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Mai 2014

Chevrolet-Abschied

NICHT IMMER EINSTIMMIG Türkei Gute Aussichten als Autohersteller

Zweiradbranche Toller Einstieg in die neue Saison

EDV Sparen an der falschen Stelle

Hebetechnik Alle Neuheiten im Überblick

Zum Herausnehmen! Mai 2014

Tachobetrug

ALLTÄGLICHES VERBRECHEN Marktanalyse Neue Rekorde in Griffweite

Finanzierung Unverzichtbar für Umsatz und Ertrag

Versicherung Kundenbindung für Gebrauchtwagenprofis

Onlinebörsen Der schnellste Weg zum Autokäufer

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Denn uns ist kein Problem zu klein, um nicht mit größtmöglichem Einsatz die optimale Lösung zu suchen. Und kein Kundenwunsch ist zu kompliziert, um nicht einen gangbaren Weg zu finden. Wir sind eben die Größten, wenn es darum geht, unsere Geschäftspartner zufriedenzustellen. Ihr Vertiebs-Team PKW

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ANSICHT

Behörden-Ärger

E

r ist gerne Autohändler, jener Mann, der gleich drei Mal bat, seinen Namen nicht in der Zeitung veröffentlicht zu sehen. Diesem Wunsch kommen wir gerne nach, um den Informanten nicht noch weiteren Schikanen auszusetzen. Denn was der Händler in den vergangenen Jahren erleben musste, geht – um es ländlich zu sagen – „auf keine Kuhhaut“. Schon im Herbst 2011 hatte uns der Händler erzählt, dass sich der dringend notwendige Bau einer neuen Spenglerei um ein halbes Jahr verschieben werde, weil die Behörden mit den Genehmigungen säumig seien. • Hätte der Mann damals gewusst, was noch auf ihn zukommt, wäre er vermutlich verzweifelt: Denn erst jetzt wird die damals geplante Spenglerei eröffnet (wenn die Behörden nicht doch noch einmal einen Strich durch die Rechnung machen). Es sei ein Skandal, wie man als Unternehmer behindert werde, meint der Autohändler – und man muss ihm beipflichten. Das heißt nicht, dass alle Behörden so arbeiten. Doch wenn alle Unterlagen vorhanden sind, wenn weder Lärm (weil auf der grünen Wiese) noch Abgase oder sonstige Gründe gegen ein Projekt sprechen, dann sollte es nicht zweieinhalb Jahre dauern, bis dieses genehmigt wird. • Und warum bei einer – an sich nicht mehr notwendigen – Verhandlung plötzlich wieder neun Beamte auftauchen und viereinhalb Stunden über ohnedies bereits vorab geklärte Details sprechen, versteht ein Unternehmer, der mit den Kunden um jeden Euro feilschen muss, auch nicht wirklich. Wir auch nicht, übrigens. Denn schließlich geht es bei diesem Projekt (und bei vielen anderen auch) um zusätzliche Arbeitsplätze, um zusätzliche Steuereinnahmen. Die der Staat braucht, um die Hypo und andere schwarze Löcher zu füllen ... • Ach ja, eines noch: Wenn sich ein Unternehmer (wie der von uns zitierte) in seiner Verzweiflung, weil die Behörden so lasch sind, an den Herrn Wirtschaftskammerpräsidenten und an den Herrn Wirtschaftsminister wendet, dann sollten diese mehr tun, als an die lokalen Vertreter zu verweisen. Eine Intervention bei den Vorgesetzten der müden Beamten wäre das Mindeste, was man sich als Steuer- und Zwangsbeitragszahler erwarten würde.

Gerhard Lustig, Herausgeber: „Österreichs Automobilwirtschaft ist politisch wie strukturell an einem Scheideweg angekommen. Die Politik muss wieder Respekt und Anerkennung vor unserer Leistung haben.“ Mag. Heinz Müller, Chefredakteur: „Warum sind Behörden so langsam, wenn es um die Genehmigung dringender Bauprojekte geht?“

TAG 2014 23. Oktober in Wien 2

Mit interessanten Fachleuten branchenmittige Themen diskutieren

DeCLARYren Sie sich ERNSThaft ! Das Lobbying des MFU (Forum Mobilität.Freiheit. Umwelt) in der derzeitigen Form gibt Anlass, das Selbstverständnis des immer noch kammerorientierten Autohandels neu zu bewerten. Die „Autos und Europa“? Ein inzwischen von tiefem Pessimismus durchtränkter Zustand! Die Hoffnung der lokalen Autowirtschaft, die sich allein an den technischen Fortschritt heftet, ist armselig. • Die Mobilitätsmacher von der Fraktion fossiler Energieverbraucher geraten trotz 92 (!) Prozent Marktanteil zunehmend in die Defensive. Unser mobiler Gottseibeiuns, der Verkehrsclub Österreich (VCÖ), hat nur noch die Elektromobilität auf seinem Radar. Unter dem Deckmantel der umweltfreundlichen Zukunft unterstützt die Regierung diesen Weg, nimmt jedoch unverschämt die Steuern von der fossilen Fraktion. Das nicht zu knapp, auch wenn dem ach so wichtigen Wirtschaftsfaktor Automobilwirtschaft gerne das – tatenlose – politische Wort geredet wird. • Was macht der Zusammenschluss unserer Interessenvertretungen aus dem automotiven Sektor MFU? Deren Proponenten Dr. Felix Clary für die Importeure und Burkhard Ernst für den Fahrzeughandel wollen offenbar bei der Umsetzung neuer „verkehrspolitischer Initiativen“ andere nicht dabei haben. Keine Kfz-Innung und keine Mäzene aus Wirtschaft und Medien, die das Lobbying von Change Communicator Wolfgang Rosam unterstützen könnten. Isolation innerhalb der Automobilwirtschaft kann nicht die Lösung sein.

PS: Lesen Sie darüber im Innenteil dieser Ausgabe!

AUTO & Wirtschaft • MAI 2014

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INHALT

Aspekte

ALLRAD LIFESTYLE ABENTEUER

Eigentümervertreter: Peter Affolter

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5/2014, 27. Jahrgang Cover-Werbung: Lukoil MEDIENINHABER UND ANZEIGENVERWALTUNG A&W Verlag GmbH (FN 238011 t) 3400 Klosterneuburg, Inkustraße 16 T: +43 2243 36840-0 F: +43 2243 36840-593 E: redaktion@autoundwirtschaft.at I: www.autoundwirtschaft.at Geschäftsführer und Herausgeber: Gerhard Lustig, DW 527 M: +43 664 8229485 E: lustig.gerhard@autoundwirtschaft.at Chefredakteur: Mag. Heinz Müller, DW 523 M: +43 664 8221660 E: mueller.heinz@autoundwirtschaft.at Chef vom Dienst: Philipp Hayder, DW 526 M: +43 664 8223301 E: hayder.philipp@autoundwirtschaft.at Redaktion: Dr. Klaus Engel, DW 525 M: +43 664 8493231 E: engel.nikolaus@autoundwirtschaft.at Matthias Kreutzer, DW 579 M: +43 664 88368584 E: kreutzer.matthias@autoundwirtschaft.at Dieter Scheuch, DW 575 M: +43 664 2359052 E: scheuch.dieter@autoundwirtschaft.at Stefan Schmudermaier, DW 576 M: +43 664 2359053 E: schmudermaier.stefan@autoundwirtschaft.at Redaktionelle Mitarbeit: Dr. Kurt Holzbauer, Peter Homola, Dr. Friedrich Knöbl, Mag. Irina Podshibyakina, Pascal Sperger, Gerald Weiss Anzeigenmarketing: Prok. Stefan Binder, (Leitung), DW 522 M: +43 664 5285661 E: binder.stefan@autoundwirtschaft.at Martin Eggenfellner, DW 520 M: +43 664 8229494 E: eggenfellner.martin@autoundwirtschaft.at Alexander Keiler, DW 521 M: +43 664 8229487 E: keiler.alexander@autoundwirtschaft.at Hbv. und Leitung Administration: Annemarie Lust, DW 597 M: +43 664 8229479 E: lust.annemarie@autoundwirtschaft.at Schwesterpublikationen: AUTO BILD Österreich Eurotax AUTO-Information AUTO-info4you FLOTTE & Wirtschaft 4wd ALLRADKATALOG AUTO&Wirtschaft Schweiz AUTO BILD Schweiz aboutFLEET Grafik: graphics – A. Jonas KG 3400 Klosterneuburg, Inkustraße 16 T: +43 2243 36840-594 E: jonas.alexander@autoundwirtschaft.at Druck: Ferdinand Berger & Söhne GmbH 3580 Horn, Wiener Straße 80 Bezugspreis: Jahresabonnement (11 Ausgaben) Inland: ¤ 68,– exkl. 10 % MwSt (Einzelpreis Inland: ¤ 8,– inkl. 10 % MwSt); Ausland: ¤ 85,– Bankverbindung: Bank Austria UniCredit Group, BLZ 12000, Konto-Nr. 51844 097 901 IBAN = AT63 1200 0518 4409 7901 BIC = BKAUATWW UID = ATU57361312 Gerichtsstand: LG Korneuburg Verbreitete Auflage: 12.500 Stück Erscheinungsweise: monatlich (Juli/August Doppelnummer) mit Supplements laut Mediadaten 2014 Grundlegende Richtung: unabhängige Fachzeitschrift für alle, die vom Kraftfahrzeug leben Manuskripte: Für unverlangt eingesandte Manuskripte und Fotos wird keine Haftung übernommen. Sie werden nur retourniert, wenn Rückporto beiliegt.

Birner mit Kastner Exclusive Cars: große Ziele

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Thema Chevrolet: Besser der Spatz in der Hand

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Handel Thema Neun bisherige Chevrolet-Partner stiegen schon bei der ersten Gelegenheit aus den Händlerverträgen aus. Nicht immer verläuft es so reibungslos. Seite 10

Mazda: Große Pläne für die Zukunft Toyota: Alle neune Castrol: Mineralölmarketing. Das immer! Denzel: Chefwechsel Richtung 100 Ostfantasie: Neue Modelle vom Bosporus Audi: Viele, viele gebrauchte Audi Ford: Die Karriere des Danijel D. Kinder: Automobilgarten neu interpretiert Lietz: In Linz beginnt’s von Neuem Automechanika: Viel Neues Eurotax: Qual der großen Wahl

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Management

Handel Mazda will wachsen: In Österreich ebenso wie im Südosten Europas. Seite 14

ZUM HERAUSNEHMEN: Mai 2014

Alle Neuheiten rund um das Thema Gebrauchtwagen

Tachobetrug

ALLTÄGLICHES VERBRECHEN Marktanalyse Neue Rekorde in Griffweite

Finanzierung

für Unverzichtbar Ertrag Umsatz und

Versicherung

für Kundenbindung ofis Gebrauchtwagenpr

Onlinebörsen

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VAV: Image der Autofahrer in Städten sinkt Vbg: Im Ländle wird anders interpretiert Statistik: Der Wirbelwind ist vorerst vorbei JATO: Was ist nur auf der Insel los? bike-austria: Traumstart mit 2 Rädern Umfrage: MFU-Lobbying pro Auto A&W-Tag: Vormerken: 23.10.2014 Sikora: „Geduld und langer Atem“ Boston Cons.: Iran, Kolumbien, Malaysia

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Wirtschaft Wiesenthal: Eigene Finanzierungsprofis Bosch: Mit höherer Drehzahl Fahrzeugindustrie: Die Räder rollen wieder MFU: Lobbying in Richtung wohin? Shell: Die reine Lehre ADP: Läuft wie am Schnürchen DAT: Schadenmanagement mit elektr. Akte Stieger: Breit gefächerte Lösungen Loco-Soft: Software für fast alle Marken Vector: Elektronische Checkliste Motiondata: Innovationen hoch drei

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Gewerbe

Management Neue Länder bringen neue Chancen für Hersteller und Österreichs Zulieferer. ab Seite 38

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Birner: Lückenschluss in Amstetten Meyle: Bereit für neues Wachstum Alcar: Druckkontrolle des Rädermarkts Lukoil: Die Pferde sind los Siems & Klein: Vom smart bis zum Sprinter Trost: Zu Ersatzteilen auch das Werkzeug Hebetechnik: Marktübersicht WM: Sicherheit und Komfort beim Heben ATEV: Katalog für Werkstattausrüstung Waeco: Umweltschutz hilft sparen

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Wirtschaft Lobbying für die Autobranche.

Seite 44

Gewerbe Hoch hinaus: Eine technisch perfekte Hebebühne sollte in keiner Werkstatt fehlen. ab Seite 58

Gewerbe Autover: Damit nichts in die Brüche geht Moser: Lenkungsprüfung m. Gewährleistung mapo: Der Oldtimer dankt’s Cromax: So bringt man Farbe ins Spiel 31. KFG-Novelle: Plakettendatenbank online WM Fahrzeugteile: 2. Auflage der Hausmesse Förch: Ein Mittel gegen die braune Pest KYB: Stoßdämpfer kontrollieren KMU Forschung: Harte Zeiten für Werkstätten Abgasplaketten: Im Detail Eder: Neuorganisation der Fertigungsstandorte Gates: Für extreme Einsätze Varta: Für die Zukunft (aus-)gerüstet Neue Produkte

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Menschen Wechsel zu Hyundai Neue Karrieren bei Semperit Leserbriefe

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Ansichten Müller und Lustig Knöbl: Veränderung

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ASPEKTE Birner mit Kastner Bisher 4 Fälle für Kfz-Schiedsstelle An die im Vorjahr gegründete Kfz-Schiedsstelle für Vertragsstreitigkeiten wurden bisher 4 Fälle herangetragen, unter an-

derem ist der Rückzug von Chevrolet (siehe Seite 10) ein Thema. Die Schiedsstelle muss sich mit markeninternen Streitigkeiten befassen, ehe ein Gerichtsverfahren eingeleitet werden kann. Das erste Mediationsverfahren soll demnächst beginnen, heißt es aus dem Bundesgremium des Fahrzeughandels.

Nicholas Thomas leitet seit 1. Mai Nissan Als Nachfolger von Bruno Mattucci, der endgültig als Geschäftsführer von Nissan in sein Heimatland Italien gewechselt ist, leitet Nicholas Thomas (38) die österreichische Niederlassung des japanischen Autoherstellers. Thomas war in der Vergangenheit als Regional Director für Ost- und Zentraleuropa sowie für Großbritannien verantwortlich; zuvor arbeitete er 13 Jahre lang für Ford.

In Österreich erwartet Thomas eine gut vorbereitete Organisation: Im vergangenen Wirtschaftsjahr, das Ende März endete, wurde das zweitbeste Ergebnis der vergangenen 12 Jahre erzielt. Insgesamt 7.912 Neuwagen sowie 724 Nutzfahrzeuge wurden zugelassen. Den leichten Rückgang im Vergleich zum Vorjahr begründet man mit dem Auslaufen des Qashqai, dessen Nachfolger jetzt sehr gut angelaufen ist.

Ohne irgendwelche gegenseitigen gesellschaftsrechtlichen Verflechtungen haben sich Autobedarf Birner GmbH, Wien, mit 28 Niederlassungen und Autobedarf Karl Kastner GmbH, Innsbruck, mit 8 Standorten in Österreich zur weitreichenden Servicekooperation im Bereich Werkstattausrüstung entschieden. Künftig wird Mag. Walter Birner auf die aktuell 35 Techniker umfassende Servicekompetenz von Kastner zurückgreifen. Lediglich, präzisiert Mag. Ernst Kieslinger, im Bereich Kfz-Fahrzeugteilvertrieb sowie Service für Diagnose-, Klimageräte usw. wird weiterhin getrennt im Markt operiert.

Trost-Schau rückt näher Mehr als 250 Partner aus der Industrie werden sich am 17. und 18. Mai auf der traditionellen TrostSchau in Stuttgart den Fachbesuchern präsentieren. Bei der Schau werden auch heuer wieder mehrere hundert Kunden aus Österreich erwartet, die meist mit Bussen anreisen.

Kinder-Erlebnisbereich

Da wo die Menschen sind Dr. Dieter Zakel eröffnet die erste „dr.ive in“-Ordination. Geöffnet hat diese an der ENI-Tankstelle in der Krottenbachstraße 32–34 im 19. Wiener Gemeindebezirk von 6:00 bis 22:00 Uhr. Zakel: „Die Medizin soll vom Elfenbeinturm herunterkommen. Die Ordination soll dort sei, wo auch die Menschen sind, beispielsweise bei der Tankstelle.“ Kassenvertrag gibt es keinen, die Kosten sind laut Zakels Aussagen mit 50 Euro pro Ordination im Ausmaß von 15 Minuten pauschaliert. Zakel ist Allgemeinarzt, Anästhesist, Intensivmediziner und Transfusionsmediziner.

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Im Technischen Museum Wien wurde „Mini Mobil“ für Kinder von 2 bis 8 Jahren eröffnet. Dabei werden die jungen Verkehrsteilnehmer immer wieder vor neue Herausforderungen

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gestellt. Mit gestalterischen Elementen können die Kinder in die Stadt- und Verkehrsplanung eingreifen und so zu einem neuen Bewusstsein und zu Einsichten gelangen. Die Kinder lernen, sich selbst und andere Verkehrsteilnehmer einzuschätzen und erfahren z. B. die Bedeutung von Verkehrszeichen. Außerdem gibt es ein smart-Polizeiauto zu erleben. Sponsor ist die Asfinag.


ASPEKTE

Erfolgreiche Partnerschaft Die Wiener Autohandelsorganisation MVC Motors und der berufsständische Kfz-Versicherer carplus, korporiert in Wiener Städtische Versicherung, haben Ende April ihre nunmehr einjährige Partnerschaft analysiert. Sowohl carplus-Chef Ing. Dr. Ferdinand Gugenberger („Kooperation mit Strategie“) als auch MVC-Geschäftsführer Stefan Röglsperger („Gnadenlos sich bietende Vorteile nutzen“) stellten bei der Veranstaltung vor ihren Verkäufern und Kundenbetreuern den Erfolg ihrer Zusammenarbeit in den Mittelpunkt.

Bei rund 6.000 Fahrzeugverkäufen im Jahr rechnet Röglsperger aus einer Kombination von Autoverkauf, Versicherungsdienstleistungen und Finanzierungsverträgen mit 100 Euro pro Einheit einen daraus resultierenden Deckungsbeitrag auf rund eine halbe Million Euro hoch.

Gutschein für Top-Verkäufer Gebrauchtwagenverkäufer Gerhard Swoboda vom MVCStandort Wien-Floridsdorf wurde für seine besondere Abschlussstärke in Verbindung mit carplus mit einem Gutschein belohnt.

Viele Vorteile für Kunden Nicht ohne Widerspruch hinnehmen will die Versicherungswirtschaft den vom Verein für Konsumenteninformation (VKI) durchgeführten Test in Autohäusern: Der VKI hatte festgestellt, dass jene Kunden, die Versicherungen in Autohäusern abschließen „unter Umständen ordentlich draufzahlen“. Kurt Molterer (B.), Hauptbevollmächtigter der Garanta, meint hingegen, dass die Angebote in den Autohäusern häufig mit speziellen Kundenvorteilen verbunden seien, etwa mit einer Gratis-Kaskoaktion bzw. der Übernahme der Anmeldegebühren. Untersuchungen würden ergeben, dass die Kunden das One-Stop-Shopping im Autohaus sehr wohl schätzen. Ähnlich äußert sich Franz F. Gugenberger (carplus): „Im Autohaus gibt es nicht Lockangebote, sondern echte Kundenvorteile.“

Exclusive Cars: große Ziele Mit 50 Auslieferungen von neuen Bentley sowie etwa 25 Exemplaren von Lamborghini rechnet Robert Engstler, Geschäftsführer der Exclusive Car Vertriebs GmbH in Wien, bis zum Jahresende. Bei Lamborghini werde es stark davon abhängen, wie viele Exemplare des Huracan

heuer noch in Österreich eintreffen würden, so Engstler. Die Auslieferung des Supersportwagens soll im 3. Quartal beginnen, die Wartezeit für die Kunden liegt bei 12 Monaten. Exclusive Cars ist die auf Luxusmarken spezialisierte Einheit der Porsche-Holding, zu der auch Bugatti gehört.

China-Autos erst ab 2017 Frühestens in 3 Jahren werden laut Komm.-Rat Ing. Alfred Stadler, Vorstand der Wolfgang Denzel Holding, chinesische Fahrzeuge auch in Österreich angeboten. Diese seien – ebenso wie Fahrzeuge indischer Hersteller – aufgrund der sich verschärfenden Rahmenbedingungen (Stichwort Euro 6 ab 2015) für den europäischen Markt nicht reif. Denzel hat seit 2006 einen „Letter of Intent“ mit Chery und einen unterschriebenen Importvertrag mit BYD.

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Markenvertrauen in Opel

Mit Familie Hnolik wird ein Betriebsneubau für den OpelHändlervertrag im Westen von Wien Realität.

Opel Lagerhaus Korneuburg 2111 Gewerbepark Tresdorf (S1 Korneuburg Nord)

„Was 1993 in Neulengbach auf einer Tankstelle mit einem Werkstattbetrieb begann und 2000 – schon in Wien-Penzing – als kleine Opel-Servicestation sich weiter entwickelte, findet nun in einem Betriebsneubau an der Stadtgrenze im Westen von Wien seine Fortsetzung. Der Schritt in die direkte Partnerschaft mit Opel kostet 1,3 Millionen Euro, damit ab 2014/2015 die 11 Angestellten im familiengeführten Autohaus im Volljahr rund 150 Opel-Neuwagen vermarkten werden können und im Einzugsgebiet der Service für die Marke mit dem Blitz auf höchstem Leistungsniveau funktionieren kann. Christian und Sylvia Hnolik wissen mit ihrer Investition auch ihre Söhne Markus (Technik) und Matthias (Verkauf) voll motiviert hinter dem Opel-Projekt stehen.

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macht frische Kräfte frei

Dir. Ing. Leopold Scheibböck ordnet unter Raiffeisen im Norden Wiens Opels Vermarktungskompetenz neu. Mit dem exklusiven Opel Handels- und Servicestandort im vormaligen Pruckner-Betrieb in Tresdorf schätzt Geschäftsleiter Ing. Leopold Scheibböck das Marktpotenzial des bis an Wiens Stadtgrenze heranreichende Einzugsgebiet Korneuburg bis hinauf nach Stockerau auf rund 150 Opel-Neuwagen. Raiffeisen Lagerhaus Korneuburg will aus dem Standort inklusive der im Betrieb eingemieteten Pruckner Reha Technik GmbH mit der beim Kunden wiedergewonnenen Kraft in die Marke Opel und mit den zunächst 15 mit den örtlichen Marktgegebenheiten bestens vertrauten Opel-Fachkräften sogar noch mehr herausholen, als die zugrunde liegenden Planungen versprechen. „Die Betriebssubstanz ist auch neu“, lobt Scheibböck: „Zusammen mit der Strahlkraft unserer Raiffeisen Lagerhaus-Gemeinschaft in Korneuburg kann das für beide Seiten die Option zum großen Erfolg werden.“


THEMA

Besser der Spatz in der Hand ... Neun bisherige Chevrolet-Partner stiegen schon bei der ersten Gelegenheit – nämlich per 31. März – aus den Händlerverträgen aus. In anderen Fällen verläuft die Trennung nicht so reibungslos. Von Mag. Heinz Müller

Mag. Rainer Fillitz verhandelt mit allen Chevrolet-Händlern

Mag. Alexander Struckl hofft auf Zuwachs für Opel

K

urzer Rückblick: Als das „Aus“ für Chevrolet Anfang Dezember 2013 bekannt gegeben wurde, waren 53 Betriebe im Netz: 29 von ihnen waren auch für Opel tätig, 11 vertraten fremde Marken und 13 waren reine Chevrolet-Händler. 9 bisherige Partner stiegen schon bei der ersten Gelegenheit – nämlich per 31. März – aus den Händlerverträgen aus (siehe Kasten „Diese Händler sind schon weg“). Laut Mag. Rainer Fillitz, Geschäftsführer von Chevrolet Austria, hat es in diesen Fällen stets einvernehmliche Lösungen gegeben. Einige Händler, die das Chevrolet Angebot unzureichend fanden, verzichteten auf das von Chevrolet angebotene „Einvernehmen“. Sie wandten sich stattdessen an die vom Bundesgremium eingerichtete Schiedsstelle. Die muss nun entscheiden, ob Chevrolet die Händler verpflichten kann, bis zum bitteren Ende im kaum mehr vorhandenen Vertriebsnetz auszuharren.

Investitionsabgeltung nur zum Teil

Dr. Martin Brenner vertritt einige Chevrolet-Händler

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Die Ankündigung von Chevrolet, sich per Ende 2015 aus dem Neuwagen-Verkauf in Westeuropa zurückzuziehen, war für die Händler völlig überraschend gekommen. „Wir hätten Chevrolet sicher behalten, da die Produkte in den vergangenen Jahren viel besser geworden sind“, kommentiert der burgenländische Komm.-Rat Josef Wiener seinen vorzeitigen Ausstieg per 31. März 2014 damit, dass „es jetzt noch höhere Ausgleichszahlungen gegeben hat als in einigen Monaten“. Chevrolet-Zahlungen, die die Investitionen aber „bei Weitem nicht abgedeckt haben“.

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In das gleiche Horn stößt etwa Anton Achter in Kollnbrunn (NÖ), der sich im April von Chevrolet nun Mazda zuwandte. „Ich habe lieber den Spatz in der Hand als die Taube am Dach.“ Auch er musste auf einen Teil seiner Investitionen „verzichten“.

Wird Opel der lachende Gewinner? Mag. Alexander Struckl, Geschäftsführer der General Motors Austria GmbH, verweist darauf, dass schon einige Zweimarkenhändler zu exklusiven Opel-Partnern wurden. Er ist zuversichtlich, dass sich weitere Chevrolet-Händler für Opel als alleinige Marke entscheiden werden: „Mit Opel kann man ein BusinessModell sehr gut abdecken“. Daher scheint für diese Händler das von Chevrolet angebotene finanzielle Trostpflaster nur eine untergeordnete Rolle zu spielen. Sie vertrauen darauf, die bei Chevrolet verloren gehenden Verkäufe durch Opel ausgleichen zu können. Schließlich hat der Opel-Vorstandsvorsitzende Dr. Karl-Thomas Neumann angekündigt, Opel zum zweitgrößten europäischen Autohersteller zu machen. Nicht jeder Händler kann oder will diesen Weg einschlagen. Wenig zu lachen hat da etwa Christoph Mussger vom gleichnamigen Autohaus in Kapfenberg. Er ist im Juni 2013 mit der Marke Chevrolet exklusiv gestartet und hat dafür 580.000 Euro investiert. Die Nachricht über den Rückzug hat ihn völlig unerwartet und schwer getroffen. Im ersten Halbjahr der Tätigkeit konnte er 34 Fahrzeuge absetzen bei einem Jahresziel von 35. Vom Importeur hat er als Ausgleich und Schadenersatz rund 16.000 Euro angebo-


THEMA

Rainer Fillitz den Konzernstandpunkt klar: „Ihre Erklärung sehen wir als schuldhafte unberechtigte vorzeitige Auflösung des Händlervertrages, sodass Sie alle im uns übermittelten Rechtsgutachten von Herrn Dr. Knöbl behaupteten Ansprüche schon dem Grunde nach verloren haben. Dies betrifft frustrierte Investitionen gleichermaßen wie Schadenersatz/Verdienstentgang und einen Ausgleichsanspruch.“

Pflichterfüllung bis zum Ende?

Patrick Pfurtscheller kündigte und bekam Post von Chevrolet

ten bekommen, also weit unter den tatsächlichen Ansprüchen. Da er auf einen derartigen „Vergleich“ nicht einsteigen konnte und wollte, hat er den Vertrag für den Neuwagenvertrieb von sich aus per Ende Februar 2014 gekündigt. Er stützt sich dabei auf eine erst kürzlich ergangene Entscheidung des Obersten Gerichtshofes: „Ein Tankstellenpächter hat gegenüber einem Mineralölunternehmer auch bei Eigenkündigung einen Ausgleichsanspruch, sofern dem Unternehmer zurechenbare Umstände hiezu begründeten Anlass gegeben haben. Zweifellos ist einem Tankstellenpächter ein Aufrechterhalten des Pachtvertrags zumutbar, wenn er nur vorübergehend mit wirtschaftlich noch vertretbaren Umsatzrückgängen rechnen muss. Es muss ihm aber auch zugestanden werden, dass er schon frühzeitig auf eine gravierend negative Entwicklung seiner wirtschaftlichen Situation reagiert, wenn sich abzeichnet, dass diese Entwicklung nicht nur vorübergehend bestehen wird; in diesem Zusammenhang muss er auch die Möglichkeit einer Kündigung des Vertrages ins Auge fassen.“ Diese absehbare „negative Entwicklung“, war auch für Patrick Pfurtscheller, Geschäftsführer der Automobile Eduard Linser GmbH in Innsbruck, der Grund, den Händlervertrag von sich aus per 28. Februar 2014 zu kündigen. „Unter Wahrung aller Ansprüche“, wie er nach eingehender Analyse durch den Händleranwalt Dr. Friedrich Knöbl klar stellte. Ansprüche, die von Chevrolet heftig bestritten werden. In einem Schreiben vom 28. Februar legte Mag.

Josef Wiener trauert der Marke Chevrolet nach

Aus der Sicht von Chevrolet haben die gekündigten Händler nur das zu bekommen, was ihnen der Konzern anbietet. Und das auch nur dann, wenn sie „einvernehmlich“ vorzeitig aus dem Händlervertrag aussteigen. Andernfalls haben die Händler bis zum 31. Dezember 2015 alle vertraglichen Pflichten zu erfüllen – unabhängig davon, ob dies wirtschaftlich vertretbar ist oder nicht. Der die Chevrolet-Händler vertretende Rechtsanwalt Dr. Martin Brenner sieht das naturgemäß anders. Angesichts des sich auflösenden Händlernetzes sei keinesfalls davon auszugehen, dass es bis Ende 2015 einen normalen Geschäftsbetrieb – mit entsprechenden Verdienstchancen der an den Importeur gebundenen Händler – geben werde. Zur Rechtssicherheit sei es erforderlich, dass dies auch von einem Gericht festgestellt werde. Entsprechend den seit dem Vorjahr geltenden Bestimmungen des KraftfahrzeugsektorSchutzgesetzes ist diese strittige Frage jedoch vorweg in einer Art Schlichtungsverfahren zu erörtern. Die entsprechenden Schiedsanträge wurden bereits bei der Wirtschaftskammer eingebracht. Damit wurde auch rechtliches Neuland betreten. Schließlich hat man mit der seit dem Vorjahr gesetzlich vorgeschriebenen Schlichtungsregelung noch keinerlei Erfahrungen. Der Ball liegt derzeit bei Hellfried Ranzinger, der von der Kammer zum Schiedsrichter ernannt wurde. •

Diese Händler sind schon weg Bei den 9 „Ehemaligen“, die schon per 31. März ausgeschieden sind, handelt es sich um: Brantner-Autohaus Gesellschaft m.b.H. (Gänserndorf und Laa an der Thaya, NÖ), Auto Wiener (Eltendorf, B), Franz Part & Co. GmbH (Schärding, OÖ), Auto-Pfleger GesmbH (Weißenbach bei Liezen, St), Autohaus Poier (Pöls, St), Car-Tech Kfz Meisterbetrieb GmbH (St. Veit an der Glan und Althofen, K), Manfred Lugstein e.U. (Strasswalchen, OÖ) und Autohof Konrad GmbH (Imst, T). „All diese Partner bleiben aber im Chevrolet-Service erhalten“, sagt Fillitz. Eine Ausnahme bildet das Mehrmarken-Autohaus Stöbich (Schlüßlberg bei Grieskirchen), das sowohl den Händler- als auch den Servicevertrag mit 31. März gekündigt hat. Stöbich hatte die Tätigkeit für Chevrolet erst im April 2013 aufgenommen. „Der große Aufwand für eine reine Servicevertretung ist unrentabel“, sagt Ralf Stöbich. „Wir haben in diesem Gebiet quasi bei null begonnen und nur eine niedrige zweistellige Zahl an Neuwagen verkauft. Daher ist der Kundenstock auch nicht so hoch, dass sich ein Service auszahlen würde.“

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„Jetzt ist Zeit, dass die Jugend auch etwas arbeitet und die Firma in Richtung 100 Jahre führt“,

HANDEL

sagt Komm.-Rat Ing. Alfred Stadler (Denzel) auf Seite 18

„Wir hatten zwei Koffer mit dem Allernotwendigsten, sonst nichts“, erzählt Danijel Dzihic (Ford) auf Seite 22 über seine Zeit als Kriegs-Flüchtling

Pkw-Tageszulassungen um 6,4 Prozent gestiegen Von Jänner bis März 2014 wurden laut Statistik Austria 6.835 Pkws nach einer Zulassungsdauer von einem Tag abgemeldet. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (6.416 Stück) nahmen die Tageszulassungen um 6,5 Prozent zu. Der Anteil von Tageszulassungen an den Pkw-Neuzulassungen betrug 8,4 Prozent (1. Quartal 2013: 8,0 Prozent). Die höchsten Anteile gemessen an den Tageszulassungen insgesamt wurden bei den Marken Hyundai (37,5 Prozent), Ford (26,2 Prozent) und Fiat (6,7 Prozent) registriert.

VASS plant verstärkten Kontakt mit den Mitgliedern Mit 167 Mitgliedern sei der Verein der Österreichischen VW Audi Seat Škoda Betriebe (VASS) „auch aus historischen Gründen ziemlich komplett in der VW/Audi-Welt“, sagt Obmann Stefan Hutschinski. Aufholbedarf habe der VASS bei reinen Seat- und Škoda-Partnern. Punkto Ausweitung der Mitgliederzahl werden mit dem neuen Vorstand erst die Ziele festgelegt. Bereits fix sei, dass Geschäftsstellenleiter Ing. Florian Nuhsbaumer künftig verstärkt die Betriebe besuchen solle, um den Kontakt zu halten.

Subaru peilt Absatz von 1.100 Einheiten an Nach einem Zuwachs von 22,3 Prozent in den beiden ersten 3 Monaten 2014 auf 203 Einheiten rechnet Werner Andraschko, Geschäftsführer von Subaru Österreich, mit einem Jahresabsatz von 1.100 Stück. Die Modelle XV (Bild) und Forester würden fast 90 Prozent dazu beitragen, dann folgt der Outback. Weitere Modelle, wie auch der in Genf präsentierte WRX STI werden in Österreich vorerst nicht angeboten. Auch ein Nachfolger für die zuvor hierzulande erfolgreich verkauften kleinen Allradler sei „nicht in Sicht“, so Andraschko.

Bad Hall: Wettergott war „Alles Auto“ nicht gnädig Geschätzte 5.000 bis 6.000 Besucher wurden auf der diesjährigen Freiluftschau Alles Auto gezählt, die kürzlich im oberösterreichischen Bad Hall über die Bühne ging. Leider habe der Wettergott den Veranstaltern im Gegensatz zum Vorjahr, wo rund 8.000 Besucher kamen, „einen Strich durch die Rechnung gemacht“, so Initiator Komm.-Rat Karl Schneider (Bild). Dennoch seien die Aussteller in Summe zufrieden gewesen. Eine Mehrzahl der 18 teilnehmenden Händler spreche sich für eine Beibehaltung des Jahresrhythmus aus.

Grosse neuerlich in Insolvenz Auf eigenen Antrag wurde über die Karl R. Grosse GmbH, die in Wien drei Standorte betreibt und mit 33 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von zuletzt 8,5 Mio. Euro erwirtschaftete, ein Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung eröffnet. Laut dem AKV stehen Passiva von 3,6 Mio. Euro Aktiva von 837.000 Euro gegenüber. Begründet wird die Insolvenz von Michael Grosse (Bild) mit „erheblichen Rückständen gegenüber den Finanzbehörden.“ Bereits 2010 war das Unternehmen in die Insolvenz geschlittert.

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AUTO & Wirtschaft • MAI 2014

Dieter Scheuch

Ein Konzept mit Pfiff Der umtriebige Allgemeinarzt, Anästhesist, Intensiv- und Transfusionsmediziner Dr. Dieter Zakel eröffnete kürzlich in einer EniTankstelle in WienDöbling die erste „dr.ive in“-Ordination. Dort, „wo die Menschen sind“, wird der Arzt seine Dienstleistung anbieten. Dieses Konzept könnte in Zeiten sinkender Margen und steigender Fixkosten durchaus Schule machen, warum eigentlich auch nicht in Autohäusern? Diese verfügen oft über nicht genützte (Frei-)Flächen und Parkplätze sind häufig in Hülle und Fülle vorhanden. Ein Arzt im eigenen Hause oder auch andere Dienstleister bringen nicht nur Zusatzerträge durch Mieteinnahmen, sondern ziehen auch potenzielle Kunden in Scharen an – ein Konzept, das sich doppelt rechnen könnte.


HANDEL

Große Pläne für die Zukunft Von Klagenfurt aus organisiert Mazda den Neuwagen-Verkauf in 15 Ländern, dazu kommt noch der Teilehandel mit Italien und der Türkei. Nach der Krise ist nun wieder Wachstum geplant.

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s war nach dem Ende des Jugoslawienkrieges im Jahr 1992, als sich kroatische und slowenische Mazda-Händler weigerten, wie bisher von Belgrad aus mit Autos beliefert zu werden. Da schlug die Stunde von Mazda Austria in Klagenfurt und schnell wurde auch Ungarn in das neue Organisationsschema eingegliedert. „So schlecht dürften wir nicht gearbeitet haben“, resümiert Günther Kerle, Geschäftsführer von Mazda Austria, rückblickend: Denn Schritt für Schritt übertrug die Europa-Zentrale auch alle übrigen Länder des Balkans sowie Tschechien und die Slowakei in die Verantwortung der Klagenfurter, sodass nun insgesamt 15 Märkte via Klagenfurt mit Neuwagen beliefert werden (auch wenn dies physisch stets per Lkw direkt aus Antwerpen zu den Händlern erfolgt). Leicht waren die vergangenen Jahre jedoch nicht, denn die Krise am Balkan dauert jetzt schon seit 2008. „Wir haben in dieser Zeit etwa ein Fünftel unserer Händler verloren“, analysiert Heimo Egger, der die Länder Zentral- und Osteuropas als Vertriebsdirektor betreut. Doch 94 Partner sind übrig geblieben: Wer durchgehalten hat, soll nun die Früchte ernten. Laut dem Businessplan erwartet sich Mazda bis 2019 ein Umsatzplus von 368,5 Millionen auf 527,3 Millionen Euro.

