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DIE NEUE H E I MA T EINE

SOZI ALDE UTOP MOKR IE UN AT I S C D IHR HE E BAU TEN


Werbeaufnahmen der Neuen Heimat Bayern in Neuperlach, Foto: Studio Reinhold + Hohloch

ANDRES LEPIK Vorwort

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H I L D E ST R O B L „Hohe Häuser, lange Schatten“. Die Bauten des Gewerkschaftsunternehmens Neue Heimat

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OLIVER SCHWEDES Urbanität durch Dichte. Die Neue Heimat und ihr Leitbild

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THOMAS SIEVERTS Die Neue Heimat und der Städtebau – und heute?

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WA LT E R S I E B E L Die Wohnungsfrage

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MICHAEL MÖNNINGER Eliten im Selbstgespräch. Die Rolle der Konzernzeitschrift „Neue Heimat Monatshefte“ in der deutschen Baudebatte nach 1950

SILKE LANGENBERG Von konventionell bis rationell. Zur Bautechnik der Neuen Heimat

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VERA SIMONE BADER Von der Ladenzeile zum Shoppingcenter. Eine Entwicklungsgeschichte

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F R A N Z L A B RYG A Krankenhäuser als hochorganisierte Gesundheitsmaschinen? – Die Mediplan, eine Tochtergesellschaft der Neuen Heimat

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ANDREAS HILD UND ANDREAS MÜSSELER Die Neue Heimat entdecken

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N O R B E R T K L I N G U N D M A X OT T Veränderung verhandeln. Neue Heimat und danach

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S I N A B R Ü C K N E R -A M I N „Spielplätze und sonstige Anpflanzungen“. Landschaft, Familie und Kindheit gestalten, 1955–1980

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M Y R Z I K U N D JA R I S C H Fotoessay, 2018

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TRADITION UND NEUBEGINN IN DER N AC H K R I E G S Z E I T. D E R W I E D E R AU F B AU VO N WO H N S I E D L U N G E N

Z U R Ü C K Z U R STA DT ! VO N D E R F L ÄC H E N - Z U R A LT STA DT SA N I E R U N G Hamburg Alsterzentrum

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Hamburg Barmbek-Nord

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Fürth Gänsbergviertel

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Hamburg Veddel

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Hameln Altstadtsanierung

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DA S A N T I M O D E L L Z U M WO H N E N I N D E R STA DT. VO N D E R G A R T E N STA DT Z U R „G E G L I E D E R T E N U N D AU F G E L O C K E R T E N STA DT “ Hamburg Gartenstadt Hohnerkamp

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Karlsruhe Dörfle

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W E I T E R WO H N E N W I E G E WO H N T ? V E R S U C H S ­ SIEDLUNGEN UND BÜRGERBETEILIGUNG

München Parkstadt Bogenhausen

Heidelberg Emmertsgrund

Kassel Gartenstadt Auefeld

Hamburg Mümmelmannsberg

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198

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202

Bremen Neue Vahr

Kassel documenta urbana

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206

Hamburg Neu-Altona

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München Am Hasenbergl

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VO N D E R U N I V E R S I TÄT Ü B E R K R A N K E N H ÄU S E R B I S Z U E I N K AU F S Z E N T R E N – „W I R M AC H E N A L L E S . “ N E U E H E I M AT KO M M U N A L U N D N E U E H E I M AT STÄ DT E B AU

„WO H N U N G E N , WO H N U N G E N U N D N O C H M A L S WO H N U N G E N “ . D I E P R O D U K T I O N D E R STA DT I N S E R I E – H O M O G E N E ST R U K T U R E N , F U N K T I O N S T R E N N U N G U N D N AC H B A R S C H A F T E N

Frankfurt Nordwestzentrum

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Hamburg Congress Centrum (CCH) mit Hotel Loews Plaza

215

Nürnberg-Langwasser Nachbarschaft U

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Laatzen Leine-Einkaufszentrum

218

Walldorf Neutra-Siedlung

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Berlin Internationales Congress Centrum

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Kiel Mettenhof

157

Berlin Kreuzberg Klinikum Am Urban

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Darmstadt Kranichstein

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Aachen Universitätsklinikum

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Stuttgart Fasanenhof  –   Fasan I

164

Kassel Aufbau- und Verfügungszentrum

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„W E N N S I E WO L L E N , KÖ N N E N S I E B E I U N S E I N E G A N Z E STA DT B E ST E L L E N . “ D E R T R AU M VO M U R B A N E N U N D D I E AU TO N O M E GROSSSIEDLUNG FÜR DIE MASSE ANHANG Lübeck Buntekuh

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Frankfurt Nordweststadt

KURZBIOGRAFIEN DER A U TO R I N N E N U N D A U TO R E N

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Mannheim Vogelstang München Neuperlach

DA N K IMPRESSUM


Andres Lepik

München Neuperlach, Eröffnung des Informationspavillons mit Hans-J. Vogel, Foto: Pablo Johannes, 1969

VO R WO R T

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S I S T H Ö C H S T E Z E I T, die Geschichte der Neuen Heimat einmal genau zu betrachten. Dafür gibt es mindestens drei wichtige Gründe. Erstens: 37 Jahre nach dem Neue-Heimat-Skandal, der schließlich zum Untergang des Gewerkschaftsunternehmens führte, wird gegenwärtig in Deutschland der Ruf nach bezahlbarem Wohnraum immer lauter, und es ist offensichtlich, dass es den Städten und Kommunen für die rasche Umsetzung dieser Forderung an einem vergleichbaren Instrument fehlt, wie es die Neue Heimat für die Zeit ihres Bestehens war. Als größtes und mächtigstes gemeinnütziges Wohnungsbauunternehmen widmete sie sich in der Nachkriegszeit der Entwicklung von Sozialwohnungen – im Durchschnitt über 90 Prozent des gesamten Wohnungsbestands der Neuen Heimat – und bezahlbarem Wohnraum in ganz Westdeutschland, und sie genoss über die längste Zeit ihres Bestehens bundesweit das Vertrauen der politischen Vertreter sowie der Regionalpolitik – quer durch die Parteien. Ihr Scheitern hat nach 1986 eine Lücke hinterlassen, deren Konsequenzen aktuell immer deutlicher werden. Ein zweiter Grund für eine Beschäftigung mit der Geschichte des Wohnungsbauunternehmens ist, dass die Leistungen und Erfolge der Neuen Heimat über lange Zeit von dem Skandal ihres Untergangs überschattet wurden, während die Erinnerung an die positiven Seiten für die gegenwärtige Generation von Architekten, Politikern und Planern deswegen nahezu ­verloren schien. Dabei können viele der Akteure, das heißt Zeitzeugen, Politiker und ­Architekten, noch aktiv zu einer Aufarbeitung beitragen. Es ist wichtig, das vorhandene Wissen – aber auch das noch vorhandene Material – zu schürfen und öffentlich zu machen. Denn aus den positiven Erfahrungen lassen sich ganz sicher auch Erkenntnisse für die Gegenwart ableiten. Und der dritte, nicht weniger wichtige Grund ist der Umstand, dass der überwiegende Teil des Wohnungsbestands, den die Neue Heimat entwickelt hat – circa 460.000 Wohneinheiten – noch immer steht, bewohnt wird und einen Teil unserer Städte prägt. Somit stellt sich die drängende Frage, wie dieser Bestand sinnvoll weiter genutzt, saniert, umgebaut oder gar weiterentwickelt werden kann.

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Als Architekturmuseum der TUM können wir die jahrzehntelange Geschichte der Neuen Heimat selbstredend nicht mit allen politischen, ökonomischen, zeitgeschichtlichen sowie sozialen Aspekten und Hintergründen aufarbeiten. Was wir mit unserer Ausstellung und dem vorliegenden Katalog aber erreichen wollen, ist, eine neue Aufmerksamkeit für die Leistungen aber auch Fehlentwicklungen der Neuen Heimat zu schaffen. Warum tun wir das? Wir haben seit 2013 zahlreiche Ausstellungen der sozialen Dimension von Architektur gewidmet und dazu gehörte immer auch die Frage nach der Geschichte, Gegenwart und Zukunft des Wohnens. So haben wir die Anregung von Christiane Thalgott gerne aufgegriffen, die uns schon vor einigen Jahren auf die Neue Heimat als mögliches Ausstellungsthema aufmerksam machte und dabei auch auf die besondere Bedeutung von Neuperlach in München verwies, die größte „Entlastungsstadt“ für geplant 80.000 Bewohner, welche die Neue Heimat je entwickelt hat. Hinzu kam, dass wir von Beginn der Forschungen an mit Ullrich Schwarz vom Hamburgischen Architekturarchiv zusammengearbeitet haben – ein Wunschpartner für dieses Projekt, denn in diesem Archiv der Hamburgischen Architektenkammer liegt ein großer Teil des Materials, das nach der Abwicklung der Neuen Heimat in Hamburg im Jahr 1991 gerade noch gerettet werden konnte. Somit war es auch von Anfang an die gemeinsame Absicht, die Ausstellung nach ihrer ersten Station in München auch in Hamburg zu zeigen. Dies gelang mit der Zusage von Hans-Jörg Czech vom Museum für Hamburgische Geschichte, und so freuen wir uns sehr, dass sie damit ebenfalls am Ursprungsort der Neuen Heimat präsentiert werden kann. Denn der Wohnungsbaukonzern hatte seinen Siegeszug 1950 in Hamburg begonnen und sich dann über die ganze Bundesrepublik verbreitet. Auch das Ende der Neuen Heimat ging wiederum von Hamburg aus, denn es war das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“, der die am Ende korrupten Strukturen an die Öffentlichkeit und damit zu Fall brachte. Die Ausstellung schöpft neben dem Archiv der Hamburgischen Architektenkammer auch aus einer Vielzahl an Originalplänen, Fotos und Modellen aus dem Archiv des Architekturmuseums der TUM – dazu zählt beispielsweise ein riesiges Präsentationsmodell von Neuperlach aus dem Informationspavillon vor Ort – sowie aus dem Bestand der Neuen Heimat Bayern, den die WSB Bayern in München aufbewahrt. Zudem werden zahlreiche Originalmaterialien aus städtischen Archiven und Privatbeständen einen Einblick in die Planungsschritte und Dimensionen der Bautätigkeit der Neuen Heimat ermöglichen. Wir sind allen Leihgebern und der großen Zahl an Zeitzeugen, die uns nicht nur für Interviews zur Verfügung standen, sondern uns mit Wissen aus erster Hand berieten, für ihre wertvolle Unterstützung sehr dankbar. Trotz der Vielfalt an neu und wiederentdeckten Dokumenten ist uns bewusst, dass wir mit der Neubetrachtung der Neuen Heimat nicht die Ersten und nicht die Einzigen sind. Schon 2008 hatte sich Peter Kramper in einer detaillierten Untersuchung der Wirtschaftsgeschichte der Neuen Heimat gewidmet und damit die zentrale Basis für weitere Forschung geschaffen. Und jüngst hat Michael Mönninger die Monatshefte der Neuen Heimat in einer breit angelegten Studie analysiert. Andreas Hild und Andreas Müsseler haben vor Kurzem die Siedlung Neuperlach in einer großen Publikation gewürdigt und hier auf die möglichen Potenziale der Weiterentwicklung verwiesen. Aber an die Darstellung der Geschichte der Neuen Heimat und ihrer prägenden Bauten in einer Gesamtperspektive als Ausstellung hat sich bislang keiner gewagt. Wir denken, dass dies wichtig ist, um die aktuelle Relevanz der Neuen Heimat einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen und damit die laufende Debatte um den Wohnungsnotstand in Deutschland mit einigen Argumenten aus der Geschichte anzureichern.

