Issuu on Google+

Mittwoch, 24. Juli 2013 112. Jahrgang, Nr. 57

Lokalzeitung für das Prättigau, die Herrschaft und den Kreis Fünf Dörfer • Erscheint Mittwoch und Samstag • Regional und volksnah!

H O L Z B A U

A G

7233 Jenaz Telefon 081 332 12 61 Telefax 081 332 28 71 bardillholz@bardillholz.ch , www.bardillholz.ch

WIR SCHREINERN FÜR SIE!

Oberes Prättigau

Landwirtschaft

Vier Raiffeisen Geschäftsstellen schliessen 

Saas und Küblis von Unwettern heimgesucht 

Kampf den Platzräubern

2

3



7

CNC-gesteuertes Bohr- und Fräscenter

Schiers

Hollywood liegt im Prättigau Zumindest für eine Woche. Die Projektwoche des Eltern­ vereins für hochbegabte Kinder (EHK) stand dieses Jahr im Zeichen einer Film­ produktion mit weltbekannter Unterstützung – unter ande­ rem durch Hollywoodstar Ueli Steiger (Chefkameramann «The Day After Tomorrow», «Godzilla», «Austin Powers», usw. Er lebt in Los Angeles, Südamerika und Zürich. Hollywoodstar Ueli Steiger. Letzte Woche gab der weltbekannte Kameramann, der unter anderem für die Streifen «The Day After Tomorrow» oder «Godzilla» verantwortlich war, dem Prättigau die Ehre. Für einmal arbeitete er nicht mit Jean Reno, Jake Gyllenhaal, Emmy Rossum, Sela Ward und anderen Hollywoodstars zusammen, sondern mit ganz normalen Schülern der Deutschschweiz. Fast normalen. Bei den 30 jungen Laienschauspielerinnen und Laienschauspielern handelte es sich nämlich um Schüler von Eltern des Elternvereins für hochbegabte Kinder (EHK). Dieser veranstalte jedes Jahr irgendwo ein einwöchiges Camp zu einem bestimmten Thema, erklärte Vereinspräsident Peter Fuchs gegenüber dem P&H. Das Camp fand nun zum zweiten Mal an der Evangelischen Mittelschule Schiers statt, die laut Fuchs aufgrund ihrer Infrastruktur und Lage sehr gut dafür geeignet ist.

Peter Fuchs, Präsident des EHK, freut sich mit Drehbuchautor Marco Montani und Star-Kameramann Ueli Steiger zwei namhafte Grössen der Filmbranche im Camp-Boot zu wissen (v.r.). Ganz besonderes Camp Dass das EHK-Camp dieses Jahr dank der Filmproduktion etwas ganz Besonderes war, haben die Teilnehmer einer Leiterin der Kinder-Uni zu verdanken, die Kontakte zum Drehbuchautor Marco Montani hat. Dieser wiederum konnte

aufgrund seines grossen Netzwerks namhafte Leute aus dem Filmbusiness für das Camp gewinnen. Nebst Ueli Steiger standen dem Projekt auch Nina Russi, Aufnahmeleiterin der Zürcher Oper, sowie René Lang, Bühnenbildner «Der Koch» von Martin Sutter, zur Seite.

Professioneller Kurzfilm Beim Film handelt es sich laut Montani um einen sieben bis neun minütigen Kurzfilm über das Dilemma hochbegabter Schüler, einfache Probleme kompliziert zu lösen. «Solche Schüler haben  u Seite 2

AZ CH-7220 Schiers PP/Journal

B A R D I L L

Mittelprättigau/Davos


Aus der Region

2

ligt war, bezeichnet die Arbeit mit Kindern als «etwas ganz Besonderes». «Die Arbeit mit Kindern macht mir Spass und das Projekt hat zwischen zwei Terminen gerade gut reingepasst.» Schon nächste Woche fliegt Steiger wieder weiter nach Südamerika, wo er am neuen Filmprojekt «Eine ganz heisse Nummer» arbeitet. Dass er für das Projekt in Schiers überhaupt Zeit gefunden hat, ist demnach keine Selbstverständlichkeit.

Das Filmstudio im Fluryhaus der Evangelischen Mittelschule Schiers.  Fotos: M. Schnell zwar die Fähigkeit, komplexeste Aufgaben zu lösen. Im Gegenzug haben sie aber oft Mühe, alltägliche Dinge einfach anzugehen. Der Film handelt von dieser Diskrepanz.» Ziel sei es, den Film nach der Uraufführung am 31. August in Dietikon an verschiedenen nationalen und internationalen Kurzfilm-Festivals und auch auf

AG Buchdruckerei Schiers Tel: 081 328 15 66 Fax: 081 328  19  55 info@drucki.ch www.drucki.ch

Impressum Verlag AG Buchdruckerei Schiers Telefon 081 328 15 66, Fax 081 328 19 55 info@drucki.ch, www.drucki.ch Beglaubigte Auflage: 3678 Redaktion: Marco Schnell, Leitung (ms) Heidi Wyss (hw) und Edy Walser (EW) redaktion@drucki.ch Abonnementspreise: Jährlich: Fr. 120.–, Halbjährlich: Fr. 66.– Einzelpreis Fr. 1.50 (inkl. MwSt.) Inserate: Inseratenannahme direkt beim Verlag. Insertionspreis für eine einspaltige Millimeter-Zeile Fr. –.70 plus 8% MwSt. Die P&H erscheint zweimal wöchentlich jeweils am Mittwoch und Samstag. Die P&H wird gedruckt auf LETTURA 60. Die Herstellung erfolgt nach dem Label «Der blauen Engel». Das Papier besteht aus 100% Altpapier. Gedruckt in Graubünden Stampà en il Grischun Stampato nei Grigioni

weiteren Plattformen zu zeigen. Selbstverständlich könne der Streifen dann auch auf youtube angeschaut werden, stellte Montani in Aussicht. Gut reingepasst Kameramann Ueli Steiger, der wie die übrigen Helferinnen und Helfer ehrenamtlich am Projekt betei-

Grosse Ehre Auch für die Schüler selber stellt die Filmprojektwoche mit dem Star-Support natürlich etwas ganz Besonderes dar. «Ich finde es toll und spannend und es ist für mich eine grosse Ehre, mit derart bekannten Leuten zusammenarbeiten zu können», stellte zum Beispiel der elfjährige Not Soliva aus Sedrun fest. Und Marco Montani doppelt nach: «Auch für das Filmteam ist die Arbeit mit Kindern etwas Tolles. Diese sind sehr inte­ ressiert, offen und aufnahmefähig. Die Arbeit mit ihnen macht Spass.»

Nr. 57 Die Projektwoche wird laut Peter Fuchs über Sponsoring durch verschiedene Firmen und über eine Stiftung der UBS finanziert.  (ms)

Seite 5

Hochbegabter Schüler und Laienschauspieler: Not Soliva (11) aus Sedrun.