(V. l.) Heimo Egger (Vertrieb CSEE), Günther Kerle (Mazda AustriaChef), Robert Böck (Logistikdirektor)

Lager erfüllt Händlerwünsche fast immer

Das Lager von Mazda Austria beliefert 17 Länder Mehrere Teilecontainer treffen pro Woche von Triest in Klagenfurt ein

Wachstum in Österreich und den anderen Ländern Doch nicht nur Österreich soll zu dieser Steigerung beitragen: Kerle will wieder einen Vierer bei den Marktanteilen vor dem Komma sehen. Nach den ersten drei Monaten dieses Jahres landete Mazda bei 3,8 Prozent, was vor allem auf die Auslieferungen des neuen Mazda3 zurückzuführen ist. Mittelfristig glaubt man, dass alle von Klagenfurt aus betreuten Länder gemeinsam beim Umsatz mit Österreich mithalten werden; die besten Aussichten auf Wachstum sehen die Manager derzeit in Tschechien, Ungarn und Rumänien. Grundsätzlich ist die Lage also nicht so schlecht, auch wenn sich die Auswirkungen der Krise auch an

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den Bestandszahlen ablesen lassen: 108.000 Mazda in dieser Region sind bis zu 10 Jahre alt, doch in der Gruppe der bis zu 5 Jahre alten Fahrzeuge gibt es nur 48.000 Stück. Arbeiten müssen die Manager auch an der Loyalität der Kunden: Denn während in Österreich noch jeder Zweite zum 5-Jahres-Service kommt, ist es in Südosteuropa nur jeder Dritte.

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Zur langfristigen Absicherung des Standorts Klagenfurts trägt auch das Teilelager bei. Über Nachtsprung kann bis Rom geliefert werden, 40.000 Teilenummern sind lagernd. Damit können etwa 96 Prozent aller Händlerwünsche sofort erfüllt werden. Auf die Händler kommt in den nächsten Monaten auch eine neue CI zu; Details dazu sollen erst später bekannt gegeben werden. Fix ist derzeit, dass es anstelle der bisherigen Steh-Theken bei der Reparaturannahme künftig Sitzgelegenheiten für Kunden und Serviceberater geben und dass auch die äußere Optik an die neue Zeit angepasst wird. • (MUE)


HANDEL

Alle neune Toyota schreitet bei der Vermarktung des Proace voran: Jetzt ist eine ganze Flotte davon als Servicemobile eines Staplerherstellers im Einsatz.

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in Toyota ohne Motor? Ja, den gibt es – nämlich einen Handhubwagen (landläufig auch „Bock“ genannt) zum Transport von Paletten. Vermarktet werden diese Geräte (und natürlich die großen Stapler bis zu 8,5 Tonnen Hubkraft) durch Toyota Material Handling in Wiener Neudorf. Ein Unternehmen, das mit dem Importeur von Neuwagen (Toyota Frey) zwar als großer Kunde verbunden ist, ansonsten aber durchaus auf Fremdprodukte zugreifen könnte.

Wechsel zu Ford letztlich kein Thema Die gibt es gerade bei den leichten Nutzfahrzeugen, die besonders beansprucht werden: „Wir haben uns einen Wechsel zum Ford Transit überlegt, weil einige Hiace schon sehr lange im Einsatz waren und Toyota ja nach dem Ende des Hiace eine Zeitlang kein Angebot hatte“, sagt Martin Grau, Geschäftsführer des

Staplervertreibers in Österreich. Dann habe man die Hiace doch länger als geplant eingesetzt, was die Fahrzeuge problemlos gemeistert hätten. Im April wurden insgesamt 9 neue Proace für die Servicetechniker in ganz Österreich ausgeliefert, zwei weitere sind schon bestellt. An Bord der Fahrzeuge sind nicht nur Werkzeuge, mit denen die Stapler an Ort und Stelle repariert werden können, sondern auch die wichtigsten Ersatzteile. Dr. Friedrich Frey, Geschäftsführer des Neuwagen-Importeurs, erhofft sich für die kommenden Monate eine Belebung des Absatzes beim Proace: Immerhin warten noch rund 1.200 Hiace auf eine Ablöse ... • (MUE)

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(V. l.) Mag. Manuel Retter (Flottenmanager Toyota Frey), Beate Hank (PR Toyota Material Handling Austria), Martin Grau, Dr. Friedrich Frey, Ing. Alfred Göbl (After Sales Toyota M. Handling), August Mayrhofer (Verkaufsberater Toyota Frey)

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HANDEL

Mineralölmarketing. Das immer! Es steckt sehr viel in der Intelligenz der Automobiltechnik. Der Schmierstoff ist ein untrennbarer Teil davon. Erfolgsorientierte Kfz-Betriebe erarbeiten sich ständig neue Chancen und nutzen dabei die Kraft ihrer Lieferanten.

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m die in der Zukunft immer wichtiger werdende Servicebetreuung qualitativ und ertragsseitig schnell und möglichst einfach zu unterstützen, ist ein ständig mit der Zeit gehendes Mineralölmarketing zwingend, lautet die Maxime an Mineralölanbieter mit Premiumanspruch. Denn die Wettbewerbslandschaft im Servicegeschäft sind nicht nur fabrikatsgebundene Autohäuser und Vertragswerkstätten. Es sind die immer mehr werdenden freien Werkstätten, Betriebe mit einem Full-Service-Konzept, Fachmärkte und Fast-Fits. Dazu das hoch entwickelte Karosserie- und Lackierhandwerk, der Reifenfachhandel, der Autoglasspezialist, die Autofahrerclubs, noch immer die Tankstelle und dazu der komplexe Bereich des TeileGroß- und -Einzelhandels. Den „Do-it-yourself“Markt wollen wir in dieser Auflistung zunächst einmal aussparen, auch wenn er für den Handel allemal einen nicht zu unterschätzenden Umsatzfaktor darstellt. Nur laut reden will darüber niemand. Überall dort werden auch die vom Hersteller unermüdlich prononcierten Qualitätsfahrzeuge serviciert und sie alle verlangen nach dem Schmierstoff, den der Hersteller für seine Marke empfiehlt. Spätestens dann wird der Ruf nach dem Premiumproduktangebot mit Weltgeltung laut. Vor allem vor dem Hintergrund sinkender Werkstattauslastung trennt sich rasch die Angebotsspreu vom Weizen.

Marktführer hat Vorbildwirkung Geschäftsführer Ing. Peter Spatzierer von Schmierstoff-Marktleader Castrol-Austria zitiert zwecks Präzisierung seiner Vorstellungen zum Wettbewerbsbild im Servicegeschäft Prof. Hannes Brachat aus seinem Perspektiven-

papier 2014: „Differenzierung stellt sich ein, wenn alle mehr tun als nötig. Und das immer!“ Schmierstofftechnik hat für Spatzierer immer auch etwas Vermittelndes: „Einer hat es hergestellt, ein anderer wendet es an. Im besten Fall befriedigt das Produkt ein Bedürfnis, löst ein Problem und macht unser Leben einfacher!“ Eine vom Hersteller im Sinne der Kundenzufriedenheit gewollte Symbiose, die in stagnierenden Marktszenarien nur einen Gegner hat: die Diktatur des Rabatts!

Leichter gesagt als getan Einer Partnerschaft auf Augenhöhe kommt daher entscheidende Bedeutung zu. Eine Marke lebt vom Image, und das darf ihren Preis haben. Das ist zwar leichter gesagt als getan, weiß auch Spatzierer und hat mit seiner Castrol-Edge-Professional-Titanium-FSTMarketingoffensive Themenführerschaft übernommen. Von bislang 12 führenden Automobilherstellern empfohlen, zeitigt Castrols Firstfill-Strategie die nötige Stabilität im Marktauftritt und vor allem Margensicherheit. Mit einem ausgeklügelten Mitarbeiter-, Vertriebs- und Partnerkonzept im Markt drückt Spatzierer der Schmierstoffszene seinen Stempel auf. Hochgradige Produktdimensionen und neu entfachte Motorsportwerbung lassen seinen Abnehmern im heimischen Ersatzbedarfsgeschäft ausreichend Spielraum für Markterfolge. Ergo Spatzieres Animo: „Differenzierung stellt sich ein, wenn alle mehr tun als nötig. Wir tun das und sind bereit!“ Wenn da nicht Wettbewerbs(über)druck, Umsatzgier usw. wären ... • (LUS)


HANDEL

Chefwechsel Richtung 100 Seit 80 Jahren verkauft Denzel Autos: Jetzt, wo es Richtung 100 geht, übergab Alfred Stadler den Vorstandsvorsitz in der Wolfgang Denzel Auto AG an Gregor Strassl. Von Mag. Heinz Müller

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s war an sich eine routinemäßige Bilanzpressekonferenz, zu der das Denzel-Management in die Zentrale nach Erdberg geladen hatte: Dass der Medientermin eine gewisse Bedeutung haben würde, zeigte sich, als auch Ing. Peter Denzel, Sohn des Firmengründers, auftauchte. Tatsächlich: Mittendrin, nach der Vorstellung der Verkaufszahlen von 2013, ließ Komm.-Rat Ing. Alfred Stadler eine mittlere Bombe platzen. Er habe, sagte er, bereits am 27. Februar den Vorstandsvorsitz in der Wolfgang Denzel Auto AG zurückgelegt. Die Erleichterung, dass der Chefwechsel hausintern erfolgte und dies wochenlang vor Mitarbeitern und Medien verborgen blieb, war Stadler anzumerken.

(V. l.) Mag. Gregor Strassl, Komm.Rat Ing. Alfred Stadler, Dr. Bernhard Stark

Wird Denzel weitere Standorte eröffnen?

Gregor Strassl stellt nun Weichen Der Neue an der Spitze der Wolfgang Denzel Auto AG, die im Vorjahr mit 853 Mitarbeitern immerhin einen Umsatz von 268,3 Millionen Euro erwirtschaftete, ist tatsächlich kein Unbekannter: Mag. Gregor Strassl (43) steuerte seit 2006 als Chef-Importeur die Marke Mitsubishi durch schwierige Zeiten (Stichwort: hoher Yen-Kurs, der die Autos verteuerte) und ist seit rund einem Jahr auch für die 14 Denzel-Kundencenter in Österreich verantwortlich. Dass er, quasi nebenbei,

Ob in Klagenfurt (oben) oder in Wien-Inzersdorf: Denzel ist eifrig am Investieren

Dazu ist durchaus weiteres Wachstum nötig: In der Branche ist es ein offenes Geheimnis, dass Denzel mit einer Eigenkapitalquote von 45,3 Prozent im automotiven Bereich auf der Suche nach den sprichwörtlichen „guten Gelegenheiten“ ist – also wenn beispielsweise die nächste Generation ein Autohaus nicht übernehmen will. „Wir haben einige Angebote“, sagt Stadler, noch ganz in der Rolle des Chefs: „Aber es muss auch in unsere Markenwelt passen.“ Diese Markenwelt ist ohnedies groß, denn neben den eigenen Importmarken (Hyundai, Mitsubishi, McLaren) verkauft Denzel in seinen 14 Kundenzentren in stark differierender Zusammensetzung auch BMW, Mini, Fiat (auch Nutzfahrzeuge), Alfa Romeo, Lancia, Volvo, Jaguar, Land Rover und Jeep. Für Ferrari, Maserati, Chrysler, Dodge und Abarth ist Denzel Servicepartner.

Strassl war zuvor auch bei anderen Marken tätig

Der WD Supersport, konstruiert von Ing. Wolfgang Denzel, wurde 1948 gebaut

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auch die Denzel Sportscars Vienna GmbH führt (McLaren, Ferrari), soll nicht unerwähnt bleiben. Jetzt, wo sich Stadler aus dem operativen Geschäft teilweise zurückzieht, um im Hintergrund die strategischen Fäden zu ziehen (in der Wolfgang Denzel AG bis 30. April 2015 und in der Wolfgang Denzel Holding Aktiengesellschaft sogar noch bis Ende April 2016), ist Strassl aufgerufen, den erfolgreichen Kurs des Unternehmens weiterzuführen.

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Dass Unternehmen wie Denzel größer werden, ist auch ein internationaler Trend: Laut Stadler können bzw. wollen sich kleinere Unternehmen die gestiegenen Standards seitens der Hersteller nicht mehr leisten. Dies spielt Denzel in die Hände. Spannende Zeiten also für den neuen Vorstandsvorsitzenden. Und Strassl ist angesichts seiner Vergangenheit (von 1994 bis 2001 in diversen Funktionen beim FordImporteur, dann bis 2006 bei Renault bzw. Nissan) durchaus zuzutrauen, dass er das schwere Erbe „derpackt“. Wie sagte Stadler lachend im kleinen Kreis nach der Pressekonferenz? „Jetzt ist Zeit, dass die Jugend auch etwas arbeitet und die Firma in Richtung 100 Jahre führt.“ Dieses Ziel wäre 2034 erreicht. • (MUE)


HANDEL

Neue Modelle aus türkischen Autowerken steigern die Bedeutung der Türkei als Exportland. Von Peter Homola

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ür den Courier haben wir ein komplett neues Werk gebaut“, erzählt Haydar Yenigün, Generaldirektor des türkischen Autoherstellers Ford Otomotiv Sanayi (Ford Otosan), stolz über die Investitionen für die neue Baureihe. Die Produktion des Courier startete im März. Das Gemeinschaftsunternehmen Ford Otosan, an dem Ford und die türkische Koc Holding mit je 41 Prozent beteiligt sind, hat in die Produktion des Courier am Standort Gölcük am Marmarameer 205 Millionen Euro investiert. Neben der bestehenden Halle, in der bis zu 290.000 Einheiten der Modelle Transit und Custom pro Jahr gebaut werden können, entstand eine neue, 72.000 Quadratmeter große Halle für den Courier. „Die Pressteile kommen aus dem Presswerk im Hauptwerk, das wir erweitert und mit neuen Produktionsanlagen ausgerüstet haben“, berichtet Yenigün.

Haydar Yenigün, Generaldirektor, Ford Otomotiv Sanayi

Nach dem Produktionsanlauf des neuen Hyundai i10 im Vorjahr wird im türkischen Izmit, nur wenige Kilometer vom ford-Werk entfernt, heuer die Fertigung der Neuausgabe des Hyundai i20 beginnen. „Die Gesamtinvestition für die Produktion der beiden neuen Modelle war rund 680 Millionen Dollar“, sagt Kibar. Der türkische Anteil am aktuellen i20 beträgt rund 60 Prozent, beim Nachfolger werden es laut Kibar mehr als 70 Prozent sein.

Neue Modelle vom Bosporus Der Courier wird in den Versionen Tourneo Courier und Transit Courier lieferbar sein. Die jährliche Kapazität des Werks, das der weltweit einzige Produktionsstandort des Modells ist, beträgt 110.000 Fahrzeuge.

Erfolgsgeschichte seit mehr als 10 Jahren Das 2001 eröffnete Werk in Gölcük illustriert die Erfolgsgeschichte von Ford Otosan, die 1928 mit der Vergabe eines Ford-Händlervertrages an Konzerngründer Vehbi Koc in Ankara begann. „Der Standort in Gölcük wurde ursprünglich für die jährliche Produktion von 140.000 Fahrzeugen gebaut, in der ersten Hälfte 2014 erhöht sich die Kapazität auf 400.000“, so Yenigün. Neben der Fabrik in Gölcük betreibt Ford Otosan ein Werk in Inönü, wo Motoren, Teile und große Lkws entstehen, sowie 2 Entwicklungszentren mit mehr als 1.000 Ingenieuren und globalen Kompetenzen.

Ali Kibar, Chairman, Hyundai Assan

Das türkische Hyundai-Werk produziert nicht nur für Europa. Exporte gehen auch nach Nordafrika oder in die Karibik. Nach den Worten von Kibar werden weitere Exportregionen wie der Nahe Osten oder Ostafrika geprüft. Aktuell beträgt die Kapazität von Hyundai Assan rund 215.000 Autos pro Jahr. Im Falle eines dritten Modells könnte sie laut Kibar auf 300.000 erhöht werden. So wurde die Produktion eines kleinen Crossovers geprüft.

Neuer Toyota Im türkischen Toyota-Werk in Adapazari ist der Produktionsanlauf eines neuen Modells für Ende 2015 angesagt. Bei dem Auto mit der internen Bezeichnung 560A dürfte es sich laut unbestätigten Meldungen um das intern angekündigte B-Segment-SUV-Modell handeln. Auch bei Tofas, dem Joint Venture zwischen Fiat und der Koc Holding, wird an einem neuen Modell gearbeitet. In Westeuropa ist Tofas vor allem als Hersteller von leichten Nutzfahrzeugen der Marken Fiat, Opel, Peugeot und Citroën bekannt. Doch im TofasWerk in Bursa wird auch das Stufenheckmodell Fiat Linea gebaut. Laut Zuliefererinformationen bereiten Fiat und Tofas unter dem Projektcode 356 ein neues kleines Stufenheckmodell im B-Segment vor. Mit der Serienproduktion ist allerdings erst in rund drei Jahren zu rechnen. •

Mehr Hyundai aus der Türkei Auch das Autowerk Hyundai Assan, ein Gemeinschaftsunternehmen von Hyundai und der Kibar Holding, will seine Lieferungen auf den europäischen Markt weiter steigern. „Im Vorjahr haben wir rund 102.000 Autos produziert, das Ziel für dieses Jahr sind 200.000“, erklärt Ali Kibar, Chairman von Hyundai Assan.

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ANSICHT

Veränderung M

ein Freund Andreas Rockenbauer muss sich als Herausgeber von „Elektro & Wirtschaft“ in der schnelllebigen Elektrobranche stets mit dem Phänomen „Veränderung“ herumschlagen. Seine Überlegungen haben 1:1 auch für die Kfz-Branche Gültigkeit: „Wir alle wissen es und wollen es dennoch oft nicht wahr haben: Sie ist allgegenwärtig, dabei könnte ohne sie alles so einfach sein. Aber nein, es darf nicht sein. Eben war noch alles gut, im nächsten Augenblick schon nicht mehr. Und alles nur ihre Schuld. Elendes Miststück, elendes. Die Veränderung ist eine Spaßverderberin.“ • Während Sie diese Seite lesen, sterben von den 100 Billionen Zellen, aus denen Ihr Körper besteht, etwa 18 Milliarden ab und werden zum Großteil durch neue ersetzt. Aber eben nur zum Großteil, weshalb wir alle langsam ver- und zerfallen. Die einen rascher, die anderen etwas gemächlicher. Besonders die Mortalität der Gehirnzellen hat es in sich: 100.000 verabschieden sich angeblich an einem durchschnittlichen Tag. Bei einem Vorrat von 20 Milliarden mag das nicht sonderlich ins Gewicht fallen, aber gutes Gefühl ist das keines. • Da hat es der Mond besser. Wissenschaftler behaupten, dass die Spuren, die Neil Armstrong und Buzz Aldrin 1969 mit ihren Stiefeln hinterlassen haben, mangels Atmosphäre erst in 10 bis 100 Millionen Jahren verschwunden sein werden. Veränderung kann also auch ziemlich langsam vor sich gehen. Aber verschont bleibt nichts und niemand. Sehen wir mal von Schwarzen Löchern ab, an deren Rändern die Zeit unerhörterweise einfach aufhört. Aber das ist eine andere Geschichte. Zeitlos. Irgendwie. • Stillstand ist ein theoretisches Konstrukt, dem die Physiker die Bezeichnung thermodynamisches Gleichgewicht verpasst haben. Wer sich das wünscht, der ist auf dem Holzweg, denn ein anderes Wort für diesen Zustand der Unveränderlichkeit ist „Wärmetod“. Und das klingt auch nicht so prickelnd. Dann schon lieber Veränderung.

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Branchenanwalt Dr. Fritz Knöbl zitiert Charles Darwin in Bezug auf die Kfz-Wirtschaft: „Es ist nicht die stärkste Spezies, die überlebt, auch nicht die intelligenteste, es ist diejenige, die sich am ehesten dem Wandel anpassen kann.“

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Vor ein paar Wochen gab es im Internet eine Art Witz zu diesem Thema: Ein Professor teilt die Angaben für die Abschlussprüfung aus und verursacht Verwirrung, da den Studenten die Fragen nur allzu bekannt vorkommen. Schließlich nimmt sich einer ein Herz, springt auf und sagt: „Aber Herr Professor, das sind ja die gleichen Fragen wie bei der letzten Prüfung.” – „Stimmt“, sagt dieser. „Die Fragen sind die gleichen, aber die Antworten darauf haben sich geändert.“ • Was gestern funktioniert hat, kann heute schon vollkommen falsch sein. Obwohl wir uns dessen rational bewusst sind, verdrängen wir diese Tatsache allzu gerne. Was damit zu tun hat, dass unser Hirn eine faule Haut ist. Der mausgraue Haufen wild vernetzter Neuronen wiegt etwa 2 Prozent unseres Körpergewichts, verbraucht aber 20 Prozent des Sauerstoffs. Dennoch arbeitet das Gehirn ziemlich effizient, aber mitunter wenig effektiv: Es liebt bekannte Muster und vermeidet beharrlich, sich an neue gewöhnen zu müssen. Mit fatalen Folgen, wenn das Bekannte in einer veränderten Umgebung nichts mehr taugt. • Es war bei den Olympischen Sommerspielen 1968 in Mexiko, als ein junger, bis dahin unbekannter Brite Namens Dick Fosbury die Elite der Hochspringer düpierte. Während sich das Gros der Athleten von vorn über die Stange wälzte, hüpfte Fosbury mit Kopf und Schultern voran rücklings über die Hochsprung-Latte und – wurde Olympiasieger. Die Reaktionen darauf waren wenig überraschend: Die Cleveren begannen damit, den neuen Stil zu kopieren, die anderen schrien laut nach einem Fosbury-Flop-Verbot. Was die Cleveren auszeichnete, ist das rasche Erkennen von neuen Chancen durch veränderte Rahmenbedingungen. Denn erst Mitte der 1960er-Jahre waren die dicken Matten bei Hochsprungbewerben als „Landehilfen“ eingeführt worden. Vorher hätte man sich mit einem Fosbury-Flop in den alten Sandgruben vermutlich das Genick gebrochen ... • Die Geschichte ist voll von Menschen und Unternehmen, die spektakuläre Erfolge durch die rasche Umstellung auf neue Rahmenbedingungen erzielten und jenen, die – erfolgsverwöhnt – in alten Mustern hängen blieben. Bis zum Untergang. Von der Forbes-Top-100-Liste von 1917 waren 1986 bereits 61 (!) Unternehmen völlig vom Markt verschwunden. Die Mobilität wird sich ändern, der Kfz-Vertrieb ebenso. Nehmen wir eine Anleihe bei Charles Darwin, der schrieb: „Es ist nicht die stärkste Spezies, die überlebt, auch nicht die intelligenteste, es ist diejenige, die sich am ehesten dem Wandel anpassen kann.“ So hart das manchmal sein mag. •


HANDEL

Viele, viele gebrauchte Audi Eine Auswahl, größer als bei jedem Neuwagen-Händler: Die MAHAG bietet in einem Vorort von München stets mehrere hundert gebrauchte Audi an.

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ching ist zwar nicht der Nabel der Welt: Doch durch die Lage im Gewerbegebiet im Norden Münchens (etwa auf halber Strecke zwischen der Innenstadt und dem Flughafen) ist die Frequenz ausgezeichnet, was auch MöVolker Borkowski, Geschäftsführer der belhäuser, Reifenfirmen und MAHAG andere Anbieter auszunutzen wissen. Mittendrin liegt ein Autohaus, das seinesgleichen sucht: das Gebrauchtwagenzentrum :plus, das von der MAHAG betrieben wird. Ein Unternehmen, das seit 1934 Autos verkauft (anfangs Opel) und heute an 18 Standorten neben VW, Audi und Porsche auch Lamborghini anbietet. Geschäftsführer ist seit Ende 2012 Dr. Volker Borkowski, zuvor Vorstandsvorsitzender bei der AVAG (Europas größtem Opel-Händler). Doch die Fäden zieht in Wirklichkeit die Porsche Holding in Salzburg, denn die MAHAG gehört zur VGRD, der Retail-Gesellschaft des VW-Konzerns. Verantwortlich für die VGRD ist bei der Porsche Holding in Salzburg Rainer Schroll. Zurück nach Eching: Betrieben wird das Audi-Gebrauchtwagenzentrum seit Herbst 2013. 500 bis 600 Gebrauchte stehen stets auf zwei Ebenen in der Halle, 300 weitere unter freiem Himmel. Es handelt sich großteils um Jung- und Dienstwagen aus dem nahen Ingolstadt – und zwar fein säuberlich nach den Baureihen geordnet. Die Autos sind maximal 24 Monate alt, in der Zukunft soll das Angebot auch durch „klassische Rückläufer“ ergänzt werden.

Rainer Schroll, einer der 4 Chefs der Porsche Holding

Eine ganze Halle nur für gebrauchte Audi auf zwei Ebenen: in Österreich undenkbar, in München jedoch Realität neue Audi-Zentrum in Eching diese Zahl nicht anknabbern, sondern ergänzen wird – und zwar um vorläufig 3.000, später 5.000 Einheiten pro Jahr. Neben den Gebrauchtwagen bietet das Zentrum auch Service, und das sogar für eilige Kunden, die ihren Audi auf dem Weg zum Airport abgeben, zum Flughafen gebracht werden und das Auto nach der Ankunft wieder abholen. • (MUE)

Bis zu 5.000 Gebrauchtwagen als jährliches Ziel „Diese Auswahl werden Sie nirgends finden“, sagt Borkowski. Rund 15.000 Gebrauchtwagen verkauft die MAHAG jährlich an ihren Standorten in München: In der Geschäftsführung rechnet man, dass das

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HANDEL

Die Karriere des Danijel D. Danijel Dzihic will heuer mit Nutzfahrzeugen, 2015 mit dem neuen Mondeo voll durchstarten

Als Kind floh Danijel Dzihic aus dem Bosnien-Krieg: Nun soll der neue Mann an der Spitze von Ford Austria für einen Neustart der Beziehungen zu den Händlern sorgen. Von Mag. Heinz Müller

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Händlersprecher Werner Blum sieht nach ersten Gesprächen positive Anzeichen

n den vergangenen Monaten war die Gesprächsbasis zwischen dem Importeur und den Händlern belastet. Gründe gab es gleich mehrere: etwa die Diskussion um neue Spannen, die Händlerbelieferung von zentralen Lagern, Werbebeiträge auf Kosten der Händler und die Installierung von Ford-Stores. Jetzt, wo Steffen Knapp den Importeurssitz in WienPenzing verlassen und zu Seat nach Spanien gewechselt ist, hegen die Händler wieder Hoffnung. Denn dem neuen Generaldirektor Danijel Dzihic, bisher für den Nutzfahrzeugbereich in Österreich verantwortlich, wird allgemein ein gutes „G’spür“ nachgesagt. Erste Gespräche mit Dzihic seien vielversprechend verlaufen, konstatiert Mag. Werner Blum, der langjährige Obmann des Ford-Händlerverbandes: „Wir geben Herrn Dzihic einen gewissen Vertrauensvorschuss. Er ist nun gefragt, ihn auch zu bestätigen.“

Stationen in Köln und der Schweiz

Der Tourneo Connect (o.) und der Transit kommen in den nächsten Monaten neu zu uns

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Doch wer ist dieser Danijel Dzihic? Schon allein aufgrund seiner Herkunft ist es ein außergewöhnlicher Mann, der da an der Spitze des Importeurs steht; denn die Karriere in einem Weltkonzern wie Ford ist dem gebürtigen Bosnier nicht in die Wiege gelegt worden. „Wir waren klassische Kriegsflüchtlinge: Als ich 13 Jahre war, kam ich mit meinen Eltern und meinem um drei Jahre älteren Bruder aus Bosnien-Herzegowina. Wir sind in Traiskirchen gelandet und hatten zwei Koffer mit dem Allernotwendigsten, sonst nichts“, erzählt Dzihic. Gymnasium in Eisenstadt, Matura mit Auszeichnung und die Fachhochschule

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mit dem Schwerpunkt „Controlling und internationales Marketing“ hießen die nächsten Stationen. Dann kam Dzihic als Financial Pricing Analyst in die Europa-Zentrale von Ford nach Köln: „Dort konnte ich das Auto quasi riechen und hatte auch erstmals die Möglichkeit, mir selbst eines zu leisten.“ Nach der Rückkehr aus Köln arbeitete er drei Jahre als Brand Manager für Nutzfahrzeuge in Wien, ebenso lange als Marketingmanager in der Schweiz und zuletzt als Direktor für den Nutzfahrzeugbereich in Österreich. Heute fühlt sich Dzihic „zu drei Viertel“ als Österreicher.

Deutliches Plus auch bei den Nutzfahrzeugen Die Übergangszeit zwischen Knapp und Dzihic verlief jedenfalls mit sehr guten Zahlen im Markt: Im 1. Quartal gab es bei den Pkws ein Plus von 848 Stück, was einen Marktanteil von 6,17 Prozent bedeutet. Die Steigerung um 20,33 Prozent im Vergleich zum Vorjahr sei vor allem darauf zurückzuführen, dass man nach den Vorjahres-Lieferproblemen wegen des Streiks im Werk Genk nun wieder aus dem Vollen schöpfen könne, sagt Dzihic. Durch die gute Verfügbarkeit hätten sich einige Vorziehkäufe wegen der NoVA-Erhöhung schon jetzt bemerkbar gemacht. Auch bei den Nutzfahrzeugen setzte Ford heuer um 140 Einheiten mehr ab. „Das ergab in Summe einen Marktanteil von 6,7 Prozent. Damit sind wir die klare Nummer 2 unter den Marken.“ Heuer kommen mit dem neuen Transit sowie mit dem neuen Tourneo und Transit Courier, die im Sommer starten, weitere Neuheiten. 2015 will Ford auch im Pkw-Bereich durchstarten, nämlich mit dem schon lange erwarteten neuen Mondeo: Die ersten Fahrzeuge sollen Ende dieses Jahres bei den Händlern eintreffen. •


Automobildaten in neuer Interpretation Nach Jahren mehr oder minder gesichtsloser Marktbearbeitung übernimmt beim Automobildatenlieferanten JATO mit Henrik Kinder wieder ein mit den Märkten in Österreich und der Schweiz vertrauter Fachmann das Kommando.

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er seinerzeitige Eurotax-Geschäftsführer und spätere AuDaCon-Kfz-Datendienstleister Mag. Henrik Kinder repräsentiert künftig als Consultant/Country Manager die Interessen des Automobildatenlieferanten Jato Dynamics in Österreich und in der Schweiz. AUTO & Wirtschaft veröffentlicht seit Jahren die von JATO zur Verfügung gestellte monatliche Zulassungsstatistik aller europäischen Länder. Das ist die eine Seite. Kinder wiederum begleitet von seinem Wiener Büro den Informationsbedarf in den Bereichen Fahrzeugspezifikationen und -preise, Zulassungs- und Verkaufszahlen, Nachrichten (JATO News) und Incentives. Dem Autoverkäufer wird damit ein stets zeitnahes Werkzeugset für die lokale Wettbewerbsbeobachtung zur Hand gegeben.

30 Jahre auf dem Markt Kinder, der mit den automobilen Marktgegebenheiten in Österreich und in der Schweiz vertraut ist, bietet praktischen Zugriff auf erstklassige und umfassende Ausstattungsanalysen für jeden im heimischen Markt infrage kommenden Fahrzeugtyp des einzelnen Fahrzeugherstellers weltweit. „Carspecs ist für den Markenhandel ein modernes Online-Vergleichstool mit täglich aktuellen Daten, das die Vorteile gegenüber Wettbewerbsfahrzeugen klar herausarbeitet. E-Guide 3.0 ist die gerade gelaunchte weiterentwickelte App-Version, die speziell für das iPad entwickelt wurde und offline lokal benutzt werden kann. Kinder rechnet sich eine gute Marktentwicklung mit JATO-Dienstleistungen aus. Der in England nahe London operierende „Fahrzeugspezifikator“ zeichnet über 40 Länderrepräsentanzen für nahezu 60 Märkte rund um den Erdball verantwortlich. JATO, inzwischen 30 Jahre auf dem Markt, will mit Kinders Hilfe und durch den Ausbau weiterer Dienstleistungsbausteine, die Sales-Prozesse im Markenhandel, Flotte, und im Leasing- und Finanzierungsbereich unterstützen, an frühere Erfolge anschließen. • (LUS)

Mag. Henrik Kinders Datenpflege basiert auf der Arbeit von 7 Spezialisten. In der Schweiz stehen 8 Fachleute parat. „Fahrzeugkalkulation und RestwertErhebungen“ sind für JATO weiterhin kein Thema, „Total Cost of Ownership“ jedoch sehr wohl.

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HANDEL

In Linz beginnt’s von Neuem Im vergangenen Herbst hat die AVAG ihre Filiale im Linzer Industriegebiet geschlossen. Nunmehr wurde der Standort von der Autohandelsgruppe Lietz in neuem Glanz wiedereröffnet.

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und 300 Gäste folgten am 10. April der Einladung in die Sankt-Peter-Straße. Dort wurde ein vor allem unter Kostenaspekten errichtetes Autohaus binnen weniger Monate in einen Vorzeigebetrieb für die Marken Mazda und Hyundai verwandelt. Auf einer Gesamtfläche von 8.000 m2 stehen ein rund 800 Quadratmeter großer Schauraum und eine mechanische Werkstätte zur Verfügung, ein Lack- und Karosseriezentrum samt Gebrauchtwagenpräsentation auf dem Flachdach wird bis zum Herbst folgen. Noch wichtiger als die „Hard Facts“ sind für die Familie Lietz die Werte, die von Geschäftsführer Walter Mittmannsgruber und seinen 20 Mitarbeitern gelebt werden: Professionalität und Handschlagqualität machen den „richtigen Drive“ aus.

Neue Standortstrategie Bisher war die Lietz-Gruppe im Großraum Linz mit einer Niederlassung in Urfahr sowie zwei kleineren Filialen in Ebelsberg und Ansfelden vertreten. Die beiden letzteren Standorte wurden im Zuge der Neueröffnung geschlossen, sodass das Lietz-Netzwerk nunmehr zwei Autohäuser in Linz, je einen Standort in Wolfern, Steyr, AmstettenHausmening, Wieselburg und Waidhofen sowie zwei Betriebe in Ybbsitz (Servicestation und Fahrradshop) umfasst. Heuer rechnet die Firmengruppe mit insgesamt 2.500 Neuwagen- und knapp 1.700 Gebrauchtwagenverkäufen. Davon dürften rund 1.200 Autos auf die oberösterreichische Landeshauptstadt entfallen. • (HAY)

Viel Neues bei der Branchenleitmesse „Seit 1971, als die Automechanika aus der Taufe gehoben wurde, hat sie sich zur führenden Messemarke der Kfz-Branche entwickelt“, sagt Olaf Mußhoff, Director Automechanika Frankfurt.

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ür die Frankfurter Automechanika im heurigen Herbst (16. bis 20. September) seien bis heute schon 90 Prozent der Flächen der letzten Veranstaltung gebucht, erklärte Mußhoff in Wien. So hoffe die Messegesellschaft, die Zahlen von 2012 auch heuer wieder zu erreichen. Die Zahl österreichischer Aussteller bei der Automechanika sei über die Jahre stabil, berichtet Doris Höland, bei der Deutschen Handelskammer in Österreich unter anderem für die internationalen Automechanika-Veranstaltungen verantwortlich. Den Gruppenstand mit Ausstellern aus Österreich plane die Außenwirtschaft.

(V. l.) Florian und Doris Höland (Deutsche Handelskammer) mit Lisa Ludwig und Olaf Mußhoff (Director Automechanika)

Ersatzteile- und Komponentenbereich wächst Die ehemalige Produktgruppe Parts & Systems wurde aufgrund des großen Interesses in 2 Untergruppen

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Die Importchefs Roland Punzengruber (Hyundai) und Günther Kerle (Mazda) mit Heinrich Lietz und Walter Mittmannsgruber (v. l.)

aufgeteilt: in „Parts & Components“ sowie „Electronics & Systems“, erläuterte Mußhoff. Ganz neu habe man in der Halle 4.1 einen weiteren Teil von Parts & Components untergebracht. Dafür wurde die Sparte Accessories & Tuning kompakter aufgestellt. Als Produktgruppen unverändert bleiben Repair & Maintenance, IT & Management, Service Station & Car Wash sowie Accessories & Tuning. Neue Besucher ansprechen soll der Lkw-Teilebereich („Truck Competence“), auf den zusätzlich hingewiesen wird. EUnited Vehicle Cleaning, der 2012 gegründete europäische Branchenverband der Fahrzeugwaschanlagenhersteller, verbindet den ersten AutomechanikaAuftritt mit einem mehrtägigen Seminarprogramm. Mußhoff betont, dass sich die Branche auf die neuen Technologien vorbereiten müsse, um für die Zukunft gerüstet zu sein, ohne andererseits das KlassischHandwerkliche zu vernachlässigen. • (ENG)


HANDEL

Dem steten Anstieg der Typen steht eine recht flache Entwicklung der Neuzulassungen gegenüber (l.) Das größte Missverhältnis gibt es in der Luxusklasse

Qual der großen Wahl Die Modellvielfalt der Autohersteller nimmt von Jahr zu Jahr zu. Damit wachsen auch die Kosten für den Handel. Die Hoffnung auf steigende Verkäufe erfüllt sich laut einer aktuellen Analyse von Eurotax dagegen nicht. Von Philipp Hayder

Händler unter Druck

E

xakt 7.127 unterschiedliche Pkw-Typen waren im Jahr 2001 in Österreich verfügbar. 2013 konnten die Konsumenten bereits aus 14.004 Typen wählen. Das Modellangebot übertraf damit den bisherigen Rekord aus dem Jahr 2006, in dem 13.758 Typen verfügbar waren. Heuer ist laut Roland Strilka, Director Insight and Market Analysis bei Eurotax Österreich, mit einem weiteren Wachstum zu rechnen.

Angebot und Nachfrage Mit beinahe 2.900 Typen war im Vorjahr die Modellvielfalt in der Mittelklasse am stärksten ausgeprägt. In der Kompaktklasse standen beinahe 2.700 Fahrzeuge zur Wahl, in der Oberklasse waren es – dank einer satten Steigerung um 638 Typen – rund 1.800 Fahrzeuge. Dem gegenüber standen freilich nur 8.310 Neuzulassungen, sodass auf einen Typ rechnerisch nicht einmal

5 Verkäufe entfielen. Noch krasser ist das Missverhältnis in der Luxusklasse, in der jeder Typ nur auf 28 Neuzulassungen kam. Zum Vergleich: 2001 waren es noch 12,5 Neuzulassungen pro Luxusfahrzeug. „Ganz im Gegensatz dazu steht das Segment der mittleren Geländewagen“, sagt Strilka: Hier habe es für jeden Typ 59 Käufer gegeben, was einen „viel höheren Wert als in den meisten anderen Segmenten“ bedeute.

