Issuu on Google+

Ausgabe 4/2010 Das Bewegungsmagazin der FCGÖ

Christen beten nicht Ein Plädoyer für mehr Gebet Seite 10

Der Mensch denkt Gott lenkt Erdbeben Chile 2010 Seite 7


imPuls

Editorial

leitArtikel

in dieser Ausgabe

Liebe LeserInnen, Ostern ist dieses Jahr im April, und in diesem Monat steht die imPULS- Zeitschrift ganz im Zeichen des Themas „Gebet“. Ein kleines Wort, das schlicht, kurz und scheinbar selbstverständlich eine der erstaunlichsten Dinge im Leben überhaupt beschreibt: Wir vergänglichen, abgelenkten, fehlerbehafteten und – im Großen betrachtet – relativ unwichtigen Menschen sprechen persönlich mit dem allmächtigen Gott, dem Schöpfer des Himmels und der Erde. Und meistens noch dazu über Dinge, die nur uns selbst interessieren. Und doch weiß jeder von uns, der ein Gebetsleben pflegt, und zumindest ein paar Verse zum Thema aus der Bibel kennt, wie sehr Gott diese Zeiten mit uns schätzt, dass er uns immer hört, dass er in unserem Innersten zu uns spricht und dass Gottes unmessbare Kraft durch unser simples Gebet freigesetzt wird. „Des Gerechten Gebet vermag viel, wenn es ernstlich ist“ - sagt uns Jakobus in seinem Brief, und führt als Beispiel gleich den Propheten Elia an. Ein „Mensch von gleichen Gemütsbewegungen wie wir“ - auf gut Deutsch „ein Mensch wie Du und ich“, der ernstlich betete, worauf es auf der Erde 3 ½ Jahre lang nicht mehr regnete. Wie funktionierte das? Weil es dem Willen Gottes entsprach. Vielleicht geben uns die Artikel in diesem Magazin einen Anstoß, uns ganz neu und intensiver denn je mit dem Willen – dem Wort Gottes zu befassen, und uns ganz neu Zeit zum Gebet zu nehmen. Das ist zumindest unser Gebet. Für die Redaktion, Steve Wildman

2

4 6 10 14 14

Nikolaus Betschel Ein Mann mit einer Vision wird 95

Bärenkälte und Afrikanische Hitze Drei Wochen in einer anderen Welt

Christen beten nicht Ein Plädoyer für mehr Gebet

Gemeinsam statt Einsam Richard Griesfelder

Termine Was is los?

impressum imPULS Nr. 04 / April 2010 | 63. Jahrgang (vormals Lebensbotschaft) | Monatszeitschrift der FCGÖ Herausgeber: Freie Christengemeinde / Pfingstgemeinde Vogelweiderstraße 78 A-5020 Salzburg Tel + Fax: 0662-871244 Redaktion: Anton Bergmair, Richard Griesfelder, Riku Turunen, Steve Wildman Konzeption und Gestaltung: wildmanDesign, David Wildman Redaktionsadresse: imPULS eMail: redaktion@fcgoe.at

Inserate: Bei Bedarf senden wir euch eine Liste mit Formaten und Preisen zu.

Jahresabonnement 20,00 € (Österreich) inkl. Porto 25,00 € (Europa) inkl. Porto

Redaktionsschluss: Ein Monat vor Erscheinen

Spendenkonto: Empfänger: FCGÖ Volksbank Oberndorf BLZ 44480 Kontonummer: 48380 Vermerk: ZK imPULS

Druck: Gutenberg, Linz Internet: www.fcgoe.at Abo-Bestellung: imPULS c/o FCG, Reuchlinstr. 32 A-4020 Linz redaktion@fcgoe.at


imPuls

Kunstbericht

Kinderherz (Martina Schwab, St. Johann im Pongau)

Ein wenig Liebe wollt ich nur Ein wenig Wärme Ein Leben in Geborgenheit Wachsen und gedeihen Nun ruhe ich hier unter diesem Stein In eisiger Kälte Allein Meine gequälte Seele klagt an Gabst mir Leben und den Tod Aus einer Hand Wolltest mich nicht haben Keinen Platz in deinem Mutterherz Misshandelt bis zum letzten Atemzug Verlassen, vergessen in meinem Schmerz Ein wenig Freundlichkeit wollt ich nur Bei dir sein Lachen, mit dir und weinen Ein erfülltes Leben Doch du hattest nicht den Mut Mir eine Chance zu geben

„Viele, ja ich möchte sagen die meisten Menschen leben ihr Leben ohne sich darum zu kümmern, was Gott unser Schöpfer will. Jeder ist sich selbst der Nächste. Für Kinder gibt es oft keinen Platz in der Lebensplanung, sie sind ungeliebt und hemmend in der Selbstverwirklichung. Darum soll jeder Christ nach seinen Möglichkeiten Licht in die Welt bringen. Denn wir haben von Gott einen Auftrag erhalten, Gottes Wort und Willen in der Welt bekannt zu machen.“ Martina Schwab   Das obige Gedicht „Kinderherz“ wurde von der Brentano-Gesellschaft Frankfurt/M. in der großen Lyrikedition „Das neue Gedicht“ veröffentlicht und setzt dort christlich-ethische Akzente in einem Fundus zeitgenössischer Lyrik. Die 31-jährige Dichterin aus St. Johann im Pongau studierte Pädagogik und Kunst am Mozarteum Salzburg, übt seit 2002 eine AHS-Lehrtätigkeit für Kunsterziehung aus und ist Mitglied der Pfingstgemeinde Salzburg. Martina Schwab nützt ihr künstlerisches Talent dazu, um in einer feinsinnigen Sprache durch ein vielfältiges Repertoire, wie Aquarell- und Acrylmalerei, Textilien bis hin zu solchen poetischen Dichtungen christliche Botschaften zu vermitteln.

Künstler-Homepage: www.martinaschwab.at Ansprechende Kunstpräsentationen zum Download für den Gottesdienst auf www.youtube.com Suchbegriff: tischa30

3


Nikolaus Betschel Ein Mann mit einer Vision Am 8. April feiert Nikolaus Betschel seinen 95. Geburtstag. Seit knapp zwei Jahren verbringt er seinen Lebensabend im Glaubensheim/Seniorenheim Bürmoos, in jenem Haus, das durch seine Initiative und tatkräftige Mithilfe Mitte der 60er Jahre errichtet wurde.

