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BULLET|N SEPTEMBER 2010

«Für mich hatte Bildung immer schon eine besondere Bedeutung» JEAN-PIERRE KOUSZ, ODEC-MITGLIED INTERVIEW SEITE 12

|| Das Unternehmertum im Erklärungsnotstand? || ODEC-Stimme im Nationalrat

«Gérons notre vie selon un concept de développement durable…»

|| Spezialangebote für Mitglieder des ODEC

LIONEL ROSTAGNE, MEMBRE DE L’ODEC INTERVIEW PAGE 26

|| Une voix pour l’ODEC au Conseil national || Cérémonies de diplômes ES || Offres spéciales pour les membres de l’ODEC


Die Leistungsschu le

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EDITORIAL

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Editorial Diplomfeiern Pressetext: Studium an Höheren Fachschulen Das Unternehmertum im Erklärungsnotstand? Stimme im Nationalrat Spezialangebote für Mitglieder des ODEC Impressum EurEta News Krankenpflegezusatzversicherung Neues Gönnermitglied Kolumne zur Bildungslandschaft Neue Rahmenlehrpläne Interview mit ODEC-Mitglied Jean-Pierre Kousz ODEC-Studie Bildungsstufe HF: Fakten und Daten Gönnermitglieder SOMMAIRE

18 Editorial / Impressum 19 Plans d’études cadres ES approuvés Cérémonie de diplômes 20 Communiqué de presse: Etudes dans les écoles supérieures EurEta News Notre Conseil consultatif 21 Assurances de soins complémentaires Offres spéciales pour les membres de l’ODEC Membres bienfaiteurs 22 Etude ODEC 25 Echos: système éducatif 26 Interview de Lionel Rostagne, membre de l’ODEC

ODEC-Bulletin 3|2010

Die Berufsbildung (Sekundarstufe 2) stellt mit jährlich rund 56’000 Abschlüssen (eidgenössischen Fähigkeitszeugnisse EFZ) die wichtigste Erstausbildung in der Schweiz dar. Viele Bildungspolitiker setzen sich zugunsten der Berufsbildung ein, was auch dringend notwendig ist. Die an die Berufslehre anschliessende, meist besuchte Weiterbildung ist die höhere Berufsbildung und damit ist sie auch die Zukunftsperspektive der Berufsbildung. Jährlich schliessen rund 22’000 Personen eine höhere Berufsbildung ab, davon waren 2009 7’234 Absolventen einer Höheren Fachschule HF. Die Unterstützung der Berufsbildung sollte deshalb auch bis und mit der höheren Berufsbildung vorhanden sein. Nur die Berufsbildung zu unterstützen, ist wie in der Hälfte des Weges zu stoppen. Das laufende Jahr hat aufgezeigt, dass das Wissen über das Studium der Höheren Fachschulen noch zu wenig vorhanden ist, zum Beispiel um Statistiken erstellen zu können, die mit denjenigen der Hochschulen nur ansatzweise Schritt halten könnten. Der Bildungsbericht 2010 von Dr. Stefan C. Wolter, Direktor Schweizerische Koordinationsstelle für Bildungsforschung, – ein hervorragender Bericht über die gesamte Bildung der Schweiz – hat die Grenzen des vorhandenen Wissens aufgezeigt. Sollten mehr Details über das Studium HF herausgearbeitet werden, müssen mehr Daten erfasst und noch einige Studien mehr erstellt werden. Was wiederum bedeutet, dass der administrative Aufwand der Höheren Fachschulen steigt. Viele Höhere Fachschulen, die jahrelang durch den Konkurrenz- und Kostendruck auf Effizienz getrimmt wurden, sprich schlanke Strukturen erhielten, sollten jetzt durch Erfassen von Daten Mehraufwand betreiben. Ob dies auf die Kosten des Studium HF Auswirkung hat, wird sich zeigen. Dass die Finanzierung der Bildungsgänge HF noch nicht zufriedenstellend, aber auf einem guten Weg ist, zeigt die folgende Vernehmlassung: Die kantonalen Erziehungsdirektoren haben Vorschläge für ein neues Konkordat «Interkantonale Vereinbarung über Beiträge an die Bildungsgänge der Höheren Fachschulen (HF)» in die Vernehmlassung geschickt. Das Konkordat soll unter anderem die Freizügigkeit für die Studierenden an Höheren Fachschulen verbessern und mehr Kostentransparenz bringen. Lesen Sie dazu auch unseren Pressetext vom 2. Juni 2010 auf Seite 5. Über Statistiken und Kenntnisse der Höheren Fachschulen zu verfügen ist ein wichtiger Teil. Doch zu wissen wo und wie die Absolventen HF in der Arbeitswelt stehen, wie das weitere Bildungsverhalten oder die Saläre sind, ist für uns Absolventen HF wichtiger. Das Studium zu bestehen ist das eine, zu wissen was der anschliessende Wert ist, ob sich das Studium gelohnt hat, das andere. Wir führen jährlich verschiedene Studien durch, gross angelegte über mehrere Monate hinweg (Salär- oder Kompetenzstudie) oder kleinere, welche nur zwei bis drei Wochen dauern und einen Einblick in ein Thema geben sollen. Das Ergebnis zur letzten Umfrage «Einstellung der ODEC-Mitglieder zu den Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisationen» finden Sie ab Seite 14. Mit Stolz können wir feststellen, dass die Unterstützung der ODEC Mitglieder bei Umfragen vorbildlich ist. Urs Gassmann, Geschäftsführer

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ODEC-Bulletin 3|2010

DIPLOMFEIERN

ODEC-Präsenz an Höheren Fachschulen Vom 01. Mai 2010 bis 16. Juli 2010 konnte ODEC an folgenden Diplomfeiern den Verband repräsentieren und diverse beste Diplomnoten auszeichnen:

TEKO Luzern Am 28. Mai 2010 fand die Frühjahres Diplomfeier der TEKO Luzern statt, an der insgesamt 88 erfolgreiche Absolventinnen und Absolventen ihr Diplom erhielten. Davon 17 Dipl. Betriebstechniker HF. Die Feier stand unter dem Motto «am Ball bleiben», was aufgrund der Fussball WM 2010 naheliegend war. Der Schulleiter machte in der Diplomrede verschiedene Vergleiche zwischen Fussball, Weiterbildung und Beruf. Hartes Training, das Erlangen von Qualifikationen und gute Matchergebnisse seien nicht nur im Fussball entscheidend, damit in eine nächsthöhere Liga aufgestiegen werden könne. Nicht nur im Fussball gelte es stets mit vollem Einsatz die Trainings zu absolvieren, taktisch geschickt, fair und mit Teamgeist zu spielen und damit die Mann- bzw. Frauschaft zum Erfolg zu führen. Der beste Absolvent HF, Simon Bucher, wurde durch den ODEC Repräsentant Adrian Annen mit dem ODEC-Preis ausgezeichnet. Mit einem Schlusspfiff beendete der Schulleiter die Diplomfeier. Diplomfeier: 28.05.2010 Beste Diplomnote: Simon Bucher Repräsentant ODEC: Adrian Annen Absolventen HF: 17 (Betriebstechnik)

Zentrum für berufliche Weiterbildung St. Gallen

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Anlässlich der Diplomfeier vom ZbW (Zentrum für berufliche Weiterbildung, St. Gallen) versammelten sich am 5. Juni 2010 rund 250 Personen. Musikalisch umrahmt vom jazzig-funkigen Duo «SuBossa» nahmen insgesamt 57 Studentinnen und Studenten ihr begehrtes Diplom entgegen. 44 Diplomanden absolvierten den Studiengang Dipl. Technik. Ganz speziell geehrt wurde dabei auch der beste Absolvent des gesamten Prüfungsdurchgangs. Aus den Händen des ZbW-Direktors, André Gnägi, durfte Adrian Brüllmann, Zihlschlacht TG, einen Gutschein für einen Ausflug auf den Säntis (mit Mittagessen) für zwei Personen und das ODEC-Zertifikat entgegen nehmen. Anschliessend an die offizielle Diplomübergabe genossen die Diplomandinnen und Diplomanden sowie die Gäste das

reichhaltige kalte und warme Buffet und nutzten die Gelegenheit für das Networking und den Erfahrungsaustausch, aber auch ganz einfach zum Feiern aus Freude über den erfolgreich abgeschlossenen HF-Techniklehrgang. Diplomfeier: 05.06.2010 Beste Diplomnoten: Adrian Brüllmann Absolventen HF: 44 (Elektrotechnik 16, Maschinentechnik 9, Informatik 9, Mediatechnik 10)

Technische Berufsschule Zürich, Technikerschule HF Am 11. Juni 2010 konnten an der Technischen Berufsschule Zürich, Technikerschule HF insgesamt 24 Absolventen HF gefeiert werden. Die Absolventen stammen aus dem Fachbereich IT-Services Engineers HF und wurden durch die Anwesenheit von über 100 Gästen geehrt. Dr. Ernst Pfister, Rektor der TBZ begrüsste alle Anwesenden und Martin Plaschy, Leiter der TBZ liess die Studienjahre nochmals Revue passieren. Das Hauptreferat hielt Mario Fehr, Nationalrat und Präsident des KV Schweiz. Er beglückwünschte alle frischen Absolventen HF und würdigte Ihre Ausdauer während der Studienzeit. Die ODEC-Auszeichnung durfte Thomas Rosenblum entgegennehmen. Er schloss mit der besten Diplomprüfung ab. Der ODEC Repräsentant Jürg Köchli konnte ihm zu seinem Erfolg herzlich gratulieren. Diplomfeier: 11.06.2010 Beste Diplomprüfung: Thomas Rosenblum Repräsentant ODEC: Jürg Köchli Absolventen HF: 24 (IT Services Engineers)

Schule für Gestaltung Bern/Biel, HF 40 Studierende der Höheren Fachschule HF TSM für Medienwirtschaft und Medienmanagement konnten ihr Diplom am 23. Juni 2010 auf dem Berner Gurten entgegennehmen. Roger Spindler begrüsste die über 200 Gäste und blickte nochmals auf die Studienzeit der Diplomandinnen und Diplomanden zurück. «Ihr könnt vernetzen, ihr könnt strategisch planen, ihr habt Pioniergeist und Professionalität bewiesen, wir sind stolz auf Euch». Mit diesen Worten wandte sich Thomas Gehrig, Dozent für Unternehmensführung der HF TSM an die

Diplomandinnen und Diplomanden. Urs Gassmann, Geschäftsführer des ODEC, würdigte die Absolventin mit dem besten Diplomabschluss Damaris Trüb und übergab ihr eine Auszeichnung und den ODECPreis. Die Studienklassen verabschiedeten sich mit zwei aussergewöhnlichen Lipdup’s von der Schule. Dabei bewegten die Studierenden ihre Lippen passend zu einem Musikstück und das Video wurde ohne Schnitt in einem Durchlauf aufgenommen. Diplomfeier: 23.06.2010 Bester Diplomabschluss: Damaris Trüb Repräsentant ODEC: Urs Gassmann Absolventen HF: 40 (Medienwirtschaft und Medienmanagement)

ibW Höhere Fachschule Südostschweiz, Chur In der ibW Höhere Fachschule Südostschweiz in Chur wurden am 24. Juni 2010 zwölf frischgebackene Informatiker HF vor über 80 Gästen diplomiert und gefeiert. Fast die ganze Abschlussklasse hat sich parallel für die Höhere Fachprüfung vorbereitet und kann mit einem Doppelabschluss in die berufliche Zukunft starten. Peter Reinmann, Schulleiter Technik und Informatik liess den letzten Lehrgang Revue passieren und Peter Scherrer, Vorstand der ibW und Präsident Fachausschuss, gratulierte stellvertretend für die Gremien. Die Diplomübergabe an Diplomandin und Diplomanden, sowie ein herzliches Dankeschön an alle Mitwirkenden, Familien, Freunde und Bekannte übermittelte der Direktor der ibW, Stefan Eisenring. Der beste Absolvent, Pius Good, wurde durch Urs Gassmann, Geschäftsführer des ODEC, ausgezeichnet und erhielt den ODEC-Preis. Diplomfeier: 24.06.2010 Beste Diplomnote: Pius Good Repräsentant ODEC: Urs Gassmann Absolventen HF: 12 (Informatik)

TSBE Telematik-Schule Bern Am 02. Juni 2010 konnten 46 Studenten der TSBE Telematik-Schule in Bern ihre Diplome als «dipl. Techniker HF, Telematik» von Reto Sollberger, Vorsteher Abteilungsleitung Informations- und Energietechnik, in Empfang nehmen. Christoph Beer, Geschäftsleiter der Mundi Consulting AG und ICT Custer-Manager Bern, zeigte in seinem Hauptreferat anhand von Praxisbeispielen


PRESSETEXT

den Nutzen von Telematik und Netzwerkbeziehungen, auch im privaten Bereich, auf. Mit diversen Beiträgen präsentierten die Abschlussklassen in einem Rückblick ihre drei Studienjahre. Dem Absolventen mit der besten Diplomarbeit, Phu-Nhin Ho, konnte Urs Gassmann, Geschäftsführer des ODEC, herzlich gratulieren und die Auszeichnung mit dem ODEC-Preis übergeben. Diplomfeier: 02.07.2010 Beste Diplomarbeit: Phu-Nhin Ho Repräsentant ODEC: Urs Gassmann Absolventen HF: 46 (Telematik)

ibW Höhere Fachschule Südostschweiz, Chur 13 Absolventen HF der Fachrichtung Innenarchitektur durften am 02. Juli 2010 in der ibW Höhere Fachschule Südostschweiz in Chur ihre Diplome entgegennehmen. Das Hauptreferat hielt Thomas Metzler, Fachvorsteher Innenarchitektur, mit einem Rückblick auf den Lehrgang, sowie mit Informationen zum Auftrag der Diplomarbeit. Stefan Eisenring, Direktor der ibW Chur und Schulleiter Wald, Holz und Bau, ad interim, gratulierte allen Diplomanden und sprach seinen Dank an alle Mitwirkenden, den Familien, Freunden und Bekannten zu. Er übergab, zusammen mit Thomas Metzler, den Absolventen ihr wohlverdientes Diplom HF. Die Ausstellung mit den Diplomarbeiten konnte noch bis zum 06. Juli 2010 besucht werden. Die besten Diplomarbeiten von Thomas Bont und Renzo Lisi wurden mit dem ODECPreis ausgezeichnet. Diplomfeier: 02.07.2010 Beste Diplomarbeit: Thomas Bont, Renzo Lisi Absolventen HF: 13 (Innenarchitektur)

IST Internationale Schule für Touristik, Zürich Anlässlich der Diplomfeier der Internationalen Schule für Touristik Zürich versammelten sich am 09. Juli 2010 um die 160 Gäste im Hotel Crowne Plaza. Guglielmo Brentel, Präsident der Hotelleriesuisse, gratuliere den 27 Diplomandinnen und 6 Diplomanden einer Vollzeit- und einer berufsbegleitenden Klasse zu ihrem Abschluss als Dipl. Tourismusfachfrau/-mann HF. Die Direktorin der IST, Hanna Rychener, führte durch die Diplomfeier und übergab den frisch Diplomierten Ihre Auszeichnung. Die beste Diplomnote erreichte Kathrin Bösiger. Sie wurde durch den Vizepräsi-

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Pressetext: Studium an Höheren Fachschulen

Aus dem unfreiwilligen Schattendasein ins Rampenlicht In der Schweiz gibt es rund 200 Höhere Fachschulen (HF) für Bildungsgänge auf den Gebieten Technik, Wirtschaft, Gastgewerbe, Tourismus, Gesundheit, Soziales, etc. Umfragen und Studien zeigen: Absolventinnen und Absolventen HF gehören zu den erfolgreichsten Berufsleuten überhaupt (vergl. ODEC-Medienmitteilungen vom 9.2.2010 und 3.5.2010). Jetzt sollen die Studierenden der Höheren Fachschulen endlich mit ihren Kolleginnen und Kollegen an Universitäten oder Fachhochschulen (FH) gleichgestellt werden. ODEC begrüsst und befürwortet diesen Schritt ausdrücklich. Die kantonalen Erziehungsdirektoren haben Vorschläge für ein neues Konkordat «Interkantonale Vereinbarung über Beiträge an die Bildungsgänge der Höheren Fachschulen (HF)» in die Vernehmlassung geschickt. Das Konkordat soll unter anderem die Freizügigkeit für die Studierenden an Höheren Fachschulen verbessern und mehr Kostentransparenz bringen. Den am Konkordat teilnehmenden Kantonen wird ermöglicht, gewisse Vorgaben für LehrgangAnbieter zu machen. Die dem Konkordat beitretenden Kantone zahlen künftig für alle Bildungsgänge. So wird die Freizügigkeit für die Studierenden HF verbessert. Sie werden erstmals den Studentinnen und Studenten von Fachhochschulen oder Universitäten gleich gestellt. Neu ist auch, dass die Beitrittskantone die Tarife für Bildungsgänge einheitlich festlegen und nicht mehr

die Träger der unterschiedlichen Schulen. Damit schafft das Konkordat mehr Kostentransparenz und Übersicht im LehrgangAngebot. Trotz aller Vereinheitlichung welche begrüsst wird, fordert der ODEC, dass den Marktanforderungen Rechnung getragen und den Höheren Fachschulen nicht ein Korsett angelegt wird. Dieses Konkordat ist eines der wenigen interkantonalen Abkommen, bei dem die einzelnen Beitrittskantone keine Souveränität einbüssen oder abgeben. Es ist ein Gewinn für die Kantone, wie auch für die zukünftigen Studierenden HF. Somit dürfte dieses Konkordat auch politisch die nötige Unterstützung finden. Der ODEC fordert, dass alle Kantone dem Konkordat beitreten, um nicht Einwohner einzelner Kantone zu benachteiligen. 

denten des ODEC, Mirko Ganarin, mit entsprechendem Zertifikat und mit dem ODEC-Preis belohnt. Die sehr fröhliche Feier wurde musikalisch von der fetzigen Band «Züri Texas» umrahmt. Der anschliessende Apéro riche fand im wunderschönen Garten des Crowne Plaza bei schönstem Sommerwetter statt.

mit einer Schilderung des Studienverlaufs aus Sicht der Schule. Im Hauptreferat gab der Stadtpräsident von Olten Ernst Zingg Tipps für die berufliche Laufbahn der Neuabsolventen. Er motivierte sie zum erfolgreichen Umsetzen des Gelernten und zum Fortsetzen der Weiterbildung. Der Absolvent mit der besten Diplomnote, Andreas Zaugg, konnte den Preis und die Auszeichnung des ODEC aus den Händen von Beat Bürgi entgegennehmen. Die Diplomfeier fand beim Apéro im Konzertsaal und Foyer seinen Ausklang.

