick auf die Hersteller neutrale Geräteberatung und die technische Ausstellung die beliebtesten Serviceangebote in beiden Unternehmen. • Die Geräteberatung gehört auch heute noch zum Angebot im DEW21-Kundenzentrum. • Ende der 80er- und Anfang der 90er-Jahre war im Kundenzentrum der Dortmunder Stadtwerke jeden Tag eine Schulklasse zu Besuch, um etwa Erdgasmäuse zu backen. Jede Woche fand zudem ein Kochkurs und einmal im Monat eine große Kochvorführung statt. • Heute gibt es bei DEW21 nur noch sehr selten Kochvorführungen, dafür aber viele pädagogische Angebote für Kinder und Schulklassen. • Vorträge zu Fachthemen waren in Zeiten, in denen man Informationen nicht »googlen« konnte, ebenfalls ein echter Renner: Zu einem Vortrag über die Funktion der Mikrowelle kamen Ende der 80erJahre einmal über 100 Besucher.

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Service Kochkurse (hier im Jahr 1959) spielten im Kundenservice von VEW und Dortmunder Stadtwerken viele Jahre eine zentrale Rolle.

DEW21-Kundenberater Bernd Brüseke berät eine Kundin zu Vertragsfragen.

Schwerpunkte. „Die hohe Anzahl der Themenfelder bedeutet, dass die Anforderungen an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hoch sind. Das schlägt sich auch in der benötigten Ausbildung nieder, die sich in den letzten zwei Jahrzehnten deutlich verändert hat“, meint Ursula Winterberg, die seit 22 Jahren bei DEW21 (bzw. vor 1995 bei den Dortmunder Stadtwerken) arbeitet: „Ein Abschluss als Oecotrophologin, also Haushalts- und Ernährungsberaterin, war für die meisten von uns früher Pflicht. Heute haben wir eher einen technischen oder kaufmännischen Background sowie zusätzliche Qualifikationen.“ Der Service von DEW21 ist natürlich nicht auf das Kundenzentrum beschränkt: Das Infomobil ist regelmäßig in den Stadtteilen unterwegs. Kontakt zu ihrem Energieanbieter können Kundinnen und Kunden aber auch über das Internet (www.dew21. de) und die kostenfreie Hotline DEWdirekt (0800. 544-00 44) aufnehmen. Das Energie-EffizienzHaus, in dem Energieberatung für Handwerk, Marktpartner und Hausbauer angeboten wird, sowie das EnergiePlusHaus in Hörde runden das Angebot ab.

Fragen über Fragen? Doch zurück zum Kundenzentrum. Kann hier wirklich jede Frage beantwortet werden oder gibt es Fragen, bei denen die Beraterinnen und Berater passen müssen? „Wenn wir in einem sehr speziellen Fall eine Frage nicht auf Anhieb beantworten können, informieren wir uns und geben dem

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Kunden später eine Rückmeldung“, erklärt Ursula Winterberg. Ansonsten gilt: Auch ungewöhnliche Fragen werden gerne beantwortet. So wie diese: Ein Kunde hatte mit seiner Freundin gewettet, ob die rosa blühenden Bäume vor dem Kundenzentrum Kirsch- oder Mandelbäume seien. Die Antwort kam prompt: Es sind Mandelbäume.

Freie Sicht auf’s Wasser

Seit Mitte Januar 2012 ist es so weit: Mit Abbruch der ersten Nebengebäude am Hörder Stiftsforum – erhalten bleiben soll zukünftig nur das Haupthaus – ist nun endlich eine freie Sicht von der Hermannstraße auf den PHOENIX See möglich. Nach Ende der Winterperiode, also spätestens ab April 2012, wird dann der Rudolf-Platte-Weg, der jetzt vom­PHOENIX­S ­ ee bis zur Hörder-Bach-Allee reicht, bis zur Hermannstraße verlängert. Parallel wird dieses Teilstück der Hermannstraße von der Kreuzung mit der Faßstraße bis zur Einmündung in die Hörder-Bach-Allee erneuert. Im Rahmen dieser Arbeiten wird der Kreuzungsbereich neu gestaltet, und die Fläche vor dem dort ansässigen »Cabaret Queue« wird so aufbereitet, dass hier zukünftig auch eine Außengas­tronomie betrieben werden kann. Insgesamt sollen diese Arbeiten bis September 2012 fertiggestellt sein.


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Herzvorkommen macht in Filz Filz ist Trend. Die Naturfaser mit der tollen Struktur ist nicht nur wasserdicht, sondern auch in edler Verarbeitung ein echter Hingucker. Ganz neu im Sortiment der Herzvorkommen-Kollektion powered by DSW21 ist eine graue Filztasche, die ge-

»einundzwanzig« verlost fünf exklusive Herzvorkommen-Artikel unter allen Einsendern einer Mail mit dem Stichwort »Herzvorkommen« an mail@herzvorkommen.de. Einsendeschluss ist der 20. April 2012, der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

nug Platz bietet, um zur Uni oder ins Büro zu gehen oder einfach einen Stadtbummel mit den üblichen Utensilien zu machen. Die Tasche und alle anderen Artikel der Kollektion gibt es im Ruhrgepäck-Shop in der Berswordthalle.

Dortmund tanzt Zukunft braucht Bewegung. Städte sind Zentrum des Lebens. Mobilität, Lebensräume, Vernetzungen und Energie prägen die Metropolen. Doch Städte und deren Infrastruktur ändern sich. Nur wer den Wandel erkennt und zukunftsweisend die nächsten Schritte wagt, wird überregional an Bedeutung gewinnen. Wie funktionieren die geheimnisvollen Kräfte der Stadt? Zusammen mit Xin Peng Wang, Ballett Dortmund, der Breakdance-Crew Munch Mellows und dem HipHop-Weltmeister Pedram Zamani sowie vielen Tänzern machen wir uns auf die Su-

che: Was bewegt den Menschen? Tanzen erfolgreiche Städte in die Zukunft? Die Erforschung all dieser Fragen begleitet DSW21 mit dem wegweisenden Choreografie- und Filmprojekt »Dort­ mund tanzt«. In 3D erleben wir, wie sehr der Tanz auf die moderne Bewegung einer Stadt übertragbar ist – und wie sehr die Stadt die Menschen prägt. Dortmund tanzt – mit einer Aufführung am 7. Juli 2012 im Großen Haus – mit der Filmpremiere in 3D im größten Open-Air-Kino im Signal Iduna Park am 19. und 20. Juli 2012.

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Multimedia

Direkt gegenüber vom Alten Hafenamt liegt das Firmengelände der Günter Pauli GmbH.

Industrie-Service im Familienbetrieb

Von wegen falsch gewickelt Wenn beim Onlineversand die Bänder still stehen, wenn Rolltore sich nicht öffnen lassen oder Krananlagen ausfallen, dann geht in der arbeitsteiligen Welt nichts mehr. Aus- und Anlieferungen müssen warten, Mitarbeiter können nicht arbeiten und die Kunden müssen informiert werden. Reparaturen an diesen Industrieanlagen sind also kein Zuckerschlecken, und jedem Monteur sitzt die Zeit im Nacken. Ein Dienstleistungsbereich, der Fingerspitzengefühl verlangt: für den Industriebetrieb und den eigenen Mitarbeiter. Bei Grete Pauli und ihren Söhnen Matthias und Marcus ist dieses Geschäft in besten Händen, schon seit 1964 sorgt die Günter Pauli GmbH für hochwertigen Service. Es ist kein Zufall, dass das im Dortmunder Hafen ansässige Unternehmen nun in der zweiten Generation geführt wird. Schon als Kind erlebten die beiden Brüder hautnah die Werkstatt und die Montagefahrzeuge. Sie waren

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früh von den Elektromotoren fasziniert und bauten mit Lego- und Fischertechnik ihre eigenen Industrieanlagen im Kinderzimmer. Oft wurden die Hausaufgaben am Sonntag auch im Büro der Mutter erledigt. Dabei erlebten sie ihre Mutter stets als eine Frau, die mit dem richtigen Gespür in der Männerdomäne Industrieanla-


Familienbetrieb

Die Reparatur und Wartung von elektrischen Antrieben ist eine der Spezialitäten in der Werkstatt unterhalb der Hafenbrücke.

gen agierte. Der plötzliche Tod ihres Ehemannes und Firmengründers Günter Pauli hatte sie ins kalte Wasser gestoßen. Doch Grete Pauli nahm die Herausforderungen an, stellte den Betrieb auf äußerst gesunde Beine und garantierte den zahlreichen Kunden eine bestmögliche Wartung und Instandhaltung ihrer Anlagen. Unter ihrer Führung wurde zudem der Bereich Automatisierung zum weiteren Standbein eines Unternehmens, das mit 25 Mitarbeitern heute bis zu 3.000 Aufträge im Jahr erledigt. Rund um die Uhr, immer dann, wenn es die Unternehmen erwarten oder die Schadensfälle es notwendig machen. Das einzige garantierte Ruhefenster der Günter Pauli GmbH lautet Heiligabend 14 bis 22 Uhr. Doch wer jetzt glaubt, Grete Pauli habe sich in ihrer Rolle als Geschäftsführerin aufgeopfert, der sieht sich getäuscht. Agil und entspannt zugleich empfängt die Firmenchefin direkt in der Werkstatt. Zwischen Motoren, Tauchbad und Schaltschränken wirkt die zierliche Person dynamisch und zupackend. Das Private wurde von der Arbeit niemals wie bei vielen männlichen Unternehmern aufgefressen. Die Nachmittage mit den Söhnen, die Wochenenden auf Sportplätzen gehören zu ihrer Startzeit als Unternehmerin wie die Verhandlungen mit Kunden und Lieferanten. Und die Balance zwischen Beruf und Familie ist auch heute noch Teil der Unternehmenskultur. Die Mitarbeiter, die oft genug für den Kunden oder einen plötzlich erkrankten Kollegen das Privatleben

vernachlässigen müssen, werden als Teil der Familie und Unternehmung zugleich geschätzt und gefördert. Grete Pauli: „An erster Stelle stehen die sicheren Arbeitsplätze und Löhne unserer Mitarbeiter.“ Denn die Mitarbeiter sind das Kapital der Pauli GmbH. Mitarbeiter, die bei Wind und Wetter auf 30 Meter hohen Krananlagen herumturnen und schwere Elektroantriebe reparieren oder austauschen. Mitarbeiter, die aber auch zu ihrem Unternehmen stehen. In dieser Verpflichtung sehen sich auch die Söhne des Firmengründers. Angespornt durch die zunehmende Bedeutung der Logistik-Branche setzen die Chefs der zweiten Generation auf gesundes Wachstum und noch mehr Dienstleistung bei den Industriekunden: Vollautomatische Steuerungen ersetzen alte Schaltschränke, optimierte Elektromotoren werden robuster und langlebiger. Bei den Planungen arbeiten die Brüder eng mit ihrer Mutter und Gerd Grönebaum zusammen, der ebenfalls zum Gründerteam der Firma gehört und als Projektplaner noch an drei Tagen in der Woche »seiner Firma« die Treue hält. Und das ist das Überraschendste an diesem Tag bei Pauli im Hafen: Hier arbeiten die Generationen mit Wertschätzung für das Geschaffte und einem gemeinsamen Interesse für die Zukunft zusammen. Vielleicht macht die gute Sicht auf das Hafenwasser genau diese Haltung aus. In einer Firma, in der man zuerst die Werkstatt betritt und die Chefetage – die übrigens keine ist – dahinter liegt.