Der Jubilar zählt zu jenen Pionieren, die 1946 in seiner Flüchtlingswohnung in Sattledt/OÖ den Gemeindeverband der Freien Christengemeinden in Österreich gegründet haben. Er ist wohl der Einzige aus dem damaligen Kreis, der noch unter uns weilt. Er, zusammen mit den Brüdern des Leitungskreises waren Männer mit einer starken Vision, wenngleich dieser Begriff damals nicht verwendet wurde. Aber es gab eine große, kompromisslose Bereitschaft, Gemeinde Jesu zu bauen. Und zwar Gemeinden nach biblischem Vorbild, in denen die Gaben und Kräfte des Heiligen Geistes wirken konnten und die das Evangelium nach außen tragen wollten. Hier wurde eine Grundlage geschaffen, die sich bis heute bewährt hat und den nachfolgenden Generationen ermöglicht hat, darauf aufzubauen. Nikolaus Betschel wirkte von An-

fang an im Leitungskreis der jungen Bewegung mit und stand ihr von 1971 – 1986 als Vorsitzender vor. Seit Mitte 1950 diente er als Pastor in der

Salzburger Gemeinde und im Distrikt, bis er sie 1976 aufgrund seiner Pensionierung an Albert Betschel übergab. Für seinen Dienst und sein Leben war eine Wahrheit bestimmend: „Wir müssen am Wort bleiben!“ Das hat nicht nur ihn, sondern auch seine Mitarbeiter geprägt. Durch seine vielen Dienste im In- und Ausland kam es zu vielen gewinnbringenden Kontakten, die wiederum

bewirkten, dass viele bekannte Pastoren und Evangelisten ins Land kamen und den Gemeinden dienten. Sein Motto lautete: „Einer hat nicht alle Gaben. Es braucht Ergänzung. Das was mir fehlt wird durch andere Brüder ergänzt und kommt der Gemeinde zugute!“ Dieser „Ausgleich“ wurde durch viele Jahre gepflegt und erwies sich als äußerst segensreich. Die zukunftsorientierte Schau von Nikolaus Betschel zeigt sich in vielfältiger Weise: Da ist zunächst der schon erwähnte Bau des Glaubensheims Bürmoos zu nennen. Zum anderen förderte er den Nachwuchs an Mitarbeitern. Er gab den „jungen Brüdern“ eine Chance, ermutigte sie zum Besuch einer Bibelschule, führte sie in den vollamtlichen Dienst ein und gab ihnen den nötigen Freiraum zu ihrer dienstlichen Entfaltung. Von seiner Seite gab es viel Unterstützung zu übergemeindlichen Tätigkeiten, wie Außenmission, Jugend- und Kinderarbeit, Ausbildung u.a.m. Durch großzügige Spenden einer Gemeinde in New York konnte ein Missionszelt angeschafft werden, mit dem Sommer für Sommer in verschieden Orten in Österreich missioniert wurde. Wo immer er konnte, half und unterstütze er, vielfach auch im ehemaligen Jugoslawien, wo er regelmäßig Dienst tat.


imPuls

Persönlich durfte ich Nikolaus Betschel auf vielen verschiedenen Ebenen kennen lernen: Er war mein Pastor in der Salzburger Gemeinde, später mein Vorgesetzter im Dienst, dann ja auch mein Schwiegervater, der Großvater und Uropa meiner Kinder und Enkelkinder. In meiner Tätigkeit in der Bewegung waren wir dann auch noch Kollegen. In all diesen Abschnitten und Phasen war er mir ein väterlicher Freund und Bruder, bei dem ich viel lernen konnte, bei dem ich ein offenes Ohr und Verständnis fand – in allem ein Mann, der mir sehr zum Segen war und ist. Bei dieser starken Persönlichkeit gab es auch Ecken und Kanten und das Miteinander ging nicht immer glatt ab, aber das Positive überwiegt bei weitem.

Heute darf Nikolaus Betschel sich zurücklehnen und auf die Frucht seiner Arbeit zurück schauen. Wenngleich die körperliche Kraft dem Alter entsprechend schwindet, so ist er doch guten Mutes und mit Dankbarkeit dem Herrn gegenüber erfüllt, der ihm bis hierher geholfen hat. Da trifft auch das Wort, das von den alten biblischen Patriarchen gegen Ende ihres Lebens gesagt wurde, zu: „Alt und lebenssatt!“ Klaus Winter

5


imPuls

News

Eisbärenkälte und Afrikanische Hitze Drei Wochen in einer anderen Welt Vom 20. Dezember bis zum 11. Jänner hieß es für meine Eltern und mich Abschied nehmen von dem frostigen Österreich und die Flügel zu heben, um in eines der ärmsten Länder der Welt zu fliegen. Nach vielen Stunden und noch viel mehr Kilometern, landeten wir in Addis Abeba, der Hauptstadt von Äthiopien. Nach einem gehörigen Schock, weil mein Gepäckstück mit wichtigem Inhalt am Flughafen nicht auftauchte, durfte ich Gottes Frieden in dieser Situation spüren.

von Esther Bauer

6

Durch seine Gnade tauchte mein Koffer am nächsten Tag wieder auf. Wir blieben für zwei Tage in der Hauptstadt und trafen auch einen afrikanischen Mann Gottes der uns unglaubliche Dinge erzählte. Richtig angekommen in Afrika fühlte ich mich, als mein Bruder und ich die lokalen Ve rke h rs mittel benutzten und mit zwanzig Leuten zusammen in einem Minibus für zehn Leute saßen. Kurz vor Weihnachten trafen wir dann in Arba Minch ein, wo mein Bruder Andreas mit seiner Familie wohnt. Überwältigt von der wunderschönen Landschaft verbrachten

wir aufregende Tage in der Gegend um Arba Minch, genossen die Wärme und Landschaft und erlebten Pelikane, Krokodile und andere exotische Tiere live. Auf dem Weg zum Markt trifft man auf Schilder wie „Halleluja Pension”, ob man die wohl auch in Europa finden würde? Sehr gewöhnungsbedürftig war es jedenfalls für mich auf der Straße zu gehen und ständig von dutzenden Leuten umringt zu werden. Als wir einen Markt in den Bergen besuchten, wurden wir von hunderten Leuten umringt und konnten vor lauter Köpfen und Gesichtern keine Waren mehr sehen. Am meisten bewegt hat mich aber zu sehen, wie mein Bruder mit seiner Familie in Äthiopien leibt und lebt. Wir konnten in ein „Zayse“ Dorf fahren und dort auch in eine Gemeinde gehen. Für die Afrikaner ist es fast selbstver-

ständlich an Gott zu glauben. Es ist wirklich eine Herausforderung dort zu arbeiten, es gibt oft weder Strom noch Wasser. Täglich gibt es neue Herausforderungen, man muss viele Kämpfe durchstehen und Dinge aufgeben und kommt oft an seine Limits. Doch auf Geben liegt ein unglaublich reicher Segen! Wie schön ist doch, dass Gott für jeden einzelnen Menschen einen wunderbaren Plan vorbereitet hat. Man muss nicht unbedingt Tausende Kilometer von Zuhause entfernt sein, um für Gott zu leben und ihm zu dienen. Im afrikanischen Sinne wünsche ich euch Gottes Frieden: Salam, Salamnau!