Diplomfeier: 09.07.2010 Beste Diplomnote: Katrin Bösiger Repräsentanten ODEC: Mirko Ganarin Absolventen HF: 33 (Touristik)

TEKO Schweiz. Fachschule, Olten Im Stadttheater Olten wurden am 09. Juli 2010 17 Studierende der TEKO Schweizerische Fachschule Olten ausgezeichnet. Beat Bürgi, Schulleiter der TEKO Olten, begrüsste die Diplomanden und Gäste und würdigte die Studienzeit der Diplomanden

Diplomfeier: 09.07.2010 Beste Diplomnote: Andreas Zaugg Absolventen HF: 17 (Betriebstechnik)

Diplomfeiern der Höheren Fachschulen aus der Romandie siehe Seite 19. 

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UNTERNEHMERTUM

Das Unternehmertum im Erklärungsnotstand? Manuela Stier *

Den Unternehmern fehlt es weder an Argumenten noch an Taten, mit denen sie den Nutzen des Unternehmertums für die Gesellschaft belegen könnten. Der Austausch über unternehmerische Leistungen mit der Öffentlichkeit findet jedoch nicht statt. Ein Plädoyer für eine weitreichendere Kommunikation der unternehmerischen Leitgedanken. Von der Einwegkommunikation zum Dialog In der Kommunikationslehre hat sich der Begriff für die «für ein Unternehmen und seine Tätigkeit relevanten Personen oder Organisationen» nach und nach verändert. Anstelle derjenigen, die das Unternehmen für ihre Ziele als wichtig erachteten, traten unter dem Begriff «Anspruchsgruppen», oder neudeutsch «Stake-holder», diejenigen, die am Unternehmen Interesse haben könnten. Ein erster (theoretischer) Schritt von der klassischen Innen- zur Aussensicht war erfolgt. Anschliessend floss die Erkenntnis ein, dass effektive Kommunikation nicht nur vom Unternehmen ausgehen darf, sondern ein Antworts-, ja sogar ein Mitspracherecht der Angesprochenen besteht. Diese grundsätzliche Gesprächsbereitschaft spiegelt sich im Ausdruck-«Dialoggruppen».

Zielgruppe «Breite Öffentlichkeit»

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Mit der Gesprächsbereitschaft ist es noch nicht getan. Interessant ist auch die Definition und Priorisierung der Zielgruppen. Aussagen wie «Bei uns steht der Kunde im Zentrum» stellen sofort klar, auf wen das Unternehmen fokussiert. Der Gedanke ist richtig, denn wie bitte sonst kann ich mein Geschäft zum Erfolg führen? Auch der Kommunikationsgrundsatz «intern vor extern» hat sich grösstenteils durchgesetzt – ohne Verankerung der Botschaften bei den Mitarbeitenden nützt die beste Kommunikation nichts. In die Primärzielgruppen reihen sich, auch nachvollziehbar, die Mitarbeitenden, die Lieferanten/-Geschäftspartner und für börsenkotierte Unternehmen die Aktionäre. Sind die Exponenten des Unternehmens nicht allzu scheu und traut

man den Medien, werden diese ebenfalls als wichtige Zielgruppe genannt. Meist an letzter Stelle und, etwas verschämt, steht in vielen Kommunikationskonzepten der Begriff «Breite Öffentlichkeit», was den etwas unbeholfenen Umgang mit dieser heterogenen Masse – und die damit verbundene stiefmütterliche Behandlung – erklärt.

Erklärungsbedarf besteht auf beiden Seiten Sich ein Bild von jemandem zu machen, den man nicht kennt, ist schwierig. Das Feiern von Erfolgen, das Besprechen von Problemen, die Kommunikation unter Gleichgesinnten sind einfach. «Breite Öffentlichkeit» meint Gesellschaft und damit uns alle. Was der Mensch nicht kennt, beurteilt er bestenfalls vorsichtig, sonst eher kritisch. Meinungsbildung entsteht durch eigene

Erfahrung oder Aussagen von Menschen, denen wir vertrauen. Dazu gehören Familie und Freunde, aber auch Personen, denen es gelingt, glaubhafte und für die Mehrheit verständliche Geschichten zu erzählen – beispielsweise in den Medien.

Der Unternehmer ist kein Geschichtenerzähler Das Unternehmertum und damit die Unternehmer haben es in der Vergangenheit

* Manuela Stier, Dipl. Public-Relations-Beraterin, ist Inhaberin und Geschäftsleiterin der von ihr gegründeten Corporate-Identity-Agentur Stier Communications AG in Weiningen. Stier Communications AG  Gründung am 1.1.1995  Corporate Identity für nationale und internationale KMU  5 Mitarbeitende www.stier.ch «Wirtschaftsmagazin» / «Initiative Lebenskonzept Unternehmertum» Seit 2006 ist Manuela Stier auch tätig als Verlegerin und Chefredaktorin des «Wirtschaftsmagazins» und seit 2009 Mitinitiantin der «Initiative Lebenskonzept Unternehmertum». www.wirtschaftsmagazin.ch | www.unternehmertumaktiv.com «Als Unternehmerin habe ich die Möglichkeit, neue Ideen auf eigenes Risiko umzusetzen und dadurch nachhaltige Werte zu erschaffen.»


UNTERNEHMERTUM

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grösstenteils versäumt, ihre durchaus spannenden Geschichten einem grösseren Kreis von potenziell interessierten Zuhörern zugänglich zu machen. Aus dem Erfahrungsschatz von Unternehmern könnten viele lernen: Schüler, junge Erwachsene, Jungunternehmer, Mitarbeitende, die sich weiterentwickeln möchten, gestandene Manager und Senioren, die im dritten Lebensabschnitt einer sinnvollen Beschäftigung nachgehen möchten. Was spricht dagegen, dass der Unternehmer wie Scheherazade aus der Not eine Tugend macht und damit Sympathien für das Unternehmertum und seinen Fortbestand gewinnt?

1001 gute Beispiele Arbeitnehmende, Lieferanten und Staat erwarten eine Menge vom Unternehmer: dass er für Sicherheit am Arbeitsplatz, die Schaffung von Arbeitsplätzen und die Bezahlung der Löhne besorgt ist; dass er Akquisition betreibt und dadurch sein Umfeld mit Aufträgen versorgen kann; dass er innovativ ist und den Wirtschaftsstandort damit vorantreibt; dass er sein Einkommen ehrlich deklariert und die Steuern pünktlich bezahlt; und dass er mit Visionen und Investitionen für den Fortbestand und damit die Weiterführung aller vorgängig aufgezählten, einem Unternehmer vermeintlich zukommenden Pflichten sorgt. All diese unternehmerischen Leistungen scheinen selbstverständlich – solange die damit verbundenen Freuden und Nöte des Unternehmers nur unter seinesgleichen und nicht in der Öffentlichkeit besprochen werden. Der Mann von der Strasse wäre erstaunt, wüsste er, welche Leistungen der Unternehmer für Gesellschaft und Staat zusätzlich erbringt. Allein, man müsste sie kommunizieren! Wie viele Unternehmer engagieren sich (in ihrer Freizeit) für unterschiedlichste Projekte und Initiativen? Liegen Vorstandsposten in wirtschaftlich oder beruflich orientierten Verbänden noch auf der Hand, geht die Mitgliedschaft in Service-Clubs mit der Wahrnehmung gesellschaftlicher Aufgaben schon weiter. Ins Licht der Öffentlichkeit gerückt werden müsste auch, wie viele Unternehmer ihre Freizeit und notabene finanzielle Mittel für Stiftungen einsetzen, die der Gesellschaft im In- und Ausland dienen.

Kommunikation mit der Öffentlichkeit ist Pflicht Die Mehrzahl der Unternehmer kommt der von den direkten Bezugsgruppen an sie gestellten Anforderungen unbestritten nach. Viele nutzen jedoch nicht die Chancen, die sich mit ihrem unternehmerischen Engagement – und notabene auch der wirtschaftlichen Kraft und den damit verbundenen medialen Wirkungsmöglichkeiten – zusätzlich bieten. Das Unternehmertum hat absolut keinen Erklärungsnotstand, ist aber für die breiter gefasste Zielgruppe definitiv erklärungsbedürftig. Unternehmer sind damit gefordert, in der Öffentlichkeit aufzutreten und aufzuzeigen, wofür sie einstehen und was ihnen wichtig ist.

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Fazit  Dialog ist nur möglich, wenn sich die Zielgruppen kennen oder kennen lernen können  Unternehmertum bleibt für die Öffentlichkeit ein abstrakter Begriff, wenn er nicht durch Beispiele erklärt wird  «Tue Gutes und sprich darüber» gilt als abgedroschen, hat jedoch nach wie vor seine Gültigkeit 

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ODEC-INFO

Unser Beirat Christoph von Rotz IMPRESSUM Herausgeber: ODEC schweizerischer verband der dipl. absolventinnen und absolventen höherer fachschulen Geschäftsstelle: Bürozeiten: täglich von 8.00 – 12.00 Uhr und 14.00 – 17.30 Uhr Tel. 052 214 22 40, Fax 052 214 22 42 info@odec.ch, www.odec.ch Redaktion: Urs Gassmann, Jsabelle Tschanen Redaktionelle Beiträge an: ODEC Postfach 2307, Eichgutstrasse 1 8401 Winterthur email: info@odec.ch Redaktionsschluss: 25. Januar, 25. April, 25. Juli, 25. Oktober Inserateverkauf: ODEC Tel. 052 214 22 40, Fax 052 214 22 42 email: info@odec.ch Adressänderung/Bestellungen: ODEC, Postfach 2307, 8401 Winterthur email: info@odec.ch Erscheinungsweise: Das Bulletin erscheint 4-mal jährlich: 1. März, 1. Juni, 1. September, 1. Dezember Gestaltung: Eugen Scheiwiller, Electronic Publishing 8600 Dübendorf Druck/Versand: Zofinger Tagblatt AG, 4800 Zofingen Nachdruck: Nur mit schriftlicher Zustimmung der Redaktion Namentlich gekennzeichnete Beiträge stellen nicht unbedingt die Meinung des Verbandes dar. Zuschriften sind an die Redaktion erbeten. Für unverlangt eingesandte Manuskripte und Fotos übernehmen wir keine Haftung.

Inserate 4-farbig, Preise: 1/4 Seite CHF 500.– 1/3 Seite CHF 700.– 1/2 Seite CHF 1’000.– 1/1 Seite CHF 1’800.– Mitglieder und Gönner erhalten 20% Ermässigung. Details finden Sie auf unserer Homepage www.odec.ch unter Organisation/Verbandszeitschrift.

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ODEC-Stimme im Nationalrat Im Bundeshaus werden neben den Rahmenbedingungen für unser Land und unsere Wirtschaft auch die Bedingungen und Grundlagen für die höhere Bildungslandschaft definiert und geschaffen. Seit 2007 darf ich den einzigen Sitz von Obwalden im Nationalrat inne haben und unsere Bevölkerung mit diesem anspruchsvollen Amt in Bern vertreten. Es freut mich deshalb sehr, dass ich als Absolvent einer Höheren Fachschule im Zusammenhang mit meinem politischen Mandat als Nationalrat dem ODEC als politischer Beirat zur Seite stehen darf. Meine Motivation für die Annahme dieses Mandates beim ODEC liegt darin, dass die Bildung die wichtigste Ressource der Schweiz ist und auch bleiben soll. Gerade die Finanz- und Wirtschaftskrise hat uns gezeigt, dass eine gute fundierte Bildung nie an Wert verliert und die Basis für unsere gut funktionierende Volkswirtschaft ist. Dabei geht es nicht nur um die Grundbildung, sondern insbesondere um die späteren Weiterbildungen, weil das Lernen im Leben nie ein Ende hat. Mit dem Bildungsweg über die Höhere Fachschule besteht die Möglichkeit eine praxisorientierte und praxisnahe Weiterbildung in verschiedenen Fachrichtungen mit einem breit anerkannten Titel zu erwerben, welcher auf unserem einmaligen dualen

Berufsbildungssystem aufbaut. Mein persönlicher beruflicher Werdegang über die Volksschule und die Berufslehre führte auch mich über die Höhere Fachschule der Wirtschaftsinformatik. Mit diesem Abschluss in der Tasche, habe ich Jahre später auch noch das eidg. Diplom als Informatiker erarbeitet, da damals noch kein durchlässiger Weiterbildungsweg nach dem HF bestand. Als Absolvent der höheren Fachausbildung kann ich als politischer Beirat den ODEC und deren Mitglieder mit Rat und Tat zur Seite stehen und auch für notwendige Weichenstellungen in Bern einstehen, wenn es im Sinne für unsere wichtigste Ressource der Schweiz geht. Dass der ODEC seit 2006 für alle Absolventen HF offen ist, erachte ich als Informatiker als einen wichtigen Schritt zum Thema Networking. Das Networking wird nicht nur im politischen Leben sondern auch im beruflichen Leben immer wichtiger. Die ODEC Mitglieder dürfen sich damit in einem breit abgestützten Verband wissen, welcher die Interessen der höheren Fachausbildung aktiv vertritt und den Mitgliedern damit ein breites und interessantes Netzwerk anbieten kann. Ihr Beirat und Vertreter in Bern mit HF Christoph von Rotz Nationalrat SVP Obwalden

Der virtuelle Marktplatz – Spezialangebote für ODEC-Mitglieder Schon seit ewigen Zeiten werden Waren und Dienstleistungen auf dem Marktplatz ausgetauscht. Auch in der virtuellen Welt hat dies längst Einzug gehalten. Am 01. September 2010 schaltet ODEC nun exklusiv für seine Mitglieder einen «virtuellen Marktplatz» auf. Mitglieder, Gönner oder Partner des ODEC können auf www.odec.ch unter der Rubrik «Spezialangebote» kostenlos Angebote für Mitglieder des ODEC publizieren und erreichen damit mehr als 3’500 potenzielle Kunden.

ODEC-Mitglieder profitieren mit den «Spezialangeboten» von zahlreichen vergünstigten Angeboten in Bereichen wie: Bildung, Computer, Dienstleistungen, Mobilität, Freizeit, Gesundheit, Reisen und Versicherungen, etc. Weitere Informationen zu den «Spezialangeboten» für Mitglieder und zu Werbemöglichkeiten unter: www.odec.ch. Anfragen zu Werbemöglichkeiten bitte an: info@odec.ch oder Tel. 052 214 22 40 


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ODEC-Bulletin 3|2010

Dipl. Techniker/-In HF - LOGISTIK Dipl. Techniker/-In HF - MECHATRONIK MODULARER STUDIENAUFBAU: Grundlagenstudium ` Lerntechnik, Medienkompetenz, Mathematik ... Fachstudium ` Managementkompetenzen, Engineering-/SCM-Projekte Diplomphase ` Diplomparbeit mit Aufgabenstellung aus der Praxis STUDIENDAUER: berufsbegleitend, 5 Semester + 12 Wo Diplomphase EINTRITTSBEDINGUNGEN: abgeschlossene Berufsausbildung, 50%ige Anstellung im Fachbereich DATEN: 08.11.2010 bis 13.12.2013 ...vernetzt denken, Teams und Projekte führen. Wann sind Sie dabei? Tel: 044 745 84 84 E-Mail: sekretariat@bzd.ch

Europäischer Verband höherer Berufe des Ingenieurwesens und der Technik

EurEta EurEta ist seit dem 1. Juli 2010 mit Sekretariat und Politberater in Funktion eines Direktors in Brüssel präsent. EurEta ist der Dachverband der nicht-akademischen höheren Berufe des Ingenieurswesens und der Technik. EurEta positioniert sich in der «EU 2005/36 Directive» im Level D und im European Qualifikation Framework (EQF) Level 6. In der Schweiz ist EurEta-CH mit ODEC das Nationalmitglied.