Mittelprättigau/Davos

Raiffeisenbank schliesst vier Geschäftsstellen Die Raiffeisenbank Mittelprät­ tigau-Davos hat angesichts der Entwicklungen im Banken­ umfeld sowie der sich ändern­ den Kundenbedürfnisse die Geschäftsstellen-Strategie neu definiert. Dabei konzen­ triert die Raiffeisenbank das Angebot inskünftig auf die Geschäftsstellen in Küblis, Klosters und Davos. Wie die Raiffeisenbank Mittelprättigau-Davos in einer gestern veröffentlichten Medienmitteilung schreibt, muss sie sich für die Zukunft rüsten und hat deshalb und anderem ihre GeschäftsstellenStrategie überarbeitet. In diesem Rahmen habe der Verwaltungsrat nun – nach langjähriger Präsenz in Jenaz, Fideris, Saas und St. Antönien – den Entscheid gefällt, ihre Kleinst-Geschäftsstellen an diesen Orten zu schliessen. Verändertes Kundenverhalten Das veränderte Kundenverhalten (noch durchschnittlich drei Schalter-Transaktionen pro Stunde), die stetig steigenden Kosten

(beispielsweise Personal, Infrastruktur, Sicherheit, EigenkapitalErfordernisse, regulatorische Auflagen) und die sinkenden Erträge (ero­ dierende Zinsmarge) hätten diesen Entscheid notwendig gemacht, heisst es weiter. Auf eine Staffelung der Schliessungen hätten die Verantwortlichen bewusst verzichtet (Salamitaktik), stellten sich doch an allen KleinstGeschäftsstellen die gleichen Fragen. Keine Entlassungen Die Schliessung per 31. Oktober 2013, werde keine Entlassungen zur Folge haben, teilten der Verwaltungsrat und die Bankleitung mit. Alle betroffenen Kunden werden in diesen Tagen persönlich per Brief über die bevorstehende Schliessung informiert und zu Orientierungsveranstaltungen eingeladen, welche Ende August in Jenaz, Fideris, Saas und St. Antönien durchgeführt werden. Den betroffenen Kunden (vor allem auch den weniger mobilen) würden Alternativen angeboten, wie sie nach der Schliessung zu Bargeld

gelangen könnten (beispielsweise Hauslieferdienst). (hw/pd) Ein ausführlicher Beitrag folgt im P&H vom Samstag.

Raiffeisen restrukturiert Präsenz im Prättigau Foto: zVg


Mittwoch, 24. Juli 2013

Aus der Region

3

Oberes Prättigau

Saas und Küblis von Unwettern heimgesucht Heftige Niederschläge haben in Saas sowohl am Samstagals auch am Sonntagabend zu Erdrutschen und Über­ schwemmungen geführt. Der Sachschaden dürfte sich auf mehrere Hunderttausend Franken belaufen. In Küblis mussten Keller ausgepumpt werden. Auf Runggalina riss ein Hangrutsch ein halbes Maiensäss mit sich. Personen und Tiere kamen keine zu Schaden. Über der Gemeinde Saas entluden sich am Wochenende heftige Gewitter mit Hagelschlag. Die Bergbäche schwollen an und bereits am Samstagabend gegen 20 Uhr wurde die Feuerwehr Mittelprättigau aufgeboten. Der Schlamm und Geröll führende Oberdorfbach/Tritttobel riss zwei Brücken mit sich. «Die neue Holzbrücke auf Eisenpfeilern im Riedji war erst vor zwei Jahren erstellt worden», erklärte Gemeindepräsident Hans Ueli Wehrli gegenüber dem P&H. Auch der Sagabach und die Grafenbäche traten über die Ufer und überfluteten Keller und Hauseingänge. «Die Feuerwehr und einheimische Bauunternehmungen standen praktisch die ganze Nacht und den ganzen Sonntag im Einsatz und versuchten das Schlimmste abzuwenden.» Am Tag darauf noch heftiger Am Sonntag kurz nach 17 Uhr ging dann ein noch heftigeres Gewitter über Saas nieder, welches vor allem die Grafenbäche

Der Saaser Gemeindepräsident Hans Ueli Wehrli orientiert sich im Gebiet «überm Bach» über den Stand der Aufräumungsarbeiten. Foto: H. Wyss zum Überlaufen brachte. Dieser trat über das Bachbett hinaus und schob Schlamm und Geröll bis ins bewohnte Gebiet. Rund zehn Häuser wurden in Mitleidenschaft gezogen, Keller und Garagen wurden überflutet, in eine Parterrewohnung drang Schlamm ein. «Ein Haus musste am Sonntagabend evakuiert werden», erklärte Wehrli. Zudem seien mehrere Fahrzeuge beschädigt worden. Wie sich der Gemeindepräsident erinnert, kamen die Grafenbäche letztmals im Jahre 1972 bis ins Dorf. «Wir hatten schon etliche Unwetter. Dass jedoch alle drei Dorfbäche zur gleichen Zeit kommen, das hat es meines Wissens überhaupt noch nie gegeben.» Der Schaden im Berg und im Dorf sei immens. Auch wenn dieser noch

Die Luftaufnahme vermittelt einen Eindruck der Verwüstung im Gebiet Wihel, Quadera und Ufm Bach.  Foto: zVg

nicht beziffert werden könne, rechne man mit einigen Hunderttausend Franken. Er gehe davon aus, dass die Dorfbevölkerung mit Unterstützung durch die Bauunternehmungen und rund 20 Zivilschützern bis am Mittwochabend die allergröbsten Aufräumungsarbeiten bewältigt hätten. «Wir hoffen jetzt, dass die schweren Gewitter für längere Zeit vorbei sind und sich die Anrissstellen etwas beruhigen können», sagte Wehrli mit besorgtem Blick in Richtung Hang, nachdem er mit Fachleuten das Gebiet am Montagnachmittag abgeflogen war. Feld/Landquart seit Juni unterbrochen Bereits seit dem Juni ist der Weg Feld bis an die Landquart und in den Verbindungsweg Richtung Serneus (auch Veloweg Prättigau) nach einem Unwetter unterbrochen. Dieser Weg bleibt bis zweite Hälfte August unbefahrbar. «Das Amt für Wald und Naturgefahren (AWN) hat ein Projekt ausgearbeitet. Der Kanton wird an die Kosten von 100 000 Franken einen Anteil von 74 Prozent übernehmen», erklärte Wehrli. «Der Gemeinde verbleiben allein für die Folgen des ersten Unwetters dennoch Restkosten von 26 000 Franken. Dazu kommen die Aufräumungsarbeiten für das vergangene Wochenende und allfällige Vorkehrungen für zukünftige Ereignisse. Trotz allem Ungemach können wir uns jedoch glücklich schätzen, dass keine Personen und keine Tiere zu Schaden kamen.»

Küblis ebenfalls betroffen Noch vor Saas löste Küblis am Samstagabend Alarm aus. «Etwa um 19.45 Uhr rückte der Ersteinsatz der Feuerwehr Mittelprättigau mit 40 Mann aus», erklärte Gemeindepräsident Töni Hartmann. Später sei dann die ganze Feuerwehr aufgeboten worden, welche bei Vollbestand 100 Leute zähle. Wie Hartmann weiter berichtete, mussten rund um den Bahnhof sechs Keller ausgepumpt werden. Im Gebiet Runggalina bis Gadenstätt rutschten in zehn Fällen die Hänge weg, wobei es ein Maiensäss in Runggalina am härtesten traf. «Nach unseren ersten Feststellungen vom späten Samstagabend, wurde nur der Stall zerstört. Die neusten Erkenntnisse lassen jedoch darauf schliessen, dass auch der Wohntrakt verschoben wurde. Glücklicherweise hielt sich die Pächterfamilie an diesem Wochenende – im Gegensatz zum vorangegangenen – nicht im Berg auf.» Arg in Mitleidenschaft gezogen wurden der Alpweg sowie die Forststrasse: «Der Alpweg Mäder ist einem entsetzlichen Zustand und die Forststrasse wurde an 18 Orten beschädigt.» Im Gegensatz zur «Sunnisitä» sei auf der Conterserseite lediglich ein kleiner Bach über die Ufer getreten. «Insgesamt werden sich die Schadenmeldungen an die Gebäudeversicherung respektive an die Elementarschadenversicherung in nächster Zeit wohl häufen».  (hw)

Seite 5

Der Erdrutsch riss den Stall des Maiensässes Runggalina mit sich fort.  Foto: zVg