imPuls

News

„Der Mensch denkt – aber Gott lenkt“ Noch nie fand ich persönlich dieses Sprichwort zutreffender als in den letzten Wochen. Man könnte auch sagen: „Der Mensch macht Pläne, aber Gott kann sie mit einem kurzen Rütteln über den Haufen werfen.“ Am 27. Februar wurden wir um 3.35 Uhr geweckt, weil unser Haus stark zitterte – ein Erdbeben. Als wir merkten, dass die Wellen immer stärker kamen und sogar die österreichische Kuhglocke, die an der Wand hängt zu bimmeln begann, liefen wir alle schnell aus dem Haus (die Kinder waren auch bereits aufgewacht), wo es immer noch einige Zeit schaukelte. Der Nachbar erzählte, dass ein Drittel des Wassers seines Swimmingpools rausgeschwappt war. Uns war klar, das war ein schweres Erdbeben (im Epizentrum etwa 200 km entfernt mit 8,8 Stärke, bei uns noch zwischen 7 - 7,8). Gott hat uns bewahrt, Geschirrschrank und Bücherregal standen in der richtigen Richtung, schaukelten mit den Wellen mit, und so blieb fast alles so ziemlich an seinem Platz. Die ersten zwei Tage das größte Problem der meisten in unserer Gegend das Fehlen von Strom und Wasser und ein total zusammengebrochenes Telefon- und Handynetz. Erst ein bis zwei Tage später sahen wir dann im Fernsehen das wirkliche Ausmaß dieses Erdbebens. Eingestürzte Häuser, Brücken und Autobahnen, zeigten uns die Bilder, Küstenorte, die vom Tsunami weggeschwemmt waren …. erschütternd! Bis jetzt redet man von etwas über 800 Toten.

Nun zwei Wochen später hat sich zumindest bei uns in Temuco das Leben wieder normalisiert, doch der Schrecken und die Alarmhaltung bleiben, das Erdbeben ist immer noch Gesprächsstoff Nummer eins.

um herauszufiltern, wo noch Hilfe benötigt wird (es gibt ja auch viele Hilfslieferungen vom Staat und anderen chilenischen Organisationen).

2. Langfristige Hilfe: Hier den-

Wir Christen fragen uns, wie wir auf dieses Reden Gottes reagieren. Es macht uns traurig zu sehen, dass so mancher unserer Geschwister scheinbar immer noch nicht aus seiner Gleichgültigkeit herausgerüttelt wurde, immer noch alle Dinge wichtiger als Gott zu sein scheinen.

ken wir an Boote für Fischer, um ihren Lebensunterhalt wieder zu sichern – es kann sich aber bestimmt auch noch anderes ergeben, das man in Schritt 1 (in dem wir uns jetzt gerade befinden) noch herausfindet.

Unsere Gemeinden hier und wir als Missionare haben es auch auf dem Herzen, Hilfe, Hoffnung und Gottes Liebe in die stark betroffenen und zum Teil ganz verwüsteten Orte zu bringen. So soll unsere Strategie in zwei Etappen ablaufen:

Bitte betet mit uns, dass wir ein Licht und Hilfe für die Menschen sein können, die Gott jetzt ganz besonders brauchen und dass noch so mancher von Gott aus seiner Gleichgültigkeit herausgerüttelt werden kann. Michaela Stranz

1. Schnelle Hilfslieferung mit Lebensmittelpaketen, Windeln, Putzmitteln, Toiletteartikeln. Zweck dieser Etappe ist es, ein Bild vor Ort zu erhalten

E r d b e b en

C h i le

2 0 1 0 7


imPuls

Leserbrief Liebes ImPuls- Redaktionsteam, ich war vom Mangel an Weisheit und Erbarmen, der sich an der Februar-Titelseite “Haiti: Ein Gericht Gottes?” offenbart hat, schockiert und erschrocken. Obwohl der Artikel im Inneren nicht direkt behauptet, das Erdbeben sei ein Gericht Gottes gewesen, beantwortet er auch nicht die auf der Titelseite gestellte Frage. Zuallererst ist es wichtig für die Leute in Haiti und in der ganzen Welt zu wissen, dass Gott die Welt mit sich in seinem Sohn versöhnt hat und ihnen ihre Sünden nicht mehr zurechnet (2. Kor. 5/18-19). Wir haben den Dienst der Versöhnung und nicht den Dienst, Gericht auszusprechen. Wir leben im Zeitalter der Gemeinde, dem Zeitalter der Gnade und nicht des Gerichts Gottes auf Erden. Die Trübsalszeit kommt später und ist für die aufgehoben, die Gottes Angebot der Versöhnung während des Zeitalters der Gemeinde abgelehnt haben. Jesus Christus ist die Sühnung für unsere Sünden und für die Sünden der ganzen Welt (1. Joh. 2:2). Das Wort “Sühnung” bedeutet “Besänftigung” oder “Befriedigung”.Jesus Christus hat die Rufe nach Gerechtigkeit und Gericht durch seinen Tod am Kreuz befriedigt. Anzudeuten, dass ein Erdbeben auf Haiti Gericht Gottes war, bedeutet auch zu unterstellen, dass Gott ihnen ihre Sünden sehr wohl zurechnet, und dass der Tod Jesu am Kreuz die Rufe nach Gericht über die Haitianer nicht befriedigt hat. Wir senden nicht nur eine verwirrende Botschaft an alle ImPulsLeserInnen, sondern beschuldigen auch Gott, mehr als 200.000 Leute brutal ermordet zu haben, manche von ihnen von neuem geborene Christen. Hat Gott auch sie gerichtet und getötet? Zweitens sind Erdbeben Naturkatastrophen, die durch den Sündenfall des Menschen hervorgerufen wurden. Als Adam sündigte, wurde die gesamte Erde beschädigt und unter einen Fluch gebracht, der erst entfernt werden wird,