»»» aktuelle Informationsabende »»» Website

Anfangs Juli 2010 konnte EurEta sein Sekretariat in Brüssel eröffnen. Mit Dr. Theodoros Koutroubas, Direktor von CEPLIS und Senior Policy Adviser FEPI, wurde ein ausgewiesener Politberater und Kenner der EU Administration und Politik für EurEta in einem 20% Pensum als Senior Policy Adviser gewonnen. Zudem wird das Sekretariat von einem Mitarbeiter ebenfalls in 20% Anstellung unterstützt. Der Vertrag wurden anfangs Juni 2010 zwischen Dr. Theodoros Koutroubas und Urs Gassmann, Präsident von EurEta und Geschäftsführer von ODEC, unterzeichnet. Damit ist EurEta jetzt permanent in Brüssel präsent. Durch Dr. Koutroubas stehen nun viele Wege offen, um vor Ort in der EU-Kommission und bei EU-Parlamenta-

Krankenpflegezusatzversicherung ODEC offeriert seinen Mitgliedern und deren Familienangehörigen die im gleichen Haushalt leben drei Kollektivverträge für die Krankenpflegezusatzversi-

cherung. Unsere Partner sind HelsanaGruppe (Helsana, progrès, sansan, avanex, aerosana), Sanitas und Swica, alles qualitativ hochstehende Versicherer mit attrak-

Neues Gönnermitglied Als neuestes Gönnermitglied können wir die Fernfachhochschule Schweiz FFHS (Mitglied der SUPSI) im ODEC begrüssen. Die FFHS bietet Absolventen/innen HF die Möglichkeit über Passerellen in höhere Semester verschiedener Bachelor-Studiengänge einzusteigen. Die Fernfachhochschule Schweiz bietet seit über zehn Jahren eidgenössisch anerkannte Fachhochschul-Studiengänge im kombinierten Fernstudium in den Bereichen Wirtschaft, Informatik und Engineering an und betreibt Regionalzentren in Zürich, Basel, Bern und Brig. www.fernfachhochschule.ch 

www.bzd.ch riern relevante Informationen zu erhalten und die Anliegen von EurEta einzubringen. Wie auch in der Schweiz, fokussiert die Politik in Brüssel am liebsten auf die Hochschulbildung. Mit EurEta und dem Sekretariat existiert neu ein Instrument, damit die Nicht-Hochschulstudien entsprechende Beachtung findet. Per 1. Juni 2010 wurde die Homepage www.eureta.org neu überarbeitet und gestaltet. Der Erfolg von EurEta dient der ganzen Stufe HF. Können sich die Absolventen des Bereichs HF Technik mit EurEta positionieren und profilieren, so wird automatisch die ganze Stufe HF davon profitieren – denn, HF ist HF. 

tiven Produkten. Dank diesen Kollektivverträgen sparen Sie und Ihre Familienangehörigen bis zu 25% auf den Zusatzversicherungen (je nach Partner und gewählten Produkten). Mitglieder, welche bereits bei einem dieser Partner versichert sind, können ohne Gesundheitsprüfung mit den identischen Produkten in die günstigere Kollektivversicherung derselben Krankenkasse wechseln. Für einen Versicherungswechsel ist in aller Regel der 30. September 2010 Kündigungstermin. Ein Beitritt in die Kollektivversicherung ist bis 1 Jahr vor dem AHV-Alter möglich. Sie finden auf www.odec.ch (Spezialangebote) weitere Informationen, sowie ein Formular für die Offertbestellung, respektive den Übertritt in die Kollektivversicherung. 

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BILDUNGSLANDSCHAFT

KO L U M N E

Die Krux mit den Dienstleistungsberufen Das duale Berufsbildungssystem, Typ Meisterlehre, eignet sich vorzüglich für die gewerblichen und industriellen Grundbildungen. Hier hat diese Ausbildungsform ihre Wurzeln und in diesem Wirtschaftssektor wurde sie zum heutigen Erfolgsmodell entwickelt. Die Berufsfelder sind klar geschnitten und es bestehen Verbände, denen diese eindeutig zuzuordnen sind. Mit den Fachverantwortlichen in den kantonalen Berufsfachschulen ist man bestens bekannt und vernetzt. Schwieriger wird es, wenn das duale System Grundbildungen für die moderne Dienstwirtschaft anbieten muss, «anspruchsvolle Dienstleistungsberufe» meine ich damit. In der Informatik und für die Ausbildung der kaufmännisch – betriebswirtschaftlichen Berufe beispielsweise finden wir keine zum voraus klar identifizierbaren Verbände für die Trägerschaft des jeweiligen Lehrberufes. Die ausbildenden Lehrbetriebe gehören, wenn überhaupt, verschiedenen Branchenverbänden an. Das war in der Vergangenheit kein Nachteil, da die Berufsschulen bei der Lancierung von neuen Berufen und bei deren Entwicklung die entscheidende Rolle spielten. Im neuen Berufsbildungsgesetz wird die Verantwortung für die Berufsbildung neu den Verbundpartnern als Ganzes zugewiesen. Der Bund und die Kantone sind als Partner gesetzt. Für Ausbildungsberufe, die in verschiedenen Wirtschaftszweigen angeboten werden, müssen zuerst berufsbildnerische Zweckverbände als Organisation der Arbeitswelt geschaffen werden, die dann als dritter Partner die Verantwortung für die Berufsbildung im entsprechenden Beruf übernehmen können. Das ist nicht billig und es wird sehr schnell der Ruf nach staatlichen Mitteln laut, da die Liebe zum dualen System dann doch nicht so gross ist, dass die verschiedenen Berufsverbände von sich aus die ganze Übung vorfinanzieren. Die Interessenslage der vielen Partner ist nämlich viel weniger einheitlich als z.B. beim Schweizerischen Schreinermeisterverband, der selbstredend für die Schreinerausbildungen verantwortlich zeichnet und traditionell über seine Mitglieder viel Geld in die Berufsbildung steckt und das weil er weiss, dass das gut angelegte Mittel sind, die der Branche durch gut ausgebildetes Personal wieder zugute kommen. Eigentlich wäre der Verwendung von staatlichen Mitteln für die Schaffung von Zweckverbänden nichts entgegenzuhalten, wäre da nicht die Gefahr der Übersteuerung. Während die Branchen des sekundären Sektors kurz- und mittelfristig recht gut wissen, wie sich ihre Berufe entwickeln werden, ist das im Detail bei den Berufen des tertiären Sektors viel weniger klar. Das führt dann dazu, dass die neu geschaffenen berufsbildnerischen ad hoc Verbände sehr aufwändige Revisions- und Studienprojekte lancieren, grösstenteils finanziert mit staatlichen Subsidien. Die neu etablierte Berufsbildungsforschung und viele einschlägige Beratungsinstitutionen lassen sich nicht lange bitten und schneiden sich auch ein Stück vom Kuchen ab. Was dabei herauskommt ist manchmal recht erstaunlich. So ist einem Dokument der Reformkommission Kaufmann/Kauffrau als zentrale Aussage einer Studie zu entnehmen, dass künftige Kaufleute: «Polyvalente Mitar-

beiter» mit (branchen-)spezifischem Fachwissen sein werden. Solche Sätze muss man sich schon auf der Zunge zergehen lassen! Oder bei den Informatikberufen: Hier hatte der Bund aus Mitteln eines Impulsprogramms vor einigen Jahren 10 Millionen gespendet um für die neu geschaffene Informatikerlehre eine OdA Informatik namens I – CH zu schaffen, da von den vielen bereits bestehenden Informatikverbänden keiner dazu in der Lage war. I – CH wird nächstens verschwinden, wie die 10 Millionen, und ersetzt werden durch eine Stiftung, die, nachdem der Bund bereits auch wieder einen Obolus gesprochen hat, als neue OdA Informatik wie Phönix aus der Asche steigen und selbstverständlich wie die Vorgängerorganisation wieder quantitative und qualitative Studien in Auftrag geben wird, um das Berufsfeld auszuleuchten und zu erforschen in welche Richtung dann die Reise gehen sollte … Lehre aus dem Krieg: Wir können für die «anspruchsvollen Dienstleistungsberufe» nicht unbesehen die Spielregeln der klassischen Meisterlehre des sekundären Sektors anwenden, die da heissen: Lehrlingsausbildung muss sich unter dem Strich für den Betrieb in etwa rechnen und hat pragmatisch zu geschehen, das heisst die betrieblichen Abläufe dürfen durch die Ausbildungstätigkeiten nicht zu stark gestört werden. Nach bestandenem Lehrabschluss findet man in der Regel schnell eine gute Arbeitsstelle im gelernten Beruf. Für die Informatiker, Kaufleute und auch die Elektroniker präsentiert sich das Lehrende meistens etwas anders. Sie merken sehr bald, dass ihre Kenntnisse doch eher schmalbrüstig sind und für einen anspruchvollen Job meistens nicht genügen. Eine Weiterqualifizierung ist dringend angesagt und mancher wird sich vielleicht fragen, ob er nicht doch besser über das Gymi mit anschliessendem Studium in das Berufsleben gestartet wäre. Damit will ich den Ausbildungsbetrieben keineswegs einen Vorwurf machen. Es ist einfach eine Tatsache, dass innerhalb der verfügbaren Ausbildungszeit das System bei diesen Berufen an seine Grenzen kommt. Bei der kaufmännischen Lehre staune ich sowieso, wie wenig die Lehrdauer von drei Jahren in Frage gestellt wird. Vielleicht ist die zunehmende Beliebtheit der Handelsmittelschulen und auch der schulisch vermittelten KV – Lehre mit anschliessendem Praktikum, eine Antwort darauf ? Wir werden in Zukunft, schon aus demographischen Gründen kaum darum herumkommen, unser Berufsbildungssystem etwas nüchterner zu betrachten und neben allen Vorteilen auch die Begrenztheiten einzugestehen. In den nächsten Jahren wird die Zahl der jungen Leute am Ende der obligatorischen Schulpflicht deutlich abnehmen und damit wird sich auch das Berufswahlverhalten ändern. Stellen wir uns darauf ein und bilden wir unseren Nachwuchs jeweils in dem Teil des Bildungssystems aus, der sich für den jeweiligen Beruf am besten eignet. Heinrich Summermatter Berufsbildungsexperte, Hinterkappelen Heinrich.Summermatter@gmail.com


RAHMENLEHRPLÄNE

Neu genehmigte Rahmenlehrpläne Dipl. Försterin HF / dipl. Förster HF Förster/innen leiten Forstreviere, öffentliche und private Forstbetriebe oder Unternehmen im Sinne ihrer Arbeitgeber/innen. Als Betriebsleiter/innen sind sie für die fachliche, betriebswirtschaftliche und personelle Führung zuständig. Sie entwickeln in Zusammenarbeit mit den Waldeigentümern/innen einen Unternehmensplan und setzen diesen um. Wirtschaftlichkeit, Gesundheitsschutz und Arbeitssicherheit, Personalführung und rationeller Einsatz der Arbeitsmittel sind dabei genauso wichtig wie die Erfüllung unterschiedlicher Ansprüche an den Wald. Die Komplexität und Vielfältigkeit dieser Aufgabe erfordern Umsicht, vernetztes Denken sowie Kommunikations- und Verhandlungsgeschick. Heute und morgen bewegen sich Förster/innen innerhalb des Dreiecks der nachhaltigen Entwicklung (Ökonomie, Ökologie und Soziales) und arbeiten typischerweise im Rahmen der vier wichtigsten Waldleistungen: Holzproduktion, Erhaltung und Förderung der Biodiversität, Schutz vor Naturgefahren, Beiträge an die Wohlfahrt (Erholung usw.) Die Aufgaben von Förster/innen werden durch den wirtschaftlichen Strukturwandel, durch Interessenskonflikte (verschiedenartige Ansprüche an den Wald) und aufgrund von neuen Herausforderungen (Klimawandel, Naturkatastrophen, steigende Nachfrage nach Waldleistungen) anspruchsvoller. Als Leiter/innen eines Forstbetriebes vertreten Förster/innen die Interessen der Waldeigentümer/innen. Als Mitarbeitende des Forstdienstes sind Förster/innen häufig in der Rolle des Vermittlers zwischen Waldeigentümer/innen, Behörden und der Öffentlichkeit. In beiden Funktionen pflegen sie Kontakte zu politischen Instanzen und Interessensgruppen wie Umweltorganisationen, Tourismusanbietern und arbeiten interdisziplinär mit anderen Berufsgruppen wie zum Beispiel Jäger/innen, Jagdaufseher/innen, Wildhüter/innen, Biolog/innen und Ornitholog/innen zusammen.

Dipl. Gestalterin HF / dipl. Gestalter HF Die dipl. Gestalterin HF/der dipl. Gestalter HF bringt die durch ein Auftragsverhältnis vorgegebenen Inhalte in eine durch visuelle und ästhetische Kriterien bestimmte Produktform. Sie/er kann auch als eigeninitiative/r Autor/in den Inhalt und die Form von

Produkten realisieren. Die Produkte, die sie/er entwickelt, entsprechen Kriterien von Ästhetik, visueller Kommunikation, Funktionalität und Materialgerechtigkeit. Gleichzeitig berücksichtigen die Produkte Kunden- bzw. Marktbedürfnisse und sind zeitgemäss. Die dipl. Gestalterin HF / der dipl. Gestalter HF hat Überblick über ihre/ seine Projekte und arbeitet unter wechselnden Bedingungen. Sie/er bildet sich systematisch weiter, um sich in einem kompetitiven, sich ständig und schnell weiterentwickelnden Umfeld zu behaupten. Ihre/seine Kenntnisse erlauben es, ästhetische Kriterien mit den Tendenzen des zeitgenössischen Marktes zu verbinden. Die dipl. Gestalterin HF / der dipl. Gestalter HF erkennt die Wichtigkeit der nachhaltigen Ressourcennutzung und der Energieeffizienz für die Ausübung ihrer/seiner Tätigkeit. Sie/er plant und kalkuliert das Projekt unter Berücksichtigung von ökologischen Technologien (z.B. ressourceneffiziente Drucktechnologien im Kommunikationsdesign), kennt sich im Bereich des ökologischen Produktdesigns aus und berät ihre/seine Kunden auch dementsprechend. Textauszug aus Homepage BBT

Dipl. Wirtschaftsinformatikerin HF / dipl. Wirtschaftsinformatiker HF Wirtschaftsinformatiker/innen haben Kontakt mit Menschen und Technologien. Sie sitzen am Nervensystem einer Unternehmung und sind für deren Funktionsfähigkeit und Optimierung zuständig. Dazu analysieren sie betriebliche und überbetriebliche Geschäftsprozesse, prüfen deren Potenzial zur Unterstützung durch Informations- und Kommunikationstechnologien und konzipieren, planen, implementieren und betreiben innovative und komplexe soziotechnische Systeme. Wirtschaftsinformatiker/innen setzen ihre ausgeprägten Kenntnisse und Fertigkeiten in den

Bereichen Leadership und Sozialkompetenzen, Betriebswirtschaftslehre, Projektmanagement und Qualitätsmanagement, Business Integration und Geschäftsprozessdesign sowie Sicherheit und Datenschutz für die Erstellung interdisziplinärer Lösungen ein. Sie zeichnen sich durch unternehmerisches und ganzheitliches Denken aus. Ihr Aufgabengebiet wird von den vielseitigen Einsatzmöglichkeiten moderner Technologien beeinflusst. Wirtschaftsinformatiker/innen stellen die bedarfsgerechte Anwendung von Informations- und Kommunikationstechnologien in den Vordergrund. Dazu beobachten sie technologische Innovationen und beurteilen deren Potenzial (Chancen und Risiken) für die sich ebenfalls verändernden organisatorischen und wirtschaftlichen Strukturen. Die Dynamik dieser Innovationen und Veränderungen versetzt Wirtschaftsinformatiker/innen oftmals in die Rolle zentraler Change Manager und verleiht ihnen dementsprechend hohe Verantwortung in der Unternehmung. Textauszug aus Homepage www.ig-hfwi.ch

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INTERVIEW

Mit Jean-Pierre Kousz* sprach Petra Wälti-Symanzik

«Ich predige nicht nur lebenslanges Lernen, ich tue es auch selbst» Er bildet Lernende im eigenen Geschäft aus und setzt sich seit Jahren in der Bildungslandschaft für die Informatikausbildung ein. Jean-Pierre Kousz sieht bei der höheren Berufsausbildung weiterhin Handlungsbedarf. Jean-Pierre Kousz, Sie haben ein IT-Unternehmen und engagieren sich seit Jahren stark im Bildungsbereich. Wie kommt es dazu? Für mich hatte Bildung immer schon eine besondere Bedeutung. Einerseits war ich als Jugendlicher ein Schulversager. Erst später habe ich das Verpasste dann nachgeholt. Auf der anderen Seite wollte ich eigentlich einmal Lehrer werden, was sich allerdings mit Ersterem nicht gut vertragen hat. Als Gründungsmitglied der Zürcher Lehrvereinigung Informatik ist Ihnen die Ausbildung von Lehrlingen besonders wichtig. Ich habe mich bereits als junger Erwachsener damit befasst, wie man jungen Menschen technische Themen so näher bringen kann, dass sie sich dafür auch begeistern können. Später, als ich das eigene Unternehmen gründete, war für mich als begeisterter Absolvent einer Berufslehre klar, dass es möglich sein muss, auch in der Informatikbranche Lehrlinge auszubilden. Bald schon ergab sich die Möglichkeit, sich aktiv im Aufbau der Berufslehre zu engagieren. So bin ich immer tiefer in das Thema hinein gerutscht – bis später in den Bereich der Höheren Fachschulen. In Sachen Projektmanagement muss Ihnen keiner mehr etwas vormachen – was reizt Sie daran? Projektmanagement ist ein ganz zentrales Thema in der Informatik. Wenn Sie bedenken, wie viele Projekte scheitern – nur weil die Projektleitung versagt hat. Mich reizt am Projektmanagement besonders die soziale Komponente. Oft steht die Methode zu sehr im Vordergrund. Dabei ist es ebenso zentral, dass die Projektleitung über die nötige Sozialkompetenz verfügt.

