Themenheft Fachstelle für Suchtprävention, Ausgabe 63

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UNABHÄNGIG BLEIBEN!

kompetent gesund.de FACHSTELLE FÜR SUCHTPRÄVENTION

SUCHTPRÄVENTION BERLIN

THEMENHEFT NO. 63 SEPTEMBER 2021

ERFOLGE, HERAUSFORDERUNGEN, INNOVATIONEN: SUCHTPRÄVENTION KOMPETENT GESTALTEN – BERLINER FACHTAGUNG ZU WIRKUNGSVOLLER SUCHTPRÄVENTION

MODERNE SUCHTPRÄVENTION Beitrag zum Schutz psychischer Gesundheit

DIGITALE ANGEBOTE Veranstaltungsreihe Coffee Corner wird fortgesetzt

CANNABISPRÄVENTION Neues Bundesmodellprojekt gestartet


INHALT NEWSLETTER DER FACHSTELLE FÜR SUCHTPRÄVENTION BERLIN SOWIE INFORMATIONEN ZU SUCHTPRÄVENTION 3D 3 LEITARTIKEL Suchtprävention – ein zentraler Beitrag zum Schutz psychischer Gesundheit

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QUALITÄT IN DER SUCHTPRÄVENTION Fachtagung zu wirkungsvoller Suchtprävention

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CANNABISPRÄVENTION

Themenheft Suchtprävention No. 63 | Ausgabe September 2021 Das Themenheft wird herausgegeben von der Fachstelle für Suchtprävention Berlin gGmbH. Die Fachstelle für Suchtprävention Berlin wird gefördert durch die Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung und ist eine Einrichtung der: Fachstelle für Suchtprävention Berlin gGmbH Chausseestr. 128/129 | 10115 Berlin Tel.: 030 - 29 35 26 15 | Fax: 030 - 29 35 26 16 info@berlin-suchtpraevention.de www.kompetent-gesund.de www.berlin-suchtpraevention.de Alleiniger Gesellschafter der Fachstelle für Suchtprävention Berlin gGmbH ist das: Institut für Gesundheit und Kommunikation e.V. Chausseestr. 128/129 | 10115 Berlin Tel.: 030 - 24 04 69 70 | Fax: 030 - 29 35 26 16 info@iguk.de www.iguk.de V.i.S.d.P. Kerstin Jüngling, Fachstelle für Suchtprävention Berlin gGmbH Redaktion: Kerstin Jüngling, Christina Schadt Gestaltung: Martina Jacob Erscheinungsweise: 4x jährlich Auflage dieser Ausgabe: 3.500 per E-Mail-Verteiler / 250 gedruckte Exemplare Wenn Sie dieses Themenheft abbestellen wollen, schicken Sie eine E-Mail mit dem Betreff „Abbestellen“ an: info@berlin-suchtpraevention.de Bildquellen Umschlag: Fotolia / Sarunyu_Foto; Isabell Kiesewetter

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VERANTWORTUNGSVOLLER UMGANG MIT ALKOHOL UND ILLEGALEN DROGEN Förderung von Konsum- und Risikokompetenz – wenn junge Erwachsene wieder feiern gehen …

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LANDESPROGRAMM „BERLIN QUALMFREI“ Strategiepapier für ein rauchfreies Deutschland 2040

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„Schwanger? Besser nicht rauchen!“

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AUSTAUSCH UND VERNETZUNG Coffee Corner geht weiter!

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BERLINER PRÄVENTIONSPRAXIS Mit Jugendlichen über Konflikte sprechen

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PRÄVENTION IM BREITENSPORT Digitales Workshop-Angebot für Fußballvereine

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KINDER AUS SUCHTBELASTETEN FAMILIEN Sport im Kiez – ein neues Präventionsprojekt in Berlin

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WEITBLICK Filmdreh in Kinderhand – erlebnisreicher Theaterworkshop 13 PERSPEKTIVE Zweiter überregionaler Online-Fachaustausch

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NEUES ZU DEN PROJEKTEN DER FACHSTELLE FÜR SUCHTPRÄVENTION BERLIN GGMBH UND IHREM GESELLSCHAFTER, DEM INSTITUT FÜR GESUNDHEIT UND KOMMUNIKATION E.V. 14 CANNABISPRÄVENTION IM SETTING JUGENDHILFE Start des Bundesmodellprojekts „Niederschwellige Cannabisprävention für Jugendliche in schwierigen sozialen Lagen“ 15 SUCHTPRÄVENTION UND GESUNDHEITSFÖRDERUNG IN DER GRUNDSCHULE Schulische Prävention in Zeiten von Corona

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PRÄVENTION FÜR KOGNITIV BEEINTRÄCHTIGTE MENSCHEN Prävention inklusiv – neue Informationsplattform

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RESILIENZFÖRDERUNG Neues kostenfreies Angebot zur Lehrer*innen-Gesundheit 17

Gefördert durch:

NEUERSCHEINUNGEN, TERMINE UND VERANSTALTUNGSHINWEISE ZUR SUCHTPRÄVENTION

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THEMENHEFT 63 _ Fachstelle für Suchtprävention Berlin gGmbH _ 09|21

IMPRESSUM

Berliner Cannabis-Monitoring 2021


Auf den folgenden 12 Seiten lesen Sie den Newsletter der Fachstelle für Suchtprävention Berlin sowie Informationen zum Projekt Suchtprävention 3D, gefördert durch die Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung

LEITARTIKEL

Suchtprävention – ein zentraler Beitrag zum Schutz psychischer Gesundheit

S

ind anderthalb Jahre eigentlich für Sie eine lange Zeit? Seit Schulen wieder im Normalbetrieb laufen, die Restaurants geöffnet haben und Homeoffice nicht mehr die Regel ist, sind wir (toi, toi, toi) in der Zeit nach dem Lockdown angekommen. Sind Sie eher skeptisch oder erleichtert? Die Zeit der Unklarheit ist noch nicht vorbei und stresst uns weiterhin. Aber: wir gewöhnen es uns langsam wieder an, zum Sport zu gehen, Feiern werden nachgeholt und auch die Fachstelle nimmt Präsenzveranstaltungen wieder ins Programm, die jetzt anderthalb Jahre geruht haben. Die Pandemie hatte und hat noch immer tiefgreifende Auswirkungen auf jede und jeden Einzelnen Menschen in dieser unserer Stadt. Insbesondere die psychische Gesundheit wurde im Verlauf dieser letzten 17 Monate verstärkt in Mitleidenschaft gezogen.

THEMENHEFT 63 _ Fachstelle für Suchtprävention Berlin gGmbH _ 09|21

BILDER: FACHSTELLE, PRIVAT

Seelisches und körperliches Wohlbefinden bedingen sich

ANKE TIMM

Um ein erfülltes und gesundes Leben zu führen, bedarf es eines Ineinandergreifens psychischer und körperlicher Gesundheit. Bedingt durch die COVID-19-Pandemie kam es oftmals zu einem Übergewicht beim Schutz der körperlichen Unversehrtheit des Einzelnen und der Gesellschaft bei einer gleichzeitigen Unterrepräsentanz der Förderung und Wahrung psychischen Wohlergehens. Insbesondere für Kinder, Jugendliche und deren Familien birgt die Pandemie neben den unmittelbaren körperlichen Risiken, die alle Menschen betreffen, das mittelbare Risiko seelischer Belastung. Kinder wurden von heute auf morgen von ihren Freund*innen getrennt, Hobbies wurden gestrichen, die institutionelle Erziehung und Bildung heruntergefahren. Das Erlernen von Lebenskompetenz im Zusammenspiel mit Gleichaltrigen fand lange nicht oder nur sehr eingeschränkt statt. Jugendliche, deren Entwicklungsaufgabe es ist, sich aus dem Elternhaus der Welt, insbesondere der Peer-Group zuzuwenden, wurden auf sich selbst und die Beziehung zu den Eltern zurückgeworfen. Im Gespräch mit jungen Menschen haben wir in unseren Beratungen immer wieder den einen Satz gehört „Mir wird alles genommen, was man als Jugendliche(*r) so tun sollte!“ Eltern avancierten über Nacht zu Lehrer*innen, managten parallel Familie, Kinder und Beruf. Dabei eint uns alle dasselbe Gefühl: Ich habe keine Kontrolle und Orientierung mehr! Kontrolle und Orientierung, als zwei der Grundbedürfnisse nach Klaus Grawe1, sind fundamentale Bestandteile des psychischen Gleichgewichtes. Wo sie wegfällt, entsteht nicht selten ein Vakuum, das 1 Vgl. Grawe (2004)

durch Suchtmittel2 oder problematisches Verhalten, wie ausufernden Medienkonsum, gefüllt wird. Laut Erhebungen der DAK Gesundheit und der KKH im Jahr 2020 berichten 95% der Eltern über eine angestiegene Nutzungszeit digitaler Medien bei ihren Kindern und 50% der Eltern machen sich Sorgen über eine Smartphone-Sucht bei ihrem Nachwuchs.3 Die Zeit des Kontrollverlustes ist noch nicht vorbei. Das lässt sich momentan schlecht ändern. Nur ignorieren dürfen wir es nicht. Mit Achtsamkeit und (Selbst-)Mitgefühl sollten wir uns und anderen begegnen und unabhängig von „schnellen Problemlösern“ gut für uns sorKERSTIN JÜNGLING gen. In diesem Sinne bleiben auch wir von der Fachstelle für Suchtprävention Berlin aufmerksam an Ihrer Seite und sind beispielsweise mit dem „Elternaustausch – Unterstützung in der Pubertät“ wieder vor Ort, gerne auch bei Ihnen.

Positionspapier für eine moderne Suchtprävention Am 20. August 2021 hat die Fachstelle nachträglich ihr 15-jähriges Jubiläum gefeiert im Rahmen einer Qualitätstagung. Allen, die dabei gewesen sind als Gäste, Redner*innen oder Gratulanten*innen sagen wir ganz herzlich Danke und freuen uns auf das Fortsetzen unserer gewachsenen und erfolgreichen Zusammenarbeit. Wir haben einerseits im Ohr, dass bekräftigt wurde, dass die Pandemie die Belastungsfaktoren für riskanten Substanzkonsum oder riskante Verhaltensweisen verschärft hat. Gleichzeitig wird jedoch befürchtet, dass besonders in der Prävention der psychischen Gesundheit gespart wird. Deshalb möchten wir Sie heute an dieser Stelle auf unser Positionspapier für die Umsetzung einer modernen Suchtprävention in Berlin aufmerksam machen. Dieses finden Sie auf unserer Website unter www.kompetent-gesund.de/positionspapiersuchtpraevention, verbunden mit der herzlichen Bitte, gemeinsam die Prävention in Berlin und unserem Land weiter zu stärken. Suchtprävention muss endlich in einem größeren Kontext gesehen werden: als Teil der Gesundheitsförderung leistet Suchtprävention, aktuell besonders angesichts der immensen Herausforderungen der Pandemie, einen entscheidenden Beitrag für die psychische Gesundheit und trägt damit zum Gelingen unserer gesellschaftlichen Entwicklung bei. KERSTIN JÜNGLING UND ANKE TIMM Geschäftsführerinnen der Fachstelle für Suchtprävention 2 Vgl. COPSY-Studie UKE, 2021 sowie KKH (2020) 3 DAK Gesundheit (2020) sowie KKH (2020)

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QUALITÄT IN DER SUCHTPRÄVENTION

Fachstelle feiert ihr 15-jähriges Jubiläum mit Fachtagung zu wirkungsvoller Suchtprävention

A

m 20. August 2021 lud die Fachstelle für Suchtprävention Berlin anlässlich Ihres 15-jährigen Bestehens ins Auditorium Friedrichstraße in Berlin-Mitte ein. Um in PandemieZeiten sowohl eine Tagungsteilnahme vor Ort als auch online zu ermöglichen, fand die Tagung hybrid statt. Über 100 Teilnehmende folgten der Einladung, um Qualitätsaspekte in der Suchtprävention in den Blick zu nehmen. Grußworte der Landessuchtbeauftragten Christine Köhler-Azara, dem gesundheitspolitischen Sprecher der SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus Thomas Isenberg sowie der Geschäftsführerin des Paritätischen Berlin Dr. Gabriele Schlimper würdigten die engagierte Arbeit der Fachstelle für Suchtprävention und betonten, dass diese sich durch hohe Fachlichkeit und Qualität auszeichne.

