Weiss Medien AG I Obere Bahnhofstrasse 5 I 8910 Affoltern am Albis I Telefon 058 200 5700 I Telefax 058 200 5701 I www.weissmedien.ch I Auflage 23 532 I AZ 8910 Affoltern a. A.
aus dem bezirk affoltern I Nr. 47 I 166. Jahrgang I Dienstag, 18. Juni 2013
Teilreorganisation
HochkarÀtig besetzt
Organisatorische Ănderungen in der Hedinger Gemeindeverwaltung. > Seite 3
Zuger Forum der Wirtschaft befasst sich in Kappel mit dem Rohstoffhandel. > Seite 5
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Silber Jumba-Tambouren am Eidgenössischen Jugendmusikfest in Zug erfolgreich. > Seite 7
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Fahnenweihe TSV-Jugend Bonstetten nach dem Eidgenössischen gross empfangen. > Seite 7
Rohstoffgelder: Entscheid vertagt Hedingen: Trotz deutlichem Ja zur SolidaritĂ€ts-Initiative folgt eine Urnenabstimmung Soll Hedingen 110 000 Franken der erhaltenen Glencore-Million an GeschĂ€digte des Rohstoffabbaus und -handels weitergeben? FĂŒr dieses Anliegen sprach sich an der Gemeindeversammlung eine grosse Mehrheit aus. Die Gegner konnten allerdings eine Urnenabstimmung durchsetzen. ................................................... von thomas stöckli Die Begeisterung der Initianten wĂ€hrte am Donnerstagabend nur kurz. Ziemlich genau um 22 Uhr sagten 173 StimmbĂŒrger Ja zu ihrem Antrag «Rohstoffmillionen â Hedingen handelt solidarisch». Doch sofort beantragte einer der 91 Nein-Stimmenden, die Bevölkerung an der Urne entscheiden zu lassen. Es folgte ein veritabler Abstimmungs-Krimi, der ganze 20 Minuten dauern sollte â immer wieder unterbrochen durch RĂŒcksprachen und rechtliche AbklĂ€rungen. GemeindeprĂ€sident Paul Schneiter liess zuerst ĂŒber den allfĂ€lligen Budget-Nachtragskredit entscheiden (Resultat: 180 Ja- zu 71 Nein-Stimmen), dann mussten die StimmenzĂ€hler die Anwesenden nochmals zĂ€hlen, da klar
war, dass der Entscheid hauchdĂŒnn ausfallen dĂŒrfte. Schliesslich reicht ein Drittel der Stimmen â das wĂ€ren 89 der 265 Stimmberechtigten im Schachensaal â, um eine Urnenabstimmung durchzusetzen. Eine erste AuszĂ€hlung ergab 90 Ja-Stimmen fĂŒr eine Urnenabstimmung â also ein Entscheid um zwei Stimmen. Das schien den Initianten verstĂ€ndlicherweise zu knapp, um nicht hinterfragt zu werden. Sie stellten erfolgreich den Antrag auf eine erneute AuszĂ€hlung der Stimmen, doch am Entscheid fĂŒr eine Urnenabstimmung sollte sich nichts Ă€ndern: 91 Stimmberechtigte sprachen sich diesmal dafĂŒr aus.
Handeln statt wegschauen Dem Abstimmungs-Krimi war eine rund einstĂŒndige Diskussion vorausgegangen, in deren Verlauf auch Vertreter der Hilfswerke Heks (Projekt: «Zugang zu Land»), der Arbeitsgruppe Schweiz Kolumbien (Schutz der Menschenrechte) sowie der Helvetas (Nachhaltige Ressourcen-Nutzung) zu Wort kamen. «Das ist eine einmalige Gelegenheit, nicht wegzuschauen, sondern zu handeln», sprach sich Peter Lanzendörfer, WortfĂŒhrer des Initiativkomitees, fĂŒr den SolidaritĂ€tsbei-
trag aus. Rund eine Mio. Franken hat der Börsengang von Glencore ĂŒber die Steuerzahlung von CEO Ivan Glasenberg in RĂŒschlikon und den Finanzausgleich in die Hedinger Gemeindekasse geschwemmt. Geld aus einem GeschĂ€ft, das keine RĂŒcksicht nehme auf Menschen und Natur, so Lanzendörfer weiter. Deshalb solle man nun ein Zeichen setzen und die GeschĂ€digten beteiligen. FĂŒr die Initiative setzten sich auch Alt-Gemeinderat Leonhard Grimmer und Hansruedi Schweizer ein: «Wir können soziale, ökologische und wirtschaftliche Verantwortung ĂŒbernehmen», so der Patron der Ernst Schweizer AG. «Wenn ich eine Million bekommen wĂŒrde, wĂŒrde ich die ganze Million spenden», sollte schliesslich ein junger Mann betonen.
