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150 Jahre BJB

150 JAHRE BJB

KOSTENLOSE

Juli 2017

SONDERAUSGABE

In der Welt zu Hause

Berufsbilder im Zeitenwandel

Dieter und Philipp Henrici im Interview

Ehrenamt wird groÃ&#x; geschrieben

BJB und die Stadt Arnsberg

Die Zukunft des Lichts


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SONDERAUSGABE 150 Jahre BJB Juli 2017 SEITE

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Titelfoto: Thomas Linke

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Inhaltsverzeichnis 31

Die Geschichte des Lichts Vom Feuerschein bis zum LED-Modul

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Beruf im Wandel der Zeit Kunststofftechniker/in

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Am Anfang wird gefeilt Werkzeugmechaniker/in

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Unheimliche Steigerung Datenverarbeitungskaufmann/-frau Fachinformatiker/in

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Innovationsmotor des Unternehmens Forschung & Entwicklung

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BJB weltweit Mitarbeiter und Standorte

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Technik für Licht Von der Idee bis zur Systemlösung

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Mit Blaulicht unterwegs Engagement im Ehrenamt

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Demokratie auch leben BJB-Mitarbeiter als ehrenamtliche Richter

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Das Licht der Zukunft Heller, schöner, günstiger

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BJB hat Region geprägt IHK-Präsident Kersting

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Innovatives Unternehmen Bürgermeister Hans-Josef Vogel

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104 Spontanvegetation Arnsberger Kultursommer 106 Impressum

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Editorial

Liebe Leserinnen und Leser, Jubiläen sind immer ein willkommener Anlass zurückzublicken. Wie alles begann, wer die entscheidenden Akzente gesetzt hat, welche Höhen und Tiefen es auf dem langen Weg bis zum feierlichen Erinnerungstag nach 25, 50, 75, 100, 125 oder sogar 150 Jahren gegeben hat. Das Arnsberger Unternehmen, sagen wir besser, das Neheimer Unternehmen BJB feiert in diesen Tagen sein 150-jähriges Firmenjubiläum. Auf der einen Seite ein ganz gewöhnliches Firmenfest, doch bei genauerem Hinschauen ein wenig mehr. Wie kaum ein anderes, heute aktives Unternehmen in der Stadt an der Ruhr, steht BJB für die Ära der Industrialisierung im Sauerland, bis zum heutigen Zeitalter der Digitalisierung und der damit einhergehenden Veränderungen in all unseren Lebensbereichen. Für das Team von WOLL – dem Magazin für die Sauerländer Lebensart war es daher eine große Herausforderung und ebenso geschätzte Anerkennung, aus Anlass des 150-jährigen Jubiläums von BJB eine Sonderausgabe von WOLL – Worte, Orte, Land und Leute herauszugeben. Die Redaktion Arnsberg/Sundern hat in enger Kooperation mit den Verantwortlichen des Arnsberger Unternehmens einen Blick hinter die Kulissen geworfen und die lange Unternehmensgeschichte von BJB in Berichten, Interviews und Fotostrecken festgehalten. Es wurde nach den besonderen Hintergründen und den Geschichten hinter den Daten und Fakten gesucht. Die Inhaber und geschäftsführenden Gesellschafter von BJB, Dieter und Philipp Henrici, haben im Interview einen tiefen Einblick in die Geschichte der Unternehmerfamilie und den Weg des Unternehmens bis heute gegeben (Seite 6). Arnsbergs Bürgermeister Hans-Josef Vogel hat sich zur früheren und heutigen Bedeutung von BJB für die Stadt Arnsberg und das Umland geäußert (Seite 98).

Der kaufmännische Leiter von BJB, Ulrich Klein, sowie ehemalige und aktuelle Mitarbeiter haben über ihre Erlebnisse und Erinnerungen erzählt (Seite 54). Die Geschichte von BJB erzählt auch die Geschichte des Lichts in den vergangenen 150 Jahren. Der Weltmarktführer BJB hat sich über die Jahrzehnte von der „Brücke zum Licht“ mit dem zukunftsweisenden Slogan „Technik für Licht“ in der ganzen Welt zu einer höchst bekannten und anerkannten Marke entwickelt (Seite 31). Am 8. Juli 2017 öffnet BJB im Jubiläumsjahr seine Türen und Tore. Dann bietet das traditionsreiche Arnsberger Unternehmen Mitarbeitern und ihren Angehörigen sowie interessierten Gästen und Besuchern die Möglichkeit, die heutige Fertigung von technischen Komponenten für die Leuchtenbranche und die Neuausrichtung in Richtung LED-Technologie persönlich in Augenschein zu nehmen. Gewiss wird so mancher ehemalige Mitarbeiter und viele andere Besucher dann überrascht und erstaunt sein, wie BJB heute für die Zukunftsmärkte innovative Produkte und wegweisende Ideen entwickelt und umsetzt. Entdecken Sie nun in diesem WOLL-Extra, wie sich die Erzeugung und Nutzung von Licht in den vergangenen 150 Jahren gewandelt und das traditionsreiche Arnsberger Unternehmen BJB so nachhaltig geprägt hat. Mit dem ganzen WOLL-Team, das dieses Magazin erstellt hat, wünschen wir Ihnen nun eine spannende Lesereise. Herzlichst Hermann-J. Hoffe und Paul Senske und das WOLL-Redaktionsteam für Arnsberg, Sundern und Umgebung

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BJB im Jubiläumsjahr auf erfolgreichem Weg … BJB ist auf einem erfolgreichen Weg vom Hersteller konventioneller Lampenfassungen zum hochmodernen LED-Spezialisten. Rechtzeitig zum Jubiläumsjahr ist die Trendwende geschafft. Das Unternehmen macht mit LED-Produkten mehr Umsatz als mit den konventionellen Produkten. Für Dieter und Philipp Henrici ist das Tal noch nicht ganz durchschritten. „Wir sind aber davon überzeugt, dass wir das packen werden“, sagen die beiden Geschäftsführer im Gespräch mit WOLLHerausgeber Hermann-J. Hoffe und WOLL-Redakteur Paul Senske. BJB habe in den letzten Jahren einen Technologie-Wandel vollzogen, wie ihn das Unternehmen noch nie zuvor erlebt habe. Großes Lob zollen Dieter und Philipp Henrici den BJB-Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. „Sie standen und stehen immer hinter uns. Sie haben in den letzten Jahren geradezu Unmenschliches geleistet.“ Die beiden Geschäftsführer erwarten, dass die Digitalisierung BJB weiter intensiv herausfordern wird. Dies biete viele Herausforderungen, aber auch viele Chancen. Das Unternehmen werde in fünf Jahren ein „ganz anderes Unternehmen sein, als es vor 10 oder 15 Jahren der Fall war“.

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WOLL: An welche Vorfahren aus Ihrer Familie denken Sie spontan, wenn Sie sich die 150-jährige Familiengeschichte in Erinnerung rufen? Dieter Henrici: Das ist Friedrich Wilhelm Brökelmann. Ohne ihn wären die Unternehmen mit der Familie Brökelmann nicht möglich gewesen. Er war weniger im operativen Geschäft beschäftigt, eher als Finanzier und Berater. Er kaufte alte Ölmühlen, ließ neue Ölmühlen bauen. Das war so erfolgreich, dass er sich an weiteren industriellen Unternehmen beteiligte. Dazu gehörten die Siegerländer Hütte und die Drahtfabrik in Hamm. Zuletzt, da war er schon 68 Jahre alt, wurde BJB gegründet. Er war immer nur derjenige, der das Auge darauf hielt, dass die Finanzen stimmten. WOLL: Wie ist das bei Ihnen, wenn Sie an die 150jährige Firmengeschichte denken, als der Junior in der langen Generation? Philipp Henrici: Wenn man von dem Gründer absieht, ist das mein Vater. Er ist der einzige, den ich kenne. Ich habe meinen Großvater nicht kennengelernt und arbeite mit meinem Vater jetzt zehn Jahre zusammen. Da er jetzt MitGeschäftsführer, aber eben auch mein Vater ist, ist er eine der Persönlichkeiten, die mich am meisten geprägt hat.


» d i E m i ta r B E i t E r s ta n d E n i m m E r H i n t E r u n s . « Fotos Thomas Linke und Philipp Nolte

WOLL: BJB scheint unter strengen Gesichtspunkten eins der ältesten jetzt noch agierenden Unternehmen der Welt zu sein, zumindest deutschlandweit. Was bedeutet das für Sie? Dieter Henrici: Das ist eine schöne Geschichte, aber ohne Bedeutung für die Zukunft. Wir müssen ja sagen: Wir sind einem ständigen Wandel unterzogen. Wenn wir den nicht mitmachen, dann liegen wir daneben. Der Rückblick kann unsere Politik nicht bestimmen. Philipp Henrici: 150 Jahre sind mit Sicherheit eine stolze Zahl. Es gibt im Sauerland wenige Familienunternehmen, die so alt geworden sind. Trotzdem darf man sich nicht ausruhen, denn die wenigsten Unternehmen leben ewig. WOLL: Die Firmengeschichte des Unternehmens geht eng einher mit der Stadt Arnsberg bzw. mit der Entwicklung des Sauerlandes. Was macht den Standort des Unternehmens im Sauerland so besonders? Dieter Henrici: Da müsste man zur Gründung zurückkommen: Der Dortmunder Friedrich Wilhelm Brökelmann zog durch das Sauerland und verkaufte seine Ware. Er spürte, dass dieses Sauerland mehr innere Kräfte besaß als sichtbar wurde. Das Sauerland hat sich gut weiterentwickelt. Heute ist das Sauerland, oder sagen wir lieber Südwestfalen, das drittwichtigste Industriegebiet in

Deutschland, mit von vielen Familien geprägten Unternehmen. Es gibt wenige Großbetriebe, eigentlich gibt es die hier nicht. Es kommt auf die Definition an. Jedenfalls ist diese Region eine durch die Familienunternehmen geprägte Landschaft. In den letzten 20 Jahren hat das wieder an Bedeutung gewonnen. Vor dreißig, vierzig Jahren etwa hieß es: Wie kann man nur in einem kleinkarierten und hinterwäldlerischen Familienunternehmen arbeiten? Welcher gute Fachmann geht dahin? Das hat sich komplett geändert. Die Leute arbeiten heute gerne in Familienunternehmen, weil sie unter anderem mehr Freiheit haben, im Gegensatz zu Konzernen, wo der Rausschmiss mit der Einstellung gleichzeitig verbunden sein kann. WOLL: BJB zählt eben zu den bekannten Familienunternehmen: Was heißt es heute Familienunternehmer zu sein? Philipp Henrici: Die Familienunternehmer sind in der Vergangenheit nicht nur immer unkritisch gesehen worden. Die Gesellschaft hat aber in den letzten zehn/zwanzig Jahren erkannt, dass Familienunternehmen verantwortungsbewusst handeln, auch was Nachhaltigkeit und langfristiges Denken betrifft. Das ist auch der Grund, warum Familienunternehmen der treibende Motor der deutschen Wirtschaft sind. Für mich persönlich ist es so: Ich wollte das immer machen. Ich behaupte: Ein Unternehmer muss sich weiter um das Unternehmen kümmern, wenn er es in die nächste Generation übergibt. Dann ist WOLL 150 Jahre BJB

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es auch naheliegend, dass er auch als Geschäftsführer weitermacht, gemeinsam mit seinem Nachfolger. Die Mehrheit der Familienunternehmen in Deutschland praktiziert das erfolgreich. WOLL: Sie sprachen das an: Sie haben sich entschieden, so etwas werde ich. Kriegt man das in der Kinder- und in der Jungendzeit einfach mit, wie cool das ist, dass der Vater unternehmerisch tätig ist? Reizt einen das, oder wie entwickelt sich die Bereitschaft eine solche Aufgabe zu übernehmen? Dieter Henrici: Das Gespräch beim gemeinsamen Mittagessen ist fast wie eine universitäre Erziehung für die Kinder. Man hört viel, was alles so in einem Unternehmen passiert und kriegt viel mit. Also das Empfinden, wie ein Unternehmen geführt werden muss, ist die erste Lehre des Mittagessens. Philipp Henrici: Ich fand es auch so, wie mein Vater es erwähnt hat. Man kriegt eine ganze Menge mit. Das war spannend. Wenn man als Kind in einem Unternehmen aufwächst, hat das aber nicht nur Vorteile. Das heißt, ein Vater ist nicht so häufig zu Hause wie bei anderen Familien. Aber das muss ja auch nicht sein. Ich bin der Meinung, man muss auch die Kinder so erziehen, dass man selber nicht nur immer das Zentrum des Universums ist. Die berufliche Aufgabe steht schon im Zentrum eines Lebens, vor allem eines Unternehmers. Das versuche ich meinen Kindern zu vermitteln. Ein Unternehmen wird in der nächsten Generation immer weitervererbt. Das ist auch immer Teil des Vermögens. Von daher müssen sich die Nachkommen zumindest als Gesellschafter um das Unternehmen kümmern. WOLL: Macht es Spaß jeden Tag Unternehmer zu sein? Ist es Last, Bürde oder bereitet es Freude? Dieter Henrici: Also ein Unternehmen, das nicht auch Lasten tragen muss: Dann möchte ich kein Unternehmer sein. Es ist ja bekannt, BJB hat nicht nur gute Zeiten, sondern auch schlechte Zeiten gehabt. Das gehört aber zu einem Unternehmen dazu. Ich behaupte, es gibt kein Unternehmen, das mehr als hundert Jahre alt ist, das nicht gleichzeitig neben Höhepunkten auch Tiefpunkte gehabt hat. Und das gilt für uns auch. WOLL: Sie haben angesprochen, dass Sie selbst entschieden haben, Unternehmer zu werden. Hat da nicht die Familie nachgeholfen und gesagt: Jetzt brauchen wir aber irgendeinen aus unserer Familie?

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Philipp Henrici: Das darf ja auch nicht sein. Ich glaube, wenn man jemanden mehr oder weniger dazu zwingt, dann ist das schon fast der Anfang vom Ende. Grundvoraussetzung muss immer sein, dass man es unbedingt will. Ich habe noch einen älteren Bruder und eine ältere Schwester. Mein Vater musste die Entscheidung irgendwann treffen: Wer wird sein Nachfolger? Und es lag ihm dann sehr stark am Herzen, dass man möglichst die Stimmenmehrheit in einer Hand hält, so wie das viele Unternehmen machen. Das ist die beste Gewähr dafür, ein Unternehmen möglichst lange weiterzuführen. Dieter Henrici: Man muss sich irgendwann entscheiden, wenn man der Meinung ist, dass ein Unternehmen am besten geführt wird, wenn nur einer da ist. Dann muss man Kriterien aufstellen, wonach man sich richtet. Ich will jetzt nicht die Kriterien beschreiben. Letztendlich habe ich mich entschieden, den jüngeren Sohn zu nehmen. Und der ältere hat es letztlich auch hingenommen, das muss man sagen. Wir haben ein sehr, sehr gutes Verhältnis, auch mit dem älteren Sohn bzw. Bruder, der auch in der Lichtbranche arbeitet. WOLL: Was waren Ihre größten unternehmerischen Herausforderungen? Da schließt sich eigentlich an, was war Ihr persönlicher größter Erfolg? Dieter Henrici: Ich will einen Punkt nennen: Als ich zu BJB kam, hatte ich weniger als zwanzig Prozent des Unternehmens. Nach über 50 Jahren, in denen ich dabei bin, besitzt die Familie Henrici über achtzig Prozent. Das ist schon, wenn man einen Rückblick wagt, als Erfolg zu bewerten, wenn Sie unseren Ehrgeiz kennen, das Unternehmen zu gestalten. WOLL: Das heißt, es war der Familienstamm Brökelmann, der die verschiedenen Anteile hat oder waren es die verschiedenen Familienstämme? Dieter Henrici: Die Familie Busse. Der Name ist ja immer noch erhalten von Anfang an: BJB – Brökelmann, Jäger und Busse. Das waren die drei Stämme, die fünfzig, sechzig Jahre im Unternehmen waren, die nicht miteinander verwandt sind. Sie haben sich damals zusammengetan, weil es einen Techniker gab, den Herrn Busse. Dann gab es den Kaufmann, das war der Herr Jäger, der hatte bis dahin einen Krämerladen. Der dritte war der Herr Brökelmann, der die Finanzierung machte.


»Als ich zu BJB kam, hatte ich weniger als zwanzig Prozent des Unternehmens. nach über 50 Jahren, in denen ich dabei bin, besitzt die Familie Henrici über achtzig Prozent.« Dieter Henrici WOLL: Die Globalisierung, war sie eine Herausforderung? Der Exportanteil des Unternehmens liegt ja bei rund 80 Prozent. Philipp Henrici: Die Globalisierung war und ist ein Segen. Viele schimpfen darüber. Ich glaube, die Globalisierung ist nur eine Folge von Freiheit, von gemeinsamer Zusammenarbeit der Länder in der Welt. Der Freihandel gehört dazu und führt zur Globalisierung. Bei uns hat mein Vater sehr früh erkannt, dass man unser Produkt nicht mit der Laubsäge machen kann, sondern das man möglichst automatisiert herstellen soll. Das heißt, man gewinnt Skaleneffekte erst, wenn man hohe Stückzahlen produziert. Man kann dann nicht mehr in einem Land bleiben, sondern man muss diese Produkte weltweit verkaufen. Diese Entwicklung hat mein Vater durch die Gründung von Gesellschaften in den 70er Jahren eingeläutet. Daher waren Globalisierung und Freihandel sehr wichtig für uns. Sie haben zum Erfolg von BJB beigetragen. WOLL: Philipp Henrici, Sie waren kürzlich im SiliconValley. Was haben Sie an Erkenntnissen für BJB mitgebracht?

Philipp Henrici: Die LED-Technik hat uns in den letzten Jahren sehr gefordert und fordert uns weiterhin stark. Die LED-Technik ist ja auch mehr oder weniger digitales Licht. Die Digitalisierung wird die Industrie revolutionieren. Das heißt, man muss da mitgehen. Wer nicht mit der Zeit geht, der geht mit der Zeit. Ich wollte mir vor Ort eine Meinung bilden. Ich war schon fasziniert, mir wurde in den rund zehn Tagen im Silicon Valley klar: Wir stehen vor großen Herausforderungen. Ich habe zudem erfahren, dass Amerika ein ganz anderes Arbeitsumfeld ist. Die Amerikaner haben eine ganz andere Führungskultur und Unternehmensethik. Ich nenne nur ein Beispiel: Die Universität Stanford hat vor einem halben Jahr eine Maus, also eine reelle Maus, die in einem Käfig in Südamerika saß, per Joystick ferngesteuert. Die hatte mehrere Drähte im Kopf. Man kann sagen, dass das ein Schritt zur Symbiose von Mensch und Maschine ist. Das ist erst einmal ein bisschen Horrorszenario, aber es bietet große Potenziale, was die Bekämpfung der Querschnittslähmung angeht. Aber um das zu machen, müssen erst ethische Fragen beantwortet werden. Die Amerikaner tun sich mit solchen Dingen einfacher als wir.

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»Wir stehen für Innovation, reagieren auf die Bedürfnisse der Kunden und setzen diese in neue Produktideen um.« WOLL: Auf dem Weg zur Globalisierung haben Sie einen entscheidenden Vorteil: BJB ist eine Marke. Sie haben einen guten namen, das kann auch dann in der Zukunft ein wichtiges Pfund für Sie sein. Ist das richtig? Dieter Henrici: Das ist richtig. Der Name BJB ist in diesem schmalen Sektor eine Marke. BJB kennt jeder in Amerika, kennt jeder in Europa, kennt auch inzwischen jeder, der mit der Leuchtindustrie zu tun hat, wie zum Beispiel auch in China. WOLL: Und das ist Ihr größter Trumpf für die Zukunft? Dieter Henrici: Trumpf nicht, aber es ist hilfreich. Wir haben keinen Namen wie Volkswagen. Es gibt andere große Marken, viele in der Pharmaindustrie. Das sind Markennamen, so weit sind wir bei weitem nicht. Aber in unserem kleinen Sektor, der Lichtindustrie, sind wir schon eine Marke. Philipp Henrici: In der Lichtindustrie kennt uns jeder. Wir mussten in den letzten Jahren, als wir uns mit der LEDTechnik umstellen mussten, auch unser Geschäftsmodell überdenken. Aber trotzdem bleibt unser bestehender Kundenkreis, der mit uns sehr positive Attribute verbindet.

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Philipp Henrici

WOLL: Die Marke muss man sich ja auch erarbeiten. Sie hat sich entwickelt. Wie würden Sie Ihren Markenkern umschreiben? Philipp Henrici: Wir stehen nicht nur für gute Produktqualität, das ist heute sowieso Grundvoraussetzung. Wir stehen auch für gute Servicequalität, dass wir immer nah am Kunden sind und ihn beraten können. Wir stehen auch für Innovation, um auf die Bedürfnisse der Kunden zu reagieren und diese neuen Produktideen umzusetzen. Dieter Henrici: Wir haben den Namen BJB, der ist zwar sehr alt, aber dass wir ihn so bewusst einsetzen und keinen anderen Namen mehr wählen, ist erst seit 0 Jahren so. Wir nannten uns früher Brökelmann, Jäger und Busse. Aber gehen Sie mal nach Südamerika und sagen Sie Brökelmann, Jäger und Busse, da schaltet schon jeder ab. Man muss kurze Begriffe haben. Wir haben eines Tages gesagt: Wir vergessen den Namen Brökelmann, Jäger und Busse und machen nur noch BJB. Dann wurden wir manchmal gefragt: Was heißt das denn eigentlich? Dann geben wir diese Antwort mit den drei Familiennamen, aber der Name ist im Grunde verschwunden. Auf unseren früheren Papieren stand immer oben der Markenname Brökelmann, Jäger und Busse.


