Neue Wege #6

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Neue Wege

Finanziert durch Spenden und Parteienförderung

Ausgabe #6 - Herbst 2017

für UNSER Gratwein-Straßengel - Das Magazin der Bürgerliste

„Ich habe die Mehrheit und fertig!“

Weitere Infos gibt‘s auch auf Facebook und unserer Homepage

www.gratwein-strassengel.at


Ein paar Worte zur Halbzeit, ... Zweieinhalb Jahre im Gemeinderat sind vergangen und ich möchte eine Zwischenbilanz ziehen: Die Gemeindefusion entpuppt sich als finanzielles Desaster, die Freunderlwirtschaft floriert besser denn je. Millionen werden für Bauprojekte investiert, allerdings mit geringen Mehrheiten, ohne Rücksichtnahme auf den Bürgerwillen und ohne Diskussion mit anderen Fraktionen im Gemeinderat. Auf der anderen Seite bleibt vieles Wichtige ungelöst oder völlig auf der Strecke. Orientierungslos, ohne Leitbild, ohne Visionen, Eitelkeiten ohne Ende, oft steht man sich selbst im Weg. Man kann nicht oder will nicht, gefangen in Parteizwängen und Zugeständnissen, den Blick fürs Wesentliche schon lange aus den Augen verloren. Weltmeisterlich hingegen die Selbstverherrlichung des Bürgermeisters und seiner SPÖ-Gemeinderäte in Gemeindezeitung, Wirtschaftsmagazin, auf Pressekonferenzen oder im WebTV - alles natürlich auf Gemeindekosten. Alles superschön und wunderbar wie immer sehr einseitig dargestellt. Nicht unbedingt falsch, aber man vergisst auch vieles. Ganz im Geiste ihres „Noch“Kanzlers Christian Kern: „95% der Politik ist Inszenierung“. Besonders erheiternd ist der Slogan „Machen wir GEMEINSAM Politik“, den die SPÖ Gratwein-Straßengel für sich propagiert. Wen auch immer die SPÖ mit „GEMEINSAM“ meint, wir wissen es nicht. Sind es die mit dem Bürgermeister befreundeten Unternehmer, Gemeinderäte, Parteifunktionäre und sonstige „Freunde“, die durch Gehälter, Aufträge oder Förderungen am Gemeindebudget mitnaschen? Man hat das Gefühl, dass die Gemeindekasse zu einer Art Selbstbedienungsladen wurde, oder: "Holen Sie sich, was Ihnen zusteht".

Mittlerweile stelle ich mir die Frage: „Wäre Gerald Murlasits die bessere Wahl gewesen?“ - Und ich glaube, dass ich mit dieser Frage nicht ganz allein bin. Es könnte auch ganz anders funktionieren: Kooperation statt Konkurrenz. So stellen wir uns die Arbeit im Gemeinderat vor. Vielleicht kommt diese Botschaft irgendwann bei der SPÖ an. Während unser Bürgermeister im BussiBussi-Modus für fast 115.000 € Jahresgage von Veranstaltung zu Veranstaltung turnt und sich feiern lässt, überlässt er seinen Obleuten in den Fachausschüssen die Arbeit. Einige arbeiten gut, bei anderen grenzt das Engagement aber teilweise sogar an Arbeitsverweigerung. Obwohl ich nicht Mitglied der Fachausschüsse bin, nehme ich trotzdem an fast allen Fachausschüssen teil, um in beratender Funktion die Vorstellungen der Bürgerliste einzubringen. Leider sind die Meinungen der Gemeinderäte von ÖVP, FPÖ und Bürgerliste meistens unerwünscht. In diesem Stil kam es auch zu der fragwürdigen Entscheidung das Gemeindezentrum im Ortsteil Judendorf-Straßengel zu platzieren. Jede Diskussion über diese Entscheidung wurde von Bürgermeister Mulle abgewürgt. „Ich habe die Mehrheit und fertig“ so wurde er in einer GR-Sitzung wortwörtlich zitiert. Ist sich unser Bürgermeister bewusst, was diese Entscheidung bedeutet? Ich mache mir große Sorgen um die weitere Entwicklung der Ortsteile Gratwein und Eisbach. Besonders enttäuscht haben die Grünen, die ganz im Stil einer Altpartei diesem Wahnsinn zugestimmt haben. Der 180°Schwenk der Grünen lässt sich mit einigen


… eine Bilanz nach 2,5 Jahren Zugeständnissen erklären. War es das denn wirklich wert? Nicht locker gelassen hat die ÖVP, die mit großer Beharrlichkeit die Erarbeitung eines Verkehrskonzeptes erzwungen hat. Verkehr ist eines der größten Probleme in unserer Gemeinde; erst jetzt erkennt man die Versäumnisse der ehemaligen SPÖBürgermeister. Die Bürgerliste bringt ihre Vorstellungen ein und wird den Druck hier entsprechend erhöhen, damit dem Konzept diesmal auch eine Umsetzung folgt. Die Arbeit im Gemeinderat ist oft alles andere als einfach, auch, weil man es einem nicht einfach macht und das, wie es scheint, mit System. Gemeinderäte der oppositionellen Fraktionen werden mit allen Regeln der Kunst seitens der Amtsleitung und des Bürgermeisters „papierlt“, was das Zeug hält.

Man erhält keine oder nur unvollständige Auskünfte, und das nur widerwillig. SPÖGemeinderäte dürfen hingegen auch außerhalb der Amtsstunden im Gemeindeamt ein- und ausgehen. Selbst die Vorbereitung zur GR-Sitzung wird fast unmöglich gemacht, da die Einsicht zu den Tagesordnungspunkten für „SPÖ-fremde“ nur zu den spärlichen Amtsstunden ermöglicht wird. Selbst zwei Tage vor der GR-Sitzung fehlen noch viele Unterlagen und auch die Beschlussanträge sind noch nicht formuliert.

Gratwein-Straßengel braucht eine starke Bürgerliste für eine Gemeinde ohne Freunderlwirtschaft, mit einer modernen, freundlichen und kompetenten Gemeindeverwaltung - und einen Bürgermeister, der sein Handwerk versteht.

Für uns hat Machtmissbrauch in der heutigen Zeit keinen Platz mehr. Wir werden zur nächsten Gemeinderatswahl 2020 wieder antreten, das ist ein Versprechen.