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Vorträge wie hier von Jan Hoppmann sind nur eines von vielen Beratungsangeboten des Kreuzviertel-Vereins.

Der Kreuzviertel-Verein und DOGEWO21

Zwei gute Adressen Die einen bauen und vermieten Wohnungen, die anderen beraten Mieter und auch Eigentümer, wie sie sich in ihren vier Wänden lange wohl und sicher fühlen. Die Rede ist von DOGEWO21 und dem Kreuzviertel-Verein. Da gibt es nicht immer nur gemeinsame Interessen. Doch seit vielen Jahren kennt und schätzt man sich und verfolgt das gleiche Ziel: dass Dortmund eine Stadt ist und bleibt, in der es sich gut wohnen und leben lässt. Am 17. Februar 1982 wurde der »Verein für Gemeinwesen- und Sozialarbeit Kreuzviertel e. V.« (Kreuzviertel-Verein) gegründet. Untrennbar verbunden ist der Kreuzviertel-Verein mit dem Namen Theo Hengesbach, dem im November 2009 verstorbenen Sozialarbeiter, der die Einrichtung mitbegründet und maßgeblich geprägt hat. Insbesondere für Senioren oder für Menschen mit Behinderungen gab und gibt es noch immer zu wenig Wohnraum, der ihren Anforderungen ge-

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recht wird. Viele hatten dann kaum eine andere Wahl, als in Senioren- oder Pflegeunterkünften zu leben.

Kleine Maßnahmen mit großer Wirkung Daran etwas zu ändern, war und ist das Anliegen des Kreuzviertel-Vereins, der Träger der Wohnberatungsstelle für die Stadt Dortmund ist. Die Anfänge des Vereins lassen darauf schließen, dass


Partnerschaft Kleine Maßnahmen, große Wirkung: Petra Bank und Jan Hoppmann zeigen, wie sich Fenster- und Türgriffe mit einem einfachen Hilfsinstrument leicht bewegen lassen.

insbesondere ältere Menschen die Hilfestellung der Wohnberater in Anspruch nehmen. „Das ist aber nur bedingt richtig“, stellen Petra Bank und Jan Hoppmann vom Kreuzviertel-Verein klar. „Wir beraten jüngere wie ältere Ratsuchende, Mieter, Eigentümer und Wohnungsunternehmen. Bei unseren Beratungsgesprächen geht es um die Beseitigung von Stolperfallen, um Einrichtungsverbesserungen, Hilfsmitteleinsatz, bauliche Fragen und vieles mehr. Bei jedem Gespräch steht für uns die Frage im Mittelpunkt: „Was benötigt dieser Mensch und wie können wir mit kleinen Maßnahmen eine große Wirkung erzielen, damit er so lange wie möglich in seiner eigenen Wohnung leben kann.“

Viele werden mit der Wohnung älter Neben der telefonischen Beratung gehören Hausbesuche, Vorträge und Informationsveranstaltungen zum Leistungsspektrum der beiden hauptamtlichen Kräfte des Kreuzviertel-Vereins. Oft reichen kleine Tipps, um beispielsweise Stolperfallen zu entfernen. Und längst nicht in jedem Fall müssen mehrere Tausend Euro in Umbauten investiert werden, um Hindernisse zu beseitigen. „Manchmal reicht ein Wannenlift aus, um trotz einer körperlichen Einschränkung das Bad nutzen zu können“, weiß Petra Bank aus ihrer 22-jährigen Berufserfahrung. „Und wenn wir mal nicht weiter wissen, dann kennen wir in der Regel jemanden, der weiterhelfen kann. Auch sind wir mit vielen Einrichtungen wie z.B. den Seniorenbüros in den Stadtbezirken bestens vernetzt.“

Gemeinsame Interessen Dennoch steht das Thema »Barrierefreiheit« an vorderster Stelle im Anforderungskatalog. Viele Menschen werden gemeinsam mit ihrer Wohnung älter und bemerken dann erst Jahre nach dem Einzug, dass es Hindernisse gibt. Doch nicht jeder Wohnungseigentümer ist dann bereit oder in der Lage, hohe Summen zu investieren, um diese zu beseitigen. Daher ist der Kreuzviertel-Verein mit vielen Eigentümern und auch Wohnungsgesell-

schaften immer wieder im Gespräch, um bei Neubauprojekten oder Sanierungen die Barrierefreiheit zu berücksichtigen. „Mit vielen kommen wir dabei zu konstruktiven Ergebnissen“, so Jan Hoppmann. „Und insbesondere bei DOGEWO21 rennen wir meist offene Türen ein, das Unternehmen ist schon oft einen Schritt weiter gegangen als andere.“ Der Kreuzviertel-Verein hat sich zudem aktiv in die Entwicklung einer Musterwohnung des Unternehmens an der Landgrafenstraße 85 eingebracht, man kennt und schätzt sich. Was auch DOGEWO21-Pressesprecherin Regine Stoerring bestätigt: „Die Mitarbeiter des Kreuzviertel-Vereins sind gute Praktiker, die uns und unseren Mietern schon viele hilfreiche Tipps gegeben haben. Schließlich gibt es auch ein gemeinsames Interesse: Die Mieter, der Kreuzviertel-Verein und wir möchten gleichermaßen, dass sich alle möglichst lange in unseren Wohnungen wohlfühlen.“ Kontakt Kreuzviertel-Verein: www.kreuzviertel-verein.de E-Mail: kontakt@kreuzviertel-verein.de Telefon/Fax: 0231.12 46 76

»Seehenswerte« Dokumentation Ob Armleuchteralgen oder Grünstreifen, ob Müllentsorgung oder Einzelhandel – es bleibt noch einiges rund um den PHOENIX See und den Stadtteil Hörde zu tun. Das gilt auch für das junge Paar, das ein Grundstück am See gekauft hat und nun mitten in den Planungen steckt. Werden sie bald mit dem Hausbau beginnen können? Die Anwohner-Familie kann sich dagegen entspannt auf ihrer Terrasse mit Seeblick zurücklehnen. Aber wird es mit der Ruhe nicht bald vorbei sein? Seit 2005 begleitet DSW21 das Projekt PHOENIX See mit einer Langzeitdokumentation, die bereits mit einem renommierten Medienpreis ausgezeichnet wurde. Der aktuell siebte Teil »Seehenswert« ist Ende Januar erschienen. Der Film ist online auf www.do21.tv, dem Web-TV von DSW21 auf YouTube, zu finden. Wir verlosen außerdem 20 Mal den aktuellen Film auf DVD sowie 5 Mal ein Paket mit allen bisher erschienenen Filmen. Senden Sie einfach bis zum 20. April eine Mail an gewinnspiel@dsw21.de, Stichwort »PHOENIX See Teil 7« oder »PHOENIX See Teile 1 bis 7«. Name und Anschrift nicht vergessen. Die Gewinner werden aus allen Einsendungen gezogen.

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Meerwert

Wie soll der Spielplatz aussehen? Gerd Mlynczak (Mitte) sammelte beim Orts­termin die Wünsche und Anregungen der zukünftigen Bewohner.

Spielplatzkonzepte auf Hohenbuschei

Kinder planen mit Wie gestaltet man eine Stadt kinder- und familienfreundlich? Ganz einfach – indem man Kinder und Familien in planerische Prozesse mit einbezieht – und das möglichst frühzeitig. Genau das geschieht zurzeit bei der Entwicklung geeigneter Spielplatzkonzepte auf Hohenbuschei. Gerd Mlynczak ist ein engagierter Sozialpädagoge: Der 60-Jährige will Kindern eine Stimme geben und seinen Teil zur familienfreundlichen Stadt Dortmund beitragen. Dazu reist der Leiter des Büros für Kinderinteressen, das dem Jugendamt angeschlossen ist, gerne auch mal mit seinem bunten »Kinderinteressenmobil« durch die Stadt zu Vor-Ort-Terminen. Einen solchen gab es auch im vergangenen Jahr auf Hohenbuschei: „Wir hatten beobachtet, dass die Fläche schon jetzt sehr stark von Spaziergängern und zukünftigen Bewohnern genutzt wird, die sich dort einfach schon mal umsehen wollen“, erklärt Gerd Mlynczak. Nach Rücksprache mit der Hohenbuschei GmbH & Co. KG, die das Gebiet entwickelt und vermarktet, wurde ein Termin Ende September 2011 anberaumt, um vor Ort mit zukünftigen Anwohnern und ihren Kindern ins Gespräch zu kommen. Schnell war die Fläche des späteren

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großen Spielplatzes zentral auf dem Gelände mit Flatterband abgesteckt, „damit man schon mal ein Gefühl für die Dimensionen bekommt“, so Gerd Mlynczak. Dann dauerte es nicht lange, und die ersten Eltern mit ihren Kindern fanden sich ein.