Wissen zu wirkungsvoller Suchtprävention vorhanden ist und es nun verstärkt ein Handeln in den verschiedenen Feldern braucht. Wirksames suchtpräventives Handeln darf nicht verwechselt werden mit „Unterhaltungsangeboten“, die Förderung von Risikokompetenz und die Umsetzung weiterer moderner Ansätze der Suchtprävention braucht gut qualifizierte Fachkräfte in den verschiedenen Settings. Bewährtes sollte in die Breite gebracht werden – kritisch gesehen wurde die immer wieder beförderte „Projektitis“. Angesprochen wurden auch neue Entwicklungen wie das Platzieren von suchtpräventiven Botschaften im Rahmen von Social Media sowie grundsätzlich die Entwicklung der Digitalisierung, die im Rahmen von Covid-19 einen regelrechten Schub erlebt hat – diesen Schwung gilt es jetzt weiterhin zielgerichtet zu nutzen.

KERSTIN JÜNGLING,

Gratulationen wurden von allen Partner*innen und Mitwirkenden ausgesprochen und die Geschäftsführung Kerstin Jüngling und Anke Timm sowie der Vorstand, vertreten von Anke Schmidt und Inga Bensieck, ergriffen die Gelegenheit, noch einmal den Blick darauf zu lenken, wie die Fachstelle im Jahr 2005 ihre Arbeit begonnen hat, welche Erfolge, aber auch Stolpersteine

GESCHÄFTSFÜHRERIN FFS

Die zahlreichen Facetten der Tagung, sei es der Impulsvortrag von Helga Meeßen-Hühne, Landesstelle für Suchtfragen Sachsen-Anhalt, eine Befragung von Fachkräften und ein daraus entstandener Kurzfilm, ein Expert*innen-Talk sowie zahlreiche Foren zu „Qualität konkret“ machten deutlich, dass umfangreiches

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THOMAS ISENBERG, GESUNDHEITSPOLITI-

ALLE VERANSTALTUNGSPUNKTE, DIE IM GROSSEN SAAL DES AUDITORIUMS

HELGA MEESSEN-HÜHNE ZUR PRAXIS-

SCHER SPRECHER DER BERLINER SPD

STATTFANDEN KONNTEN EBENFALLS IM LIVE-STREAM VERFOLGT WERDEN

ORIENTIERTEN EVIDENZBASIERUNG

DR. GABRIELE SCHLIMPER, GF PARITÄTI-

DIE FOREN ZU »QUALITÄT KONKRET« FANDEN ALS PRÄSENZVERANSTALTUNG SOWIE

GRUSSWORTE DER LANDESSUCHTBE-

SCHER WOHLFAHRTSVERBAND BERLIN

AUCH MIT ZAHLREICHEN ONLINE-TEILNEHMER*INNEN STATT

AUFTRAGTEN CHRISTINE KÖHLER-AZARA


FACHTAGUNG

»Von Ausprobieren über Konzept bis zu Zertifizierung – wirkungsvolle Suchtprävention!« Hybride Fachtagung anlässlich des 15-jährigen Jubiläums der Fachstelle für Suchtprävention Berlin

EXPERT*INNEN-TALK MIT WOLFGANG PORSCHE (MODERATION),HELGA MEESSEN-HÜHNE, KERSTIN JÜNGLING,PETER LANG, JUDITH BUGREEV UND CHRISTOPH LAGEMANN (DIGITAL)

es über die Jahre gab und welche Erfahrungen gesammelt werden konnten. Mit dem Blick auf die Zukunft betonten sie, dass moderne und fokussierte Suchtprävention angesichts Covid-19 auch ein Beitrag zum Erhalt von psychischer Gesundheit ist. Einen Rahmen für die Tagung bildete das 15-jährige Jubiläum der Fachstelle für Suchtprävention Berlin – die Teilnehmenden konnten in einer digitalen Ausstellung auf zahlreiche Themen der letzten Jahre zurückblicken – hier können auch Sie einen Blick auf die Ausstellung werfen: www.berlin-suchtpraevention.de/15jahrefachstelle.

BKK VBU sowie allen Referent*innen, ohne die die Tagung so nicht möglich gewesen wäre. Last but not least ein herzliches Dankeschön an Wolfgang Porsche für die angenehme Moderation. Wenn Sie nicht dabei sein konnten oder dabei waren und noch einmal reinschauen möchten – wir haben den Livestream aufgezeichnet, so dass Sie hier nochmal in das Thema „Wirkungsvolle Suchtprävention“ einsteigen können: www.berlin-suchtpraevention. de/qualitaetstagung_2021 CHRISTINA SCHADT

KURZFILM »QUALITÄT IN DER «: SUCHTPRÄVENTION IST, WENN …

Wir danken sehr der Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung, der Glücksspirale, dem Paritätischen Berlin, der

Fachstelle für

JUDITH BUGREEV MIT DER

WOLFGANG PORSCHE, RBB, RADIO

PETER LANG, EHEM. BUNDESZENTRALE

VIELE IMPULSE FÜR DIE

BOTSCHAFT DES BMG

EINS, FÜHRTE DURCHS PROGRAMM

FÜR GESUNDHEITLICHE AUFKLÄRUNG

TEILNEHMENDEN

Suchtprävention Berlin

nen zu Das sagten langjährige Partner*in MnXyDGY diesem Thema www.youtu.be/EgUo

ZWISCHEN VORTRÄGEN UND FOREN BLIEB GENUG ZEIT FÜR GESPRÄCHE

DIE GESCHÄFTSFÜHRUNG KERSTIN JÜNGLING UND ANKE TIMM SOWIE DER VORSTAND

UND FACHLICHEN AUSTAUSCH

DES GESELLCHAFTERS, VERTRETEN VON ANKE SCHMIDT UND INGA BENSIECK

BILDER: ISABELL KIESEWETTER (15)

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CANNABISPRÄVENTION

KONSUMSITUATION AN SCHULEN

BILD: ADOBE STOCK/FOTONINOZE

Cannabiskonsum weiter auf hohem Niveau – Berliner Cannabis-Monitoring 2021 als im Bundesdurchschnitt.3 Auch die Konsumhäufigkeiten liegen auf einem sehr hohen Niveau. Fast die Hälfte der BERLINER CANNABIS-MONITORING 2021 sowohl männlichen als auch ONLINE ERHÄLTLICH BILDER: FACHSTELLE weiblichen Befragten (44,3%) gab an, mehrmals pro Monat oder mehr Cannabis zu konsumieren. Hast du in deinem Leben schon einmal Cannabis konsumiert? 70

50 40 30

6

31 %

20 10 0

Cannabiskonsum in Berlin besonders verbreitet Bundesweite Studien zeigen, dass Cannabis neben den legalen Substanzen Alkohol und Tabak die Substanz ist, deren Konsum in Deutschland unter Jugendlichen und Erwachsenen mit Abstand am weitesten verbreitet ist.1 Mit 17,1% weist Berlin im Vergleich zum Bundesdurchschnitt die höchste 12-Monats-Konsumprävalenz von Cannabis auf und der Trend ist steigend.2

69 %

60

Insgesamt wurden dabei nun 2.257 Schüler*innen im Alter von 12 bis 20 Jahren im Zeitraum von 2017 bis Mai 2021 befragt. Das durchschnittliche Alter der Schüler*innen liegt bei 15,4 Jahren und sie besuchen verschiedene Oberschulen, darunter Gymnasien, berufliche Schulen, integrierte Sekundarschulen, Gesamtschulen und Freie Schulen.

Ja

Nein QUELLE: FACHSTELLE FÜR SUCHTPRÄVENTION BERLIN

Jede*r zweite Cannabis konsumierende Befragte weist ein Suchtrisiko auf

Der Konsum unter den Befragten nach wie vor auf hohem Niveau

Auch eine mögliche Suchtgefährdung wurde mittels des interantionalen Cannabis Abuse Screening Test (CAST)4 in dieser Befragung unter Berliner Schüler*innen erhoben. Dieser ermöglicht auf Basis von sechs Fragen zu Konsumfolgen eine valide Kategorisierung zwischen Konsumrisikostufen.

Die Ergebnisse der Befragung sind besorgniserregend: Ca. ein Drittel (31,1%) der befragten Berliner Schüler*innen hat schon einmal Cannabis konsumiert. Zugleich ist das durchschnittliche Alter bei Erstkonsum der Schüler*innen zum genannten Erhebungszeitpunkt mit 14,4 Jahren sehr niedrig – 2 Jahre früher

Die Ergebnisse der Befragung zeigen, dass 50,8% der Konsumierenden kein Suchtrisiko, 27% ein geringes und 22,2% ein hohes Suchtrisiko aufweisen. Demnach weist jede*r 2. Cannabis konsumierende Jugendliche in der Befragung Merkmale einer

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ie Fachstelle für Suchtprävention Berlin untersucht seit Juni 2017 den möglichen Cannabiskonsum Berliner Schüler*innen. Die anonyme Befragung im Rahmen durchgeführter Präventionsseminare und -workshops an Schulen und Oberstufenzentren wird mittels Fragebögen durchgeführt, die neben Fragen zum Konsumverhalten auch die Lebenszufriedenheit und Lebenskompetenzen untersucht. Bereits im Jahr 2019 wurden die Ergebnisse erstmalig veröffentlicht und werden nun durch die Zahlen der letzten Jahre als nicht-repräsentative Gesamterhebung ergänzt.


gen noch immer eine große Unwissenheit: „Das mit dem Eigenbedarf ist doch dann voll irreführend.“

CAST Klassifikation 60 50

51 %

Riskanten Konsum durch wirksame Prävention vermeiden

40 27 %

30

22 %

20 10 0

kein Suchtrisiko

Geringes Suchtrisiko

Hohes Suchtrisiko

QUELLE: FACHSTELLE FÜR SUCHTPRÄVENTION BERLIN

Suchtgefährdung auf. Zudem gaben Schüler*innen mit erhöhtem Suchtrisiko an, mehr Druck durch die Erwartungen der Eltern oder der Familie zu empfinden als Schüler*innen ohne oder mit nur geringem Suchtrisiko. Unabhängig vom Cannabiskonsum gab mehr als die Hälfte der befragten Schüler*innen an, häufig über das eigene Leben zu grübeln und nahezu ein Drittel fühlt sich durch die Leistungsorientierung in der Gesellschaft belastet.

Lebenskompetenzen und Lebenszufriedenheit junger Menschen fördern

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BILDER: NOUNPROJECT, ISTOCKPHOTO / AALTAZAR

Die Ergebnisse zur Lebenskompetenz und -zufriedenheit machen noch einmal deutlich, in welchem Maße sich Jugendliche und junge Erwachsene durch alterstypische Fragen und Problemstellungen belastet fühlen und sich von ihrem Alltag und Anforderungen der Leistungsgesellschaft ablenken wollen. Nützlich sein können spezifische Hilfsangebote, in welchen die Verbindung zwischen Eltern und ihren Kindern gestärkt wird. Neben anderen Beratungsangeboten bietet die Berliner Präventionspraxis „Raus aus der Grauzone“, ein Projekt der Fachstelle für Suchtprävention Berlin mit Außenstelle in Steglitz, suchtpräventive Beratungs- und Veranstaltungsangebote für Jugendliche und deren Eltern an. Als Eltenteil ist es wichtig, mit den Kindern im Gespräch zu bleiben, vor allem wenn Druck auf die Kinder ausgeübt wird und dies selbst nicht wahrgenommen wird.