Aber bis auf das Sauerland konnte keiner was mit den Namen anfangen. Philipp Henrici: Die Stärke von BJB ist auch die Internationalität, sich in jedem Kulturkreis so zu bewegen, dass der Kunde mit uns zusammenarbeiten möchte. Ein Produkt aus der Lichtindustrie in Deutschland zu verkaufen ist etwas anderes als ein entsprechendes Produkt in Südamerika zu verkaufen. WOLL: Wir wollen jetzt mal zu einem anderen Thema kommen. Zu einem traditionellen Familienunternehmer gehört es, ehrenamtlich tätig zu sein. Sie sind als ehemaliger und langjähriger IHK-Präsident fast jedem Sauerländer ein Begriff geworden. Was hat Ihnen das bedeutet und gegeben? Dieter Henrici: Ich bin davon überzeugt, es ist die Aufgabe eines jeden Unternehmers sich gesellschaftspolitisch zu betätigen, um im guten Sinne unsere Gesellschaft zu beeinflussen. Und wenn mir einer sagt, dafür habe er keine Zeit, dann sage ich immer: Nur dafür hast du keine Zeit. Das kostet ja letztendlich die Zeit, die man sich von seinem Privatleben abnehmen muss. Das ist die eine Seite. Die andere Seite ist, dass es auch Spaß macht. Und ich habe in meinem Leben nichts gemacht, was mir nicht auch Spaß gemacht hat. Wenn ich gefragt werde, worauf bist Du denn eigentlich am meisten stolz? Dann sage ich immer, dass ich in meiner Heimatstadt Arnsberg der einzige Ehrenbürger bin. Das macht mich am stolzesten. WOLL: Die Zeit als Präsident der IHK hat Ihnen auch einen Einblick in die gesamte Wirtschaft des Sauerlandes und des IHK-Kammerbezirkes gegeben. Was hat sich da geändert, was waren die einschneidendsten Erlebnisse? Dieter Henrici: Ich würde sagen: Nichts. Es gibt aber mehrere Dinge, bei denen ich glaube, einen größeren Einfluss gehabt und etwas im Sinne des Sauerlandes bewegt zu haben. Der damalige Ministerpräsident Rüttgers wollte eine Reform durchführen, dass es anstatt fünf nur noch drei Regierungsbezirke geben sollte. Arnsberg sollte erst mal gestrichen werden. Da habe ich mich mit Rüttgers sehr häufig persönlich angelegt und ihm gesagt, das kann ja nicht der Weg sein. Da kommt der preußische König im Jahr 1816 und macht nicht Hamm zum Regierungsbezirk, sondern Arnsberg. Die Vorstellung war, man kann eine solche Region nur dann fördern, wenn die Regierung mitten drinsitzt. Jetzt wollt Ihr uns das wieder abnehmen. Jeder Partei gönne ich Erfolg, nur in diesem Fall war ich froh, dass das hinterher

nicht mehr verfolgt werden konnte. Bei jeder Gelegenheit habe ich auf diesen Punkt hingewiesen. Alle sollten wissen, das ist ein wichtiger Punkt für die Weiterentwicklung des Sauerlandes. Der zweite Punkt geht in die gleiche Richtung. Ich habe es auch als Aufgabe angesehen, die Region in Düsseldorf bekannter zu machen. Als ich nach Düsseldorf kam, wurde man gefragt: Wo kommst du her? Ich komme aus dem Sauerland, dann wurde man belächelt. Kam man im August dahin, dann wurde gefragt, ob wir schon wieder Schnee hätten. Es war immer mein Ziel, dass Südwestfalen in Düsseldorf wahrgenommen wird. Ich habe den Begriff Südwestfalen immer mehr geschätzt, weil das Sauerland alleine zu klein ist. Heute wird Südwestfalen viel mehr wahrgenommen als vor 50 Jahren. WOLL: Sie sind in der Politik in der CDU-Fraktion im Stadtrat; mit welcher Motivation? Philipp Henrici: Mein Vater hat mir mitgegeben, dass man sich einbringen sollte. Ich bin der Meinung, wenn man gefragt wird, etwas zu machen, dann sollte man sich nicht verweigern. Ich habe auch immer versucht, mich in irgendeiner Weise einzubringen. So hat sich das auch mit der CDU ergeben. Aber es ist auch etwas, was einen persönlich weiterbringt. Ich teile die Auffassung meines Vaters, dass solche Aufgaben auch Spaß machen. Man lernt auch selber was dazu, zum Beispiel wie das Hirn eines Politikers denkt. Das hilft, um Verständnis für einen Politiker zu entwickeln. Man lernt auch mal einen Kompromiss einzugehen. In der Politik geht nichts ohne Kompromisse. Es mag ein wenig hochtrabend klingen: Aber man hat die moralische Pflicht, sich in irgendeiner Weise in die Gesellschaft einzubringen. WOLL: Dieter Henrici, Sie sind vielen Menschen als der Unternehmer mit der Fliege bekannt. Wenn ich an Unternehmer denke, automatisch ist Ihr Bild mit der Fliege dabei. Sie haben damit auch eine Marke geprägt, ein Gesicht mit Fliege. Was bedeutet die Fliege für Sie? Dieter Henrici: Es bedeutet, sich zu unterscheiden. WOLL: War das ein bewusstes strategisches Instrument, über das man mal nachdenkt, oder war das eher die Liebe zur Fliege? Dieter Henrici: Wenn Sie die richtige Antwort haben wollen: Ich hatte immer Übergewicht. Wenn Sie eine Krawatte tragen, dann haben Sie jeden Tag irgendwo einen Klecks. Dann muss die Krawatte weg, Hemden WOLL  150 Jahre BJB 

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wechsle ich sowieso jeden Tag. Dann habe ich festgestellt, die Krawatten waren nicht so schön bunt. Fliegen waren immer mit Blumen verziert. Die bunte Welt gefällt mir. Die Fliegen waren auch immer bunt, deswegen habe ich die Liebe dazu gewonnen. Eines Tages hatte ich nichts anderes mehr. Es gibt nur eine Krawatte, die ich habe und die ist schwarz. WOLL: Philipp Henrici, eine sehr persönliche Frage an Sie: Sie sind mir vom ersten Blick aufgefallen mit dem Schmiss auf der Backe, für die Kenner der Studentenszene ja bekannt. Sie sind offensichtlich in einer schlagenden Studentenverbindung gewesen. Was hat Ihnen das bedeutet?

Erfahrung, weil man viel über sich selbst lernt, Demut zu entwickeln und Körperbeherrschung zu zeigen. Ich stehe hinter der Mensur, das war vielleicht der Hauptgrund, der Verbindung beizutreten. Ich bin gleichzeitig der Meinung, dass man auch jede andere Erfahrung annehmen sollte. Deshalb habe ich auch Bungee-Jumping gemacht. Mein Vater und ich waren nicht in der gleichen Verbindung. Mein Vater hat in Stuttgart, ich habe in Jena und Berlin studiert. Dieter Henrici: In unserer Familie waren sie alle in einer schlagenden Verbindung. Mein Vater nicht, weil er Soldat war, aber alle anderen waren dabei, es gehörte auch irgendwie dazu. Ich muss sagen, der Widerspruch ist auch einer der Gründe für meinen Eintritt gewesen. Als ich hier das Abitur machte und sich alle meine Mitschüler über schlagende Verbindungen mokierten, war das für mich erst richtig der Anlass, dahin zu gehen. Unsere Verbindung ist 170 Jahre alt. Verbindungen haben sich immer schwergetan, auch in den 20er Jahren. Man freute sich, wenn man Mitglieder bekam. WOLL: nach welchen Werten wurde BJB in den vergangenen 150 Jahren geführt? Und welche davon sind heute noch prägend?

»Ich stehe zu meiner Mensur – sie ist eine ganz besondere Herausforderung.« Philipp Henrici Philipp Henrici: Mein Vater war auch in einer schlagenden Verbindung. Der hat es offensichtlich besser gemacht als ich. Keiner möchte so ein Ding bei einem Fechtkampf, einer Mensur, bekommen. Aber wenn es nicht passieren kann, dann hat es auch keinen Wert. Das ist eine ganz besondere Herausforderung, es ist eine Grenzsituation. Es war für mich eine tiefgreifende, geradezu spirituelle

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Dieter Henrici: Ich kann nur über die letzten 50 Jahre sprechen. Im Grunde genommen ging es immer nach den gleichen Prinzipien, nämlich fair zu sein. Ich will nicht sagen gerecht, das gibt es nicht. Aber fair mit seiner Mannschaft umzugehen und letztendlich auch dadurch Anerkennung in seinem Unternehmen zu finden. Nicht mit Lieblingen zu arbeiten und mit anderen, die man nicht mag. Eine gute Mannschaft, die man hat und die man ausgebildet hat, muss auch gut behandelt werden, was immer man darunter auch versteht. Es wird nicht jeder in der Firma sagen, die Henricis sind ok und fair. Aber es ist immer unser Ziel gewesen, fair zu sein. WOLL: Es gibt einen sozialen Aspekt schon damals im 19. Jahrhundert, nämlich sich krankenkassenmäßig zu betätigen, sozial für die Menschen da zu sein. Ist das auch heute noch eine Konstante in Ihrem Unternehmen? Dieter Henrici: Wie Sie gerade richtigerweise sagen, wir waren die ersten, die im Unternehmen eine Krankenkasse hatten. Bei anderen Unternehmen kamen später noch einige dazu, inzwischen sind sie alle wieder verschwunden. Der politische Druck war einfach zu hoch. Wir sind aber eines der wenigen Unternehmen, die noch ein Pensionswerk haben. Durch die Zinsen, die zurzeit


üblich sind, ist der Druck auf uns immer größer geworden. Wir müssen ja dafür Rückstellungen bilden. Das beansprucht uns schon sehr stark. Ich weiß nicht, was die Leute dazu sagen. Wenn ich diese Entwicklung vor 50 Jahren gesehen hätte, hätte ich es nicht in dieser Form gemacht. Wir sind eines der wenigen Unternehmen, die so etwas noch haben. WOLL: Das wurde ja damals stark propagiert, um Mitarbeiter zu binden und zu halten. Dieter Henrici: Aber es hat ja auch eine Kehrseite in der heutigen Zeit. Dadurch, dass man alles dafür tut, die Zinsen zu senken oder jetzt jedenfalls nicht mehr zu erhöhen, das muss in der Bilanz dementsprechend abgebildet werden. Dementsprechend ist das bei vielen Unternehmen auch eine Belastung. WOLL: Das Ehrenamt ist bei Ihnen hoch angesiedelt. Wie sieht das bei Ihren Mitarbeitern aus? Sie haben den Ruf, dass Sie vor allem Mitarbeiter schätzen, die sich ehrenamtlich engagieren. Dieter Henrici: Jeder, der sich ehrenamtlich engagiert, erhält einen gewissen Bonus, nicht für sich selber, sondern für seine ehrenamtlichen Aufgaben. Wir gucken nicht so genau hin, wenn er eine Aufgabe hat, beispielsweise im Sportverein. Wir gewähren Freiräume, wie bei unseren vielen Angehörigen der Feuerwehr. Wir fördern das und finden es gut, wenn sich möglichst viele gesellschaftlich engagieren.

parteipolitische Ansichten nicht abbringen. Es gibt natürlich viele von meinen Kollegen. Es gibt nette Leute, es gibt weniger nette. Ich müsste jetzt erst mal in meinem Gehirn kramen … Philipp Henrici: Ich bin vielleicht noch ein bisschen zu jung, um mir jetzt ein Urteil über herausragende Persönlichkeiten im Sauerland erlauben zu können. Vielleicht fragen Sie mich in ein paar Jahren nochmal. WOLL: Vater und Sohn leiten ein Weltunternehmen. Wer trifft im Endeffekt die Entscheidungen? Dieter Henrici: Es gibt Dinge, in denen man unterschiedlicher Meinung ist. Wir treffen uns einmal in der Woche und unterhalten uns über alle Dinge, die zur Diskussion und zur Entscheidung stehen. Ich habe festgestellt, dass es für uns dadurch einfacher geworden ist. Man schleift sich schon auf beiden Seiten ab. Man kann Dinge besser voranbringen. Je mehr man kommuniziert, je mehr man sich persönlich trifft, in die Augen guckt, umso besser. Das kann man durch kein Telefongespräch oder sonst wie ausgleichen.

WOLL: Eine Frage, die außerhalb des Unternehmens ist. Sie sind vielen Sauerländer Persönlichkeiten in Ihrem Leben begegnet, die man ja auch manchmal als Sturköpfe bezeichnet. Welche Sauerländer Persönlichkeiten sind Ihnen besonders aufgefallen? Welche würden Sie heute als herausragende Sauerländer erwähnen? Dieter Henrici: Ich beginne mit einem, der über Jahrzehnte das industrielle Sauerland in vielen Gremien vertreten hat, das ist Dr. Kirchhoff (Anm. d. Red.: Jochen F. Kirchhoff, Vorsitzender des Beirats und des Gesellschaftskreises der Kirchhoff-Gruppe, Ehrenpräsident der Unternehmer NRW). Er ist 0 Jahre alt und immer noch aktiv und sprachgewaltig. Ich will mal einen anderen nennen, der nicht zu meiner Partei gehört, das ist Franz Müntefering, den ich immer sehr geschätzt habe. Er war in der Politik einer, der hielt, was er versprochen hat. Er hatte Rückgrat, wenn es um Dinge ging, die unser Land nach vorne bringen konnten. Er ließ sich davon durch

»Wir fördern das Ehrenamt und finden es gut, wenn sich möglichst viele gesellschaftlich engagieren.« Dieter Henrici

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WOLL: Sie hatten das mit dem Kompromiss auch gesagt, was Sie in der Politik gelernt haben. Philipp Henrici: Wir führen das Unternehmen jetzt seit zehn Jahren gemeinsam. Wir sind häufig einer Meinung, aber natürlich nicht immer. Das kann nicht so sein. Vielleicht darf das auch nicht so sein, weil viele Dinge vielleicht eine Generationenfrage sind. Natürlich wird auch schon mal sehr leidenschaftlich diskutiert. Mein Vater hat das Unternehmen geprägt, deswegen muss ich auch Verständnis dafür haben, dass er das Unternehmen weiterführen oder mitführen will. Vielleicht bin ich in seinem Alter genauso. Man hat aber auch immer seinen Willen, seine Vorstellung durchzubringen, selbst dann, wenn ein Mitgeschäftsführer nicht der gleichen Meinung ist.

Meistens klappt das sehr gut. Wenn man mal nicht der gleichen Meinung ist, dann versuche ich auf meinen Vater so lange einzureden, dass er meiner Meinung ist. WOLL: Man darf ein Interview nicht schließen, ohne die Fragen, wie es mit der Zukunft aussieht. Welche Erwartungen und Wünsche haben Sie an die Zukunft? Was haben Sie für die Zukunft schon eingeleitet? Dieter Henrici: Das kann man mit einem Wort erst einmal beantworten: Es geht um den Abschied von den konventionellen Lampenfassungen und Ähnlichem und das Ersetzten durch das LED-Licht. Das ist eine mordsmäßige Aufgabe. Sie erfordert wirklich riesige Investitionen. Wenn man auf einem neuen Sektor tätig ist, dann ist das eine Herausforderung sowohl von der Mentalität als auch von der Finanzierung her. Philipp Henrici: BJB hat einen Wandel in den letzten Jahren vollzogen, wie ihn das Unternehmen nie vollziehen musste. Das war vielleicht 110 vom Petroleumlicht zum elektrischen Licht ähnlich. Ich bin 2008 ins Unternehmen gekommen. Zur schlechtesten Zeit in der man in ein Unternehmen kommen kann. Zuerst kam die Subprime-Krise, die schwerste Wirtschaftskrise seit Ende des 2. Weltkriegs. Uns blieb kaum Zeit durchzuatmen, als der Technologiewandel voll bei uns durchschlug. Dieser Wandel hat einen, im Gegensatz zu unseren Kunden, für uns wirklich disruptiven Charakter. Seitdem hat sich nicht nur unsere Produktpalette geändert, auch unser Geschäftsmodell mussten wir anpassen. Wir haben gemeinsam viel erreicht. Gerade unsere Mitarbeiter standen und stehen immer hinter uns. Sie haben in den letzten Jahren geradezu Unmenschliches geleistet.

»Ich bin jetzt 54 Jahre im Unternehmen dabei, ich habe es noch nicht ein einziges Mal erlebt, dass in einer solch ungeheuren Geschwindigkeit diese Veränderungen eintreten.« Dieter Henrici

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Dieter Henrici: Die Fluktuation ist bei uns nahezu null. Aber man muss natürlich sagen, wir mussten auch in den letzten Jahren unpopuläre Entscheidungen treffen. Das gehört auch dazu, wenn man ein Unternehmen durch so eine Krise führen muss, dann muss man auch bereit sein, solche Entscheidungen zu treffen, damit man das weitere Bestehen des Unternehmens sichert. WOLL: Haben Sie diese Entwicklung, diese Veränderung in dem gesamten Markt, als Unternehmer kommen sehen oder erahnt? Dieter Henrici: Man könnte uns vorwerfen, dass wir es drei Jahre eher so ernsthaft hätten anpacken müssen, wie wir es danach getan haben. Aber Sie werden mir verzeihen, wenn ich sage, wenn ich hinterher aus dem Rathaus her-


auskomme, dann bin ich auch schlauer in mancher Hinsicht. Ich bin jetzt 5 Jahre im Unternehmen dabei, ich habe es noch nicht ein einziges Mal erlebt, dass in einer solch ungeheuren Geschwindigkeit diese Veränderungen eintreten. Wir haben in vier Jahren 60 Prozent des Umsatzes in den alten Produkten verloren. Das durch eine neue Technik zu ersetzen, die ganz anders ist, das hat nichts mehr mit der Elektrizität, das hat mit Elektronik zu tun. Philipp Henrici: Da muss man unseren Mitarbeitern auch noch ein Kompliment aussprechen. Viele Unternehmen hätten diesen Wandel nicht gepackt. Unser Hauptgeschäftsfeld ist nun einmal weggebrochen. Mein Vater hat es erwähnt, natürlich hätten wir das vielleicht früher sehen können. Aber das ist nur die halbe Wahrheit. Auf der einen Seite muss man das erkennen, auf der anderen Seite muss man sich die Frage stellen: Wie reagiert man jetzt darauf? Wenn man zu früh reagiert, dann kann man auch viel Geld verbrennen. Ich kann es nicht sagen, ob wir damals die richtige Entscheidung getroffen haben, vielleicht hätten wir die eine oder andere Entscheidung früher treffen können, gar keine Frage. Aber was soll's: Wir müssen in die Zukunft gucken. WOLL: Aber das zeigt ziemlich deutlich, was in einem Unternehmerleben in 150 Jahren alles passiert. Der Blick in die Zukunft: Sie haben sich im Silicon Valley umgeschaut, um einfach ein Gefühl für die Zukunft zu bekommen. Wie sehen Sie die Zukunft von BJB? Dieter Henrici: Ich denke noch einmal an die positiven Sachen. Die Globalisierung haben wir für uns genutzt, schneller als all unsere Konkurrenten, die haben nachgezogen. Wir haben immer überdurchschnittlich investiert, auch wenn man mal eine Fehlinvestition gemacht hat. Wenn Sie unter hundert Investitionen 0 richtige gemacht haben und 10 haben Sie dann in den Bach gesetzt, dann ist das auch zu ertragen. Jedenfalls sind wir immer vollen Mutes in Investitionen eingestiegen. Das hat uns letztendlich den richtigen Weg gewiesen.

»Die Globalisierung haben wir für uns genutzt, schneller als alle unserer Konkurrenten, die haben nachgezogen.« Philipp Henrici

Digitalisierung wird uns intensiv herausfordern. Die Lichtindustrie beschäftigt sich damit. Vernetzung von Produkten, Industrie .0, Internet of Things, das ganze Thema Big Data. Das sind viele Herausforderungen für Unternehmen, für uns auch, aber es bietet auch viele Chancen. WOLL: Also man kann sagen, das Unternehmen BJB verwandelt sich, um das klar und deutlich auf den Punkt zu bringen. Dieter Henrici: Das Unternehmen BJB wird in fünf Jahren, ich will nicht sagen, nicht mehr wieder zu erkennen sein, aber es wird ein ganz anderes Unternehmen sein, als es vor 10 oder 15 Jahren der Fall war. ■

Philipp Henrici: Wir müssen diesen Schritt weitergehen. Die letzten Jahre waren sehr hart für uns. In diesem Jubiläumsjahr wird es aber so sein, dass wir wieder ein leichtes Umsatzwachstum haben werden. Dass wir mit den LED-Produkten auch mehr Umsatz als mit den konventionellen Produkten machen, das stimmt uns positiv. Aber wir haben das Tal noch nicht ganz durchschritten, dennoch sind wir alle davon überzeugt, dass wir das packen werden. Aber die Welt dreht sich weiter. Die WOLL 150 Jahre BJB

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Motiv aus Jubiläums-Plakataktion (von Christoph Meinschäfer)

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www.bihler.de

Wir gratulieren zum

150-jährigen Jubiläum und wünschen weiterhin viel Erfolg.