Vorstellungen und Wünsche sammeln Insgesamt kamen über den Tag verteilt rund 30 Kinder, Eltern und Großeltern: „Die waren zunächst mal sehr neugierig und wollten genau wissen, wo welches Gerät hinkommt und wie der zukünftige Spielplatz später aussehen wird“, so Gerd Mlynczak. „Wir wollten aber an diesem Tag von den Leuten wissen, was sie sich für ihren Spielplatz überhaupt wünschen“, so Mlynczak. Ergebnis: Die Fläche sollte leicht hügelig sein, außerdem abwechslungsreich bepflanzt, mit Spiel-


Beteiligung

Das ist eher die (positive) Ausnahme: Kinder dürfen bei der Planung mitwirken.

geräten, die in die Landschaft eingebettet sind und nicht so steril in der Gegend herumstehen. „Also ein richtiger Spielplatz mit »Aufforderungscharakter«, wie wir vom Büro für Kinderinteressen ihn uns immer wünschen“, erklärt Gerd Mlynczak. Beim Ortstermin kristallisierte sich außerdem heraus, dass der Spielplatz, der mit seinen 2.300 m2 recht groß und geräumig ausfallen wird, drei Bereiche beherbergen soll: einen Sandspielbereich für die Kleinen im Vorschulalter, einen Bereich für etwas größere Kinder mit mehr Geräten zum Klettern und Balancieren und einen Bereich für die Teenager mit einladenden »Kommunikationsbereichen«, also „Ecken, an denen man zum Quatschen zusammenkommen kann“, so Mlynczak. Insgesamt werden auf Hohenbuschei drei Spielplätze mit einer Gesamtfläche von 4.100 m2 entstehen, die generell Treffpunkt für alle sein sollen: „Wir stellen uns Spiel- und Aufenthaltsorte vor, an denen Omas und Opas, Eltern und Kinder zusammenkommen und sich über die Generationen hinweg austauschen können“, so Gerd Mlynczak.

Von Landschaftsarchitekten geplant Die vor Ort zusammengetragenen Anregungen wurden an ein Büro für Landschaftsarchitektur weitergegeben, das von der Hohenbuschei GmbH & Co. KG mit der Realisierung des Spielplatzes betraut wurde. „Ich bin gespannt, was am Ende herauskommt“, so Gerd Mlynczak. Zurzeit sind die Planungen in der Abstimmungsphase, „wir hoffen aber, dass möglichst viele unserer Wünsche und auch die Wünsche der zukünftigen Be-

wohner in die Planungen mit einfließen.“ Betreiber des späteren Spielplatzes wird übrigens die Stadt Dortmund sein, die dann auch für die Verkehrssicherheit und Sauberkeit der Anlage Sorge trägt. Deshalb ist ein Dialog mit den Landschaftsarchitekten in einem frühen Planungsstadium sehr wichtig, denn „so können wir frühzeitig besprechen, welche Betreiberstandards für uns gelten und was für die Planung der Spielfläche dahingehend berücksichtigt werden muss“, erklärt Gerd Mlynczak.

Für eine kindgerechte Stadt Bis der neue Spielplatz auf Hohenbuschei gebaut und für die Bewohner dort freigegeben wird, werden noch ein paar Monate vergehen. Mlynczak: „So ist das nun mal in Neubaugebieten: Nicht alles ist sofort fertig und benutzbar.“ Doch die Aussicht auf einen nach neuesten Erkenntnissen geplanten Spielplatz als Treffpunkt für alle Generationen tröstet über die Wartezeit hinweg. Mlynczak: „Solche Spielplatz-Angebote stellen einen großen Schritt hin zu einer kinder- und familienfreundlichen Stadt dar!“ Hohenbuschei-Infos vor Ort und im Netz Informationen über weitere Planungen auf Hohenbuschei erhalten Interessierte und zukünftige Bauherren im Info-Büro auf Hohenbuschei, Adi-Preißler-Allee 7, immer mittwochs und donnerstags von 15.00 Uhr bis 18.00 Uhr sowie jeden ersten Sonntag von 14.00 Uhr bis 16.00 Uhr. Allgemeines zum Baugebiet gibt’s natürlich auch im Internet unter www.hohenbuschei.de.

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Unternehmensverbund DSW21

Schwiegertochter gesucht?!

Die Mutter aller Töchter

Kennen Sie eine Dortmunder Familie mit zehn Töchtern? Natürlich nicht, werden Sie spontan denken. Natürlich doch, sagen wir. Denn der DSW21-Familie und ihren zehn Tochterunternehmen sind Sie in Dortmund garantiert schon öfters begegnet. DSW21, die bewegen doch Bus und Bahn in Dortmund, werden Sie jetzt kontern. Richtig, aber DSW21 ist gleichzeitig auch die Muttergesellschaft von zehn Töchtern. Und diese zehn bewegen noch vieles mehr! Zeit für eine Familienvorstellung!

Die Seekönigin

Dortmunds netteste Vermieterin

geboren am: 4.7.2001, dem Tag, als aus der See-Idee ein echtes Projekt wurde. Beruf: See-Entwicklerin Größte Stärken: - verwandelt Dortmund zur Seestadt - schafft Naherholung und Freizeiträume - sorgt für Wohnraum mit Seeblick - berät vor Ort im Vermarktungsbüro (Hermannstr. 67) Kennenlernen? www.phoenixseedortmund.de

geboren am: 2.10.1997 Gegründet wurde die Dortmunder Gemeinnützige Siedlungsgesellschaft schon 1918, denn Dortmund fehlte preiswerter Wohnraum für die wachsende Bevölkerung. Beruf: verantwortungsvolle Vermieterin (von über 16.000 Wohnungen) Größte Stärken: - bietet Wohnraum zu gutem Preis-Leistungsverhältnis - kennt ihre Kunden persönlich - hält die Extra-Portion Service für selbstverständlich Kennenlernen? www.dogewo21.de

Die Europa-Networkerin geboren am: 1.1.1992 Den Beginn der Luftfahrtgeschichte in Dortmund markiert allerdings das Jahr 1926, als die damalige Dortmunder Flughafen GmbH gegründet wurde. Beruf: Networkerin, sie verbindet Dortmund und die Region Ruhr mit Europa Größte Stärken: - bietet im Terminal ein hohes Maß an Übersichtlichkeit und kurze Wege zu den Gates - ist blitzschnell in der Abfertigung - punktet mit günstigen Parkgebühren Kennenlernen? www.dortmund-airport.de

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geboren am: 12.6.1857, mit Gründung der Dortmunder Actien-Gesellschaft für Gasbeleuchtung, und kräftig gewachsen zwischen 1992 und 2004. Beruf: Mutter und Fachfrau für Infrastruktur in Dortmund Größte Stärken: - Bürgernähe - behält immer den Überblick über ihre Töchter in den Bereichen Mobilität & Logistik, Energie & Wasser, Lebensräume sowie Datennetze Kennenlernen? www.dsw21.de

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Die elegante Büroentwicklerin geboren am: 3.2.2003 Beruf: Entwicklerin und Vermarktungsexpertin für Büroflächen Größte Stärken: - bietet hochwertige Büro­flächen an der »Ophoff-Kreuzung« (Westfalendamm/ Märkische Straße) - maßgeschneiderte Raum- und Ausstattungskonzepte nach Kundenwunsch Kennenlernen? www.westfalentor.de


Familie 21 Die Business-Lady

Das Bewegungswunder geboren am: 10.6.1939 Die damalige Dortmunder Straßenbahnen GmbH verschmolz mit der Dortmunder GasWerk AG und der Dortmunder WasserwerksGesellschaft mbH zur Dortmunder Stadt­ werke AG. Beruf: Anbieterin des ÖPNV in Dortmund und Immobilienentwicklerin Größte Stärken: - Menschen bewegen (über 135 Mio. Fahrgäste pro Jahr) - Entwickeln neuer Lebensräume Kennenlernen? www.dsw21.de

Die schnellste Verbindung geboren am: 26.3.1996 Beruf: Spezialistin für Datennetze und moderne Telekommunikation von Telefonie über Internet, Kabel-TV und Mobilfunk Größte Stärken: - kann sensible Daten optimal schützen (im DOKOM21 Rechenzentrum) - bietet persönlichen Vor-Ort-Service und ist für die Kunden immer ansprechbar - übernimmt Verantwortung für Kinder und Jugendliche in der Region mit dem Programm »schlau & fit« Kennenlernen? www.dokom21.de

geboren am: 27.1.1995, um das ehemalige Kasernenareal in einen attraktiven IT- und Dienstleistungsstandort zu verwandeln. Beruf: Grundstücks­ eigentümerin und Flächenentwicklerin Größte Stärken: - vereint hochwertiges Wohnen mit attrak­ tiven Business-Standortfaktoren - bietet über 150 Unternehmen einen perfekten Standort, künftig auch der Deutschen Bundesbank Kennenlernen? www.stadtkrone-ost.de

Die Überfliegerin

Die Energiegeladene

geboren am: 25.8.1995, damit die Studierenden der TU Dortmund schnell ans Ziel kommen. Beruf: Spezialistin für vollautomatische und fahrerlose Beförderung Größte Stärken - Zuverlässigkeit (Verfügbarkeit von über 99 Prozent) - Dichter Taktbetrieb tagsüber - Rufbetrieb bei geringerer Nachfrage - Unabhängigkeit vom Straßenverkehr Kennenlernen? www.h-bahn21.de

geboren am: 1.1.1995, Teile von DSW und die VEW gingen damals eine zukunftsfähige und spannende Beziehung ein: Entstanden ist daraus DEW21. Beruf: Moderne Energieversorgerin und Netz-Expertin mit dem Drang, sich zu »erneuern« Größte Stärken: - zuverlässige Partnerin - stark in Service und Dienstleistung - denkt nachhaltig - nutzt innovative Chancen - liebt den Wind Kennenlernen? www.dew21.de

Die natürlich Anspruchsvolle geboren am: 28.4.2005, um in der natürlich gewachsenen Umgebung eines ehemaligen Kasernen-Areals individuelle Wohnräume zu schaffen. Beruf: Flächen­ entwicklerin und Vermarktungsexpertin Größte Stärken: - ermöglicht individuelles, anspruchsvolles Wohnen inmitten einer natürlich gewachsenen Umgebung - passgenaue Entwicklung von Flächen für Freizeit-, Wellness- und Gewerbenutzung Kennenlernen? www.hohenbuschei.de

Die Logistikerin geboren am: 1.10.1950, übrigens, der Hafen selbst ist weitaus älter: Am 11.8.1899 wurde er von Kaiser Wilhelm II eingeweiht. Beruf: Logistikerin und Motor für IndustrieAnsiedlungen im Hafengebiet Größte Stärken: -H  eben schwerer Dinge (über 5 Mio. Warenumschlag und -transport) -P  raktizierter Umweltschutz (durch Transport via Schiff und Eisenbahn statt per LKW) Kennenlernen? www.dortmunder-hafen.de

Übrigens: Die Geburts­ tage aller Töchter sind die Daten, an denen die Töchter in die »21-Familie«, also in den Unternehmensverbund DSW21 »geboren« wurden.