8

wenn Jesus zurückkehrt, um sein tausendjähriges Königreich aufzurichten. Gott schickt keine Erdbeben auf die Welt, genauso wie er keine Mörder schickt, um unschuldige Menschen zu töten. Wir leben in einer gefallenen Welt, die Wiederherstellung braucht. Die Bibel sagt uns, dass die ganze Schöpfung zusammen seufzt, und darauf wartet, von der Knechtschaft der Vergänglichkeit / des Verderbens freigemacht zu werden (Röm. 8/19-23). Bis zu diesem Tag wird es Erdbeben, Flutkatastrophen, Sturmwinde, Lawinen und andere Naturkatastrophen geben. Aber all dies ist nicht ein Gericht, das Gott schickt. Es ist das Resultat der Sünde der Menschheit. Gott schickt diese Dinge nicht auf die Erde. Sie kommen unerwartet und töten Menschen, ohne zwischen Gut und Böse zu unterscheiden. Wenn es das Gericht Gottes wäre, hätte er dann auch Menschen getötet, die durch Glauben an Jesus gerecht gemacht wurden? Das hat er nicht getan! Das ImPuls Magazin wird unseren Mitgliedern und Besuchern auf unserem Infotisch in die Hand gegeben. Jemand könnte die Überschrift lesen und zu dem Schluss kommen, dass die FCGÖ behauptet, das Erdbeben sei wahrhaftig ein Gericht Gottes gewesen. Nicht nur stiftet dies Verwirrung, es könnte auch Angst in den Herzen von Menschen verursachen, die es nicht besser wissen, und ihnen einen falschen Eindruck über den Charakter und das Herz unseres himmlischen Vaters geben. Außenstehende könnten den Eindruck gewinnen, dass die FCGÖ hartherzig und herablassend ist, indem wir unterstellen, die Haitianer hätten das Erdbeben selbst verschuldet. Ich habe die Bitte, dass das nächste ImPuls Magazin eine Entschuldigung für die Titelseite und die Unterstellungen, die sie erzeugt, beinhaltet. Und ich bitte das Redaktionsteam, die Ansichten der verschiedenen Pastoren, Gemeinden und Zweige miteinzubeziehen, wenn das Magazin wirklich der Einheit förderlich sein soll. Gottes Segen, Pastor Fred Lambert


imPuls

Reaktion

Lieber Bruder Fred, gerne übernehme ich für das Redaktionsteam von ImPULS die ehrenvolle Aufgabe auf deinen Leserbrief zu antworten, in dem du praktisch mit allem Recht hast was du schreibst – da sich die Argumentationslinie „Was sagt die Bibel über den Dienst der Versöhnung“ darauf konzentriert. (Allerdings müssten wir diesen Brief jetzt an die Christen in Haiti weiterleiten. Unser Artikel - im Nachrichtenformat - Port-au-Prince, idea - berichtet über ihre Haltung dort und nicht unsere Meinung hier.) Freilich hätten wir den Artikel weglassen können, doch schien es uns nicht uninteressant zu sein, was die betroffenen Christen selbst empfinden, zumal die weltlichen Medien darüber nicht berichten. Erkenntnisfragen, ganz besonders dann, wenn es sich um die Endzeitlehre handelt, können sich oft sehr deutlich voneinander unterscheiden. Wir schreiben gerne auch darüber. Vielleicht könnte dein Leserbrief ein guter Einstieg dazu sein. Persönlich meine ich, dass sich hier Lukas 21, 28 („Wenn aber diese Dinge anfangen zu geschehen, so blickt auf und hebt eure Häupter empor, weil eure Erlösung naht.“) erfüllt, ohne dass der Dienst der Versöhnung deshalb außer Kraft oder auch nur in Frage gestellt wäre. Das Erdbeben hätte in Österreich, in den USA, oder wo immer sein können und wäre dann das gleiche was es auch in Haiti war: Ein Vorbote auf das Kommende. Auf beides: Auf das Gericht, so wie auf die Erlösung. Gott ist kein Mörder, aber immer noch Retter und Richter. Zugleich bekenne ich - auch für unser Team - dass meine/unsere Erkenntnis nur Stückwerk ist: Mangelnde Weisheit inklusive. Hier sind wir auf Vergebung angewiesen! Im Herrn verbunden freue ich mich auf einen lebhaften Leserbriefwechsel in imPULS! Toni Bergmair

9


imPuls

Lehrartikel

Christen beten nicht Ein Plädoyer für mehr Gebet Vo n D r. P a l m e r A p p i a h - G y a n

Schon seit längerer Zeit beschäftigt mich ein Problem, das seit Jahren wie eine Last auf der Gemeinde liegt und mich sehr beunruhigt. Das Problem ist: Warum fällt es Christen so schwer zu beten? Die Antwort auf jedes Problem und jede Not unseres Lebens ist das Gebet im Glauben. Der Apostel Paulus schreibt: Sorget um nichts; sondern in allem lasset durch Gebet und Flehen mit Danksagung eure Anliegen vor Gott kundwerden (Philipper 4,6). Paulus gibt uns hier zu verstehen: Sucht den Herrn in jedem Bereich eures Lebens und dankt ihm im voraus, dass er euch erhört! Was Paulus hier betont, ist offensichtlich: Sucht immer zuerst das Gebet! Wir sollen das Gebet nicht als letzten Ausweg betrachten oder uns zuerst an Freunde wenden und dann an einen Pastor oder Seelsorger, bevor wir endlich auf die Knie gehen. Nein, Jesus sagt uns vielmehr: Trachtet aber zuerst nach dem Reiche Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch solches alles hinzugelegt werden (Matthäus 6, 33). Wir sollen zuerst zum Herrn gehen, bevor wir uns an irgendjemand anderen wenden! Es ist erschütternd zu hören, wie Familien auseinanderbrechen: Ehepartner lassen sich scheiden, Menschen, die jahrelang treu mit Christus gelebt haben, erfahren Angst und Niederlage. Jeder dieser Menschen wurde von irgendetwas heimgesucht: Sünde, De-

10

pression, Weltlichkeit oder Habgier, und Jahr für Jahr scheinen sich ihre Probleme zu verschlimmern. Die meisten dieser Christen sprechen wenig oder gar nicht vom Gebet. Sie versuchen, Hilfe zu bekommen durch Kassetten, Bücher, Seelsorger, christliche Telefondienste oder verschiedene Therapien, doch nur selten durch Gebet. Sie gehen sorgenvoll und mürrisch durch den Tag und fühlen sich, als ob eine düstere Wolke über ihren Köpfen hängt, weil sie keine Antwort auf ihr Problem finden.

Warum fällt es Christen während einer Krise so schwer, ihre Not und Verzweiflung vor Gott zu bringen? Schließlich bezeugt die Bibel doch vom ersten bis zum letzten Buch, dass Gott das Schreien seiner Kinder hört und ihnen mit zärtlicher Liebe antwortet: Die Augen des Herrn achten auf die Gerechten und seine Ohren auf ihr Schreien (Psalm 34, 16). Als jene schrieen, hörte der Herr und rettete sie aus aller ihrer Not (Psalm 34,18). Und das ist die Freimütigkeit, die wir ihm gegenüber haben, dass, wenn wir seinem Willen gemäß um etwas bitten, er uns hört. Und wenn wir wissen, dass er uns hört, um was wir auch bitten, so wissen wir, dass wir das Erbetene haben, das wir von ihm erbeten haben (1. Johannes 5, 14 - 15). … Das Gebet eines Gerechten ver-