Roland Strilka analysiert bei Eurotax den Fahrzeugmarkt

Da die mittleren SUVs im Vorjahr mit einem Verkaufsplus von 11 Prozent der Wachstumsmarkt schlechthin waren, liegt ein Verdacht nahe: Ein breiteres Produktangebot korreliert nicht mit höheren Verkäufen. „Der Konsument hat nun einmal nur eine begrenzte Kapazität, um Informationen aufzunehmen“, meint auch Strilka: „Es scheint, als ob die verfügbare Auswahl nur bis zu einem gewissen Grad die Kauflust unterstützt und ab einem gewissen Punkt nicht mehr förderlich ist.“ Für die Hersteller ist es freilich schwierig, diesen „kritischen Punkt“ exakt zu treffen. Der Handel hat ohnehin eine hohe Rechnung zu zahlen: Im schlimmsten Fall wird er zu immer höheren Investitionen in Vorführfahrzeuge, Schauräume und Verkäuferschulungen gezwungen und kann doch nicht an die Verkaufserfolge früherer Jahre anschließen. •


„Als Branche müssen wir intensive Werbung für den A1-Führerschein mit 16 machen“,

MANAGEMENT

sagt Zweirad-Importeur Josef Faber auf Seite 33

„Die Rahmenbedingungen für Autoimporte aus China haben sich deutlich verbessert“, erklärt Automobil-Experte Michael Sikora auf Seite 37

Wachstum auch nach NoVA-Effekt Die österreichische Neuwagenplattform Autogott.at schließt den April auf dem Niveau von Februar. „Offensichtlich hat es in den ersten beiden Monaten einen starken NoVA-Effekt gegen“, sagt Mag. Stefan Mladek, Geschäftsführer der Betreiberfirma, und ergänzt zu den 190.000 Zugriffen und 100 Verkäufen im Februar: „Vielleicht schaffen wir es in den kommenden Monaten, diese Zahlen noch zu übertreffen.“ Im Kalenderjahr 2014 will man rund 2.000 Verkäufe realisieren, 2016 sollen es schon 4.500 sein.

Frauenthal hat Weichen gestellt 575 Millionen Euro setzte Frauenthal 2013 um, wobei allein 59 Millionen Euro vom übernommenen schwedischen Automobilzulieferer Gnotec stammen. Gesamt entfielen 47 Prozent des Umsatzes des Unternehmens auf den Automobilzuliefer-Sektor. „Wir haben mit der Akquisition der Gnotec-Gruppe und der Restrukturierung des Bereiches Druckluftbehälter (siehe Foto) eine wesentliche Weichenstellung für eine nachhaltig profitable Division Frauenthal Automotive gesetzt“, ist Vorstand Dr. Martin Sailer überzeugt.

Starten statt kurbeln feiert 100. Geburtstag Im März 1914 startete ein Anlasser von Bosch zum ersten Mal ein Kraftfahrzeug elektrisch. Damit wurde das Autofahren komfortabler und sicherer, denn das heute fast unvorstellbare Ankurbeln der Fahrzeuge wurde obsolet. Noch heute, hundert Jahre später, ist Bosch im Starterbereich unter den Marktführern und bietet zuverlässige Lösungen für Bereiche wie Otto- oder Dieselmotoren mit 12- oder 24-Volt-Bordnetzen. Vor allem durch moderne Start-StoppSysteme sind die Geräte gefordert wie nie zuvor.

Triumph sucht Händler Vor allem in Linz und Umgebung sowie Salzburg Stadt und Umgebung ist man seitens Triumph auf der Suche nach Händlern. „Nice to have wäre die Markenexklusivität, aber wir verstehen, dass sich dies nicht an jedem Standort auch rechnet“, erklärt Eric Mattiszik, Area Manager Deutschland Süd & Österreich. Als wichtigen Bestandteil des Erfolgs der Marke sieht Mattiszik auch die neue Corporate Identity des Unternehmens, die sich im Schauraumkonzept „Triumph World“ mit vorwiegend Schwarz statt Blau widerspiegelt.

Fachhändler-Zuwachs um 50 Prozent Wenig rosig sehen Analysten den Markt für Reifenhändler. Entgegen diesen Meinungen konnte die Tyre24Group 2013 das Geschäftsjahr mit 15 Prozent Umsatzplus auf rund 20 Millionen Euro abschließen. Außerdem konnte das Unternehmen das Betriebsergebnis deutlich erhöhen. Grund dafür ist die in Frankreich um 50 Prozent deutlich gestiegene Anzahl der Tyre24 vertretenden Fachhändler. Auch in Italien konnte das Unternehmen 2013 Fuß fassen.

26

AUTO & Wirtschaft • MAI 2014

Matthias Kreutzer

Das schwächste Glied der Kette Arbeitgeber sind in vielen Situationen ihren Mitarbeitern ausgeliefert, auch finanziell. Ein „homo oeconomicus“, der nur seinen Nutzen maximiert, weil kollektiver Mindestlohn bezahlt wird, kümmert sich im Normalfall wenige Minuten vor Feierabend um Kunden maximal mit der Auskunft, wo sich der Ausgang befindet. Damit zerstört er eine vorher gut funktionierende Servicekette, die mit viel Aufwand über lange Zeit aufgebaut wurde. Die finanziellen Folgen: katastrophal. Ein englisches Sprichwort lautet: „Wer Nüsse zahlt, wird von Affen bedient.“ Damit wird deutlich, dass manMitarbeiter nicht durch Mindestlöhne motivieren kann, sich mit dem Unternehmen zu identifizieren und Leistungen über den Vorgaben zu bringen. Eine finanzielle Wertschätzung der Mitarbeiter wird belohnt.


MANAGEMENT

Image der Autofahrer in Städten sinkt weiter Dr. Norbert Griesmayr, Generaldirektor VAV-Versicherungs AG

Was ist den Österreichern bei der Auswahl der Versicherung am wichtigsten? Auch dieser Frage ging die VAV-Studie nach.

günstige Prämie 51 %

Rasche und unkomplizierte Schadensabwicklung 31 %

Kulanz im Schadensfall 14 % weiß nicht keine Angabe 1%

Assistenzleistungen der Versicherung 3%

Dem Mobilitätsverhalten in Österreich widmete die VAV-Versicherung eine umfassende Studie. Vor allem in urbanen Gebieten stehen Änderungen bevor.

D

abei wurde erstmals die Veränderung des Verkehrsverhaltens der Österreicher erhoben. Demnach nutzen in Wien derzeit 38 Prozent mehr Einwohner U-Bahn, Straßenbahn oder Bus als noch vor drei Jahren, während 73 Prozent der Burgenländer und Niederösterreicher das Auto an 1. Stelle sehen. In ländlicheren Gebieten wie Tirol und Vorarlberg wird das Auto von 43 Prozent für den Weg zur Arbeit angegeben. Demgegenüber stehen in Wien 23 Prozent.

Am Land behält das Auto seine Attraktivität In Städten mit mehr als 50.000 Einwohnern wollen in den nächsten 3 Jahren 26 Prozent der Befragten weniger Auto fahren. „Im ländlichen Bereich behält das Auto seine Attraktivität und ist noch immer klare Nummer eins bei den Transportmitteln, im städtischen Bereich erkennen wir eine eindeutige Tendenz zum kommunalen Verkehr und damit weg vom Kfz“, so Dr. Norbert Griesmayr, Generaldirektor VAV. Die Offensiven pro öffentlichen Verkehr der vergangenen Jahre zeigen bereits ihre Wirkung. Gesellschaftlicher und politischer Druck, Prestigeprojekte einzelner Stadtregierungen oder ein verstärkter Umwelttrend würden das Ansehen der Autofahrer leiden lassen, so Griesmayr. In der Frage, welche Kosten für die Nutzung eines Kfz entscheidend seien, steht mit 64 Prozent der Kraftstoff auf Rang 1, gefolgt von Anschaffungskosten (62 Prozent und Versicherungsprämien (46 Prozent). • (DSC)

AUTO & Wirtschaft • MAI 2014

27


MANAGEMENT

Im Ländle wird Wahrheit Die Sesselreihen waren dicht besetzt und die Debattierlaune ausgeprägt – zu sehr machen den Autohändlern Marktprobleme zu schaffen

(V. l.) Hans Günther Löckinger (Garanta) und Gerhard Dangel (Autobank) sorgten für reale Wissensvermittlung und bestes Buffet, was Thomas Rotheneder (AH Rohrer) sehr gefiel

28

Der Autohandel klein und fein machte der Dornbirner Messe seine Aufwartung. Ab nächstem Jahr sollen auch die großen Marken mit von der Partie sein. Dafür wird Stimmung gemacht, denn das Autogeschäft läuft nicht rund.

Sylvia Ellensohn (Nissan) und Mag. Ernst Ellensohn (Toyota) blicken motiviert ins heurige Verkaufsjahr

Engelbert Neururer war mit dem ARBÖ Vorarlberg auf der Messeschau präsent und damit zufrieden

Ing. Markus Maier, Skoda Montfort Garage in Götzis, fand die Teilnahme an der Autoschau – von der Kosten- und Nutzenseite her betrachtet – positiv

Hansjörg Luger kämpft mit preissensiblen Marktverhältnissen

Franz Ellensohn, Nissan Feldkirch, hat trotz Marktdruck das Lachen nicht verlernt

Mag. Rudi Lins jun. plagen mit seinen VW-Produkten Absatzsorgen auf hohem Niveau

Walter Dalmonek, O.CT Tuning, Lustenau, begrüßt einen eigenen Messeauftritt im Ländle und wirbt dafür

Akin Abana, mit Kia in Dornbirn und Hard vertreten, spürt die Zurückhaltung der Kunden und sucht nach Auftritten a la Mobilitätsschau

AUTO & Wirtschaft • MAI 2014

Christof Mayr tat sich mit seinem kompletten Segway-Programm hervor und ist seinen Verkauf betreffend zuversichtlich

Ewald Lukesch, BMWAustria-Regionsleiter West räumt dem Messestandort Dornbirn in der gezeigten Form eine gute Zukunft ein

Thomas Amann macht mit Nissan weiter, solange es die Marktverhältnisse zulassen

Dietmar Hörburger ist ein streitbarer Geist, der sich für den lokalen Markenhandel einsetzt


anders interpretiert I

n Dornbirn wurde von den rund 70 anwesenden Autofachleuten anlässlich der Messe „Schauplatz Mobilität“ zur Sache und nicht um den Brei herum geredet. Das zeichnet die Vorarlberger Autohandelsszene aus. Dem tat auch kammerales Wortgut von Landesgremialobmann Manfred Ellensohn keinen Abbruch. Seiner positiven Stimmungsmache wehte heftige Kritik aus dem Auditorium entgegen, weil Steuererhöhungen und Kaufkraftschwäche spürbar den Kundenzulauf negativ beeinflussen. Motor-Freizeit-Trend-Herausgeber Erich Scheiblauer, der wie die Jahre zuvor, am Eröffnungstag zur Diskussionsrunde eingeladen hatte, fand in Hans Günther Löckinger (Garanta), Gerhard Dangel (Autobank) und Gerhard Lustig (AUTO & Wirtschaft) drei Branchenkenner, die den Vorarlberger Händlern rückhaltlos Ein- und Ausblicke zumuten konnten, weil sie dazu auch bereit waren.

Niedrige Erträge machen das Leben schwer Preissensibilität und immer strengere Verträge mit den Importeuren machen aus einst erfolgsverwöhnten Händlern zunehmend nervöse Unternehmer und nicht wenige machen sich Gedanken, ob und wie sie weitermachen. „Die-Preis-schlägt-alles“-Mentalität der Kunden lässt etliche Markenhändler im Ländle erschaudern. Vielerorts kaum noch ausreichende Erträge machen den Händlern das Leben schwer und der Preiskampf im Autohandel, besonders durch das Internet, dämpft Hoffnungen auf bessere Erträge, zumal auch das Servicepotenzial schrumpft. Investitionen in Schauraum und Werkstattmodernisierung in strukturschwachen Regionen fallen angesichts weiter steigender Standards, Umweltauflagen und Steuern immer schwerer. Eine Messe im Frühjahr in Dornbirn soll das Käuferinteresse an der modalen Mobilität mit dem Auto im Zentrum Jahr für Jahr neu entfachen, ist der Plan der aktiven Markenhändler, die sich dafür in voller Markenbreite Unterstützung der Importeure erhoffen. Noch ist der Kampfgeist der Markenvertreter nicht erloschen, aber die Zeit drängt. • (LUS)

Erich Scheiblauer macht sich für eine jährliche Autoschau, in der Messe Dornbirn integriert, stark. Künftig sollen auch marktanteilsstarke Marken den Messeplatz frequentieren.

AUTO & Wirtschaft • MAI 2014


MANAGEMENT

Der Wirbelwind ist vorerst vorbei Gebrauchtwagen März 2014 Stück

+/ – in % z. Vorjahr

VW

14.380

19,93

-2,93

Audi

6.705

9,29

-2,85

BMW

5.288

7,33

Opel

4.838

Ford

as 1. Quartal ist vorbei: Zeit, Bilanz zu ziehen über die Höhen (das deutliche Plus im Februar) und Tiefen (die gesunkenen Zahlen im Jänner und März). Klar ist, dass diese 3 Monate nur bedingt ernst genommen werden dürfen, was Aussagen über den weiteren Verlauf des Jahres betrifft, denn die NoVAErhöhung und die Vorziehkäufe wirbelten das Feld ziemlich durcheinander. Auf ein lustiges Detail der Statistik möchten wir Sie noch hinweisen: Heuer wurden bereits 2 Rolls-Royce zugelassen, die ersten Fahrzeuge der englischen Marke seit dem Jahr 2011. Viele Beobachter glauben, dass sich das Plus von 1,57 Prozent am Ende des Quartals umkehren könnte, wenn die zum günstigen Preis georderten Fahrzeuge ausgeliefert sind. Doch generell sollte man sich darüber freuen, dass das Interesse am Autokauf ungebrochen ist, was sich ja auch in den Besucherzahlen bei den Frühlingsmessen zeigte.

MA in %

+/ – in % z. Vorjahr

40.052

19,97

2,56

19.024

9,49

6,22

1,52

14.291

7,13

7,91

6,71

-5,60

13.644

6,80

3,01

4.493

6,23

-2,58

12.566

6,27

1,81

Mercedes-Benz

4.092

5,67

9,85

10.703

5,34

10,12

Renault

3.523

4,88

-3,43

9.868

4,92

3,88

Peugeot

3.136

4,35

-5,08

8.696

4,34

0,86

Skoda

2.792

3,87

-10,11

7.898

3,94

0,41

Mazda

2.580

3,58

2,46

6.999

3,49

5,41

Fiat/Abarth

2.389

3,31

-3,00

6.832

3,41

4,32

Seat

2.385

3,31

-2,29

6.845

3,41

11,19

Toyota

1.848

2,56

-9,41

5.205

2,60

0,89

Citroën

1.767

2,45

-10,26

4.994

2,49

-1,58

Hyundai

1.376

1,91

11,33

3.889

1,94

17,92

Nissan

1.089

1,51

-13,16

3.049

1,52

-3,82

Suzuki

1.046

1,45

-2,43

2.975

1,48

0,64

Kia

992

1,38

-2,46

2.874

1,43

4,02

Alfa Romeo

847

1,17

4,57

2.161

1,08

5,67

Volvo

795

1,10

-4,22

2.280

1,14

5,31

Mitsubishi

750

1,04

-12,89

2.247

1,12

-3,35

Honda

674

0,93

-10,85

1.848

0,92

-4,45

Chevrolet/Daewoo

557

0,77

-10,31

1.565

0,78

-7,56

Porsche

443

0,61

26,93

912

0,45

36,73

Mini

425

0,59

10,10

1.024

0,51

18,38

Chrysler

411

0,57

-9,47

1.092

0,54

-7,30

Marke/

März 2014

Jän.–März 2014

Land Rover

329

0,46

50,92

849

0,42

37,60

Modell

Stück MA in%

Stück MA in%

smart

319

0,44

21,76

873

0,44

21,76

Jeep

316

0,44

7,85

896

0,45

6,67

Dacia

304

0,42

27,20

922

0,46

42,06

Lancia

220

0,30

-12,00

630

0,31

-0,16

Subaru

195

0,27

-33,90

669

0,33

-24,92

Jaguar

41,78

Marke

30

Jän.–März 2014

MA in %

D

Stück

153

0,21

20,47

414

0,21

Saab

96

0,13

47,69

234

0,12

4,00

Daihatsu

93

0,13

-13,89

250

0,12

-26,69

Rover

72

0,10

-25,77

240

0,12

-9,43

Lexus

66

0,09

17,86

165

0,08

-2,94

Ferrari

36

0,05

176,92

76

0,04

261,90

Dodge

33

0,05

-17,50

109

0,05

-1,80

SsangYong

31

0,04

-36,73

111

0,06

-12,60

Maserati

18

0,02

12,50

42

0,02

55,56

Bentley

16

0,02

77,78

33

0,02

37,50

Lada

11

0,02

-45,00

32

0,02

-33,33

Aston Martin

10

0,01

25,00

21

0,01

61,54

MG

10

0,01

-9,09

16

0,01

-11,11

Rolls-Royce

7

0,01

133,33

10

0,00

150,00

Lamborghini

6

0,01

200,00

13

0,01

160,00

KTM

5

0,01

150,00

6

0,00

50,00

Infiniti

2

0,00

0,00

9

0,00

350,00

Sonstige

171

0,24

27,61

369

0,18

30,39

Summe

72.140

100,00

-2,30

200.522 100,00

4,19

AUTO & Wirtschaft • MAI 2014

Leichte Delle bei Gebrauchtwagen Trotz des leichten Minus (2,3 Prozent) im März schloss der Gebrauchtwagenmarkt das 1. Quartal mit einem Allzeit-Hoch ab: Erstmals wurden von Jänner bis März mehr als 200.000 „Gebrauchte“ zugelassen – exakt waren es 200.522 Stück. • (MUE)

Modell-Ranking Neuwagen VW Golf Skoda Octavia VW Polo VW Tiguan Renault Mégane Ford Focus Hyundai i20 Audi A3 Fiat 500 Renault Clio

2.350 1.025 864 783 706 655 576 570 530 502

7,9 3,5 2,9 2,6 2,4 2,2 1,9 1,9 1,8 1,7

4.867 2.476 2.356 1.919 1.978 1.869 1.748 1.329 1.165 1.409

6,0 3,0 2,9 2,4 2,4 2,3 2,2 1,6 1,4 1,7

Bundesländer Neuanmeldungen Bundesland B K NÖ OÖ S St T V W

März 14 974 1.567 5.759 5.143 2.211 3.690 2.407 1.141 6.810

+/- % -9,90 -6,06 -5,88 -9,74 -4,45 -11,11 -2,04 -4,84 +6,74

März 13 1.081 1.668 6.119 5.698 2.314 4.151 2.457 1.199 6.380

Alle Daten zum Fahrzeugmarkt finden Sie auch im MarketAnalyser von Eurotax!


Neuwagen

VW Opel Skoda Ford Renault Audi BMW Hyundai Seat Peugeot Mercedes Benz Fiat/Abarth Mazda Nissan Citroën Kia Dacia Toyota Suzuki Mitsubishi Volvo Honda Mini Land Rover Chevrolet Alfa Romeo Lancia Smart Jeep Subaru Porsche Lexus Jaguar Maserati Ferrari KTM Lada SsangYong Aston Martin Infiniti Cadillac Lotus Bentley Daihatsu Lamborghini Rolls-Royce Saab Sonstige Summe

MA +/ – in % in % z. Vorjahr

6.079 20,47 2.220 7,47 2.184 7,35 1.787 6,02 1.724 5,80 1.522 5,12 1.506 5,07 1.448 4,88 1.317 4,43 1.152 3,88 1.117 3,76 999 3,36 869 2,93 795 2,68 746 2,51 712 2,40 654 2,20 651 2,19 490 1,65 376 1,27 227 0,76 206 0,69 149 0,50 134 0,45 117 0,39 103 0,35 77 0,26 64 0,22 53 0,18 52 0,18 51 0,17 32 0,11 18 0,06 12 0,04 5 0,02 4 0,01 4 0,01 3 0,01 2 0,01 2 0,01 1 0,00 1 0,00 0 0,00 0 0,00 0 0,00 0 0,00 0 0,00 37 0,12 29.702 100,00

7,90 3,98 38,49 12,25 5,12 -13,47 7,19 -30,55 -9,36 29,58 -1,24 -17,85 -0,69 -36,30 8,43 -19,82 19,56 -44,83 15,02 6,21 -21,99 -56,54 -30,70 -54,11 -70,68 -47,98 8,45 25,49 -29,33 -38,82 -50,96 166,67 -59,09 >999 -16,67 33,33 300,00 0,00 -33,33 -60,00 0,00 -50,00 -100,00 0,00 -100,00 0,00 0,00 825,00 -4,39

Jän.–März 2014 Stück

MA in %

14.595 5.623 5.306 5.019 4.805 5.028 3.524 5.214 3.717 2.910 3.115 2.678 3.091 1.754 2.045 2.196 1.873 1.663 1.263 1.028 772 528 344 738 658 280 170 183 284 203 288 81 102 44 21 4 4 12 10 7 2 1 22 0 8 2 1 65 81.281

17,96 6,92 6,53 6,17 5,91 6,19 4,34 6,41 4,57 3,58 3,83 3,29 3,80 2,16 2,52 2,70 2,30 2,05 1,55 1,26 0,95 0,65 0,42 0,91 0,81 0,34 0,21 0,23 0,35 0,25 0,35 0,10 0,13 0,05 0,03 0,00 0,00 0,01 0,01 0,01 0,00 0,00 0,03 0,00 0,01 0,00 0,00 0,08 100,00

Jän.–März 2014 (inkl. Kzl)

+/ – in % z. Vorjahr

männl.

-0,71 20,90 -15,70 20,33 14,46 0,14 -4,73 9,70 -9,96 23,10 1,14 -9,77 42,05 -33,10 10,01 2,86 30,34 -34,06 25,67 8,44 0,13 -29,97 -21,46 1,10 -27,21 -34,73 -9,09 -27,67 44,90 22,29 15,20 62,00 17,24 >999 40,00 -55,56 -20,00 0,00 233,33 -56,25 -33,33 -50,00 57,14 -100,00 700,00 0,00 0,00 712,50 1,57

3.192 1.149 1.435 950 1.252 1.035 939 1.011 662 918 746 494 1.229 556 648 918 1.066 763 436 288 237 263 67 132 366 68 18 56 42 87 88 41 17 19 6 2 4 4 7 3 1 1 2 0 0 0 0 22 21.240

weibl. 1.941 637 779 484 571 543 226 1.115 544 672 258 388 680 284 387 685 612 415 273 178 72 109 59 61 223 41 11 46 10 35 19 9 1 2 0 0 0 0 0 0 1 0 1 0 0 0 0 6 12.378

betriebl.

Taxi1

Vermietung1

9.462 3.837 3.092 3.585 2.982 3.450 2.359 3.088 2.511 1.320 2.111 1.796 1.182 914 1.010 593 195 485 554 562 463 156 218 545 69 171 141 81 232 81 181 31 84 23 15 2 0 8 3 4 0 0 19 0 8 2 1 37 47.663

19 5 46 50 10 1 6 12 9 3 80 3 6 1 2 2 8 29 0 0 0 0 0 0 3 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 295

738 1.026 505 190 105 212 469 63 315 121 430 208 7 268 111 53 0 55 10 0 39 0 41 2 1 10 31 4 4 0 4 0 17 0 2 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 1 5.042

Diplomatie1 11 2 0 1 2 8 48 0 0 2 19 0 0 1 0 0 0 6 0 0 8 0 1 1 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 1 0 0 0 0 2 113

in betrieblichen Zulassungen enthalten

Stück

1

März 2014 Marke

Gewinner und Verlierer nach Segmenten Jänner–März 2014: 81.281 Kleinwagen

Stadtwagen

Microvans

Familyuntere vans Mittelklasse

Mittelklasse

Oberklasse

+6,0 %

3.980

14.826

2.242

17.785

5.891

-7,7 %

-7,8 %

-10,9 %

-0,7 %

-2,0 %

8.376

1.921

Luxusklasse

Sportwagen

Geländewagen

+73,1 %

+11,8 %

+9,3 %

+13,7 %

+13,5 %

232

463

3.585

15.099

3.620

Geländew. Minivan medium

-1,2 %

AUTO & Wirtschaft • MAI 2014

31


MANAGEMENT

Was ist nur auf der Insel los? Nach den vielen Monaten mit einem Minus vor den Zulassungszahlen hört man Erfolgsmeldungen umso lieber: Der März war bereits der 7. Monat in Folge, in dem es bergauf ging – sieht man von sieben Ländern (darunter auch Österreich) ab.

D

ie spinnen, die Briten!“, hieß es einst bei „Asterix“. Und dabei gab es damals noch gar keine Autos. Denn was sich derzeit am britischen Neuwagenmarkt abspielt, schlägt alle Rekorde: Im März stiegen die Neuzulassungen in Großbritannien vom ohnedies schon sehr hohen Niveau des Vorjahres um schier unfassbare 17,7 Prozent. Das ergibt bei diesem großen Land gleich eine erkleckliche Anzahl an Neuwagen, nämlich exakt 464.824 Stück. Damit ließen die Briten in diesem Monat auch die erfolgsverwöhnten Deutschen, üblicherweise das Jürgen Stackmann größte Autoland des Kontinents, führt Seat zu neuen hinter sich, und zwar gleich um Höhen in Europa 168.416 Einheiten. Kleiner Trost für die Deutschen: Kumuliert blieb man nach 3 Monaten mit einem Vorsprung von 23.631 Stück (+5,6 Prozent) auf Rang 1. Da mit Frankreich (+2,9 Prozent), Italien (+5,7 Prozent) und Spanien (+13,1 Prozent) im 1. Quartal auch alle anderen großen Nationen positive Ergebnisse vorwiesen, blieb das gesamteuropäische Ergebnis um 7,2 Prozent über jenem des Vorjahres. Nur Belgien, Luxemburg, Polen, Serbien, die Schweiz und die Niederlande mussten in diesen 3 Monaten Rückgänge hinnehmen (und im Jänner bzw. März Österreich).

Deutliche Zuwächse bei Seat Lange Jahre wurde Seat als „Sorgenkind“ im VW-Konzern bezeichnet, nicht zuletzt weil die massive Krise auch den Heimmarkt Spanien stark einbrechen ließ. Doch von Jänner bis März dieses Jahres stiegen die Verkäufe laut Seat-Präsident Jürgen Stackmann um 7,3 Prozent auf rund 93.400 Stück, beim Leon war sogar ein Zuwachs um 60 Prozent auf 24.600 Einheiten zu verzeichnen. Ein großer Teil der Verkäufe (nämlich 73.000 Stück) entfiel auf Westeuropa; Deutschland war mit rund 19.000 Auslieferungen besonders stark (+14,8 Prozent). Hingegen musste Seat in Österreich nach dem Rekord im 1. Quartal 2013 (5,16 Prozent Marktanteil) heuer einen Rückgang um 9,96 Prozent auf 3.717 Stück hinnehmen. Der Marktanteil (4,57 Prozent) ist aber dennoch beachtlich. • (MUE)

32

Länderstatistik Land März 14 März 13 Belgien 52.808 53.076 Dänemark 16.805 14.953 Deutschland 296.408 281.184 Estland 1.699 1.630 Finnland 9.617 9.490 Frankreich 179.865 165.829 Griechenland 5.866 4.488 Großbritannien 464.824 394.806 Irland 14.342 11.645 Island* 521 493 Italien 140.171 133.352 Kroatien 3.104 2.411 Lettland 981 805 Litauen 1.136 956 Luxemburg 4.773 4.850 Niederlande 29.340 35.606 Norwegen 14.033 10.919 Österreich 29.702 31.067 Polen 24.777 25.366 Portugal* 10.580 9.629 Rumänien 4.577 3.324 Schweden 27.601 22.493 Schweiz 25.847 28.638 Serbien 1.765 1.775 Slowakei 5.822 5.516 Slowenien 5.106 4.578 Spanien 81.026 73.135 Tschechische Republik 16.576 13.820 Ungarn 6.208 5.085 Zypern 695 372 Total 1.476.318 1.351.291 * geschätzte Volumina für März 2014

Veränd. in % -0,50 12,40 5,40 4,20 1,30 8,50 30,70 17,70 23,20 5,70 5,10 28,70 21,90 18,80 -1,60 -17,60 28,50 -4,40 -2,30 9,90 37,70 22,70 -9,70 -0,60 5,50 11,50 10,80 19,90 22,10 86,80 9,30

kum. 14 kum. 13 148.532 149.160 47.819 41.941 711.753 673.957 4.745 4.707 30.471 27.601 446.609 433.882 16.393 14.133 688.122 605.198 49.988 39.466 1.499 1.332 378.400 358.044 7.558 6.020 2.850 2.354 3.356 2.739 12.311 12.315 108.329 116.428 36.752 33.963 81.281 80.024 75.529 75.720 30.398 24.175 13.345 11.233 67.799 56.074 67.741 72.088 3.982 4.076 15.791 14.219 13.799 12.768 205.561 181.738 42.993 36.453 15.633 12.652 2.005 1.723 3.331.087 3.106.183

Veränd. in % -0,40 14,00 5,60 0,80 10,40 2,90 16,00 13,70 26,70 12,50 5,70 25,50 21,10 22,50 0,00 -7,00 8,20 1,60 -0,30 25,70 18,80 20,90 -6,00 -2,30 11,10 8,10 13,10 17,90 23,60 16,40 7,20

Top-Ten-Marken Volkswagen Ford Opel/Vauxhall Renault Peugeot Audi BMW Mercedes Nissan Citroën

März 14 164.304 126.101 113.303 95.206 85.918 82.090 77.666 71.489 66.163 66.067

März 13 156.981 111.994 99.502 78.283 76.980 76.466 70.849 66.986 57.570 61.499

Veränd. in % 4,70 12,60 13,90 21,60 11,60 7,40 9,60 6,70 14,90 7,40

kum. 14 392.857 253.167 225.300 215.140 207.681 184.733 168.681 157.645 130.057 162.970

kum. 13 378.729 228.545 208.831 194.224 189.879 170.168 158.766 151.721 121.945 156.569

Veränd. in % 3,70 10,80 7,90 10,80 9,40 8,60 6,20 3,90 6,70 4,10

März 13 49.114 41.638 33.582 31.537 28.953 28.450 29.155 28.189 22.238 17.857

Veränd. in % 14,10 6,90 -0,10 2,80 6,20 8,00 -4,50 -7,00 8,00 23,10

kum. 14 129.599 85.639 64.591 74.473 61.170 73.576 53.773 62.275 46.224 46.572

kum. 13 112.423 77.763 63.554 75.349 61.264 68.887 61.886 66.948 51.521 38.967

Veränd. in % 15,30 10,10 1,60 -1,20 -0,20 6,80 -13,10 -7,00 -10,30 19,50

Top-Ten-Modelle Volkswagen Golf Ford Fiesta Opel/Vauxhall Corsa Renault Clio Ford Focus Volkswagen Polo Nissan Qashqai Peugeot 208 Opel/Vauxhall Astra Fiat 500

März 14 56.042 44.491 33.563 32.434 30.743 30.716 27.843 26.211 24.016 21.990

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MANAGEMENT

Traumstart mit 2 Rädern Zuversicht beherrscht die ZweiradBranche. Der wetterbedingte frühe Saisonstart brachte bereits im 1. Quartal deutliche Zuwächse.

(V. l.) BGO und Rainer-Kraftfahrzeughandels-AGVorstand Burkhard Ernst, Hans Zimmermann (Yamaha) und Max Lemberger (Yamaha Rainer)

A

uch das Interesse an Zweirädern scheint ungebrochen. Mehr als 40.000 Besucher tummelten sich auf der Motorradmesse „bike-austria“ in Tulln. Auf 20.000 m² präsentierten 130 Aussteller 230 nationale und internationale Marken sowie 40 Reisedestinationen. Die Eröffnung der Zweirad-Schau nahm Innenministerin Johanna Mikl-Leitner gemeinsam mit Dr. Christian Arnezeder, Obmann der Arge 2Rad und Chef von Harley-Davidson Österreich, vor.

(V. l.) Eröffnung der bike-austria mit Dr. Christian Arnezeder, Mag. Peter Eisenschrenk (Bürgermeister Tulln), Mag. Johanna Mikl-Leitner und Landtagsabgeordnetem Mag. Alfred Riedl

Gute Stimmung Optimistisch zeigen sich die Importeure: „Der Sell-in ist so gut verlaufen, dass wir bei einer Vielzahl von Modellen in Lieferengpässen stecken. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum haben wir uns mit 494 Einheiten über 50 cm3 um über 100 Prozent steigern können“, sagt Hans Zimmermann, Geschäftsführer von Yamaha Motor Middle Europe B.V. Wobei Zimmermann, der für den Gesamtmarkt 2014 Steigerungen erwartet, auch betont, dass es gelungen sei, „durch die sensationelle Arbeit und Verhandlungen der Arge 2Rad in Person von Generalsekretärin Karin Munk und Ing. Roland Berger, Geschäftsführer Honda Austria, eine Deckelung der NoVA für Motorräder mit 20 Prozent zu erreichen, was hubraumstarke Motorräder relativ gering verteuert und Motorräder unter 900 cm3 günstiger gemacht hat.“

Bereits am Eröffnungstag stieß die bike-austria auf enormes Publikumsinteresse

Neben den neuesten Modellen wurden auf der Messe auch spektakuläre Umbauten wie diese 238 PS starke Honda gezeigt

Die Motorräder der britischen Marke Triumph erfreuen sich steigender Beliebtheit

Jugendliche besser informieren Nachholbedarf orten die Importeure noch bei der Schärfung des Bewusstseins für die 2013 in Kraft getretene Führerscheinnovelle, wonach der A1-Führerschein durch 16-Jährige erworben werden kann und diese zum Lenken eines Zweirades bis 125 cm3 berechtigt. „Darüber wissen noch viel zu wenige Jugendliche Bescheid“, sagt Josef Faber, Geschäftsführer der Faber GmbH. • (DSC)

Blickfang auf der bike-austria: Das Sondermodell GSX-R 1000Z von Suzuki

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Wie schon im Vorjahr begeisterten spektakuläre Stunt-Shows das Publikum

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MANAGEMENT

MFU-Lobbying pro Auto:

Was hat es uns bisher eigentlich gebracht? Im Herbst 2013 wurde das Forum Mobilität.Freiheit.Umwelt gegründet. Unter Federführung des Lobbyisten Wolfgang Rosam soll dem unter Bombardement von Umweltorganisationen und der Politik stehenden Automobil das „Stinkerimage“ genommen und die Bedeutung der Autowirtschaft für den Standort Österreich in den Mittelpunkt gerückt werden. Ist das MFU auf Kurs oder bedarf es größerer Anstrengungen? Von Dieter Scheuch

Noch zu wenig rübergekommen

Zu früh, um Bilanz zu ziehen

„Ich war von Anfang an der Meinung, dass der beste Lobbyismus von Spezialisten aus den eigenen Reihen betrieben werden kann“, sagt LGO Komm.-Rat Manfred Ellensohn. Bezüglich des MFU habe es eine hohe Erwartungshaltung gegeben. „Meiner Meinung nach ist noch zu wenig rübergekommen, echte messbare Ergebnisse fehlen bis dato.“ Vor allem regionale, die Länder betreffende Themen seien praktisch nicht vorhanden. „Umso wichtiger ist es, angesichts möglicher weiterer ins Haus stehender Steuererhöhungen entsprechend zu agieren. Darüber werden wir auch in der kommenden Sitzung des Gremiums diskutieren müssen“, sagt Ellensohn.

Zu wenig regionale Themen „Leider läuft das MFU-Lobbying noch nicht so, wie ich mir das vorgestellt habe“, sagt LGO Ing. Wolfgang Rötzer. „Wobei ich es wichtig finde, dass eine professionelle Agentur dafür engagiert wurde. Es liegt aber auch an uns selbst, wobei ich mich in diesem Punkt selber nicht ausnehme, welche Themen entsprechend forciert werden.“ Diese Themen und Ideen müssten Lobbying-Agenturen auch entsprechend geliefert werden. „Wobei es wichtig ist, dass wir alle an einem gemeinsamen Strang ziehen.“ Bei der nächsten Sitzung des Gremiums werde die Thematik sicher zur Sprache kommen. „Auch eine Regionalisierung wäre sehr wichtig, um in lokalen Medien in Erscheinung treten zu können“, so Rötzer.

34

„Es ist noch zu früh, um über die LobbyingArbeit des MFU bereits seriös Bilanz ziehen zu können“, sagt LGO Markus Kaufmann. Dazu sei gekommen, dass aufgrund der Diskussionen rund um die Erhöhungen von NoVA und motorbezogener Versicherungssteuer das Auto omnipräsent in den Medien vertreten gewesen sei und alle anderen Themen verdrängt habe. „Der Weg führt über kleine Schritte zum Ziel. Natürlich ist es wichtig, von Zeit zu Zeit zu prüfen, ob das Lobbying, das ich persönlich voll unterstütze, auch wirkt.“ Wichtig sei für die Branche, dass es gelinge, weitere Griffe in die Börsel der Autofahrer zu verhindern, um so nicht Kunden zu verlieren.

Richtiges Tool kreiert „Wir sind mit dem MFU grundsätzlich auf dem richtigen Weg“, sagt LGO Komm.-Rat Mag. Hubert Aichlseder. Wichtig wäre es, nun vor allem die Kommunikation und Vernetzung – etwa durch ein Intranet – noch zu verbessern. „Die Themen, die bewegen, müssen auch entsprechend in die Öffentlichkeit getragen werden, wobei es dabei wichtig ist, den richtigen Zeitpunkt zu wählen und sie auch entsprechend zu platzieren, damit sie Gehör finden.“ Dies bedürfe eines Mitwirkens aller Beteiligten. „Mit dem Forum haben wir ein wichtiges und richtiges Tool kreiert, jetzt muss dieses konstant entsprechend gefüttert und befüllt werden“, so Aichlseder.

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Arbeit auch hinter den Kulissen

Hauruck-Aktionen nicht sinnvoll „Es ist wichtig, dass es mit dem MFU gelungen ist, eine Plattform für das Lobbying pro Auto ins Leben gerufen zu haben“, sagt LGO Komm.-Rat Dr. Gustav Oberwallner. Auch wenn die Umsetzung manchen zuweilen zu langsam erscheine, könne dies oft nur in kleinen Schritten geschehen. „Es kommt vor allem darauf an, dass sich die Thematik in den Köpfen der Menschen verankert, dazu bedarf es oft vielseitiger oder behutsamer Vorgehensweise. Hauruck-Kampagnen würden oft das Gegenteil bewirken. „Themen der Zukunft wie eine Umstellung der motorbezogenen Versicherungssteuer auf den CO2-Ausstoß und Vorsteuerabzugsmodelle für Unternehmer ähnlich dem in Deutschland liegen bereits auf dem Tisch.“

„Ich glaube, dass wir dem MFU Zeit geben müssen, denn effizientes Lobbying und daraus resultierende Erfolge können nur langfristig erzielt werden“, sagt LGO Ing. Wolfgang Schirak. Dabei stehe auch nicht immer die Präsenz in der Öffentlichkeit oder in den Medien im Vordergrund, sondern harte Arbeit auch hinter den Kulissen. „Bei regionalen Themen sind wir gefragt, uns selbst auf die Füße zu stellen und entsprechende Inputs zu liefern.“ Längerfristig glaubt Schirak, dass professionelles Lobbying und die Zusammenarbeit mit der Agentur Rosam durchaus Erfolge bringen kann, wenn auch „nicht über Nacht“.