Eigenen Konsum hinterfragen «GrundsĂ€tzlich behandeln wir alle Steuereinnahmen gleich», hielt GemeindeprĂ€sident Paul Schneiter im Namen des Gemeinderates dagegen. Zudem sei das Thema Entwicklungshilfe Sache des Bundes. Weiter fĂŒhrten Votanten auf, dass Spenden eine private Angelegenheit sei, dass die Schweiz bereits jĂ€hrlich 73 Mio. Fran-
ken Entwicklungsgelder in die betroffenen Regionen schicke. «Global denken, regional handeln», appellierte einer an die Hedinger, selber aktiv zu werden, das eigene Konsumverhalten zu hinterfragen und grössere Ziele ins Auge zu fassen. Ein anderer Votant sollte sogar beantragen, die ganze Glencore-Million an die Firma Ernst Schweizer AG auszuzahlen â mit dem Auftrag, fĂŒr Hedingen so viele Warmwasser-Kollektoren zu erstellen wie möglich. Das sei zu weit weg vom Thema, wies GemeindeprĂ€sident Paul Schneiter diesen Antrag allerdings zurĂŒck.
Andernorts Ă€hnliche Bestrebungen Was mit einem ĂŒberraschenden Antrag an der Budget-Gemeindeversammlung im Dezember letzten Jahres begann, geht nun also demnĂ€chst in die dritte Runde. Die VorgĂ€nge in Hedingen dĂŒrften aus dem ganzen Bezirk interessiert verfolgt werden, denn auch andernorts laufen Bestrebungen, Teile der Glencore-Gelder an GeschĂ€digte in den vom Rohstoffabbau betroffenen Gebieten zurĂŒckzugeben. ................................................... > Bericht zur Gemeindeversammlung auf Seite 5
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Bereichernd Ăber 20 Nationen am Fest der Kulturen in Affoltern vertreten. > Seite 9
Beschwerden vom Bundesgericht abgewiesen Das Bundesgericht hat die Beschwerde eines StimmbĂŒrgers letztinstanzlich abgewiesen und erlaubt die Realisierung einer Fotovoltaik- und Solarthermieanlage im Schwimmbad Stigeli. Der Objektkredit wurde von der Gemeindeversammlung seinerzeit ohne Gegenstimme bewilligt. Ein anderer Fall betrifft das Protokoll der Gemeindeversammlung vom 18. Juni 2012. Das Verwaltungsgericht stellte fest, die Aussagen der Votanten hĂ€tten zum Teil prĂ€ziser formuliert werden mĂŒssen. Eine Protokollberichtigung hat das Verwaltungsgericht allerdings abgelehnt. Der BeschwerdefĂŒhrer zog das Urteil weiter ans Bundesgericht. Dieses hat nun den Fall zur Neubeurteilung ans Verwaltungsgericht zurĂŒckgewiesen. In Umsetzung des Verkehrsrichtplans hat der Gemeinderat korrekt gehandelt, und auch eine Strafanzeige wegen UrkundenfĂ€lschung bezĂŒglich Verkehrsrichtplan wurde abgewiesen. ................................................... > Bericht auf Seite 3
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Nachtspektakel im «Jumpin» Mettmenstetten
Spitzensport mit besonderem Ambiente: Die freestyle-night lockte wieder ĂŒber 2000 Leute an die Wasserschanze. (Bild Daniel Loosli) Am Samstag massen sich in Mettmenstetten wieder die waghalsigen Freestyler in den Kategorien Freeski, Snowboard, Bike und Aerials. Die Zu-
schauer durften nicht nur spektakulĂ€re Tricks bestaunen, sondern auch selber das eine oder andere ausprobieren, etwa einen Balance-Akt ĂŒber den
Jumpin-Pool. Im Promo-Village lockten trendige Shirts und Accessoires, Darts und GlĂŒcksrad. Bis in die Morgenstunden waren die Fahrlehrer vom Learn-
pool beschÀftigt, PartygÀnger sicher nach Hause zu bringen. (tst.) ................................................... > Bericht auf Seite 13
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