mag viel, wenn es ernstlich ist (Jakobus 5, 16). Und alles, was ihr gläubig erbittet im Gebet, werdet ihr empfangen (Matthäus 21, 22). … aber das Gebet der Gerechten erhört er (Sprüche 15, 29). … wenn er sich zum Gebet der Heimatlosen gewendet und ihr Gebet nicht verachtet hat (Psalm 102, 18). David ist durchdrungen von Gottes Macht und Kraft: Am Tage, da ich rief, antwortetest du mir; du hast mich gestärkt und meine Seele ermutigt (Psalm 138, 3). David erklärte: „Gott, ich habe dich auf die Probe gestellt! In allen Nöten habe ich mich an keinen anderen gewendet. Nur dich habe ich gesucht, und du hast mich gehört, mir geantwortet und mir Kraft für den Kampf gegeben, den ich zu kämpfen hatte!“ – Da du mich anriefst in der Not, errettete ich dich; ich antwortete dir … (Psalm 81, 8). Diese Verheißungen und Zeugenaussagen sind ein überwältigender Beweis für die Anteilnahme Gottes. Sie sind so vielfältig, tiefgehend und zahlreich, dass ich nicht verstehe, wie ein Christ sie je übersehen kann! Doch die Bibel gibt uns in Bezug auf das Gebet mehr als nur Verheißungen. Sie warnt uns auch vor der Gefahr, das Gebet zu vernachlässigen: Wie wollen wir entfliehen, wenn wir ein so großes Heil versäumen (Hebräer 2, 3). Das griechische Wort für „versäumen“ bzw. „missachten“ in diesem Vers be-


imPuls

Lehrartikel

deutet „vernachlässigen“ oder „unbekümmert sein“, mit anderen Worten: „auf die leichte Schulter nehmen“. Im Kontext dieses Verses werden Dinge erörtert, die mit unserer Erlösung zu tun haben, und Gebet gehört ganz offensichtlich dazu. Gott fragt hier: „Wie glaubst du, in den düsteren Zeiten, die kommen werden, der Vernichtung und dem Untergang zu entgehen, wenn du nicht gelernt hast, im Gebet mit mir Gemeinschaft zu haben? Wie willst du in einer solchen Zeit meine Stimme hören und

Verheißungen zu glauben, ohne je die Nähe seines Herzens zu suchen? Der Schreiber des Hebräerbriefs fordert uns auf: Naht euch Gott! Das zehnte Kapitel des Hebräerbriefs enthält eine unfassbare Verheißung. Dort wird uns gesagt, dass Gottes Tür uns immer offen steht und uns uneingeschränkten Zugang zum Vater gewährt: Da wir nun, ihr Brüder, kraft des Blutes Jesu Freimütigkeit haben zum Eingang in das Heiligtum, welchen er uns eingeweiht hat als neuen und lebendigen Weg durch den Vor-

erkennen, wenn du nicht gelernt hast, sie in der Stille deiner Gebetskammer zu hören?“

hang hindurch, das heißt, durch sein Fleisch, und einen so großen Priester über das Haus Gottes haben, so lasset uns hinzutreten mit wahrhaftigem Herzen, in voller Glaubenszuversicht, durch Besprengung der Herzen los vom bösen Gewissen und gewaschen am Leibe mit reinem Wasser (Hebräer 10, 19 - 22). Wenige Verse später werden wir vor dem Tag des Herrn gewarnt, der immer näher rückt: ... indem wir unsere eigene Versammlung nicht verlassen, wie etliche zu tun pflegen, sondern einander ermahnen, und das um so viel mehr, als ihr den Tag herannahen sehet! (Hebräer 10, 25). Gott sagt uns hier: Gerade jetzt, wo der Zeitpunkt der Wiederkunft Christi näher rückt, müsst ihr mein Angesicht suchen. Es ist an der Zeit, in eure Gebetskammer zu gehen und mich kennen zu lernen.

Ich glaube, dass Gott tief bekümmert ist über die Vernachlässigung des Gebets durch sein Volk. Jeremia schreibt: Vergisst auch eine Jungfrau ihren Schmuck, oder eine Braut ihren Gürtel? Aber mein Volk hat meiner vergessen seit unzähligen Tagen (Jeremia 2, 32). Hier ist mein großes Unverständnis und ich frage mich: Wie kann Gottes eigenes Volk – das ständig von der Hölle angegriffen wird und von allen Seiten durch Probleme und Versuchungen bedrängt wird – Woche für Woche verstreichen lassen, ohne Gott zu suchen? Und wie kann jemand behaupten, Gott zu lieben und an seine

Ich glaube, wir sehen schon die Zeichen, die bestätigen, dass uns ein Zusammenbruch unseres Finanzsystems bevorsteht: Gewalt und Unmoral nehmen zu. Unsere Gesellschaft ist vergnügungssüchtig. Falsche Propheten – „Engel des Lichts“ – haben schon viele mit ihren Lehren über Dämonen in die Irre geführt. Jederzeit müssen wir damit rechnen, die Stunde der Bedrängnis zu erleben, in der die Herzen der Menschen vor Angst vergehen werden. Doch bevor das alles geschieht, werden wir im Hebräerbrief (Kapitel 10) ermahnt: „Lasst euch die Wahrheit nicht entgleiten! Bleibt wachsam. Ihr habt eine offene Tür in die heilige Gegenwart Gottes – deshalb tretet in voller Glaubensgewissheit in seine Gegenwart und tragt ihm eure Bitten vor.“ Das Blut Christi hat den Weg schon bereitet, und es steht nichts mehr zwischen dir und dem Vater. Du hast jedes Recht, in das Allerheiligste einzutreten, um alle Hilfe zu empfangen, die du brauchst! Wenn du das vollbrachte Opfer Jesu, durch welches du für all deine Nöte Zugang zum Vater hast, nicht ernst nimmst, „verachtest“ du die Gnade Gottes und provozierst seinen Zorn! Doch trotz all dieser eindringlichen Warnungen, das Gebet nicht zu vernachlässigen, finden Christen es immer noch schwer zu beten. Warum? Ich glaube, dafür gibt es mehrere Gründe. Einer davon ist: Christen beten nicht, wenn ihre Liebe zum Herrn lau ist! Wenn ich das Wort „lau“ benutze, um die Liebe eines Menschen zu Jesus zu beschreiben, meine ich damit keine innere Kälte gegenüber dem Herrn. Ich will vielmehr ausdrücken, dass er keine innige Beziehung zum Herrn hat. Ein Beispiel dafür:

