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Februar 2018

AUSGABE ARNSBERG, SUNDERN UND UMGEBUNG

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Im Wasser groß geworden Die Lust auf Wasser und Schwimmen

»Flotte Kugel« rollt wieder 50 Jahre Kinderkarnevalsumzug

... und donnerstags gibt´s Leberkäs Ein Stammtisch der besonderen Art

Wir bilden keine Schläger aus! Arnsberger Gruppe übt sich im Eskrima


36 – 37 Laubfegen, Einkaufen und Co. – kein Problem für die Stockumer Enkel! Stockumer Jugend überrascht

38 – 39 Ein heller Stern am Sauerländer Museumshimmel

Ausgabe Februar 2018

Die wunderbare (Ver)Wandlung

44 – 47 Ein Holländer kocht im Sauerland Grenzüberschreitende Leckereien

Inhaltsverzeichnis

48 – 49 Den Wildschweinen sehr verbunden Breitenbruch – ein ganz junges Dorf in herrlicher Natur

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Samira und Julia

Zwei Preisträgerinnen der Friedrich und Charlotte Merz-Stiftung

50 – 51 Der Richter und der Frühstücksschnaps

8 – 13 Ein Leben für die Kunst

52 – 53 Die Ruhrdörfer

Der Keramiker Dieter Blefgen

Zur Geschichte der Namensentwicklung

16 – 19 »Flotte Kugel« rollt wieder

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Kinderkarnevalszug Sundern feiert die 50. Auflage

Ein neuer kreativer Abschnitt beginnt

22 – 24 Im Wasser groß geworden

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Moritz Kempers Lust auf Wasser und Schwimmen

Ein Wohnprojekt mit Zukunft

26 – 29 Klaus Fischer – ein Sammler unter Jägern

57 – 59 Eine Ära endet

Ein seltenes ­E xemplar in der Sauerländer Domstadt

Rosemarie Goldner zieht sich aus der Politik zurück

30 – 33 … und donnerstags gibt´s Leberkäs

60 – 65 Ein ehrlicher und bunter Stadtteil mit treuen und dankbaren Menschen

Kuriose Kriminalfälle aus dem Sauerland

Stammtisch bei Grüne im Niedereimerfeld

Die Liebe zur Kunst, den Stoff zu beherrschen

Garten.Hof.Neheim – das Bullerbü in Neheim

Courage-Park in Moosfelde ist ein Symbol für Aufbruch

Sommer 2017 Sommer 2017

EINMAL WOLL, IMMER WOLL! 21 21

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Ein richtiger Lesegenuss für das ganze Jahr, woll! Mit unserem Jahresabo bekommen Sie das WOLLMagazin drei Mal im Jahr druckfrisch zugeschickt. So verpassen Sie keine interessante Geschichte aus Ihrer Region. Jederzeit kündbar!

Das WOLL-Abo, Bücher und Geschenkartikel gibt es im WOLL-Onlineshop. www.woll-onlineshop.de | info@woll-onlineshop.de | Tel. 02971 87087


66 – 69 Wenn Rentner im Dorf für Ordnung sorgen Die Amecker »Saubermänner«

70 – 72 »Die helfenden Arbeiter auf der Baustelle Mensch« Schüßler-Salze und Abspeck-Tipps

75 – 79 Die OWM-Bigband Orchester Wolfgang Menzel bringt besten Swing auf die Bühne

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80 – 81 »Wir fahren nach Berlin!« Die pfiffigsten Energie-Scouts

82 – 83 Genial magischer Unterricht Zauberstab als pädagogische Methode

84 – 85 Homebase Sauerland Kreativität trifft Pragmatismus

86 – 87 Bettnässer gegen Dorffräuleins Die Dorfchallenge in Müschede

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88 – 89 »Wir bilden keine Schläger aus!« In Arnsberg übt sich eine Gruppe im Eskrima

90 ­»Nicht mehr die Aktie des kleinen Mannes« Briefmarkensammler heute

91 – 93 Ein »stolzer Caritäter« Das Leitbild des Christian Stockmann

94 – 95 Ein Sieg auf der Zielgeraden Team Opa gewinnt auf Ersatzmaschine

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Fiona strahlt: 2017 war super!

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Liebe Leserinnen und Leser! Und wieder eine WOLL! Zeit für ein dickes Dankeschön an alle, die uns in diesem ersten Jahr unserer Redaktionsarbeit bei insgesamt vier tollen Ausgaben unterstützt haben – im Team, als Leser und als Anzeigenkunden. DANKE, woll! Denn nur gemeinsam kann WOLL immer wieder neu entstehen. Wir freuen uns sehr, mit unserer WOLL im wahren Sinne des Wortes „gut angekommen“ zu sein – bei Ihnen, liebe Leser und Inserenten. Nicht zuletzt auch dank der über 350 Verteilstellen für 12.000 Exemplare je Ausgabe im gesamten Stadtgebiet. Vor Ihnen liegt eine authentische WOLL – ein authentisches Stück Liebe zu unserer Heimat und zu ihren Menschen.

Lassen Sie die WOLL Ihr Herz erwärmen – trotzen Sie mit uns dieser kalten, oft grauen Jahreszeit. Blicken Sie mit unseren Redakteuren und Fotografen mitten in das Herz einer starken, bunten Region. Übrigens: Viele WOLLGeschichten können Sie auch als Podcast anhören – echte Sauerländer Originale im Originalton und einiges mehr um die Lesege­ schichten herum. Beispielsweise ist unser Bericht zu den „Amecker Saubermännern“ auch als Podcast verfügbar, hören Sie mal rein – es lohnt sich: www.woll-radio.de 

Bernd Grelka

Thomas Lin

Noch mehr WOLL gibt es unter: www.woll-magazin.de www.facebook.com/ WOLL.Arnsberg.Sundern www.woll-verlag.de Viel Lesespaß und einen guten Start in den Frühling wünscht Ihnen Ihr Herausgeberteam WOLL Arnsberg, Sundern und Umgebung

Kirsten Lody

Philipp Nolte

Sandra Peetz

Heike Ruße

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Sa mira & Julia Z W E I PRE IS T R ÄG E RI N N E N D E R FRI E D RI C H U N D C H ARLOT TE MER Z - S TIF TUNG Von Gisela Wilms, Fotos: Phillip Nolte

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er 5. Juli 2017 war für Samira Czubkowski (Grundschule Müschede) und Julia Pelkner (Realschule Hüsten) ein ganz besonderer Tag. Die beiden Mädchen aus Müschede wurden als Beste des jeweiligen Abschlussjahrganges ihrer Schule mit 99 anderen Schülerinnen und Schülern für ihre besonders guten Schulleistungen geehrt. In einer Feierstunde erhielten sie aus den Händen von Friedrich und Charlotte Merz ein Buchpräsent. Wie unterschiedlich die beiden die Auszeichnung erlebt haben, erfuhr WOLL in einem Gespräch.

WOLL: Samira, erzähl doch mal, wie du erfahren hast, dass du ausgezeichnet werden solltest. Samira Czubkowski: Unsere Klassenlehrerin hat mich und zwei andere Mädchen aus der Schulstunde geholt und gesagt, dass wir für unsere guten Noten von der Merz-Stiftung einen Preis bekommen sollen. Zu Hause habe ich einen Brief meiner Mutter gegeben und wir haben im Internet erst einmal nachgelesen, was die Merz-Stiftung ist. In der Schützenhalle in Hüsten waren viele Schülerinnen und Schüler von anderen Schulen. Wir haben erzählt bekommen, welchen Projekten die Stiftung Geld gibt. Zwei Jungen haben sogar ihren selbst gebauten Roboter vorgeführt. Dann wurden unsere Namen aufgerufen und ich bin zur Bühne gegangen. Ich war etwas aufgeregt, weil da so viele Leute waren. Ich habe ein Buch über Biologie geschenkt bekommen, da steht vorne auch drin, warum und von wem ich das bekommen habe. Das ist so toll, dass ich es am nächsten Tag direkt mit in die Schule für den Sachkundeunterricht genommen habe. WOLL: Nun auch eine Frage an die Eltern: Wie haben Sie die Auszeichnung aufgenommen?

Charlotte Merz mit Preisträgerin Samira Czubkowski

Hildegard & Thorsten Czubkowski: Nun, wie Samira schon sagte, haben wir uns erst einmal über die Stiftung informiert. Wir hatten, ehrlich gesagt, vorher noch nichts davon gehört. Natürlich sind wir sehr stolz auf unsere Tochter und denken, dass es ein Ansporn ist. Die Kinder erfahren auf diese Art und Weise, dass es sich lohnt, sich anzustrengen. Nicht wegen des Präsentes, sondern wegen der Wertschätzung im Allgemeinen. Von bedeutenden Personen unserer Stadt gelobt zu werden, ist schon etwas

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Besonderes. Unserer Meinung nach gibt es derartige Auszeichnungen viel zu selten. Es ist doch toll, wenn ein Kind merkt, dass nicht nur die Eltern, sondern auch fremde Personen seine Leistungen würdigen. WOLL: Julia, auch an dich die Frage, was du dachtest, als du von der Preisverleihung erfahren hast. Julia Pelkner: Meine Klassenlehrerin kam in der Stunde zu mir und sagte mir, dass ich Klassenbeste sei und ich dafür einen Preis erhalten sollte. Auch mir war die Stiftung nicht bekannt, vielleicht gab es sie zu meiner Grundschulzeit noch nicht. WOLL: Samira hat erzählt, dass sie die Auszeichnung als Ansporn empfindet, sich weiterhin anzustrengen. Wie sieht das bei dir aus? Julia Pelkner: Na ja, ich habe mich vor allem im letzten Schuljahr angestrengt, weil ich unbedingt die Qualifikation für das Gymnasium haben wollte. Ich glaube nicht, dass die Auszeichnung mich für meine weitere schulische Laufbahn besonders motiviert. Ich möchte studieren, ob mit oder ohne Preis. Dennoch bin ich natürlich ein wenig stolz darauf. Allerdings hätte ich es als gerechter empfunden, wenn nicht die Durchschnittsleistung der Klasse, sondern die der Stufe als Grundlage gedient hätte. So könnte es doch sein, dass meine Noten schlechter sind, als die einer Schülerin aus der Parallelklasse und die nach diesem Auswahlverfahren leer ausgeht. WOLL: Höre ich da ein wenig Kritik aus deiner Antwort? Julia Pelkner: So kann man es sehen. Wie gesagt, die Bes-