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Als drei Männern ein Licht aufging FirmEnGEsCHiCHtE BJB von Alexander Lange

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Jahre BJB, das heißt auch: 150 Jahre Stadtgeschichte Neheim und 150 Jahre Industriegeschichte im Sauerland. Eine historische Entwicklung, die von Herausforderungen und Entscheidungen, Erfolgen und Krisen geprägt war und ist. Die Unternehmer Brökelmann, Jäger und Busse gaben 1867 mit ihren Namen den Startschuss zu dem Unternehmen, was wir heute unter dem Kürzel BJB kennen. Die Gründer und ihre Nachfolger prägten die BJBVergangenheit ebenso wie die Mitarbeiter, die Partner und die Stadt. Stets das Ziel verfolgend, die Lampe nicht nur

am Leuchten zu halten, sondern das Licht und die Firma immer wieder neu zu erfinden. Mit der 150-jährigen Firmengeschichte, angefangen bei der Petroleumleuchte bis hin zur modernen LED-Technik, darf BJB mit Fug und Recht behaupten, eines der ältesten noch agierenden Lichtunternehmen der Welt zu sein. Heute steht der Name Henrici an der Unternehmensspitze. 150 Jahre BJB heißt aber auch: In die Zukunft investieren, ambitioniert und engagiert in kommende Jahre und Jahrzehnte blicken.

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Der Beginn: Eine Idee und die industrialisierung Als Ackerbürgerstadt ist Neheim im Mittelalter und in der beginnenden Neuzeit von Landwirtschaft und Handwerk geprägt. Doch die Landwirtschaft stößt ab dem 17. und 18. Jahrhundert sprichwörtlich an ihre Grenzen. Immer mehr Menschen kommen bei der Suche nach Arbeit ins idyllische Neheim, aus der Arbeitsnot entwickelt sich eine große Armut. Umso verheerender trifft die wachsende Neheimer Bevölkerung dann der Stadtbrand von 1807: Das Feuer zerstört große Teile der Stadt, Wohnhäuser und Betriebe – der Begriff der „BiäddelNeime“ etabliert sich. Neheim steht vor dem Nichts. Die Stadt muss neu geplant und gebaut werden. Mitte des 19. Jahrhunderts erreicht die Industrialisierung dann das Sauerland, technischer Fortschritt und mechanischer Wandel kommen nach Neheim. Die Rettung für die Region. Spezialgebiete der aufkeimenden Fabriken in Neheim: Metallverarbeitungen und Leuchten. Wo vorher Handwerksbetriebe standen, wachsen nun Fabriken. Langsam aber sicher entwickelt sich das kleinbürgerliche Neheim zu einem Ort von Industrie und Arbeit, von Öfen und Werkzeugen, von Arbeitern und Malochern. Ab etwa 1850 hat die Neheimer Metallindustrie die örtliche Textilverarbeitung in ihrer Bedeutung und Größe abgelöst. Und Lampen? Die werden von Neheimer Firmen in einfacher Bauweise bereits ab den 1840er Jahren produziert. Klempner, Drücker oder Färber stellen mit ihrem handwerklichen Geschick die einfachen Beleuchtungsartikel her. Es dauert nicht lange, da wird die Mineralöllampe von der Petroleum-

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lampe abgelöst. Der industrielle Fortschritt kennt keine Pause. Schornsteine qualmen, Maschinen rotieren, Arbeiter schwitzen. Doch ebenso wie die Industrialisierung gefeiert wird, so hat der Fortschritt auch seine Schattenseiten. Schlechte Wohnsituationen, Kinderarbeit, Armut, kräfteraubendes Malochen und Zukunftssorgen sind die Realität. Die Löhne reichen nur für das Nötigste. Doch die Arbeiter haben keine Wahl. Der 24. Juni 1867 ist ein ganz besonderer Tag für BJB. Die Tinte unter dem Gründungsvertrag ist getrocknet – der Beginn der 150-jährigen Firmengeschichte. Gustav Busse, Franz Jäger und Friedrich Wilhelm Brökelmann unterzeichnen den Kontrakt der Grundsteinlegung der Kommanditgesellschaft G. Busse & Co.

Stückzahlen. Die drei Visionäre wollen Wachstum generieren, Erfolge feiern und mit ihrem Namen für Qualität und Verlässlichkeit stehen. Ihre Firma, die erst später den Namen BJB erhält, ist Teil einer großen Neheimer Lampenindustrie. 1870 stellt BJB mit knapp 100 Beschäftigten die ersten Rundbrenner für Petroleumlampen her. Die Zeichen stehen gut.

Die Gründer

Friedrich Wilhelm Brökelmann – Ideengeber und Investor

Der Gründungsvertrag von BJB

Die Gründer: Zwei Männer mit handwerklichem Know-how und technischem Verständnis, ein Mann mit einem Gefühl für Finanzen und Profit. Die Geburtsstunde von BJB. Das Trio produziert Lampen und Beleuchtungszubehör in großen

Friedrich Wilhelm Brökelmann, 1799 in Dortmund geboren, stammte aus wohlhabendem Haus. Er war Alleinerbe, besuchte das Gymnasium und schloss eine kaufmännische Lehre ab. Für den Dortmunder Kolonialwarengroßhandel und die Essigfabrik Peter Overbeck bereiste Brökelmann das Sauer- und Siegerland – und auch Neheim, was ab 1826 seine neue Heimat wurde. In Neheim kaufte Brökelmann die alte Ölmühle, renovierte sie und gründete mit Josef Cosack die „Hüstener Puddlings-Anlage“, ein Vorläufer der späteren Hüstener Gewerkschaft. Brökelmann engagierte sich für die Stadt, war Investor und Finanzier zugleich.


ckelte Busse Lampenzubehör, Kerzenleuchten und Öllampen. Seine Ausbildung setzte Gustav Busse in der Neheimer Fabrik der Gebrüder Wolff fort, ehe er sich 1860 selbstständig machte. Sein Unternehmen war eines der Größten in Neheim. 1867 wird er Teil von BJB.

Die Entwicklung: Auf dem Weg zum GroSSunternehmen Franz Jäger – Kenner und Könner Geboren 1829, schloss Franz Jäger in jungen Jahren seine Kaufmannslehre mit großem Erfolg ab. Mit 30 Jahren, 1859, übernahm Jäger ein Kommissionsgeschäft und gründete wenig später die Firma Jäger & Co., um gemeinsam mit J. J. Hinrichs im Sauerland fertige Lampen zu montieren und zu vertreiben.

Gustav Busse – Pionier und Produzent Aus dem Bergischen Land ins Sauerland führte es Gustav Busse (1835 – 1919). In Solingen hatte Busse anfangs das Handwerk der Zinngießerei gelernt, ehe er später Teilhaber des Unternehmens wurde. Spuckkästen, Sparbüchsen und Aschenbecher gehörten zur Produktionspalette. Doch genau so entwi-

Die drei Männer wollen groß und größer, gut und besser werden. Aber der anfängliche Kapitalbedarf ist wesentlich höher als angenommen. Das vorschnelle Ende für Busse & Co. und Jäger & Co.: Sie liquidieren kurz nach der Firmengründung. Doch es dauert nicht lange und die drei Industriellen gründen die Firma Brökelmann, Jäger & Co. Mit dem Vertrag vom 9. Mai 1871 ist der Neuanfang besiegelt, jetzt geht es steil bergauf. Der Mitbegründer Friedrich Wilhelm Brökelmann verstirbt 1890, sein Sohn Wilhelm folgt und nimmt die Zügel von Brökelmann, Jäger & Co. in die Hand. Es sollte ein Familienunternehmen bleiben, das stand fest. In der Firma herrschen Disziplin und Ordnung. Das Führungstrio weiß: Wollen wir uns auf dem Lampenmarkt durchsetzen, wollen wir besser sein als die Konkurrenz, dann müssen wir erfolgreich, innovativ und schnell arbeiten. Auf den verstorbenen Franz Jäger folgt in zweiter Generation Sohn Franz jr. Die Industriellen erschließen neue Märkte und Möglichkeiten, müssen aber ebenso rationalisieren: Sinkende Absätze zwingen das Trio, Kurzarbeit einzuführen oder Teile der Mitarbeiter gleich ganz zu entlassen. Aber das lässt die Brökelmann, Jäger & Co. nicht an ihrer Firmenphilosophie zweifeln:

Modell einer Petroleumlampe

Im Mittelpunkt steht weiterhin die Petroleumlampe. Zwei Großbrände haben verheerende Konsequenzen für das Unternehmen: In den Jahren 1873 und 1880 bricht jeweils Feuer bei BJ & Co. aus. Die Formen für Lampenfüße und -körper, aus denen die bisherigen Produkte gegossen wurden, fallen allesamt den Bränden zum Opfer. Die Wiederbeschaffung ist zu aufwendig, Brökelmann, Jaeger & Co. stellen die Lampenfertigung ein. Das Unternehmen steht vor dem Nichts, doch aus der Not machen sie eine Tugend. Fortan baut die Neheimer Firma Kosmosbrenner. Keine eigene Erfindung, doch die stetige Weiterentwicklung der Brenner, beispielsweise des Mitrailleusenbrenners, bringt dem Trio nicht nur Patente, sondern ebenso Erfolg und Profit. 1878 meldet BJ & Co. das erste entsprechende Warenzeichen an und wird später zur „Fabrik für Kosmosbrenner“. Drei Jahre zuvor, 1875, erhält die Dampfkraft Einzug bei BJ & Co. Die nächste Dampfmaschine folgt 1884. Es geht weiter bergauf mit dem Neheimer Unternehmen. Sechs Jahre später ist der Firmenname dann auch Programm: BJB – Brökelmann, Jäger, Busse. WOLL  150 Jahre BJB 

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An das Fabrikgebäude wird das Quergebäude angeschlossen, das noch heute Sitz der Büros ist. Das Arbeitsklima bei BJB besticht durch preußische Hierarchie und Strenge. Wer nicht im Interesse der Firma handelt, steht auf verlorenem Posten. Auszug aus der Fabrikordnung der damaligen Zeit: „§7. Die Meister und Angestellten sollen ihren Untergebenen in der Erfüllung ihrer sittlichen Pflichten, sowie durch Pünktlichkeit und Fleiß bei der Arbeit mit gutem Beispiel vorangehen; ungehörigem Benehmen, anstößigen Reden und Liedern, Aufreizungen und Zänkereien sollen sie mit Nachdruck entgegentreten. (…)“ Die Männer bei BJB bleiben wie in vielen anderen Industrien nicht unter sich. Neben vielen Jugendlichen arbeiten auch Frauen bei dem Brenner-Produzenten. Der Lohn für die Frauen und Heranwachsenden ist jedoch nur etwa halb so hoch wie jener der Männer. Zweifelsfrei ist BJB nicht die einzige Fabrik, die in Neheim expandiert. Firmen und Industrien schießen aus dem Boden und beleben den Arbeitsmarkt und die Entwicklung der sauerländischen Industrialisierung, prägen das Neheimer Stadtbild. Die Metall- und Lampenindustrie dominiert neben der Textilindustrie nach wie vor die Branche. Doch auch Landwirtschaft und kleinbürgerliches Handwerk bleibt bestehen. Neheim behält seinen Charme, wenn auch Reichtum und Armut eng beieinander liegen.

Die Umbrüche: Jahrhundertwende, erster Weltkrieg, Weimarer Republik Die reichsweiten Arbeiterbewegungen, die sich in Streiks und Unruhen äußern, treffen auch Neheim. Bereits 1899 gibt es erste Streiks bei

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Adolf Brökelmann (1877 – 1944)

Franz Jäger jr. (1861 – 1931)

BJB, weil das Unternehmen die Akkordarbeit der angestellten Klempner reduziert. Nach drei Tagen einigen sich BJB und die Arbeiterschaft jedoch auf einen Kompromiss, der Arbeitsalltag kann aufrecht gehalten werden. Weiteres Ergebnis der Arbeiterunruhen: Der „Sauerländische Gewerkverein“, den katholische Arbeiter aus der Traufe heben. An der Spitze des „Gewerkevereins“ steht der damalige Neheimer Pfarrer Dr. Balkenohl. 1904 löst sich der Verein auf und wird Teil des „Christlich-Sozialen Metallarbeiterverband Deutschlands“, die Mitgliederzahlen steigen rasant an, die Neheimer machen von ihrer Stimme Gebrauch. Die Gewerkschaftler feiern Feste, präsentieren sich im öffentlichen Leben und kämpfen für bessere Löhne und mehr Rechte. Gewerkschaften etablieren sich im Arbeitsalltag. Die aufkommende Elektrizität wird zu einem Thema, das für BJB neue Entwicklungen und Chancen bietet. Will die BJBGeschäftsführung ihren guten Marktstatus behalten, muss sie mit dem Elektro-Trend gehen. Sinnbildlich in Lichtgeschwindigkeit verbreitet sich

Walter Busse (1878 – 1946)

die Elektrizität auf dem nationalen und internationalen Markt und verdrängt das Petroleum in Windeseile. Wer sich etwas leisten kann, der setzt auf elektrisches Licht. Doch elektrische Glühlampen selber produziert BJB nicht. Vielmehr fokussiert sich das Unternehmen auf die


Glühlampen-Sockel (ab 1911) und später auf die Fassungen (1924). Eine weitreichende Entscheidung, welche die Geschichte von BJB und die ihrer Inhaber Adolf Brökelmann, Walter Busse und Franz Jäger jr. lenken und beeinflussen soll. Obwohl die Arbeitslosenquote unaufhörlich steigt, hält BJB an dem neuen Plan fest, mit Sockeln und Fassungen Marktführer zu werden. Hartnäckigkeit, die nicht nur die Inhaber, sondern die gesamte 150-jährige Firmengeschichte auszeichnet. Die Kriegsbegeisterung, die mit dem Ersten Weltkrieg aufkommt, schwappt auch nach Neheim über. Von einem „Zug durch die Straßen, an dem wohl mehrere tausend Menschen teilnahmen“, heißt es in Augenzeugenberichten über die Vorkommnisse in Neheim am Tag des Kriegsausbruches. Selbst die örtliche Stadtkapelle spielt auf. Während die Männer an der Front kämpfen, müssen die Frauen in den Fabriken aushelfen und die Munitionsherstellung unterstützen. Derweil nimmt die Automatisierung der Produktions- und Arbeitsabläufe zu: Fließbänder und selbstständige Maschinen ersetzen zahlreiche Arbeitsplätze, die einstige Riementransmission wird abgebaut und die Gasversorgung modernisiert. Zu den Millionen Menschen, die dem

Glühlampensockel

Fließbandarbeit

Weltkrieg zum Opfer fallen, zählen auch 23 BJB-Mitarbeiter. Nach dem Kriegsende etablieren sich in Neheim Arbeiter- und Soldatenräte. Unruhen, Inflation und hohe Arbeitslosigkeit herrschen in Neheim während der Weimarer Republik. Es fehlt an politischer Stabilität. Hinzu kommen der Ruhrkampf und die folgende Besetzung des Ruhrtals. Zulieferer und Abnehmer der Rohstoffbestände im Ruhrgebiet können nicht mehr erreicht werden, sodass sich BJB zu außergewöhnlichen Maßnahmen gezwungen sieht: Aufgrund der immer größer werdenden Kohleknappheit erwirbt BJB eine Straßendampflokomotive, die aus den Zechen in Hamm und Bönen Kohlen nach Neheim schafft. Trotz Kurzarbeit und zahlreichen Entlassungen setzt sich der Ruf der „Neheimer Leuchtenstadt“ weiter fort. Die meisten Neheimer Unternehmen hatten in ihrer Produktion unlängst auf elektrische Leuchten mit günstigen Blechfassungen gesetzt – mit Erfolg. Fachkräfte kommen nach Neheim, Berliner Designer feilen an den Produkten, die Fabriken wachsen. In den 1920er Jahren ist der Wechsel von der einstigen Fabrik für Sockel und Brennern zur Fabrik für elektrische Lampenfassungen endgültig vollzogen. BJB produziert

am Fließband und in Serie. Die Arbeiten werden geteilt und vereinfacht, die selbstgesteuerten Maschinen tuen ihr Übriges. Trotz der Spezialisierungen bleibt das Miteinander unter den Männern und Frauen bestehen. Bei Dienstjubiläen oder Geburtstagen bleiben die Maschinen still, nach der Arbeit geht es auf ein Feierabendbier zu „Nüssen-Bauer“.

Unter’m Hakenkreuz: BJB zwischen Aufrüstung und Katastrophen Mit der Machtübernahme Adolf Hitlers und dem Umbau Deutschlands zu einem Führerstaat entwickelt sich eine reichsweite Euphorie. Die Einkommen steigen, die Arbeitslosenzahlen gehen zurück. Deutschland wird von harter Hand regiert, die sich so große Teile der Bevölkerung während der Weimarer Republik gewünscht hatten. Doch ebenso zerschlagen die Nationalsozialisten die Gewerkschaften, schalten Unternehmensverbände gleich und verfestigen das Ziel eines großdeutschen Wirtschaftsraums. Entwicklungen, die auch Neheim heimsuchen. Wer dem Nazi-Regime nicht folgt, wird eingeschüchtert, WOLL  150 Jahre BJB 

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Lehrwerkstatt 1936

BJB-Werkschar

erpresst oder verfolgt; Parteien und Vereine werden verboten. Die Mitarbeiter von BJB sollen sich der NS-Rasseideologie anpassen, werden auf Betriebsfesten und -ausflügen in ihrer Meinung geschult. 1936 entsteht bei BJB – wie in vielen anderen Betrieben auch – eine Werkschar, die der SA nahe steht und dazu dient, der Ideologie und Politik der Nationalsozialisten in den Betrieben mehr Bedeutung zukommen zu lassen. Um dem Facharbeitermangel entgegen zu wirken, greift BJB 1936 zu innovativen Mitteln und richtet eine der ersten Lehrwerkstätten im Arnsberger Raum ein. Besteht die Lehre zuvor vor allem daraus, den erfahrenen Arbeitern und Meistern über die Schulter zu schauen, arbeiten die Lehrlinge nun selber in der Praxis. Und mit der neuen Lehrwerkstatt steigert sich auch die Vielfalt der Produktpalette. Alle Arten von Fassungen, unterschieden in Formen und Materialien, laufen nun vom Band – insgesamt 41 verschiedene

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Durch die Möhnekatastrophe zerstörtes Betriebsgelände 1943

Modelle, darunter die fortschrittliche Isolierstofffassung aus Bakelit. Auch Mehrfachwerkzeuge produziert BJB in großer Stückzahl. Mit dem absehbaren Weltkrieg beginnt die reichsweite Aufrüstung. Auch BJB beteiligt sich an den Maßnahmen, gründet mit der RuhrMetallwarenfabrik GmbH ein eigens dafür konzipiertes Unternehmen. Kleinmaterialien, insbesondere Zünder für die Luftwaffe, werden durch BJB produziert. Auch Petroleumbrenner und Glühlampensockel sind von großer Bedeutung – unter den Abnehmern sind renommierte Unternehmen wie Osram. Die Petroleumbrenner werden in Zügen, an Weichen und Signalen der Reichsbahn eingesetzt und machen die Hälfte des Gesamtumsatzes aus. Menschliche Unglücke erschüttern das Umland in den Kriegsjahren. Neben den zahlreichen gefallenen Neheimern, die nicht von der Front zurückkehren, bestürzt ganz

besonders die Möhnekatastrophe von 1943 die Region. Knapp 860 Männer und Frauen fallen der Katastrophe zum Opfer, unter ihnen hunderte Zwangsarbeiter, deren Zelte in den Möhnewiesen standen. In den letzten Kriegsmonaten ist eine geregelte Produktion bei BJB kaum noch möglich, am 8. April 1945 rücken die US-amerikanischen Kräfte in Neheim ein.

Wiederaufbau: BJB zwischen Licht und Schatten Die Neheimer haben in den Nachkriegsjahren mit knappem Wohnraum und Nahrungsmittelengpässen zu kämpfen. Die Währung zerfällt und auch der Warenaustausch wird durch die Besatzungszonen erschwert. Nichtsdestotrotz kommt die Wirtschaft nicht komplett zum Erliegen. Neue Firmen etablieren sich und alte Firmen versuchen, ihre vorkrieglichen Kompetenzen wieder


Betriebsgelände in den 50er Jahren

Konstruktionsbüro

Leuchtstofflampenfassungen

BJB Messestand Hannovermesse 1958

aufflammen zu lassen. Bereits am 5. Juni 1945 erhält BJB das erste „Permit to Re-open“, den Erlass, wieder Waren produzieren zu dürfen. Aufgrund des Rohstoffmangels sind dies aber vor allem einfache Gegenstände wie Bratpfannen oder Flaschenschraubverschlüsse, später dann auch Leuchtstofflampenfassungen. Das aufkommende „Wirtschaftswunder“ der 1950er Jahre erreicht auch Neheim. Die Lebensmittelrationierung ist beendet, die Konsumwelle steigt an und selbst Reisen werden wieder erschwinglich. An der BJB-Spitze stehen nun

Hans Henrici (1895 – 1960)

Hans Henrici, Dietrich Gercken und Hanns Busse. Neheims Bevölkerung wächst, Gastarbeiter aus Spanien und Italien kommen in die Ruhrstadt. Jedoch erlebt BJB eine schwierige Zeit. Die Konkurrenz macht dem Unternehmen zu schaffen, Produktionsverfahren müssen rationalisiert werden, ab den 1960er Jahren werden massiv Stellen abgebaut. Mit der Produktion von Steckkontakten ab der Mitte der 1960er Jahre erschließt sich dem Neheimer Unternehmen ein neues Marktfeld. Durch die kommunale Neuord-

nung 1975 gehört Neheim-Hüsten nun zur Stadt Arnsberg. BJB etabliert sich langsam auf den nationalen und internationalen Märkten. Neue Pressautomaten erleichtern die Arbeit, ehe sie durch Spritzgusstechniken ersetzt werden. Von den Produkten vergangener Jahre und Jahrzehnte wendet sich das Unternehmen ab – der Blick geht in Richtung Modernisierung und Zukunft. Die Geschäftsführung baut die technischen Büros und Konstruktionsabteilungen aus, die Erweiterungen des BJB-Betriebsgeländes zeugt von wirtschaftlichem Aufschwung. Mit einer betrieblichen Altersvorsorge und einer Betriebskrankenkasse beweist BJB Nähe und Engagement gegenüber seinen Angestellten.