Durch die Ergebnisse wird deutlich, dass Berlin nach wie vor eine Stärkung der Prävention, sowohl universell, selektiv und indiziert, benötigt. Nicht nur hinsichtlich der öffentlich geführten Regulierungsdebatte sollte Cannabisprävention regelhaft in den schulischen Kontext integriert werden, um eine kritische Auseinandersetzung zu fördern. Gute und wirksame Prävention bedarf dabei immer eines Blickes auf die aktuellen Erkenntnisse und Bedarfe der Zielgruppe. Bei der Planung suchtpräventiver Maßnahmen und Projekte ist es wichtig, Qualitätsstandards (z.B. Cannabisprävention der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung)5 zu berücksichtigen, um Nachhaltigkeit sicherzustellen. Maßnahmen sollen möglichst modern und evidenzbasiert gestaltet werden. Die Förderung von Gesundheits- und Lebenskompetenzen sollte in der Suchtprävention ein zentrales Anliegen sein, um einen kompetenten Umgang mit schwierigen Situationen zu vermitteln und so riskantem Konsumverhalten vorzubeugen. Eine berlinweite Stärkung der Cannabisprävention ist besonders auch angesichts der Folgen der Coronapandemie eine sinnvolle Investition in die Gesundheit junger Menschen! Die Veröffentlichung des gesamten Monitorings finden Sie hier: www.tinyurl.com/y76y8ey7

Neues Projekt für junge Heranwachsende aus schwierigen Soziallagen „Niedrigschwellige Cannabisprävention für Jugendliche in schwierigen sozialen Lagen“, ein Modellprojekt gefördert durch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, reagiert auf die im Monitoring ersichtlich gewordenen Bedarfe. Das als Modellvorhaben angelegte Projekt basiert auf Berliner Erfahrungen in der interaktiven Cannabisprävention in Kombination mit zielgruppengerechten erlebnispädagogischen Aktivitäten zur Förderung von Risiko- und Lebenskompetenz. So sollen junge Heranwachsende aus schwierigen Soziallagen und deren Bezugspersonen mit niedrigschwelligen Präventionsmaßnahmen erreicht werden (siehe hierzu den Artikel auf Seite 15). ANNA-LENA METTERHAUSEN UND JULIA STRAUB

Cannabiskonsum ist Thema unter jungen Menschen In den durchgeführten Schüler*innen Workshops wurden zahlreiche O-Töne aufgenommen und gesammelt. Diese zeigen, dass die Verbreitung des Cannabiskonsums in Berlin als normal betrachtet wird. Dies unterstreichen Aussagen, wie bespielsweise: „In Berlin ist das doch voll normal“, „Gras gibt’s überall“ oder „Auch wenn man selber nicht Cannabis konsumiert, man kennt immer jemanden.“ Darüber hinaus wird auch über die Wirkungen des Cannabiskonsums und der Nebenwirkungen gesprochen: „Aber Alkohol und Zigaretten sind doch viel schädlicher“ oder „Das Zeug von heute putscht eher auf, als dass es dich lässig in die Couch drückt.“ Dazu zeigt sich in Hinblick auf die rechlichen Rahmenbedingun-

Fachstelle für Suchtprävention Berlin 1 Seitz, N.- N., Rauschert, C., Orth, B. & Kraus, L. (2020): Illegale Drogen – Zahlen und Fakten zum Konsum. In: Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V. (Hrsg.), Jahrbuch Sucht 2020. Lengerich: Pabst Science Publishers. 2 Kraus, K., Seitz, N.-N. & Rauschert, C. (2020): Epidemiologischer Suchtsurvey Berlin 2018. Ergänzende Er-gebnisse zu illegalen Drogen und substanzbezogenen Störungen. München: Institut für Therapieforschung. 3P iontek, D., Gomes de Matos, E., Atzendorf, J. & Kraus, L. (2016): Kurzbericht Epidemiologischer Suchtsurvey 2015. Tabellenband: Konsum illegaler Drogen, multiple Drogenerfahrung und Hinweise auf klinisch relevanten Drogenkonsum nach Geschlecht und Alter im Jahr 2015. München: IFT Institut für Therapieforschung. 4 Spilka, S., Janssen, E. & Legleye, S. (2013): Detection of Problem Cannabis Use: The Cannabis Abuse Screening Test (CAST). Observatoire francais des drogues et des toxicomanies (OFDT): Paris. 5 Friedrich & Pohlmann (2021): Qualitätsstandards für die Cannabisprävention im Jugend- und jungem Erwachsenenalter. Köln: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

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VERANTWORTUNGSVOLLER UMGANG MIT ALKOHOL UND ILLEGALEN DROGEN

Förderung von Konsum- und Risikokompetenz – wenn junge Erwachsene wieder feiern gehen …

Für viele Menschen stellt die Pandemie eine vielfach herausfordernde Situation dar. Der damit einhergehende veränderte Alltag, die fehlenden Freizeitangebote als Ausgleichsmöglichkeit und die Verlagerung des Feierns in den öffentlichen Raum zeigen Auswirkungen auf den Substanzkonsum. Um mögliche Veränderungen besser nachvollziehen zu können, befassten sich unterschiedliche Studien weltweit mit dem Konsumverhalten während des ersten Lockdowns. Hierbei konnte unter anderem eine Verlagerung des Freizeitdrogenkonsums festgestellt werden. Stimulanzien, wie beispielsweise MDMA oder Amphetamine, die vor allem bei Tanzveranstaltungen und im Clubsetting konsumiert werden, wurden dabei in geringerem Maße eingenommen. Konträr dazu ist der Konsum von Alkohol, Tabak und Cannabis gestiegen.1 Bei einer vom Berliner Safer-Nightlife-Projekt SONAR 2020 initiierten Monitoring-Befragung zeichneten sich die zuvor beschriebenen Tendenzen im Berliner Nachtleben ebenfalls ab. Nach Schließung der Clubs im März 2020 gaben 22% der Befragten des SONAR Monitorings (2021) an, dass sie mehr konsumierten, 48% schätzen den Konsum ähnlich ein und 39% nahmen laut eigenen Angaben weniger Substanzen als vor der Pandemie zu sich. Auffällig ist auch bei dieser Untersuchung, dass der Alkoholkonsum erheblich angestiegen ist. Zudem war auch in Berlin eine Konsumverlagerung hin zu Cannabis sowie anderen „Downern“ (z.B. Sedativa) zu verzeichnen. Letztere wurden nach Angaben der Konsument*innen zur Entspannung sowie zur Bearbeitung akuter Überlastungen genutzt, was vor allem in der anhaltenden Pandemiesituation als problematisch einzuordnen ist.2

Konsum- und Risikokompetenzen fördern Wichtig bei präventiven Maßnahmen im Clubsetting oder im Allgemeinen beim Freizeitdrogenkonsum ist die Förderung von Konsum- und Risikokompetenz. Auch die potenziellen Folgen von Mischkonsum sollten aufgezeigt werden. Als zielführend haben sich Maßnahmen erwiesen, die aufsuchend, proaktiv, niedrigschwellig sowie mit Peer-Education arbeiten. In der präventiven Arbeit ist risflecting®*, ein wirksamer pädagogischer Ansatz zur Förderung eines souveränen Umgangs mit Rausch und Risiko. Aufgrund der Gesetzeslage und dem illegalen Status vieler Substanzen haben Konsumierende bei der Inanspruchnahme von Hilfsangeboten jedoch Bedenken. Auch Ängste vor möglicher Stigmatisierung und anderen Sanktionen können hemmend wirken. Durch die Verlagerung der Feier- und Partyszene in den öffentlichen Raum sollten die Zugangswege für das Vermitteln von Präventionsbotschaften erweitert werden. Die Förderung von kritischer Auseinandersetzung sowie Informationsvermittlung über Social Media kann beispielsweise eine hilfreiche ergänzende Kommunikationsstrategie darstellen, da die meist junge Zielgruppe durch eine hohe Medienaffinität geprägt ist. Weiterhin sollten auch die Veränderungen im Konsumverhalten Berücksichtigung finden: Es braucht sowohl Informationen zu „Downern“ als auch übergreifend zu Mental Health, um vor allem auch Belastungen der Konsumierenden durch zum Beispiel fehlendem Freizeitausgleich thematisieren zu können. Die Freizeitgestaltung und auch das Partyleben kommen zurück. Der Wunsch das vergangene Jahr „nachzuholen“ ist verständlich, umso wichtiger ist es frühzeitig über Risiken sprechen zu können. ANNA-LENA METTERHAUSEN UND MARIA USBECK Fachstelle für Suchtprävention Berlin

Wie ging es dann weiter? Neben illegalen Partys und Veranstaltungen öffneten im Juni 2021 nun wieder einige Clubtüren. Feiern ist jedoch nach wie vor nur mit Einschränkungen und unter Einhaltung der aktuellen Hygienemaßnahmen möglich. Somit fanden viele Partygänger*innen den Weg aus den Parks zurück in die Clubs.

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1 Infodrog (Hrsg.) (2020): COVID-19 und Freizeitdrogenkonsum: Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf das Konsumverhalten und den illegalen Drogenmarkt–Schlussbericht der Befragung von Freizeitdrogenkonsumierenden. Bern: Infodrog/Schweizerische Koordinations- und Fachstelle Sucht. 2 SONAR (Hrsg.) (2021): Monitoring Report 2020.Berlin: SONAR. * Weitere Informationen zum risflecting®-Ansatz finden Sie hier: www.berlin-suchtpraevention.de/projekte/fuer-junge-menschen_risflecting/

BILD: FREEPIK

Wie wirkte sich die Situation auf den Konsum aus?

Auf die damit einhergehenden Veränderungen, Bedarfe und Gegebenheiten sollte auch die Prävention frühzeitig reagieren.

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u Beginn des letzten Jahres erreichte die Corona-Pandemie auch Deutschland – Seither nehmen die Maßnahmen des Bundes zur Eindämmung des Virus enormen Einfluss auf sämtliche Lebensbereiche. Durch die bundesweite Schließung von Clubs sowie weiteren Kultur- und Veranstaltungsorten im März 2020, war an ausgelassenes Feiern nicht mehr zu denken.


LANDESPROGRAMM „BERLIN QUALMFREI“

Strategiepapier für ein rauchfreies Deutschland 2040

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as vorgestellte Strategiepapier des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), welches mit der Unterstützung von insgesamt 52 Gesundheits- und zivilgesellschaftliche Organisationen erstellt wurde – darunter die Deutsche Krebshilfe, das Aktionsbündnis Nichtrauchen (ABNR), die Deutsche Allianz Nichtübertragbare Krankheiten (DANK) und die Fachstelle für Suchtprävention Berlin – wurde zum diesjährigen Weltnichtrauchertag veröffentlicht. Die Strategie umfasst 10 Maßnahmen.

trifft die Werbung, Herstellung, Preise und Verfügbarkeit. Auch ist es wichtig, die Produktion mitzudenken und Alternativen für den Tabakanbau zu finden, sowie Kosten der Entwöhnungstherapie zu übernehmen, Passivrauchen einzudämmen und Kinder zu schützen. Verdampfer und E-Produkte sollten ebenso mit in die Kampagnen und Maßnahmen einbezogen werden. Die nachweislich wirksamen Maßnahmen des Framework Convention on Tobacco Control (FCTC) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) machen deutlich, 2040 wie wichtig und dringlich das TheStrategie für ma ist. Das Strateein tabakfreies Deutschland giepapier beschreibt 2040 darauf aufbauend konkrete Umsetzungsforderungen.