Aus der Region

4

Nr. 57

Saas

Jenins

Häusernamen melden

Geburtshaus schliesst Pforten

Um zu vermeiden, dass mehrere Häuser in der Gemeinde Saas den gleichen Namen tragen, führt die Gemeindeverwaltung bereits seit Jahren ein entsprechendes Verzeichnis. Wer in letzter Zeit einem Haus einen Namen gegeben hat, möge dies der Gemeindeverwaltung bitte melden; ebenso, wer dies in der kommenden Zeit zu tun beabsichtigt. Vorsorgehalber ist die Gemeindeverwaltung vor einer Namensbeschriftung anzufragen, ob allenfalls bereits ein solcher Häusername in der Gemeinde besteht.  (pd)

Pontresina

Bergsteiger am Piz Bernina tödlich verunfallt Am Wochenende ist ein 57-jähriger deutscher Staatsangehöriger am Piz Bernina tödlich verunfallt. Der Mann war zusammen mit einem Bergführer und einem weiteren Bergsteiger unterwegs, trennte sich aber während des Aufstiegs von der Gruppe. Die Leiche des Mannes wurde am Sonntagmorgen entdeckt. Ein Bergführer aus Österreich war zusammen mit seinen zwei Gästen aus Deutschland am Freitag von Pontresina aus zur TschiervaHütte aufgestiegen. Am frühen Samstagmorgen brach die Dreier­ gruppe zum Piz Bernina auf. Bei der Fuorcla Prievlusa auf rund 3500 Meter über Meer klagte der 57-Jährige gemäss Aussage des Bergführers über Unwohlsein. Er wollte nicht mehr weiter aufsteigen und entschied sich, den Rückweg anzutreten. Der Bergführer und der zweite Gast setzten ihre Tour über den Biancograt zum Piz Bernina fort. Von anderen Bergsteigern gefunden Am Sonntagmorgen entdeckten italienische Bergsteiger, die ebenfalls auf den Piz Bernina wollten, auf dem Weg zur Fuorcla Prievlusa die Leiche des Mannes. Sie wurde von der Rega geborgen und ins Tal geflogen. Die Kantonspolizei Graubünden klärt den Unfall­ hergang und die genaue Todes­ ursache ab. (kapo)

Das Geburtshaus in Jenins muss seinen Betrieb per Ende Juli einstellen. Es war das letzte Geburtshaus dieser Art in der Ostschweiz. Mit der bevorstehenden Schliessung des Geburtshauses Jenins verliert die Ostschweiz ihre letzte derartige Institution. Grund für die Schliessung sei nicht eine zu geringe Nachfrage, erklärt Christina Isenmann, Geschäftsführerin des Geburtshauses Jenins, auf Anfrage, sondern vielmehr das Gegenteil. «Ich und meine Arbeits­ kollegin können den Betrieb mit der notwendigen 24-StundenBereitschaft nicht länger alleine aufrechterhalten. Wir sind praktisch immer auf Pikett, haben kaum noch ein Privatleben. Um die in den letzten Jahren stetig gestiegene Nachfrage zu decken, bräuchte man im Idealfall etwa vier Geburten-Hebammen im 80-Prozent-Pensum plus etwa drei Nachtwachen.» Erfolglose Suche Solche waren anscheinend bis hinauf nach Holland nicht zu finden, wie die Geschäftsführerin gegenüber dem «Regionaljournal»

Christina Isenring, Geschäftsführerin des Geburtshauses Jenins, bedauert die bevorstehende Schliessung.  Foto: M. Schnell von Radio SRF erklärte. Inserate in sämtlichen Fachzeitschriften, Kontakte mit Berufsverbänden, Suche bei Personalvermittlungen seien ohne Erfolg geblieben. Nicht eine Geburten-Hebamme habe sich während der mehr als einjährigen Suche gemeldet, die für das Geburtshaus hätte arbeiten wollen.

Lücke nicht füllen. Wie im Geburtshaus ist auch dort den Hebammen die Verantwortung zu gross. Kaum eine freischaffende Hebamme in Graubünden betreut laut Isenmann Hausgeburten. Die meisten beschränken sich auf die «sicherere» Wochenbett-Betreuung.

Keine Alternativen Die Schliessung des letzten Geburtshauses hat in der Ostschweiz für werdende Mütter Konsequenzen: Zum Gebären bleibt ihnen kaum mehr eine Alternative zum Spital. Hausgeburten können die

Seit acht Jahren Das Geburtshaus in Jenins war vor acht Jahren eröffnet und vor zwei Jahren von Christina Isenring übernommen worden. Es beschäftigte 14 Personen, darunter viele Teilzeitangestellte.  (ms)

Klosters

European Junior Championships Die europäische Junioren Elite trifft sich auch dieses Jahr bis zum 28. Juli 2013 zu den European Junior Champion­ ships 18 und Unter in Klosters. Viele Tennisstars wie Roger Federer, Carlos Moya oder Martina Hingis waren Tennisgrössen, welche das Traditionsturnier in Klosters schon gesehen hat. Das Turnier verschafft die Gelegenheit, zukünftigen Tennis-Stars über die Schulter zu blicken. Die 16-jährige Belinda Bencic überstrahlt alles. Sie ist die erste Spielerin seit Amélie Mauresmo im Jahre 1996, der dieses historische Double von Roland Garros und Wimbledon gelungen ist. In Klosters führt Belinda das Tableau der Girls als Nummer 1 der JuniorenWeltrangliste an. Da sie letztes Jahr im Halbfinal ausschied, ist Bencic dieses Jahr noch stärker zu

erwarten. Aber auch die Konkurrenz bei den Europameisterschaften ist gross. Bei den Mädchen treten die besten vier Spielerinnen der Welt an. Unter besonderer Beachtung steht auch die 15-jährige Ana Konjuh, da sie im Januar die Australien Open sowie die inoffizielle Junioren-Weltmeisterschaft im letzten Jahr gewann. Auf den sonstigen Startplätzen sind aus Schweizer Sicht Karin Kennel und Tess Sugnaux dabei. Sie schafften es bereits im letzten Jahr ins Achtelfinale. Weiter ergänzt wird das Team der Girls von Sarah Ottmano und Nina Stadler. Auch bei den Jungs ist der aktuelle WimbledonSieger dabei. Der Italiener Gianluigi Quinzi wird natürlich alles daran setzen, den Europameistertitel zu erobern. Im Tableau der Boys wird die Schweiz durch Daniel Valent, Adrian Bodmer, Siméon Rossier und Marc-Andrea

Hüsler vertreten. Weitere Infos auf der Homepage der Veranstaltung: tennisklosters.ch  (sm/pd)

Junioren French Open Siegerin Belinda Bencic, wird das Tableau der Girls dieses Jahr anführen.  Foto: zVg


Mittwoch, 24. Juli 2013

Fotor端ckblick

Unwetter in Saas und K端blis

Hollywood in Schiers

5 

Fotos: zVg



Fotos: M. Schnell


Aus der Region

6

Nr. 57

Furna

Klosters

Platzkonzert Pragger Buramusig

2. Klosterser Kultournacht am Freitag

Im Rahmen ihrer Sommerkon­ zerte ist die Pragger Buramusig am Freitag, 26. Juli, in Furna zu Gast. Das Platzkonzert beim Werkhof beginnt um 20 Uhr und findet bei jeder Witterung statt. Anschliessend offeriert Furna Tourismus Gästen und Einheimischen einen feinen Apéro. Auf zahlreiche Besucher und einen gemütlichen Hengert freuen sich die Pragger Buramusig und Furna Tourismus. Am Sonntag, 28. Juli umrahmt die Buramusig die Bergpredigt in den Fideriser Heubergen, am Dienstag, 13. August um 20 Uhr steht ein Konzert in Seewis auf dem Programm.  (hw)

