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2019 | Nr. 72

Zeitschrift des Pförtner Bundes e. V.


INHALT Geleitwort des Vorsitzenden Grußwort des Rektors In Memoriam: Jochen Kreyssig

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Vergangenes aus der Pforte Pforta und seine Filiationen im östlichen Europa Eine »Wohltat und Zierde« Mädchen in Pforta Pforta im Gespräch: Vor 70 Jahren

Aktuelles aus der Landesschule Predigt zum Schulfest 2019 Die Landesschule Pforta in Berlin

Vom Pförtner Bund Ansprache zum Diamantenen Abitur 2019 Wer die Wahrheit tut, kommt zu dem Licht Weitere 100 Stühle für die Klosterkirche Online-Plattform zum Erfahrungstransfer Gründungsjubiläum des Altertumsvereins Gänseessen in Pforta Gänseessen der Ehemaligen Gänseessen überall Grabmal von Karl Lamprecht wird restauriert Tiere in Not Einladung zur ordentlichen Mitgliederversammlung Haushaltsrechnung Ecce 2019 Tabula Gratulatoria Zur Arbeit der Stiftung Schulpforta Hinweis zu Außenständen Pförtner Abende Impressum

2 | Inhalt


Geleitwort des Vorsitzenden

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Liebe Pförtnerinnen und Pförtner, liebe Freunde und Freundinnen der Landesschule Pforta! Heute halten Sie das druckfrische Heft »Die Pforte« in den Händen. Es wird die letzte Ausgabe sein, die unser Vorsitzender 2004 – 2014 und langjähriger Redakteur Prof. Dr. Peter Maser verantwortet. Ihm möchte ich an dieser Stelle für die sorgfältige und so bereichernde Arbeit an unserer Mitgliederzeitschrift danken. »Die Pforte« ist ein substanzielles Kontinuum im Leben unseres Vereins. Hier erfahren alle Mitglieder das Wichtigste aus der Arbeit des Pförtner Bundes, darüber hinaus verbindet »Die Pforte« Geschichtliches mit Aktuellem aus der Pforte. Zum Aktuellen gehört die traurige Nachricht vom Ableben unseres Ehrenvorsitzenden Jochen Kreyssig am 2. Januar 2020. Viele Vereinsmitglieder haben ihn noch lebhaft vor Augen. Mit einem Nachruf und einer Anzeige im »Naumburger Tageblatt« haben Pförtner Bund, Landesschule und Stiftung Schulpforta an ihn erinnert. Die Trauerfeier am 21. Februar hat viele Weggefährten und auch Vertreter aus Schulpforte in Hohenferchesar an der Familiengrabstätte und in Jochens Lieblingskneipe, im Gasthof Am Kreuzdamm, zusammengeführt. Einen ausführlichen Nachruf auf Jochen Kreyssig lesen Sie im Heft.

Im vergangenen Jahr durften wir uns über die Wiedereinweihung der durch Sturmschaden stark beschädigten Ewigen Lampe auf dem historischen Friedhof freuen. Auch namhafte Spenden aus dem Pförtner Bund haben das ermöglicht. Zum Schulfest haben Schülerinnen und Schüler in einem kleinen liturgischen Akt die Totenleuchte ihrer neuzeitlichen Bestimmung übergeben: Die Bilder von zu früh verstorbenen Schülerinnen und Schülern wurden wieder eingestellt. Inzwischen, das haben Sie auch in der letzten Pforta-Info gelesen, widmen wir uns gemeinsam mit Historikern, die am Erbe Karl Lamprechts interessiert sind, der Sanierung des Lamprecht-Grabmals auf unserem Historischen Friedhof. Ein Kraftakt, den wir mit Ihrer Hilfe stemmen wollen. Dazu lesen Sie im Heft mehr. Bauliches und Geschichtliches sind wichtig – vor allem aber auch das junge Leben der Landesschule Pforta. Junge Ehemalige haben eine intensivere Vernetzung von derzeitigen Abiturienten und jungen Absolventen angeregt. Auch dazu gibt es Bemühungen des Pförtner Bundes, die hoffentlich schnell Früchte tragen. Ein Pforta-Netzwerk soll diese Vernetzung ermöglichen. Die Weichen dafür sind gestellt. Nun gilt es, dieses Netzwerk mit Leben zu füllen.

Geleitwort des Vorsitzenden | 3


Schon heute möchte ich Sie zu unserer Mitgliederversammlung am 6. Juni einladen, am Schulfestsamstag im Kleinen Festsaal der Landesschule Pforta. Dabei werden auch Vorstandswahlen stattfinden. Danach werden wir wahrscheinlich feststellen: Der Vorstand des Pförtner Bundes wird jünger und bleibt überaus weiblich. Die Einladung zur Mitgliederversammlung ist Bestandteil dieses Heftes. Bei den Gänseessen im Herbst (ich konnte in Berlin, Jena und München anwesend sein) wurde ich mancherorts gefragt, wie es denn um den Schülernachwuchs in Pforta bestellt ist. Die gute Nachricht ist, dass die Berücksichtigung von Bewerberinnen und Bewerbern aus anderen Bundesländern seit einiger Zeit gerechter gelöst ist, so dass Anmeldungen auch aus Niedersachsen, Berlin, Baden-Württemberg und anderen Bundesländern im Grunde gleiche Chancen haben wie solche von Kindern aus Sachsen-Anhalt. Dass wir dennoch werben sollten und müssen, liegt einfach daran, dass wir vielen lernbegabten Schülerinnen und Schülern die Chance Schulpforta eröffnen und ihnen unser Kleinod ans Herz legen wollen. Die Erfahrung zeigt, dass besonders persön-

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liche Kontakte ausschlaggebend für Bewerbungen in Schulpforte sind. Finanzierte Werbekampagnen u.  a. im Internet und in Zeitungen zeigen dagegen keine messbare Wirkung (statistische Auswertung unter Bewerbern 2019). Mir als Vorsitzendem des Pförtner Bundes e. V. ist es deshalb im letzten Jahr besonders daran gelegen gewesen, möglichst viele junge Menschen nach Schulpforte zu locken, die sich bei ihrem Besuch der Landesschule von diesem Ort inspirieren lassen und motiviert fühlen, sich im entsprechenden Alter zu bewerben. Mit einer Schreibwerkstatt des Friedrich-Bödecker-Kreises Sachsen-Anhalt für junge Literatinnen und Literaten im Schüleralter, die mit 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus mehreren Bundesländern im September stattfand, sei hier ein Beispiel genannt. Die jungen Menschen mochten das Erkunden des Klosterbezirks, das Schreiben in den Kreuzgang-Arkaden und die Geborgenheit des Ortes. Nicht wenige haben sich Flyer und Broschüren mit nach Hause genommen. Ich wünsche Ihnen alles Gute! MATTHIAS HAASE VORSITZENDER DES PFÖRTNER BUNDES E. V.


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Grußwort des Rektors

Liebe Pförtnerinnen und Pförtner, in der Schulordnung unserer Schule aus dem Jahre 1811 wird ein Studientag erwähnt. Die Schüler waren an einem solchen Tag angehalten, tief in ausgewählte Werke der antiken Literatur einzudringen und Hausarbeiten zu schreiben. Der damalige Lehrkörper hielt es für angemessen, den erzielten Lernfortschritt der jungen Pfortenser im Nachgang durch geeignete Überprüfungsverfahren zu »evaluieren«. Die damit verbundene Methode, die intrinsische Motivation junger Menschen zu stärken, indem man ihnen die Verantwortung für ihr Lernen überträgt, scheint damals wie heute von Erfolg gekrönt zu sein. Insbesondere dann, wenn Lehrkräfte als Mentoren diesen Prozess pädagogisch begleiten. Am 26. November 2019 hat nun nach längerer Pause zum ersten Mal wieder ein Studientag an unserer Landesschule stattgefunden. Von 8 bis 17 Uhr waren unsere Schülerinnen und Schüler gefordert, sich einem selbst zusammengestellten Programm zuzuwenden. Ihre Arbeitsschwerpunkte hatten sie im Vorfeld in einem Arbeitsplan schriftlich fixiert und diesen mit ihren Mentoren besprochen. Neben dem Vertiefen von Unterrichtsinhalten konnten sie Beiträge für Wettbewerbe bearbeiten, das Spiel

auf ihren Instrumenten üben, Experimente durchführen, sich auf Klassenarbeiten bzw. Klausuren vorbereiten, krankheitsbedingt versäumten Unterrichtsstoff nacharbeiten und vieles mehr. Für unsere Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen neun und zehn begann der Studientag jeweils mit einer gemeinsamen Auftaktveranstaltung in der Aula, für die Neuntklässlerinnen und -klässler schloss sich die Absolvierung eines der vier angebotenen Methodenseminare »Die Pforte zum Erfolg« an. Im Nachmittagsbereich boten zudem Oberstufenschülerinnen und -schüler für die Schülerinnen und Schüler der jüngeren Jahrgänge Förderkurse an. Einige der »älteren Semester« nutzten den Studientag, um Hochschulen, Universitäten oder andere Internatsschulen zu visitieren. Die individuellen Arbeiten erfolgten jeweils in den Internatszimmern bzw. in den Musiküberäumen, Aktivitäten von Gruppen fanden in den Räumlichkeiten der Schule statt. Lehrkräfte waren als Ansprechpartner zugegen und gewährleisteten eine produktive Arbeitsatmosphäre. Im Nachgang fanden erneut Gespräche zwischen Mentoren und ihren Menties statt, in denen die Umsetzung der Arbeitspläne besprochen und die am ersten Studientag gesammelten Erfahrungen ausgetauscht wurden. Im Ergebnis kann resümiert werden, dass der erste

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Studientag der »Jetztzeit« mit Sicherheit nicht der letzte Studientag seiner Art gewesen sein wird. Diese Aussage schließt Optimierungen bei der Organisation und Gestaltung dieses besonderen Formates eines Schultages ausdrücklich mit ein. Eng mit dem Thema »Stärkung der Eigenverantwortung beim Lernen« ist auch die Erweiterung unseres Schulkonzeptes um ein Medienkompetenzkonzept verbunden. Die im nächsten Kalenderjahr anstehende Anbindung unseres Campus an das Breitbandnetz und die beginnende Umsetzung des zwischen Bund und Ländern vereinbarten Digitalpaktes werden wir zum Anlass nehmen, den bislang exemplarischen Einsatz von digitalen Lehr- und Lernwerkzeugen weiter auszubauen und aufbauend auf diesen Erfahrungen eine stetige Konkretisierung unseres Medienkompetenzkonzeptes vorzunehmen. Tragende Säulen sind hier die Fortbildung der Lehrkräfte, die Diskussion der gesellschaftlichen Auswirkungen der Digitalisierung und die Beschäftigung mit Problemstellungen hoher Komplexität im Unterricht. Die Leitlinie »Die Technik folgt der Pädagogik und der Didaktik« ist dabei das Fundament, auf dem die genannten Säulen zu verorten sind. Des Weiteren werden wir Räume wie das Tech-

6 | Grußwort des Rektors

Lab weiterhin vorhalten und ausbauen, in denen man eigene Erfahrungen im Umgang mit digitalen Lehr- und Lernwerkzeugen sammeln kann. Dabei ist davon auszugehen, dass nach wie vor auch bestimmte »analoge Werkzeuge« hochwirksam sind und daher weiterhin eine hohe Wertschätzung erfahren werden. Die Landesschule Pforta als Internatsgymnasium bietet im besonderen Maße jungen Menschen eine Chance, Lernerlebnisse durch gemeinsame Aktivitäten und Unternehmungen zu ermöglichen. Lernen muss somit in soziale Prozesse eingebettet werden. Gleichzeitig erfordert das Aneignen von Wissen bzw. die Ausbildung von Kompetenzen auch immer individuelle Tätigkeiten und Anstrengungen. Gerade bei diesen personenorientierten und -zentrierten Bestandteilen von Lehr- und Lernprozessen ist kritisch und ergebnisoffen zu prüfen, an welchen Stellen die Potentiale der Digitalisierung gewinnbringend für unsere Schule genutzt werden können. Ergo: Auch in der Zukunft werden Lehrerinnen und Lehrer maßgeblich zum Erfolg von Bildung und Erziehung junger Menschen beitragen. Ihr pädagogisches, methodisches und didaktisches Rüstzeug wird dabei


vielfältiger werden und mit Sicherheit verstärkt auch digitale Werkzeuge umfassen. Nicht zuletzt werden fächerübergreifende hochkomplexe Problemstellungen, deren Analyse sowie die Suche nach geeigneten Lösungsansätzen und Lösungen für diese und deren kritische Reflexion in Zukunft in noch stärkerem Maße den Bildungskanon an unserer Schule prägen. Für all diese Herausforderungen gilt es, sich auch weiterhin zu wappnen und sich bestmöglich aufzustellen.

Verbunden mit dem Wunsch, dass Sie auch im Jahr 2020 oft mit Freude an Ihre Zeit in Schulpforte zurückdenken und auch weiterhin den aktuellen Werdegang unserer Landesschule verfolgen, danke ich Ihnen für Ihr Interesse an Ihrer Alma Mater und für Ihre Unterstützung unseres Schulund Internatslebens. Herzliche Grüße THOMAS SCHÖDEL RECTOR PORTENSIS

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In Memoriam: Jochen Kreyssig EHRENVORSITZENDER DES PFÖRTNER BUNDES

M

* 2. Juli 1929 – † 2. Januar 2020 Meine Erinnerungen an die ersten Vorstandssitzungen des Pförtner Bundes, die ich erleben durfte, sind unscharf. Aber dass sich Welten auftaten zwischen mir, dem noch nicht 25-jährigen EOS-Abgänger aus der DDR, und den rhetorisch versierten älteren Herren mit Fliege und elegantem Zweireiher-Sakko mit glänzenden Manschettenknöpfen, weiß ich wohl. Lateinische Redewendungen und Zitate wurden häufig eingeschoben, die Vorträge zu den Tagesordnungspunkten hatten Tiefe und Länge. Dabei hatte gerade Hans Reimer Kuckuck, Oberstudiendirektor, Altphilologe und beispielhafter Vertreter des gehobenen Bildungsbürgertums, sich mit Verve dafür verwendet, mich als jungen Ost-Pfortenser umgehend in den Vorstand zu befördern. Er liebte den angeregten Diskurs mit neugierigen Schülern, auch zu schöngeistigen Themen, und lud Absolventen hin und wieder zu sich und seiner Frau nach Hamburg ein. Er gehörte zu denen, die die großen Erziehungstraditionen der Pforte vor dem Abbruch 1935 noch selbst erlebt hatten, sie in höchsten Tönen rühmten und mit dem allmählichen Zerfließen der Strukturen in Meinerzhagen größte Hoffnungen in die nun wieder er-

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reichbare alma mater in Schulpforte setzten. Das Feld der Altpförtner, die sich seit den 60er Jahren im Pförtner Bund der Nachkriegszeit engagierten, war trotz vorrangig westdeutscher Herkunft heterogen. Neben Alumnen, die noch zur Weimarer Republik ihr Abitur abgelegt hatten, gehörten auch jene dazu, die nach Kriegsende den »Neubeginn« bis Ende der 50er Jahre erlebten und dann in den Westen flüchten mussten oder wollten. Aber auch einige Schüler der Napola-Zeit wurden aufgenommen. Der Einfluss vieler Altpförtner in allen Bereichen der Gesellschaft war durchaus groß, die finanzielle Lage des Vereins eher nicht. Die ersten Sitzungen des Vorstandes nach der Wende waren von der Frage nach Soforthilfen und einer möglichen Neuaufstellung der Schule geprägt, latent auch vom Diskurs, wie sich der Verein selbst sieht. Soll er sich auch für die Ehemaligen nach 1958 öffnen, die mit dem Rektorat Reinbothe den Bruch mit alten Traditionslinien, christlichen Bezügen etc. begrüßt oder zumindest akzeptiert hatten? Wie können solche Alumni für die Idee der Portenser Erziehungstradition stehen? Das Bild blieb uneinheitlich. Im »Naumburger Tageblatt« erschien ein knapper Zeitungsartikel, der frühere Schüler, explizit nur bis 1958, bat, dem Verein beizutreten und


sich beim Vorsitzenden Kuckuck zu melden. Hans Reimer Kuckuck war allerdings (siehe Beispiel Haase) sehr wohl daran interessiert, jüngere Pfortenser für die Arbeit des Vereins zu gewinnen. Dennoch, Schüler der DDRZeit fühlten sich (wohl auch durch das selbstsichere, teils bestimmte Auftreten der Ehemaligen aus dem Westen) mitunter ausgegrenzt und blieben vorerst fern. Als Hans Reimer Kuckuck 80-jährig, nach langer, verdienstvoller Führung des Pförtner Bundes, die Amtsgeschäfte 1992 an Jochen Kreyssig übergab, war das auch ein Stilwechsel in der Vereinsführung. Jochen Kreyssig begann seine aufreibende Arbeit in Schulpforte im Sommer mit einem Umzug ins Saaletal, zeitgleich mit dem neuen Rektor Karl Büchsenschütz. Denn zum Schuljahresbeginn 1992 war die (noch substanzarme) Stiftung Schulpforta wiederbelebt worden und benötigte einen Geschäftsführer, der sich um weitere Restitutionsvorhaben kümmerte und die schon zurückgewonnenen Flächen zur Förderung der Schule gewinnbringend vermarktete. Jochen Kreyssig bezog Quartier in Bad Kösen und wurde zum ersten Prokurator der Stiftung nach der Wende und »Rundum-die-Uhr-Organisator«. Eine der vordringlichsten Aufgaben war die Vorbereitung des 450-Jahr-

Schuljubiläums 1993 geworden. In seinen Tagebuchnotizen der Prokuratorzeit schreibt Jochen: »Aus den Grundsatzgesprächen, die Rektor Büchsenschütz und ich an den Abenden des 2. und 5.9.1992 im Fischhaus führten, erwuchs eine gegenseitige Achtung und Wertschätzung …«. Jochen schlug sein Büro im Schulhaus (Physikflur, Raum 61) auf, brachte dafür eigene Büromöbel mit und wurde für die Aufbauphase der Stiftungsarbeit mit 10.000 DM Startkapital durch den Pförtner Bund ausgestattet. Im Vordergrund standen zunächst Liegenschaftsfragen. Das frühere Volkseigene Gut ging zu Jahresbeginn 1993 in die Verantwortung der Stiftung über. Der lukrative Mietvertrag mit RENO wurde verlängert. Die Bauhüt-

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te konnte sich auf dem Gutsgelände ansiedeln. Pacht- und Wohnungsfragen waren zu klären. Daneben ging es aber auch um die Organisation des Jubiläums-Schulfestes. Büchsenschütz und Kreyssig konnten sich aufeinander verlassen. Während der Rektor vor allem das Schulische der Festtage im Blick hatte, kümmerte sich der Prokurator um die repräsentative Form, um die vielen organisatorischen, logistischen und natürlich auch finanziellen Fragen.