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te aus der Klasse zu sein, muss im Vergleich zur gesamten Stufe noch nichts heißen. Im Übrigen denke ich, dass es sinnvoller ist, schwächere Schülerinnen und Schüler zu motivieren, statt die Kinder und Jugendlichen zusätzlich zu belohnen, die durch ihre Noten schon bestätigt wurden. Viele, wenn auch nicht alle Schüler, die nicht so gut sind, geben sich doch auch Mühe. Und vielleicht strengen die sich sogar mehr an als die mit dem Einser-Zeugnis. WOLL: Der Leitspruch der Stiftung heißt: „Wirksam in Bildung investieren“. Wo würdest du das Geld einsetzen? Julia Pelkner: Ich würde ärmere Familien unterstützen, indem z. B. Nachhilfeunterricht für deren Kinder bezahlt wird. Es könnte Geld in die Renovierung oder die Ausstattung von Schulen fließen. Ich denke, dass es da viele Felder gibt, wo das Geld sinnvoll eingesetzt werden kann. Die Auszeichnung für die Grundschüler würde ich beibe-


halten, denn, wie Samira erzählt hat, können die Kleineren so etwas tatsächlich als Ansporn erfahren. WOLL: Nachdem zwei Preisträgerinnen zu Wort gekommen sind, möchten wir uns nun mit der Initiatorin der Merz Stiftung, Frau Charlotte Merz, unterhalten. Frau Merz, beginnen wir mit den kritischen Anmerkungen von Julia. Charlotte Merz: Da muss ich zunächst einmal bemerken, dass die Auszeichnung der besten Schülerinnen und Schüler nur ein Projekt von vielen ist. Die Unterstützung von sozial schwachen Familien, die Julia gerne gefördert wissen will, steht auch in unserem Programm, ebenso wie die Ausstattung der Schulen. Das eine erreichen wir zum Beispiel dadurch, dass wir Stipendien vergeben, und so Auslandsaufenthalte auch dann ermöglichen, wenn die finanziellen Möglichkeiten der Familie begrenzt sind. Das andere durch diverse Investitionen, beispielsweise in Schulbibliotheken. Wir haben damals die Theodor-Heuss-Schule mit Büchern ausgestattet und somit allen Schülern Zugang zur Literatur ermöglicht. Darüber hinaus wurden Klassensätze angeschafft, so dass Eltern entlastet werden konnten. Eines sage ich aber auch sehr deutlich: Meinem Mann und mir ist es wichtig, dass Leistung belohnt wird, auch über gute Noten hinaus. Wir haben den Eindruck, dass der Leistungsstarke zu wenig gesehen wird. Die Schule reagiert sensibel auf Kinder, die aus bildungsfernen Familien kommen, sie erkennt aber selten den Leidensdruck der Hochbegabten. Hier muss ein Umdenken stattfinden. Wir brauchen sicherlich nicht nur Abiturienten, die studieren, aber unsere Gesellschaft ist darauf angewiesen, das geistige Potenzial, das einige Kinder besitzen, auszuschöpfen. Unser Land ist nur dann gut aufgestellt, wenn eine Förderung der unterschiedlichen Begabungen erfolgt. Derzeit herrscht unserer Meinung nach ein Ungleichgewicht zulasten der Leistungsstarken. Dem möchten wir unter anderem durch unsere Prämierung der Jahrgangsbesten entgegenwirken. WOLL: Frau Merz, was war der Anlass für Sie, eine Stiftung zu gründen?

Herzlich Willkommen in der

Ludgeri-Passage in Hüsten

Charlotte Merz: Das war der 50. Geburtstag meines Mannes. Er hatte seine Gäste gebeten, ihm nichts zu schenken, sondern für unsere Stiftung, die wir kurz zuvor ins Leben gerufen hatten, zu spenden. Ihm und mir war es schon lange ein Bedürfnis, in Bildung zu investieren, um nachhaltig fördern zu können. WOLL: Wer kann einen Antrag auf Förderung stellen? Charlotte Merz: Grundsätzlich jeder, Einzelpersonen, Schulen oder Vereine. Auf unserer Homepage www. merz-stiftung.de ist das unbürokratische Verfahren beschrieben. Der Vorstand, der aus zwei Frauen und zwei Männern besteht, entscheidet, ob ein Projekt gefördert wird oder nicht. In Bezug auf die Auszeichnung der Jahrgangsbesten schreiben wir die Schulen an und bitten, uns die Namen mitzuteilen. Leider haben bisher nicht alle Schulen im Arnsberger Stadtgebiet von dem Angebot Gebrauch gemacht. WOLL: Dennoch haben viele Kinder in den letzten 10 Jahren von Ihrer Stiftung profitiert. Bekommen Sie Rückmeldungen? Charlotte Merz: Ja, vor allem von den Grundschulkindern und deren Familien. Das Strahlen bei der Preisverleihung ist eine schöne Bestätigung unserer Bemühungen. WOLL: Erinnern Sie sich in diesem Zusammenhang an eine besondere Begebenheit? Charlotte Merz: Das war sicherlich der kleine Zehnjährige, der sich über seine Auszeichnung so gefreut hat, dass er meinem Mann zurief: „Und in neun Jahren stehe ich wieder hier!“  ■

Falls Sie spenden möchten, bitte auf das folgende Konto: Friedrich und Charlotte Merz Stiftung für Bildung und Ausbildung Commerzbank Meschede · IBAN: DE66 4644 1003 0233 0306 00

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E-Bike on Ladestati WOLL  Februar 2018 

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Ein Leben für die Kunst DER KER AMIKER DIETER BLEFGEN Von Manfred Haupthoff

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iele Wege führen zur Kunst und von der Kunst zu uns selbst. Dieter Blefgen hat da, wie ich finde, seinen eigenen, ganz speziellen Weg gefunden. Schon früh zeichnete sich eine ganz besondere Leidenschaft für den gestalterischen Umgang mit Ton ab. Ein geerdetes Material, so eng verbunden mit der Erde, wie dieser Sauerländer Künstler selbst. Ton. Erst gestaltlos, dann sich der Kreativität und dem Willen des Künstlers unterwerfend, welcher alles Erdenkliche und Mögliche aus dem Material formen kann. Vorausgesetzt, ein Künstler versteht sein Handwerk.

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Seit Jahrtausenden arbeiten Menschen mit diesem Material, formen daraus Gefäße, Skulpturen und Objekte. Ein breit gefächertes Wissen um die spezifischen Eigenschaften des Grundstoffes, aber auch die Neigung und Fähigkeit zum Entdecken neuer, experimenteller und ungewöhnlicher Lösungsansätze zeichnen den Künstler und Kunsthandwerker Dieter Blefgen in besonderer Weise aus. Eine ästhetisch ansprechende Formsprache, verbunden mit einer dazu passenden Oberflächenbehandlung ist hierfür unabdingbar. Dieter Blefgen hat das Material Ton verstanden, kann an und mit diesem Material seine Kreativität ausleben und keramische Meisterwerke erschaffen. Als einer der be-

kanntesten Künstler des Sauerlandes ist Blefgen Künstler, Kunsthandwerker, Kunstlehrer und Kunstdozent in einer Person. Seine Intention ist, die gestalterische Arbeit auf das Wesentliche zu reduzieren und damit eine künstlerische Erhöhung und Aussage zu generieren. Die Vielseitigkeit des Künstlers zeigt sich in Arbeiten aus den Bereichen der klassischen Keramik und der von japanischer Zen-Kunst beeinflussten Raku-Technik. Auch Bereiche der experimentellen Malerei, in Kombination mit keramischen Bestandteilen, gehören zu seiner außergewöhnlichen, künstlerischen Arbeit. Jedes seiner Werkstücke ist aufgrund einer besonderen Farbigkeit, der speziellen Glasur, der ausgefallenen Oberflächenstruktur

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JULIA BRÜMMER GEB. BLEFGEN geb. 1980 in Arnsberg 2012 – 2015 Ausbildung zur staatlich geprüften Keramikgestalterin 2005 – 2012 Berufstätigkeit, Garmisch-Partenkirchen 2004 Diplom Sozialpädagogin, Köln Teilnahme an der Wettbewerbsausstellung zum Westerwaldpreis „Keramik Europas“, 2014 www.jb-keramikatelier.de

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und einer Verbindung mit besonders ausgesuchten, oxydierten Metallen ein absolutes Unikat des Künstlers – aus einer Vision heraus erschaffen und meisterhaft umgesetzt in ein perfektes handwerklichen Ergebnis. Dieter Blefgen hat sein handwerkliches Wissen über viele Jahre hinweg in VHS-Workshops und Kunstsommerateliers weitergegeben. Seine zahlreichen Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen, u. a. in Japan, München und auf Sylt haben ihn auch über die Region Arnsberg hinaus bekannt gemacht. Arbeiten von ihm stehen in der Münchener Galerie für angewandte Kunst und in Keitum auf Sylt im bekannten „Witthüs“. Dieter Blefgen ist Mitglied im ADK und in der Arnsberger Künstlergruppe SEPIA.

Wer sein gastfreundliches Atelier in der Breslauer Straße des Stadtteils Alt-Arnsberg besucht, ist fasziniert von der Vielzahl der zu besichtigenden Exponate. Es gibt viel zu schauen und zu fragen. Vielleicht ergibt sich auch die Gelegenheit, die Werkstatt an einem Tag des offenen Ateliers oder zu einer Hausausstellung zu besuchen. Es lohnt sich in jedem Fall. Besonders an Brenntagen ist es im Atelier ausgesprochen spannend. Beim Raku-Brand wird das fast noch glühende Werkstück in einen Behälter mit Sägespänen gegeben. Durch die rasche Abkühlung entstehen zufällige Risse in der Oberfläche. Der Kohlenstoff der verbrannten Sägespäne setzt sich in die Risse und erzeugt so eine besonders interessante Struktur mit absolutem Unikatcharakter. Das macht jedes Werkstück wirklich einzigartig und unverwechselbar.

Die Verbindung von Chaos und perfekter Form erzeugt hier eine starke Spannung und entspricht damit den japanischen ZEN-Begriffen von WABI und SABI. Dieter Blefgen hält wenig von technischen Hilfsmitteln. Er formt und gestaltet seine Raku-Gefäße ausschließlich mit den Händen. Das steht in einem starken Gegensatz zu industriell hergestellter Massenware und macht so auch einen großen Teil der Faszination dieses kunstvollen Handwerks aus. Da der Apfel bekanntlich nicht weit vom Stamm auf den Boden fällt, hat sich auch Tochter Julia dem Töpfern und der Keramik verschrieben. Inzwischen in Koblenz verheiratet und Mutter zweier Töchter, hat sich Julia Brümmer auf das Drehen von kunstvoller Keramik mittels Drehscheibe spezialisiert.

Beim Raku-Brand wird das fast noch glühende Werkstück in einen Behälter mit Sägespänen gegeben. Durch die rasche Abkühlung entstehen zufällige Risse in der Oberfläche. Der Kohlenstoff der verbrannten Sägespäne setzt sich in die Risse und erzeugt so die für Raku charakteristische Struktur.

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Maria Blefgen, seine Ehefrau, kümmert sich derweil um die Organisation und das Geschäft. Wie heisst es doch so schön … „Hinter jedem erfolgreichen Mann …“ Dieter Blefgen, geboren 1949 in Arnsberg, studierte von 1968 bis 1971 am Staatlichen Pädagogischen Lehrinstitut Kunst mit dem Schwerpunkt Keramik. Seit 1973 war er als Fachlehrer für Kunst an der Realschule Hüsten tätig. Ab dem Jahr 1974 folgte die Einrichtung einer eigenen Werkstatt und Lehrtätigkeit an der Volkshochschule der Stadt Arnsberg. Ab 1986 Beschäftigung mit alternativen Brennverfahren und RAKU. Mitgliedschaft in der Arbeitsgemeinschaft Handwerk-Kunst-Design im AdK. Mitglied der Arnsberger Künstlergruppe SEPIA.