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Neue Heimat Monatshefte 11/1956, 6/1964

Die „Monatshefte“ sollten die Öffentlichkeit für die neuen sozioökonomischen und urbanistischen Ideale gewinnen und zugleich die expansiven Konzerninteressen durchzusetzen helfen. Vor allem aus den Beiträgen der Geschäftsführer Heinrich Plett und Albert Vietor sprechen die imposante Selbstbegründung und das große Sendungsbewusstsein des Gewerkschaftskonzerns. Die Neue Heimat zehrte lebenslang vom moralischen Kapital ihres Ursprungs in der Arbeiterselbsthilfe und marktfernen Bedarfsdeckungswirtschaft der 1920er-Jahre, selbst dann noch, als der Konzern Spielcasinos und Luxushotels wie in Monte Carlo baute.11 Für den guten Zweck einer erhofften gewerkschaftlichen Gegenmacht gegen die kapitalistische Ökonomie akzeptierte auch die beteiligte Öffentlichkeit die immer umfassender werdenden urbanistischen Masterpläne und ausufernden Investitionen in aller Welt. Wie eng die Leitung der Neuen Heimat den eigenen Firmenerfolg mit dem gesellschaftlichen Wohlergehen verbunden sah, zeigen die „Monatshefte“ mit Aufsätzen Ende der 1960er-Jahre, die das steigende Anspruchsniveau im Städtebau mit der Ausweitung der angebotenen Bauleistungen gleichsetzen. In seinem Beitrag „Auf dem Weg zur Stadt von morgen“12 sah Albert Vietor große Unzufriedenheit sowohl mit der Gartenstadt als auch mit der modernen zonierten Stadt der Charta von Athen, die nun einer Mischung von Wohnungen, Betrieben, Bildung, Kultur und Erholung weichen müsse. Damit meinte er allerdings nicht eine Rückkehr zu den verpönten historischen Städten, sondern dichtere und intensivere Großstrukturen, wie sie die Neue Heimat von Hamburg-Mümmelmannsberg bis München Neuperlach nach 1970 realisierte. Damals zielte der Konzern längst nicht mehr nur auf die Hebung des Wohnstandards, sondern auf die umfassende Verbesserung des Lebensstandards und der Wirtschaftskraft in Deutschland. Daher forderte Vietor, dass Wohnungsunternehmen sich zu „städtebaulichen Trägerorga-

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Neue Heimat Monatshefte 10/1968, 3/1974

nisationen“ entwickeln müssen, die „die Zielvorstellungen des politischen Bauherrn rationell […] verwirklichen“.13 Er plädierte für eine neue Sichtweise auf den Städtebau als „Chance zur Verbesserung der Wirtschaftsstruktur, zur Erhöhung der Wirtschaftskraft, also zur Vermehrung des allgemeinen Wohlstands“, was schließlich zu einer „gerechteren gesellschaftlichen Ordnung und Chancengleichheit“ führe. Vietor wies auf die Denkfabrik der Neuen Heimat hin, die GEWOS, durch deren systematische Stadtforschung sich das Neue-Heimat-Programm auf ganzer Breite entfalten könne: „Forschung – Programmierung – Planung – Finanzierung – Realisierung gehören zusammen“. 14 Das beständige Crescendo der Wachstums- und Erfolgsberichte in den „Monatsheften“ liest sich heute noch beeindruckend. Schlagzeilen wie „Wohnungen für 330.000 Menschen“, „Neue Wohnepoche“, „60.000 Wohnungen seit 1956“, „Vom Wohnungsunternehmen zur Städtebaugruppe“ und „Im Ausland bauen“ suggerierten unbegrenzte Wachstumsperspektiven und die Notwendigkeit einer stetigen Ausweitung der Geschäftsfelder: Über die Großwohnan­ lagen hinaus entstanden Stadtteilzentren, Kommunalbauten, Kongresscenter, Krankenhäuser, ­Schulen, Universitäten und Freizeitanlagen. Nahezu unbeirrbar blieb der Hamburger Konzern auf Wachstumskurs und berichtete 1976 aus Anlass eines internen Firmenjubiläums über das kaum noch überschaubare Geflecht von Tochtergesellschaften im In- und Ausland. 15 Obwohl bereits Mitte der 1970er-Jahre der Wohnungsbedarf nahezu gedeckt und das Auftragsvolumen der Bauwirtschaft in Westdeutschland um 30 Prozent geschrumpft war, warnte Albert Vietor, dass von 1978 an wieder eine neue Wohnungsnot entstehe, wenn nicht jährlich bis zu 500.000 Einheiten neu errichtet würden. 16

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Fertigungssystem Coignet, Montage eines Balkonelements, Siedlung Fideliopark München

Die Montage der im Werk vorgefertigten Bauteile des Montagebausystems Hinteregger erfolgt mithilfe von Turmdreh- und Autokränen. Für den Versatz der Platten sind jeweils bis zu sechs Arbeiter zuständig, wobei fehlende Facharbeiter durch angelernte Arbeiter ersetzt werden können. Die Platten werden mit justierbaren

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Stahlbolzen in die jeweils darunter liegende Platte eingeschraubt und ihre genaue Höhe mit einem Nivellierinstrument bestimmt. Seitlich werden die Platten über Rohrstützen mit verstellbarem Gewinde gehalten, bis sie nach Aufstellung aller Elemente eines Geschosses und Armierung der Knotenpunkte vergossen werden.


E L E M E N TA 7 2 Aufgrund eines Sonderprogramms zur Förderung industrieller Bauweisen durch den Hamburger Senat wurde das Großbauvorhaben Hamburg-Mümmelmannsberg zu einem Experimentierfeld des Montagebaus. Infolgedessen wurden beim ersten, zwischen 1970 und 1975 errichteten Bauabschnitt die für den geförderten Wohnungsbau zulässigen Gesamtkosten deutlich überschritten. 7 Gleichzeitig bemängelten die Entwerfer die mit dem Montagebau häufig einhergehende Monotonie in der Fassaden- und Grundrissgestaltung, 8 woraufhin der Bundesminister für Städtebau und Wohnungswesen zusammen mit der Zeitschrift „Stern“ 1972 den Wettbewerb ELEMENTA 72 auslobte. Der von der Neuen Heimat eingereichte und mit dem 3. Platz prämierte Wettbewerbsbeitrag wurde unter anderem in Hannover und am Hamburger Mümmelmannsberg ausgeführt. Das 122 Wohnungen umfassende Projekt der Neuen Heimat in Hannover war der erste der sieben ELEMENTA-­ Wettbewerbsbeiträge, mit dem begonnen wurde. Nur einen Monat nach Bauantragsstellung im Februar 1973 wurde der Bau begonnen, und im Sommer des darauffolgenden Jahres waren die letzten Wohnungen bereits bezogen. 9

Fassadengestaltung, Systembau ELEMENTA 72, Hamburg-Mümmelmannsberg, 1980

Schottenbauweise, Systembau ELEMENTA 72, Hamburg-Mümmelmannsberg, 1970–1979

Die Gründung der Gebäude in Hannover wurde noch in Ortbeton erstellt, die Kellerwände und -decken sind bereits aus Betonfertigteilen gefertigt, welche wie alle anderen Bauteile der darüber aufgehenden Geschosse von dem rund 170 Kilometer entfernten Werk Hessen bei Kassel auf dem Schienenweg und teils über die Straße angeliefert wurden. Da die Vorsortierung der Elemente bereits beim Beladen der Waggons erfolgte, konnte eine Zwischenlagerung auf der Baustelle entfallen. Das zur Erhöhung der Flexibilität der Grundrisse nichttragende und zum Teil versetzbare Innenwandsystem stammte aus Schweden und kam hier erstmals in der Bundesrepublik zum Einsatz. 10 Die Schottenbauweise ermöglichte eine vom System ­ u nabhängige Fassadengestaltung, womit man die zunehmende Kritik der industriell vorgefertigten Großbau­p rojekte zu entkräften versuchte. In Hannover kamen in der Fassade rote Stahlgitter und Sonnenblenden aus orangefarbenem Segeltuch zum Einsatz. Fassadengestaltung, Systembau Elementa 72, Hannover List, Foto: Franz Scheper, 1976