Zusätzliche Partner gewinnen „Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut“, sagt Komm.-Rat Gerhard Schranz

„Das beste Lobbying können Spezialisten aus den eigenen Reihen betreiben“, erklärt Komm.-Rat Manfred Ellensohn

„Wir müssen auch in regionalen Medien unsere Präsenz stärken“, meint Komm.-Rat Ing. Wolfgang Rötzer

„Für uns ist es eine enorme Erleichterung, wenn das Lobbying pro Automobil von Kommunikationsprofis betrieben wird“, sagt LGO Komm.-Rat Ing. Klaus Edelsbrunner. „Allerdings müssen wir dabei die Inhalte vorgeben und auch entsprechend aufbereiten, da sind wir alle miteinander gefordert“, so Edelsbrunner. Wichtig sei, dass auch mehr regionale Themen mit überregionaler Bedeutung besser kommuniziert werden sollten. „Derzeit befinden wir uns in einem Lernprozess, ich bin aber zuversichtlich, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“ Wichtig wäre es, weitere Branchen-Partner zu gewinnen „um noch breiter aufgestellt zu sein“.

MFU arbeiten lassen

Vom Start weg erfolgreich

„Es ist noch viel zu früh, um die Arbeit des MFU beurteilen zu können“, sagt LGO Komm.-Rat Gerhard Schranz. „Lobbying-Arbeit braucht Zeit und Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut.“ Darüber hinaus habe sich gezeigt, dass erfolgreiche Lobbying-Plattformen oft jahrelang tätig gewesen seien, ehe sich echte Erfolge einstellten. „Ich bin froh, dass sich das Gremium entschlossen hat, eine professionelle Agentur, die unsere Interessen in die Öffentlichkeit trägt, engagiert hat und hoffe, dass sie noch geraume Zeit weiterarbeiten wird.“ Letztendlich haben Schranz auch die ersten Aktivitäten des MFU überzeugt. „Das stimmt mich zuversichtlich.“

„Die Zwischenbilanz für das MFU ist aus meiner Sicht hervorragend“, sagt der Wiener LGO und BGO Komm.-Rat Burkhard Ernst. „Gerade in den letzten Monaten sind wir etwa mit den Themen NoVA und motorbezogene Versicherungssteuer in den Medien omnipräsent vertreten gewesen.“ Darüber hinaus seien die Landesgremialobleute auch von Mitarbeitern der Agentur besucht worden, um mit diesen Themen zu besprechen, die sukzessive abgearbeitet würden. „Das Forum hat vom Start weg sehr gute Arbeit geleistet, ich bin sehr zuversichtlich dass diese gute Arbeit auch in Zukunft weiter erfolgreich fortgesetzt wird“, so Ernst.

AUTO & Wirtschaft • MAI 2014

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Unter der Moderation von Prof. Dr. Peter Filzmaier diskutieren ausgewiesene Branchenprofis mit den Entscheidungsträgern der österreichischen Autowirtschaft über aktuelle Entwicklungen und neue Ertragsansätze im Autohandel und -service.

Vormerken: 23.10.2014! Die 7. Auflage zum A&W-Tag hat heuer die Servicekomponente im Kfz-Betrieb zum Schwerpunkt. Im Service wird jenes Geld verdient, das im reinen Autohandel immer mehr abhanden kommt. Alles, was in der Automobilwirtschaft Rang und Namen hat, legt den Schwerpunkt auf den Servicecharakter. Wir werden unseren Teilnehmern keine „Mega-Trends“ in der Autobranche verkünden, jedoch Orientierungspunkte über aktuelle Marktentwicklungen mitgeben. Vorgetragen und am Podium diskutiert von ganzheitlich orientierten namhaften Fachleuten aus dem In- und Ausland. Den Veranstaltungsort in Wien und Programmablauf teilen wir in unseren nächsten Publikationen mit!

Nicht nur was Kunden wollen, wird gespielt. Was Kfz-Betriebe brauchen, um wirtschaftlich erfolgreich die Zukunft zu meistern, ist Tagesprogramm an diesem Donnerstag (23.10.2014) in Wien. Renate Okermüller setzt dazu einen würdigen Veranstaltungsrahmen, Mag. Walter Birner (l.) und Ing. Peter Spatzierer sorgen für starke Inhalte und – wie Kenner unserer Veranstaltungen wissen – fundierten Gedankenaustausch.

Automobilwirtschaft leistet volkswirtschaftlichen Beitrag

Informationen, die einen weiterbringen Die wirtschaftlichen Herausforderungen wachsen stetig, neue Regelungen und technische Änderungen müssen im Blick behalten werden. Orientiert an diesen Anforderungen gestalten wir den 7. A&W-Tag. In der Themenwahl beachten wir sorgfältig die Schnittstelle zwischen Vertrieb und Service, die entscheidend ist für den wirtschaftlichen Erfolg im Kfz-Betrieb.

Revolution im Service Dr. Erik Eybl, Versicherungsverband: „Die Identteilkalkulation bringt Preiswahrheit und könnte von Versicherungen aufgegriffen werden. Das vor einem repräsentativen Branchenkreis zu diskutieren, macht Sinn.“

Dr. Richard Nathschläger, Audatex Österreich: „Identteilkalkulationstools sind nicht aufzuhalten. Die KfzVersicherungen werden den Preisunterschied zum Originalteil ausloten. Die Diskussion ist entflammt und die Entwicklung nicht zu verhindern.“

Dr. Peter Filzmaier, Moderator: „Den Blick über den Tellerrand der Autobranche zu richten, erachte ich in Zeiten von Überkapazitäten überall als Gebot der Stunde.“

Peter Affolter, A&W Verlag: „Ich freue mich darauf, die aktuellen Themen unserer Branche mit Schwerpunkt auf dem so wichtigen Servicekomplex mit Ihnen erleben und diskutieren zu dürfen.“

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Zwischen schwachen Märkten und Überregulierung bewegt sich die neue Qualität der Herausforderungen. Ungeachtet von Herstellerinteressen erhöhen EU-Regulierer, Politik und Gesellschaft permanent den Druck in Sachen nachhaltiger Mobilität, ohne Rücksicht auf Kosten und die Wirklichkeit im lokalen Kfz-Geschäft. Der durch Finanz- und Strukturkrise bewirkte Kaufkraftschwund schwächt das tradierte Autogeschäft, weshalb Organisationen internationaler Größe ihre Anstrengungen, verlorenes Terrain wieder gutzumachen, verstärken und nun eine Revolution im Service anzetteln. Die Teilnahme aller wichtigen Branchenvertreter garantiert eine aussagekräftige Veranstaltung. Beim 7. A&W-Tag sind UnternehmerInnen und EntscheiderInnen am Puls der Branche. Das garantieren wir!


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EDITORIAL

Ehrlich verkauft am besten! E

Philipp Hayder, Chef vom Dienst

gal, ob nun jeder zehnte, jeder fünfte oder (wie es der ADAC behauptet) gar jeder dritte Gebrauchtwagen mit manipuliertem Kilometerzähler verkauft wird: Die Konsumenten sind verunsichert. Das bewies auch der enorme Medienandrang, als der ÖAMTC Anfang April eine Pressekonferenz zum Thema abhielt. Für den Fahrzeughandel ist dies vordergründig eine unangenehme Situation, denn unterschwellige Ressentiments gegen die früheren „Rosstäuscher“ sind nach wie vor bei vielen Konsumenten vorhanden – vor allem dann, wenn es um die Preisverhandlungen geht. • In Wahrheit ist die mediale Diskussion jedoch die zweite große Chance für die Branche. Die erste segensreiche Debatte – jene um die Gewährleistung, die gewerbliche Händler im Gegensatz zu Privatpersonen nicht ausschließen dürfen – wurde in den vergangenen Jahren bereits erfolgreich genützt. „Gebrauchtwagenkauf mit garantierter (beziehungsweise gewährleisteter) Sicherheit“ ist ein Argument, das überzeugt. In Zeiten, in denen Transaktionen anderer gebrauchter Güter längst ins Internet gewandert sind und der gewerbliche Zwischenhandel in der Folge größtenteils ausgeschlossen wurde, sind derartige Alleinstellungsmerkmale wichtiger denn je. • Nun gilt es, auch die Tacho-Diskussion zum Nutzen der Branche aufzugreifen. In Belgien ist dies mit der Erfassung des Kilometerstands bei Werkstattaufenthalten gelungen. Dort ist das „Kilometerheft“ für den Endverbraucher zu einem ähnlich wichtigen Qualitätsmerkmal geworden wie das komplett ausgefüllte Serviceheft. • In Österreich kranken ähnliche Initiativen an lächerlichen Eifersüchteleien. Weil man vielleicht auf Qualitätsprobleme schließen könnte, weigern sich manche Importeure, einer automatischen Erfassung von Werkstattaufenthalten zuzustimmen. Schlimmstenfalls wird so lange verzögert, bis der Gesetzgeber seine eigenen Versäumnisse nachholt und eine „Kilometerdatenbank“ per Erlass vorschreibt. So lange zuzuwarten, wäre fatal. Nur jetzt gibt es die Chance, öffentlichkeitswirksam mit Seriosität zu punkten – damit ein für allemal klar ist, dass die angeblichen Rosstäuscher in Wahrheit seriöse Mobilitätsprofis sind!

AUTO & Wirtschaft • MAI 2014


GEBRAUCHTWAGEN EXTRA

Der seit 2008 anhaltende Anstieg der Ummeldungen geht weiter

Rekordjagd geht weiter Neuerlich dürften heuer die Besitzumschreibungen des Vorjahres übertroffen werden. Der Gebrauchtwagenmarkt wird jedoch auch von sinkenden Preisen und rückläufigen Restwerten geprägt.

E

xakt 823.417 gebrauchte Pkws

wurden 2013 in Österreich um-

gemeldet. Im 1. Quartal des heurigen Jahres stand ein weiteres Plus von 4,19 Prozent in der Statistik. Kein Wunder, dass die Experten von Eurotax trotz einer „gewissen Abkühlung“ in den kommenden Mo-

Im Schnitt werden die Gebrauchtwagen immer jünger

naten im Gesamtjahr einen neuen Rekord prognostizieren.

Heiko Haasler kennt die Details des heimischen Gebrauchtwagenmarkts

Immer jünger, immer günstiger Auffällig ist einerseits, dass die Gebrauchtwagen im Durchschnitt immer jünger werden. Schon 2013 bildeten Fahrzeuge, die im selben Jahr erstzugelassen worden waren, das größte Marktsegment. Dahinter folgten Autos aus dem Jahr 2012. „Das spiegelt die hohe Zahl an Kurzzulassungen wieder“, erläutert Heiko Haasler, Generaldirektor von Eurotax Österreich. Trotz des sinkenden Durchschnittsalters werden die Gebrauchten aber nicht mehr teurer. Den höchsten Preis registrierte Eurotax 2011 mit 17.220 Euro, im

Nach stetigem Anstieg hat sich die Preisentwicklung umgekehrt

Vorjahr waren es dagegen nur mehr 16.858 Euro. Angesichts dessen überrascht es nicht, dass auch die Restwerte sinken. Aktuell sei der Restwert eines 36 Monate alten Pkw mit einer typischen segment- und motorisierungsabhängigen Laufleistung um 2,1 Prozent geringer als im Frühjahr 2013, teilt Eurotax mit. Leichte Restwertsteigerungen gab es in den vergangenen 12 Monaten nur bei Geländewagen. Vor allem Sportwagen und

Spart Zeit, bringt Geld

Microvans mussten dagegen massive Einbußen hin-

Ab sofort ist im beliebten Fahrzeugbewertungsprogramm EurotaxAutowert4 die Eingabe der „Vehicle Identification Number“ (VIN) möglich. Auf diese Weise werden sowohl der Fahrzeugtyp als auch die jeweilige Ausstattung im Handumdrehen angezeigt. „Das spart nicht nur enorm viel Zeit, sondern reduziert auch Fehler“, sagt Martin Novak, Sales Director von Eurotax. Als erste Marken deckt „EurotaxVIN“ Audi, BMW, Fiat, Mercedes-Benz, Mini, smart und VW ab. Citroën, Skoda und Seat sollen demnächst folgen.

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nehmen.

Entspannung bei den Standzeiten Eine gute Nachricht für den Fachhandel ist die „leicht positive“ Entwicklung der durchschnittlichen Standzeiten. „Waren es in der zweiten Jahreshälfte 2012 noch 90 Tage, so sank dieser Wert zuletzt auf 87 Tage“, berichtet Haasler. Die längsten Standzeiten weisen Luxusund Oberklasse sowie Sportwagen auf. Kombibusse, Gewerbefahrzeuge und Minivans finden dagegen besonders schnell einen neuen Besitzer. • (HAY)

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Die ÖAMTC-Experten Bernhard Wiesinger (v.) und Max Lang fordern wirksame Maßnahmen

gespeichert ist, vor manipulativen Eingriffen zu schützen“, sagt Bernhard Wiesinger, Leiter der ÖAMTCInteressenvertretung. Eine derartige Sicherung könne zur Vorbedingung für eine Typengenehmigung in der EU gemacht werden.

Kommt die Kilometerstandserfassung? Da derartige Maßnahmen erst in der Zukunft wirk-

Tageszeitungen, TV- und Radiostationen bei einer Pressekonferenz des ÖAMTC

Ein alltägliches Verbrechen

Durch Manipulationen des Kilometerstands entstehe in Österreich jährlich ein Schaden bis zu 300 Millionen Euro, kritisiert der ÖAMTC. Seine Forderung nach wirksamen Gegenmaßnahmen wird von seriösen Autohändlern unterstützt. Doch der Tachobetrug ist schwerer hintanzuhalten, als man meinen könnte. Von Philipp Hayder

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in paar Handgriffe reichen aus, und schon zeigt der Kilometerzähler einen Bruchteil der eigentlichen Fahrtleistung an: So einfach sind Tachomanipulationen im digitalen Zeitalter. „Zur Änderung des Kilometerstandes braucht heute bei vielen Kfz-Modellen nicht einmal der Tacho ausgebaut werden“, weiß Max Lang, Cheftechniker des ÖAMTC. Stattdessen reiche es aus, eine Verbindung über die OBD-Schnittstelle herzustellen: „Die dazu nötigen Manipulationsgeräte sind im Internet bereits ab 200 Euro frei erhältlich und können oft auch von Laien bedient werden.“

Hersteller in der Pflicht

Burkhard Ernst, Gremialobmann des Fahrzeughandels, sieht die Politik am Zug

Die Erkenntnisse des ÖAMTC decken sich mit Aussagen der EU-Kommission. Diese wies bereits vor Längerem darauf hin, dass 5 bis 12 Prozent aller in Europa gehandelten Gebrauchtfahrzeuge einen manipulierten – also in aller Regel zu niedrigen – Kilometerstand aufweisen könnten. Der deutsche Autofahrerklub ADAC sprach im Vorjahr gar davon, dass jeder dritte Pkw betroffen sein könnte. Um gegenzusteuern, sind einerseits die Autohersteller gefordert. „Es wäre technisch ohne Weiteres möglich, den Mikrochip, auf dem der Kilometerstand

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sam werden, müssen andererseits auch Lösungen für die Bestandsfahrzeuge gefunden werden. Hier bildet die im Oktober 2014 in Kraft tretende §-57a-Datenbank, die auch den Kilometerstand beinhalten wird, einen Ansatzpunkt. Darüber hinaus könnte die Fahrtleistung bei jedem Werkstattaufenthalt erfasst werden, wie dies beispielsweise in Belgien bereits mit großem Erfolg praktiziert wird. In Österreich arbeitet der Datendienstleister Eurotax bereits seit Jahren an einem derartigen System. Allerdings gibt es immer wieder Verzögerungen – einerseits ist von einem großen Aufwand bei der Datenbeschaffung die Rede, andererseits sträuben sich dem Vernehmen nach einzelne Importeure gegen die Erfassung von Rückrufaktionen und ähnlichen sensiblen Daten.

Schwachstellen im Gesetz Darüber hinaus erschweren in Österreich juristische Schlupflöcher die Bekämpfung des Tachobetrugs. „Der Verkauf eines Autos mit manipuliertem Kilometerstand ist zwar strafbar, nicht jedoch das Justieren selbst“, kritisiert Wiesinger. Bundesgremialobmann Komm.-Rat Burkhard Ernst weist wiederum darauf hin, dass ein Kilometerzähler in einem Pkw bisher gar nicht verpflichtend vorgeschrieben sei: Laut Aussage des Verkehrsministeriums ist somit auch keine Grundlage für ein Verbot etwaiger Manipulationen gegeben. Ernst fordert eine rasche Schließung dieser Gesetzeslücken. Darüber hinaus unterstützt er „voll und ganz“ die verpflichtende Erfassung des Kilometerstands bei Werkstattaufenthalten: „So etwas fordere ich schon seit Jahren.“ Es bleibt zu hoffen, dass der allgemeinen Einsicht rasche (politische) Taten folgen werden. •

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Verhängnisvolles Vertrauen D

er Anlass war trivial: Der steirische Jungwinzer Philipp Kainz hat am 15. März 2012 einem Nachbarn um 9.000 Euro seinen BMW 330d abgekauft. Nach dessen Angaben hatte der 203 PS starke Bolide 169.900 Kilometer am Buckel und war „unfallfrei“. Ein Ankaufstest schien aufgrund des nachbarschaftlichen Vertrauens nicht erforderlich.

Erster Verdacht Eine Woche später wurde das Auto bei Toyota Gady in Bad Waltersdorf einer §-57a-Überprüfung unterzogen. Drei Mängel wurden behoben, damit schien alles in Ordnung. Doch dann entwickelte der BMW Wundersame Kilometerverringerung: atypische Mucken. Ein Test am Dieser BMW 330d löste das GerichtsverLeistungsprüfstand ergab, dass fahren in Hartberg aus unter der Motorhaube nicht die typisierten 203 PS, sondern 280 PS schlummerten – was aus fachlicher Sicht einen atypischen Verschleiß erklärlich machte. Das Testergebnis machte den vertrauensseligen Winzer stutzig. Er besorgte sich bei Gady Philipp Kainz saß Peter Vyskovil das Duplikat einer früheren §einer dreisten Tawurde vom Staats57a-Überprüfung. Da hatte der chomanipulation anwalt mit der auf Klärung des SachBMW am 19. Februar 2010 erst verhalts beauftragt 129.206 Kilometer am Buckel. Das hieß, dass Auto musste in den zwei vorhergehenden Jahren rund 40.700 Kilometer unterwegs gewesen sein. Weitere Recherchen ergaben, dass der Verkäufer auch Kunde der Helmut

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Glaubt man den jüngsten Aussagen von ÖAMTC und EU-Kommission, haben sich Tachomanipulationen fast schon zum Volkssport entwickelt. Mit den rechtlichen Konsequenzen setzte sich angesichts eines konkreten Anlasses soeben das Bezirksgericht Hartberg auseinander. Von Dr. Friedrich Knöbl

Dorn GmbH in Hartberg war. Dort existierte noch die Kopie des Anmeldegutachtens des BMW vom 18. April 2007 mit 136.218 Kilometern.

Keine Einsicht Daraufhin riss Kainz die Geduld. Er verlangte vom Verkäufer „tätige Reue“: Er möge sich das Auto behalten und die 9.000 Euro wieder herausrücken. Doch der Nachbar winkte kühl ab. Von einem unerlaubten Motortuning könne keine Rede sein. Er habe bei der Firma Korbel in Hartberg lediglich die Abgaswerte prüfen lassen. Und bei den §-57a-Aufzeichnungen müsse es sich um einen Schreibfehler der Werkstätte handeln. Er habe jedenfalls nie am Tacho gedreht.

Klare Indizien So landete der Akt beim Staatsanwalt, der den Grazer Kfz-Sachverständigen Peter Vyskocil mit der Klärung der verschwundenen Kilometer beauftragte. Dieser ortete bei einer Befundaufnahme bei BMW Harmtodt in Grafendorf einen schlecht reparierten Schaden an der C-Säule des BMW. Eine Rückfrage bei der Firma Korbel förderte einen Kassenzettel vom 30. April 2007 über 350 Euro für „Drehmoment- und Spritoptimierung“ zutage. Mit nicht typisierten 281 PS entspreche das Fahrzeug nicht den Bestimmungen des Kraftfahrgesetzes. Nur beim Tachostand musste der Sachverständige passen. Den konnte er nur rekonstruieren: Der BMW


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20 Monate bedingt Ein Mann hat von 2010 bis 2011 drei Autos verkauft und davor den Kilometerstand manipuliert. Dafür verpasste ihm das Landesgericht St. Pölten wegen des Verbrechens des gewerbsmäßigen schweren Betrugs 20 Monate bedingte Freiheitsstrafe. Von Dr. Johannes Öhlböck

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wurde am 14. April 2007 von Angert Automobile in München mit 135.008 Kilometern an den Beschuldigten verkauft. Am 18. April 2007 ließ dieser bei der Firma Dorn bei 136.218 Kilometern die §-57a-Überprüfung durchführen. Am 19. Februar 2010 hatte dieser BMW bei Toyota Gady aber nur noch 129.206 Kilometer. Dennoch: „Ein direkter Nachweis über eine Manipulation konnte über die Auslesung der Steuergeräte nicht nachgewiesen werden.“ Die sachkundige Begründung: „Bei gut ausgeführten Tacho-Manipulationen werden die Aufzeichnungen in den Steuergeräten gelöscht und mit dem ‚neuen Kilometerstand‘ überschrieben. Daher ist bei diesem älteren Fahrzeugtyp ein Auslesen in der üblichen Form noch nicht möglich. Bei moderneren Typen ist heute der Kilometerstand auch in anderen Komponenten (zum Beispiel Getriebe, Hinterachse etc.) hinterlegt und kann mit normalen Mitteln nicht manipuliert werden. Möglicherweise könnten die gegenständlichen Steuergeräte im Detail von den Herstellern ausgelesen werden, indem die überschriebenen Daten rekonstruiert werden können.“

Eindeutiges Urteil Doch das Strafgericht ließ nicht locker: Die Einvernahme des Korbel-Geschäftsführers Mike Jelinek ergab, dass der Beschuldigte die 350 Euro für ein Chiptuning bezahlt hatte. Weitere gerichtliche Erhebungen bei den Kfz-Versicherungen des Beschuldigten förderten eine Schadensbesichtigung zutage, in der ebenfalls ein Kilometerstand ausgewiesen war. Und der deckte sich mit dem des §-57a-Gutachtens von Gady. Was der Hartberger Richterin – auch ohne technischen Nachweis der Tachomanipulation – letztlich für eine Betrugsverurteilung ausreichte. •

uf Basis von Gutachten stellte das Gericht fest, dass der bislang unbescholtene Fünfundsiebzigjährige vom 26. Mai 2010 bis 10. Oktober 2011 im bewussten und gewollten Zusammenwirken mit einem Mittäter und dem Vorsatz, sich durch das Verhalten der Getäuschten unrechtmäßig zu bereichern, drei Pkw-Käufer getäuscht hatte. Das Gericht führte Täuschung über Tatsachen unter Verwendung unrichtiger Beweismittel ins Treffen – nämlich durch Manipulation der Kilometerstandsanzeigen sowie Vorlage gefälschter Servicebücher und Prüfberichte.

Massive Verfälschungen Im Detail stellten sich die Divergenzen am Kilometerstand dar wie folgt: Bei einem VW Passat wurden 126.926 Kilometer angezeigt und tatsächlich 201.000 Kilometer gefahren, was einem Schaden von 4.873 Euro entsprach. Bei einem VW Golf 5 standen 133.313 Kilometer angezeigt, in Wahrheit waren es 330.000 Kilometer (Schaden 4.000 Euro). Der dritte Fall betraf ebenfalls einen VW Golf 5 mit 125.680 angezeigten und 163.737 gefahrenen Kilometern bei 3.000 Euro Schaden. Angesichts des Gesamtschadens von rund 12.000 Euro verurteilte das Gericht den Mann zu einer Freiheitsstrafe von 20 Monaten bedingt. Die dagegen erhobene Nichtigkeitsbeschwerde des Täters an den Obersten Gerichtshof blieb erfolglos.

Kein Kavaliersdelikt 20 Monate (wenn auch bedingter) Haft für einen Ersttäter sind nicht wenig: Das zeigt, dass Tachobetrug keineswegs ein Kavaliersdelikt ist. Sich davor zu schützen, ist derzeit freilich noch schwierig. Sowohl privaten Autokäufern als auch zukaufenden Händlern ist daher zu raten, eine klare vertragliche Regelung betreffend den Kilometerstand zu treffen. •

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Österreich ist ein sehr mobiler Markt Petra Hollendonner von AutoScout24 spricht über die Trends und Entwicklungen beim Onlinegebrauchtwagenhandel. A&W: Sie sind seit knapp einem Jahr Country Manager für Österreich, wie sieht Ihre Bilanz aus? Mit mir als Österreicherin an der Spitze von AutoScout24 Österreich haben wir ein klares Signal für diesen Markt gesetzt. Ich war in den ersten Monaten hauptsächlich draußen bei den Händlern und habe dort sehr gutes Feedback und sehr konstruktive Rückmeldungen bekommen. Als zweiten Schritt für eine konsequente Österreich-Marktentwicklung haben wir natürlich Wachstum geplant und bereits umgesetzt. Das nächste Ziel ist, noch näher beim Kunden zu sein. Dazu werden wir das Team weiter aufstocken und mit Ende Mai drei weitere Personen in der Betreuung haben. Entscheidend sind die Beratung und Betreuung vor Ort. Mir ist es wichtig, dass mein Team greifbar ist und wir bei den Kunden präsent sind. Was macht AutoScout24 aus? Wir haben in der Scout24-Gruppe (Autoscout24, ImmobilienScout24, FriendScout24, Anm.) exzellente Experten im Bereich Online, Börsen und IT. Und das können wir an den Kunden weitergeben. Wir wollen ein fairer und kompetenter Partner für den Autohandel sein. Wichtig ist der internationale Markt, den wir österreichischen Händlern bieten können. 80 Prozent der Händler haben Fahrzeuge, die für den Export interessant sind. Wir haben dafür eine Exportpreisfunktion, wo der Preis NoVA-bereinigt angegeben wird und damit das Angebot in den Nachbarländern interessant macht. Außerdem empfehlen wir, die Börse als Zukaufsquellen zu nutzen: B2B ist gut und wichtig, aber C2B wird immer wichtiger: der Kauf beim Privaten um das Angebot attraktiver zu machen. Über unsere Börse mit vielen Privatinseraten hat der Händler mit dem Suchagenten die besten Möglichkeiten.

Wodurch unterscheidet sich Österreich von anderen AutoScout24-Ländern? Österreich ist eines der mobilsten Länder. Das bedeutet, dass über 50 Prozent der Zugriffe über mobile Endgeräte erfolgen. 70 Prozent der Österreicher nutzen Smartphones und bereits 20 Prozent besitzen Tablet-Computer. Die AutoScout24-App wurde in Österreich bereits über 500.000 Mal geladen. Mobil wird also immer wichtiger. Wer hier clever agiert – und das ist kein so kostenintensives Thema – hat einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil.

Autoscout24Österreich-Chefin Petra Hollendonner

Die mobile Lösungen von AutoScout24

Wieso ist die professionelle Darstellung im Internet so wichtig?

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90 Prozent der Informationsbeschaffung läuft über das Internet, dem Händler muss also bewusst sein, dass er immer und überall präsent ist. Dementsprechend muss die Onlinepräsentation auch aufgebaut sein. Der Kunde sieht das Auto und den Betrieb zum ersten Mal im Internet. Hier ist wichtig, wie ich auf den Kunden wirke. Der Kunde schaut auf alle großen Börsen und entscheidet dann, welches Fahrzeug er anschaut und zu welchem Händler er fährt. Was die überregionale Bedeutung betrifft, brauchen wir wirklich ein Umdenken mancher Händler. Natürlich ist regional wichtig, aber das Angebot funktioniert österreichweit, zum Beispiel beim Preisgefälle innerhalb Österreichs. Nicht zuletzt sollte der Händler auch die AftersalesMöglichkeiten über unsere Händlerseite nutzen, hier kann er Aktionen für Service, Reifen oder Zubehör anbieten.

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Wie sehen Sie die Entwicklung des Onlinehandels? Über 90 Prozent der Suche funktioniert online, aber

die Kaufentscheidung wird vor Ort beim Händler getroffen. Das ist Emotion. Aber ich muss es schaffen, den Kunden in meinen Betrieb zu bringen. Emotionen kann ich im Autohaus bewirken, aber auch leicht im Internet. Wir stellen dazu unseren Fotoguide zur Verfügung und die Statistiken, was gefragt ist. Eine sehr große Wirkung haben Videos. Wir können feststellen, dass Angebote mit Videos wesentlich öfter geklickt werden • (GEW)


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Mit Gebrauchten auf der Überholspur Das Umfeld am Neuwagenmarkt ist bekannt schwierig. Mit gebrauchten Fahrzeugen können Händler dagegen noch gute Geschäfte machen – den notwendigen finanziellen Spielraum vorausgesetzt.

I

m Neuwagenschauraum wird um jeden Euro gefeilscht. Auch am Gebrauchtwagenplatz sind die Kunden preissensibel – doch hier hat es der Händler in der Hand, mit einer klugen Sortimentspolitik und einer an das regionale Umfeld sowie an die Standzeiten angepassten Preisgestaltung gegenzusteuern.

Individuelle Partnerschaft „Immer mehr Händler entscheiden sich dafür, im In- und Ausland aktiv Fahrzeuge zuzukaufen“, weiß Gerhard Dangel, Vorstand der AutoBank. Seinen Händlerpartnern stellt das auf die Autobranche spezialisierte Kreditinstitut über marktgerecht kalkulierte Finanzierungsrahmen mit attraktiven Stock-in-Kriterien die dafür notwendige Liquidität zur Verfügung. Gleichzeitig fördert die AutoBank den Geschäftsgang am „Point of Sale“, denn auch Gebrauchtwagenkunden wollen ihr

Gerhard Dangel unterstreicht die Gebrauchtwagenkompetenz der AutoBank

Wunschauto immer häufiger finanzieren: „In Österreich entfällt bereits die Hälfte unseres Retail-Volumens auf gebrauchte Fahrzeuge, bei unserer deutschen Schwestergesellschaft sind es sogar 80 Prozent“, berichtet Dangel. Zu den besonderen Stärken der AutoBank gehört seit jeher die Individualität bei Betreuung und Produktgestaltung. Daher können Partnerhändler aus zahlreichen Angeboten wie 50-50-Finanzierung, Drittelfinanzierung oder Fixzinskredit wählen, um ihre persönlichen Gebrauchtwagenaktionen zu unterstützen. Darüber hinaus stellt die AutoBank in Zusammenarbeit mit der Garanta kundenbindungsfördernde Versicherungsprodukte wie die neue „Unfallteilkasko“ zur Verfügung – ein Komplettpaket, das aus gutem Grund immer mehr Händler überzeugt. • (HAY)


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Identteile für günstigere Reparaturen Die Identteilekalkulation von Audatex sorgt für Aufregung in der Branche. Richard Nathschläger und Thorsten Beck nehmen Stellung und erklären AudaMobile für die papierlose Schadenerfassung. A&W: Wie ist die Identteile-Kalkulation entstanden? Nathschläger: Grundsätzlich muss man sagen, dass eine Kalkulation und Reparatur mit Identteilen in allen Nachbarländern längst Realität ist, nur in Österreich und der Schweiz war das lange Zeit kein Thema. Letztes Jahr im Frühjahr gab es vom Schadenausschuss im Versicherungsverband eine Ausschreibung für die Kalkulation, die wir gewonnen haben. Wir haben dazu unser Sachverständigen-Programm KFZ5 erweitert. Neben der Kalkulation mit Originalteilen gibt es auch eine Anzeige mit Identteilen. Das ist ein Vorschlag, den der Sachverständige mit der Werkstätte diskutieren kann. Niemand wird gezwungen, Identteile zu verwenden.

Audatex-Spitze im Gespräch: Geschäftsführer Dr. Richard J. Nathschläger und Dipl.-Ing. (FH) Thorsten Beck (Vertrieb und Marketing)

Kritiker werfen Ihnen die Bevorzugung von Lieferanten vor? Nathschläger: Wir sind ein neutraler Dienstleister und wir listen nur auf. Jeder Teilelieferant kann mit uns in Kontakt treten, wir erstellen Schnittstellen und nehmen den Anbieter mit auf. Falls eine Identteile-Reparatur vereinbart wird, kann die Werkstätte entscheiden, wo sie diese beschafft. Um welche Teile handelt es sich? Beck: In der Anfangsphase sollen sichtbare Teile des Fahrzeuges wie Scheiben, Scheinwerfer, Kühler und dergleichen angegeben werden. Karosserie-Blechteile sind vorerst nicht vorgesehen. Wie lautet der Fahrplan? Nathschläger: Das System ist für KFZ5 fertig, nun starten wir Gespräche mit Versicherungen bezüglich Pilottest. Ab September soll das System auch in AudaPad Web, der Onlineversion für die Werkstätten, integriert sein.

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AudaMobile als flexible und zeitsparende Lösung in der Schadenaufnahme Was sagen Sie zu den rechtlichen Bedenken hinsichtlich Haftung und Herstellergarantie? Nathschläger: Wie gesagt, wir sind ein neutraler Dienstleister, der beauftragt wurde. Wir sind weder für die Ersatzteile noch für die Verbauung verantwortlich. Rechtliche Aspekte hinsichtlich Herstellergarantie und diverser Anschlussgarantien bei Verwendung von Identteilen müssen aber auf jeden Fall geklärt werden. Audatex hat auch Neuheiten hinsichtlich Schadenerfassung bzw. Schadenbewertung bei der Fahrzeugrücknahme? Beck: Richtig, mit AudaMobile haben wir einen wichtigen Schritt zur papierlosen Schadenerfassung gemacht. Die Werkstätte kann sich die Daten aus AudaPad Web bzw. KFZ5 zur AudaMobile Anwendung am iPad laden und dann am Fahrzeug den kompletten Schaden erfassen. Die beschädigten Teile können direkt in der grafischen Anwendung identifiziert werden, Fotos mit dem iPad erstellt und sofort dem jeweiligen Schadenfall zugeordnet werden. Der Vorgang wird von AudaPad Web direkt übernommen und weiterverarbeitet. Das bedeutet eine deutliche Verbesserung und Zeitersparnis gegenüber Arbeiten mit dem Laptop bzw. Schreibblock und Kamera. Funktioniert die VIN Abfrage über AudaMobile? Nathschläger: Selbstverständlich. Die VIN Abfrage ist eine sehr zentrale Funktion bei Audatex. Wir haben knapp 90 Prozent der in Österreich erhältlichen Automarken hinterlegt. Damit decken wir deutlich über 90 Prozent des österreichischen Fahrzeugparks ab. Das Autohaus oder der Sachverständige können damit alle Fahrzeuge innerhalb von 20 Sekunden eindeutig identifizieren und die Ausstattung definieren – so wie das Fahrzeug die Fabrik verlassen hat. Alle Daten dafür kommen direkt und voll autorisiert von den Herstellern. • (GEW)


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Gebrauchtwagen in Web, Print und Radio Dank Medienhaus Österreich ermöglicht meinauto24 eine crossmediale Gebrauchtwagenwerbung.

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nter dem Namen meinauto24 ist die ehemalige driveme.at Gebrauchtwagenbörse unter das Medien-Dach der Tageszeitung Österreich geschlüpft und kann den Händlern ein vielseitiges Angebot bieten. Geschäftsführer Michael Kreuzer: „Wir sind die einzige Autobörse, die crossmedial genutzt werden kann.“ Denn neben der Veröffentlichung in der Börse, die Bestandteil des oe24.at Netzwerkes ist, kann der Händler Printinserate in der Tageszeitung Österreich (inklusive Gratis-U-Bahn-Ausgabe) und Radio Ö24 (ehemals Antenne) nutzen. Kreuzer: „Es gibt drei verschiedene Händler-Jahrespakete für die Internetbörse, wobei Printinserate immer mit dabei sind.“ Je nach Bedarf kann der Händler mit den meinauto24-Mitarbeitern auch individuelle Lösungen vereinbaren und Inserate dazu buchen. „Wir kümmern uns um die Fotos, den Text

Breite Bewerbung in verschiedenen Kanälen: meinauto24

meinauto24-Chef Michael Kreuzer

und die ganze Abwicklung,“ so Kreuzer. Neben der Veröffentlichung eines seiner Fahrzeuge profitiert der Händler vom Netzwerk: „Die Börse meinauto24 wird natürlich in allen unseren Medien permanent beworben.“ Die Betreuung des Händlers erfolgt teilweise über die Außendienst-Mitarbeiter der Zeitung Österreich sowie das spezialisierte meinauto24-Vertriebsteam.

Partner der Händler Generell setzt meinauto24 auf den Händler als Einlieferer und Partner. Beim Preisdumping von Neuwagen und Kurzzulassungen will Kreuzer nicht mitmachen, sondern seine Händler in der Vermarktung von diesen Fahrzeugen unterstützen, zum Beispiel mit Angeboten samt Leasingrate. Aktuell hat meinauto24 zirka 800 Händler unter Vertrag, die Anzahl der Fahrzeuge beziffert Kreuzer mit zirka 45.000. • (RED)


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Gebrauchtwagen als Grundstein für positive Kundenbeziehung Individuelle Marketingunterlagen für den Händler

Der Gebrauchtwagen bringt Zusatzerträge und dient der Kundenbindung. Die CarGarantie hat die professionellen Instrumente dafür.

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rößere Händler wie auch Importeure entdecken verstärkt das Gebrauchtwagen-Geschäft und bringen eine starke Professionalisierung in diesen Bereich. Dafür braucht es starke Partner wie die CarGarantie, die auch auf die individuellen Wünsche und Anforderungen des Händlers eingeht. Im A&W-Gespräch erzählen Christian Rothböck, Direktor Vertrieb Handel, und Peter Bachmaier, Direktor Importeur, Versicherungen, Banken, über die Möglichkeiten.