Küblis

Sommer­ wanderung zu den Jöriseen Am Freitag, 26. Juli 2013 bietet Küblis Tourismus eine weitere kostengünstige, geführte Tageswanderung dieses Sommers an. Sie führt zu den Jöriseen. Wir starten um 8.30 Uhr in Küblis und fahren auf dem Flüelapass bis zum Wägerhus (2207 m). Von dort wandern wir zur Jöriflüelafurgga (2845 m) und weiter zu den Jöriseen (2539 m) und dem Berghaus Ve­ reina (1943 m). Die gesamte Wanderzeit beträgt etwa 3 ¼ Stunden. Vom Berghaus Vereina fahren wir mit dem Vereinabus zurück nach Klosters und von dort mit «unserem Bus» nach Küblis, wo wir zwischen 16 und 17 Uhr eintreffen. Gästen mit Kübliser Gästekarte wird die Wanderung offeriert, alle übrigen zahlen einen Unkostenbeitrag von 25 Franken pro Person und 60 Franken pro Familie, die Fahrkarten für den Vereinabus sind in den Angeboten nicht inbegriffen. Durchgeführt wird die Wanderung bei gutem Wetter und mit mindestens vier/maximal zehn Teilnehmenden. Versicherung ist Sache der Teilnehmer. Eine Anmeldung ist erforderlich bis am Vortag um 16 Uhr bei Telefon 081 332 22 79. Weitere Infos: www.kueblis.ch. Weitere Wanderungen finden statt am 2., 9. und 16. August 2013. (pd)

Brauchtum, Kunsthandwerk, Theater, Literatur, Musik und Shows: und dies alles an einem einzigen Abend. Am kommenden Freitag, 26. Juli zeigt die Klosterser Kultur­ szene nach 2011 zum zweiten Mal, wie facettenreich das Kulturschaffen in Klosters ist. Nachdem die 1. Klosterser Kultournacht vor zwei Jahren auf ein riesiges Interesse stiess, haben die Klosterser Kulturschaffenden mit ihren auswärtigen Gästen in den vergangenen Monaten ein Programm zusammengestellt, welches sich noch spannender präsentiert. 24 Kulturinstitutionen, Gruppen und Einzelkünstler gewähren einen Einblick in ihr Schaffen und auch Kulturstätten wie das Heimatmuseum Nutli Hüschi, die Rohrmühle und die Gemeindebibliothek beteiligen sich an der 2. Klosterser Kultournacht. Die Präkuscha, Prättigauer Kulturschaffenden, präsentieren ihre Werke im lauschigen Hewen Garten, wo auch die originelle Musikformation Schilter nicht fehlen wird. Ein Höhepunkt der zweiten

Kultournacht werden zweifellos die Kurzauftritte der Theatergruppe Klosters-Serneus im Kulturschuppen, wo zudem der Zauberer Tino Plaz das Publikum verzaubern wird. Drinnen und unterwegs Während in der Evangelischreformierten Kirche bekannte und unbekannte Kunstschätze zu bestaunen sind, öffnen mehrere Galerien ihre Türen. Die Werchstubä sowie die Webstube im SprützenHüschi sind ebenfalls offen. Die Musikgesellschaft Madrisa wird ihr breites Repertoire beim Sekundar-Schulhaus und an verschiedenen Standorten präsentieren. Die Alphorners Davos-Klosters werden unterwegs anzutreffen sein, ebenso die Prättigauer Stubahöckler. Die Jungmannschaft Klosters zieht mit ihren Plumpen durch die Bahnhofstrasse. Die Kultournacht wird einen Bogen spannen, welcher von der Lichtinstallation am Doggilochsee bis zum Feuertanz beim Kulturschuppen reicht. Der arbeitsintensive Anlass kann mit dem Kauf eines Lederarmbandes, hergestellt

Bei gutem Wetter endet die Kultournacht um 23.30 Uhr mit dem Feuertanz von Josef Stenz.  Foto: H. Wyss von den Handarbeitsklassen der Klosterser Schulen, unterstützt werden. Erhältlich sind diese im Kulturschuppen oder bei Klosters Tourismus. (hw)

www.kultournacht-klosters.ch

Maienfeld

Unihoc Champy-Cup 2013 Seit 1997 wurde im August in der Bündner Kantonshauptstadt das internationale Unihockey-Turnier um den Champy-Cup veranstaltet. Auf der Siegerliste figurieren nebst den einheimischen Teams Alligator Malans 2002 und Chur Unihockey 2010 zahlreiche absolute skandinavische Top-Teams. Nach 16 Jahren in der Sporthalle Gewerbeschule Chur zieht das Turnier nun aber in die Bündner Herrschaft um. In der Mehrzweckhalle Lust Maienfeld werden sechs Teams vom 23. bis 25. August um die begehrte Sieger-Trophäe kämpfen. Einmal mehr können die Verantwortlichen mit OK-Chef Hermann Eggler an der Spitze ein qualitativ hochstehendes Teilnehmerfeld präsentieren. Nebst dem aktuellen Schweizer Meister Alligator Malans ist auch deren Playoff-Finalgegner Floorball Köniz mit dabei. Noch nicht vergessen sein dürfte die packende Finalserie, welche die Alli-

gatoren schliesslich in der sechsten Partie auswärts gewinnen, und damit den sechsten Meistertitel feiern konnte. Gespannt darf man auch auf den Auftritt von Chur Unihockey sein. Das junge Team schied letzte Saison in der Meisterschaft bereits in den Viertelfinals mit vier Niederlagen gegen die Grasshoppers aus. Der SchweizerMeistertitel der U21 Mannschaft in diesen Frühjahr und ein Jahr mehr Erfahrung könnten aber durchaus einen deutlichen Leistungsschub zur Folge haben. Die Unihockey Tigers Langnau, sowie als internationale Vertreter der finnische Spitzenclub Esport (vormals Espoon) Oilers und, bereits traditionell, Tatran Stresovice aus Tschechien, komplettieren die attraktive Teilnehmerliste. Kurz vor dem Start in die Meisterschaften wird dieses hochkarätige Turnier für die Teams bestimmt auch eine wichtige Standortbestimmung bedeuten.  (pd)

Gruppen und Spielplan Gruppe A: Alligator Malans; Esport Oilers; Tigers Langnau. Gruppe B: Floorball Köniz; Tatran Stresovice; Chur Unihockey Freitag, 19 Uhr, Alligator Malans – Esport Oilers; 21.30 Uhr, Chur Unihockey – Tatran Stresovice. Samstag, 13 Uhr, Tatran Stresovice – Floorball Köniz; 15.30 Uhr, Esport Oilers – Tigers Langnau; 18 Uhr, Floorball Köniz – Chur Unihockey; 20.30 Uhr, Alligator Malans – Tigers Langnau. Sonntag, 12.30 Uhr Spiel um Platz 5; 15 Uhr Spiel um Platz 3; 17.30 Uhr Final.