Andreas Hild und Andreas Müsseler

München Neuperlach, Virtuelles Drahtmodell: Neuperlach-Nord

D I E N E U E H E I M AT E N T D E C K E N

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E U T S C H L A N D I M J A H R 2 0 1 8 : Zumindest in den Ballungszentren herrscht ein enormes Wohnraumproblem. Was dagegen zu tun sei, wird allenthalben diskutiert. Die vorgeschlagenen Lösungen sind komplex und nicht ohne Weiteres wirksam. So wie der Wohnungsmangel nicht über Nacht entstanden ist, wird er auch nicht über Nacht zu beheben sein. Allerorten schwärmen Entwickler aus, um die letzten freien Grundstücke zu finden. Dabei sind die großen Gebiete, die es noch zu bebauen gälte, längst identifiziert. Der große Befreiungsschlag ist hier nicht zu erwarten. Neben der Anwendung bereits bekannter Strategien tut es also not, nach weiteren Möglichkeiten zu suchen, die scheinbar nicht auf der Hand liegen. Ist die

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E N T D E C K U N G solch eines weißen Flecks auf den Landkarten der großen deutschen Städte überhaupt denkbar? Woran sind geeignete Gebiete zu erkennen? Für die Suche nach Orten, deren nähere Betrachtung im Hinblick auf die Schaffung neuen Wohnraums lohnend sein könnte, ließe sich ein Kriterienkatalog aufstellen. Von zentraler Bedeutung darin wäre die L AG E . Wohnraum muss dort geschaffen werden, wo er benötigt wird, nämlich in den Ballungsgebieten. Hier sind die Baulandreserven allerdings begrenzt. Für eine Neubebauung zu entdecken wären deshalb verhältnismäßig gut getarnte, weil heute bereits bebaute Flächen innerhalb der regulären Stadtgrenzen. Die Stadterweiterungen der 1960er-Jahre erfüllen dieses Kriterium überwiegend. Die einstigen Trabanten sind durch das Wachstum der Städte heute oft nahe an diese herangerückt. Möglicherweise also lohnen die Siedlungen der Neuen Heimat eine Entdeckungsreise? Sollte es da tatsächlich eine Terra incognita vor unser aller Augen, in unmittelbarer Nähe geben? Die zu entwickelnden Gebiete müssen weiterhin eine gewisse G R Ö S S E aufweisen. Der administrative und politische Aufwand, der notwendig ist, um ein Gebiet nachzuverdichten, ist nur dann sinnvoll investiert, wenn dadurch eine erheblich große Zahl an Menschen eine entsprechende Perspektive erhält. Die Bauprojekte der Neuen Heimat sind heute Einheiten mit jeweils vielen Tausend Einwohnern. Zwischen 1950 und 1982 wurden in unzähligen Siedlungen geschätzte 400.000 Wohnungen gebaut. Auch diese Eigenschaft empfiehlt die entsprechenden Gebiete für eine nähere Untersuchung. Noch wichtiger als die Frage der Größe aber ist in unserem Zusammenhang das Kriterium der D I C H T E . Eine funktionierende Stadt ist ein fein austariertes System aus einer großen Anzahl von Menschen, die eine Gemeinschaft bilden, und den Leistungen, die eben diese Gemeinschaft ihnen zur Verfügung stellt. Zu erreichen ist ein beständig neu zu verhandelndes Gleichgewicht aus kommunalen Angeboten und Personenzahl. Wanderungsbewegungen, Wandel der Bedürfnisse und vor allem auch ein kontinuierlich steigender Komfortanspruch der Bewohner hinsichtlich der Wohnungsgrößen sind hierfür wesentliche Faktoren. Ein Baugebiet wird sich also daran messen lassen müssen, ob innerhalb seiner Grenzen eine deutliche Erhöhung der Bevölkerungszahl möglich ist. Dies auch, um all die Leistungen der Stadt erst sinnvoll darstellbar zu machen. Die Stadt der Zukunft wird eine dichte Stadt sein. Insofern haben die Siedlungen der Neuen Heimat aktuell ein Problem. Sie sind zu sehr Wohngebiet, zu wenig Stadt. Und sie sind, auch wenn es viele vom Augenschein her nicht glauben mögen, von eher moderater Dichte. Die Dichtezahl ist nicht allentscheidend, aber sie gibt doch deutliche Hinweise darauf, ob sich Investitionen in Infrastruktur rentieren können, ob eine sinnvolle Nahversorgung möglich ist, ob das Angebot von Schulen, Kindergärten oder Krankenhäusern in einem sinnvollen Verhältnis zur Einwohnerzahl des unmittelbaren Umkreises liegt. Neuperlach bei München umfasst circa 20.000 Wohneinheiten für rund 55.000 Menschen auf 800 Hektar. Im Vergleich dazu leben in der Neuen Vahr in Bremen rund 19.000 Menschen in circa 7.500 Wohneinheiten auf 250 Hektar Bruttofläche, 1 die GFZ der einzelnen Grund­stücke liegt zumeist zwischen 0,8 und 1,0 – selten darüber. Sie sind damit weit entfernt von städtischen Dichten, wie sie beispielsweise in München-Schwabing anzutreffen sind. Die GFZ liegt in diesen Quartieren nahe bei 3 und darüber, also annähernd dreimal so hoch. Und genau dieser Befund prädestiniert die entsprechenden Gebiete für die Nachverdichtung. In Neuper­l ach etwa ließe sich also mit einer V E R D O P P LU N G der baulichen Dichte von etwa 1,0 auf eine immer noch moderate GFZ von 2,0 die Einwohnerzahl von heute 55.000 auf die ursprünglich

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Norbert Kling und Max Ott

München Hasenbergl, Foto: Myrzik und Jarisch, 2018

VERÄNDERUNG VERHANDELN N E U E H E I M AT U N D DA N AC H

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I E G R O S S WO H N S I E D LU N G E N der Neuen Heimat verkörpern eindrucksvoll die „Modernität der Boomjahre“ und zeichnen in ihrer Entwicklung die keynesianisch geprägte, auf einen Klassenkompromiss ausgerichtete Wirtschafts- und Sozialpolitik des westdeutschen Wohlfahrtsstaats nach.1 Aus der zeitlichen Distanz heraus erscheint der damalige Anspruch, mit dem Großsiedlungsbau eine rational verwissenschaftlichte, universell anwendbare und technokratisch gesteuerte Lösung des Wohnungsproblems bereitstellen zu

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können, irritierend und faszinierend zugleich. Weil die baulichen Zeugnisse der „gegliederten und aufgelockerten Stadt“2 sowie die fordistischen Interpretationen einer „Urbanität durch Dichte“3 nach wie vor das Zuhause Zigtausender Bewohner in urbanen Agglomerationen sind, verbinden sich mit den Großwohnsiedlungen Fragen von großer Aktualität. Theoretische und praktische Annäherungen folgen dabei wechselnden Paradigmen: Vor dem Hintergrund einer Entwicklung, die sich als „Selbstkulturalisierung der Stadt“ bezeichnen ließe, scheinen heute der Blick auf die Unterschiede und die Herausarbeitung von Eigenheiten in Fallstudien modernistischer Wohnsiedlungen von gesteigertem Interesse zu sein. Und dort, wo eine planerische Fortschreibung im Fokus steht, finden sich zahlreiche Analysen und Konzepte, die sich mit der Anpassungsfähigkeit von Großwohnsiedlungen vor dem Hintergrund einer Ausdifferenzierung städtischer Lebensstile auseinandersetzen.4 Überraschend ist vielleicht, dass dieser Modus eines spezifizierenden Vergleichens und veränderten Betrachtens schon wesentlich früher Anwendung findet, als man zunächst annehmen mag. Ein Beispiel dafür ist die 1969 veröffentlichte Studie des Instituts für angewandte Sozialwissenschaft mit dem Titel „Stadt am Stadtrand. Eine vergleichende Untersuchung in vier Münchner Neubausiedlungen“.5 Das Buch ist bemerkenswert, weil es für den Untersuchungsgegenstand eine bewusst ambivalente Lesart nahelegt, die im Kontext der Zeit nicht unbedingt zu erwarten ist. In expliziter Abgrenzung von polemischen Zurückweisungen der Großwohnsiedlung als Zerstörerin „gewachsener“ Urbanität, wie sie wenige Jahre zuvor von Alexander Mitscherlich und anderen formuliert worden waren, 6 verfolgt die Studie zwei Hauptziele: Erstens versucht sie, empirisch fundiertes Wissen zu generieren, um einen als unzulänglich empfundenen Diskurs zur Lebenswirklichkeit in Neubausiedlungen auf eine Belastungsprobe zu stellen 7. Zweitens wollen die Autoren mit ihren Erkenntnissen aus räumlich lokalisierten Erhebungsdaten zur qualitativen Steigerung zukünftiger Projekte beitragen.8 Zu diesem Zweck beforschen sie die Parkstadt Bogenhausen, die Wohnsiedlungen Fürstenried Ost und Fürstenried West sowie die in mehreren Bauphasen entstandene und damals noch nicht abgeschlossene Siedlung am Hasenbergl. Zu einer Zeit, als die Wohnungswirtschaft der Bundesrepublik mehr als eine halbe Million Wohneinheiten jedes Jahr produziert 9 und parallel zur bestehenden Kritik an Großwohnsiedlungen die vorbereitenden Maßnahmen für die „Entlastungsstadt Neuperlach“ durchgeführt werden, konstatiert der Münchner Oberbürgermeister Hans-Jochen Vogel im Vorwort der Studie einen Revisionsbedarf, der aus einer veränderten Sichtweise auf die „neuen Großsiedlungen“ 10 resultiere. Seiner Einschätzung nach hat sich die Perspektive weg von einer quantitativ-technischen Betrachtung und hin zu einer Reflexion qualitativer Aspekte und gesellschaftspolitischer Absichten verschoben, sei es durch skeptisches Fragen nach der Herausbildung eines „Eigenleben[s] […] in [den] neuen Stadtteilen“ oder nach ihren Eigenschaften als „Ort[e] sozialer und gefühlsmäßiger Orientierung“.11 Die Studie entwirft kein einseitiges Bild von Homogenisierung, Entfremdung oder einem Verlust sozialer Bindungen, sondern zeichnet sich gerade durch ihre Vielstimmigkeit aus. So beobachten die Autoren in den Neubauquartieren die Herausbildung anderer Formen sozialer Beziehungen, als sie in Innenstadtquartieren oder ländlichen Siedlungen vorgefunden werden können. 12 Diese Beziehungen verklären sie jedoch nicht, sondern rücken gleichzeitig Themen wie soziale Ungleichheit und Marginalisierung in den Fokus. Die Studie rekonstruiert anhand der Befunde und mit Verweis auf bestehende Kritiken, wie in unterschiedlichen Lebensbereichen der Bewohner von Neubausiedlungen Benachteiligungen entstehen können, insbesondere durch den eingeschränkten Zugang zu den kollektiven Ressourcen der Stadt. Die Problematik einer latent