Ihr Christian Strobl, Gemeinderat und Obmann des Prüfungsausschusses


Des Bürgermeisters neues Gemeindeamt Die Mehrheit aus SPÖ und Grünen wird dieses Wahnsinnsprojekt umsetzen, die anderen Fraktionen werden es nicht mehr verhindern können. Wir werden aber die politische Verantwortung dafür aufzeigen und versuchen weiteren Schaden für die Gemeinde zu verhindern. Das Zustandekommen könnte abenteuerlicher nicht sein. Ein Bürgermeister und sein Lieblingsarchitekt planen im Alleingang die Sanierung der Volksschule, die Sanierung und Erweiterung des Gemeindeamts und der MZH sowie den Neubau des Musikheims. Die vom Land beauftragte Bedarfsstudie (Oktober 2014) wurde noch im politischen Büro des ehem. LH Voves initiiert, wohl mit der Absicht, im Zuge der damals bevorstehenden Gemeindefusion eine weitere sozialdemokratische Bausünde zum Nachteil der SteuerzahlerInnen aber zur Freude der Bauwirtschaft umzusetzen. Die Notwendigkeit des Neubaus der Volksschule und des dadurch erforderlichen Neubaus des Musikheimes ist bei allen Fraktionen unbestritten. Bei der Frage des Standortes bzw. der Notwendigkeit eines gemeinsames Verwaltungsgebäudes, des Restaurants und der Mehrzweckhalle gibt es jedoch sehr unterschiedliche Vorstellungen. Eine Diskussion darüber wurde vom Bürgermeister zu keinem Zeitpunkt zugelassen. „Ich habe die Mehrheit, und fertig.“ - ein echter „Sozialdemokrat“. Es ist sehr verwunderlich, wie die Gratweiner SPÖ-Gemeinderäte dem Niedergang des eigenen Ortsteiles zustimmen konnten. Sie trifft damit ein großer Teil der Verantwortung, da Gratwein damit weiter entvölkert und seiner Identität beraubt wird. Dieses Bauvorhaben (7,3 Mio. EUR) wird mittels des relativ neuen Generalübernehmerverfahrens durchgeführt. Die Auswahl dieses Verfahrens kam im zuständigen Fachausschuss lediglich mit den Stimmen der SPÖ und nach Empfehlung des Bürgermeisters zustande. Er selbst informierte sich aber erst eine Woche danach über dieses Vergabeverfahren. Das durchaus berechtigte Misstrauen der restlichen Fraktionen gegenüber diesem Verfahren erklärt sich durch die lehrreichen Erfahrungen bei der Vergabe der Gewerke zum Umbau der Volkschule, welche im Prüfungsausschuss „ordentlich zerlegt“ wurde. Würde der gesamte Gemeinderat (am besten mit großer Mehrheit) die Rahmenbedingungen gemeinsam mit dem Generalübernehmer vereinbaren, gäbe es wahrscheinlich kein Problem. Aber: mit einem „loyalen“ Generalübernehmer, einem „loyalen“ Architektenteam und „loyalen“ Planern könnte der Bürgermeister - an den offiziellen Gemeindegremien und der Opposition vorbei - Einfluss auf die Vergabe der Gewerke nehmen. Das Bundesvergabegesetz findet keine Anwendung, eine Kontrolle durch die Prüfungsorgane der Gemeinde ist nicht mehr möglich. Zu hinterfragen ist auch der Einfluss des Bürgermeisters bei der Vergabe von Wohnungen diverser Wohnbauträger. Hier gibt es mehrere interessante Zufälle.


Hochwasser, Feuerwehr und Flächenwidmung Bei jedem stärkeren Regenguss zittern die Einwohner der Ortsteile Judendorf, Gratwein und Eisbach. Die Starkregenereignisse 2016 haben ganz klar gezeigt, dass akuter Handlungsbedarf beststeht, den klimatischen Veränderungen mit baulichen Maßnahmen entgegenzuwirken. Versäumnisse in Raumplanung und Flächenwidmung sowie unzureichende Abwasserkanäle, verstopfte Bachläufe, verschlammte Sickerbecken und Rückhaltebecken im „Durchzugsmodus“ haben ebenfalls dazu beigetragen, unzählige Keller überfluten zu lassen. Interessant ist, dass es bereits seit vielen Jahren fertige Studien (DI Kaiser) über bauliche Maßnahmen gibt, die vor allem die am stärksten betroffenen Gebiete (Hundsdorf, Rötz, Straßenglerfeld) geschützt hätten. Diese Maßnahmen wurden von den damaligen Bürgermeistern jedoch nicht umgesetzt. Für Bgm. Mulle sind jetzt aber die anderen schuld, seien es die Bauern mit ihren „viel zu schweren Traktoren“ oder die Grundstückseigentümer, die nur ihr Hab und Gut vor den Flutwellen zu schützen versuchen. Unseren Feuerwehren ist zu verdanken, dass hier Schlimmeres verhindert wurde.

Wir haben aber jedoch kein Verständnis dafür, dass die Feuerwehr ihre Sandsäcke nicht befüllen konnte, da sie beim ASZ vor verschlossenen Toren stand und bei einem Scheunenbrand vom direkt davor liegenden Hydranten kein Wasser geliefert wurde. Das Sicherstellen der Löschwasserversorgung ist Aufgabe der Gemeinde. Auch die Pflege der Bachläufe, der Sickerbecken und Rückhaltebecken fällt in das Aufgabengebiet der Gemeinde. Hier gibt es noch viel zu tun. Ein Anfang wäre, wenn jeder wüsste, was er zu tun hätte. Unglaublich sind die Erzählungen von Gemeindebürgern, denen mit Gericht gedroht wurde, da sie nicht bereit waren, die Sanierung einer Wasserleitung über ihr Grundstück abkürzen zu lassen. Über 130 Widmungswünsche zum neuen Flächenwidmungsplan 1.0 sind im Gemeindeamt eingegangen. Wie es scheint, hat der Bürgermeister hier voreilig auch schon einige Zusagen getätigt. Stolz ist er auf mehrere fertige Bebauungspläne von Wohnbauträgern, wobei sich die Grundstücke noch nicht einmal in deren Eigentum befinden und auch nicht die entsprechende Widmung vorweisen. Vorsicht, das örtliche Entwicklungskonzept und der Flächenwidmungsplan benötigen eine 2/3 Mehrheit im Gemeinderat! Wir werden hier besonders genau hinsehen. Eine weitere Verdichtung ohne Entwicklung der Infrastruktur und Entschärfung der Hochwassersituation wird es mit uns nicht geben. Auch bei Grundstücksspekulationen im großen Stil werden wir unser kleines, aber vielleicht wichtiges Veto einlegen. Willkommen ist eine sanfte Entwicklung von Gewerbeflächen und Bauland.


