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PRÄVENTION IST IST NACHHALTIGE NACHHALTIGE PERSONALENTWICKLUNG PERSONALENTWICKLUNG PRÄVENTION

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@ Qualitätskonferenz

Suchtprävention in der Ausbildung

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Suchtprävention in der Ausbildung

Dokumentation derbundesweiten Fachveranstaltung Dokumentation der Qualitätskonferenz 29. - 30. 30. September September2014 2014ininBerlin Berlin


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Qualitätskonferenz Prev WORK @

IMPRESSUM 1. Auflage | Februar 2015 IMPRESSUM Herausgeber: Fachstelle für Suchtprävention Berlin gGmbH 1. Auflage | Februar 2015 Mainzer Straße 23 | 10247 Berlin Telefon: 030 - 29 35 26 15 | Fax: 030 - 29 35 26 16 Herausgeber: E-Mail: info@berlin-suchtpraevention.de Fachstelle für Suchtprävention Berlin gGmbH www.berlin-suchtpraevention.de Chausseestraße 128/129 | 10115 Berlin Telefon: 030 - 29 35 26 15 | Fax: 030 - 29 35 26 16 Die Fachstelle für Suchtprävention Berlin gGmbH ist eine Tochtergesellschaft des E-Mail: info@berlin-suchtpraevention.de Evangelischen Diakonievereins Berlin-Zehlendorf e.V. und wird gefördert durch die www.berlin-suchtpraevention.de Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales in Berlin. Förderer: Förderer: Die Die Qualitätskonferenz Qualitätskonferenz Prev@WORK Prev@WORK und und die die Erstellung Erstellung dieser dieser Dokumentation Dokumentation wurde wurde dankenswerterweise dankenswerterweise fifinanziert nanziert durch durch das das Bundesministerium Bundesministerium für für Gesundheit. Gesundheit. Redaktion: Redaktion: Kerstin Kerstin Jüngling, Jüngling, Anke Anke Schmidt Schmidt und und Juliane Juliane Straub Straub V. V. i.i. S. S. d. d. PP.. Kerstin Kerstin Jüngling Jüngling Gestaltung Gestaltung und und Satz: Satz: Martina Martina Jacob, Jacob, Bettina Bettina Boos Boos Fotos Fotos und und Bildnachweise: Bildnachweise: Alle Alle Bilder, Bilder, sofern sofern nicht nicht gesondert gesondert ausgewiesen, ausgewiesen, sind sind Eigentum Eigentum der der Fachstelle Fachstelle für für Suchtprävention Suchtprävention Berlin Berlin gGmbH. gGmbH.

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Suchtprävention Suchtprävention in in der der Ausbildung Ausbildung


INHALTSVERZEICHNIS

1. Eröffnung 1.1 Come together zur diesjährigen Qualitätskonferenz Prev@WORK ................................................................................................................................. 4 1.2 Grußwort Emine Demirbüken-Wegner, Staatssekretärin für Gesundheit Berlin .................................................................................................................. 6 1.3 Grußwort Peter Lang, Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung ............................................................................................................................. 8 1.4 Moderation Dr. Sandra Dybowski, Bundesministerium für Gesundheit .......................................................................................................................... 11

2. Vorträge 2.1 Qualitätsmerkmale betrieblicher Suchtprävention aus bundesdeutscher und europäischer Sicht Christina Rummel, Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V. ....................................................................................................................................... 12

2.2 Prev@WORK – Suchtprävention der Berufsausbildung: Bilanz der Implementierung in den Bundesländern Anke Schmidt, Fachstelle für Suchtprävention Berlin ................................................................................................................................................... 16

2.3 Erfolgreiche Implementierung von Prev@WORK 2.3.1 In einem Bundesland Helga Meeßen-Hühne, Landesstelle für Suchtfragen im Land Sachsen-Anhalt ....................................................................................................... 22

2.3.2 In einer öffentlichen Verwaltung Karena Tollkühn, Betriebliche Sozialberaterin, und Frank Schubert, Konfliktbeauftragter für Beschäftigte, Bezirksamt Mitte von Berlin ............................... 26

2.3.3 In einem Unternehmen Miriam Lutz, Gesundheits- und Arbeitsschutz und Interne Mitarbeiterberatung, Berliner Wasserbetriebe ..................................................................... 28

2.3.4 In einer Berufsschule Cornelia Pantzer, Schulsozialarbeiterin, und Volker Krause, Kontaktlehrer für Suchtprophylaxe, Ernst-Litfaß-Schule ....................................................... 32

2.4 Belastung besser meistern: Resilienz aufbauen und gesund bleiben Dr. Martina Rummel, Institut für betriebliche Suchtprävention Berlin .............................................................................................................................. 34

3. Qualitätstalk 3.0 „Wo Prev@WORK drauf steht, ist auch Prev@WORK drin!“ Herausforderungen an eine nachhaltige, gute Praxis Dr. Sandra Dybowski diskutiert mit Peter Lang, Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung; Kerstin Jüngling, Fachstelle für Suchtprävention Berlin; Helga Meeßen-Hühne, Landesstelle für Suchtfragen im Land Sachsen-Anhalt und Heidi Kuttler, Villa Schöpflin – Zentrum für Suchtprävention ........................... 40

4. Workshops 4.1 Resilienzförderung im Rahmen betrieblicher Suchtprävention Dr. Martina Rummel, Institut für betriebliche Suchtprävention Berlin; Anke Schmidt, Fachstelle für Suchtprävention Berlin ....................................................... 44

4.2 Fachaustausch über spezifische regionale Bedarfe: Entwicklungsspielräume von Prev@WORK nutzen Helga Meeßen-Hühne, Landesstelle für Suchtfragen im Land Sachsen-Anhalt; Inga Bensieck, Fachstelle für Suchtprävention Berlin .......................................... 46

4.3 Vorteile für Unternehmen kommunizieren Dr. Julia Hapkemeyer, StatEval Berlin; Kerstin Jüngling, Fachstelle für Suchtprävention Berlin ............................................................................................. 48

4.4 Ansätze der betrieblichen Suchtprävention in Nachbarländern Dr. Artur Schroers, Institut für Suchtprävention Wien (ISP); Doris Grauwiler, Perspektive Thurgau ........................................................................................ 52

5. Abschluss 5.1 Vorstellung der Workshop-Ergebnisse im Plenum ............................................................................................................................................. 60 5.2 Evaluationsbericht (Auszug).............................................................................................................................................................................. 62

Anhang Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Qualitätskonferenz Prev@WORK ...................................................................................................................... 64 Zum Programm Prev@WORK .................................................................................................................................................................................. 67

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1. Eröffnung Eröffnung

1.1 Come together zur diesjährigen Qualitätskonferenz Prev@WORK

Der Fehlzeitenreport 2013 des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WidO) belegt, dass problematischer Suchtmittelkonsum auch im betrieblichen Kontext schwerwiegende Folgen hat, z.B. signifikant erhöhte Fehlzeiten. Darüber hinaus stellt Sucht/-gefährdung bei den unter 25-Jährigen das größte Vermittlungshemmnis dar (Bundesagentur für Arbeit 2012). Das Setting Ausbildung eignet sich besonders gut, um Suchtprävention strukturell zu verankern, da ganze Gruppen mit Maßnahmen erreicht werden können. Das Programm „Prev@WORK – Suchtprävention im Ausbildungskontext“ der Fachstelle für Suchtprävention Berlin ist inzwischen in insgesamt zehn Bundesländern implementiert. Die begleitende Evaluation hat sowohl die gute Übertragbarkeit des Programms auf andere Bundesländer und Settings als auch Erfolge bei der Umsetzung der Pilotseminare für Auszubildende, wie z.B. einen signifikanten Wissenszuwachs, belegt. Im Sinne einer nachhaltigen Umsetzung und Verankerung von Prev@WORK hat die Fachstelle für Suchtprävention Trainerinnen und Trainer dieses Programms sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Firmen, der Wissenschaft, der Politik und Verwaltung zur Qualitätskonferenz nach Berlin eingeladen. Ziel war es, den fachlichen Austausch zu fördern und bewährte Implementierungsansätze auf unterschiedlichen Ebenen bzw. in unterschiedlichen Settings vorzustellen, damit „das Rad nicht überall neu erfunden werden muss“ und die Implementierung des Programms auf Basis der Qualitätsstandards erleichtert und befördert wird. Die Qualitätskonferenz, die dankenswerterweise vom Bundesministerium für Gesundheit unterstützt wurde, fand in dem besonderen Berliner Ort „Neue Mälzerei“ statt und eröffnete Raum für Kontakt und Austausch.

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Eröffnung

1.2 Grußwort Emine Demirbüken-Wegner, Staatssekretärin für Gesundheit Berlin

Sehr geehrter Herr Lang (BZgA), sehr geehrte Frau Dr. Dybowski (BMG), sehr geehrte Frau Jüngling, meine sehr geehrten Damen und Herren, liebe Gäste, es ist davon auszugehen, dass nicht alle Tage ein Suchtpräventionskongress in diesem schönen alten Backsteingebäude stattfindet, das einmal zu einer Brauerei gehörte. Deshalb vermute ich, dass Frau Jüngling diese Örtlichkeit mit einem besonderen Augenzwinkern für die zweitägige Beratung ausgesucht hat, zu der ich die besten Grüße des Berliner Senats überbringe und Sie alle sehr herzlich willkommen heiße. Meine Damen und Herren, in Ihrer Tagung werden Sie sich unter kundiger Moderation von Frau Dr. Dybowski darüber austauschen, ob und wie es gelungen ist, das Programm Prev@WORK im Bereich der Ausbildung erfolgreich umzusetzen. Das begrüße ich sehr, denn dem aktuellen Drogenbericht (2014) ist zu entnehmen, dass gerade im Bereich der jungen Erwachsenen keine Entwarnung gegeben werden kann. Gerade die Gruppe der 18- bis 29-Jährigen stellen eine besondere Herausforderung dar, denn bundesweit sind 36% der Frauen und 54% der Männer von einem riskanten Suchtmittelkonsum betroffen. Auch in Berlin haben wir nach dem 2014 veröffentlichten Epidemiologischem Suchtsurvey ein Problem: 68% der 18- bis 24jährigen Berlinerinnen und Berliner hatten in den letzten 30 Tagen

vor der Befragung Bier getrunken – zum Teil neben anderen alkoholischen Getränken. Der Anteil der jungen Menschen die sich in den letzten 30 Tagen mindestens einmal in den Rausch trank, ist in der gleichen Altersgruppe von 33,9% auf 43,2% gestiegen. Diese Zahlen beunruhigen mich als Gesundheitspolitikerin sehr und ganz sicher auch Sie als Präventionsfachkräfte oder als für die Ausbildung junger Menschen Verantwortliche, denn die Auswirkungen sind nur allzu gut bekannt: Problematischer Suchtmittelkonsum ist das größte Hemmnis bei der Arbeitsvermittlung bei den unter 25-Jährigen, er führt im betrieblichen Kontext zu signifikant höheren Fehlzeiten und Unfällen und er verursacht in vielen Fällen den vorzeitigen Abbruch von Ausbildungsverhältnissen. All diese Tatsachen machen deutlich, wie wichtig suchtpräventive Maßnahmen für die Zielgruppe der jungen Erwachsenen sind. Und da im Ausbildungskontext ein großer Teil dieser Altersgruppe mit Erfolg erreicht werden kann, werden gerade die Erfahrungen aus Ihrer Arbeit und die Empfehlungen aus diesem Kongress besonders wertvoll und wichtig für die weitere Präventionsarbeit auf diesem Gebiet sein. Meine Damen und Herren, ich will nicht schließen, ohne ein paar Worte über die Erfolgsgeschichte des Projektes Prev@WORK gesagt zu haben; denn es macht stolz, dass gerade unsere Fachstelle einen großen Anteil daran hat:

Ein gefüllter Saal zur diesjährigen Qualitätskonferenz Prev@WORK in der neuen Mälzerei

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„Gerade die Erfahrungen aus Ihrer Arbeit und die Empfehlungen aus diesem Kongress werden besonders wertvoll und wichtig für die weitere Präventionsarbeit sein.“ Emine Demirbüken-Wegner – Staatssekretärin für Gesundheit Berlin

Angefangen hat es 2006 mit einer Anfrage des damaligen Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung bei der Fachstelle für Suchtprävention in Berlin mit der Bitte um Unterstützung bei der Durchführung suchtpräventiver Maßnahmen für die Auszubildenden des Ministeriums. Damals wurde Prev@WORK von der Fachstelle konzipiert und mit den Azubis des Bundesministeriums erprobt. Wegen der außerordentlich positiven Resonanz durch die Ausbilderinnen und Ausbilder und die Azubis wurde Prev@WORK von 2011 bis 2012 als Bundesmodellprojekt gefördert und evaluiert. Daran waren 10 Bundesländer beteiligt. Nach Ende der Modellförderung konnte das Projekt Dank finanzieller Unterstützung durch die AOK und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung weitergeführt werden. Mittlerweile gibt es bundesweit 219 ausgebildete Prev@WORKTrainerinnen bzw. -Trainer und das Programm konnte in verschiedenen Ausbildungssettings – wie Berufsschulen, Großbetrieben, Verwaltungen und Universitäten – mit Erfolg implementiert werden. Jetzt ist es an der Zeit, die Qualität der Arbeit näher zu betrachten, um zu erfahren, ob die erwarteten Wirkungen auch eingetreten sind.

EMINE DEMIRBÜKEN-WEGNER Staatssekretärin für Gesundheit Berlin

Vor diesem Hintergrund werden Sie sich heute und morgen gegenseitig auf den neuesten Stand des Wissens über die Qualität betrieblicher Suchtprävention bringen sowie sich über Ihre Erfahrungen bei der Implementierung von Prev@WORK in den verschiedenen Settings austauschen. Dabei werden sicherlich erfolgreiche Strategien vorgestellt sowie hemmende und fördernde Bedingungen und Strukturen diskutiert werden. Auf die Ergebnisse dieser Diskussion bin ich sehr gespannt. Der Fachstelle danke ich für die Organisation der Qualitätskonferenz und dem Bundesministerium für Gesundheit für die finanzielle Unterstützung. Ihnen allen wünsche ich zwei informative Konferenztage, interessante Gespräche sowie viele Anregungen für die weitere Arbeit mit dem Programm Prev@WORK. VIELEN DANK!

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Eröffnung

1.3 Grußwort Peter Lang, Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

Sehr geehrte Frau Staatssekretärin Demirbüken-Wegner, sehr geehrte Frau Jüngling, sehr geehrte Damen und Herren, ich freue mich, Sie zur bundesweiten Prev@WORK Qualitätskonferenz begrüßen zu können. Diese Veranstaltung ist ein weiteres Beispiel der ausgezeichneten Arbeit der Fachstelle für Suchtprävention hier in Berlin. Und mit dieser Feststellung kann ich gleich zu Beginn dieser Konferenz aufrichtig bekennen, dass ich die Arbeit der Fachstelle aufgrund der hohen Qualität der Durchführung ihrer Projekte mit großem Interesse verfolge. Von daher bin ich hier auch sehr gerne mit dabei, wenn heute und morgen die Gelegenheit besteht, dass wir uns ausführlich und aus verschiedenen Länderperspektiven über unterschiedliche Implementierungsansätze von Prev@WORK Suchtprävention in der Ausbildung auszutauschen können. Und dabei insbesondere über Qualitätsstandards diskutieren, um so einen Beitrag dazu zu leisten, dass Prev@WORK auch künftig als „Marke“ für eine qualitätsgesicherte Suchtprävention in der Ausbildung bestehen bleibt. Denn voller Anerkennung ist festzustellen, dass sich Prev@WORK bereits als Qualitätsmarke in der Präventionslandschaft in Deutschland etabliert hat. Aber es ist zu wünschen, dass das Programm auf noch breitere Akzeptanz stößt und möglichst flächendeckend umgesetzt wird.

Meine Damen und Herren, die Lebenswelt Betrieb und Ausbildungsstätte eignet sich – ähnlich wie die Lebenswelt Schulen – in besonderem Maße für die Umsetzung suchtpräventiver Maßnahmen. Denn hier können junge Menschen unmittelbar in ihrer Lebenswelt erreicht und zu einer kritischen Auseinandersetzung mit dem Thema Suchtmittelkonsum angeregt werden, noch bevor sich schädliche Konsummuster oder gar eine Abhängigkeit manifestieren. Wir wissen, dass Suchtprävention dann besonders erfolgreich und wirksam ist, wenn es gelingt, Risikofaktoren, die eine Suchtentstehung begünstigen, zu reduzieren und Schutzfaktoren, wie z.B. soziale, kognitive und emotionale Kompetenzen, ein gutes Betriebsklima oder stabile Beziehungen zu stärken. Betriebe und Ausbildungsstätten bieten auf individueller, sowie auf struktureller Ebene, vielfältige Möglichkeiten dazu, dies zu erreichen. Der große Vorteil von Interventionen in Lebenswelten liegt darin, dass sich die präventiven Maßnahmen und Interventionen nicht nur auf die Individuen richten, die in ihnen leben, sondern die Veränderung der Lebenswelten selbst zum Ziel der Interventionen wird, um so nachhaltigere Effekte zu erzielen. Aufgrund des häufig hohen Zeitanteils, der in der Lebenswelt Betrieb und Ausbildungsstätte verbracht wird, ist hier ein vorrangiges Interventionsfeld zu sehen. Für eine betriebliche Suchtprävention spricht darüber hinaus nicht nur die gute Erreichbarkeit der Zielgruppe der jungen Erwachsenen im Kontext der Ausbildung, sondern auch die Notwendigkeit von Intervention in diesem Lebensabschnitt. Denn der Übergang von der allgemeinbildende Schule zur beruflichen Ausbildung ist von psychosozialen Herausforderung gekennzeichnet: so z.B. Auszug aus dem Elternhaus, geringe soziale Unterstützung oder auch niedriger ökonomischer Status. Eine vor wenigen Tagen vom IFT-Nord in Kiel veröffentlichte Studie, die im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit durchgeführt wurde, um die Verbreitung des Substanzkonsums unter Auszubildenden an beruflichen Schulen zu untersuchen, zeigt das hohe Maß an Suchtmittelgebrauch unter Auszubildenden. Von den ca. 5.700 befragten Auszubildenden aus 34 Schulen des dualen Systems und 15 beruflichen Schulen des

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„Voller Anerkennung ist festzustellen, dass sich Prev@WORK bereits als Qualitätsmarke in der Präventionslandschaft in Deutschland etabliert hat.“ Peter Lang – Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