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Können diese Kompetenzen nicht vorausgesetzt werden? Leider wird gerade dieses Thema kaum durch die Bildungsinstitutionen angegangen. Abschlüsse in diesem Bereich müssten

auch sicherstellen, dass die Absolventen über die nötige Sozialkompetenz verfügen – Methodenwissen allein genügt da nicht. Der Rahmenlehrplan für Wirtschaftsinformatik ist fertig gestellt, Sie waren massgeblich daran beteiligt? Die Kalaidos Bildungsgruppe hatte mich im Jahre 2001 mit der Sanierung der konkursiten Wirtschaftsinformatikschule Schweiz (WISS) beauftragt. Da die WISS damals die führende Höhere Fachschule im Thema Wirtschaftsinformatik war und noch kein Rahmenlehrplan bestand, habe ich die Initiative ergriffen, eine eigene ODA Wirtschaftsinformatik zu gründen. Dies besonders darum, weil sich zu diesem Zeitpunkt niemand für dieses Thema interessierte. Die IG-HFWI, welche ich bis vor kurzem präsidierte, konnte die Erstellung des Rahmenlehrplans erfolgreich im Mai dieses Jahres abschliessen, was mich persönlich sehr freut. Jetzt werden wir in der IT auf Absolventinnen und Absolventen zählen können, welche das gefragte Wissen aus beiden Disziplinen mitbringen werden. Die Bildungsangebote in der Schweiz – was ist gut, was lässt sich noch verbessern? Ich bin ein absoluter Verfechter der kompetenzorientierten Ausbildung, egal auf welcher Stufe. Was nützt es einem Betrieb, wenn Ausbildungsabgänger «nur Wissen» besitzen, jedoch nichts wirklich können? Auf der Stufe Berufslehre funktioniert das schon seit Jahrzehnten absolut erfolgreich, gerade darum ist die Lehre auch im Ausland sehr angesehen. Und die Ausbildung an den Höheren Fachschulen? Bei der höheren Berufsbildung – ich rede da natürlich nur von der Informatik Branche – haben wir noch grossen Handlungsbedarf. Die Fach- und Berufsprüfungen bedürfen einer kompletten Überarbeitung. Das Gleiche gilt auf der Stufe HF. Hier fehlt ein guter Rahmenlehrplan immer noch. Bedauerlich ist, dass alle Anstren-

gungen weitgehend auf die grossen Betriebe (Banken, Versicherungen, IBM, etc.) zugeschnitten sind. Die Bedürfnisse der KMUs werden durch die ODA kaum berücksichtigt. Da haben jetzt die neuen Träger der Berufsbildung noch einigen Handlungsbedarf. Wie haben Sie sich Ihr Wissen für Bildungskonzeptionen angeeignet? Ich predige nicht nur lebenslanges Lernen, ich tue es selbst auch. Das fördern wir im Betrieb auch sehr. In den letzten zehn Jahren habe ich die Ausbildung zum Ausbildner und ein FH NDS Educational Design absolviert. Gepaart mit viel Freude am Thema und vielleicht auch etwas Talent in diesem Bereich, konnte ich in vielen Projekten entscheidende Impulse geben. Der Umgang mit Lernenden, was ist Ihnen wichtig? Die Berufslehre hat zwei zentrale Ziele. Einerseits soll der Lernende den Einstieg in die Welt des Erwachsenen schaffen. Das heisst, er ist in diesem Bereich in allen Facetten zu fordern. Das beginnt damit, wie man sich begegnet, kommuniziert, bis hin zu der Kundenorientierung, welche für ein erfolgreiches Unternehmen unabdingbar ist. Auf der anderen Seite sollen Kompetenzen vermittelt werden, welche dem Jugendlichen erlauben, sich im Arbeitsmarkt einen Platz zu sichern. So selbstverständlich die letzte Aussage klingt, ist dies eine grosse Herausforderung. Oft meinen nämlich Berufsbildner, dass sie dem Jugendlichen einen Dienst erweisen, wenn sie ihm möglichst viel ermöglichen, alle Freiheiten lassen und ein breites, aber nicht tiefes Wissen vermitteln. Was heisst das konkret? Es ist viel wichtiger, dass der Jugendliche am Schluss der Lehre weniger Dinge, aber diese richtig kann, als in vielen Themen nur über Halbwissen zu verfügen. Aus diesen Gründen nehme ich die Lernenden ernst, binde sie schon früh in alle Prozesse im Betrieb ein und gebe ihnen die Möglichkeit langsam in die Rolle des vollwertigen Mitarbeiters hinein zu wachsen. Sie sind Inhaber und Geschäftsleiter der


INTERVIEW

Ivaris AG. Wofür steht Ivaris? Die Ivaris AG ist inzwischen ein führendes IT-Unternehmen im Bildungsbereich. Meine Geschäftspartnerin, Heike Hochstrasser und ich, verfolgen seit Jahren eine Strategie, die uns in diesem Nischenbereich einen Platz sichert. Wichtige WEBAnwendungen, wie die Kompetenzvalidierung in verschiedenen Berufen, die Ausbildungsplanung und -beurteilung, oder die Plattform für Prüfungsorganisationen im Bereich der Berufsbildung gehören zu unseren zentralen Themen. Unsere Lernplattform Knowledgeplus wird von vielen Firmen und Bildungsinstitutionen eingesetzt wird. Aktuell sind das rund 25’000 Nutzerinnen und Nutzer. Sie haben auffallend viele junge Leute im Team. Ja, das ist so. Wenn immer möglich, behalten wir unsere Lehrabgänger im Betrieb. Das ist die günstigste, aber auch erfolgreichste Methode überhaupt, um an ausgebildete Informatiker zu kommen. Welche Kultur pflegen Sie in Ihrem Unternehmen? Bei uns steht der Mensch im Zentrum, ob als Mitarbeitender oder als Kunde, spielt dabei keine Rolle. Ein gutes Zusammenspiel zwischen allen Beteiligten kann nur auf der Basis von Wertschätzung entstehen. Für meine Geschäftspartnerin (wir arbeiten seit 14 Jahren zusammen) und mich steht weniger der Gewinn im Vordergrund, sondern das Bestreben, uns und unseren Mitarbeitenden eine Lebensgrundlage an einem Ort zu ermöglichen, wofür sie sich gerne einsetzen. Ein eigenes Unternehmen, Ihr Engagement im Bildungswesen, wie steht es mit Ihrer Work-Life-Balance? Dieser Begriff hat für mich erst nach

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dem kürzlich 50. Geburtstag eine Bedeutung erhalten. In den letzten drei Jahren habe ich mein Engagement in vielen Bereichen abgebaut und achte nun mehr auf meine Bedürfnisse. Ich trenne das private und berufliche Leben nicht so sehr. In beiden muss ich Beziehungen pflegen, mich mit Dingen beschäftigen, die möglichst Freude machen. Dabei ist es wichtig, dass ich möglichst selbstgesteuert bleibe. Hier profitiere ich vom Privileg der Selbständigkeit. Sie waren als Informatikexperte am internationalen Berufswettbewerb in Korea. Was ist der Sinn dieser Wettbewerbe? Die Begeisterung und das Engagement der jungen Berufsleute sind äusserst überzeugend. Die Berufswettbewerbe – oder Berufsolympiade, wie sie auch genannt werden, entstand 1950 in Spanien. Oberstes Ziel ist dabei, Einblicke und Tiefblicke in die Ausbildungssysteme und Arbeitsmethoden verschiedener Länder zu gewinnen, Vergleiche zu ziehen und aus dieser Analyse neue, wertvolle Impulse für die Ausbildung im eigenen Land zu bekommen. Die Schweiz nimmt seit 1955 erfolgreich und mit positiven Resultaten an diesen Berufsweltmeisterschaften teil, musste aber auch erkennen, dass die Konkurrenz aus aller Welt zunimmt und Erfolg keine Selbstverständlichkeit ist. Ich habe mich dafür eingesetzt, dass sich die IT-Branche auch engagiert. Als Experte der Schweiz habe ich zusammen mit einem Kandidaten zum ersten Mal unser Land in Seoul vertreten. Inzwischen verzeichnen wir eine sehr erfolgreiche Teilnahme im IT-Bereich. Wie ist Ihre Beziehung zum ODEC ? Meiner Meinung nach übernimmt der ODEC eine wichtige Rolle in der Bildungslandschaft. Besonders die Anstrengungen in der Titelfrage, aber auch der Positionie-

* Steckbrief Name: Jahrgang: Nationalität: Wohnort:

Jean-Pierre Kousz 1956 Schweiz Wallisellen

Aktuelle berufliche Tätigkeit: Inhaber und Geschäftsleitung Ivaris AG, Leitung von Annerkennungsverfahren für das BBT Curriculum vitae: Lehre als Radio und Fernsehelektriker, Elektroniktechniker TS/HF, didaktische Ausbildung SVEB I, Professionalität im Führungsprozess NDK FH, Educational Design NDS FH, Ausbildung zum Lead-Experten HF BBT

rung im schweizerischen Bildungssystem betrachte ich als zentrale Anliegen des ODEC. Ich freue mich, dass der Verband heute so erfolgreich agiert. Was ist Ihnen in Zukunft wichtig? Ich will weiterhin einen Beitrag leisten, um Jugendlichen gute Rahmenbedingungen für adäquate Weiterbildungen zu bieten. Und in unserem Betrieb soll das Team mit Freude arbeiten und persönlich vorankommen. Das Interview wurde schriftlich geführt

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ODEC-STUDIE

ODEC-Studie

Einstellung der ODEC-Mitglieder zu den Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisationen Jede Person in der Schweiz wird auf die eine oder andere Art von den Arbeitnehmerund Arbeitgeberverbänden beeinflusst. Nur Sympathie für die einen oder Antipathie für die anderen ist selten, die meisten bewegen sich irgendwo dazwischen. Aber wo? Wo stehen die Absolventen HF? Bilden diese eine hetero- oder homogene Einheit? Die wichtigste Erkenntnis aus der ODECUmfrage vorab: Die Mitglieder des ODEC stehen zu den Arbeitnehmer- und Arbeitgeberverbänden gleich, mehrheitlich eher positiv. Sie bevorzugen weder den einen noch den anderen Verband und stehen zu den Arbeitgeber- als auch zu den Arbeitnehmerorganisationen. Eine Kombination, welche in der Arbeitswelt sehr nützlich ist: Firmentreue als auch soziale Verantwortung. In einer funktionierenden Arbeitswelt, aber auch in der Gesellschaft, übernehmen Grafik 1| Teilnehmer haben abgeschlossen seit … 5%

5%

7%

14%

26%

18% 25%

Student < 5 Jahre 5–10 Jahre 11–15 Jahre 16–20 Jahre 21–25 Jahre > 25 Jahre

Grafik 2| Alter der Teilnehmer 7%

4% 4%

14%

16% 19% 17% 19%

14

< 25 Jahre 26–30 Jahre 31–35 Jahre 36–40 Jahre 41–45 Jahre 46–50 Jahre 51–55 Jahre > 55 Jahre

die Arbeitgeberverbände (Arbeitgeber) und die Arbeitnehmerverbände (Arbeitnehmer) eine zentrale Rolle, die auch unsere Kultur und die Einstellung zur Arbeit und zu den Arbeitgebern prägt. Um alle Aufgaben dieser Verbände aufzuzählen, würden die Seiten des Bulletins nicht reichen, aber auf die für den ODEC wichtigsten Punkte (Arbeit und Bildung) werden wir kurz eingehen. Zu Beginn wird ganz rudimentär auf die «Aufgaben» der einzelnen Verbands-Typen und anschliessend kurz auf den Mechanismus der Kräfte

eingegangen um schlussendlich zur Auswertung der Studie zu gelangen. Zuerst zu den Arbeitgeberverbänden, denn diese gibt es schon länger als die Arbeitnehmerverbände. In der Schweiz unter anderem durch die Zünfte. Die Arbeitgeberverbände setzen sich dafür ein, dass die Arbeitgeber (Firmen) ein wirtschaftfreundliches Umfeld erhalten: Die Bildung ist so aufgestellt, dass die Ausgebildeten den Bedürfnissen des Arbeitsmarkts entsprechen und nicht zuletzt, dass die Arbeitgeber Gewinn erwirtschaften können. Dadurch, dass die Arbeitgeber wachsen und (über)leben können, werden Arbeitsplätze geschaffen resp. erhalten. Eine stabile Arbeitgeberschaft dient dazu, Krisen besser zu überstehen. Die Arbeitnehmerorganisationen hingegen, zum Teil auch als Gewerkschaften bezeichnet, setzen sich wie der Name schon sagt, für die Arbeitnehmer ein. Auch wenn sich die meisten nicht mehr daran erinnern, so sind die Arbeitsbedingungen (Ferien, Löhne, Sozialleistungen, Anstellungsbedingungen etc.), die in der Schweiz vorherrschen, den Arbeitnehmerverbänden zu verdanken. Sie setzen sich ebenfalls dafür ein, dass alle Personen durch Bildung die Möglichkeit erhalten, sich in der Arbeitswelt einzubringen. Dort, wo die Arbeitgeberverbände zu stark sind, gibt es nur wenig Rechte für Arbeitnehmer. In der Welt gibt es genügend Beispiele für Ausbeutung der Arbeitnehmer. Diametral dazu gib es die Länder mit zu starken Arbeitnehmerverbänden, die eine gesunde Wirtschaft und ein arbeitgeberfaires Umfeld verhindern. Alles was extrem ist und überhand nimmt, ist nie zum Vorteil der Mehrheit (des Volkes). Es kann für einige Zeit funktionieren, dann aber schlägt der Pendel meist ins Gegenteil zurück. In der Schweiz besteht eine gute und offene Zusammenarbeitskultur der Arbeitnehmer- und Arbeitgeberverbände. Dadurch können förderliche Resultate zu aller Zufriedenheit erreicht werden. Im Gegen-

satz zu anderen Ländern sind die einzelnen Parteien nach zähen Verhandlungen bereit, Kompromisse zum Wohle aller einzugehen: Es besteht keine Entlassungs- und auf der anderen Seite keine Streikkultur. Aber wo steht der ODEC und wieso ist dies von Interesse? Der ODEC arbeitet schon seit längerer Zeit mit Arbeitnehmer- und Arbeitgeberverbänden zusammen. Diese Verbände bestimmen massgeblich die Entwicklung der Bildung in der Schweiz, speziell die der Berufsbildung und der höheren Berufsbildung. Die Absolventen HF sind nicht typische Repräsentanten der einen oder anderen Verbände. Dass unsere Mitglieder mit ihrer Meinung irgendwo dazwischen liegen, war von Anfang an klar, aber das «wo genau» und «wie stark verankert» war unbekannt. Sind die ODEC-Mitglieder Arbeitgeberverband oder Arbeitnehmerverband freundlich? Gar negativ für beide eingestellt? Für die Ausrichtung und Weiterentwicklung unseres Verbands ist dieses Wissen wichtig. Deshalb hat der ODEC eine Umfrage bei den Mitgliedern lanciert, um genau dies zu erfahren. Die Umfrage teilte sich in zwei Bereiche auf: Wie stehen die Mitglieder des ODEC gegenüber den Arbeitgeber- resp. Arbeitnehmerverbänden und wie hat sich die Einstellung zu den Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisationen durch die aktuelle Wirtschaftlage in den letzten zwei Jahren verändert? Der Stand zu den Verbänden wurde unabhängig, individuell voneinander abgefragt; es wurden also keine «entweder – oder» Fragen gestellt.

Die Ausgangslage der Umfrage Um die späteren Auswertungen besser einschätzen zu können, ist es sinnvoll zu wissen, wie sich die Teilnehmer zusammensetzen. Deshalb lohnt es sich einen genaueren Blick darauf zu werfen. Die Mitgliederumfrage zu den Arbeitnehmer- und Arbeitgeberorganisationen fanden Mitte Juni bis Mitte Juli 2010 statt. Alle ODEC-Mitglieder, bei denen die EMail Adresse bekannt war, wurden kontaktiert. Insgesamt waren dies 2’689 Personen. Davon haben 475 Mitglieder an der Umfrage teilgenommen, dies entspricht einer Teil-


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Grafik 3| Funktion/Rang der Teilnehmer

nahme von 17,7%. Eine Teilnehmerquote, auf die der ODEC zu Recht stolz sein kann. An dieser Stelle ein grosses und herzliches Dankeschön an alle Teilnehmenden. Mit Resultaten wie diesen, gelingt es aussagekräftige Fakten aufzuzeigen. Die Verteilung der ODEC Mitglieder nach den statistischen Fragen zeigt, dass die ganze Breite der Absolventen HF repräsentiert wird. Dies jedoch mit einer Einschränkung: Die Auswertungen repräsentieren nur die Fachbereiche Technik und Wirtschaft, nur von diesen zwei Fachrichtungen gingen genügend Antworten ein. Bei einem Vergleich wurde ersichtlich, dass die Bewertungen der Technik und der Wirtschaft nur marginal voneinander abweichen und somit als Einheit betrachtet werden können. Von den Teilnehmern sind 85% im Alter zwischen 26 – 50 Jahre und 69% der Teilnehmer haben die Höhere Fachschule in den letzen 15 Jahren abgeschlossen (siehe Grafiken 1+2). Funktion/Rang der Teilnehmer sind gleichmässig verteilt. Ausser die Funktion des/der Assistenten/in. Aus dieser Funktion haben nur 6 Mitglieder teilgenommen, damit ist sie nicht auswertbar. Der grösste Teil weist sich mit 33% der Funktion «Fachspezialist/Sachbearbeiter» zu. 19% sind Mitglieder der «Geschäftsleitung/Direktion» und weitere 25% sind Angehörige des «Kaders». 21% gehören zum Bereich des «Projektleiters» (eine typische Funktion der Absolventen HF bevor sie sich dem Kader zuweisen). S. Grafik 3. Die Teilnehmer stammen gut verteilt aus allen Firmengrössen. 53% stammen aus Firmen mit unter 200 Angestellten und 27% aus Firmen mit über 1’000 Angestellten (s. Grafik 4).