Gemeindefusion ungeschminkt - Verwaltungschaos

Welches Einsparungspotential sich Voves und Schützenhöfer bei der Gemeindestrukturreform auch immer erhofft hatten, die Realität in Gratwein-Straßengel sieht völlig anders aus. Die Anzahl der Dienstpostenplanstellen hat sich um mehr als 14% erhöht, die Anzahl des Leihpersonals fast verdoppelt. Einsparungen können damit wohl nicht erreicht werden. Im Gegensatz dazu scheint das Bürgerservice eklatant an Qualität verloren zu haben, was persönliche Erfahrungen, aber auch Beschwerden von Bürgerinnen und Bürgern zeigen. Schlechte Vorbereitung, Streitereien und Eitelkeiten vor der Fusion, EDV-Chaos, fehlende Organisation, ungeklärte Kompetenzen sowie überforderte Schlüsselpositionen sind die Ursachen dieser Misere. Bürgermeister und sein Amtsleiter haben es nicht geschafft eine moderne Verwaltung bereit zu stellen; Sie reden sich darauf aus, dass es unbedingt erforderlich wäre, dass die Bediensteten der Verwaltung alle gemeinsam in einem Haus sitzen müssen. Eine den Anforderungen entsprechende EDV-Infrastruktur würde viele dieser Probleme lösen, deutlich günstiger als jedes neue Gemeindeamt. Hochgradig ärgerlich ist es, wenn Bürgerinnen und Bürger auf ihre Anfragen keine Antworten erhalten, oder Dokumente nicht an die Adressaten (z.B. an alle Gemeinderäte) weitergeleitet, sondern „ausgefiltert“ werden. „Offene“ Türen scheinen oft nur dazu dienen, damit die „Augen und Ohren des Bürgermeisters“ mitbekommen, wer im Gemeindeamt Gratwein ein- und ausgeht. Erst nach einem 2,5 Jahre dauernden EDV-Problemchens war man ab März 2017 in der Lage Rückstände einzumahnen. In manchen Fällen wurde dann aber mit besonderer Härte vorgegangen. So wurden völlig Fremde und deren Arbeitgeber aufgrund von Namensgleichheit mit einer Gehaltsexekution „beglückt“. In einem anderen Fall versuchte man sich sogar ins Grundbuch zu drängen, was eine überzogene und unverhältnismäßige Maßnahme darstellt. Hier werden im Einzelfall unterschiedliche Maßstäbe angesetzt, was selbst einigen SPÖGemeinderäten sauer aufstieß. Das ist keine Kritik an den Mitarbeitern, sehr wohl aber an der Personalpolitik des Bürgermeisters, die einzig darauf abzielt, seine „Vertrauten“ in verantwortungsvolle Jobs zu hieven oder dort zu halten.


Bonität hui, aber ...

Erheiternd ist das (Eigen)-Lob hinsichtlich der nahezu perfekten Bonität der Marktgemeinde. Mit der Bonität kann man sich leider gar nichts kaufen. - Sie ist ein Gradmesser für die finanzielle Leistungsfähigkeit einer Gemeinde, aber kein Gradmesser dafür, ob eine Gemeinde gut geführt wird - oder auch nicht. Die Rechnung wird bekanntlich unter dem Strich gemacht, und ist erst dann ernsthaft glaubwürdig, wenn man viele weitere Faktoren berücksichtigt: Zustand der Straßen und des Kanalsystems, Ortsbild, Ortsentwicklung, Hochwasserschutz, Zustand der öffentlichen Einrichtungen, sozialer Wohnbau, Pflegeeinrichtungen, usw. Im Jahr 2015 musste der Bürgermeister aufgrund des provisorischen Budgets fast über das ganze Jahr mit äußerster Sparsamkeit wirtschaften. So wurden im Jahr 2015 immerhin 5,2 Mio EUR im ordentlichen Haushalt bzw. im außerordentlichen Haushalt 5,7 Mio EUR weniger als geplant ausgegeben. Das zeigt die Bandbreite des Möglichen. - Man kann auf vieles geplantes verzichten und damit ein gutes Ergebnis einfahren. Kein Verständnis hatten wir für Bürgermeister Mulle, der über seine ehemaligen Amtskollegen in Gratwein und Eisbach „hergezogen“ ist, da sie noch nicht ausfinanzierte Projekte in die Fusionsgemeinde mitgebracht haben. Vielleicht sollte man auch die Rechnung anstellen, was Bgm. Mulle im letzten Jahrzehnt in Judendorf alles vernachlässigt hat. Der Finanzierungsbedarf dieser „nun dringend erforderlichen“ Vorhaben macht auf alle Fälle ein Vielfaches davon aus.

Die Ertragsanteile des Bundes sind - wie von der Bürgerliste richtig vorhergesagt - mittlerweile wieder gesunken und werden den für 2017 budgetierten Betrag auch nicht erreichen. Wir fordern einen Bürgermeister und einen Amtsleiter, die die Schlüsselpositionen nach fachlicher Qualifikation und sozialen Kompetenzen aussuchen und besetzen. Das Hinzuziehen von Experten ist bei der Organisationsentwicklung, EDV-Konsolidierung, Mitarbeiterschulung und motivation dringend erforderlich. Eine Erhöhung des Kommunalsteueraufkommens durch gezielte Standortförderung der Wirtschaft erhöht die finanzielle Leistungsfähigkeit der Gemeinde, wodurch zukünftige Projekte mit Leichtigkeit finanziert werden können.