Aufmerksamkeit gebührte zum Fest der heutigen Schule, wie viel der Geschichte der »Alumni quondam«? Hier wollten Ehemalige um gefallene Mitschüler trauern, dort versuchte die junge Schülergeneration sich im Internatsleben einer gerade gewandelten Schule, in einem gerade gewandelten Land zurechtzufinden und überlegte, was eigentlich zu feiern war. Kreyssig war Vermittler, Entschärfer, Erklärer und einer, der Verständnis hatte für die vielen Sichtweisen.

Daneben war es Jochen in seinem Doppelamt aber auch wichtig, unter den Ehemaligen den Anschluss an die Jahrgänge nach 1958 herzustellen. In »Die Pforte«, Nr. 45, 1992, schreibt er mit Bezug auf die vermeintlich Kuckuck’sche Zeitungsnotiz klarstellend von »Unsinn« sowie »Falschmeldung oder Fehlinterpretation«. Im Gegenteil habe der Vorstand schon im Juli 1991 beschlossen: »Mitglieder aus den Abiturjahrgängen nach 1958 müssen gezielt und persönlich geworben werden.«

Sein Alltag in Schulpforte machte ihn darüber hinaus zum Ansprechpartner für die Schüler, die längst begonnen hatten, sich künstlerisch und in allen Freizeitbereichen zu entfalten. Auch für sie wurde er zum »Möglichmacher«. Wie Büchsenschütz begeisterte er sich an ihrer Kraft, ihren Ideen und der Tatsache, dass sie – ob mit oder ohne Kenntnis der jahrhundertealten Besonderheiten der Pförtner Erziehung – den Geist Pfortas offenbar schneller aufgesogen hatten als mancher Gast, manche Ehemalige sehen und erspüren konnten. Junge Menschen aus Ost und West lernten und lebten wieder selbstverständlich miteinander, eigenständig, auch aufeinander achtend, kreativ, Regeln vereinbarend und sicher auch hin und wieder verletzend, aber in dem Gefühl, dass dieser Ort, diese Schule ein besonderes Geschenk ist. Und so war Jochens Botschaft in den Vorstandssitzungen

Es ist mit wenigen Worten kaum zu beschreiben, wie geschickt und ehrlichen Herzens Jochen Kreyssig gegensätzliche Ansichten, Meinungen sowie Forderungen an Schule und Verein zum Traditionserhalt und vermeintlichen Ansprüchen der Ehemaligen an ihre Schule verhandelt und Dissenz geschlichtet hat. Wie viel

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vor allem, den Anwesenden etwas von diesen »Glücksmomenten« zu erzählen. Sein verschmitzter Blick, wenn er in scheinbar ausweglosen Situationen doch noch Rat und Hilfe wusste, Spender und Sponsoren hervorzauberte, das werde ich nicht vergessen. In dieser so besonderen Aufbruchszeit bahnten Rektor Büchsenschütz und Jochen Kreyssig auch zwei große »Zukunfts-Geschenke« für die Landesschule an. Kamen interessierte Gäste, die sich vom Neuerblühen der alten Bildungsstätte angetan fühlten, wurden sie wertschätzend aufgenommen, geführt und betreut, so dass sie nicht selten Signale der Hilfsbereitschaft sendeten. Büchsenschütz und Kreyssig gelang es in diesen Fällen, ein hohes Vertrauen aufzubauen, das nach jahrelanger Korrespondenz, Besuchen, Schulbesichtigungen und Verhandlungen in testamentarische Verfügungen mündete, deren Ertrag von den Akteuren weder zeitlich noch umfänglich abzusehen war. So hinterließ Brigitte Steffen der Melanchthon-Stiftung einen beträchtlichen Teil ihres Erbes. Die jährlichen Zinserträge dienen der Förderung der Stipendiaten überwiegend aus Pforta. Das Ehepaar Meng aus Kassel verfügte, dem Pförtner Bund die Hälfte ihres Erbes zukommen zu lassen. Als der Erbfall eintrat, waren wir vom Umfang überrascht und in der Lage,

das neue Ludorium mit allen nötigen Investitionen herzurichten. Jochen schickte mir damals seine Akten zu beiden Fällen. Die Fülle der Korrespondenz, die Einfühlsamkeit seiner Briefe und das herzliche Bemühen um jede Person, aber auch das Verhandlungsgeschick waren mir eindrücklich und für meine Arbeit als Vorsitzender wegweisend. Vor ihrem Tode konnte ich mit Frau Meng noch korrespondieren und erfuhr, wie wertvoll ihr der persönliche Kontakt zu Pforta durch all die Jahrzehnte gewesen ist. Mit dem Sommer 93 übergab Jochen die Stiftungsgeschäfte an Günter Feyerabend. Die Arbeit als Vorsitzender des Pförtner Bundes konnte er auch von Hohenferchesar aus bewältigen. Dort fand er sein nächstes Schaffensfeld, ebenfalls eine Mammutaufgabe. Das elterliche Gut sollte wieder aufgebaut und nutzbar gemacht werden. Auch mit Fremdenzimmern ausgestattet gab es sogar eine Probenwoche des Ehemaligenchores »Florilegium Portense« in Brandenburg. Später zog Jochen nach Berlin, als das »Überwintern« im ländlichen Umfeld nicht mehr geboten schien. Jochen blieb auch aus der Ferne der Schule und ihrem Rektor verbunden. Die Geschicke des Pförtner Bundes e.V. leitete er bis 2004. Rektor Büchsenschütz war bis 2005 im Amt. Wenn Menschen zueinander gehö-

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ren, so sagt man, würde ihr Herz im selben Takt schlagen. Vielleicht darf man das im übertragenen Sinn auch auf das kongeniale Gespann dieser beiden Akteure der Aufbauzeit in Pforta übertragen. Der 90. Geburtstag im Sommer 2019: Im Frühjahr 2019 ergab sich im Kreis des Vorstands die Frage, wie der Pförtner Bund ihm zum runden Geburtstag gratulieren kann. Eine Recherche im Internet förderte einen jüngeren Artikel samt Foto von Jochen von höchster Bedeutung zutage, wenngleich ohne Bezug zu seinem Wirken in Pforta: Anfang November 2018 wurden Jochens Eltern (Lothar Kreyssig, Begründer der Aktion Sühnezeichen, und dessen Ehefrau Johanna) posthum von der israelischen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem als »Gerechte unter den Völkern« geehrt. Den Preis konnte Jochen, begleitet von seinen Kindern, aus den Händen des israelischen Botschafters in Deutschland Jeremy Issacharoff entgegennehmen. Für wenige Minuten stand Jochen Kreyssig noch einmal im Licht der Öffentlichkeit, als letztes noch lebendes Kind der gegen die Nazi-Barbarei engagierten Eltern. 1944 versteckten Kreyssigs eine jüdische Frau bis zum Ende des Krieges in ihrem Haus. Das Foto des Moments, sagte mir später Sohn Martin, täuscht darüber hin-

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weg, dass Jochen all das nur noch mit größter Unterstützung seiner Kinder absolvieren konnte. Wer mit Jochen über alle Jahre Kontakt hielt, spürte bei Telefonaten, wie die Erinnerung an gemeinsam Erlebtes über die Zeit immer weniger wurde. Insofern hatte die Familie ursprünglich beabsichtigt, Jochens runden Geburtstag mit weniger Aufwand zu begehen. Aber der Drang früherer portenser Schulfreunde, Weggefährten und auch der möglichen Gratulanten aus Schulpforte bewog die Kinder unseres früheren Vorsitzenden, doch eine Begegnung und ein gemeinsames Essen zu ermöglichen. Rector em. Karl Büchsenschütz und mir war es gleichermaßen ein Bedürfnis, für einen – wenn auch kurzen Moment – diesem uns so wichtigen Menschen unsere Aufmerksamkeit zu schenken. Wohl wissend, dass es nicht mehr um Geschenke, Reden oder den Austausch von Erinnerungen gehen konnte. So konnten wir Jochen bei mildem Wetter von seinen Kindern begleitet erleben, ihm gratulieren und als kleines Zeichen Rosen und ein gerahmtes Bild der restaurierten Totenleuchte überreichen. Auch ehemalige Klassenkameraden und erste Mitstreiter des Kuratoriums der damals neu aufgestellten Stiftung Schulpforta kamen, um Jochen zu sehen, aber auch seinen Kindern gegenüber zum Ausdruck zu bringen,


wie wichtig er für den Wiederaufbau des Schulwesens in Pforta nach dem Fall der Mauer gewesen ist. Ein berührender, heiterer Vormittag für alle Gratulanten, und das vor allem Dank der Organisation durch die Kinder. Ein besonderer Moment dabei: Als Karl Büchsenschütz ihm gratulierte, lächelte Jochen und sagte freudig: »Deine Stimme kenn ich.« Es klang wie früher, humorvoll und positiv. Schon im Spätherbst zeichnete sich dann ab, dass Jochens Kraft bald zu Ende geht. Er starb am 2. Januar 2020, umsorgt von seinen Kindern, in Berlin. Jochen Kreyssigs menschliche Vorzüge lagen wohl in zwei Dingen begründet: die Genügsamkeit und Entbehrungen der Nachkriegsgeneration einerseits und die wertvollen Bildungsjahre in Schulpforta mit humanistischem Lehrinhalt, Theaterspiel und Musik, der Erziehung zur Eigenständigkeit und Verantwortung, sowie

Achtung vor der großen Geschichte des wunderbaren Schulortes andererseits. Das alles machte aus Jochen für mich einen Menschen, der nahbar war, empathisch und begeisternd, um Lösungen ringend und uneitel. Er schob als portenser Altsprachler zwar hin und wieder noch eine lateinische Sentenz ein (besonders gern »conditio sine qua non«), konnte aber unter vier Augen auch deftig sein und Klartext reden, konnte diplomatisch verhandeln und Diskretion bewahren, wo es geboten schien und mit dem für ihn bestimmenden Tonfall zu allen Anlässen die passenden Worte finden. Er konnte zur rechten Zeit anpacken, aber auch loslassen. Ihm habe ich mein Wachsen im Vorstand zu verdanken, sein Arbeitsverständnis ist mir bis heute Vorbild. Have cara anima! MATTHIAS HAASE VORSITZENDER DES PFÖRTNER BUNDES E. V.

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Foto: Torsten Biel

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Vergangenes aus der Pforte *  *  *


Pforta und seine Filiationen im östlichen Europa

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An wissenschaftlichen Untersuchungen und populären Darstellungen zur Geschichte und zu den Bauten des Klosters Pforta fehlt es eigentlich nicht (u. a. Corssen 1868, Hirschfeld 1933, Pahncke 1956, Dorfmüller/ Kießling 2004, Schoenheinz 2006, Dorfmüller 2011, Kling 2011). Mit der Dissertation von Jördis Körner: Die Klosteranlage von St. Marien zu Schulpforte (Pforta) und ihre Filiationen in Mittelosteuropa = Hallesche Beiträge zur Kunstgeschichte 13, 501 S. 113 Abb., kart., Halle: Universitätsverlag Halle-Wittenberg (uvHW) 2017, wurde allerdings eine neue Qualitätsstufe erreicht. Die voluminöse Studie ist zwar schwer zu entziffern, weil der Verlag diese in einem völlig unzumutbaren blassgrauen Druck vorgelegt hat, verspricht aber reichen Lesegewinn, werden in ihr doch alle Pförtner Bauten und Bauteile unter ausgiebiger Beachtung der vorhandenen Literatur baugeschichtlich vorgeführt, bis ins Detail analysiert und in oft sehr weit ausgreifende architektonische Zusammenhänge eingeordnet. Inwieweit formale Parallelen immer auch historisch einsichtig gemacht werden können, wird allerdings weiter kritisch diskutiert werden. Das umfangreiche Literaturverzeichnis listet nicht nur die deutschsprachige Literatur umfassend auf, sondern berücksichtigt auch die inzwischen beachtlichen polnischen Forschungsbeiträge zur Zisterzienserarchitektur vor allem

im östlichen Europa. Der opulente Bildteil, teilweise in Farbe, dokumentiert alle angesprochenen Bauten und Bauteile in nicht selbstverständlicher Vollständigkeit. Aus der Fülle des in der Studie von Frau Körner ausgebreiteten Materials sollen hier im besonderen zwei Komplexe herausgegriffen werden, die die besondere Stellung Pfortas im Kosmos der europäischen Zisterzienserkultur und -bauten unterstreichen.

I.

Über die berühmte, weil völlig singuläre Westfassade der Klosterkirche Pforta mit ihrer monumentalen Kreuzigungsdarstellung ist schon viel gerätselt und geschrieben worden. Frau Körner bemerkt dazu: »Die Pförtner Westfassade zeigt insgesamt eine sehr eigenwillige, ja singuläre Lösung. Während das untere Portalgeschoss seine architektonischen Voraussetzungen in Reims hat, erinnert im mittleren Geschoss die Einzelstellung des großen Westfensters an Altenberg und Köln. Aufbau und Maßwerkzeichnung hingegen verweisen auf die Westfassade der Trierer Liebfrauenkirche ebenso wie das gestelzte und abgesetzte Giebelfeld mit der Darstellung des Gekreuzigten.« (S. 121). Über solche Voraussetzungen, Erinnerungen und Verweisungen wird man hier allerdings kaum herauskommen. Die Westfassade der Klosterkirche bleibt letztlich unvergleichlich. Die Pförtner

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Baumeister haben sich offensichtlich in bemerkenswerter Freiheit der unterschiedlichsten Anregungen bedient und diese so »extravagant« zu kombinieren gewusst, wie Frau Körner auch hinsichtlich der Gestaltung des Ostchors der Pförtner Klosterkirche zeigen konnte (vgl. Jördis Körner: Die Extravaganz des gotischen Chores von Schulpforte am Beispiel der mittelalterlichen Maßwerkfenster, in: Saale-Unstrut-Jahrbuch 23, 2018, S. 45 – 56). Das Figurenprogramm der Westfassade der Klosterkirche hat im Laufe der Zeit verschiedene Umgestaltungen, Restaurationen und Reduzierungen erfahren: »In der Portalzone zeigte das Tympanonfeld eine Marienkrönung und vier Apostel, im Portalwimperg befand sich wohl eine Salomofigur. Auf gleicher Höhe an den seitlichen Strebepfeilern standen Adam und Eva. Noch weiter hinauf reichten die Figuren der Ecclesia und Synagoge als Bekrönung der Wimpergfilialen. Das Giebelfeld mit der Kreuzigungsgruppe blieb unverändert.« (S. 120). Das Bildprogramm der Pförtner Westfassade schildert inhaltlich weit ausholend zentrale Stationen der biblischen Heilsgeschichte, die in der Kreuzigung Christi gipfeln. Die spirituelle Bedeutsamkeit dieser Bilderwand wird durch die in ihr eingelassenen Reliquien noch gesteigert, die

bauinschriftlich dem Apostel Andreas, den Märtyrern Laurentius und Vitus, den Thebäischen Märtyrern, den Bekennern Nikolaus und Augustinus sowie der Jungfrau Cäcilia, der um 230 gestorbenen römischen Märtyrerin, zugeordnet werden. Cäcilia wird als Patronin der Kirchenmusik verehrt. Vielleicht könnten die Chöre der Landesschule deshalb einmal zu gegebener Zeit ein Konzert zu Ehren der Hl. Cäcilia gestalten. Das Angebot einschlägiger Kompositionen reicht ja von Henry Purcell über Georg Friedrich Händel, Marc-Antoine Charpentier, Fanny Hensel und Benjamin Britten bis hin zu Frederik Magle. Die Wirkung der monumentalen und inhaltlich so reich ausdifferenzierten

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Bilderwand wurde einst auch noch durch deren farbige Fassung gesteigert, von deren Art die Kolorierung der Stifterfiguren und der Bildwerke des Naumburger Westlettners bis heute eine Ahnung vermitteln können. Die grandiose Westfassade der Kirche in Pforta muss als monumentales Reliquiar auch deshalb bei den Menschen einer im privaten Bereich noch weitgehend bilderarmen Zeit tiefsten Eindruck gemacht haben. Welchen Zweck verfolgten die Mönche von Pforta nun aber mit der Gestaltung dieser gewaltigen, nach außen gerichteten Schauwand, die doch allen zisterziensischen Regeln widersprach? Es bleibt nur der Schluss übrig, dass damit Pforta zum großen Wallfahrtszentrum ausgestaltet werden sollte. Das Betreten des Inneren der Klosterkirche blieb den erwarteten Pilgerscharen ja verwehrt, also mussten sie vor der westlichen Fassade des Kirchbaus zu unterschiedlichen Begängnissen versammelt werden. Merkwürdigerweise gibt es zu solchem Pilgerwesen in Pforta allerdings keinerlei schriftlichen Belege. Möglicherweise könnten Ausgrabungen vor der Westfassade noch Reste von Strukturen sichtbar werden lassen, die das Pilgerwesen organisieren sollten. Das Fehlen jeglicher zeitgenössischer Berichte über größere Pilgerfahrten nach Pforta mag jedoch darauf hindeuten, dass sich die hoch-

gesteckten Pläne und Hoffnungen, die sich mit der Errichtung der Westfassade verbunden haben müssen, niemals wirklich erfüllt haben, die einmalige Westfassade also als eine gigantische »Fehlinvestition« so ganz ohne Folgen blieb.

II.

Im zweiten Teil ihres Buches widmet sich Jördis Körner einem bis heute stark vernachlässigten, in der Zisterzienser-Literatur, aber auch in der heutigen Landesschule wenig präsenten Thema: Kloster Pforta war eine wichtige Zwischenstation bei der planmäßigen Ostexpansion der Zisterzienser, die schließlich bis in das Baltikum vorstießen. Die unterschiedlichen historischen Voraussetzungen und Rahmenbedingungen dieser Entwicklung, in der polnische und schlesische Fundatoren, wechselnde Landesherrschaften, der Schwertbrüderorden und der Deutsche Orden, aber auch »regionale architektonische Voraussetzungen« (»das neue Baumaterial Backstein«!), eine wichtige Rolle spielten, haben Geschichte und Bild des Zisterzienserordens in Ostmitteleuropa entscheidend geprägt. Die Filialklöster Pfortes in Ostmitteleuropa wurden zu wichtigen religiösen, kulturellen und ökonomischen Elementen der allgemeinen Ost­ expansion. Im Jahr 1163 berief Herzog Bolesław I. Zisterziensermönche

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aus Pforte zur Gründung des Zisterzienserklosters Leubus in Schlesien. Die Gründungsurkunde stammt von 1175 und stattete das Kloster mit zahlreichen Privilegien aus. Von Leubus aus wurden im 13. Jahrhundert eine Reihe von Tochterklöstern gegründet, z. B. Mogila in Kleinpolen nahe Krakau (1222) sowie Heinrichau (1227) und Kamenz (1249) in Schlesien. Seit 1229/30 wirkten Pfortenser Zisterzienser aber auch im 1202 von Albert von Buxhövden gegründeten Kloster Dünamünde bei Riga, das dann allerdings bereits 1305 an den Deutschen Orden verkauft wurde. Die Mönche wechselten deshalb in das estnische Kloster Padis. In Estland entstand 1233 auch Kloster Falkenau, das 1240 festungsartig ausgebaut wurde. Das Kloster Stolpe an der vorpommerschen Peene wurde ab 1304 mit Pfortenser Mönchen besetzt. Jördis Körner liefert zu all diesen mit Pforta in Verbindung stehenden Klöstern im östlichen Mitteleuropa knappe historische Überblicke, bevor sie sich den baugeschichtlichen Untersuchungen zuwendet, die auch die einschlägige polnische Literatur intensiv verwerten und durch einen üppigen Katalogteil (113 S., Fotos schwarz-weiß und farbig, zahlreiche Grundrisse) gestützt werden. Die Details zu den einzelnen Klöstern können hier nicht referiert werden.