Sozial-/Gesundheitswesens in Deutschland gaben in der Altersgruppe der 18- bis 25-Jährigen 41% täglichen Tabakkonsum an. Das ist mehr als doppelt so hoch wie in der bundesweiten Drogenaffinitätsstudie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung für diese Altersgruppe. 45% der Befragten weisen einen riskanten Alkoholkonsum auf - ähnlich hoch wie in der Drogenaffinitätsstudie. Der Cannabis-Konsum ist bei den Auszubildenden mit einer 30-Tage-Prävalenz von 8,5% deutlich höher als der Prozentanteil von 5,4% in unserer BZgA Studie für die Allgemeinbevölkerung in diesem Lebensalter. Zu den problematischen Folgen gehören hohe Fehlzeiten oder Ausbildungsversagen, verminderte Produktqualität, nicht mehr gewährleistete Arbeitssicherheit und erhöhte Unfallgefahr. So ist zu vermuten, dass etwa ein Drittel aller Arbeitsunfälle auf Alkoholund Drogenmissbrauch zurückzuführen ist. Damit verlangt die Fürsorgepflicht des Arbeitgebers eine Auseinandersetzung mit den Themen Missbrauch und Abhängigkeit sowie mit Ansätzen und Maßnahmen zur Prävention. Wobei allerdings nicht zu übersehen ist, dass das Ansprechen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auf eine vermutete Abhängigkeitsproblematik kein einfaches Unterfangen ist. Hier ist Schulung und Weiterbildung erforderlich. Wie Martina Rummel vom Institut für betriebliche Suchtprävention herausgestellt hat, erscheint es dabei sinnvoll, auf Interventionskonzepten aufzubauen, „die sich nicht auf Suchtmittelgebrauch fixieren, aber die bereits für dieses Themenfeld aufgebauten Strukturen und Arbeitsansätze nutzen und weiter entwickeln“. Die Vermittlung klarer Regeln und das Formulieren von Positivstandards, das heißt das Herausstellen der Erfordernisse von Nüchternheit bzw. des nüchternes Arbeitens gegenüber z.B. reinen „Alkoholverboten“ sind dabei wichtige Grundelemente. Hier setzt das Programm Prev@WORK an. Um effektiv und wirkungsvoll zu sein, ist die Einbindung von Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern eine unabdingbare Voraussetzung: Prävention von Suchtmittelgebrauch und süchtigen Verhaltensweisen im betrieblichen Kontext ist Chefsache. Dies allein reicht aber nicht aus: Zusätzlich sind Fortbildungen der Ausbilder und Leh-

PETER LANG Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

renden sowie Seminarprogramme für die Auszubildenden zentrale Module von Prev@WORK, um die breit gefächerten Ziele in den Bereichen der universellen, selektiven und indizierten Prävention zu erreichen. Ein solch anspruchsvolles Programm zu entwickeln und erfolgreich umzusetzen, erfordert einen ‚langen Atem‘. Auch dies lässt sich am bisherigen Projektverlauf sehr gut nachzeichnen. In 2006 begann die Erstellung des Kurzkonzepts „Suchtprävention in der Berufsausbildung“ initiiert durch die Haupt-Jugend- und Auszubildendenvertretung (HJAV) im Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung. In den Jahren 2009/2010 erfolgte die Fertigstellung des Anwenderhandbuchs für Prev@WORK. Heute, 8 Jahre später, können wir auch auf ein erfolgreiches Bundesmodellprojekt zur Übertragbarkeit des Programms – gefördert durch das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) – zurückblicken. Sowie auf einen umfangreichen Verstetigungsprozess,

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1.3 Eröffnung

der durch weitere Partner wie die AOK und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung unterstützt wurde. Aufgrund des innovativen und ganzheitlichen Ansatzes des Programms und der sehr guten Evaluationsergebnisse, die eine hohe Qualität und Nachhaltigkeit des Konzeptes belegen, hat sich die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung gerne dazu bereit erklärt, durch die Finanzierung weiterer Trainermanuale den weiteren Verstetigungsprozess zu unterstützen. Inzwischen wurden insgesamt 169 Prev@WORK-Trainerinnen und Trainer ausgebildet; über 1.500 Auszubildende haben den Präventionsseminaren teilgenommen. Ein ausgezeichneter Erfolg! Vor diesem Hintergrund verwundert es auch nicht, dass das Programm Prev@WORK auf europäischer Ebene als gutes Praxisbeispiel in der betrieblichen Suchtprävention im „Good practice report and compilation of case studies des EWA-Projektes – European Workplace and Alcohol“ der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen Anerkennung findet. Mit diesen Erfolgen im Rücken ist es jetzt notwendig, sich auf ein breites Anwendungsfeld insbesondere der Klein- und Mittelbetriebe zu richten, die üblicherweise von Präventionsmaßnahmen weniger gut erreicht werden. Da liegt noch viel Arbeit vor uns! Die überwiegende Mehrheit der Unternehmen – 99,3% im Jahr 2011 – sind kleine und mittlere Unternehmen. Etwa 60% der 41,5 Millionen Erwerbstätigen in Deutschland in 2012 arbeiteten in Kleinstunternehmen (18%) oder in kleinen (22%) bzw. mittleren (20%) Unternehmen. Im Jahr 2012 befanden sich 1,43 Millionen Frauen und Männer in beruflicher Ausbildung. Vor diesem Hintergrund ist das Potenzial, das Betriebe und Ausbildungsstätten besitzen, wenn es darum geht, junge Menschen dabei zu unterstützen, verantwortungsvoll mit Suchtmitteln umzugehen und gesunde Verhaltensweisen zu entwickeln, nicht hoch genug einzuschätzen. Ein Potenzial, darin stimmen Sie sicher mit mir überein, dass längst noch nicht ausgeschöpft ist. Aber lassen Sie uns die vor uns liegenden Aufgaben mit den Erfahrungen aus dem Programm Prev@WORK beherzt angehen. Es zeigt sich deutlich, dass vernetzte, aufeinander aufbauende

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Präventions- und Interventionsprogramme die Aussicht auf Erfolg erheblich steigern können und Akzeptanz in den Betrieben finden – auch wenn dies natürlich zeitliche und personelle Ressourcen erfordert. Zum Schluss möchte ich noch einmal sehr herzlich der Fachstelle für Suchtprävention Berlin – und hier insbesondere Ihnen, Frau Jüngling – für die fachlich-inhaltliche Vorbereitung, Planung und Organisation der Qualitätskonferenz mit Ihrem Team danken. Ein Dank geht auch an alle heute aktiv Mitwirkenden, an die Referentinnen und Referenten und an die Moderation. Auf Ihre Beiträge, auf die Anregungen zu Diskussionen sind wir gespannt! Und schließlich auch ein Dank an Sie alle: Als Praktikerinnen und Praktiker vor Ort, die in den unterschiedlichen Arbeitsbereichen, sei es als Präventionsfachkräfte, als Beschäftigte in Betrieben oder als Beschäftigte in Berufsbildenden Schulen oder im Bereich der Berufsorientierung das Programm Prev@WORK – aktiv und engagiert umsetzen. Durch Ihre Teilnahme an der heutigen Konferenz und den gemeinsamen Erfahrungsaustausch leisten Sie einen wertvollen Beitrag zu einer nachhaltigen Umsetzung und Verankerung von Prev@WORK. In diesem Sinne wünsche ich uns eine anregende, lebendige und ergebnisreiche Qualitätskonferenz, die uns viele neue Impulse für die weitere gemeinsame Arbeit am Thema bietet. VIELEN DANK!


Eröffnung

1.4 Moderation Dr. Sandra Dybowski, Bundesministerium für Gesundheit

Dr. Sandra Dybowski, Bundesministerium für Gesundheit, hat „Prev@WORK – Suchtprävention in der Ausbildung“ quasi „mit aus der Taufe gehoben“: sie hat die Erprobung des Programms im Rahmen eines Bundesmodellprojekts fachlich begleitet und stand auch hier bereits mit fachkundigem Rat zur Seite. Nicht nur wegen ihres Fachwissens sondern aufgrund ihrer Kompetenz in der Moderation haben wir uns sehr gefreut, dass sie sich bereit erklärt hat, diese bundesweite Tagung zu moderieren. Dr. Dybowski hat es verstanden, dem Expertinnen- und Expertenaustausch Leichtigkeit und eine offene und gleichzeitig zielstrebige Arbeitsatmosphäre zu geben. Sie hat zentrale Ergebnisse auf den Punkt gebracht, den Qualitätstalk „Wo Prev@WORK drauf steht, ist auch Prev@WORK drin“ kreativ geleitet und mit Humor die Einhaltung der Zeiten „überwacht“. Wir danken Dr. Dybowski an dieser Stelle sehr herzlich. DR. SANDRA DYBOWSKI

Das Konzept dieser bundesweiten Qualitätskonferenz Prev@ WORK hat das Bundesministerium für Gesundheit als förderungswürdig beurteilt – wir bedanken uns an dieser Stelle ebenfalls für die Unterstützung!

Bundesministerium für Gesundheit

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Vorträge

2.1 Qualitätsmerkmale betrieblicher Suchtprävention aus bundesdeutscher und europäischer Sicht Christina Rummel, Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V.

Auf der Grundlage des EU-Projekts „EWA – European Workplace and Alcohol“ werden die umfangreichen Erfahrungen und Handlungsempfehlungen für eine nachhaltig wirksame betriebliche Suchtprävention berichtet. Fragen, die in diesem Zusammenhang Relevanz haben sind z.B.: Welche Standards zeichnen gute Praxis aus? Wie könnte oder sollte eine Wirksamkeitsmessung erfolgen? Was können wir konkret von anderen Ländern lernen?

ARBEITSPHASEN DES EWA-PROJEKTES

Erhebung guter Praxis

Pilotintervention

¢ ¢ ¢ ¢ ¢ ¢

Projekt EWA Hindernisse Vorteile-Nachteile Erfahrungen der deutschen Pilotbetriebe Handlungsempfehlungen Weiterführende Informationen

„Werkzeugkoffer“ und Anwendung der Ergebnisse

Piloten des EWA – Projektes in Deutschland

„EWA-European Workspace and Alcohol“ (2011-2013) ¢ Beteiligung von 11 europäischen Ländern ¢ Finanzierung durch die Europäische Kommission und gefördert durch das Bundesministerium für Gesundheit aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages ¢ Gesamtleitung durch Generalitat de Catalunya ¢ Nationale Leitung durch die DHS

¢ ¢ ¢ ¢ ¢

Das Theater Bremen Der Forst Brandenburg Landesbetrieb Die Salzgitter AG (Stahl und Technologie) Die Stadt Köln Das Kulturzentrum E-Werk Erlangen

Pilotinterventionen des EWA-Projektes ¢ Vorher-/Nachher-Befragung (persönliche Einstellung zum Thema Alkohol etc.) ¢ Maßnahmen unterschiedlicher Art, zum Beispiel Materialdistribution, die Überarbeitung der Betriebsvereinbarung, Mitarbeiter- und Führungskräfteschulung, Durchführung von Gesundheitstagen und Kurzinterventionen

Hindernisse in der Umsetzung

Dr. Sandra Dybowski moderiert die Fragen der Teilnehmenden an Christina Rummel

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¢ Sucht ist ein Tabu! Aber es geht nicht nur um Sucht, sondern auch um riskanten Konsum bzw. riskante Verhaltensweisen ¢ Die Ressourcen Zeit, Geld und Motivation des Personals müssen vorhanden sein ¢ Die eigenen Regeln der „Unternehmenskultur“ sind zu beachten: jede Branche hat ihre eigenen Regeln ¢ Die Bürokratischen Hürden sind zu meistern, wie z.B. Datenschutz bei den Befragungen der Mitarbeitenden ¢ Die Dienstplanung (z.B. „Schichtbetrieb“) erschwert die Teilnahme an Angeboten ¢ Die Frage, ob die Teilnahme an Angeboten fakultativ oder obligatorisch sein soll, ist entscheidend

QUELLE: DHS

Analyse der Effektivität

Agenda:


„Suchtprävention sollte integraler Bestandteil des betrieblichen Gesundheitsmanagements sein.“ Christina Rummel – Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V.

Nachteile der Auswirkungen von Alkoholkonsum auf die Arbeitswelt ¢ ¢ ¢ ¢ ¢

Absentismus (häufigere und längere Fehlzeiten) Präsentismus erhöht die Unfallgefahr Gefährdung und Belastung Dritter Verringerte Produktivität Insgesamt entstehen in Deutschland jährlich 26,7 Mrd. Euro alkoholbezogene Kosten

Vorteile der betrieblichen Suchtprävention für Beschäftigte und Unternehmen ¢ ¢ ¢ ¢ ¢ ¢

Bessere Gesundheit und Wohlbefinden Höhere Sicherheit Höhere Produktivität und geringere Kosten Gutes Arbeitsklima Positive Auswirkungen auf das Ansehen des Unternehmens „Return on Prevent“ (ROP) im Verhältnis von 1 zu 2,2 (je investiertem Euro können Unternehmen mit einem potenziellen ökonomischen Erfolg in Höhe von 2,20 Euro rechnen)*

CHRISTINA RUMMEL

* IVSS (2011): Prävention lohnt sich: Kosten und Nutzen von Präventionsmaßnahmen zu Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz für die Unternehmen Vorlage der

Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V.

Betriebsvereinbarung

Betriebsvereinbarung als Grundlage ¢ Qualitätsstandards in der betrieblichen Suchtprävention und Suchthilfe der deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS). Ein Leitfaden für die Praxis. Erhältlich unter www.dhs.de ¢ Kenntnisse der Mitarbeiter über die Vereinbarungen

Bedarfe der Zielgruppe – Beispiel Köln ¢ ¢ ¢ ¢

Feuerwehr: Thema Alkohol und Gewalt in Fußballstadien Presseamt: Thema Kommunikation untereinander Historisches Archiv: Bedarf eines Handlungskonzeptes Zielgruppenspezifische Schulungen, z.B. Prev@WORK

Bewusstsein über Aktivitäten – Beispiel Mitarbeitererhebung „Was oben besprochen wird, kommt unten noch lange nicht an…“ Die dargestellten Auswertungen aus dem EWA-Projekt zeigen, dass kontinuierliche Kommunikation über Sinn und Zweck der Maßnahmen nötig ist.

Hat Ihr Betrieb eine Alkoholpräventionsstrategie? (in %)

Kommunikation – Beispiel Salzgitter Aushang der Ergebnisse der Mitarbeiterbefragung GRAFIK: DHS

Interaktives – Beispiel Bremen und Erlangen ¢ Gesundheitstage, Aktionswoche, Lesung

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2.1 Vorträge

Unterstützung durch Arbeitgeber für Mitarbeiter/innen mit alkoholbezogenen Problemen an (in %)

Auswertung aus dem EWA-Projekt

GRAFIK: DHS

Handlungsempfehlungen – Was ist zu tun? ¢ Grundlegend: Entwicklung von Problembewusstsein und die Prüfung, oder gegebenenfalls Verbesserung der Einführungs- und Umsetzungsstrategie ¢ Erweitert: Kurzintervention, Beratung und Schulungen ¢ Umfassend: strukturierte Programme, gegebenenfalls Vermittlungssysteme sowie MentoringVerfahren vor Ort

MODELL EINES INTEGRIERTEN BETRIEBLICHEN GESUNDHEITSMANAGEMENTS

GRAFIK: DHS

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Förderliche Faktoren

Resümee

¢ Betriebsvereinbarung mit dem Fokus auf ein Hilfeangebot ¢ Arbeitsplätze sollten „alkoholfrei“ sein ¢ Eine Steuerungsgruppe ¢ Vorhandenes Selbstbewusstsein und Interesse bei der Belegschaft und der Leitung ¢ Kommunikation und Partizipation ¢ Maßgeschneiderte Angebote mit einer Mischung aus spezifischen Infos und praktischen Beispielen ¢ Einbezug aller Berufsgruppen und Abteilungen ¢ Eine Mischung aus Verhaltens- und Verhältnisprävention ¢ Rückendeckung des Arbeitgebers und der Vorgesetzten ¢ Vorhandenes BEM – Verfahren ¢ Verankerung ins BMG

¢ Suchtprävention in (großen) Unternehmen hat sich in Deutschland seit 30 Jahren stetig weiterentwickelt ¢ Gut ausgebautes Hilfe- und Unterstützungssystem vorhanden – dies gilt es zu nutzen! ¢ Suchtprävention am Arbeitsplatz ist eine Win-Win-Win-Situation (Individuum – Gesellschaft – Organisation) ¢ Suchtprävention am Arbeitsplatz wirkt

Monitoring/Evaluation ¢ Beurteilung von Verlauf und Wirkungen ¢ Fortschrittsindikatoren, wie zum Beispiel die Anzahl der teilnehmenden Beschäftigten, die Anzahl der Schulungen und die Anzahl der in Kurzinterventionen einbezogenen Beschäftigten ¢ Wirkungsindikatoren, zum Beispiel eine Vorher-/Nachher-Messung von Wissen, Einstellung, Konsumniveau und Bekanntheit der betrieblichen Suchtprävention ¢ EWA – Fragebögen für Beschäftigte und Organisation (zu finden unter www.dhs.de)

Der EWA-„Werkzeugkoffer“ BILD: DHS

Aber… ¢ Verpflichtungen zur Implementation von Programmen/ Konzepten fehlen ¢ Personenabhängigkeit ¢ Wie erreichen wir kleinere Unternehmen? ¢ Eine Veränderung der Alkoholkultur im Betrieb erfordert Ausdauer, Geduld und Kommunikation

Adressen für Informationen: ¢ www.sucht-am-arbeitsplatz.de ¢ www.suchthilfeverzeichnis.de ¢ Hintergrundmaterial unter: www.dhs.de

VIELEN DANK FÜR IHRE AUFMERKSAMKEIT!

Interessantes zum EWA-Projekt ¢ In Deutschland haben sich die Betriebe für das Projekt beworben, in anderen Ländern wurden sie geworben ¢ In Belgien sind Suchtpräventionsprogramme in Betrieben gesetzlich vorgeschrieben ¢ England ist sehr technikaffin – APPs, soziale Medien sowie internetbasierte Maßnahmen sind Normalität ¢ In allen Ländern ist es ein Tabu, über Alkohol im Betrieb zu reden ¢ (Verpflichtende) Alkohol-/Drogentests werden nicht so kritisch gesehen

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Vorträge

2.2 Prev@WORK – Suchtprävention der Berufsausbildung: Bilanz der Implementierung in den Bundesländern Anke Schmidt, Fachstelle für Suchtprävention Berlin

Das Programm Prev@WORK wurde im Rahmen eines Bundesmodellprojektes auf weitere Bundesländer übertragen und befindet sich nun in der Verstetigungsphase. Im Vortrag wurde der aktuelle Stand vorgestellt: Wie viele Trainer/innen gibt es in welchen Bundesländern? Wo werden Seminare nach diesem evaluierten Konzept durchgeführt? In welchen Settings konnte das Programm bislang etabliert werden?