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Weitgehend stufenlos

Generationswechsel hat auch Hürden beseitigt Von den 47 neuen Niederflurbahnen sind seit Ende 2007 insgesamt 45 in Dortmund angekommen. Auf den Stadtbahnlinien U43 und U44 werden diese nun ausnahmslos eingesetzt. Bereits vollständig hat die ältere Fahrzeuggeneration, die zwischen Januar 1979 und Dezember 2011 im Einsatz war, Dortmund in Richtung Danzig verlassen. Dort sind insgesamt 46 Bahnen von den Danziger Verkehrsbetrieben runderneuert worden und fahren nun in der polnischen Ostseestadt.

Während die einen bedauern, dass die Zeit der sogenannten N8-Straßenbahnen in Dortmund vorbei ist, freuen sich die anderen, dass mit den neuen Fahrzeugen vom Typ NGT8 auch auf der Ost-West-Strecke in Dortmund ein kräftiger Schritt in Richtung Barrierefreiheit unternommen wurde. Denn die Niederflurbahnen haben gegenüber ihren Vorgängern neben vielen Neuerungen den entscheidenden Vorteil, dass sie mittlerweile an den meisten Haltestellen einen barrierefreien Ein- und Ausstieg bieten. Davon profitieren vor allem ältere Fahrgäste, Menschen mit Behinderungen oder Nahverkehrskunden, deren Nachwuchs noch im Kinderwagen sitzt. 29 von 43 Haltestel-

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len zwischen Marten und Wickede sowie auf dem Abschnitt in Richtung Westfalenhütte sind inzwischen entsprechend ausgebaut, die Haltepunkte Ruckebierstraße auf dem Asselner Hellweg und In den Börten (Brackel) folgen in den nächsten Monaten. Und wie ist die Perspektive für die dann noch verbleibenden zwölf Haltestellen? „Wir als Betreiber des Dortmunder Nahverkehrs haben das umgesetzt, was wir bei Inbetriebnahme der neuen OstWest-Strecke im April 2008 versprochen haben“, so Diethard Wippermann, Leiter der »Trasse« bei DSW21. „Mehr als zwei Drittel aller Haltestellen


Weitgehend stufenlos Eine Anhebung der Bahnsteige allein reicht hier nicht aus. Barrierefrei sind die Haltestellen entlang der B1 erst dann, wenn auch die Straße stufenlos überquert werden kann.

auf dieser Strecke sind umgebaut. Für die übrigen Haltepunkte, z.B. auf der Rheinischen Straße oder auf dem Hellweg, müssen zunächst grundsätzliche Fragen geklärt werden, die wir nicht beantworten können: Wie soll in Zukunft der vorhandene Verkehrsraum aufgeteilt werden? Ist man bereit, beispielsweise an der Rheinischen Straße die Zahl der Fahrspuren von vier auf zwei zu reduzieren, um Platz für einen 60 Meter langen Bahnsteig zu schaffen?“

mund halten weiterhin daran fest, die B1 ab Höhe Kohlgartenstraße unterirdisch in Richtung Osten zu verlegen. Das muss bei jeder Haltestellenplanung berücksichtigt werden. Wohl kaum einer hätte Verständnis dafür, wenn wir jetzt die fünf Stadtbahnhalte mit hohen Bahnsteigen und Aufzügen ausstatten und wenn dann nach Fertigstellung des B1-Tunnels alles noch mal verändert werden müsste. Dennoch sind wir uns mit der Stadt Dortmund darin einig, dass wir mit einem barrierefreien Umbau der Haltestellen nicht warten können, bis die B1-Untertunnelung umgesetzt ist.“ Insbesondere die Haltestelle Kohlgartenstraße bereitet dabei große Probleme, eine Zusammenlegung der Haltepunkte Kohlgartenstraße und Voßkuhle westlich der Kreuzung Voßkuhle wäre eine denkbare Variante.

Guter Wille vorhanden Der gute Wille ist bei allen Beteiligten vorhanden und wird auch darin sichtbar, dass von den 125

Auch U47 im Blickfeld Aber nicht nur auf der Ost-West-Strecke, sondern auch an insgesamt acht Haltestellen zwischen Huckarde und Aplerbeck (Linie U47) gibt es Veränderungsbedarf, um letzte Hürden zu beseitigen. Am Abzweig Huckarde werden in den Sommerferien die Bahnsteige angehoben, sodass ab Ende August auch hier ein barrierefreier Zugang möglich ist. An der Haltestelle Märkische Straße sind zwei Aufzüge in Planung, damit auch der Ausgang und der Bahnsteig der Stadtbahnanlage ohne Stufen zu erreichen sind. Ende dieses Jahres beginnen die Arbeiten, sodass die U47 künftig die B1 unmittelbar vor der bestehenden Einmündung nach Aplerbeck unterqueren kann. In diesem Zusammenhang werden die Haltstellen Vahleweg und Allerstraße zu einem neuen, stufenlos erreichbaren Haltepunkt zusammengelegt. Während es dazu bereits konkrete Planungen und Konzepte gibt, bereiten die Haltestellen Kohlgartenstraße, Voßkuhle, Lübkestraße, Max-EythStraße und Stadtkrone Ost inmitten der B1 größere Probleme. Helmut Eder, Leiter der Abteilung »Bahnbau« bei DSW21: „Bund und Stadt Dort-

Wiedererkannt? Die ehemaligen »Dortmunder« wurden von den Danziger Verkehrsbetrieben runderneuert und aufgehübscht – sind aber nach wie vor nicht barrierefrei.

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Weitgehend stufenlos Hier passt es. An 29 von 43 Haltestellen ist ein barrierefreier Zugang aus dem bzw. in den »NTG8« möglich.

Stadtbahnhaltestellen in Dortmund 99 stufenlos zu erreichen sind. Für die Nachrüstung von Aufzügen an der Märkischen Straße, an der Münsterstraße und am Rombergpark liegen Planungen vor, am Abzweig Huckarde, an der Haltestelle In den Börten sowie an der Ruckebierstraße werden die Umbauten noch in diesem Jahr abgeschlossen. Im nächsten Jahr wird die Haltestelle Betriebshof Dorstfeld für den barrierefreien Zugang umgebaut. Das Stadtbahnbauamt ist zurzeit dabei, die Rampen an den Haltepunkten Droote, Flughafenstraße und Kirchderne (Linie U42) so zu erneuern, dass sie von Rollstuhlfahrern gefahrlos genutzt werden können. Diethard Wippermann und Helmut Eder: „Auch dank der neuen Fahrzeuggeneration NGT8 haben wir einen großen Schritt unternommen, damit mobilitätseingeschränkte Fahrgäste die Stadtbahn nutzen können. Wir werden weiter daran arbeiten, auch wenn wir für fünf von derzeit 125 Haltestellen noch nicht den Durchbruch erzielt haben.“

Busschule und Rollatortraining Neben der Beseitigung von Barrieren setzt DSW21 auch sehr stark auf ein Verhaltenstraining für jüngere wie ältere Generationen. In der »BusSchule« und beim »Rollatortraining« übt DSW21Mitarbeiter Ralf Becker ganz gezielt die sichere Fahrt mit Bussen und Bahnen. So wichtig der barrierefreie Ein- und Ausstieg auch ist, so ist es ebenso unerlässlich, sowohl an der Haltestelle als auch im Fahrzeug aufmerksam zu sein, um sicher ans Ziel zu kommen. Wir haben Ralf Becker zu den beiden Trainingseinheiten befragt.

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Herr Becker, worum geht es in der »BusSchule« und beim Rollatortraining? „Grundsätzlich um die Erhöhung der Sicherheit in öffentlichen Verkehrsmitteln für junge wie ältere Fahrgäste. Mit der »BusSchule« bieten wir Grundschulen ein verkehrspädagogisches Komplettprogramm an, in dem Schülerinnen und Schüler der 4. Klassen ganz gezielt an das richtige und sichere Verhalten in öffentlichen Verkehrsmitteln herangeführt werden. Das Rollatortraining richtet sich dagegen an ältere und mobilitätseingeschränkte Menschen.“ Bleiben wir mal beim Rollatortraining. Wie läuft so eine Trainingseinheit ab? „Zuerst geben wir Tipps zum sicheren Ein- und Ausstieg in Busse und Bahnen. Wir erklären zum Beispiel, dass es wichtig ist, sich bereits an der Bushaltestelle z.B. durch Handzeichen als mobilitätseingeschränkter Fahrgast bemerkbar zu machen. So wird der Fahrer sofort darauf aufmerksam, dass Sie beispielsweise einen Rollator dabei haben und an der zweiten Tür einsteigen möchten. Dort befindet sich übrigens auch die sogenannte Mehrzweckfläche, die mobilitätseingeschränkte Menschen für eine Fahrt nutzen sollten.“ Was bedeutet die Bezeichnung »Mehrzweckfläche«, und wie verhalte ich mich dort? „Die Mehrzweckfläche ist eine freie Fläche direkt an der zweiten Bustür. Entsprechende Schilder weisen die Benutzung für Rollstuhlfahrer sowie für Menschen mit Rollator oder Eltern mit Kinderwagen aus. Rollstuhlfahrer »parken« dort mit an-


Weitgehend stufenlos

Auch bei Schnee und Eis wird trainiert. Nach Ausklappen der Rampe kann Ralf Becker den Fahrgast im Rollstuhl mühelos in den Bus bewegen. Ein dringender Appell an alle Fahrgäste, die auf einen Rollator angewiesen sind: Bitte während der Fahrt niemals darauf sitzen.