11


imPuls

Lehrartikel Als Jesus in Offenbarung 2 die Gemeinde in Ephesus anspricht, lobt er sie zuerst für alles, was sie getan haben. Er erkennt an, dass sie im Glauben hart gearbeitet haben, indem sie Sünde und Halbherzigkeit hassen, sich weigern, falsche Lehren anzunehmen und nie schwach werden oder aufgeben, wenn sie verfolgt werden, sondern für das Evangelium Stellung beziehen. Aber eines, sagt Christus, hat er ihnen vorzuwerfen: Sie haben ihre glühende Liebe zu ihm, die sie etwas kostet, aufgegeben! Aber ich habe wider dich, dass du deine erste Liebe verlassen hast (Offenbarung 2, 4). Irgendwie haben sie über all ihren guten Werken ihr früheres Leben mit Jesus hinter sich gelassen, das von Liebe und Disziplin geprägt war. Nun sagt er ihnen: „Ihr habt eure erste Liebe verlassen. Ihr habt die Disziplin aufgegeben, in meine Gegenwart zu kommen und Gemeinschaft mit mir zu haben, weil euch diese Disziplin etwas kostet!“ Bitte beachte, dass Jesus hier von Gläubigen spricht, die einmal brennende Liebe für ihn gehabt haben. Er wendet sich nicht an geistlich tote, kalte Namenschristen, die ihn ohnehin nie geliebt haben. Vielmehr gibt er hier zu verstehen: Es ist möglich, dass jemand, dessen Herz einmal von Liebe zu mir erfüllt war, seinen Eifer lau werden lässt. Der hingegebene Diener, der einst täglich in seine Gebetskammer eilte, um mich zu suchen, betet jetzt nur noch selten, wenn überhaupt! Kannst du dir vorstellen, wie verletzend das für Christus sein muss, der doch unser Bräutigam ist? Was soll das für eine Ehe sein, in der Mann und Frau keine innigen Zeiten der Gemeinschaft mehr

miteinander haben? Und genau davon spricht Jesus hier. Er möchte Zeiten ganz mit dir allein haben, um innige Gemeinschaft zu pflegen! Vielleicht sagst du, dass du ihn liebst, aber wenn du dir nie die Zeit nimmst, um mit ihm Gemeinschaft zu haben, beweist du damit, dass du ihn in Wirklichkeit nicht liebst. Für ein solches Verhalten würde kein Liebhaber Verständnis zeigen. Würdest du deiner Freundin sagen, dass du sie liebst, sie dann aber nur einmal in der Woche besuchen – und zwar gerade lange genug, um zu sagen: „Hallo Schatz, ich liebe dich. Auf Wiedersehen!“ Damit würde sie sich ganz bestimmt nicht zufrieden geben. Warum sollte Jesus, der alles – sogar sein Leben – für dich gab, sich mit so einem Verhalten begnügen? Es kommt nicht darauf an, wie laut du den Herrn in der Gemeinde lobst, wie oft du ihm sagst, dass du ihn liebst, und wie viele Tränen du vergießt. Du magst großzügig spenden, andere Menschen lieben, die Sünde hassen, Sünder ermahnen; aber wenn dein Herz nicht ständig in die Gegenwart Christi gezogen wird, dann liebst du ihn einfach nicht. Du nimmst das Gebet auf die leichte Schulter und vernachlässigst es. Und nach Jesu eigenen Worten ist das der Beweis, dass du deine Liebe zu ihm verloren hast. Alle unsere Werke sind vergebens, wenn wir nicht zu unserer ersten innigen Liebe, zu Jesus, zurückkehren. Wir müssen erkennen: Jesus zu lieben beschränkt sich nicht darauf, Dinge zu tun. Dazu gehört die tägliche Disziplin, eine Beziehung zu pflegen, und das kostet etwas.

Dr. Palmer Appiah-Gyan, Jahrgang 1961, stammt aus Ghana, ist verheiratet und hat drei Kinder. Er ist Pastor und BFP Vorstandsmitglied. Darüber hinaus leitet er den afrikanischen Arbeitskreis innerhalb der internationalen Gemeinden im BFP.

12

Medienseminar mit Craig D. Forrest CMP konnte einen professionellen und bekannten Filmschaffenden für einen Medienworkshop gewinnen. Craig D. Forrest aus Kalifornien hat für bekannte Klienten Aufträge ausgeführt und zahlreiche Auszeichnungen erhalten. Er produzierte für CBS, ABC, Discovery Channel, Fox Sports, Nestlé, Toshiba, McDonalds, World Vision usw. Als gläubiger Christ ist es ihm ein großes Anliegen, Christen weltweit für die Medienarbeit zuzurüsten. Als Coach und Mentor inspiriert und instruiert er medienbegeisterte Nachwuchstalente. In seinen Seminaren werden von der Entstehung im Drehbuch bis hin zur praktischen Durchführung alle Aspekte der Filmproduktion erörtert. Dieser Workshop ist gerade für Gemeinden eine spezielle Gelegenheit, ihre Medienteams, egal ob Anfänger oder Fortgeschrittene, mit profunden Kenntnissen auszurüsten, um effizient den Mediendienst ausüben zu können. Ort: CMP, Schelleingasse 16, 1040 Wien Anmeldung bei Josef Weindl: m ediensem inarcm p@gm ail. com / Tel.:0676 8969 1010 Mehr Info:

www.cross.tv/medienseminar


imPuls Der Christ und der Zehnte Im evangelischen Kirchenlexikon ist unter dem Schlagwort „Zehnte“ unter anderem zu lesen: „In vielen Freikirchen [...] gehört die freiwillige Geldabgabe des Zehnten vom persönlichen Einkommen zur geistlichen Lebensordnung der Kirchenmitglieder“. Wenn im Rahmen der Freien Christengemeinde Österreichs vom „Zehnten“ geredet wird, ist in der Regel diese Abgabe von 10% des Einkommens an die Lokalgemeinde zu verstehen. Diese Abgabe bildet die Grundlage für die Finanzierung des Gemeindebetriebes, zu dem grob gesagt die Erhaltungskosten eines Gebäudes, das Gehalt des Pastors, Missionsausgaben und diverse Veranstaltungen gehören. Als Grundlage für das Lehren dieser Praxis wird angegeben, dass es biblisch sei und auch Jesus den Zehnten nicht aufgehoben habe. Diese Beobachtungen sind grundsätzlich richtig, doch können sie wirklich als Rechtfertigung für die traditionelle Lehre über den Zehnten ausreichen? Diese Frage ist aufs Engste mit der Frage nach unserem Umgang mit den biblischen Texten verbunden. Was ist verbindlich und was nicht? Was muss als fundamental und unveränderlich gelten und was ist Form (oder kulturbedingt) und veränderbar? Dass der Zehnte biblisch sei und er für die neutestamentliche Gemeinde zumindest als Vorbild dienen sollte, wird meist am alttestamentlichen Versorgungssystem für den Tempel und der Priesterschaft fest gemacht (z.B.: 4. Mose 18; 5. Mose 12). Für konkrete Forderungen an Gläubige müssen dann oft Stellen wie Maleachi 3,10 herhal-