Entstehung des Programms Prev@WORK ¢ 2006: ¢ Beginn der Fachberatung der HJAV des BMVBS (heute BMVDI) zur Implementierung suchtpräventiver Maßnahmen im Ausbildungsbereich ¢ Erstellung des Kurzkonzeptes „Suchtprävention in der Berufsausbildung“ ¢ 2007: Präsentation des Konzeptes in der Sitzung des Hauptpersonalrates des Ministeriums ¢ 2008: ¢ Ergänzung des Arbeitsschutzmanagementsystems der nachgeordneten Behörden des BMVBS um den Baustein „Suchtprävention in der Berufsausbildung“ mit Erlass vom September

¢ Durchführung und Evaluation eines Pilotseminares für Mitglieder der HJAV, Vertreter/innen der Verwaltung und der Koordinierungsstelle Arbeitssicherheit noch im September ¢ Bundesweite Implementierung der Seminare für Auszubildende des BMVBS seit Dezember ¢ 2009/2010: Erstellung eines Anwender-Handbuches im Auftrag des BMVBS ¢ 2011/2012: Bundesmodellprojekt ¢ Überarbeitung und Vervielfältigung des Handbuches ¢ Überprüfung der Übertragbarkeit des Konzeptes ¢ Seit März 2012: Verstetigungsphase ¢ Weitere Trainer/innenschulungen ¢ Nachdruck des aktualisierten Handbuches

Im Bundesmodellprojekt ausgebildete Trainer/innen ¢ Berlin 28, Hamburg 13, Hessen 14, Mecklenburg-Vorpommern 8, Niedersachsen 11, Sachsen 8, Sachsen-Anhalt 2 ¢ Darüber hinaus haben sich jeweils 2 Trainer/innen aus Bayern, Schleswig-Holstein und Thüringen beteiligt ¢ insgesamt 90 Trainer/innen ¢ Evaluationsergebnisse: ¢ Positive Beurteilung des Seminarkonzeptes durch die Trainer/innen hinsichtlich Inhalt und Durchführung ¢ Hohe Akzeptanz und Zufriedenheit sowie signifikanter Wissenszuwachs bei den 245 Auszubildenden in den 19 Pilotseminaren

Verstetigungsphase

Dr. Sandra Dybowski moderiert die Fragen im Anschluss an den Vortrag

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Suchtprävention in der Ausbildung

¢ Fachstelle für Suchtprävention Berlin (FS Berlin): Lenkung, Trainer/innenausbildung, Weiterentwicklung und Qualitätssicherung, Öffentlichkeitsarbeit ¢ Zentrale Fachstellen in den Bundesländern: Strukturelle Implementierung, Abstimmung und Vernetzung mit FS Berlin ¢ Bundesministerium für Gesundheit: Finanzierung von Konferenzen zur „Qualitätssicherung in der betrieblichen Suchtprävention ¢ Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: Verankerung im Bund-Länder-Kooperationskreis und Finanzierung von Handbüchern ¢ AOK Landesverbände: Unterstützung und Finanzierung der Implementierung in (weiteren) Bundesländern


„Es ist uns ein zentrales Anliegen, die Qualitätsstandards von Prev@WORK auf Bundesebene weiter voran zu bringen.“ Anke Schmidt – Fachstelle für Suchtprävention Berlin

Trainer/innenausbildung in der Verstetigungsphase ¢ 7 Seminare ¢ 4 Berlin (finanziert durch die AOK Nordost – Die Gesundheitskasse) ¢ 2 Sachsen-Anhalt (finanziert durch die AOK SachsenAnhalt – Die Gesundheitskasse) ¢ 1 Sachsen (finanziert durch das Sächsische Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz) ¢ Eine weitere Schulung für November 2014 geplant (ausgebucht) ¢ Auch in den kommenden Jahren soll es weitere Trainer/innenseminare geben ¢ Anzahl ausgebildeter Trainer/innen ¢ Berlin 42, Brandenburg 12, Niedersachsen 3, NRW 2, Saarland 2, Sachsen 22, Sachsen-Anhalt 44, Schleswig-Holstein 2 ¢ insgesamt weitere 129 Trainer/innen

Prev@WORK-Trainer/innen insgesamt ANKE SCHMIDT Fachstelle für Suchtprävention Berlin

Im Rahmen der Verstetigung durchgeführte und evaluierte Prev@WORK-Seminare Auszubildende ¢ 68 Seminare ¢ 934 Auszubildende Nicht enthalten sind die 50 Auszubildenden-Seminare, die von der Fachstelle für Suchtprävention Berlin seit März 2012 durchgeführt wurden. Ausbilder Darüber hinaus wurden von den ausgebildeten Prev@WORKTrainer/innen Ausbilderseminare durchgeführt.

GRAFIK: FACHSTELLE FÜR SUCHTPRÄVENTION

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Qualitätskonferenz Prev @WORK

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Suchtprävention in der Ausbildung

17


2.2 Vorträge

DAS KONZEPT

Evaluationsergebnisse beziehen sich auf Grundlagen- und Aufbauseminare für Auszubildende

Prev@WORK

Entscheidungsträger / innen

Strukturelle Verankerung des Programms

Ausbilder / innen bzw. Lehrende

Auszubildende

Fortbildung zu Hintergrundwissen, Vermittlung von Handlungskompetenz

Zielgruppengerechte Präventions- bzw. Frühinterventionsprogramme

GRAFIK: FACHSTELLE FÜR SUCHTPRÄVENTION IM LAND BERLIN (HRSG.) 2011: HANDBUCH PREV@WORK – SUCHTPRÄVENTION IN DER AUSBILDUNG

EVALUATIONSERGEBNISSE GRUNDLAGEN-SEMINARE N = 638

Ich bin mit dem Seminar zufrieden

Die Bearbeitung dieses Themas finde ich wichtig

Alter

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18 Qualitätskonferenz Prev @WORK

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Suchtprävention in der Ausbildung


EVALUATIONSERGEBNISSE AUFBAU-SEMINARE N = 176

Die Trainerinnen haben die Inhalte gut vermittelt

Durch das Seminar habe ich Erkenntnisse dazu gewonnen

Ich bin aufmerksamer meinem Konsum gegenüber

Wenn ich problematischen Suchtmittelkonsum in meinem Umfeld wahrnehme, weiß ich, wie ich reagieren kann

GRAFIKEN: FACHSTELLE FÜR SUCHTPRÄVENTION BERLIN (7)

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Qualitätskonferenz Prev @WORK

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Suchtprävention in der Ausbildung

19


2.2 Vorträge

Was den Auszubildenden besonders gefällt ¢ „abwechslungsreiche Arbeitsmethoden, lockere Gruppenarbeit, verständliches Rüberbringen der Problematik, vertrauensvolle Atmosphäre“ ¢ „Informationen zu sehr vielen Bereichen erhalten, selbst diskutiert, selbst mit sehr vielen verschiedenen Themen auseinandergesetzt, super abwechslungsreich, gut visualisiert“ ¢ „Die interaktive Teilnahme!!!!!!!!!!“ ¢ „Die gute Durchstrukturierung, die abwechslungsreiche Gruppenarbeit und wie auf Fragen bzw. Nachfragen reagiert und geantwortet wurde fand ich besonders gut“ ¢ „Einzelne Punkte zu bewerten ist schwierig, jedoch das Gesamtpaket fand ich gut“

Klassisches Hindernis bei der Installierung von Prev@WORK Der Wunsch nach einem Angebot, das möglichst nichts kostet, praktisch keine Zeit beansprucht und trotzdem sofort und nachhaltig wirkt ¢ So etwas gibt es nicht, denn Veränderungen in Einstellung und Verhalten brauchen Zeit ¢ Umso wichtiger ist es, Qualität aufrechtzuerhalten und bekannt zu machen

Vorstellung des Programms auf Fachtagungen und Konferenzen ¢ Niedersächsische Suchtkonferenz, November 2011 in Hannover ¢ Prev@WORK-Tagung im Rahmen des Bundesmodellprojekts am 23. Januar 2012 in Berlin

Bedürfnisse, die hinter Drogenkonsum stehen: Selbstbewusstsein, Glück, Spaß, Entspannung …

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20 Qualitätskonferenz Prev @WORK

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Suchtprävention in der Ausbildung


¢ Niedersächsische Suchtkonferenz, April 2012 in Hannover ¢ VBG – Branchenforum ÖPNV Hamburg (VerwaltungsBerufsgenossenschaft - gesetzliche Unfallversicherung), Juni 2012 in Hamburg ¢ Fachtagung „Gesundheitsförderliche Arbeitswelten und betriebliche Suchtprävention“ des Ministeriums für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie, November 2012 in Saarbrücken ¢ Alcohol Concern Conference, September 2013 in Wales ¢ Fachveranstaltung für Betriebe und Behörden, September 2013 in Magdeburg ¢ DHS Fachkonferenz Sucht, November 2013 in Essen ¢ Darüber hinaus wurde Prev@WORK vorgestellt (Auszug) ¢ Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, März 2011 ¢ Kreis der Ausbildungsleiter der Bundesbehörden, Mai 2011 ¢ AOK Nordost – Die Gesundheitskasse, Juni 2013 ¢ Internationales Forum Suchtprävention, September 2014

Publikationen in Fachzeitschriften Auszug: ¢ Konturen – Fachzeitschrift zu Sucht und sozialen Fragen, Februar 2011 ¢ Zeitschrift Rausch, Juni 2011 ¢ Infodienst für Gesundheitsförderung, Ausgabe 2/2011 ¢ Good Practice Report des Europäischen EWA-Projektes (European Workplace and Alcohol) ¢ Fehlzeitenreport, September 2013 (Deutschlands renommierte Fachzeitschrift für Personaler) ¢ Im Newsletter sowie auf der Homepage der Fachstelle für Suchtprävention im Land Berlin, März 2013

Fazit: Warum ist die Zielgruppe der Auszubildenden so wichtig? ¢ Tabak-, Alkohol- und Cannabiskonsum unter Kindern und Jugendlichen in den letzten Jahren rückläufig – nicht jedoch bei den jungen Erwachsenen Quelle: Drogen- und Suchtbericht 2014

¢ Die Altersgruppe der 18- bis 20-Jährigen zeigt den höchsten und intensivsten Suchtmittelgebrauch – auch problematische Konsummuster sind hier am weitesten verbreitet Quelle: JDH-Studie – Jugend, Drogen, Hintergründe, Berlin 2014

Neben den persönlichen und sozialen Problemen sind die Folgekosten von riskantem Konsum und Ausbildungsabbrüche unrentabel – nicht nur angesichts der demographischen Entwicklung LASSEN SIE UNS WEITER GEMEINSAM FÜR QUALITATIV HOCHWERTIGE SUCHTPRÄVENTION EINTRETEN!

Herzlichen Dank den Prev@WORK-Trainer/innen für das Vertrauen und die Zusendung der Evaluationsbögen. Ohne diese Bereitschaft, die Qualität „genau unter die Lupe nehmen zu lassen“, wäre das Programm Prev@WORK nicht in diesem Maße erfolgreich.

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Qualitätskonferenz Prev @WORK

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Suchtprävention in der Ausbildung

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Vorträge

2.3.1 Erfolgreiche Implementierung von Prev@WORK in einem Bundesland Helga Meeßen-Hühne, Landesstelle für Suchtfragen im Land Sachsen-Anhalt

Um ein Programm erfolgreich zu implementieren, sollte es strukturell eingebunden werden. Im Vortrag wurde dargestellt, wie dies im Land Sachsen-Anhalt umgesetzt wurde. Dazu zählen sowohl, welche Schritte unternommen und welche Partner einbezogen wurden, als auch wie die Koordination und die praktische Umsetzung realisiert wird. Die gemachten Erfahrungen (Was hat sich bewährt? Welche Schwierigkeiten sind aufgetreten?) helfen, das „Rad nicht immer wieder neu zu erfinden“.

Gliederung ¢ Wo ich herkomme – Rahmenbedingungen: ¢ die LS-LSA in Sachsen-Anhalt ¢ Hauptprobleme im Suchtbereich und ambulante Suchthilfe ¢ Prev@WORK: ¢ Begründung ¢ Projektentwicklung in Sachsen-Anhalt ¢ Herausforderungen und Chancen

Struktur und Vernetzung in alle Felder psychosozialer Arbeit

LIGA – FACHAUSSCHÜSSE:

¢ ARBEITSGRUPPEN:

Altenhilfe und Gesundheit

¢

Migration

¢

Behindertenhilfe

¢

Müttergenesung

¢

Entgelte

¢

Psychosoziale

¢

Kinder- u. Jugendhilfe

Beratung

¢

LAG WfbM

¢

Frauen und Familie

¢

Sozialpolitik und

¢

Freiwilligendienste

soziale Sicherung

¢

LS-LSA

LS-LSA – wer wir sind und was wir machen Wir bündeln Fachwissen … MITGLIEDERVERSAMMLUNG GESUNDHEITSZIEL DES LANDES: „Legale Suchtmittel“

Mitglieder: ¢ Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg ¢ Hochschule Magdeburg-Stendal ¢ Fachhochschule Merseburg ¢ Institut für Abhängigkeitsfragen an der Theologischen Hochschule Friedensau ¢ GAD – Gesellschaft gegen Alkohol und Drogengefahren e.V. ¢ Blaues Kreuz in Deutschland e.V. Landesverband Sachsen-Anhalt ¢ Evangelischer Fachverband für Suchtkrankenhilfe im Diakonischen Werk evangelischer Kirchen in Mitteldeutschland e.V. ¢ Freundeskreis für Suchtkrankenhilfe Landesverband Sachsen-Anhalt e.V. ¢ Kreuzbund-Diözesanverband Magdeburg, Selbsthilfe- u. Helfergemeinschaft für Suchtkranke und Angehörige

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22 Qualitätskonferenz Prev @WORK

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Suchtprävention in der Ausbildung

BEIRAT

GESCHÄFTSSTELLE Referat Suchtprävention Referat Koordination Suchtkrankenhilfe

KOORDINIERUNGSKREIS Referenten/-innen Spitzenverbände LIGA FW

ARBEITSGREMIEN FAK EingliederungsFAK Suchtprävention leistungen FAK Ambulante Beratung AG Sucht und Arbeit und Therapie FAK Selbsthilfe

QUELLE: LS-LSA


„Aufgrund der demographischen Entwicklung werden gesunde Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer immer wertvoller.“ Helga Meeßen-Hühne – Landesstelle für Suchtfragen im Land Sachsen-Anhalt

Handlungsbedarf in Sachsen-Anhalt: Alkohol Gesundheitsziel des Landes: „Legale Suchtmittel“

Krankenhausfälle infolge psychischer und Verhaltensstörungen durch Alkohol (F10) * rohe Quoten, ** altersstandardisierte Quoten, Datenquelle: Krankenhausstatistik des Statistischen Bundesamtes, www.gbe-bund.de

GRAFIK: SCHLAGLICHT GESUNDHEIT SACHSEN-ANHALT NR. 3/2014; ALKOHOL-UPDATE

Suchtberatung bei Konsum illegaler Drogen HELGA MEESSEN-HÜHNE Landesstelle für Suchtfragen im Land Sachsen-Anhalt

Vernetzung der Suchtprävention auf Landesebene in LSA

GRAFIK: LS-LSA

Kapazitäten der Suchtberatung und -prävention ¢ Personalkapazität Suchtberatung: im Bundesvergleich am unteren Ende ¢ Personalkapazität Suchtprävention: Acht Fachkräfte in sieben Landkreisen, auf insgesamt 6,7 Vollzeitstellen (die Hälfte der Landkreise verfügt über keine Suchtpräventions-Fachkräfte)

GRAFIK: LS-LSA

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Qualitätskonferenz Prev @WORK

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Suchtprävention in der Ausbildung

23


2.3 Vorträge

Knappe Personalausstattung braucht Konzentration Konzentration auf Haupt-Problemfelder: Alkohol und Tabak Konzentration auf Arbeit im Verbund: Arbeitskreise vor Ort, Kooperation mit Jugendschutz, Schule, Polizei, Ordnung, Krankenversorgung; regional unterschiedlich Konzentration auf wirksamkeitsüberprüfte Konzepte: „Auf dem Weg zur rauchfreien Schule“, „Be Smart – Don’t Start“, KlarSicht-Parcours zu Alkohol und Tabak, „HaLT – Hart am Limit“, FreD – Frühintervention bei erstauffälligen Drogenkonsumenten, Prev@WORK…) Konzentration auf Suchtpräventionsentwicklung in Settings: Suchtvorbeugung in der Schule, in Einrichtungen der Erziehungshilfe, im KiTa-Bereich

Suchtprävention und Suchtkrankenhilfe – eine Aufgabe für die Arbeitswelt und die Berufsausbildung? – Aber ja!

Prozess der Implementierung von Prev@WORK in Sachsen-Anhalt ¢ 2011: Projektprüfung, „Test“-Ausbildung ¢ 2012: Gemeinsam mit AOK SAN ¢ Trainerausbildung LSA ¢ Schulung AOK-Mitarbeitende ¢ Fachgespräch: ¢ Ministerium für Arbeit und Soziales ¢ Kultusministerium Sachsen-Anhalt ¢ Landesschulamt ¢ Industrie- und Handelskammer (IHK) ¢ Handwerkskammer (HWK) ¢ Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbände Sachsen-Anhalt e.V. ¢ Landesprüfungsamt für Gesundheitsberufe ¢ 2013: Gemeinsamer Fachtag mit ersten Erfahrungsberichten ¢ 2014: Zweiter Zertifizierungslehrgang ¢ 2015: Fachtagung Betriebliche Suchtprävention in KMU

KLIENTEN AN SUCHTBERATUNGSSTELLEN IN SACHSEN-ANHALT 2012

Alter bei Betreuungsbeginn

Alter bei Störungsbeginn

GRAFIKEN: DSHS LSA; AUSZUG U. BEARBEITUNG: LS-LSA (2)

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24 Qualitätskonferenz Prev @WORK

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Suchtprävention in der Ausbildung


Einsätze in Sachsen-Anhalt Derzeitiger Stand: ¢ 45 TrainerInnen ausgebildet: Fachstellen für Suchtprävention, Berufsbildende Schulen/Schulsozialarbeit, Bildungsträger ¢ 20 inaktiv (Arbeitsfeldwechsel, Fehlplatzierung) ¢ Derzeit 6 initiativ: Fachstellen für Suchtprävention regelmäßige Reflektion im Facharbeitskreis Suchtprävention ¢ Seit Mitte 2013 insgesamt 13 evaluierte Einsätze

Prev@WORK: Herausforderungen Durchführende Fachkräfte: jung, weiblich, projektfinanziert… Koordinierung: Make ends meet…, Thema muss sichtbar sein Nachschulung ständig notwendig Implementierung schwieriger, wenn betriebliche SP (noch) nicht vorhanden ¢ Schwierigkeiten bei der Einnahme von Drittmitteln ¢ ¢ ¢ ¢

Helga Meeßen-Hühne beantwortet Fragen aus dem Publikum

Prev@WORK: Chancen ¢ ¢ ¢ ¢ ¢

Manualgestützt und wirksamkeitsgeprüft Motivierende Wirkung auch für TrainerInnen! Fokussierung, auch bei Bildungsträgern Eintrittskarte für Betriebliche Suchtprävention Einfache Implementierung, wenn betriebliche Suchtprävention bereits vorhanden

VIELEN DANK FÜR IHRE AUFMERKSAMKEIT!

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Qualitätskonferenz Prev @WORK

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Suchtprävention in der Ausbildung

25


Vorträge

2.3.2 Erfolgreiche Implementierung von Prev@WORK in einer öffentlichen Verwaltung Karena Tollkühn, Betriebliche Sozialberaterin und Frank Schubert, Konfliktbeauftragter für Beschäftigte, Bezirksamt Mitte von Berlin

Die Schritte, die zur Implementierung eines Programms in einer öffentlichen Verwaltung gegangen werden müssen, sind die eine – die Umsetzung eines Suchtpräventionsprogramms als Nicht-Präventionsfachkraft eine weitere Herausforderung. Es wurde berichtet, welche Schwierigkeiten dabei aufgetreten sind und wie sie gelöst wurden.