Das Ziel: Deutschland soll im Jahr 2040 so gut wie tabakfrei sein und der Anteil rauchender Erwachsener unter 5% und bei Jugendlichen unter 2% liegen.

Rauchfreiheit als ganzheitlicher Ansatz BILD: ISTOCKPHOTO / AALTAZAR

Es ist wichtig, dass das Thema tabakfreies Deutschland an die breite Öffentlichkeit getragen wird! Ein allumfassender und ganzheitlicherer Ansatz ist dafür essentiell. Denn nur wenn sowohl ökonomische, soziale, medizinische und geopolitische Perspektiven mitgedacht werden, kann das Ziel umgesetzt werden. Für ein rauchfreies Deutschland bedeutet das, den Markt von Tabakprodukten zu reglementieren: Das be-

Ziel: 2040 konsumieren weniger als fünf Prozent der Erwachsenen und weniger als zwei Prozent der Jugendlichen in Deutschland Tabakprodukte, E-Zigaretten oder andere verwandte Erzeugnisse, insbesondere, wenn diese das suchterzeugende Nikotin enthalten

Zum Strategiepapier gelangen Sie hier: www.dkfz.de

Gesundheitskompetenz Rauchfrei in der Pflege

kompetent gesund.de FACHSTELLE FÜR SUCHTPRÄVENTION

PH

SONJA WERNER Fachstelle für Suchtprävention Berlin

STRATEGIE BASIEREND AUF DER FCTC

BILD: DKFZ

„Schwanger? Besser nicht rauchen!“ – Neue Infokarte und Video erschienen!

THEMENHEFT 63 _ Fachstelle für Suchtprävention Berlin gGmbH _ 09|21

D

ie Fachstelle hat anlässlich des Weltnichtrauchertages, der jedes Jahr am 31.Mai begangen wird und dieses Jahr unter dem Motto „Commit to quit“ stand, die Chance genutzt, um eine Zielgruppe in den Blick zu nehmen, welche noch häufig zu wenig Beachtung findet. Daraus ist nicht nur eine neue Infokarte, sondern auch ein Video entstanden.

Schwanger sein und rauchen – nach wie vor ein sehr sensibles Thema!

NEUE INFOKARTE – VERTEILT IN BERLINER LOKALITÄTEN

BILDER: FACHSTELLE

Umso wichtiger, nicht nur über diese Gruppe, sondern vor allem mit ihr zu sprechen! So ist ein Video für schwangere Rauchende bzw. Rauchende, welche schwanger werden wollen, entstanden und mittlerweile auf dem YouTube-Kanal der Fachstelle einsehbar. Per QR-Code, welcher auf der neu veröffentlichten Infokarte „Schwanger? Besser nicht rauchen!“ zu finden ist, gelangt man schnell zum Video. Die neue Infokarte wurde in Berliner Lokalitäten über eine DinamixKartenaktion in Umlauf gebracht.

Unser YouTube-Video gibt Ihnen Infos und bietet Unterstützung für einen Rauchstopp.

Das Video vermittelt nicht nur Informationen zu den Vorteilen einer rauchfreien Schwangerschaft, sondern gibt auch wertvolle Tipps für die Umsetzung im Alltag an die Hand. Es bietet außerdem Multiplikator*innen die Möglichkeit, schnell zum Thema ins Gespräch zu kommen. Nach wie vor raucht jede 10. Schwangere – mehr als Grund genug, dem Thema mehr Raum zu geben! Teilen Sie das Video gern, um möglichst viele Schwangere zu erreichen: ganz einfach per QR-Code! CHRISTINA WEIDANZ Fachstelle für Suchtprävention Berlin

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AUSTAUSCH UND VERNETZUNG

Coffee Corner !

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Veranstaltungsreihe zu aktuellen Themen der Suchtprävention geht weiter!

O-Töne: ¢ Der Austausch zwischen den Kolleg*innen war sehr hilfreich und hat mir viel Input für die Arbeit mitgegeben. ¢ Die Coffee Corner ist in dieser Zeit ein geniales Angebot! ¢ Tolles Angebot! Ich arbeite in einer sehr ländlichen Gegend und ansonsten sind Fortbildungen immer mit langen Fahrtzeiten verbunden! ¢ Tolle Zusammenfassung wissenschaftlicher Erkenntnisse, an Praxisbeispielen erklärt ¢ So macht Fortbildung Spaß. Mehr davon!

¢ #20 »Neues aus der Berliner Präventionspraxis: Pubertät – Kopf und Körper im Umbau« 21.09.2021 ¢ #21 »Prävention inklusiv – Suchtprävention und Ressourcenstärkung für Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen« 28.09.2021 ¢ #22 »Was ist eigentlich Suchtprävention? Grundlegendes kompakt besprochen« 05.10.2021

BILDER: OLLUSTRATOR / ISTOCK, LIKORBUT/CREATIVE MARKET

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Die Zufriedenheit und aktive Beteiligung der Teilnehmenden – nicht nur aus Berlin sondern aus dem ganzen Bundesgebiet sowie Österreich und Schweiz – war hoch. Der Austausch mit den unterschiedlichen Akteur*innen ist auch für uns in jedem Termin bereichernd, so dass wir das Online-Angebot mit weiteren Themen fortsetzen, auch wenn wieder vermehrt Präsenz-Seminare möglich sind.

Folgende Themen erwarten Sie in den nächsten Wochen bis zu den Berliner Herbstferien jeweils dienstags von 15:00 – 16:30 Uhr über Zoom:

Eine Anmeldung ist unter anmeldung@berlin-suchtpraevention.de möglich.

TERMINE

CHRISTINA WEIDANZ UND UTE GRINGMUTH-DALLMER Fachstelle für Suchtprävention Berlin

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Der bundesweite Wettbewerb für rauchfreie Schulklassen geht in eine neue Runde und findet zum 25. Mal im Schuljahr 2021/2022 vom 15. November 2021 bis zum 29. April 2022 statt. Bis zum 13. November 2021 können Sie sich dafür anmelden. Be Smart – Don’t Start ist ein Wettbewerb für Klassen zur Tabakprävention an Schulen, von dem die Schulen selbst, die Lehrkräfte sowie auch die Schüler*innen profitieren können. Er richtet sich hauptsächlich an die Klassenstufen 6 bis 8, da in dieser Altersgruppe die meisten Jugendlichen mit dem Rauchen beginnen. Es geht darum, dass die Schulklassen während der Teilnahme tabakfrei sind – das bedeutet, auf Zigaretten, E-Zigaretten, Shishas, E-Shishas, Tabak und Nikotin in jeder

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Form zu verzichten. Im letzten Jahr haben sich bundesweit 6.290 Klassen mit mehr als 160.000 Schüler*innen am Wettbewerb beteiligt. Fördern Sie mit einer Teilnahme am Wettbewerb die Auseinandersetzung der Schüler*innen mit den Risiken von Tabakprodukten und gewinnen Sie als Klasse mit etwas Glück eine Klassenreise oder andere attraktive Preise. Weitere Infos finden Sie unter: www.besmart.info

INFO

BILD: IFT-NORD

Be Smart – Don’t Start – diesjähriger Start des Wettbewerbs für Schulen

THEMENHEFT 63 _ Fachstelle für Suchtprävention Berlin gGmbH _ 09|21

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m Februar 2021 als neues Online-Angebot gestartet, um trotz Kontaktbeschränkungen suchtpräventive Themen zu stärken und mit Multiplikator*innen aus verschiedenen Bereichen in Austausch zu kommen, fanden bereits 19 Coffee Corner-Veranstaltungen statt.


BERLINER PRÄVENTIONSPRAXIS

Achterbahn der Gefühle – mit Jugendlichen über Konflikte sprechen

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ubertät ist für alle „Betroffenen“ eine schwierige Phase: Jugendliche selbst müssen sich mit vielen gewichtigen Lebensthemen befassen, die auf sie als zukünftige Erwachsene zukommen („Wie will ich sein, wo geht es hin, wie schaffe ich meinen Alltag alleine und wo bin ich weiter auf Unterstützung angewiesen?“). Ebenso müssen sie den Anschluss an die Peer-Group „meistern“ und nebenbei noch mit dem eigenen Hormon- und Gedankenchaos zurechtkommen. Eltern haben oft das Gefühl, ihre Kinder, deren Persönlichkeit sich – manchmal gefühlt sprunghaft – verändert und immer stärker reift, „nicht mehr richtig zu verstehen“ und schlechter an sie heran zu kommen … ohnehin gibt es viel mehr Streit als zuvor und man weiß oft gar nicht mal warum.

THEMENHEFT 63 _ Fachstelle für Suchtprävention Berlin gGmbH _ 09|21

BILDER: FREEPIK, NOUNPROJECT

In der Elternveranstaltung „Achterbahn der Gefühle – Substanzkonsum und alltägliche Herausforderungen in der Pubertät“ werden monatlich Themen aufgerufen, zu denen die Kolleg*innen der Berliner Präventionspraxis Wissen vermitteln und Austausch zwischen den Eltern ermöglichen. Das Thema „Konflikte austragen“ stand vor den Sommerferien im Fokus. Konflikte fühlen sich „lästig“ an und sind für die Beteiligten anstrengend – aber notwendig! Konflikte einzugehen, auszutragen und zu lösen ist wichtig für die soziale, emotionale und persönliche Entwicklung von Jugendlichen. Hier kann ich in „sicherem“ Umfeld üben, wie man streiten kann: die eigene Meinung vertreten (und diese zunächst einmal finden), auf die Wünsche der anderen Rücksicht nehmen (oder auch nicht) und Frustration aushalten, wenn ich meine Ziele nicht so umsetzen kann wie gewünscht. Gefühle regulieren, Probleme lösen und Stress aushalten sind wichtige Fähigkeiten, die im weiteren Leben grundlegend sind. Auch die Möglichkeit, in Konflikten und Streits die Perspektive des / der Anderen zu verhandeln, stärkt zwischenmenschliche Kompetenzen und hilft den Beteiligten, die eigenen Werte und Wünsche zu schärfen. Konflikte sind ebenso „Beziehungsarbeit“: Sich zu trauen, einen Konflikt einzugehen, kann auch ein Zeichen einer ausreichend stabilen Bindung sein („ich traue mich, mit Dir zu streiten, weil ich weiß, dass dies unsere Beziehung nicht zerstört“). Wird ein Konflikt gemeinsam gemeistert, kann dies die Beziehung zwischen Eltern und Kind stärken („wir finden gemeinsam eine Lösung“). Ebenso beinhaltet „Konflikte austragen“ im Jugendalter den Prozess der Ablösung und das Abstecken der eigenen Grenzen. Konflikte sind in der Jugendphase „nichts Neues“ – jedoch im Vergleich zum frühen Kindesalter deutlich komplexer geworden. Doch wie rede ich nun mit einem Gegenüber, dessen kognitives Kontrollzentrum gefühlt „auf Pause“ ist und schnell emotional

reagiert wird? Auch, wenn es um Konfliktthemen wie Regeln des Zusammenlebens, Ausgehzeiten oder Substanzkonsum geht? Auch wenn Eltern oft das Gefühl haben, das Gespräch „habe gar nichts gebracht“: Manchmal gibt es auch „im Stillen“ Einsichten und Veränderungen bei den Jugendlichen, Kooperation stellt sich vielleicht erst beim nächsten Gespräch ein (dafür war aber der „gescheiterte“ Versuch die Voraussetzung) … und die Jugendlichen bemerken doch meist, dass sie einbezogen worden sind, ihre Meinung Platz hatte und sich die Bezugspersonen für sie interessiert haben. Frei nach dem Motto: Die Kunst, einen Kaktus zu umarmen – es piekst und ist nicht ganz ungefährlich, aber es lohnt sich, auf die Blüten zu warten.