Im Gebrauchtwagen-Gespräch: Christian Rothböck, Direktor Vertrieb Handel, und Peter Bachmaier, Direktor Importeur, Versicherungen, Banken

Wobei noch immer Erklärungsbedarf für die Unterscheidung Garantie und Gewährleistung besteht? Rothböck: Sowohl zwischen Garantie und Gewährleistung als auch in der Unterscheidung der unterschiedlichen Garantiemodelle sind unsere Mitarbeiter permanent unterwegs, um die Verkäufer zu schulen und zu unterstützen. Wenn uns ein Händler lässt, helfen wir ihm bei einem professionellen Gebrauchtwagengeschäft. Bachmaier: Es macht auf alle Fälle Sinn, sich mit einer Garantie vor den Gewährleistungsansprüchen abzusichern. In der Regel werden die Ansprüche durch die Garantie abgedeckt und die Reparaturen werden von CarGarantie bezahlt. Aber selbst, wenn kein Anspruch besteht, kann der Händler dem Kunden ein Schreiben der CarGarantie vorlegen, so dass dies nicht negativ auf ihn zurückfällt. Zudem profitiert das Autohaus während der Laufzeit von der Kundenbindung und der Werkstattauslastung – bis hin zum nächsten Fahrzeugkauf. • (GEW)

A&W: Wie sieht die Entwicklung im Gebrauchtwagengeschäft aus Sicht der CarGarantie aus? Rothböck: Bisher war es doch so, dass man nach dem Gebrauchtwagenverkauf den Kunden gar nicht mehr gesehen hat, sofern nicht eine Reklamation aufgetreten ist. Mittlerweile ist ein Umdenken passiert: Der Gebrauchtwagenkäufer soll ein Servicekunde werden und danach wieder ein Auto, neu oder gebraucht, kaufen. Dazu braucht es Kundenbindungsinstrumente. Bachmaier: Der Gebrauchtwagen mit Garantie ist der Grundstein für eine positive Kundenbeziehung. CarGarantie bietet die Tools, um die Kundenbeziehung zu optimieren. Wie kann die CarGarantie dem Händler helfen? Bachmaier: Wir sind hier sehr modular aufgestellt, vom Flyer über Kundenkarte bis zum individuell gestalteten Brief können wir alles mit der Botschaft des Autohau-

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ses versehen. Wir bieten dem Händler individuelle Lösungen für seinen Betrieb und organisieren bei Bedarf sein Aftersales-Marketing im Gebrauchtwagenbereich. So können wir aus den erfassten Kundendaten den Autofahrer im Namen des Händlers anschreiben. Rothböck: Etwa vier Wochen nach Kauf und Garantieabschluss erhält er einen Brief mit seiner Kundenkarte. Einen Monat vor Ablauf der Garantie bekommt er die Info über das Auslaufen. Da wird er daran erinnert, nochmals zum Check in die Werkstätte zu kommen bzw. die Garantie zu verlängern. Parallel dazu bekommt der Verkäufer regelmäßig eine Liste, damit er aktiv nachrufen kann.

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Ob in Autohäusern oder bei Sachverständigen: Der Autopreisspiegel wird immer beliebter. Seit Kurzem beinhaltet das System auch die Neupreise von Fahrzeugen und Sonderausstattungen.

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ransparente Marktbeobachtung statt starrer Abwertungskurven: Dieses Ideal verfolgte der KfzSachverständige Dr. Wolfgang Pfeffer, als er vor mehr als 5 Jahren gemeinsam mit einigen Mitstreitern den „Autopreisspiegel“ entwickelte. Die Software beobachtet die Preisentwicklung von Referenzfahrzeugen im Internet, wobei die vor dem Verkauf genannten Letztpreise die Basis für die Wertermittlung bilden. Wie gut dieses Prinzip in der Praxis funktioniert, bestätigt Kurt Stotter vom gleichnamigen Autohaus in Mittersill. „Einen Gebrauchtwagen ohne Verwendung des Autopreisspiegels zu kalkulieren, ist für uns mittlerweile undenkbar“, sagt der Geschäftsführer des 25 Mitarbeiter beschäftigenden Mercedes- und Opel-Betriebs. Er lobt die „topaktuellen“ Werte, die eine ausgezeichnete Basis für Eintauschangebote und Verkaufspreise bilden und zudem regionale Unterschiede widerspiegeln würden. Die Unterschiede zu den früher verwendeten Durchschnittspreislisten eines anderen Anbieters seien „teilweise extrem“.

Täglich unverzichtbar „Wir waren Kunde der ersten Stunde“, berichtet Friedrich Beham, wenn man ihn nach seinen Erfahrungen mit dem Autopreisspiegel befragt. Der Chef eines vorwiegend in Oberösterreich tätigen Sachverständigenbüros mit insgesamt 14 Mitarbeitern war von Anfang von dem System begeistert. „Starre Notierungen spiegeln heutzutage in weiten Bereichen den Markt nicht

Per Klick zum wahren Wert mehr wider“, teilt Beham jene Erfahrungen, die seinen Standeskollegen Pfeffer zur Entwicklung der Software bewegt hatten. Vor allem Rabatte und Kurzzulassungsaktionen hätten das Preisgefüge am Automarkt verschoben: „Wenn die Einjahresnotierung über dem tatsächlichen Neuwagentransaktionspreis liegt, führen sich starre Abwertungsmodelle ad absurdum.“ Der Autopreisspiegel, so Beham, reflektiere dagegen das reale Marktgeschehen: „Wir verwenden dieses Tool mindestens 5 bis 10 Mal pro Tag.“

Vollständige Listenpreise Stotter und Beham stehen stellvertretend für immer mehr Anwender, die mit dem Autopreisspiegel Gebrauchtwagenpreisen und Wiederbeschaffungswerte kalkulieren. Dabei stehen ihnen seit Kurzem auch die Listenneupreise von Fahrzeugen und Sonderausstattungen zur Verfügung. Diese werden automatisch übernommen und – gemeinsam mit allen anderen relevanten Fahrzeugparametern – im Ausdruckformular des Autopreisspiegels dargestellt. Darüber hinaus können auch die zur Wertermittlung herangezogenen Referenzfahrzeuge angezeigt werden: „Damit ist für den Kunden oder den Unfallgeschädigten auf einen Blick ersichtlich, wie unsere Kalkulation zustande gekommen ist“, unterstreicht Systementwickler Pfeffer die einzigartige Transparenz. • (HAY)

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Kurt Stotter lobt die „topaktuellen“ Werte im Autopreisspiegel

Friedrich Beham verwendet die Software mehrmals täglich

Ganz neu: Nunmehr gibt es auch Neupreise im Autopreisspiegel

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Gut, gebraucht und garantiert Denzel bietet über den Partner German Assistance den Kunden eine – in Österreich exklusive – Fünf-Jahres-Gebrauchtwagengarantie. Von Matthias Kreutzer

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wölf Jahre sind die Denzel AG und GermanAssistance bereits in einer Partnerschaft verbunden. Als wichtigsten Grund dafür sieht Rudolf Hofer, Leiter des Denzel Kundencenters in Graz, das gute Angebot an Garantieprodukten sowie die rasche und verlässliche Abhandlung in Schadensfällen.

Um bestes Service bemüht „Wir sind stets bemüht, uns zu verbessern, was wir in Sachen Abwicklungsgeschwindigkeit auch wirklich geschafft haben“, meint Ing. Werner Kurath, Vertriebsleiter Österreich der German Assistance Versicherung AG, und ergänzt: „Wenn die Werkstatt entsprechend schnell arbeitet, von der Einreichung des Schadenfalls bis zur Faktura, kann der Partner im Idealfall innerhalb von 24 Stunden damit rechnen, den Rechnungsbetrag schon am Konto zu haben.“ Hofer erklärt: „Diese rasche Abwicklung hat nicht nur für uns Vorteile, sondern auch für den Kunden, der sofort Bescheid weiß, ob zum einen der Schadensfall übernommen wird und er zum anderen auch entsprechend rasch mit einer Reparatur rechnen kann.“ Neben diesem wichtigen Vorteil bietet German Assistance für das Partnerunternehmen Denzel und dessen Kunden eine – in Österreich exklusive – Gebrauchtwagengarantie, die bis zu 5 Jahre lang Reparaturkosten ersparen kann.

Kundenbindung erhöhen Mit der sogenannten „Komfortgarantie“, in der grundsätzlich alle Gebrauchtwagen, die an Standorten der Denzel-Gruppe gekauft werden, beinhaltet sind (bei Kauf bis zu 180.000 km, maximal 7 Jahre alt), werden laut Hofer die Kunden an das Unternehmen gebunden. Der Standortleiter weiß: „Wenn ein Kunde diese Garantie hat, kommen, je nach Standort, bis zu 90 Prozent zum Garantieservice oder zur Reparatur im Schadenfall in die hauseigene Werkstatt.“ Diese hohe Rücklaufquote ist laut dem Leiter des Kundencenters auch auf die Übernahme des Selbstbehaltes durch Denzel zurückzuführen.

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(V. l.) Ing. Werner Kurath, Rudolf Hofer, Harald Gölles

Die Klimaanlagengarantie lässt den Kunden im Schadenfall lächeln

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Auch bei Hitze verlässlich – die Klimaanlagengarantie „Klimaanlagen werden meist nur in der warmen Jahreszeit benötigt und damit im Winter selten benutzt“, sagt Hofer und meint weiter: „Dadurch können Schäden leicht unbemerkt bleiben.“ Abhilfe kann hier ein jährliches Klimaservice bringen, bei dem nicht nur die Funktionalität überprüft wird, sondern Komponenten, auf denen sich Bakterien bilden, desinfiziert werden. Neu ist, dass sich der Kunde mit der Klimaanlagengarantie von German Assistance und Denzel vor oft teuren Schäden an wichtigen, aber nicht verschleißfreien Bauteilen schützen kann. •


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Voller Schutz vor Autosorgen Egal, ob der „neue“ Gebrauchtwagen 7.000 oder 27.000 Euro gekostet hat: Aus Konsumentensicht handelt es sich um eine große Investition, die immer häufiger mit einer Vollkaskoversicherung abgesichert werden soll.

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ank carplus können Autohändler diesen Kundenwunsch erfüllen. Die branchenorientierte Tochter der Wiener Städtischen bietet mit der „GWVollkasko“ ein maßgeschneidertes Versicherungsprodukt an, das ausschließlich beim Fachhandel abgeschlossen werden kann.

Versicherung nach Maß „Günstiger als bei einem Neufahrzeug sollte die Versicherung schon sein, aber auf wichtige Deckungen wie Unfallrisiko, Diebstahl und Hagelschaden möchte man nicht verzichten“, umreißt Dr. Franz F. Gugenberger, Geschäftsführer von carplus, die Erwartungen der Kunden an eine Gebrauchtwagenversicherung. Vor diesem Hintergrund sei die GW-Vollkasko die Lösung der Wahl. Um im Totalschadenfall die Differenz zwischen Zeitwert und Kaufpreis abzudecken, bietet die Wiener Städtische zudem die „Kaufpreisersatzdeckung“ an: Dieser Zusatzbaustein kann für maximal 4 Jahre alte Fahrzeuge abgeschlossen werden und gilt in der Folge bis zu 5 weiteren Jahren. „Dadurch wird die Anschaffung eines Ersatzfahrzeuges beim Fahrzeughändler oder aber der Einstieg in die Finanzierung eines teu-

reren Modells erleichtert“, unterstreichen Gugenberger und sein Geschäftsführerkollege Dipl.Ing. Dr. Michael Schlögl. Neben diesem Kundenbindungsplus profitieren die Partnerhändler von zahlreichen weiteren Vorteilen: Dazu zählen die Übernahme der Transportkosten von Unfallfahrzeugen, die Reduktion des Kasko-Selbstbehalts bei Reparaturen im vermittelnden Betrieb sowie nicht zuletzt die persönliche Betreuung durch das branchenerfahrene Team von carplus und der Wiener Städtischen. • (HAY)

Mit GW-Vollkasko und Kaufpreisersatzdeckung erfüllen Autohändler die Bedürfnisse ihrer Kunden, unterstreichen Dipl.Ing. Dr. Michael Schlögl (l.) und Dr. Franz F. Gugenberger


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„Das gibt es nur bei uns“ A

n seinen beiden Standorten in Steyregg und Leonding handelt Ernest Wipplinger nicht nur mit Neuwagen der Marken Honda, Fiat, Alfa Romeo, Lancia, Jeep und Abarth: Jährlich werden auch 400 bis 500 gebrauchte Autos verkauft. Rund 40 Prozent der Neufahrzeuge und 2 von 10 Gebrauchten werden gleich im Autohaus versichert. „Dank unserer jahrzehntelangen Zusammenarbeit mit der Garanta sind wir in der Lage, als echter Rundumdienstleister in Sachen Mobilität aufzutreten“, sagt Wipplinger. Künftig dürfte vor allem im Gebrauchtwagenbereich die Versicherungspenetration weiter steigen: Das oberösterreichische Unternehmen gehört nämlich zu den ersten Autohäusern, die mit der neuen „Unfallteilkasko“ bei den Kunden punkten.

Sicherheit für Gebrauchtwagenkäufer Eine jahrzehntelange Kooperation verbindet Ernest Wipplinger (l.) und Hans-Günther Löckinger

Aktuelle

Serie:

ern Versich Garantie und Gewährleistung sind w ie fi! nicht die einzigen Alleinstellungsmerkein Pro male, die Fachhändler von privaten Gebrauchtwagenverkäufern unterscheiden: Die Garanta stellt den Autohäusern auch eine maßgeschneiderte Teilkaskoversicherung zur Verfügung.

Kundenbindung im Fokus

Von Philipp Hayder

Sie wünschen, wir versichern!

Kurt Molterer, Hauptbevollmächtigter der Garanta

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„Unser neues Produkt deckt Unfall-, Park- und Wildschäden an gebrauchten Fahrzeugen ab einem Alter von 12 Monaten ab. Erfahrungsgemäß sind das genau jene Vorfälle, die am häufigsten die Mobilität der Kunden gefährden“, erläutert Hans-Günther Löckinger, Geschäftsführer der Garanta. Trotz dieses breiten Deckungsumfangs seien die Prämien deutlich niedriger als bei Vollkaskoversicherungen: „Derartige Tarife wären für viele Gebrauchtwagenkäufer schlichtweg zu teuer.“ Wipplinger unterstreicht, dass im Gebrauchtwagensegment großes Potenzial für eine marktgerechte Teilkaskoversicherung vorhanden ist: „Vor allem bei Fahrzeugen, die 1 bis 4 Jahre alt sind und daher eine entsprechend hohe Investition erfordern, wollen sich die Kunden bestmöglich absichern.“ Bei älteren Modellen wachse ebenfalls das Interesse an Teilkaskoversicherungen – ganz besonders dann, wenn der Kaufpreis teilweise fremdfinanziert worden sei.

Vielen Gebrauchtwagenfahrern erscheint eine Vollkaskoversicherung zu teuer. Sie möchten aber dennoch kein Risiko eingehen und die finanziellen Folgen von Unfallschäden am eigenen Fahrzeug absichern. Genau für diese Zielgruppe ist unsere neue Unfallteilkasko konzipiert. Entwickelt haben wir dieses am Markt einzigartige Versicherungsprodukt von Anfang mit enger Einbindung des Bundesgremiums des Fahrzeughandels: Als Branchenversicherer steht für uns schließlich die Zusammenarbeit mit den Kfz-Betrieben im Mittelpunkt aller Aktivitäten.

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Aus Sicht des Autohandels sind Gebrauchtwagenversicherungen auch deshalb wichtig, weil sie zur Hebung der Werkstattauslastung beitragen. „Wir wissen aus Erfahrung, dass jedes dritte kaskoversicherte Fahrzeug innerhalb von 12 Monaten einen Unfall erleidet“, sagt Wipplinger. Wird der daraus resultierende Schaden im vermittelnden Kfz-Betrieb repariert, reduziert sich der Selbstbehalt bei der neuen Unfallteilkasko von 1.000 auf 500 Euro. Unterm Strich, freut sich Wipplinger, komplettiere das neue Versicherungsangebot das Dienstleistungsportfolio und trage somit nicht zuletzt zur Unterscheidung von der privaten Konkurrenz bei: „Eine große Fahrzeugauswahl samt Gewährleistung, Finanzierung und Versicherung – das gibt es nur bei uns.“ •


GEBRAUCHTWAGEN EXTRA

Wolfgang (l.) und Max Sonnleitner führen eine der größten Autohandelsgruppen in Österreich

Selbst ist der Händler Für große Händler kann die Vergabe von Eigengarantien eine attraktive Alternative zur klassischen Garantieversicherung sein. Die Autohausgruppe Sonnleitner nutzt deshalb ein professionelles System von Real Garant.

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eit gut zwei Jahren vertrauen Wolfgang und Max Sonnleitner an ihren 13 Standorten auf das Garantiemanagementsystem „givit“. Wir haben mit den Brüdern, die jährlich neben 7.500 Neuwagen der Marken Renault, Dacia und Nissan über 2.500 Gebrauchtfahrzeuge absetzen, über ihre Strategie gesprochen. A&W: Warum haben Sie sich für givit entschieden? Max Sonnleitner: Unsere mehr als zehnjährige Erfahrung in Garantiefragen sowie unser großes Volumen

„Wir schneidern Maßanzüge“ „Je größer das Verkaufsvolumen, desto weniger RiMichael Erb ist als siko haftet der Eigengarantie an“, weiß Michael Erb, Direktor von Real Direktor von Real Garant. Schon bei NeuwagenanGarant für Österschlussgarantien müsse man die entsprechend langreich und mehrere angrenzende Länfristige Bildung von Rückstellungen berücksichtigen, der verantwortlich bei Gebrauchtwagengarantien komme zudem der Qualitätssicherung bei Aufbereitung und Zukauf besonders große Bedeutung zu. „Fundamental“ für den Erfolg seien zudem professionelle Abläufe innerhalb des Autohauses. Ob Eigengarantie oder Garantieversicherung, Real Garant steht den Autohausbetreibern professionell zur Seite. „Uns zeichnet aus, dass wir alle Garantiebedürfnisse des Autohandels erfüllen können“, sagt Erb: „Anstatt Garantieprodukte von der Stange anzubieten, schneidern wir immer den jeweils passenden Maßanzug.“

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an Gebrauchtfahrzeugen waren maßgeblich für den Entschluss, die Garantieentgelte im Unternehmen zu belassen und damit Liquidität und zusätzlichen Ertrag zu schaffen. Allerdings erfordern professionelle Eigengarantien ein leistungsfähiges IT-System. Mit givit steht uns ein exzellentes Web-Tool zur Verfügung, das zudem regelmäßig optimiert wird. Welche Aspekte von givit schätzen Sie besonders? Wolfgang Sonnleitner: Überzeugt haben uns vor allem die exakten und umfassenden Statistiken, mit denen wir unser Garantiegeschäft im Detail analysieren können. Dies ermöglicht es uns, gezielt die Qualität der Fahrzeuge und somit die Kundenzufriedenheit zu verbessern. Zudem liefert givit für die Buchhaltung und besonders für den Jahresabschluss exakte Finanzkennzahlen. Unser Steuerberater war beispielsweise von der Rückstellungsbildung begeistert! Ist es dennoch nicht problematisch, als Händler selbst das Garantierisiko zu tragen? Wolfgang Sonnleitner: Das Verkaufsvolumen in unserer Unternehmensgruppe erlaubt uns eine ausreichende Risikospreizung, so dass wir das Schadenvolumen recht gut einschätzen können. Zudem sind wir von den Abläufen her gut organisiert. Wer hier allerdings nicht sauber arbeitet, sollte das Thema Eigengarantie gar nicht erst angehen. Wie lautet Ihr Fazit in Sachen Eigengarantie? Max Sonnleitner: givit erleichtert erheblich die Steuerung über tagesaktuell aufbereitete Kennzahlen. Die Rückstellungsbeträge lassen sich exakt bestimmen und die Schadenverläufe jederzeit überwachen. Nicht außer Acht lassen darf man zudem das Potenzial für steuerliche Optimierungen, wenngleich diese Komponente natürlich jeder Unternehmer mit seinem Steuerberater besprechen sollte. • (HAY)

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GEBRAUCHTWAGEN EXTRA

Wenn die Erträge wieder blühen Weil die Verdienstmöglichkeiten beim Neuwagenverkauf immer geringer werden, hält Santander für die Autohändler eine ganze Reihe von Produkten im Gebrauchtwagenbereich parat.

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uch wenn der März leichte Einbußen im Gebrauchtwagenbereich brachte, ist man nach wie vor auf Rekordkurs: Knapp mehr als 200.000 Gebrauchtwagen wurden im 1. Quartal zugelassen, so viele wie nie zuvor. Ein wichtiges Signal, meint man auch bei der Santander Consumer Bank, die schon in den vergangenen Jahren in der GebrauchtwagenFinanzierung starke Akzente gesetzt hat. Der Lohn der harten Arbeit war ein zweistelliges Plus bei den „Gebrauchten“ im vergangenen Jahr.

Auch Samstag gibt es Geld für die Kunden Auch heuer soll es in dieser Sparte ähnlich erfolgreich weitergehen. Michael Schwaiger, Direktor Vertrieb Kfz, verweist vor allem auf die neuen Produkte und Services, die zur Unterstützung der Händler auf den Markt gekommen sind. Ein großer Vorteil von Santander ist auch die Geschwindigkeit, mit der die Entscheidungen getroffen werden: Denn wenn der Kunde sein Lieblingsauto gefunden hat, will er damit sofort losfahren. Das weiß man natürlich bei der Santander Consumer Bank und hat eine automatische Genehmigung für Finanzierungsanfragen. Binnen weniger Minuten ist das Okay im System, sodass der Kunde den Vertrag gleich unterschreiben kann. Das Beste dabei: Dies gilt auch an den gerade im Gebrauchtwagenbereich so beliebten Samstagen, wenn andere Banken geschlossen haben.

Auch an Samstagen bietet Santander rasche Entscheidungen

Santander unterstützt die Händler aber auch beim Gebrauchtwagen-Management. Dazu Schwaiger: „Indem wir die Kunden zum idealen Zeitpunkt ihrer Finanzierung anzusprechen versuchen, wollen wir sie vorzeitig wieder zurück zum Händler bringen. Dadurch kann der Händler früher einen neuen Verkauf verzeichnen und hat gleichzeitig einen attraktiven, jungen Eintauschwagen.“

Passende Händlerrahmen für Eintausch-Fahrzeuge Das Team um Michael Schwaiger ist für die Autohändler tätig

Für die Finanzierung der Eintausch-Fahrzeuge stehen den Partnern von Santander auch passende Händlerrahmen zur Verfügung: Binnen 24 Stunden ist das Geld am Konto des Händlers und bei Ausstockung des Fahrzeuges wird der Betrag erst nach 3 Tagen eingezogen. So muss der Händler das Konto bei seiner Hausbank, die nicht auf den Kfz-Handel spezialisiert ist, nicht zusätzlich belasten, was die Liquidität schont. • (MUE)

Fast 100.000 Fahrzeuge versteigert

acht Auktionszentren in Deutschland, online oder „Netlive“, das eine Kombination aus Online- und Live-Versteigerung bildet. Die Fahrzeuge werden durch Hersteller, Markenniederlassungen, Banken, Leasinggesellschaften, Autovermieter und Flottenbetreiber eingeliefert. Neben eigenen Niederlassungen setzte Autobid in Europa auf Lizenznehmer, welche die Software nutzen können und natürlich auch das gesamte Angebot. Nach Griechenland wurde nun mit AuktionSpain.com ein spanischer Partner gefunden. • (GEW)

Autobid.de ist weiterhin im Aufwind.

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2.750 Fahrzeuge wurden 2013 über Autobid.de, eine Marke der Auktion & Markt AG, versteigert. „Davon fast 90 Prozent online“, erklärt Vorstand Marc Berger. Den Erfolg führt er auf die hohe Datenqualität, die Übersichtlichkeit der Angebote und Zusatzlösungen zurück. In 40 Ländern sind zirka 25.000 Kfz-Händler registriert und nehmen an Versteigerungen teil, die in verschiedenen Abläufen bis zu 600 Fahrzeuge täglich anbieten. Die Auktionen laufen teilweise parallel, offen oder geschlossen ab. Entweder live in einem der

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GEBRAUCHTWAGEN EXTRA

Online-Marketing aus einer Hand Mit willhaben.at, car4you, Autopro24 und Modix soll das WillhabenMotornetzwerk alle Online-Bereiche des Händlers abdecken.

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m Willhaben-Motornetzwerk findet der Händler alle Dienstleistungen aus einer Hand, für die er sonst mehrere Anbieter nutzen müsste“, erklärt Mag. Markus Auferbauer, bei dem als car4you-Geschäftsführer die Fäden des Willhaben-Motornetzwerkes zusammenlaufen. Die Marken willhaben.at, car4you, autopro24 und Modix treten unverändert eigenständig auf; im Hintergrund wird an der Zusammenführung gefeilt, um dem Händler ein perfektes Portfolio bieten zu können. „Wir wollen der perfekte Online-Partner für den Autohändler werden“, so Auferbauer. Denn Online-Marketing ist heute ein großes, komplexes Feld und der Autohändler wird immer mehr gefordert, möglichst viele Bereiche abzudecken.

Vier Marken – vier Systeme Das beginnt mit der Gestaltung einer professionellen Homepage. Gutes Design ist noch nicht alles, Googleoptimiert heißt das Schlagwort. Mit Modix, dem Experten für Suchmaschinenmarketing, hat das Motornetzwerk den Spezialisten in diesem Bereich. Die Präsentation der Fahrzeuge im Internet läuft über car4you und willhaben.at. Der Händler nutzt zum gleichen Tarif beide Plattformen. Wobei über Willhaben die breite Masse angesprochen wird, also hohe Frequenz und naturgemäß viele Anfragen ent-

car4you-Geschäftsführer und Chef des Willhaben-Motornetzwerkes, Markus Auferbauer

stehen. Bei Willhaben treffen sich alle, die verkaufen und alle, die kaufen wollen. Car4you verbindet vor allem die Händler mit Kunden und bringt ein Plus an Information und Service. Neben einem riesigen, perfekt sortierten Fahrzeugangebot findet der Kunde hier auch die Dienstleistungen der Händler. Nicht zuletzt soll car4you die Profis beim Handeln untereinander unterstützen. Für die Verwaltung der Fahrzeugdaten kommt Autopro24 als Spezialist ins Spiel, hier können professionell und sauber die Fahrzeuge eingegeben und für die eigene Homepage verwendet werden sowie in alle gewünschten Plattformen exportiert werden. Auferbauer: „Autopro24 wird zukünftig im Hintergrund überall mitspielen und die Datenströme organisieren und perfektionieren – unser Daten-Herz sozusagen.“

Außendienstmitarbeiter als erster Ansprechpartner Damit wird Online-Marketing im Baukasten-System ermöglicht. Erster Ansprechpartner ist der Außendienst des Motornetzwerkes, bei Bedarf kommen die jeweiligen Spezialisten zum Einsatz. Auferbauer legt Wert auf die Unabhängigkeit der einzelnen Marken: „Die meisten österreichischen Händler nutzen bereits eines oder mehrere Systeme. Für diesen Partner ändert sich nichts. Für jene Händler, die ihr OnlineMarketing verbessern oder erweitern wollen, wird es viel einfacher, weil wir zukünftig alles aus einer Hand anbieten.“ • (RED)


GEBRAUCHTWAGEN EXTRA

AutorolaGeschäftsführer René Buzek

Autorola Marketplace als Angebot für die Händler

Geschäftsführer René Buzek seine Basis und legt einen stärkeren Fokus auf den Händler als Lieferanten. Buzek: „Wir unterstützen den Händler mit gezielter Beratung und erarbeiten gemeinsame Konzepte.“ Speziell bei den Markenbetrieben gibt es viele Fahrzeuge, die als klassische Händlerware definiert werden, weil sie der Händler nicht am Hof stehen lassen möchte und die Autos daher rasch über B2B-Kanäle abfließen sollen. Hier hilft Autorola mit einfachen, professionellen und transparenten Lösungen. „Wir bieten nicht nur die klassische Auktion an, sondern vielseitige Softwarelösungen.“

Testphase für neue Konzepte

Händler steht im Fokus Neben dem etablierten Geschäft mit den Leasingfirmen unterstützt Autorola die Händler beim Verkauf.

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as klassische Autorola-Versteigerungsgeschäft mit Leasingfirmen als Einlieferer für Auktionen einerseits sowie Autohändlern als Käufer andererseits hat sich gut etabliert. Nun verbreitert Österreich-

Autorola arbeitet an einigen neuen Produkten, welche im Laufe des Jahres realisiert werden. „Wir können dann umfangreiche Angebote hinsichtlich Standzeiten-Management, Preisstrategie oder Preisvergleich machen.“ Zudem stehen die Autorola-Mitarbeiter als Vermarktungsprofis den Händlern für Beratung zur Verfügung. Dabei legt Autorola großen Wert auf Qualität. „Bestimmte Kriterien in der Dokumentation der Fahrzeuge müssen erfüllt werden, damit es für alle Beteiligten Sinn macht. Dann können wir eine relativ hohe Erfolgsquote erreichen“, so Buzek. • (RED)

Fünf für alle Fälle Würth hat sich der Ertragsoptimierung in den Kfz-Betrieben verschrieben. Ein wichtiger Bestandteil ist dabei die professionelle Gebrauchtwagenaufbereitung.

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it einem Komplettprogramm für die Aufbereitung erleichtert der Rundumdienstleister den Autohausalltag. „Durch den Einsatz unserer Mehrzweckchemietechnologie ist es möglich, eine komplette Fahrzeugaufbereitung mit nur 5 Produkten perfekt und in kürzester Zeit zu bewerkstelligen“, sagt Verkaufsleiter Alexander Nuss. Konkret kommt zuerst das „R1 UniversalreinigerKonzentrat“ zum Einsatz, das von der Motorreinigung über die Oberwäsche bis hin zur kompletten Säuberung des Interieurs jede noch so hartnäckige Verschmutzung entfernt. Danach befreit der „Kraftreiniger Spezial“ die Felgen von eingebranntem Bremsenstaub und den Lack von allfälligem Flugrost. Mit dem „Kunststoff-Tiefenpfleger“ werden in einem dritten Schritt alle Kunststoffe seidenmatt aufbereitet und die Reifen geschwärzt. Die „P55 Kombipolitur“ entfernt Waschstraßenkratzer vom Lack und versiegelt diesen in einem Arbeitsgang und der

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„Aktivscheibenreiniger“ sorgt rückstandsfrei für klare Sicht – egal, ob Nikotinbeläge, Insektenreste, Vogelkot oder andere Verschmutzungen zu entfernen sind.

Unterstützung durch Profis Generell seien die Produkte für die Gebrauchtwagenaufbereitung „äußerst einfach in der Anwendung“, erklärt man bei Würth. Im Rahmen des erweiterten Servicekonzepts „Würth Pro“ gibt es aber auch praxisgerechte Anwenderschulungen sowie Unterstützung bei der Vermarktung. „Uns ist wichtig, unsere Kunden mit einfach umsetzbaren und klar verständlichen Systemen zu unterstützen“, betont Nuss. Schließlich habe die Qualität der Gebrauchtwagenaufbereitung einen „enormen Einfluss“ auf den Geschäftserfolg eines Kfz-Betriebs. • (HAY)

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Alexander Nuss erläutert, wie Würth die Autoaufbereitung erleichtert


GEBRAUCHTWAGEN EXTRA

Ein Fall für Profis Wie können sich professionelle Autoaufbereiter vor Dumpingpreisen der weniger sorgsam arbeitenden Konkurrenz schützen? Caramba hilft mit innovativen Produkten und intensiven Schulungen.

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chneller, effizienter und hochwertiger denn je“ soll die Arbeit mit der neuen „Caramba ProfiFahrzeugaufbereitung“ vonstatten gehen. Die Linie umfasst mit insgesamt 21 Artikeln vergleichsweise wenige Produkte. Dies ist möglich, weil viele Rezepturen multifunktional sind: Sie vereinen mehrere Anwendungen und teils auch mehrere Arbeitsschritte in einem Produkt. Ein Beispiel dafür ist der „Hochleistungs Vor- und Innenreiniger“: Er ist gleichermaßen für die äußere Vorwäsche wie die Innenaufbereitung geeignet. Der „Intensiv Motorraum- und Cockpitglanz“ versiegelt Kunststoffe, Gummioberflächen und Leichtmetalllegierungen im Interieur ebenso wie Kunststoffverkleidungen und Metalle im Motorraum. Innovativ ist auch die neue „Hochleistungsintensiv-Schleifpolitur“, eine silikonfreie und stark abrasive Paste, die sich sowohl von Hand als auch per Maschine anwenden lässt. Für Glanz und langanhaltenden Schutz sorgt schließlich die silikonhaltige „Hochleistungs Sprüh-Versiegelung“ mit Carnauba-Wachs.

Beitrag zu mehr Profit „Weniger Produkte bedeuten weniger Zeitaufwand und somit mehr Profit je Fahrzeug“, betont man bei

Mit Produkten und Knowhow unterstützt Caramba die Ertragsoptimierung in den Betrieben

Glänzender Gewinn Ein perfekt aufbereitetes Gebrauchtfahrzeug ist der Schlüssel zu höherem Ertrag, wissen die Spezialisten von Auto Magic. Eine gründliche GW-Aufbereitung rechnet sich

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Caramba. Ebenso entscheidend sind die richtigen Anwendungsfertigkeiten. Daher bietet Caramba intensive Schulungen rund um Reinigungschemie, Anwendung und Arbeitsorganisation an. „Die Profi-Fahrzeugaufbereitung und unsere Schulungen erlauben professionellen Betrieben, ihren Kunden genau das zu liefern, was diese verlangen: optimalen Werterhalt oder sogar Wertsteigerung und ein repräsentativ gepflegtes Fahrzeug“, unterstreicht Stephanie Wedehase, die bei Caramba für die Markenkommunikation verantwortlich ist. • (HAY)

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arunter ist nicht nur das bloße Reinigen des Fahrzeugs zu verstehen. Es beinhaltet unter anderem die Nassbehandlung des Innenraumes, den Beschliff und die Politur des Lacks und die lang anhaltende Pflege und Versiegelung aller Kunststoffteile. Nur so kann der gewünschte Effekt erzielt werden. „Ein optimal aufbereiteter Gebrauchtwagen kann je nach Preisklasse einen zwischen 8 bis 10 Prozent höheren Verkaufspreis erzielen, wogegen die Kosten für die Aufbereitung nur einen geringen Anteil dieses Mehrerlöses ausmachen“, sagt Christian E. Soher, Geschäftsführer von Auto Magic. „Das Resultat sind kürzere Standzeiten, höhere Verkaufspreise und geringere Nachlassforderungen von Kunden.“ Gleichzeitig signalisiere das Autohaus Kompetenz und Qualitätsbewusstsein und steigere so auch die Kundenzufriedenheit. • (DSC)

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GEBRAUCHTWAGEN EXTRA

Gebrauchtwagen-Programm nur für Händler, die wirklich wollen

Markus Böhm (PSA), Christoph Wolf (Dekra) und Rainer Heinrich (PSA) helfen ihren Peugeot- und Citroën-Händlern beim Gebrauchtwagengeschäft

Peugeot-Händlerverbandspräsident Bernhard Kalcher

Peugeot und Citroën setzen in Österreich ein neues Gebrauchtwagenprogramm um. Dekra berät die Händler vor Ort.

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ebrauchtwagen-Logos und -Labels von Herstellern und Importeuren sind wahrlich nichts Neues. Meistens geht es aber eher um Fahnen und Plakate, die Umsetzung wird selten mit Engagement betrieben. Eine sehr ambitionierte Idee setzen Peugeot und Citroën mit ihren aktuellen Programmen um. Dabei geht es diesmal um Qualität. „Es machen nur jene Händler mit, die auch wirklich wollen“, erklärt Markus Böhm, verantwortlicher Brand Manager für die beiden Gebrauchtwagen-Programme. Wenn der Händler dabei sein möchte, muss er bestimmte Voraussetzungen erfüllen und kann danach von dem Programm profitieren.

Qualität geht vor Quantität Im Erstgespräch, das mit Böhm und Wolf erfolgt, geht es vor allem um Sensibilisierung des Themas, Sinnstiftung wie Böhm es nennt. Ing. Rainer Heinrich, Leiter Gebrauchtwagen Management & Remarketing bei PSA: „Qualität geht vor Quantität, wir haben keine Vorgaben, wie viele Partner mit ins Netz müssen. Aber wir erkennen immer öfter den Aha-Effekt, danach können wir die Aktionspläne mit den Händlern umsetzen.“ Bei Peugeot gibt es zwei Stufen: Löwenauto Premium und Löwenauto Comfort. Bei Citroën heißt das Programm Citroën Select.

Zufriedene Händler Gebrauchtwagenprofi beim Importeur Mit Markus Böhm ist ein echter GebrauchtwagenProfi beim Importeur am Werk: „Wichtig ist, dass der Händler mitmachen will und den Vorteil sieht.“ Nach knapp zwei Jahren gibt es bereits Erfolge zu verzeichnen. Böhm sieht sich als Partner der Händler: „Wir haben gelernt, dass es nicht reicht, Fahnen und Logos als Gebrauchtwagenprogramm zu positionieren, sondern Prozesse und Knowhow anzubieten. Wir wollen dem Händler nichts aufzwängen, sondern ein echter Partner sein.“ In erster Linie geht es darum, Standzeiten zu verkürzen und die Drehung zu erhöhen. „Wir haben Händler, die Standzeiten halbiert, die

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Drehung verdreifacht und 40 Prozent mehr Marge lukriert haben“, so Böhm. Mit diesen Referenzen sei es heute wesentlich einfacher, die Händler zu überzeugen. Für die Umsetzung vor Ort hat er sich mit den Profis von Dekra Austria einen externen Partner geholt. Vertriebsleiter Christoph Wolf erklärt den Ablauf: „Dekra geht in die Betriebe, um den Status quo und den Bedarf zu erheben.“ Dazu wird in vier Schritten gearbeitet: Wettbewerbsanalyse, Kommunikationsanalyse, Testkauf und Prozess. „Das Niveau ist natürlich sehr unterschiedlich, in manchen Bereichen wird bereits sehr gut gearbeitet, in anderen besteht Handlungsbedarf.“ Die Dekra-Beratung ist für den Händler kostenfrei, sollte der Bedarf nach mehr Betreuung entstehen, ist PSA auch hier bereit für Unterstützung.

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Die Händler nehmen das Thema sehr positiv auf. Aktuell sind 44 Händler (Peugeot und Citroën) im Netz. Peugeot-Händlerverbandspräsident Bernhard Kalcher: „Wir haben in Kooperation mit dem Importeur ein gutes, umsetzbares Konzept entwickelt, das Top Qualität bringt und den notwendigen Deckungsbeitrag aus dem Gebrauchtwagengeschäft bringen soll. Jetzt ist jeder Kollege eingeladen, mitzumachen.“ Um erfolgreich zu sein, müsse ein Autohaus die gesamte Palette seines Betriebes ausnutzen. „Der Hersteller hat erkannt, dass wir die Neuwagenmargen unterfüttern müssen.“ • (GEW)


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MANAGEMENT

Das schnelle Geld ist mit dem Import chinesischer Fahrzeuge nicht zu machen. Doch Schritt für Schritt nähern sich die Zwei- und Vierradhersteller aus dem Reich der Mitte dem österreichischen Markt, ist Branchenexperte Michael Sikora überzeugt. Von Philipp Hayder

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einahe 10 Jahre ist es her, dass erste Glücksritter mit der Ankündigung aufhorchen ließen, sie würden chinesische Fahrzeuge zu Kampfpreisen auf die europäischen Märkte bringen. Was daraus wurde, ist bekannt. Dennoch sollte man die Produkte aus China nicht abschreiben, unterstreicht der gebürtige Wiener Michael Sikora. Mit seiner Firma „ABC Automotive Business Consulting“ berät er in Shanghai heimische Fahrzeug- und Zulieferunternehmen.

„Geduld und langer Atem“ Importstart in drei Jahren?

Landarbeitern einen Vollbetrieb vorgetäuscht haben.“ Sikora rät, externe Referenzen, Bankauskünfte und Bonitätsratings einzuholen sowie Kontakt mit lokalen Lieferanten und Kunden des zukünftigen Partners aufzunehmen: All das kann naturgemäß von einem lokalen Berater am besten bewerkstelligt werden.