Dietrich Gercken (1898 – 1958) Hanns Busse (1906 – 1967)

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TREnDWEnDE: BJB IM RAMPEnLICHT In den Ausstellungskatalogen von BJB finden sich nun Fassungen, Schalter, Klemmen & Co, Dieter Henrici führt fortan die Firmengeschicke in Eigenregie. Keine leichte Zeit für den Jungunternehmer. Der Umsatz stagniert, Personal muss abgebaut und Kurzarbeit angemeldet werden. Mit der Übernahme der Firma Krönert-Elektro, bekannt für die Herstellung von Backofenleuchten, erfasst BJB ein ganz neues Produktionsfeld. BJB erhält Einzug in nahezu jeden Haushalt. Kühlschränke oder Dunstabzugshauben leuchten dank BJB.

Wo früher Manneskraft und Handarbeit gefordert war, steht nun eine Firma, die durch vollautomatisierte Arbeitsabläufe besticht. Die Globalisierung nimmt ihren Lauf. Zahlen von Exporten und Importen steigen rasant an, BJB investiert in ausländische Niederlassungen, knüpft neue Kundenkontakte und macht sich auf dem gesamten Erdball einen Namen. Das 1992 fertiggestellte Hochregallager in Neheim zeigt nicht nur die Ausmaße der Expansion, sondern ebenso die Wege und Möglichkeiten von BJB fortschrittlich zu denken und zu arbeiten.

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Besonders seit der Jahrtausendwende und der aufkommenden LED-Technik entstehen für BJB ungewisse Zeiten. Radikale Veränderungen bedarf es nicht nur im Produktionsalltag, sondern auch in der Entwicklung. Die LED-Technik ist etwas völlig Neues für Dieter und Philipp Henrici, BJB und die „Leuchtenstadt“ Neheim. Plötzlich haben die Produkte Verfallsdaten, mit neuer Kreativität und Idee müssen moderne Produktionsverfahren erstellt und Kunden gewonnen werden. SMD-Klemmen stehen ebenso für den Fortschritt wie das „Linear Flat System“, mit dem BJB einen Technologiewandel einleitet, der seines gleichen sucht. Dennoch: der Umschwung vom konventionellen Leuchtengeschäft zu dem der LEDs kostet Kraft, Geld und Arbeitsplätze. Nur langsam erholt sich BJB aus der wirtschaftlichen Talsohle, ist passend zum 150-jährigen Jubiläum aber wieder auf einem guten Kurs. Verbesserungen der Arbeitssicherheit und -gesundheit werden zu einem festen Bestandteil wie auch neue Berufs- und Ausbildungswege. Wo anfangs ein Gründertrio stand, steht heute ein Duo – doch die Stammbaumlinie ist geblieben. An der Spitze von BJB stehen Dieter und Philipp Henrici, Vater und Sohn. Sie leiten das internationale Unternehmen und bringen wie ihre Vorgänger Licht ins Dunkel.

Das Tief der vergangenen Jahre haben sie mit Kraft und Innovation, Mut und Geschick durchschritten. Kaum eine Entwicklung in der Lichttechnik scheint in den vergangenen Jahren so rasant und riskant gewesen zu sein wie die der LEDs. Energieeffizient sollen sie sein, eine lange Lebensdauer haben und austauschbar sein. Schnell montiert und für jeden Ort, ob Arbeitsplatz oder Wohnzimmer, ideal. Eine Entwicklung, an der BJB nicht nur teilhaben, sondern sie selber anführen will. Die 150-jährige Firmentradition zeigt, dass BJB Herausforderungen sucht und immer wieder auch meistert. Dafür stehen auch die knapp 700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. ■

BJB-Mannschaft anlässlich des 70. Geburtstages von Dieter Henrici


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80. Geburtstag Dieter Henrici „Dieter Henrici hat mit Weitsicht und Gestaltungskraft BJB erfolgreich in die Globalisierung geführt und zugleich Basis und Zentrale des Unternehmens in unserer Stadt und zum Vorteil unserer Stadt und Region gestärkt.” Arnsbergs Bürgermeister Hans-Josef Vogel in seiner Ansprache am 11. März 2017 zum 80. Geburtstag (Fotos Thomas Linke/Philipp Nolte)

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R E C H T S A N W Ä LT E ı W I R T S C H A F T S P R Ü F E R ı S T E U E R B E R A T E R

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DIE GESCHICHTE DES LICHTS Vom FEuErsC HEin Bis Zum lEd-modul

Text Alexander Lange

U

nd Gott sprach: Es werde Licht. Und es wurde Licht – in Form von der Sonne, die Anfänge allen Lichts und Leuchten. Seit Millionen von Jahren spendet sie nicht nur Wärme, sondern auch das Licht zum Leben. Nach wie vor ist die Sonne Mittelpunkt des Lebens, doch schon lange nicht mehr die einzige Lichtquelle.

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Wir gratulieren Firma BJB herzlich zum 150-jährigen Jubiläum! 32 

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it der Entwicklung der Menschheit geht auch die Entwicklung von Licht und Technologie einher. Ganz am Anfang war das Feuer, genutzt als Lagerfeuer oder einfach Fackel. Sie dienten zur Nahrungsmittelzubereitung, sie schenkten Wärme, wenn die Sonne gerade nicht schien und brachten Lichts ins Dunkel. Das Leben in den tiefen Wäldern und dunklen Höhlen war erst durch das Licht der Flamme möglich. Höhlenmalereien, die heute getrost als überragende Schätze der Steinzeit verstanden werden dürfen, wären ohne das Licht nicht entstanden. Zehntausende Jahre ist dies her. Und wie sich der Mensch vom „Vierbeiner“ zur Gestalt aufrechten Ganges entwickelte, sein Leben vom Jäger und Sammler weiterentwickelte, so entwickelte sich auch das Licht fort – insbesondere der Nutzen. Schifffahrer wurden schon in der Antike durch Leuchtfackeln vor versteckt liegenden Felsen und Klippen gewarnt, dunkle Straßenzüge wurden durch Fackeln erhellt. Doch in den eigenen vier Wänden waren Fackeln zu gefährlich. Nicht nur der Brand Roms, ausgelöst durch Kaiser Nero, zeigte das gefährliche Ausmaß von Feuer und Flamme. Zahlreiche Stadtbrände wurden durch unbedachten Umgang mit Feuer ausgelöst. Im Alltag dienten kleine Kerzen in Talg oder Bienenwachs. Zwar schenkten sie nicht die Helligkeit einer Fackel, doch war das Abbrennen der Dochte einfacher zu kontrollieren. Eine besondere Erfindung, viele Jahrhunderte und Jahrtausende später, war die Öllampe. Die Idee, Öl als Brennstoff zu nutzen, war zwar tausende Jahre alt, doch die Weiterentwicklung durch den Schweizer Aimé Argand 1783 war revolutionär. Der Brenner bestand aus einem Metallzylinder, einem befestigten Docht, einer Brennstoffzuführung, einer Luftzufuhr und einem Zylinder über der Flamme. Das Licht brannte nicht nur heller und kräftiger, sondern konnte auch wesentlich besser kontrolliert werden. In der aufkeimenden Industrialisierung des 17. und 18. Jahrhunderts machten Forscher und Industrielle in England und Irland die Entdeckung, dass sich aus Steinkohle brennbare Gase gewinnen ließen. Die Geburtsstunde der Gaslaterne. Die Forschung um Licht und Lampen, Feuer und Flamme entfachte weiter. Anfang des 19. Jahrhunderts wird ein kleines Hölzchen mit kleinem Kopf zum Thema. Noch heute in vielen Haushalten vertreten: das Streichholz. Der englische Apotheker John Walker war es, der bemerkte, dass die Mischung verschiedener Chemikalien durch den rei-


bungsvollen Kontakt mit rauen Oberflächen fĂźr Funken sorgte. Die Idee sorgte fĂźr groĂ&#x;e Begeisterung, wurde mit anderen Zusammensetzungen, Chemikalien und Materialien ausprobiert, um die Brenndauer zu verlängern und die Anwendung zu vereinfachen.

Und heute, im Jahre 2017 – 150 Jahre nach der GrĂźndung des Unternehmens BJB? Das neue, dynamische Licht heiĂ&#x;t LED. Schon mehr als jede zweite AuĂ&#x;enleuchte und weit Ăźber ein Drittel der Leuchten fĂźr den Innenbereich sind heute mit LED-Modulen ausgestattet. Die Zukunft des Lichts hat begonnen.  â–

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Vater des elektrischen Lichts war dann Thomas Alva Edison, ein amerikanisches Unternehmergenie. Erst elektrifizierte Edison New York, dann sprang der Funke seiner Erfindung auf die ganze industrielle Welt Ăźber. Die Beleuchtungssysteme wurden anfangs mit Dampfmaschinendynamos, zurĂźckgehend auf Werner Siemens, betrieben. Orte und Fabriken, bei denen eine offene Feuerstelle zu gefährlich schien, wurden in Windeseile mit Dynamos und GlĂźhbirnen ausgestattet. Der Beginn einer Ă„ra, die das ganze Leben, die ganze Welt verändern sollte. Wo vorher Dochte brannten, glĂźhen nun metallische Faden, befestigt durch einen Sockel, umhĂźllt von einem Glaskolben. Eine Idee, die auf den Uhrmacher Johann Heinrich Goebel aus dem Jahr 1854 zurĂźckging. 1883 dann grĂźndet Emil Rathenau die „Deutsche Edison Gesellschaft“, später AEG. Rathenau lernte Edison auf der Elektrizitätsausstellung in Paris kennen und brachte die GlĂźhlampe nach Deutschland. Elektrizitätswerke schossen aus dem Boden, die GlĂźhlampen, Fäden und Birnen, Sockel und Fassungen wurden aus besseren und moderneren Materialien hergestellt.

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B E r u F i m Wa n d E l d E r Z E i t industriEKauFmann / -Frau

FrÜHEr oHnE ComPutEr und FrEmdsPr aC HE , HEutE Kur Z m al naC H C Hina Text Jürgen Bühl, Fotos Philipp Nolte

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Das macht Sonja Kiwitz zwar nicht, aber die 23-Jährige kann sich ihre Arbeit als Industriekauffrau ohne PC in der Tat nur schwer vorstellen. Und die EDV ist bloß ein Bereich von vielen, in dem ein Vergleich kaum möglich ist.

OHne Blaumann

W

enn Günther Hering von den Zeiten berichtet, in denen ein Industriekaufmann ohne Computer auskommen musste, dann vermutet er: „Dafür würde man heute belächelt.“ Alles lief per Hand: „Wir haben Lochkarten ausgefüllt, Auswertungen erfolgten händisch, es gab ein riesiges Abheftungsvolumen und eine Registratur mit mehreren Leuten.“ Der 61-Jährige, der am 1. August 1971 bei BJB seine Ausbildung begann, legt nach: „Die jungen Leute würden uns doch heute einen Vogel zeigen.“

„Die Ansprüche sind heute viel höher“, blickt der dreifache Vater aus Bruchhausen auf seine Anfänge nach der mittleren Reife zurück. Die Vorstellung der Eltern über den künftigen Beruf des Sohnes war klar: „Einen Blaumann ziehst du nicht an.“ Als Voraussetzung mussten Diktat und Rechenaufgabe bei einem Lehrling passen, Fremdsprachenkenntnisse waren kein Thema. „Das kommt mir einfacher vor“, wirft die junge Kollegin Kiwitz ein. Sie trat nach dem Abitur am Gymnasium der Benediktiner in Meschede zum 1. Juli 2013 ins Unternehmen ein. Test, Vorstellungsgespräch, nach eineinhalb Jahren Zwischenprüfung, nach drei Jahren Abschlussprüfung in drei Fächern. Die junge Frau aus Velmede hat eine Rundum-Ausbildung genossen und durchlief alle ausbildungsrelevanten Abteilungen. Darüber hinaus unterstützte sie den Bereich Werksplanung und -erhaltung, erhielt in der Forschung und Entwicklung einen Eindruck von der Entstehung unserer Produkte und wurde durch betriebsinterne Schulunterrichtung und Präsentationsübungen auf ihre Abschlussprüfung vorbereitet.

Die erste EDV-Anlage bei BJB

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Ihr erfahrener Kollege bedauert durchaus, dass es das damals in diesem Maße nicht gab, schließlich lerne man viele Leute im Unternehmen kennen, wenn man durch verschiedene Abteilungen wandere. „Büro blieb Büro“, erinnert er sich, ohne positive Aspekte zu vergessen: „Ich lebte in der Praxis. Es war eine gute Erfahrung, wie es mit BJB nach oben ging.“ Mit ihm ebenfalls. Der Besuch des BilanzbuchhalterLehrgangs kam recht kurzfristig, seit 1984 ist der BJBRoutinier nun schon Leiter der Finanzbuchhaltung, während sich Kollegin Kiwitz seit einem Jahr als Disponentin in der Arbeitsvorbereitung wohlfühlt. Für eine Woche besuchte sie bereits eine Tochterfirma in China: „Das war ein Highlight.“

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Heute ist es Mit 19 besser Ein Höhepunkt in der noch jungen beruflichen Karriere. Dass eine solche Laufbahn zu den Zeiten von Herings Einstieg deutlich früher begann, ist für Kiwitz schwer nachvollziehbar: „Mit teilweise 14 war man damals doch noch total jung. Da ist es heute mit 19 besser.“ Langfristig im Unternehmen bleiben kann man ja auch dann noch. „Es ist ein schöner Gedanke, dass viele Leute schon sehr lange bei BJB sind“, findet Sonja Kiwitz. Das bestätigt Günther Hering gerne. Und überhaupt schließt er: „Die Ausbildung hört nie auf.“  ■


GLÜCKWUNSCH, BJB! 150 Jahre „Technik für Licht” BJB///OEM-Line Licht für Hausgeräte BJB Automation Light + Building Internationale Funkausstellung Modulare LED-Systeme Spot-Downlightmodule Linear Flat System Optiken und Reflektoren P2F Befestigungselemente Individuelle Platinen SMD Leiterplattenklemmen Anschlusselemente für COB LEDs

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B E r u F i m Wa n d E l d E r Z E i t KunststoFFtECHniKEr / in

» B i n G lÜ C K l i C H , da s s d u da s H i E r s o i n o r d n u n G H a s t« Text und Fotos von Philip Stallmeister

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»Früher wurde mehr experimentiert, heute wird alles im Vorfeld exakt berechnet.«

„H

ier hat sich ja alles geändert“, staunt Karl-Heinz Wenzel nicht schlecht, als er in sein altes Reich, die Kunststoffverarbeitung bei BJB zurückkehrt. Der 81-Jährige hatte hier bis in die 1990er Jahre das Sagen. Heute ist Christof Degener in dem Bereich verantwortlich. Die Bedeutung, die Kunststoff mittlerweile im Alltag hat, bringt der 51-jährige Degener auf den Punkt: „In der heutigen Zeit gehen die Leute zwei Mal im Jahr zum Arzt, aber sie haben keine 15 Minuten am Tag ohne Kunststoff in irgendeiner Form zu nutzen.“ „Früher wurde mehr experimentiert, heute wird alles im Vorfeld exakt berechnet“, erklärt Degener. Er ist nicht nur bei BJB Leiter der

Kunststoffverarbeitung, sondern auch Prüfungsausschussvorsitzender für die Prüfung von Gesellen und Meistern im Metier der Kunststoffverarbeitung. Er ist seit 1993 Ausbilder und hat den Bereich der Ausbildung für Kunststoffverarbeitung bei BJB mit aufgebaut. Der gebürtige Schlesier Wenzel fand den Weg zu BJB und seinen dortigen Tätigkeitsbereich über Umwege. Als Kind nach dem Krieg fand seine Familie zunächst eine Heimat in Stendal. Nach drei Jahren in der Volksarmee in der ehemaligen DDR gelang noch vor dem Mauerbau 1961 die Flucht nach Westberlin. Der gelernte Automotorenschlosser kam schließlich ins Sauerland und gründete hier eine Familie. 1966 begann Wenzel bei BJB.

In den 1970er Jahren wurde die Pressautomation in der Kunststoffproduktion bei BJB umgestellt. Statt mit Duroplasten zu arbeiten, welche Kunststoffe sind, die nach ihrer Aushärtung nicht mehr verformbar sind, gab es dann Thermoplaste, die wieder verformbar sind, wenn sie nicht überhitzt wurden. Eine besondere Episode bei BJB war für Wenzel die Mitarbeit beim Aufbau der Niederlassung in Barcelona in Spanien. Er erinnert sich: „In der Halle war nichts. Da mussten wir alles einrichten. An den spanischen Arbeitsrhythmus mussten wir uns auch gewöhnen. Wir haben nicht schlecht gestaunt, als die Mitarbeiter um 10.30 Uhr ihre Siesta machten.“

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Angefangen hat BJB mit sieben Pressautomaten für LangfeldleuchtenFassungen in Spanien. Heute ist das Unternehmen mit zahlreichen Niederlassungen weltweit vor Ort. Am Stammstandort in Neheim ist Christof Degener tätig. Aus Sundern fährt er mit dem Rad zur Arbeit. Er betont, wie wichtig es ist, „den Kunststoff zu verstehen.“ „Jeder Deutsche verbraucht im Schnitt 630 Kilogramm Kunststoff im Jahr. Dabei entstehen durchschnittlich 230 Kilogramm Müll. Wir haben also eine riesengroße Umweltverantwortung“, sagt Degner beim Rundgang mit Wenzel – der auch die neuen Maschinen sehr bewundert. „Früher war alles hydraulisch und mit viel Öl an den Maschinen. Da gab es schon mal schmierige Öllappen“, sagt der Rentner. Die gibt es heute nicht mehr, sondern Produktionsroboter, die präzise arbeiten und gut gesichert sind. Von Öl keine Spur. Mit dem Wechsel zur LEDTechnik hat sich auch im Bereich der Kunststoffverarbeitung zuletzt einiges getan. „Wir sind weg von der Brücke zum Licht hin zur Technik zum Licht“, erklärt Degener. Mit der variablen Variotherm-Technologie können eindrucksvolle Sonderformen geschaffen werden. Wenzel und Degener könnten sich stundenlang austauschen. Zum Abschluss sagt der Rentner seinem Nachfolger gerührt: „Ich bin richtig glücklich, dass du das hier so in Ordnung hast.“ Degener freut sich und denkt an die Zukunft: „Mal schauen, was passiert ist, wenn ich hier mal als Rentner durchgehe.“ Beim 175. Jubiläum wird er sicherlich auch sagen: „Was hat sich das hier geändert!“ ■

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B E r u F i m Wa n d E l d E r Z E i t WErKZEuGmECHaniKEr / in

a m a n Fa n G W i r d G E F E i lt Text Philip Stallmeister, Fotos Sandra Peetz und Dennis Dudek

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anche Sachen in der Ausbildung ändern sich nicht. „Ein halbes Jahr Feilen zu Beginn in der Lehrwerkstatt. Das gehört als Standard dazu“, erinnert sich der angehende Werkzeugmechaniker Matthias Mietner an seine Anfänge bei BJB. Mittlerweile ist der 21-Jährige im dritten Lehrjahr und strebt den Abschluss an. Danach geht es weiter mit dem Studium.

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Maschinenbau büffeln, heißt es dann im Standort Soest der Fachhochschule Südwestfalen. In der Lehrwerkstatt, die BJB bereits seit 1936 betreibt, fing am 1. April 1963 auch Manfred Steinwender an. Damals war er gerade 13. Am Ende sollte Steinwender 51 Jahre bleiben. Die Zeit bei BJB wurde für den heute 68-Jährigen nur durch die 18 Monate bei


der Bundeswehr unterbrochen. „Bis zum Wehrdienst war ich auch nach der Ausbildung in der Lehrwerkstatt und habe die neuen Lehrlinge unterstützt. Nach dem Bund ging es in den Werkstattbau und später in die Fertigung.“

Bereich des Werkzeugbaus gut verdeutlicht werden. Bei den Fertigkeiten und Kenntnissen, die in der Lehrzeit zu vermitteln sind, heißt es unter anderem: „Feilen, Schaben, Meißeln, Sägen, Passen, Bohren, Reiben.“

Steinwender ist anfangs trotz jungen Alters mit dem Fahrrad zur Arbeit gefahren. Der Lehrlingslohn lag im zweistelligen DM-Bereich. Seinen ersten Vertrag bewahrt der heutige Rentner noch gut auf. Anhand dieses Dokumentes kann der Wandel aber auch die Kontinuität im

Viele der Grundlagen gilt es auch heute noch zu beherrschen. Das hat Matthias Mietner in seiner Lehrzeit erfahren. Doch es fand natürlich auch im Bereich der Werkzeugmechanik eine enorme technische Entwicklung statt. WOLL  150 Jahre BJB 

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„Es wird meistens mit CNC-Maschinen gearbeitet“, sagt Mietner, der sich mit seinem anschließenden Maschinenbaustudium bestens auf die weiteren Fortschritte vorbereitet. Steinwender, der einige der Entwicklungen mitgemacht hat, scherzt: „Als bei uns die Produktion von Standardfassungen auf LED umgestellt wurde, bin ich abgehauen.“ Ernster werdend ergänzt er: „Das hätte ich aber auch noch hinbekommen.“ Eine Aussage, die man Manfred Steinwender sofort abnimmt. Er war schließlich mit seiner Arbeit über ein Drittel der 150-jährigen Betriebsgeschichte mit dabei.