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Zahlreiche Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen in europäischen Ländern, sowie in Japan. Arbeiten in privaten und öffentlichen Sammlungen und in Museen. Inspirieren lässt sich Dieter Blefgen in seinen Arbeiten von Bildern, Landschaften, Oberflächenstrukturen und architektonischen Details. Dieter Blefgen abstrahiert die Motive und reduziert sie auf das Wesentliche. Hier steht er in der Tradition von Paul Klee, den er als Maler bewundert und der schon 1908 sagte:

»REDUK TION. MAN WILL ME H R SAG E N A L S D I E N AT U R U N D M AC H T D E N UNMÖGLICHEN FEHLER, ES MIT MEHR MIT TELN SAG E N ZU WO LLE N , A N S T A T T M I T W E N I G E N .«

MEDIENBERATER/IN WOLL Magazin

Für das WOLL Magazin Arnsberg, Sundern und Umgebung suchen wir eine/n engagierte/n Medienberater/in. Was man dazu braucht? Den nötigen „Biss“, Spaß am Telefonieren und an Kundenbesuchen, ein souveränes, freundliches Auftreten sowie Stärke im Abschluss. Wir bieten die Möglichkeit zur Umsetzung eigener Ideen und ein tolles Team.

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Ihre Ansprechpartnerin: Kirsten Lody redaktion@woll-ans.de

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Fiona gibt Gas Totale Action, Adrenalin pur

Achtung Milchkontrolle! Markus Fecke an die Kuh!

Bernhard und Bianca Die sauerländische Variante zur Mäusepolizei

Zehn Fragen auf der WOLL-Bank Vom Bürgermeister zum Regierungspräsidenten

Tschüss Petrischule Bewegendes Kapitel Hüstener Geschichte endet

WOLL Magazin für Arnsberg, Sundern und Umgebung

Titelfoto Thomas Mosch

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Wiedereröffnung von innogy vor Ort in Arnsberg Bunte Eröffnungsfeier mit zahlreichen Besonderheiten und Aktionen

Mit einer bunten Eröffnungsfeier öffnete die innogy SE im November 2017 erneut die Türen ihrer Kundenanlaufstelle in Arnsberg. Nach umfangreichen Umbaumaßnahmen gab es bei innogy vor Ort an diesem Tag zahlreiche Besonderheiten und Aktionen. Zusätzlich wurde eine Führung durch die neuen Räumlichkeiten angeboten. Ein besonderer Fokus lag auf den neuesten SmartHome-Produkten. Dazu wurden natürlich wieder die bewährten Services von innogy vor Ort angeboten.

„Die regionale Präsenz ist uns sehr wichtig. Wir freuen uns, dass wir den Kunden in Arnsberg weiter mit kompetenter Beratung zur Verfügung stehen können“ Christian Borchert, Teamleiter Privatkunden

spannenden Aktionen. So war beispielsweise auch ein Elektrosportwagen der Marke Tesla vor Ort zu bewundern. Des Weiteren erhielt jeder Besucher eine kleine Überraschung als Eröffnungsgeschenk. innogy vor Ort bietet Beratung zu individuellen Strom- und Erdgasangeboten, Ummelde-Service beim Wohnungswechsel, Abschluss von Energielieferverträgen sowie Beantwortung von Fragen zu Abrechnungen und vieles mehr. Neben der reinen Produktpalette für Strom und Erdgas hat sich das Angebot stark in Richtung energieeffizienter Anwendungen und moderner Energielösungen wie z.B. innogy SmartHome verlagert. Die neue Technik wird durch eine neue SmartHome-Wand anschaulich dargestellt und erläutert.

innogy vor Ort, Hellefelder Str.8, 59821 Arnsberg Die Besucher der Wiedereröffnung von innogy vor Ort waren begeistert von den

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Montag bis Donnerstag von 9.00-13.00 Uhr, sowie von 14.00-18.00 Uhr. Freitags stehen die Mitarbeiter von 9.00-12.30 Uhr zur Verfügung.


innogy.com/smarthome

Smart wird simpel. Mehr Sicherheit für Ihr Zuhause mit innogy SmartHome. Unser Zuhause ist uns heilig – als sicherer Rückzugsort und Ausgleich von Arbeit und Alltag. Damit das so bleibt, sollten Sie jetzt aktiv werden. Während der SmartHome Erlebniswoche vom 26.02. bis 02.03.2018 informieren wir Sie zu Vorsorge- und Sicherheitsmaßnahmen und stellen Ihnen praktische Anwendungen und die leicht zu bedienende SmartHome-Technik vor. Energie wird innogy. innogy Hellefelder Str. 8 59821 Arnsberg Mo – Do Fr

9.00 – 13.00 Uhr 14.00 – 18.00 Uhr 9.00 – 12.30 Uhr

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»Flotte Kugel« rollt wieder K I N D E R K A R N E VA L S Z U G S U N D E R N FE I E RT D I E 50. AU FL AG E Von Philip Stallmeister, Fotos: Sandra Peetz, Philipp Nolte, Philip Stallmeister, Anja Hilburg

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s soll ja rheinische Karnevalsmuffel geben, die zur fünften Jahreszeit der Jecken dem Trubel entfliehen und dann im Sauerland abtauchen möchten. Die Hoffnung auf ein „ruhiges Wochenende“ wird für manchen Unwissenden schnell zunichte gemacht, denn in vielen Orten im „WOLL-Land“ wird das kulturelle Brauchtum sorgsam gepflegt. Auch in Sundern wird zu Karneval gerne und kräftig gefeiert. Wie ein Blitz aus heiterem Himmel traf Ende 2016 daher bei vielen Sunderanern die Nachricht ein, dass es 2017 keinen Umzug, in Sundern als Kinderkarnevalszug bekannt, geben solle. Die Verantwortlichen der Karnevalsgesellschaft „Flotte Kugel“ hatten den für den 26. Februar 2017 geplanten Umzug Ende 2016 aufgrund der hohen Auflagen für die Sicherheit und dem damit verbundenen Personalbedarf abgesagt. „Sicherung zu aufwändig: Sundern sagt Karnevalsumzug ab“, titelte die Westfalenpost Mitte Dezember 2016. Mit der IG Kinderkarnevalszug fand sich dann doch noch eine Organisationsgruppe für einen abgespeckten Zug zum gewohnten Termin am Sonntag

li.: Michael Horrig, Pressesprecher; re.: Bernd Zöllner, Präsident der KG „Flotte Kugel“

vor Rosenmontag und somit fand die Tradition keinen Abriss. Die Flotte Kugel Sundern (FKS) ist den Freunden von der IG dankbar, denn die FKS hat sich nun wieder breiter aufgestellt und kommt als Organisator wieder richtig ins Rollen, setzt aber auch auf die Erfahrungen der IG mit einem verkürzten beziehungsweise geänderten Weg des Umzugs. „Durch die Neuzugänge im Vorstand ist es uns möglich, das Jubiläum ‚50 Jahre Kinderkarnevalsumzug in Sundern‘ wieder in eigener Regie durchzuführen“, freut sich FKS-Präsident Bernd Zöllner auf Sonntag, 11. Februar, der dieses Mal zum Jubiläum besonders vielfältig sein wird. Mittlerweile seit einigen Jahren ein fester Bestandteil des Umzugs ist auch die Trommelgruppe Samba Piranha aus Sundern. „Erst haben wir nur dabei gestanden und gehen jetzt vorne im Zug mit. Es ist fast schon Tradition und macht Spaß, die Leute in Stimmung zu bringen“, sagt Hermann Weinhardt von der Sunderaner Sambagruppe, die seit 2001 brasilianische Klänge ins Land der tausend Berge bringt. IG Karnevalszug setzt auf Nachhaltigkeit und richtet den närrischen Jahrmarkt aus. Mit den Musikern von Samba Piranha an der Spitze möchte der Geschäftsführer der IG Karnevalszug, Bernd Scherer, einen neuen Rekord auf dem närrischen Jahrmarkt, den die IG im Anschluss an den Umzug auf dem Sunderaner Rathausplatz organisiert, aufstellen: „Wir planen die längste Polonaise des Sauerlandes.“ Scherer, auch langjähriger Macher bei der Flotten Kugel, und seinen rund 340 Mitstreitern schwebt mit der IG ein Dachverband des Sunderaner Karnevals vor. „Wir freuen uns auf weitere Mitglieder aus allen Vereinen und den Dörfern. Das Brauch-

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tum aufrecht zu halten, geht nur gemeinsam“, betont Scherer. Am Karnevalssonntag möchte die IG ein Zeichen Richtung Nachhaltigkeit setzen: „Wir haben Kamellebeutel aus Bamwolle bestellt und lassen die in Zusammenarbeit mit den Kindergärten individuell gestalten.“ So werden die Kinder mit bunten Beuteln am Straßenrand während des Umzugs auf Leckereien warten. Karneval in Sundern ist aber nicht nur der Kinderkarnevalsumzug. Zudem wird es auch wieder die große Prunksitzung (3. Februar) und den Altweiberball (8. Februar) geben. „Die Bütt“ im Sunderaner Kar-

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neval hat in dieser Session dann eine doppelte Bedeutung. Sie steht nicht mehr nur für das Pult, das bei der Prunksitzung von dem Sunderaner Urgestein Pat oder dem Bauchredner „Der Minze“ für ihre Büttenreden genutzt wird, sondern auch für das neue Vereinsorgan der FKS. Drei Mal im Jahr möchten sich die Sunderaner Karnevalisten mit ihrer Zeitschrift „Die Bütt“ der Öffentlichkeit präsentieren. „Wir möchten mit dem Heft zeigen, was wir das ganze Jahr über machen“, sagt Michael Horrig, Pressesprecher der FKS und mit Sabrina Hölscher und Christian Brechmann Teil des Redaktions-

teams von „Die Bütt“. Er ergänzt: „Im Prinzip sitzen wir vom Vorstand jede Woche zusammen.“ Nur nach den tollen Tagen wird sich eine kleine Verschnaufpause gegönnt. Dass der Karneval in Sundern Tradition hat und von Generation zu Generation weitergegeben wird, zeigt sich auch am Kinderprinzenpaar Prinz Justus Flügge (10) und Prinzessin Emilie Heimann (11), das bei der mit dem Elferrat Hövel gemeinsamen durchgeführten Sessionseröffnung am 11. November 2017 vorgestellt wird. Die Prinzessin ist nämlich die Enkelin der allerersten FKS-Prinzessin vor 50 Jahren, Brigitte Apolinarski. Damit es nicht wieder eine Situation wie in der vergangenen Session gibt, bei der die Ausführung des Kinderkarnevalsumzugs in Sundern am seidenen Faden hing, setzen die Verantwortlichen der FKS auf die Zusammenarbeit mit den Karnevalisten in den Dörfern rund um Sundern. „Wir haben uns auf die Fahne geschrieben, andere Vereine einzubinden, um den Umzug zusammen zu stemmen. Das macht viel mehr Sinn.“ Mit dem gemeinsamen Sessionsauftakt in Hövel wurde ein Beginn gemacht. Die übergreifende Kooperation in der Interessengemeinschaft ist ein