gezogener Handbremse entgegen der Fahrtrichtung. Eltern bleiben bei ihrem ebenfalls entgegen der Fahrtrichtung abgestellten, abgebremsten Kinderwagen. Wer mit seinem Rollator unterwegs ist, sollte diesen – natürlich auch mit angezogener Handbremse – ebenfalls dort abstellen. Mein dringender Appell: Bitte niemals daraufsetzen! Im Falle eines Bremsmanövers sind Sie dort nicht sicher, es besteht die Gefahr, dass Sie den Halt verlieren und mitsamt Rollator umkippen. Nutzen Sie stattdessen einen der Klappsitze, die an der Mehrzweckfläche zur Verfügung stehen.“ Und wenn dort schon besetzt ist? „Dann bitten Sie einen anderen Fahrgast, aufzustehen und für Sie Platz zu machen. Sprechen Sie die Menschen dabei immer direkt an. Ein in die Runde gefragtes „Kann jemand bitte aufstehen, ich möchte mich setzen“ ist nicht zielführend. Dann fühlt sich nämlich keiner angesprochen. Sie werden merken: Ihre Mitfahrer sind viel zuvorkommender, als Sie zunächst denken.“ Also immer zuerst den Kontakt zu anderen suchen? „Genau. Beim Einstieg dürfen Sie sich auch getrost helfen lassen – entweder vom Fahrpersonal oder von anderen Fahrgästen. Wenn Sie ohne Rollator oder Rollstuhl unterwegs sind und vorne einsteigen, sagen Sie dem Fahrer, dass Sie unsicher auf den Beinen sind und er bitte erst dann losfahren soll, wenn Sie sitzen. Wählen Sie Ihren Sitzplatz so aus, dass ein Halteknopf in erreichbarer Nähe ist. So können Sie den Fahrer frühzeitig über Ihren Haltewunsch informieren und müssen nicht quer durch den fahrenden Bus laufen. Als Rollator- oder Rollstuhlfahrer sollten Sie Ih-

ren Haltewunsch außerdem möglichst immer über die mit einem Rollstuhlsymbol gekennzeichnete Haltewunschtaste auf der Mehrzweckfläche anzeigen. So ist der Fahrer in der Lage, Ihnen bei Ihrem Ausstieg die nötige Zeit und Aufmerksamkeit zu schenken. Übrigens: Vorwärts ein- und rückwärts aussteigen ist sowohl mit dem Kinderwagen als auch mit dem Rollator wichtig. Denn vorwärts könnten die Vorderräder des Rollators zwischen Bordstein und Fahrzeugkante geraten und Sie aus dem Gleichgewicht bringen. Wenn Sie im Rollstuhl unterwegs sind, haben Sie bitte Verständnis dafür, dass Busrampen vom Fahrpersonal aus technischen Gründen nur an Haltestellen mit erhöhtem Bordstein ausgeklappt werden können. In jedem Falle ist das Fahrpersonal Ihnen beim Ausstieg behilflich.“ An wen kann ich mich wenden, wenn ich selbst einmal am Rollatortraining teilnehmen möchte? „Wir bieten zweimal im Jahr kostenlose Trainings an. Losgelöst vom Linienbetrieb und ohne Zeitdruck erhalten Sie dort praktische Tipps und Informationen. Für diese Termine brauchen Sie sich nicht anmelden, sondern können einfach dazustoßen. Ab einer Gruppe von fünf Personen bieten wir aber auch individuelle Sondertermine an.“ Herr Becker, vielen Dank für das Gespräch. Die nächsten »freien Trainings« finden am 10.05.2012 sowie am 25.10.2012 jeweils ab 14.00 Uhr statt. Treffpunkt ist das Wilhelm-Hansmann-Haus, Märkische Straße 21. Nähere Informationen erteilt Ralf Becker außerdem auch telefonisch unter 0231.955-33 23.

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Weichenstellung für Studierende

Bahnsteig erweitert Nicht nur sie, aber insbesondere die 25.000 Studierenden der TU Dortmund und die rund 3.500 Mitarbeiter der Hochschule werden sich freuen, dass die Bahn ein kleines, doch entscheidendes Stückchen gewachsen ist. Denn die H-Bahn-Haltestelle Campus Süd hat ein zusätzliches, ca. 70 Meter langes Gleis samt Bahnsteig erhalten. In Spitzenzeiten können jetzt stündlich bis zu 2.160 statt 1.080 Fahrgäste allein mit der Linie 2 (Campus Süd – Campus Nord) bewegt werden. Eigentlich ist es ein kleiner Zufall, dass es die vollautomatische, fahrerlose H-Bahn überhaupt gibt. Denn als in den sechziger Jahren mit dem Bau der Dortmunder Universität begonnen wurde, ging es zunächst mit einem Bauabschnitt los, der nur als Übergangslösung gedacht war: mit dem »Aufbau- und Verfügungszentrum« (AVZ), dem heutigen Campus Süd. Doch aus der Übergangslösung wurde etwas Dauerhaftes: Zwar erhielt die Uni wie vorgesehen ihr Zentrum im Bereich des heutigen Campus Nord, doch auf die »Südseite« konnte man dauerhaft nicht verzichten. Und damit stellte sich die Frage, wie der etwa ein Kilometer lange Weg zwischen den beiden Campus-Teilen in kurzer Zeit bewältigt werden kann. Die Straßenverbindung schlängelte sich durch das dörfliche Groß-Barop und das Pendeln mit dem Auto war und ist aufgrund der Parkplatzsituation nicht ratsam. Damit Studenten und Mitarbeiter auf kurzen und schnellen Wegen von Nord nach Süd und umgekehrt gelangen, wurde mit der H-Bahn eine Lösung geschaffen, die schnell Vorzeige-Charakter hatte.

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Am 2. Mai ist es bereits 28 Jahre her, dass die HBahn erstmals zwischen Campus Süd und Campus Nord flitzte und damit den Studierenden und Mitarbeitern der Universiät fortan durch die gerade mal 120 Sekunden dauernde Fahrt lange Fußwege ersparte. Und weil sich die vollautomatische Hängebahn schnell einer großen Beliebtheit erfreute, ließen Ausbau-Überlegungen nicht lange


»Studentenbewegung« Drei auf einen Streich: Die Haltestelle Campus Süd bietet jetzt Platz für ein H-Bahn-Trio.

95 neue Ticket­automaten

auf sich warten. Ende 1993 wurde eine zweite Verbindung von Eichlinghofen über Campus Süd bis Universität S in Betrieb genommen und diese zehn Jahre später bis zur heutigen Endstelle Technologiezentrum verlängert (Linie 1).

Einmal Mensa und zurück Dagegen ist die jetzt abgeschlossene dritte Erweiterung eher gering, bringt aber dennoch eine erhebliche Verbesserung. H-BAHN21-Geschäftsführer Rolf Schupp: „Das Fahrgastaufkommen ist in den letzten Jahren erheblich gestiegen. Das hat zum einen mit gestiegenen Studierendenzahlen und mit den neueren Studiengängen und -bedingungen zu tun, zum anderen mit universitätsinternen Veränderungen. Vor einigen Jahren wurde die Mensa am Campus Süd geschlossen, seither müssen sich die Mensagäste zum Campus Nord begeben. In Stoßzeiten reicht dann die Kapazität nicht mehr aus, um alle Fahrgäste mitzunehmen. Deshalb mussten wir uns etwas einfallen lassen.“ Es ist zwar eine kleine Lösung, aber die hat es in sich. Am Campus Süd wurden eine neue Weiche, ein ca. 70 Meter langer Fahrweg und ein neuer Bahnsteig inklusive Haltestellengebäude errichtet. Zudem wurde das vollautomatische Betriebssystem der H-Bahn an die neuen Gegebenheiten angepasst. Das alles musste natürlich von langer Hand geplant und vorbereitet werden, war aber weniger aufwendig und vor allem preiswerter als der Bau einer komplett neuen Strecke zwischen den beiden Campusteilen. Mit Inbetriebnahme der Erweiterung kann nun bei Bedarf 24 Mal pro Stunde und Richtung zwischen Campus Süd und Campus Nord gefahren werden, sodass in einer Stunde bis zu 2.160 Fahrgäste mit der H-Bahn-Linie 2 bewegt werden können.

Bis zu den Sommerferien werden insgesamt 95 neue Ticketautomaten in Dortmund aufgestellt. Diese sind so vielseitig, dass sie selbst ihre gerade mal zehn Jahre alten »Kollegen« schon wieder alt aussehen lassen. Sie akzeptieren alle Münzen zwischen fünf Cent und zwei Euro sowie Bank­noten und die Geldkarte, beherrschen sechs Fremdsprachen, berücksichtigen Belange von Menschen mit Behinderungen (z.B. Vergrößerung der Bildschirmdarstellung, tiefer liegender Münzeinwurf und Bildschirm), verbrauchen weniger Strom und haben wichtige Zusatzfunktionen: Sie enthalten ein Lesegerät zur Anzeige von Chipkarten-Daten, ermitteln eine Fahrplanauskunft, die auch ausgedruckt werden kann, und: Wer bei einer Kontrolle ohne Fahrschein angetroffen wurde, kann das erhöhte Beförderungsentgelt künftig an den Automaten einzahlen. Neben DSW21 erhalten auch die Verkehrsunternehmen in Düsseldorf, Duisburg und Essen die neuen »Kraftpakete«. In der Kooperation »Spurwerk« arbeiten alle NRW-Stadtbahnunternehmen seit einiger Zeit zusammen und bestellen gemeinsam, wenn Bedarf besteht. Der Auftrag ging übrigens an das Dortmunder Unternehmen ICA Traffic GmbH in Dorstfeld, das insgesamt 299 Automaten für die vier Unternehmen liefert. Die ersten beiden sind bereits seit Dezember an den Haltestellen Westfalenhallen und Flughafenstraße in Betrieb.

30 Meter lang und 60 Tonnen schwer ist die neue Weiche, die Ende November 2011 montiert wurde.

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Schnupper-Praktika

48 Mitglieder bringen frischen Wind

Großfamilie im Aufwind

Lange Zeit drehte sich der 1997 errichtete Airwin alleine im Wind. Seit 2005 leisten ihm seine drei Schwestern Ellwira I, II und III bei der sauberen Stromerzeugung für DEW21 Gesellschaft. Richtig groß ist die Windkraftfamilie aber erst seit den Jahren 2010 und 2011, als die Verwandtschaft aus Alzheim und Alsleben hinzukam. Die wilden Schwestern Die drei jüngeren Schwestern Ellwira I, II und III gehören seit gut sieben Jahren zur Windkraftfamilie von DEW21. Die drei Windräder des Typs Enercon E-70 haben eine Nabenhöhe von 114 Metern und eine Leistung von je 2 MW. Die Rendite für die Zertifikatsinhaber lag für das Windjahr 2011 bei 4,3 %.