„Auch wenn erste Importversuch in der Vergangenheit nicht erfolgversprechend waren, so haben sich die Rahmenbedingungen 2014 deutlich verbessert“, sagt Sikora. Bei Qualität und Design der verbauten Komponenten sowie bei der Verarbeitungsqualität habe es in den vergangenen fünf Jahren „entscheidende Fortschritte“ gegeben. Allerdings sei die Motorentechnologie nach wie vor eine Hürde: „Erst Ende 2014 wird eine Euro-5-kompatible Abgasnorm in Beijing eingeführt und in den Folgemonaten landesweit implementiert. Euro-6 ist in China für 2016 geplant.“ Bis dahin gebe es außerdem mehr als genug Absatzpotenzial in den „Emerging Markets“. Im Jahr 2017, prognostiziert Sikora, sei aber mit einem ernsthaften Markteintritt chinesischer Autobauer zu rechnen.

Chancen für Mittelständler Anders präsentiert sich die Situation im Teile- und Zubehörbereich. „Gerade für mittelständische Unternehmen ist jetzt der richtige Zeitpunkt, das bestehende Sortiment und die Einkaufspreise mit alternativen Bezugsquellen aus China zu vergleichen“, meint Sikora. An vorderster Stelle müsse dabei die Suche nach verlässlichen Lieferanten mit entsprechenden Qualitätsstandards stehen. Das sei nicht immer einfach: „Man sollte tunlichst keine direkte Bestellung über Internet-Portale abgeben. Auch mit einer Geschäftsreise zu einem potenziellen Lieferanten ist es nicht getan, denn ich habe schon mehrmals erlebt, dass chinesische Firmen mit eilig vom Feld geholten

Zweiradbranche als Vorbild

Zweiräder als Vorreiter: Motorräder aus China gehören in Europa breits zum Alltag

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Dass mit chinesischen Produkten schon jetzt nachhaltig gute Geschäfte gemacht werden können, beweist die Zweiradbranche. Die niederösterreichische KirschenhoferGruppe importiert seit Jahren Roller, Quads und Motorräder. Auch der Hersteller Jialing, der über einen holländischen Exporteur seine Motorräder bis nach Deutschland und Österreich liefert, ist ein Beispiel für die Markttauglichkeit der Fernost-Bikes: An der Entwicklung seines 600-Kubikzentimeter-Modells Jialing JH600 war das Grazer Technologieunternehmen AVL beteiligt. Angesichts dieser Vorbilder rät Sikora zum klug geplanten und genau kalkulierten Geschäft mit dem Reich der Mitte – am besten unterstützt durch einen fachkundigen Partner. Eines dürfe man freilich nie vergessen: „Für ein erfolgreiches Geschäft mit chinesischen Firmen braucht man Geduld und einen langen Atem.“ •

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MANAGEMENT

Iran, Kolumbien und Malaysia Jeder rede von Brasilien, Russland, Indien und China: Doch in den nächsten Jahr(zehnt)en würden noch andere Staaten für die Autoindustrie spannend werden, sagt Dr. Nikolaus Lang, international gefragter Senior Partner und Automotive-Experte der Boston Consulting Group. Und wie ist es um die Zulieferer aus Österreich bestellt? Von Mag. Heinz Müller

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ie haben sie sich gefreut, die Manager in der europäischen Autoindustrie, als die Talfahrt zwischen Lissabon und Danzig, zwischen dem Nordkap und dem Peloponnes im Herbst 2013 gestoppt wurde. Seither geht es bergauf und jedes Wachstum entlockt den Herstellern gleich wieder Jubelmeldungen. Dabei spielt die Musik längst anderswo: Die Rede ist nicht von den USA, wo 5 Jahre nach dem Beinahe-Kollaps von General Motors und Chrysler neue Verkaufsrekorde purzeln. Und wir sprechen nur am Rande von den BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China), in denen die Hersteller bereits jetzt stark präsent sind.

Wachstum im Mittleren Osten, in Afrika und Südamerika Audi baut Autos schon in Indien (o.) oder Indonesien (u.)

100 Millionen Neuwagen pro Jahr Einer, der sich im Auto-Business sehr gut auskennt, ist Dr. Nikolaus Lang: Seit 17 Jahren berät der gebürtige Wiener Kunden der Boston Consulting Group in al-

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ler Welt. Auf jährlich rund 100 Millionen Neuwagen schätzt Lang den Neuwagen-Absatz im Jahr 2020: „Die größten Anteile entfallen mit 28 Millionen auf China, dazu kommen je 15 Millionen in Europa und den USA sowie 7 Millionen in Indien.“ Doch 20 Millionen werden auf jene Länder entfallen, die Lang unter der Bezeichnung „Beyond BRIC“ zusammenfasst. Von diesen insgesamt 88 Ländern sind laut Lang 15 Staaten für jeweils (oft deutlich) mehr als 400.000 neue Autos pro Jahr „gut“: „Zum Beispiel der Iran, wo es vollkommen veraltete Autos gibt. Es wäre für die Türkei sehr vernünftig, dort hineinzugehen, um das Ziel, von 1 Million produzierten Fahrzeugen auf 2 Millionen Stück zu wachsen, zu erreichen.“ Allerdings müsste man davor auch auf politischer Ebene einige neue Regelungen schaffen, also z. B. das Embargo lockern. Grundsätzlich prophezeit der Experte der Türkei große Chancen als Herstellernation: „Nicht nur der Iran liegt vor der Tür, sondern es gibt auch die Option, zu geringen Zöllen nach SaudiArabien zu exportieren.“

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Generell gehört laut Lang der Mittlere Osten zu den Wachstumsmärkten: „Der Vorteil für die Hersteller ist, dass man relativ wenig adaptieren muss: Denn die Leute wollen dort jene Autos fahren, die sie aus den USA und aus Europa kennen.“ Da es – beispielsweise in Saudi-Arabien – eine große Mittelschicht gebe, könne man mit relativ gut ausgestatteten Volumenmodellen auch Geld verdienen. Wachstum prophezeit Lang aber auch Südamerika,


MANAGEMENT

und zwar auch abseits der großen Staaten Brasilien und Argentinien: „In Venezuela, Peru, Ecuador, Kolumbien und Chile sehe ich großes Potenzial.“ Diese Region sei quasi der „Hinterhof von General Motors“. Generell sei die Region nicht unbedingt Richtung Asien orientiert, daher gebe es auch für europäische Hersteller dort einiges zu holen. Zunehmend wichtiger wird laut Lang aber auch der „nordafrikanische Gürtel“ werden, also die Länder zwischen Marokko und Ägypten: „Die Nachfrage ist da.“ Generell sei diese Region noch immer Richtung Frankreich orientiert (und vice versa). Das zeige sich

Dr. Nikolaus Lang ist weltweit als Berater im automotiven Bereich tätig

Gesamtproduktion an Neuwagen in der Türkei 2012 (in Tausend)

schiedlich. So sei Thailand (mit bis zu 1,5 Millionen Fahrzeugen im Jahr 2020) der größte Pickup-Markt, während in Malaysia der Absatz von Stufenheck-Limousinen und in Indonesien (bis zu 1,8 Millionen Einheiten) jener von MPVs am wichtigsten sei. Nicht nur Toyota sei in dieser Region sehr stark, sondern auch andere japanische Hersteller wie Nissan, Mitsubishi und Suzuki. Als „speziellen Fall“ bezeichnet Lang Afrika südlich der Sahara: „Selbst in Nigeria wird man nicht 400.000 Autos verkaufen.“ Hingegen habe allein Toyota in dieser Region 20 Importeure, die sich ausschließlich um Gebrauchtwagen kümmerten. Der Hintergedanke: „Man bindet sein Publikum: Auch wenn sich die Kunden nicht 2020 einen neuen Camry kaufen können, wird es vielleicht 2030 der Fall sein, weil sie die Marke Toyota gewohnt sind.“

Chancen für österreichische Zulieferer?

Produktionsvolumen (in Tausend) "Quellen: IHS Automotive, Regierungsinformationen, Boston Consulting Group-Interviews, BCG-Analyse"

daran, dass Renault ein großes Werk in Marokko eröffnet habe, in dem auch Dacia gebaut würden: „Jetzt baut man dort 30 Autos pro Stunde, hat jedoch Potenzial für 60.“ Ein spezieller Fall sind die ASEAN-Länder: „Das ist für die Autohersteller das Meisterstück der Lokalisierung. Denn um niedrige Zölle zu zahlen, müssen sie möglichst viele Teile lokal produzieren.“ Außerdem seien die Erfordernisse in diesen Ländern total unter-

Die Türkei ist mit rund einer Million Neuwagen pro Jahr schon jetzt sehr gut unterwegs

Doch wie kann Österreich von den neuen Möglichkeiten profitieren? „Die österreichische Zulieferindustrie hat sich bisher schon stark nach China bewegt“, sagt Lang. Bedenken sollten die Unternehmen allerdings, dass man sich auf Lösungen fokussiere, die nicht Produkte der unteren Preisklasse beträfen: „Bei Billigstautos wird man sich Gedanken machen müssen, ob man als Lieferant nicht um 20–30 Prozent zu teuer ist.“ Große Chancen für Österreich sieht Lang vor allem im ASEAN-Bereich, wo eine lokale Fertigung definitiv Sinn mache. Aber auch in der Türkei könnte Potenzial gegeben sein; hingegen wären Nordafrika und Südamerika für die österreichische Zulieferindustrie weniger geeignet. Noch ein Tipp von Lang für seine alte Heimat: Österreich sollte sich an den Arbeitszeitkonten der deutschen Industrie und der flexiblen Urlaubsregelung orientieren, um langfristig mithalten zu können. •


„Damit decken die vorhandenen Aufträge nur mehr ein Produktionsvolumen von drei Monaten ab“,

WIRTSCHAFT

sagt Walter Linszbauer (Fahrzeugindustrie) auf Seite 43

„Die Verfügbarkeit wird sich bis Jahresende nochmals um mehr als 10 Prozent steigern“, behauptet Dipl. Ing. (FH) Stefan Klaus (DAT) auf Seite 47

Rolls-Royce: Servicebetrieb in Wien-Heiligenstadt Einen Servicebetrieb wird Rolls-Royce in der BMW-Niederlassung in Wien/Heiligenstadt installieren. Wie Unternehmenssprecherin Ruth Hucklenbroich bestätigt, ist die Eröffnung für Juli dieses Jahres geplant. Zwei Mitarbeiter aus Wien seien bereits im Werk Goodwood geschult worden. Knapp 400 Fahrzeuge umfasst derzeit der Bestand. Wie Hucklenbroich weiters bestätigte, wird es in absehbarer Zeit keinen Rolls-Royce-Importeur geben, da Kunden aus Österreich auf andere Händler – etwa in München – ausweichen können.

Hödlmayr weiter auf Expansionskurs

Dr. Nikolaus Engel

Nach der Expansion der vergangenen Jahre in den türkischen Markt hat Hödlmayr International 2013 dort rund 100.000 Fahrzeuge bewegt.Während man sich bei Hödlmayr über ein etwaiges Engagement in China noch zurückhaltend zeigt, ist die Erschließung von Georgien bereits fixiert. „Hier werden wir ab sofort die ersten Transporte und Klein-Investments vornehmen“, sagt CEO Komm.-Rat Johannes Hödlmayr. Grund dafür ist lt. Hödlmayr „das große Potenzial des Marktes“.

Deutliche Steigerungen bei Maserati und Ferrari Über massive Steigerungen im 1. Quartal 2014 darf sich die Wiener Keusch Premium GmbH freuen: Insgesamt wurden 44 Maserati- und 21 Ferrari-Neuwagen abgesetzt, im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es 1 Maserati und 15 Ferrari-Modelle. Dass es sich aufgrund der starken Nachfrage um NoVA-bedingte Vorziehkäufe handeln könnte, will Geschäftsführer Jürgen Keusch nicht bestätigen. „Die Zuwächse sind vor allem auf neue Modelle wie den Maserati Ghibli zurückzuführen“, sagt Keusch.

Würth: Komplettes RDKS-Programm Rund um die Reifendruckkontrollsysteme (RDKS) hat Würth ein Programm entwickelt, das mit Sensoren, Spezialwerkzeug, Diagnosesystem und Training seinen Kunden alles aus einer Hand bietet. Mit dem Programmier- und Diagnosegerät iQ 50 sei, so verspricht Würth, ein flexibler Arbeitsablauf möglich, der sich an die Arbeitsweise des Mechanikers anpasse. Auf der „Reifen 2014“, die von vom 27. bis 30. Mai in Essen stattfindet, wird Würth alles rund um RDKS präsentieren.

Zusatzausbildung zum Fahrradmonteur Seit 2012 wird in der Siegfried Marcus Berufsschule in Wien für Kfz-Technik eine Zusatzausbildung zum Fahrradmonteur als Freigegenstand mit 80 Einheiten im Rahmen des Lehrberufes Kraftfahrzeugtechniker angeboten, da es in Österreich keine Meister und Gesellen im Beruf Fahrradtechniker gibt und es nicht möglich ist, regulär Lehrlinge auszubilden. Sieben Schüler, darunter drei Mädchen, haben im Wintersemester 2013/14 kürzlich diese Zusatzausbildung mit einer Abschlussprüfung erfolgreich abgeschlossen.

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Plaketten: mit zweierlei Maß Ab Sommer wird es erste Umweltzonen in Österreich geben. §-57a-Werkstätten können ihren Kunden anbieten, die Abgasklassenplakette auszustellen. Natürlich ist die nur für Österreich gültig, so wie die Einstufungen anderer Länder auch nur für die gelten. Eine kuriose Situation im gemeinsamen Europa, in dem die Euro-Klassen doch einheitlich sind. Aber der Schutz der Umwelt und der Luft ist nicht rational. So wie der IG-Luft-Hunderter auch für reine Elektroautos gilt. Betroffen sind immer die Autos, das weiß jeder, der sich für moderne, abgasarme Motoren engagiert. Denn Zweiräder – auch wenn manche deutlich mehr Abgase ausstoßen als mehrere Autos zusammen – dürfen ohne Plakette in die Umweltzone. Erklären kann das wohl nur die Politik!


WIRTSCHAFT

Finanzierungsprofis im eigenen Haus behalt wird dieser um 50 Prozent reduziert, wenn das Fahrzeug in einer Filiale oder bei einem Partnerbetrieb von Wiesenthal repariert wird. Bei allen Haftpflichtversicherungen ist ein „Bonusretter“ inkludiert, ab zwei Fahrzeugen gibt es weitere spezielle Vergünstigungen.

Stabile Entwicklung

Die Autohausgruppe Wiesenthal verfügt auch über eine eigene Finanzdienstleistungssparte. Heuer wollen die unter der Dachmarke „Welcome Finanzierung Versicherung Bank“ auftretenden Experten im Versicherungsbereich besonders punkten.

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ank eines „völlig neu gestalteten Produktportfolios“ wolle man in den kommenden Monaten die Versicherungspenetration deutlich ausbauen, erklären Geschäftsführer Mag. Markus Gschladt und Vertriebsleiter Mag. René Österreicher. Zu den im April eingeführten Änderungen gehört, dass in sämtlichen Kaskoversicherungen Glasschäden ohne Selbstbehalt enthalten sind. Bei Schäden mit Selbst-

Außergewöhnlich: Markus Gschladt (l.) und René Österreicher leiten eine im Händlereigentum stehende Finanzdienstleistungsgesellschaft

Kfz-Versicherungen sind seit jeher ein wichtiges Standbein von Welcome. 2013 gelang es, das Neugeschäft in diesem Bereich um über 4 Prozent auf 5.875 Verträge zu steigern. Beim Bestand gab es einen leichten Rückgang um 0,95 Prozent auf 17.993 Stück. Insgesamt wuchs das Neugeschäft von Welcome um 5,3 Prozent auf 2.547 Verträge beziehungsweise um 9,3 Prozent auf rund 60 Millionen Euro. Bei den Bestandsstückzahlen gab es zwar ein Minus von knapp 4 Prozent auf 6.130 Verträge, das Bestandsvolumen wuchs jedoch um 2,44 Prozent auf 97,6 Millionen Euro. Heuer gehen Gschladt und Österreicher von einem zumindest ähnlichen Niveau aus. • (HAY)


WIRTSCHAFT

Dr. Volkmar Denner rechnet 2025 mit den ersten selbstfahrenden Autos

Mit höherer Drehzahl Ob beim Umsatz oder beim Ertrag: Die Kraftfahrzeugtechnik ist der Wachstumsmotor von Bosch. Der Trend zu Sensorik und Automatisierung soll weitere Steigerungen ermöglichen.

Wolf-Henning Scheider setzt auf eine breite Vielfalt an Antriebsvarianten

Von Philipp Hayder

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Starkes Wachstum bei Sensoren

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Breites Kfz-Engagement Vor diesem Hintergrund wird die Bedeutung der Kraftfahrzeugtechnik bei Bosch weiter steigen. 2013 erbrachte diese mit 30,6 Milliarden Euro (plus 6,7 Prozent) rund zwei Drittel des gesamten Geschäftsvolumens. „Neben dem Umsatz mit Sensoren ist die Nachfrage nach Benzindirekteinspritzungen stark gestiegen. 2014 werden wir nahezu 9 Millionen Systeme absetzen, zwei Millionen mehr als 2013“, berichtet der für die Kfz-Sparte verantwortliche Geschäftsführer Wolf-Henning Scheider. Ähnliches gelte für die Dieseltechnologie: „Erstmals werden wir in diesem Jahr über 10 Millionen Common-Rail-Systeme ausliefern, davon bereits mehr als eine Million für die neue Abgasnorm Euro 6.“ Darüber hinaus bekennt sich Scheider zum Engagement bei der Elektromobilität, in die im Vorjahr rund 400 Millionen Euro investiert wurden. Bis mit den „Stromern“ schwarze Zahlen geschrieben werden, werde es freilich noch bis zum Ende des Jahrzehnts dauern: „Kurzfristig kann man hier keinen Return on Investment erwarten.“

Zuwächse bei Umsatz und Ertrag

in Auto, dass völlig selbstständig fährt: Laut den Experten von Bosch könnte diese Vision ab dem Jahr 2025 Realität werden. „Bereits bis 2020 werden wir das teilautomatisierte Fahren auf der Autobahn auch bei höheren Geschwindigkeiten ermöglichen“, erklärt Dr. Volkmar Denner, Vorsitzender der Geschäftsführung. Zwar müsse vorerst noch der Fahrer die Umgebung überwachen, doch der weitere Trend sei vorgezeichnet – schließlich werde in einem Jahrzehnt so gut wie jedes neue Auto per Mobilfunk mit den anderen Fahrzeugen kommunizieren.

Sensorik und Automatisierung sind für Bosch wichtige Wachstumstreiber. Systeme, die noch vor wenigen Jahren als Zukunftsvisionen galten, werden schon bald in Serie gehen – von der automatischen Bremsfunktion, die (im Gegensatz zu Bremsassistenten der ersten Generation) Art und Bewegung des erfassten Hindernisses analysiert, bis hin zum Einparken per Fernsteuerung.

Im Jahr 2016 will Bosch mit Fahrerassistenzsystemen die Umsatzgrenze von einer Milliarde Euro überschreiten. Das Produktionsvolumen bei Ultraschallsensoren werde schon heuer von 40 auf 50 Millionen Stück steigen, sagte Denner bei der Präsentation der Bosch-Jahresbilanz am 30. April in Stuttgart. Bei Video- und Radarsensoren erwarte man parallel ein Wachstum von 1 auf 2 Millionen Stück.

Von Radarsensoren (l.) bis zur Benzindirekteinspritzung: Bosch meldet starke Steigerungen im Kfz-Geschäft

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Insgesamt stieg der Umsatz von Bosch, bereinigt um Sondereffekte und das zurückgefahrene Engagement in der Photovoltaik, im Jahr 2013 um 3,1 Prozent auf 46,1 Milliarden Euro. Das EBIT wurde von 2,1 auf 2,8 Milliarden Euro verbessert, mit einer Umsatzrendite von 6 Prozent kam man im Vorjahr dem selbst gesetzten strategischen Ziel von 8 Prozent sehr nahe. Diesbezüglich war das Autozuliefergeschäft mit einer Renditesteigerung von 4,6 auf 7,7 Prozent übrigens ebenfalls Musterschüler. Für heuer erwartet Bosch angesichts „leicht gestärkter wirtschaftlicher Rahmenbedingungen“ neuerliche Umsatzzuwächse von 3 bis 5 Prozent. „Zugleich wollen wir unser Ergebnis weiter verbessern“, zeigt sich Konzernchef Denner optimistisch. •


WIRTSCHAFT

Die Räder rollen wieder Die österreichische Fahrzeugindustrie hat sich 2013 besser als erwartet entwickelt. Dennoch sehen Experten keinen Grund für allzu großen Optimismus.

Abgesetzte Produktion in der österreichischen Fahrzeugindustrie

Von Philipp Hayder

ie wirklich fetten Jahre sind schon lang vorbei. Um die Mitte der „Nullerjahre“ setzte die heimische Fahrzeugindustrie zu einem Höhenflug an, der bis zur weltweiten Wirtschaftskrise anhielt. Auf den Einbruch im Jahr 2009 folgte eine gewisse Erholung in den beiden Folgejahren, bevor das Produktionsvolumen 2012 neuerlich nachgab. Seither häufen sich die Stimmen, die darauf hinweisen, dass ÖsterWalter Linszbauer reich nicht nur unter globalen leitet den FachverWirtschaftstrends zu leiden band der Fahrzeuginhabe: Der Wirtschaftsstandort dustrie verliere auch an Attraktivität für Automobil- und Zulieferunternehmen.

Abgesetzte Produktion nach Fachverbänden 2013

Überraschendes Wachstum Angesichts dessen waren die Erwartungen für das Vorjahr gedämpft. Tatsächlich sei es jedoch gelungen, die Produktionszahlen von Monat zu Monat zu steigern, berichtet der Fachverband der Fahrzeugindustrie. In Summe ergab dies laut den kürzlich veröffentlichten Branchendaten ein Wachstum um 7,8 Prozent auf rund 13 Milliarden Euro. „Bei einer näheren Betrachtung dieser erfreulichen Zunahme darf aber nicht vergessen werden, dass das Produktionsniveau nur 7 Prozent über dem Wert des Jahres 2006 liegt und somit im Jahresdurchschnitt um weniger als 1 Prozent gestiegen ist“, mahnt Mag. Walter Linszbauer, Geschäftsführer des Fachverbandes.

Die aktuellen Daten zeigen Bedeutung und Herausforderungen der Branche

Quelle: Fachverband der Fahrzeugindustrie

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fristige Planungen vorzunehmen“, so Linszbauer. Derartige Erkenntnisse sollten nicht nur den automotiven Managern, sondern auch der Politik zu denken geben: Schließlich ist die Automobil- und Zulieferindustrie der drittstärkste Industriezweig des Landes, was sich nicht zuletzt in über 30.000 Arbeitsplätzen niederschlägt. •

Schrumpfende Aufträge Die Branchenstatistik zeigt zudem eine besorgniserregende Tatsache auf: Die aktuellen Auftragsbestände lagen im Dezember 2013 um beinahe 14 Prozent unter dem Vergleichswert des Vorjahres, im Jahresdurchschnitt sind sie immerhin um 8 Prozent gesunken. „Damit decken die vorhandenen Aufträge nur mehr ein durchschnittliches Produktionsvolumen von drei Monaten ab, was es der Branche erschwert, länger-

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WIRTSCHAFT

Lobbying in Richtung wohin?

Wolfgang Rosam, Lobbyist, flankiert von BGO Komm.-Rat Burkhard W. Ernst (l.) und Importeurssprecher Dr. Felix Clary (r.)

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achstehende OTS-Presseaussendung ist eine Beurteilung des Marktes und hat mit Lobbying nichts zu tun, das sollten auch Sie verstehen“, maßregelt Dr. Christian Pesau von den Importeuren diesbezügliche Kritik von Gerhard Lustig in den A&WMedien. Laut Importeurssprecher Dr. Felix Clary hat demnach der Neuwagenmarkt 2014 im 1. Quartal schon wieder 1,6 Prozent zugelegt und die Egalisierung des Vorjahresergebnisses (319.035 Nzl) rückt schon wieder in Reichweite. Die Minister werden die Botschaft mit Freude annehmen und den Übermut der Importeure mit ihren heimischen Zulassungstricks (Tageszulassungen, Exporte etc.) mit weiteren Steuererhöhungen „belohnen“. Dass über 30.000 Neuwagen pro Jahr exportiert werden, also nicht in den heimischen Fahrzeugbestand Eingang finden, ist eine Bagatelle. Wir wollen der Präzisierung halber unseren LeserInnen den Blick auf die Mittelspalte in diesem Bericht raten, der den Sinn der verkehrspolitischen Initiative des Forums MFU recht gut beschreibt.

Schön geschrieben, wo bleibt die Umsetzung Das Forum steht für die Stärkung der multimodalen Fortbewegung und die Sicherstellung einer nachhaltigen gesellschaftspolitischen Akzeptanz der individuellen Mobilität. Schön formuliert, und wo bleibt die Umsetzung? Währenddessen schreibt der im Gegensatz zum Forum MFU politisch und öffentlich wahrgenommene Verkehrsclub Österreich (VCÖ) von der „Verwundbarkeit der Mobilität“, gibt jedoch zu, dass 92 Prozent des Pkw-Verkehrs von fossilen Energieträgern abhängig ist. Und VCÖ-Geschäftsführer Dr. Willi Nowak legt nach: „Dafür zahlen Menschen anderswo einen hohen Preis!“

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VERKEHRSPOLITISCHE INITIATIVE: Das Forum Mobilität.Freiheit.Umwelt (MFU) ist ein Zusammenschluss von Interessenvertretungen aus dem automotiven Sektor. Aufgabe und Ziel ist es, die Verkehrspolitik aktiv mitzugestalten. MFU setzt sich seit November 2013 für individuelle Mobilität sowie eine wirtschaftsgerechte, integrative und nachhaltige Verkehrspolitik ein. Gründungsmitglieder sind das Bundesgremium des Fahrzeughandels in der Wirtschaftskammer, vertreten durch Bundesgremialobmann Burkhard W. Ernst, sowie der Arbeitskreis der Automobilimporteure in der Industriellenvereinigung mit Dr. Felix Clary als Sprecher. Das Forum steht für die Stärkung der multimodalen Fortbewegung und die Sicherstellung einer nachhaltigen gesellschaftspolitischen Akzeptanz der individuellen Mobilität.

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Dass aus 320.000 kolportierten Jahresneuzulassungen abzüglich der Exporte nur noch 290.000 übrig bleiben und unter Berücksichtigung von Tageszulassungsspielereien dieser Wert weiter dramatisch sinkt, ist die nächste Bagatelle. Aber nach außen, so das Diktat der Hersteller und Importeure, müssen nur die Zahlen glänzen. Für eine selbstbewusste, gut informierte und umfassend vernetzte Automobilitätsgemeinschaft ist das wohl die Zukunft. Egal, wie viele Betriebe und Mitarbeiter dabei finanziell zugrunde gehen.

Kein Schulterschluss Klar ist: Ohne das Engagement und die Begeisterung aller an der Mobilität Beteiligten gelingt kein Aufschwung. Es gehört die Kfz-Innung dazu und als Mäzene Lieferanten, Dienstleister und Fachmedien. Aber was passiert? Clary und Ernst wollen den Bundesinnungsmeister nicht dabei haben, nur sein Geld vielleicht. Auch Industrieambitionen, Moneten für Lobbying zu geben, gehen bei den Gründungsmitgliedern bislang ins Leere. Mitreden dürfen soll keiner außer ihnen. Auch nicht Wolfgang Rosam, der für wenig Geld praktisch gar keine Unterstützung erhält, sich öffentlich für die Interessen der Fahrzeugwirtschaft bemerkbar zu machen. Dabei ist er der Lobbyist! Da scheint es unerheblich, wenn der Volkswagenkonzern eine Idee von Helmuth H. Lederer und Josef Schirak, wonach nur 2 Euro pro zugelassenen Neuwagen abgezweigt, also satte 600.000 Euro, für Lobbyingzwecke Verwendung fänden, torpediert. • (LUS)

Nachahmenswert: Mit der Präsenz im Berner Parlamentsviertel unterstreicht der AGVS seinen Anspruch auf Mitgestaltung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Vielleicht könnte das eidgenössische Modell, das übrigens – im Gegensatz zu Österreich – ohne Kammerzwangsmitgliedschaft auskommt, als Vorbild dienen.


WIRTSCHAFT

Die reine Lehre Mit einer Weltneuheit punktet Shell am Schmierstoffmarkt: Ab sofort gibt es Pkw-Motoröle auf Basis von Erdgas, die laut Experten einen besonders hohen Reinheitsgrad aufweisen.

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inter der „Shell PurePlus Technology“ stecken Grundöle, die durch einen chemischen Umwandlungsprozess („Gas to Liquids“) aus Erdgas gewonnen werden und somit keine der üblicherweise im Rohöl auftretenden Verunreinigungen enthalten. „Shell ist aktuell der einzige Schmierstoffproduzent weltweit, der diese kristallklaren Grundöle herstellt“, sagt Dr. Volker Null, Schmierstoffspezialist bei Shell Global Solutions. Das wissen auch die Autohersteller zu schätzen. Für ausgewählte Motoröle der Produktfamilie Shell Helix Ultra habe man von Firmen wie Mercedes-Benz, VW, BMW und Opel bereits Freigaben erhalten, berichtet Null. Weitere Hersteller wie beispielsweise Ferrari würden Shell Helix Ultra zur Erstbefüllung ihrer Fahrzeuge verwenden.

So sauber wie neu Den Endverbrauchern verspricht Shell mit der PurePlus Technology einen geringeren Öl- und Kraftstoffverbrauch sowie daraus resultierende Einsparungen bei den Betriebs- und Wartungskosten. Schlammtests hätten gezeigt, dass in puncto Sauberkeit der Motoren bei Verwendung der innovativen Schmierstoffe „der Werkszustand nahezu erhalten bleibt“.

Sukzessive Einführung Österreichische Autofahrer werden in den kommenden Monaten erste Erfahrungen mit der Shell PurePlus Technology sammeln. Die neuen Öle würden sukzessive am heimischen Markt eingeführt, erklärt Matthias Paseka, Marketing Manager beim heimischen Partner Haberkorn: „Shell steht für höchste Qualität und sorgt durch hohe Investments in Forschung und Entwicklung sowie durch regelmäßige neue Erkenntnisse aus der Formel 1 für innovative

Schmierstoffexperte Dr. Volker Null erläutert den technologischen Vorsprung von Shell, von dem ab sofort auch die Partner aus der Kfz-Branche profitieren sollen

Produkte.“ Haberkorn wiederum kümmert sich um die Betreuung der gebundenen wie auch der markenfreien KfzBetriebe. • (HAY)


WIRTSCHAFT

Das Autohaus Blum in St. Pölten feierte heuer sein 25-Jahr-Jubiläum. Die Hälfte der Zeit arbeitet man bereits mit ADP Dealer Services.

Läuft seit 12 Jahren wie am Schnürchen

Komm.-Rat Mag. Werner Blum und Erwin Rader (ADP)

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s war eine Feuerprobe, die das Autohaus Blum und ADP Dealer Services 2002 bestehen mussten. Am Donnerstagabend wurde der alte Betrieb zugesperrt, am Montagmorgen wurde das neue Autohaus in St. Pölten mit einem komplett neuen EDV-System eröffnet. Die Software war damals wie heute von ADP. Geschäftsführer und Inhaber Komm.-Rat Mag. Werner Blum: „Seit damals läuft alles wie am Schnürchen.“ Schon zwei Jahre darauf wurde der zweite Betrieb in Krems eröffnet und mit ADP an den Hauptbetrieb angeschlossen. „Wir haben uns bei Händlerkollegen über die Funktionen und Erfahrungen mit ADP erkundigt. Zudem war unser damaliger Finanzchef ein echter EDV-Experte und hat ADP als beste Lösung empfohlen, deshalb haben wir dieses Programm gewählt“, so Blum, der die Entscheidung bis heute nicht bereut. Soeben hat man sich für einen neuen Server entschieden und das CRM-Tool „Contact“ implementiert. Damit haben Verkäufer ein innovatives Instrument für Neukundenakquisition und Kundenmanagement. Eine vielseitige Autohaus-App kann ebenfalls ab sofort über ADP umgesetzt werden.

Autohaus-App als neue Dienstleistung von ADP Dealer Services

25 Jahre Autohaus Blum Das Autohaus Blum sowie den langjährigen FordHändlerverbandspräsidenten Komm.-Rat Mag. Werner Blum sieht Rader als hervorragende Referenz. Der erfolgreiche Betrieb hat heuer sein 25-jähriges Jubiläum gefeiert. Das Unternehmen mit Stammhaus in St. Pölten und einem Filialbetrieb in Krems beschäftigt 45 Mitarbeiter und verkauft zirka 500 Neuwagen und 170 Gebrauchtwagen. Weitere Expansionen sind nicht geplant: „Wir haben ein relativ hohes Niveau erreicht und wollen auf diesem Status gesund bleiben.“ Mehrmarkenstrategien sind für Blum kein Thema: „Die Glaubwürdigkeit des Unternehmens basiert auf 25 Jahren Ford.“ • (GEW)

Integrierte Buchhaltung Besonders stolz ist man bei ADP und beim Autohaus Blum auf die integrierte Buchhaltung. Die Rechnungen werden automatisch verbucht, nur Eingangs-

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Fakturen und einige Umbuchungen müssen manuell erledigt werden. Blum: „Es gibt ja nichts Genialeres, als wenn ich nur ein System habe, mit dem ich arbeite.“ Neben der Finanzbuchhaltung, einem persönlichen Steckenpferd von Erwin Rader von ADP Dealer Services Österreich GmbH, spricht vor allem die Verbindung von großem Konzern und regionaler Betreuung für das Softwarehaus. Rader: „Das kleine österreichische Team mit fünf Personen bemüht sich um einen sehr persönlichen Kontakt. Bei Problemen ist der heimische Mitarbeiter der erste Ansprechpartner. 95 Prozent der Probleme werden hier gelöst, andernfalls wird das Thema zu den Kollegen nach Deutschland weitergeleitet. Der Kunde profitiert davon. Blum: „Natürlich bin ich froh, wenn ich einen österreichischen Ansprechpartner habe, er kennt den Betrieb, die Anlage, meine Mitarbeiter.“ Trotz regionaler Betreuung profitiert das System vom Großkonzern: „Wir haben tolle Ressourcen in unseren Unternehmen. Anforderungen der Hersteller werden direkt in Deutschland umgesetzt. Bei individuellen österreichischen Lösungen wie der neuen NoVA kommt der Input von uns“, erklärt Rader. Die ADPSchwerpunkte liegen bei Ford, Opel und Renault, dennoch betont Rader die Mehrmarkenfähigkeit des Systems. „Wir haben einige Mehrmarkenbetriebe im Einsatz, das ist überhaupt kein Problem.“

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WIRTSCHAFT

Schadenmanagement mit elektronischer Akte Mit DAT myClaim können Werkstätten, Sachverständige und Versicherungen auf gemeinsame Daten zugreifen.

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fz-Informationsprofi DAT setzt nun das auf der IAA in Frankfurt präsentierte SilverDAT myClaim am österreichischen Markt ein. Das Programm, das schon auf der neuen SilverDAT Softwarearchitektur aufbaut, erstellt eine digitale Schadensakte, auf die alle Beteiligten wie Werkstätten, Sachverständige und Versicherungen zugreifen können und miteinander kommunizieren. Dipl.-Ing. (FH) Stefan Klaus, Geschäftsführer DAT Austria: „Für jeden der am Workflow Beteiligten kann SilverDAT myClaim genau zugeschnitten werden. Gemeinsame Geschäftsprozesse werden im System modelliert und Regeln zur automatisierten inhaltlichen Prüfung des Schadens mit unserem leicht zu bedienenden Regel Konfigurator definiert. Darüber hinaus können Abläufe und Benutzeroberflächen für jede Rolle individuell eingerichtet werden. Der Anwender kann sich das System selbst einrichten.“

VIN-Abfrage als Basis Eine wichtige Basis für alle DAT-Lösungen, egal ob Schaden- oder Gebrauchtwagenkalkulation bildet die VIN-Abfrage. Die Fahrzeugausstattungen von knapp 75 Prozent aller in Österreich verfügbaren Fahrzeuge können über die Fahrgestellnummer abgerufen werden. Klaus: „Die Verfügbarkeit wird sich bis Jahresende nochmals um mehr als 10 Prozent steigern.“ Als Informations- und Nachschlagewerk für die KfzBranche dient seit bereits 40 Jahren der DAT-Report. Marktforschung, Fakten und Statistiken zum Neuund Gebrauchtwagenmarkt haben die jährlich erscheinende Ausgabe zur wichtigen Entscheidungsgrundlage für die Kfz-Branche gemacht. Zum Jubiläum wurde der DAT-Report mit einigen Neuerungen versehen, für das digitale Zeitalter gibt es eine App, ein ePaper als Download.

Erfolgreiche Entwicklung in Österreich Seit der Gründung von DAT Austria wurden die Anwendungen konsequent für den österreichischen Markt adaptiert. Und der Erfolg gibt Klaus recht: „Mit der Steigerung von Anwendungen und Zusatzleistungen, wie etwa der VIN Abfrage, sowie der Neugeschäftskundensteigerung von 19 Prozent im Vorjahr konnte DAT Austria den Erfolg fortführen und die

DAT-Austria-Geschäftsführer Stefan Klaus

Profitabilität nochmals deutlich steigern.“ Um die Marktbetreuung dem steigenden Kundenvolumen anzupassen werden zwei weitere Vertriebs- und ein Innendienstmitarbeiter gesucht. • (RED)


WIRTSCHAFT

Breit gefächerte Lösungen Stieger Software bietet Software in ModulLösung, für die kleine Werkstätte ebenso wie für den großen Markenbetrieb.

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ottfried Scharf, Österreich-Geschäftsführer Stieger Software, lädt die Kfz-Betriebe ein, einfach mal zu schauen, was es am Markt gibt. Viele Betriebe würden seit vielen Jahren mit einer Software arbeiten, ohne über Neuerungen nachzudenken. „Die Unternehmer sollten sich ein Herz nehmen und in einem unverbindlichen Gespräch herauszufinden, welche Lösungen es noch gibt.“ Oft könne man bei der Leistungsfähigkeit besser und bei den Kosten günstiger werden. Mit der in Modulbauweise aufgebauten Kfz-Software bietet Stieger Lösungen für alle Kfz-Betriebe an, egal ob kleine Werkstätte oder großer Markenbetrieb. Mehr als 2.200 Kfz-Betriebe haben sich bereits für Stieger Software entschieden wird. Das Schweizer Softwarehaus entwickelt die Programme in insgesamt drei Entwicklungszentren ständig weiter. Scharf legt großen Wert auf professionelle Betreuung nach dem Kauf: „Die Betreuung und Einschulung vor Ort von Mitarbeitern, die seit vielen Jahren Erfahrung in der Autobranche so-

wohl auf Importeurs- wie auch Händlerseite mitbringen und auch als Betriebsberater tätig sind, sind ein Garant für qualitativ hochwertigen Support.“

Notwendige Standards

Gottfried Scharf, Stieger Software in Österreich

Bestimmte Bestandteile einer Kfz-Software sind laut Scharf ein Muss und gehören bei Stieger natürlich zum Standard. Dazu zählen eine einfache Bedienung, integrierte Finanzbuchhaltung sowie ein elektronisches Archiv, Schnittstellen zu anderen Programmen wie zum Markenhersteller, zu EBV, BMD, Eurotax, Audatex, SilverDat und Teilezulieferanten. Das sollte ebenso selbstverständlich sein wie integrierte Marketing-Tools. Um den Umstieg oder den Neueinstieg zu erleichtern, bietet Stieger Software Pakete mit niedrigen Jahreslizenzgebühren sowie günstigen Leasingfinanzierungsmodellen. • (RED)

Software für fast alle Marken Über 2.200 Autohäuser verschiedenster Marken vertrauen auf Loco-Soft, in Österreich sind es bereits über 60.