Für das Verständnis der zisterziensischen Ostexpansion wichtig ist das Ergebnis, »dass keine zwingenden Formübernahmen innerhalb der Filiationslinie zu erkennen sind«. Vielmehr orientierte man sich »stark an den regionalen Leitbauten«. Für die architektonischen »Kleinformen« spielten die »überregional ausstrahlenden großen Dombauhütten« eine wichtige Rolle (S. 314). Insbesondere für die baltischen und pommerschen Klöster können »keine direkten Abhängigkeiten von dem Mutterkloster Pforta I und II festgestellt werden«, hier fällt die Abhängigkeit von »landesherrlichen Formen des Baltikums und Schwedens« (Ordensburgen) auf (S. 315). Zusammenfassend notiert Jördis Körner: »Mit Kloster Leubus (Lubiąż) erreichten die Zisterzienser 1163 den ehemals schlesischen Raum. In Mittelosteuropa war es primär die landesherrliche Architektur, die die Zisterziensergründungen prägte. Hier gab es keine genuine Tradition der Zisterzienser. Was die Baugestalt und die architektonische Ausstattung der Zisterzienserkirchen in ehemals Schlesien und Kleinpolen anbelangt, so können sie als ein Konglomerat verschiedenster Einflüsse angesehen werden, die sowohl aus eigenen Traditionen herrühren als auch aus deutschen, böhmischen und französischen. Die baltischen Zisterziensergründungen zeigen ganz andere Bautraditionen,

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bei denen keine Baugepflogenheiten des Zisterzienserordens wiederzufinden sind.« (S. 319) Die Expansion der Zisterzienser in Richtung Osten war also stark pragmatisch und regional ausgerichtet. Das lässt sich schließlich auch in der Übernahme einer neuen Funktion der östlichen Zisterzienserkirchen und -klöster erkennen. Jördis Körner fasst zusammen: »Im Gegensatz zum Mutterkloster Pforta und den Zisterzienserklöstern in Frankreich hatten die schlesischen Zisterzen von Anfang an die Funktion von Memorialbau-

ten. Die Zisterzienserklöster waren Zentren von enormem technischen Know-How, wirtschaftlichem Erfolg und Ausdruck der fürstlichen Macht. Den schlesischen und polnischen Fundatoren ging es aber auch um die Memoria, die der Orden übernehmen sollte. Mit der Funktion als herzogliche Hausklöster und Grabstätten war bei den Filiationen [von Pforte] Leubus, Heinrichau, Kamenz, Mogila und Grüssau (Krzeszów) der Memorialgedanke ausschlaggebend.« (S. 326)

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PETER MASER (AL. PORT. 57 – 59)


Eine »Wohltat und Zierde« DIE GIPSABGUSSSAMMLUNG DER LANDESSCHULE PFORTA

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Geht man durch die Räume der Landesschule Pforta, fallen dem aufmerksamen Beobachter vereinzelte Reproduktionen antiker Kunstwerke auf, u. a. ein Marmorguss des Jünglings von Tarent, Gipsabgüsse des eleusinischen Weihreliefs oder des großen Kameos von Frankreich. Nur den wenigsten dürfte allerdings bekannt sein, dass es sich dabei um die letzten Reste einer umfangreichen und bislang noch weitestgehend unerforschten »Kunstsammlung« handelt, die bis wenigstens in das späte 18. Jahrhundert zurückreicht, als der Kurfürst von Sachsen seinen Fürstenschulen jeweils eine Lippert’sche Daktyliothek schenkte. Bei solchen Daktyliotheken handelt es sich um Gemmenabdrucksammlungen, die nach ikonographischen und (kunst-) historischen Gesichtspunkten sortiert waren und die Möglichkeit eröffneten, archäologische Inhalte anhand exakter Kopien und dreidimensionaler Objekte in den Universitäts- und Schulunterricht zu integrieren. Die Edition von Philipp Daniel Lippert (1702 – 1785) war dabei die bekannteste. Dass die Archäologie an der Wende zum 19. Jahrhundert auch an Schulen immer bedeutender wurde, lässt sich u. a. daran ablesen, dass bereits ab 1807 pro Woche eine Stunde Archäologie in Schulpforte unterrichtet wur-

de. Wir wissen, dass Adolph Gottlob Lange Archäologiestunden für die Prima gab. Hielt sich zwar dieser eigenständige Archäologieunterricht nicht lange, wurde dafür 1820 im Zuge der tiefgreifenden Bildungsreformen unter Karl Freiherr vom Stein zum Altenstein der Aufbau einer regelrechten Sammlung von Gipsabgüssen in Angriff genommen. 1822 erreichten 24 Gipse aus Paris sowie an die 2500 von August Wilhelm von Schlegel von Hand verlesenen Abdrücke von Münzen und Gemmen Schulpforte. Unter den Gipsen fanden sich einige der gefeiertsten Stücke ihrer Zeit, z. B. der Apollo Belvedere. Damit gehört die Gipsabgusssammlung zu den ältesten akademischen Sammlungen dieser Art in Deutschland, sind doch nur die von Göttingen (1767) und die von Bonn (1819), wobei letztere unter denselben Auspizien wie die von Pforte entstand, älter. Solche Gipsabgüsse spielten und spielen noch immer in der Archäologie als form- und maßstabsgetreue Reproduktionen antiker Bildwerke eine unverzichtbare Rolle in Lehre und Forschung. Eine wirkliche Einbindung in den Schulalltag dürften sie in der Folgezeit jedoch nicht erfahren haben, da, trotz mehrmaligen Ersuchens, zunächst keine geeigneten Räumlichkeiten für eine angemessene Aufstellung gefunden wurden. Erst 1836 wurden sie provisorisch aufgestellt. Sie fanden

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ihren Platz zunächst in einem Raum auf der Südseite des Kreuzgangs, später sind in der Alten Turnhalle sowie anschließend im Entwurf Stülers für das Torhaus Räumlichkeiten für die Aufstellung geplant. Im Torhaus wurde die Sammlung zwar aufgestellt, musste aber rasch der Bibliothek weichen. Beim Bau des neuen Schulgebäudes wurden wiederum Räume vorgesehen, die jedoch dann an die Bibliothek fielen, während die Sammlung ihren endgültigen Platz im Torhaus fand. Noch bevor die Gipsabgusssammlung erstmalig aufgestellt wurde, erhielt die Kunstsammlung 1830 eine Ergänzung, als das preußische Unterrichtsministerium an zwölf Schulen die Stosch’sche Daktyliothek verschenkte. Bereits in der ersten Hälfte des 19. Jhs. ist ebenfalls eine kleine Originalsammlung belegt, die Münzen und Gemmen umfasst. Eine andere Originalsammlung, nämlich die vor- und frühgeschichtlicher Altertümer, wird 1888 an das Landesmuseum in Halle überstellt. Aus der Schrift von Rektor Carl Kirchner (rect. port. 1832 – 1854) zum dreihundertsten Gründungsjubiläum 1843 erfahren wir nicht nur, dass er die Gipsabgusssammlung als eine »Wohltat und Zierde« empfindet, sondern auch, dass sie gelegentlich im Unterricht zur Behandlung der Kunstgeschichte gezeigt wird. 1844 wird die Sammlung durch eine ganze Anzahl

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an Gipsen aus dem königlichen Lagerhaus ergänzt. 1863 und 1864 arbeitete der später berühmt gewordene Archäologe Otto Benndorf, seinerseits Schüler des al. port. und nicht weniger bekannten Archäologen Otto Jahn, als Adjunkt in Schulpforte. In dieser Zeit sorgte er für eine Neuaufstellung und -ordnung der Gipse und gab einen kleinen Katalog dazu heraus. Er zählte u. a. 17 Statuen, 36 Köpfe und vier Reliefs. Zwei Photographien aus dem Archiv des Pförtner Bundes zeigen die Sammlung, wohl weitestgehend im Arrangement von Otto Benndorf. Später sollte er das Österreichische Archäologische Institut begründen und gemeinsam mit Carl Humann die österreichischen Grabungen in Ephesos beginnen. Insgesamt scheinen die 1860er für die Archäologie ein besonders fruchtbares Jahrzehnt in Schulpforte gewesen zu sein: So werden die Lehrer Christian August Karl Keil und Paul Wilhelm Corssen, letzterer allerdings erst nach seinem Ruhestand als Lehrer, 1866 respektive 1869 korrespondierende Mitglieder des Instituto di Corrispondenza Archeologica, des heutigen Deutschen Archäologischen Instituts in Rom. Die Geschichte der Gipsabgusssammlung endete jedoch noch nicht: Auch später werden wir immer wieder über Erwerbungen, Schenkungen oder andere Änderungen über die Jahresberichte des Rektors informiert,


wodurch die Sammlungsgeschichte grosso modo nachgezeichnet werden kann. So kann bspw. rekonstruiert werden, dass der oben erwähnte und heute im Zimmer des Zweigleiters Sprachen befindliche Marmorguss des Jünglings von Tarent 1904 an die Schule gekommen ist. Die Hinweise auf eine etwaige Einbindung in den Unterricht, die Aufstellung oder Nutzung werden jedoch immer spärlicher. Eine solche Sammlung an einem Gymnasium im späten 19. bzw. frühen 20. Jahrhundert ist nicht singulär, so finden sich immer wieder in Schulen einzelne Gipse, oft in Aulen oder Klassenzimmern exponiert. Allerdings wird in Publikationen immer wieder die Sonderstellung Schulpfortes hervorgehoben, das über die weitaus umfangreichste Sammlung, gar ein eigenes Museum verfügte. Doch ist es nicht nur die Größe, sondern auch die Aufstellung und der Kontext, die das »Museum der Gypsabgüsse nach Antiken zu Pforte« herausheben und zu einem einzigartigen Zeugnis der Bildungslandschaft des 19. und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts machen. Die Kunstsammlung ist dabei nur eine unter vielen umfangreichen Lehrsammlungen. Ihre Anfänge reichen bis an den Be-

ginn der Archäologie als eigenständiger Wissenschaft zurück und an ihr lassen sich exemplarisch mediale und methodische Veränderungen nachzeichnen: Beginnend mit Daktyliotheken hin zu großen Gipsabgüssen und originalen Münzen sowie weiter zu Wandtafeln, Photographien, Lichtbildern, Marmorgüssen oder Galvanoplastiken findet sich ein breites Spektrum medialer Darstellungen. Die Sammlung ist damit nicht nur bildungsgeschichtliches Zeugnis, sondern in ihr spiegeln sich auch Zeitgeschmack und die Bedeutung altertumswissenschaftlicher Bildung und klassischer Bildwerke wider. Die Spur dieser wertvollen Sammlung verliert sich aber und so ist über ihren Verbleib nach Ende des Zweiten Weltkriegs nichts bekannt. Schließen möchte ich diesen kurzen Beitrag deshalb mit einer Bitte um Mithilfe: Sollte sich ein Pförtner erinnern, ob oder wie diese Sammlung im Schulalltag eingesetzt wurde, über Photographien verfügen oder Hinweise auf ihren Verbleib liefern können, würde ich mich freuen, wenn Sie mich kontaktieren könnten, da eine erste wissenschaftliche Vorlage dieser Sammlung geplant ist. PAUL PASIEKA (AL. PORT. 2003 – 2007 V.)

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Mädchen in Pforta

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Den Text in Heft 71, »Mädchen in Pforte«, Seite 25 möchte ich mit weiteren Erinnerungern und Infos ergänzen: Mein Vater Pfarrer Gottfried Winkelmann kam aus der amerikanischen Gefangenschaft im Mai 1947 als Pfarrer für Schule und Ort nach Pforte. Die gesamte Familie zog in das schöne Pfarrhaus rechts vom Torhaus. Meine ältere Schwester Christel (Jahrgang 34) ging gleich in die 8. Klasse, ich kam 1948 in die 7. Klasse, meine jüngere Schwester Bärbel kam später auch dazu. In meiner 7. und 8. Klasse waren noch Rosemarie Bucke, Christa Friedrich und Adelheid Reh.

Auf dem Foto 1 sitzen wir in der Mitte der 2. Reihe. Von links nach rechts: Renate Winkelmann, Adelheid Reh, Rosemarie Bucke und Christa Friedrich.

Die zwei weiteren Schülerinnen, die in dem Artikel ohne Namen erwähnt werden, sind also Adelheid Reh, ihr Vater war Lehrer, und ich als eine der Pfarrerstöchter. 1950, nach der 8. Klasse, musste ich Schulpforta verlassen, weil Kinder von kirchlichen Mitarbeitern nicht mehr erwünscht waren. Auf dem 2. Bild: Christa Friedrich, Adelheid Reh, Renate Winkelmann und Rosemarie Bucke. RENATE FRANKENBERGER GEB. WINKELMANN (AL. PORT. 48 – 50)

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Pforta im Gespräch: Vor 70 Jahren

MÄDCHEN IN SCHULPFORTA. DAS ENDE EINER MÄNNERWELT

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Dass 1949 mit dem Einzug einer Köthener Schulklasse in Pforta das Ende des reinen Jungen-Internats besiegelt wurde, ist weiten Kreisen der Ehemaligen bekannt (vgl. Artikel »Mädchen in Pforta« von Malwine Maser, in »Die Pforte Nr. 71« von 2018). Dieses Ereignis jährte sich 2019 zum 70. Mal. Und noch gibt es Zeitzeuginnen, die von dieser besonderen Schulzeit berichten können. Also war es konsequent, diesem Thema eine weitere Ausgabe von »Pforta im Gespräch« zu widmen, die ich vorbereitet und moderiert habe. Mit dem 8. März wurde ein passendes Datum gefunden: Der internationale Frauentag! Erneut konnte der Pförtner Bund mit der Stiftung Schulpforta kooperieren, die mit dem Besucherzentrum einen passenden Veranstaltungsort zur Verfügung stellte. Darüber hinaus waren Prokurator Arndt Gerber und seine Mitstreiterinnen bereit, mit Ausschank und technischen Vorbereitungen den Abend zu unterstützen. Meine Recherche setzte etwas früher an. Mit Elisabeth Brinkmann (geb. Köppel) ist die tatsächlich erste

Schülerin der Landesschule Pforta zu benennen. Ein Anruf bei ihr in Kranichfeld (Thüringen) sorgte zugleich für Erleichterung. Natürlich würde sie gern nach Schulpforte kommen, um zu berichten. Die Zeiten waren schwierig, wird sie später auf dem Podium erzählen. Sie seien hin und wieder barfuß und in kurzen Hosen durch den Kreuzgang geschlendert. Der Unterricht habe mit den Jungen gemeinsam stattgefunden. Besuche im Internat oder Anteil am Internatsleben gab es nicht. Elisabeths Vater war Chemiker und erhielt in Schulpforte eine Wohnung, da lag der Schulbesuch in Pforta nah. Zu den weiteren externen Mädchen vor 1949 zählten u. a. die Kinder des Pfarrers Winkelmann (siehe den Nachtrag von Renate Frankenberger, geb. Winkelmann), die neben dem Torhaus in der Wohnung des Geistlichen Inspektors aufwuchsen. Für Renate Winkelmann war die Reise zum Gesprächsabend zu beschwerlich. Genauso für die Tochter des Pfortenser Lehrers StR Hans Kießling, Gertrud Zimpfer, die ebenfalls in Baden-Württemberg zu Hause ist. Der Weg zu weit, zu beschwerlich – das galt auch für zahlreiche der inzwischen über 80-jährigen noch lebenden Damen aus der »Köthener Klasse«, der ersten gemischten Internatsklasse von 1949.

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Anita Krause (geb. Hussel) übersandte mir Fotos. Sie brachte den Volkstanz mit nach Pforta, leitete die Arbeit der Tanzgruppen an und berichtete auch von den Überlandfahrten (mit Handwagen) einer kleinen Kulturprogramm-Gruppe. Dorothea Muschik, geb. Wiench, wollte aus Hamburg anreisen, musste aber kurzfristig gesundheitsbedingt absagen. In den Wochen vor der Veranstaltung hatte ich im Prinzip mit allen noch erreichbaren Frauen dieser ersten Klasse erhellende Telefonate geführt und konnte letztlich Theresia Schnuppe, geb. Peretzke, und RoseMarie Kampe für das Podium gewinnen. Mit Karl-Heinz Klimt wollte ich auch einen männlichen Vertreter der Klasse auf dem Podium begrüßen. Sein Buch »Die neue Klasse« (erhältlich im Besucherzentrum der Stiftung Schulpforta) verarbeitet ebenso seine Erinnerungen an Pforta wie auch in freierer Form sein zu DDR-Zeiten erschienenes Hörspiel »Revolution im Kloster«, das die Umwandlung einer bürgerlich überkommenen Traditions-Bildungsanstalt in eine sozialistische Schule aus typischem DDR-Blickwinkel darstellt, allerdings durchaus mit Schattierungen. Und so war es auch Klimt, der bekannte, dass man sich durchaus in Opposition zu den alteingesessenen Altsprachlern fühlte. Diese dominierten die (überlieferten) Regeln, fühl-

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ten sich zwar den jungen Damen aus Köthen zugetan, aber eben nicht den männlichen Vertretern des Arbeitermilieus aus dem Anhaltischen. Wenn in Köthen Jungen und Mädchen recht frei miteinander umgehen, sich auf Zimmern besuchen und sich gegenseitig helfen konnten, wurde nun die Geschlechtertrennung im Internat vorherrschend. Beim Tanz waren bei den älteren Altsprachler-Jahrgängen zwar die jüngeren (Köthener) Damen gefragt, aber eben nicht die männlichen Klassenkameraden. Von Klassenkampf könne allerdings nicht die Rede sein, betonten RoseMarie Kampe und Theresia Schnuppe. Die älteren Jungen seien ja auch irgendwie interessant gewesen – zum einen älter, aber auch mit Umgangsformen, guter Bildung, klassischem Theaterspiel, man habe sich eben nicht in ständigem Kampf befunden. Und ja, die Köthener waren irgendwie unverkrampfter, geradeaus. In den Telefonaten wird deutlich, dass besonders die Mädchen auch das geistliche Angebot in Pforta nutzten. Es gab Krippenspiele in der Weihnachtszeit, man habe sich bei Pfarrer Winkelmann getroffen, das sei auch kein großes Thema gewesen. Klimt erinnerte sich da schon eher an »Aktionen« der Jungs, die sowohl im Sinn des sozialistischen Bildungs-


verständnisses und Ablehnung alles Kirchlichen, aber auch als Angriff auf die Alteingesessenen verstanden werden müssten. Aber da seien eben auch nicht alle gleich gewesen, manche derber, andere zurückhaltender. Natürlich kam auch die Geschichte der Damenunterwäsche in der Kastanie zur Sprache. Den Anwesenden war der Name des »Übeltäters« bekannt, der sich erst spät bekannte und die Abreise der Schülerschaft verzögerte. Bis heute unerklärlich bleibt, dass die Mädchen im »Backfischaquarium«, dem so betitelten Mädcheninternat, wirklich einen so tiefen Schlaf hatten, dass sie den nächtlichen Diebstahl nicht bemerkten.