¢ Vorstellung in der Steuerungsrunde (Amtsleiter/innenrunde) im August 2012 ¢ Vorstellung in der Sitzung der Jugendausbildungsvertretung (JAV)

Weitere Vorbereitungen Interesse und Motivation für das Projekt ¢ Betriebliche Sozialberatung ¢ Austausch mit den kollegialen Beraterinnen und Beratern ¢ Bestandteil von Sozialarbeit

Partnerfindung und Tandembildung ¢ Ansprache des betrieblichen Konfliktbeauftragten ¢ Austausch über zukünftige Bedeutung hinsichtlich der kommenden Arbeit

Ausbildung zum Prev@WORK Trainer/in ¢ 2 Tage Grundlagenseminar im August 2011 ¢ 1 Tag Zusatzseminar im Januar 2012

Thematik an den Arbeitgeber herantragen ¢ Flyer/Informationsblatt erstellt, für den Entscheidungsträger, die Ausbildungsleitung, Ausbilder/innen und Ausbildungsverantwortliche ¢ Info-Veranstaltung für Ausbildungsleitung und -verantwortliche ¢ Vorstellung im Ausschuss für Gesundheitsmanagement (AGM)

¢ Planung der Seminare für Ausbildungsleitung, Ausbilder/innen und Ausbildungsverantwortliche (Interne Dienste, Führungskräfte) ¢ Planung der Seminare für die Auszubildenden

Umsetzung Veranstaltungen mit Ausbildungsleitung, Ausbilder/innen und Ausbildungsverantwortlichen: ¢ Informationsveranstaltungen (2 Stunden) am 3.5.12 und 19.6.12 ¢ Tagesseminar am 7.11.12 ¢ Auswertungsseminar am 3.12.13, nach durchgeführten Grundlagenseminaren

Grundlagenseminare mit Azubis aus verschiedenen Bereichen und gemischten Jahrgängen, 1./2./3. Ausbildungsjahr: ¢ ¢ ¢ ¢ ¢

Garten und Landschaftsbau Fachkraft für Bürokommunikation Medizinische Assistenzberufe 21./22.3.2013 mit 19 Teilnehmer/innen 11.4./18.4.2013 mit 16 Teilnehmer/innen

Angeregte Diskussion unter Moderation von Dr. Sandra Dybowski mit Frank Schubert und Karena Tollkühn und dem Plenum

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26 Qualitätskonferenz Prev @WORK

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Suchtprävention in der Ausbildung


„Um klar zu sehen, genügt oft ein Wechsel der Blickrichtung.“ Antoine de Saint-Exupéry

Grundlagenseminare mit Azubis aus artverwandten Bereichen und nur das 1. Ausbildungsjahr ¢ 17./18.2.2014, 11 Teilnehmer (GaLaBau) ¢ 15./16.5.2014, 11 Teilnehmer (Bereiche: Bibliothek, Medizinische Assistenz, Bürokommunikation)

Positive Erfahrungen ¢ Sensibilisierung der Teilnehmenden, Interesse für das Thema wurde geweckt ¢ Wahrnehmung unserer Tätigkeit als interne/r Berater/in ¢ Erhöhung der Früherkennung suchtgefährdender Verhaltensweisen, z.B. Suchttreppe

Neue Erkenntnisse Rechtliche Erkenntnisse, z.B.: ¢ rechtliche Relevanz von Drogenbesitz und -konsum ¢ im Straßenverkehr ¢ hinsichtlich des Führerscheins

KARENA TOLLKÜHN UND FRANK SCHUBERT Bezirksamt Mitte von Berlin

Positives Feedback von Azubis ¢ ¢ ¢ ¢

Methoden Gruppenarbeit und Plenumsaustausch Film „Crash“ Rauschbrillenparcours Einladung einer Suchtberaterin

Die Bearbeitung dieses Themas finde ich wichtig

Schwierigkeiten im Prozessverlauf ¢ Organisationsprobleme aufgrund unterschiedlicher Praxisund Schulzeiten ¢ Teilnehmer/innen fühlten sich teilweise von den Vorträgen gelangweilt ¢ Umgang mit adoleszenten Verhaltensweisen (Sprüche, Anmache, Handy…) ¢ Eigene Findung für Tandemarbeit, Konkurrenzen

Fazit Es lohnt sich, Prev@WORK in eine Institution (und auch als Tandem) zu implementieren. Es ist ein Entwicklungsprozess, der einer wiederholten Organisations- und Reflexionsarbeit bedarf. Es sollte als mittelbis langfristiges Projekt betrachtet werden, wodurch die Ausbildungsund Personalentwicklungskultur wichtige Veränderungsimpulse im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements erhält.

Auszug der Auswertung eines Prev@WORK-AuszubildendenSeminares des Bezirksamtes Mitte von Berlin

GRAFIK: FACHSTELLE FÜR SUCHTPRÄVENTION BERLIN

VIELEN DANK FÜR IHR INTERESSE!

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Qualitätskonferenz Prev @WORK

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Suchtprävention in der Ausbildung

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Vorträge

2.3.3 Erfolgreiche Implementierung von Prev@WORK in einem Unternehmen Miriam Lutz, Gesundheits- und Arbeitsschutz und Interne Mitarbeiterberatung, Berliner Wasserbetriebe

In diesem Kurzvortrag wurde vermittelt, wie es gelungen ist, die Führung eines Betriebes für ein komplexes Programm zu gewinnen, wie dieses in die betrieblichen Strukturen eingebettet ist

TRINKWASSERENTSORGUNG*

Wasserverkauf: 193 Mio. m³ 7.900 km Rohrnetz 9 Wasserwerke 700 Brunnen

und umgesetzt wird. Beleuchtet wurde auch die Einbindung von Ausbildern bzw. Personen mit Personalverantwortung in die betriebliche Suchtprävention

ABWASSERENTSORGUNG*

WIRTSCHAFTLICHE KENNZIFFERN*

Reinigungsleistung: 240 Mio. m³ 9.700 km Kanalnetz 1.170 km Druckleitungen 6 Klärwerke 157 Pumpwerke

1,1 Mrd. Euro Umsatz 117 Mio. Euro Jahresüberschuss 264 Mio. Euro Investitionen 6 Mrd. Euro Anlagevermögen 4.490 Beschäftigte

Berliner Wasserbetriebe in Zahlen (*Zahlen des Geschäftsjahres 2013)

Gesellschafter:

(100%)

BERLINWASSER HOLDING

REGULIERTES GESCHÄFT

WETTBEWERBSGESCHÄFT

Gesellschaften der Berlinwasser Gruppe

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28 Qualitätskonferenz Prev @WORK

QUELLEN: BERLINER WASSERBETRIEBE (2)

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Suchtprävention in der Ausbildung


„Die Bearbeitung dieses Themas finde ich wichtig.“ * *sagten über 90% der Auszubildenden

„Man lernt vor allem etwas fürs Leben, denn es geht hierbei nicht um die Ausbildung zu dem bestimmten Beruf, sondern auch ein Stück weit ums Erwachsenwerden. Klasse, dass es sowas gibt!“ * *Kommentar einer Auszubildenden zur Fachangestellten für Medien und Informationsdienste zum Präventionsangebot

NACHHALTIGE PERSONALPOLITIK IN ZAHLEN

Mitarbeiter/-innen

4.490*

Personenjahre

3.874*

Einstellungen

78*

Frauen in HE

50%*

Teilzeitquote

36,8%*

Azubis

288*

Ausbildungsquote

7,4*

Ausbildungsberufe

21*

MIRIAM LUTZ *Zahlen des Jahres 2013

QUELLE: BERLINER WASSERBETRIEBE

Berliner Wasserbetriebe

Nachhaltige Personalpolitik

Diversity als Chance

¢ Inklusionspreis 2013 würdigt Engagement zur Integration von schwerbehinderten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ¢ Branchenübergreifend vorbildliche Teilzeitquote (Work-Life-Balance) ¢ Betriebliches Gesundheitsmanagement mit Exzellenz-Siegel des Corporate Health Award ausgezeichnet ¢ Seit 2014: Ausbildung und Beschäftigung der ehemaligen Azubis wieder bei den BWB ¢ Auszeichnung mit dem Qualitätssiegel „Exzellentes Bildungs- und Talentmanagement 2014“ des Deutschen Bildungspreises ¢ Neue Personalinstrumente unterstützen den Personalumbau und -abbau sozialverträglich

Mehrwert Berlin ¢ Integrationsprojekt zur Ausbildung von Jugendlichen mit Startschwierigkeiten ¢ Einstiegsqualifizierung zur Erlangung der Ausbildungsfähigkeit ¢ Ausbildungsvertrag für 3 Praktikanten/-innen zum 01.09.2013 Berlin braucht DICH ¢ Steigerung der Quoten von Azubis mit Migrationshintergrund ¢ Durchführung von Schnupperpraktika und von aufeinander aufbauenden Betriebspraktika bei den Berliner Wasserbetriebe ¢ Synergieeffekte durch Erfahrungsaustausch mit weiteren Teilnehmern der Initiative enter technik ¢ 12-monatiges Technisches Jahr, das in jeweils 3-monatige Praktika aufgeteilt ist ¢ 8 Praktikantinnen in 2013 ¢ 2 Ausbildungsverträge zum 01.09.2014

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Qualitätskonferenz Prev @WORK

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Suchtprävention in der Ausbildung

29


2.3 Vorträge

Positiv bewertet wurde auch die abwechslungsreiche Arbeit in Gruppen sowie der hohe Praxisbezug.

Ausbildung in Zahlen

Auswertung der Prev@WORK-Seminare

400 344 321 298

300

288

279

216 187

200

184

190

182

179

157 137

138 119

106

100

0

89

78

31.12.2010

31.12.2011

kaufmännische Azubis

31.12.2012

31.12.2013

technische Azubis

31.08.2014

vorauss. 31.12.2014

88 Teilnehmer/innen (29 weiblich, 59 männlich) 16-28 Jahre (Schwerpunkt 50% 18-21 Jahre) 6 Termine in 2013 Trainer/innen wurden in einer Inhouse-Schulung als Prev@WORK-Trainer/innen ausgebildet und kaufmännische Azubis sich zusammen aus technische setzen Azubis Azubis Gesamt ¢ Ausbilder/innen ¢ Interne Mitarbeiterberatung ¢ Kollegiale Berater/innen ¢ ¢ ¢ ¢

Die Bearbeitung dieses Themas finde ich wichtig

Azubis Gesamt

60

Prävention für Auszubildende

50

¢ Entwicklung eines Präventionskonzeptes durch den Vorstand beauftragt ¢ Durchführung seit dem Ausbildungsjahr 2012 ¢ verpflichtender Bestandteil der Ausbildung ¢ Präventionsseminare erstrecken sich über gesamten Ausbildungszeitraum ¢ Mischung interne und externe Trainer/innen ¢ einmal im Jahr ein Reflexionsseminar für die Ausbilder/innen

40 30 20 10 0

nein

eher nein

eher ja

Auszug der Auswertung eines Prev@WORK-Auszubildenden-Seminares

e = externe Trainer/innen

Übersicht der Präventionsthemen

ja

i = interne Trainer/innen

GRAFIKEN: BERLINER WASSERBETRIEBE (3)

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30 Qualitätskonferenz Prev @WORK

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Suchtprävention in der Ausbildung


„Durch das Seminar habe ich dazugelernt“

6,8

21,9

35,6 nein eher nein

35,6

eher ja ja

Dr. Sandra Dybowski und Miriam Lutz in der Diskussion

2,7 6,8 9,6

„Ich bin mit dem Seminar zufrieden”

39,7 21,9

35,6 nein

35,6

47,9

eher nein eher ja ja

QUELLE: BERLINER WASSERBETRIEBE (2)

VIELEN DANK FÜR IHR INTERESSE!

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Qualitätskonferenz Prev @WORK

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Suchtprävention in der Ausbildung

31


Vorträge

2.3.4 Erfolgreiche Implementierung von Prev@WORK in einer Berufsschule Cornelia Pantzer, Schulsozialarbeiterin und Volker Krause, Kontaktlehrer für Suchtprophylaxe, Ernst-Litfaß-Schule, Oberstufenzentrum Druck- und Medientechnik

Berufsbildende Schulen haben unterschiedliche Bildungsgänge. Lassen sich Suchtpäventionsseminare in allen Bereichen ansiedeln? Wie wurde die Implementierung von Prev@WORK konzeptionell angegangen und welche Erfahrungen wurden in der Kooperation mit den Betrieben gemacht? Das Oberstufenzentrum blickt inzwischen auf eine mehrjährige Erfahrung in der Umsetzung von Präventionsseminaren durch eigene Trainer/innen zurück.

Unsere Schule ¢ 80 Lehrer, 1.461 Schüler ¢ 831 Schüler in schulischen Bildungsgängen ¢ 488 in der Berufsvorbereitung bis zur Berufsoberschule – mit den Schulabschlüssen Berufsbildungsreife bis Abitur ¢ 343 Schüler in vollschulischen Bildungsgängen (11 Klassen) – Assistent/in für Medientechnik und Geovisualisierung inklusive Fachabitur ¢ 630 Berufsschüler für die Ausbildungsberufe: Drucker, Mediengestalter, Buchbinder, Verpackungsmitteltechnologen und Fotografen ¢ 30 Teilnehmer an der Weiterbildung zum Techniker

Wie arbeiten wir momentan mit Prev@WORK? ¢ seit 2011 gibt es Prev@WORK-Seminare an unserer Schule ¢ pro Schuljahr 8 Seminare (Grundlagen- oder Aufbauseminar) ¢ Wir betrachten im Rahmen des Prev@WORK-Konzeptes die Schulleitung der Ernst-Litfaß-Schule als Betriebsleitung und unsere Lehrer als Ausbilder

Gute Stimmung bei der Fragerunde

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32 Qualitätskonferenz Prev @WORK

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Suchtprävention in der Ausbildung

¢ Kollegen werden regelmäßig Fortbildungsseminare und Veranstaltungen zum Thema Suchtprävention angeboten ¢ 5 ausgebildete Prev@WORK-Trainer sind an unserer Schule

Unterstützung der Schulleitung durch: ¢ personelle Ressourcen (Unterrichtsfreistellungen und Ermäßigungen) ¢ Räumlichkeiten ¢ Seminarmaterialien ¢ regelmäßige Treffen der Prev@WORK-Trainer zum Austausch untereinander sowie zu Fragen der Organisationsund Perspektivausrichtung der Gruppe

Wie wurde das erreicht? ¢ seit 2010: konventioneller fachlicher Austausch zwischen Kontaktlehrer und Sozialpädagogin ¢ September 2011: Ausbildung zum Trainer für Prev@WORK, um konkret Suchtprävention mit Auszubildenden durchzuführen ¢ Oktober 2011: Planung der Umsetzung in der Ernst-Litfaß-Schule ¢ Ende Oktober/ Anfang November 2011: ¢ Vorstellungsrunden und Überzeugungsarbeit in den Gremien der Schule ¢ positive Resonanz und Entscheidung der Schule, Bereitstellung von Ressourcen (Lehrerstunden, Raumnutzung, Unterrichtsausfall, Verbrauchsmaterial/ Moderationsutensilien)


„Unterm Strich kommt mehr für Sie raus.“ Cornelia Pantzer und Volker Krause – Ernst-Litfaß-Schule

¢ ¢ ¢ ¢

¢

¢ Terminierung der Seminare in den vollschulischen Ausbildungsgängen 19./20. Dezember 2011: erstes Grundlagenseminar 2012: Kontakte zu den Klassenlehrern und Fachlehrern inkl. Fortbildungsangebot September 2012 und 2013: drei weitere Kolleginnen absolvierten die Ausbildung zur Trainerin für Prev@WORK Februar 2012: ¢ Implementierung in duale Ausbildungsgänge ¢ Konkrete Planung für die Durchführung eines Seminares für Auszubildende sowie eine Fortbildung für Ausbilder, die im Juni 2012 stattfinden sollten ¢ Informationen beim Ausbilderabend, Anschreiben für Ausbildungsbetriebe („Unterm Strich kommt mehr für Sie raus“) sowie telefonische Kontakte Mai 2012: wegen mangelnder Resonanz und Interesses wurden Anstrengungen in Richtung der Ausbildungsbetriebe eingestellt

Welche Perspektive gibt es? ¢ Team von fünf Trainern organisieren und vollführen die Seminare in den schulischen Ausbildungsklassen ¢ Fortbildungen für Lehrerkollegium mindestens einmal jährlich ¢ Regelmäßiger Austausch und Weiterentwicklung ¢ Bestandteil des Lehrplanes der schulischen Ausbildungsgänge (erst nach erfolgreicher Teilnahme und Zertifikat kann der Bildungsgang abgeschlossen werden) ¢ Vor dem Hintergrund der bisherigen Erfahrungen erneute Implementierung in die duale Berufsausbildung

CORNELIA PANTZER UND VOLKER KRAUSE Ernst-Litfaß-Schule, Oberstufenzentrum Druck- und Medientechnik

¢ Räumlichkeiten und Seminarmaterial sollte von der Schule selbst bereitgestellt werden ¢ SozialarbeiterIn der Schule sollte in die Gruppe integriert werden

VIELEN DANK FÜR IHRE AUFMERKSAMKEIT!

Was muss beachtet werden bei einer Implementierung in ein OSZ? ¢ Überzeugung der Abteilungs- und Schulleitung von Sinnhaftigkeit und Nachhaltigkeit des Prev@WORK-Konzepts ¢ Schaffung ausreichender Ressourcen für feste und ganzheitliche Implementierung ¢ Regelmäßige Treffen, um das Konzept von Prev@WORK immer an die Gegebenheiten der Schule anzupassen und weiterzuentwickeln

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Qualitätskonferenz Prev @WORK

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Suchtprävention in der Ausbildung

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Vorträge

2.4 Belastung besser meistern: Resilienz aufbauen und gesund bleiben Dr. Martina Rummel, Institut für betriebliche Suchtprävention Berlin

Eine sich zunehmend verdichtende Arbeitswelt mit steigenden Anforderungen, verbunden mit unsicheren, zeitlich befristeten Arbeitsverhältnissen, führen zu einem Anstieg von „Burn Out“ und „innerer Kündigung“. Dennoch schaffen es einige Menschen besser als andere, trotz Stress und Krisen gesund zu bleiben. Das Resilienzkonzept beschäftigt sich mit der Frage, wie psychische Widerstandskraft entsteht und wie sie gefördert bzw. trainiert werden kann.

Wie wird man ein Stehaufmännchen?

Arbeitswelt im Wandel

Von der Pathogenese zur Salutogenese

¢ ¢ ¢ ¢ ¢ ¢ ¢

Sich rasch wandelnde Umgebung Optionsvielfalt Wenig Vorhersagemöglichkeiten Direkte Steuerung und Kontrolle ist nicht mehr möglich Steigende Unsicherheit Steigende Anforderungen an die Anpassungsfähigkeit Menschen stabilisieren in der Instabilität

Menschen wirken aufeinander als „Arbeitsbedingung“ – nicht nur die Führung ¢ … sich selbst „sozialverträglich“ machen! ¢ … den Bedarf für Führung und Zusammenarbeit treffen ¢ … sich für gute Arbeitsbedingungen und ein gutes Klima einsetzen

Sofort mit dem Üben beginnen: ¢ 1. Keinen Ärger über Unwesentliches (z.B. über die Farbe der Präsentation, oder dass da nicht auch Stehauf-Frauchen steht…) ¢ 2. Beste Absichten unterstellen (z.B. meine) ¢ 3. Unbedingt von dieser Veranstaltung profitieren (unabhängig vom Unterhaltungswert)

¢ Was macht uns krank? (Traditionelle Fragestellung in der Belastungsforschung) ¢ Paradigmenwechsel in den Gesundheitswissenschaften: Wie entsteht und erhält sich Gesundheit? ¢ Zwei hilfreiche Konzepte/Wissensbereiche ¢ Salutogenese: Gesundheitsfördernde Bedingungen ¢ Resilienz: Merkmale der Person Resilienz kann man üben. Sie ist Großteils erlernt – wie „Immunität“. Sie entsteht nicht durch gute Bedingungen, sondern durch die erfolgreiche Bewältigung von Herausforderungen. Volksmund: Dreck macht Speck

Das ist alles andere als einfach.