Allgemeine Auswertung

… zum ersten Teil der Umfrage: Wie stehen Sie zu den Arbeitgeber- resp. Arbeitnehmerverbänden? Die ODEC Mitglieder stehen mit rund 60% (61% Arbeitgeber / 58% Arbeitnehmer) eher positiv, resp. positiv zu den Verbänden. Was ebenfalls ersichtlich ist, ist das die Arbeitnehmerverbände mehr polarisieren und somit mehr volle Unterstützung, aber auch Ablehnung erhalten (s. Grafik 5).

… zum zweiten Teil der Umfrage: Wie hat sich die Einstellung gegenüber den Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisationen durch die aktuelle Wirtschaft-

lage in den letzten zwei Jahren verändert? Bei rund 80% der Teilnehmenden hat die Wirtschaftkrise keinen Einfluss auf die Einstellung gegenüber den Arbeitnehmerund Arbeitgeberorganisationen. Die Arbeitnehmerverbände konnten mehr von der Wirtschaftslage profitieren, jedoch haben beide Gruppen an Sympathie verloren. Bei den Arbeitgeber- schlug die aktuelle Wirtschaftslage negativer (16%) als bei den Arbeitnehmerverbänden (13%) zu Buche. Demgegenüber steht die positive Veränderung gegenüber Arbeitgeber- (4%) und Arbeitnehmerverbänden(5%). S. Grafik 6.

1%

19%

Mitglied der GL Direktion Angehörige/r des Kaders Projektleiter/in Fachspez./in Sachbearb./in Assistent/in

33%

25% 21%

Grafik 4| Teilnehmer nach Firmengrösse 15% 27%

1–10 11–50 51–200 201–500 501–1000 > 1000

20% 8%

Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisationen

12%

18%

Detaillierte Auswertung der Umfrage Im folgenden Teil wird auf die Werte eingegangen, die vom allgemeinen Durchschnitt signifikant abweichen. Alle Tabellen und Diagramme, auf welche sich der anschliessende Teil dieser Auswertung bezieht, kön-

pathie gegenüber Arbeitnehmerverbänden überall über 55%, am höchsten bei den unter 30-Jährigen mit über 68%. Gegenüber Arbeitnehmerorganisationen ist die Sym-

Grafik 5| Wie stehen die Teilnehmer zu … Arbeitgeberverbände Arbeitnehmerverbände 0%

10%

20%

negativ

30%

40%

eher negativ

50%

60%

eher positiv

70%

80%

90%

100%

80%

90%

100%

positiv

Grafik 6| Veränderung in den letzten 2 Jahren zu … Arbeitgeber Arbeitnehmer

0%

10%

20%

30%

negative Beeinflussung

40%

50%

60%

keine Beeinflussung

nen unter www.odec.ch im Mitgliederbereich unter Download nachgelesen oder bei der Geschäftsstelle des ODEC als PDF-Datei angefordert werden.

Auswertung nach dem Alter der Teilnehmer In jeder Altersgruppe erhalten die Arbeitnehmer- minimal mehr Sympathie als die Arbeitgeberorganisationen, einzig die Gruppe «> 55» wertet die Arbeitgeberverbände besser. Werden die Aussagen «eher positiv» auch dazu genommen, ist die Sym-

70%

positive Beeinflussung

pathie bei den «> 55» mit 73% am grössten. Nur bei der Altersgruppe «36 – 40» ist die Sympathie unter 50%, nämlich 45%. Interessant ist ebenfalls, dass es bei der Sympathie zu den Arbeitnehmerorganisationen in drei Altersgruppen (26 – 30, 51 – 55 und > 55) keine «negativ» Wertung gibt, nur «eher negativ».

Auswertung nach Funktion/Rang Wie erwartet steigt mit der höheren Funktion in der Firma auch die «positive» und «eher positive» Bewertung gegenüber den

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ODEC-STUDIE

Arbeitgeberverbänden; in jeder Funktion wird die Sympathie mit mindestens über 50% bewertet. Aber auch die Sympathie zu den Arbeitnehmerorganisationen liegt überall über 50%. Interessant ist, dass Mitglieder der GL/Direktion, des Kaders und die Projektleiter die Arbeitnehmer- mehr mit «positiv» bewerten, als die Arbeitgeberverbände.

Auswertung nach Firmengrösse Die Mitglieder des ODEC, die in Firmen mit über 501 Angestellten arbeiten, stehen den Arbeitnehmerorganisationen positiver

Arbeitgeberorganisationen stehen über 70% «positiv» oder «eher positiv». Die Sympathie in der italienischen Sprachregion liegt klar bei den Arbeitgeberverbänden.

Auswertung nach Abschluss Studium seit Anzahl Jahren Das Auffälligste ist, dass die Studenten am wenigsten Sympathie für die Arbeitnehmerorganisationen haben, dafür die meiste Sympathie für die Arbeitgeberverbände. Ähnliche Werte weisen auch diejenigen auf, die bereits vor über 25 Jahre ihr HF Studium abgeschlossen haben. Am meisten

Grafik 7| Arbeitnehmer eher … ist zu Arbeitgeber Ein Beispiel der Fragestellung lautet: Wer die Arbeitnehmerverbände mit «eher negativ» (A) bewertet, ist gegenüber den Arbeitgeberverbänden wie eingestellt? Resultat ist in (B) ersichtlich. B

A

eher negativ eher positiv

0%

10%

20%

negativ

30%

40%

eher negativ

50%

60%

eher positiv

70%

80%

90%

100%

80%

90%

100%

positiv

Grafik 8| Arbeitgeber eher … ist zu Arbeitnehmer A

B

eher negativ eher positiv

0%

10% negativ

20%

30%

40%

eher negativ

gegenüber als die der anderen Firmengrössen. Dem gegenüber stehen Mitglieder in Firmen bis Mitarbeitergrösse von 200 Angestellten mit über 60% «positiv» oder «eher positiv» zu den Arbeitgeberorganisationen. Unabhängig, ob Arbeitgeber- oder Arbeitnehmerverbände, beide werden mit mindestens 50% «positiv» oder «eher positiv» bewertet.

Auswertung nach Sprachregionen

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Da die meisten Kantone nicht einzeln ausgewertet werden konnten, wurden die Kantone nach Sprachen zusammengezogen. Die deutsche und die französische Sprachregion entsprechen dem Durchschnitt. Die italienische Sprachregion weicht stark von den anderen beiden Regionen ab. So stehen sie nur mit 39% «positiv» oder «eher positiv» zu Arbeitnehmerverbänden. Zu den

50%

60%

eher positiv

70% positiv

Sympathie (70%) für die Arbeitnehmerverbände haben diejenigen, welche vor 16 – 20 Jahre abgeschlossen haben.

Verknüpfte Auswertung nach «eher negativ/positiv» Der Grossteil der Teilnehmer hat die Merkmale «eher positiv» oder «eher negativ» bei der Bewertung verwendet. Die Konzentration der Antworten macht es möglich, genauer auf das «Sympathieverhalten» dieser Gruppen einzugehen. Ein Beispiel der Fragestellung lautet: Wer die Arbeitnehmerverbände mit «eher negativ» (A) bewertet, ist gegenüber den Arbeitgeberverbänden wie eingestellt? Resultat ist in (B) ersichtlich. Hier erhalten wir die interessantesten Auswertungen, welche in dieser Weise nicht erwartet wurden. Wer die Arbeitneh-

merverbände als «eher negativ» (158 Tl.) bewertet hat, ist auch «eher negativ» oder «negativ» mit 53% gegenüber Arbeitgeberverbänden eingestellt. Wer jedoch die Arbeitnehmer- mit «eher positiv» (218 Tl.) bewertet, ist auch «eher positiv» zu den Arbeitgeberorganisationen und dies massiv mit 75% (s. Grafik 7). Ein fast gleiches Bild wie die vorangegangene Auswertung zeigt sich bei denjenigen, die Arbeitgeberverbände mit «eher negativ» (160 Tl.) oder «eher positiv» (260 Tl.) bewertet haben. Wer «eher positiv» zu Arbeitgeberverbänden ist, ist auch mit 66% «eher positiv» oder «positiv» gegenüber Arbeitnehmerverbänden eingestellt (s. Grafik 8). Aus diesen zwei Grafiken geht hervor, dass es bei der Mehrheit kein «entweder – oder» gibt. Wer eine «eher positive» Einstellung zu einem Verbandstypen hat, hat diese auch meist zum anderen. Dasselbe gilt auch für die Einstellung «eher negativ». Für viele gilt: Entweder hat man generell eine «eher positive» oder «eher negative» Grundeinstellung zu den Arbeitnehmeroder Arbeitnehmerverbänden. Die positive Einstellung gegenüber beiden Verbandstypen überwiegt die negative Einstellung bei weitem. Werden diese Grafiken (Nr. 5) mit den Grafiken zu den Veränderungen der Einstellung (Nr. 6) der letzten zwei Jahre zusammen betrachtet, drängt sich der Gedanken auf: Gibt es eine Beziehung (Korrelation) zwischen der Entwicklung der beiden Verbandstypen und der Sympathie bei den Mitgliedern des ODEC? Verliert der eine Verbandstyp an Sympathie wenn der andere auch verliert? Ist es dasselbe, wenn die einen an Sympathie gewinnen?

Fazit Diese Studie hat einiges an wichtigen Erkenntnissen für den ODEC ergeben. Sicher können auch die Arbeitgeber- als auch die Arbeitnehmerverbände von diesen Auswertungen profitieren. Die Mitglieder des ODEC sind nicht entweder «positiv» oder «negativ», sondern stehen meist beiden Verbandstypen «positiv» oder «eher positiv» gegenüber. Dies untermauert auch das bisherige Vorgehen des ODEC bei der Zusammenarbeit mit diesen Verbänden. Der ODEC arbeitet mit beiden Richtungen zusammen, ist aber unabhängig und ungebunden. Grafiken zur Detailauswertung siehe unter www.odec.ch/2010_3_d oder info@odec.ch


BILDUNGSSTUFE HF

Bildungsstufe HF:

spricht einem grossen Bedürfnis des Arbeitsmarkts. Unterstützt wird dies durch die gezielte Wahl des Studiums nach einigen Jahren Berufserfahrung.

Fakten und Daten Das Studium an einer Höheren Fachschule ist eine Zweitausbildung, die auf der Berufslehre aufbaut. Gleichzeitig stellt der Bildungsgang HF das höchstqualifizierte nicht Hochschulstudium dar. Diese berufsbegleitende oder Vollzeit-Weiterbildungsmöglichkeit existiert in der Schweiz teilweise seit über 30 Jahren. Die Studierenden beginnen ihre Ausbildung durchschnittlich sechs Jahre nach dem Lehrabschluss.

2006 2007

7234

2008 2009*

Private, fiskalische und soziale Bildungsrenditen für Männer Daten: Wolter & Weber 2005

berufliche Grundbildung

private Bildungsrendite fiskalische Bildungsrendite soziale Bildungsrendite

Maturität

höhere Berufsbildung

Fachhochschule

Universität 0%

2%

4%

1.1 Entwicklung Diplome HF/Jahr

6%

8%

10%

12%

6000 ETH/Uni Fachhochschulen Höhere Berufsbildung Höhere Fachschulen

1.4 Gefahr für Arbeitslosigkeit

1700 460

Ausgaben in Mio. CHF/Jahr

320

Die Absolventen HF sind der kleinsten Gefahr für Arbeitslosigkeit ausgesetzt. Die Kombination von Berufslehre und praxisorientiertem Studium an einer HF ent-

130 % anderer Abschluss Sek II

80 %

100 % Mittelschule, Maturität, Seminar

Tertiärstufe (Uni, FH)

45 % höhere Berufsausbildung (Lehre + HF)

Die höhere Berufsbildung (Berufsprüfung, Höhere Fachprüfung und Höhere Fachschulen) weist mit Abstand die höchste fiskalische Bildungsrendite auf, aber auch die private und soziale Bildungsrendite sind top.

60 %

1.3 Bildungsrendite

Berufslehre

Bildungsausgaben öffentliche Hand: Tertiärstufe

obligatorische Schule («Ungelernte»)

*Neu dazugekommene Bereiche 2009: Gesundheit, Soziales, Transport und Verkehr

Die Höheren Fachschulen mit jährlich CHF 320 Mio. (die gesamten Bildungsausgaben der höheren Berufsbildung betragen CHF 460 Mio.) erfahren verhältnismässig wenig finanzielle Unterstützung durch den Bund gegenüber den Hochschulen mit über CHF 7’700 Mio.

170 %

1.2 Finanzen

4127

14%

Verhältnis zur mittleren Arbeitslosenquote (=100%)

∅ = 100 4069

Quelle: bfs 2010

4140

Die Absolventinnen und Absolventen HF haben die beste Bildungsrendite und das tiefste Gefahrenpotential für Arbeitslosigkeit. Sie erhalten wenig finanzielle Unterstützung durch den Bund, aber auch durch

Renditen einzelner Bildungsgänge in Vergleich zum nächsttieferen Ausbildungsgang

Mit der Zusammenführung der verschiedenen Fachrichtungen auf eine Bildungsstufe ist die Anzahl der Diplome HF pro Jahr auf 7’234 Abschlüsse gestiegen. Die Tendenz ist steigend, da laufend weitere Fachrichtungen dazu stossen.

Entwicklung Diplome HF/Jahr

1.5 Schlussbemerkung

Quelle: R. Strahm, hep verlag 2009

In den Bildungsgängen HF werden aus Berufsleuten praxistaugliche Generalisten, die später meist mittlere Kaderfunktionen oder Projektleitungen übernehmen. In der Ausbildung wird methodisches und vernetztes Denken in hohem Masse gefördert. Dies ermöglicht es Absolventinnen und Absolventen einer Höheren Fachschule, Führungsverantwortung wahrzunehmen und ihre theoretischen Kenntnisse in der Praxis methodisch umzusetzen. Wer ein Studium an einer Höheren Fachschule abschliesst, hat in der Regel einige Jahre Berufspraxis. Die Studie Saläre HF 2009/2010 zeigt auf, dass ein Studienabgänger im Bereich Wirtschaft zurzeit durchschnittlich 29,5 Jahre, im Bereich Technik 30,6 Jahre und im Bereich Gastronomie/Tourismus 27,2 Jahre alt ist.

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die Kantone und sind bereit, einen Grossteil ihrer Bildung selber zu finanzieren. Die Höheren Fachschulen bieten allen, die eine Berufslehre abgeschlossen haben, die Möglichkeit, sich dann weiterzubilden, wenn es erforderlich ist. Durchschnittlich ist dies sechs Jahre nach der Berufslehre. Das Studium HF ist das sozialste und wirtschaftlichste Studium der Tertiärstufe. 