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M Y R Z I K U N D JA R I S C H FOTO E S S AY, 2 0 1 8

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PA R K S TA D T B O G E N H A U S E N , M Ü N C H E N

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N E U E VA H R , B R E M E N

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HAMBURG BARMBEK-NORD Ba u zeit

1950–1954 Ba u träg e r

Neue Heimat Nord Arc hi te kte n / P l a ner

Ursprungsbauten: Fritz Schumacher, Hermann Höger u. a.; Walter Beyn und Erich Knerlich (Hochhaus am Habichtsplatz) Wohn ein h e ite n

3.080 für 8.000 Bewohner 1

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E R W I E D E R AU F B AU von Wohnsiedlungen war gleich nach der Währungsreform und dem Erlass des Wohnungsbaugesetzes das vordringliche Ziel der Neuen Heimat. In Barmbek-Nord setzte sie ab 1950 eines ihrer „eigenen“ Quartiere größtenteils wieder instand, das zwischen 1926 und 1931 in Trägerschaft ihrer Vorgängerin, der Gemeinnützigen Kleinwohnungsbaugesellschaft (GKB), von Fritz Schumacher, Karl Schneider, Hermann Höger, Hermann und Paul Frank, Willy Berg und Max Paasche und anderen geplant worden war. In den Jahren 1953/54 bauten Walter Beyn und Erich Knerlich in Gleitbauweise noch ein 14-geschossiges Wohnhochhaus in die Mitte des rekonstruierten Viertels, an den Habichtsplatz. Barmbek-Nord ist heute das größte geschlossene Wohngebiet der Zwischenkriegszeit und dank des Wiederaufbaus nach den originalen Plänen ein bedeutendes Zeugnis der sozialdemokratischen Wohnungsbaupolitik vor 1933. Das Backsteinensemble wurde bereits vor der

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ersten Modernisierung der Jahre 1978–1981 unter Denkmalschutz gestellt. Damals wurden Zentralheizungen, Duschbäder und Isolierfenster in die 1-, 2- oder 3-Zimmer-Wohnungen eingebaut, was jedoch nicht die Abwanderung finanzstärkerer Haushalte verhinderte. Aufgrund des Standards der Nachkriegszeit, der unter dem der Zwischenkriegszeit lag, waren die ohnehin schon kleinen Arbeiterwohnungen noch geteilt worden. Schumacher hatte die Planung BarmbekNords von 1914 zugunsten von Staffelung und Grünflächen in der Blockrandbebauung mit klarer Akzentuierung der Außenkante des Quartiers reformiert. Für Aufsehen sorgte das Laubenganghaus der Brüder Frank am Heidhörn (1926/27), das als das erste Beispiel dieses Typs in Deutschland gilt. 1 Bekannt war auch das Ledigenheim Schwalbenhof für Frauen (1929/30), das die Franks ebenfalls als Laubenganghaus errichteten. Beide Häuser enthielten Gemeinschaftseinrichtungen wie


Waschküche, Casino, Zentralbadeanstalt und Dachterrasse. Es ist anzunehmen, dass diese angesichts der knappen Mittel 1950 nicht wieder eingerichtet wurden. Die Neue Heimat betreute also am Anfang ihrer Geschichte ein anspruchsvolles Wiederaufbauprojekt aus der Hand Fritz Schumachers. Nur 5,2 Prozent der Wohnungen waren im Krieg unbeschädigt geblieben.2 Abgesehen von der Vereinfachung in Funktionen und Fassadenornamenten sowie der Aufteilung von Wohnungen hielt sie sich an die teils schwer beschädigte Vorlage, setzte jedoch auch die zeitgemäße Agenda durch den neuen Bautyp Wohnhochhaus mit großzügiger Grünanlage in Szene. RH

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Schubert 2005, S. 159. Ebd., S. 160.

L ITERATU R NHM 10/1981, S. 34–35; Neue Heimat, 50 Jahre Neue Heimat Hamburg, Hamburg 1976 // Klaus Hübenbecker, Wohnungsbau 1920–1980. Dokumentiert an Hamburger Beispielen, Hamburg 1983; Ralf Lange, Hamburg. Wiederaufbau und Neuplanung 1943–1963, Königstein im Taunus 1994; Dirk Schubert, Hamburger Wohnquartiere. Ein Stadtführer durch 65 Siedlungen, Berlin 2005.

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2

3 1

Barmbek-Nord, 1939

2

Bombenschäden in der Habichtstraße, 1942

3

Habichtsplatz, 1953

4

Hochhaus am Habichtsplatz, 1954

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MÜNCHEN PARKSTADT BOGENHAUSEN Ba u zeit

1955–1956 (Planung ab 1954) Ba u träg e r

Neue Heimat Bayern Ba u herr

Gemeinnützige Wohnstätten­ gesellschaft von 1910 (GEWOG Hamburg), Südhausbau GmbH Arc hi te kte n / P l a ner

Franz Ruf (Gesamtplanung), Johannes Ludwig, Hans Knapp-Schachleiter, Matthä Schmölz, Helmut von Werz und Johann-Christoph Ottow; Alfred Reich (Landschaftsarchitekt) Wohn ein h e ite n

2.079 für 8.000 Bewohner (geplant 2.150), 135 Eigenheime

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I E Z I E L E waren hochgesteckt und die Parkstadt Bogenhausen in mehr­ facher Hinsicht ein Pilotprojekt. Als erste geschlossene Wohnanlage – nicht nur in München, sondern in ganz Bayern – sollten die geplanten und wenig verbreiteten Wohnhochhäuser „städtebauliche Höhepunkte“ schaffen. Aber in erster Linie war die Planung eine Reaktion auf die anhaltende Wohnungsnot nach dem Zweiten Weltkrieg. München zählte zwi-

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schen 1950 und 1956 zu einer der Großstädte Deutschlands mit der höchsten Einwohnerentwicklung: Zwischen 25.000 und 32.000 Menschen zogen jährlich nach München.1 Im Rahmen des geförderten Wohnungsbaus wurde in München dringend benötigter Wohnraum geschaffen: So lag der Anteil an Sozialwohnungen im Neubauvolumen in München 1951 bei 85 Prozent, bis 1953 bei 50 Prozent und in den folgenden Jahren bei etwa 30 Prozent.2


1

Die Stadt verkaufte der GEWOG Hamburg das unbebaute Gelände am Rande des Bogenhausener Villenviertels im Südosten Münchens.3 Die Umsetzung konnte „ohne Inanspruchnahme sonst üblicher öffentlicher Mittel“ finan­z iert werden. 4 Es waren vorrangig Gelder aus dem European-Recovery-Programm (ERP) und Eigenkapital der Bauherren, die die Spitzenfinanzierung ermöglichten. 5 So charakterisiert die Neue Heimat die Umsetzung der von Franz Ruf geplanten Wohnanlage als ein „Ergebnis des Ringens zwischen Architekt, Ingenieur und Finanzier“, da trotz der „freien“ Finanzierung der Anspruch blieb, den Quadratmeterpreis unter dem Niveau des subventionierten Sozialwohnungsbaus zu halten. 6 Ergänzt wurde die Pionierrolle der Wohnanlage durch den Bau eines Zentralheizwerks, das die bis dahin übliche

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Buschingstraße, Zeilenbauten und Wohnhochhäuser, Foto: Fritz Thudichum

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Parkgaststätte an der Buschingstraße, Foto: Otto Wasow

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Lageplan mit Farbgestaltungskonzept von Johannes Ludwig und Franz Ruf, 1955

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Hochhaustyp Ansichten 1:200 von Johannes Ludwig und Franz Ruf, 1.4.1954

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Küche einer Musterwohnung, Foto: Fritz Thudicum, 1956

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in Ost-West-Richtung verlaufende Ruthsenbach, dessen Uferzone gemäß Kaufvertrag von Bebauung freizuhalten war. May plante durch eine Stauung des Bachs drei ineinanderlaufende Seen zu schaffen, die mit einer Gesamtlänge von 900 Metern das gliedernde Landschaftselement zwischen den verschiedenen Wohnquartieren sein sollten. 6 Die Unterteilung in vier landschaftliche Großräume, gebildet aus 10- bis 14-geschossigen Hochhausscheiben, entwickelte May bereits zu Beginn der Planungen. Auf dieser Grundlage sollten sie unabhängig voneinander und zu verschiedenen Zeitpunkten realisiert werden. Gewerbe- und Dienstleistungsflächen sollten Kranichstein zu einer „echten“, weil teilweise autonomen Trabantenstadt machen. Am südlichen Ufer des Sees waren ein Geschäftsund Kulturzentrum vorgesehen, während am westlichen und nördlichen Ufer Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen, Kindergärten, Kirchen und ein Altersheim entstehen