Resilienz = die Fähigkeit ¢ negative Erfahrungen und Krisen zu meistern ¢ auch unter schwierigen und unsicheren Bedingungen gesund zu bleiben ¢ sich nach Rückschlägen rasch wieder aufzurichten (Begriff aus der Materialforschung: Flexibel belastbares Material, dass sich nach Stress rasch in den Ursprungszustand zurück versetzt)

Resilienz braucht man besonders in schwierigen und instabilen Zeiten. Manchmal kann man die Bedingungen nicht beeinflussen. Zum Beispiel die beruflichen Anforderungen, das Wetter, die Konjunktur, den Arbeitsmarkt oder Schicksalsschläge. Dann kommt es darauf an, damit so umzugehen, dass man es für sich nicht noch schlechter macht als es eh schon ist.

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34 Qualitätskonferenz Prev @WORK

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Suchtprävention in der Ausbildung

Der Vortrag von Dr. Martina Rummel sorgte für einen angeregten Wissenstransfer


„Realisten sehen ihren Anteil, aber erkennen Pech als Pech an. Keine unnötige Selbstpathologisierung“ Dr. Martina Rummel – Institut für betriebliche Suchtprävention Berlin

Sechs Ebenen von Resilienz 1. Wahrnehmung der Umgebung: Was sehe … höre … ich? 2. Verhalten und Gewohnheiten: Was tue … lasse ich? 3. Fähigkeiten/Potenziale: Was kann ich (lernen)? 4. Überzeugungen und Interessen: Was ist richtig, mir wichtig? 5. Rolle und Identität (Position im Feld): Wer bin ich darin? 6. Zugehörigkeit/Feld/Referenzsystem: Mit was/wem bin ich verbunden?

zu 1.: Wahrnehmung der Umgebung Salutogenese: Verstehbarkeit: Orientierung Resilienz: Realismus (nüchterner Blick auf das, was ist) Realismus – Es ist wie es ist – auch ich bin wie ich bin ¢ Realistische Einschätzung der Lage und der eigenen Person ¢ Keine Verharmlosung von Risiken. Plan B haben! ¢ Verzicht auf „Allmachtsphantasien“ ¢ Aber auch keine Dramatisierung ¢ Keine hausgemachte Problemtrance und Katastrophenphantasien … Nehme ich die Realität zur Kenntnis – oder stecke ich den Kopf in den Sand? Weiß ich, dass meine Perspektive begrenzt ist? Oder halte ich meine Sicht für die ganze Wahrheit? Bin ich betriebsblind oder zu optimistisch? Oder erwische ich mich dabei, mir mehr Unglück einzureden als da ist …?

zu 2.: Verhalten und Gewohnheiten Salutogenese: „Gesunde“ Regeln und Angebote Resilienz: Selbstdisziplin für „Gesunde“ Gewohnheiten „Gesunde“ Gewohnheiten – Das Notwendige einfach tun ¢ Kein innerer und äußerer Schlendrian ¢ Selbstkontrolle und Disziplin ¢ Sich „zwingen“- und abholen lassen ¢ Maß halten … und gesunde Routinen ¢ Wer zu faul ist, wird depressiv ¢ Wer zu viel macht, überfordert sich

DR. MARTINA RUMMEL Institut für betriebliche Suchtprävention Berlin

¢ „Hygiene“ für Körper, Geist und Seele Raffe ich mich auf und packe an? Oder „Aufschieberitis“? Bin ich freundlich, rede und denke ich gut über mich und andere? Sorge ich gut für mich – innerlich und äußerlich?

zu 3.: Fähigkeiten/Potenziale Salutogenese: Machbarkeit und Lernchancen Resilienz: Kompetenzausbau, Pragmatismus, Improvisationstalent Kompetenz – Lernen aus Allem ¢ Aktiver Kompetenzausbau: Lernen wie ein „Staubsauger“ ¢ Querdenken, Pragmatismus, Improvisieren ¢ Lernen voneinander, besser werden Was kann ich (noch lernen)? Nutze und entwickle ich meine Talente? Lerne ich – aus Erfolgen wie Misserfolgen? Lerne ich auch von „schlechten Lehrern“? Halte ich mein Gehirn in Bewegung?

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Qualitätskonferenz Prev @WORK

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Suchtprävention in der Ausbildung

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2.4 Vorträge

zu 4. Überzeugungen und Interessen

zu 5.: Rolle und Identität (Position im Feld)

Salutogenese: Dialogkultur, Argumente und Handlungsspielraum Resilienz: Lösungsorientierung und Pragmatismus

Salutogenese: Soziale Unterstützung („Wir“) Resilienz: Soziale Intelligenz, Geben und Nehmen, Verbindung

Konsequente Lösungsorientierung – Das Beste draus machen! ¢ Vom Ende her denken! ¢ Wozu? Worauf kommt es am Ende an? ¢ Mut zum Konventionsbruch für die Lösung ¢ Das Beste draus machen – auch aus sich

Soziale Intelligenz – Sich verbinden, Gemeinschaft aufbauen ¢ Eigene Position im Feld erfassen, Perspektivwechsel ¢ Freundschaften aufbauen und pflegen ¢ Geben und nehmen können ¢ Wertschätzung – für sich und den Andern

Mache ich das Beste aus meiner Lage? Genieße ich, wo ich kann? Nutze ich meine Ressourcen? Suche ich auch unkonventionelle Lösungen? Oder kippe ich um in Hader …?

Ist mir in verschiedenen Kontexten/Settings klar, „wer ich bin“? Schätze ich Menschen und Kräfteverhältnisse richtig ein? Grenze ich meine Verantwortung angemessen ein? Pflege ich meine wichtigen Menschen? Gebe ich Unterstützung – und hole sie für mich ein?

SALUTOGENESE

EBENE/SCHLÜSSELKRITERIEN

RESILIENZ

Sinnhaftigkeit Identifikationsmöglichkeit

6

Zugehörigkeit (Feld Referenzsystem)

Aktive Sinnkreation Lösungsorientiertes Re-Framing

Rolle und Identität (Position im Feld)

Soziale Intelligenz Geben und Nehmen, Verbindung

Überzeugungen und Interessen

Lösungsorientierung Pragmatismus Kompetenzausbau Improvisationstalent, Lernen

5 4

Soziale Unterstützung „Wir“ Teamgeist Dialogkultur, Argumente, Handlungsspielraum Machbarkeit Lernchancen

3

Fähigkeiten und Potenziale

„Gesunde“ Regeln und Angebote

2

Verhalten und Gewohnheiten

Selbstdisziplin für „gesunde“ Gewohnheiten

Verstehbarkeit: Orientierung

1

Wahrnehmung der Umgebung

Realismus Nüchterner Blick auf das, was ist

Das Modell der 6 logischen Ebenen verknüpft mit dem Konzept der Salutogenese und der Resilienzforschung

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36 Qualitätskonferenz Prev @WORK

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Suchtprävention in der Ausbildung

QUELLE: DR. MARTINA RUMMEL


RESILIENZ

Aktive Sinngebung

Das Gute am Schlechten

Soziale Intelligenz, Gemeinschaftsfähigkeit

Sich verbinden

Lösungsorientierung

Das Beste draus machen

Kompetenz, Pragmatismus, Improvisationstalent

Lernen aus Allem

„Gesunde“ Gewohnheiten

Das Notwendige einfach tun

Realismus

Es ist wie es ist!

Beispiele gelebter Resilienz

QUELLE: DR. MARTINA RUMMEL

6. Zugehörigkeit/Feld/Referenzsystem

Risikofelder

Salutogenese: Sinnhaftigkeit und Identifikationsmöglichkeit Resilienz: Aktive Sinnkreation und Lösungsorientiertes Re-Framing

¢ Berufe mit „eingebauter Überforderung“ ¢ Selbstkonzepte (von Frauen und Männern) ¢ Zunahme von Person-Evaluierung

Aktiv Sinn erschaffen – Sinnhaftes tun, Erlebtes sinnhaft deuten ¢ Sinnvolles tun. Sinn finden und erschaffen, anstatt Sinn suchen ¢ Das „Gute“ am Schlechten erkennen ¢ Lösungsorientiertes und sinnhaftes (Re)-„Framing“

Besonderes Risiko in Berufen mit hoher Verantwortung

Stelle ich die Wozu-Frage aufrichtig? Nutze ich meine Fähigkeiten, Sinn (für mich) zu erschaffen? Sehe ich den Sinn in meiner Geschichte?

Das Resilienz Dilemma ¢ Gesundheit – Resilienz – Überlebensfähigkeit: Ein „egoistisches“ Konzept ¢ Salutogen günstige Bedingungen erzeugen nicht unbedingt Resilienz ¢ Viele resiliente Menschen garantieren keine resiliente Organisation ¢ Resiliente Menschen verlassen „sinkende Schiffe“ ¢ Win Win fürs Überleben: Interessenintegration, Optimum für Menschen + Organisation suchen, Verantwortliche Einzelne in guter Gemeinschaft

Zu viel „Sinn“? ¢ Gib einfach dein Bestes? ¢ Was ist mein Bestes …? In manchen Berufen ist das eigene Beste nie perfekt genug, um Schaden abzuwenden. ¢ Diese Berufe sind besonders Burnout gefährdend, denn manche Menschen können die mit den eigenen Grenzen verbundene „Unterlassungsschuld“ nicht tragen. ¢ Das Kollektiv muss das Individuum an dieser Stelle ausdrücklich entlasten

Selbst- und Beziehungskonzepte ¢ Frauen: Wie viel Bindung muss sein? Risikofelder z.B.: Abhängigkeiten, Selbstpositionierung als schwach, Sicherheit durch „Gebraucht werden“ ¢ Männer: Wie viel Status muss sein? Risikofelder z.B.: Druck, etwas zu erreichen, Selbstpositionierung als Held im Alleingang, Sicherheit durch Rang

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Qualitätskonferenz Prev @WORK

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Suchtprävention in der Ausbildung

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2.4 Vorträge

„Führen ist die Kunst, eine Welt zu erschaffen, der Menschen zugehörig sein wollen“ nach Robert Dilts

Individuelle Konzepte und Geschlechtsrollen-Erwartungen können kollidieren: Balance zwischen Autarkie und Anpassung. Niemand kann sich ungestraft gegen die Kultur verhalten oder Individualität kulturellen Vorgaben opfern.

Gesundheitsrisiken durch Person-Evaluierung ¢ Gängige Beurteilungssysteme schädigen die Gemeinschaft, fördern Konkurrenz und narzisstische Störung. ¢ Energie wird weggelenkt von „Was brauchen wir voneinander“ hin zu der gestörten Frage „Wie finden wir einander“. Dabei ist jeder potenziell nie gut genug … Person-Evaluierung ist eine gestörte Form der Kommunikation. Die Zunahme der Personenbewertung erfordert Resilienz! Resiliente Menschen nutzen Personenbewertung als Information, schützen ihren Selbstwert, indem sie sie relativieren oder ignorieren, verfolgen Ziele autark und verlassen schädigende Umgebungen.

Resilienz und Selbstwert aufbauen Zielzustand nach vorn! ¢ „Einfach“ denken und sich verhalten wie ein resilienter Mensch… ¢ Das bedeutet unter anderem: ¢ Sich annehmen: Keine selbstwertschädigenden Selbstgespräche, raus aus dem Hader. ¢ In Verantwortung für die eigene „Selbstveredelung“! ¢ Die Geschichte annehmen – auch die eigenen Lebensentscheidungen. Die „Eltern ehren“ ... ¢ Sich aktiv und freundlich vertreten und Interessen integrieren. ¢ Gesunde Gewohnheiten für Körper, Geist und Seele. Freunde zur Sicherung einspannen! ¢ Was Neues lernen. Courage ausbauen, ausprobieren! ¢ Das Lösen üben, vielleicht sogar zu genießen ¢ Geben und Nehmen lernen, Freundschaft leben. ¢ Sich selbst behandeln wie „die besten aller Eltern“ es täten

Die großen Legenden der Menschheit … Entwicklungsromane – Resilienz-Reisen Aufstieg in eine höhere Daseins-Stufe, Unsterblichkeitsmetapher

Der Ruf, die Zeichen: Aufbruch …

Beispiele: Buddha, Jesus, Odysseus, Jeanne d‘Arc, Herakles, Der kleine Hobbit, Harry Potter …

Aufstieg in den Olymp, Himmelfahrt, zu den Elben …

… Tests, Prüfungen, Unterstützer und Feinde

Veränderung der Identität

Ultimative Schlacht Über sich hinauswachsen

Gegenwart

Zukunft

Resilienz aufbauen ist Persönlichkeitsentwicklung

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QUELLE: DR. MARTINA RUMMEL

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Suchtprävention in der Ausbildung


„Das Große entsteht im Trotzdem“ nach Thomas Mann

Resilienz aufbauen ist Persönlichkeitsentwicklung

Was machen wir mit dem Rest? ¢ Wir haben 1000 mal am Tag die Gelegenheit uns zu ärgern – aber wir sind nicht dazu verpflichtet ¢ Vom Ende her gedacht: Was möchten wir über uns hören, wenn jemand eine Jubilarsrede über uns hielte? ¢ Wie groß ist die Chance, dass sie so ausfällt, wie wir möchten, wenn wir weitermachen wie bisher? ¢ Alte Handwerkerregel: An Dingen, die gut laufen, sollte man nicht herumdoktern …

Gesundes Führen und Resilienz: Untrennbar verbunden mit Selbstwertschutz und einer Kultur der Wertschätzung

DANKE FÜR IHRE AUFMERKSAMKEIT!

Dr. Martina Rummel geht auf die Fragen aus dem Publikum ein

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Qualitätskonferenz Prev @WORK

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Suchtprävention in der Ausbildung

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Qualitätstalk

3.0 „Wo Prev@WORK drauf steht, ist auch Prev@WORK drin!“ Herausforderungen an eine nachhaltige, gute Praxis Dr. Sandra Dybowski diskutiert mit Peter Lang, Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung; Kerstin Jüngling, Fachstelle für Suchtprävention Berlin; Helga Meeßen-Hühne, Landesstelle für Suchtfragen im Land Sachsen-Anhalt und Heidi Kuttler, Villa Schöpflin – Zentrum für Suchtprävention

Wie wird garantiert, dass das Programm Prev@WORK auch nach der Erprobung und dem Transfer in die jeweiligen Strukturen der Bundesländer weiterhin erfolgreich umgesetzt wird. Wie viel Veränderungsspielraum muss einerseites ein manualisiertes Programm bieten, damit es sich zielgruppenspezifischen oder regionalen Bedarfen anpassen kann und wo muss andererseits Veränderung eingeschränkt sein, damit Qualitätsstandards aufrechterhalten werden. Welche Rolle beispielsweise die Definition von Mindeststandards in diesem Kontext einnehmen kann, ist ein Aspekt, der im Qualitätstalk diskutiert wird. Außerdem sind die Rahmenbedingungen der Suchtprävention und die politische Gewichtung wichtige „Stellschrauben“ für den Erfolg suchtpräventiver Maßnahmen.

Nachhaltig wirksame Suchtprävention braucht geeignete strukturelle Voraussetzungen Der Anspruch, erfolgreiche Programme nachhaltig und mit hoher Umsetzungsqualität zu implementieren, sollte durch die Schaffung der notwendigen Rahmenbedingungen unterstützt werden, insbesondere durch Konzepte für eine längerfristige

Finanzierung und eine klarere politische Positionierung. Hier sind die Entwickler gefordert, auch weiterhin kreativ Förderungsmöglichkeiten zu erschließen. Für die nachhaltige Implementierung eines Präventionsprogrammes bedarf es einer Koordinierungsstelle, welche den Wissenstransfer – z.B. über (Re-)Zertifizierungsseminare – und die kontinuierliche Weiterentwicklung und Qualitätssicherung steuern kann. Zu einer solchen Qualitätssicherung ist eine mit Personal und Sachkosten (auch das Manual muss fortgeschrieben werden) untersetzte Struktur nötig. Selbstbewusstsein und Qualität in der Sichtprävention brauchen in Deutschland endlich die politische Gewichtung und nachhaltige Ausstattung, die in der Deutschen Sucht- und Drogenpolitik postuliert wird – ohne eine regelfinanzierte Basis ist es mit dem Selbstbewusstsein nicht ganz so leicht.

v.l.n.r. Helga Meeßen-Hühne, Heidi Kuttler, Dr. Sandra Dybowski, Kerstin Jüngling, Peter Lang

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Suchtprävention in der Ausbildung


Im Qualitätstalk wurde eine angeregte Diskussion zur Förderung der kontinuierlichen Weiterentwicklung und Qualitätssicherung des Programmes Prev@WORK geführt

Qualität muss gelebt werden – worauf es inhaltlich ankommt

Folgerungen und Forderungen für die Zukunft

Um Betriebe zu gewinnen, braucht es ¢ eine selbstbewusste Kommunikation: Fachkräfte brauchen ein selbstbewusstes Standing, mit dem sie Unternehmen den Wert qualitativ hochwertiger Maßnahmen und Programme präsentieren. ¢ eine positive Formulierung und das Vermeiden des Wortes „Sucht“, welches oft abschreckend wirkt ¢ ein positives Image, da sich dies auch auf das Image des teilnehmenden Betriebes auswirkt

Um auch zukünftig Qualität zu gewährleisten, sollte Expertenwissen zu Umsetzungserfahrungen und Weiter-Entwicklungsbedarfen in Abständen gezielt gebündelt und hinsichtlich notwendiger Programmmodifikationen geprüft werden. Außerdem müssen die Inhalte der Programme, auch von Prev@WORK, kontinuierlich auf Aktualität geprüft werden.

Qualitätsmerkmal des Programms Prev@WORK ist das Handbuch und die bereits bestehenden Umsetzungsstandards innerhalb der gegründeten Qualitätsgemeinschaft, zu denen u.a. auch die Beteiligung an der bundesweiten Evaluation zählt. Die Seminarinhalte können didaktisch oder z.B. mit einer Schwerpunktsetzung auf Substanzen mit besonderer Relevanz für die Zielgruppe oder Region spezifischen Bedarfen angepasst werden. Das Gesamtkonzept mit seinen beschriebenen Bausteinen und Themenbereichen kann demgegenüber nicht verändert werden.

In diesem Zusammenhang wird grundsätzlich der Ausbau der Möglichkeiten zum Informationsaustausch der Trainerinnen und Trainer, aber auch für interessierte Unternehmen, empfohlen. Eine zentrale Webseite www.prevatwork.de wäre hierfür ein geeignetes Instrument. Hilfreich wären darüber hinaus die Identifikation und Publikation von Wirkfaktoren des Programms und die entsprechende Zusammenstellung der Qualitätsstandards als Basis und Rahmen für mögliche Veränderungen. Neben der Definition von Standards und der internen Evaluation könnte externe Evaluation hierbei unterstützen.