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EDITORIAL

Avec env. 56’000 certifications par an (certificat fédéral de capacité CFC), la formation professionnelle de niveau secondaire 2 représente la formation initiale la plus importante en Suisse. Beaucoup de politiciens de la formation s’engagent pour la formation professionnelle, ce qui est également nécessaire et urgent. La formation continue la plus suivie après un apprentissage est la formation professionnelle supérieure, ce qui en fait la perspective d’avenir de la formation professionnelle. Chaque année, environ 22’000 personnes obtiennent un titre de la formation professionnelle supérieure, dont 7’234 (2009) d’une école supérieure ES. Soutenir la formation professionnelle doit donc également s’appliquer à la formation professionnelle supérieure. Ne soutenir que la formation professionnelle revient à s’arrêter à mi-chemin. L’année en cours a montré que les données disponibles sur les études en écoles supérieures sont encore trop peu nombreuses pour p.ex. être en mesure de fournir des statistiques qui soient à la hauteur de celles des hautes écoles. Le rapport sur l’éducation 2010 de Stefan C. Wolter, Directeur du Centre suisse de coordination pour la recherche en éducation CSRE – un excellent rapport sur toute l’éducation en Suisse – a mis en exergue les limites des connaissances disponibles. Pour pouvoir élaborer plus d’informations détaillées sur les études ES, il faut collecter plus de données, et lancer quelques nouvelles études. Ceci augmentera la charge administrative des écoles supérieures. Beaucoup d’écoles supérieures qui ont, des années durant, été soumises à la concurrence et à la compression des coûts, ont acquis des structures plus légères et devraient donc être surchargées avec cette saisie de données. Que ceci ait des répercussions financières sur les études ES, nous le verrons bien. Que le financement des filières ES soit encore insatisfaisant, mais sur la bonne voie, c’est ce que montre la consultation suivante: les directeurs cantonaux de l’instruction publique ont mis en consultation leurs propositions pour un nouveau concordat «Convention intercantonale sur les contributions aux filières de formation des Ecoles supérieures (ES)». Cette convention vise à améliorer notamment la libre circulation des étudiants entre les écoles supérieures, et apporter plus de transparence des coûts. Notre communiqué de presse du 2 juin 2010 en dit plus (cf. page 20). Disposer de statistiques et de données sur les écoles supérieures est un élément important. Mais savoir où et comment les diplômés ES sont à l’œuvre dans le monde du travail, comment ils voient leur formation continue ultérieure, ou quels sont les salaires, voilà ce qui est important pour nous, diplômés ES. Réussir ses études est une chose; l’autre chose est de connaître la valeur finale pour savoir si ces études en valent la peine. Chaque année, nous effectuons différentes études: certaines importantes conduites à grande échelle sur plusieurs mois (p.ex. étude des salaires ou des compétences), d’autres plus réduites qui ne prennent que deux à trois semaines et qui sont censées donner un aperçu sur un sujet. Les résultats de la dernière enquête «Perception par les membres de l’ODEC des organisations patronales et syndicales» se trouvent en page 22. Nous constatons avec fierté que la participation des membres ODEC à nos sondages est exemplaire.

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Urs Gassmann, Directeur

IMPRESSUM Éditeur: ODEC association suisse des diplômées et des diplômés des écoles supérieures Secrétariat: Heures de bureau: chaque jour de 8.00 à 12.00 et de 14.00 à 17.30 heures Tél. 052 214 22 40, fax 052 214 22 42 email: info@odec.ch Internet: www.odec.ch Rédaction: Urs Gassmann, Jsabelle Tschanen Contributions rédactionnelles: ODEC case postale 2307, Eichgutstr. 1 8401 Winterthur email: info@odec.ch Clôture de rédaction: 25 janvier, 25 avril, 25 juillet, 25 octobre Annonces: ODEC Tél. 052 214 22 40, fax 052 214 22 42 email: info@odec.ch Changement d’adresse /Commandes: ODEC, case postale 2307, 8401 Winterthur email: info@odec.ch Parution: Le bulletin paraît 4 fois par an: 1er mars, 1er juin, 1er septembre, 1er décembre Mise en page: Eugen Scheiwiller, Electronic Publishing, 8600 Dübendorf Impression/Expédition: Zofinger Tagblatt AG, 4800 Zofingen Reproduction: Seulement avec l’autorisation écrite de la rédaction Les contributions signées nominativement ne représentent pas forcément l’opinion de l’association. Les lettres sont à envoyer à la rédaction. Nous n’assumons aucune responsabilité pour les manuscrits et photos non réclamés.

Annonces 4-couleurs, prix: 1/4 page CHF 500.– 1/3 page CHF 700.– 1/2 page CHF 1’000.– 1/1 page CHF 1’800.– Les membres et donateurs bénéficient d’un rabais de 20%. Veuillez consulter notre site internet www.odec.ch à la rubrique «Organisation» > «Bulletin» pour toute information complémentaire.


PLANS D’ETUDES CADRES ES | OFFRES SPECIALES

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Plans d’études cadres ES approuvés Cérémonie Designer diplômée ES / en réseau. Dans le présent et le futur les fo- de diplômes Designer diplômé ES La designer diplômée ES / le designer diplômé ES donne une forme donnée à des contenus prescrits par un mandat, selon des critères visuels et esthétiques. Elle/il peut aussi réaliser de sa propre initiative la forme et la fonction de produits. Les produits qu’elle/il développe répondent à des critères d’esthétique, de communication visuelle, de fonctionnalité et de respect des matériaux. Ces produits répondent aux besoins du client et du marché et ils sont adaptés à leur temps. La designer diplômée ES / le designer diplômé ES conserve une vue d’ensemble de ses projets et il travaille dans des conditions qui évoluent en permanence. Elle/il complète systématiquement sa formation pour pouvoir s’affirmer dans un environnement compétitif en constante et rapide évolution. Ses connaissances lui permettent de conjuguer des éléments esthétiques avec les tendances du marché contemporain. La designer diplômée ES / le designer diplômé ES reconnaît l’importance de l’utilisation de ressources durables et de l’efficience d’énergie pour l’exercice de son activité. Elle/il projette et calcule le projet en tenant compte des technologies écologiques, elle/il connaît le secteur de la conception de produits écologiques et conseille aussi conformément ses clients.

Forestière diplômée ES / Forestier diplômé ES Les forestières et forestiers dirigent des triages forestiers, des entreprises forestières publiques et privées en respectant le cadre fixé par leur employeur. En tant que chef d’entreprise, elles/ils sont chargés de la direction technique et économique de l’entreprise et de la conduite du personnel en fonction du cadre défini par l’employeur. Elles/ils développent en collaboration avec les propriétaires forestiers un plan directeur et un plan de gestion et sont ensuite chargés de les mettre en oeuvre. Le rendement économique, la protection de la santé et la sécurité au travail, la gestion du personnel et l’engagement rationnel des moyens de travail sont tout aussi importants que la réalisation de différentes exigences vis-à-vis de la forêt. La complexité et la variabilité de cette tâche de direction exige de la précaution et de la réflexion. Ils/elles doivent faire preuve d’aptitudes dans les domaines de la communication, la négociation et le travail

restières et forestiers se meuvent à l’intérieur du triangle du développement durable (économie, écologie et société) et travaillent typiquement dans le cadre des quatre principales prestations qu’offrent la forêt: production du bois, conservation et développement de la biodiversité, protection contre les dangers naturels, contributions à la récréation (délassement, etc.). Tiré du site de l’OFFT

Informaticienne de gestion diplômée ES / Informaticien de gestion diplômé ES Les informaticiennes et informaticiens de gestion sont en contact tant avec les hommes qu’avec les technologies. Ils sont au centre névralgique de l’entreprise et sont responsables de son bon fonctionnement et de son optimalisation. De plus, ils analysent les processus de réalisation internes et externes à l’entreprise, examinent leur potentiel de soutien par des technologies de l’information et de la communication, et conçoivent, planifient, implantent et gèrent des systèmes socio-techniques innovateurs et complexes. Les informaticiennes et informaticiens de gestion utilisent leurs connaissances approfondies et leurs compétences dans les domaines tels que «leadership», compétences sociales, gestion d’entreprise, gestion de projets, gestion de la qualité, intégration commerciale, conception de processus d’entreprise, ainsi que dans la sécurité et la protection des données pour élaborer des solutions interdisciplinaires. Ils font preuve de réflexions globales et d’esprit d’entreprise. Leur domaine d’activité est influencé par la polyvalence des technologies modernes. Les informaticiennes et informaticiens de gestion mettent au premier plan l’utilisation judicieuse des technologies de l’information et de la communication. De plus, ils observent les innovations technologiques et évaluent leur potentiel (chances et risques) dans des structures économiques et organisationnelles évolutives. La dynamique de ces innovations et de ces changements mettent souvent les informaticiennes et informaticiens de gestion dans le rôle de gestionnaire du changement, et leur prêtent de ce fait une grande responsabilité au sein de l’entreprise. Tiré du site de l’ig-hfwi (allemand)

Entre mai et juillet 2010, l’ODEC a représenté l’association au cours de la cérémonie de diplômes suivante et a récompensé la meilleure note de diplôme:

Ecoles techniques ES Bois Bienne Les Ecoles techniques ES Bois Bienne ont diplômé neuf techniciens ES romands en orientation Construction en bois. Le vendredi 28 mai 2010, les neuf hommes ont reçu à la cave Chlytwann-Keller à Douanne le diplôme de technicien diplômé ES orientation Construction en bois. C’est avec plaisir que les commissions d’examens et la direction de l’école offrent ces nouveaux cadres bien formés à l’économie du bois après une formation de quatre ans. Pour ces nouveaux techniciens, ce diplôme est une étape importante pour leur carrière professionnelle dans l’économie du bois. Ils ont acquis des connaissances mathématiques, techniques et de gestion de haut niveau et sont au bénéfice des compétences pour concevoir des constructions en bois par éléments et destinées à l’habitation, des halles de taille réduite et des constructions agricoles ainsi que des transformations et des escaliers. La réussite de cette formation permet également aux nouveaux techniciens diplômés de conseiller les architectes et ingénieur-e-s en génie civil en matière de détails de construction et d’exécution de la construction en bois. Le meilleur résultat a été obtenu par John Lambert de l’Auberson. Il a reçu le prix ODEC. Cérémonie de diplômes: 28.05.2010 Meilleure note de diplôme: John Lambert Nombre de diplômés ES: 9 (Construction en bois)

Les cérémonies de diplômes ES de Suisse alémanique sont listées en page 4/5. 

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COMMUNIQUE DE PRESSE | EURETA

Communiqué de presse: Etudes dans les écoles supérieures

Sous les feux de la rampe après une existence involontaire à l’ombre Il existe en Suisse environ 200 Ecoles supérieures (ES) offrant des filières de formation en technique, économie, hôtellerie-restauration, tourisme, santé, social, etc. Divers sondages et études révèlent que les diplômés des ES font partie des professionnels les plus performants du marché. Il a donc enfin été décidé de placer les étudiantes et étudiants des ES sur pied d’égalité par rapport à leurs collègues des Universités ou des Hautes écoles spécialisées (HES). L’ODEC (association suisse des diplômé(e)s des écoles supérieures) salue cette décision et l’approuve expressément. Les directeurs cantonaux de l’instruction publique ont mis en consultation des propositions en vue d’un nouveau concordat intitulé «Convention intercantonale sur les contributions aux filières de formation des Ecoles supérieures (ES)». Le but de ce concordat est notamment de faciliter le libre passage des étudiantes et étudiants des Ecoles supérieures et d’améliorer la transparence des coûts. Les cantons participant au concordat pourront aussi fixer certaines conditions aux institutions offrant des formations ES. En outre, ils verseront à l’ave-

nir des contributions financières à toutes les filières. Les étudiantes et étudiants des ES bénéficieront ainsi d’un meilleur libre passage, car ils seront pour la première fois placés sur pied d’égalité avec les étudiantes et étudiants des Universités et Hautes écoles spécialisées. Autre nouveauté introduite par le concordat: les cantons signataires fixeront des tarifs uniformes pour les filières de formation. Cette compétence appartient actuellement encore aux organisations supportant les ES. Cette disposition crée la

Association Européenne des Professions Supérieures d’Ingénieurs et de la Technique

EurEta Depuis le 1er juillet 2010, l’EurEta est installée à Bruxelles avec un secrétariat et un conseiller politique pour directeur.

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L’EurEta est l’organisation faîtière des professions supérieures non universitaires d’ingénieurs et de la technique. Elle est positionnée au niveau D selon la directive UE 2005/36 et au niveau 6 selon le cadre européen des certifications (CEC). En Suisse, l’ODEC est le membre national EurEtaCH. Début juillet 2010, l’EurEta a ouvert son secrétariat à Bruxelles. Avec M. Theodoros Koutroubas, directeur du CEPLIS et Senior Policy Adviser FEPI, l’EurEta dispose à 20% d’un consultant politique reconnu et expert de l’administration de l’UE comme Senior Policy Adviser. De plus, le secrétariat est également géré par un collaborateur à 20%. Le contrat a été signé début

juin 2010 entre M. Theodoros Koutroubas et Urs Gassmann, Président EurEta et Directeur ODEC. L’EurEta est maintenant présente de façon permanente à Bruxelles. Grâce à M. Koutroubas, elle a de nombreuses possibilités d’obtenir sur place des informations pertinentes à la Commission de l’Union européenne UE et auprès des parlementaires de l’UE, et de faire valoir les préoccupations de l’EurEta. A l’instar de la Suisse, la politique à Bruxelles s’oriente de préférence sur le niveau hautes écoles. Avec l’EurEta et son secrétariat, il y a un nouveau moyen de faire valoir les études non universitaires. Le site www.eureta.org a été revu et mis à jour au 1er juin 2010. Le succès de l’EurEta profite à tout le niveau ES: que les diplômés du domaine ES technique puissent grâce à l’EurEta se positionner et se profiler, et c’est tout le niveau ES qui en profite – car l’ES englobe l’ES. 

transparence des coûts et clarifie l’offre de formation. Nonobstant cette uniformisation qui doit en principe être saluée, l’ODEC réclame qu’il soit tenu compte des exigences du marché et que les Ecoles supérieures ne soient pas excessivement réglementées. Ce concordat est l’une des rares conventions intercantonales qui ne privent pas les cantons adhérents d’une partie de leur souveraineté. Il est bénéfique autant pour les cantons que pour les futurs étudiantes et étudiants des ES. On peut donc admettre qu’il trouvera le soutien politique nécessaire. L’ODEC invite tous les cantons à adhérer au concordat afin que les habitants de certains cantons ne soient pas défavorisés. 

Notre Conseil consultatif Christoph von Rotz

Voix au sein du Conseil National de l’ODEC Au Parlement, et en plus des conditionscadres pour notre pays et notre économie, nous définissons et élaborons aussi les conditions et les bases pour le paysage de la formation supérieure. Depuis 2007, j’ai l’honneur d’occuper le seul siège au niveau national pour Obwald, et de représenter notre peuple avec une mission exigeante à Berne. C’est pourquoi, je suis très heureux de pouvoir encadrer l’ODEC comme conseiller politique, en combinant ma formation d’une école supérieure avec mon mandat politique au Conseil national. Ma motivation pour ce mandat ODEC réside dans le fait que la formation est la ressource la plus importante de la Suisse et doit le rester. La crise financière et économique nous a montré qu’une bonne formation solide ne perd jamais de sa valeur et qu’elle est la base pour un bon fonctionnement de l’économie publique. Il ne s’agit pas seulement de la formation de base, mais aussi des formations continues ultérieures, car on n’a jamais fini d’apprendre au cours de sa vie. Une formation à l’école supérieure per-


ODEC-INFO

met d’acquérir une formation continue orientée pratique dans différentes orientations, et avec un titre largement reconnu qui se base sur notre système de formation professionnelle duale unique en son genre. Mon propre parcours professionnel, après la scolarité obligatoire et l’apprentissage m’a conduit moi aussi à l’école supérieure en informatique de gestion. Avec ce diplôme en poche, j’ai ensuite obtenu, des années plus tard, le diplôme fédéral en informatique, car à cette époque, il n’y avait

pas encore de perméabilité dans la formation continue après une ES. En tant que diplômé d’une formation professionnelle supérieure, et au titre de conseiller politique, je peux encadrer l’ODEC et ses membres, et aussi défendre à Berne les positions nécessaires lorsqu’il est question de notre plus importante ressource de Suisse. Comme informaticien, je considère que l’ouverture de l’ODEC dès 2006 à tous les diplômés ES, est une étape importante sous l’angle du réseautage. Le réseautage

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est de plus en plus important non seulement en politique mais aussi dans la vie professionnelle. Les membres ODEC peuvent être contents d’être dans une association à large assise, qui défend activement les intérêts de la formation professionnelle supérieure et qui peut donc offrir à ses membres un réseau étendu et intéressant. Votre conseiller et votre représentant ES à Berne, Christoph von Rotz Conseiller national UDC Obwald

Assurances de soins complémentaires L’ODEC organise pour ses membres et les membres de sa famille faisant ménage commun, trois contrats collectifs pour les assurances de soins complémentaires. Nos partenaires sont le groupe Helsana (Helsana, progrès, sansan, avanex, aerosana), Sanitas et Swica, tous assureurs de la plus haute qualité, possédant des produits très attirants. Grâce à ses contrats collectifs, vous et les membres de votre famille épargnent jusqu’à 25% sur les assurances complémentaires, (selon le partenaire et les produits choisis). Les membres qui sont déjà assurés auprès de l’un de ces partenaires, peuvent passer sans examen de santé dans l’assurance collective plus favorable de la même caisse maladie, avec les produits identiques. Pour un changement d’assurance, le délai de résiliation est fixé, dans la règle, au 30 septembre 2010. Une entrée dans l’assurance collective est pos-

Le marché virtuel – offres spéciales pour les membres de l’ODEC Depuis toujours, le lieu d’échange des prestations et des marchandises était le marché. Depuis longtemps aussi, le marché est entré dans le monde virtuel. A partir du 1er septembre 2010, l’ODEC va lancer un «marché virtuel» en exclusivité pour ses membres. Tous les membres et les partenaires de l’ODEC pourront publier gratuitement leurs offres spéciales pour d’autres membres ODEC dans la rubrique «offres spéciales» sur www.odec.ch, et atteindre ainsi plus de 3’500 clients potentiels. Les membres de l’ODEC bénéficieront de nombreux avantages sur des produits et prestations dans des secteurs tels que formation, ordinateurs, prestations, mobilité, loisir, santé, voyages, assurances. Plus d’informations sur ce marché sur www.odec.ch. Pour toutes les demandes publicitaires: téléphone (052 214 22 40) ou courrier électronique (info@odec.ch). 

sible jusqu’à un an avant l’âge AVS. Vous trouverez d’autres informations ainsi qu’un formulaire de demande d’offre, respectivement de passage dans l’assurance collective, sous www.odec.ch (offres spéciales). 