Meinung ten. Der Tatsache, dass diese Praxis nur für das Leben des alttestamentlichen Bundesvolkes im verheißenen Land bestimmt war (5. Mose 12,1), sollte meiner Meinung nach etwas mehr Beachtung geschenkt werden. Weshalb sollte sich Jesus gegen den Zehnten aussprechen, wenn er doch Teil des Volkes war und im verheißenen Land lebte? Doch es gibt weit wichtigere Fragen, die wir uns stellen sollten. Fragen wie: Wenn der Zehnte auch als Lebens- und Versorgungsordnung der Gemeinde gelten sollte, weshalb wird er dann in den neutestamentlichen Briefen, die u.a. ja den Zweck der Regelung des Gemeindelebens hatten, mit keinem (Lehr-)Wort erwähnt? Wäre eine diesbezügliche Belehrung für alle neu hinzu gekommenen Heidenchristen nicht notwendig gewesen? Weshalb nimmt man, wenn es um die Versorgung der Gemeinde geht, das alttestamentliche Gesetz als Vorbild und nicht das neutestamentliche Beispiel der Gütergemeinschaft der ersten Gemeinde (Apostelgeschichte 4,34f )? Auch in der weiteren Entwicklung der Gemeinde wurde viel mehr diese Praxis gelehrt: „Sei nicht einer, der zum Nehmen die Hände ausstreckt, zum Geben aber einzieht. […] Du sollst dich nicht abwenden von dem Bedürftigen; du sollst vielmehr alles teilen mit deinem Bruder, und du sollst nicht sagen, etwas sei (dein) Eigentum. Denn wenn ihr Teilhaber seid in den unsterblichen Gütern, um wie viel mehr in den sterblichen Dingen?“ (Didache (Apostellehre) 4,5.8 – Anfang bis Mitte des 2. Jahrhunderts).

auf Lohn haben, mehr Beachtung geschenkt werden, wenn Belehrung über Spenden und deren Verwendung stattfindet? Hätten die Umsetzungen dieser Vorbilder nicht dieselbe Existenzberechtigung wie die des Zehnten? Oder ist es einfach attraktiver wenn man lehren kann, dass man 90% des Einkommens für sich behalten darf? Die traditionelle Lehre über den Zehnten im Rahmen der neutestamentlichen Gemeinde steht, wie ich meine, keineswegs auf festem biblischem Grund! Eine gesunde Haltung des Herzens zu Besitz, Geld und Geben und die diesbezügliche Mündigkeit des Einzelnen, in dem der Geist der Liebe wohnt, liegen weit mehr im Interesse des Neuen Testaments (z.B.: Markus 12,41ff; Matthäus 6,24ff; Lukas 12,15ff; 2.Korinther 8,12ff; 9,6; 1.Johannes 3,17). Diese sollten deshalb auch von uns viel eher gefördert werden als die Lehre einer Regelung, deren Einhaltung Gottes Segen oder Schutz zur Folge hat. Gott traut uns neutestamentlichen Gläubigen weit mehr zu als nur die Einhaltung von Gesetzen, seien sie auch noch so gut und geistlich. Als ich ein Kind war sagte man mir was ich tun sollte und was nicht, doch als ich erwachsen wurde begann man mir zuzutrauen diese Entscheidungen selbst gut treffen zu können. Gott möchte, dass wir „Erwachsene“ werden. Deshalb sollte jeder Christ lernen auch mit der Freiheit des Gebens verantwortungsvoll und in Kombination mit seiner Beziehung zu Gott und zur Gemeinde umzugehen. Daniel Grader

Sollte nicht der Anweisung aus 1.Timotheus 5,17f, die besagt, dass Älteste welche der Gemeinde in Wort und Lehre dienen besonderes Recht

13


imPuls

Kolumne

Gemeinsam statt Einsam... All jene, die mich etwas besser kennen, wissen, dass ich (unter zahllosen anderen) eine große Schwäche für gutes Essen und Trinken habe. Und tatsächlich es existieren für mich auf dieser Welt nicht sehr viele Dinge, die ein gemeinsames Essen mit lieb gewordenen Menschen übertreffen könnten.

Richard Griesfelder

Jesus hat das nicht getan. Die Hochzeit in Kana, die Speisung der Fünftausend, die Frau am Jakobsbrunnen, das letzte Abendmahl, das „Grillfrühstück“ in Galiläa - um nur einige zu nennen... - waren Momente, die echt, unprätentiös, natürlich und dennoch in aller göttlichen Kraft Geschichte geschrieben haben. Natürlich bedeutet es mitunter auch Arbeit, Freundschaften zu bauen. Viel bequemer ist es mit Sicherheit, sich in seine eigenen vier Wände zurück zu ziehen, den Fernseher auf zu drehen und von der Welt möglichst seine Ruhe zu haben. Nun, das mag auch mal seine Berechtigung haben. Doch hat sich meiner Beobachtung nach das Gewicht zu sehr in diese Richtung verlagert. Und das Ergebnis ist „Ruhe“. Wir sollten nur darauf achten, dass wir nicht irgendwann auch „Ruhe“ von den Menschen bekommen, die uns wichtig sind...

Dabei ist es nicht nur das Essen an sich, das diese Faszination auf mich ausübt - es ist eine üppige Mischung aus vielen Dingen, und es reicht bei mir sehr tief ins Herz. So haben die wichtigsten Gespräche meines Lebens und auch zahlreiche zentrale Weichenstellungen nicht in oder nach Gottesdiensten, sondern an gedeckten Tischen stattgefunden. Wir unterschätzen diese für uns oftmals so profan und unbedeutend, ja gar „ungeistlich“ scheinenden Aspekte des Lebens und konzentrieren uns im Miteinander viel zu oft auf die (scheinbar) „wichtigeren“ Dinge wie „geistliche“ Themen, Gottesdienste, Programme und vieles mehr dieser Art. Doch echte Begegnung findet immer seltener statt. Nur allzu oft werden die Menschen um uns zu „Kulissen“ des Theaterstücks degradiert, das wir fälschlich als „Leben“ bezeichnen.

termine 01.04.2010

Neue Entscheidungen – neues Leben

09.04.2010

Salzburg

www.ffoe.at

Begegnung in der Ehe 9.-11.4.

St.Gilgen

www.bide.at

14.04.2010

Vision - Inspiration - Entspannung 14.-16.04.

Rust

www.fcgoe.at

16.04.2010

Begegnung in der Ehe 16.-18.4.

Fügen im Zillertal/Tirol www.bide.at

23.04.2010

Das Hohelied der Liebe Teil 1

Salzburg

www.ffoe.at

12.05.2010

Neue Entscheidungen – neues Leben

Salzburg

www.ffoe.at

13.05.2010

Jugendtreffen 13.-16.5

Wagrain

www.shakeyouth.at

02.06.2010

Frauentagung mit Judy Lambert 2.-5.6.

Freizeitheim Gusental www.fcglinz.net/

03.06.2010

Connect 2010 3-5.6.