Aus dem Prüfungsausschusses Der Prüfungsausschuss hat die Aufgabe die finanzielle Gebarung der Gemeinde und derer marktbestimmender Betriebe sowie die Einhaltung der Gesetze zu prüfen. In 15 Sitzungen im Jahr 2016 und aktuell 8 Sitzungen im Jahr 2017 versuchen die prüfungswilligen Gemeinderäte (FPÖ, ÖVP und Bürgerliste) diese wichtige Aufgabe gewissenhaft wahrzunehmen, während es für SPÖ und Grüne nur eine lästige Pflicht zu sein scheint. - Die Gemeinderäte von SPÖ und Grünen würden den Prüfungssauschuss am liebsten abschaffen oder in einen „Vertrauensausschuss“ umwandeln, da Vertrauen für sie anscheinend ausreicht. Die Unwilligkeit einiger SPÖ-Gemeinderäte geht sogar soweit, dass sie Sitzungen laufend stören oder gleich ausziehen, wenn ihnen gewisse Themen nicht passen. Bürgermeister Mulle wurde wiederholt aufgefordert, „seine“ Gemeinderäte auf ihre Pflichten hinzuweisen und im Wiederholungsfall die Sitzungsgelder zu streichen. Leider dürfte auch er selbst erhebliches Interesse daran haben, gewisse Prüfungen zu unterbinden, sodass die geforderte Zurechtweisung seiner Gemeinderäte bis dato ausblieb. Auch die Rolle des Obmann-Stellvertreters Gernot Papst ist sehr zu hinterfragen. Mit Anträgen Prüfungen von der Tagesordnung zu nehmen oder den Prüfungsumfang einzuschränken, macht er bei der Opposition keine Pluspunkte. Laut einschlägiger Fachliteratur (Jantschgi/Jantschgi S. 376) zur steiermärkischen Gemeindeordnung besteht der Grundsatz der „Unbeschränktheit der Prüfungsmittel“, die selbst den Einblick in ein Abgabenkonto zulässt. Dies verkennt auch Amtsleiter Konrad komplett, der seine Rolle als Auskunftsperson völlig missinterpretiert, um als „5. Mann der SPÖ“ Einfluss auf den Sitzungsverlauf zu nehmen, indem er Unterlagen anonymisiert oder keinen Einblick gewährt. Im letzten SPÖ-Magazin „Klartext“ wurden dem Obmann GR Strobl paradoxerweise sogar Mehrkosten von über 26.000 EUR für Überstunden der Gemeindebediensteten unterstellt. Um Kosten zu sparen habe ich daher in der letzten GR-Sitzung vom 27.06.2017 den dringlichen Antrag gestellt, den Amtsleiter (als mit Abstand teuerster Bediensteter) von seiner entbehrlichen Anwesenheit bei den Sitzungen abzuberufen und lediglich 2 Mitarbeiter für Beauskunftung und Protokollführung beizuziehen. Eines ist klar: Je mehr und je heftiger die Störaktionen von SPÖ, desto häufiger werden auch die Aufsichtsbeschwerden bei der Gemeindeaufsicht. Man kann alles auf die Spitze treiben! Der Prüfungsausschuss sollte eigentlich kein Platz für politische Auseinandersetzungen sein, leider lässt sich das aber nicht immer verhindern. Mein Bekenntnis und Wille zur Zusammenarbeit gilt gegenüber allen Fraktionen, in allen Ausschüssen und auch im Prüfungsausschuss.

Christian Strobl, Obmann des Prüfungsausschusses.


Aus dem Prüfungsauschuss Ein Auszug von Prüfungsergebnissen und entsprechenden Empfehlungen: Kulturveranstaltung OPUS-Konzert: Abgang von ca. 34.000 EUR, die Anweisung der Rechnungen erfolgte ohne die erforderlichen Beschlüsse. Die Rückstände beliefen sich mit 30.11.2016 auf ca. 700.000 EUR, ca. 300.000 EUR davon noch aus den Altgemeinden. Bürgerbeteiligung: Fr. Vzbgmin Doris Dirnberger wurde zur Sitzung am 16.01.2017 eingeladen, ist auch erschienen, konnte oder wollte zu den Fragen allerdings nicht Stellung nehmen und hat die Sitzung nach ca. 30 Minuten wieder verlassen. Die Firma Adenso hat im Rahmen des Projektes „nachhaltige Sammellogistik“ Leistungen für die Gemeinde Gratwein-Straßengel erbracht, welche in der öGRS vom 17.12.2015 (TOP 15) mehrheitlich beschlossen wurde. Die Projektkosten waren mit ca. 23.000 EUR angesetzt und sollten die “Optimierung der Entsorgungslogistik & Gebührenberechnung“ beinhalten. Bei einer Präsentation der Fa. Adenso wurde von einer Kostenersparnis von 20%, bei Routenoptimierung sogar bis zu 35% gesprochen. Über Gebührenberechnung oder ähnliches war in der Präsentation der Firma Adenso jedoch nichts zu finden. Daher wurde GV Höfer am 16.01.2017 in den Prüfungssauschuss eingeladen, er ist auch erschienen, konnte oder wollte zu den Fragen allerdings nicht Stellung nehmen und hat die Sitzung nach ca. 30 Minuten wieder verlassen. Ein Vergleich von Anmietungen bzw. Vermietungen ergab große Unterschiede bei den Mietkosten pro m². Anmietung des Vereinslokales: ca. 13 EUR/m² Anmietung eines Lagers unterhalb der Markthalle: ca. 11,30 EUR/m² Vermietung des alten Freizeitheims: ca. 1,20 EUR/m² Bei der Prüfung der Vergabe zum Projekt „Volksschule Judendorf-Straßengel – Erweiterung“ gab es viele Beanstandungen: u.a. wurden Akten als vollständig beurteilt, obwohl Unterlagen gefehlt haben, einige Akten wurden nach Beschlussfassung ergänzt und somit nachträglich manipuliert. Daraus folgte die Empfehlung den Mitarbeitern des Bauamtes, allen ausschreibenden und beteiligten Unternehmen auf die Bestimmungen des Bundevergabegesetzes bzw. die Empfehlungen des Rechnungshofes hinzuweisen und auf die strikte Einhaltung vor Vergabe zu prüfen. Bei der Überprüfung von Zahlungseingängen eines Unternehmens mit dem der GR in nichtöffentlicher Sitzung vom 23.03.2017 auf Vorschlag des Bürgermeisters eine Zahlungsvereinbarung geschlossen hatte, wurde festgestellt, dass die monatlichen Beträge für die Monate April und Mai nicht eingegangen sind, die Zahlungsvereinbarung somit hinfällig ist und der gesamte ausstehende Betrag (mehrfach 5stellig) umgehend einzufordern wäre.


Aus dem Gemeinderat - weitere Ausschüsse Umweltausschuss: (Obfrau GRin Greiner) Im Zeitraum 16.01.2017 - 15.02.2017 wurde der Feinstaubgrenzwert für Judendorf 15 mal bzw. in Gratwein 13 mal überschritten. Sogar die Kleine Zeitung hat mehrfach darüber berichtet. Was wurde aus dem ehemaligen Luftkurort? Die Hinweistafeln dafür hat man schon Jahre vor der Gemeindefusion still und heimlich entfernt. Eigentlich müssten die Alarmglocken schrillen, vor allem bei den Grünen und der Obfrau des Umweltausschusses. Letztere schiebt die Verantwortung für die Feinstaubbekämpfung sogar an den Verkehrsausschuss ab.