UNSERE VERANSTALTUNGSREIHE FÜR ERZIEHENDE: Achterbahn der Gefühle – Substanzkonsum und alltägliche Herausforderungen in der Pubertät! KATRIN PETERMANN

Alle Termine unter: berlin-suchtpraevention.de/ veranstaltungen/kategorien/elternkurse/

UND MARIANA RUDOLF Fachstelle für Suchtprävention Berlin

Auch wenn es kein Patentrezept gibt, hier ein paar Anregungen: ¢ Setting beachten: Wann und wo reden wir zusammen über „ein größeres“ Thema? Am Besten nicht zwischen Tür und Angel, direkt nach einem stressigen Schultag, bei schwieriger Gefühlslage ¢ Balance im Blick behalten: Hilfe anbieten und Autonomie zulassen und dies auch verbalisieren ¢ Sinn der Entscheidung verdeutlichen, ohne zwangsläufig „rumzudiskutieren“ ¢ Geduld bei „Hormonchaos“: impulsives Handeln, angespannt sein und „nur die eigene Perspektive sehen“ sind typische Faktoren, die nicht persönlich genommen werden sollten ¢ Jugendlichen zeigen / verbalisieren, was man sich wünscht ¢ Grenzen setzen, wenn es zu eskalieren droht ¢ Trennen zwischen Gefühlsebene und Sachebene: Worum geht es gerade? ¢ Ernst nehmen: Wünsche, Sichtweise und Belastungen der Jugendlichen anerkennen, darauf eingehen, wertschätzen ¢ Gemeinsam Regeln aushandeln ¢ Klare Kommunikation, Ich-Botschaften ¢ Wünsche statt Forderungen

TIPPS 11


PRÄVENTION IM BREITENSPORT

Digitales Workshop-Angebot für Fußballvereine zur Suchtprävention

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lkohol und Tabak sind nicht alleine unter Erwachsenen die am häufigsten konsumierten Substanzen. Auch Jugendliche sammeln schon in jungen Jahren erste Konsumerfahrungen und setzen sich bei riskantem Konsumverhalten hohen gesundheitlichen Risiken aus. Kinder und Jugendliche orientieren sich stark an Vorbildern, was auch für den Sportbereich gilt. Daher sollte überlegt werden, inwieweit die Zigarette am Spielfeldrand oder das Glas Bier beim Junior-Turnier passend ist.

Auch der Konsum von Medikamenten, z.B. Schmerzmittel, um länger und ausdauernder trainieren zu können oder um Beschwerden von Sportverletzungen zu unterdrücken, ist unter Sporttreibenden stark verbreitet. Die Pillenkick-Erhebung, durchgeführt durch die ARD-Dopingredaktion und das Recherchenetzwerk Correctiv, ergab, dass Schmerzmittel sowohl im Amateur- als auch im Profifußball sehr häufig eingenommen werden: Demnach nehmen 47% der Teilnehmenden mehrmals pro Saison Schmerzmittel ein. Als Grund wurde vor allem die Leistungssteigerung genannt.1 Übermäßiger Konsum von Schmerzmitteln kann jedoch Herz, Leber, Nieren und den Magen schädigen.

suchtpräventiver Maßnahmen – gefördert werden. Der zweiteilige Workshop „Gesundes Miteinander für Groß und Klein“ verfolgt das Ziel, relevante Informationen interaktiv zu vermitteln und die Teilnehmenden anhand praxisnaher Beispiele darin zu bestärken, suchtpräventive Maßnahmen in ihren Vereinen zu integrieren. Außerdem wird darüber informiert, welche Unterstützung und Hilfen Vereine in Anspruch nehmen können. Im ersten Teil liegt der Fokus auf Informationen zu verschiedenen Substanzen, riskanten Verhaltensweisen und der Abgrenzung von unproblematischem Konsum und riskantem Konsumverhalten. Der zweite Teil konzentriert sich auf die praktische Umsetzung präventiver Maßnahmen in den Vereinen. Der Erfahrungsaustausch untereinander wird dabei veranstaltungsübergreifend sichergestellt.

Sind Sie im Sportverein aktiv und möchten Ihren Vereinsnachwuchs vor riskantem Konsumverhalten schützen?

Anmeldeschluss ist der 22. Oktober 2021! Hier geht es zur Anmeldung: https://forms.office.com/r/15aPtNhkPH Termine: ¢ 26.10.2021 | 17:30-20 Uhr & ¢ 02.11.2021 | 17:30-20 Uhr FLORIAN SCHÄFER

ANNA-LENA METTERHAUSEN

Berliner Fußball-Verband e.V.

Fachstelle für Suchtprävention Berlin

Eine Frage der Haltung  Bedenken Sie Ihre Wirkung auf Kinder und Jugendliche: Ihr Verhalten kann positiven Einfluss auf deren Umgang mit Schmerzmitteln haben.  Fragen Sie sich vor dem Gebrauch von Schmerzmedikam enten – »Ist die Einnahme zwingend erforderlich? Gibt es eine Alternative?«.  Seien Sie mutig und sprechen Sie Menschen in Ihrem Umfeld an, wenn Ihnen auffällt, dass diese viele Schmerzmittel im Sport einsetzen.  Holen Sie sich ggf. Unterstützung, wenn Sie an sich beobachten, dass Sie Medikamente unsachgemäß einsetzen.

LEISTUNG UM JEDEN PREIS?

Neue Infokarte „Leistung um jeden Preis? – Schmerzmittel im Sport“

Unterstützung finden Sie bei:

SCHMERZMITTEL IM SPORT

Medikamentenberatungsstellen Ärzt*innen, Apotheken, Physiotherapeut*innen Fachstelle für Suchtprävention Berlin Clubberater*innen – BFV?

Schmerzen sind wertvolle Warnsignale des Körpers – werden jedoch sowohl im Freizeit- als auch im Leistungssport häufig durch Arzneimittel ausgeschaltet, um sportliche Leistungen zu steigern oder überhaupt erbringen zu können. Tatsächlich birgt der Einsatz von Schmerzmitteln beim Sport allerdings eine Breite an körperlichen wie psychischen Gefahren. Zudem hat der verantwortungsvolle Umgang mit Schmerzmitteln auch eine Vorbildwirkung auf Kinder und Jugendliche. Die neue Infokarte der Fachstelle für Suchtprävention Berlin widmet sich genau diesem Thema. Sie klärt über mögliche Risiken auf, ermutigt zu alternativen Verhaltensweisen und regt an zur Reflexion der eigenen Haltung im Umgang mit Schmerzmitteln im Sport. Mehr Infos unter: www.berlin-suchtpraevention.de/bestellportal/kategorie/Infokarten-und-flyer Informieren Sie sich zum Thema, zum Beispiel bei:

 www.pillenkick.de  www.schmerzgesellschaft.de

kompetent gesund.de

1. Auflage, September 2021 | Bilder: Freepik

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UNABHÄNGIG BLEIBEN

FACHSTELLE FÜR SUCHTPRÄVENTION

Fachstelle für Suchtprävention Berlin gGmbH

Chausseestraße 128 / 129 | 10115 Berlin Tel.: 030 – 29 35 26 15 | info@berlin-suchtpraevention.de www.berlin-suchtpraevention.de | www.kompetent-ges und.de Mit freundlicher Unterstützung der Senatsverwaltung

GEFÖRDERT DURCH:

für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung

AB SOFORT IM BESTELLPORTAL ERHÄLTLICH

BILD: FACHSTELLE

NEUERSCHEINUNG

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1 Vgl. https://correctiv.org/top-stories/2020/06/08/pillenkick/

THEMENHEFT 63 _ Fachstelle für Suchtprävention Berlin gGmbH _ 09|21

Aus diesen Gründen erarbeitete die Fachstelle für Suchtprävention Berlin zusammen mit dem Berliner Fußball-Verband e.V. einen Workshop, in dem ein Blick auf unterschiedliche Substanzen und Verhaltensweisen geworfen wird – wie etwa Alkohol oder dem immer beliebter werdenden Glücksspiel, insbesondere Sportwetten. Zudem soll erarbeitet werden, welche Relevanz diese für den Vereinsalltag haben und wie riskanter Konsum erkannt werden kann. Teilnehmer*innen des Workshops sollen im Hinblick auf mögliche Gefahren von Substanzmittelkonsum und Glücksspiel sensibilisiert und der Austausch mit anderen Vereinsmitgliedern – zum Beispiel über eigene Erfahrungen sowie Möglichkeiten der Umsetzung

BILDER: FREEPIK, FACHSTELLE FÜR SUCHTPRÄVENTION

Dann melden Sie sich gerne an, wir freuen uns auf Sie!

Suchtprävention im Verein – geplante Veranstaltungen im Herbst


KINDER AUS SUCHTBELASTETEN FAMILIEN

Sport im Kiez – ein neues Präventionsprojekt zu Suchtbelastung in der Familie in Charlottenburg-Wilmersdorf

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n Deutschland leben ca. 3 Millionen Kinder und Jugendliche mit mindestens einem suchtbelasteten Elternteil.1 Diese Kinder sind stark gefährdet selbst süchtig zu werden oder Ängste, Depressionen und andere psychische Störungen auszubilden. Aufgabe der Prävention ist es mitunter für die Belastungen der betroffenen Familien zu sensibilisieren und durch Ausrichtung von gezielten Angeboten in entsprechenden Lebenswelten – bspw. Im Sportbereich – die Kinder niedrigschwellig zu erreichen. Denn ein wichtiger Schutzfaktor für Kinder aus suchtbelasten Familien ist das Vorhandensein von festen Bezugspersonen, die z.B. die / der Nachbar*in in der Nachbarschaft, die / der Lehrer*in in der Schule oder auch die / der Trainer*in im Sportbereich sein können. Es gilt in allen Lebenswelten für eine Sensibilisierung zu sorgen, hin- und nicht wegzuschauen!