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sollten. Autos sollten in Garagenbauten Platz finden, die zugleich die Sockel der Hochhausscheiben bildeten. Günther Grzimek erarbeitete die Grünplanung der Siedlung, unter anderem mit einer „raumbildenden Schutzpflanzung“, bestehend aus schnell wachsenden Pappeln, als Sichtschutz zwischen den dominanten Hochhausscheiben und den unmittelbar anschließenden Flachbauten. 7 In die Folgezeit fielen Maßnahmen, die das Projekt wirtschaftlicher machen sollten, die jedoch zugleich mit einem Verlust an Qualität einhergingen. So verpflichtete sich die Stadt gegenüber der Neuen Heimat, auf Jahre hinaus alle Sozialwohnungen ausschließlich in Kranichstein zu konzentrieren.8 Der Baubeginn der ersten Hochhausscheibe in der Bartningstraße im Mai 1968 fiel zeitlich mit einer gesellschaftlichen Entwicklung zusammen, im


Zuge derer auch die lange akzeptierten Großwohnsiedlungen zunehmend auf Kritik stießen. Schnell erhielt dieser erste Bau aufgrund seiner Höhe von 12 Geschossen und seiner Länge von 175 Metern die Bezeichnung „Eiger-Nordwand“. Neben dem sogenannten „Solitär“, einem Hochhaus mit 18 Stockwerken und einer vielfach vor und zurück gestaffelten Grundfläche in U-Form im Süden der Trabantenstadt, setzte May ein separates rundes Parkhaus. Bald nach Baubeginn, im Jahr 1970, bildete sich die Interessengemeinschaft Kranichstein (IGK), die bei der Stadt Darmstadt gegen das städtebauliche Konzept protestierte. Wesentliche Grundzüge der Planung von May wurden infrage gestellt, namentlich die mangelhaft gestalteten Erdgeschosszonen und die dicht nebeneinander und einander gegenüberstehenden Hochhausscheiben, vor allem in der südlichen Hauptzufahrtsstraße, der Bartning-

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Luftaufnahme, Foto: Aero-Lux, April 1976

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Grün- und Freizeitanlage

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„Solitär“-Hochhaus mit Parkhaus, Perspektive von Ernst May

straße. 9 In der Konsequenz wurde lediglich der erste, südliche Bauabschnitt nach Mays Ideen fertiggestellt, während die weiteren Bauabschnitte nach mehrmaliger Umplanung neuen städtebaulichen Konzepten folgten. F S

1 Rudi Löwe, „Kranichstein. Ein neuer Stadtteil für Darmstadt“, in: NHM 9/1968, S. 6–17, hier S. 6. 2 Ebd. 3 Jörg Kühnemann, „5000 Wohnungen für Darmstadt“, in: NHM 6/1968, S. 43. 4 1966 stieg die Nassauische Heimstätte aus dem Projekt aus. 5 Rudi Löwe, „Kranichstein. Ein neuer Stadtteil für Darmstadt“, in: NHM 9/1968, S. 6–17, hier S. 12. 6 Ebd. 7 Darmstädter Tagblatt, 23.12.1966. 8 Andres/Stumme 1993, S. 148. 9 Ebd., S. 148–156.

L ITERATU R NHM 6/1968, S. 43; NHM 9/1968, S. 6–17 // Ernst May, „Die Satellitenstadt Kranichstein bei Darmstadt“, in: Bauwelt 38/1967, S. 900–901; Neue Heimat Südwest (Hg.), Darmstadt-Kranichstein. Die Grundsteinlegung, Frankfurt am Main 1968; Ernst May, „Die Trabantenstadt Kranichstein bei Darmstadt“, in: Architektur und Wohnform 7/1968, S. 337–339; Johann-Christoph Gewecke/Gisela Oestmann, „Zum Problem der Freiflächenrealisierung in Stadterweiterungsgebieten“, in: Das Gartenamt 4/1974, S. 214–221; Hermann Stumme, „Zum Problem der Freiflächenrealisierung in Stadterweiterungsgebieten“, in: Das Gartenamt 11/1974, S. 619–627; Wilhelm Andres/Hermann Stumme, Kranichstein. Geschichte eines Stadtteils, Darmstadt 1993; Dietmar Reinborn, Städtebau im 19. und 20. Jahrhundert, Stuttgart u. a. 1996, S. 256– 258; Florian Seidel, Ernst May. Städtebau und Architektur in den Jahren 1954–1970, München 2008, S. 61–64, https:// mediatum.ub.tum.de/doc/635614/635614.pdf (7.12.2018).

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vorbehalten müsse“.10 Den Auftrag für das benachbarte Mietwohnungsobjekt „Fasan II“ (1964–1965) erteilte die Neue Heimat schließlich nicht Lehmbrock/Tiedje, sondern den Architekten Otto Jäger und Werner Müller, die im Wettbewerb von 1960 noch unterlegen gewesen waren.11 AS

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ber von Anfang an besonderen Wert auf die Individualität der Eigentumswohnungen legte, wurde den Käufern bei der Ausstattung ein Mitspracherecht eingeräumt.9 Im April 1963 kam es zu gravierenden Problemen mit Lehmbrocks Bauleitung. Tiedje, der sich nach der Entwurfsphase aus dem Baubetrieb am „Fasan I“ zurückgezogen hatte, äußert gegenüber der GEWOG seine Betroffenheit „über den Umfang und die Schwere der Beanstandungen“. Lehmbrock besetzte die Baustelle in Stuttgart mit wechselnden und nur zeitweise anwesenden Bauleitern. Die Musterwohnungen wurden nicht termingerecht fertiggestellt und Ausschreibungen nicht rechtzeitig auf den Weg gebracht. Die GEWOG drohte daraufhin, dass sie „diese Einstellung zu den Aufgaben einer Bauleitung nicht länger dulden könne“ und sich „geeignete Maßnahmen zur Besserung der bisherigen Situation

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1 Josef Lehmbrock, Verdichtung um jeden Preis. Die Städtebaupolitik der „Gross Neuen Heimat. Maschinenschrift, S. 4, unpubl., o. J., AM TUM, Sign. leh-174. 2 Scheiner/Schmidt 1974. 3 Bericht über die Sitzung des Gutachterausschusses für das Projekt „Hochhaus Fasanenhof“ in Stuttgart am 23.7.1960, AM TUM, Sign. leh-34-202; o. Verf., „Wohnhochhaus für Bausparer: ‚Gewog‘ Stuttgart baut Eigentumswohnungen in 20 Stockwerken. Vier Architektenentwürfe im Wettbewerb“, in: NHM 9/1960, S. 17–27. 4 Bericht über die Sitzung des Gutachterausschusses für das Projekt „Hochhaus Fasanenhof“ in Stuttgart am 23.7.1960, AM TUM, Sign. leh-34-202; o. Verf., „Wohnhochhaus für Bausparer: ‚Gewog‘ Stuttgart baut Eigentumswohnungen in 20 Stockwerken. Vier Architektenentwürfe im Wettbewerb“, in: NHM 9/1960, S. 17–27. 5 Für die Jahre 1960–1964 wurde für Stuttgart ein Zuzug von 7.000 Personen berechnet. Aus dem existierendem Wohnungsfehlbestand und Zuzug ergab sich eine jährliche Wohnbauleistung von 6.200 Wohnungen. Vgl. Justus Buekschmitt, „Stuttgart. Aufbau einer paradoxen Großstadt“, in: NHM 10/1961, S. 1–16, hier S. 15. 6 Lehmbrock 1964, S. 25–26 u. S. 48; Lehmbrock 1971, S. III/6. 7 Das Prinzip der verfächerten Südfassade setzten die Architekten ebenfalls in der Siedlung Edigheim bei Ludwigshafen um. 8 o. Verf., „Wohnhochhaus Fasan in Stuttgart-Fasanenhof“, in: Glasforum: 4/1967, S. 26–30; Hassenpflug/Peters 1966, S. 98–99. 9 GEWOG an Architekturbüro J. Lehmbrock vom 24.3.1964; Lehmbrock an die GEWOG vom 2.4.1964; Aktenvermerk vom 10.2.1964, alle AM TUM, Sign. leh-34-201. 10 Tiedje an die GEWOG vom 11.4.1963; GEWOG an Tiedje vom 5.4.1963; Lehmbrock an Tiedje vom 17.4.1963, alle AM TUM, Sign. leh-34-206. 11 O. Verf., „Wohnhochhaus für Bausparer: ‚Gewog‘ Stuttgart baut Eigentumswohnungen in 20 Stockwerken. Vier Architektenentwürfe im Wettbewerb“, in: NHM 9/1960, S. 17–27. Ohne Beteiligung der Neuen Heimat entstand im Baugebiet Fasanenhof das heute unter Denkmalschutz stehende Wohnhochhaus Salute von Hans Scharoun (1961–1963).

L ITERATU R NHM 9/1960, S. 17–27; NHM 10/1961, S. 1–16; NHM 2/1964, S. 45 // Josef Lehmbrock, Das Wohnquartier, München 1964; Gustav Hassenpflug/Paulhans Peters, Scheibe, Punkt und Hügel. Neue Wohnhochhäuser, München 1966, S. 98–99; Hans Peter Schmiedel, Wohnhochhäuser, Bd. 1: Punkthäuser, Berlin 1967, S. 174; Inge Henning, „Der Fasanenhof. Ein moderner Vorort Stuttgarts“, in: Bürgervereinigung Fasanenhof (Hg.), Der Fasanenhof, 9/1968, H. 1, S. 6–14, https://stutt gart-fasanenhof.de/index.php/stadtteilzeitung/274-derfasanenhof-1 (8.12.2018); Josef Lehmbrock (Hg.), Profito­ polis – oder: Der Mensch braucht eine andere Stadt. Eine Ausstellung über den miserablen Zustand unserer Städte und über die Notwendigkeit, diesen Zustand zu ändern, damit der Mensch wieder menschenwürdig in seiner Stadt leben kann, München 1971; Peter Scheiner/Hans Henning Schmidt, Neue Heimat – Teure Heimat. Ein multinationaler Gewerkschaftskonzern, Stuttgart 1974.