Aus der Region

Mittwoch, 24. Juli 2013

bfu-Erhebung Gurten

Landwirtschaft

Rücksitzpassa­ giere schnallen sich weniger an

Kampf den Platzräubern

Die repräsentative bfu-Zäh­ lung 2013 zur Gurtentragquo­ te zeigt kontroverse Ergeb­ nisse: Während sich bei den Lenkern und den Beifahrern die letztjährigen Steigerungen erfreulicherweise bestätigen, schnallen sich auf Rücksitzen leider wieder weniger Fahr­ zeuginsassen an. Die diesjährige Erhebung der bfu – Beratungsstelle für Unfallverhütung über die Tragquote bei Sicherheitsgurten zeigt für die Landesteile ein unterschiedliches Bild. Das 1981 eingeführte Gurtenobligatorium für Fahrzeuglenker respektieren – wie schon im Vorjahr – 92 Prozent. Spitzenreiter war die Deutschschweiz (92 Prozent) vor der Romandie (89 Prozent) und dem Tessin (81 Prozent). Grosse Unterschiede bestehen ebenfalls beim Gurtentragen an den verschiedenen Ortslagen: Während sich auf Autobahnen 97 Prozent der Lenker angurten, sind es ausserorts noch 93 Prozent und innerorts nur 88 Prozent. Das Unfallrisiko entspricht aber keineswegs der subjektiv empfundenen Gefahr: Auf Innerorts­ strassen verunfallten 2012 mehr als doppelt so viele Fahrzeuginsassen als auf Autobahnen. Das Gurtentragen sollte deshalb gerade auch auf kurzen Innerortsstrecken eine Selbstverständlichkeit sein. Rücksitzquote nimmt ab Die Tragquote bei den Rücksitzpassagieren hingegen nimmt schweizweit wieder ab. Angesichts der Tatsache, dass das Anschnallen auf den Rücksitzen 1994 obligatorisch erklärt wurde, ist die Tragquote von 72 Prozent (2011: 79 Prozent/2012: 77 Prozent) unbefriedigend tief. Eigentlich unverständlich, gehört doch der Sicherheitsgurt nach wie vor zu den wichtigsten Lebensrettern im Strassenverkehr. Schätzungen zufolge hat er in den mehr als 50 Jahren seit seiner Erfindung den Tod von weltweit über einer Million Menschen verhindert. Würden sich alle Fahrzeuginsassen konsequent anschnallen, könnten in der Schweiz jährlich rund 30 Menschenleben gerettet und 60 schwere Verletzungen vermieden werden.  (pd)

7

Die Blacke ist nicht nur das hartnäckigste, sondern auch das meistbekämpfte Unkraut im Futterbau zu Berg und Tal. Die Blacken verursachen auf Wiesen und Weiden erheb­ liche Ertragsausfälle, denn Blacken sind eigentliche «Platzräuber». Jetzt werden neue Bekämpfungsmittel und Bekämpfungsmethoden ge­ testet. Die Bekämpfung von Blacken ist eine Daueraufgabe. Am wirkungsvollsten ist das Vorbeugen durch dichte Pflanzenbestände und sorgfältige Bewirtschaftung. Hat sich die Blacke einmal ausgebreitet, ist die Bekämpfung sehr aufwändig. Kein Wunder, sind in den vergangenen Jahrzehnten zahllose Bekämpfungsmethoden ausprobiert worden. «Mit geringem Erfolg», wie Reto Elmer, Leiter der Fachstelle Futterbau am LBB Plantahof ausführte. Abgesehen davon, dass der Einsatz von Herbiziden in der Biolandwirtschaft nicht in Frage kommt – über die Hälfte der Bündner Landwirtschaftsbetriebe sind Biobetriebe – wäre das Blackenstechen die effizienteste Bekämpfungsmethode. Wäre, denn das Ausstechen mit einem Blackeneisen ist nicht nur eine mühsame, sondern auch eine zeitraubende Angelegenheit, denn die Blacken müssen nicht nur ausgegraben, sondern deren Wurzeln müssen auch eingesammelt werden. «Und das ist in Anbetracht der Tatsache, dass auch in unseren Landwirtschaftsbetrieben immer weniger Leute im Einsatz sind, schneller gesagt als getan», so Elmer.

Blackenwurzeln.

Reto Elmer beim Balckenstechen. Asylanten als Backenstecher? Deshalb habe er sich überlegt, ob nicht Asylsuchende analog von Sufers für die Blackenbekämpfung gezielt eingesetzt werden könnten, erklärte Elmer in einem «Blackengespräch». In Sufers konnten die Asylsuchenden einiges für die Gemeinde tun: Sie besserten Wanderwege aus, pflegten Weiden und Wälder, stellten Brennholz bereit, räumten Schnee und strichen die Läden vom Gemeindehaus. Für Reto Elmer, der sich nicht nur für die Bündner Landwirtschaft engagiert, sondern auch in Äthiopien sich für eine Weiterentwicklung der dortigen Landwirtschaft einsetzt, wären derartige Einsätze durchaus zumutbar. Neue Verfahren Elmer ist sich bewusst, dass es sich dabei bestenfalls um eine «Nothilfe» handelte. Deshalb werden zurzeit neue Bekämpfungsverfahren erprobt. Eines davon ist der Einsatz von Heisswasser, das zum Ziel hat, die Blackenwurzeln abzutöten. Im Kanton Graubünden wird das von Agroscope Tänikon entwickelte Heisswasserverfahren unter Anleitung von Reto Elmer an fünf unterschiedlichen Standorten getestet. «Das Verfahren ist vielversprechend und sollte es sich bei unseren Feldversuchen bewähren, dann wäre das auf jeden Fall ein Fortschritt», meinte Elmer. Die Wirksamkeit wird diesen Herbst und im nächsten Frühling überprüft Mit Larven Dass Blacken nicht nur der Grünlandwirtschaft in der Schweiz, sondern auch im Ausland Sorgen

Fotos: zVg bereiten und deshalb bekämpft werden, belegt ein Verfahren aus Australien. Dort hat man festgestellt, dass die Raupen eines Schmetterlings (Glasflüglers) die Blackenwurzeln zum Absterben bringen. Das Verfahren wurde in der Schweiz aufgenommen und von Agroscope Reckenholz-Tänikon zusammen mit der Universität Freiburg weiter entwickelt. Nach Auskunft von Reto Elmer würde der Schmetterling seine Eier in der Blackenwurzel ablegen, wo sich diese zu Larven entwickelten, sich von diesen ernährten und dann die Blacke zum Absterben bringen. «Die Larven würden dem Übel, das heisst unsern Blacken, wörtlich an die Wurzeln gehen», so Elmer. Blacken als Schweinefutter Die Blacke hat sich in Wiesen und Weiden über Generationen derart nicht zuletzt deshalb verbreitet, weil sie den Tieren wegen der darin enthaltenen Oxalsäure und deren Salze nicht schmecken und dehalb nicht gefressen werden. Das ist auch gut so, denn Oxalsäure kann ab einer bestimmten Dosierung Vergiftungserscheinungen mit fatalen Folgen hervorrufen. Die Alpenblacke wurde früher noch als Schweinefutter verwendet, indem sie gesotten wurde. Durch das «Einsieden» verflüchtigte sich die schädliche Oxalsäure. Das «Blacktensieden» war noch zu meiner Bubenzeit ein fester Begriff wie der «Blacktenwuescht» auf den Melkständen und den Lagerplätzen. Deshalb wurden die Blacken in den Maiensässen und teilweise auch auf den Alpen abgezäunt.  (EW)


Aus der Region / Leserbrief

8

Nr. 57

Prättigau

Genossenschaft Torkel Fläscher Bad

Eindrücklicher Vollmond

Kultureller Besuch der Seilbahnstation Im Rahmen ihres alljährlichen kulturellen Anlasses hat die Genossenschaft Torkel Fläs­ cher Bad kürzlich die ehe­ malige Seilbahnstation auf dem Fläscher Berg besucht.