Die Klimaschutzbeauftragten kommen nur aus Reihen der SPÖ und der Grünen. Vorschläge anderer Fraktionen zu weiteren Maßnahmen im Umweltbereich werden von der Obfrau wortgewaltig vom Tisch gewischt. Völlig ignoriert wird die Bekämpfung des drüsigen Springkrauts, welches in unseren Rückhaltebecken und in Sumpfgebieten ungestört dahinwuchert. Zusammenarbeit: schlecht, Performance: schwach

Anzahl der Sitzungen: (2016: 5, 2017 bis Ende August: 4) Unsere Vorschläge: Entwicklung zur e5-Gemeinde; die Ideen und Vorschläge aller Gemeinderäte ernstnehmen. Fachausschuss für Jugend und Sport: (Obmann GR Papst) In unserem Gemeindegebiet gibt es derzeit 4 „bespielbare“ Fußballplätze, alle jedoch mit erheblichen Einschränkungen. Schlechte Standortwahl, schlechte Planung sind wohl der Grund dafür. Zwei Plätze mit Flutlicht würde allein der SV Gratwein-Straßengel mit seinen zahlreichen Mannschaften benötigen; auch der TUS Rein - sehr erfolgreich in der Oberliga unterwegs würde von adäquaten Trainings- und Wettkampfbedingungen erheblich profitieren. Leider verhindert unser Bürgermeister seit über 7 Jahren die Fertigstellung des Stadions in Judendorf-Straßengel, obwohl die Mittel dafür budgetiert sind. Unterstützt wird er dabei von Obmann GR Papst, der diese Entscheidung zur „Chefsache“ erklärt hat, obwohl derartige Entscheidungen im Gemeinderat zu treffen sind. Unsere Forderung: Fertigstellung der Flutlichtanlage in Judendorf noch in diesem Jahr und Komplettsanierung je eines Fußballplatzes in Gratwein und Eisbach im nächsten Jahr. Mittelfristig soll ein Kunstrasen den Planungsfehler in Judendorf ausmerzen. Es lohnt sich ein Blick nach Frohnleiten oder Hitzendorf, die über Musterbeispiele an Sportanlagen verfügen.


Aus dem Gemeinderat - weitere Ausschüsse Erfreulicherweise sollen acht Spielplätze im Ortsgebiet saniert bzw. neu errichtet werden. Damit wird eine Forderung der Bürgerliste erfüllt, die die katastrophalen Zustände dieser bereits 2015 heftig kritisiert hat. Als Pilotprojekt wird der neue Spielplatz bei der Stiftstaverne dienen, dessen Errichtung sich leider verzögert hat. Nicht zulässig waren die Verhandlung des Obmanns GR Papst mit Grundstückseigentümern wg. der Veräußerung von Grundstücken im Anschlussbereich eines Spielplatzes, da er weder beauftragt wurde, noch als Obmann des Fachausschusses dazu befugt ist. Außerdem sind Umwidmungen Sache des Gemeinderates, der hier mit 2/3-Mehrheit zustimmen muss. Extrem spannend gestaltete sich die Vergabe um das Projekt „WLAN4Gratwein-Straßengel“. Auf der Suche nach einem geeigneten „Sachverständigen“, der die eingegangen Angebote vergleichen und bewerten soll, vertraut man einem Unternehmer, der von einem anderen Unternehmer empfohlen wurde, der wiederum von einem Bekannten des Obmanns empfohlen wurde.

Bereits zum 2. Mal fand heuer das Parksidefestival statt. Auf den ersten Blick eine gute und gelungene Veranstaltung. Ursprünglich war dieses als Musikfestival für Nachwuchsbands gedacht, was durchaus in unserem Sinne war. Bereits im 2. Jahr war aber zu erkennen, dass hier fast nur mehr arrivierte Bands zum Zug kamen. Unsere Vorschläge: Etwas mehr Demokratie bei der Auswahl der Bands und der Lieferanten. Es muss keine One-Man-Show des Obmanns sein. 16.000 EUR sind viel Geld, die man durchaus auf mehrere Veranstaltungen pro Jahr verteilen könnte. Positiv empfinden wir auch die Einführung des Jugendrates, welcher von „beteiligung.st“ betreut wird. Im Auswahlverfahren dazu musste die Bürgerliste (GR Strobl) Vizebürgermeisterin Dirnberger überzeugen, dass der Anbieter, der wesentlich mehr Erfahrung hatte bzw. um ein Vielfaches günstiger war, vielleicht doch die bessere Wahl ist. Leider war bereits vor der Eröffnung der Streetsoccerplatz im Ortsteil Judendorf demoliert und mit Graffitis überseht. Wiederholt gilt hier unsere Forderung nach einem Streetworker, der sich auch um die Belange der über 14jährigen Jugendlichen kümmert. Für die Betreuung und Wartung der neuen Spielplätze wird man auch eine Lösung finden müssen. Zusammenarbeit: mäßig, da Obmann sehr eigensinnig agiert, Performance: gut Anzahl der Sitzungen: (2016: 10 , 2017 bis Ende August: 4)