„W E N N S I E WO L L E N , KÖ N N E N S I E B E I U N S E I N E G A N Z E STA DT B E ST E L L E N .“ D E R T R AU M VO M U R B A N E N U N D D I E AU TO N O M E GROSSSIEDLUNG FÜR DIE MASSE

Frankfurt Nordweststadt, Foto: Kraus, 1971

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FRANKFURT NORDWESTZENTRUM Ba u zeit

1965–1968 (Planung ab 1961) Arc hi te kte n

ABB Architekten Ba u herr u n d B a u t räg er

Gewerbebauträger GmbH Hamburg Größ e

70.000 qm, davon sind für den Handel: 37.000 qm, Büros: 44.000 qm, öffentliche Einrichtungen: 26.000 qm, Wohnungen: 10.000 qm, Parkflächen: 65.600 qm 1

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A S I M O K TO B E R 1 9 6 8 eröffnete Nordwestzentrum sollte das „pulsierende Herz“ des neuen Frankfurter Stadtteils Nordweststadt werden, ihr Verkehrsmittelpunkt und zentraler Kultur- und Geschäftsbereich.1 Die Gesamtplanung zielte über die notwendigen Versorgungsstrukturen hinaus auf ein Zentrum am Siedlungsrand, das sich „selbstbewußt, kompakt und vielfältig gegenüber der Innenstadt profilier[t] und behaupte[t]“ und so Besucher aus Frankfurt, aber auch aus der ganzen Region anziehen sollte. Auf einer Fläche von 70.000 Quadratmetern waren dafür nicht nur ein Einkaufszentrum, sondern auch soziale und kulturelle Einrichtungen vorgesehen: ein Bürgerhaus, eine Feuerwache, eine Postfiliale, ein Hallenbad, eine Bibliothek und höhere Fachschulen des Landes. Da die Neue Heimat als gemeinnütziges Un-

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zurück – wäre bei den unterschiedlichen Bauund Nutzungsgrenzen und in der kurzen Zeit aber wohl kaum möglich gewesen.4 In der Ausschreibung des Wettbewerbs für das Nordwestzentrum im Sommer 1961 wurden die Ansprüche an die neue Stadtmitte formuliert: Sie sollte „die bauliche Manifestation des Gemeinschaftsbewußtseins einer Stadt von rund 40.000 bis 50.000 Einwohnern“ werden. Detaillierte Angaben zur architektonischen Gestaltung gab es jedoch keine, auch weil die einzelnen Gebäude in den Hintergrund treten und „vielmehr dienende Elemente der Raumerschließung eines städtebaulichen ‚Innenraums‘ sein“ sollten. 5 Die Forderung war, einen baulichen Grundkörper mit einem flexiblen konstruktiven System zu entwickeln, das sich einerseits an die jeweiligen Bedürfnisse anpasste und andererseits Einheit suggerierte. 6 Die Wettbewerbsausschreibung machte deutlich, dass es um ein urbanes Raumerlebnis ging, das ein Spannungsverhältnis zwischen „Intimität“ und „Weiträumigkeit“ evozieren sollte.7

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ternehmen zu diesem Zeitpunkt selbst keine Einkaufszentren bauen und finanzieren durfte, übernahm die Gebäudeträger GmbH, eine ihrer Tochtergesellschaften, die Planung und Finanzierung des 130-Millionen-DM-Projekts.2 Die Ergebnisse der Verhandlungen der Stadt mit der Neuen Heimat wurden allerdings kontrovers diskutiert. Die Stadt hatte den Grundbesitz billig an das Wohnungsunternehmen verkauft und musste nun zusehen, wie die Gewerbebauträger GmbH als Eigentümerin die Errichtung der Gebäude aller öffentlichen Einrichtungen finanzierte, um die Räume anschließend an Ämter und Dienststellen zu vermieten. Einige Politiker kritisierten dieses Vorgehen öffentlich und bewerteten die Einigung für die Stadt als „das schlechteste Geschäft des Jahrhunderts“.3 Ein anderes Finanzierungsmodell – weitere Investoren zogen ihre Vorschläge

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Zweigeschossige Ladenbauten mit Tiefhof

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Zentrum mit Turm der Feuerwache im Vordergrund, Foto: Ulfert Beckert

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Wegesystem mit Fußgängerbrücken, Foto: Ulfert Beckert

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Wohngebäude über den Ladengebäuden, Foto: Ulfert Beckert

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KU R Z B I O G R A F I E N D E R AU TO R I N N E N U N D AU TO R E N V E R A S I M O N E B A D E R , Kunsthistorikerin, ist Kuratorin am Archi­ tekturmuseum und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Architekturgeschichte und kuratorische Praxis der TUM. Am Architekturmuseum kuratierte sie die Ausstellungen „Lina Bo Bardi 1OO. Brasiliens alternativer Weg in die Moderne“ und „World of Malls. Architekturen des Konsums“ und war an der Ausstellung „AFRITECTURE. Bauen mit der Gemeinschaft“ maßgeblich beteiligt. Für ihre Dissertation „Moderne in Afrika. Asmara – Die Konstruktion einer italienischen Kolonialstadt 1889–1941“ wurde Bader 2016 mit dem Hans-Janssen-Preis der Göttinger Akademie der Wissenschaften ausgezeichnet. S I N A B R Ü C K N E R - A M I N ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Architekturgeschichte und kuratorische Praxis und am Architekturmuseum der TUM und forscht dort zu Landschafts-, Stadt- und Wissenschaftsgeschichte. Nach einem Studium der Kunstgeschichte, Amerikanistik und Medienwissenschaft an der Goethe-Universität Frankfurt am Main absolvierte sie dort den Masterstudiengang Curatorial Studies. Im Deutschen Architekturmuseum kuratierte sie die Ausstellung „Schätze aus dem Archiv 7. Zaha Hadid“. A N D R E A S H I L D ist Dekan der Fakultät für Architektur und Professor für Entwerfen, Umbau und Denkmalpflege an der TUM. Nach einem Architekturstudium an der ETH Zürich und an der TUM bis 1989 war er 1992 Mitbegründer des Büros Hild und Kaltwasser, das seit 1999 als Hild und K Architekten firmiert. Vertretungs- und Gastprofessuren sowie Lehraufträge führten ihn an die Universität Kaiserslautern, die Münchner Fachhochschule, die Hochschule für bildende Künste Hamburg, die Technische Universität Graz und die Technische Universität Darmstadt. N O R B E R T K L I N G forscht zu Konzepten der urbanen Veränderung und arbeitet aktuell an einer Analyse der Transformationsprozesse in der Parkstadt Bogenhausen. Er ist Partner im Büro zectorarchitects, London/München, und lehrte u. a. an der Brandenburgischen Technischen Universität und der TUM. F R A N Z L A B RYG A war nach einem Studium in Jena, Weimar und Berlin von 1974 bis 1994 Hochschullehrer an der Technischen Universität Berlin am Fachgebiet Entwerfen von Krankenhäusern und Bauten des Gesundheitswesens und langjähriger Direktor des Instituts für Krankenhausbau. Von 1974 bis 1979 war er Sprecher des Sonderforschungsbereichs Krankenhausbau. Er war Leiter von zahlreichen Arbeitsausschüssen (u. a. Bundesgesundheitsamt und DIN). Heute übernimmt er Forschungs-, Planungs-, Bausowie Beratungstätigkeiten und ist Autor und Herausgeber zahlreicher Fachpublikationen. S I L K E L A N G E N B E R G ist Professorin für Bauen im Bestand, Denkmalpflege und Bauaufnahme an der Fakultät für Architektur der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in München. Zuvor war sie Senior Researcher am Institut für Technologie in der Architektur und am Institut für Denkmalpflege und Bauforschung der ETH Zürich. Langenberg ist Vorsitzende des Fördervereins des Architekturmuseums der TUM, Mitglied im Schweizerischen Ingenieur- und Architektenverein SIA (Sektion Zürich) sowie in zahlreichen wissenschaftlichen Fachverbänden (national und international). A N D R E S L E P I K ist Professor für Architekturgeschichte und kuratorische Praxis und Direktor des Architekturmuseums der TUM. Nach einem Studium der Kunstgeschichte ging er mit einem Promotionsstipendium über „Das Architekturmodell in Italien 1353– 1500“ an die Bibliotheca Hertziana in Rom. Im Anschluss arbeitete er an den Staatlichen Museen zu Berlin als Referent des Generaldirektors, leitete ab 2004 die Architektursammlung 20./21. Jahrhundert an der Kunstbibliothek Berlin und war von 2007 bis 2010 Kurator am Architecture and Design Department des Museum of Modern Art in New York. 2011/12 war Lepik Loeb-Fellow an der Graduate School of Design der Harvard University.