Nachdem sich die schadenbringenden Gewitterwolken verzogen hatten, präsentierte sich der Prättigauer Abendhimmel am Sonntagabend bald wieder wolkenlos und eröffnete so einen freien Blick auf den eindrücklichen Vollmond.  Foto: M. Schnell

Alle Risiken liegen beim Kanton Wie soll die Kohle-Initiative genau umgesetzt werden? Auf diese Fragen wissen nicht einmal die Initianten selbst eine Antwort. Klar ist nur: Der Kanton müsste sich bei einer Annahme der Initiative irgendwie aus dem Projekt Saline Joniche zurückziehen. Wie er das genau schafft, das muss er selbst schauen. Damit drücken sich die Kohle-Initianten davor, wirkliche Lösungen zu präsentieren. Wie schädlich es sein kann, wenn populäre Ideen in der Verfassung festgeschrieben werden, deren Umsetzung höchst problematisch und unklar sind, haben wir in der Vergangenheit mehrmals hautnah miterleben müssen. Zuletzt bei der Zweitwohnungsinitiative, die dem Kanton Graubünden grossen Schaden zugefügt hat. Mir bleibt die Hoffnung, dass sich die Bündnerinnen und Bündner bei dieser Abstimmung genau mit der Vorlage auseinandersetzen und begreifen: Diese Initiative könnte den Kanton vor grosse Probleme stellen und ist deshalb abzulehnen.  Reto Nick, Grossrat, Igis

Der kulturelle Anlass gehört zu den regelmässigen Aktivitäten des Vereins Genossenschaft Torkel Fläscher Bad. Am 13. eines jeden Monats von April bis Dezember treffen sich die Genossenschafter im Torkel Fläscher Bad. Man speist zusammen, trinkt Wein aus dem Keller Peter und Rosi Hermann und pflegt das gute Gespräch. Einmal im Jahr findet ein kultureller Anlass statt. Genossenschaftsgründung 1985 wurde die Genossenschaft Torkel Fläscher Bad gegründet. Ziel und Zweck der Genossenschaft ist die Erhaltung und der Betrieb des Torkels und die Pflege des einheimischen Weins. Aktives Mitglied der Genossenschaft wird man durch den Erwerb eines Anteilscheines und einem vereinsüblichen Jahresbeitrag. Neues Vereinspräsidium Vor kurzem gab Ueli Bär aus Altersgründen sein Präsidium ab. Der neue Präsident – Martin Klaas – brachte wie das so üblich ist, neuen Wind in Form neuer Ideen in den Verein. So wird zusätzlich zu den monatlichen Treffs noch ein Jahresevent angeboten. Dieses Jahr sollte es ein Abend auf dem Fläscherberg sein, im kürzlich eröffneten Begegnungszentrum der ehemaligen Seilbahn Bergstation. Die Nachfrage unter den Interessenten war sehr gross. Die Besucherzahl leider begrenzt; denn sie liegt bekanntlich bei 48 Personen. So wurde es entsprechend eng. Das störte jedoch niemanden, die Begeisterung war entschieden grösser. Daten zur Seilbahn Entstanden ist in der ehemaligen Seilbahnstation das Begegnungszentrum mit dem aussergewöhnlichen Namen «Fläscher Begegnungsort im Fels unter den Wurzeln des Waldes». Aussergewöhnlich deshalb, weil die Anlage – wie der Name sagt – im wahrsten Sinne des Wortes unter den Wurzeln der Föhren liegt und die bis zum Boden reichende Fens-

Die Bergstation der ehemaligen Seilbahn auf den Fläscher Berg bietet eine atemberaubende Aussicht auf das Rheintal. Fotos: H. Hartmann terfront sich direkt am Abgrund einer 300 Meter hohen Felswand befindet. Im wahrsten Sinne des Wortes: Weiterbildung, Essen und Feiern für Schwindelfreie. Kunz und Kunz Lieni Kunz und Heinz Urs Kunz – zwei der geistigen Väter dieses gelungenen Projektes – waren persönlich anwesend. Heinz Urs Kunz führte mit einer grossartigen Präsentation durch die Zeit des Entstehens und erzählte interessante Anekdoten. Dass dieser Bau nicht einfach nach Programm abgelaufen ist und die Planung immer wieder vor neuen Problemen stand, wundert wohl keinen der da oben steht und das entstandene Werk bewundert. Geschichtlicher Hintergrund 1539 wird das Bad erstmals in einem Spruchbrief über Wuhrstreitigkeiten in dessen Umgebung erwähnt. Wuhre sind Verbauungen bei Flüssen, mit denen das fruchtbare Schwemmland nutzbar gemacht wird. Oft wurde das so gewonnene Land als Weidland bewirtschaftet oder es wurde beispielsweise Hanf angebaut. Diese wirtschaftlich interessanten Flächen waren immer wieder Gegenstand von Streitigkeiten. Im 16. Jahrhundert war das Fläscher Bad Eigentum der Gemeinde. In der Zeit danach wechselte es fleissig den Besitzer und Namen wie Von Salis, Adank, Marugg findet man in den Annalen. 1749 schliesslich bestimmte die Gemeinde über die Nutzung des Badguts und das konnte sie damals nur über Eigengut oder All-

mendland. Der Rat der Ehrsamen Gemeinde Fläsch versammelte sich zur Beratung. Er beschliesst, dass die Käufer des Fläscher Badguts die Gewölbe des Badhauses unbrauchbar machen sollen. Darüber hinaus sollen sie zu keinen Zeiten mehr das Recht haben, Badhaus und Gaststätte wieder in Betrieb zu nehmen. Auf dem Gut soll niemals mehr etwas anderes als ein Weingarten betrieben werden. 1937 wird das Fläscher Bad wiederbelebt. Im Winter 1937 entdeckten die Besitzer der Parzellen während der Arbeiten für eine Stützmauer das Gewölbe des Kellers der ehemaligen hinteren Badestube. Der damals junge Hans-Peter Hermann grub mit der ganzen Familie den Keller aus. Darauf wurden die Gewölbe mit einer Eisentür versehen. Dieser Keller diente während des zweiten Weltkrieges – die Grenze war ja nur etwas mehr als ein Kilometer entfernt – als Magazin für die Armee. Als Hans-Peter Hermann während der Gütermelioration der Gemeinde Fläsch 1974 den Rebberg bei den Badgütern zugesprochen bekam, entschloss er sich, den Weinberg zu terrassieren. Gleichzeitig begann er, die alten Gemäuer selbst auszugraben. Die Grundelemente zum heutigen Bad Fläsch wurden gelegt.  (pd)

Der Brunnen im Fläscher Bad.


Mittwoch, 24. Juli 2013

Umfrage / Aus der Region

9

Meinungsumfrage

Was halten Sie davon, dass die Gemeindesägerei Schiers geschlossen werden soll?

Jenni Beat, 46 Schade ist es vor allem für die Leute die dort arbeiten.

Renz Robert, 63 Es ist nicht gut, da das Defizit ja nicht so gross ist. Ich denke wir müssen die Säge unbedingt behalten!

Tagliazucchi Gruerino, 76 Es ist sehr traurig, dass sie geschlossen wird, aber wenn es sich nicht mehr rentiert, geht es nicht anders. Heute werden ja leider immer mehr Firmen und Läden geschlossen.

Müntener Dennis, 20 Ich finde es natürlich schlecht, aber wenn die Gemeinde das Areal noch braucht, ist es sicher wichtig.

Rothenberger Priska, 21 Eine Schliessung der Sägerei finde ich nicht gut, denn dann ist Schiers nicht mehr so aktuell.

Urch Marlene, 72 Ich finde es sehr schlecht. Auch für unsere Gemeinde ist es nicht gut. Ausserdem macht ja langsam hier alles zu.

Loi Annalies, 65 Wegen der Arbeitsplätze, finde ich es traurig. Ich hoffe aber, dass wenn sie geschlossen werden muss, das Areal dann für etwas neues Nützliches genutzt wird.

Joos Heidi, 30 Da gehen natürlich wieder Arbeits­plätze verloren. Wir haben dort auch ab und zu Holz geholt und es ist zwar sehr schade, aber wenn es jedes Jahr ein Minusgeschäft ist, bringt es ja auch nichts.

Foto-Wettbewerb

P&H sucht schönste Sommersport-Fotos Della Ca Luca, 23 Keine sehr gute Idee, denn dadurch gehen Arbeitsplätze ver­ loren, die wichtig sein könnten.

Disch Lydia, 80 Für die Gemeinde ist es einfach schade, deshalb bin ich nicht dafür.