M E M B R E S B I E N FA I T E U R S Firmen/Entreprises: Avalis NT AG, Basel Meyerhans Druck AG, Wil SG Zofinger Tagblatt AG, Zofingen Schulen/Ecoles: ABB Technikerschule, Baden Akademie St. Gallen Baugewerbliche Berufsschule, Zürich Baukaderschule, St. Gallen Bildungszentrum kvBL, Reinach – Muttenz – Liestal CIFOM Ecole technique, Le Locle Ecole technique – Ecole des métiers de Lausanne Ecole technique CPLN, Neuchâtel Fernfachhochschule Schweiz FFHS, Zürich, Basel, Bern, Brig Flugzeug-Technikerschule FTS, Zürich-Flughafen GBS, St. Gallen Höhere Fachschule für Medizintechnik, Sarnen Höhere Fachschule HF Elektronik, Biel Höhere Fachschule für Technik Biel Höhere Fachschule Hochbau Winterthur Höhere Fachschule Uster HFU, Madetswil ibW Höhere Fachschule Südostschweiz, Chur IBZ Schule für Technik, Informatik und Wirtschaft, Brugg Inovatech, Zofingen KS Kaderschulen, St. Gallen KTSI Kant. Techniker/innen Schule für Informatik, Muttenz Metallbautechnikerschule SMT, Basel Schaffhauser Technikerschule STS, Schaffhausen Schweizerische Bauschule, Unterentfelden Schweizerische Technische Fachschule Winterthur Schweizerische Textilfachschule, Wattwil sfb Bildungszentrum, Dietikon Swissmem Kaderschule, Winterthur Technikerschule HF Zürich HF-TSZ, Zürich Technikerschule TS-Hochbau, Pfäffikon Technische Berufsschule Zürich, Zürich TEKO Schweizerische Fachschule, Luzern Zentrum für berufliche Weiterbildung St. Gallen Zuger Techniker- und Informatikschule, Zug


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ETUDE ODEC

Etude ODEC

Perception par les membres de l’ODEC des organisations d’employeurs et de travailleurs En Suisse, chaque personne est influencée d’une façon ou d’une autre par les organisations de travailleurs et d’employeurs. Etre complètement pour l’un ou contre l’autre type est rare; la plupart du temps, cela se situe entre les deux. Mais où? Où sont les diplômés ES? Constituent-ils une entité hétérogène ou homogène? La conclusion la plus importante de l’enquête ODEC est la suivante: les membres ODEC ont tous un même avis face aux organisations syndicales et patronales, et il est plutôt positif; ils ne préfèrent ni l’un, ni l’autre, et tiennent aux deux types. Loyauté et responsabilité sociale sont une combinaison très utile dans le monde du travail. Dans un monde du travail qui fonctionne, mais aussi dans la société, les organisations patronales (les employeurs) et les organisations syndicales (les travailleurs) jouent un rôle central qui façonne notre culture, et notre attitude au travail ainsi que face aux employeurs. Graphique 1| «Age» des diplômes 5%

5%

7%

14%

26%

18% 25%

Etudiant < 5 ans 5–10 ans 11–15 ans 16–20 ans 21–25 ans > 25 ans

Graphique 2| Age des participants 7%

4% 4% 14%

16% 19% 17% 19%

22

< 25 ans 26–30 ans 31–35 ans 36–40 ans 41–45 ans 46–50 ans 51–55 ans > 55 ans

Les pages d’un Bulletin ne suffiraient pas pour traiter de toutes les tâches de ces organisations, mais elles suffisent pour traiter rapidement des points les plus importants pour l’ODEC (travail et formation). Nous commencerons par évoquer de façon très rudimentaire les «missions» de

ces types d’organisations, puis ensuite brièvement le mécanisme des forces en jeu, pour arriver finalement aux résultats de l’étude. Commençons d’abord par les organisations patronales, car celles-ci existent depuis plus longtemps que les organisations syndicales, en Suisse entre autre au travers des corporations. Les organisations patronales s’engagent à veiller à ce que les employeurs (les entreprises) maintiennent un environnement économique agréable: par une mise en place de formations afin que les personnes formées répondent aux besoins du marché du travail et que, et non des moindres, les employeurs puissent en tirer bénéfice. Que les employeurs puissent augmenter et (sur)vivre, et ce sont des postes de travail qui sont créés resp. maintenus. Un milieu patronal stable permet aussi de mieux traverser les crises. Les organisations de travailleurs, parfois aussi appelées syndicats, s’engagent, comme son nom l’indique, pour les travailleurs. Même si la plupart ne s’en souviennent pas, les conditions de travail (congés, salaires, prestations sociales, conditions de travail, etc.) qui prévalent en Suisse sont dues aux organisations syndicales. Elles s’engagent également à ce que toutes les personnes puissent grâce à la formation s’intégrer dans le monde du travail. Lorsque les organisations patronales sont trop fortes, il ya peu de droits pour les travailleurs. De par le monde, il existe de nombreux exemples d’exploitation des travailleurs. A contrario, il existe d’autres pays où les organisations syndicales sont trop fortes, ce qui empêche une économie saine et prétérite un bon climat pour les employeurs. Tout ce qui est extrême et qui prend le dessus, ne profite jamais à la majorité (de la population). Cela peut fonctionner pendant un certain temps, mais souvent le balancier repart dans l’autre sens. En Suisse, nous avons une culture de collaboration dans les organisations patro-

nales et syndicales qui est bonne et ouverte, ce qui permet des résultats encourageants à la satisfaction de tous. Contrairement à d’autres pays, et après d’âpres négociations, les différents partis sont prêts à un compromis pour le bien de tous: il n’y a pas de culture du licenciement, comme il n’y a pas de culture de la grève. Mais où se situe l’ODEC et quel est son intérêt? L’ODEC collabore depuis un certain temps avec les organisations tant syndicales que patronales. Ces organisations participent de façon déterminante au développement de la formation en Suisse, en particulier de la formation professionnelle et de la formation professionnelle supérieure. Les diplômés ES ne sont pas des représentants typiques de l’un ou l’autre type d’organisation. Il était dès le départ évident que nos membres se positionnaient quelque part entre les deux, mais le «où exactement» et le «niveau de l’ancrage» étaient inconnus. Les membres ODEC sont-ils pour les organisations patronales ou pour les organisations syndicales? Totalement contre les deux? Cette information nous est importante pour le développement et l’orientation de l’ODEC. C’est pourquoi, l’ODEC a effectué une enquête auprès de ses membres, pour savoir ce qu’il en était exactement. L’enquête est divisée en deux parties: Que pensent les membres ODEC des organisations patronales, resp. syndicales et comment la situation économique actuelle a-t-elle fait évoluer leur avis au cours des deux dernières années? L’étude s’est faite indépendamment des organisations, et de façon individuelle, il n’y a donc pas eu de question de choix «ou … ou».

Point de départ de l’enquête Pour mieux apprécier les résultats qui vont être présentés, il est utile de savoir qui sont les participants. Par conséquent, il convient de regarder cela de plus près. L’enquête auprès des membres ODEC sur les organisations patronales et syndicales a été effectuée de mi-juin à mi-juillet 2010. Tous les membres ODEC dont l’adresse e-mail était connue ont été contactés, ce qui représente 2’689 personnes. 475


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Graphique 3| Participants par fonction/position

membres ont répondu au sondage, ce qui représente une participation de 17,7%, taux de participation dont l’ODEC peut être fière et qui mérite un grand et sincère remerciement de tous les participants. Avec de tels résultats, il est possible d’identifier des éléments significatifs. La répartition des membres ODEC d’après les questions statistiques montre que tous les domaines ES sont représentés, cependant avec une restriction: les résultats ne concernent que les orientations technique et économie, desquelles nous avons reçu suffisamment de réponses. Une comparaison a révélé que les orientations technique et économie ne différaient dans leurs réponses que de façon marginale; elles peuvent donc être considérées comme une seule unité. Parmi les participants, 85% sont âgés entre 26 – 50 ans, et 69% ont diplômé dans une école supérieure ES au cours des 15 dernières années (cf. Graphiques 1+2). La répartition des fonctions ou des rangs hiérarchiques des participants est uniforme, sauf pour la fonction d’assistant. Seuls 6 membres à cette fonction ont répondu, ce qui n’est pas représentatif, et donc non analysable. La plupart des participants se déclarent être «spécialiste/collaborateur» (33%); 19% sont «membres de la direction», 25% sont «cadres», 21% sont «responsables de projets» (fonction typique des diplômés ES avant de devenir cadres). Cf. Graphique 3. Les participants proviennent uniformément de toutes les tailles d’entreprises. 53% proviennent d’entreprises de moins de 200 employés, et 27% de plus de 1’000 (cf. Graphique 4).

Commentaire général

... pour la première partie de l’enquête: Que pensez-vous des organisations patronales, resp. syndicales? Les membres ODEC sont plutôt positifs, voire positifs, à env. 60% (61% organisations patronales / 58% organisations syndicales) vis-à-vis de ces organisations. Ce qui est également évident, c’est que les organisations syndicales polarisent davantage, et obtiennent davantage de pleine adhésion, mais aussi de totale aversion (cf. Graphique 5).

... la deuxième partie de l’enquête: Comment la situation économique actuelle a-t-elle fait évoluer leur avis au

cours des deux dernières années? Pour env. 80% des participants, la crise économique n’a pas affecté leur attitude envers les organisations syndicales et patronales. Les organisations syndicales ont davantage pu bénéficier de la situation économique, toutefois, les deux types ont perdu en sympathie («positif» et «plutôt positif»). La situation économique a touché plus négativement les organisations patronales (16%) que syndicales (13%). Cela contraste avec l’évolution positive par rapport aux organisations patronales (4%) et syndicales (5%). Cf. Graphique 6.

1%

19%

Membre de la direction cadre Responsable de projets Spécialiste/ collaborateur Assistant

33%

25% 21%

Graphique 4| Participants par taille d’entreprise 15% 27%

Organisations patronales et syndicales

1–10 11–50 51–200 201–500 501–1000 > 1000

20% 8% 12%

18%

Analyse détaillée de l’enquête La section suivante décrit les valeurs qui diffèrent sensiblement de la moyenne géné-

Graphique 5| Avis des participants par rapport aux … Organisations patronales Organisations syndicales 0%

10%

20%

négatif

30%

40%

plutôt négatif

50%

60%

plutôt positif

70%

80%

90%

100%

positif

Graphique 6| Influence au cours des deux dernières années face aux ...

Employeurs Employés/ salariés/ travailleurs 0%

10%

20%

30%

40%

influence négative

rale. Tous les tableaux et graphiques auxquels cette partie se réfère sont disponibles sur www.odec.ch dans la zone réservée aux membres et peuvent y être téléchargés ou peuvent être obtenus sous forme PDF auprès du bureau ODEC.

Analyse selon l’âge des participants Dans chaque groupe d’âge, les participants évaluent les organisations syndicales avec plus de réponses «positives» que pour les organisations patronales, sauf le groupe d’âge « > 55». Si l’on prend aussi en compte le «plutôt positif», la sympathie («positif» et «plutôt positif») envers les organisations

50%

sans influence

60%

70%

80%

90%

100%

influence positive

syndicales devient partout supérieure à 55%, avec plus de 68% chez les moins de 30 ans. La sympathie pour les organisations syndicales est la plus forte avec 73% chez les « > 55»! Ce n’est que dans le groupe d’âge «36 – 40» que la sympathie est inférieure à 50%, avec 45%. Il est également intéressant de relever que les trois groupes d’âge (26 – 30, 51 – 55 et > 55) apprécient les organisations syndicales non pas «négativement», mais seulement «plutôt négativement».

Analyse par fonction/position Comme on peut s’y attendre, la sympathie envers les organisations patronales aug-

23


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ETUDE ODEC

mente avec une position hiérarchique plus élevée dans l’entreprise; chaque fonction l’évalue à plus de 50% comme «positive» et «plutôt positive», comme d’ailleurs pour les organisations syndicales. Fait intéressant: les membres de la direction, les responsables de projets et les cadres évaluent les organisations syndicales plus «positivement» que les organisations patronales.

Analyse par taille d’entreprise Les membres ODEC qui travaillent dans les entreprises de plus de 501 employés, apprécient plus les organisations syndicales que dans les sociétés d’autres tailles.

sitif», et sont favorables à 70% de «positif» ou «plutôt positif» aux organisations patronales. Les italophones sont clairement pour les organisations patronales.

Analyse selon l’«âge» du diplôme La chose la plus frappante est que les étudiants ont le moins de sympathie («positif» et «plutôt positif») pour les organisations syndicales, et le plus pour les organisations patronales. Des valeurs semblables se retrouvent chez ceux qui ont diplômé ES il y a plus de 25 ans. Ceux qui apprécient le plus les organisations syndicales (70%) sont ceux qui ont terminé il y a 16 – 20 ans.

Graphique 7| Organisations syndicales … organisations patronales Un exemple de question: Comment celui qui a évalué les organisations syndicales comme «plutôt négatives» (A) évalue-t-il les organisations patronales? La zone B illustre le résultat. B

A

plutôt négatif plutôt positif

0%

10%

20%

négatif

30%

40%

plutôt négatif

50%

60%

plutôt positif

70%

80%

90%

100%

positif

Graphique 8| Organisations patronales … organisations syndicales A

B

plutôt négatif plutôt positif

0%

10% négatif

20%

30%

40%

plutôt négatif

Ceux travaillant dans des entreprises de moins de 200 employés sont à plus de 60% «positifs» ou «plutôt positifs» pour les organisations patronales. Indépendamment du fait qu’il s’agisse des organisations patronales ou syndicales, toutes les deux sont notées avec au moins 50% de «positif» ou «plutôt positif».

Analyse par région linguistique

24

Comme la plupart des cantons n’ont pas pu être évalués individuellement, les cantons ont été regroupés par langue. Les régions alémanique et romande correspondent à la moyenne. La région italophone se distingue nettement des deux autres régions: ils ne sont favorables aux organisations syndicales qu’à 39% de «positif» ou «plutôt po-

50%

60%

plutôt positif

70%

80%

90%

vis-à-vis des organisations patronales. Par contre, celui qui a évalué «plutôt positif» (218 réponses) les organisations syndicales estime «plutôt positif» à 75% les organisations patronales, ce qui est énorme (cf. Graphique 7). Une image presque identique à l’analyse précédente apparaît parmi ceux qui considèrent «plutôt négatif» (160 réponses) ou «plutôt positif» (260 réponses) les organisations patronales. Celui qui est «plutôt positif» vis-à-vis des organisations patronales, est également à 66% «plutôt positif» ou «positif» à l’égard des organisations syndicales (cf. Graphique 8). Ces deux tableaux montrent que la majorité n’est pas «ou … ou». Celui qui a un jugement «plutôt positif» face à un type d’organisation, l’est aussi très souvent face à l’autre. La même chose s’applique à l’attitude «plutôt négative». Pour beaucoup, l’attitude est généralement «plutôt positive» ou «plutôt négative» à l’égard des organisations syndicales ou patronales. L’attitude positive envers les deux types d’organisations l’emporte de loin sur l’attitude négative. Si l’on compare ces graphiques (no 5) avec les graphiques sur l’évolution de l’attitude (no 6) au cours des deux dernières années, la question suivante se pose: y a-t-il chez les membres ODEC une relation (corrélation) entre le développement des deux types d’organisations et la sympathie que leur accordent les membres ODEC? L’une des organisations perd-elle en sympathie quand l’autre en perd aussi? En est-il de même si l’une gagne en sympathie?