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Suchtprävention in der Ausbildung

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Impressionen der Qualtätskonferenz

Qualitätskonferenz Prev@WORK in Berlin … Neben den vielseitigen Vorträgen und Workshops haben die Teilnehmenden besonders den fachlichen Austausch mit Kolleginnen und Kollegen aus unterschiedlichen Bereichen und Bundesländern begrüßt. Wir danken auch dem Verantstaltungsort Neue Mälzerei und dem Caterer für die gute Betreuung der Veranstaltung. Bei der lobbykritischen Stadtführung durch „Lobby Control“ in der Berliner Innenstadt konnten die Teilnehmenden Einblicke in die Aktivitäten der Lobby-Verbände, insbesondere der Tabak- und Alkoholindustrie, gewinnen.

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42 Qualitätskonferenz Prev @WORK

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Suchtprävention in der Ausbildung


„Vielen Dank allen Teilnehmenden, Kolleginnen und Kollegen, Referentinnen und Referenten für die interessierte und engagierte Teilnahme an der diesjährigen Qualitätskonferenz des Programmes Prev@WORK und dem Bundesministerium für Gesundheit, der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und dem Berliner Senat für die Unterstütung der Veranstaltung.“ Fachstelle für Suchtprävention Berlin gGmbH

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Workshop 1

4.1 Resilienzförderung im Rahmen betrieblicher Suchtprävention Dr. Martina Rummel, Institut für betriebliche Suchtprävention Berlin Anke Schmidt, Fachstelle für Suchtprävention Berlin

Im Workshop wurde das im Vortrag vorgestellte Resilienzkonzept vertieft betrachtet und gemeinsam herausgearbeitet, wie Resilienz im betrieblichen Kontext gefördert werden kann. Dabei wurde die Bedeutung des Konzepts für den Umgang mit Mitarbeitenden und Auszubildenden beleuchtet.

Bedarf besteht. Häufig geht es dabei um die Wahrung von Ausgewogenheit, z.B. nicht zu viel und nicht zu wenig Verantwortung zu übertragen, damit Herausforderungen Chance für Entwicklung bieten und nicht überfordern.

Zu Fragestellung 2: Zu Beginn des Workshops wurden unter den Teilnehmenden Themenwünsche gesammelt.

Folgende Fragestellungen wurden benannt: ¢ 1. Wie kann man Resilienz beim anderen fördern? ¢ 2. Wie sollten Vorgesetzte Beziehungen gestalten, damit Bindung zum Betrieb entsteht? ¢ 3. Wie wird das Resilienzmodell Betrieben vermittelt und wie nehmen diese es an? ¢ 4. Wie sollten Suchtprobleme angesprochen werden? ¢ 5. Wie die „funktionierenden“ Jugendlichen zu schützen? Im Anschluss wurden die Punkte unter Einbeziehung der Teilnehmenden bearbeitet. Im Folgenden nun kurze Essenzen der Diskussionen zu den jeweiligen Themen.

Die Kunst ist, die Umgebung so zu gestalten, dass andere dazu gehören wollen. Wie schaffen Vorgesetzte das? In Beziehung zu den Mitarbeitenden sollten sie deren Selbstwert und Potenziale bestätigen und sie dennoch vor Herausforderungen stellen. Wichtig ist es darüber hinaus, als Vorgesetzter selbst nicht „aus der Rolle zu fallen“ und eine Wohlwollende Grundhaltung zu bewahren. Wenig konstruktiv ist es, Mitarbeitenden Rückmeldungen darüber zu geben, was sie alles nicht gut machen, da dies Kränkung zur Folge hat, die keine positiven Effekte mit sich bringt – Stichwort: „Die Sau wird auch nicht fetter, wenn man sie wiegt.“ Besser wäre eine lösungsorientierte Herangehensweise, die die Erwartungen an das zukünftig gewünschte Verhalten klar benennt und damit Orientierung gibt.

Zu Fragestellung 3: Zu Fragestellung 1:

Das Resilienzmodell lässt sich nicht nur auf einzelne IndividuAuch im Workshop ist das Modell der logischen Ebenen als en übertragen, sondern auch auf gesamte Organisationen, in Orientierungs- und Strukturierungshilfe genutzt worden. Resilienz- deren Interesse es sicherlich ist, möglichst widerstandsfähig förderung kann auf allen Ebenen erfolgen, je nachdem, wo der gegenüber Krisen zu sein. Resiliente Organisationen zeichnen sich häufig durch starke sinnstiftende Werte aus, die Individuen SALUTOGENESE EBENE RESILIENZ an die Organisation binden. Auch nutzen sie vorhandene Potenziale. Sinnvermittlung Zugehörigkeit Sinn/Kreation Soziale Unterstützung

Rolle/Identität

Soziale Intelligenz

Dialog/Spielraum

Überzeugungen

Lösungsorientierung

Machbarkeit

Fähigkeiten

Kompetenzausbau

„gesunde“ Regeln

Verhalten

„gesunde“ Gewohnheiten

Verstehbarkeit

Wahrnehmung

Realismus

Das Modell der 6 logischen Ebenen verknüpft mit dem Konzept der Salutogenese und der Resilienzforschung siehe auch in ausführlicher Form in dem Vortrag auf Seite 36 QUELLE: DR. MARTINA RUMMEL

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Suchtprävention in der Ausbildung

Zu Fragestellung 4: Beim Ansprechen von Suchtproblemen geht es nicht um eine Diagnosestellung, sondern um die Beschreibung der konkret aufgetretenen problematischen Verhaltensweisen: „Sie haben sich in der vergangenen Woche an vier Tagen verspätet und sind einmal unentschuldigt der Arbeit ferngeblieben.“ Demgegenüber


„Eine Ich-Botschaft ist die Beschreibung meiner Lage – nicht meiner Befindlichkeit.“ Dr. Martina Rummel – Institut für betriebliche Suchtprävention Berlin

wird der Bedarf formuliert bzw. die Auswirkungen auf den eigenen Verantwortungsbereich in Form einer Ich-Botschaft beschrieben: „Um planen zu können, benötige ich ein hohes Maß an Zuverlässigkeit.“

zugeben. Der/die Berater/in wird durch den/die Mitarbeiter/in beauftragt und unterliegt der Führungskraft gegenüber demzufolge einer Schweigepflicht, auch wenn diese gern Informationen zum Beratungsprozess hätte.

Letztlich kann jedoch nur das dem Arbeitsvertrag geschuldete Verhalten eingefordert werden. Darüber hinaus bleibt als Legitimation für ein Ansprechen nur die Sorge um jemanden.

Zu Fragestellung 5:

Folgende Darstellung verdeutlicht die Verantwortung der Führungskraft, den Veränderungsbedarf zu benennen und Ziele vor-

Um die „Funktionierenden“ zu schützen, ist es wichtig, dass Regeln innerhalb einer Organisation und Konsequenzen auf Regelverstöße mit den verschiedenen Ebenen diskutiert, festgelegt und transparent kommuniziert sind sowie abgestimmt umgesetzt werden. Dies ist häufig nicht der Fall.

FÜHRUNGSKRAFT

Schweigepflicht Änderungsansinnen

MITARBEITER/IN

Darstellung der Kommunikationswege im betrieblichen Kontext

Dr. Martina Rummel verdeutlicht das Modell der logischen Ebenen anhand praktischer Beispiele

BERATER/IN

QUELLE: DR. MARTINA RUMMEL

Interessierte Zuhörerinnen und Zuhörer im Workshop mit den meisten Teilnehmenden

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Suchtprävention in der Ausbildung

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Workshop 2

4.2 Fachaustausch über spezifische regionale Bedarfe: Entwicklungsspielräume von Prev@WORK nutzen Helga Meeßen-Hühne, Landesstelle für Suchtfragen im Land Sachsen-Anhalt Inga Bensieck, Fachstelle für Suchtprävention Berlin

Wie wird zielgruppenspezifischen oder besonderen regionalen Bedarfen begegnet? Gibt es Settings, die einer speziellen Methodik bedürfen? In dem Workshop hatten Fachkräfte die Möglichkeit, sich über Ihre Erfahrungen auszutauschen. Bei diesem Workshop handelte es sich um eine kleine und sehr heterogene Teilnehmenden-Gruppe mit Fachkräften aus unterschiedlichen Arbeitsfeldern (u.a. Bezirksamt, Fachstellen für Suchtprävention, Krankenkasse, Berufsschule). Zu Beginn nannten die Teilnehmenden ihre inhaltlichen Anliegen und diskutierten anschließend die folgenden Fragen in einem offenen Austausch:

1. Prev@WORK-Standard ist die Umsetzung des Programmes im Tandem. Welche Alternativen gibt es, wenn dies (z.B. in Flächenländern mit knappen personellen Ressourcen, weiten Fahrtwegen etc.) schwer oder gar nicht möglich ist? Welche Voraussetzungen sind daran gebunden? ¢ Grundsätzlich muss ein/e zertifizierte/r Prev@WORK-Trainer/in an der Umsetzung beteiligt sein, die/der Tandempartner/in kann im Ausnahmefall auch eine Fachkraft sein, die nicht die Trainerausbildung absolviert hat. ¢ Grundlagenwissen zum Thema Sucht / Substanzen und riskanten Verhaltensweisen erleichtert die Durchführung, erhöht

Diskussion in der Runde der Teilnehmenden

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Suchtprävention in der Ausbildung

die Akzeptanz der Zielgruppe und sollte bei mind. einem Trainer vorhanden sein. ¢ Möglich ist eine Kooperation mit anderen Institutionen, z.B. Suchtberatung, vor Ort – zum Coaching der Trainer/innen oder auch für die Übernahme von einzelnen Bausteinen in den Seminaren. ¢ Wichtig ist die gute Abstimmung und Rollenklärung untereinander: „Hut auf“ hat immer die/der zertifizierte Trainer/in.

2. Insbesondere Klein- und Kleinstbetriebe sind sehr schwer oder gar nicht für eine Umsetzung von Prev@WORK zu gewinnen. Welche Ideen gibt es, hier voranzukommen? ¢ Fusionen von mehreren Betrieben – Koordination und Unterstützung durch Prev@WORK-Fachkräfte, ¢ Beispiel Berlin: Wirtschaftsberatung/Wirtschaftsförderung in den Bezirksämtern nutzen, ¢ Teilnahme der Entscheidungsträger/innen Suchtprävention und/oder Prev@WORK-Trainer/innen an betrieblichen Fachgremien, z.B. „Unternehmensstammtisch“, um dort Bedarfe zu verdeutlichen und gemeinsam Kooperationsstrategien zu entwickeln, ¢ Prev@WORK-Seminare „offen ausgeschrieben“: Planung von Prev@WORK-Seminaren, zu denen die Betriebe einzelne Auszubildende anmelden können,


„Prev@WORK bietet mit seinem Konzept eine qualitätsgesicherte Basis für passgenaue Angebote.“ Helga Meeßen-Hühne – Landesstelle für Suchtfragen im Land Sachsen-Anhalt

¢ Kleinstbetriebe könnten durch finanzielle Anreize gewonnen werden, um Auszubildende für 2-4 Tage freizustellen – Möglichkeiten über IHK und Krankenkassen prüfen ¢ Beispiel Oberstufenzentren/Berufsschulen: Strukturellen Leerlauf (bspw. vor Ferien) nutzen

3. Welche Ideen gibt es noch, um Prev@WORK weiter zu befördern, zu finanzieren und zu etablieren? ¢ Kooperation mit den Kammern auf Länderebene ¢ Lions Club, Rotarier Club o.ä. nutzen – teilweise gibt es hier schon gute Kooperationen mit einzelnen Institutionen oder Trägern ¢ Überlegungen zu Lizenzgebühren durch die Fachstelle Berlin als Programmentwickler – und dann nur bei größeren Unternehmen? Profit-Bereich? Oder generell? ¢ Unterstützung bei der Ansprache von Unternehmen durch die AOK ¢ Diskutiert wurde auch die Notwendigkeit von zentralen Trainer/innen-Kontaktlisten, die von den Landeskoordinatorinnen und -koordinatoren für Suchtprävention gepflegt ggf. für Anfragen genutzt werden können.

Inga Bensieck und Helga Meeßen-Hühne beim Sammeln der Fragestellungen

Die Themenpunkte wurden erarbeitet und visualisiert

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Suchtprävention in der Ausbildung

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Workshop 3

4.3 Vorteile für Unternehmen kommunizieren Dr. Julia Hapkemeyer, StatEval Berlin Kerstin Jüngling, Fachstelle für Suchtprävention Berlin

Präventionsprogramme zu implementieren, ist mit der Bereitstellung zeitlicher und finanzieller Ressourcen verbunden – das muss sich für ein Unternehmen auszahlen. Welchen Gewinn die Investitionen bringen und wie die Vorteile von Präventionsprogrammen Unternehmen kommuniziert werden können, war das Thema dieses Workshops.

¢ Bei 20% bis 25% aller Arbeitsunfälle sind Personen unter Alkoholeinfluss involviert (WHO, 2004) ¢ Direkte Kosten alkoholbedingter Arbeitsunfälle mit Sachschäden im Betrieb beliefen sich 2007 in Deutschland auf 1,05 Mrd. Euro (Adams & Effertz, 2011)

Aktuelle Trends

Gemeinsame Erklärung BMAS, BDA und DGB (2013, Auszug)

¢ Fehlzeiten aufgrund psychischer Erkrankungen seit 2001 insgesamt um 67% gestiegen ¢ Gleichzeitig: Demographische Herausforderungen und Fachkräftemangel ¢ Geschätzte volkswirtschaftliche Ausfallkosten 2011 gesamt: 46 bis 80 Milliarden Euro

¢ Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit müssen ein unmittelbares Anliegen der Führung von Unternehmen und Verwaltungen sein ¢ Dazu sind Aktivitäten im Rahmen der freiwilligen betrieblichen Gesundheitsförderung oder eines umfassenden Gesundheitsmanagements geeignet. ¢ Für kleine und mittlere Betriebe ist die regionale Vernetzung mit anderen Unternehmen vorteilhaft.

Gesundheit – ein Thema für Unternehmen? Nutzen von BGM für Arbeitgeber/innen: ¢ Sicherung der Leistungsfähigkeit aller Mitarbeiter/innen ¢ Erhöhung der Motivation und Identifikation der Mitarbeiter/innen ¢ Kostensenkung durch weniger Krankheits- und Produktionsausfälle ¢ Steigerung der Produktivität und Qualität ¢ Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit ¢ Steigerung der Attraktivität als Arbeitgeber

Dr. Julia Hapkemeyer und Kerstin Jüngling in angeregter Diskussion

Nutzen von BGM für Arbeitnehmer/innen: ¢ Verbesserung des Gesundheitszustandes und Senkung gesundheitlicher Risiken ¢ Verbesserung der gesundheitlichen Bedingungen im Unternehmen ¢ Verringerung von Belastungen ¢ Erhaltung/Zunahme der eigenen Leistungsfähigkeit ¢ Verbesserung von Arbeitszufriedenheit und Betriebsklima ¢ Mitgestaltung des Arbeitsplatzes und des Arbeitsablaufs

Sucht im Arbeitskontext

Steuerliche Vergünstigungen

¢ Jede/r 10. Mitarbeiter/in in einem Unternehmen betreibt einen riskanten oder gar schädlichen Suchtmittelkonsum

„500-Euro-Paragraph” ¢ §3, 34 EStG regelt die gesetzliche Möglichkeiten, Maßnahmen des BGM steuerlich geltend zu machen.

(Fehlzeitenreport, AOK, 2013)

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Suchtprävention in der Ausbildung


„Die Zielgruppen von betrieblicher Gesundheitsförderung und betrieblicher Suchtprävention sind Mitarbeitende und Führungskräfte.“ Dr. Julia Hapkemeyer – StatEval Berlin

¢ Das Kostenlimit liegt bei 500 Euro pro Jahr und Mitarbeiter. Konkret heißt das: Bis zu einem Freibetrag von 500 Euro im Jahr je Arbeitnehmer sind Leistungen des Arbeitgebers zur betrieblichen Gesundheitsförderung zusätzlich zum Lohn/Gehalt steuerfrei. ¢ Abgesetzt werden können hier jedoch nur Maßnahmen, die dem §20/20a des fünften Sozialgesetzbuches (SGB V) entsprechen ¢ Weitere Informationen: http://www.bmg.bund.de/praevention/betrieblichegesundheitsfoerderung.html Absetzbare Maßnahmen ¢ Primärprävention nach § 20 Abs. 1 SGB V Seminare und Kurse zu folgenden Schwerpunkten: ¢ Bewegungsgewohnheiten, Ernährung, Stressmanagement, Suchtmittelkonsum ¢ Betriebliche Gesundheitsförderung nach § 20a SGB V zu folgenden Schwerpunkten: ¢ Arbeitsbedingte körperliche Belastungen, Betriebsverpflegung, Psychosoziale Belastungen (Stress), gesundheitsgerechte Mitarbeiterführung, Suchtmittelkonsum „44-Euro-Freigrenze“ nach § 8 Abs. 2 S. 9 EStG ¢ Sachbezüge: Einnahmen aller Art, die nicht in Geld bestehen ¢ Freigrenze für Sachbezüge ¢ Die maximale Grenze liegt bei 44 Euro pro Mitarbeiter und Monat.