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M I C H A E L M Ö N N I N G E R ist Professor für Geschichte und Theorie der Bau- und Raumkunst an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig. Er hat Germanistik, Soziologie und Kunstgeschichte in Frankfurt am Main und Karlsruhe studiert und 1995 promoviert. Von 1986 bis 2007 arbeitete er als Redakteur, Architekturkritiker und Auslandskorrespondent u. a. bei „Frankfurter Allgemeine Zeitung“, „Der Spiegel“ und „Die Zeit“. 1995/96 war Mönninger Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin, 1999/2000 Lehrstuhlvertretung für Friedrich Achleitner an der Universität für angewandte Kunst Wien. A N D R E A S M Ü S S E L E R arbeitet am Lehrstuhl für Entwerfen, Umbau und Denkmalpflege an der TUM. Nach dem Architekturstudium an der TUM und verschiedenen Stationen in Planung und Bauleitung ist Andreas Müsseler seit 2013 geschäftsführender Gesellschafter von Meili, Peter Architekten München. M A X O T T forscht an der interdisziplinären Schnittstelle von Architektur und Kulturanthropologie. Am Beispiel gemeinschaftlicher Bauprojekte untersucht er die Bedeutung urbaner Ethiken für gesellschaftliche Aushandlungsprozesse von stadträumlichen Transformationen. Er war mehrere Jahre als Architekt tätig, von 2011 bis 2016 wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für Städtebau und Regionalplanung der TUM und lehrte außerdem an der FH München. O L I V E R S C H W E D E S leitet das Fachgebiet Integrierte Verkehrsplanung am Institut für Land- und Seeverkehr der Technischen Universität Berlin. Er hat Politikwissenschaften, Soziologie und Wirtschaftswissenschaften in Marburg, Edinburgh und Berlin studiert, bevor er am Lehrstuhl für Stadt- und Regionalsoziologie der Humboldt-Universität zu Berlin promovierte. Im Anschluss arbeitete er am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung in der Projektgruppe Mobilität. Seitdem untersucht er die politische Ökonomie der Stadt- und Verkehrsplanung. Zur Neuen Heimat veröffentlichte Schwedes (geb. Schöller) „Die Blockstruktur. Eine qualitative Untersuchung zur politischen Ökonomie des westdeutschen Großsiedlungsbaus“. WA LT E R S I E B E L ist Professor Emeritus für Soziologie an der Universität Oldenburg. Von 1989 bis 1995 war er wissenschaftlicher Direktor der IBA Emscher Park und 1991/92 Fellow am Kulturwissenschaftlichen Institut Essen. 1995 erhielt Siebel den Fritz-Schumacher-Preis, 2004 den Schader-Preis. Seine letzten Buchpublikationen umfassen: „Die europäische Stadt“ (2004); „Stadtpolitik“ (2009, zusammen mit Hartmut Häußermann und Dieter Läpple); „Polarisierte Städte“ (2013, zusammen mit Martin Kronauer); „Die Kultur der Stadt“ (2015). T H O M A S S I E V E R T S ist Architekt und Stadtplaner und war von 1971 bis 1999 als Professor für Städtebau an der Technischen Hochschule Darmstadt, zuvor an der Hochschule für bildende Künste Berlin tätig. Sieverts gründete 1978 ein eigenes Planungsbüro in Bonn, von 2002 bis 2005 leitete er das Forschungsprojekt „Mitten am Rand: Auf dem Wege vom Vorort über die Zwischenstadt zur regionalen Stadtlandschaft“. Er war Gastprofessor an der Harvard University, der University of Nottingham und der University of California in Berkeley. Er ist Mitglied der Akademie der Künste Berlin und der Sächsischen Akademie der Künste. H I L D E S T R O B L ist seit 2005 als Kuratorin am Architekturmuseum und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Architekturgeschichte und kuratorische Praxis der TUM tätig. Sie studierte Kunstgeschichte und Germanistik und promovierte über das Werk von Wolfgang Hildesheimer. Als Kuratorin widmet sie sich der Frage nach der gesellschaftsrelevanten Rolle von Architektur und ihren Medien wie in „Show & Tell. Architekturgeschichte(n) aus der Sammlung“, „ZOOM! Architektur und Stadt im Bild“, „Keine Angst vor Partizipation! – Wohnen heute“ und „Wohnungen, Wohnungen, Wohnungen! 100 Jahre Wohnungsbau in Bayern“.


DA N K

N

ach beinahe drei Jahren Forschung zur Geschichte der Neuen Heimat und ihrer Bauten sind die Ausstellung und ihre begleitende Publikation ein Resultat der engen und inspirierenden Zusammenarbeit zahlreicher Akteure. An erster Stelle seien hier Ullrich Schwarz und seine Mitarbeiter Norbert Baues sowie Karl H. Hoffmann vom Hamburgischen Architekturarchiv genannt, die seit der Übernahme des Archivs der Neuen Heimat Nord zu Beginn der 1990er-Jahre dessen Inventarisierung und Aufarbeitung verfolgen. Ohne die erfolgreiche, sehr kooperative und freundschaftliche Zusammenarbeit mit ihnen wäre das Projekt nicht umsetzbar gewesen. Ein Großteil der fotografischen Dokumentationen stammt aus dem hervorragenden Bestand des Gewerkschaftsunternehmens Neue Heimat, das in akribischer Weise seine eigenen Bauleistungen dokumentierte und professionelle Fotografen wie Kurt Otto, Fritz Thudichum oder Franz Scheper beschäftigte. Vieles davon wurde in der unternehmenseigenen Zeitschrift „Neue Heimat Monatshefte“ – und später „Die Stadt“ – veröffentlicht. Das umfangreiche Videoarchiv der Neuen Heimat ermöglichte es uns, viele Bauten sowie die Unternehmens- und Personengeschichte auch filmisch zu dokumentieren. An Rainer Galitz vielen Dank für die weit darüber hinausgehenden Recherchen und den Schnitt des historischen Filmmaterials für die Ausstellung. Auch bei der WSB Bayern in München, die den Bestand der Neuen Heimat Bayern aufbewahren, wurden unsere Recherchen durch Karl Bierwirth umfangreich unterstützt.

Ein umfangreiches Ausstellungsprojekt in den Größendimensionen der Neuen Heimat lässt sich nicht ohne den Einsatz eines hochengagierten Teams verwirklichen. Dazu zählen die Kolleginnen und Kollegen des Architekturmuseums, die am Katalog mitgewirkt haben, die Archivarin Anja Schmidt, mit deren Unterstützung wir viele Schätze aus dem Archiv des Architekturmuseums bergen konnten, sowie Ester Vletsos und Rita Burkhartsmaier, die die zahllosen Großscans des Planmaterials anfertigten. Ein großer Dank gilt dem Restaurator Anton Heine und dem Ausstellungsaufbauteam aus Andreas Bohmann und Thomas Lohmaier. Bedanken möchten wir uns darüber hinaus ausdrücklich beim wissenschaftlichen Team und Projektbüro „Neue Heimat“ mit Sina Brückner-Amin als kuratorische Assistenz sowie den Mitarbeiterinnen Anna List und Clara Pollak.

Besonders freuen wir uns über die Beteiligung von Herlinde Koelbl an der Ausstellung. Sie zeigt eine Auswahl ihrer Fotografien aus Neuperlach, die wenige Zeit nach Baufertigstellung zum Teil im Auftrag der Neuen Heimat sowie in Eigeninitiative entstanden sind. Die Auswahl aus drei Serien zu Neuperlach wurde in dieser Zusammenstellung bislang nicht veröffentlicht. Die Fotografen Ulrike Myrzik und Manfred Jarisch reisten für uns im Herbst 2018 durch ganz Deutschland, um eine Auswahl von Bauten der Neuen Heimat aus der heutigen Perspektive zu dokumentieren. Eine Installation aus Fotografien und Stimmen der Bewohner zeigt die gegenwärtige Situation der Großsiedlungen.

Ein herzlicher Dank gilt auch Sandra Hofmeister, Verlegerin im DETAIL Verlag, und ihrem Team mit Steffi Lenzen und Roswitha Siegler, sowie der Lektorin Ilka Backmeister-Collacott, die die Produktion der Publikation großartig und professionell begleitet haben.

Danken möchten wir auch Christoph Titze und Christiane Thalgott, die nicht müde wurden, für uns zahlreiche Kontakte herzustellen. Viele Zeitzeugen ermöglichten uns umfangreiche Gespräche, die wir filmisch dokumentierten – und die verschiedene Perspektiven auf die Geschichte der Neuen Heimat bieten. Hierzu zählen Architekten, Beschäftigte bei der Neuen Heimat und Politiker wie Inken und Hinrich Baller, Lutz Basse, Hans Jörg Duvigneau, Hans Eichel, Ludwig Gerold, Gottfried Hansjakob, Otto Reiner, Michael Sachs, Thomas Sieverts, Christoph Sattler, Ursulina Schüler-Witte, Christoph Titze und Hans-Jochen Vogel. Wir danken für die filmische Umsetzung Michael Jany und Matthias Kestel.

Eine große Freude war die Zusammenarbeit mit Hannes Aechter, der für die Gestaltung des Katalogs und das Ausstellungslayout verantwortlich zeichnet. Und dank der inspirativen Ausstellungsgestaltung von José Ramos, STUDIO RAMOS, lädt die Ausstellung zu einer vielschichtigen Raumerfahrung ein. Nach der Präsentation in München wird die Ausstellung eine weitere Station im Museum für Hamburgische Geschichte finden. Für den kooperativen Austausch danken wir dem Direktor Hans-Jörg Czech ebenso wie – noch einmal – Ullrich Schwarz und der Architektenkammer Hamburg für die Initiative.

Wie immer danken wir ganz besonders dem Präsidenten der TUM, Wolfgang A. Herrmann, für seine dauerhafte und großzügige Unterstützung des Architekturmuseums, aber auch der Fakultät, hier namentlich Andreas Hild als Dekan, die unsere Projekte ebenfalls in vieler Hinsicht fördert. Dennoch bleiben wir am Ende immer auf zusätzliche Hilfen von außen angewiesen: Ausstellung und Katalog sind zu großen Teilen der großzügigen finanziellen Unterstützung von PIN. Freunde der Pinakotheken zu verdanken sowie den weiteren Zuwendungen vom Förderverein des Architekturmuseums der TUM, besonders Herrn Bernhard Schäpertöns, Herrn Alfons Doblinger sowie der BÜSCHL Unternehmensgruppe. Wir freuen uns sehr über das entgegengebrachte Vertrauen und bedanken uns bei allen Partnern und Beteiligten. ANDRES LEPIK UND HILDE STROBL

Nur mittels der Initiative vieler Einzelpersonen konnten umfangreiche Materialien aus Stadtarchiven, Sammlungen und Privatbeständen für Ausstellung und Buch aufgefunden und zusammengetragen werden. Vieles davon war bislang unveröffentlicht. Wir danken Albin Hennig, der Alvar Aalto Foundation/Alvar Aalto Museum in Helsinki, der Berlinischen Galerie, Bernt Lauter, der Bibliothek der Technischen Universität München, dem Büro Brechensbauer Weinhart + Partner Architekten mbB, dem Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt am Main, dem Staatsarchiv Hamburg, Günther Beltzig, Hilmer Sattler Architekten, Novotny Bader Architekten, Peter A. Poelzig, der RWTH Aachen, der Stadtplanungsstelle und dem Stadtarchiv Heidelberg, dem Stadtmuseum und Stadtarchiv Hameln, den Stadtarchiven in Fürth, Köln, Laatzen und Mannheim, der Universität Kassel, dem Universitätsklinikum Aachen und Lothar Schwedt – WBP-Archiv.