Sport im Kiez: Präventionsprojekt für Kinder und Jugendliche Erfolgreiche (Sucht-)prävention setzt in den Lebenswelten, z.B. auch im Sport an. „Sport im Kiez“ ist ein Kooperationsprojekt, dessen Idee in der Planungs- und Koordinierungsstelle des Bezirksamtes Charlottenburg-Wilmersdorf entstanden ist. Das Projekt stieß sowohl beim im Bezirk ansässigen Fußballverein

DIE KOOPERATIONPARTNER*INNEN

BILDER: BA CHARLOTTENBURG-WILMERSDORF

Hertha BSC als auch bei Mitternachtssport e.V. und dem Jugendclubring e.V. auf offene Ohren und Türen. Neben diversen Bewegungsangeboten für Kinder und Jugendliche PLAKAT WIRBT FÜR SPORTANGEBOTE IM KIEZ werden in Kooperation mit der Fachstelle für Suchtprävention Berlin Veranstaltungen angeboten, in denen die Belastung von Kindern in suchtbelasteten Familien thematisiert wird: So werden in interaktiven Workshops Kindern und Jugendlichen die Botschaften vermittelt, dass sie mit Schwierigkeiten nicht alleine sind und sie keine Schuld an belastenden Familiensituationen haben. Gleichzeitig werden die jungen Menschen unterstützt und ermutigt, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Ein weiteres Angebot richtet sich an die Sport-Trainer*innen sowie an die pädagogischen Mitarbeiter*innen aus Jugendeinrichtungen. In Workshops werden sie für die Situation der Kinder sensibilisiert, um Signale einordnen und bei einer bestehenden Suchtbelastung Kinder gezielt unterstützen zu können. Das Projekt ist im August 2021 im Bezirk gestartet und wird finanziell gefördert durch das GKV-Bündnis für Gesundheit. JOACHIM WESTPHAL

ANGELA SCHMIDT

Bezirksamt

Fachstelle für

Charlottenburg-Wilmersdorf

Suchtprävention Berlin

1 Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung (2020). Jahresbericht 2020. Berlin. Verfügbar unter: www.drogenbeauftragte.de/assets/Jahresbericht_2020/DSB_2020_final_bf.pdf

THEMENHEFT 63 _ Fachstelle für Suchtprävention Berlin gGmbH _ 09|21

WEITBLICK

Filmdreh in Kinderhand – ein erlebnisreicher Theaterworkshop auf dem Tempelhofer Feld

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nter dem Motto „Filmdreh in Kinderhand“ fand in den Sommerferien ein theaterpädagogischer Workshop statt, der trotz Gewitterstimmung auf viel Freude und Engagement gestoßen ist. Zusammen mit 13 Kindern aus dem Spielhaus Schillerstraße wurden die Gemeinschaftsgärten auf dem Tempelhofer Feld zu einem bunten Drehort. Sowohl das Drehbuch, die Kostüme, die Figuren und die Kamera wurden von den kreativen Köpfen

gestaltet und geführt. Die Workshopleiter*innen unterstützten mit dem Ziel durch selbstbestimmtes Gestalten der Kinder, ihre Stärken zu erkennen und zu mobilisieren. Denn wichtige Schutzfaktoren in der Entwicklung von Kindern, die schon früh Belastungen ausgesetzt sind, sind selbstbestimmtes Handeln sowie das frühzeitig Erfahren von Selbstwirksamkeit. Selbstständig etwas zu gestalten machte dem kleinen Filmteam große Freude.

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In eine andere Rolle zu schlüpfen, war für die Kinder eine besondere Erfahrung. So lautete die Antwort auf die Frage, was ihnen am besten gefallen hat: „Das ich Zombie war!“. Am Ende des Tages gingen alle glücklich und ausgepowert nach Hause. Die Filmvorführung fand die Woche darauf im Spielhaus Schillerstraße mit allen Kindern, den Durchführenden und den Erzieher*innen statt. Eine große Premiere für alle Schauspieler*innen und das Filmteam! Vielen Dank an Till und Sönke vom Spielhaus Schillerstraße, die auf uns zukamen, um den Kindern einen unvergesslichen Tag in den Sommerferien zu bieten! Die Veranstaltung fand im Rahmen

des Projektes „Weitblick 3D“ statt. Das Programm bietet Unterstützung für Familien mit problematischem Substanzkonsum und hält Angebote sowohl für Eltern als auch für Kinder und Jugendliche vor. Mehr zum Projekt unter: www.kompetent-gesund.de/projekte/ familie/ ANGELA SCHMIDT UND SONJA WERNER Fachstelle für Suchtprävention Berlin

EIN BUNTER DREHTAG TROTZ GRAUEM HIMMEL

BILDER: FACHSTELLE, NOUNPROJEKT

Bei einem gemeinsamen Picknick wurde das Erlebte aufgegriffen

PERSPEKTIVE

Zweiter überregionaler Online-Fachaustausch

Ziel war es anknüpfend an das erste Treffen gute Ansätze für die Erreichbarkeit geflüchteter Frauen unter Einbeziehung der aktuellen Kenntnisse der beteiligten Projekte zu diskutieren, das PraeWi-Projekt kennenzulernen und weitere Möglichkeiten der Vernetzung auszuloten.

Suchtpräventive Strukturen in Gemeinschaftsunterkünften etablieren Die Vulnerabilität von Menschen mit Fluchterfahrung für riskantes Konsumverhalten als Bewältigungsstrategien bzgl. ihre Lebenssituation ist bekannt. Hier setzt das PraeWi-Projekt an mit dem Ziel, suchtpräventive Angebote und Strukturen für Gemeinschaftsunterkünfte zu entwickeln, einzuführen, zu beforschen und dabei die Geflüchteten selbst miteinzubeziehen. Abschließend werden die Ergebnisse für den bundesweiten Einsatz verfügbar gemacht.

Sicherer Raum für geflüchtete Frauen Dr. Christine Kurmeyer stellte ihre Erfahrungen rund um die Situation und Erreichbarkeit von geflüchteten Frauen in Berlin dar, die sie in vielen Jahren praktischer und wissenschaftlicher Arbeit sammeln konnte. Zugang zu Gesundheitsthemen ergibt sich demnach vor allem über Hauptthemen, zu denen die Frauen einen direkten Bezug haben, in denen sie sich wiedererkennen und wertgeschätzt fühlen können – in diesem Fall Frauengesundheit, welches wiederum durch ein Team von Frauen transportiert

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1 PraeWi: Präventionsmaßnahmen und Wissenstransfer innerhalb der Sozialen Arbeit bezüglich riskanten Substanzkonsums für Menschen mit Fluchterfahrungen in Übergangswohnheimen. www.praewi.de

wird. Im weiteren Verlauf kann dann auch die Sensibilisierung für etwas fernere, tabuisierte Themen, möglich werden. Ein wahrnehmbarer, sicherer Raum kann die Offenheit für und Annahme von präventiven oder Hilfsangeboten befördern – bezieht sich jedoch nicht nur auf physische, bauliche Strukturen, sondern weitere Komponenten, wie z.B. Beziehung und Kommunikation.

Wie umgehen mit dem Thema? Die Teilnehmenden waren sich einig: Es braucht eine größere Aufmerksamkeit für die Problematik. Viel zu oft werden Geflüchtete nur verwaltet, was unter anderem an den finanziellen Ressourcen der Einrichtungen liege, gleichwohl auch an mangelndem politischen und gesellschaftlichen Interesse – etwas, dem mit dem Blick auf die Entwicklungen z.B. in Afghanistan, unbedingt begegnet werden muss, um den aktuellen und aufkommenden Bedarfen gerecht werden zu können! Substanzmittelkonsum ist ein gesamtgesellschaftliches Thema – und somit auch ein Thema in der Geflüchtetenhilfe! Wer den Menschen ein sicheres, unabhängiges Leben ermöglichen möchte, muss sich also auch mit suchtpräventiven Themen beschäftigen – mit dem Ziel, einen kompetenten Umgang mit Gesundheitsrisiken zu befördern. Wir danken allen Teilnehmenden für den konstruktiven Austausch und das große Engagement für dieses Thema! MARC PESTOTNIK UND CHRISTINA WEIDANZ Fachstelle für Suchtprävention Berlin

THEMENHEFT 63 _ Fachstelle für Suchtprävention Berlin gGmbH _ 09|21

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m 25.08.2021 fand der zweite Online-Fachaustausch im Rahmen des Projektes Perspektive 3D statt. An der WebKonferenz nahm, neben bereits aus dem vergangenen Jahr bekannten Akteur*innen, wie der Landeskoordinierungsstelle Frauen und Sucht NRW, BELLA DONNA e.V. und dem Projekt Women4Women der Charité Berlin teil. Außerdem vertreten war das von Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte PraeWi-Projekt1 der Hochschule Esslingen.

BILDER: HQUALITY / FOTOLIA, AALTAZAR/ISTOCKPHOTO.COM

»Suchtprävention und -hilfe für geflüchtete Frauen«


kompetent gesund.de

Auf den folgenden 3 Seiten lesen Sie Neues zu Projekten der Fachstelle für Suchtprävention Berlin gGmbH und ihrem Gesellschafter, dem Institut für Gesundheit und Kommunikation e.V.

FACHSTELLE FÜR SUCHTPRÄVENTION

CANNABISPRÄVENTION IM SETTING JUGENDHILFE

Start des Bundesmodellprojekts „Niederschwellige Cannabisprävention für Jugendliche in schwierigen sozialen Lagen“

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ie aktuelle Entwicklung des Cannabiskonsums bei Jugendlichen und vor allem bei jungen Erwachsenen zeigt deutlich die Notwendigkeit für konsumreduzierende Cannabispräventions-Maßnahmen, um einen Einstieg möglicherweise zu verhindern oder den Ausstieg zu fördern. So ist die 12-Monatsprävalenz bei den 18-25-Jährigen im Jahr 2018 so hoch wie noch nie seit der BZgA-Erhebung.1 Auch zeigt eine Erhebung der Fachstelle für Suchtprävention, dass das Einstiegsalter in Berlin mit 14,4 Jahren deutlich (2 Jahre) jünger ist, als im Bundesdurchschnitt (siehe hierzu den Artikel auf Seite 7).2

THEMENHEFT 63 _ Fachstelle für Suchtprävention Berlin gGmbH _ 09|21

BILDER: ISTOCKPHOTO / AALTAZAR

Dies ist besonders besorgniserregend, da ein frühes Einstiegsalter das Risiko für einen späteren, riskanten Cannabiskonsum erhöht.3 Ein deutliches Problem stellt auch dar, dass viele Jugendliche das Konsumverhalten nicht als Risiko sehen, da keine unmittelbaren gesundheitlichen Folgen zu spüren sind. Insbesondere angesichts der weiten, bevölkerungsrelevanten Verbreitung von Cannabis und der Konsumrisiken ist der Prävention eine besondere Wichtigkeit beizumessen.

Erfolgreicher Kletteraktionstag wird ausgebaut und weitergeführt Basierend auf den erfolgreichen Kletteraktionstagen, welche die Fachstelle seit 2018 mehrfach durchgeführt hat, wurde deshalb ein neues Projekt zur Prävention von Cannabiskonsum konzipiert. Das von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung geförderte Bundesmodellprojekt startet diesen Sommer und hat eine Laufzeit von 2,5 Jahren. Geplant ist es, das Pilotprojekt in Berlin durchzuführen und das Konzept für zwei weitere PartnerBundesländer zu adaptieren. Dabei werden vor allem Jugendliche aus schwierigen sozialen Lagen im Setting Jugendhilfe und Jugendfreizeiteinrichtungen sowie auch deren Eltern als Zielgruppe definiert. Das Projekt hat zum Ziel, Jugendliche aus vulnerablen Zielgruppen zu erreichen, den Einstieg von Jugendlichen in den Cannabiskonsum zu verhindern bzw. zu verzögern, bei Probierkonsum das Risikobewusstsein zu schärfen und zudem Strukturen für Cannabispräventions-Maßnahmen durch Erlebnispädagogik in den beschriebenen Settings zu etablieren. Dafür wird speziell auf Jugendhilfen, Jugendfreizeitbereiche und Bezirke mit ungünstiger Sozialstruktur fokussiert. 1 BZgA Forschungsbericht (2019): Der Cannabiskonsum Jugendlicher und junger Erwachsener in Deutschland. Ergebnisse des Alkoholsurveys 2018 und Trends. 2 Fachstelle für Suchtprävention Berlin (2019): Monitoring zum Cannabiskonsum Berliner Schülerinnen und Schüler. Berlin.