100%

positif

Analyse croisée «plutôt négatif / plutôt positif» La plupart des participants ont répondu par «plutôt positif» ou «plutôt négatif». La compilation des réponses permet d’évaluer de façon plus précise le quota «sympathie» de ces organisations. Un exemple de question: Comment celui qui a évalué les organisations syndicales comme «plutôt négatives» (zone A) évalue-t-il les organisations patronales? La zone B illustre le résultat. Ici, nous avons les résultats les plus intéressants, qui n’étaient pas attendus sous cette forme. Celui qui a évalué «plutôt négatif» (158 réponses) les organisations syndicales, est à 53% aussi «plutôt négatif» ou «négatif»

Conclusion Cette étude a apporté des éléments importants à l’ODEC. Il est certain que les organisations patronales et syndicales pourront aussi tirer profit de ces résultats. Les membres de l’ODEC ne sont ni «positifs» ni «négatifs», mais sont généralement favorables aux deux types d’organisations par «positif» ou «plutôt positif». Ceci conforte aussi le mode de collaboration actuel de l’ODEC avec ces organisations: elle collabore avec les deux types d’organisations, de façon libre et indépendante. Les graphiques détaillés sont disponibles sur www.odec.ch/2010_3_f ou info@odec.ch


SYSTEME EDUCATIF

ECHOS

Le point crucial des professions du secteur des services Le système de formation professionnelle duale en entreprise est idéal pour les formations professionnelles initiales dans le domaine artisanal et industriel. C’est d’ailleurs là que ce type de formation a été créé et qu’il s’est développé pour devenir le modèle de réussite d’aujourd’hui. Les domaines professionnels sont clairement définis, et les associations qui les représentent aussi. Les responsables de branches dans les écoles professionnelles cantonales sont connus et se connaissent bien. Il en est tout autre lorsque le système dual doit offrir des formations professionnelles initiales pour un secteur des services moderne, j’entends par là pour «des métiers de service exigeants». En informatique, et pour la formation dans les métiers du commerce et de l’économie d’entreprise p.ex., nous ne trouvons pas d’emblée des associations clairement identifiables comme responsables des professions correspondantes. Les entreprises formatrices appartiennent le cas échéant à plusieurs associations professionnelles de branches. Cela ne constituait pas un inconvénient par le passé, car les écoles professionnelles jouaient un rôle crucial dans le lancement de nouvelles professions et leur développement. La nouvelle Loi sur la formation professionnelle assigne – et c’est nouveau – la responsabilité de l’ensemble de la formation professionnelle à des partenaires; et la Confédération et les cantons sont définis comme partenaires. Pour les professions de base qui sont offertes dans les divers branches économiques, il faut d’abord créer et regrouper les associations professionnelles en organisation du monde du travail OrTra, OrTra qui pourra ensuite prendre le relais de troisième partenaire responsable de la formation de la profession concernée. Ce n’est pas bon marché et il sera très rapidement fait appel à un financement de l’Etat, car l’amour du système dual n’est pas si grand que les différentes associations professionnelles préfinancent d’elles-mêmes l’ensemble de l’exercice. Les intérêts particuliers des nombreux partenaires sont beaucoup moins uniformes que, p.ex., dans l’association suisse des maîtres-menuisiers qui s’estime naturellement responsable des formations de menuisier et qui depuis longtemps investit grâce à ses membres beaucoup d’argent dans la formation, parce qu’elle sait que les moyens bien placés sont réinvestis dans le dit-secteur grâce à un personnel bien formé. En fait, rien ne s’opposerait à l’utilisation de moyens publics pour créer des associations ad hoc, si ce n’est le risque d’une suractivité. Alors que les branches du secteur secondaire savent très bien à court et moyen terme comment leurs professions se développent, c’est nettement moins clair dans le détail des professions du secteur tertiaire. Ceci entraîne alors que les associations professionnelles nouvellement créées ad hoc lancent des projets de révision et d’étude très coûteux, et la plupart du temps avec des subventions publiques. La recherche en formation professionnelle nouvellement créée et les nombreuses institutions de formation y relatives ne se font pas longtemps prier et prennent aussi part au partage du gâteau. Ce qu’il en advient est quelque fois assez surprenant. C’est ainsi que d’après un document de la Commission de réforme des «employées/employés de commerce», le message central d’une étude mentionne que les futurs employés de commerce seront des «employés

polyvalents» avec des compétences spécifiques propres à la branche. En quoi est-ce donc vraiment si nouveau? En ce qui concerne les métiers de l’informatique, la Confédération a financé il y a quelques années un programme d’impulsion de 10 millions pour créer l’OrTra Informatique du nom d’I-CH pour le nouvel apprentissage d’informaticien, car aucune des nombreuses associations d’informatique existantes n’était en mesure de le faire. Cette institution I-CH va bientôt disparaître, comme les 10 millions, et sera bientôt remplacée par une fondation, qui, après les nouvelles promesses d’obole de la Confédération, renaîtra de ses cendres tel le Phénix comme la nouvelle OrTra Informatique; celle-ci, à l’instar de l’organisation précédente, donnera à nouveau des mandats pour des études quantitatives et qualitatives pour mettre en évidence ce domaine professionnel et pour explorer la direction dans laquelle il faudra aller … Par ailleurs, nous ne pouvons délibérément pas appliquer aveuglément aux «métiers de service exigeants» les règles des apprentissages en entreprise classiques du secteur secondaire qui stipulent que le bilan financier d’un tel apprentissage doit être quasiment équilibré: celui-ci doit se dérouler de façon pragmatique, i.e. sans que les processus en entreprise ne soient trop perturbés par les activités de formation. Réussir son apprentissage permet de trouver en général assez vite un emploi dans la branche suivie. Pour les informaticiens, les employés de commerce et les électroniciens, la fin d’apprentissage se déroule un peu différemment: ils remarquent très rapidement que leurs compétences sont plutôt maigres, et qu’elles ne suffisent habituellement pas à un poste exigeant. Une nouvelle qualification s’impose de toute urgence, et plusieurs vont peut-être se demander s’il n’aurait pas été préférable de passer d’abord par le gymnase avant de suivre des études dans ce secteur professionnel. Je ne veux pas accuser les entreprises formatrices, mais la réalité est bien là: la formation effectuée dans le temps imparti par le système est insuffisante dans ces métiers. D’ailleurs, je m’étonne que l’on ne remette pas en question la durée de 3 ans de l’apprentissage de commerce. Peut-être que la réponse se trouve dans la popularité croissante des écoles de commerce et aussi des apprentissages offerts en école par la SEC et terminés par un stage? A l’avenir, ne serait-ce que pour des raisons démographiques, nous ne pourrons éviter d’envisager un système de formation professionnelle plus modeste et de tenir compte aussi des limites en plus de tous les avantages. Au cours des prochaines années, le nombre de jeunes en fin de scolarité obligatoire va diminuer de façon significative, et donc le comportement face au choix de carrière va aussi changer. Préparons-nous-y et formons la relève dans la partie du système éducatif qui est le plus adéquat pour la profession envisagée. Heinrich Summermatter Expert en formation professionnelle, Hinterkappelen Heinrich.Summermatter@gmail.com

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INTERVIEW

Entretien avec Lionel Rostagne*, par Florence de Bondeli

Pour construire sa vie professionnelle, il faut de solides bases et de la curiosité ... A quarante ans, Lionel Rostagne vit exactement la vie qu’il voulait; rien ne lui a échappé, rien n’a été fortuit, il a décidé de tout et a tracé sa vie tant professionnelle que privée … Votre formation professionnelle inclut entre autre un diplôme ET. Quelles sont aujourd’hui vos activités professionnelles? Il y a 18 mois, je suis entré chez Kummer (fabrique de machines-outils, de tours plus précisément) comme agent de méthodes, et je me suis attelé à la préparation du travail, aux processus industriels, aux gammes opératoires et aux ERP **. Ces activités correspondent davantage à la formation continue que j’avais entreprise depuis 97 en exploitation et logistique, et à ce que je recherchais depuis 2001. Je souhaitais être dans un poste où l’on traitait des processus industriels, plutôt que d’être dans la construction de machines pure. Aujourd’hui, je fais partie d’une petite équipe qui s’occupe plus spécialement de la création de gammes opératoires, de gestion d’articles manufacturés, d’étude de postes de travail (construction d’outillages et de posages pour l’usinage d’éléments de machines manufacturés ou sous-traités), et de demande d’offres pour le secteur sous-traitance. Pour ce qui est des langues, je dois avouer qu’elles n’ont joué aucun rôle dans mes activités, mes bases scolaires me permettant de comprendre les quelques documents que nous avons en allemand. Par contre, il me serait bien utile de rajouter une 2ème, voire une 3ème langue pour pouvoir mieux répondre au marché du travail! L’allemand est la langue de la machine-outils, l’anglais plutôt celui de l’informatique et de l’économie. Lors de ma formation ET (97 – 01), je n’avais pas de cours de langues obligatoire, mais qu’en option; aujourd’ hui, une langue au moins est imposée.

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Que vous ont apporté les études ET/ES? J’ai étudié dans une ET en emploi, ce qui me permettait d’être dans un bureau technique et d’appliquer tout de suite mes connaissances «théoriques» toutes fraîches, de même que d’apporter au cours ET des situations pratiques vécues lors de mes 2 CFC et de mon activité parallèle. J’ai finalement obtenu mon diplôme de technicien ET en exploitation logistique. Une formation ET, surtout en emploi, est la meilleure

formation: elle permet de garder un pied dans la pratique réelle, de jongler entre théorie et pratique, d’accéder au degré tertiaire (non universitaire, voire universitaire), d’avoir accès à la formation continue, bref … de continuer à évoluer. Il est vrai que la formation ES/ET représente certes un investissement tant en temps qu’en motivation, mais elle apporte une plus-value non négligeable. L’idée de faire une ET m’est venue lors de mon 1er CFC déjà, le chemin professionnel était tout tracé dans ma tête, d’où l’enchaînement du 2ème CFC, de l’ET, puis du brevet fédéral d’agent d’exploitation, suivi ensuite du cours post-grade HES en gestion d’entreprise. Les branches primordiales dans une ES/ET? Ce sont toutes les branches spécifiques de l’orientation ET choisie; a contrario, aucune n’est pas importante car elles sont toutes utilisables à plus ou moins long terme. Refaire une ET? Pourquoi pas, car cette formation ET m’a apporté une grande ouverture (culture générale, économie, techniques diverses) et un approfondissement professionnel. Quant à enseigner, je le ferais volontiers dans les branches techniques, que ce soit au niveau école professionnelle, brevet fédéral ou ET/ES.

aux maladies des enfants … (sic!). Lors de vos activités au sein de l’entreprise, avez-vous encore du temps pour rencontrer vos collaborateurs? Oui bien sûr, cela est même nécessaire de par ma fonction. Je connais quasiment tous les collaborateurs de l’entreprise, car comme agent de méthodes, je suis la «courroie de transmission» entre le bureau technique de développement et la production des pièces et des machines-outils finales; je dois donc aussi connaître le parc des machines existant et la fiabilité des processus. Quels perfectionnements suivez-vous, ou voulez-vous suivre ou voudriez-vous suivre? J’aimerais bien poursuivre des études post-grades en économie, car, comme tout produit industriel a une valeur, mon travail consiste aussi à fournir les éléments pour que l’on puisse fixer le prix de la pièce/machine, surveiller les besoins du marché et la concurrence. J’ai déjà élargi mon champ de formation et d’activité par une formation en gestion d’entreprise car je ne me voyais pas rester mécanicien toute ma vie.

Que recommanderiez-vous à un directeur d’ES ou aux autorités ES pour le futur? De positionner mieux et davantage les diplômes et les diplômés ES en les rendant plus attractifs et visibles, et d’investir davantage pour leur reconnaissance tant en Suisse qu’à l’étranger, ce que l’ODEC tente de faire d’ailleurs.

En quoi le paysage de la formation professionnelle pourrait-il être amélioré? La formation duale est une force en Suisse; le point faible est peut-être l’emplacement des écoles ET/ES par rapport aux sièges des entreprises, ce qui peut engendrer de lourds trajets, surtout pour une formation en emploi. Par ailleurs, le système scolaire obligatoire «6+3» a remplacé le système primaire-secondaire. L’étiquetage (ndlr: de notation) A, B, C, D est défavorable à l’engagement de futurs apprenants qui ne seraient pas notés A ou B, car un futur employeur engagerait moins volontiers une personne notée C ou D; ceci rend le sys-

Vous êtes intégré dans une équipe, et n’avez actuellement pas de collaborateurs particuliers à encadrer, ni à engager ... Que pensez-vous néanmoins des CV anonymes? Pour moi, seules les compétences comptent, que ce soit un homme ou une femme, suisse ou étranger! Par contre, hormis les compétences, la part de femmes dans le milieu professionnel n’est pas à négliger, car il faut gérer leurs absences dues à la maternité,

** Les ERP (Enterprise Resource Planning), aussi appelés Progiciels de Gestion Intégrés (PGI), sont des applications dont le but est de coordonner l’ensemble des activités d’une entreprise (activités tant verticales telles que la production, l’approvisionnement, qu’horizontales comme le marketing, les forces de vente, la gestion des ressources humaines, etc.) autour d’un même système d’information. Il s’agit donc d’un ensemble de logiciels intégrant les principales fonctions nécessaires à la gestion des flux et des procédures de l’entreprise (comptabilité et finances, logistique, salaires et ressources humaines, etc.). Tous ces logiciels accèdent à des ressources communes, en particulier des bases de données.


INTERVIEW

* Carte d’identité Nom: Lionel Rostagne Naissance: 1969 Nationalité: Suisse Professions apprises: CFC de mécanicien de précision (89), CFC de dessinateur de machines (96, aujourd’hui dit CFC de constructeur de machines), dipl. ET en exploitation et logistique (01), brevet fédéral d’agent d’exploitation (02), puis cours post-grades HES en gestion d’entreprise (06) Activité prof. actuelle: Agent de méthodes chez Kummer à Tramelan Activité extra-prof.: Vélo & VTT, informatique, bricolage (ndlr: il retape sa maison), photo

tème de formation plus élitaire. Le système professionnel dual est bon, il faut le garder. Il faudrait organiser davantage de cours d’appoint pour les apprenants en difficulté ou à difficultés scolaires, et des cours préparatoires aux CFC. Il faut donner sa chance à chaque jeune! J’ai moi-même donné des cours d’appoint à des apprenants, et je discute volontiers avec des jeunes sur leur avenir professionnel, pour les écouter, les guider peut-être, les conseiller un peu … Que diriez-vous à un jeune qui entame sa vie professionnelle? De bien construire sa formation, de ne pas craindre de bien travailler, de s’investir, car tout effort est un plus pour sa vie professionnelle, il faut rester ouvert et curieux de sa vie professionnelle, être à l’écoute de son environnement professionnel et apprendre de lui et des anciens. Les jeunes hésitent beaucoup aujourd’hui. Les offices régionaux de placement ORP remplissent-ils leur mission? Et les parents? L’école obligatoire doit aussi assumer sa part. Il y a de plus en plus de jeunes en 10ème année, beaucoup plus que par le passé … Votre relation à l’ODEC? J’en suis membre depuis 2002 et suis Vice-Président ODEC-Romandie. De plus, je suis devenu Prof. bachelor ODEC et Ing. EurEta, titres que l’ODEC a créés, resp. rendus accessibles. L’ODEC travaille beaucoup pour le positionnement des diplômes ES/ET et donc de leurs titulaires, et elle doit poursuivre ses efforts dans ce domaine. Il faudrait faire

prendre conscience aux futurs membres ODEC que plus une association est grande, et plus elle est forte; de plus, en être membre donne un droit de parole, et assure une certaine visibilité dans le public. Par ailleurs, il faut continuer à renforcer la Romandie par rapport au poids de la Suisse alémanique. Je reconnais que la Suisse alémanique est bien plus consciente de la valeur d’une association professionnelle qu’en Suisse romande; c’est sûrement aussi lié aux différences culturelles et professionnelles entre la France et l’Allemagne, différences que la Suisse reproduit à son échelle. Quels ont été les éléments décisifs de votre vie professionnelle/privée qui ont influé votre parcours? Mon parcours est linéaire, et sans surprise. J’ai accédé à toutes mes fonctions en répondant simplement à des annonces, donc aucun poste ne s’est créé par réseau ou par opportunité. Mon père était mécanicien et c’est lui qui m’a conseillé de faire un second CFC, CFC certes accéléré puisque j’ai été dispensé des 2 premières années et de certaines branches, et n’ai finalement accompli que la 3ème et 4ème année pour obtenir le CFC de dessinateur de machines. Et si vous deviez reconstruire votre vie professionnelle? Je ne changerai rien, rien du tout. Je suis en évolution constante sur le plan professionnel, je suis curieux, je veux encore apprendre, je veux étendre mes compétences plutôt que de les approfondir, je privilégie la voie généraliste en ce qui me concerne plu-

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tôt que celle de spécialiste. Sur le plan privé, je veux réussir ma vie de famille, j’aspire à un équilibre entre les 2 mondes et ne veux pas d’emprise professionnelle sur le privé et réciproquement, équilibre que j’ai d’ailleurs déjà maintenant en l’occurrence. De même, comme le monde professionnel est en constante évolution, on doit toujours évoluer et suivre une formation professionnelle permanente. Par la suite, j’envisagerai une nouvelle formation en emploi, mais ce ne sera sûrement pas avant un ou deux ans, car actuellement, je retape la maison familiale depuis 2 ans. Je tiens à d’abord asseoir ma vie familiale avant de renforcer ma formation professionnelle. Mon équilibre travail-privé? C’est ma réalité actuelle d’aujourd’hui, mon quotidien: sport, bricolage, famille, métier, amis, etc. Je puise mon énergie quotidienne d’abord dans un excellent repos, puis avec les amis, en famille, par des habitudes, en association, par la satisfaction de mon activité professionnelle, et le vide que je fais dans ma tête que ce soit en solitaire ou accompagné. Ma famille me suit, sans me pousser, ni me freiner, mais nous discutons beaucoup ensemble. Que souhaitez-vous au monde? Je constate et déplore que les citoyens soient si peu associatifs et si individualistes, que le recrutement de membres soit si difficile car les gens n’ont plus ou si peu de temps à donner; est-ce un problème d’encadrement des parents? de l’école? N’oublions pas que «Notre jeunesse d’aujourd’hui est l’avenir de demain», les actifs d’aujourd’hui travaillent pour les jeunes futurs actifs de demain, pour les motiver; la jeunesse va hériter de notre monde, et subir toutes nos erreurs … catastrophes écologiques, pollution, écart social, car il y a un tel décalage entre actions et effets ... En fait, il faudrait gérer notre vie selon un concept de développement durable … Quelle conclusion? J’ai accepté cet interview pour pouvoir témoigner de mon parcours professionnel, et montrer l’exemple à un futur jeune étudiant ES dans sa réflexion et ses choix professionnels. Il doit se donner les moyens par rapport à sa vie professionnelle pour construire sa vie professionnelle. Rien ne tombe du ciel, il faut rester curieux et ouvert … L’entretien fut réalisé en face à face

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