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Diese Publikation erscheint anlässlich der Ausstellung D I E N E U E H E I M AT [ 1 9 5 0 – 1 9 8 2 ] . E I N E S O Z I A L D E M O K R AT I S C H E U T O P I E U N D I H R E B A U T E N . Architekturmuseum der TUM in der Pinakothek der Moderne: 28. Februar bis 19. Mai 2019; Museum für Hamburgische Geschichte: 27. Juni bis 6. Oktober 2019

AU S ST E L L U N G Direktor: Andres Lepik Kuratorin: Hilde Strobl Wissenschaftliche Mitarbeit: Norbert Baues, Sina Brückner-Amin, Karl H. Hoffmann Assistenz: Anna List Ausstellungsarchitektur: José Ramos, STUDIO RAMOS, Berlin Graphische Gestaltung: Hannes Aechter, Berlin Mit einer Fotoserie von Herlinde Koelbl und Fotografien von Myrzik und Jarisch Zeitzeugeninterviews, Kamera/Schnitt: Matthias Kestel, Michael Jany Interviewpartner: Inken und Hinrich Baller, Lutz Basse, Hans Jörg Duvigneau, Hans Eichel, Ludwig Gerold, Gottfried Hansjakob, Otto Reiner, Michael Sachs, Thomas Sieverts, Christoph Sattler, Ursulina Schüler-Witte, Christoph Titze, Hans-Jochen Vogel Studentische Hilfskräfte: Magdalena Becker, Isabel Bommes Fernández, Damaris Kapp, Veronika Maier, Clara Pollak, Vanessa Salm, Lena Viehbacher Aufbauteam: Andreas Bohmann, Thomas Lohmaier Restaurator: Anton Heine Archiv und Leihabwicklung: Anja Schmidt, Thilo Schuster Historische Filme: Robert Galitz Lektorat: Ilka Backmeister-Collacott Übersetzung: Jennifer Taylor, Jennifer Leetsch Sekretariat: Marlies Blasl, Tina Heinemann, Rike Menacher, Tanja Nyc

Herausgeber: Andres Lepik, Hilde Strobl Redaktion: Hilde Strobl Redaktionsassistenz: Sina Brückner-Amin Lektorat: Ilka Backmeister-Collacott Grafik: Hannes Aechter Bildbearbeitung: Ester Vletsos, Rita Burkhardtsmaier

Für weitere Unterstützung danken wir Jens Beckert, Sven Beckert, Günther Berger, Johann Bierwirth, Paul Dietrich, Hans Engel, Sunna Gailhofer, Beata Lejman, Maren Wagner, Peter Weidl, Leonhard Winkler und Rudolf Winkler.

ISBN 978-3-95553-476-9 (Print) ISBN 978-3-95553-477-6 (E-Book)

Wissenschaftlicher Beirat: Hans-Jörg Czech, Gert Kähler, Peter Kramper, Ullrich Schwarz, Christiane Thalgott Eine Ausstellung des Architekturmuseums der TUM und des Hamburgischen Architekturarchivs der Hamburgischen Architektenkammer in Kooperation mit dem Museum für Hamburgische Geschichte. Leihgeber: Albin Hennig, Nürnberg; Alvar Aalto Foundation/Alvar Aalto Museum, Helsinki, Finnland; Berlinische Galerie, Landesmuseum für Moderne Kunst, Fotografie und Architektur, Berlin; Bernt Lauter, München; Bibliothek der Technischen Universität München; Brechensbauer Weinhart + Partner Architekten mbB; Deutsches Architekturmuseum, Frankfurt am Main; Freie und Hansestadt Hamburg, Kulturbehörde, Staatsarchiv, Hamburg; Günther Beltzig, Hohenwart; Hamburgisches Architekturarchiv der Hamburgischen Architektenkammer; Hilmer Sattler Architekten, München; Novotny Bader Architekten, Offenbach; Peter A. Poelzig, Duisburg; RWTH Aachen, Johannes Muetinga, Aachen; Stadt Heidelberg, Stadtplanungsstelle; Stadtarchiv Fürth; Stadtarchiv Hameln; Stadtarchiv Köln; Stadtarchiv Laatzen; Stadtarchiv Mannheim; Stadtmuseum Hameln; Universität Kassel, Abt. Bau, Technik und Liegenschaften; Universitätsklinikum Aachen; WBPArchiv Lothar Schwedt, Aachen; WSB Bayern, Bestand Neue Heimat Bayern

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K ATA L O G

Ausstellung und Katalog wurden unterstützt von: PIN. Freunde der Pinakothek der Moderne Förderverein des Architekturmuseums der TUM DIBAG Industriebau AG BÜSCHL Unternehmensgruppe Katalogbeiträge von: Simone Bader (SB), Katrin Bäumler (KB), Hanna Böhm (HB), Sina Brückner-Amin (SB-A), Teresa Fankhänel (TF), Stefan Gruhne (SG), Regine Hess (RH), Anna List (ALI), Irene Meissner (IM), Clara Pollak (CP), Anja Schmidt (AS), Isabell Schütz (IS), Florian Seidel (FS), Hilde Strobl (HS), Felix Waechter (FW) © 2019, erste Auflage Architekturmuseum der TUM und DETAIL Business Information GmbH Messerschmittstraße 4, 80992 München detail.de

Koordination im Verlag: Steffi Lenzen Chefredaktion: Sandra Hofmeister Herstellung: Roswitha Siegler Korrektorat: Gabriele Oldenburg Lithografie: ludwig:media, Zell am See Druck und Bindung: Kösel GmbH & Co. KG, Altusried-Krugzell Papier Inhalt: Tauro Offset 120 g Einband: Peyer Surbalin glatt Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar. Dieses Werk ist urheberrechtlich geschützt. Eine Vervielfältigung ist – auch auszugsweise – nicht erlaubt. Zuwiderhandlungen unterliegen den Strafbestimmungen des Urheberrechts. Umschlag: München Neuperlach Nord, Fußgängerbrücke Quidde-Einkaufszentrum, Foto: Kurt Otto © WSB Bayern, Bestand Neue Heimat Bayern (Vorderseite); Mannheim Vogelstang, Foto: Robert Häusser, Mannheim, 2.3.1971 (Rückseite) Architekturmuseum München: S. 17; 4/S. 52; 5/S. 55; 1/S. 134; 3, 4 /S. 135; 2/S. 141; 3,4/S. 142; 6/S. 143; 1/S. 149; 3/S. 163; 1–4/S. 164–166; 4/S. 179; 5/S. 180; 6/S. 181; 2/S. 198; 4/S. 200 // Baukunst 5/1929, Heft 9, S. 276; 2/S. 128 // Berlinische Galerie: 1–4/S. 221–213 // DAM Frankfurt: S. 211; 2,3 /S. 213; 4/S. 214 // DBZ 1958, Heft 12, S. 1305: 1/S. 137; 3/S. 139 // Deutsche Luftbild KG: 2/S. 138 // Dion Neutra: 1/ S. 156 // Ernst Hürlimann, S. 15 // Firma Hinteregger, Neufahrn: 5–8/S. 61; 9/S. 62 // Franz Labryga: 3/S. 82 // Hamburgisches Archi­t ekturarchiv: S. 8; S. 12; S. 11 (NHM 1/1960, S. 9); S. 16; 3/S. 24; 1–5/S. 26–32; S. 40–47; 1/S. 48; 2/S. 50; 3/S. 51; 1–4/ S. 58–60; 10–13/S. 63–64; 1–7/S. 66–76; 2/S. 81; 4/S. 84; S. 125; 1–4/S. 126–127; 1/S. 128; 3, 4/S. 129; S. 131; 1–3/S. 132–133; 1/S. 140; 5/S. 143; 1/S. 144; 2/S. 145 (NHM 1/1955, S. 10); 3/S. 145; 4,5/S. 146; 6/S. 147; S. 151; 1/S. 152; 3/S. 153; 1–5/ S. 157–160; 1/S. 161; 2/S. 162; 1–4/S. 167–170; 1–4/S. 161–173; 1–4/S. 174–176; 1–4/ S. 184–186; 3/S. 191; 2/S. 194; 1/S. 198; 3/S. 199; 5, 6/S. 201; 1–5/S. 202–205; 3/ S. 208; 7/S. 210; 1/S. 212; 1–3/S. 215–217; 1/S. 218; 4/S. 220; 1/S. 224; 4/S. 229; 6/ S. 230; 1–4/S. 231–233 // Hangjae Lee: 1–4/S. 86–93 // Hilmer und Sattler: S. 183; 1/S. 193; 3/S. 194; 4/S. 195; 5/S. 196; 5,6/S. 209 // Inken Baller: S. 197; 1, 2/S. 207; 4/ S. 208 // Myrzik und Jarisch: 1/S. 94; S. 100–123 // Peter A. Poelzig: 1/S. 78; 2/S. 225; 3/S. 226 // Stadtarchiv Fürth: 2/S. 188 // Stadtarchiv Hameln: 4/S. 192 // Stadtarchiv Laatzen: 2, 3/S. 219 // Stadtarchiv Mannheim: 1/S. 20 // Stadtmuseum Hameln: 1/ S. 190; 2/S. 190 // Verkaufsbroschüre BEWOBAU: 1/S. 151 // Weber, Brand und Partner – Archiv, Lothar Schwedt, Aachen: 14/S. 65; 1,2 /S. 227; 3/S. 228; 5/S. 229 // WSB Bayern, Bestand Neue Heimat Bayern: S. 4; S. 6; 2/S. 23; 2/S. 134; 2/S. 148; 3/S. 149; 4/ S. 150; 2/S. 153; 4/S. 154; 1/S. 177; 2, 3/S. 178; 7/S. 181; 1/S. 187; 3/S. 188; 4/S. 189.