Für dieses Vorhaben wurden vier Maßnahmen erarbeitet: ¢ Erlebnispädagogisches Angebot für Jugendliche ab 14 Jahren, die in der Jugendhilfe angebunden sind in Verbindung mit Stärkung der Risikokompetenz und darauffolgendem Input zu Prävention von Cannabiskonsum, Konsumrisiken, Stärkung von Entscheidungs- und Problemlösefähigkeit aufgeteilt in vier interaktiv gestaltete, von Fachpersonen geleitete Stationen ¢ Online-Elternangebot für Eltern dieser Jugendlichen ¢ Schulung pädagogischer Fachkräfte zum Thema Cannabisprävention & Regelwerke im Umgang mit Suchtmitteln ¢ Evaluation der Maßnahmen in Zusammenarbeit mit dem Institut für Sucht- und Drogenforschung (ISD Hamburg), mit dem Ziel, Best Practices für die niedrigschwellige Cannabisprävention zu identifizieren

Wie kann „schwer erreichbar“ erreicht werden? Die Besonderheiten dieses neu entwickelten Projekts sind die schwer erreichbare Zielgruppe, der niedrigschwellige Ansatz sowie die integrierte Erlebnispädagogik unter Einbezug des risflecting®-Ansatzes. Zudem wird die Cannabisprävention in Jugendhilfe und -freizeit gestärkt. Mittels Methoden in einfacher Sprache, kleinen Gruppen für mehr Möglichkeiten, auf die einzelnen Bedürfnisse einzugehen, Methodenvielfalt, Abwechslung, diversity-gerechter Ansprache und soziallagenbezogener Präventionsarbeit, ist es in diesem Projekt möglich, die Erreichung von jungen Menschen aus schwierigen sozialen Lagen zu verbessern. Dieser Ansatz bedeutet, dass die Teilnahme der Angebote freiwillig und in der Regel kostenlos ist, die Ansprache dort stattfindet, wo sich die Jugendlichen sowieso aufhalten (Jugendclub etc.), eine gute Erreichbarkeit (ohne größere Anfahrtswege) gegeben ist und dass die Öffnungszeiten den Bedürfnissen der Besucher*innen angepasst sind. Die Jugendlichen können so in ihrer Lebenswelt abgeholt und auf niedrigschwelligem Weg erreicht werden. Wir freuen uns, mit diesem neuen Projekt der Stärkung von Cannabisprävention bei Jugendlichen beizutragen. ANNA FREIESLEBEN UND JULIA WENDEL Fachstelle für Suchtprävention Berlin 3 Leung, J., Chan, G., Hides, L. & Hall W. D. (2020): What is the prevalence and risk of cannabis use disorders among people who use cannabis? a systematic review and meta-analysis. Addict Behaviors.109:106479

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SUCHTPRÄVENTION UND GESUNDHEITSFÖRDERUNG IN DER GRUNDSCHULE

Gesundheit und Suchtprävention in der Grundschule – schulische Prävention und Gesundheitsförderung in Zeiten von Corona

Die Umsetzung des Programms kann gerade in Zeiten von Corona sinnvoll und ein toller Mehrwert für die Schulen sein. 1000 SCHÄTZE TRAINER*IN Im Schuljahr 2020 / 2021 haben trotz Pandemie und schwieriger Rahmenbedingungen 14 Schulen in Niedersachsen und Berlin Teile des Programms umsetzen können und somit zur Gesundheitsförderung ihrer Schüler*innen beigetragen. Die Schulen

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Auch wenn wir das 1000 Schätze-Programm durch die Schulschließungen nicht vollständig umsetzen konnten, ist das Programm trotzdem weitergegangen, weil wir uns verändert haben und dadurch auch der LEHRKRAFT Umgang mit den Kindern. Im vergangenen Jahr haben die Programmverantwortlichen weitere Fachkräfte für Suchtprävention zu 1000 Schätze-Trainer*innen ausgebildet. Diese qualifizieren wiederum Lehrkräfte und unterstützen die Schulen bei der Programmumsetzung. Damit sind im kommenden Schuljahr mindestens 22 Schulen in Niedersachsen und Berlin als 1000 Schätze-Schulen aktiv (Stand Juli 2021).

Save-the-Date: 1000 Schätze-Fachtagung am 09. November 2021

1000 Schätze

Die Bedeutung und Wirksamkeit von Gesundheitsförderung und Suchtprävention in der Grundschule ist Thema der digitalen Fachtagung „Gesundheitsförderung und Suchtprävention in der Grundschule – Potenziale und Gelingensfaktoren“. Dann widmen sich Expert*innen 'aus Wissenschaft und Praxis u. A. den Fragen: ¢ Wie gesund sind Kinder in Deutschland? ¢ Wie wirkt Prävention in der Grundschule? ¢ Welches Potential hat Elternarbeit an Grundschulen? ¢ Wie kommt die Theorie in die Praxis? Weitere Informationen zur Fachtagung und Anmeldung: www.1000schaetze.de/ankuendigung-fachtagung-november-2021 NEELA PAPE Niedersächsische Landesstelle für Suchtfragen

BILD: FREEPIK

Mit dem 1000 Schätze-Programm wird die psychosoziale Gesundheit von Kindern in der ersten Klasse gestärkt. Es stellt die Ressourcen und Stärken der Kinder in den Fokus und fördert die Lebenskompetenzen. Rituale der Bewegung und Achtsamkeit, der Blick auf persönliche Stärken sowie die Förderung des Austauschs untereinander tragen wesentlich zu Stabilität und einem positiven Klassenklima bei. So kann das Programm auch gerade in Krisen unterstützen und entlasten und den Kindern den Schulstart erleichtern.

haben dabei ein hohes Maß an Engagement und Flexibilität gezeigt.

THEMENHEFT 63 _ Fachstelle für Suchtprävention Berlin gGmbH _ 09|21

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ie Corona-Pandemie stellt die Schulen vor enorme Herausforderungen. Durch die Pandemie haben sich im Bereich Bildung, soziale Interaktion, körperliche Aktivität und psychisches Wohlbefinden deutliche Einschränkungen ergeben, die sich auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen auswirken. Allerdings sind die Familien unterschiedlich stark von den Auswirkungen betroffen. Die meisten sind resilient genug, um die Belastungen und Defizite durch die Pandemie zu bewältigen. Wo allerdings bereits vor der Pandemie hohe Belastungen und Entwicklungsrisiken bestanden, kann die Pandemie als Verstärker wirken. Aus diesem Grund sind gesundheitsfördernde und präventive Maßnahmen in Krisen besonders wichtig, weil sie die gesunde Entwicklung von Kindern und Jugendlichen unterstützen können. Hochwertige Programme, die schon in den ersten Schuljahren ansetzen, tragen dabei maßgeblich zur Förderung der psychischen und körperlichen Gesundheit von Kindern bei und können weit über die Grundschulzeit hinauswirken.


PRÄVENTION FÜR KOGNITIV BEEINTRÄCHTIGTE MENSCHEN

Prävention inklusiv – neue Informationsplattform auf der Webseite

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as Projekt „Prävention inklusiv“ hat das Ziel, Institutionen, die mit Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung arbeiten, dabei zu unterstützen, mit problematischem Konsum bzw. Verhalten konstruktiv umzugehen, indem sie ihre Rahmenbedingungen überprüfen und präventive Maßnahmen installieren.

Passgenaue Angebote für Einrichtungen – wir beraten Sie individuell

BILDER: FACHSTELLE, NOUNPROJECT

Auf einer neuen Plattform können sich Interessierte kompakt über die Angebote der Fachstelle im Rahmen des Projektes informieren. Die Fachstelle begleitet Einrichtungen auf dem Weg zur strukturellen Verankerung von Suchtprävention. Dies umfasst Beratungen, die eine Bestandsaufnahme beinhalten und in denen Bedarfe ermittelt werden. In einem weiteren Schritt können die Einrichtungen bei der Entwicklung von Handlungskonzepten und Standards begleitet und Fortbildungsbedarfe für Mitarbeitende abgeleitet werden. In Seminaren kann z.B. Grundlagenwissen zur Suchtprävention vermittelt und die eigene Haltung thematisiert werden. Interaktive Workshops für Jugendliche mit den Schwerpunkten Alkohol- und Tabakprävention ergänzen die Angebotspalette. Das breite Spektrum der Präventionsfelder auf der Webseite der Fachstelle wurde erweitert um das Feld „Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen“ und informiert über diese besonders vulnerable und bisher schwer erreichbare Zielgruppe und darüber, welchen Beitrag Suchtprävention leisten kann, eine selbstbestimmte Lebensgestaltung zu fördern.

Die Broschüre „Prävention inklusiv – Suchtprävention und Ressourcenstärkung für Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen“ finden Sie in unserem Bestellportal: www.berlin-suchtpraevention.de/bestellportal

Hier gelangen Sie zu den Angeboten und weiterführenden Informationen: ¢ www.kompetent-gesund.de/projekte/praevention-inklusiv ¢ www.berlin-suchtpraevention.de/themen/menschen-mit-kognitiven-beeintraechtigungen Bei Interesse an unseren Angeboten kontaktieren Sie uns gern unter info@berlin-suchtpraevention.de. UTE GRINGMUTH-DALLMER Fachstelle für Suchtprävention Berlin

INFORMIEREN SIE SICH ÜBER DIE NEUE INFORMATIONSPLATTFORM

RESILIENZFÖRDERUNG

THEMENHEFT 63 _ Fachstelle für Suchtprävention Berlin gGmbH _ 09|21

Neues kostenfreies Angebot zur Lehrer*innen-Gesundheit

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ufbauend auf dem Grundkonzept des Programmes zur Resilienzförderung bietet das Institut für Gesundheit und Kommunikation e.V. ein eintägiges Online-Seminar für alle interessierten Lehrkräfte und Mitarbeitenden an Ihrer Schule an. Durch die Covid-19 Krise waren und sind Lehrende und Lernende verstärkt gezwungen, sich flexibel auf immer neue Bedingungen einzustellen. Eine solche Situation stellt Menschen sowohl psychisch als auch körperlich auf die Probe. Aus diesem aktuellen Anlass soll die Resilienzförderung in den Blick genommen werden. Durch das Seminar sollen Lehrkräfte unterstützt werden, ihre Kompetenzen und Ressourcen (wieder) zu entdecken und Fähigkeiten, mit schwierigen Situationen umgehen zu können, (weiter) zu entwickeln.

Dank der freundlichen Unterstützung von Chubus und der Finanzierung durch die AOK Nordost ist die Teilnahme kostenfrei. INSTITUT FÜR Weitere Infos erhalten Sie hier: www.tinyurl.com/4u44rt93 Gesundheit &

Kommunikation JULIA WENDEL, Fachstelle für Suchtprävention Berlin

NEUES ANGEBOT ZUR LEHRER*INNEN-GESUNDHEIT

» Gestärkt durch herausfordernde Zeiten «

Melden Sie sich für einen Termin an unter info@iguk.de: ¢ 30. September 2021 | 9.00-15.00Wussten UhrSie,oder dass die pandemiebedingten Belastungen ie Covid-19-Pandemie im Setting Schule: Bildungseinricham Arbeitsplatz folgende Auswirkungen haben können? tungen wurden organisatorisch »auf den Kopf gestellt«, D | ¢ 07. Oktober 2021 9.00-15.00 Uhr oder Beschwerden wie Kopfschmerzen Lehrende und Lernende waren und sind gezwungen, sich fle Körperliche xibel auf immer neue Bedingungen einzustellen. Verdichtung oder Atembeschwerden von November Aufgaben, mentale Stressoren, Infektionen und Uhr Sich dauerhaft müde, ausgelaugt und erschöpft fühlen ¢ 04. 2021Angst|vor9.00-15.00 fast keine Möglichkeit des Ausgleiches im privaten Umfeld: Corona wirkt wie ein Katalysator und stellt die Menschen psychisch und körperlich auf die Probe. Konflikte und bestehende Probleme werden an die Oberfläche gespült und lassen sich nicht mehr wegdrängen. Gut aufgestellt ist, wer jetzt konstruktiv mit der Krise umgehen kann, flexibel bleibt und gut für sich sorgen kann. Was jetzt hilft, ist die Herausforderung anzunehmen, sich den von außen gegebenen Situationen immer wieder neu anzupassen. Unter dem Blickwinkel der Resilienzförderung können wir