nächster Schritt. „Für einen Verein ist das Ganze mittlerweile schon fast zu viel“, sagt Scherer im Hinblick auf die verschärften Bestimmungen. Mit rund 340 Mitgliedern ist die Flotte Kugel zwar der drittgrößte Verein in Sundern nach der Schützenbruderschaft und dem Sportverein TuS, doch es fehlen wie vielerorts junge Erwachsene, die sich dauerhaft einbringen. „Die Jugendarbeit beginnt bei den Mädchen, die Garde Olaf Baumeister, tanzen, mit sechs, aber viele gehen Ehrensenator der KG „Flotte Kugel“ Prunksitzung nach der Schule zum Studium weg Schützenhalle Sundern und fehlen dann als Trainerinnen“, Samstag, 3. Februar (Einlass 18 Uhr): sagt Zöllner, dessen Tochter als Altweiberball Beginn 19.11 Uhr. Magic Maschke Gardetänzerin für KarnevalsbeSchützenhalle Sundern führt musikalisch durch den Abend und spielt nach der Donnerstag, 8. Februar geisterung in der Familie sorgte. Sitzung zum Tanz auf (Infos: www.magic-maschke.de). (Einlass 16 Uhr): Das Vorstandsteam hat sich laut Andreas Siebert moderiert den Abend. Weitere MitwirkenHorrig folgendes Ziel gesetzt: „Wir de sind Hettwich von Himmelsburg alias Anja Geuecke DJ Fleischhauer und aus Attendorn, Mirinda, Büttenrednerin von der Karnemöchten jetzt so feste Wege tramDJ Beatbear, valsgesellschaft Blau-Weiß Neheim, das Sunderaner Kostümprämierung peln, dass es in zwei, drei Jahren Urgestein Pat, der Bauchredner „Der Minze“, die so feste Pfade sind, dass unsere KinderPrinzengarde und als Überraschungsgast Karnevalsumzug, das „Sauerländer Staatsballett“. Nachfolger diese bequemer begehen 11. Februar, 14 Uhr: können.“ Es sollen also Automa50 Jahre Jubiläums-Umzug mit tismen entstehen, die möglichen Fußtruppen und Karnevalswagen, Nachfolgern eine einfachere Arbeit Prämierung der besten Teilnehmer Veranstaltungen ermöglichen. Schließlich möchte Karnevalsparty nach dem Umzug der FKS im Karneval Sundern in 50 Jahren den 100. Schützenhalle Sundern, (Einlass 16 Uhr): Ein DJ heizt allen Karnevalisten ein, Sundern: Kinderkarnevalsumzug feiern!  ■ ab 20 Uhr spielt die beliebte Band Madison aus Paderborn Infos: www.madison-band.de

SCHMITTE

1896 WERBETECHNIK Manufaktur

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DAS DART-PRINZIP Q UA L I FIZI E RT E U N D MOT I V I E RT E M I TA R B E I T E R S I N D D I E E R F O LG S FA K TO R E N Von Hermann-J. Hoffe, Fotos: Tom Linke

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enn es heute um die Produktivität und die Mitarbeiterzufriedenheit am Arbeitsplatz geht, zählen ergonomische Gesichtspunkte sowohl unter leistungsorientierten als auch unter gesundheitlichen Aspekten zu den entscheidenden Faktoren. Und hier kommt DART Fördertechnik aus Arnsberg ins Spiel. Denn DART bietet vom kleinen Hebesystem mit einer Tragleistung von 50 kg bis zum gewaltigen 100-Tonnen-Brückenlaufkran selbst für komplizierteste Situationen und Anwendungen maßgeschneiderte Lösungen an. „Jedes Arbeitsplatzsystem sollte heute auf optimales Handling ausgerichtet sein. DART-Fördertechnik bietet hier komplette Lösungen aus einer Hand: vom Gebäudekonzept über Materialflusssysteme bis zur Fördertechnik ist alles optimal aufeinander abgestimmt“, erklärt Axel Ditz, einer der beiden Inhaber und Geschäftsführer des gerade 25 Jahre jungen Unternehmens.

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KOMPLETTLÖSUNG VOM HALLENBAU BIS ZUR FÖRDERTECHNIK Das Team von DART-Fördertechnik errichtet deutschlandweit und in den benachbarten Ländern Industriehallen, optimiert Produktionsabläufe und baut auf die Kundenbedürfnisse abgestimmte Krananlagen. Und das seit nunmehr 25 Jahren so gut und erfolgreich, dass DART-Fördertechnik zu den führenden Spe-

zialisten in diesem Marktsegment gehört. Namhafte Unternehmen aus der Industrie, darunter so bekannte Namen wie Wepa, Desch, Duropal, Mercedes-Benz und BMW zählen ebenso zu den Kunden, wie kleinere und große Handwerksunternehmen sowie öffentliche Institutionen. Axel Ditz: „Unsere Referenzen geben den Kunden die absolute Sicherheit, mit DART-Fördertechnik den richtigen Partner gefunden zu haben.“

EIN STARKES TEAM UND ZUVERLÄSSIGER SERVICE Eine wichtige Grundlage für die guten Kundenbeziehungen ist der Rund-um-die-Uhr-Service an jedem Tag im Jahr. So lassen sich Störungen und Stillstand in der Produktion


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sicher vermeiden. Eine hochqualifizierte Ausbildung und die ständige Schulung aller Mitarbeiter garantieren dieses herausragende Leistungsangebot bei DART-Fördertechnik. Axel Ditz und sein Partner Thomas Reiß legen daher allergrößten Wert auf die fachliche, soziale und kommunikative Qualifikation des gesamten Teams. „Wenn wir unserem Anspruch und unseren Prinzipien ‚Mit einem guten Partner schafft man mehr‘ wirklich gerecht werden wollen, dann müssen wir als DARTTeam in jeder Phase überzeugen“, so Thomas Reiß.

BESTE BERUFSCHANCEN FÜR BEGEISTERTE FACHKRÄFTE DART-Fördertechnik zählt zu den anerkannten und ausgezeichneten Ausbildungsbetrieben im Sauerland. Junge Sauerländer finden als Industriemechaniker oder Industrieelektroniker in der Fachrichtung Betriebstechnik beste Rahmenbedingungen

Ausbildung: Thomas Reiß mit Carsten Schäfers

für eine qualifizierte und zukunftssichere Ausbildung. Das gilt auch für Metallbauer in der Fachrichtung Konstruktionstechnik. Axel Ditz: „Um die Ausbildungsplätze für die Industriekaufleute bewerben sich heute zehnmal mehr junge Menschen als um die technischen Berufe. Doch gerade hier gibt es die besten Möglichkeiten für junge Karrieren, dazu mit hervorragenden Gehaltsperspektiven. Es lohnt sich für Jungen und Mädchen auf jeden Fall in diese Berufsfelder reinzuschnuppern und dann einen Job mit Perspektive zu finden.“ Aber nicht nur Auszubildende haben bei DART- Fördertechnik attraktive berufliche Perspektiven. „Durch die kundenspezifischen Lösungen werden die Aufgaben und Einsätze unserer Mitarbeiter nie langweilig. Der Aufbau der Anlagen und die Serviceeinsätze sorgen dafür, dass unsere Mitarbeiter im Laufe des Jahres neue Kunden, neue Orte und überhaupt

viel Neues kennenlernen“, erzählt Axel Ditz mit Begeisterung. Die Auftragslage von DART-Fördertechnik ist hervorragend. Neue Auszubildende und neue Mitarbeiter werden gesucht. Interessante und herausfordernde Aufgaben und Tätigkeiten garantiert.

DART

FÖRDERTECHNIK

DART Fördertechnik GmbH Wiebelsheidestraße 12 – 14 59757 Arnsberg · Tel. 02932 97380 personal@dart-foerdertechnik.de www.dart-foerdertechnik.de Ausbildungsberufe / Berufsfelder: · Industriemechaniker/in · Industrieelektroniker/in Fachrichtung Betriebstechnik · Metallbauer/in Fachrichtung Konstruktionstechnik · Industriekaufmann/-frau

Ausbildung: Dustin Barczewski mit Axel Ditz

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Im Wasser groß geworden M O R I T Z K E M P E R : „ D I E L U S T A U F WA S S E R U N D SC HWIMMEN H ABE IC H, DIE GEHT MIR NIC HT VERLOREN“ Von Paul Senske, Fotos: Tom Linke

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as Schwimmen wurde ihm praktisch in die Wiege gelegt. „Ich bin im Wasser groß geworden“, sagt Moritz Kemper. Der 20-Jährige Polizeikommissar-Anwärter ist der beste Schwimmer des Sauerlandes. In diesem Jahr will Kemper „ganz oben anklopfen“ und in seinen Paradedisziplinen 50 und 100 Meter Brust zu den besten deutschen Schwimmern gehören. „Die Lust auf Wasser und Schwimmen, die habe ich, die geht mir nicht verloren“, sagt der Top-Athlet des SV Neptun Neheim-Hüsten. „Moritz ist unser Aushängeschild. Er motiviert dadurch viele andere Schwimmer des Vereins zu Höchstleistungen“, erklärt Neptun-Chef Dieter Langer. „Er ist total bodenständig und hat sich über den Schwimmerkreis hinaus Respekt und Anerkennung erworben.“ Schaut man auf seine Familie und das Umfeld, so waren die Vorzeichen für die Schwimmkarriere von Moritz

ideal. Seine Familie und seine Verwandten sind dem Schwimmsport seit Jahrzehnten verbunden und treibende Kräfte des SV Neptun. Seine Mutter Karin war unter ihrem Mädchennamen Lutter unter anderem Deutsche Jahrgangs-Vizemeisterin über 100 Meter Brust. Ihre Schwester Barbara Stobbe gehörte ebenfalls unter ihrem Mädchennamen Lutter der legendäreren Frauen-Riege des SV Neptun an, die große Erfolge in der Mannschafts-Bundesliga feierten. Der erfolgreichen Schwimmdynastie Lutter gehört ebenfalls Gerd Lutter, der Onkel von Moritz an. Diese große Tradition haben die Großeltern von Moritz gegründet: Elisabeth und der im letzten Jahr gestorbene Neptun-Ehrenvorsitzende Heinz Lutter. „Meinen Großeltern haben wir viel zu verdanken“, betont Moritz. Sein Weg ins Wasser führte zunächst zum Babyschwimmen im Therapiebecken. Doch schnurstracks verlief der weitere Weg des Müscheders zunächst