Salzburg

www.ffoe.at

12.06.2010

Seminar mit Sven Zakrzewski

Salzburg

www.ffoe.at

14


imPuls David betet im Psalm 23,4: „Und wenn ich auch wanderte durchs Tal des Todesschattens, so fürchte ich kein Unglück, denn du bist bei mir; dein Stecken und dein Stab, die trösten mich.“ Im Gegensatz zu diesem Psalmwort erleben Menschen – auch viele gläubige Christen, dass Krisen im Leben Zusammenbrüche, Depressionen, Burn-out oder posttraumatische Belastungsstörungen bis hin zu suizidalen Impulsen auslösen. So stellt sich immer wieder neu die Frage: Was hilft, Krisen so zu bewältigen, sodass man in diese Sicherheit und Hoffnung wachsen kann, von der David hier redet? Das Bild vom finsteren Tal trifft sehr gut die offensichtliche Blindheit, einen Weg zu erkennen, aber weist uns auf eine neue Möglichkeit hin: das Hören. Wenn man die Fixierung vom „Nichtsehen“ löst und eine andere Fähigkeit, nämlich das Hören aktiviert, kann man den Stock des Hirten hören und erkennen: man ist nicht alleine, ein Größerer ist bei mir. Genau dieses Neuorientieren hilft, in Krisenzeiten wieder dauerhaft Boden unter die Füße zu bekommen. Schritte dazu können sein: Hoffnung entdecken: Auch wenn die Gefühle jetzt leer sind, es scheinbar keine Zukunft gibt, ist Gott noch immer an meiner Seite. ER bleibt gegenwärtig und hat den Überblick. Seine Worte neu zu hören, z.B. dass „in IHM Zukunft und Hoffnung ist“ und „ER der Weg ist“ und ihn kennt und mit mir geht – kann auch in scheinbar ausweglosesten Situationen Halt schenken. Und selbst der Tod, so grausam er ist, ist nicht das Ende, sondern der Anfang von ewigem Leben. Diese Hoffnung scheint einerseits nicht sichtbar, greifbar und ist trotzdem eine Realität, die es mit anderen Sinnen als bisher aufzunehmen gilt.

Kolumne Einen objektiven Gesprächspartner suchen: Krisen haben es an sich, dass man in negativen Denkkreisläufen und Sorgen stecken bleibt. Mit Gott und jemand anderem (Seelsorger, Therapeut) darüber zu reden hilft, Raum zu haben, die Gefühle, den Schmerz aber auch die Fragen und das endlose Gedankenkreisen wahrzunehmen und daran zu arbeiten. Auch die Klage vor Gott, das Herzausschütten, wie wir es in vielen Psalmen finden, kann hier sehr hilfreich sein. Oder Dinge wie Tagebuch schreiben oder über hilfreichen Zusagen Gottes zu meditieren können, helfen, den festgefahrenen negativen Denkstrukturen hoffnungsvolle Realität entgegen zu setzen. Entspannung üben und lernen: Regelmäßige Bewegung („wandern im finsteren Tal“) ist ein sehr hilfreiches Mittel gerade bei Depressionen und Kriseninterventionen. Mit jemandem wandern, radeln, schwimmen oder spazieren zu gehen, auch wenn man eigentlich keine Lust hat, fördert das Ankurbeln der biochemischen Prozesse, die nötig sind, um für den Hormonhaushalt hilfreiche Botenstoffe zu produzieren. Aber auch Bilder, die mir helfen bei Gott zur Ruhe zu kommen, wie: Sein Stecken und Stab trösten mich (ER bleibt immer da), unter seinem Mantel getragen werden (das verletzte Schaf), auf seinen Fittichen segeln (Adler), in seiner Burg sicher sein, wie ein Kind an der Mutterbrust geborgen sein, etc. können helfen, inmitten von Schwierigkeiten doch immer wieder Ruhe und Geborgenheit zu entdecken. Bilder haben den großen Vorteil, die Seele leichter zu erreichen als reines Nachdenken. Aber auch einen Film anzusehen, sich mit einem Freund zu treffen, etwas zu genießen sind Wege, Entspannung zu lernen.

Einen Tag nach dem anderen: Ich muss heute nicht die Kraft und Wege für die nächsten Wochen haben, sondern nur den nächsten Schritt gehen – mich fragen: was hilft mir an diesem Tag/ Stunde/Minute weiter? Und im Jetzt und Hier das Vertrauen einüben, dass ich diesen Schritt mit Gott gehen kann und das Morgen bei Ihm liegen lassen. Was könnte ich lernen? Wofür könnte ich danken? Es ist sehr hilfreich, etwas zu suchen, für das ich heute danken kann (selbst ohne das ‚Gefühl’ der Dankbarkeit), wie zum Beispiel, dass ich atme, mich bewegen kann, denken kann, sehen kann, etwas spüren kann, etc. Dankbarkeit verändert den Blickwinkel - weg von dem, was schwierig ist - hin zu dem, was mir anvertraut (geschenkt) wurde. So können Krisen auch helfen, sich auf das Wesentliche zu besinnen und Prioritäten neu zu ordnen. Letztlich hilft es zu wissen, dass Krisen immer auch Chancen sind – und Gott alles daran setzt, sie für uns fruchtbar zu machen, wenn wir an IHM bleiben. Nach dem Tal der Todesschatten erlebt der Wanderer im Psalm den gedeckten Tisch im Angesicht seiner Feinde. Das, was im Tal nicht zu sehen war, ist plötzlich für alle offensichtlich. Dieses Wissen, dass es trotz aller Finsternis für den Glaubenden bei Gott gut enden wird, hilft, die Krise nicht als das Letzte, sondern als das Notwendige für etwas Neues, Besseres zu sehen. In diesem Sinne möchte ich mit einem Zitat schließen, das die Elemente von Zerbruch und Chance von Krisen gut beschreibt: „Die Krise des Eies ist die Chance des Karin Ebert Kükens“.

15


I

VISIONS und MISSIONSTAG

%SISTUNSERE3TUNDE UNSERE'ELEGENHEIT UNSERE#HANCEFáR'OTTZUSCHEINEN UNDUNSER,ANDZUVER¶NDERN

1. Mai Villach

2. Mai Leoben

Life Center Karawankenweg 2 10:00 bis 17:00 Uhr

Christliche Initiative Leoben Gösserstraße 52 10:00 bis 17:00 Uhr

Eigenes Kinderprogramm mit Hanna Vuorinen & Team

Maria Prean

Sprecher: Maria Prean & Gianni Gaeta Heilungsgebet und Prophetischer Dienst Eigenes Kinderprogramm Lobpreis Heilungsgebet und Prophetischer Dienst durch Rudi Triebnik & Team

Gianni Gaeta

Lobpreis: Helge Plonner & Band

Werbung

nnn%m`j`fe$Xljki`X%e\k›<$dX`c1f]ÔZ\7m`j`fe$Xljki`X%e\k›K\c%1'--+&*'/)',+


impuls_04_2010_web