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Zufrieden blickt er auf seinen Weg zurück und die gute Ausbildung bei BJB: „Werkzeugmacher, Betriebsschlosser oder Maschinenschlosser waren gute Lehrberufe. Wer das konnte, konnte sich später im Beruf sehr viel selber helfen.“ Das top gepflegte Dokumentationsheft von Steinwender gibt einen guten Einblick in die Ausbildung in den 1960er Jahren. Es sind sorgfältige Zeichnungen, die heute in der Regel am PC erstellt werden.  ■


Grow up. Make safe investments. Die PEAK Edition. Hin und wieder muss Tradition neu definiert werden, um lebendig zu bleiben. So wie bei unseren Sondermodellen mit sportlicher AMG Line, Leichtmetallrädern im Vielspeichen-Design schwarz und LED High PerformanceScheinwerfern. www.mercedesbenz.de/growup Ein Leasingbeispiel der Mercedes-Benz Leasing GmbH, Siemensstraße 7, 70469 Stuttgart, für Privatkunden. Stand 30.04.2017. Ist der Darlehens/Leasingnehmer Verbraucher, besteht nach Vertragsschluss ein gesetzliches Widerrufsrecht nach § 495 BGB. 2 Kraftstoffverbrauch innerorts/außerorts/ kombiniert (l/100 km): 7,6/4,5/5,6; CO2 Emissionen kombiniert (g/km): 131. 3 Unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers. 1

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B E r u F i m Wa n d E l d E r Z E i t dat E n V E r a r B E i t u n Gs K au Fm a n n / - F r au FaC H i n F o r m at i K E r / i n

»unHEimliCHE stEiGErunG d E r l E i s t u n G s FÄ H i G K E i t« Text Philip Stallmeister, Fotos Thomas Linke

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lachbildmonitore statt brotkastengroße Bildschirme, Tablets statt PC-Türme: Den Wandel in der Informationstechnologie hat jedermann am eigenen Leib erfahren. Natürlich hat sich die Technik in den vergangenen Jahrzehnten auch bei BJB in Sachen IT stark verändert. Das Berufsbild im Bereich Datenverarbeitung wandelte sich zu einer Arbeit, die komplett auf Computern abgewickelt wird. Aus dem Datenverarbeitungskaufmann wurde der Fachinformatiker. Matthias Schlüter (49) und Matthias Schulte (30) arbeiten beide bei BJB in dem Bereich. „Es hat eine unheimliche Steigerung der Leistungsfähigkeit stattgefunden“, sagt der jüngere Schulte. Nach seiner Ausbildung bei BJB hat er in Dortmund Wirtschaftsinformatik an der Fachhochschule studiert. Schlüter begann seine Ausbildung bei BJB zum Datenverarbeitungskaufmann

am 1. August 1988 und erinnert sich: „Vieles musste in Handarbeit geschehen. Damals gab es zur Datenerfassung zum Teil noch Durchschläge. Die ersten Festplatten besaßen die Größe von Autoreifen.“ Wenn eine Datenabsicherung früher eine Wochenendaktion war, ist es jetzt in 20 Minuten geschehen. Zahlreiche Geschichten kann Schlüter aus seinem Arbeitsleben erzählen. „Ziemlich zu Beginn meiner Zeit bei BJB waren wir einmal von einem Stromausfall betroffen. Im Rechenzentrum hatten wir ein Geräusch wie beim Abschalten eines Flugzeugs. Die Telefone funktionierten noch, aber alles andere war aus. Dann kam ein Anruf und die Frage,Wann geht’s denn wieder?´ Ich wusste es natürlich nicht, weil das ja der Netzbetreiber regelt“, sagt Schlüter. Mittlerweile kann ein Stromausfall dem Unternehmen nichts mehr anhaben. Ein eigenes

Notstrom-aggregat sorgt für einen durchgehend reibungslosen Betrieb. Fehlender Strom ist aber immer noch manches Mal der Grund für Nachfragen bei der IT-Abteilung. Wenn alles schwarz ist und nichts läuft, bringt häufig eine Frage Hilfe: „Ist der Stecker eingesteckt?“ Vor 30 Jahren waren es noch wenige, die mit einem Computer arbeiteten. Mittlerweile sitzt jeder zweite Mitarbeiter bei BJB vor einem PC. Das bedeutet natürlich auch, dass immer etwas zu tun ist für die Bereitstellung des IT-Service. Die Zeiten, in denen bei Hilfsgesuchen ständig losmarschiert werden muss, sind vorbei. „Bei Softwareproblemen können wir dann die Rechner der Mitarbeiter von unserem Arbeitsplatz steuern“, sagt Matthias Schulte. „Das angenehme an unserem Job ist es, dass wir anderen Leuten helfen“, erklärt Schlüter.  ■

Matthias Schlüter und Matthias Schulte

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B E r u F i m Wa n d E l d E r Z E i t ForsCHunG & Ent WiCKlunG

E i n E Z E i t r E i s E i m i n n oVat i o n s m oto r d E s u n t E r n E H m E n s Text Patrick Feldmann, Fotos Sandra Peetz und Dennis Dudek

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S

tatt des bürotypischen Klackerns von Computertastaturen, begleitet vom hektisch-konstanten Rhythmus der Drucker und Kopierer und den digital-schrebbeligen Klingeltönen der Telefone, hörte Heinz-Jürgen Hupe zu Beginn seiner Zeit bei BJB vor allem ein Geräusch: das leise Rauschen des über Papier gleitenden Bleistiftes. Es ist das Jahr 1969, in dem der gebürtige Wiesbadener als Entwicklungskonstrukteur in der F+E bei BJB anfängt. „Zu der Zeit wurden sogar noch ein paar Petroleum-Lampen gebaut und gezeichnet wurde noch am Brett!“, erinnert sich der heute 77-Jährige, der bis zu seinem Ruhestand im Jahr 2003 bei BJB geblieben ist. „Das war eine ganz andere Zeit als heute“, sagt er und erhält Zustimmung von Bastian Hunecke und Katharina Mentler. Hunecke, 26 Jahre alt, arbeitet nach seinem dualen Studium heute als Konstrukteur in der F+E. Ihm gegenüber sitzt die Physikerin Katharina Mentler. Sie ist heute 29, genauso alt war Heinz-Jürgen Hupe, als er vor fast einem halben Jahrhundert in die Firma kam. Und auch, wenn sich augenscheinlich alles in der Abteilung verändert hat, sind die Parallelen zwischen Vergangenheit und Gegenwart erstaunlich. Die Leuchtenindustrie durchlebt seit Jahrzehnten immer wieder technische Revolutionen und rasanten Fortschritt. Ob ein Unternehmen diese Herausforderungen besteht, das Tempo vielleicht sogar selbst bestimmen kann, daran hat die F+E schon immer einen wesentlichen Anteil. Ende der 60er Jahre war BJB für die Region schon ein wichtiger Arbeitgeber, auf dem Deutschen Markt angesehen, international aber noch unbekannt, erinnert sich

Heinz-Jürgen Hupe: „Vielleicht ein bisschen Schweiz und auch ein bisschen Dänemark, aber ansonsten war das damals noch eher die nationale Ebene, auf der alles stattgefunden hat.“ Die heute unverzichtbare Weltbühne konnte aber nur betreten, wer am Puls der Zeit gearbeitet hat, oder dem einen Schritt voraus war. „Ein wichtiger Meilenstein war die Möglichkeit Spritzteile fertigen zu lassen. Das war Ende der 70er Jahre und plötzlich waren ganz andere Stückzahlen möglich“, so Hupe, der sich gerne und nicht ohne Stolz an die Erfolge seiner Zeit erinnert. Die boomenden Energiesparlampen in den 80ern, die ersten Backofenbeleuchtungen, die vielen vermeintlichen Kleinigkeiten mit immens großer Wirkung. Die 90er Jahre wären für BJB vielleicht anders verlaufen, hätten Hupe und seine Kollegen es damals nicht geschafft, in kürzester Zeit die ersten Einbaufassungen mit Rotor zu entwickeln, was zu großer Beachtung bei der Hannover Messe und anschließend zu großem Erfolg auf dem Markt geführt hatte. „Entscheidend in solchen Momenten war immer die enge Zusammenarbeit zwischen den Abteilungen“, stellt Hupe fest. Daran hat sich bis heute nichts geändert, wissen Bastian Hunecke und Katharina Mentler. Die Suche nach Innovation, nach Perfektion, Effektivität und Fortschritt sind damals wie heute Kernmotivation der F+E. Nur die Produkte sind heute ganz andere. „Die LED hat alles verändert“, sagt Hunecke. „Der Markt für Lampenfassungen, der für BJB so wichtig war, ist durch die LED einfach verdrängt worden. Da musste natürlich was Neues her.“ Heute sind Hunecke, Mentler und einige ihrer Kollegen vor allem dafür zuständig, daran zu arbeiten, wie das Licht fällt. Beleuchtungsoptiken, also

Kunststoffteile, die wie eine Linse das Licht brechen und verteilen, sind ihr Metier. „Für die Firma insgesamt ist das immer noch ein Produktfeld von vielen. Aber eben ein sehr wichtiges Feld für die Zukunft“, sind sich beide einig. Auch wenn die Physikerin, die sich auf den Bereich Optik spezialisiert hat, und der Ingenieur, der schon mit 20 Jahren zu BJB kam, gänzlich unterschiedliche Hintergründe haben, ergänzen sie sich in der F+E perfekt. Diskussionen gehören da natürlich auch dazu: „Bei Physikern gibt es keine Toleranzen, da ist das Leben immer ideal!“, scherzt Hunecke. Dass in der Praxis aber manchmal schon eine angezogene Schraube in der fertigen Lampe ausreicht, die filigranen Optiken nur minimal aus der Form zu bringen und damit die gewünschte Strahlung des Lichts zu verändern, wissen beide und arbeiten dann gemeinsam an Lösungen. Immer auch in Zusammenarbeit mit anderen Abteilungen. Wie damals schon, zu Heinz-Jürgen Hupes Zeiten. Als die LED in relativ kurzer Zeit den Markt eroberte, war Hupe bereits im Ruhestand. „Das habe ich beruflich nicht mehr mitbekommen, aber privat natürlich verfolgt“, betont er. Auch heute, nach 14 Jahren als Rentner guckt er noch immer automatisch an die Decke, wenn er irgendwo hinkommt. „Da hängen auch heute noch ganz schön viele Teile von uns damals!“, lacht er. Ein bisschen was bleibt eben. Auch in der F+E: „Der Austausch untereinander war schon damals wichtig, gerade dann, wenn es schnell gehen musste.“ Und manchmal musste es schnell gehen. 1995 zum Beispiel, als er und seine Kollegen aus der F+E und anderen Abteilungen die genannten Einbaufassungen mit Rotor innerhalb WOLL  150 Jahre BJB 

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von zwei Monaten so weit entwickelt und gebaut hatten, dass sie auf der Messe vorgestellt werden konnten. Das Tempo war schon damals hoch. Dabei ist insbesondere zu bedenken, dass Hupe in seiner Anfangszeit mit sechs Kollegen in der F+E gearbeitet hat. 1980 waren es schon zwölf, heute sind es fast 50 Mitarbeiter. Das ist auch nötig, denn die Produktpalette ist größer geworden und die Probleme sind zum Teil komplexer. „Es gibt Teile die sind mit herkömmlichen Werkzeugen gar nicht mehr messbar“, erklärt Konstrukteur Bastian Hunecke und zeigt eine etwa fingerkuppengroße Linse aus dem Backofenbereich. An ihr gibt es keine Geraden, keine Winkel und auch keine gleichmäßigen Rundungen. Es ist eine freie Form, die mithilfe einer Software entwickelt wurde, verdeutlicht Physikerin Katharina Mentler: „Im Backofen gibt es das Problem der Hitze. Also muss ich mir aus physikalischer Sicht genau überlegen an welcher Stelle die LED platziert werden könnte, ohne dass sie durch die Hitze beschädigt wird. Und dann braucht die Linse die entsprechende

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Form um das Licht von da aus gleichmäßig im Ofen zu verteilen, damit nicht später im hinteren Teil des Ofens der Auflauf verbrennt, weil er nicht vernünftig beleuchtet war.“ Und so entstehen diese willkürlich erscheinenden Formen, die alles sind, aber nicht willkürlich. „Vor allem die Fertigung stellt das immer wieder vor neue Herausforderungen, da sich die Arbeitsabläufe dort immer wieder ändern. Bei den modernen Teilen geht es nicht mehr primär um große Stückzahlen in möglichst kurzer Zeit. Bei sehr komplexen Mustern kann es auch mal einige Tage dauern, bis sie zum Testen bei uns ankommen. Und wenn nur irgendein Detail verändert werden muss, geht das Spiel von vorne los“, beschreibt Hunecke die Momente, in denen bei aller Schnelllebigkeit mal Geduld gefragt ist. Auch hier liegt eine wesentliche Gemeinsamkeit zwischen der F+E Mannschaft von damals und von heute. Es sind für sie die kniffeligen Herausforderungen, die kleinen Details, die den Reiz ausmachen.

Bastian Hunecke versteht sich da auch als Dienstleister: „Es gehört auch dazu, Kundenwünsche nicht nur zu erfüllen, sondern sie auch zu übertreffen, indem wir noch eine bessere Lösung anbieten können, als der Kunde es ursprünglich bestellt hat“, beschreibt er seinen Ansporn. Für Katharina Mentler ist es die Kreativität, die sie nach einem kurzen Abstecher in den Schuldienst, letztlich in die F+E bei BJB gebracht hat: „Die Freiheit, neue Dinge auszuprobieren und zu experimentieren, ist unglaublich reizvoll.“ Und das war auch für Heinz-Jürgen Hupe so: „In der F+E zu arbeiten, die Rätsel zu lösen und Herausforderungen zu bestehen, war schon damals so spannend, wie der beste Fernsehkrimi“, fasst er zusammen. Und während Bastian Hunecke, Katharina Mentler und ihre Kollegen noch für viele Jahre die Protagonisten in diesen Krimis sind, hat Heinz-Jürgen Hupe sich etwas anderes Spannendes beibehalten: das Reisen. Aber auch dort geht sein Blick ganz automatisch an die Decke, wenn er irgendwo ankommt.  ■


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HERZLICHE GRATULATION 150 JAHRE BJB – EIN GANZ BESONDERES JUBILÄUM Wir, die BKK GILDEMEISTER SEIDENSTICKER gratulieren unserem Trägerunternehmen sehr herzlich. Wir wünschen weiterhin eine positive Entwicklung und innovative Ideen, viel Erfolg und Gesundheit für die Zukunft.

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Ulrich Klein, Kaufmännischer Leiter BJB

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Text Hermann Hoffe, Fotos Thomas Linke

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it einem Exportanteil von etwa 80 % kann BJB mit Recht als ein globales Weltunternehmen bezeichnet werden. Im den speziellen Segmenten der Lichttechnik, in denen BJB operiert, ist das Sauerländer Unternehmen Weltmarktführer. Wie es hierzu gekommen ist und welche Veränderungen für die Zukunft auf das Unternehmen zukommen, darüber hat WOLL mit dem Kaufmännischen Leiter von BJB, Ulrich Klein, gesprochen. Er ist seit nunmehr 25 Jahren in dieser Position nicht nur für die betriebswirtschaftlichen Ergebnisse und Zahlen des Unternehmens verantwortlich, sondern begleitet vor allem auch die Erweiterungen und Entwicklungen bei den ausländischen Firmenniederlassungen.

WOLL: Herr Klein, BJB, so ist zu lesen, bietet mit Produkten und Leistungen „Technik für Licht“ und versteht sich als Partner der Licht- und Leuchtenindustrie. Mit wem muss man heute als Firma einen regen und guten Kontakt pflegen? Ulrich Klein: BJB ist als Weltmarktführer in einigen spezifischen Marktsegmenten tätig. Ich denke, wir können durchaus sagen, dass es weltweit kein Unternehmen in der Leuchtenbranche gibt, das uns nicht kennt. Wir sind in diesen Marktsegmenten eine höchst anerkannte Marke. Dabei wird BJB vor allem über die Forschung und Entwicklung definiert und zudem über die gleichbleibend hohe Qualität. Eine Kostenführerschaft haben wir nie angestrebt, sondern uns vielmehr als Innovationsführer positioniert. Weltunternehmen wie Osram, Philips hier in Europa und die führenden Unternehmen auf den amerikanischen und asiatischen Märkten zählen zu unseren Kunden.

Eigentlich aber ist die Leuchtenindustrie vor allem in Europa vom Mittelstand geprägt. Es ist natürlich gar nicht so einfach, sich in diesen Märkten ein positives Image zu erarbeiten und ein ernstzunehmender Partner in der globalen Welt zu werden und zu bleiben. Dank unseres weltweiten Vertriebsnetzes ist uns das aber in der Vergangenheit gut gelungen und wird uns auch, davon bin ich fest überzeugt, in Zukunft gelingen. WOLL: Mit einem Exportanteil von nahezu 80 % ist BJB vor allem auf den internationalen Märkten unterwegs. Ist der Anteil bei den Lieferanten und Partnern ebenso international? Ulrich Klein: Die 80 % Exportanteil beim Vertrieb unserer Produkte sind eine beeindruckende Zahl. Einen solchen Anteil erreichen wir bei weitem nicht bei unseren Lieferanten und sonstigen Geschäftspartnern. Wir sind ein mittelständisches, sauerländisches Unternehmen in Arnsberg – und wir bekennen und ganz bewusst zum Produktionsstandort

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Arnsberg-Neheim. Von daher kommt die überwiegende Mehrzahl unserer Partner aus Deutschland oder sogar hier aus der Region. Seit 15 Jahren sind wir aber auch sehr intensiv im wichtigen Bereich Keramik und Glas in China unterwegs. Keramische Produkte spielen bei uns eine wichtige Rolle und hier sind die chinesischen Anbieter weltweit führend. In den vergangenen Jahren sind wir viel nach China gereist und haben dort mit Hilfe und Unterstützung unserer chinesischen Partner ein für uns passendes Lieferantennetz aufgebaut. WOLL: Weil die Welt sich ändert, ändern wir uns auch, steht am Beginn der veröffentlichten Firmenphilosophie. Was bedeutet das in Bezug auf die Geschäftspartner in aller Welt? Ulrich Klein: Wir müssen uns verändern, weil die Märkte dies von uns verlangen. Dies bezieht sich in erster

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Linie auf die Produkte und Produktionsverfahren. Andererseits legen wir großen Wert auf Kontinuität bezogen auf die eigenen Mitarbeiter, unsere Kunden und Lieferanten. Da sind wir typisch deutscher Mittelstand. Erfahrung, Wissen und das gegenseitige Vertrauen sind uns viel wert und nützt schließlich allen gleichermaßen. Viele Beziehungen zu Lieferanten und Geschäftspartnern sind über Jahrzehnte eng gewachsen – darauf können wir bauen. Der Wandel findet dennoch statt und die Bereitschaft, diesen Wandel in der technischen Welt mitzugehen ist Voraussetzung für die dauerhafte Zusammenarbeit. WOLL: Wie wirken sich die neuen Technologien, zum Beispiel die LED-Technologie auf die Zusammenarbeit mit den Lieferanten und Partnern aus? Ulrich Klein: Die großen Herausforderungen in diesem Bereich haben

durchaus dazu geführt, dass wir uns leider von dem einen oder anderen Lieferanten verabschieden mussten, die die neuen Herausforderungen nicht mitgehen konnten oder wollten. Die LED-Technologie bringt ganze neue Herausforderungen, neue Materialien, neue Verfahren mit sich. Da ist neues Wissen erforderlich, was wir in vielen Fällen nicht oder nicht ausreichend in unserem Unternehmen hatten. Da mussten Leute von Außen her, die dieses spezifische elektronische Wissen rund um die LEDTechnologie haben. WOLL: Neben den Lieferantenbeziehungen ändern sich mit der Durchsetzung der neuen Technologien auch die Kundenbeziehungen. Mit welchen Kunden hat es BJB heute vor allem zu tun? Ulrich Klein: Im Prinzip sind die Kunden dieselben geblieben. Allerdings findet auch dort der LEDTechnologiewandel mit ebenfalls gewaltigen Veränderungen statt. Es


war daher vor Jahren bei BJB eine wichtige und, wie wir heute sehen, richtige Grundsatzentscheidung, neue Produkte für die LEDTechnologie zu entwickeln und auf den angestammten Markt zu bringen. Der Entscheidung waren lange Diskussionen und Beratungen in unserem Hause vorausgegangen. WOLL: Veränderungen der Lieferanten, neue Kundengruppen: Wie wird BJB da als Unternehmen und Marke wahrgenommen? Ulrich Klein: BJB wird als Marke in dem von uns bearbeiteten Markt ernst genommen. Wir haben über die Jahre dabei einen Imagewandel vollzogen. Stand BJB über die Jahre als „Brücke zum Licht“ vor allem für das Fassungsprogramm, so konnten wir uns mit neuen Produkten auch in der neuen Welt als kompetenter Partner mit dem Slogan „Technik für Licht“ positionieren. Hierzu haben vor allem auch unsere weltweiten Marketingaktivitäten und Präsentationen auf internationalen Messen beigetragen. WOLL: Immer mehr werden Unternehmen auch als Arbeitgeber unter die Lupe genommen. Wie stellt sich BJB heute als Arbeitgebermarke dar?