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Ein starkes Team Karin, Andreas und Moritz Kemper, Dieter Langer, Thorsten Juds

nicht. „Ich habe alles ausprobiert, Fußball, Volleyball und Tennis“, sagt Moritz. „Die Leidenschaft fürs Wasser war schließlich entscheidend. Mit neun Jahren habe ich mich fürs Schwimmen entschieden.“ Die Schwimmkarriere begann – und wie. Die Siege bei den Kreismeisterschaften in allen vier Disziplinen – Brust, Schmetterling Rücken und Kraul (Freistil) – bildeten den Auftakt. „Bereits mit zwölf Jahren gehörte ich als Fördertalent der ersten Mannschaft an.“ Großen Anteil an der Entwicklung des begnadeten SchwimmTalents hatte das Trainer-Team des SV Neptun. Mit 13 Jahren wurde Ulrich Diese sein Trainer. Danach folgte Torsten Juds, der auch heute noch sein Coach ist. Die Trainingseinheiten im NASS und im Neheimer Freibad wurden länger und intensiver, vier bis fünf Mal pro Woche ging es ins Wasser, zuvor stand Krafttraining auf dem Programm. „Wichtig war die sehr gute TechnikAusbildung.“ Die Erfolge stellten sich ein: Zunächst bei den Bezirksmeisterschaften, dann auf NRW-Ebene. Er wurde NRW-Jahrgangsmeister in seinen „Paradedisziplinen“ 50 und 100 Meter Brust. „Ich habe gemerkt, dass aus mir was werden kann und mir das Leistungsschwimmen große Freude bereitet.“ Mit 17 Jahren machte er auch national auf sich aufmerksam: 2014

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wurde er Deutscher Jahrgangsmeister über 50 Meter und Vizemeister über 100 Meter Brust. „Mein Ziel war, meine Mutter zu toppen, die Jahrgangs-Vizemeisterin über 100 Meter Brust geworden war. Das ist mir gelungen.“ Und wie hat die Mutter reagiert? „Meine Mutter war stolz auf mich, auch mein Vater Andreas und meine Schwester Johanna.“ 2014 nahm Moritz auch an einem Trainingslager des Junioren-Top-Teams NRW in Südafrika teil. „Der Aufenthalt in Kapstadt war ein einmaliges Erlebnis.“ Das gilt auch und besonders für ein „überragendes Erlebnis“ auf der 18. HSK-Sportgala am 11. April 2015 in der Olsberger Kur- und Konzerthalle: Moritz wurde als „HSK-Sportler des Jahres“ geehrt – und das ausgerechnet an seinem 18. Geburtstag. „Diese Auszeichnung erfüllt mich mit Stolz und Freude“, erklärt Moritz, dessen Karriere weiter an Fahrt aufnahm. 2017 sicherte er sich den Titel über 50 Meter Brust bei den offenen NRW-Meisterschaften. Bei den Deutschen Juniorenmeisterschaften in Berlin gewann er den Titel über 100 Meter Brust in der Zeit von 1:3,47 Minuten. Über 50 Meter Brust landete er mit 28,47 Sekunden auf dem zweiten Platz. „Mit diesen Erfolgen hatte ich nicht gerechnet. Das war überraschend, überragend und gut.“ Bei den Europäischen Polizeimeisterschaften in Hanno-

ver (28.8. bis 1.9.2017) sicherte er sich Silber über 50 Meter Brust und schwamm über 100 Meter auf Rang vier. Mit der 4 x 100 m Lagenstaffel holte er Silber hinter Russland. „2017 war ein intensives Jahr. Die Saison war lang und erfolgreich.“ In diesem Jahr beginnt für den angehenden Polizeikommissar ein neues Kapitel. „Die Zeit der Jahrgangsmeisterschaften ist vorbei. Jetzt geht es darum, ganz oben anzuklopfen.“ Das heißt: Moritz will bei den offenen Deutschen Meisterschaften über 50 und/oder 100 Meter Brust das A-Finale der besten deutschen Schwimmer erreichen. „Klar, das Training muss noch einmal gesteigert werden", erklärt Moritz, der darauf hinweist, dass „zu große Muskelpakete bei Schwimmern kontraproduktiv“ seien. „Der Muskelaufbau muss richtig abgestimmt sein, damit die Wasserlage des Körpers stimmt. Es darf nicht sein, dass man vor lauter Kraft nicht mehr richtig schwimmen kann.“ Moritz ist sicher, dass er seine (gesteigerten) Ambitionen im Schwimmbecken mit seiner beruflichen Ausbildung gut vereinbaren kann. „Bisher hat das auch geklappt. Das bekomme ich schon unter einen Hut.“ Im September 2018 will er seine Polizeikommissar-Prüfung ablegen. Bis dahin läuft noch seine dreigliedrige Ausbildung: In der FH Dortmund geht es um die Theorie, das „Trainingsmodul“ findet in der Polizeischule in Selm/Bork statt. Die Praxis absolviert er bei der Polizei in Brilon. Seine sportliche Zukunft hat er fest im Visier: „Ich habe fest vor, die nächsten Jahre erfolgreich zu schwimmen und meine Zeiten zu verbessern. Der Leistungssport macht Spaß. Ich habe in meiner Jugend nichts verpasst, trotz des harten Trainings und der notwendigen Disziplin. Ich bin mit mir im Reinen, mein soziales Umfeld ist großartig.“  ■


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... Unverfälscht, solide, beachtenswert ...“

SC HLEMMEN UND GENIESSEN BEI SC HÜTTES, DAS GEHT IMMER. Die bekannten Restaurantführer bescheinigen der Küche vom Landhotel Gasthof Schütte seit Jahren eine sehr gute Qualität. Ob Gault-Millau, Vartaführer, Aral Schlemmeratlas oder andere – die Urteile und Bewertungen sind eine erfreuliche Bestätigung für die Philosophie des Hauses. Seit 1987 zeichnet Küchenchef Martin Friedrich für dieses beständige Lob verantwortlich. Gemeinsam mit 20 Mitarbeitern serviert er Tag für Tag saisonal abgestimmte Gerichte, die Tradition und Zeitgeist frisch, vielseitig und betont klar vereinen. Die Küche bei Schüttes ist täglich von 12:00 bis 14:00 Uhr und von 18:30 bis 21:30 Uhr geöffnet.

FEIERN IM LANDHOTEL

Familienfeiern sind bei Schüttes in besten Händen. Die zentrale Lage von Oberkirchen erspart gerade Familien, die an vielen Orte in der Republik wohnen, viel Zeit und eine Menge Stress bei der Vorbereitung und Durchführung von Jubiläen, Hochzeiten, Geburtstagen oder anderen Familienfeierlichkeiten. Neben Empfang, Kaffee, Menü, Buffet etc. kümmert sich das Schütte-Team um alles, was für eine perfekte Feier erforderlich ist. Und für die Unterbringung der Gäste ist natürlich ebenfalls bestens gesorgt.

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Hotelchef Karl Anton Schütte legt allergrößten Wert auf gute Weine. Ein ausgesuchter Querschnitt aus vielen bekannten Anbaugebieten der nationalen und internationalen Weinwelt, aber auch edle Tropfen weniger bekannter Adressen zeichnen die Weinkarte aus. Hausgäste dürfen sich auf die über das Jahr verteilt stattfindenden Winzer-Präsentationen freuen.

Landhotel Gasthof Schütte Eggeweg 2 | 57392 Schmallenberg-Oberkirchen | Telefon 02975 82-0 | www.gasthof-schuette.de | info@gasthof-schuette.de

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Klaus Fischer – ein Sammler unter Jägern S A M M L E R S I N D S E LT E N E E ­ XEMPL ARE I N D E R S AU E R L Ä N D E R D OMS TA DT Von Verena Sen, Fotos: Tom Linke

Dass es viele Jäger gibt in Neheim, wissen die meisten. Sammler dagegen sind seltenere Exemplare in der sauerländer Domstadt. Die Woll-Redaktion hat einen von ihnen getroffen: Klaus Fischer, Neheim-Hüstener Urgestein und begeisterter Sammler von allem, was mit der Stadt und ihrer Umgebung zu tun hat. Schon als Kind hat ihn die Sammelleidenschaft gepackt: „Was Oma und Verwandte so hatten und wegschmeißen wollten – da dachte ich, das behalten wir mal“, erinnert sich Klaus Fischer an das, was einmal als Hobby begann und inzwischen sein einzigartiges, privates Industriemuseum „Werk Neheim“ füllt.

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Seine ersten Sammlerstücke, mit denen alles begann, hängen noch heute bei Klaus Fischer zu Hause: die beiden Uhren seiner Großmütter, eine aus den 1920er Jahren, die andere kam bereits als Erbstück in die Familie und stammt aus der Zeit um 1880. Schon als Steppke von zwölf Jahren hatte er einiges angesammelt.

Die heimische Garage wurde von Fischer zum Lagerraum umfunktioniert. Irgendwann wurde es dann doch zu viel und er fing an, seine Sammlerstücke zu verkaufen.

„Im Sommer war es nicht so schlimm, aber wenn es auf den Winter zuging und mein V ­ ater das Auto nicht mehr in die G ­ arage ­bekam, dann fiel es ­irgendwann auf.“ Nicht nur Alltags­ gegenstände, auch Erfahrungen hat Fischer in sechs Jahrzehnten­reichlich gesammelt. Ursprünglich ließ er sich bei der Firma Desch in Neheim als Konstrukteur ausbilden. Mit 22 Jahren machte er das Sammler-Hobby zum Beruf und eröffnete sein erstes Antiquitätengeschäft in Hüsten. Ein zweites Geschäft folgte in Neheim.

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Über verschiedene Stationen landete Fischer bei der Firma Brökelmann Aluminium in Ense-Höingen, wo er wieder als Konstrukteur tätig war. Durch private Umstände ist Fischer schließlich ins Immobiliengeschäft eingestiegen. Das schone auch den Rücken, bemerkt er: „Antiquitäten muss man ja immer schleppen. Und wenn ich mal was Neues mache, dachte ich, mache ich in Immobilien, die muss man nicht immer tragen!“ Sein Museum, geöffnet seit 2009, betreibt der Antiquitätenspezialist nebenbei. Eine Auswahl der Exponate kann man auch in „einer kleinen Vitrine“, wie er es verschmitzt nennt, seines Geschäftes in Hüsten, Marktstraße 33, bewun-

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dern. Bei näherer Betrachtung entpuppt sich diese „kleine Vitrine“ als Schaufenster mit einer Länge von 20 Metern. In seiner Sammlung vereint Fischer Stücke aus Alltagskultur, Industrie- und Design­geschichte aus Neheim, Hüsten und Arnsberg. Dabei nimmt er uns mit auf eine Reise durch die hiesige Industrie- und Kulturgeschichte der letzten 150 Jahre. Kurios ist etwa ein kleiner, vorgedruckter Zettel, der in den 1930er oder 40er Jahren zu fortgeschrittener Stunde dem angeheiterten Gast diskret zugeschoben werden konnte: „Sie haben das vorschriftsmäßige Quantum. Wollen Sie nun bitte das Lokal ohne Aufsehen verlassen. Kommen Sie gut nach Hause“. Oder eine Rarität aus der Zeit, als die Firma Brökelmann noch als Brennerei und Ölmühle geführt wurde: Bei Klaus Fischer steht eine Original-Flasche aus dem Jahre 1890, daneben ein Rechnungskopf

der Ölmühle aus dem gleichen Jahr. Absolut selten ist eine Flasche der Brauerei in Neheim, die um 1900 eröffnet und nur ca. 20 Jahre später schon wieder geschlossen wurde. Eine gewöhnliche Bierflasche würde man normalerweise nicht aufheben, doch diese hat die Zeit überdauert und ist heute wahrscheinlich einzigartig.