Das Motto des diesjährigen Sommer-Fotowettbewerbs ist Sommersport. Gesucht werden die schönsten, spannendsten, spektakulärsten und originellsten Sommersport-Fotos. Bitte beachten Sie, dass das Thema auf dem Bild ersichtlich sein muss. Pro Teilnehmer sind maximal zwei Bilder zugelassen (bitte kurzer Beschrieb zum Sujet). Mailen Sie uns die Bilder in einer Minimalauflösung von 1  MB bis spätestens am 18. August an: redaktion@drucki. ch, Betreff Fotowettbewerb. Die besten 12 Aufnahmen werden im P&H und auf vilan24.ch publiziert. Die drei Erstklassierten erhalten zudem Buchpreise im Wert von 100 Franken, 75 Franken und 50 Franken.  (ms)

Es gilt zu beachten, dass das Sommersport-Thema auf dem Foto ersichtlich ist. Foto: zVg


Aus der Region

10

Nr. 57

Malans

Pragg/Schiers

Unterbruch bei Älplibahn

Fuchsenwinkel soll sicherer werden

Bei der Älplibahn in Malans kam es am letzten Wochenende zu einem kurzfristigen Beriebsunterbruch. Laut Auskunft des diensthabenden Maschinisten Franz Egger, hat sich durch Vibrationen bei einem Mast eine Schraube des Elektrokabels gelockert. Bis das Problem geortet und behoben werden konnte, wurden die Passagiere mit Ersatzbussen ins Tal oder auf den Berg befördert. Seit Montag läuft der Betrieb wieder reibungslos. (ms)

Die alte Prättigauerstrasse ist im Bereich Fuchsenwinkel stark steinschlaggefährdet. Mit gewissen Sicherungs­ massnahmen soll dieses Prob­ lem nun entschärft werden. Die alte Prättigauerstrasse dient im Bereich Fuchsenwinkel insbesondere dem Landwirtschafts- und Langsamverkehr. Aber auch andere Verkehrsteilnehmer bevorzugen diesen Streckenabschnitt zwischen Furna/Pragg und Schiers. Ganz ungefährlich ist besagte Kantonsstrasse allerdings nicht. So fallen von den senkrechten Felswänden und steilen Hängen regelmässig teilweise grosse Steine auf das Strassentrassee. Dass es bislang zu keinen ernsthaften Zwischenfällen kam, grenzt aufgrund der Intensität des Steinschlags schon beinahe an ein Wunder. Massnahmenprüfung Dieses Gefahrenpotenzials ist man sich anscheinend auch beim Kantonalen Tiefbauamt bewusst,

Im Fuchsenwinkel fallen regelmässig und teilweise grössere Steine auf die alte Kantonsstrasse.  Foto: M. Schnell wie es dort auf Anfrage heisst. «Grundsätzlich sind die Strassen in einem Gebirgskanton überall in einem gewissen Masse gefährdet und können nicht flächendeckend gesichert werden», erklärt Mediensprecher Peter Stirnimann. «Sicherungsmassnahmen hängen immer direkt mit dem zu erwarteten Gefahrenpotenzial zusammen.» Und dieses Potenzial stuft

der Kanton für den Bereich Fuchsenwinkel als erhöht ein. So prüfe man gegenwärtig, welche Massnahmen im Verhältnis zur Strassenbenützung im besagten Gebiet sinnvoll seien. Als naheliegende Beispiele nannte Stirnimann die Verlegung der Strassenachse nach aussen und die Anbringung von Steinschlagnetzen.  (ms)

Maienfeld/Walenstadt

Baufirmen gehen gemeinsamen Weg Kurzfristiger Unterbruch bei der Älpli Bahn. Foto: M. Schnell

Pro Senectute

Neues Kurs­ programm erschienen Voller Spannung wartet die Bündner Generation 60+ auf das jeweils im Januar und im Juli erscheinende Kurs- und Veranstaltungsprogramm «envista» von Pro Senectute Graubünden. Kürzlich ist die Ausgabe fürs zweite Halbjahr 2013 mit vielen spannenden Angeboten erschienen! Begegnen, bewegen, lernen – genau das können Seniorinnen und Senioren, wenn sie sich für einen Kurs oder eine Veranstaltung von Pro Senectute Graubünden anmelden. «envista» ist kostenlos erhältlich oder es kann von der Website der Pro Senectute heruntergeladen werden: Tel. 0844 850 844; kurse@ gr.pro-senectute.ch; www.gr.prosenectute.ch.  (pd)

Eine langjährige Zusammen­ arbeit wird noch enger: Mit der Übernahme der GigerUwa AG durch die Zindel + Co AG festigen beide Firmen ihre Position und bauen ihr Ange­ bot an Dienstleistungen für die Kundschaft aus. Die Giger-Uwa AG Walenstadt tritt in eine neue Ära ein: Die Bauunternehmeung geht an die Brandis Holding in Maienfeld über, zu der die Zindel + Co AG sowie weitere

Baufirmen gehören. Die Übernahme des Betriebes samt allen Mitarbeitern sowie den Zweigniederlassungen Murg und Sargans besiegle eine erfolgreiche Zusammenarbeit, sagt Andreas Zindel, Geschäftsleiter und Mitinhaber der Zindel + Co AG. «Sie sichert den Weg in eine neue gemeinsame Zukunft als kompetenter Baudienstleister.» Die beiden Unternehmen sind regionale Familienbetriebe und haben eine ähnliche Firmenkultur mit sozialer Verantwortung sowie

Reto Wildhaber, Urs Broder, Andreas Zindel (von links nach rechts).  Foto: zVg

hohem Qualitätsbewusstsein. Zindel ist überzeugt, dass ein weiterer wichtiger Schritt in die Zukunft getan worden ist: «Wir bieten unseren Kunden ein noch breiteres Dienstleistungs-Angebot und haben weniger Schnittstellen.» Neuer Geschäftsleiter Urs Broder, Geschäftsleiter der Giger-Uwa AG, sieht diese Regelung als optimal für Mitarbeitende, Kunden und Familie. Als Verwaltungsrat wird er die Geschicke der Giger-Uwa AG weiter mitbestimmen. «Beide Unternehmungen sind überzeugt, ein vielseitiges Angebot liefern zu können, das in seiner Breite und Qualität einzigartig in der Region ist», sagt er. Am 1. September wird Reto Wildhaber in die Firma eintreten und per 1. Januar 2014 die operative Leitung von Broder übernehmen. Wildhaber war lange Zeit Mitarbeiter einer grossen Bauunternehmung, zuletzt als ProfitcenterLeiter. Er ist in Mels wohnhaft und kennt darum die Kundenbedürfnisse in der Region bestens.  (pd)


Inserate

Mittwoch, 24. Juli 2013

11 Die Hoffnung ist Der regenbogen über Den HerabstürzenDen bacH Des Lebens.

Herr, neige deine Ohren

friedrich nietzsche

und erhöre mich. Psalm 86,1

Men Casper Kamber 23. Dezember 1981 – 15. Juli 2013

unser liebster Men, du bist viel zu früh still und leise von uns gegangen. Wir sind so traurig und vermissen dich so sehr, aber wir werden dich immer innigst lieben und du wirst immer bei uns sein. in stiller trauer: anna Maria Däscher Markus, Jana und Lena Kamber Verwandte und freunde Die abdankung findet im engsten familien- und freundeskreis statt. anstelle von blumenspenden gedenke man bitte: amnesty international / spendenkonto: Pc 0-3417-8, iban: cH70 0079 0016 1179 8128 1 (in memoriam Men Kamber) traueradressen: - anna Maria Däscher, friedauweg 9, chur - Markus Kamber, Doggilochstrasse 74, Klosters

Foto: A. Aebli

by Druckerei Landquart VBA

112 31 12 scaera

www.mypostcard.ch

Geführte Wanderung: Jöriseen

Freitag, 26. Juli 2013 | 8:30 h beim Coop Anmeldung erforderlich bei Küblis Tourismus  Infos: www.kueblis.ch – 081 332 22 79