Knapp ein Jahr nach dem wunderbaren Abend mit gut 50 Zuhörern wird deutlich, dass nicht alles Erzählte in Erinnerung bleibt. Leider wurde ein Mitschnitt der Veranstaltung nicht ins Auge gefasst. Es wäre ein schönes Zeitdokument geworden. Insofern ergeht die dringende Bitte, eigene Schul­ erinnerungen dieser und auch späterer Zeit zu verfassen und dem Archiv zuzusenden, so dass für nachfolgende Generationen ausreichend Möglichkeit besteht, Mosaiksteinchen der Chronik unserer Pforte zusammenzusetzen. MATTHIAS HAASE VORSITZENDER DES PFÖRTNER BUNDES E. V.

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Aktuelles aus der Landesschule *  *  *


Foto: Torsten Biel


Predigt zum Schulfest 2019

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Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch! Liebe Festgemeinde, einen Stein, auf den man seinen Kopf bettet, sucht man sich wohl nur, wenn es nichts anderes gibt. Nachtruhe mit einem Stein unter dem Kopf. Dass man Bücher unter den Kopf legen solle, dass das Wissen im Schlaf in den Kopf komme, so ist ein geflügeltes Wort bekannt, aber einen Stein?

zu spät. Einmal Segen ist nur möglich. Esau weiß gar nicht, wie ihm da geschieht. Wut, Verzweiflung sind um ihn. Es geschieht an ihm, ohne dass er etwas dafür kann, manchmal passieren Dinge, die sind total ungerecht, aber nicht zu ändern – unfassbar das Ganze. Jakob, der Hinterlistige, hat den Segen sich erschlichen. Aber er gilt. Wut und Verzweiflung, Todeswut – auf Jakob.

Vielleicht gab es an dieser Stätte nicht viele andere Dinge als eben Steine, kein Gras oder Moos, schon gar kein Kopfkissen mit Federn und Daunen gefüllt. Dennoch, oder gerade des Steines wegen geriet Jakob ins Träumen in der Nacht.

Nun ist Jakob also auf der Flucht zu seinem Onkel nach Haran. Er muss sich verstecken, denn er fürchtet um sein Leben. Ein schlechtes Gewissen scheint er immerhin zu haben. Vielleicht ist es auch nur die Todesangst, die ihn forttreibt. Nun läuft er also los, aber der Weg ist zu weit, die Reise an einem Tag zu bewältigen. So muss er übernachten und sucht Schutz an einem Stein.

Jakob ist gerade auf der Flucht nach Haran von Beerscheba, auf Anraten seiner Mutter. Zuvor eine dramatische Betrugsgeschichte. Mithilfe Rebekkas, seiner Mutter, bringt Jakob seinen Bruder Esau um das Erstgeburtsrecht und bekommt vom blinden Vater Isaak den Segen – und er wird alles erben. Mithilfe einer List bekommt er einen gültigen Segen! Das kann nicht ohne weiteres rückgängig gemacht werden. Der Bruder kehrt nun wieder zurück, Lügen haben kurze Beine. Die Sache fliegt schnell auf. Doch da ist es

Hinter Steinen kann man sich vortrefflich verstecken, Steine bieten Schutz, Steine überdauern Feuer, Steine spenden nachts Wärme, wenn tagsüber die Sonne darauf scheint. Steine kann man behauen, mit Steinen kann man bauen, Steine geben Orientierung in der Landschaft. Steine kann man werfen. Auf Steine kann man sich legen. Steine zieren Gräber, manch einer stolpert über Steine. Steine sind hart, Steine sind stumm. Menschen können Herzen aus Stein haben, manche sind steinreich – viel-

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leicht sucht Jakob einen Stein, weil er wie ein Stein ist. Stumm, wie ein Stein aus Angst; Er hat ein Herz aus Stein, wie er seinen Bruder betrügt. Und so sucht er Orientierung und Schutz. Sucht Geborgenheit, denkt, Gott ist ferne. Schläft ein – felsenfest. Gerät ins Träumen. Und in seinem Traum sah er den Himmel geöffnet und eine Leiter daran, die mit ihrer Spitze an den Himmel rührt, an der Engel auf und nieder stiegen. Und oben an der Spitze, da steht Gott. Und er redet selbst zu ihm, nicht einer seiner zahlreichen Boten, die auf und nieder gehen. Nein, der HERR selbst spricht zu Jakob. Und er spricht zu ihm eine Verheißung. Er mahnt ihn nicht, straft ihn nicht, wegen seiner Vergehen an seinem Bruder, nein er spricht ihm das Land, auf dem er liegt, zu. Jakob und seine Nachkommen sollen es haben

und bewohnen dürfen. Seine Familie soll sich wie Staub in alle Himmelsrichtungen der Erde verteilen. Und sie sollen gesegnet werden. Was für eine Zusage! Der Familie und allen, die dazu gehören, soll es gut gehen, sie sollen sich vermehren in alle Welt. Aber die Zerstreuung birgt auch Angst und Unsicherheit, das haben wir beim Vorbereitungsgespräch festgestellt. Weite Distanzen, was verbindet da? Wie kann der Zusammenhalt gewährt werden? Wie organisiert sich das Leben in der Familie, wenn man sich nur alle zwei Wochen für kurze Zeit sieht? Die Zusage an Jakob steigert sich: »Ich bin mit dir«, spricht Gott. Auf mich kannst du dich verlassen. »Ich bin mit dir und will dich behüten, wo du hinziehst, und wieder herbringen!« Jakob, der sich so gottverlassen fühlt, der sich ängstlich an einen Stein kau-

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ert, gerade dieser Jakob bekommt diese Zusage: »Wo du auch hinziehst, ich bin bei dir.« Ich bin bei dir, in all deinen Traurigkeiten. Ich will mit dir lachen und fröhlich sein. Ich will mit dir deine Erfolge feiern. Ich teile deine Sorgen und Ängste, den Druck, Leistungen bringen zu müssen. Ich teile dein Scheitern. Ich bin bei dir, auch wenn du mal etwas tust, was dir nachher schwer wie ein Stein im Magen liegt. Ich bin bei dir, wenn du denkst, du bist allein! Und fürwahr, Jakob erwacht aus seinem Traum. Er dachte sich gottverlassen und merkte, Gott war sehr nahe! »Der HERR ist an dieser Stätte und ich wusste es nicht.« Und er geriet darüber nicht etwa in Freude, sondern er fürchtete sich. In der Lesung haben wir gehört, dass Jakob feststellt, dass diese Stätte an der er die Nacht verbrachte, heilig ist. Das hebräische Wort (nora, von ‫ )ארי‬steht für fürchten oder ehrfürchtig sein. Im Heiligen steckt immer auch etwas Schauriges. Es treibt uns die Gänsehaut herbei, bei unglaublich schönen Bildern, bei wunderschöner Musik. Es ist zum Fürchten schön. Man sagt auch, da ist man dem Himmel näher, da gibt es plötzlich eine Verbindung. Dieser Ort hier, Sancta Maria ad Portam, er ist in diesem Sinne ein heiliger

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Ort. Manch einer, der hier herkam, fürchtete sich zuvor. Doch gewiss alle ergreift eine gewisse Ehrfurcht. Waren es einst die Zisterzienser, die dieses Kloster mit seiner wunderschönen und großen Kirche errichteten, in der wir heute diesen Gottesdienst feiern, in der schon so unzählige Male gebetet und gefeiert wurde; so wurde nach der Reformation eine Schule durch den damaligen Herzog Moritz errichtet. 476 Jahre ist dies nun her, und diese Schule ist über die Zeiten hinweg ein besonderer Ort geblieben. Eine Landesschule zur Förderung begabter Schüler. Ein Grund zum Feiern und Fröhlichsein! Älter als jeder Staat der Erde. Ehrfurcht, die ergriff auch mich, als ich mich im August 2016 mit meiner zukünftigen Mentorin das erste Mal treffen sollte. Noch als sehr frisch examinierter Theologe erfuhr ich meinen Vikariatsort, Naumburg und es war noch einen Moment unklar, welcher Schule ich denn für die religionspädagogische Ausbildung zugeordnet würde. Dann erfuhr ich, dass es Schulpforte sein sollte, und ich setzte mich auf mein Fahrrad vom Bahnhof in Naumburg und kam die Saale entlang hier angeradelt. Schon bald erblickte ich die Silhouette der Gebäude. Die Kirche mit ihrem markanten Dachreiter bestrahlt von nachmittäglichem Licht. Da ergriff mich Ehrfurcht, sicherlich auch etwas Furcht.


Was wird werden? Ich bin selbst noch ein Lernender und soll nun lehren? Wie ist das anzugehen, hattest du doch im Studium nur ein paar Seminare und Vorlesungen dazu? Aber es wurde gut und aus dem halben Jahr Schulvikariat ergab sich eine längere Bindung bis heute, die mich mit Freude und Dankbarkeit erfüllt, eine Liebe zu dem Ort und den Menschen, denen ich hier begegne. Es ist ein besonderer Ort, alle, die hierher kommen, spürten diesem gewiss etwas ab. Sei es, weil hier gute 400 Jahre die Zisterzienser Gott lobten und das Land urbar machten, oder weil hier nun 476 Jahre gelehrt und für das Leben gelernt wird, auf hohem Niveau, mit Herzblut im besonderen Geist der Verbundenheit, Kollegialität untereinander, auch zwischen Schülern und Lehrern? Die Verbundenheit, die auch viele Ehemalige aus verschiedenen Generationen zusammenführt wie eine Familie? Eine Familie, die in der Welt zerstreut ist, wie der Staub über der Erde in alle Himmelsrichtungen? Die sich aber immer wieder an diesem Ort versammelt, weil sie hier ihr Zentrum der Verbundenheit hat? Weil vier oder fünf Jahre hier im fortgeschrittenen Jugendalter die prägendsten des Lebens sind? Weil hier Freundschaften für das Leben entstehen? Weil es ein heiliger Ort ist, den man mit Furcht oder Ehrfurcht begegnet? Ein Zentrum, das in seinem Kern, in seinem Innersten eine Kraft

ausstrahlt, deren Ursprung sich nicht genau lokalisieren lässt, weil eine Leiter nicht immer sichtbar ist. Weil diese Leiter vielleicht über die Jahre auch morsch oder nicht gut gepflegt wurde? Weil Orte oder Bildungsbereiche außer Acht gelassen wurden? In den letzten fast 30 Jahren wird diese Leiter wieder gepflegt. So ist hier vieles geschehen, Schülerinnen und Schüler konnten sich auch wieder religiös bilden – und nicht nur im Unterricht, sondern auch im Vollzug, spielerisch, wie der Gottesdienst insgesamt ein Spiel ist, indem man auf Zeit probiert, anders zu sein. Konnten einüben, was es heißt, mündig Christen zu sein, indem sie Andachten und Gottesdienste gestalteten und von ihrem Glauben erzählten. Dass dies dazu gehört, ist bei weitem nicht selbstverständlich, liegt vielleicht aber auch an diesem Ort, weil er heilig ist, uns mit Furcht oder Ehrfurcht erfüllt. Nur weil man eine Leiter nicht sieht, heißt es nicht, dass es sie nicht gibt. Und sie wurde sicherlich immer mal wieder sichtbarer: In den schönen Momenten, wie zu den Schulfesten und anderen Feiern, bei Konzerten, die Gänsehaut erzeugen, aber auch bei Schwerem, wenn es Abschied zu nehmen galt von lieben Menschen, wenn in der grauen Jahreszeit der Verstorbenen der Schule gedacht wird. Und so freue ich mich auch sehr, dass auch weiterhin ein Begleiter den Men-

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schen – jung und älter – hier zur Seite stehen wird, der sie in ihren Sinnfragen und in ihrem Ausprobieren unterstützt, der mit ihnen aushält, dass wir nicht auf alle Fragen eine Antwort finden können, gerade an einem Ort, an dem viele auf der Suche nach Selbsterkenntnis sind. Jakob richtete den Stein, auf dem er schlief, auf zu einem Steinmal, einer Mazzebe, als Ort, der heilig ist, weil er hier eine Gottesbegegnung hatte. Und er gießt Öl darauf, reichlich. Der Stein wird gesalbt, wie ein König. Auch diese Kirche ist aufgerichtet aus vielen Steinen. Manchmal, da scheint Gott uns ferne, wir wissen nicht, ob er bei uns ist. Da suchen wir ihn, fühlen uns selbst verloren. Da sind diese Orte nützlich, aufgerichtete Steinmale. Weil wir uns hier erinnern können, was Gott einst Jakob sagte und uns auch gilt, seinen Nachkommen: »Und siehe, ich bin mit dir und will dich behüten, wo du hinziehst. Denn ich will dich nicht verlassen, bis ich alles tue, was ich dir zugesagt habe.« Das sagte er – Gott ist mit mir, aber manchmal, da fühle ich auch eine Gottesferne, da spüre ich

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von dieser Zusage nichts oder nur sehr wenig und dann kann ich zu diesen aufgerichteten Steinen kommen, wie Jakob die Stätte dann nannte, Beth El, Haus Gottes, auch diese Kirche ist ein Haus Gottes, aufgerichtet aus Steinen. Hinter Steinen kann man sich vortrefflich verstecken, Steine bieten Schutz, Steine überdauern Feuer, Steine spenden nachts Wärme, wenn tagsüber die Sonne darauf scheint. Steine kann man behauen, mit Steinen kann man bauen, Steine geben Orientierung in der Landschaft. Steine kann man werfen. Auf Steine kann man sich legen. Steine zieren Gräber, manch einer stolpert über Steine. Steine sind hart, Steine können uns viel erzählen. Steine weisen uns den Blick nach oben, Steine sind wie Leitern, auf sie kann man klettern. Auf Steinen kann ich sicher stehen voll Vertrauen, felsenfest. Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft. Er bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus. PFARRER LARS FIEDLER PFARRER IN SCHOCHWITZ SCHULVIKAR IN SCHULPFORTE 2016/17


Die Landesschule Pforta in Berlin

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Die Friedliche Revolution in der DDR und den Mauerfall vor 30 Jahren durch einen Studientag für die gesamte Schülerschaft in Berlin zu würdigen, war Wunsch und Ziel der Landesschule Pforta für das beginnende Schuljahr 2019/2020. Die nötige Vorarbeit war einerseits Aufgabe der Schulleitung und des Kollegiums, wäre aber ohne die Unterstützung durch Prof. Dr. Maser in der gewünschten Form nicht gelungen. Denn Maser pflegt sowohl engen Kontakt zu wichtigen Protagonisten jenes Herbstes als auch zu führenden Kirchenvertretern in Berlin, die u. a. bei der Suche nach einem geeigneten Kirchenraum für eine Podiums-Veranstaltung behilflich sein konnten. Am 25. September fuhren in den frühen Morgenstunden sechs Reisebusse ab Schulpforte nach Berlin direkt zu wichtigen Erinnerungsorten der Wendezeit, darunter die Gedenkstätte Berliner Mauer, das Deutsche Historische Museum, der »Tränenpalast«, das Stasi-Museum, das Alliierten-Museum und das Museum der Kulturbrauerei mit der Dauerausstellung »Alltag in der DDR«. Dort informierten sich die Schülerinnen und Schüler, aufgeteilt in Gruppen, über die jeweiligen Ausstellungskomplexe. Nach einer Mittagspause auf dem Alexanderplatz sollte es dann am Nach-

mittag mit Vortrag und Podiumsgespräch in der Marienkirche um den Blick auf die friedlichen Proteste in Leipzig gehen und um individuelle Erinnerung unterschiedlicher Protagonisten. Nach Begrüßung durch Rektor Schödel und einem Grußwort von Generalsuperintendent a. D. Martin-Michael Passauer trug der Theologe und Philosoph Prof. Dr. Richard Schröder plastisch und detaillreich vor, was sich im Oktober 89 in Leipzig abgespielt hatte, erläuterte die Vorgeschichte der »Friedensgebete« in der Nikolaikirche unter dem Druck der immer größer werdenenden Schar der Ausreisewilligen und konnte damit abseits vereinfachender Klischees ein vielfältiges Bild der gesellschaftlichen Lage am Ende der DDR und der Akteure rund um die Nikolaikirche in Leipzig zeichnen. Im Anschluss durfte der Autor dieses Artikels eine Gesprächsrunde mit Akteuren und Zeitzeugen der Friedlichen Revolution leiten. Dabei saß mit Rainer Eppelmann (Pfarrer und letzter DDR-Abrüstungs- und Verteidigungsminister) ein wortgewaltiges Schwergewicht des Umbruchs auf der Bühne, der vor allem an die Schüler appellierte, sich des Wertes der Demokratie für eine Gesellschaft bewusst zu sein. Pfarrerin Dr. Angela Kunze-Beiküfner erlebte die hitzigen Oktobertage als Initiatorin

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einer Fastenaktion in der Gethsemanekirche, wo sie in Friedensgebeten, Andachten und Gottesdiensten oft Lieder anstimmte und spontan aufkommende Unruhe unter den Menschen durch gemeinsamen Gesang besänftigte. Sie sprach auch über Hoffnungen und Erwartungen vieler »Oppositioneller« damals an eine »wandelbare DDR« und eine gewisse Desillusionierung durch die rasend schnelle Einheit. Pfarrer Karsten Müller berichtete aus seiner Studienzeit in Naumburg, von seinen Erinnerungen an einen Rundgang in der Stasi-Kreisdienststelle, die wie leergefegt aussah, und von der Schwemme von Westprodukten, die den Markt für DDR-Lebensmittel zusammenbrechen ließ. Alle drei Podiumsteilnehmer haben Bezüge zu Pforta. Müller war selbst Alumnus (1980 – 1984), Kunze-Beiküfner ist Mutter einer Alumna und und Eppelmann hat eine Enkelin in Pforta.