Systematisches Vorgehen: Verhaltensprävention & Verhältnisprävention ¢ Verhaltensprävention: Maßnahmen, die an der Person ansetzen ¢ Verhältnisprävention: Maßnahmen, die an den Strukturen und Prozessen (Verhältnissen) im Unternehmen ansetzen

Betriebliche Gesundheitsförderung ¢ Zielgruppe von BGF sind Mitarbeiter und Führungskräfte Stress

Sucht

Bewegung

Ernährung

Psychische Gesundheit

Arbeitsgestaltung

BETRIEBLICHE GESUNDHEITSFÖRDERUNG

QUELLE: STATEVAL

Fallbeispiel aus der Praxis BGM – Umsetzung in der betrieblichen Praxis ¢ Bislang schöpfen wenige Unternehmen die Potenziale eines BGM aus ¢ Barrieren in der Umsetzung ¢ Mangel an personellen/zeitlichen Ressourcen ¢ Bedarf an Unterstützung für ein BGM, in KMU besonderes Interesse an Best Practice Beispielen ¢ Akzeptanzprobleme Quellen: Sockoll et al., 2008; Henssler & Forst, 2007; Uni Bielefeld, 2008; DNBGF 2005; Badura 2008; Scheibner & Hapkemeyer, 2012; Meyer & Tirpitz, 2008

¢ Unternehmen: Mittelständisches Unternehmen, produzierendes Gewerbe ¢ Ausgangssituation: unter den Auszubildenden ungünstiges Konsumverhalten von Suchtmitteln; aufgrund geographischer Lage leichter Zugang zu Crystal Meth ¢ Ziele: Verbesserung der Gesundheit der Auszubildenden, Senkung der Fehlzeitenquote, Verringerung von Ausfallkosten ¢ Maßnahmen: externe Suchtberatung, Strategieentwicklung mit Schwerpunkt Gesundheitsprävention, Zielgruppenspezifisches Angebot zur Suchtprävention

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Suchtprävention in der Ausbildung

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Workshop 3

Verankerung von Suchtprävention im Rahmen von BGM ¢ Suchtprävention als fester Bestandteil von BGM ¢ Bündelung von Angeboten zur Förderung der Betrieblichen Gesundheit ¢ Gesundheitstag zum Thema Sucht(prävention) ¢ Zentraler Ansprechpartner im Unternehmen für das Thema Sucht, z.B. integriert in die Sozialberatung ¢ Schulung der Führungskräfte (Sensibilisierung, Umgang) ¢ Leitlinien zum Thema Umgang mit Sucht

Langfristige Auswirkungen von Verhaltensund Verhältnisprävention

Interventionen nicht allein auf die Abhängigen beschränken, sondern es sollten betriebliche Suchtpräventionsprogramme etabliert werden, die möglichst frühzeitig – idealerweise innerhalb der Ausbildung – ansetzen, um die Risikokompetenz der Beschäftigten zu fördern, das Thema Suchtmittelkonsum zu enttabuisieren und einen angemessenen Umgang mit problematischem Verhalten zu fördern. Je früher die Reflexion des eigenen Verhaltens/Konsums angeregt und ein verantwortlicher Umgang mit Suchtmitteln gefördert wird, desto leichter ist es, eine Kultur der Verantwortung in Unternehmen und Betrieben zu etablieren. In einer Studie im Auftrag des Bundesamts für Gesundheit in der Schweiz und der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt wurden rund 1.350 Personalverantwortliche Schweizer Unternehmen befragt (Telser et al. 2010). Von den befragten Personalverantwortlichen ziehen mehr als 70 Prozent eine positive Kosten-NutzenBilanz aus Suchtpräventionsprogrammen. Gewinn durch Präventionsprogramme ¢ Besseres Arbeitsklima ¢ Weniger Alkoholprobleme ¢ Geringere Fehlzeiten ¢ Weniger Unfälle ¢ Befragung von 1300 Personalverantwortlichen

GRAFIK: UHLE, 2013, S. 125

Suchtprävention in Unternehmen lohnt sich ¢ positive Auswirkungen von Suchtpräventionsprogrammen (Wienemann u. Müller 2005)

¢ Erhöhung der Arbeitssicherheit ¢ Steigerung der Qualität und Effektivität ¢ Senkung von Fehlzeiten und Krankheitskosten ¢ Günstigere Fehlzeitenverläufe bei Suchtmittel missbrauchenden oder suchtkranken Beschäftigten (z.B. Petschler u. Fuchs 2000; Ennenbach et al. 2009)

Zu beachten ist grundsätzlich, dass nicht die kleine Gruppe der schwer Alkoholabhängigen die meisten betrieblichen Probleme erzeugt, sondern die größere Gruppe der Gering- und Risikokonsumenten (Rummel et al. 2004). Demzufolge sollten sich betriebliche

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50 Qualitätskonferenz Prev @WORK

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Suchtprävention in der Ausbildung

Die Befragung geht von 5% problematisch/abhängig trinkenden Mitarbeiter/innen aus, die alkoholbedingte Produktivitätsverluste von 15% aufweisen, davon resultieren 83% aus Produktivitätseinbußen (Präsentismus), 13% aus Fehlzeiten (Absentismus) und 4% als Folge von Unfällen. Zielgruppenspezifische Vermittlung von Wissen ist zu empfehlen ¢ Bestätigt durch die Evaluation von Prev@WORK – Befragung der Auszubildenden ¢ Nachhaltige Stärkung der Risikokompetenzen ¢ (Selbst)kritische Reflektion von Substanzkonsum ¢ Wissenszuwachs ¢ Stärkung der Handlungssicherheit


Das Thema wurde gemeinsam erarbeitet

Return on Prevention ¢ Gewinn pro investierten Euro: 2,20 Euro ¢ Verbesserung des Images in der Öffentlichkeit und der Betriebskultur ¢ gestiegene Motivation und Zufriedenheit der Beschäftigten ¢ Reduzierung von Ausfallzeiten und Betriebsstörungen Studie der Internationalen Vereinigung für Soziale Sicherheit, der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung und der Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse (2011)

Empfehlungen ¢ Nachhaltigkeit sichern ¢ Suchtprävention nicht als einmalige Aktion ¢ Integration von Suchtprävention in das betriebliche Gesundheitsmanagement ¢ Ggf. Einbezug der betrieblichen Sozialberatung ¢ Förderung der Gesundheits- und Risikokompetenz auf allen Ebenen ¢ Einbindung und Schulung der Führungskräfte ¢ Betriebsvereinbarungen und Interventionsleitfäden zum Thema Sucht ¢ Kooperation mit Beratungsstellen für Sucht und Suchtprävention

zu gewährleisten, ist es daher erforderlich, ein betriebliches Unterstützungssystem aufzubauen, das in das betriebliche Gesundheitsmanagement integriert ist. Neben Präventionsmaßnahmen zur Förderung der Gesundheits- und Risikokompetenz, die beispielsweise in den betrieblichen Arbeitsschutz integriert werden können, sind eine Qualifizierung von Personalverantwortlichen sowie die Entwicklung von Dienstvereinbarungen und Interventionsleitfäden zum Thema Sucht erforderlich. Außerdem ist für die Sicherung der Nachhaltigkeit von Suchtpräventionsprogrammen wie Prev@WORK neben dem Einbezug der betrieblichen Sozialberatung auch eine langfristige Kooperation mit Beratungsstellen für Sucht und Suchtprävention zu empfehlen. Diese dient nicht nur der Vernetzung, sondern auch der Qualitätssicherung in der betrieblichen Suchtprävention.

Was für gesundheitspräventive Maßnahmen in Unternehmen gilt, gilt auch für die Suchtprävention: Suchtprävention als einmalige Aktion im Unternehmen allein kann keine nachhaltige Wirkung erzielen. Um die Nachhaltigkeit von Suchtpräventionsprogrammen

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Qualitätskonferenz Prev @WORK

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Suchtprävention in der Ausbildung

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Workshop 4

4.4 Ansätze der betrieblichen Suchtprävention in Nachbarländern Dr. Artur Schroers, Institut für Suchtprävention Wien (ISP) Doris Grauwiler, Perspektive Thurgau

Im Workshop werden Konzepte betrieblicher Suchtprävention aus Österreich und der Schweiz vorgestellt und diskutiert. Welche Erfahrungen gibt es in diesen Nachbarländern und was kann davon vielleicht übernommen bzw. übertragen werden. Dr. Artur Schroers berichtet über seine Erfahrungen in Wien. Wie wird die betriebliche Suchtprävention im Ausbildungskontext dort umgesetzt? Doris Grauwiler stellt eine Finanzierungsstruktur vor, die ein teilfinanziertes oder ganz kostenloses Angebot für Betriebe ermöglicht. Wie wirkt sich die Finanzierungsstruktur auf den Zugang zu den Betrieben aus? Welche Leistungen werden besonders nachgefragt? Wie werden Schwerpunkte bestimmt?

Wiener Suchtprävention im Ausbildungsbereich Ziele und Ansätze der Wiener Suchtprävention Ziele der Suchtprävention in Wien (Wiener Sucht- und Drogenstrategie 2013) ¢ Gesundheit fördern – Suchtentwicklung verhindern ¢ Suchtgefahren früh erkennen – rechtzeitig intervenieren ¢ Menschen sind selbstbestimmt, kritik- und genussfähig sowie sozial integriert Ansätze in der Wiener Suchtprävention ¢ Setting- und Zielgruppenansatz ¢ MultiplikatorInnen-Schulungen ¢ Frühinterventionsansatz ¢ Lebens- und Risikokompetenzansatz

Gesellschaftliche Entwicklungen und Anforderungen für Beruf und Alltag ¢ Beschleunigung der Arbeitsprozesse ¢ Erhöhter Kommunikationsdruck ¢ Erhöhte Flexibilitäts- und Mobilitätsansprüche

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Suchtfördernde Faktoren im Beruf und Alltag haben zugenommen

Auswirkungen im Betrieb ¢ 1/3 aller Arbeitsunfälle entstehen mit Beteiligung von Alkohol* ¢ 5-10% aller Beschäftigten in österreichischen Unternehmen sind alkoholkrank oder konsumieren Alkohol riskant** ¢ Riskant konsumierende MitarbeiterInnen sind bis zu 2,5 Mal häufiger krank** ¢ Jede sechste Kündigung steht im Zusammenhang mit Alkohol** *Laut Allgemeiner Unfallversicherungsanstalt Österreichs und Weltgesundheitsorganisation; **Quelle: BARMER GEK und Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (Mai 2010), Alkohol am Arbeitsplatz, eine Praxishilfe für Führungskräfte, Wuppertal, S. 16

Schützende Faktoren ¢ Suchtpräventive Informationen und Bildung ¢ Befriedigende Entwicklungsperspektiven ¢ Gesundheitsgerechte Arbeitsplatz- und Arbeitsumgebungsgestaltung ¢ Abwechslungsreiche Arbeit ¢ Genügend Möglichkeiten zur Erholung (z.B. Arbeitspausen)

Maßnahmen für die gesamte Belegschaft

Angebote des ISP ¢ Aus- und Weiterbildung von MultiplikatorInnen ¢ Schulungen zu Grundlagen der Suchtprävention ¢ Modellprojekte ¢ Druckwerke und Fachveranstaltungen

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¢ Hohe Effizienz gefordert ¢ Globalisierung und internationaler Wettbewerb

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Suchtprävention in der Ausbildung

¢ ¢ ¢ ¢ ¢

Information und Sensibilisierung Regeln für den Umgang mit Suchtmitteln Veränderung der betrieblichen Konsumkultur Abbau und Umgang suchtfördernder Arbeitsbedingungen Betriebsinterne Öffentlichkeitsarbeit

Maßnahmen für den Umgang mit suchtgefährdeten MitarbeiterInnen ¢ Leitfaden für die Vorgangsweise bei akuter Berauschung ¢ Stufenplan für suchtgefährdete bzw. -kranke MitarbeiterInnen ¢ Schulungen von Führungskräften und Schlüsselpersonen


„Wirksamkeit von Suchtprävention basiert neben Qualität in Konzeption und Umsetzung auf einem Mehrebenenansatz.“ Dr. Artur Schroers – Institut für Suchtprävention Wien

¢ Enge Zusammenarbeit mit Beratungs- und Therapieeinrichtungen ¢ Vorbeugung von Rückfällen

Projekt „SUPStart“ ¢ Projektlaufzeit ¢ Januar 2014 - März 2016 ¢ Zielgruppen: Lehrlinge im 1. Lehrjahr, LehrlingsausbildnerInnen und Supportkräfte

Projektziele SUPStart ¢ Schaffung eines Problem- und Risikobewusstseins im Umgang mit Alkohol bei Lehrlingen ¢ Adäquater Umgang mit dem Thema Alkoholkonsum/ Abhängigkeit/Sucht von LehrlingsausbilderInnen ¢ Verbesserung der Kommunikation und Frühinterventionshilfen für Supportkräfte

Umsetzung – 3 Module

MODUL 1

Thematische Arbeit in der Workshop-Runde mit Dr. Artur Schroers

Umsetzungsmodell

UMSETZUNG

Workshop für Lehrlinge (1 Tag = 8 UE) Optional: Forumtheater (2,5 UE)

ÜBA

MODUL 2

MODUL 3

Workshop für LehrlingsausbilderInnen (2 Tage = 16 UE)

Workshop für Supportkräfte (3 Tage = 24 UE)

QUELLE: INSTITUT FÜR SUCHTPRÄVENTION WIEN

BETRIEBE

Steuerung Konzeptentwicklung Koordination

Workshop für Lehrlinge 1 Tag + 0,5 Tage Forumtheater

Workshop für AusbilderInnen/Führungskräfte 2 Tage

Workshop für Supportkräfte 3 Tage

QUELLE: INSTITUT FÜR SUCHTPRÄVENTION WIEN

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Suchtprävention in der Ausbildung

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Workshop 4

Zielgruppenspezifische Inhalte und Methoden ¢ Lehrlinge ¢ Wirkungen von Alkohol ¢ Mythen ¢ Risikokompetenz ¢ Reflexion Konsumverhalten ¢ Erste Hilfe ¢ Kurz- und langfristige Folgen ¢ Arbeitsrechtliche Fragen ¢ Rauschbrillenparcours ¢ Wissensquiz ¢ Fachliche Inputs (dialog. Prinzip) ¢ Forumtheater

¢ Workshop für Supportkräfte ¢ MOVE – Motivierende Kurzintervention ¢ Reflexion eigener Haltung ¢ Stadien Verhaltensänderung ¢ Umgang mit Ambivalenzen ¢ Hintergrundinformationen zu Alkoholkonsum und Suchterkrankungen ¢ Umgang mit Widerstand ¢ Gesprächsführung ¢ Fachliche Inputs ¢ Übungen Gesprächsführung ¢ Rollenspiel ¢ Fallarbeiten

Qualitätssicherung

¢ Workshop für LehrlingsausbilderInnen ¢ Betriebliche Suchtprävention ¢ Früherkennung ¢ Konsumformen ¢ Interventionsleitfaden ¢ Kommunikation mit Lehrlingen ¢ Interne und externe Hilfe ¢ Arbeitsrechtliche Fragen ¢ Fachliche Inputs ¢ Übungen und Rollenspiel ¢ Fallarbeiten

Orientiert an good/best-practice-Modellen Theoriebasiert Wirkungsmodell Externe Evaluation Internes Monitoring Einschulung und Support der TrainerInnen kompetentes TrainerInnen-Team (Arbeit in Suchthilfe, -prävention) ¢ Gemischtgeschlechtliches Tandem ¢ Manual/Handbuch (Entwicklung nach ersten Projekterfahrungen) ¢ ¢ ¢ ¢ ¢ ¢ ¢

2,0; 4% Ich habe im letzten Monat Alkohol getrunken.

13; 28% 21; 45%

ja nein, nicht im letzten Monat

11; 23%

ich trinke gar keinen Alkohol fehlend

Interne Evaluation der Teilnehmer/innen, bezogen auf die ersten 3 Workshops

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Suchtprävention in der Ausbildung

QUELLE: ISP


DIE WIRKMODELLE DES INSTITUTES FÜR SUCHTPRÄVENTION WIEN

Grafik 1: Wirkmodell für die Workshops im Projekt SUPstart und Grafik 2: SUPstart Gesamtprojekt

GRAFIKEN: ISP (2)

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Suchtprävention in der Ausbildung

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Workshop 4

Geschichte der Perspektive Thurgau

Ein Blick in die Schweiz: Vorstellung der Perspektive Thurgau Das dürfen Sie erwarten: Vorstellung der Perspektive Thurgau Auftragsbasis „Geschichte“ der Perspektive Thurgau Dienstleistungsangebot Fachbereich „Gesundheitsförderung und Prävention“ ¢ Finanzierung – „Zielkaskade“/Umsetzungsbeispiel „Betriebliche Suchtprävention“ ¢ ¢ ¢ ¢

Über uns: ¢ Die Perspektive Thurgau ist die Fachstelle des „Gemeindezweckverbandes für Gesundheitsförderung, Prävention, Beratung Thurgau“. ¢ Die Perspektive Thurgau ist einen Non-Profit-Organisation und finanziert sich über Mitgliederbeiträge, Einnahmen aus entgeltlicher Tätigkeit und Spenden ¢ Die Perspektive Thurgau ist Schweizweit die einzige Organisation, welche von sämtlichen politischen Gemeinden in einem Kanton getragen wird.

Fokussierte strategische Ziele ¢ ¢ ¢ ¢ ¢

Ein gesunder Lebensanfang (WHO Ziel Nr. 3) Gesundheit junger Menschen (WHO Ziel Nr. 4) Verbesserung der psychischen Gesundheit (WHO Ziel Nr. 6) Gesünder Leben (WHO Ziel Nr. 11) Verringerung der durch Alkohol, Drogen und Tabak verursachten Schäden (WHO Ziel Nr. 12)

Auftragsbasis ¢ Gesundheitsgesetze (Bund und Kanton) ¢ Statuten Gemeindezweckverband Gesundheitsförderung, Prävention und Beratung Thurgau ¢ Leistungsvereinbarung zwischen Kanton TG und dem Gemeindezweckverband ¢ Leistungskataloge zu einzelnen Dienstleistungen/ Aufträge des Fachbereiches „Gesundheitsförderung und Prävention“

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Suchtprävention in der Ausbildung

¢ 1950: Suchtberatungsstellen ¢ 1980: Suchtprävention ¢ 1994 bis 2003: Prozess der 1. Reorganisation (Kantonaler Prozess zur Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben) ¢ 2003: 5 Suchtberatungs- und Suchtpräventionsstellen werden unter dem neuen Namen „Perspektive“ zu 3 Fachstellen fusioniert. ¢ 2003 bis 2007: „Versuch“ der gemeinsamen Erbringung von Dienstleistungen im Fachbereich Gesundheitsförderung und Prävention ¢ 2007 bis 2009: Prozess der 2. Reorganisation (Basis für kantonweite Umsetzung schaffen) ¢ 2009: 1 Gemeindezweckverband, 3 Fachstellen mit unterschiedlichen Angeboten ¢ 2010 bis 2012: Prozess der 3. Reorganisation: „Alles unter einem Dach“. ¢ 31. Dez. 2011: Prozess „Alles unter einem Dach“ strategisch abgeschlossen ¢ Januar 2012: „Alles unter einem Dach“

Ursache der seriellen Reorganisation Gesetzeslage in der Schweiz ¢ 1997: Verabschiedung Krankenversicherungsgesetz zur Förderung der Gesundheit (Bund) ¢ Haltung in der Schweiz: Die Aufgaben des Gesundheitswesens und die Gesundheitspolitik verteilen sich auf die drei Ebenen Bund, Kantone und Gemeinden. ¢ Fazit: Kantone und Gemeinden (Akteure der Gesundheitsförderung) müssen die Gesundheit der Bevölkerung fördern. ¢ Der Bund unterstützt die Kantone Akteure der Gesundheitsförderung substanziell in ihren Aktivitäten mit einer jährlichen Summe von rund 17 Millionen Franken. Die „Verteilung“ der Gelder erfolgt über die Stiftung „Gesundheitsförderung Schweiz“ (www.gesundheitsfoerderung.ch) ¢ Die Finanzierung wird durch einen obligatorischen Jahresbeitrag von 2.40 Franken pro krankenversicherte Person sichergestellt, welche die Krankenversicherer zuhanden „Gesundheitsförderung Schweiz“ einziehen.


„Einzigartigkeit, eine organisational und finanziell gute Aufstellung entbindet nicht von Qualität – ganz im Gegenteil!“ Doris Grauwiler – Perspektive Thurgau

Doris Grauwiler erörtert die Aspekte aus ihrem Arbeitsumfeld

Fazit ¢ Kantone müssen handeln ¢ „Wer mitmacht, profitiert von den Fördergeldern“ ¢ „Soziale“ Kontrolle unter den Kantonen bewegt Politikerinnen und Politiker zum Handeln.