Aus dem Gemeinderat - weitere Ausschüsse Fachausschuss für Bau- und Raumordnung (Obmann GR Gobald) Im Bauausschuss regieren Bauamtsleiter und Bürgermeister, sofern er ein paar Minuten erübrigen kann. Neben den Bauprojekten, die im Ausschuss nur sehr oberflächlich behandelt werden, sollen örtliches Entwicklungskonzept und Flächenwidmungsplan bis spätestens 2019 erarbeitet werden. Hier fehlt es an Transparenz; man hat den Eindruck, dass der Gemeinderat vor vollendete Tatsachen gestellt werden soll. Zusammenarbeit: schlecht, Performance: schwach. Anzahl der Sitzungen: (2016: 9, 2017 bis Ende August: 4) Fachausschuss für Tourismus und Kultur (Obfrau GRin Auer) Nach dem Abgang von GR Kamedler wurden die Fachausschüsse Tourismus und Kultur zusammengelegt. Das ohnehin mäßige Kulturprogramm hat sich dadurch nicht unbedingt verbessert. Ohne große Diskussionen wird ein fertiges Programm präsentiert, das der Gemeinderat nur noch „absegnen“ darf. Die Förderung eines auswärtigen Unternehmers scheint wichtiger zu sein als die Förderung heimischer Kulturvereine. Schön wäre es, wenn sämtliche Mitglieder bei der Gestaltung des Kulturprogramms ihr Mitspracherecht nutzen dürften. Lobenswert ist, dass die Obfrau unsere Idee für die Errichtung eines Spielplatzes bei der Stiftstaverne nun umsetzt. Teuer wird die Sanierung unseres Teichs (nunmehr eher Tümpel und Hundefreibad). Nach nur 3 Jahren ist eine Generalsanierung erforderlich. Es wurden ca. 5 Tonnen Schotter in den Teich geworfen und damit ca. 500 Wasserpflanzen sowie die gesamte Teichanlage ruiniert. Den Kindern dafür die Schuld zu geben, halten wir für falsch! Unsere Forderung nach einer Absperrung wurde 2015 von SPÖ und Bürgermeister leider ignoriert; man hätte sich hier viel Geld sparen können.

In den letzten beiden Jahren wurden ca. 120.000 EUR von den UnternehmerInnen aus Gratwein-Straßengel an Tourismusabgaben einkassiert. Gegenleistung: Ein Prospekt und ein Malbuch, kostenpflichtig für alle Wirte beim Tourismusverband nachzubestellen. War das alles? Zusammenarbeit: schlecht, Performance: katastrophal. Anzahl der Sitzungen: (2016: 6, 2017 bis Ende August: 7)


Aus dem Gemeinderat - weitere Ausschüsse Fachausschuss für Land-, Jagd- und Forstwirtschaft (Obmann GV Höfer) Nach dem Abgang von GR Steinwender hat GV Höfer die doch etwas bescheidenen Agenden übernommen. Hier wäre durchaus sinnvoll, wenn man diesen Ausschuss mit dem schwer unterbeschäftigen Umweltausschuss zusammenlegen würde. Zusammenarbeit: nicht messbar, Performance: Arbeitsverweigerung Anzahl der Sitzungen: (2016: 3, 2017 bis Ende August: keine) Fachausschuss für Schulen und Kindergärten (Obmann GR Weingrill) Nach dem Abgang von GRin Wagner hat GR Weingrill übernommen. In den letzten Sitzungen waren vor allem Bauthemen vorherrschend. Es gab ja auch ordentlichen Aufholbedarf hinsichtlich Barrierefreiheit und Platzbedarf. Bei diesen beiden Themen hat die Bürgerliste ihre Forderungen durchgesetzt. Am Gemeinderat vorbeigeschleust werden die Informationen aus dem gemeinsamen Schulausschuss, in dem Grüne und Bürgerliste nicht einmal Zuschauer sein dürfen. Schade! Anzahl der Sitzungen: (2016: 4, 2017 bis Ende August: 4) Zusammenarbeit und Performance: wir sind gespannt. Fachausschuss für Soziales Gesundheit Generationen Integration (Obfrau GRin Lercher) Dieser Ausschuss hat stark aufgeholt und zählt sicher zu den Fleißigsten. Man spürt auch einen Hauch an Kooperation, und das tut gut. So soll es ja auch sein. Aufholbedarf gibt es bei unserer Forderung nach einer flächendeckenden Installation von Defibrillatoren und bei der Information über die Tätigkeiten der Integrationsbeauftragten, deren Arbeit am Gemeinderat völlig vorbeigeht. Zusammenarbeit: gut, Performance: gut. Anzahl der Sitzungen: (2016: 7, 2017 bis Ende August: 5) Fachausschuss für für Straßen und Verkehr (Obmann GR Harb) Verkehr ist eines der größten Probleme unserer Marktgemeinde. Mittlerweile hat auch der Bürgermeister eingesehen, dass es ohne Berücksichtigung des Verkehrs keine positive Entwicklung der Gemeinde geben kann. Mit dem Büro Verkehrplus hat man einen ausgezeichneten Partner für die Entwicklung eines übergreifenden Verkehrskonzeptes gefunden. Wir hoffen, dass nicht nur die Vorschläge der Gemeinderäte, sondern auch die Ideen und Vorstellungen der Bürgerinnen und Bürger Platz finden. Verkehr wäre für uns somit ein ideales Thema für Bürgerbeteiligung. Der Zustand der Gemeindestraßen wird leider immer schlechter. Deren Sanierung ist wohl Geheimsache des Bürgermeisters, nicht einmal der Obmann scheint darüber vollinhaltlich informiert zu sein. Zusammenarbeit: sehr gut, Performance: durchschnittlich. Anzahl der Sitzungen: (2016: 4, 2017 bis Ende August: 4)


Aus dem Gemeinderat - weitere Ausschüsse FA für Wasserversorgung, Abwasserentsorgung und Abfallwirtschaft (Obmann GV Höfer) Auch viele Angelegenheiten dieses Ausschusses dürften Geheimsache des Bürgermeisters und ein paar weniger sein. Fast alle Entscheidungen dazu werden im Gemeindevorstand ohne Vorberatung im Fachausschuss getroffen. Die Harmonisierung der Gebühren wird eine große Herausforderung. Vielleicht sollte man irgendwann einmal damit beginnen. Zusammenarbeit: keine, Performance: grenzt an Arbeitsverweigerung Anzahl der Sitzungen: (2016: 2, 2017 bis Ende August: 2) Fachausschuss für Wirtschaft Arbeit und Ortsentwicklung (Obmann GR Köppel) Als unangefochtener Meister der Selbstdarstellung ist der Obmann mit Wirtschaftsmagazin, Unternehmensführer und Newsletter omnipräsent. Im Schlepptau seine Lieblingswerbeagentur, die anscheinend mehr mitzureden hat und wissen darf als die Mitglieder seines Ausschusses. Nun folgt die Organisation seines neuesten Projekts, die Wirtschaftsmesse „Auf geht‘s“, die von 11.-13. Mai 2018 in Gratwein stattfinden soll. Auch hier musste die Bürgerliste eingreifen, um eine faire Vergabe der Planungsleistungen überhaupt erst zu ermöglichen. Wir fragen uns, ob man hinsichtlich der unterdurchschnittlichen Einnahmen aus der Kommunalsteuer nicht völlig andere Ansätze wählen müsste, um den Titel „Goldener Boden“ für die Wirtschaft unserer Gemeinde wirklich zu verdienen. Einwohner

Kommunalsteuer in Mio EUR

pro Kopf in EUR

Gratwein-Straßengel

12914

1,6

126

Gratkorn

7791

5,5

706

+ 7,5 Mio €

Gleisdorf

10278

4,4

431

+ 3,9 Mio €

Weiz

11316

9,3

819

+ 8,9 Mio €

Feldbach

13110

4,9

371

+ 3,2 Mio €

Bruck/Mur

15804

5,9

371

+ 3,2 Mio €

Gössendorf

3837

1,2

313

+ 2,4 Mio €

Kalsdorf

6183

3,3

540

+ 5,3 Mio €

Leibnitz

11630

4,4

382

+ 3,3 Mio €

Gemeinde

Hochgerechnetes „Mehr“

Quelle: Offenerhaushalt.at / Statistik Austria; RA, VA, Einwohnerzahlen 2015-2017; Zahlen gerundet.