Stiftung Schulpforta und Pförtner Bund e. V. finanzierten die Busfahrten und weitere Kosten. Trotz starker Überakustik folgten Schülerinnen und Schüler der zweistündigen Veranstaltung mit portensischer Disziplin. Am Ende wurde, erinnernd an den friedlichen Gesang 1989, gemeinsam der Kanon »Dona nobis pacem« intoniert. Hier bot die Kirche ihre akustischen Vorteile. Zur Abschlussveranstaltung konnten auch Ehemalige aus der Berliner Region und Sachsen-Anhalts Bildungsstaatssekretärin (und Alumna portensis) Eva Feußner begrüßt werden. Nach einem Abendimbiss, den der Schulcaterer im Vorraum der Marienkirche reichte, fuhren Schülerinnen und Schüler mit Rektor und begleitenden Lehrern mit ihren sechs Bussen wieder zurück ins Saaletal. MATTHIAS HAASE (AL. PORT. 83 – 87 VAL.) 4Foto: Torsten Biel

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Vom Pförtner Bund *  *  *

Foto: Torsten Biel


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Ansprache zum Diamantenen Abitur 2019

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Sehr geehrter Herr Rektor Schödel, auch wir »Diamantenen« möchten Ihnen und den Anwesenden einige Worte sagen: Das ist uns eine Herzensangelegenheit, fühlen wir uns doch besonders mit unserer Schule verbunden. Das hat viele Gründe. Ein Grund ist sicher, dass wir als Kriegskinder – in schlechten finanziellen Verhältnissen aufgewachsen, viele hatten ihre Heimat, viele ihre Väter verloren – in dieser Schule einen Ort der Sicherheit und Beständigkeit fanden. Das war in dieser Zeit für uns ganz wichtig. Die, die wir heute hier sind, sind zwischen den Stammnummern 14306 bis 15414 in dem Schülerregister, das seit 1543 geführt wird, zu finden – und darauf sind wir richtig stolz. An diesem Tag der Freude gedenken wir natürlich auch unserer Schulkameradinnen und Schulkameraden, die nicht mehr unter uns weilen. Und ich persönlich möchte in dieses Gedenken auch unsere Mütter einschließen, die auf sich allein gestellt durch Opferbereitschaft und Verzicht dazu beigetragen haben, dass wir lange Ausbildungswege antreten konnten, die hier in Pforte ihren Anfang nahmen. Wir sind der Jahrgang, der in den ersten zwei Jahren noch weitgehend nach alter Pfortenser Tradition gelebt und gelernt hat. Die Keilglocke begleitete unseren Tagesablauf, der von Gemeinsamkeit geprägt war. Wir

lernten Worte, die nur in Pforte gesprochen und verstanden wurden, wir freuten uns auf die Marmeladenbrote, die nachmittags im Kreuzgang für uns bereitgestellt wurden, wir teilten doch vieles miteinander. Christlich erzogene Jugendliche fanden hier in dieser Schule Orte der Begegnung und der Unterweisung in der christlichen Religion. Wenn in dieser Aula das »Jauchzet, frohlocket« aus dem Weihnachtsoratorium von uns gesungen wurde oder Lützows »Wilde verwegene Jagd« durch diesen Raum toste, dann spürten wir alle das Besondere. Und dass wir das konnten, das verdanken wir unserem verehrten Lehrer Frank Thomas Gericke, der uns an wunderbarer Musik teilhaben ließ, obwohl es damals noch keinen Musikzweig gab. Sein Deutschunterricht, seine Interpretation des »Faust« erschlossen uns die Literatur der deutschen Klassik. In naturwissenschaftlichen Fächern erhielten wir eine solide Ausbildung, und uns Altsprachlern eröffneten sich durch gute Lehrer die Sprachen und die Ideenwelt der Antike. Wir lebten in dieser Tradition und wandten uns gleichermaßen dem Staat zu, der Frieden und Völkerverständigung versprach und Glaubensfreiheit in der Verfassung garantierte. Wir waren eingebunden in den Mikrokosmos Pforte, wir gehörten dazu und fühlten uns wohl.

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Aber wir sind auch der Jahrgang, der in den letzten zwei Schuljahren auf schmerzliche Weise erfahren musste, dass Tradition und christliches Leben in der sozialistischen Bildungspolitik keinen Platz mehr hatten. Wir sahen unsere Lehrer, die diesen Weg nicht mitgehen wollten, gehen. Die Keilglocke verstummte, die Ehrengalerie berühmter Schüler im Gang vor der Aula verschwand über Nacht. Kirche und Abtskapelle wurden verschlossen und dem Verfall preisgegeben, das historische Kirchengestühl verbrannt, um es einer »nützlichen Verwendung« zuzuführen, und das Kreuz über dem Torhaus wenig später zerschlagen. Mit dem »Ora« der Zisterzienser war es vorbei in Pforte. Es sollte Jahrzehnte so bleiben. Wir sind aber auch der Jahrgang, der das »Labora« der Zisterzienser in wundersamer Weise wieder aufleben sah. Hatten die Laienbrüder 800 Jahre zuvor Obstplantagen und Weinberge angelegt, Stein auf Stein geschichtet zum Bau ihres Klosters, so arbeiteten wir auf den Feldern, ernteten Hopfen und Kartoffeln, verzogen Rüben, arbeiteten in der Holz- und der Zementfabrik in Bad Kösen. Hat es uns geschadet? Ich glaube nicht. Wir wussten später, was schwere körperliche Arbeit bedeutet. Mit unseren Abiturzeugnissen in den Händen verließen wir so unauffällig

wie wir gekommen waren diesen Ort, an dem wir vier Jahre gelernt, gelebt, gelitten und die ersten Küsse getauscht hatten. Es gab keine festliche Entlassungsrede, es hatte auch keinen Schüleraustausch gegeben. Ich denke nicht an England, Italien oder Griechenland – nein, gern hätten aber manche von uns ihr Russisch in der befreundeten Sowjetunion aufgebessert, es war nicht möglich. Abschließen möchte ich mit einem Grußwort der Zisterzienser. Wenn Wanderer an ihre Pforte klopften, so hieß es: »Porta patet, Cor magis – das Tor steht offen, mehr noch das Herz«. Das Tor unserer alma mater blieb uns Jahrzehnte verschlossen. Wir sind der Jahrgang, der sich dann 1993 zur 450-Jahrfeier in den Armen lag, denn nun waren die Tore Pfortes wieder offen. Wir kämpften mit den Tränen, als wir wieder Schüler in unsere geschundene Kirche einziehen sahen. Trotz jahrzehntelanger Trennung und unterschiedlichster Lebensläufe war die alte Vertrautheit wieder da. Und so gibt es neben Freundschaft, gemeinsamem Leben und Lernen, dem Stolz auf diese Schule sowie den positiven und schmerzlichen Erfahrungen unserer Schulzeit wohl noch einen anderen Grund, vielleicht den eigentlichen, der uns immer wieder hierher treibt: Es gibt ihn wohl wirklich – diesen Spiritus portensis! Er nahm in unserer Jugend von uns Besitz. Er blieb

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bei uns, er half Jahrzehnte der Trennung zu überstehen, so wie er zuvor diese Schule über Jahrhunderte durch die Stürme der Zeit getragen hat. Sehr geehrter Herr Schödel, dass dieses »Porta patet, Cor magis« hier wieder aufgelebt ist, dass die Tore offen sind, dass wir mit Herzlichkeit empfangen werden, dafür danken

wir Ihnen, dem Lehrerkollegium, der Schülerschaft und allen, die an der Vorbereitung dieser Feier beteiligt waren, von Herzen. Mögen die Tore auch weiterhin den ehemaligen und kommenden Schülergenerationen offenstehen! Vivat porta!

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SIBYLLE FINK, GEB. SCHÖNER (AL. PORT. 55 – 59 V.)


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Wer die Wahrheit tut, kommt zu dem Licht

Drei Fackeln brennen, drei sind erloschen. Die Gemeinde Schulpfortas versammelt sich um die Totenleuchte auf dem Friedhof. Die Sonne steht immer tiefer am Horizont, und das Tageslicht verschwindet langsam an einem der längsten Tage des Jahres. Es ist genau dieser Übergang zwischen Hell und Dunkel, den der Gottesdienst zum Johannistag thematisiert – der Übergang zwischen Leben und Tod, zwischen Geburt und Kreuzigung Jesu. »[Johannes] war nicht selbst das Licht, sondern er sollte zeugen von dem Licht«, heißt es im ersten Kapitel des Johannesevangeliums. Zum Johannistag am 24. Juni wird die Geburt Johannes des Vorläufers oder auch Täufers gefeiert – ein halbes Jahr vor der Geburt Jesu Christi. Der Wanderprediger Johannes ist bekannt als Wegbereiter Christus: »Er muss wachsen, ich aber muss kleiner werden.« (Joh. 3,30) Johannes taufte Jesus im Jordan und kam vor dem Messias ums Leben, indem er geköpft wurde. Dass wir den Johannistag in einer Gemeinde an der Landesschule Pforta feiern können, verdanken wir dem Engagement der Pfarrerin i. R. und Religionslehrerin Regine Huppenbauer-Krause. Nachdem zu DDRZeiten die Klosterkirche kaum noch zugänglich war und verfiel, entstand nach der Wende eine Schulgemeinde, die wöchentlich Andachten und mo-

natlich Gottesdienste in der Kirche oder der Abtskapelle des ehemaligen Zisterzienserklosters feiert. Mit dem Eintreten in den Ruhestand von Pastorin Huppenbauer-Krause war die Pfarrstelle Schulpforte längere Zeit unbesetzt und deren Fortbestehen ungewiss. Im Herbst 2018 erhielten wir schließlich die gute Nachricht, dass Pfarrer Daniel Schilling-Schön aus Goseck die Gemeindearbeit fortführen wird. Mit etablierter Liturgie und neuem Pfarrer wird nun auch 2019 wieder Johannis-Gottesdienst gefeiert. Dieser beginnt in der Kirche, setzt sich auf dem historischen Friedhof mit seiner Totenleuchte fort und endet im Schulpark, wo das Johannisfeuer entzündet wird und ein gemeinsames Picknick Abend und Schuljahr abrunden. Die Übergangsthematik ist dabei für mich in diesem Jahr am deutlichsten spürbar. Nicht nur durch die Ortswechsel hinaus aus der Kirche und hinein in den grünen Park. Nicht nur dadurch, dass der Mitsommer erreicht ist und die Tage wieder kürzer werden. Nicht nur durch das Ende des Schuljahres und den Beginn der Sommerferien. Es war mein letztes Schuljahr in Schulpforte. Nach vier Jahren Internat steht auch mir ein Ortswechsel bevor, hinaus aus den Klostermauern und hinein in die weite Welt. Als Abiturienten machen wir Platz für die neuen Mitschüler, die nach den Som-

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merferien immatrikuliert werden. Für mich enden das Schuljahr und meine Schulzeit, ab Herbst wird das Studium beginnen. Wenn ich an diesen letzten Gottesdienst während meiner Zeit in Pforte denke, werde ich melancholisch. In den letzten Jahren war die Gemeinde Schulpfortes stets ein Ort der Geborgenheit für mich. Die Gottesdienste und Andachten stellten Minuten der Ruhe und Besinnung während eines stressigen Tages dar. Ich habe mich mit Menschen getroffen und ausgetauscht, die mir sehr wichtig geworden sind und die mich stark beeinflusst haben. Ich habe gelernt, wie man Andachten gestaltet und Gottesdienste vorbereitet. Ich habe erfahren, wie wunderbar der Austausch mit jungen Menschen ist, die ebenfalls an Gott glauben. Das Feuer verlängert das Licht des Tages. So lange es brennt, sitzen wir gemeinsam zusammen, genießen seine Wärme und singen Lieder. Die Fackeln, mit denen wir das Licht aus der Kirche hinaus getragen haben, verbrennen im Feuer. Im Feuer verbrennen auch Zettel, auf die wir zuvor Dinge geschrieben haben, die uns

belasten. Sie werden zu Asche und Staub, aus denen Neues entstehen kann. Ich freue mich auf das Neue. Johannes stand zwischen Altem und Neuem Testament. Er war ein Wegbereiter für das Evangelium. Und wie das Tageslicht verlischt, bin ich mir sicher: »Wer aber die Wahrheit tut, der kommt zu dem Licht« (Joh 3, 21), egal, wie dunkel es ist. ANJA SACK (AL. PORT. 15 – 19 V.) Anja Sack machte 2019 ihr Abitur in Schulpforte und studiert jetzt Pharmazie in Leipzig. Im vorigen Jahr gewann sie, die auch konzertreif Klarinette spielt und in der Schulgemeinde Dienst als Küsterin tat, im Bereich Physik den Bundeswettbewerb »Jugend forscht« und den Sonderpreis »Teilnahme am China Adolescents Science & Technology Innovation Contest in China«. Preisstifter: China Association for Science and Technology (CAST) und Ernst A. C. LangeStiftung. Anja Sacks Text wurde in der Reihe »Gott und die Welt« des »Naumburger Tageblatts« vom 29. Juni 2019 veröffentlicht.

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Weitere 100 Stühle für die Klosterkirche

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Mit dem Slogan »Der beste Platz trägt Ihren Namen« ruft der Pförtner Bund schon seit 2012 Ehemalige auf, einen Stuhl für die Klosterkirche zu stiften. Entsprechende Flyer liegen im Eingangsbereich der Klosterkirche aus. Der Aufruf ist auch auf unserer Homepage zu finden. Der Vorsitzende empfiehlt außerdem regelmäßig mit seiner Geburtstagspost ein solches Geschenk an die alma mater. Inzwischen schauen wir dankbar auf weit mehr als 100 Spender, die im Lauf der Jahre – oft auch schon mehrfach – einen Stuhl für die Klosterkirche gestiftet haben. Neben Ehemaligen sind es zunehmend auch Eltern aktueller Abiturienten, die aus Dankbarkeit für die Schulerfahrung ihrer Kinder einen Stuhl samt Namensschild stiften. Auch wenn die Spendenschildchen dezent auf der Rücklehne der Stühle angebracht sind, so gibt es doch immer wieder Rückmeldungen von Angehörigen, die zum Beispiel beim Schulfest ganz erwartungsfroh nach dem Stuhl eines bestimmten Stifters suchen und dazu durch die Reihen flanieren. Auf seiner Herbstsitzung 2019 hat der Pförtner Bund e. V. beschlossen, die nächsten 100 Stühle fertigen zu lassen. Natürlich in gleicher Bauart

(Stuhl Adlatus der Tischlerei Gebr. Hauser aus Spaichingen) und weiterhin zu einem Preis, der es ermöglicht, weitere Stuhlspenden in gleicher Höhe zu erbitten (200 € pro Stuhl inkl. Spendenschildchen). Die aktuelle Bestellung wird im Frühjahr 2020 gefertigt und bis zum Schulfest ausgeliefert sein, so dass dann das Bestuhlungsbild für die allermeisten Anlässe ein einheitliches sein wird und die alten Holzstühle endgültig ausgedient haben dürften. An dieser Stelle allen bisherigen Stuhlspenderinnen und -spendern herzlichen Dank – und auf die nächsten 100! Weitere Informationen: https://www.pforta.de/ projekte/der-beste-platztraegt-ihren-namen/ Ihre Stuhlspenden an: Pförtner Bund e.V. Deutsche Bank Naumburg IBAN: DE46860700240646337600 BIC: DEUTDEDBLEG 200,- EUR Verwendungszweck: Stühle für Pforta (bitte Namen und Anschrift angeben)

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Online-Plattform zum Erfahrungstransfer

Um aktuellen und ehemaligen Pfortenserinnen und Pfortensern eine zusätzliche Möglichkeit zur Vernetzung und zum Austausch zu bieten, hat der Vorstand des Pförtner Bundes die Einrichtung einer neuen digitalen Plattform beschlossen. Vor allem rund um die Abiturphase haben angehende Abiturienten viele Fragen: Soll ich studieren? Was und wo soll ich studieren? Sollte ich zunächst ins Ausland gehen? Was bringt mir eine Ausbildung? Wie kann ich finanzielle Unterstützung bekommen? Wann, wie und wo muss ich mich bewerben? Auf der anderen Seite verfügen die Ehemaligen über einen enormen Erfahrungsschatz, der in der Regel auch gern geteilt wird. Manchmal entsteht ein Kontakt schnell und unkompliziert durch eine direkte Bekanntschaft aus gemeinsamen Jahren an unserer Alma Mater. Meistens wird das Potential der bestehenden Erfahrungen aber leider noch nicht annähernd ausgeschöpft, weil man die Ehemaligen, die man bei Fragen ansprechen könnte, noch gar nicht kennt und daher auch nicht gezielt ansprechen kann. Die neue Plattform www.pfortanetzwerk.de soll genau hier ansetzen. Vergleichbar mit bekannten beruflichen Netzwerk-Plattformen (z.  B. LinkedIn, Xing) können sich die

Nutzer Profile anlegen und diese mit persönlichen Informationen wie Studiengang und -ort, Beruf, Abiturjahrgang, Expertisen etc. befüllen. Über eine Suchfunktion können registrierte Nutzer nach einzelnen Begriffen suchen und sich somit z. B. alle Netzwerk-Mitglieder anzeigen lassen, die einmal Medizin in Leipzig studiert haben oder derzeit in Berlin leben. Anschließend kann via Nachricht innerhalb des Netzwerks oder per EMail Kontakt aufgenommen werden, um beispielsweise konkrete Fragen zu den Studienbedingungen der Leipziger Medizinstudierenden zu klären. Die Möglichkeiten gehen aber auch weit über die Vernetzung von Abiturienten und Studierenden hinaus. Beispielsweise würden auch Studierende vom Austausch mit Berufstätigen profitieren, wenn sie auf der Suche nach einem studienbegleitenden Praktikum oder Informationen zu den Arbeitsbedingungen bei einem bestimmten Unternehmen sind. In Form von Foren und Gruppen können beispielsweise auch lokale Aktivitäten wie das alljährliche Gänseessen künftig deutlich einfacher organisiert werden. Die Registrierung auf unserem neu geschaffenen Netzwerk ist unabhängig von der Mitgliedschaft im Pförtner Bund; alle aktuellen und ehemaligen Pfortenserinnen und Pfortenser können sich anmelden. Die Profile sind

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zudem nur für registrierte Nutzer zu sehen und durchsuchbar, also nicht öffentlich verfügbar. Durch die Zusammenarbeit mit dem etablierten Plattform-Anbieter Alumni, der auch Alumni-Netzwerke für einige Universitäten und Großunternehmen betreibt, kann der Pförtner Bund auf umfangreich erprobte Funktionalitäten zurückgreifen. Durch die deutschen Server von Alumni ist zudem auch die Einhaltung aller relevanten deutschen und europäischen datenschutzrechtlichen Richtlinien sichergestellt. Zunächst soll das Netzwerk für zwei Jahre erprobt und bei einer positiven Bilanz weitergeführt werden.