Airwin

Der ältere Bruder Bereits im 15. Jahr hält der Veteran Airwin in Dortmund-Oespel seine Flügel in den Wind. Der ältere Bruder in der Familie ist ein Windrad des Typs Enercon E-40 und hat eine Nabenhöhe von 63 Metern und eine Leistung von 500 kW. Die Inhaber seiner Zertifikate konnten sich für das Windjahr 2011 über eine Rendite von 3,9 % freuen.

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Ellwira


Windenergie Alsleben

das Ende der gar nicht so windigen Familiengeschichte noch nicht erreicht: Jährlich sollen 10 bis 15 MW regenerative Eigenerzeugung hinzukommen. Das Ziel ist es, den Anteil der eigenerzeugten erneuerbaren Energien bis 2020 auf mindestens 25 Prozent zu erhöhen. Die auswärtigen Verwandten Für frischen Wind sorgen seit 2010 die 37 Anlagen in Alsleben in Sachsen-Anhalt. Die Windräder des Typs General Electric 1,5 SL haben eine Nabenhöhe von 98 Metern und eine Leistung von je 1,5 MW (zusammen 55,5 MW) und stammen aus den Jahren 2006 bis 2008.

Alzheim

Der junge Nachwuchs Der jüngste Familienzuwachs sind seit 2011 sieben Windräder aus dem rheinland-pfälzischen Alzheim. Die Windkraftanlagen des Typs Vestas V90 haben eine Nabenhöhe von 105 Metern und eine Leistung von je 2 MW, zusammen also 14 MW. Eine starke Familie Alle DEW21-Windräder erzeugten im Jahr 2011 zusammen rund 122,5 Millionen kWh Strom. Dies würde ausreichen, um rund 35.000 Durchschnittshaushalte jährlich mit Strom zu versorgen. Würde man diese Strommenge in einem konventionellen Kraftwerk erzeugen, würde das Klima hierdurch mit rund 93.000 Tonnen CO2 mehr belastet werden. Rückenwind Schon heute gehört der Lokalpatriot DEW21 mit 94 MW Leistung aus regenerativen Energien, davon allein 76 MW aus Windkraft, im Bereich der ökologischen Energieversorgung zu den führenden Kommunalversorgern in NRW. Und damit ist

Generation 50+ hat gute Chancen

Bereits dreimal ist DSW21 für sein Personalkonzept mit dem Titel »PRO AGE« ausgezeichnet worden. PRO AGE steht für »Programm für Alternsgerechte Arbeit – Gesundheit – Entwicklung« und dieses wiederum dafür, ältere Arbeitnehmer optimal in den Arbeitsprozess zu integrieren. Zwei wesentliche Aspekte des Programms sind, dass im Fahrdienst zum einem verstärkt ältere Mitarbeiter eingestellt und zum anderen Mischarbeitsplätze geschaffen werden, um die Fahrdienstuntauglichkeit zu vermeiden. So sind bereits 30 Mitarbeiter/-innen mittlerweile im Wechsel als Fahrer und Service-Mitarbeiter tätig. Flexible Arbeitszeiten – sowohl in der Verwaltung als auch im Fahrdienst – und eine aktive Gesundheitsförderung haben ein Übriges dazu beigetragen, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dem beruflichen Alltag noch besser gewachsen sind. PRO AGE wurde in den vergangenen Jahren bereits dreimal gewürdigt: Im Februar 2008 erhielt es einen Preis des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales, im gleichen Jahr das Dortmunder Personalmanagementprädikat. Im Herbst 2011 wurden die Bemühungen um alternsgerechte Arbeitsplätze sogar in den Vereinigten Staaten prämiert. In Chicago gehörte das Unternehmen beim Wettbewerb der amerikanischen gemeinnützigen und unabhängigen Organisation AARP zu den »ausgezeichneten« Arbeitgebern für Mitarbeiter, die älter als 50 sind.

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In so einem hölzernen Traum stecken unzählige Arbeitsstunden.

Bootswerft Baumgart am PHOENIX See

Glänzende Träume In direkter Nachbarschaft zum PHOENIX See hat Stefan Baumgart, Boots- und Schiffsbaumeister, gemeinsam mit Vater Norbert im Jahre 2007 die Bootswerft Baumgart gegründet – und sich damit einen Kindheitstraum erfüllt.

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Zwei Generationen am See Die eigene Werft – ein Lebenstraum von Stefan und Norbert Baumgart (v.li.).

auf die Restauration und Renovierung alter Holzboote zu legen. „Nach Firmengründung habe ich kleinere Boote zunächst im Betrieb meines Vaters bearbeitet“, erzählt Stefan Baumgart: „Relativ schnell wurde aber klar, dass der Platz dort nicht ausreicht. An manchen Booten werden im Zuge einer Restauration bis zu 90 Prozent der Teile ausgetauscht, da steht so ein Schiff schon mal mehrere Monate in der Halle.“

„Als ich 2001 das Grundstück hier am Hinteren Remberg kaufte, lag der PHOENIX See noch in ganz weiter Ferne“, erinnert sich Stefan Baumgarts Vater Norbert. Gerade erst hatten die Chinesen das alte Hüttenwerk demontiert und in Kisten verpackt – „kein Mensch dachte hier damals an Wassersport und Freizeitvergnügungen“, so Norbert Baumgart. Trotzdem wollte sich der Vater durch den Grundstückskauf die Möglichkeit offenhalten, dort irgendwann einen kleinen Bootsbaubetrieb in Ergänzung zu seinem an der Hörder Hermannstraße angesiedelten Betrieb für Karosseriebau und Lackiererei zu gründen – von einer Bootswerft in der heutigen Dimension war zu der Zeit allerdings noch keine Rede.

So entstand am Hinteren Remberg die Bootswerft Baumgart, die heute über eine moderne Werfthalle mit Hallenkran für Schiffe mit einer Gesamtlänge von maximal 20 Metern, eine Lackierhalle und ein Testbecken zur Ermittlung von Leckstellen, Bestimmung der Schwimmwasserlinie sowie für die Endkontrolle von Schiffen mit maximal 1,70 Metern Tiefgang verfügt. Insgesamt sieben Mitarbeiter beschäftigt Stefan Baumgart, zwei davon sind Auszubildende. Bei seiner Arbeit schätzt Stefan Baumgart nicht nur die Arbeit an den Booten, sondern auch den Kontakt zu den Besitzern, die ihre Schmuckstücke zur Reparatur in die Werft geben. „Im Laufe der Arbeiten kommt es häufig vor, dass ein Eigner uns regelmäßig besucht um zu schauen, wie die Arbeiten an seinem Boot vorangeschritten sind“, so Stefan Baumgart. „Da ergeben sich immer wieder sehr nette Kontakte.“

Dabei hätte man es bereits damals ein bisschen vorhersehen können: Beide, Vater und Sohn, eint die Liebe zu Wasser und Wassersport. Norbert Baumgart segelt seit seinem 18. Lebensjahr, Sohn Stefan setzte seinen Fuß sogar schon im zarten Alter von zwei Jahren auf die väterliche Jolle. Beide fahren außerdem leidenschaftlich Wasserski – jede freie Minute hat also irgendwie mit Wassersport zu tun. Daher wurden Stefan Baumgarts Pläne, auch beruflich in diese Richtung zu gehen, immer konkreter und führten schließlich zu einem Praktikum in einer Werft, bei der er kurz darauf auch seine Lehre zum Bootsbauer absolvierte. Nach der Abschlussprüfung – die er übrigens als Bester bestand – ging es als Bootsbaugeselle für einige Monate in die Schweiz zum traditionsreichen Holz-Motorboot-Bauer Boesch, danach zur Meisterschule nach Lübeck/Travemünde und von dort dann wieder zurück nach Dortmund.

Stefan Baumgart und seine Mitarbeiter haben gut zu tun: Durchaus ein halbes bis dreiviertel Jahr im Voraus sollten Schiffseigner Kontakt zur Werft aufnehmen, wenn sie eine umfassende Renovierung oder Restauration ihres Bootes planen. „Kleinere Arbeiten können wir aber immer auch dazwischenschieben“, so Stefan Baumgart. Bei so viel Arbeit bleibt nicht viel Zeit für Hobbys und Privates – umso mehr freuen sich Stefan und Norbert Baumgart auf den Moment, wenn der PHOENIX See für die Benutzung freigegeben wird. „Das ist doch das Schönste: Nach Feierabend noch einen Schlag segeln, darauf freue ich mich total“, so Stefan Baumgart. Und sein Vater Norbert bringt es auf den Punkt: „Ein See mitten in der Stadt, quasi direkt vor unserer Haustür mit allen dazugehörigen Freizeitmöglichkeiten: die ideale Form der Entspannung – und für unsere Werft das Tüpfelchen auf dem i!“

Zu dem Zeitpunkt stand für Stefan Baumgart bereits fest, zusammen mit seinem Vater eine Werft zu gründen und sein Augenmerk insbesondere

Weitere Informationen zur Bootswerft Baumgart gibt es auch im Internet: www.bootswerft-baumgart.de.

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Flugzeug-Generationen am Dortmund Airport

Alte Tante trifft junge Überflieger

Mit Beginn des Sommerflugplans bezieht traditionell die Ju 52 Quartier am Dortmund Airport, ihres Zeichens übrigens die älteste Maschine, die in Deutschland noch als Verkehrsflugzeug zugelassen ist. Auf dem Dortmunder Vorfeld parkt die »Grande Dame« der Luftfahrt dann Nase an Nase mit modernen Hightech-Maschinen. Hier treffen Flugzeuggenerationen aufeinander.

