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097_2022

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CH Regionalmedien AG I Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern I Obere Bahnhofstrasse 5 I 8910 Affoltern am Albis I Telefon 058 200 5700 I www.affolteranzeiger.ch I Auflage 27 155 I AZ 8910 Affoltern a. A. I Post CH AG

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AUS DEM BEZIRK AFFOLTERN I Nr. 97 I 176. Jahrgang I Freitag, 16. Dezember 2022

Entscheid des Souveräns Polizeimeldungen

In Mettmenstetten sinkt der Steuerfuss der Sekundarschulgemeinde. > Seite 3

In einer Unterführung in Affoltern haben Unbekannte gezeuselt und die Wände verschmiert. > Seite 5

Schwarze Null

Das erste Stadtfäscht in Affoltern vom September schliesst mit positiven Zahlen. > Seite 7

Ortsnamen

Woher stammt der Name Isenberg? Die Ortsnamen-Serie des «Anzeigers» recherchiert. > Seite 8

Stimmende gegen weniger Steuern Aeugster lehnen Antrag auf Senkung des politischen Steuerfusses von 76 auf 70 Prozent ab

Freiwillige Lehrer

Die Job-Werkstatt in Ottenbach sucht Freiwillige, die Deutschkurse geben. > Seite 13

Vereine im Fokus Für die Ausgabe 2022 ist die Arbeitsgruppe Neujahrsblatt der Gemeinnützigen Gesellschaft Bezirk Affoltern (GGA) eingetaucht ins hiesige Vereinswesen. In der Ausgabe 2023 nimmt sie den Faden nun wieder auf. So werden Vereine mit langer Tradition, aber auch ganz junge porträtiert. Vorgestellt wird das aktuelle Neujahrsblatt am Neujahrsapéro zum Berchtoldstag, musikalisch umrahmt durch das Trio «Amarôn». (red.)

> Bericht auf Seite 9

Elegante Tanzstars

An der Gemeindeversammlung Aeugst waren 185 Stimmberechtigte anwesend – das gab es schon lange nicht mehr. (Bild Luc Müller)

Weniger Steuern zahlen 2023? Das war das Topthema an der Gemeindeversammlung Aeugst, die einen bisher ungekannten Grossaufmarsch erlebte. von luc müller Am Schluss war die Luft im Kulturraum der Schule Gallenbüel stickig, die Köpfe der Anwesenden vollgepackt mit Zahlen und die Stimmung im besten Sinne geprägt von direkter Demokratie. Der Tenor des Souveräns nach der rund zweieinhalbstündigen Finanzdebatte: «Das war eine gute Diskussion zu den Gemeindefinanzen. Es war gut, dass jemand dazu angeregt hatte, die finanziellen Hintergründe der Gemeinde zu hinterfragen.» Im Kern ging es um den Entscheid über zwei durchaus berechtigte Ansichten zu den Gemeindefinanzen: Soll die Gemeinde vor allem Gewinne erzielen und damit die Schulden abbauen oder stattdessen die Steuern senken und in der Jahresrechnung auch einmal ein Defizit erzielen? Doch von Anfang an. Am Dienstagabend drehte sich an der Gemeindeversammlung Aeugst alles um Zahlen: um ein Reglement zu einem Liegenschaftenfonds der Gemeinde, um das Budget 2023 und den Steuerfuss der politischen Gemeinde.

Flyer von Steuersenkung-Befürwortern Die eigentlich trockene Materie zog aussergewöhnlich viele Stimmberechtigte an: 185. «Ich kann mich nicht erinnern, wann letztmals so viele an einer Gemeindeversammlung vor Ort waren», betonte Gemeindepräsidentin Nadia Hausheer. Schon zuvor verlegte der Gemeinderat in weiser Voraussicht den Versammlungsort von der Kirche in den grösseren Raum der Schule. Wochen vor der Budgetversammlung sickerte im Dorf durch, dass ein einheimisches Trio eine Senkung des

Steuerfusses der politischen Gemeinde von bisher 76 Prozent auf 70 Prozent fordert und auch Korrekturen am Budget 2023 verlangt. Zudem wollte man auch den angedachten Liegenschaftenfonds ablehnen. Ein entsprechender Flyer wurde verteilt. Zudem trafen sich die drei Initianten rund drei Wochen vor der Gemeindeversammlung mit dem Gemeinderat, um das Budget 2023 zu besprechen. «Der Gemeinderat ging aber nicht auf unsere Anliegen und unsere Analyse ein. Man kenne die Fakten, das war die unbefriedigende Antwort», so einer der Votanten aus dem Dreiergespann, das den Steuerfuss senken wollte.

«Steuerzahler zu viel belastet» Schon an der Budgetversammlung im vergangenen Jahr – anwesend waren 33 Stimmberechtigte – haben das Trio und Sympathisanten bei der Abstimmung zum Budget 2022 und zum Steuerfuss der politischen Gemeinde ein Zeichen gesetzt: Es gab zahlreiche Nein-Stimmen. Damals fand aber keine Diskussion statt. Ganz anders an diesem Dienstagabend. Im Antrag zur Steuersenkung um sechs Prozent ging es darum, dass die Gemeinde in den vergangenen Jahren immer mit einem sehr tiefen Plus oder gar Defizit gerechnet habe – am Schluss hätten dann aber doch immer grössere Gewinne resultiert. Nach Rechnung der Befürworter der Steuersenkung erzielte die Gemeinde Aeugst zwischen 2015 und 2021 einen Gewinn von rund 5,3 Millionen Franken. «Im Jahresdurchschnitt der vergangenen vier Jahre betrug der Gewinn 910 000 Franken. Die 910 000 Franken, mit denen alle Steuerzahler pro Jahr zu viel belastet wurden, entsprechen weit über 10 Steuerprozenten», so ihr Votum. Der Hauptvorwurf an den Gemeinderat: Der Steuerfuss sei seit Jahren zu hoch angesetzt. Der Gemeinderat solle auf lange Sicht ausgeglichen budgetieren – um dies zu erreichen, seien auch explizit