Daher rufen wir Sie und Euch alle auf, sich bei www.pforta-netzwerk. de zu registrieren und die Profile mit gemachten Erfahrungen und (Ausbildungs-)Stationen zu befüllen. Die Plattform ist bereits erreichbar. Dieser Aufruf richtet sich also nicht nur an jüngere Ehemalige mit brandaktuellen Erfahrungen aus Studium, Ausbildung und Beruf, sondern auch an alle, die schon länger im Berufsleben sind oder es bereits hinter sich haben. Jede persönliche Erfahrung kann helfen, unser Netzwerk lebendig zu halten.

Am besten funktioniert eine solche Plattform, wenn viele mitmachen.

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JAKOB STEMMLER (AL. PORT. 05 – 09 V.) KAROLIN HUSTER (AL. PORT. 15 – 2019 V.)


Gründungsjubiläum des Altertumsvereins

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Angehörige und Absolventen der Landesschule Pforte sind durch außerschulische Aktivitäten oder ihre (spätere) wissenschaftliche Laufbahn in das Blickfeld der Öffentlichkeit gelangt. Erinnert sei an den Ägyptologen Karl Richard Lepsius und an den Historiker Karl Lamprecht – beide in den Jahren 2010 bzw. 2014 durch portenser Tagungen gewürdigt. Auch an der Konstituierung eines der ältesten Geschichtsvereine Deutschlands, der bahnbrechend für die provinzialsächsische Geschichtsforschung und Denkmalpflege wirkte, waren Portenser beteiligt. Die Gründung des »Thüringisch-Sächsischen Verein[s] für Erforschung des vaterländischen Alterthums und Erhaltung seiner Denkmale« (ThSAV) erfolgte jedoch nicht, wie oft beschrieben, am 3. Oktober 1819 auf Burg Saaleck. Durch die Untersuchungen von Frank Boblenz ist bekannt, dass es sich um den Zusammenschluss von zwei Vorgängerverbänden handelte. Der am 20. Juli 1819 in Bilzingsleben durch Landrat von Helmolt gegründete »Verein für Erforschung des vaterländischen Altertums in Kunst und Geschichte« fusionierte am 30. Oktober (oder am 30. November) 1819 in Schulpforte mit dem am 3. Oktober 1819 durch Carl Peter Lepsius auf Burg Saaleck formierten »Verein zur Erforschung vaterländischer Geschichte und Altertümer« zum ThSAV. Die Ver-

einsstatuten wurden am 4. April 1820 in Naumburg verabschiedet. In der Mitgliederliste des Bilzingslebener Vereines werden die Portenser Carl David Ilgen (Rektor), Adolph Gottlob Lange (Professor), Christian Johann Oldendorp (Zeichenlehrer), Schmidt (Professor) und Wolf (Professor) genannt. Unter den 14 Gründern des Saalecker Vereins finden sich neben drei portensern (Ilgen, Lange, Oldendorp) auch fünf Naumburger Bürger (neben C.P. Lepsius der Baukondukteur A.A. Bergner, Oberlandesgerichtsrat Pinder, Architekt Schröder und der Rektor des Domgymnasiums, Wernsdorf). Schon 1823 erfolgte auf Initiative von Carl Peter Lepsius die Verlegung des Vereinssitzes nach Halle, um durch die universitäre Anbindung bessere Arbeitsmöglichkeiten zu schaffen. Nach wechselvoller Geschichte wurde der Verein 1945/46 aufgelöst. Zu den bekanntesten Ehrenmitgliedern des Vereins gehören Goethe, Schinkel, die Brüder Grimm und die Brüder Humboldt. Die Bedeutung des ThSAV kontrastiert stark mit dem bisher erreichten Forschungs- und Publikationsstand. Ziel der Tagungen war es, Bilanz zum bisher erreichten Kenntnisstand zu ziehen und Perspektiven für zukünftige Vorhaben zu entwickeln. Gemeinsame Ausrichter der Tagung 2018 waren die Stiftung Schulpforta und der Landesheimatbund Sachsen-

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Anhalt. Veranstaltungsort war in beiden Jahren das Besucherempfangszentrum in Schulpforte. Gefördert wurde die Konferenz durch das Land Sachsen-Anhalt, die Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt, die Stadt Naumburg und den Burgenlandkreis. Schirmherr der Jubiläumstagung 2019 war Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff. Bei der Auftaktveranstaltung am 1.12.2018 standen die ehemaligen, mittlerweile auf zahlreiche Institutionen verteilten Sammlungsbestände des ThSAV im Mittelpunkt (acht Vorträge). Bei dem Kolloquium am 14./15.11.2019 wurden unterschiedliche Aspekte der Vereinsgeschichte und der Rahmenbedingungen gewürdigt (15 Vorträge). So referierte z. B. Jonas

Flöter über geistes- und bildungsgeschichtliche Entwicklungen um 1800, Torsten Schunke berichtete über den ThSAV und den frühbronzezeitlichen Grabhügel Bornhöck im Saalekreis, Christian Kuhlmann stellte Karl August Koberstein und das Projekt einer vaterländischen Literaturgeschichte vor. Eine Exkursion am 16.11. 2019 beschloss die Jubiläumsveranstaltung. Die Ausfahrt führte von Schulpforte über die Stationen Burg Saaleck, Kloster Memleben, Bilzingsleben und Gorsleben zurück an die Saale. Eine Veröffentlichung von zwei Tagungsbänden ist in Arbeit.

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DR. HELGE JARECKI UND JOHN PALATINI


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Gänseessen in Pforta

Nicht jedes Jahr sind anlässlich des festlichen Martinsschmauses im Refektorium der Landesschule Pforta (vor vielen Jahrzehnten noch Coenakel genannt) die dazugehörigen poetischen Gänseergüsse der Schülerinnen und Schüler Thema in unserem Heft. Dass wir das Gänseessen 2019 in Pforta der Übersicht über die vielen regionalen Treffen mit Gänseessen der Ehemaligen voranstellen, soll auch als Dank verstanden werden an das Dussmann-Küchenteam, das über viele Jahre die Herausforderung mit Bravour gemeistert hat, eine möglichst knusprige Gänsekeule samt Kloß und Rotkraut in mehr als 300-facher Ausführung auf die Teller zu bringen. Mit dem Jahresende hat der Schulcaterer gewechselt. Bleiben wird das Gänseessen und das dazugehörige kulturelle Programm. Mit Gesang und Gänsegedichten. Das per ApplausMessung bestplatzierte literarische Produkt wurde durch den Vorsitzenden des Pförtner Bundes spontan mit einem Büchergutschein zur Anschaffung einer Gänsyklopädie prämiert und wird hier abgedruckt. Einen Videoeindruck vom letzten Gänseessen in Pforta gibt es hier: https://www.youtube.com /watch?v=YXqoFj2fZSU

GANS À LA KLOTUBE

- Gans, die Plural die Gänse, zählen mit ihrem gans saftigen Fleisch zu den leckersten Heim- und Nutztieren. Landwirtschaftlich gesehen, gehören Gänse zum Geflügel. Über ganse Jahrhunderte wurden zahlreiche Rassen gezüchtet. So z. B. die äußerst grazile Elegans, die eher hochnäßige Arrogans, die gans und gar schmackhafte Weihnachtsgans und die politisch radikale Erdogans, dessen Anhänger auch als ­Heavy-Maschin-Gans bezeichnet werden. In Ergänsung dürfen auch prominente Tiere genannt werden. So die Hardrock-liebende Gans n Roses, der ehemalige Co-Trainer der deutschen Nationalmannschaft, Gansi Flick, die in den Zimmern eines Pfortensers anzutreffende Rans, und die pazifistische Mahatma Gansi. Die männlichen Exemplare nennt man Wolfgans, die weiblichen Helgans. Weibliche Helgänse erkennt man an ihrem großen Schnabel, während die männlichen Wolfgänse, um es durch das Gänseblümchen zu sagen: durch

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einen stärker ausgeprägten Bürzel zu erkennen sind. Haben Wolfgans und Helgans einen Nachwuchs, so nennt man ihn Gänschenklein. Diese werden aufgrund ihrer gans kleinen Gänsefüßchen häufig in der Ganstagsschule gegänselt. Um die Zuneigung auszudrücken, schenkt der Wolfgans der Helgans ein Gänseblümchen und lockt sie mit Paarungsrufen, den sogenannten Slogans, in sein Nest. Bevor die Geschlechtsorganse der beiden unter der Daunendecke bei der Fortgansung zum Einsatz kommen, müssen Wolfgans und Helgans gans aus ihrem Federkleid herausschlüpfen. Handelt es sich im Liebesnest um nichtgansschlecht-Verkehr so bekommen Wolfgans und Helgans gans schnell eine Gänsehaut. Mit dem Organsmus endet der ganse Liebesakt und die Helgans hat etwa achtundgansig Tage einen Gänsebraten im Ofen. Danach gebärt sie 2,3 oder gans und gar 4, in jedem Fall jedoch eine ganszahlige Anzahl an Gänschenkleins. Gänse sind Rudeltiere und treten folglich nie gans allein, sondern in gans großen Clans auf. Aufgrund der Beliebtheit wählen die Gänse ihren

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Anführer, den Gansler oder die Ganslerin. Ihm oder ihr folgt die ganse Bande mit ihren gans kleinen Gänsefüßchen im Gänsemarsch. Prinzipiell essen Gänse gans viel. Allerdings ernähren sich Gänse nicht von tierischen Produkten, also vegans. Stirbt die Gans durch einen Unfall, spätestens jedoch nach ganszig Jahren, bezeichnet man dies als ihren schrecklichen Untergans. Ursprünglich stammt die Gans von gans weit weg: aus Ugansa und Gansania. Dort lebt sie vor allem am Tangansjikasee. Heute ist die Gans auf der gansen Welt verbreitet. So auch in der Zweigansstalt Pforte. Bekannte Vertreter sind Christof Ganszett, Thomas Gahnske und Silke Mertinsgans. Andere Vertreter sind schon gans Lange oder erst gans Kurtz an der Schule. Wir hoffen, dass es mit der Gans jetzt vorwärts geht, denn rückwärts wäre die Gans nur ein Snag. WILLY HERBIG UND BRUNO SATTLER (BEIDE 12N)


Gänseessen der Ehemaligen

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Überwog vor drei Jahrzehnten noch der Begriff »Pförtner Abend« für die Regionaltreffen der Ehemaligen, so hat sich inzwischen fast durchgängig der Begriff »Gänseessen« durchgesetzt. Grund dafür könnte sein, dass ein Großteil der heute aktiven Ehemaligen den Jahrgängen entstammt, die das Martini-Gänseessen in Pforta seit den 90er Jahren selbst erlebt und als etwas Besonderes in Erinnerung behalten haben. So ist es erfreulich, dass sich mit Gerda van den Hurk, al. port. 03 – 07 in Aachen, mit Ruth Lüthke, al. port. 03 – 07, in Leipzig, mit Carolin Vietze, al. port. 1998 – 2003, in Brandenburg, mit Susan Gellert, al. port. 11 – 15, in Magdeburg oder Jonah Cedric Strauß, al. port. 12 – 16, in Heidelberg, junge Ehemalige als Organisatoren betätigt haben. In Berlin hat zum zweiten Mal Sieghard Metzner, al. port. 74 – 77, in Nachfolge von Dr. Helmut Heimbürge das Gänseessen im Zentrum der Stadt organisiert und damit den Staffelstab mit Bravour übernommen. In München sind wir dankbar, dass wir mit Ursula MeierCredner eine rührige Vertreterin der Sache Pfortas haben, deren Vater und Großvater Pfortenser waren, so dass sie selbst vor einigen Jahren Mitglied des Pförtner Bundes wurde. In Thüringen (wo das Essen in wechselnden Städten durchgeführt wird)

erhält Franziska Baum, al.  port. 96 – 00, (frisch in den Thüringer Landtag gewählt) Unterstützung durch Dr. Joanna Niemiec, al. port. 98 – 03. Das Gänseessen in Jena brachte ein Novum: die Gänsekasse! Jeder zahlungskräftige Alumnus, jede zahlungskräftige Alumna konnte dort einen individuellen Beitrag einwerfen und damit weniger zahlungskräftige Studenten unterstützen. 200 € kamen zusammen, und das Konzept ging auf: Die zahlreich anwesenden Studierenden (und sogar eine aktive Alumna) brauchten letztlich nur die Getränke zahlen und bekamen die Gans spendiert. Mit knapp 40 Teilnehmern ist Thüringen deutlich gewachsen. Anfragen zu möglichen Gänseessen erreichten den Vorstand in diesem Jahr auch international. Schweden, Schweiz, USA, Australien … Doch leider hat es dort noch nicht für ein »kleines Pforte-Treffen« gereicht. Die Wege zwischen den Ehemaligen sind mitunter über 1000 Kilometer weit. Dafür wurde in Großbritannien wieder gemeinsam getafelt: Theodor Bormann hat in Oxford ein Restaurant reserviert und immerhin vier Ehemalige sind zusammengekommen. Hoch lebe England! Ein Dank auch an die Organisatoren, die seit Jahren zuverlässig die Ehemaligen um sich scharen: Um Frankfurt/ Main Dr. Sibylle Fink, al. port. 55 – 59,

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in Dresden Patrick Soff, al. port. 92 – 96, gemeinsam mit unserem Meinerzhagener Alumnus (73 – 79) und Mitglied des Pförtner Bundes Christian Klinghardt, in Halle/Saale Karsten Müller, al. port 80 – 84. Ein weiteres Novum hat sich aus den Reihen der jüngsten Alumni quondam entwickelt: Martini-Next-Level – das vegane Gänseessen. Leonard Schwager, al. port. 12 – 16, hat gemeinsam mit Freunden ein bundesweites veganes Martini-Gans-Essen in Dresden organisiert. Immerhin 25 (!) Pfortenserinnen und Pfortenser reisten (teils von Lübeck oder Tübingen) ins Elbflorenz, wo gediegen gespeist wurde mit Sojabraten (deutscher Anbau), Rotkohl, Klößen und veganer Bratensoße. Dazu gab es das aus Pforte bekannte kulturelle Begleitprogramm: Gänsegedichte, und Laternengesang. Das Feedback nach einem Bericht auf der Facebook-Alumni-Seite zeigt, dass diese »gans« fleischlose Version das Martini-Treffens das Potential hat, sich zu einem zusätzlichen festen Bestandteil der Gänseessen zu entwickeln. Kleiner Wermutstropfen: Angela Bierhahn, al. port. 76 – 80, hatte sich auf rührendste Art um ein Gänseessen in der Naumburger Region bemüht. Trotz Mail an weit über 100 Ehemalige (nirgends wohnen sie so dicht wie hier!) gab es nur eine Zusage. Damit

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musste das reservierte Gänse-Menü im Hotel Sonnekalb in Großheringen leider wieder abgesagt werden. Danke Angela dennoch für das eifrige Bemühen. Vielleicht wächst ja das Interesse, so dass wir 2020 einen neuen Versuch starten. Aufgrund der Fülle aller Treffen verzichten wir auf den Abdruck einzelner Berichte. Sollten diese dennoch eingesandt werden, ist die Veröffentlichung auf unserer Internetseite www. pforta.de geplant. Leider wird Patrick Soff zur Vorstandswahl am 6.6.2020 aus persönlichen/beruflichen Gründen nicht für eine weitere Amtszeit kandidieren und damit auch die Aufgabe des Regionalbeauftragten abgeben. Daher stammt dieser Bericht auch nicht von ihm. Ich habe seine Entscheidung sehr bedauert, denn die Regionalarbeit des Vereins, also die Unterstützung aller Aktivitäten um Ehemaligentreffen zu befördern, ist wichtig und gefragt. Als Vorstand haben wir Patrick zu danken, dass er die Grundlagen für die Regionalarbeit gelegt hat. Gleichzeitig sollten wir Verständnis haben, dass ein Ehrenamt manchmal auch hinter andere Lebensherausforderungen zurücktreten muss. Insofern – danke Patrick! Und ein Aufruf an alle Ehemaligen: Wer Interesse hat, die begonnene Arbeit im Vorstand ab 2020 weiterzuführen, möge sich gern


bei mir melden (vorstand@pforta. de), um weitere Informationen zu erhalten. Wir haben in den letzten Jahren einen enormen Aufschwung bei der Zahl der Gänseessen verzeichnet. Die Organisatoren sind jung und meist noch

im Studium stehend. Dadurch gibt es auch eine höhere Fluktuation unter den Engagierten. Eine gute Betreuung und Unterstützung (Mail-Adressen zuliefern, Veranstaltung in Netzwerken posten etc.) ist dabei unerlässlich. MATTHIAS HAASE

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G채nseessen 체berall

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53 Fotos aus Schulpforta, Magdeburg, Leipzig, Heidelberg, Berlin 5 Fotos aus Oxford, Borkheide, München, Aachen, Dresden

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Grabmal von Karl Lamprecht wird restauriert

N

Nach dem Abschluss der Sanierung der sturmgeschädigten Totenleuchte zieht ein weiterer Solitär auf dem Historischen Friedhof unsere Blicke an: Das monumentale Grabmal des Historikers und Alumnus quondam portensis Karl Lamprecht! Bereits anlässlich einer Lamprecht-Tagung der Stiftung Schulpforta 2015 zum 200. Todestag des Wissenschaftlers gab es Bemühungen, die Grabstelle denkmalgerecht aufzuarbeiten. Nun, nachdem infolge des Sturms Friederike der gesamte Baumbestand des Friedhofs samt Wurzelwerk entfernt wurde, wird es auch möglich, das Fundament des Lamprecht-Grabsteins wieder auszurichten, so dass der Stein danach wieder senkrecht steht. Doch das wichtigste Augenmerk liegt auf dem Verwitterungsgrad des Steins. Risse und Fehlstellen sollen bearbeitet werden, so dass sowohl die Figuren und die Inschrift auf der Vorderseite, als auch die nicht unwichtige Botschaft (ein Text Lamprechts) auf der Rückseite wieder gut zu erkennen sind.

Summe gespendet. Zur Motivation dieser Initiative lesen Sie im Folgenden mehr. Wir bitten heute alle Pforta-Liebhaber, Historik-Interessierte, Lamprecht-Verehrer, aber auch alle, denen unser Kleinod, der Historische Friedhof am Herzen liegt, dem Beispiel des Vorsitzenden des Gesamtvereins zu folgen und für die Restaurierung des Grab- und Denkmals zu spenden. Teilen Sie uns in der Überweisung Ihre Anschrift mit, wenn Sie nicht Mitglied unserer Vereinigung sind. Ab 200 € geht Ihnen unaufgefordert die Spendenbescheinigung unserer Schatzmeisterin zu. Bitte nutzen Sie gern auch den abgedruckten Girocode. Den Betrag können Sie selbstverständlich individuell anpassen.