Dienstleistungsangebot „Gesundheitsförderung und Prävention“ ¢ Umsetzung kantonaler Projekte, Programme und Angebote (Leitung) ¢ Fachbegleitung/Mitarbeit in Projekt- und Arbeitsgruppen sowie Kommissionen (Begleitung) ¢ Referate, Kurse und Weiterbildung (Wissensvermittlung) ¢ Information Dienstleistungsangebot konkrete Umsetzungen: ¢ Gesundheit und Familie – Pilotprojekt in der Stadt Frauenfeld „Mit Eltern Lernen“ (PAT aus Nürnberg) – Pilotprojekt „Trennungs- und Scheidungskindergruppe“ (kantonsweit) ¢ Migration und Gesundheit – Femmes-Tische

¢ Ernährung und Bewegung – Kantonales Aktionsprogramm „Thurgau bewegt“ für Ausgewogene Ernährung und Bewegungsförderung ¢ Sexuelle Gesundheit – HIV/STI Prävention – Sexualpädagogik ¢ Psychische Gesundheit – Pilotprojekt „Umgang mit psychisch belasteten Mitarbeitenden“ ¢ „Netzwerk Gesunde Gemeinde Thurgau“ ¢ „Netzwerk Gesundheitsfördernde Schule Thurgau“ ¢ Alkoholprävention/Jugendschutz – Jugendschutzkonzepte für Großanlässe – Jugendschutzmaterial ¢ Suchtprävention – Betriebliche Suchprävention – Prävention Glücksspielsucht – f&f web Früherkennung und Frühintervention in der Schule

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Suchtprävention in der Ausbildung

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Workshop 4

AUFBAU UND VERNETZUNG DER PERSPEKTIVE THURGAU

Organisationsaufbau

Fachstellen- und Beratungsstandorte im Kanton Thurgau/Schweiz Diessenhofen fen Schlatt

Salenstein/Mannenbach/Fruthwilen Berlingen Ermatingen g Tägerwilen

Wagenhausen/Kaltenbach

Basadingen sadingen

Schlattingen

Neunforn

Steckborn Eschenz

Kreuzlingen euzlingen

Bottighofen

Homburg

Hüttwilen / Nussbaumen

Lanzenneunforn

Uesslingen /Buch Warth

Müllheim Pfyn Felben -Wellhausen Hüttlingen

Frauenfeld

Islikon /Gachnangg Häuslenen

Kemmental

Amlikon

Thundorf

Sirnach Eschlikon / E Wilen Bichelsee / Wallenwil Walle Balterswil

Berg

Weinfelden lden

Langricken bach Andwil

Bürglen Bussnang Märwil Affeltrangen Schönholzerswilen Braunau

Münchwilen

Dussnang / Fischingen

Güttingen Kesswil Uttwil Dozwil

Wigoltingen Märstetten

Stettfurt Matzingen g Lommis Wittenwil Tobel Wängi Bettwiesen Aadorf Tänikon

Landschlacht Altnau Al

Wäldi

Wuppenau / Hosenruck

Steinebrunn Hegi

Romanshorn Salmsach Egnach Neukirch

Stachen

Frasnacht

Arbon

Roggwil Freidorf Berg SG

Steinach Horn

1 Standort GFP 77 Standorte MVB 10 Standorte PFJ 6 Standorte SB

GRAFIKEN: PERSPEKTIVE THURGAU (2)

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Suchtprävention in der Ausbildung


Finanzierung Dienstleistungsangebot ¢ CHF 5.40 pro „Thurgauerkopf“ = 1.377.000.- für ¢ Betriebsbeitrag ¢ Entwicklungen ¢ Umsetzungen „Grundauftrag“ ¢ Aufwand bis zu einem ½ Tag: mittels pro-Kopf-Beiträgen und somit kostenlos für die Auftraggebenden ¢ Aufwand mehr als ein ½ Tag: CHF 65.- pro Stunde ¢ zusätzlich zweckgebundene Projektgelder

BEISPIELHAFTE ZIELKASKADE

Organisatorisches Lernen

STRATEGISCHE ZIELE 2009 – 2016

Verringerung der durch Alkohol, Drogen und Tabak verursachten Schäden (WHO Ziel Nr. 12)

FACHBEREICHSZIELE Verringerung der durch Alkohol, Drogen und Tabak verursachten Schäden (WHO Ziel Nr. 12)

UMSETZUNGSZIELE Angebote für Betriebe, Führungspersonen und Ausbildungsverantwortliche im Bereich „Betriebliche Suchtprävention“ Referate, Kurse und Einzelberatungen für Führungspersonen und Ausbildungsverantwortliche Referate, Kurse für die Belegschaft In Entwicklung: Angebot für Zielgruppe Auszubildende

QUELLE: PERSPEKTIVE THURGAU

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Suchtprävention in der Ausbildung

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Auswertung

5.1 Vorstellung der Workshop-Ergebnisse im Plenum Präsentation der Kernergebnisse durch die Leitungen der Workshops

Um die Workshop-Inhalte allen Teilnehmenden zugänglich zu machen, wurden die wichtigsten Kernergebnisse auf Flipcharts dokumentiert und von den Referentinnen und Referenten im Plenum komprimiert präsentiert. Hierbei wurden die jeweils behandelten Fragestellungen und Schlussfolgerungen benannt sowie Visionen für eine weitere Stärkung betrieblicher Suchtprävention formuliert.

ERGEBNISSE WORKSHOP 1

ERGEBNISSE WORKSHOP 2

Resilienzförderung im Rahmen betrieblicher Suchtprävention

Fachaustausch: Entwicklungsspielräume von Prev@WORK nutzen

Dr. Martina Rummel, Institut für betriebliche Suchtprävention Berlin

Helga Meeßen-Hühne, Landesstelle für Suchtfragen im Land Sachsen-

und Anke Schmidt, Fachstelle für Suchtprävention Berlin

Anhalt und Inga Bensieck, Fachstelle für Suchtprävention Berlin

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60 Qualitätskonferenz Prev @WORK

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Suchtprävention in der Ausbildung


Dr. Sandra Dybowski begleitet die Zusammenfassung der Workshops und formuliert Ergebnisse der Konferenz

ERGEBNISSE WORKSHOP 3

ERGEBNISSE WORKSHOP 4

Vorteile für Unternehmen kommunizieren

Ansätze der betrieblichen Suchtprävention in Nachbarländern

Dr. Julia Hapkemeyer, StatEval Berlin und Kerstin Jüngling,

Dr. Artur Schroers, Institut für Suchtprävention Wien und

Fachstelle für Suchtprävention Berlin

Doris Grauwiler, Perspektive Thurgau

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Qualitätskonferenz Prev @WORK

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Suchtprävention in der Ausbildung

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Auswertung

Evaluationsbericht (Auszug) Ihre Meinung ist uns wichtig – und dient dem kontinuierlichen Verbesserungsprozess!

EVALUATIONSERGEBNISSE N = 64

Vielen Dank für die rege Beteiligung an der Evaluation, wodurch eine überdurchschnittlich hohe Rücklaufquote von knapp 80% erreicht wurde. Besonders gefreut haben uns natürlich die vielen positiven Bewertungen, die uns auch schon im persönlichen Kontakt mitgeteilt wurden und sich auch in den Fragebögen niedergeschlagen haben, aber auch die Anregungen und Verbesserungsvorschläge sind für uns wichtige Hinweise.

Die Konferenz hat Möglichkeit zum Praxisaustausch geboten

Was hat Ihnen besonders gut gefallen? ¢ Der Austausch mit den Kolleginnen/Kollegen, der Wechsel von Vorträgen, Austausch und Workshop ¢ Die Erfahrungsberichte der erfolgreichen Implementierung Prev@WORK ¢ Die kreative Atmosphäre + Auswahl der Themen + ReferentInnen + Location ... ¢ Die Moderation ¢ Die Offenheit in der Diskussion ¢ die Organisation + die Dozenten ¢ neben den informativen Vorträgen: das Angebot des Abendprogramms sowie die hervorragende Verpflegung ¢ Resilienzworkshop + Vortrag! Super! ¢ Insgesamt sehr gelungen!

Der Workshop war anregend

Was sollten wir besser machen? ¢ Für zwei „Grenzüberblicke“ war die Zeit zu knapp. ¢ Ich würde es sehr begrüßen, jährlich angebotene Qualitätskonferenzen zu besuchen, um die aktuellen Themen auch in Workshops zu besprechen. ¢ weniger TOP’s, mehr Zeit! für die einzelnen Themen waren die Zeitfenster etwas klein. Evtl. weniger Themen und größere Zeitfenster

Haben Sie weitere Anregungen, Wünsche oder Kommentare an uns? ¢ bitte regelmäßig fortführen ¢ Eine Tagung bzw. Workshop wäre schön, um das Manual weiterzuentwickeln – Updates fürs Manual (neue Zahlen eingearbeitet) wäre schön ¢ Fortsetzung der Qualitätskonferenz im Jahr 2015 :) ¢ Regionale Trainervernetzung anbieten ¢ Standards formulieren

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62 Qualitätskonferenz Prev @WORK

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Suchtprävention in der Ausbildung

Das Veranstaltungsformat hat mir gefallen


Ich finde solche (programmbezogenen) Qualitätskonferenzen sinnvoll

Durch die Konferenz habe ich Erkenntnisse dazugewonnen

Die Vorträge waren informativ

Veranstaltungsort und -organisation waren ansprechend

In welchem Arbeitsbereich sind Sie hauptberuflich tätig? In welchem Arbeitsbereich sind Sie hauptberuflich tätig?

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GRAFIKEN: FACHSTELLE FÜR SUCHTPRÄVENTION BERLIN (8)

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Anhang

Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Qualitätskonferenz

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Prev @WORK

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Suchtprävention in der Ausbildung

Adam, Liane Aiglstorfer, Hildegard Bensieck, Inga Blaschka, Anke Böhme, Jochen Bolduan, Dagmar, Dr. Bronsch, Constanze Busch, Ute Dybowski, Sandra, Dr. Ebeling, Kerstin Elsner, Michael Engelhard-Oxe, Martina Finger, Patrick Franke, Sibylle Fromm, Sandra Grauwiler, Doris Hammer, Claudia Hapkemeyer, Julia Harms-Böttcher, Anette Hartmann, Thomas, Prof. Dr. Hippler-Schlangen, Elisabeth Homeier, Stephanie Jatkowski, Uta Jokiel, Uwe Jüngling, Kerstin Kasprzyk, Ralf Kemmer, Ute Khayat, Berthe Kinzel, Marcus Kircher-Zumbrink, Regine Kitte, Silke Klug, Burkhard Korndörfer, Anke Kostrzewa, Regina, Dr. Krause, Volker Kriegel, Sandra Kuntzschmann, Sabine Kuttler, Heidi Lang, Peter

Landesinstitut für Schule Zentrum für Prävention und Gesundheitsförderung (ZPG) im Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit Fachstelle für Suchtprävention Berlin gGmbH ZAGG GmbH BfS II St. Johannis GmbH BVG – Berliner Verkehrsbetriebe BMI – Ärztlicher und Sozialer Dienst der obersten Bundesbehörden Krankenpflegeschule – Städtisches Klinikum Dessau Bundesministerium für Gesundheit – Referat Sucht und Drogen 2. Berufsfachschule für Sozialwesen in Berlin-Pankow release e. V. – Fachstelle für Sucht und Suchtprävention Drogen- und Suchtberatungsstelle Haldensleben BMVI – Haupt-Jugend-Auszubildenden-Vertretung Senatsverwaltung für Bildung – Jugend und Wissenschaft Fachstelle für Suchtprävention – Jugend- und Drogenberatung Wolfsburg Perspektive Thurgau Schweiz Fachstelle für Suchtprävention Saalekreis – AWO Erziehungshilfe Halle (Saale) gGmbH StatEval – Gesellschaft für Statistik und Evaluation Deutsche Rentenversicherung Berlin-Brandenburg Hochschule Magdeburg-Stendal Jugend Sucht Beratung Köln Fachstelle für Suchtprävention Berlin gGmbH Schulpsychologisches Beratungszentrum Neukölln Berufsbildende Schulen Ammerland Fachstelle für Suchtprävention Berlin gGmbH Landschaftsverband Westfalen-Lippe Deutsche Rentenversicherung Berlin-Brandenburg ASH Berlin – Evaluation und Qualitätsmanagement Deutsche Rentenversicherung Berlin-Brandenburg Sozialberatung Saarstahl AG Messe Berlin GmbH Fachstelle Suchtprävention – Sucht- und Drogenberatung Fulda Berufsschulzentrum Vogtlandkreis Landesstelle für Suchtfragen Schleswig-Holstein e.V. OSZ für Druck- und Medientechnik Sozialberatung der Berliner Justiz BARMER GEK Berlin-Brandenburg Villa Schöpflin – Zentrum für Suchtprävention gGmbH Lörrach Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)

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64 Qualitätskonferenz Prev @WORK

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Suchtprävention in der Ausbildung


Letzel, Jörg Lieb, Christiane Liedtke, Sabine Lindenberg, Nadine Litzberski-Otten, Dirk Lohmann, Heike Lutz, Miriam Madeja, Sonja Maier, Klaus-Jürgen Mann, Cornelia Martin, Ellen Meeßen-Hühne, Helga Milletat, Antonia Mittermüller, Jörg Mucha, Klaus, Dr. Mutter, Heide Myjal, Peggy N.N. Neubert, Michaela Naumann, Franziska Nöller, Silke Olsok, Birgit Otto, Kartrin Pantzer, Cornelia Perkams, Katja Pfeiffer, Brigitte Piontek, Ulla Pretki, Helga Rattunde, Liane Raiser, Peter Rehner, Birgit Rummel, Christina Rummel, Martina, Dr. Schadt, Christina Schamel, Sirko Schiemann, Elke Schmid, Anna Schmidt, Anke Schmidt, Ute Schmoly, Stephan

Internationaler Bund Mitte gGmbH – NL Sachsen-Anhalt JHAV Wittenberg Hamburgische Landesstelle für Suchtfragen e.V. Robert-Koch-Institut Sozialministerium Schleswig-Holstein – Leitstelle Suchtgefahren am Arbeitsplatz Betriebliches Gesundheitsmanagement Osnabrück Evangelischer Diakonieverein Berlin-Zehlendorf Berliner Wasserbetriebe Tannenhof Berlin Brandenburg e.V. – Suchtberatung LDS Berliner Verkehrsbetriebe – Sozialberatung Polizeidirektion Berlin Tannenhof Berlin Brandenburg e.V. Landesstelle für Suchtfragen im Land Sachsen-Anhalt ZAGG GmbH Dillinger Hüttenwerke AG Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg von Berlin Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg von Berlin – Suchthilfekoordinatorin SenBJW Berlin – Regionale Schulaufsicht Marzahn-Hellersdorf Vivantes Netzwerk für Gesundheit GmbH Senatsverwaltung für Bildung – Jugend und Wissenschaft Berliner Wasserbetriebe Präventionszentrum Erfurt – Büro Impuls Senatsverwaltung für Bildung, Schule und Wissenschaft – SPBZ Spandau Präventionszentrum Erfurt – Büro Impuls OSZ für Druck- und Medientechnik AOK Nordost Schule für Gesundheitsberufe am St. Joseph-Krankenhaus Tempelhof Annedore-Leber-Berufsbildungswerk Berlin VISTA Suchtberatung Spandau Städtisches Klinikum Dessau – Krankenpflegeschule Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V. 2. Berufsfachschule für Sozialwesen in Berlin Pankow Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V. Institut für Betriebliche Suchtprävention e.V. Fachstelle für Suchtprävention Berlin gGmbH Fachstelle für Suchtprävention Dresden Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales Sucht Schweiz Fachstelle für Suchtprävention Berlin gGmbH Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf von Berlin Eingliederungshilfe der navitas gGmbH

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Qualitätskonferenz Prev @WORK

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Suchtprävention in der Ausbildung

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Teilnehmer der Qualitätskonferenz

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Schroers, Artur Schubert, Frank Schumann, Katharina Seiche, Franziska Stelter, Marion Straub, Juliane Süß, Frank Thiele, Andreas Thiele, Sally Tilly, Alke Tollkühn, Karena Vitzthum, Karin, Dr. Voges, Silke Vonend, Nicole Weigand, Helmut Wenzel, Cornelia IMPRESSUM Wieland, Dagmar Wilde, Ulrike Wiesegart, Anja2015 1. Aufl age | Februar

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Institut für Suchtprävention Wien Österreich Bezirksamt Mitte von Berlin Handwerkskammer Berlin Berufsbildungszentrum Kleinmachnow Physikalisch-Technische Bundesanstalt Fachstelle für Suchtprävention Berlin gGmbH Berufsschulzentrum Vogtlandkreis Annedore-Leber-Berufsbildungswerk Berlin AWO Familienzentrum Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen Bezirksamt Mitte von Berlin Vivantes Klinikum Bezirksamt Treptow-Köpenick von Berlin AWO KV Salzland e.V. – Fachstelle für Suchtprävention OSZ Lotis Landeskriminalamt Berlin Präv 21 Fachstelle Suchtprävention Main-Kinzig-Kreis – Jugend- und Drogenberatung Bezirksamt Treptow-Köpenick von Berlin Internationaler Bund Mitte gGmbH – NL Sachsen-Anhalt JHAV Wittenberg

Herausgeber: Fachstelle für Suchtprävention Berlin gGmbH Mainzer Straße 23 | 10247 Berlin Telefon: 030 - 29 35 26 15 | Fax: 030 - 29 35 26 16 E-Mail: info@berlin-suchtpraevention.de www.berlin-suchtpraevention.de Die Fachstelle für Suchtprävention Berlin gGmbH ist eine Tochtergesellschaft des Evangelischen Diakonievereins Berlin-Zehlendorf e.V. und wird gefördert durch die Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales in Berlin.

Förderer: Die Qualitätskonferenz Prev@WORK und die Erstellung dieser Dokumentation wurde dankenswerterweise finanziert durch das Bundesministerium für Gesundheit. Redaktion: Kerstin Jüngling, Anke Schmidt und Juliane Straub V. i. S. d. P. Kerstin Jüngling Gestaltung und Satz: Martina Jacob, Bettina Boos Fotos und Bildnachweise: Alle Bilder, sofern nicht gesondert ausgewiesen, sind Eigentum der Fachstelle für Suchtprävention Berlin gGmbH.

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Anhang

Zum Programm Prev@WORK

PRÄVENTION IST NACHHALTIGE PERSONALENTWICKLUNG

individualisierbarer Prev@WORK-Flyer zum Programm

Materialien wie z.B. Notizblock A4, Kugelschreiber, Minizollstock


PRÄVENTION IST NACHHALTIGE PERSONALENTWICKLUNG

Diese Dokumentation der bundesweiten Qualitätskonferenz Prev@WORK vom 29. - 30. September 2014 in Berlin beleuchtet auch aus europäischer Sicht Bedarfe, Hindernisse und Erfolge bei der Umsetzung suchtpräventiver Programme im betrieblichen Kontext, z.B. Prev@WORK. Sie zeigt beeindruckende Beispiele aus der Praxis und verdeutlicht den Zusammenhang von Suchtprävention, Förderung mentaler Gesundheit und Resilienz. Für die Weiterentwicklung wirksamer Maßnahmen der Prävention setzen sich neben den Herausgebern viele Fachkolleginnen und Kollegen der Suchtprävention ein.

www.prevatwork.de

Profile for Fachstelle für Suchtprävention Berlin gGmbH

Prev@WORK bundesweite Qualitätskonferenz 2014  

Dokumentation 29. - 30. September 2014 – Prävention ist nachhaltige Personalentwicklung Diese Dokumentation beleuchtet auch aus europäischer...

Prev@WORK bundesweite Qualitätskonferenz 2014  

Dokumentation 29. - 30. September 2014 – Prävention ist nachhaltige Personalentwicklung Diese Dokumentation beleuchtet auch aus europäischer...

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