Die Einnahmen aus Kommunalsteuer können durch gezielte Maßnahmen erheblich gesteigert werden. Dies wären u.a.: gezielte Standortentwicklung, Schaffung von Gewerbeflächen, Ausbau der Infrastruktur, Breitband, Gründerzentren, Leerstandmanagement von Büroflächen, Gründung eines Gewerbevereins, stärkere Zusammenarbeit mit der Wirtschaftskammer und dem Land Steiermark. Zusammenarbeit: gut, Performance: mäßig. Anzahl der Sitzungen: (2016: 3, 2017 bis Ende August: 7)


Das Boot und das „fliegende“ Trockendock Der Haus- und Hofinstallateur der Gemeinde, zugleich enger Freund des Bürgermeisters, ist ein umtriebiger Mensch und dafür durchaus zu bewundern. Auf der Suche nach einer Freizeitbeschäftigung hat er sich ein Segelboot aus der Adria geholt, um dieses direkt vor dem altem Freizeitheim zu renovieren. Schön, wären da nicht die „bösen“ Nachbarn, die sich über mögliche Lärm- und Staubbelastungen beklagt hatten. Für uns ein Grund eine Anfrage an das Bauamt der Gemeinde zu richten, ob für das darüber errichtete Trockendock nicht eine Baugenehmigung oder Bauanzeige erforderlich wäre. Postwendend kam die hochinteressante Antwort des Bauamtes, dass es sich laut Rechtsbeistands (?) des betroffenen Bauwerbers um ein „Fliegendes Gebäude“ handelte, das Bauamt die Angelegenheit aber weiter prüfen werde. Einige Wochen war dann Ruhe, es wurde nicht mehr an diesem Gebäude gearbeitet. Erheiternd war dann das Gerücht, dass ein wasserrechtliches Verfahren für diesen Bau stattgefunden hat, da sich dieses Bauwerk (offensichtlich doch nicht „fliegend“) im HQ30Überschwemmungsgebiet befindet. Angeblich wurde eine Verankerung des Bootes vorgeschrieben. Die Bauverhandlung hat dann am 17.7.2017 stattgefunden, und bereits am darauffolgenden Wochenende - ohne die Einspruchsfristen und Rechtskraft abzuwarten - wurde wieder eifrig an dem Gebäude gearbeitet. Nachdem es sich hierbei um ein Superädifikat (Bauwerk auf fremden Grund), handelt, und sich das Grundstück im Eigentum der Marktgemeinde GratweinStraßengel befindet, ist dafür lt. steiermärkischer Gemeindeordnung (§70) ein 2/3 Mehrheitsbeschluss des Gemeinderates erforderlich. Diesen Beschluss gibt es aber nicht! Das ganze ist leider kein Faschingsscherz. Wir werden die Vorgänge rund um dieses Bauvorhaben in der nächsten Gemeinderatssitzung zu Sprache bringen und hoffen, dass es sich hier um einen Einzelfall handelt. Baugesetze und Verordnungen sind einzuhalten. Das gilt für alle im gleichen Maße. Von einem Bauamt und dem Bürgermeister erwarten wir kompetente Auskünfte und eine Gleichbehandlung aller Bauwerber. Ihre Meinung richten Sie bitte an: info@gratwein-strassengel.at


Wissenswertes Erfreuliches: Nach einem dringlichen Antrag von GR Strobl der Bürgerliste wurden einige Mitarbeiterinnen aus den Gemeindekindergärten, die über viele Jahre bei einer Personalleasingfirma angestellt waren, in den Gemeindedienst übernommen. Wünschenswert wäre es, wenn dies auch für unsere RaumpflegerInnen geschehen würde. Seit wenigen Tagen erstrahlt die Wallfahrtskirche MariaStraßengel mit neuer LED-Beleuchtung. Die hohen Stromund Wartungskosten gehören damit der Vergangenheit an.

Rund um die Beschaffung der LED-Beleuchtung musste seitens GR Strobl heftig interveniert werden, um eine faire Vergabe überhaupt erst zu ermöglichen. Somit wurden allen Bietern die gleichen Chancen eingeräumt. Danke an Elektrikermeister Thomas Rumpl, der als Bestbieter diesen Auftrag zur Zufriedenheit aller abgewickelt hat. Bei der GR-Sitzung vom 27.06.2017 wurden 14 dringliche Anträge seitens der Opposition eingebracht. Ein deutliches Zeichen an den Bürgermeister und seine SPÖ in den Ausschüssen und im Gemeinderat endlich eine Zusammenarbeit zuzulassen. Jahre dauerte das Bemühen der Bürgerliste dem Bürgermeister klar zu machen, dass es am Kugelberg durch die Gemeindefusion zu doppelten Adressen gekommen ist, was bei Paketzustellungen, Pannendiensten u.ä. zu großen Problemen geführt hat. Selbst im zentralen Melderegister waren mehrere Personen auf der derselben Adresse eingetragen, obwohl sie 2,5 km voneinander entfernt in zwei unterschiedlichen Haushalten gewohnt haben. Hier auch ein Danke an ÖVP und FPÖ, die den Druck entsprechend erhöht haben. Die Lösung war die Zuteilung einer neuen Hausnummer - eine Sache von wenigen Minuten.

Was wurde eigentlich aus … … dem Ärztezentrum in Gratwein? - Leider nichts! Aus dem Prestigeprojekt von Ex-Bgm. Murlasits wurden Anlegerwohnungen.