Stichwort: Employer Branding. Ulrich Klein: BJB hat sich vor allem in den letzten 40 Jahren als Arbeitgeber, so denke ich, einen ganz guten Ruf erworben. Seit 1937 betreiben wir eine Lehrwerkstatt, die in der gesamten Region bekannt ist. Wir sind ein anerkannter Ausbildungsbetrieb weit über die Grenzen der Stadt Arnsberg hinaus. Bis zum Zeitpunkt des technologischen Wandels vor ein paar Jahren gab es in der jüngeren Vergangenheit nie betriebsbedingte Kündigungen. Das ist in der Belegschaft anerkannt und wird entsprechend geschätzt. Es gibt ein sehr konstruktives Verhältnis zwischen Unternehmensleitung und Betriebsrat. Bei Ausbildungstagen, Karrieretagen und sonstigen Nachwuchsveranstaltungen sind wir vertreten (Ausbildungsmesse Arnsberg, Karrieretag Soest, FH Südwestfalen, TU Dortmund). Wir wissen, wie wichtig es ist auch als Arbeitgebermarke bekannt und richtig eingeschätzt zu sein und dass das in Zukunft noch wichtiger werden wird. WOLL: Die Mitarbeiter von BJB – angefangen von der Unternehmensleitung bis hin zum Auszubildenden – werden ermutigt und unterstützt, wenn es darum geht sich ehrenamtlich

auch außerhalb des Unternehmens zu engagieren. Warum ist BJB das so wichtig? Ulrich Klein: Weil wir fest davon überzeugt sind, dass gesellschaftliches Engagement von allen Bürgerinnen und Bürgern notwendig ist, damit das Gemeinwesen funktioniert. Dieses Grundverständnis lebt die Unternehmerfamilie vor und wird im Rahmen der Möglichkeiten von Seiten des Unternehmens auch bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gefördert und unterstützt. Ehrenamtliches Engagement zeugt von der Bereitschaft, sich einzusetzen und Verantwortung zu übernehmen. Und das wirkt sich auch positiv im Unternehmen aus. BJB-Mitarbeiter sind in allen denkbaren Bereichen ehrenamtlich tätig. Ich selbst habe über 10 Jahre als Vorsitzender MIT Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU im Hochsauerlandkreis gearbeitet. Dieter Henrici war viele Jahre der Präsident der IHK Arnsberg/ Hellweg und sein Sohn Philipp ist im Rat der Stadt Arnsberg aktiv. WOLL: BJB versteht sich als ein Sauerländer Unternehmen und unterstützt zahlreiche Projekte und Institutionen in der Stadt Arnsberg und der Region. Welche Sponso-

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ring-Aktivitäten können hier beispielhaft genannt werden?

Unternehmen als Spende zusätzlich.

Ulrich Klein: Ich würde hier eher von Spenden als von Sponsoring sprechen. Hintergrund ist auch hier, ehrenamtliches Engagement zu unterstützen. Als Beispiele würde ich folgende Institutionen nennen: Fördervereine von Schulen und Fachhochschulen, Kunstsommer Arnsberg, Dies Internationalis, Sportvereine, Wittener Institut für Familienunternehmen, Stiftung Denkmalschutz, Dombauverein usw. Unser Betriebsrat sammelt jedes Jahr von den Mitarbeitern Spe nden für einen wohltätigen Zweck. Was als Spende aus der Belegschaft zusammenkommt, das gibt das

WOLL: Viele der über 700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von BJB sind über Jahrzehnte, manchmal ihr ganzes Berufsleben bei BJB. Sie selbst sind 25 Jahre als Kaufmännischer Leiter bei BJB. Wie gelingt es, eine so starke Identifizierung mit der Firma und damit eine so geringe Mitarbeiterfluktuation zu erreichen?

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Ulrich Klein: Schlüssel für die starke Identifizierung der Mitarbeiter mit dem Unternehmen ist die Unternehmensphilosophie. Die Inhaberfamilie steht zum Unternehmen und ordnet diesem ihre privaten Inter-

essen unter. Dadurch ist ein besonderes Vertrauensverhältnis zwischen Unternehmensleitung und Belegschaft entstanden. In der Geschäftsleitung tragen erfahrene Kollegen die Verantwortung für unsere Funktionsbereiche: Olaf Baumeister für F+E und Automation, Volker Eßmann für die Technik, Joachim Goeke für Vertrieb und Marketing sowie Erwin Lingemann für das Qualitätsmanagement. Das Bemühen um eine Vorbildfunktion durch die Geschäftsleitung macht eine Menge aus, aber auch die Wertschätzung und Anerkennung der Leistung eines jeden Einzelnen. Schließlich erbringt das Unternehmen eine Reihe von freiwilligen sozialen Leistungen in Anerkennung


Light & Building, Frankfurt/M. 2016

der Treue zu BJB. Als wichtigste Leistung nenne ich hier die betriebliche Altersversorgung. Damit ist die Loyalität der Mitarbeiter zum Unternehmen gewachsen und nach wie vor sehr groß. WOLL: Zum guten Schluss, Herr Klein, was wünschen Sie sich für die Zukunft des Unternehmens BJB? Ulrich Klein: BJB hat in den vergangenen Jahren bekanntlich ein Tal durchschritten, aus dem wir so langsam wieder herauskommen. Besonders die beiden letzten Jahre haben tiefe Spuren in unserer Bilanz hinterlassen. Die Weichenstellungen in der Produktentwicklung und die Bereitschaft für Investitionen in die

Zukunft beginnen sich nun auszuzahlen. Insofern sind wir eigentlich gut aufgestellt. Ich wünsche mir also, dass sich unsere durchaus ehrgeizigen Pläne und Erwartungen erfüllen. Und dass BJB die nächsten 150 Jahre mit Zuversicht angeht. WOLL: Vielen Dank, für das Gespräch und santen Einblick, den Unternehmen BJB konnten. ■

Herr Klein, den intereswir in das bekommen

Ausbildungsmesse 2017

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Euroshop Düsseldorf 2017

BJB weltweit Stammsitz von BJB ist Arnsberg im Sauerland. Daneben gibt es Produktionsstätten in Spanien, den USA und China sowie Niederlassungen in England, Japan, Italien, Hongkong,Taiwan, Brasilien und Katar. Dazu kommen weltweit fünfzig Vertretungen, über die das Sauerländer Unternehmen alle wichtigen Märkte der Licht- und Hausgeräteindustrie bedient. Weltweit ist BJB auf den wichtigen Fachmessen vertreten. Man sieht: Wo Licht ist, ist auch BJB. Der Exportanteil beträgt 80% und BJB liefert aktuell in 70 Länder.

Tokyo Light Fair 2015

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BJB weltweit

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Eröffnungsfeier des neuen BJB-Werkes in China 2015

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Seit 150 Jahren ist BJB mit der lichttechnik verbunden. Heute fertigt das Unternehmen eine Vielzahl von Produkten aller Art, die Verwendung in der leuchten- und Haushaltsgeräteindustrie finden. Für die leuchtenindustrie sind es in erster linie Kompo-

nenten wie Befestigungselemente, Verbindungsklemmen und modulare leD-Systeme. Dazu kommen noch Optiken und Reflektoren. Speziell für die Hausgeräteindustrie liefert BJB komplette leuchten. Heute kann man mit Sicherheit sagen: in fast jedem

Backofen ist mittlerweile eine leuchte von BJB verbaut. Zudem produziert das Arnsberger Unternehmen auch einbauleuchten für Dunstabzugshauben, Mikrowellen und Kombigarern. Die Produkte von BJB finden aber nicht nur ihren einsatz wo es „warm“

Text Hermann Hoffe · Fotos Thomas Linke · weitere Abbildungen Archiv BJB

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licht unD autOMatiOn für Hausgeräte

ist. im Programm befinden sich auch Beleuchtungslösungen für Kühlschränke, waschmaschinen, trockner und Spülmaschinen. Und auch hier stehen immer mehr leD-leuchten im Fokus. Die Kunden vertrauen und setzen auf die besondere Stärke des

Unternehmens: BJB versteht sich als Systemlieferant und setzt sich dabei intensiv mit der Fertigungskette seiner Kunden auseinander. So steht die „BJB Automation“ für „robotergestützte Systeme“, die individuell an die Kundenbedürfnisse angepasst werden können.

Dabei übernehmen sie Aufgaben im Bereich Montage, elektrische Kontaktierung bis hin zur Funktionsprüfung. Und diese Maschinen finden direkt Anwendung in den Fertigungswerken der BJB-Kunden, sowohl in der leuchten- als auch in der Hausgeräteindustrie.

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Mit Blaulicht unterwegs B J B - M i ta r b e i t e r e n gag i e r e n s i c h b e i F e u e rw e h r und Technischem Hilfswerk von Philip Stallmeister, Fotos Thomas Linke

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insatzfahrzeuge von Feuerwehr und THW mit Blaulicht auf dem Gelände. Da staunten einige Mitarbeiter bei BJB nicht schlecht, doch etwaige Sorgen konnten schnell beseitigt werden. Es ging lediglich um den Fototermin für die Jubiläumsausgabe und der Brandschutzbeauftragte des Betriebs, Tobias Jakob, war quasi als Model mittendrin. Also alles andere als ein Grund zur Panik. Viele Mitarbeiter von BJB sind nicht nur an ihren Arbeitsplätzen im Unternehmen sehr engagiert, sondern üben auch vielfältige Ehrenämter aus. Sehr tatkräftig sind dabei Burkhard Schuhmacher (Techniches Hilfswerk Soest), Tobias Jakob (Freiwillige Feuerwehr Arnsberg) und Sascha Seidel (Freiwillige Feuerwehr Wickede),

die immer als Einsatzkräfte da sind, wenn es irgendwo nicht nur sprichwörtlich „brennt“.

Zigarette für Qualm und ein anderes Mal entwickelte eine ausgebrannte Glühbirne Rauch.“

Den kürzesten Weg von seiner Arbeit zu den Einsatzfahrzeugen hat Tobias Jakob als örtlicher Löschzugführer: „Das sind 150 Meter Luftlinie von BJB zur Wache Neheim.“ Als Jugendlicher 1999 bei der Feuerwehr angefangen und zwischenzeitlich als Stadtjugendfeuerwehrwart für Arnsberg aktiv, ist Jakob mittlerweile für die Wache in Neheim verantwortlich. Daher kann es für ihn schon häufiger vorkommen, dass er sich wegen des Signalton des „Piepers“ vom Arbeitsplatz entfernen muss. Bei BJB selbst kommt es allerdings sehr selten zu Einsätzen. Jakob erinnert sich lediglich an wenige Vorfälle: „Einmal sorgte eine Unachtsamkeit mit einer

Größere Brände waren bei BJB seit den Anfangstagen im 19. Jahrhundert nicht mehr zu bekämpfen. Dafür unterstützt das Unternehmen die freiwilligen Feuerwehrleute in der Belegschaft, wenn sie ausrücken müssen. „Die Akzeptanz ist von Seiten der Kollegen und Vorgesetzten voll da“, erklärt Sascha Seidel. Der 36-Jährige ist für die Feuerwehr in Wickede/Ruhr aktiv. Er nimmt seinen „Pieper“ immer mit zur Arbeit, aber er sagt: „Für eine Kleinigkeit fahre ich nicht von der Arbeit nach Wickede. Wenn beispielsweise ein Mülleimer brennt, schaffen das die Kollegen, die vor Ort sind und sind schneller am Einsatzort.“ Während die Einsätze der WOLL  150 Jahre BJB 

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Freiwilligen Feuerwehr zahlreich, aber in der Regel zeitlich überschaubar sind und meist nur wenige Stunden beanspruchen, ist das Technische Hilfswerk (THW) bei größeren Gefahrenlagen gefragt. Burkhard Schuhmacher war mit dem THW beispielsweise bei der großen Elbflut 2013 im Einsatz. Er sagt: „Unsere Aufgaben liegen im Katastrophenschutz und sind meistens überregional.“ Der schnelle Ersteinsatz wird von der Feuerwehr durchgeführt, wenn langfristige, technische Hilfeleistung notwendig ist, kommt der THW dazu. „Bei dem Absturz eines Flugzeugs im Sommer 2013 in den Ruhrwiesen bei Wimbern, das auf dem Weg zum Flugplatz Arnsberg in Echthausen war, haben wir beispielsweise zusammengearbeitet“, erinnert sich Seidel. „Wir haben die Kollegen von der Feuerwehr abgelöst und die Beleuch-

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tung der Unglücksstelle sicher gestellt. Die Feuerwehrleute konnten dann schlafen und am nächsten Tag zur Arbeit gehen“, weiß Schuhmacher. Dass das Verhältnis zum Arbeitgeber durch den ehrenamtlichen Einsatz nicht angespannt wird, ist für den 51-jährigen Schuhmacher ein wichtiger Faktor: „Hier wäscht eine Hand die andere. Wenn wir zu einem Einsatz gerufen werden, wäge ich genau ab, ob es möglich ist, meine Arbeit einem anderen Kollegen zu überlassen beziehungsweise welche Priorität die Aufgaben für BJB besitzen.“ Liegen bleiben soll nichts. Schließlich kann es vorkommen, dass er im Einsatzfall vor Ort nicht erreichbar ist, wenn beispielsweise Handynetze in einem Katastrophengebiet ausfallen. Doch es sind nicht immer nur Katastrophen, bei denen der THW tätig ist. Es gibt auch

planbare Einsätze. Im Kreis Soest sind dies beispielsweise die traditionsreiche Soester Allerheiligenkirmes oder der Sparkassen-Silvesterlauf von Werl nach Soest. Hier werden die Veranstaltungen mit dem Knowhow des THW unterstützt. Größere Gefahrenlagen in der Region, bei denen sowohl Freiwillige Feuerwehr und Technisches Hilfswerk im Einsatz waren, gab es einige. Jakob, Seidel und Schuhmacher nennen hier neben dem Flugzeugabsturz den Brand eines Altenheims in Möhnesee-Wamel, das Ruhrhochwasser Anfang 2011 und natürlich den Sturm Kyrill 2007. „Es sind überhaupt immer weniger Brände als Unfälle und Unwettereinsätze, zu denen wir gerufen werden“, betont Seidel. Die Aufklärungsarbeit in Sachen Brandschutz wie die Rauchmelderpflicht, habe sich bezahlt


Burkhard Schuhmacher ist ehrenamtlich für das THW aktiv, Sascha Seidel und Tobias Jakob für die Freiwillige Feuerwehr

gemacht. „Das Zusammenspiel mit anderen Organisationen ist auch immer besser geworden“, sagt Schuhmacher. Hierzu tragen auch regelmäßige Übungen bei, die über Grenzen von Gemeinden, Kreisen und organi-

sationsübergreifend durchgeführt werden.

Übungen und Schulungen unterstützt.  ■

Alle drei Einsatzkräfte sind dankbar, mit BJB einen Arbeitgeber zu haben, der sie bei dem Besuch von Das Berliner Familienunternehmen FAPACK Qualitätsverpackungen seit 1869

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in gutaussehender Mann mittleren Alters sitzt auf der Anklagebank der Wirtschaftsstrafkammer am Landgericht Arnsberg. Hier ist er mittlerweile ein alter Bekannter, denn er hat sein Aussehen und sein Charisma schon häufiger zu seinen Gunsten eingesetzt. Ihn als Heiratsschwindler zu bezeichnen, wäre vielleicht etwas zu hoch gegriffen. Aber er war schon jemand von eben diesem Schlag Mensch, der sein Talent, an Geld zu kommen, schon zu häufig außerhalb des legalen Rahmens eingesetzt hatte. Der holzvertäfelte Verhandlungssaal hatte sicherlich schon spektakulärere Fälle gesehen. Unmittelbar vor der Urteilsverkündung hallt dann aber plötzlich ein lauter Knall durch den Saal. Unter einer Ablage der Richterbank hatte am Tag zuvor jemand ein Beweismittel eines anderen Falls versehentlich liegen lassen. Dieses war von

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der Ablage gerollt und zum Schrecken aller Anwesenden lautstark auf den Holzboden gefallen – direkt vor die Füße des Schöffen Andreas Rüchardt. Als er bemerkt, um was für ein Beweisstück es sich handelt, wird es ihm ganz anders: Vor seinen Füßen liegt plötzlich eine Mordwaffe: ein Baseballschläger, mit dem zuvor ein Mensch erschlagen worden war. Heute, etwa neun Jahre später, erinnert sich BJB-Mitarbeiter Andreas Rüchardt noch genau an diesen Moment, den er als den kuriosesten Augenblick seiner Laufbahn als Schöffe, also als ehrenamtlicher Richter, bezeichnet. Ein Schöffe ist ein juristischer Laie, der in einem Gerichtsverfahren das gleiche Stimmrecht hat, wie der vorsitzende Richter. Zwei Schöffen können das Urteil eines hauptberuf-

lichen Richters also überstimmen. Sie repräsentieren „das Volk“ in dessen Namen an Deutschen Gerichten Urteile ergehen. Es ist ein Ehrenamt mit einer sehr großen Verantwortung, denn vor der großen Strafkammer geht es oft genug um nicht weniger, als das Schicksal des Angeklagten. „Demokratie muss eben auch gelebt werden. Wir dürfen sie nicht nur konsumieren! Das BrexitReferendum der Briten hat deutlich gezeigt, wohin uns das führen würde,“, sagt Rüchardt und guckt dabei ernsthaft besorgt. Es ist ihm, der sich auch kommunalpolitisch engagiert, wichtig mit diesem Thema, sonst wäre er nicht schon in seiner zweiten Legislaturperiode als ehrenamtlicher Richter. Schöffen werden in der Regel für vier Jahre ernannt. Nach acht Jahren müssen sie eine Zeit lang aussetzen und können sich dann erneut bewerben.


B J B - M i ta r B e i t e r e n gag i e r e n s i c h als ehrenaMtliche richter Text Patrick Feldmann, Fotos Sandra Peetz und Dennis Dudek

Es sind auch die tiefen Einblicke in unsere Gesellschaft, die Rüchardt dazu veranlasst haben, sich für eine zweite Amtszeit zu bewerben. „Hinter jeder Straftat steckt eine Geschichte. Bei manchen Tätern wird rückblickend schon in der Jugend deutlich, dass etwas im Leben auf eine falsche Bahn geraten ist, andere werden aber auch völlig unerwartet zu Tätern. Diese Entstehungsgeschichten sehen Außenstehende oft nicht, das ist als Schöffe schon etwas anderes. Jeder von uns kann in die Situation kommen, ein Straftäter zu werden“, sagt er. Vor Gericht muss er seine Emotionen aber ausblenden und nur auf die Fakten achten. „Am Anfang war das nicht immer leicht, aber wer die Fälle zu nah an sich heran lässt, kann nicht als Schöffe arbeiten“, ist Rüchardt sich sicher. Und wenn ihn ein Fall doch sehr beschäftigt, spricht

er abends mit seiner Frau darüber, die selber Schöffin ist, allerdings am Jugendgericht. „Jugendgericht könnte ich wahrscheinlich nicht, aber als Pädagogin hat sie da einen anderen Zugang als ich.“ In der Regel bekommt Andreas Rüchardt seinen Termin wenige Wochen vor der Verhandlung. Worum es in dem Fall geht und wer vor Gericht steht, erfährt er aber erst unmittelbar vor Verhandlungsbeginn, um nicht voreingenommen zu sein. „Wenn dann da beispielsweise mein Nachbar auf der Anklagebank säße, müsste ich mich allerdings als befangen erklären und könnte in der Verhandlung natürlich nicht Schöffe sein.“ Das sei bisher aber noch nie passiert. Mit Mordwaffen und langen Gefängnisstrafen hat Dieter Dunker es vor Gericht eher nicht zu tun.