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INFO

Nicht mehr vom Arbeitstag abschalten können Sich gehetzt und unter Druck fühlen und nicht zur Ruhe kommen Ein Gefühl von Ohnmacht und mangelnder Einflussnahme Ein verändertes Essverhalten Und: ein steigender Konsum von Alkohol, Medikamenten oder Zigaretten

dingungen leisten, die die mentale Gesundheit fördern und die langfristigen negativen Auswirkungen auf die psychische Gesundheit wie Schlafstörungen, depressive Verstimmungen,

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NEUERSCHEINUNGEN, TERMINE UND VERANSTALTUNGSHINWEISE ZUR SUCHTPRÄVENTION

ALKOHOL

DROGEN ALLGEMEIN

Alkoholspiegel Juni 2021 „Pandemie, Psyche, Alkoholkonsum – was kann die Suchtprävention tun?“

Europäischer Drogenbericht 2021

TABAK / E-ZIGARETTEN Broschüre in leichter Sprache „E-Zigaretten sind riskant“ Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS), Download unter: www.tinyurl.com/88uu9upv

Infoplakat-Serie „Nutze Deine Chance“ Bundesministerium für Gesundheit (BMG), weitere Infos: www.nutzedeinechance.de

CANNABIS Kurzbericht „Cannabiskonsum in der Corona-Pandemie – Erste Auswertungen der zweiten Online-Kurzbefragung“ Centre for Drug Research (CDR) an der Goethe Universität Frankfurt, Download unter: www.tinyurl.com/w4beyvs

Handreichung „Qualitätsstandards für die Cannabisprävention im Jugendund Erwachsenenalter“ Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), Download unter: www.tinyurl.com/yp4mm98u

8. Alternativer Drogen- und Suchtbericht 2021 akzept e.V. Bundesverband für akzeptierende Drogenarbeit und humane Drogenpolitik, Download unter: www.tinyurl.com/xue4rkcn

Broschüre „Durchblick – Informationen zum Jugendschutz: Illegale Drogen“ Die Bundesarbeitsgemeinschaft Kinderund Jugendschutz (BAJ), weitere Infos: www.tinyurl.com/sduek4cn

Broschüre in leichter Sprache „Künstliche Drogen sind riskant“ Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS), Download unter: www.tinyurl.com/yd4k3u

Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest (mpfs), Download unter: www.tinyurl.com/rrkr384c

Leitfaden „Digitale Medien – mit Jugendlichen darüber sprechen“ Sucht Schweiz, Download unter: www.tinyurl.com/72t8nsf6

SUCHT UND FAMILIE Broschüre „Informationen und Ratschläge für Familienangehörige und Nahestehende von Menschen mit Alkoholproblemen“ Sucht Schweiz, Download unter: www.tinyurl.com/z2n94px5

ALLGEMEIN Bericht „RauschgiftkriminalitätBundeslagebild 2020“

Bericht „New benzodiazepines under the spotlight” Europäische Beobachtungsstelle für Drogen- und Drogensucht (EMCDDA), Download unter: www.tinyurl.com/sbc39ev8

Bundeskriminalamt, Download unter: www.tinyurl.com/pjk72srw

ONLINE-MEDIEN Bericht 2020 „Jugendschutz im Internet“ Jugendschutz.net, Download unter: www.tinyurl.com/7d6kfase

Neues Infoblatt „Neue Psychoaktive Substanzen“ Neue Psychoaktive Substanzen (NPS) sind auch bekannt als Legal Highs oder legale Rauschmittel, DesignerAB SOFORT IM BESTELLPORTAL drogen, sowie Research Chemicals (RCs). Es handelt sich dabei um chemisch designte psychoaktive ERHÄLTLICH BILD: FACHSTELLE Substanzen, deren molekulare Struktur der von bekannten illegalen Drogen (Cannabis, Amphetamine etc.) ähnelt oder Substanzen mit neuen chemischen Strukturen, deren Wirkung bekannten Drogen gleichen soll. Im Internet als „Badesalze“, „Räuchermischungen“, „Dünger“ oder „Duftstoffe“ vermarktet, wird den Konsumenten*innen die Droge als vermeintlich legal und harmlos verkauft. Das Infoblatt enthält umfassende Informationen, die über die rechtliche Situation, aktuelle Trends sowie möglichen Wirkungen und Risiken der vermeintlich harmlosen Droge aufklärt. Mehr Infos unter: www.berlin-suchtpraevention.de/bestellportal

NEUERSCHEINUNG

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THEMENHEFT 63 _ Fachstelle für Suchtprävention Berlin gGmbH _ 09|21

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), Download unter: www.tinyurl.com/3ksm22m3

Die Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EMCDDA), Download unter: www.emcdda.europa.eu/edr2021

KIM-Studie 2020 „Kindheit, Internet, Medien Basisuntersuchung zum Medienumgang 6- bis 13-Jähriger in Deutschland“


NEUERSCHEINUNGEN, TERMINE UND VERANSTALTUNGSHINWEISE ZUR SUCHTPRÄVENTION

VERANSTALTUNGEN 27. September 2021 „DZSKJ Online-Fachtagung 2021“ Hamburg, Deutsches Zentrum für Suchtfragen des Kindes- und Jugendalters (DZSKJ), weitere Infos: www.tinyurl.com/bcy8n4vk

25. – 27. Oktober 2021 60. DHS Fachkonferenz Sucht „Raus aus der Krise – Sucht in Veränderung?!" Potsdam, Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS), weitere Infos: www.tinyurl.com/frxat44c

26. – 27. Oktober 2021 Berliner Präventionstag „Wir stärken Berlin!“ Berlin, Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), weitere Infos: www.tinyurl.com/5hfrm8r4

IHRE VERANSTALTUNG AUF ON.DE? WWW.BERLIN-SUCHTPRAEVENTI

öffentlich Sie haben die Möglichkeit, eigene, staltungen unter veran ntions präve Sucht gliche zugän n“ einzureichen. hlage vorsc ung dem Link „Veranstalt

9. November 2021 Fachtagung „Gesundheitsförderung und Suchtprävention in der Grundschule – Potenziale und Gelingensfaktoren“ NLS und KKH, weitere Infos: www.tinyurl.com/9f84b6vb

THEMENHEFT 63 _ Fachstelle für Suchtprävention Berlin gGmbH _ 09|21

BILDER: FREEPIK, NOUNPROJECT, KLETTERWALD WUHLHEIDE

VERANSTALTUNGEN DER FACHSTELLE FÜR SUCHTPRÄVENTION BERLIN 13. – 15. September 2021 Fortbildung »acht bis zwölfKursleiter*innen«

27. Oktober 2021 (Präsenz) 22. November 2021 (Digital) Elternseminar »Digitale Medien«

20. – 22. September 2021 Fortbildung »KITA-MOVE«

08. November 2021 Intensivseminar »Perspektive 3D«

07. Oktober 2021 11. November 2021 09. Dezember 2021 Kursreihe »Achterbahn der Gefühle – Substanzkonsum und alltägliche Herausforderungen in der Pubertät!«

25. November 2021 (Digital) Elternseminar »Cannabis«

22. Oktober 2021 »Kletteraktionstag für Jugendliche«

Elternseminar »Weitblick 3D« Termine nach persönlicher Absprache unter: www.kompetent-gesund.de/Familie Genaue Beschreibungen der Workshops, Fortbildungen, und Kurse finden Sie hier: www.berlin-suchtpraevention.de/ veranstaltungen

Melden Sie sich jetzt an zu unseren Familientagen Beide Angebote sind kostenfrei und richten sich an Familien mit Kindern, die mindestens 10 Jahre alt sind. Im Mittelpunkt steht das gemeinsame Erleben als Familie – ob im Kletterwald oder bei einer Tour mit Huskies. ¢ 12. Oktober 2021 – Klettern in der Wuhlheide ¢ 14. November 2021 – Abenteuertag mit Huskies Weitere Infos hier: www.berlin-suchtpraevention.de/veranstaltungen/ kategorien/weitblick/

Glücksspielstaatsvertrag 2021 Zum 1. Juli 2021 ist der Staatsvertrag zur Neuregulierung des Glückspielwesens in Deutschland (GlüStV 2021) in Kraft getreten. Der Glücksspielstaatsvertrag 2021 stellt die bundesweit geltenden Rahmenbedingungen für die Veranstaltungen von Glücksspielen. So sind nun bisher illegale Glückspiele im Internet wie virtuelle Automatenspiele, Online-Poker und -Casinospiele sowie OnlineSportwetten unter restriktiven Voraussetzungen erlaubnisfähig. Diese Neuerung zielt darauf ab den Schwarzmärkten entgegenzuwirken, den Jugend- und Spielerschutz zu gewährleisten und die

Entstehung von Glücksspielsucht zu verhindern. Dieser Novellierung des Glücksspielwesens wird gerade unter PräventionsExpert*innen kontrovers hinsichtlich des Jugend- und Spieler*innen-Schutzes sowie des Datenschutzes diskutiert. Hier finden Sie den aktuellen Gesetzestext: www.tinyurl.com/4y522xzr

INFO 19


IHR BEITRAG ODER IHRE VERANSTALTUNG IM »THEMENHEFT SUCHTPRÄVENTION BERLIN«? Das Themenheft erscheint 4 x im Jahr und wird sowohl über unseren E-MailVerteiler an 3.500 Empfänger verschickt als auch in kleiner Auflage gedruckt. Online sind alle Ausgaben über unsere Webseite und auf issuu.com verfügbar. Das nächste Themenheft ist bereits in Planung und wird im Dezember 2021 erscheinen. Wir freuen wir uns über Beiträge zu Angeboten, Aktivitäten, Projekten oder Terminen der Suchtprävention von Ihnen und laden Sie herzlich ein, sich redaktionell einzubringen. UNABHÄNGIG BLEIBEN!

kompetent gesund.de FACHSTELLE FÜR SUCHTPRÄVENTION

Der Redaktionsschluss ist der 5. November 2021. Bei Interesse nehmen Sie bitte Kontakt auf mit: Christina Schadt (schadt@berlin-suchtpraevention.de)

SUCHTPRÄVENTION BERLIN THEMENHEFT NO. 61 MÄRZ 2021

UNABHÄNGIG BLEIBE

N!

Unterstützen Sie die Berliner Suchtprävention Mit Ihrem Engagement können wir die Suchtprävention stärken und noch mehr Aufklärungsarbeit für die Menschen unserer Stadt leisten.

kompetent gesund.de

FACHSTELLE FÜR

SUCHTPRÄVENT

ION BERLIN THEMENHEFT NO. 62 JUNI 2021

WISSEN UND AUSTAUSCH ZU AKTUELLEN THEMEN – KREATIV, INNOVATIV UND ONLINE

#PRÄVENTION DIGITAL Neue Veranstaltungsreihe »Coffee Corner«

PRÄVENTION INKLUSIV Suchtprävention bei kognitiven Beeinträchtigungen

DURCHBLICK Suchtprävention jetzt auch bei Instagram

SUCHTPRÄVENTION WICHTIGER DENN JE – HIER DARF NICHT GESPART WERD EN!

Bankverbindung für Ihre Spende

BERLINER AKTIONSTAG E

Riskantem Konsum vorbeugen »Mir reicht’s – Ich bleibe gesund!«

MEDIKAMENTENKO NSUM Situation bei Kinder n und Jugendlichen

DIGITALE ANGEBOTE

Europäischer Erfahru ngsaustausch zur Suchtprävention

Fachstelle für Suchtprävention Berlin gGmbH IBAN DE12 1002 0500 0001 3431 00 BIC BFS WDE 33 BER bei der Bank für Sozialwirtschaft Verwendungszweck: Spende Suchtprävention Berlin

SUCHTPRÄVENTIO N