Fischers Lieblingsstücke sind die berühmten Leuchten von BauhausDesigner Christian Dell. Der Meister des Weimarer Bauhaus entwarf seine bekanntesten Modelle in den Jahren 1933/34 für die Firma Gebrüder Kaiser & Co in Neheim. Auch nach dem Krieg wurden seine Leuchten in großen Stückzahlen verkauft. In Deutschland wurde sie als „Kommissar-Leuchte“ durch Erik Ode „welt“berühmt. Natürlich darf diese Leuchte auch im „Werk Neheim“ nicht fehlen. Der sauerländer Sammler befindet sich hier in bester Gesellschaft: auch das Museum of Modern Art in New York hat die „Kaiser idell“ aus Neheim in seiner ständigen Ausstellung. Ein Traum Klaus Fischers ist es, von jeder Leuchte, die Dell für das Kaiser-Werk konstruiert hat, ein Exemplar zu bekommen. Von circa 100 im Katalog nummerierten Modellen kann er bereits rund 50 Leuchten sein Eigen nennen.

Darüber hinaus besitzt er Prototypen, die Dell für Kaiser Leuchten entworfen hatte, aber die in keinem der Kataloge aufgenommen sind. Diese Stücke wurden vermutlich nur einmal gefertigt. Für Führungen durch sein eigenes Reich fehlt Fischer meistens die Zeit. Selten finden Privatführungen statt, und eine davon war in mehrerlei Hinsicht etwas Besonderes. Ein Heiratsantrag war geplant und Klaus Fischer wusste als Einziger schon vorher Bescheid. Ob es am Zauber dieses ungewöhnlichen Ortes lag, ist nicht gewiss, jedenfalls ging alles gut: die Angebetete sagte „Ja“ und das Museum erhielt eine weitere, schöne Geschichte. Wer sich für die vielen interessanten Dinge und ihre Geschichten im „Werk Neheim“ interessiert, kann einen Teil davon jeden Freitag von 15:00 bis 19:00 Uhr im Verkaufsraum direkt neben dem Museum bestaunen.

Klaus Fischer weiß auch hier zu vielen Dingen spannende Histörchen zu erzählen. Aber Vorsicht, verlieben Sie sich nicht in die Hillebrand-Leuchte, denn die steht eigentlich nur hier, weil im Museum kein Platz mehr war … Nach so viel geballter Heimatgeschichte bleibt schließlich nur noch eines zu sagen: Sie haben das vorschriftsmäßige Quantum. Wollen Sie nun bitte ohne Aufsehen in der Woll weiterblättern. Kommen Sie gut nach Hause.  ■

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MO N TAGS H Ä N G T » S C H W E R E R R AU C H« ÜBERM H ­ Ü S T E N E R ­ S TA MMT I S C H B E I G RÜ N E IM N I E D E R E IME R F E L D

… und donnerstags gibt´s Leberkäs Von Martina Knoche (Lied-Text) und Paul Senske, Fotos: Philipp Nolte

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Frei nach Udo Jürgens´ »Aber bitte mit Sahne«

1.

Sie

treffen sich täglich um ku-urz vor neun aaahh Eck bei der „Grünen“, darauf kann man sich freun aaahh

ooojeh ooojeh.

im

Man kommt zusammen in fröhlicher Runde zum Quatschen und Plaudern für’ne geschlagene Stun-

de.

Bei Kaffee und Brötchen mit Fleischwurst, Leberkäs und Mett.

Ach, was ist es hier

neeeeeeeeeeeeeeeett! 2.

An der Tanke grüßt morgens das Murmeltier aaahh ooojeh. Hubertus und Heiner sind immer hier aaahh ooojeh. In ihrem Eckchen „Hüstener Freiheit“ nehmen auch Willi, Dirk und Friedbert sich etwas Zeit. Doch so viel ist sicher, als Erste an der Kaffee-Kanne, das ist die Susanne.

3.

Über Gott und die Welt wird dann diskutiert. aaahh ooojeh Was, wann, wo und wie im HSK oder in der Welt passiert aaahh ooojeh. Wer wird Bürgermeister, wer sollte es lassen? Beißen kräftig ins Brötchen und heben die Tassen. Manche Aktien sind steigend, andere sausen herunter. Diese Truppe bleibt munter!

4.

Sie schwatzen auch gern übers Leder, das runde aaahh ooojeh Fällt jedem was zu ein im Laufe der Stunde aaahh ooojeh. Dem Willi sein Urteil ist hier schon bekannt, hat den Schürrle zu seinem Helden ernannt. Einst wurden im Eck des Richters Fälle bekuiert und mit Käffchen befuiert!

5.

Die Zeit schreitet weiter, bald ist es schon zehn aaahh ooojeh. Doch Heiner, Hubertus und Co werden sich wiedersehn aaahh ooojeh. Sie finden schon morgen im Niedereimerfeld Brötchen, Kaffee und Leute wie vorbestellt. „Ins Rad packen, Leute!“ Der Spediteur hat das Wort und alle machen sich fort.

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J

a, der Herr Spediteur, er hat immer das erste und letzte Wort. Schließlich ist Hubertus Gössling Hüstener („Hüsten ist über 1200 Jahre alt, da haben die Alt-Arnsberger noch über nichts nachgedacht. Das sind Tatsachen“), schließlich ist er ein Mann der ersten Stunde der Stammtisch-Runde. Er ist der Mentor und Motor. Lang, lang ist es her, als sich drei Hüstener Urgesteine mitten im Berufsleben jeden Morgen um 9 in einer Hüstener Bäckerei trafen, um „Heimat und Welt unter die Lupe“ zu nehmen. Neben Gössling waren das Heiner Vogel vom gleichnamigen Karosserie- und Fahrzeugunternehmen sowie der inzwischen verstorbene Schorsch Hümmler, alle drei bedeutende und führende Mitglieder der Hüstener Kirmesgesellschaft und Pohlbürger. „Dann machte die Bäckerei dicht und wir verlegten unseren Stammtisch in die Tankstelle Grüne im Niedereimerfeld“, erzählt Gössling.

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Das haben sie nie bereut. Seit über 20 Jahren sind sie jetzt hier. Ihr Stammtisch ist hinten rechts im Eck („1200 Jahre Hüstener Freiheit“), sie haben keinen im Rücken, aber alles unter Beobachtung. Und die (damaligen) „Drei von der Tankstelle“ wirkten irgendwie anziehend. Im Lauf der Jahre füllte sich das Eck, vor allem Alt-Arnsberger (Heiner Vogel: „Die Arnsberger sind vom Berg gekommen und haben gedacht: Wir müssen dabei sein“) zog es zum Stammtisch. Einige blieben buchstäblich hängen. Beispielsweise Dirk Löhr vom Schreppenberg, obwohl er weiß, dass „man bei den Hüstenern richtig leiden muss. Die haben eine richtig große Klappe. Den Gössling kann man nur eine Stunde am Tag aushalten“. Oder „Bubi“ Friedhelm Vollmer, der auch viel einstecken muss. Das gilt auch für Willi Erdmann, den ehemaligen Vorsitzenden Richter der Schwurgerichtskammer des Arnsberger Landgerichts. Der gebürtige Duisburger („Richter sind auch nur Menschen“) und inzwi-

schen „voll überzeugter Alt-Arnsberger“ weiß sich natürlich zu wehren:

»Ohne uns Alt-Arnsberger geht gar nichts. Wir sind das k­ ulturelle Zentrum.« Erdmann ist seit 15 Jahren dabei und erzählt, dass früher seine Urteile vehement diskutiert wurden und er sich manches anhören musste – wie im Gerichtssaal. „Da hatte ich einen schweren Stand“, sagt Erdmann. „Aber“, so Gössling, „Willi ist unser Rechtsbeistand.“ Gerne kommt auch Uli Lenze zum Stammtisch. Schließlich sind Gössling und Vogel seine „Kumpel“


von der Kirmesgesellschaft. Auch der Daniel Weiß schaut vorbei. Ziemlich in Ruhe gelassen wird Susanne Mrozinski, die, aus Arnsberg kommend, frohgelaunt in ihren schicken Autos anrauscht und immer als Erste am Stammtisch ist. Da beweisen die rauhen Burschen, dass sie auch Gentlemen sein können. Gutgelaunt sind auch Uschi und Gerd Kirss. Uschi ist Arnsbergerin, Gerd stammt aus Unterhüsten und nimmt Oberhüsten „wegen der spürbaren Arroganz“ aufs Korn: „Unterhüsten ist die wirtschaftliche Basis. Darauf sind wir stolz.

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muss spielen.“ Erst am Dienstag, so Erdmann weiter, „kann man wieder sachlich über Fußball diskutieren“. Ein „Freudentag“ ist der Donnerstag. Dann kredenzen Claudia, Rosi, Bianca und Ulla, die freundlichen Bedienungen, Brötchen mit Leberkäs und Spiegelei. Welch ein Gaumenschmaus! Dann wird es für Minuten genussvoll und still am Stammtisch. Sie lassen es sich schmecken, um danach wieder die kleine und große Welt unter die Lupe und sich gegenseitig aufs Korn zu nehmen. „Ob das alles so stimmt, was sie sagen?“, fragt „Grünen-Bernie“, der Seniorchef der Tankstelle. „Aber es ist eine treue und verlässliche Truppe.“  ■

Die da oben sollen ruhig sein.“ Es blüht der Flachs bei Kaffee und Brötchen mit Fleischwurst und Mett. Es wird über Politik diskutiert, aber auch und besonders über Fußball. Und hier gibt es interessante Konstellationen: Fast alle sind BVB-Fans, nur Erwin Kerstholt und Hubertus Gössling nicht: Kerstholt liebt die Blau-Weißen, Gössling ist Bayern-Fan. Beide können derzeit richtig auftrumpfen. Montags ist Fußball-Tag bei Grüne: „Dann hängt schwerer Rauch über dem Stammtisch“, meint Erdmann, der bekennender Fan von André Schürrle ist. „Der Junge

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Frankreich wieder. Tilia ist der Partner für Stadtwerke, Industrieunternehmen, Städte und Gemeinden sowie Investoren in den Bereichen Energie, Wasser und Umwelt. Typische Projekte sind z. B. die Erarbeitung der strategischen Neuausrichtung eines Stadtwerks, die energetische Sanierung eines Stadtquartiers oder die Implementierung von Energieeffizienzmaßnahmen in der Industrie.