Der Vorsitzende des BJB-Betriebsrates ist ebenfalls ehrenamtlicher Richter, allerdings am Arbeitsgericht. Hier werden ehrenamtliche Richter teils von den Gewerkschaften, teils von Arbeitgeberseite gestellt. Bei Dunker war es die IG Metall, die vor zwölf Jahren auf ihn zugekommen war. „Lange überlegt habe ich damals nicht. Zwei bis drei Mal pro Jahr sollte ich zum Einsatz kommen. Das fand ich schon in Ordnung. In Wahrheit war es dann aber natürlich doch öfter!“, schmunzelt er. Mittlerweile ist er in seiner dritten und letzten Amtszeit und hat in den vergangenen Jahren am Arbeitsgericht viel erlebt und gelernt. „Es gibt nichts Spannenderes. Unglaublich, worum sich teilweise vor Gericht gestritten wird“, sagt er nicht ohne eine gewisse Fassungslosigkeit. Oft seien es Kleinigkeiten, die aber im Betrieb manchmal so eskalierten, dass sie letztlich vor dem

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Arbeitsgericht landen müssten. „Es ist oft kurios: Die Parteien streben ein Gerichtsverfahren an und in 90% der Fälle einigen sie sich dann hinterher doch. Da geht es dann häufig um Urlaubstage, die noch bezahlt werden sollen, oder um Urlaubsgeld und meistens gibt es dann doch einen Vergleich.“ Besonders in Erinnerung geblieben ist ihm ein Fall aus einem sehr kleinen Betrieb. Das sei im Übrigen kein Zufall: „Je kleiner die Betriebe, desto unglaublicher werden die Geschichten“, hat Dunker festgestellt und berichtet von einer verhängnisvollen Einigung per Handschlag. Der Chef des Betriebes habe seinen Angestellten damals gebeten, auf zwei Drittel seines Gehaltes zu verzichten, weil die Auftragslage gerade dünn gewesen sei. Der Angestellte ahnte wohl, was die Alternative sein könnte und willigte in Sorge um seinen Arbeitsplatz ein – per Handschlag. „Das war schon ein Phänomen. Die haben sich einfach die Hand gegeben und der hat eingewilligt für mehrere Monate auf so viel Geld zu verzichten.“ Dann aller-

dings kam es zum Streit, der Fall landete vor Gericht und endete dann letztlich wieder mit einem Vergleich. Einen Teil des Geldes hat der Arbeitgeber zurückgezahlt. „Durch solche Fälle lernt man wahnsinnig viel für das eigene Arbeitsleben, nämlich in erster Linie, was man nicht machen sollte“, lacht Dunker. Er weiß, dass vor Gericht nur Fakten zählen und rät deshalb auch seinen Kollegen, sich alles schriftlich geben zu lassen. „Auch wenn der Chef ein Kumpeltyp ist, mit dem man gerne auch mal ein Bier trinken geht – irgendwann knallt es mal und dann braucht man etwas Schriftliches. Was anderes zählt dann nicht.“ Ähnlich wie bei Andreas Rüchardt, hat sich auch bei Dieter Dunker über die Jahre als ehrenamtlicher Richter die Sicht auf manche Dinge verändert. „Am Anfang hätte ich jedem Arbeitnehmer, der da rein kam, recht gegeben“, schmunzelt der Gewerkschafter, „aber man lernt mit der Zeit, die Emotionen da rauszuhalten“, der als Schöffe auch viel für seinen Posten

als Vorsitzender des Betriebsrates, für den der Verfahrensmechaniker seit zwölf Jahren freigestellt ist, mitnehmen konnte. Sich ehrenamtlich einzusetzen, war auch für Dunker immer schon ein wichtiger, aber auch selbstverständlicher Teil seines Lebens. „Das ging schon als Messdiener los, später als Fußballtrainer beim SC Neheim, dann in der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung, oder als Prüfer bei der IHK. Das ist einfach so. Ich kann da auch nicht dran vorbei gehen.“ Darüber freut sich vielleicht demnächst der Vosswinkeler Schalke-Fanclub, der schon signalisiert hat: „Wenn du bald in Rente bist, dann musst du hier aber was übernehmen!“ Vielleicht kann Dieter Dunker auch daran nicht vorbei gehen. Aber vorher wird er sich mal ausgiebig Zeit für sich nehmen. „Ein halbes Jahr habe ich eingeplant für etwa 3.000 Kilometer Jakobsweg“, freut er sich und fügt hinzu: „Ich bin dann mal weg!“  ■

Andreas Rüchardt und Dieter Dunker sind ehrenamtlich als Schöffen tätig

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Der unschätzbare Wert der funktionierenden Umgebung

Der Prokurist und Leiter der Abteilungen F + E u n d B J B A u t o m a t i o n , Olaf Ba u m e i s t e r , i s t a u c h i m E h r e n a m t e i n Ta u s e n d s a s s a Text Patrick Feldmann, Fotos Sandra Peetz und Dennis Dudek

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orab sei gesagt: Olaf Baumeister ist gebürtiger Höveler und dem Sunderner Ortsteil seit 50 Jahren treu geblieben. Er sagt, das sei für ihn und seine berufliche Laufbahn und seine Ehrenämter von ganz entscheidender Bedeutung. Schon mit 16 Jahren kam er zu BJB und hatte das Glück und die Fähigkeiten im Unternehmen Karriere zu machen und sich bis in die Geschäftsführung hochzuarbeiten. „Das ist natürlich nicht selbstverständlich, hat es mir aber ermöglicht, mein privates Umfeld nicht aus beruflichen Gründen verlassen zu müssen.“ Ein funktionierendes Umfeld – das zu haben und zu bewahren ist Baumeister immer wichtig gewesen. „Da geht es aber nicht anders, als sich einzubringen, anzupacken und Dinge anzuschieben“, sagt er und denkt dabei an 25 Jahre aktive Arbeit im Höveler Karneval, an über 20 Jahre Vorstandsarbeit im LSC Kirchlinde, in dem er seiner großen Leidenschaft, dem Modellflug nachgeht. Er denkt aber auch an die Organisation des Kinderschützenfestes, bei der er hilft, seit er vor 18 Jahren zum ersten Mal Vater geworden ist und er denkt dabei auch an seine ehrenamtliche Arbeit als Mitglied im Industriebeirat des Fraunhofer Anwendungszentrums in Soest. Letzteres ist offenbar kein ganz typisches Ehrenamt, sondern eng verknüpft mit seiner beruflichen Tätigkeit, insbesondere als Leiter der Abteilung Forschung + Entwicklung (F+E). Seit fast vier Jahren wird das Fraunhofer-Anwendungszentrum in Soest aufgebaut. Eine Einrichtung, in der in Zusammenarbeit mit Unternehmen der Region wissenschaftlich an neuartigen Leuchtstoffen geforscht wird. „Das bringt natürlich einen enormen Austausch

zwischen Industrie und Wissenschaft, der uns sehr zu Gute kommt.“ Nicht zuletzt auch durch die Dienstleistungen, die das Anwendungszentrum anbietet. Werden bei BJB beispielsweise Beleuchtungsoptiken für LED Lampen entwickelt, brauchen die BJB-Entwickler sehr genaue Strahldaten und da Herstellerangaben nicht nur in der Automobilindustrie in Teilen zur Ungenauigkeit neigen, profitiert BJB hier vom Robotergoniometer des Fraunhofer-Anwendungszentrums, mit dem sehr exakte Strahldaten gemessen und erfasst werden können. So weit, so technisch. Festzuhalten ist, dass Olaf Baumeister durch seine ehrenamtliche Tätigkeit als Mitglied im Industriebeirat dem FraunhoferAnwendungszentrum dabei hilft, praxisnah zu forschen. Und das Anwendungszentrum mit seiner technischen und wissenschaftlichen Ausstattung, hilft im Gegenzug der F+E Abteilung. Durchaus etwas, das sich als „funktionierende Umgebung“ bezeichnen ließe, so wie Baumeister sie schätzt. Ähnlich war es vor über 25 Jahren, als der Höveler Karneval gewissermaßen mit Nachwuchsproblemen zu kämpfen hatte. „Zu einem Dorf wie Sundern-Hövel, in dem ich gut behütet aufwachsen konnte, gehört einfach auch der Karneval. Es konnte aus meiner Sicht damals nicht sein, dass so etwas auf der Kippe steht“, fand der zu der Zeit Anfang 20-jährige Baumeister und hat nicht lange lamentiert, sondern selber mitgemacht. Daraus entwickelte sich dann eben ein längerfristiges Engagement: 25 Jahre lang stand er auf der Bühne, 20 davon war er im Elferrat und sechs Jahre lang sogar Sitzungspräsident. Dass die Höveler noch heute jährlich „Hövel Miau!“ rufen, ist somit auch sein Verdienst. WOLL  150 Jahre BJB 

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Wir gratulieren BJB zum 150-jährigen Bestehen ganz herzlich und wünschen alles Gute für die Zukunft!

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Ehrenamt und das damit verbundene Übernehmen von Verantwortung, war für Olaf Baumeister also schon immer sehr direkt verknüpft mit der engen Bindung an seinen Heimatort. Sogar seine Mitgliedschaft im LSC Kirchlinde. Das liegt praktisch nebenan und Modellflug-Vorführungen gibt es auch auf dem Höveler Sportfest. Seit über 30 Jahren ist er Mitglied in dem Verein und seit 2008 bekleidet er das Amt des 1. Vorsitzenden. Hierdurch entstand die Situation, dass er nun auch im Ortsring Hövel aktiv wurde, der sich mitunter mit Händen und Füßen gegen die Stadt Sundern gewehrt hatte, als diese aus Kostengründen die alte Schule verkaufen und die Friedhofskapelle sogar abreißen wollte. Die Lösung lag in

der Gründung eines Fördervereins, der erreichen konnte, dass auch heute noch die Verstorbenen in der Friedhofskapelle aufgebahrt werden können und gleichzeitig die alte Schule voller Leben ist, seit der Dorfgemeinschaftsraum in Eigenleistung eingerichtet werden konnte. Eine funktionierende Umgebung, an der Olaf Baumeister aktiv mitgearbeitet hat. Diese funktionierende Umgebung hat er sich auch für seine Kinder gewünscht. „Es ist so wichtig, dass Kinder in einem gesunden Umfeld aufwachsen. Auch auf dem Dorf wird sich mal gestritten, aber es gibt keine Gewalt, oder Schlägereien unter Jugendlichen.“ Das liegt sicherlich auch daran, dass Kinder

miteinander aufwachsen und schon früh etwas gemeinsam erleben. Also begann Olaf Baumeister vor 18 Jahren, nach der Geburt seines ersten Kindes, sich auch im „Kischü Hövel“ zu engagieren, einer Abteilung der Schützenbruderschaft St. Sebastian Hövel, die nicht nur das Kinderschützenfest organisiert. Ein Mal im Jahr fahren die Väter mit ihren Kindern ein Wochenende lang auf Tour. Damit wird der Zusammenhalt gefördert und letztlich eine funktionierende Umgebung geschaffen. Eine Umgebung, wie Olaf Baumeister sie schon immer geschätzt hat – privat wie beruflich – und wie er sie sich immer auch selbst gestaltet hat.  ■

Dipl.-Ingenieur FH Olaf Baumeister und Prof. Dr. Stefan Schweizer

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Buchtipp

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eller, schöner, günstiger. Die Anforderungen an die moderne Lichttechnologie sind vielfältig. Entwicklungen, die vor Jahrzehnten noch als nahezu unmöglich, futuristisch und utopisch galten, sind heute selbstverständlich. Den Schalter oder Knopf umgelegt, erfüllt das Licht in Lichtgeschwindigkeit den Raum. Lampen und Leuchten gibt es inzwischen nicht nur in allen Größen und Formen, sondern auch in etlichen Farben und Stimmungen. Wohin diese Entwicklung führt, darf mit Spannung erwartet werden.

Der Weg des Lichts Elektrisches Licht ist heutzutage eine Selbstverständlichkeit – zu jeder Tageszeit, an nahezu jedem Ort. Ob die konventionelle Zimmerleuchte, die Taschenlampe, Blinklichter am Mobiltelefon oder Scheinwerfer im Auto. Straßen werden durch Laternen ausgeleuchtet, Flugzeuge auf der Landebahn geführt. Von der Architektur bis hin zur Zahntechnik setzt die Menschheit auf digitales Licht. Doch wie funktionieren diese Laser- und Leuchtdioden? Und welchen Nutzen können wir davon haben? Gefördert von dem Lichthersteller Osram, erklärt der Technikjournalist Johannes Winterhagen alles rund um das Thema in „Eine Reise in die Zukunft des Lichts“. Und plötzlich sitzt Carla im Dunkeln: Nach einem Stromausfall begibt sich die Journalistin auf die Suche nach Antworten rund um das künstliche Licht. Wie ist es entstanden? Wie ist der Stand heute und wie wird sich das Licht noch weiter entwickeln? Mithilfe von Architekten, Astromomen, Biologen, Ingenieure und Physikern erforscht sie nicht nur, wie die Nacht zum Tag wird und warum wir sehen, was wir sehen, sondern auch, wie die heutige Lichttechnik auf LED-Basis funktioniert. Eine fiktive Geschichte erzählt von dem Technikjournalisten Johannes Winterhagen. Von der Pike auf schildert er die technischen Zusammenhänge so, dass selbst für Laien sie verstehen. Der Lichthersteller Osram unterstützte die Recherche und Produktion des Buches und somit stand auch Dr. Klaus Streubel – Forschungschef bei Osram, der 2007 für seine Arbeiten zur LED mit dem Deutschen Zukunftspreis des Bundespräsidenten geehrt wurde. Johannes Winterhagen, Eine Reise in die Zukunft des Lichts, Verlag der Universitätsdruckerei H. Schmidt Mainz, 2013, 130 Seiten, ISBN 978-3-935647-60-1.

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Wo vor Jahrtausenden Höhlen mit Feuer ausgeleuchtet wurden, bestechen heute Wohnhäuser durch individuelle Beleuchtung. Indirekte Beleuchtung in Regalen, Stehlampen, Hängelampen, Tischlampen, Wandlampen, Kronleuchter, Schreibtischlampen. Eine Entwicklung, deren Ende nicht in Sicht scheint. Längst ist die Leuchte nicht mehr Mittel zum Zweck. Edle, ausgefallene Designs fungieren als Blickfang. Schlichte, versteckte Leuchten werden bewusst im Hintergrund gehalten. Alles scheint möglich.


LEDs: Die Zeitenwende des Lichts LEDs eine Erfindung des 21. Jahrhunderts? Nicht ganz, die Geschichte der Leuchtdioden ist mehr als einhundert Jahre alt. Kaum vorstellbar, werden die lichtemittierenden Dioden, kurz LED, doch als modernstes Licht auf dem Markt verstanden. Der englische Tüftler Henry Joseph Round suchte nach chemischen Materialien für Elektrokontakte, als er ein wenig Siliciumcarbid unter Strom setzte. Plötzlich leuchtete das Carbid gelblich auf, doch Round forschte nicht weiter. Das Phänomen erkannte aber auch Oleg Vladimirovich Losev bei seiner Arbeit als Nachrichtentechniker. Losev erkannte, dass es sich bei dem Phänomen um den sogenannten photoelektrischen Effekt handeln musste. Doch wie genau funktioniert eine LED? Was entdeckten die beiden Forscher da? Was für die Glühbirne der Drahtfaden ist, ist für die Leuchtdiode der Halbleiterkristall. Dieser Kristall besteht aus zwei Schichten – eine Seite beinhaltet einen Überschuss an Elektronen, die andere Seite ein Defizit. Fließt nun Strom durch den Kristall, fallen die Elektronen in die sogenannte Über-

gangsschicht. Und sofort fängt die Diode an zu leuchten, indem die Reflektorwanne einen Leuchtstrahl erzeugt. Und je nach chemischer Zusammensetzung der Kristalle, erzeugen die LEDs unterschiedlich farbiges Licht. Für gelbes Licht benötigt es beispielweise Galliumarsenidphosphid, Aluminiumgalliumindiumphosphid und Galliumphosphid, für Rot Aluminiumgalliumarsenid, Galliumarsenidphosphid, Aluminiumgalliumindiumphosphid und Galliumphosphid. Weiß wird durch die Mischung der Primärfarben Rot, Grün und Blau hergestellt. Was Losev in den frühen Jahren des 20. Jahrhunderts erkannte, fiel auch weiteren Forschern auf. Sie experimentierten mit unterschiedlichen Chemikalien und Zusammensetzungen, erkannten unterschiedliches Licht, ehe sich ab circa 1957 ganz und gar auf die Halbleitertechnik spezialisiert wurde. Die fortschreitende Technik ermöglichte so ab den 1970er Jahren erste Digitalarmbanduhren mit LED-Technik. Die Lichtausbeute wurde weiter ausgebaut, weitere Farben wurden entwickelt und die Technik vereinfacht.

Die Entwicklung von zuverlässigen, modernen und effizienten Systemen und Komponenten für die Allgemeinbeleuchtung ist seit 150 Jahren das Geschäft von BJB.

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Anforderungen und Leistungen von LEDs Doch nicht nur die Farbenvielfalt ist Aushängeschild der LEDs. Wussten Sie, dass die Energie der Glühbirne nur zu etwa fünf bis zehn Prozent in tatsächliches Licht abgegeben wird? Der Rest wird in Wärme umgewandelt. Unwirtschaftlich, mag man denken. LEDs hingegen verbrauchen bei gleicher Leuchtleistung wesentlich weniger Energie, sind wenige Millimeter klein und lassen sich individueller gestalten und verbauen. LEDs bestechen durch enorme Farbsättigungen und durch ihre kompakten Bauformen. Ihr Licht kann als minimales Blinken oder in Form von maximalgroßen Strahlern verwendet werden. Lichtschläuche mit LEDs sind ebenso zum Aushängeschild geworden, wie auch ihre lange Lebensdauer und ihr geringer Wartungsaufwand. Das spart Ersatzlampen und somit Geld und Zeit. LEDs sind dimm- und steuerbar, lassen sich ideal in vorhandene Lichtmanagementsysteme integrieren und ermöglichen durch Farbmischung ein unfassbar großes Spektrum an Stimmungen. Und noch mehr: Dadurch, dass moderne LEDs weder UV- noch Infrarotlicht erzeugen, schützen sie Insekten und empfindliche Materialien und sind recyclebar.

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Licht überall: Einsatzgebiete der LEDs Längst haben die kleinen Lichtwunder Einzug in das alltägliche Leben erhalten. Zahlreiche Städte und Kommunen haben beispielsweise auf Straßenlaternen mit LEDs umgestellt. Ein klarerer Lichtkegel, hohe Effizienz und bessere Qualität sorgen nicht nur für ein modernes Stadtbild, sondern ebenso für Sicherheit und Kosteneinsparungen. Oder LED-Module, die großflächige Lichtwerbungen, Architekturbeleuchtungen oder Schriftzüge möglich machen. Und auch wenn Sie es vermutlich ungern tun – denken Sie an Ihren letzten Zahnarztbesuch zurück. Erinnern Sie sich an das grell

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blendende Licht über dem unbeliebten Zahnarztstuhl? Keine Frage, das waren vermutlich LEDs. Die Dioden erleuchten Ihr Büro, sorgen in Wohnräumen für angenehmes, der Stimmung entsprechendes Licht. Dort wo Sie Lampen finden, finden Sie auch meist LEDs. Und der Trend setzt sich fort. Der Trend geht weg von Glühlampen, Leuchtstoffröhren oder Halogenleuchten. Die Zukunft gehört den LEDs – ob auf der Straße, in Büros, beim Einkaufsvergnügen in Läden und Einkaufszentren, in Wohnungen oder öffentlichen Einrichtungen wie Museen.


Der technologische Wandel hin zur LED ist vollzogen. Orientiert an den Bedürfnissen und den Möglichkeiten moderner Technik in Forschung, Entwicklung und Produktion gestaltet BJB diesen rasanten Wandel entscheidend mit.

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OLEDs: Organisches Licht Besondere Weiterentwicklung vergangener Jahre ist die organische LED. Was anfangs abstrakt und unwirklich klingt, ist ein Beispiel für den furiosen Fortschritt der Leuchtenindustrie. Organische LEDs sind dünne Halbleiterelemente, die im OFF-Zustand transparent sind und erst beim Einschalten sichtbar werden. Oder ganz vereinfacht gesagt: Man erkennt die Leuchte erst, wenn man sie einschaltet. Die dünnen und organischen Halbleiter werden in das jeweilige Material eingearbeitet und sind somit eine neue Entdeckung der ästhetischen

Leuchtenentwicklung. Auch Handydisplays und TVGeräte, die mit dieser OLED-Technik funktionieren, sind bereits auf dem Markt – wenn auch zu teils stolzen Preisen. Hingegen ist der Stromverbrauch der Geräte relativ gering. Ein Projekt, dem die Zukunft gehören wird. Nicht heute, vielleicht nicht morgen, vielleicht aber schon übermorgen. Und vielleicht wird auch irgendwann die LED ein Konstrukt der Vergangenheit sein, die Entwicklung geht weiter. ■

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Jahre mitten im „Herzen von Neheim“ und gleichzeitig prägend für die Region: BJB ist ein Unternehmen mit internationalem Renommee und lokaler sowie regionaler Strahlkraft. „BJB hat in 150 dynamischen Jahren unserer Region seinen Stempel aufgedrückt“, sagt IHK-Präsident Ralf Kersting. Der Vorsitzende des Neheimer Bezirksausschusses, Klaus Humpe, bezeichnet das Unternehmen als „ein Geschenk für die Stadt“. BJB sei aus Neheim „nicht wegzudenken“.

I H K- P R Ä S I D E N T K E R S T I N G :

„BJB hat die Region geprägt“ von Paul Senske

Für IHK-Chef Kersting gehört BJB zu jenen Firmen, die Mitte des 19. Jahrhunderts eine „facettenreiche, mittelständische Unternehmenskultur geschaffen haben, die innovative Schaffenskraft mit sozialer Verantwortung in Einklang gebracht“ haben. „Von Anfang an war BJB dabei, durchund überstand zwei Weltkriege, Inflation, Depression und gestaltete den Wiederaufbau. Der Blick war stets nach vorn gerichtet und von Optimismus geleitet. BJB hat der Region seinen Stempel aufgedrückt.“ Kersting betont weiter die feste Verwurzelung mit der LeuchtenIndustrie, mit Neheim und Südwestfalen und ganz besonders mit der heimischen Wirtschaft und ihren Institutionen. „Dieter Henrici war als IHK-Präsident mein Vorgänger und hat in 20 Jahren das Amt mit großem Erfolg ausgeübt“, betont Kersting. Klaus Humpe bezeichnet BJB als eine in Neheim tief verwurzelte und harmonisch ins Stadtbild passende Firma, der die Stadt viel zu verdanken habe. „Ein Unternehmen, das über diese lange Zeit so Anteil an den Sorgen der Mitarbeiter und den Bedürfnissen der Stadt nimmt, ist beachtenswert.

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BJB ist ein vorbildliches und sorgendes Familienunternehmen. Viele Neheimer sind seit Generationen in der Firma beschäftigt. BJB ist ein Geschenk für die Stadt.“ Es sei nicht selbstverständlich, dass BJB an den Wochenenden die firmeneigenen Parkplätze kostenfrei zur Verfügung stellt. „Allein dieses kleine, aber prägende Beispiel unterstreicht die tiefe Verbundenheit.“ Auch architektonisch passe BJB „harmonisch und prägend“ ins Stadtbild. „Der Baukörper ist schon ein Hingucker. Wenn man von der Haar oder von der Autobahn nach Neheim kommt, dann fällt sofort die Neheimer Skyline mit dem Sauerländer Dom und dem BJB-Firmengebäude ins Auge“, erzählt Humpe, der auch Vorsitzender des Neheimer Jägervereins ist und in einer „großen Tradition“ steht. „Friedrich Wihelm Brökelmann, einer der BJB-Pioniere, war der erste Jägeroberst.“ Mit Dieter Henrici verbindet Humpe eine langjährige Freundschaft. Beide waren Präsidenten des Tennisclubs. „Dieter hat die neue Tennis-Anlage unterhalb des Rodelhauses gebaut.“ Auch politisch stehen sich beide nahe: „1989 habe ich von Dieter den Wahlbezirk Neheimer Innenstadt für den Stadtrat übernommen“, betont Humpe, der sich darüber freut, dass inzwischen auch Philipp Henrici einen Sitz im Arnsberger Rat hat. Das große soziale und gesellschaftliche Engagement der beiden Geschäftsführer würdigt auch Andreas Bremke, der Vorstandsvorsitzende der Bürgerstiftung Arnsberg. „BJB gehörte 2006 zu den Gründern der Stiftung. Dieter Henrici war einer der treibenden Kräfte. Er hat zudem auf die ihm ureigene Art viele Arnsberger Familienunternehmen zum Mitmachen bewegt“, sagt Bremke.