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Luftfahrt

Propeller-Triebwerk der Tante Ju (li.): 600 PS Jet-Turbine des A319 (re.): 20.000 PS

Gebaut wurde die Tante Ju im Jahr 1936, als erstes freitragendes Verkehrsflugzeug mit drei Motoren und ganz aus Metall. Damals gab es noch Kritiker, die überzeugt waren, Metallflugzeuge seien – anders als Maschinen aus Holz – viel zu schwer, um zu fliegen. Die Ju bewies das Gegenteil und galt mit ihrem dreifachen Triebwerk als besonders sicher. Zur damaligen Zeit der einmotorigen Verkehrsflugzeuge kam es häufig zu Notlandungen, da die Propeller-Triebwerke nicht lange hielten. Die Junkers 52 eröffnete daher erstmalig die Chance, auch beim Ausfall eines Triebwerks sicher den Zielort zu erreichen.

Sicherheit heute selbstverständlich „Für uns heute ist ein Triebwerksausfall im Grunde ein Ding der Unmöglichkeit“, erzählt Florian Weyers. Der 29-Jährige ist Pilot bei Germanwings und Teil der Generation, die bereits mit absolut sicheren Maschinen aufgewachsen ist. Sein A 319 hat zwar »nur« zwei Triebwerke. Dafür aber Jet-Turbinen, die mit umgerechnet je 20.000 PS heutzutage so stark sind, dass der 60 Tonnen

schwere Airbus locker mit nur einem fliegen würde. Zum Vergleich: Die Propeller der Ju 52 schaffen je 600 PS. Mit ihren großen Glasflächen und den zarten Metallverstrebungen erinnert die Pilotenkanzel der Tante Ju ein wenig an ein Gewächshaus. Das Cockpit von der Germanwings-Maschine dagegen hat nur dort Fenster, wo sie wirklich zur Navigation benötigt werden. Überhaupt werden die Pilotenplätze in Verkehrsflugzeugen inzwischen aufgrund des 11. September 2001 mit Sicherheitstüren von der Passagierkabine getrennt. Viel offener gibt sich da noch die Tante Ju: Hier können die Gäste dem Kapitän buchstäblich über die Schulter schauen.

Technische Evolution Ein Blick in die Cockpits von Ju und Airbus genügt, um festzustellen, dass sich in den exakt 63 Jahren, die zwischen beiden Fliegern liegen, technisch vieles verändert hat. Zwischen Kapitän und

»Computershop« versus »Uhrenladen«. Ein Blick ins Airbus Cockpit von Florian Weyers (li.) offenbart den Altersunterschied zur Junkers 52, die hier von Kapitän Georg Kohne geflogen wird (re.).

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Luftfahrt

Ergonomisch und gewichtsoptimiert: Sitzkomfort des 21. Jahrhunderts.

Co-Pilot, dort, wo in der Ju 52 noch ein Flugingenieur Platz nimmt, befindet sich bei heutigen Flugzeugen ein langes Schaltpult. Neben den Schaltungen für jedes Triebwerk befindet sich hier ein Computerpanel, über das die Piloten ihr Flugzeug mit sämtlichen Daten füttern. Routenund Wetterdaten sind nur ein Bruchteil der Informationen, die die Piloten dadurch grafisch aufbereitet auf insgesamt acht verschiedenen Monitoren angezeigt bekommen. Mit ihren zahlreichen mechanischen Anzeigen sieht die Junkers von 1936 dagegen aus wie ein kleiner Uhrenladen. „Überhaupt funktioniert bei uns das meiste, was in den ersten Passagierflugzeugen noch mechanisch lief, längst elektronisch“, erklärt Florian Weyers. »Fly by wire« nennt sich die Technologie, die z. B. dafür sorgt, dass Piloten heute per Joystick fliegen. Obwohl auch die großen mechanischen Holzlenkräder der Ju aufgrund intelligenter Bauweise mit geringem Kraftaufwand zu bedienen sind, haben sie längst Museumscharakter. Die Signale, die Florian Weyers über seinen Joystick gibt, werden hingegen sogar per Computer nachjustiert. „Derzeit gibt es übrigens viele computerbasierte Anzeigen auch nochmals als manuelles Backup“, erklärt der junge Pilot. „Mit der Weiterentwicklung der Technik werden diese aber immer weniger.“ Außerdem wird heutzutage mittels teilweise dreifacher Redundanz von Anzeigen einem Systemausfall vorgebeugt.

Die gute Tante In den 40er-Jahren war die Ju 52 das erste wirklich sichere Verkehrsflugzeug, eins, auf das man sich verlassen konnte. Im Zweiten Weltkrieg wurde sie zudem als Sanitätsflugzeug eingesetzt und waren für viele die Retterin aus größter Not – eine echt gute Tante eben.

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Fensterplatz und Alcantara-Leder: Sitzkomfort der Tante Ju.

Maschinen, die in der heutigen Luftfahrt als gute Tante punkten möchten, müssen vor allem umweltfreundlich und leise fliegen. Während Sicherheit inzwischen eine Selbstverständlichkeit ist, wird weiter an den Nachhaltigkeitsaspekten getüftelt, und das bis ins kleinste Detail. Bei Germanwings wurde beispielsweise vor kurzem der Aschenbecher aus der Pilotenkabine verbannt. „Rauchen dürfen wir ohnehin nicht“, erklärt Weyers, „und wir sparen 300 Gramm ein.“ Beim Gedanken an überladene Urlaubskoffer erscheint das geradezu marginal. Bei der Menge von Flügen und Maschinen der gesamten Airline macht sich die Kerosinersparnis allerdings klar bemerkbar. Kurzum: Mit der Effizienz eines Airbus des 21. Jahrhunderts kann die alte Tante mit ihren 16 Passagiersitzen natürlich nicht mithalten. Dafür versprüht sie einen außergewöhnlichen Charme: Wer mit der Ju fliegt, nimmt in Ledersesseln Platz und hat einen Fensterplatz garantiert. Die Gäste können beobachten, wie sich die Propeller drehen, und in der Dämmerung sogar die Abgasflamme am Auspuff erkennen. Die gute alte Tante besitzt eben einen Kultfaktor, mit dem sie so manchen modernen Überflieger in den Schatten stellt.


Seniorenwohnen

Schon im Winter 2012/2013 bezugsfertig: das neue Seniorenpflegezentrum am Rande der Stadtkrone Ost.

Der Mensch im Mittelpunkt

Gemeinsam statt einsam Wer im Alter pflegebedürftig wird, aber dennoch selbstbestimmt und in Würde leben möchte, für den steht in der Regel der Umzug in ein Seniorenwohnheim an. Im Dortmunder Ortsteil Schüren entsteht aktuell an der Ecke Am Remberg/Lissaboner Allee am Rande der Stadtkrone Ost ein neues Seniorenpflegezentrum. Bauherr ist die Integra Senioren­ immobilien GmbH. Der Spatenstich für das neue Seniorenpflegezentrum fand im Oktober 2011 statt. Die Eröffnung des Hauses ist für den Winter 2012/2013 geplant. Ab dann werden professionelle Pflege und Betreuung älterer Menschen in dem neuen, komplett barrierefreien und nach neuesten Erkenntnissen aus der Pflegewissenschaft konzipierten Haus angeboten. Modern, hell, freundlich Modern wird das neue Seniorenpflegezen­trum, hell und vor allem eines: freundlich. Das Haus wird über 90 Einzelzimmer mit jeweils eigenem Bad verfügen. Neben gemütlichen Gemeinschaftsbereichen in den jeweiligen Wohn- und Pflegegruppen ist im Haus ein Bewohnerrestaurant geplant, in dem die täglich frisch zubereiteten Speisen der hauseigenen Küche serviert werden. Ein an das Restaurant angeschlossener Veranstaltungsraum bietet die Möglichkeit zum geselligen Beisammensein, zu gemeinsamen Fernseh- oder Veranstaltungsabenden. HighTech sorgt für Wohlbefinden Eine absolute Besonderheit des Hauses ist ein biodynamisches Lichtsystem, das im Haus

installiert wird. Im Foyer, im Restaurant, in allen Fluren und Aufenthaltsräumen wird durch dieses System der Tageslichtverlauf simuliert. Untersuchungen haben ergeben, dass sich dies positiv auf den Biorhythmus der Bewohner auswirkt. Guter Standort mit guter Infrastruktur „Wir freuen uns, dass sich der Investor bei der Suche nach einem geeigneten Standort für das Grundstück an der Lissaboner Allee entschieden hat“, so Ludger Schürholz, Geschäftsführer der Stadtkrone Ost Entwicklungsgesellschaft. Bei der Standortentscheidung sei sicher die Nähe zum PHOENIX See, die ansprechende Wohnbebauung sowie die gute Anbindung der Stadtkrone Ost per Straße und ÖPNV mit entscheidend ge­ wesen, ist er sich sicher. „Der demografische Wandel ist nicht aufzuhalten“, ergänzt Ursula Klischan, Geschäftsführerin der Stadtkrone Ost Entwicklungsgesellschaft: „Umso wichtiger ist es daher, diesen Wandel aktiv mitzugestalten und den Senioren von heute und morgen altersgerechte Konzepte anzubieten, wie es das neue Seniorenpflegezentrum auf der Stadtkrone Ost tut.“

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Schausteller in Dortmund

Saisonbeginn An diesem Wochenende beginnt die traditionsreiche Dortmunder Osterkirmes. Etwa 120 Schausteller sind bis zum 15. April auf dem Kirmesplatz am Fredenbaum (Eberstraße) mit Fahrgeschäften, Buden und Imbissständen vor Ort. Die Osterkirmes ist gleichzeitig der Auftakt für eine Vielzahl an Volksfesten in Dortmund, hinter denen oft der Schaustellerverein »Rote Erde« als Mitorganisator steht. Am 6. Januar 1897 schlug die Geburtsstunde des Schaustellervereins, dessen erster Vorsitzender Josef Arens war. Über 200 Mitglieder gehören 115 Jahr später dem Verein an, darunter bekannte Schaustellerfamilien wie Isken, Hornig, Kleuser, Mennecke, Schäfer, Schneider, Wendler und eben Arens. Hans-Peter Arens als Urenkel des Gründers ist seit 1979 Vorsitzender, und auch dessen Sohn Patrick ist längst im Geschäft angekommen.

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„Über 90 Prozent aller Schausteller werden quasi in dieses Gewerbe hineingeboren, Quereinsteiger sind bei uns eher selten“, weiß Patrick Arens.