Wanderwegfest am Re-Ra-Rätikon Wanderweg Sonntag, 28. Juli 2013, ab 10 Uhr Auf dem «Hof Bardill» auf der Gadenstätt. • Festwirtschaft mit musikalischer Unterhaltung • Spielparadies für Kinder • Märlizelt mit Christina Guler Ihr Lieblingsfoto als Postkarte

Berghaus Scära Furna

S’isch wieder Scära-Sunntig 5. August 2012, ab am 11.00 Scära-Sunntig (Telefon 1600 ab am 08.00)

Äs git keis am Verschiäbigsdatum! 28. Juli 2013 mit Bärggottesdienst um 11 Uhr Miär hoffend, ds Wätter sii hüür besser alsds’ fäärä, und nochher Ässa, ds’ Triicha und freuend nisch uf ä gmüätlichä und Musig mit dä Sunntig mit eu uf Scära. «Prättigauer Ländlerfründa» Fahrbewilligung bruuchts an däm Tag keini. Willkomma dobna! Erika und Töni mit dä do Scära-Geischter

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

ICH SEH DAS ANDERS. Jeder hat das Recht auf Meinungsfreiheit und freie Meinungsäusserung. Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, Artikel 19 Setzen Sie sich mit uns für eine freiere und gerechtere Welt ein. www.amnesty.ch


Zum Schluss

12

&

churz bündig Das Royal Baby ist da Nach der Geburt des ersten Kindes von Prinz William und Herzogin Kate herrscht in Grossbritannien Feierstimmung. Die Nummer drei der britischen Thronfolge kam am Montag zur Welt. Mutter und Sohn ging es unmittelbar nach der Geburt gut. Das Kind wurde nach Angaben des britischen Senders BBC um 16.24 Uhr Ortszeit (17.24 Uhr MESZ) geboren und wog 3,8 Kilogramm. Gute zehn Stunden zuvor war die werdende Mutter ins Krankenhaus gegangen.

Aktuell

Was läuft? 24. Juli Klosters: 17 Uhr, Kulturschuppen: Kindertheater: Kaspers Reise zu Aladin. Für alle ab 4 Jahren. Eintritt frei. 20.30 Uhr, Kulturschuppen: 3D-Kino: «Pina». Weitere Infos unter: www.kulturschuppen.ch 25. Juli Schiers: Wandergruppe Prättigau (Pro Senectute Graubünden 50+) «Lenzerheide-Sartons-Chruwalden». Anmeldung bei Christina Joos Rhiner, Tel. 081 332 35 91 oder 079 622 84 62. E-Mail: joos.christina@gmail.com.

Prättigau/Montafon

Abschluss des Interreg-Projekts Mit der Publikation einer ausführlichen Broschüre mit Wanderangeboten im Rätikon und mit einem Schüleraus­ tausch zum Thema «Maien­ sässlandschaft» wurde das gemeinsame Interreg-Projekt des Regionalverbands Pro Prättigau und des Standes Montafon im Vorarlberg nun abgeschlossen. Im Titel der druckfrischen, 42 Seiten umfassenden Wanderbroschüre «Rätikon – Berge grenzenlos erleben» spiegelt sich das gesamte Interreg-Projekt, das in den letzten drei Jahren im Prättigau und im Montafon umgesetzt wurde. Der Schwerpunkt lag bei der besseren Nutzung des touristischen Potenzials, das der Rätikon bietet; in kleineren Teilprojekten wurde zudem die gemeinsame Kulturlandschaft in den weitläufigen Maiensäss- und Alpgebieten des Gebirgszugs thematisiert. Das Wanderangebot wurde – wie das bereits vor einem Jahr lancierte Teilprojekt «Auf Schmugglerpfaden» rund um die Madrisa – unter der Leitung des Innsbrucker Tourismusfachmanns Peter Haimayer erarbeitet. Tourismusverantwortliche, Bergbahnunternehmen und Hoteliers von beiden

26. Juli Klosters: 2. Kulturnacht Klosters ab 17 Uhr. Weitere Infos unter: www.kultournacht-klosters.ch Küblis: ab 8.30 Uhr: Geführte Wanderung zu den Jöriseen. Weitere Infos unter: www.kueblis.ch 27. Juli Klosters: 20.30 Uhr, Kath. Kirche St. Josef: Violinkonzert mit Michael Grube. 28. Juli St. Antönien: ab 10 Uhr, Wander­ wegfest «Re-Ra-Rätikon Wanderweg» auf dem Hof Bardill in Gadenstätt mit Festwirtschaft und musikalischer Unterhaltung. Spielparadies für Kinder, Märlizeit mit Christina Guler. Klosters: 17 Uhr, Silvretta Parkhotel: 2. Sommerkonzert: Emiko Hayakawa, Klavier

Nr. 57

Die Broschüre «Rätikon – Berge grenzenlos erleben» ist gratis erhältlich in den Tourismusbüros und -betrieben der Region. Sie kann auch bei Prättigau Tourismus bestellt werden: Telefon 081 325 11 11, www.praettigau.info.

Der Schwerpunkt des Projekts lag bei der besseren Nutzung des touristischen Potenzials.  Fotos: ziitla.ch/zVg Seiten des Rätikons wollen mit den attraktiven Angeboten mehr Sommergäste in den Rätikon locken. Gleichzeitig konnten sie über die Mitarbeit im Interreg-Projekt auch wertvolle Kontakte knüpfen. Wandel der Kulturlandschaft mitgestalten Auf ein gemeinsames Problembewusstsein zielte der zweite Schwerpunkt mit dem Titel «Raumplanung und Kulturlandschaft». Wegen des Wandels in der Landwirtschaft werden zahlreiche Maiensässe und Ställe im Prättigau und im Montafon eigentlich nicht mehr benötigt. Umso dringender ist die Frage des Umgangs mit den Gebäuden, aber auch mit dem Landwirtschaftsland. Ein auf zwei Tage verteilter Expertenaustausch mit Vertreterinnen und Vertretern aus Raumplanung, Denkmalpflege, Landwirtschaft, Tourismus, Kultur und weiteren Bereichen sorgte im Sommer 2012 für rege Diskussionen und gab einige Anstösse. Auch hier konnten zum Beispiel die Vertreter des Kantons Graubünden und des Landes Vorarlberg persönliche Kontakte für weitere Themen knüpfen. Ganz anders gelagert war dann Anfang Juli 2013 ein Austausch von Gymnasialklassen der EMS Schiers und des Bundesgymnasiums Bludenz zum selben Thema. Er führte am ersten Tag ins Gauertal und ins Montafoner Heimatmuseum in Schruns, am zweiten Tag dann ins Prättigau auf das

Schuderser Maiensäss. Die Schülerinnen und Schüler erhielten so einen ersten Einblick in dieses Thema; für die meisten war es zudem der erste Ausflug überhaupt in die so ähnliche Nachbarschaft jenseits des Rätikons. Weitere Zusammenarbeit Das Projekt «Prättigau/Montafon – grenzenlos in die Zukunft» wurde im Rahmen des InterregProgramms «Alpenrhein-Bodensee-Hochrhein» von der EU, den beteiligten Ländern und von den Regionen finanziert. Der geplante Kostenrahmen von 150 000 Euro über drei Jahre konnte eingehalten werden. Aufgrund der ausgezeichneten Erfahrungen sind sowohl die Verantwortlichen im Prättigau als auch im Montafon sehr an einer weiteren Zusammenarbeit interessiert. Dies zum Beispiel im Rahmen des nächsten Interreg-Programms, dessen Eckpunkte zurzeit in übergeordneten Gremien erarbeitet werden; gemeinsame Aktionen wären jedoch auch unabhängig von staatlichen Förderprogrammen denkbar. (pd)


P&h mi 24 07 13 nr57