Verluste zu budgetieren. «Aeugst hat kerngesunde Gemeindefinanzen, still und heimlich geäufnet mit überhöhten Steuereinnahmen zwischen 2015 und 2021», lautete eine weitere Kritik. Der Hauptvorwurf: Der Gemeinderat habe fünf Millionen zu viel eingenommen, um das Nettovermögen auf 6,8 Millionen anzuhäufen. Das Trio stellte schlussendlich den Antrag, den Steuerfuss der politischen Gemeinde von bisher 76 Prozent auf 70 Prozent zu senken. Sechs Steuerprozente entsprechen rund 0,5 Millionen Franken. Heisst: Ohne Steuersenkung rechnete der Gemeinderat im Budget 2023 mit einem Plus von rund 61 000 Franken – die Steuersenkung hätte daraus ein Minus von rund 500 000 Franken gemacht. «Ein solcher Verlust ist völlig unproblematisch, weil Aeugst ein Finanznettovermögen von 6,8 Millionen aufweist», argumentierten die Befürworter der Steuersenkung in ihrem Flyer.

Mit Erträgen Schulden abgebaut Der Gemeinderat habe nicht einfach Geld gescheffelt und auch die Seite gelegt, konterte Gemeindepräsidentin Nadia Hausheer. Zwischen 2016 und 2021 habe die Gemeinde Ertragsüberschüsse von vier Millionen erzielt. «Alles haben wir für den Abbau der Schulden genutzt», sagte Hausheer. Durch die Ertragsüberschüsse der letzten beiden Jahre konnte die Fremdverschuldung auf 10,5 Millionen gesenkt werden – voraussichtlich noch auf Ende Januar 2023 sogar auf 7,5 Millionen, wenn der Steuerfuss unverändert bleibe. Die Befürworter einer Steuersenkung reichten im Vorfeld zahlreiche Fragen bezüglich des Budgets 2023 und zum Steuerfuss ein. Auf die Frage, weshalb das Nettovermögen zulasten der Steuerzahler geäufnet werde, erklärte Hausheer: Gegenüber dem Wert von 2018 (4600 Franken Nettovermögen pro Einwohner) sei das Nettovermögen 2021

(4100 Franken pro Einwohner) gesunken und nicht gestiegen. Der Antrag auf eine Steuersenkung um sechs Prozent wurde mit 107 Nein- zu 48 Ja-Stimmen abgelehnt. Die Stimmberechtigten genehmigten in der Schlussabstimmung das Budget 2023 bei einem unveränderten Steuerfuss von 76 Prozent für die politische Gemeinde mit 111 Ja- zu 45 Nein-Stimmen. Das Budget 2023 rechnet bei einem Aufwand von rund 11,9 Millionen mit einem Plus von 61 000 Franken und Nettoinvestitionen von 715 000 Franken.

Geld für Sanierungen neu in Fonds Zudem konnte der Souverän über das Reglement des neuen Liegenschaftenfonds der Gemeinde Aeugst abstimmen. Im Fonds wird ein Teil der Mieteinnahmen von gemeindlichen Liegenschaften im Finanzvermögen zweckgebunden eingeschossen. Das Geld wird für Sanierungen an den Liegenschaften genutzt. Eine Analyse von externen Experten habe gezeigt, dass in den nächsten Jahren Sanierungskosten von rund 2,4 Millionen anfallen – vor allem beim Mehrfamilienhaus Chloster. Hier müssen dringend die Fenster saniert werden. Im Fonds ist nun ein Betrag von 150 000 Franken eingerechnet. Ob jeweils Beträge in den Fonds fliessen sollen, darüber werde die Gemeindeversammlung abstimmen, betonte Nadia Hausheer. Über die Resultate der Experten-Analyse werde der Gemeinderat die Bevölkerung 2023 informieren. Aus dem Souverän kam die Frage auf, weshalb man nicht zuerst über die Analyse informiere und erst danach Geld für den Liegenschaftenfonds hole. «Das ist so der falsche Weg. Ich bin für die Ablehnung des Liegenschaftenfonds», so ein Votant. Der Souverän folgte schliesslich dem Antrag des Gemeinderats und genehmigte das Reglement des Liegenschaftenfonds mit 110 Ja- zu 56 Nein-Stimmen.

Das Hausemer Tanzpaar Davide Corrodi/ Maja Kucharczyk hat in Genf-Vernier bereits den fünften Schweizer 10-TanzMeistertitel gewonnen. Die beiden haben sich international in der Weltrangliste der Standardtänze mit 744 Paaren den 38. Platz erobert und gehören damit zu den Star Couples. Das Spitzensportpaar des Zuger Tanzsportclubs trainiert 30 Stunden pro Woche und misst sich auf dem Weg zur Weltspitze zweimal pro Monat an Spitzenturnieren. (red.)

> Bericht auf Seite 16 ANZEIGEN

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