... der Bebauung der Streuobstwiese? - Vorerst einmal nichts. Bgm. Mulle ruderte nach massiven Bürgerprotesten - auch von unserer Seite - zurück und will die Situation neu beurteilen lassen. Fragwürdig war allerdings sein Umgang mit unserem stillen Protest. Sein plötzliches Verlangen, aus der sonst ungemähten Blumenwiese einen englischen Rasen zu gestalten, zwang ihn unsere Transparente mehrfach entfernen zu lassen. Die Leidtragenden: Bienen und Insekten. Den Grünen danken wir für ihren Einsatz.


Respekt Großen Respekt zollen wir dieses Mal ... … dem TUS Rein für die tolle Aufholjagd und den damit belohnten Verbleib in der Oberliga. … Gerd Weingrill und seinem Team für die hervorragende Organisation des Kinderfußballcamps mit den Trainern von Real Madrid. … dem Tennisclub Judendorf mit ihrem hochinnovativen Projekt „Traglufthalle“, welche in wenigen Wochen eröffnet wird. … dem Verein „Good Vibes“, der die Erträge seiner hervorragenden Veranstaltungen „Strong Man“ und „Straßenglern“ bedürftigen Menschen zukommen lässt. … der Gruppe „Pro.Kids“, die ein tolles Fest für die ganze Familie organisiert hat. … dem Jugendzentrum „ClickIn“ für die Organisation des 14. Social Soccer Cups eine Veranstaltung, die Völker verbindet. … GRin Martina Auer für die hervorragende Organisation des Straßenglerlaufs. … GRin Gertrude Lercher für die Organisation der Muttertagsfeier in der MZH Gratwein. Ein Danke gilt auch allen weiteren Vereinen und Veranstaltern, die wir hier aus Platzgründen nicht nennen können. Von einem aktiven Vereinsleben profitieren alle Bürgerinnen und Bürger. Hier ist die Marktgemeinde Gratwein-Straßengel mit umfangreichen Förderungen und der kostenlosen Bereitstellung von Räumlichkeiten mit Sicherheit Spitzenklasse.


die Bürgerliste Unser Gratwein-Straßengel Seit rund zweieinhalb Jahren kämpft die Bürgerliste „Unser GratweinStraßengel“ für mehr Transparenz, Nachhaltigkeit und Bürgerbeteiligung im Gemeinderat. Und wo wir auch auftauchen, wir werden angesprochen. Bürgerinnen und Bürger teilen mit uns ihre Sorgen aber auch ihren Ärger. Wir nehmen alle Anliegen ernst und tragen sie ins Gemeindeamt, in die entsprechenden Fachausschüsse oder in den Gemeinderat. Besonders freut es uns, dass es ein reges Interesse von Personen aus anderen politischen Bewegungen gibt, sich uns anzuschließen oder Kooperationen mit uns eingehen zu Die Dauerläufer der Bürgerliste: Willy, Christian, Godi, Martin. wollen. Wir sind sehr gespannt, welche neuen Möglichkeiten sich dadurch für die Bürgerliste ergeben.

Wir freuen uns über alle, die bei uns mitmachen wollen. Wer die Zukunft von GratweinStraßengel mitgestalten will, ein Teil einer aktiven Gemeinschaft werden möchte oder auch Ideen für unsere Gemeinde hat – jeder ist herzlichst willkommen! Reden allein ändert nicht viel, anpacken ist die bessere Lösung. Trifft das auf dich zu, dann schreib uns eine Nachricht!

info@gratwein-strassengel.at Ganz ohne finanzielle Mittel kann unsere politische Arbeit leider nicht funktionieren. Du hast keine Zeit dich persönlich einzubringen, willst uns aber mit einer Spende unterstützen? Wir bedanken uns schon an dieser Stelle für jede Unterstützung!

IBAN AT48 3811 2000 0108 7360

für die Bürgerliste Dr. Martin Mohr (Obmann)


Das Herbstfest der Bürgerliste

2. Straßengler

Herbstfest special guest:

Richard Schlögl

Schmankerl

Das Fest für die ganze Familie - Eintritt frei!

Freitag, 15.09.2017 ab 14.00 Uhr Hauptplatz Judendorf-Straßengel Bei Schlechtwetter in der Mehrzweckhalle


einfach nur „Danke“ Wir möchten uns ganz herzlich bei unserer Sabine für ihre tolle Arbeit in den letzten beiden Jahren bedanken. Du warst eine Bereicherung für unser Team und hast uns immer tatkräftig unterstützt. Ein großes Dankeschön gilt unseren Spendern und Gönnern, die uns in den letzten beiden Jahren finanziell unterstützt haben. Für uns ein Zeichen, dass unsere Arbeit geschätzt wird.

Informationspolitik & Transparenz Wir hatten unsere Gemeinde schon soweit, ein Gemeinderatsprotokoll wurde auf der offiziellen Homepage der Gemeinde Gratwein-Straßengel veröffentlicht. Allerdings wurde es gleich danach wieder entfernt. Amtsleiter und Bürgermeister haben es sich wieder anders überlegt, und aus „Datenschutzgründen“ das Protokoll von der Homepage genommen. Das, was Graz kann, kann Gratwein-Straßengel leider nicht. Wir haben daher Protokolle auf unserer Homepage (extern) verlinken lassen:

http://www.gratwein-strassengel.at/aus-dem-gemeinderat/ Für uns ist Transparenz selbstverständlich. Besuchen Sie unsere Homepage, lesen Sie die Gemeinderatsprotokolle und machen sie sich ein Bild über die Entscheidungen des Gemeinderats in Gratwein-Straßengel.

Ausrichtung und Impressum des Magazins Die Bürgerliste UGS steht für Transparenz, Nachhaltigkeit und Bürgerbeteiligung. Besonders wichtig ist für uns, dass die Grundsätze der Gemeindeordnung (Wirtschaftlichkeit, Sparsamkeit und Zweckmäßigkeit) eingehalten werden.

Wir sind uns auch bewusst, dass unsere Kritik nicht allen gefällt, gehen aber gerne in jede konstruktive Diskussion. Wir würden liebend gerne mehr Positives schreiben, aber wir müssen unsere Parteienförderung in die Wahrheit investieren. Redaktionsschluss: 29.08.2017 Redaktionsteam und für den Inhalt verantwortlich: Dipl.-Ing. Dr. Martin Mohr Mag. Eva Mohr GR Ing. Christian Strobl Bahnhofstrasse 2, 8111 Gratwein-Straßengel ZVR: 293316801

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