Energiewende im Sauerland DESCH UND TILIA SETZEN GEMEINSAM KO N Z E P T F Ü R U M W E L T S C H O N E N D E ENERGIE VERSORGUNG UM Von Hermann-J. Hoffe, Fotos: Sandra Peetz

DESCH Antriebstechnik in Hüsten zählt zu den bekannten und traditionsreichen Industrieunternehmen im Sauerland. DESCH wurde 1906 gegründet und ist als inhabergeführtes Familienunternehmen in der vierten Generation erfolgreich tätig. DESCH ist ein weltweit agierendes Unternehmen im modernen Maschinen- und Anlagenbau und stolz auf seine Wurzeln im Sauerland. Als marktführender Partner in der Antriebstechnik entwickelt und produziert DESCH seit 111 Jahren Getriebe, Kupplungen und Antriebselemente sowie innovative und kundenspezifische Komplettlösungen entlang des gesamten

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Antriebsstranges. DESCH steht für höchste Qualität und einen perfekten Service. Das Unternehmen beschäftigt weltweit rund 400 Mitarbeiter und wird von Hendrik und Olaf Desch geführt. Nur wenige hundert Meter von DESCH entfernt, im Ortsteil Neheim, hat die Niederlassung der international tätigen Beratungsgesellschaft Tilia ihren sauerländischen Sitz. Geschäftsführer dort ist Stephan Werthschulte. Das Unternehmen beschäftigt rund 80 Mitarbeiter und kann auf eine Vielzahl erfolgreich umgesetzte Projekte zurückblicken. Ein Großteil der aktuellen Tilia-Aktivitäten findet sich in Deutschland und

E N E RG I E E FFIZI E NZ I N D E R I N D US T R I E Und genau hier lagen in der Vergangenheit für das energieintensive Industrieunternehmen DESCH große Herausforderungen. Hendrik Desch: „Steigende Energiekosten, höhere Abgaben und neue Anforderungen verlangten ein Konzept, das eine wirtschaftliche Versorgung gewährt, extreme Preisschwankungen verhindert und umweltschonend ist. Energieversorgung ist nicht unser Kerngeschäft, deshalb haben wir den Partner Tilia beauftragt, eine ganzheitliche und neutrale Analyse zu erstellen. Tilia entwickelte ein auf uns maßgeschneidertes Energiekonzept, das uns letztlich überzeugte. Im Rahmen eines Kooperationsinvestments realisierte die Tilia Solutions GmbH die neue Heizzentrale, die aus zwei 140 kW-Blockheizkraftwerken, zwei 150 kW-Absortionskälteanlagen, Wärme- und Kältespeicher, einem 500  kW-Spitzenkessel sowie aus einer 40.000 m³/h-Lüftungsanlage besteht. Die hocheffiziente KraftWärme-Kälte-Kopplung mit 34 % elektrischem und 87 % Gesamtnutzungsgrad erzeugt mit 1,4 GWh/a knapp 40 % der benötigten Strommenge. Ihre Abwärme wird komplett zur Versorgung DESCHs mit 2 GWh/a Wärme und 0,4 GWh/a Kälte genutzt.“


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»WIR PRODUZIEREN STROM UND SPAREN GELD« Interessant ist, wie es überhaupt zu dieser Zusammenarbeit zweier heimischer, auf sehr unterschiedlichen Gebieten tätigen, Unternehmen kam. Stephan Werthschulte: „Viele Unternehmen sind heute, insbesondere aufgrund der vielen unterschiedlichen Medien wie Strom, Wärme, Kälte, Druckluft, Wasser, Abwasser, Dampf, etc. und des Dschungels an Gesetzen, Fördermaßnahmen und Regeln nicht immer alleine in der Lage, die optimalen Lösungen zu entwickeln. Wir sind neutral und erarbeiten mit einem Blick für alle Medien die beste Lösung mit und für unseren Kunden. Bei einem Zusammentreffen mit Hendrik Desch im Jahr 2012

haben wir gemeinsam diverse Einsparmöglichkeiten und Effizienzsteigerungen in den Bereichen Energie diskutiert. Hendrik Desch war sofort angetan, über ein übergreifendes Konzept zu sprechen und nicht nur alte Heizungen durch neue zu ersetzen. Und so haben wir die Möglichkeit bekommen, über eine Analyse und Konzeptstudie die entsprechenden Maßnahmen zu entwickeln und schließlich auch umzusetzen.“ Heute spart DESCH nach Umsetzung der Maßnahmen über 200.000 Euro im Jahr an Energiekosten sowie knapp 40 Prozent der stark gestiegenen EEG-Umlage. Ein Aspekt, der bei den umgesetzten Maßnahmen eine wichtige Rolle spielte. Die Investitionen in die eingesetzten innovativen

Klimaschutz-Technologien wurden mit 150.000 Euro gefördert. Zudem vermeidet DESCH damit 60 % der CO2-Emissionen sowie ein Viertel der Stickoxide. Laut Stephan Werthschulte sind aber einige mittelständische Unternehmen nach wie vor noch sehr zurückhaltend, wenn es um die Zusammenarbeit mit Experten geht. Das ist das „Wir-könnendas-selber“-Gen. Dabei ist es aus seiner Sicht für alle Unternehmen und für den weiteren Erfolg unserer heimischen Wirtschaft sehr wichtig, dass gesammelte Erfahrungen anderer, in Deutschland oder international, schnell und unkompliziert in unsere Unternehmen eingebracht und genutzt werden. Stephan Werthschulte und Hendrik Desch sind im Nachhinein sehr froh und auch ein wenig stolz, dass es zu dieser erfolgreichen Zusammenarbeit gekommen ist, denn das Projekt ist für beide Partner ein Erfolg. Grundlage dafür ist auch Transparenz und Vertrauen, wenn Partner einen Vertrag über 12 Jahre schließen.

www.tilia.info

www.desch.com

Infos zum Projekt der Tilia GmbH unter www.tilia.info oder direkt bei Stephan Werthschulte Tel. 02932 5105935 stephan.werthschulte@tilia.info

Stephan Werthschulte (links) und Hendrik Desch freuen sich über die erfolgreiche Zusammenarbeit

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Laubfegen, Einkaufen und Co. – kein Problem für die Stockumer Enkel! S TO C K UME R J U G E N D Ü B E R R AS C H T M I T K R E AT I V E N I D E E N U N D E H R E N A MT L I C H E M E N GAG E ME N T Von Josy Fecke, Fotos: Philipp Nolte

„E

nkeldienst“ – so haben die Jugendlichen ihr Projekt genannt, mit dem sie die älteren Bewohner des Dorfes unterstützen wollen. Das Prinzip ist schnell erklärt: wenn Senioren in Sundern-Stockum Hilfe benötigen und Kinder und Enkel vielleicht grade nicht zur Stelle sind, dann springen kurzerhand die Jugendlichen der Enkelinitiative ein. Hierfür genügt ein kurzer Anruf bei einem der Organisatoren, die die Anfragen dann an alle freiwilligen Helfer weiterleiten. So wird immer schnell jemand gefunden, der helfend zur Seite steht.

Manfred Schlicker hat sich vom Enkeldienst „Nachhilfe“ zum Thema Smartphone geben lassen

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Der Enkeldienst ist unter den folgenden Telefonnummern zu erreichen: 0171 9166081 und 0151 54062887

„Wir wollen die eigentlichen Familienmitglieder natürlich nicht ersetzen, wir wollen ergänzen!“, so einer der 14-Jährigen. Bei den Anliegen handle es sich in der Regel um alltägliche Dinge, wie beispielsweise Rasenmähen, Laubfegen oder Einkaufen, berichten die Helfer Louis, Paula, Julia, Tim und Jonas. Aber auch Aufgaben wie das Spielen von „Mensch ärgere dich nicht“ mit einer dementen Dame des Dorfes gehörten bereits dazu. Als Belohnung für getane Arbeiten warten meist Kekse, ein Stück

Kuchen und Geschichten aus alten Zeiten. „Man kannte viele der Senioren oft nur flüchtig aus dem Dorf“, erzählt Paula. Doch durch den Enkeldienst entsteht ein ganz anderer Kontakt. Die ehrenamtliche Tätigkeit bringt Jung und Alt wieder vermehrt zusammen. Auch der pensionierte Lehrer Manfred Schlicker hat bereits den Dienst in Anspruch genommen. Grund hierfür waren Fragen zu Tablet und Smartphone. „Zu meinen Zeiten als Lehrer hätte ich noch meine Schüler gefragt“, erzählt er uns. Doch nun habe er keine direkten Ansprechpartner für Anliegen dieser Art. Somit erwies sich der Enkeldienst für ihn als genau die richtige Adresse. Entstanden ist die Idee bei der Stockumer Jugendkonferenz. Hier wurden zunächst verschiedene Arbeitsgruppen gebildet – unter anderem die Gruppe „Neue, große und wilde Gedanken“. Aus einem dieser „wilden Gedanken“ ist kurzerhand der Enkeldienst entstanden. Ganz ohne Vorbild entwickelten

die Jugendlichen das Konzept und setzten ihre Idee in die Tat um. Schnell wurden Helfer zwischen 12 und 18 Jahren gefunden, die der Initiative beigetreten sind. Aktuell gehören fast 37 junge Stockumer dazu und es werden laufend mehr. Der Enkeldienst geht mit gutem Beispiel voran. Die Jugendlichen haben bereits bewiesen, dass auch junge Bewohner für ein Dorf viel bewegen können.  ■

Auch Ortsvorsteher Raimund Klute freut sich über das erfolgreich angelaufene Projekt. Doch das sei erst der Anfang, sagt er. Viele weitere tolle Ideen und Projekte für Stockum seien bei der Jugendkonferenz entstanden und in Planung.

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EIN HELLER STERN AM SAUERLÄNDER MUSEUMSHIMMEL

D I E W U N D E R B A R E ( V E R ) WA N D L U N G E I N E S S A U E R L Ä N D E R H E I M ATMU S E UMS Z U R R E S P E K TA B L E N MU S E UMS L A N D S C H A F T Text und Fotos: Manfred Haupthoff

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urückblickend in die Zeit, als ich als Kind und Jugendlicher in Düsseldorf unterwegs war, erinnere ich mich jetzt und am liebsten an das wunderbare, verträumte Heimatmuseum im Innern eines alten Bunkers, in der Nähe der Brehmstraße und des alten Zoos. Während andere Jugendliche ihr Taschengeld im nahegelegenen Kiosk in Süsses oder Wundertüten umsetzten, träumte ich mich mit

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meinen 50 Pfennig Eintritt in eine andere Welt hinein. Fast jeden Tag nach der Schule war ich dort zu finden … zwischen den Relikten aus dem nahegelegenen Neandertal. Die Rekonstruktion des gleichnamigen Neandertalermenschen, neben anderen Fundstücken vergangener Zeiten aus Düsseldorf und Umgebung, habe ich geliebt.

Warum erzähle ich das? Als unsere Familie in den 60er Jahren nach Arnsberg zog, war das Arnsberger Heimatmuseum wieder so ein Sehnsuchtsort. Ein stattlicher Ritter zu Pferde, prähistorische Steinzeitmenschen, ein KleinschnittgerAutomobil und vieles andere haben mich des Öfteren zum Verweilen in das Museum gelockt, wenn auch nicht so oft wie früher. Inzwischen war ich ja auch älter geworden und hatte noch andere Interessen neben meiner Museumsleidenschaft.