Auf vielen Plätzen vertreten Und so zieht die Karawane der Schausteller fast von Woche zu Woche oft gemeinsam weiter. In Dortmund stehen alljährlich die Pfingstkirmes-


Mehr als Kirmes

Am 6. Januar 1897 wurde der Schaustellerverband Rote Erde gegründet. Volksfeste wie die Bartholomäuskirmes in Lütgendortmund zielen alljährlich die Massen an.

sen in Huckarde und Hohensyburg, die Bodelschwingher Kirmes (30. Juni bis 2. Juli), das Martener Volksfest (27. bis 30. Juli), die Evinger Kohlenkirmes (17. bis 20. August), die Bartholomäuskirmes in Lütgendortmund (24. bis 27. August) und der Aplerbecker Apfelmarkt (31. August bis 2. September) auf dem Programm, bevor dann mit dem Hansemarkt (31. Oktober bis 4. November) und dem Weihnachtsmarkt (22. November bis 23. Dezember) gleichermaßen der Höhe- und Schlusspunkt im Terminkalender der Schausteller steht. Aber auch außerhalb der Reviermetropole sind die Dortmunder Betriebe regelmäßig zu finden. Ob Düsseldorfer Rheinkirmes, »Crange in Wanne« oder Allerheiligenkirmes in Soest: Die Schausteller aus dem Verein Rote Erde sind an fast allen Orten der Republik anzutreffen. „Lediglich Mecklenburg-Vorpommern ist für uns noch ein weißer Fleck, ansonsten sind wir schon in allen Bundesländern gewesen“, so Patrick Arens.

oder der »Apfelmarkt« in Aplerbeck sind dafür gute Beispiele. Das waren in den 90er-Jahren zuletzt kleinere Kirmessen mit Autoscooter, Kinderkarussell und ein paar Imbissbuden, bevor sich die Stadtbezirke gemeinsam mit dem Schaustellerverein daran gemacht haben, den Festen einen neuen Rahmen zu geben. Mittlerweile ziehen diese Stadtteilfeste wieder die Massen an.“ Und auch die Generation Schausteller befindet sich im Umbruch. Der junge Mann, der zum Mitreisen gesucht wird, ist heute die Ausnahme. Es gibt immer mehr Stammpersonal; wird’s dennoch knapp, werden auch schon mal Personalagenturen eingeschaltet. „Wir selbst haben längst erkannt, dass wir Dienstleister sind. Die Reibekuchen müssen nicht nur schmecken, sondern die Freundlichkeit der Verkäufer/-innen ist ebenso

Volksfestatmosphäre gefragt So traditionsreich das Geschäft auch ist, so unterliegt es wie (fast) alles im Leben einem Wandel. Die Zeiten, in denen sich die Fahrgeschäfte nach dem Motto »immer höher, weiter, schneller« bewegten, haben sich geändert. Zwar dürfen Achterbahn & Co. auf den großen Kirmesveranstaltungen weiterhin nicht fehlen, aber der VolksfestCharakter ist wieder stärker in den Vordergrund gerückt. Patrick Arens: „Ein schöner Biergarten, die Bratwurst vom Grill oder eine leckere Crêpe dürfen nicht fehlen, und ein musikalisches Unterhaltungsprogramm ist ebenfalls wichtig. Die gesunde Mischung macht’s, es muss von allem etwas da sein, damit die Menschen gerne auf ein Volksfest gehen. Das »Michaelisfest« in Mengede

Jede Menge Spaß bietet auch die Evinger Kohlenkirmes. In diesem Jahr vom 17. bis zum 20. August.

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Mehr als Kirmes Aufbauarbeiten: Klassischer Saisonstart für die Dortmunder Schausteller ist zwar die Osterkirmes, doch den »kleinen« Auftakt macht in jedem Jahr die Karnevalskirmes.

gefragt“, weiß Patrick Arens. Ausbildung und Fortbildung haben daher auch bei den Schaustellern einen immer höheren Stellenwert. Gemeinsam mit der Bezirksregierung Arnsberg ist man auf einem guten Weg, die Schulausbildung der Schausteller-Kinder zu verbessern. In vielen Schulen gibt es heute Bereichslehrer, die den reisenden Nachwuchs unter ihre Fittiche nehmen, wenn der Kirmes­tross in Bewegung ist.

Päpstlicher Segen Selbst der »Beistand von oben« ist im Schaustellerverein Rote Erde ein Thema. Mit über 100 Teilnehmern ist man 2009 nach Rom und in den Vatikan gereist, wo es sogar eine päpstliche Audienz gab. Schließlich stehen Kirmes und Kirche nicht selten in einer engen Beziehung. In Süddeutschland ist daher oft auch von Kirchweihfest die Rede, und hier in Dortmund stehen die Pfingstprozession der Urbanus-Kirchengemeinde und die »Pfingsthuekke« in einem engen Zusammenhang.

Nicht nur wie hier in Huckarde ist das Feuerwerk oft der krönende Abschluss der Kirmes.

Sowohl auf dem Platz als auch innerhalb des Schaustellergewerbes hat sich also vieles getan. Die bevorstehende Dortmunder Osterkirmes bietet schon in den nächsten Tagen die Gelegenheit, sich davon zu überzeugen. Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Osterkirmes: Stadtbahnlinie U41 bis Haltestelle Immermannstraße/Klinikzentrum oder Buslinie 453 bis Eberstraße

Während man im Break Dancer kräftig durchgeschüttelt wird, geht es im Schwanenflieger eher gemütlich und familiär zu.

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Termine Beim Nachtflohmarkt am 12. Mai im Depot darf gestöbert werden. Weitere Infos unter www.depotdortmund.de. Augenblick!

Veranstaltungen von DEW21

Kulturbeutel Termine April 30. April bis 11. Mai Hartmut Lübberg (Ausstellung) Mai 11. Mai 12. Mai

Kiss me Keim (Kabarett) Nachtflohmarkt (Late-Night-Shopping)*

Juni 3. Juni DEW21-Familientag: Thema Japan (Kulturangebot)* 15. Juni Willkommen im Cabaret (Musical-Revue) 23. Juni Guten Tacheles (Literaturlesung) 29. Juni Aus dem Leben eines Schelms – Heinz Erhardt (Kabarett) Die Veranstaltungen finden im DEW21-Kundenzentrum am Ostwall 51, die mit * gekennzeichneten Veranstaltungen im Depot an der Immermannstraße statt. Informationen zu den Anfangszeiten, zu den Eintrittspreisen, zum Vorverkauf und weitere Termine finden Sie unter www.dew21kultur.de. Noch Fragen zum Programm? Wolfgang Bödeker wolfgang.boedeker@dew21.de 0231.544-15 40 www.dew21kultur.de

„Der perfekte Augenblick“: Nicht umsonst trägt die aktuelle Ausstellung im Museum Ostwall (MO) diesen Titel. Denn der New Yorker Künstler Alex Katz hält den perfekten Augenblick in seinen Werken fest. Diesen einzigartigen Moment verdichtet Katz in mehreren Schritten – von der Ölskizze über Zeichnungen bis zum Gemälde oder zur Druckgrafik in knalligen Farben. Unterstützt von DSW21 sind die rund 170 Werke noch bis zum 9. April im Museum Ostwall zu sehen. Erwischen auch Sie den perfekten Augenblick! Für die ersten 10 Einsender einer E-Mail mit dem Stichwort »Katz-Ausstellung« hinterlegen wir je zwei Freikarten an der Museumskasse. E-Mail: gewinnspiel@dsw21.de, Rechtsweg ausgeschlossen. Gospelkirchentag vom 1. bis 3. Juni 2012

Klingende U-Bahnen, fröhliche Gemeinschaft und jede Menge mitreißende Musik gibt es beim 6. Internationalen Gospelkirchentag in Dortmund vom 1. bis zum 3. Juni. Zu Deutschlands größtem Chorfestival für Gospel- & und Popmusik werden 5.000 Sängerinnen und Sänger und 150 Chöre erwartet. Ein großes Galakonzert findet am Samstagabend (2. Juni) in der Westfalenhalle statt. Eröffnet wird der Abend mit einem großen Mitsingkonzert mit internationalen Gospelstars und Chören aus Dortmund, dem Ruhrgebiet und ganz Deutschland. Zu den Höhepunkten des Abends gehört der Auftritt der »Wise Guys«. Die fünf Vokalakrobaten zählen zu den erfolgreichsten A-cappella-Künstlern Deutschlands. Möchten Sie gerne dabei sein? Wir verlosen 3 x 2 Karten für das Galakonzert. Wenn Sie zwei Karten gewinnen möchten, verraten Sie uns bis zum 20. April 2012 unter dem Stichwort »Gospelkirchentag« den Namen der Kölner A-cappella-Band. Teilen Sie uns die Lösung per E-Mail an gewinnspiel@ dsw21.de mit. Oder schicken Sie eine Karte an DSW21, ZP – Gewinnspiel, 44127 Dortmund.

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impressum Herausgeber: Dortmunder Stadtwerke AG (DSW21), Presse und Information, Leitung: Wolfgang Herbrand Redaktion: Bernd Winkelmann (verantwortlich), Thomas Steffen, Britta Heydenbluth, Christiane Hinkerohe, Kathrin Westhölter Layout: Christina Sternal Fotos/Grafiken: Akut Werbung, Jürgen Appelhans, Archiv DSW21/DEW21, Archiv Rote Erde Dortmund, Christian Bohnenkamp, Gisela Büse/VEW, Büro Drecker, DEW21, DOKOM21, Dortmund Airport, Fotolia, Gisbert

Gerhard, Birgit Holthaus, Integra GmbH, Jochen Linz, Maik Löhr, Lufthansa Technik, Thomas Kettner, Jörg Schimmel, M. Schulze-Alex, Stadtkrone Ost Entwicklungsgesellschaft, Markus Steur, Christiane Trabert, Marius Uzieblo, Wise Guys Druck: Westmünsterland Druck GmbH & Co. KG, Ahaus Verteilung: ORA mbH & Co. KG Service-Hotline: 0231.56 22 96-24 Höhe der Auflage: 290.000 Internet: www.einundzwanzig.info Redaktion: DSW21, Presse und Information, Deggingstraße 40, 44141 Dortmund, Telefon: 955-00

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Ausgabe 1/2012 des Kundenmagazins von DSW21. Corporate mag from DSW21.

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