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as 25-Jahr-Jubiläum wird heuer in Lindlar bei Köln in der Zentrale von Loco-Soft gefeiert. In dieser Zeit hat sich der Spezialist für Autohaus-Software zu einem der führenden Anbieter entwickelt. Über 2.200 Autohäuser vertrauen bereit auf die DMSLösung, in Österreich konnte Loco-Soft mittlerweile über 60 Betriebe überzeugen. Um möglichst nah am österreichischen Kunden zu sein, wurde eine eigene Niederlassung in Salzburg gegründet. Der Erfolg ist nicht zuletzt auf das Engagement von Vertriebsleiter Gregor Pülzl zurückzuführen, der sehr viel Wert auf persönlichen Kontakt legt: „Gerade bei einem komplexen Thema wie Software ist es wichtig, sich persönlich vorzustellen.“ Österreichische Betreuung kombiniert mit Entwicklungs- und Support-Kompetenz der deutschen Mutter wirken offenbar bei den heimischen Betrieben. Die bestehenden Partner berichten von sehr guter Unterstützung sowie fairer und transparenter Preisgestaltung.

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Loco-Soft punktet mit seiner Vielseitigkeit, durch die gute Zusammenarbeit mit den Herstellern können für sehr viele Marken zertifizierte Lösungen mit entsprechenden Schnittstellen angeboten werden. Das ist speziell für Mehrmarken-Autohäuser als „Alles aus einer Hand“-Lösung sehr attraktiv. Kleine Betriebe profitieren von der sehr günstigen Preisgestaltung mit Fixkosten pro Arbeitsplatz. Aktuell wurde die Zusammenarbeit mit Eurotax vertieft, neue Anbindungen gibt es für Honda- und Nissan-Betriebe und bei Opel wird kräftig weiterentwickelt.

Betreuung nach dem Kauf Bei Loco-Soft legt man großen Wert auf die Betreuung nach der Einrichtung. So wurde das Schulungsangebot in Österreich erweitert, um die wachsende Zahl an Betrieben auch nach der Installation optimal zu betreuen. Die Webinare (Online-Seminare) haben sich sehr bewährt, zusätzlich werden Seminare durchgeführt. Die Hotline steht weiterhin montags bis freitags durchgehend von 8:00 bis 18:00 Uhr zum Festnetztarif zur Verfügung. • (RED)

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Österreich-Vertriebsleiter LocoSoft Gregor Pülzl


ADP – Ihr internationaler Partner für die Automobilbranche

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WIRTSCHAFT

Elektronische Checkliste für den Kundendienstberater Der Kundendienstberater hat eine zentrale Funktion in der Werkstätte. Vector unterstützt seine verantwortungsvolle Rolle mit einer App.

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ört man die Anforderungen an einen modernen Kundendienstberater in der KfzWerkstätte, kann diese wohl nur ein echtes Multitalent erfüllen. Unbestritten ist dabei die zentrale Rolle, die der KDB im Autohaus spielt. Vector unterstützt die Person, die in vielen Betrieben noch vom Unternehmer und Kfz-Meister selbst dargestellt wird, mit einer speziellen App. Der mobile Annahme Assistent ist Teil der DMA, der Dealer Management Apps, und voll in das Car Dealer Package CDP integriert.

Tablet-Computer statt Notizblock Der Kundendienstberater nimmt seinen Tablet-Computer zum Annahme-Termin mit (egal ob Service, Reparatur oder Schaden). Beim Kundengespräch greift der KDB direkt auf CDP zu und ruft den Termin auf. Die Kunden- und Fahrzeugdaten sind sofort ersichtlich. Kilometerstand oder weitere Termine werden direkt eingetragen. Die gesamten Kunden- und Fahrzeugdaten könnten bei Bedarf ebenfalls geändert werden. Bei der Annahme des Fahrzeuges und der Notiz der durchzuführenden Arbeiten fallen oft kleinere Schäden auf. Hier gibt es nun zwei Möglichkeiten: Der Kunde weiß über den Schaden Bescheid und will ihn belassen. Der KDB vermerkt digital den Zustand des Fahrzeuges und hat bei der Abholung des Kfz keine Diskussion über eventuell entstandene Schäden zu befürchten. War dem Kunden der Schaden nicht bewusst, kann ein zusätzlicher Reparaturauftrag daraus resultieren. Der KDB kann den Auftrag sofort ergänzen und weitere Information sowie Fotos dokumentieren.

Elektronische Checkliste, damit der Kundendienstberater weder Reparaturen noch Zusatzverkäufe vergisst

Im Schadenfall können beliebig viele Fotos hinterlegt werden

Vector-Geschäftsführer Daniel Reischer

(bald) fällige Reparatur aufmerksam zu machen. Hier hilft die neue Checkliste des mobilen Annahme Assistenten. Damit werden die relevanten Teile des Fahrzeuges im System angeführt und der KDB kann den Zustand angeben: OK – Mangel – Eingriff – Potenzial. Unmittelbar nach der „Runde ums Auto“ kann der Auftrag fertiggestellt, gesendet und gedruckt werden. Bei Bedarf kommt der Auftrag also unterschriftsreif aus dem Drucker, sobald Kunde und KDB vom Fahrzeug zum Schreibtisch kommen. Vector-Geschäftsführer Dr. Daniel Reischer: „Unsere Entwicklung erfüllt das Bedürfnis nach Mobilität. Warum nicht den Kundendienstberater dort unterstützen, wo er sich die meiste Zeit befinden sollte – mit dem Kunden beim Kundenfahrzeug. Noch dazu, wo es heute die technologischen Möglichkeiten gibt. Die Möglichkeiten nutzt Vector mit dem Mobilen Annahme Assistenten und bietet eine topmoderne App zur Unterstützung – ganz nach Kundenwunsch.“• (RED)

Elektronische Kompetenz Neben der Vereinfachung für den KDB und eine Kompetenzsteigerung beim Kunden durch die Verwendung moderner Elektronik kommt nun der Zusatzverkauf ins Spiel. Dem meist technisch ausgebildeten Kundendienstberater fällt der Verkauf oft schwer. Dabei geht es darum, den Kunden auf eine

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WIRTSCHAFT

Innovationen hoch drei Drei Neuerungen bringt der IT-Spezialist Motiondata dieser Tage auf den Markt: Zum einen wird mit der Version 7.0 die jüngste Generation des Dealer Management Systems eingeführt, zum anderen gibt es Motiondata CRM künftig auch in der Cloud und Motiondata MIS als Lösung für mobile Endgeräte. Motiondata 7.0 punktet unter anderem mit einem individuell anpassbaren Design

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ukunftsweisende Funktionen in einem modernen Design: Dies zeichnet laut den Grazer Entwicklern die siebente Generation des populären Dealer Management Systems Motiondata aus. Von den ersten Anwendern habe die neue Software bereits „außerordentlich gutes Feedback“ erhalten. Innovationen gibt es beispielsweise im Bezug auf Suchmaschinen („Motiondata OneSearch“ ermöglicht die Freitextsuche im Programm, „Motiondata LiveSearch“ reduziert die Daten im jeweiligen Fenster in Abhängigkeit von den eingegebenen Zeichen) sowie bei der Individualisierung der Benutzeroberfläche. „Dadurch kann Motiondata in der CI des jeweiligen Kunden dargestellt werden“, sagt Marketingleiterin Elke Wolf.

per Notebook, Tablet oder Handy im Internet befindet, unser CRM passt sich der Bildschirmgröße an“, erklärt Wolf. Die Kundenbetreuung werde durch diese Maßnahme erheblich vereinfacht, was schlussendlich die Grundlage für Umsatz- und Ertragssteigerungen bilde. Gründlich überarbeitet wurde zudem das „Management Information System“, kurz Motiondata MIS: „Im Fokus unserer Entwickler stand ein ‚One-Page-Management‘, das es der Firmenleitung ermöglicht, auf einem Blick die wichtigsten Kennzahlen zu erhalten und dadurch die Geschäftsentwicklung beurteilen zu können“, erläutert Wolf. Auch Motiondata MIS ist gleichermaßen vom PC und vom Tablet Motiondata LiveSearch, aus nutzbar, erstellt werden die webbasierte CRMLösung sowie die neue können sowohl StandardVersion von Motiondata auswertungen als auch indiMIS (v. o.) erleichtern viduelle Analysen. • (HAY)

Immer und überall im Bild Kurz vor dem Rollout steht die neueste Entwicklungsstufe von Motiondata CRM: Dabei handelt es sich um eine webbasierte Lösung, die mittels „responsiven Designs“ für mobile Endgeräte optimiert ist. „Egal ob sich der Anwender

den Autohausalltag

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„Das wird eine große Herausforderung für den Handel, die aber auch gute Chancen bietet“,

GEWERBE

analysiert Christian Thaller (Alcar) das Thema RDKS auf Seite 54

„Der Belastungsplafond ist nicht erreicht, sondern überschritten“, sagt BIM Fritz Nagl in Richtung Bundesregierung auf Seite 65

Aus für Dauer-Auslands-Kennzeichen Mit einer Novelle zum Kraftfahrgesetz wird nun verhindert, dass die erlaubte Zeitspanne der Verwendung ausländischer Kennzeichen in Österreich durch eine kurze Verbringung des Fahrzeugs ins Ausland erneuert wird. Diese Frist ist nach wie vor mit einem Monat bemessen. Die wichtige Ergänzung im Gesetzestext lautet auf: „Eine vorübergehende Verbringung aus dem Bundesgebiet unterbricht diese Frist nicht.“ Damit sind Zulassungsschein und Kennzeichen nach einem Monat der zuständigen Behörde abzuliefern.

Teure Schäden schon jetzt vermeiden

Philipp Hayder

Trotz des erst am 1. November 2014 gesetzlich vorgeschriebenen Reifendruckkontrollsystems (RDKS) bei Neuwagen erweiterte TecRMI schon jetzt die Reparaturanleitungen und Informationen zu diesem System. „Gerade jetzt in der Hauptsaison des Reifenwechsels ist es wichtig, dass den Werkstätten die passenden Reparatur- und Wartungsanleitungen für RDKS zur Verfügung stehen, kostet der Ersatz eines defekten Sensors aufgrund falscher Montage doch schnell bis zu 100 Euro“, erklärt Ralf Pelkmann, Vice President von TecRMI.

Sozialpartner im Dienst der Autofahrer Dass Wirtschafts- und Arbeiterkammer auch an einem Strang ziehen können, beweist seit Jahren die „Kfz-Schlichtungsstelle“ in St. Pölten. Im April haben Komm.-Rat Friedrich Nagl, Landes- und Bundesinnungsmeister der Kfz-Techniker (r.), sowie AK-Vizepräsident Michael Fiala ihre Zusammenarbeit um „Kfz-Sicherheitstage“ in den großen Einkaufszentren von St. Pölten und Wiener Neustadt erweitert. Mit dabei waren auch die Reifenprofis des VRÖ. „Rund ein Drittel der überprüften Fahrzeuge wies Mängel auf“, berichtet Nagl.

Die Waffe gegen die autofressenden Tiere Nicht ganz so dramatisch, aber trotzdem ärgerlich sind die jährlich rund 230.000 von Mardern verursachten Schäden an Fahrzeugen. Im Frühjahr sind die Tiere aufgrund der Paarungszeit besonders aktiv. Herth+Buss bietet aktuell ein Schallreflexionssystem zum Schutz des Autos, das mit einem deutlich stärkeren Schallausstoß von rund 110 dB arbeitet. Die Reichweite zum Schutz vor den Vierbeinern erhöht sich damit auf rund 300 Meter. Das Gerät kann durch ein Netzgerät auch am Haushaltsstrom angeschlossen werden.

Des Putzteufels Wahl Der Textildienstleister Mewa blickt in Europa auf rund 55.600 Kfz-Betriebe, die sich für Produkte des Unternehmens entschieden haben. Dies ist laut Bernd Feketeföldi, kaufmännischer Geschäftsführer, auf drei Produktspezifikationen zurückzuführen: gute Qualität durch Verwendung von langstapeligen Fasern (hohe Festigkeit, geringe Flusenbildung), Einhaltung der Sicherheitsund Umweltpflichten sowie das abfallsparende Mehrwegprinzip. Mewa-Tücher können bis zu 50 Mal gewaschen und wiederverwendet werden.

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Der kalte Griff in die Geldbörsen Die „kalte Progression“ sorgt dafür, dass die einkommensabhängigen Steuern Jahr für Jahr steigen, während die Reallöhne bestenfalls stagnieren. Im Finanzministerium will man dazu keine Zahlen nennen. Innsbrucker Wirtschaftsforscher haben jedoch errechnet, dass diese versteckte Steuererhöhung jährlich 500 Millionen Euro in die Staatskassen spült – eine Summe, die sogleich wieder in einer überbordenden Bürokratie und in diversen politisch vernetzten Pleitebanken versickert. Auf der Strecke bleiben die Konsumenten sowie die Handelsund Handwerksbetriebe. Dass zum Beispiel die Umsätze im Kfz-Gewerbe seit 2 Jahren steil nach unten gehen, hätte die Politik längst wachrütteln müssen. Die ist jedoch nach wie vor nur damit beschäftigt, selbst verursachte Budgetlöcher zu stopfen.


GEWERBE

Lückenschluss in Amstetten In St. Pölten und Linz ist Birner schon seit Langem vertreten. Ende März eröffnete der größte österreichische Teilehändler auch eine Filiale in der exakt auf halbem Weg gelegenen Bezirksstadt Amstetten.

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m Teilehandel werden die Räume enger. Das gilt nicht nur im übertragenen Sinn: Beispielsweise haben in Amstetten in den vergangenen Wochen gleich zwei große Anbieter neue Niederlassungen eröffnet. Birner entschied sich im Zuge dessen für eine ehemals von einem Glashersteller genutzte Immobilie im Westen der Stadt. Mit einer Gesamtfläche von 1.750 Quadratmetern, davon 900 Quadratmeter Lager und 200 Quadratmeter Verkaufsraum, wurde der Standort großzügig dimensioniert. Sieben Zustellfahrzeuge sorgen dafür, dass regionale Werkstätten dreimal täglich beliefert werden. Die Verantwortung für die 9 Amstettner Mitarbeiter trägt Heinz Rabensteiner, davor langjähriger stellvertretender Filialleiter in St. Pölten.

Laufende Investitionen

Geschäftsführer Franz Lettner, Filialleiter Heinz Rabensteiner sowie Walter und Andreas Birner (v. l.)

Für Birner sei der neue Standort im westlichen Niederösterreich ein „logischer Lückenschluss“, unterstreicht Geschäftsführer Franz Lettner: „Als letzter verbleibender nationaler Anbieter mit bundesweiter Präsenz streben wir mehr denn je nach einer permanenten Verbesserung unseres Produktangebotes und unserer Dienstleistungen.“ Dazu gehören auch Investitionen in die 27 anderen Standorte, um beispielsweise die Ausstattung und das Angebot in den Verkaufsräumen zu modernisieren. Auch die eine oder andere weitere Filiale ist laut Lettner mittelfristig nicht ausgeschlossen. • (HAY)

Bereit für neues Wachstum Durch den Neubau des Hamburger Logistikzentrums hat die Wulf Gaertner Autoparts AG ihre Kapazitäten nahezu verdoppelt. Das kommt auch dem österreichischen Markt zugute.

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ie Qualitätsteile der Marken Meyle und Meyle HD werden hierzulande vom Großhandelspartner Birner vertrieben. Die Nachfrage steigt laufend – ein internationaler Trend, dem der deutsche Hersteller mit großen Investitionen Rechnung trägt. Insgesamt 40 Millionen Euro flossen in den Lagerneubau, neue Büros und Sozialräume sowie in ein modernes Schulungszentrum.

Eindrucksvolle Größenordnungen „Die Erweiterung des Logistikzentrums ist eine wichtige Voraussetzung für unser Wachstum“, verweist Vorstandmitglied Marita Schwartze auf das stetige Sortimentswachstum. So wurde im Vorjahr unter dem Namen „Meyle Asia Line“ eine eigene Ersatzteilreihe

Marita Schwartze erläutert die Expansionsstrategie hinter der Teilemarke Meyle

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für Fahrzeuge aus Fernost in das Programm aufgenommen. Die technisch verbesserten und mit vier Jahren Garantie ausgestatteten Meyle-HD-Teile sind zudem ein echtes Alleinstellungsmerkmal am freien Teilemarkt. „Mit derzeit 17.500 Meyle-Teilen können wir nahezu jede gängige Anwendung abdecken, haben jetzt aber in der Logistik auch Luft, weiter zu wachsen“, erklärt Schwartze. Im neuen Logistikzentrum können man nicht nur mehr Teile lagern, sondern auch den Durchlauf erhöhen: „Unsere Umschlagsleistung ist bereits jetzt sehr hoch. Bis Ende 2013 haben wir rund 1,5 Millionen Picks mit über 16 Millionen Einzelteilen und einem Gesamtgewicht von 14.000 Tonnen im Lager bewegt.“ • (HAY)

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GEWERBE

Alcar Heringrad in Hirtenberg hat für den Fachhandel ein Komplettpaket geschnürt, um werksseitig mit Reifendruckkontrollsystemen ausgerüstete Autos zu betreuen.

passende Außenkontur und ist damit universell verwendbar. Der Unterschied liegt nur in der Programmierung.

Von Dr. Nikolaus Engel Alcar „T-Pro“: zwei Sensortypen für alle Räder

Druckkontrolle des Rädermarkts C

hristian Thaller, Geschäftsführer der Alcar Heringrad GmbH in Hirtenberg, weiß: „Die Umrüstkampagne auf Winterreifen im Herbst wird entscheidend.“ Es gibt im Handel Bedarf an Wissen, Geräten und Sensoren, um die erstmals in größerer Stückzahl mit Reifendruckkontrollsystemen (RDKS) ausgerüsteten Pkws mit Winterpneus, die auch Reifendruckkontrollsensoren benötigen, auszustatten. „Der Markt ist vorhanden!“, sagt Thaller, ausgehend von einer WinterUmrüstquote über 80 Prozent.

Alcar macht den Handel „RDKS-fit“ „Das wird eine große Herausforderung für den Handel, die aber auch gute Chancen bietet“, ist er sicher. „Wir decken den Bedarf an Sensoren, Diagnosegeräten und Wissen über RDKS aus einer Hand ab“, so Thaller, und definiert den Anspruch von Alcar: „Als Marktführer übernehmen wird die Information des Reifenfachhandels, der Autohäuser und Werkstätten!“ Zuerst geht es bei RDKS ums Grundsätzliche.

Die Alcar „T-Pro“-Sensoren, die der Fachbetrieb gleich mit den Rädern bestellen kann und dann wie die Schrauben beigepackt mitgeliefert bekommt, gibt es lediglich in zwei Varianten: mit Metall- oder Gummiventil. Bei den Alcar-Ventilen mit RDKS lassen sich, verglichen mit geklebten Sensoren, zwei Arbeitsschritte in einem erledigen. Alle wesentlichen Informationen dazu finden sich ab August auf der Alcar-Homepage www.alcar.at, im Alcar-Webshop. Darüber hinaus bietet Alcar außer Montagewerkzeugen, Service- und Ersatzteil-Kits auch das Diagnosegerät VT 56 vom Partner Ateq an, mit dem sich unter anderem RDKS-Sensoren aktivieren und analysieren lassen.

Neuer Arbeitsablauf bei Autos mit RDKS Bevor bei Fahrzeugen mit Reifendruckkontrollsystem das Montieren beginnt, muss der Fachbetrieb erst einmal feststellen, mit welcher Art von RDKS – direkt oder indirekt messend – der Hersteller das Auto ausgestattet hat. Alcar Heringrad konzentriert sich, wie erwähnt, auf direkt messende Systeme. Die Informationen von Alcar Heringrad darüber, welche Originalteile und welche Aftermarket-Systeme zueinander passen, umfassen aber sowohl die eigenen Systeme wie auch die der Konkurrenz. Der Bestandsanalyse der alten bzw. eingebauten Sensoren und Dokumentation des Zustands für den Kunden (Ausdruck, wofür es eine Schnittstelle geben wird) folgen Abmontage und Einlagerung der Reifen. Für die Winterräder benötigt der Fachbetrieb Sensoren, die ab August im Alcar Webshop abrufbar sein werden. „Um und Auf für deren Programmierung sind die Informationen im Webshop“, sagt Thaller. Alcar plant dazu Informationsveranstaltungen im Juni und September.

RDKS-Kompetenz des Handels wird entscheidend sein Konzentration auf direkt messende Sensoren Christian Thaller erwartet einen spannenden Herbst

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„Wir rechnen damit, dass gut ein Drittel der Fahrzeuge – vielleicht eher mehr – werksseitig mit direkt messenden Systemen ausgestattet sein wird“, sagt Thaller. Auf diese konzentriert sich Alcar. Das „T-Pro“ genannte RDKS-Sensorventil hat eine für praktisch alle Leichtmetall- und Stahlräder

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„Der Kunde kommt nur einmal, um zu erfahren, dass man ihm nicht helfen kann“, sagt Thaller: „Daher wollen wir sicherstellen, dass der Fachhandel seinem Kunden auf jeden Fall eine Lösung anbieten kann!“ Das könnte nämlich entscheidend dafür sein, ob man den Kunden auch in Zukunft behalte. Die Kompetenz des Handels zu heben, sei daher Ziel des Komplettangebots von Alcar Heringrad. •


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GEWERBE

Die Pferde sind los Die Herkunft ist mit OMV österreichisch, die Zukunft russisch. Bixxol verwandelt sich in Genesis. Lukoil möchte Kfz-Betrieben damit sichere Margen ermöglichen.

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on OMV Bixxol zu Lukoil Genesis. Die Uhren ticken für Dipl.-Ing. Christian Eibl (Head of European Sales), Ing. Ulrich Ruckenbauer (Head of Automotive Sales) und Gerald Kaspar (Marketing Manager Western Europe) jetzt anders. Alle drei sind erfahrene Schmierstoffspezialisten: Eibl schärfte sein Handwerk bei Mobil, BP und OMV, Ruckenbauer bei ExxonMobil und Kaspar bei Castrol. Also steht mithilfe der vormaligen OMV-Außendienstcrew einem erfolgreichen Marktstart nichts mehr im Weg. „Wir gehen mit unserer bekannten Kompetenz auf die Markenwerkstätten und markenfreien Werkstätten zu, bedienen die Nutzfahrzeug-Servicepunkte und die Riege des Frächter-, Bau- und Landmaschinen-Gewerbes“, steckt Eibl seinen Claim im Markt ab: „Mit Lukoil Genesis werden wir den Big Playern im Markt Paroli bieten.“ Darunter versteht Kaspar eine „hochwertige ProduktPreisstrategie“ auf Basis der weiterentwickelten OMVBixxol-Serie. „Wir möchten dem Autohaus-Partner attraktive Margen ermöglichen“, sekundiert der für die lokale Vermarktung verantwortliche Ruckenbauer. „Preislich orientieren wir uns bei den Top-Anbietern am Markt.“

Bixxol noch bis 2017 an den OMV-Tankstellen Mit Lukoil Genesis startet Lukoil Lubricants seine Werbelinie im europäischen Markt. Auf den OMVTankstellen bleibt die Marke OMV-Bixxol-Motoröl – zumindest für die nächsten drei Jahre – präsent. Dann ist OMV-Bixxol unter der Flagge OMV Geschichte. Die Markenrechte für Bixxol wurden von Lukoil Lubricants ebenfalls gekauft und können unter dieser Marke weiterhin verwendet werden. Die Genesis-Reihe wird die Stärken beider Markenwelten vereinen und auch weiterhin in Österreich produziert. Kaspar begründet die Qualität wie folgt: „Lukoil ist bei General Motors und Hyundai lange schon im Firstfill-Geschäft verankert und beherrscht die Vollsynthetiktechnologie.“ Garant für den technisch professionellen Umgang und die Weiterentwicklung der „Top-Of-The-Line-Produkte“ ist das neue Kompetenzzentrum für Forschung und Entwicklung in Österreich. Eibl, dessen Marktverantwortung für weite Teile Westeuropas – von Polen über die Slowakei, Ungarn und Slowenien bis Portugal – reicht und an die Lukoil Lubricants Europa-Zentrale berichtet,

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will die gemeinsamen Stärken beider Brands nützen und so das jährliche Mengenminus von 2 bis 3 Prozent kompensieren. Lukoil beschäftigt rund 80 Mitarbeiter, hauptsächlich in Österreich. „Aufgrund der strategischen Bedeutung der Produktion und Vermarktung aus Österreich heraus wird der Mitarbeiterstand in naher Zukunft stark wachsen.“

Ab 2015 Motorsport-Engagement Während zum Markteinstieg erwartungsgemäß der Fokus auf dem B2B-Sektor und dem optimalen Service für bestehende Kunden liegen wird, avisiert Kaspar ab 2015 den Eintritt mit gezielten Marketing-Aktivitäten in Richtung Sport-Sponsoring. „Für Lukoil ist das der kürzeste und beste Weg, die Autofahrer von unseren neuen Motorenölen zu überzeugen und das nötige Sport-Image aufzubauen.“ Vom Standort Ölhafen Lobau in Wien-Donaustadt werden also Eibl, Ruckenbauer, Kaspar & Co. auch weiterhin Partner und Großkunden direkt betreuen. Für die tiefe Marktdurchdringung setzt man in Zukunft auf die bewährten Handelspartner. Wien wird somit zur Drehscheibe von Lukoil Lubricants für das Europageschäft. Eibl abschließend: „Für die heimische Werkstattszene sind zwar der Produktname und der Eigentümer neu, nicht jedoch die handelnden Personen.“ • (LUS)

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Ing. Ulrich Ruckenbauer will mit Lukoil den österreichischen Kfz-Betrieben ein verlässlicher Partner sein

Dipl.-Ing. Christian Eibl (r.) und Gerald Kaspar stemmen Lukoil kraftvoll in den Markt


GEWERBE

Vom smart bis zum Sprinter N Der traditionsreiche Werkstätten-Ausrüster Siems & Klein bietet ein umfangreiches Sortiment an Hebebühnen mit professionellem Wartungs- und Servicedienst.

Siems-&-KleinGeschäftsführer Komm.-Rat Ing. Christian Brachmann

ussbaum und Maha lauten die renommierten Hersteller im Hebebühnen-Programm von Siems & Klein. Damit kann der erfahrene Werkstätten-Ausrüster alle Anforderungen erfüllen. Für S&K-Geschäftsführer Komm.-Rat Ing. Christian Brachmann ist es dabei entscheidend, in einem kompetenten Beratungsgespräch mit der Werkstätte die richtige Lösung zu finden: „Für jeden Bedarf gibt es eine passende Lösung, die im Gespräch zwischen den Kunden und unseren Experten ausgearbeitet wird. Denn allein die Tonnage der Bühne ist noch nicht entscheidend, wichtig ist, mit welchen Fahrzeugen man arbeitet, welche OEM-Standards zu berücksichtigen sind und welche Aufgaben erfüllt werden müssen.“

Sonderlösung für §-57a-Überprüfung Nussbaum-2-Säulenbühne im Programm von Siems & Klein

Eine Sonderlösung für den österreichischen Markt musste aufgrund der §-57a-Genehmigung beim Gelenkspieltester gefunden werden. Als Alternative zur Reparaturgrube gibt es eine Variante für Scherenund 4-Säulenhebebühnen, die der Prüf- und Begutachtungsstellenverordnung entspricht. • (RED)

Zu den Ersatzteilen auch das Werkzeug Trost bietet alles aus einer Hand und legt großen Wert auf den Service. Hebebühnen sind dabei ein wichtiges Standbein.

H

öhere Tonnagen und Hydraulikbühnen sind die Trends, die Gernot Riegler, Leiter Werkstättenausrüstung bei Trost, in den letzten Jahren bemerkt. „Einerseits werden die Autos immer größer und schwerer, wodurch Hebebühnen für höhere Gewichte gefragt sind. Andererseits lösen die Hydraulikbühnen immer mehr die klassische Spindelbühne ab.“ Spindelbühnen werden meist nur noch bei begrenzten Platzverhältnissen eingesetzt. Die geringere Haltbarkeit neuerer Bühnen wird laut Riegler durch den Einsatz von Hydraulik-Lösungen kompensiert, da diese Ausführungen länger halten. „Bei Spindelbühnen werden ab einem Alter von 15 Jahren die Reparaturkosten oft höher und rechtfertigen einen Ersatz.“

Gernot Riegler, Leiter Werkstättenausrüstung bei Trost Rotary-Hebebühnen im Programm von Trost in Eigenregie organisiert, nicht an Subunternehmer vergeben. Die Techniker und die Vertriebsleute werden laufend geschult. Riegler: „Wir legen Wert auf eigene, gut ausgebildete Mitarbeiter, dafür wenden wir viel Zeit auf.“ Monochrom Redline wird künftig als preisgünstige Schiene ins Programm aufgenommen. „Für Bühnen, die nicht so oft im Einsatz sind, werden oft günstigere Lösungen nachgefragt. Dem können wir hiermit entsprechen.“ • (RED)

Ersatzteile und die Werkzeuge dazu Insgesamt läuft das Geschäft sehr gut, Hebetechnik spielt eine wichtige Rolle bei Trost. Riegler: „Trost bietet alles aus einer Hand: nicht nur Ersatzteile, sondern auch das Werkzeug dazu.“ Der Service wird bei Trost

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GEWERBE

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben Die Hebebühne ist eine langfristige Investition. Der richtige Zeitpunkt für die Neuanschaffung ist entscheidend, um effizient und kostengünstig zu arbeiten.

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er Bereich Hebetechnik ist nicht gerade bekannt für seine weltverändernden Innovationen. Die verschiedenen Konzepte mit zwei oder vier Säulen, Stempel oder Scheren, haben sich bewährt und etabliert. Deshalb ist dieses Segment hauptsächlich ein „Austauschmarkt“ geworden, wie Siems-&-KleinGeschäftsführer Komm.-Rat Ing. Christian Brachmann erklärt. Für die Werkstätte ist es dennoch wichtig, die Hebebühnen und das Angebot zu beobachten und die Situation laufend neu zu bewerten. Gernot Riegler von Trost: „Ab einem Alter von 15 Jahren beginnen die Reparatur- und Wartungskosten bei Spindelbühnen entscheidend zu steigen und rechtfertigen eine Neuanschaffung.“ Die Zeitspanne für einen sinnvollen Einsatz hängt natürlich von der Belastung, der Pflege und der Qualität ab. Generell ist zu bemerken, dass die Bühnen in den vergangenen Jahren zwar billiger geworden sind, die Lebensdauer dafür etwas kürzer. Die etablierten Werkstättenausrüster sind verstärkt mit Billigangeboten konfrontiert. Die meisten schließen das Thema generell aus. Andere bieten bereits preisgünstige Modelle aus Asien an. Speziell für Reservebühnen oder Arbeitsplätze, die nicht so oft zum Einsatz kommen. Da auch hier das Internet an Bedeutung gewinnt, wird man an dem Thema wohl nicht gänzlich vorbeikommen. Wie bei allen Produkten wird die Rolle Chinas als Hersteller wichtiger, entscheidend ist wohl die Auswahl der richtigen und qualitativen Produkte.

Schwerpunkt Beratung

Wernfried Horn, Kastner

man Stertil-Koni und Ravaglioli anbieten. Scherenbühnen kommen ebenfalls von Ravaglioli. „Generell ist immer mehr ein Trend zu hochwertigen, europäischen Hydraulikbühnen zu bemerken“, so Horn. Neu im Programm ist die 5,5-Tonnen-2-Säulen-Hydraulikbühne. Horn: „Beim Hebebühnenkauf steht nicht der Anschaffungspreis im Vordergrund, sondern die Lebensdauer, die jährlichen Reparaturkosten und natürlich die Problemlösung.“

Retro-Kits für Unterflurbühnen

Thomas Posch, Derendinger

Arno Baldauf, Würth

Bei Kastner, dem Spezialisten für Werkstättenausrüstung, kann man auf über 50 Jahre Erfahrung im Bereich Hebetechnik zurückgreifen, sowohl bei Beratung, Montage wie auch im Service. Verkaufsleiter Wernfried Horn und sein Team beraten den Kfz-Betrieb mit ihrer Erfahrung und erheben den exakten Bedarf: „Welche Fahrzeuge werden gehoben, welche Arbeiten werden durchgeführt und wie schaut der Arbeitsplatz baulich aus?“ Danach wird eine maßgeschneiderte Lösung erarbeitet und angeboten, wobei man auf starke Partner vertrauen kann. Stempelbühnen kommen von Slift und JAB Becker, für 2- und 4-Säulen-Lösungen kann

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4-Säule-Hebebühne von Stertil-Koni, erhältlich bei Kastner

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Bei Derendinger ist Hebetechnik ein sehr wichtiger Umsatzbringer. Produktmanager Thomas Posch: „Im Überflurbereich, bei den klassischen 2-Säulen-Bühnen ist der Trend zu den hydraulischen Antrieben klar erkennbar.“ Diese Systeme sind im Vergleich zu den strombetriebenen Versionen sehr wartungs- und verschleißarm und deutlich schneller in der Hebezeit. Unterflur-Bühnen sind klarerweise eher bei Neubauten ein Thema. Müssen in bestehende bauliche Voraussetzungen neue Unterflurbühnen eingebaut werden, setzt Derendinger sogenannte Retro-Kits ein. Hier baut der Hersteller die neue Anlage exakt auf die Abmessungen des alten Systems auf. Speziell für die §-57a-Überprüfung über 2,8 Tonnen sind die Scherenbühnen sehr beliebt, da hier keine Montagegrube nötig ist. Posch: „Hier bieten wir unsere Ravaglioli Scherenbühne mit wahlweise 5 oder 6 Tonnen Hubgewicht und Radfreiheber an.“

Lastverteilung prüfen Safety Pad nennt sich die Neuerung im Hebetechnikprogramm von Würth. Hebebühnenspezialist Herrmann hat eine der wenigen Innovationen in diesem Bereich auf den Markt gebracht. Mit dem Safety Pad kann die Sicherheit beim Heben erheblich erhöht werden. Unfälle in der Werkstätte passieren sehr häufig durch eine falsche Lastverteilung des Fahrzeuges auf der Hebebühne, und hier setzt das System an. Das Safety Pad wird einfach auf die Schwenkarme der Hebebühne aufgesteckt. Jeder Aufnahmepunkt besitzt eine eigene Anzeige, mit dem sowohl die korrekte Aufnahme wie auch die Veränderung während der Reparatur visuell angezeigt werden.“ Sowohl Unter-


GEWERBE

Ravaglioli Scherenbühne aus dem Hebetechnik-Programm von Derendinger

Herkules Doppelhebebühne: mit optimaler Arbeitshöhe

Herrmann Safety Pad, neu bei Würth wie auch Überlast auf einer Seite werden erkannt und so können Gefahrensituationen vermieden werden. Das Paket enthält vier Safety Pads und ein Kommunikations-Set für die Werkstätte und passt auf jede Hebebühne. Die mobile 2-Säulen-Hebebühne FHB 3000 von Finkbeiner ist ein weiterer Bestandteil des Würth-Hebetechnik-Programms. Die Bühne ist mobil und flexibel einsetzbar, sowohl in der Halle wie auch im Freien und im Nassbereich, ohne Befestigung am Boden. Würth-Verkaufsleiter Arno Baldauf: „Die 2-Säulenbühne wird hydraulisch angetrieben, ist türfrei in jeder Hubhöhe und kann von einer Person leicht verfahren werden.“

Da auch die Standfläche erweitert wurde, ist die Doppelbühne nun auch für Arbeiten an schweren Limousinen und Transportern einsetzbar. Bei der Duo genannten Ausführung kann das Fahrzeug sowohl auf Rädern stehend wie auch mit freigehobenen Rädern repariert werden. Je nach Anforderung wird in optimaler Arbeitshöhe bei bester Zugänglichkeit und Sichtkontrolle gearbeitet. Herkules trägt damit dem Trend zu immer größeren Fahrzeugen Rechnung. Die bis zu 3,2 Tonnen tragende Doppelbühne schafft Arbeitssicherheit für SUVs und Kleintransporter. Trotz der hohen Leistungsfähigkeit spart die Herkules-Bühne mit ihrer kompakten Bauweise Platz in der Werkstätte und durch die niedrige Konstruktion ist das Befahren auch mit tiefergelegten Fahrzeugen unproblematisch. Die Hubtechnik erfolgt mit wartungsfreiem Luftbalgsystem, 8 bar Druckluftanschluss reichen aus. • (RED)

Vielseitiger Einsatz durch Doppelfunktion Die Doppelhebebühne HLS 3200 Duo von Herkules ist mit gesteigerter Hubkraft von 3,2 Tonnen lieferbar.

Sicherheit und Komfort beim Heben WM Fahrzeugteile: Nussbaum Unterflur-Bühne

WM Fahrzeugteile bietet die neuen Technologien für Unterflurbühnen von Nussbaum in seinem Hebebühnenprogramm an.

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it Safety Star Technology (SST) von Hebebühnen-Spezialist Nussbaum setzt WM Fahrzeugteile auf mehr Sicherheit in der Hebetechnik. Dabei werden alle Daten des elektronischen Wegmess-Systems an der Kugelumlaufspindel gesammelt und an

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den Achscontroller geschickt. Dieser steuert über Proportionalventile die Ölmenge für jeden Zylinder. Das System gewährleistet den perfekten Gleichlauf beider Zylinder auf den Zehntelmillimeter. Gleichzeitig sorgt es dafür, dass die Last in jeder Arbeitshöhe mechanisch verriegelt wird. Neben mehr Sicherheit bringt SST auch deutlich mehr Komfort, da feinfühliges Anfahren und Stoppen, millimetergenaues Positionieren und das Halten an vorprogrammierten Punkten ermöglicht wird. SST wird in Einzelwannen installiert, durch diese Einzelkassetten wird der Installationsaufwand verringert.

Hydraulisch-mechanische Lösung Die zweite Technologie bei den Top-Lift-Unterflurhebebühnen von Nussbaum nennt sich TS. Bei dieser hydraulisch-mechanischen Lösung sorgt eine starre Verbindung der Hubstempel für den Gleichlauf. TSund SST-Systeme von Nussbaum sind im Hebebühnenportfolio von WM Fahrzeugteile verfügbar und ergänzen das Komplettprogramm an Werkstattausrüstungsgeräten. • (RED)

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Katalog für Werkstättenausrüstung Effiziente Organisation, Zuverlässigkeit und günstige Preise sprechen für die Einkaufsgemeinschaft ATEV.