Die voraussichtlichen Kosten von knapp 20.000 € (nach Angebot) werden zu einem beträchtlichen Teil (7.000 €) dankenswerterweise vom Gesamtverein der deutschen Geschichts- und Altertumsvereine übernommen. Auch dessen Vorsitzender Dr. Johannes Mötsch hat eine hohe

58 | Grabmal von Karl Lamprecht wird restauriert

MATTHIAS HAASE VORSITZENDER


Dr. Johannes Mötsch, 1. Vorsitzender des Gesamtvereins der deutschen Geschichts- und Altertumsvereine wirbt für die Restaurierung des Grabmals von Karl Lamprecht:

I

Im Gesamtverein der deutschen Geschichts- und Altertumsvereine haben sich im Jahr 1852 die auf diesen Gebieten tätigen Vereine zusammengeschlossen. Initiatoren waren Prinz Johann von Sachsen (ab 1854 König des Königreichs Sachsen, gest. 1873) und Hans Freiherr von und zu Aufseß, der Gründer des Germanischen Nationalmuseums in Nürnberg, das bis heute auch Sitz des Vereins ist. Derzeit hat der Gesamtverein mehr als 200 über ganz Deutschland verteilte Mitgliedsvereine. Vom Gesamtverein herausgegeben werden die »Blätter für deutsche Landesgeschichte«, die jährlich mit einem Umfang von 500 – 600 Seiten erscheinen (zuletzt 154. Jahrgang 2018). Seit 1968 veranstaltet der Gesamtverein den »Tag der Landesgeschichte« (2017 in Dresden, 2018 in Bonn, 2019 in Regensburg, 25.  –  27. September 2020 in Mühlhausen mit dem Thema Bauernkrieg). Seit 2006 schreibt der Gesamtverein einen Forschungspreis aus, mit dem herausragende wissenschaftliche Arbeiten aus dem Bereich der Landes-

geschichte gefördert werden; derzeit läuft die Bewerbungsfrist für den im Herbst 2020 zu verleihenden Preis. Für besondere Verdienste um den Verein wird seit 2018 die »Karl-Lamprecht-Medaille« verliehen. Namengebend ist der Historiker Karl Lamprecht (1856 – 1915): Geboren in Jessen/Elster und 1874 Abiturient in Schulpforte, war er nach Studium in Göttingen und Leipzig, Staatsexamen und Promotion, wissenschaftlichen Anfängen im Rheinland und einer kurzen Zeit in Marburg seit 1890 Professor an der Universität Leipzig. Sein Name ist besonders mit dem sogenannten

Grabmal von Karl Lamprecht wird restauriert | 59


Methodenstreit in der Geschichtswissenschaft verbunden. Lamprecht, ein Verfechter der Kulturgeschichte, der keinem Streit aus dem Weg ging, geriet mit den Protagonisten der damals vorherrschenden Verfassungs- und Rechtsgeschichte heftig aneinander. Damals galt er als Verlierer, heute folgen wir seinen Spuren. Weil er nicht in Leipzig begraben sein wollte, hat er sich den Schulfriedhof in Pforta für sein Grab ausgesucht. Inzwischen ist allerdings sein von Felix Georg Pfeifer (1871 – 1945) geschaffener Grabstein in einem sehr schlechten Zustand. Auf der Vorderseite befindet sich die Darstellung eines nackten Mannes mit einem Schutz­ engel, darunter die Namen und Lebensdaten von Karl Lamprecht und seiner Ehefrau, auf der Rückseite unter anderem ein Text zu den Aufgaben des Historikers: »Der Historiker muss/der Vergangenheit/Gegenwart einhauchen/ können gleich Ezechiel/d[em] Propheten: er schrei/tet durch ein Gefilde/voller Totengebeine/aber hinter ihm rauscht/erwachendes Leben.« Mit dem Beschluss des Gesamtvereins, künftig für besondere Ver-

dienste eine nach Karl Lamprecht benannte Medaille zu verleihen, ging auch der Wille einher, sich um eine Restaurierung des Grabmals zu bemühen. Der Verein selbst hat im vergangenen Herbst 7.000 € für diesen Zweck bereitgestellt und seine Mitglieder zu Spenden aufgerufen. Der Vorsitzende hat inzwischen ebenfalls einen namhaften Beitrag gespendet. Auch die von Lamprecht mitgegründete Gesellschaft für rheinische Geschichtskunde wird ihre Mitglieder zu Spenden aufrufen. Diese Initiative ist vor Ort auf eine sehr positive Resonanz gestoßen, so dass mit der baldigen Restaurierung des Grabmals gerechnet werden kann. Informationen zu allen angesprochenen Punkten auf der Internetseite des Vereins: www.gesamtverein.de

60 | Grabmal von Karl Lamprecht wird restauriert


I

Im Saale-Unstrut-Jahrbuch 2018 findet man auf Seite 119 einen naturkundlichen Beitrag von Michael Markert und Linnéa Bergsträsser »Schlüter – Biologische Lehrmittel aus Halle für den Weltmarkt«. Hinter dem Firmennamen verbirgt sich einer der bedeutendsten und weltweit vernetzten Produzenten und Lieferanten zoologischer Präparate aller Art in Deutschland. Die Firma wurde 1853 in Halle/S. von Wilhelm Schlüter gegründet, der sie bis 1894 leitete. Im Artikel wird auf die große Bedeutung der zoologischen Präparate als Lehrmittelgattung für einen damals neuen anschaulichen Unterricht Ende des 19. Jahrhunderts und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts eingegangen, wohingegen man heute bedauerli-

Tiere in Not cherweise meist nur noch Rudimente ehemals umfangreicher Lehrsammlungen vorfindet. Die Autoren waren sich vermutlich nicht bewusst, wie nahe sie einer sicher nicht mehr vollständigen, aber immer noch sehr umfangreichen zoologischen Lehrsammlung Schlüters gekommen sind – der Pfortenser Lehrsammlung. Diese Sammlung ist von beeindruckender Vielfalt und Qualität, einige der hier gezeigten Tiere sind inzwischen ausgestorben oder extrem selten, viele in natura oder auch einem Zoo kaum zu finden. Die an den Präparaten angebrachten Firmenschildchen lassen den Schluss zu, dass viele bereits vor 1900 gefertigt wurden. Die Vernachlässigung und Nichtbeachtung in den letzten Jahrzehnten haben den Tieren sehr zugesetzt, sie sind verstaubt und zum Teil beschädigt – aber zum Glück liegt kaum Schädlingsbefall vor. Bitte nehmen Sie sich in Pforte einmal Zeit, die wunderbaren Präparate in ihren Vitrinenschränken vor der Biologie zu betrachten – das Schnabeltier, den Ameisenigel, die Kolibris, den Kolkraben oder das Rebhuhn. Um die wertvollsten Präparate aufzuarbeiten und für die Zukunft zu sichern, benötigt die Schule Ihre Hilfe und Tierpatenschaften! Der Schule liegt ein Angebot eines erfahrenen Präparators zur Restauration von 77 Tierpräparaten vor. Die Gesamtkosten der Rettungsaktion werden sich auf rund

Tiere in Not | 61


zelne Tier ist eine große Hilfe! Und Sie können Ihren Schützling nach der Restaurierung sogar regelmäßig besuchen und schauen, ob es ihm immer noch gut geht!

20.000 € belaufen. Für die 77 Tiere suchen wir Restaurationspaten – von der Fledermaus bis zum Seeadler oder Krokodil, jede Spende für jedes ein-

62 | Tiere in Not

Spenden bitte auf das Konto des Pförtner Bundes (vgl. Impressum), Verwendungszweck: Tiere in Not. Kontakt: Dr. med. vet. Karin Reglich, Schleberoda, Tel.: 034464-26371, Mutter von zwei Pfortenser Schülern


Einladung zur ordentlichen Mitgliederversammlung

H

Hierdurch lädt der Vorstand satzungsgemäß zur ordentlichen Mitgliederversammlung unserer Vereinigung ein. Diese findet im Rahmen des Schulfestes am Samstag, dem 6. Juni 2020, im Kleinen Festsaal der Landesschule, statt. Zeit: 11:00 – 12:30 Uhr Für die Mitgliederversammlung wird folgende Tagesordnung vorgeschlagen: 1. Bericht des Vorsitzenden 2. Bericht der scheidenden Schatzmeisterin 3. Berichte der Rechnungsprüfer für die Haushaltsrechnungen 2018 und 2019 4. Entlastung des Vorstandes und der Rechnungsprüfer 5. Bericht der Archivarin 6. Vorstandswahlen 7. Verschiedenes Wenn aus dem Kreis der Mitglieder Wünsche für die Erweiterung der Tagesordnung vorgeschlagen werden, bitten wir, diese bis spätestens 30. April 2020 an den Vorsitzenden schriftlich (auch per E-Mail) einzureichen. MATTHIAS HAASE VORSITZENDER DES PFÖRTNER BUNDES E. V.

Einladung zur ordentlichen Mitgliederversammlung | 63


Haushaltsrechnung vom 1. Januar 2018 bis 31. Dezember 2018

1. EINNAHMEN- UND AUSGABENRECHNUNG 1. Einnahmen

Mitgliedsbeiträge Spenden Zins- und Kurserträge Einnahmen aus Umsatzerlösen Summe Einnahmen

2. Ausgaben

31.12.2018 EUR

16.242,23 28.994,13 71,01 3.735,85

49.043,22

Abschreibungen Übrige Ausgaben Ausgaben für sonstige betriebliche Aufwendungen

- 1.428,00 - 36.547,91 - 308,72

Summe der Ausgaben

- 38.284,63

Vereinsergebnis

10.758,59

VERMÖGENSENTWICKLUNG – STATUS Vermögensposten Inventar Bankguthaben PB 10584 200 DB 6463376 00 DB 6463376 68 DB 6463376 69 SPK BLK Summe

64 | Haushaltsrechnung

31.12.2018

4.666,00 €

104.958,41 € 9.066,47 € 134.113,60 € 39.875,22 € 1.225,36 €

293.905,06 €


Ecce 2019 Sigismund Conrad Ing. für Holztechnik * 22.5.1929   † 23.1.2019 (al. port. 1941 – 1945) MDP

Prof. Dr. Hermann Kähler Literaturwissenschaftler * 29.5.1930   † 22.11.2018 (al. port. 1945 – 1947 v., Adjunkt 1947 – 1948)

Ute Diesel, geb. Heineck Tierärztin * 6.12.1960   † 21.12.2018 (al. port. 1975 – 1979 v.) MDP

Dr. Peter Kostial * 23.2.1938   † 17.6.2019 (al. port. 1952 – 1956 v.)

Rose Drechsler Witwe Karl-Heinz Drechslers, al. port. 1925 – 1932 * 16.10.1921   † 2.7.2019 MDP Klaus-Dieter Hahne * 9.10.1927   † 26.4.2019 (al. port. 1938 – 1945) MDP Franz Heydt * 12.4.1936   † 13.7.2019 (al. port. 1951 – 1954 v.) Gregor Horst * 5.12.1984   † 16.8.2019 (al. port. 1999 – 2004 v.) MDP

66 | Ecce 2019

Friedrich Lochner * 1.7.1928   † 21.3.2019 (al. port. 1939 – 1945) Gabriele Machazek, geb. Paul * 4.11.1951   † Dez. 2018 (al. port. 1966 – 1970 v.) Prof. Dr. Karl Joachim Münzenberg Mediziner * 14.3.1931   † 27.7.2019 (al. port. 1948 – 1949 v.) MDP Karl-Heinz Osdoba * 8.6.1944   † 20.9.2019 (al. port. 1959 – 1963 v.) Kurt Dietmar Richter Kapellmeister und Komponist * 24.9.1931   † 15.1.2019 (al. port. 1946 – 1949 v.)


Helga Röhling Kuratoriumsmitglied der Melanchthon-Stiftung 1980 – 1987 Studienrätin * 26.7.1927   † 12.12.2018 Dr. Dieter Scheidereit Sportwissenschaftler * 24.9.1936   † 22.12.2018 (al. port. 1948 – 1954 v.) MDP Christa Sywottek, geb. Friedrich * 31.1.1936   † 30.9.2019 (al. port. 1948 – 1954 v.) MDP Dr. med. Gerhard Sywottek Sanitätsrat und Facharzt für Allgemeinmedizin * 12.8.1936   † 10.9.2019 (al. port. 1948 – 1954 v.) MDP Dr. Jürgen Wenderhold Veterinärmediziner * 23.4.1932   † 3.1.2019 (al. port. 1947 – 1951 v.) MDP Dieter Zimmermann Sohn von Franz Zimmermann (mag. port.) * 25.5.1939   † 18.9.2019 MDP

Ecce 2019 | 67


Tabula Gratulatoria Vorname Wolf-Dietrich Heinrich Heinrich Ilse

Name Bindemann Zander Heitmann Hossfeld

Christian Erika

Hübener Wallat

Klausjürgen

Miersch

Werner Klaus-Herbert Friedrich Erika

Heilemann Hildebrand Bock Zinck, geb Klose

Werner Peter Rainer Helmut Hans Manfred Friedemann Friedrich

Leich Vollrath Wohlfeil Pilch Hipp Hiese Gottschick Gabert

Henry Georg Hartmut Oskar Otto Hannes Justus Wolfgang Christoph

Thiele Wohlfeil Kraffczyk-Krahn Schmidt Ther Müller-Hofstede Conrad Polster

68 | Tabula Gratulatoria

Pforta 32 – 36 33 – 39 v. 34 – 35 W Volker Hossfeld (27 – 34 v.) 33 – 34 W Berthold W. (33 – 37) grim. 38 – 43 48 val. 45 – 47 v. 37 – 44 40 – 41 W Adolf Zinck (36 – 39 v.) 37 – 39 37 – 45 38 – 45 v. 41 – 45 38 – 45 46 – 47 v. Sportlehrer in Pforte 50 – 53 und 55 – 57 39 – 44 38 – 45 48 – 49 v. 39 – 40 39 – 45 45 – 47 v. 41 – 45 45 – 48 v.

MDP

MDP MDP

Geburtstag 29.03.1919 05.02.1921 11.07.1921 27.08.1921

Alter 101 99 99 99

MDP

13.12.1921 21.09.1924

99 96

MDP

27.08.1925

95

03.08.1926 11.08.1926 20.08.1926 02.10.1926

94 94 94 94

31.01.1927 21.02.1927 27.04.1927 21.09.1927 05.02.1928 07.03.1928 30.03.1928 21.04.1928

93 93 93 93 92 92 92 92

12.07.1928 21.01.1929 25.01.1929 01.02.1929 11.04.1929 09.05.1929 22.05.1929 14.07.1929

92 91 91 91 91 91 91 91

MDP

MDP

MDP MDP


Vorname Malte

Name von Bargen

Klaus Günter Klaus-Dieter Wilhelm Klaus-Dieter Martin Karlheinz Reiner Robert-Martin Fritz Hans-Ulrich Hans-Joachim Klaus Klaus Klaus Helmi

Abramowski Feyerabend Scharfenberg Joppich Fichtner Dürr Eichhorn Kamprath Südmeyer Weidig Schneider Richter Meyer Gallwitz Berger Steinberg

Nikolaus Elisabeth Ulrich Karl-Heinz Klaus Klaus Renate

Uhl Brinkmann Goerdten Meyer Kittel Schirrmeister Kühn

Konrad Rudolf Wolfgang Harald Wilfried Erwin Claus

Paetow Lux Knackstedt Gottstein Handrock Zawichowski Liesner

Pforta F Werner v. B.(11 – 16 v.) 47 – 49 41 – 49 v. – 50 v. 46 – 47 v. 46 – 48 v. 46 – 48 v. 45 – 47 40 – 45 40 – 45 47 – 49 v. 40 – 45 48 – 50 v. 45 – 49 v. 48 – 49 v. – 45 Witwe Prof. Dr. Rolf Steinberg, 41 – 44 47 – 51 46 – 53 50 – 53 47 – 53 v. 47 – 53 v. 47 – 49 F Dr. Max Hoffmann 48 – 52 52 – 53 v. 47 – 53 v. 48 – 54 50 – 52 52 – 53 v. 46 – 47

MDP MDP

MDP MDP MDP MDP MDP MDP MDP

MDP

MDP MDP

MDP MDP MDP MDP MDP MDP MDP MDP MDP MDP

Geburtstag 07.08.1929

Alter 91

26.08.1929 27.08.1929 14.09.1929 27.09.1929 08.10.1929 09.12.1929 15.12.1929 20.12.1929 25.12.1929 19.03.1930 05.04.1930 28.06.1930 13.07.1930 14.09.1930 02.10.1930 01.01.1935

91 91 91 91 91 91 91 91 91 90 90 90 90 90 90 85

02.01.1935 02.01.1935 14.01.1935 19.01.1935 08.02.1935 21.02.1935 05.03.1935

85 85 85 85 85 85 85

11.03.1935 23.03.1935 23.03.1935 24.03.1935 03.04.1935 25.04.1935 28.04.1935

85 85 85 85 85 85 85

Tabula Gratulatoria | 69


Vorname Manfred Christoph Lothar Hartmut Inga

Heinz Helmut Eckart Wolfgang Manfred Peter Karl-Hermann Elisabeth Gunther Horst Wilfrid-Klaus Joachim Renate Knut Karl-Georg Karl-Otto Dietrich Dieter Reinhard Friedrich Frithjof Peter Siegfried Manfred Norbert

Name Gleitsmann Demke Schleiß Schneider mag port (M) 68 – 98 Pleul Witulski Wald Fickweiler Eisfeld Langer Ost Illge Palme, geb Ellmann Schedlinski Eckert Seifart Friedemann Frankenberger, geb. Winkelmann Dobratz Spanier Beindorf Bolck Rauschelbach Prinz Biehahn Sahnwaldt Bretschneider Marten Voigt Borchardt

70 | Tabula Gratulatoria

Pforta 47 – 53 v. 45 – 50 47 – 53 v. 46 – 50 v. W Dr.Otto Pleul (47 – 52 v.) 47 – 53 v. 52 – 53 v. 50 – 53 v. 47 – 53 v. 47 – 52 v. 47 – 53 v. 50 – 53 v. 52 – 53 v. 49 52 47 46 48

– – – – –

52 53 v. 53 v. 49 50

45 49 47 46 49 48 50 48 54 54 54 54

– – – – – – – – – – – –

51 55 52 47 55 54 52 53 58 58 58 56

MDP MDP MDP MDP

MDP MDP

MDP MDP MDP MDP

v.

v. v.

MDP MDP MDP

v. v. v.