„Als Stifter der ersten Stunde engagieren sich Dieter Henrici und seit 2016 auch sein Sohn Philipp aktiv im Stiftungsrat. Wir schätzen uns glücklich, dass sich nun auch die nächste Generation der Familie Henrici für die Stiftung stark macht.“ Auch für den Heimatbund Neheim-Hüsten und Ortsheimatpfleger Karl-Georg Wuschansky sind „das soziale Verantwortungsbewusstsein und das Engagement im politischen, kulturellen, kirchlichen und heimatgeschichtlichen Bereich“ zu unterstreichen. „Dies kommt auch in der Ehrenbürgerwürde für Dieter Henrici zum Ausdruck.“ Insgesamt, so Wuschansky, spanne sich von der Gründung 1867 ein großer Bogen mit Generationen von Arbeitnehmern und einer tatkräftigen, weitsichtigen Inhaberfamilie und Geschäftsführung bis ins Jahr 2017.  ■

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Innovatives Unternehmertum mit Weitsicht und großer gesellschaftlicher Verantwortung Text Paul Senske, Fotos Thomas Linke

Bürgermeister Hans-Josef Vogel anlässlich des 80. Geburtstages von Dieter Henrici am 11. März 2017

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ie Wertschätzung kommt aus berufenem Mund und aus vollem Herzen. „Ohne das Unternehmen BJB wären Arnsberg und die Region nicht das lichttechnische Zentrum Deutschlands“, sagt Bürgermeister Hans-Josef Vogel. „Wir hätten bei weitem nicht so viele erfolgreiche Unternehmen von Weltrang.“ BJB habe es in 150 Jahren geschafft, die teilweise radikalen Veränderungen in der Lichttechnik von Öl und Petroleum über Elektrizität zu LED erfolgreich zu gestalten. „Vor allem hat das Unternehmen immer treu zur Stadt gestanden und diese nicht nur wirtschaftlich, sondern auch gesellschaftlich gestaltet und geöffnet. Es hat auch das Tor der Region zur Welt geöffnet.“ Bei der Beschreibung der Gegenwart und Geschichte, der Identität und Authentizität von BJB, würdigt Arnsbergs Bürgermeister vor allem die Kontinuität des Unternehmens und seiner Inhaber. „Es ist eine beeindruckende, ja faszi-

nierende Kontinuität von der Gründung bis zur Gegenwart. Es ist ein verantwortungsvolles, wirtschaftliches Unternehmertum – getragen von der Leitidee als Unternehmen zum gesellschaftlichen Mehrwert beizutragen, der über den sozialen Mehrwert hinaus ragt. Die Überzeugung, dass Eigentum mit gesellschaftlicher Verantwortung verbunden ist, prägt die 150-jährige Geschichte. Es sind verantwortungsvolle Unternehmer und aktive Bürger.“

Treiber der Industrialiserung und Infrastruktur In den Gründerjahren von BJB war – so Vogel – Friedrich Wilhelm Brökelmann, neben anderen Neheimer Unternehmerpersönlichkeiten wie Noah Wolff und Theodor Cosack, „innovativer Treiber der Industrialisierung und Treiber der Infrastruktur“ von Stadt und Region und trug zur wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung des damals „bettelarmen

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Neheim“ entscheidend bei. „Zugleich öffnete er Neheim für neue Kulturen und neue konfessionelle Traditionen. Im Zuge der Industrialisierung kamen immer mehr evangelische Arbeiter in die Stadt. Der Wunsch nach einer eigenen evangelischen Gemeinde und Kirche wuchs. 1862 wurde die Christus-Kirche in der Burgstraße eingeweiht. Einer der Mentoren und Motoren für den Bau war Friedrich Wilhelm Brökelmann, der auch Mitbegründer des Jägervereins und dessen erster Oberst war. Er war ein Wegbereiter des neuen Neheim, ein Neheim-Macher. Er war Unternehmer und aktiver Bürger, damit Pionier.“ Von großer Wichtigkeit für die weitere Entwicklung der Stadt war für Vogel auch die Freundschaft zwischen Brökelmann und dem Vorsteher der Jüdischen Gemeinde, Noah Wolff, ebenfalls ein Industrie-

Pionier in Neheim und Mitbegründer des Jägervereins. „Der Bau der Synagoge (Einweihung 1876) in der Mendener Straße war ein weiterer Meilenstein der Öffnung. Ich bezeichne die damalige Synagoge und die Christus-Kirche gerne als Zwillingskirchen.“ Für Vogel war Brökelmann zudem ein „Patriarch im Sinne der Zeit, der sozial dachte“. „In der Fabrikordnung waren beispielsweise die Rechte der Arbeiter fixiert. Das war eine bahnbrechende Pionierleistung. Schon früh gab es eine Unterstützungskasse, aus der später die Betriebs-Krankenkasse hervorging.“ Dieses große, innovative Unternehmertum mit wirtschaftlicher Weitsicht und großer gesellschaftlicher Verantwortung ist für

Vogel auch heute in der sechsten Generation des Familienunternehmens in jeder Hinsicht voll ausgeprägt, sicht- und erlebbar. „Wirtschaftlich hat sich BJB stets gewandelt, ja verwandelt. Die Veränderungen in der Forschung und im Geschäftsfeld hat das Unternehmen gemeistert. Als verantwortungsvolle Firma haben Dieter Henrici und sein Sohn Philipp den Betrieb in die Globalisierung geführt und zugleich die BJB-Basis in unserer Stadt gestärkt.“

Gestalter der Metamorphose von BJB Derzeit, in der „Metamorphose unserer Welt“, so Vogel, geht es auch um eine „Metamorphose des Unternehmens BJB, um eine radikale Transformation, die von Dieter und

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Philipp Henrici gestaltet wird.“ Es entstehe etwas völlig Neues. „Ich nenne das Stichwort LED. Wenn sich das Licht ändert, ändert sich BJB. Neue Produkte und Geschäftsmodelle entstehen. Es entsteht ein völlig neues, weltoffenes Unternehmen, das aber weiterhin in unserer Stadt beheimatet, in unmittelbarer Nähe zum Einkaufszentrum, lokal und regional verankert ist. BJB steht seit 150 Jahren treu zu unserer Stadt, gerade auch in Zeiten der Metamorphose.“

Philipp Henrici, dass sie auch das ehrenamtliche Engagement ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fördern und ihnen entsprechende Freiräume gewähren, sei es als Feuerwehrleute oder als Mitarbeiter in Sport- oder Kulturvereinen.“

Die Marke BJB steht für erfolgreiche Zukunft Der Blick in die Zukunft des „im Weltmarkt äußerst erfolgreichen Hightech-Unternehmens“ stimmt den

Bürgermeister optimistisch. „BJB ist eine Marke, die für Qualität steht. Was früher gut war, ist auch heute gut. Die Marke ist ein wesentlicher Faktor für die Zukunft. Sie ist wie eine Erfolgsglocke.“ Eine Zukunftsvision für BJB hat Vogel in seiner Laudatio bei der Verleihung der Ehrenbürgerschaft für Dieter Henrici so formuliert: „Sie haben gezeigt und zeigen: Je entschlossener wir in den Herausforderungen Chancen erkennen, desto produktiver und zukunftsgerechter sind unsere Lösungen.“  ■

»Überragendes« ehrenamtliches Engagement Als „überragend“ bezeichnet Vogel das ehrenamtliche Engagement. „Dieter Henrici war lange Jahre Präsident der IHK, Mitglied im Stadtrat und Zukunftsrat NRW, war und ist Mäzen vieler kultureller und bildungsorientierter Initiativen, zählt zu den Gründungsstiftern der neuen Arnsberger Bürgerstiftung und setzte sich erfolgreich für den Erhalt der Bezirksregierung in Arnsberg ein.“ Für Vogel war die logische Folge dieses beispiellosen Engagements die Verleihung der Ehrenbürgerschaft der Stadt Arnsberg an Dieter Henrici am 21. Januar 2007. „Die Ehrenbürgerschaft ist die höchste Auszeichnung, die eine Stadt verleihen darf. Fasst man die Verdienste zusammen, so bleibt die Würdigung: Dieter Henrici hat der Stadt gedient. Er besitzt eine geistige Nähe zu den Antworten auf die besonderen Herausforderungen unserer Stadt.“ Dieses Engagement und diese Tradition setze Philipp Henrici fort: „ Er engagiert sich unter anderem als Mitglied der CDUFraktion im Arnsberger Stadtrat.“ Darüber hinaus spiele das bürgerschaftliche Engagement in der Belegschaft von BJB eine wichtige Rolle. „Es spricht für Dieter und

Ministerpräsident Jürgen Rüttgers hat am 30. September 2009 Dieter Henrici mit dem Verdienstkreuz 1. Klasse ausgezeichnet. Rüttgers würdigte den Ehrenpräsident der IHK und Ehrenbürger seiner Heimatstadt Arnsberg in der Düsseldorfer Staatskanzlei als einen „Unternehmer im besten Sinne, denn er unternimmt auch etwas über das eigentliche Unternehmen hinaus, in dem er lange Geschäftsführer war.“ Henrici – nicht nur 20 Jahre Präsident der IHK, sondern auch im Vorstand des DIHK, der IHKVereinigung NRW, im Zukunftsrat NRW, in Verbänden und anderen Institutionen langjährig engagiert – erhielt die Auszeichnung für „seine fortgesetzten Verdienste um ein Zusammengehen von Wirtschaft und Gesellschaft“. Foto: Wilfried Meyer

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Buchtipps

Jochem Ottersbach: Arnsberg! für Neugierige Ein Lese- und Bilderbuch, das in fünf fiktiven Spaziergängen durch die Viertel des historischen Arnsbergs sowie auf zwei Wanderungen durch seine unmittelbare Umgebung führt und durch Text und über 600 Fotos die Sehenswürdigkeiten Arnsbergs vorstellt. „So wird das Lesen zum Vergnügen, zu einem Entdecken. Selbst, wenn man glaubt, schon alles über Arnsberg zu wissen. So entsteht auf 144 Seiten trotz der erzählerischen Leichtigkeit ein Arnsberg-Buch, das es in sich hat: Geschichte, Anekdoten, Menschen.“ Achim Giseke, Westfalenpost Das Buch „ARNSBERG! für Neugierige“ ist im WOLLVerlag erschienen und als Band 39 der Städtekundlichen Schriftenreihe über die Stadt Arnsberg vom Arnsberger Heimatbund herausgegeben. Für 17,90 Euro ist das Buch in den Buchhandlungen Vieth, Steinweg, CAB Bücherstudio, Clemens-AugustStraße, Engelbertz, Marktstraße in Hüsten, und in der Mayerschen in Neheim sowie beim Verkehrsverein am Neumarkt, im Fotoshop Schulte, Steinweg, und beim Arnsberger Heimatbund zu haben. Auch im OnlineShop des WOLL-Verlages kann es bestellt werden. www.woll-onlineshop.de

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birgit Düllberg: sauerländer urlaubsküche Das Sauerland ist besonders aufgrund der faszinierenden Landschaft mit grünen Wäldern, malerischen Seen sowie idyllischen Höhen und Tälern für viele Urlauber attraktiv. Doch auch die regionale Küche besticht durch bodenständige Gerichte und einem facettenreichen Angebot. Mit ihrem Kochbuch nimmt die Autorin die Leserinnen und Leser mit auf einen kulinarischen Streifzug durch das Land der tausend Berge. Schlemmen im Sauerland, das bedeutet herzhaft leckere Hausmannskost ebenso wie die Verwendung von frischen Produkten aus der Region. Klassiker wie Grünkohl mit Mettwurst oder Reibekuchen mit Apfelmus dürfen in einem Kochbuch über die sauerländische Küche natürlich nicht fehlen. Fleischlastig wird es mit den Rezepten für einen Schweineschmorbraten oder Himmel und Erde mit Blutwurst. Für alle die es lieber leichter mögen, empfiehlt die Mutter von zwei Töchtern eine Möhren-IngwerSuppe oder einen Grünen Spargelsalat. Besonders bei vielen Urlaubern und weggezogenen Sauerländern wecken die regionaltypischen Gerichte und eindrucksvollen Fotos aus der Region sicherlich schöne Erinnerungen an den letzten Urlaub oder an die Heimat. Die Idee zu einem Kochbuch über die traditionsreiche Sauerländer Küche entstand bei der Autorin, als ihre zwei Töchter für eine Ausbildung und ein Studium in die weite Welt hinauszogen und sich die beiden auch in der Ferne noch gerne an die Heimat zurückerinnern sollten. „Jedoch kommen die beiden nach wie vor lieber nach Hause, um die Gerichte von mir gekocht zu genießen“, schmunzelt Birgit Düllberg verschmitzt – bei Mama schmeckt’s eben immer noch am besten, woll? Das Buch ist erschienen im WOLLSelbstverlag und erhältlich unter woll.meinbestseller.de

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„Spontanvegetation“ – nicht nur grüne Daumen sind gefragt Kunstsommer 2017 – vom 19. bis 27. August

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ass der 21. Kunstsommer unter dem Motto „Spontanvegetation“ steht, ist dem Umstand zu verStorytelling - Ein Bild sagt mehr als tausend Worte danken, dass es im vergangenen Jahr durchaus Menschen gab, die verschiedentliches Unkraut in der Stadt als „den“ Ab 16 Jahren - maximal 8 TeilnehmerInnen Aufreger empfunden haben. Inbeeindruckt Sachen Kunst Kultur Die Reportagefotografie unsund durch Bilder, die uns G Geschichte ausGedeihen weiter Ferne kann man sich derartiges „Wachsen, und sein. Ver- Auch unser Sie, ein freiUnd gewähltes fotografisch umz mehren“ ja durchaus wünschen. jetzt imThema Frühling men werden vermittelt und individuell mit Ihn kann man sagen: Ja, da wird uns wirklich etwas blühen – Wand oder was uns sonst noch so einfällt. Alle und das nicht nur, weil es Menschen gibt, die das Thema anderen Fotografen. wortwörtlich nehmen und ihren grünen Daumen einsetzen! Mitzubringen: Infos unter www.kunstsommer Im Jahresverlauf gibtEntgelt: es immer wieder 99,00 € kreative Ideen und Projektskizzen vonSa., unterschiedlichen Menschen, die 18:00 - 2 19.08., 10:00 - 17:00, Mi., 23.08., im Kunstsommer umgesetzt werden. Auf diese Weise sind 26 - 28, 5 Sekundarschule Arnsberg, Feauxweg immer wieder Veranstaltungsformate entstanden, die sich später als Selbstläufer 30 -2-1 erwiesen haben. Jüngstes Beispiel ist sicherlich das Volksbank-Altstadtdinner, Für Malbegeisterte jeden Alters, Vorkenntnisse nicht erforderlic das auch in diesem Jahr als Prolog auf diedes Titels beziehen sich auf Die Zahlen Kunstsommerfestivalwoche einstimmt. aufeinanderfolgenden Tagen miteinand Herzstück sind seit zwei Jahrzehnten Workshops, zweiten Tagdie werden einige der Skizzen allen voran die Klassik-Meisterkurse, dieTag immer am dritten einewieder Leinwandarbeit auf Mitzubringen: Leinwände junge, ambitionierte Musikstudenten in die Stadt ziehenund Stifte, fa PapierDozenten und Acrylfarben und auch immer wieder namhafte auf den werden zur Ver Entgelt:machen. 125,00 € Arnsberger Kunstsommer neugierig Fr., 18.08., - 21:00 Uhr, Sa., 19.08 Der Kunstsommer als Dach für neue 17:00 VeranstaltungsKUNST-WERK, Möhnestr. 59, 59755 Arnsberg formate. Neben den beliebten und bewährten Veranstaltungsformaten, wie den Straßentheatern im Kontrastmittel Rahmen der Promenadenmischung oder den außergeFür Anfänger, Fortgeschrittene und Neugierige - maximal 10 Tei Zum Thema des Kunstsommers „Spontanvegetation“ wollen wi gestalten. Wir arbeiten spielerisch bunt/unbunt, Farbe, Form, Muste schen Einsatz mit unterschiedliche


Wenn es zu Hause zu voll wird...

wöhnlichen Ausstellungsprojekten, werden in diesem Jahr zwei an sich eigenständige Festivals unter dem Dach des Kunstsommers das Stadtbild prägen. „Dance Around“ wird Tanz in all seinen unterschiedlichen, vor uraufkurs.de to view entire programme English! allen Dingen aber our zeitgenössischen Facetten zeigen.inNun läuft der Region nicht gerade der Ruf voraus, eine Tanzmetropole zu sein und doch gibt es in unterschiedlichen Institutionen viele Tänzer und e auch Tanzveranstaltungen, die sich Fotografie mit Katrin KaiserDer großer Beliebtheit erfreuen. Bogen spannt sich zwischen klassischem Ballett, Urban Dance und Gesellschaftstanz. Grund genug, auch mit zeitgenössischem Geschichten aus dem Leben anderer erzählen. Esmal muss nicht immer eine näheres Umfeld hältTanztheater spannende im Themen bereit.Raum In diesem Kurs lernen Tanz und öffentlichen zu experimentieren. zusetzen. Vermutlich Künstlerische Strategien Bildfindung undan Präsentationsforerwarten unszur Tanzperformances Orten, wo wir sie am nen für Ihre eigene Reportage erarbeitet: sei es ein Fotobuch, Bilder an der wenigsten vermuten. e KursteilnehmerInnen lernen dabei zusätzlich von den Ergebnissen derRootsTanzen kann man ganz sicher auch beim ersten „Ruhrtal Festival“, das gemeinsam mit dem Arnsberger Folkclub e. V. organir-arnsberg.de oder telefonisch im Kulturbüro. siert und von der Initiative „Garten Freede“ aus Bochum unterstützt Folk- und Weltmusik werden 21:00 Uhr,wird. Sa., 26.08.2017, 11:00 - 17:00 Uhruns in unterschiedliche Kulturkreise eintauchen lassen. Musiker, unter anderem aus dem 59821 Arnsberg Iran, Dänemark, Italien und Portugal, werden neben keltischen Ska sowie Funky-Cheese-Space-Pop für eine Klängen, Polka und Malen und Zeichnen mit Haimo Hieronymus wahrlich bunte Mischung sorgen. ch - maximal 8 TeilnehmerInnen das Festival „Dance Around“ als auch „Ruhrtal-Rootsdas KonzeptSowohl dieses Kurses, welcher Zeichnen, Entwurf unddas Malen an drei Festival“ werdenTag durch das insgesamt Ministerium Familie, Kinder, der verbindet. Am ersten werden 30 für Skizzen erstellt. Am Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen unterstützt. ausgewählt und zu zwei Entwürfen verarbeitet. Abschließend malen wir UndSkizzen die beste f Grundlage der undNachricht Entwürfe.kommt bekanntlich zum Schluss: Es alls vorhanden auchnoch Pinsel. kommen weitere Überraschungen dazu und für alle diese rfügung gestellt. Veranstaltungen gilt immer noch: Eintritt frei! Dafür zeichnen auch in diesem Jahr wieder heimische Unternehmen, allen voran auch 8. - So. 20.08.2017, 10:00 - 17:00 Uhr BJB, verantwortlich. Wem das alles schon zu viel wird, dem sei gesagt: Löwenzahn gibt es bestimmt auch in diesem Jahr. ■ Malerei mit Renate Meinardus

ilnehmerInnen ir mit Blümchenstoff und -papier und floralen Mustern ein Kunstwerk h und mit bewusstem Einsatz von Kontrasten, die durch hell/dunkel, er/uni hergestellt werden. Durch Übermalungen und mutigem zeichnerien Linien kommen wir zum fertigen Bild.

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AUSGABE ARNSBERG, SUNDERN UND UMGEBUNG

Die WOLL-Redaktion für Arnsberg, Sundern und Umgebung gratuliert zum Jubiläum und bedankt sich herzlich bei

für das entgegengebrachte Vertrauen. IMPRESSUM Herausgeber und Anzeigen: Linke & Ruße · WOLL Arnsberg Neheim Sundern GbR Wicheler Weg 5 · 59759 Arnsberg redaktion@woll-ans.de anzeigen@woll-ans.de Tel.: 02932 93193-53 oder 02932 90282-82 Redaktion: Hermann-J. Hoffe und Paul Senske Weitere Autoren: Jürgen Bühl, Patrick Feldmann, Alexander Lange, Philip Stallmeister Korrektorat: Stephy Kesting Satz/Gestaltung: i-dexe werbung-design GmbH ZENITH Werbung & Fotografie GmbH & Co. KG Fotos: Archiv BJB, Dennis Dudek, Thomas Linke, Philipp Nolte, Sandra Peetz, Philip Stallmeister Bildarchiv: S. 31 shutterstock452513506/Volodya Senkiv S. 31 shutterstock408153832/hybridtechno S. 87 shutterstock379796422/Ilya Chalyuk S. 75 shutterstock557716822/Vector Tradition SM Titelfoto: Thomas Linke Druck: www.westfalia-druck.de Lizenzgeber: WOLL-Verlag · Kückelheim 11 · 57392 Schmallenberg

Die Sommerausgabe des WOLL Magazins für Arnsberg, Sundern und Umgebung erscheint am 25. August. Foto Dennis Dudek

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BJB GmbH & Co. KG Werler Straße 1 59755 Arnsberg Telefon +49 2932 982 555 Telefax +49 2932 982 8555 Daniel.Tauber@bjb.com www.bjb.com WOLL  150 Jahre BJB 

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WOLL Magazin Sonderausgabe 150 Jahre BJB  

Für das Team von WOLL – dem Magazin für die Sauerländer Lebensart war es eine geschätzte Anerkennung, aus Anlass des 150-jährigen Jubiläums...

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