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inen eigenen Katalog für Werkstätten-Ausrüstung hat ATEV, der genossenschaftliche Autoteile-Einkaufsverband, herausgebracht. Über die ATEV-Mitglieder gelangt dieses jährlich erscheinende Sammelwerk zu den Werkstätten. Der Katalog beinhaltet Werkzeuge, Maschinen und Geräte renommierter Hersteller, die über ATEV preisgünstig bezogen werden können. So gehören im Bereich Hebetechnik Marken wie Ravaglioli oder Hofmann zum Angebot.

Belieferung aus dem Zentrallager Die Ersatzteile-Lieferungen für ATEV-Mitglieder aus Deutschland, Österreich und der Schweiz kommen

aus einem eigenen Zentrallager. Im bayerischen Mitterteich betreibt der genossenschaftlich organisierte Einkaufsverband schon seit 1997 dieses LogistikZentrum. Werner Fischer, geschäftsführender Vorstand der ATEV: „Die Mitglieder schätzen an dieser effizienten Organisation neben der Zuverlässigkeit vor allem die günstigen Preise.“

Neues Mitglied

Werner Fischer, geschäftsführender Vorstand der ATEV

Auto-Riedel Glomb KG ist das jüngste Mitglied der ATEV-Familie. Das Autoteile- und Radsportgeschäft in Schwarzberg im sächsischen Erzgebirge war bislang als freier Händler tätig und hat mit ATEV nun die geeignete Einkaufskooperation gefunden. • (RED)

Umweltschutz hilft sparen Ab 2017 darf das klimaschädliche Kältemittel R 134a nach EU-Verordnung nicht mehr in Neuwagen verwendet werden. Waeco bietet schon jetzt eine umweltfreundliche Abhilfe.

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ür rund 95 Prozent der EU Bürger ist Umweltschutz ebenso wichtig wie nachhaltiges Wirtschaften und verantwortungsbewusster Umgang mit natürlichen Ressourcen. Mit dem ASC 2500 Low Emission von Waeco kann dem Kunden von der Werkstatt genau diese Umweltverantwortung geboten werden, ohne auf den Einsatz von R 134a zu verzichten.

Umweltbelastung auf fast null reduzieren Durch eine spezielle Entwicklung, mit der eine höchstmögliche Rückgewinnungsrate von Kühlmittel garantiert wird, können die Kosten für die Werkstatt reduziert sowie die Belastung der Umwelt verringert werden. Erreicht wird dies durch die höchstmögliche Rückgewinnungsrate von Kältemittel. So werden emissionsrelevante Servicekomponenten im Recycling-Kreis-

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Bei Klimaanlagen können moderne Geräte den Materialeinsatz beinahe ganz verhindern

lauf verwendet und das Kältemittel aus dem Altölbehälter abgesaugt, das normalerweise von dort in die Umwelt entweicht. Damit werden statt den durchschnittlich 60 bis 120 Gramm entwichenen Gasen mit dieser Technik nahezu 0 Gramm des Gases an die Umwelt abgegeben.

Kosten sparen durch weniger Materialeinsatz Durch den geringen Materialeinsatz verringern sich die Kosten für die Kfz-Werkstatt. Große Marken wie Volkswagen und BMW setzen aktuell schon auf diese Gerätschaft, die aufgrund neuer technischer Entwicklungen auch zur Fehlerdiagnose im KlimaserviceBereich eingesetzt werden kann. • (MKR)

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Damit nichts in die Brüche geht Der Markt ist verteilt. Daher werden in allen Details kundengerechte Verbesserungen umgesetzt. Autover-Chef Mag. Christoph Mader sorgt für klare Verhältnisse.

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s scheint banal, gehört aber zum täglichen Geschäft: Bruchsicherheit beim angelieferten Autoglas. Nichts ist unangenehmer, als wenn zerbrochenes Glas zu weiteren Verzögerungen führt – Werkstatt und Autohalter sind frustriert. Dem wirkt Saint-Gobain Autover mit einem speziell geplanten Verpackungsautomaten entgegen, der die Bruchsicherheit massiv verbessert. „Ein Aspekt“, so Christoph Mader, Geschäftsführer der Österreich-Niederlassung von Saint-Gobain Autover, „der von den Kunden mehr als geschätzt wird.“ Die Botschaft an den Kunden, die Kompetenzdarstellung beim Autoglas samt Zubehör, Kleber und Training als service- und dienstleistungsorientiertes Unternehmen, wird so noch besser verstanden. Als eines der weltgrößten Industrieunternehmen mit globaler Präsenz in 27 Ländern werden 6.000 Artikel – eine Marktabdeckung von 98 Prozent – im Autoglassegment präsent gehalten. Zum Logistikkonzept der raschen Verfügbarkeit zählt neben engagiertem Fachpersonal auch die technische Hilfestellung in Form von Verpackungsautomaten, um dem Abnehmer eine effiziente Abwicklung zu garantieren.

Mag. Christoph Mader mag sich wiederholen, doch seine Argumente rund um die Autoglasvermarktung sprechen für sich

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Schaut einfach aus die Glasverpackung, ist aber eine komplexe und kostenintensive Angelegenheit „Das machen wir, weil unsere Kunden OriginalteileQualität verbauen“, erläutert Mader, der von Wiener Neudorf aus (der Auslieferungsstandort Innsbruck wird geschlossen) für Österreich den freien Ersatzteilmarkt mit Autoglas und Zubehör bedient. Die Verglasung stammt von Saint-Gobain Sekurit, die in nahezu jedem zweiten Neuwagen in Europa verbaut wird. Alles der zuständigen Branche vertraute Tatsachen – oder doch nicht? Im heute schnelllebigen AutoglasErsatzbedarfsgeschäft zählen neben absoluter Wettbewerbsfähigkeit – sprich Preis – beste Erstausrüsterqualität, umfassendes Zubehörangebot, erstklassige Produktschulungen und zeitgemäße Softwarelösungen sowie der Nachtversand zu den Ausrufungszeichen von Saint-Gobain Autover.

Profitabilität im Fokus Damit nichts in der Kundenbeziehung in die Brüche geht, forciert Mader die Profitabilität im Handel und in der Werkstatt. „Beispielsweise über die E-Business-Schiene mit Webshop, EDI und Montage-Software. Drei Menüpunkte im Internet, die jedem Serviceleister prompte Unterstützung bieten, damit nicht allein der Einkaufspreis entscheidend ist.“ Neben der Montage-Software stehen dem Autoglasfachbetrieb jeder Größenordnung das Warenwirtschaftssystem „AS Mercator“ samt Anweisungsverwaltung, Bestellwesen und Basisdatenabspeicherung und das Preis- und Informationssystem „AS Mobil“ zur Verfügung. Es liefert Informationen zu Artikeln und Preisen, Einzelteilelisten und Arbeitszeitangaben. „Wir erfinden das Autoglas nicht neu“, schließt Mader, sondern bilden Maßnahmen, die den Autofachmann kompetent vor den Augen des Kunden auftreten lassen. • (LUS)

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Lenkungsprüfung mit Gewährleistung In Rastenfeld (NÖ) steht der einzige Lenkungsprüfstand Österreichs, der auch von Werkstätten gut genutzt werden kann.

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uf einem Lenkungsprüfstand kann eine elektrische Servolenkung inklusive ihrer Komponenten aufgebaut und unter realistischen Bedingungen getestet werden. In Österreich ist der einzige Lenkungsprüfstand bei Moser Tachoservice in Rastenfeld (Niederösterreich) im Einsatz. Das Unternehmen bietet als Dienstleistung für KfzBetriebe die Reparatur von elektrischen Servolenkungen an. Auf dem Prüfstand werden Lenkungen bei unterschiedlicher Belastung getestet. Ist die Funk-

Die Reparatur von elektrischen Servolenkungen ist bei Moser möglich

Der Oldtimer dankt’s mapo bringt nun Schmierstoffe in einer klassischen Blechdose. Dosieren ohne Verschütten ermöglicht die Flasche des mapo Bleiersatz Classic.

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s ist unverkennbar, dass mapo-Inhaber Franz Mauerhofer selbst Oldtimer-Enthusiast ist: Davon zeugt nicht nur die praxiserprobte Dosierflasche für den Bleiersatz Classic (mit langem Hals und Rücklauf für Überschussmengen), sondern auch der Inhalt, der auch für Youngtimer mit der ersten Katalysator-Generation geeignet ist. Ebenfalls ein typisches mapo-Oldtimerprodukt für die Praxis ist die Silikon-Bremsflüs-

mapo-Produkte für den Einsatz in Old- und Youngtimern: Bleiersatz und Klassik-Öle

tion nicht mehr einwandfrei, wird der Sensor getauscht. Der große Vorteil für die Kunden von Moser ist das Prüfstandsprotokoll, das die Gewährleistung sichert. Es hält fest, dass alle Komponenten einer Qualitätskontrolle unterzogen wurden. Hinzu kommt der fachgerechte Einbau des „werksfrischen“ Sensors mit vorkalibrierten Werten. So können Werkstätten ihren Kunden für deren in die Jahre gekommenen Autos eine günstige und sichere Lösung bieten. • (POD)

sigkeit: Sie ist – da lange haltbar – ideal für Autos, die länger stehen, und sie pflegt die Bremskolbenmanschetten, anstatt sie – wie üblich – anzugreifen. mapo, eigentlich Schmierstoffspezialist mit umfassender Erfahrung bei Getriebeölen, bietet auch eine komplette Palette spezieller „Klassik-Öle“: von den unlegierten Motorölen für Fahrzeuge bis Baujahr 1940 über die leicht legierten HDS-Öle bis zu Schmierstoffen für Fahrzeuge bis Baujahr 1970. Sie kommen nun in Blechdosen auf den Markt, die sich zum Mitführen eignen: mineralische oder leicht legierte Ein- oder Mehrbereichsöle für Benzin- und Dieselmotoren. mapo führt unter den Anwendungen der Klassik-Linie auch die Spezifikationen der einzelnen Automarken an. • (ENG)

So bringt man Farbe ins Spiel Nach der Produktpräsentation von Cromax im Linzer Design Center ist die Marke international auf der Automechanika Frankfurt und Dubai vertreten.

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iner der 4.600 Aussteller aus 74 Ländern, die auf der Automechanika in Frankfurt ihre Produkte präsentieren werden, ist die Marke Cromax. Neben den innovativen Produkten, mit denen Karosserieund Lackierfachbetriebe ihre Produktivität steigern können, sollen am Messestand vor allem der Spektralfotometer ChromaVision und dessen zweite Genera-

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Das Linzer Unternehmen Lack & Technik ist Generalimporteur von Cromax in Österreich

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tion ChromaVision Pro überzeugen. Die digitalen Farbtonfindungsinstrumente zählen zu den stärksten am Markt. Auch die web- und cloudbasierte Farbtonfindungstechnologie gehören zu den vorgestellten Innovationen, die für Lackierbetriebe eine nützliche Ergänzung bei der Farbtonfindung darstellen. • (MKR)


GEWERBE

Plakettendatenbank online Entsprechend der 31. KFG-Novelle wird der Plakettenfluss ab 1.1.2015 exakt dokumentiert.

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eit dem 1.4.2014 werden die ersten offiziellen Stellen an die Zentrale Begutachtungsplakettendatenbank (ZBD) angeschlossen. Wie in der 31. KFGNovelle vorgesehen, wird diese Datenbank von den ermächtigten Plakettenherstellern entwickelt. Damit kann der Begutachtungsplakettenfluss lückenlos dokumentiert werden. Die ermächtigten Betriebe und Werkstätten müssen zwischen 1.10.2014 und 31.12.2014 angeschlossen werden. Ab 1.1.2015 kann über diese Datenbank lückenlos nachverfolgt werden, welche Stelle die Plakette ausgegeben hat und von welcher Person diese dem Fahrzeug zugeordnet wurde. Neben den Begutachtungsplakettenausgabestellen haben das Verkehrsministerium, die Revisionsbehörden der Länder, die Polizei sowie die Zulassungs-

stellen Zugriff auf die ZBD. Projektleiter Dieter Köllner-Gürsch: „Die ermächtigten Kfz-Betriebe müssen die Begutachtungssoftware (EBV) auf die neue Version 5.0 aktualisieren und sich danach bei der zentralen Begutachtungsplakettendatenbank anmelden. Nur registrierte Betriebe können weiterhin Begutachtungsplaketten ausgeben.“ Im täglichen Ablauf ergeben sich für den KfzBetrieb keine Änderungen. • (RED)

Dieter KöllnerGürsch

Geschäftsanbahnung lief auf Hochtouren WM Fahrzeugteile will seine Hausmesse jedes Jahr durchführen; seit Kurzem werden auch Reifen angeboten.

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uch aus dem Südburgenland und weiten Teilen Niederösterreichs reisten die Kunden am 25. April zur 2. Auflage der „Hausmesse“ von WM Fahrzeugteile in die Wagramer Straße 171 nach WienDonaustadt. Im Vorjahr wollte man den Kunden vor allem die neu adaptierten Räumlichkeiten und das umfangreiche Lager zeigen, heuer standen die Informationen über neue Produkte im Vordergrund. Wesentlich sei bei solchen Messen die Möglichkeit zur Geschäftsanbahnung, verlautet aus dem Unternehmen: Das Nachfolgegeschäft lasse sich in den Wochen nach einer solchen Veranstaltung deutlich ablesen. Neben dem Kerngeschäft der Werkstattausrüstung bietet WM Fahrzeugteile heuer erstmals auch Sommerreifen an. Laut Geschäftsführer Gerhard Lorber handelt es sich allerdings nicht um ein Kerngeschäft, sondern um eine Sortimentserweiterung.

Geschäftsführer Gerhard Lorber begrüßte bei der Hausmesse über 300 Kunden

Insgesamt kamen heuer rund 300 Kunden zur Hausmesse. Bei der Abendveranstaltung, die von den „Alpenstürmern“ aus Tirol musikalisch gestaltet wurde, wurden zwei Hebebühnen, Ölfässer und Werkzeugsätze versteigert. • (MUE)

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GEWERBE

Ein Mittel gegen die braune Pest Der neue Förch Korrostop-Rostumwandler L296 auf Epoxydharzbasis ist gleichzeitig Grundierung und Basis für Spachtel- und Lackierarbeiten.

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as neuentwickelte Anti-Korrosionsprodukt L296 wandelt Rost in einen wasserunlöslichen, schwarzen Eisenkomplex um. Diese neue chemische Verbindung wird durch Epoxydharz stabilisiert, wobei diese das Eisen künftig dauerhaft vor äußeren Einflüssen schützt. Die entstandene Schutzschicht dient außerdem als Grundierung und Basis für weitere Spachtel- und Lackierarbeiten. Weitere Vorteile des neuen Produkts: Der Rostumwandler L296 ist schwermetall- und mineralsäurefrei und mit allen handelsüblichen Spachtelmassen, Fillern und Deckanstrichen (ohne Nitro) kompatibel.

L296: frei von Schwermetall und Mineralsäure und mit allen Spachtelmassen und Fillern kompatibel

Aufsprühen, trocknen, lackieren Nach dem Entfernen von losem Rost, Schmutz, Fett und Farbresten müssen je nach Rostgrad drei bis vier

Schichten aus zirka 25 Zentimeter Entfernung aufgesprüht werden, wobei es sich empfiehlt, umliegende, nicht zu behandelnde Flächen abzukleben oder mittels eines Kartons vor Sprühnebel zu schützen. Durch zusätzliches Einbrennen (15 Minuten, 160 Grad Celsius) wird die aufgetragene Schutzschicht noch beständiger gegen Salzwasser und Lösungsmittel. Ohne Heißtrocknung kann die behandelte Stelle nach rund 6 Stunden überlackiert werden. Der Korrostop-Rostumwandler L296 ist in 400-ml-Dosen erhältlich. Die Menge reicht laut Hersteller für die Behandlung von zirka 1,6 Quadratmeter Rostfläche. • (PSP)

Stoßdämpfer kontrollieren Jedes siebente Auto ist mit defekten Bremsen, Stoßdämpfern oder Federn unterwegs – eine große Gefahr für die Verkehrssicherheit.

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ie Untersuchung stammt zwar aus Deutschland (nämlich vom TÜV), die Ergebnisse sollten aber auch auf Österreich zutreffen. Demnach wiesen 14,2 Prozent aller untersuchten Fahrzeuge einen Defekt am Fahrwerk auf – und in vielen Fällen waren die Stoßdämpfer betroffen.

Laut KYB sollte man die Stoßdämpfer und Federn stets paarweise pro Achse austauschen

Schon im eigenen Interesse sollten Werkstätten die Autofahrer auf diese Gefahren hinweisen, schließlich gibt es Möglichkeiten für weitere Geschäfte: Denn der Austausch von Stoßdämpfern bzw. Federn bringt zusätzlichen Ertrag; außerdem erhöht ein rechtzeitiger Hinweis auf die Gefahren, die durch ein marodes Fahrwerk entstehen können, die Kompetenz der Werkstatt, was sich langfristig positiv aufs Image auswirkt. In jedem Fall sollten höherwertige GasdruckStoßdämpfer und Federn in Erstausrüstungsqualität verwendet werden. • (MUE)

Gefahr für alle Verkehrsteilnehmer Vielen Autofahrern ist gar nicht bewusst, welche Gefahr sie damit für sich – und für andere Verkehrsteilnehmer – heraufbeschwören: „Mit schwachen Stoßdämpfern und verschlissenen Federn verlieren die Räder den Kontakt zur Straße“, meint dazu Hans-Jürgen Link, Fahrwerkexperte von KYB: „Dadurch verlängert sich der Bremsweg erheblich.“ Doch damit nicht genug, auch die Auswirkungen auf den Reifenverschleiß sind nicht zu unterschätzen.

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Quellen: KMU Forschung Austria, Statistik Austria

GEWERBE

Sowohl nominell (l.) als auch preisbereinigt blieben die KfzBetriebe im Vorjahr hinter der allgemeinen Wirtschaftsentwicklung zurück

Harte Zeiten für Werkstätten Immer häufiger bleibt die Hebebühne am Boden und der Schraubenschlüssel im Werkzeugwagen: Das geht aus den aktuellen Daten der KMU Forschung Austria hervor. Um das Geschäft in den Kfz-Betrieben wieder zu beleben, ist nicht zuletzt ein politisches Umdenken nötig.

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lles wird teurer, nur die Autoreparaturen nicht: Während die Inflationsrate 2013 bei 2 Prozent lag, stiegen die Reparaturpreise laut der jüngsten Konjunkturerhebung von KMU Forschung Austria nur um 1,6 Prozent. Gleichzeitig ging der Branchenumsatz der heimischen Kfz-Techniker nominell um 1,9 Prozent und preisbereinigt sogar um 3,5 Prozent zurück. Zum Vergleich: Im gesamten Handwerk wurde nominell im Vorjahr der gleiche Umsatz wie 2012 erwirtschaftet, preisbereinigt gab es ein weitaus geringeres Minus von lediglich 1,1 Prozent. Das Bruttoinlandsprodukt stieg überhaupt nominell um 2 Prozent und real um 0,4 Prozent.

Friedrich Nagl fordert eine Entlastung von Werkstätten und Konsumenten

Bundesinnungsmeister Komm.-Rat Friedrich Nagl. Dennoch würde derzeit eine weitere Belastungswelle „gleichermaßen auf die Autofahrer und die Autobetriebe zurollen“. Nagl fordert angesichts dessen wirksame steuerliche Entlastungen. Den kürzlich präsentierten „Handwerkerbonus“ auf die Autobranche auszudehnen, sei ein erster Ansatz. Allerdings müsse dafür auch ein angemessenes Budget zur Verfügung gestellt werden: „Derzeit handelt es sich um eine gut gemeinte, aber keineswegs ausreichende Regelung.“ • (HAY)

Verhaltene Aussichten In den vergangenen Monaten gab es keine wesentliche Entspannung. Lediglich 10 Prozent der Reparaturbetriebe meldeten im 1. Quartal Umsatzsteigerungen, bei 59 Prozent gab es stagnierende und bei 31 Prozent rückläufige Umsätze. Kein Wunder, dass auch die weiteren Prognosen schlecht ausfallen: Im 2. Quartal erwarten nicht einmal 2 von 10 Werkstattinhabern eine Besserung der Auftragslage.

„Der Plafond ist erreicht“ Den düsteren Daten zum Trotz gelten die Werkstätten nach wie vor als betriebswirtschaftliche Zugpferde der Autobranche. Doch umso besorgniserregender ist der offensichtliche Abwärtstrend. Um ihn zu stoppen, ist die Politik gefordert, unterstreicht man bei der Kfz-Technikerinnung. „Der Belastungsplafond ist nicht erreicht, sondern überschritten“, kritisiert

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GEWERBE Wer will Schwarz? Zu den 5 Abgasklassenplaketten kommt mit der Novelle noch Euro 6 – Farbe: Flieder

Farbe Flieder für Euro 6 Ende Mai 2014 ist bereits mit der Novelle der Abgasklassenkennzeichnungsverordnung zu rechnen: Die soll dann auch – analog dem Stand der Technik – die Abgasklasse Euro 6 enthalten. Die Farbe Flieder hat der Gesetzgeber für die dann insgesamt sechste Abgasklassenplakette ausgewählt. Die Novelle soll dann auch die Möglichkeit enthalten, die letzten Stellen der Fahrzeugidentifikationsnummer (FIN, englisch VIN) auf der Plakette mit einem Permanentstift – anstatt mit dem Stanzgerät, das dabei verkleben kann – zu vermerken.

Abgasplaketten im Detail „Die Zeit wird immer knapper!“, sagt Kommerzialrat Friedrich Nagl, Bundesinnungsmeister der Kfz-Techniker: „Jetzt ist es Zeit für §-57a-belehnte Kfz-Betriebe, sich für die Ausgabe der Abgasklassenplaketten zu registrieren!“ Von Dr. Nikolaus Engel Einmal pro Auto und nur in Österreich gültig Die Abgasplakette für Gebiete, in denen der Landeshauptmann nach Abgasklassen gestaffelte Fahrverbote verhängt hat, weist aus, in welche Abgasklasse ein Auto fällt. Sie ist nur österreichweit gültig und generell freiwillig. Die Abgasplakette wird einmalig für ein Fahrzeug erworben und kann dann auf nachfolgende Besitzer übertragen werden. Nicht übertragbar ist die Plakette von Fahrzeug zu Fahrzeug. Die Umweltplakettierung in den EU-Ländern – zum Beispiel in Deutschland und Österreich – erfolgt nach verschiedenen Systemen. Daher sind die Plaketten nicht in mehreren Ländern verwendbar. Fahrzeuge mit deutscher Plakette – egal, wo sie zugelassen sind – brauchen in Österreich nochmals ein Abgaspickerl.

Falsche Abgasklassierung kann richtig teuer werden Wird die Abgaskennzeichnung missbräuchlich verwendet und eine falsche Abgasklasse, die nicht mit der des Autos übereinstimmt, dargestellt, sind die Strafen für die „Verwaltungsübertretung gemäß § 30 IG-Luft“ mit bis zu 7.270 Euro festgelegt. Nur wenn eine am Fahrzeug angebrachte Plakette – z. B. bei Windschutzscheibenbruch – beschädigt wird, kann eine neue beantragt werden.

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Der §-57a-Betrieb bestimmt die Plakettenfarbe Welche Plakette ein Auto erhält, bestimmt der zur §-57a-Überprüfung berechtigte Betrieb. Dazu ist mindestens der Zulassungsschein erforderlich. „Ausschlaggebend sind die Abgaswerte, die in den Fahrzeugpapieren eingetragen sind, in Abstimmung mit der EU-Richtlinie über die Abgasklassifizierung“, bestätigt Komm.-Rat Ing. Josef Puntinger. Die auf der Homepage www.akkp.at angegebenen Abgasklassen sind aber nicht verbindlich. Bei Zweifeln, in welche Klasse ein Fahrzeug fällt, ist die nächst niedrigere Abgasklasse zu vergeben, deren Einhaltung gesichert ist.

Was tun bei Unklarheit über die Klassifizierung? Sofern unklar ist, ob das Fahrzeug überhaupt in eine Abgasklasse fällt, für die eine Kennzeichnung möglich ist, so erhält das Fahrzeug keine Abgasklassenkennzeichnung. Liegen die Daten nicht oder unvollständig vor und ist keine Abgasklasse aus der Zulassung ersichtlich, kann mithilfe des Erstzulassungsdatums und einer Tabelle, die auf der Homepage www.akkp.at abrufbar ist, die Einstufung vorgenommen werden. Bei Pkws (M1) sieht die Tabelle für die Baujahre 1987 bis 1995 Euro 1, für 1996 bis 1999 Euro 2 und für 2000 bis 2004 Euro 3 vor. Unter Euro 4 fallen Pkw-Neuzulassungen vom 1.1.2005 bis 31.8.2009, unter Euro 5 Pkw-Nzl vom 1.9.2009 bis 30.8.2014.

Wie ist der Preis für die Plakettenausgabe zu ermitteln? Der Preis für die Ausstellung einer Plakette ergibt sich aus den 2,50 Euro für den Aufkleber und rund einer Viertelstunde Arbeitszeit für die Einstufung in die Abgasklasse und die Anbringung am Fahrzeug (neben oder unter dem Pickerl) durch die befugte Stelle. •

AUTO & Wirtschaft • MAI 2014

BIM Fritz Nagl: „Wir setzen die Vorgabe der Regierung um, Autos in Österreich mit Abgasklassenplaketten auszurüsten. Zonen, für die sie gebraucht werden, gibt es ab Sommer.“


GEWERBE

Neuorganisation der Fertigungsstandorte Die Eder-Gruppe baut nicht nur einen neuen Standort in Österreich – als Ersatz für den vormaligen Fit-Zel-Standort Marchtrenk, sondern erweitert auch die Fertigung am Stammsitz in Bayern.

soll dort die Produktion von Eder Fahrzeugbau und Fit-Zel teilweise zusammengeführt werden. Fit-Zel wird sich ab Mitte 2014 auf die Kernkompetenz Aluminiumschweißen konzentrieren.

Neues Werk in Kematen wird auch Servicestützpunkt Die neue Halle, 18 Kilometer vom alten Standort Marchtrenk (der dann aufgegeben wird) entfernt, wird

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eben der derzeitigen Fahrzeugmanufaktur am Ortsrand von Tuntenhausen entstehen durch Überdachung der Flächen zwischen den drei Hallen zwei neue Hallen mit je 1.560 m2 Fläche und einer Traufhöhe von 6 Metern. Damit beeinträchtige der Neubau in Bayern nicht die Sicht auf die doppeltürmige Basilika, das Wahrzeichen Tuntenhausens, betont Gregor Ries, Geschäftsführer der Eder GmbH Unternehmensgruppe. Der Hersteller von Fahrzeugen und Anhängern der Marken Fit-Zel und Algema könne damit nicht nur Material für die Produktion wettergeschützt lagern und die Effizienz der Fertigung verbessern. Es sollen am Stammstandort auch mindestens 14 neue Arbeitsplätze entstehen. Die Fertigstellung und der Bezug der Neubauten sind für August 2014 vorgesehen. Dann

Spatenstich in Kematen an der Krems (oben) und in Tuntenhausen (Bayern): Die Sicht auf die Basilika wird, anders als bei unserem Bild, nicht eingeschränkt sein

75 x 25 Meter messen. „Um die Produktionsbedingungen auf die eigenen Qualitätsansprüche und Marktanforderungen der Zukunft optimal auszurichten, werden in Kematen neben modernen Produktionskapazitäten auch ein Servicestützpunkt für Reparatur und die vorgeschriebenen Sicherheitsüberprüfungen sowie Räume für den Außendienst entstehen. • (ENG)

Für extreme Einsätze Antriebsriemen für den Einsatz in heißem Öl müssen extreme Belastungen aushalten: Durch aufwendige Verfahren stellt Gates sicher, dass auch bei Extremwerten nichts passiert.

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in A4-Blatt, mehr nicht: Das ist die Grundfläche vieler Serienmotoren, die moderne Autos antreiben. Faktum ist, dass die Motoren in den vergangenen Jahren viel kleiner (und leichter) geworden sind, um Gewicht zu sparen und Platz für zusätzliche Aggregate zu schaffen. Relativ neu ist auch die Tatsache, dass nicht mehr wie früher herkömmliche Antriebsketten verwendet werden, sondern dass die Riemen in heißem Öl laufen, um Nockenwelle, Kurbelwelle und Ölpumpe anzutreiben.

Gates ist seit Anfang der 1990erJahre in diesem Bereich engagiert Damit die Riemen im sogenannten Belt-inoil-System (BIO) eingesetzt werden können, müssen sie eine ganze Reihe von Prüfungen überstehen. Denn schließlich sind sie ja im heißen Öl einer Vielzahl von verschiedenen Ölen und Additiven ausgesetzt und müssen auch bei extremen Bedingungen einwandfrei laufen. Die Werkstoffe werden bei Temperaturen bis zu 150 Grad Celsius für einen genau definierten Zeitraum geprüft, dann werden die Eigenschaften der Riemen gemessen und bewertet. Erst dann gibt es die jeweilige Freigabe durch die internen Ingenieure – und in der Folge auch durch die Autohersteller, die die Riemen in ihren Fahrzeugen einbauen. • (MUE)

Volkswagen, Ford und andere Hersteller Beispiele für diese moderne Technologie sind nicht nur die 1.6- und 2.0-Liter-Common-Railer aus dem VW-Konzern, sondern auch der von Ford eingesetzte 1.8-Liter-Diesel. Ähnlich funktioniert es im 1.0-LiterDreizylinder-Benzinmotor von Ford sowie im Dreizylinder der EB-Serie aus dem Hause Peugeot/Citroën. Gemeinsam ist all diesen Aggregaten, dass die Riemen von Gates stammen.

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GEWERBE

Bei der Varta Batteriemeisterschaft 2014 können Teilnehmer während der gesamten Dauer attraktive Preise gewinnen

den, unabhängig von der Fahrzeugklasse vom Kfz-Fachbetrieb eine Empfehlung für die richtige Batterie und den richtigen Service, ist Ruben Gomez, Director Marketing, Johnson Controls Power Solutions, überzeugt: „Bereiten Sie sich schon jetzt auf diese Veränderungen des Markts vor!“, empfiehlt er. „Die erforderliche Kompetenz und die richtigen Servicekonzepte bilden den Schlüssel für ein nachhaltiges und profitables Geschäft.“

Neue Akkumulatoren speziell für Start-Stopp Varta Blue dynamic EFB und Varta Silver dynamic AGM ergänzen das Angebot für Autos mit Start-Stopp

Der Varta-Akkumulatorvertrieb bereitet sich auf die Zukunft mit Start-Stopp-Batterien vor: Mit einer neuen App, neuen Produkten und Batteriemeisterschaft.

Das neue Varta Produktprogramm garantiere, dass der Servicebetrieb immer die ideale Batterie bereitstellen könne, die alle Leistungsanforderungen perfekt erfülle: Das Varta Dynamic-Trio wurde um die speziell für die Anforderungen in Autos mit Start-Stopp-Systemen konzipierten Typen Varta Blue dynamic EFB und die Silver dynamic AGM ergänzt.

VSSP 2.1: Batteriekompetenz nun auch offline

Für die Zukunft (aus-)gerüstet

Mit der Varta Automotive App rasch zur idealen Batterie

N

och bis zum 14. Juli läuft die Varta Batteriemeisterschaft 2014 und während der gesamten Dauer werden Preise vergeben. Das Programm umfasst sechs Schulungsmodule, die Wahl zur Werkstatt des Monats und einen Hauptpreis für den Top-Gewinner. Im Online-Schulungsprogramm erfährt der Partner vieles über die Marke Varta, die neuen Produkte und das Varta Start-Stop-Service Programm. Kern der Komplettlösung bildet das „All-in-One“-Gerät VSSP 2.1. In den Modulen 1 und 2 lernt man auch die Batteriemeisterschaft 2014 kennen und erfährt alles über die Marke Varta. Weil 70 Prozent aller 2015 neu zugelassenen Fahrzeuge bereits mit einem Start-Stopp-System ausgerüstet sein werden, erwarten Werkstattkun-

Die Varta Automotive App ermöglicht Konsumenten wie Werkstätten die Batterieauswahl

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Varta Start-Stop-Service Programm (VSSP) 2.1, die neue Komplettlösung für den Batterieservice, ist nun auch ohne Internet-Anschluss benutzbar. Damit erleichtert Johnson Controls den Werkstätten mit Mehrmarkenkompetenz Diagnose und geführten Akkumulatorwechsel bei Start-Stopp-Fahrzeugen.

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Für die mobile Batteriesuche von Werkstätten und Verbrauchern konzipiert ist die Varta Automotive App: Sie ist kostenlos im Apple App Store für iPhones und iPads erhältlich und identifiziert die passgenau richtige Batterie nach Fahrzeugtyp, Europäischer Teilenummer (ETN) oder Handelskurzbezeichnung.

Konsument und Werkstätte als Zielgruppe für die App Konsumenten hilft die Applikation, einen Varta-Händler in der Nähe ausfindig zu machen und listet dazu einschließlich des nächstgelegenen Varta-Händlers alle Batteriehändler samt Kontaktdaten in der Nähe des aktuellen oder eines gewünschten Standortes auf. Werkstätten stellt die App Informationen zur Verfügung, die den Batteriewechsel beschleunigen. Die genaue Einbaulage der Batterie im Fahrzeug und die voraussichtliche Einbauzeit werden für einen schnellen Batterieaustausch gleich mit angezeigt. • (ENG)


Einfaches Messen

Clips

Für Ölstandssensoren, die in vielen aktuellen Fahrzeugen das Messen per Ölstab ersetzen, führt der Teilespezialist Herth+Buss ab sofort Artikel für die gängigsten Fahrzeuge. Darunter sind BMW 1er- und 3er-Modelle sowie Typen der Volkswagengruppe (Golf, A3 etc.). Herth+Buss Fahrzeugteile GmbH & Co. KG; www.herthundbuss.com/onlinekatalog

Neu im Sortiment des Werkzeugspezialisten KS Tools sind Befestigungsclips. Durch einen Clip-Finder, mit einer 1:1-Abbildung am Bildschirm zum Vergleich, kann im Bedarfsfall der richtige Clip schnell vom Mitarbeiter identifiziert und im markenübergreifenden Sortiment gefunden werden. KS Tools Werkzeuge-Maschinen GmbH; www.kstools.com

Alles klar?

Qualität garantiert

Nur fünf Minuten benötigt der neue Cromax ultra Performance Energy Klarlack CC6700, bis er bei Raumtemperatur trocknet. Schon nach 15 Minuten sind die Teile bereit für den An- oder Einbau. Damit spart man nicht nur Arbeitszeit, sondern auch Energie der Trocknungsanlage. Lack & Technik Vertriebs GmbH; www.cromax.at

Oft wird beim Wechsel von Torsionsschwingungsdämpfern (TSD) von den Herstellern auch ein gleichzeitiger Tausch des Befestigungsmaterials vorgeschrieben. ContiTech bietet ab sofort 36 abgestimmte Sätze von Befestigungsschrauben, die jeweils zu den Riemenscheiben passen. Dies soll einerseits Arbeitszeit rund um die passende Zusammenstellung ersparen, andererseits garantieren die Schrauben damit Erstausrüsterqualität. ContiTech AG; www.contitech.at

Besser unter Druck Facom präsentiert zwei neue Titanium-Druckluft-Umschaltknarren mit rund 400 U/min. Direkt im ergonomischen Griff aus Verbundmaterial sitzt der als Ring geformte Umschaltknopf für den Rechts- und Linkslauf. Durch den Einsatz von Titanium wird die Lebensdauer gesteigert, während alle Teile staubdicht versiegelt sind. Die Sicherheitsverriegelung sorgt für einen sicheren Sitz, der auf Knopfdruck gelöst werden kann. Stanley Black & Decker GmbH; www.facom.at

Um die Ecke leuchten Der deutsche Leuchtmittelhersteller Hella zeigt auf der Light + Building Rücklichter aus organischen Leuchtdioden (OLEDs). Eine Besonderheit bei dieser Lichtform ist die Biegbarkeit des Materials, durch die man unterschiedlich geformte, dreidimensionale, leuchtende Strukturen erzeugen kann. Hella KGaA Hueck @ Co.; www.hella.com

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MENSCHEN Neu bei Raiffeisen-Leasing Dipl.-Ing. Renato Eggner (bisher LeasePlan) wird mit Juni zweiter Geschäftsführer der Raiffeisen Leasing Fuhrparkmanagement GmbH; Christine Scharinger bleibt weiterhin in der Geschäftsführung.

Vom ARBÖ ins Wiener Rathaus gewechselt ist Thomas Woitsch: Er ist im SPÖ-Klub als „Fachreferent für Verkehr“ tätig und damit auch für die Kommunikation in diesem Bereich zuständig. Bis Februar hatte Woitsch jahrelang in der Pressestelle des Automobilklubs ARBÖ in Wien gearbeitet, zuletzt als deren Leiter.

Wechsel zu Hyundai Seit 1. Mai ist Klaudia Göhl als Fleet Manager bei Hyundai tätig; zuvor hat sie 8 Jahre lang bei General Motors im Flottenbereich gearbeitet.

Mit 1. Juni wird Wolfgang Dürheimer Chef von Bentley. Nach seiner Ablöse als Technik-Chef von Audi im Vorjahr hatte Dürheimer als für den Motorsport verantwortlicher Manager des Volkswagen-Konzerns gearbeitet. Er folgt bei Bentley auf Wolfgang Schreiber, der bei VW neue Aufgaben übernehmen wird. Carine Andrey Marek hat bei der Zürich Versicherungs-Aktiengesellschaft die Marketingleitung übernommen: Die gebürtige Schweizerin folgt auf Hans-Peter Ganz, der als Marketingleiter zu Zurich Deutschland gewechselt ist.

Seit 1. April ist Ing. Alexander Thier Vertriebs- und Marketingdirektor von Fronius in Österreich: Der 32Jährige wechselte 2012 zu Fronius und will sich – neben anderen Bereichen – verstärkt um die Stromversorgung mit Batterien für KfzWerkstätten und in Schauräumen von Autohäusern kümmern.

HDI baut aus Mag. Eva Fürndraht (l.) hat bei HDI die Leitung der Transportabteilung für Westösterreich übernommen; in Ostösterreich ist Gabriela Eisenhut (r.) dafür zuständig.

Bei der Generalversammlung des Vereins Österreichischer VW Audi Seat Skoda Betriebe wurde Stefan Hutschinski (Autohaus John/Wien, l.) als Obmann bestätigt: Als 1. Stellvertreter wurde Ing. Gernot Wiesinger (r.) gewählt, er ist damit neu im Vorstand. Der bisherige Obmann-Stellvertreter Mag. Rudi Lins ist anstelle von Mag. Johann Jobst neuer Schriftführer des VASS, zu seiner Stellvertreterin wurde Gabriele Berger (Autohaus Berger/Liezen) gewählt.


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