Geburtstag 29.04.1935 03.05.1935 07.05.1935 09.05.1935

Alter 85 85 85 85

16.05.1935

85

21.05.1935 22.05.1935 02.06.1935 10.06.1935 26.06.1935 11.07.1935 13.08.1935 17.08.1935

85 85 85 85 85 85 85 85

20.08.1935 10.09.1935 29.09.1935 09.10.1935 14.10.1935

85 85 85 85 85

29.10.1935 05.11.1935 06.11.1935 07.11.1935 13.11.1935 17.11.1935 19.12.1935 24.12.1935 20.01.1940 01.02.1940 23.02.1940 01.03.1940

85 85 85 85 85 85 85 85 80 80 80 80


Vorname Berthold Waltraut Dietrich Berndt Peter Edeltraut Lothar Helmut Reinhold Margot Werner

Edelgard Erika

Name Rutz Erle, geb. Cachay Toepfer Seite Scholz Voigt, geb. Schilling Böhnwald Senze Steppan Feller, geb. Rosenkranz Fischer

Sibylle Heinz Gertrud

Schulz, geb. Ola Kranich, geb. Zintel Junghans Müller, geb. Vöge Ernst Plischke Müller Gericke Nickel Köhler, geb. Bergmann Kinzel Goetzki, geb. Russek Fink, geb. Schöner Fedrowitz Geissler

Hubert

Kasperski

Elke Antje Adolf Brigitte Gerd Sigurd Karl-Heinz Helge Hubert Herta

Pforta 54 – 58 54 – 58 54 – 58 54 – 58 55 – 59 54 – 58

Geburtstag 11.03.1940 19.03.1940 20.03.1940 22.04.1940 09.05.1940 03.07.1940

Alter 80 80 80 80 80 80

55 – 59 v. 55 – 59 v. 55 (Förderkreis) MDP

08.07.1940 19.07.1940 28.07.1940 04.08.1940

80 80 80 80

Ehefrau Andreé (Marum) Buch 55 – 59 v. 55 – 59 v.

08.08.1940

80

09.08.1940 21.08.1940

80 80

MDP

02.09.1940 11.09.1940 14.09.1940 20.09.1940 20.09.1940 04.10.1940 25.10.1940 04.11.1940

80 80 80 80 80 80 80 80

55 – 59 v. 55 – 59 v.

MDP MDP

12.11.1940 20.11.1940

80 80

55 – 59 v. 55 – 59 v. W Manfred G. (42 – 45) 59 – 63 v.

MDP MDP

29.11.1940 01.12.1940 07.12.1940

80 80 80

MDP

28.01.1945

75

54 55 55 55 56 57 55 55

– – – – – – – –

56 59 59 59 59 59 59 58

v. v. v. v. v. v.

MDP MDP MDP MDP

MDP v. v. v. v. v. v.

MDP

Tabula Gratulatoria | 71


Vorname Ulrike Renate Heinz Karin Sabine Bärbel Dagmar

Ingrid Josef Gabriele Regina

Name Scheffel, geb. Voigt Straube, geb. Glomb Pietrusky Berneking, geb. Koss Schröter, geb. Müller Busch, geb. Oldag Lewering, geb. Kölling Schneider, geb. Müller Enders Hafften, geb. Reinecke Weber, geb. Kohlrausch

72 | Tabula Gratulatoria

Pforta 59 – 63 v. 59 – 63 v.

MDP

Geburtstag 16.02.1945 27.02.1945

Alter 75 75

59 – 63 v. 59 – 63 v.

17.05.1945 28.05.1945

75 75

60 – 64 v.

02.06.1945

75

60 – 64 v. F Forstamtsl. MDP Kölling, 33 – 52 60 – 64 v.

09.06.1945 03.07.1945

75 75

16.07.1945

75

60 – 64 v. 60 – 64 v.

MDP MDP

03.08.1945 08.08.1945

75 75

60 – 64 v.

MDP

13.08.1945

75


N

Zur Arbeit der Stiftung Schulpforta

Nur kurze Zeit nachdem der Naumburger Dom in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen wurde, erhielt die Stiftung Schulpforta eine Einladung des Landkreises Bamberg zur Teilnahme an einem Projekt, das Ende 2021 in der Antragstellung für das Europäische Kulturerbe-Siegel in der Kategorie Kulturlandschaft münden soll. Nach Abstimmung mit dem Förderverein Welterbe an Saale und Unstrut e.  V., dem Burgenlandkreis und der Stadt Naumburg wurde deren Unterstützung des Vorhabens eindeutig definiert. Deshalb wurde am 8. Juli 2019 dazu der Kooperationsvertrag mit dem Landkreis Bamberg als Träger des LEADER-Projektes und den anderen Projektpartnern durch den Prokurator unterzeichnet. Mit dem transnationalen Kooperationsprojekt: »Cisterscapes – Cistercian landscapes connecting Europe« sollen 19 historische Klosterlandschaften in sechs europäischen Ländern (A, CZ, D, F, PL, SLO) und deren herausragende Bedeutung für die europäische Geschichte auf wissenschaftlicher, kommunaler und bürgerschaftlicher Ebene vernetzt und unter Gebrauch neuer Technologien und Medien einheitlich erfasst, dokumentiert und vermittelt werden. Damit verbunden ist die nachhaltige europäische Verbindung der Klosterlandschaften sowie die Be-

wusstseinsbildung für eine gemeinsame europäische Identität der Landschaftsprägung und deren Gestaltung. Strukturelle Entwicklungen und touristische Inwertsetzung sollen damit in die Wege geleitet werden. Dabei sollen Fachgremien Handlungsfelder strukturieren und Handlungsempfehlungen auf transnationaler Ebene erarbeiten, um die Klosterlandschaften grenzübergreifend zu verbinden, zu wahren und aufzuwerten. »PORTANEUM« – Schul- und Klostermuseum. Das Vorhaben steht nun schon seit einiger Zeit auf der Agenda. Immer wieder ist es in den vergangenen Monaten auf Grund des unzureichenden finanziellen Eigenanteils der Stiftung Schulpforta verzögert worden. Für das geplante Museum liegt bereits seit Mitte 2018 eine Feinkonzeption für die Umnutzung des ehemaligen Rinderstalls und die Inszenierung der Ausstellung vor. Auf deren Grundlage soll nun ab Januar 2020 entsprechend der Vergabeverfahren die öffentliche Ausschreibung für die Architekten- und Ingenieurleistungen erfolgen. Zielstellung ist die Fördermittelbeantragung zum Jahresende 2020. Die Kosten für das Gesamtvorhaben belaufen sich derzeit auf rund fünf Millionen Euro. Nach derzeitigem Bewertungsstatus wird eine Förderquote von 90 Prozent angestrebt. Es ist jedoch aus den Erfahrungen möglich, dass nicht alle er-

Zur Arbeit der Stiftung Schulpforta | 73


forderlichen Kosten als zuwendungsfähig bewertet werden. Aus diesem Grund gehen wir von einem Eigenmittelbedarf von rund einer Million Euro aus. Für die notwendigen Leistungen zur Erarbeitung des Fördermittelantrages (HOAI Leistungsphase 4) sind bis Ende 2020 rund 300 T Euro erforderlich. Das Kuratorium der Stiftung Schulpforta hat nach letzter Beratung mit den zuständigen Fachbehörden im Ministerium des Landes SachsenAnhalt im Dezember 2019 den entsprechenden Beschluss gefasst. Für das Vorhaben wird intensiv um weitere Förderer geworben. Der Pförtner Bund e.V. hat bereits seine finanzielle Unterstützung zugesagt. Als weitere potentielle Förderer sind neben der Ostdeutschen Sparkassenstiftung auch andere Stiftungen im Gespräch. Um die Standortentwicklung des Landesweingutes Kloster Pforta GmbH ist es in den letzten Monaten relativ ruhig geworden. Es gilt derzeit als wahrscheinlich, dass ein Neubau am vorhandenen Standort in den Saalhäusern favorisiert wird. Für die Stiftung Schulpforta besteht jedoch weiterhin das Bestreben, dass die Vinothek zukünftig in den ehemaligen Speicher neben dem Besucherempfangszentrum verlegt wird. Der Wiederaufbau der Ewigen Lampe auf dem historischen Friedhof ist

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Mitte 2019 abgeschlossen worden. Gemeinsam mit dem Pförtner Bund e. V. haben wir das Vorhaben finanziell unterstützt. Geplant ist derzeit noch eine Möglichkeit zur temporären manuellen Ausleuchtung des Bauwerkes. Diese soll in Abstimmung mit der Landesschule Pforta im Jahr 2020 erfolgen. Im November 2019 wurde mit einer zweitägigen Vortragsreihe und anschließender Exkursion das Kooperationsprojekt zur Würdigung des 200-jährigen Jubiläums des Thüringisch-Sächsischen Altertumsvereins (ThSAV) im Besucherempfangszentrum fortgesetzt. Es ist festzustellen, dass unser Besucherempfangszentrum immer größere Nachfrage für derartige Veranstaltungen aufzeigt. Mittlerweile finden auch überregionale Veranstaltungen wie beispielgebend am 28.10.2019 die Tagung des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz am Rande der Preisverleihung des Deutschen Preises für Denkmalschutz 2019 in der Aula der Landesschule Pforta statt. Wiederum ein großes Erlebnis waren unsere Märkte. Sie sind auch Bestandteil des zukünftigen jährlichen Veranstaltungskalenders. Diesen kann man im etwas veränderten neuaufgelegten Schulpforte-Kalender 2020 einsehen.


Mitte Dezember 2019 konnten wir einen weiteren Bauabschnitt der sichernden Instandsetzungsarbeiten an der Natursteinmauer am Lehrerparkplatz abschließen. Die Stiftung Schulpforta konnte mit maßgeblicher Unterstützung des Landes SachsenAnhalt in Höhe von rund 175 T Euro aus Mitteln der Denkmalpflegeförderung große Teile der Natursteinmauer sanieren. Wir hoffen, dass uns auch noch die fehlenden finanziellen Mittel für die restlichen Abschnitte zur Verfügung gestellt werden können. Ab Mitte 2020 soll der Lehrerparkplatz als Interimsstandort für das Schulgebäude genutzt werden. Bekanntermaßen soll dann die Sanierung der Unterrichtsräume im Hauptgebäude der Landesschule Pforta erfolgen. Die Folgen der Witterungsbedingungen mit zunehmender Trockenheit in den letzten beiden Jahren haben sich auch auf die Waldbewirtschaftung der stiftungseigenen Flächen niedergeschlagen. Die forstwirtschaftliche Bilanz für die nächsten Haushaltjahre wird sich verschlechtern. Eine mittel- bis längerfristige Prognose ist sehr schwierig, da die Folgen der anhaltenden Trockenheit erst in den Folgejahren zu bewerten sind. Hier ist zu beachten, dass durch zwingende Sanitätsmaßnahmen weitaus mehr Laubholz eingeschlagen werden musste, als planmäßig in der Forstein-

richtung vorgesehen war. Es handelt sich dabei vordergründig um teilweise schon abgestorbene bzw. absterbende Lärchen und Buchen. Große Teile der durch den Sturmschaden Friederike angefallenen Nadelholzmengen liegen noch unvermarktet in den Wäldern. Durch das derzeit andauernde Überangebot an Holz und den hohen Schadholzanteil hat sich die Situation am gesamten Holzmarkt stark verändert. Die Holzpreise sind bei den Nadelhölzern fast um die Hälfte gesunken. Vermutlich ist auch bei den Laubhölzern mit weiter sinkenden Holzpreisen zu rechnen. Als Konsequenz wird sich auch der Holzabsatz deutlich erschweren. Gleichzeitig entstehen ständig wachsende Kosten zur Gewährleistung der Verkehrssicherungspflicht durch den Waldbesitzer. Viele Bäume entlang der Wege und Waldgrenzen haben durch die Trockenheit ihre Standfestigkeit verloren und drohen umzustürzen. Zukünftig werden höhere Kosten für die Aufforstung von Kahlflächen in die Planungen aufgenommen werden müssen. In enger Zusammenarbeit mit unseren Betreuungsforstämtern werden fortlaufend aktuelle Fördermöglichkeiten für die Beseitigung von Schadholz und Aufforstungsmaßnahmen recherchiert. Die neue Saison beginnt mit dem Frühjahrsmarkt am 28.3.2020. Es sind

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auch für dieses Jahr wieder Erweiterungen der thematischen Führungsangebote geplant.

Besuch und Besichtigung der Klos­ teranlage sind ganzjährig möglich.

Selbstverständlich wird die Stiftung Schulpforta auch neben den vielen vorgenannten Vorhaben in diesem Jahr die Landesschule wieder bei den verschiedenartigsten Projekten unterstützen. Das Budget zur Förderung der Landesschule ist fester Bestandteil der jährlichen Haushaltsplanungen.

Apr – Okt: Mo – So 10 – 18 Uhr Nov – Mrz: Di – So 10 – 16 Uhr

Ich möchte mich auch auf diesem Wege wieder bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stiftung Schulpforta sowie den ehrenamtlichen Mitwirkenden bedanken. Nur mit ihnen gemeinsam sind wir in der Lage, die Weiterentwicklung der Pforte anzugehen! Zur Information möchten wir allen Interessenten die Öffnungszeiten des Besucherempfangszentrums mitteilen:

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Öffnungszeiten Besucherzentrum Öffentliche Führungen ohne Voranmeldung ganzjähig Sa. und So. 13:30 Uhr

Individuelle Führungen / Sonderführungen / Arrangements ganzjährig nach Voranmeldung Audio-Guide Führungen jeweils zu den Öffnungszeiten des Besucherempfangszentrums Weitere Informationen finden Sie unter: www.stiftung-schulpforta.de ARNDT GERBER (AL. PORT. 86 – 88 V.), PROKURATOR


HINWEIS ZU AUSSENSTÄNDEN Um Portokosten zu sparen, aber noch immer säumige Mitglieder über evtl. Außenstände zu informieren, haben wir erstmals auf gesonderte Mahnbriefe verzichtet und legen dieser Ausgabe im entsprechenden Fall ein persönliches Anschreiben bei. Bitte helfen Sie uns durch konsequente Beachtung. Sollte keine Reaktion erfolgen (z. B. in Form von Beitragsnachzahlung oder Rückmeldung mit der Bitte, den Beitrag geringer oder auf 0 € einzuschätzen) kann der Vorstand eine Beendigung der Mitgliedschaft in Erwägung ziehen. Da es vielfach den Wunsch nach SEPA-Lastschriften und alternativen Zahlungsmöglichkeiten gibt, werden wir dies aller Voraussicht nach als Thema auf die Tagesordnung der Herbstsitzung des dann neu gewählten Vorstands setzen.

Hinweis zu Außenständen | 77


Pförtner Abende Aachen

Tel. 0174 | 593 9949 gerda.lachmann@ rwth-aachen.de

Berlin

Leipzig

Ruth Lüthke Tel. 0170 | 402 0057 ruth.luethke@gmx.de

Lübeck

GÄNSEESSEN IM AUSLAND: Großbritannien

Theodor Borrmann Oxford theodor_borrmann@ web.de

Sieghard Metzner Tel. 0157 | 7176 7624 s.metzner@smlan.eu

Dr. Jana Langenhan Tel. 0176 | 2339 7619 jlhan@gmx.net

Bodensee

Elisabeth Günther guenther.elisabeth@gmx. net

Magdeburg

Susan Gellert susangellert1997@t-online.de

Virginie Bigler Tel. 0041 | 3197 19191 ginie@gmx.ch

Brandenburg

München

Dr. Wolfgang von Hänisch Königsberger Straße 8 88212 Ravensburg Tel. 0751 | 9587766 www.akel.de

Carolin Vietze Tel. 0176 | 7081 5383 clara_emmet@yahoo.de

Dresden

Patrick Soff Tel. 0176 | 57649628 patrick.soff@gmail.com

Frankfurt – Hessen

Dr. Sibylle Fink Tel. 06172 | 1010793 sibylle.fink@gmx.de

Halle/Saale

Karsten Müller Tel. 0160 | 97714276 mueller.magdeburg@gmx.de

Heidelberg

Jonah Cedric Strauß Tel. 0176 | 8053 9601 jonah.cedric@gmail.com

78 | Pförtner Abende

Ursula Meier-Credner Tel. 089 | 670 6366 mcredner23@t-online.de

Naumburg

Angela Bierhahn Tel. 0173 | 649 2856 abierhahn@online.de

Thüringen

Franziska Baum Tel. 0171 | 2603498 teichertfranziska@ gmail.com & M. Joanna Niemiec hannaniemiec@yahoo.de

bundesweites veganes Martins-Gans-Essen Leonhard Schwager Tel. 0176 | 9981 5435 leonhardschwager@ gmail.com

Schweiz

AkeL

Landesschule Pforta

Schulpforte Schulstraße 12 06628 Naumburg Tel. 034463 | 350 Fax 034463 | 26839 www.landesschule-pforta.de Beiträge für DIE ­PFORTE bitte bis zum Jahresende 2020 an david.ortmann@gmail.com


Impressum

Vorsitzender

Matthias Haase Kleinobringen Heichelheimer Gasse 21 99439 Am Ettersberg Tel. 03643 | 418888 matthias-haase@t-online.de

Schatzmeisterin bis 2020 Claudia Pohland

Schriftführerin

PD Dr. Anne Hultsch a.hultsch@web.de

Redaktion für dieses Heft

Prof. Dr. Peter Maser Berbigstraße 7 06628 Naumburg OT Bad Kösen Tel. 034463 | 62490 peter.maser@t-online.de

Gestaltung

David Ortmann Haunstetter Straße 12 86161 Augsburg Tel. mob. 0176 | 50071529 david.ortmann@gmail.com

Archivarin

Petra Mücke Landesschule Pforta 06628 Naumburg OT Bad Kösen Tel.: 034463 | 35-110 bibliothek@schulpforte.de

Gesamtherstellung

Druckerei Schöpfel, Weimar

Konten Pförtner Bund e. V.

Mitgliedsbeitrag 40 Euro Postbank Hamburg IBAN: DE15 2001 0020 0010 5842 00 BIC: PBNKDEFF Deutsche Bank Naumburg IBAN: DE46 8607 0024 0646 3376 00 BIC: DEUTDEDBLEG

Melanchthon-Stiftung

Sitz der Stiftung: Bielefeld Christian Klinghardt Wallotstraße 29 01309 Dresden Tel./Fax. 0351 | 3161427 elisachris@gmx.de Volksbank Hamburg Ost-West IBAN: DE80 2019 0206 0053 2226 01 BIC: GENODEF1HH1

Stiftung Schulpforta

– Stiftung des öffentlichen Rechts – Prokurator Arndt Gerber Schulstraße 22 06628 Schulpforte Tel. 034463 | 61761 mit Online-Shop www.stiftung-schulpforta.de info@stiftung-schulpforta.de

8 Foto (4. Umschlagseite): Torsten Biel

Herausgeber

Pförtner Bund e. V. Schulstraße 22 06628 Naumburg OT Schulpforte vorstand@pforta.de www.pforta.de


Nr. 72 | 2019 019 2

Profile for David Ortmann

DIE PFORTE Nr. 72/2019  

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