Die Zeit bleibt bekanntlich nicht stehen und deshalb hatte allen voran der Landrat des Hochsauerlandkreises, Herr Dr. Karl Schneider, zusammen mit dem jetzigen Direktor des Sauerlandmuseums, Herrn Dr. Schulte-Hohbein und seiner Stellvertreterin Frau Dr. Ulrike Schowe den genialen Plan, das inzwischen doch etwas angestaubte Heimatmuseum in eine respektable Museumslandschaft zu verwandeln. Große und renommierte Ausstellungen waren in der bisherigen Gebäudekonstellation schwierig zu bewältigen und so ging es an die Umsetzung. 2008 entstand ein erster Projektentwurf und die Anstrebung einer Qualifizierung für die Regionale 2013. Die erste Hürde nahm das Projekt 2009 mit der Auszeichnung mit einem Stern im Rahmen der Regionale 2013. Es folgte 2011/2012 ein Architektenwettbewerb mit der Annahme der zweitplatzierten Planung. Im Juni 2013 fällte dann der Kreistag des Hochsauerlandkreises die Grundsatzentscheidung für die Umsetzung der Museumserweiterung. 2014 wurde die Planung wegen zu erwartender Probleme noch einmal modifiziert. Im April 2015 stimmte der Mescheder Kreistag dann der Neuplanung zu. Im Juni 2016 erteilte die Stadt Arnsberg die Baugenehmigung und am 7. November erfolgte der erste Spatenstich

– es ging also richtig los. Am 7. Juli 2017 dann die Grundsteinlegung für den Museumsneubaukomplex an der Ruhrstraße. Für das Frühjahr 2018 ist die Eröffnung des Altbaus geplant, im Herbst 2019 dann die Eröffnung des Neubaus mit einer großen August Macke Ausstellung. Das ehemalige Heimatmuseum im alten Teil des Museums wandelt sich derzeit zeitgemäß in einen modernen, multimedialen Bereich mit vielen zusätzlichen und interessanten Exponaten. Ich freue mich besonders, wie Sie nach meiner Düsseldorfer Vorgeschichte verstehen können, auf die naturgetreue Rekonstruktion einer vorzeitlichen Familie. Das weckt bei mir besonders viele Erinnerungen. Aber es gibt natürlich auch noch viele andere neue und spannende Dinge zu erkunden. Lassen Sie sich überraschen. Ich denke, es war eine gute und intelligente Idee, die Gunst der Stunde zu nutzen, um einen grundlegenden, umfassenden Um- und Neubau zu realisieren. Dieser wird unserer heutigen Zeit gerecht und ermöglicht es, mit den Mitteln der modernsten medialen Technik, weit mehr Menschen zu erreichen, als das mit den früheren Gegebenheiten möglich war. Große und wertvolle Sammlungen zu zeigen, wäre früher

aus vielerlei Gründen ebenfalls so nicht realisierbar gewesen. Ein großer Dank deshalb an alle Beteiligten, die durch ihr Engagement, ihre Ideen und ihren großen Einsatz dieses Museums-Projekt erst möglich gemacht haben. Nicht zu vergessen dabei der Förderverein des Sauerlandmuseums, der mit seinen geldlichen Zuwendungen Ankäufe für das Museum unermüdlich unterstützt. Wir und kommende Generationen von Besuchern werden es den Akteuren danken. Desweiteren kommt dieses Projekt der Stadt Arnsberg in ihrer Gesamtheit zugute. Andere Städte, wie Dortmund, Essen oder Hagen zeigen mit ihren musealen Einrichtungen, dass diese Arnsberger, respektive Mescheder Entscheidung, eine attraktive, an die Zeit angepasste Museumslandschaft zu etablieren, die richtige und zukunftsweisende Entscheidung für die Stadt Arnsberg war und ist. Ein musealer Stern wird erstrahlen. Und die ganze Region erhellen – da bin ich mir absolut sicher.  ■

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Du sollst

nicht frieren! D A S 11. G E B O T

„OK. Dann machen wir's uns schön muckelich!“

Bild und Slogan: Heizkammer

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Das Steildach der Sportklinik Hellersen wurde mit Zellulose nachträglich gedämmt.

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Lecker, woll! E I N H O L L Ä N D E R KO C H T IM SAUERL AND

Kalte Schnauze 2.0

.. Noch Spekulatius von Weihnachten übrig? Das muss man einfach ausprobieren! 44 

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Ein Holländer kocht im Sauerland GRENZÜBERSCHREITENDE LECKEREIEN Von Marco van der Kooi, Fotos: Sandra Peetz

Essen und Genießen ist grenzüberschreitend. Viele Deutsche mögen die Holländischen Spezialitäten wie Vla, Lakritze, Frikandel und Chocomel. Die Holländer lieben Bratwurst, Haxe, Sauerkraut und deutsches Bier. Es gibt sogar Speisen, die in beiden Ländern zu finden sind. Eins davon ist die Süßspeise „Kalter Hund“ – auch „Kalte Schnauze“ genannt, in Deutschland von Bahlsen in den 1920ern entwickelt. In den Niederlanden gab es in derselben Zeit die Rezeptidee, hier nennt man das Gebäck „Arretjes NOF Cake“. „Arretje“ war eine Zeichentrickfigur der Firma Niederländische Öl Fabrik, die dieses Rezept in einem Heft veröffentlicht hat. Beide Rezepte sind aufgebaut auf der Basis von Kakaopulver, Keksen, Eiern und Kokosfett und werden kalt zubereitet.

„Eine Kalte Schnauze kann man den Nachbarn zeigen, aber schöner ist es, Kalte Schnauze gemeinsam zu genießen.“

Kalte Schnauze 2.0 Ihr „Holländer im Sauerland“ hat jetzt „Kalte Schnauze 2.0“ gemacht, aber nicht mit dunkler Schokolade und hellen Keksen sondern anders herum: Weiße Couverture mit Kokosfett geschmolzen und geschichtet mit Spekulatius. Diese Kekse sind in den Niederlanden ganzjährig zu kaufen, nicht so wie hier nur in den Wintermonaten. Die Holländer lieben diese Spekulatius so sehr, dass sie sie sogar als Brotbelag nehmen in Form von Keksen, Streukugeln oder sogar als Spekulatiuscreme wie hier zu Lande Nuss-Nougat-Creme. Als Dessert wird diese verführerische Nascherei kombiniert mit einem Sirup von Orangen und Kumquat, eingekocht mit Orangenabrieb, Sternanis und Vanille. Dazu noch ein Sahnekaramell, mit Meersalz verfeinert, das rundet den Geschmack perfekt ab.

Marco van der Kooi lebt seit über 20 Jahren im schönen Sauerland. Aus der Liebe zu einer Frau ist die Liebe zum Sauerland geworden. Ständig ist er auf der Suche nach dem ultimativen Geschmack. Gerne stöbert er auf den Sauerländer Wochenmärkten und in den Lebensmittelgeschäften und erfreut sich an der angebotenen Vielfalt regionaler Produkte – frisch vom Land oder aus dem Wald. Marco verbindet gerne heimische mit internationalen Spezialitäten – ein Hauch aus der ganzen Welt.

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Lecker, woll! E I N H O L L Ä N D E R KO C H T IM SAUERL AND

Dry Aged Porterhouse-Steak

.. .. mit gebratenem Chicoree und gefüllten Kartoffelknödeln 46 

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Dry Aged Porterhouse Porterhouse? Dry Aged? Für viele Genießer von regionalem Rindfleisch sind dies keine Fremdwörter mehr. Das Porterhouse ist das T-Bone mit großem Filetanteil – das edelste Stück vom Rind. Es wird am Knochen gereift und verkauft. Die Art der Reifung ist hier entscheidend. Fleischermeister Heinrich Veh in Arnsberg-Neheim bietet Rindfleisch (junge Färsen) von heimischen Bauern an. Er veredelt das Fleisch auf alte, traditionelle Art: Mit dem Dry Age Verfahren. Hier wird das schlachtfrische Rindfleisch am Knochen bei kontrollierter Luft-

feuchtigkeit und niedriger Temperatur bis zu 40 Tage im Kühlhaus gereift. Bei dieser Reife-Methode entwickelt das Fleisch eine dunkle Farbe und das Rind entwickelt einen nussigen Geschmack. Ein Duft von Parmesan und gereiftem Edelschinken dringt in die Nase – schon beim Zubereiten. Dieses Porterhouse ist erst vakuumiert und dann im Wasserbad gegart nach der Sous Vide Methode. Die Kerntemperatur wird hier in 4 Stunden auf 53° C gebracht. Nach dem Garprozess wird das Porterhouse trocken getupft und bei hoher Hitze mit Röstaromen versehen. Hier haben wir es mit einem Industriebrenner und einem Bratennetz geröstet. Das Roastbeef und das Filet werden vom Knochen gelöst und in Scheiben tranchiert. Serviert mit gebratenem Chicoree,

der abgelöscht ist mit Balsamico-Essig. Dazu Kartoffelknödel gefüllt mit gebratenen Pilzen. Als Sauce habe ich Schalotten fein geschnitten und glasig gedünstet, groben Senf und Rübenkraut darunter gemischt, mit Kalbsfond abgelöscht und alles eingekocht. Beim Nachkochen wünsche ich viel Spaß und ein großartiges Geschmackserlebnis!

Marco van der Kooi

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Den Wildschweinen sehr verbunden »BRE ITE NBRUC H IS T E IN GANZ J U N G ES D O R F I N H E R R L I C H E R N AT U R MI T B O D E N S TÄ N D I G E N E I N WO H N E R N« Von Paul Senske, Fotos: Philipp Nolte, Marc Niemeyer

Es

ist eine „Liebeserklärung“ der besonderen Art: „Breitenbruch ist ein ganz junges Dorf mit bodenständigen Einwohnern, die hier eine herrliche Heimat haben und einen überragenden Zusammenhalt pflegen“, sagt Hans-Georg Schüttler. „Wir fühlen uns hier richtig wohl. Die grünen und üppig sprießenden Wälder und die herrliche Natur sind einmalig. Besonders fühlen wir uns den Wildschweinen, diesen kräftigen, geselligen und anpassungsfähigen Tieren und deren Eigenschaften verbunden.“ Schüttler ist Dorfchronist und ein wandelndes Breitenbrucher Lexikon. Wir haben uns mit ihm, mit Daniel Döring, dem ersten Vorsitzenden der Schützenbruderschaft St. Hubertus, sowie mit Stephan Kemper, dem

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Breitenbrucher Löschgruppenführer, im Feuerwehrhaus „Zum Windstich“ getroffen. Deutlich wurde schon nach wenigen Minuten, mit welcher Leidenschaft und Freude die drei Gastgeber über ihren kleinen Ort sprechen. „Unser Feuerwehrhaus ist

so etwas wie unser Dorfbüro“, sagt Kemper. „Unsere 18 aktiven Feuerwehrkameraden üben jeden Montag, wir treffen uns hier. Jeder Dorfbewohner ist dabei willkommen. Dorfaktionen werden hier geplant.“ Natürlich auch in der Schützenhalle: Die Breitenbrucher Schützen sind neben der Feuerwehr, dem Sportverein und dem Motorradclub wichtige Stützen des Dorfes. „Es ist schon einmalig: Von den 18 aktiven Feuerwehrleuten sind zehn im Schützenvorstand“, betont Schützenchef Döring. „Alle Schützen und Mitglieder der Feuerwehr sind auch Mitglieder im Sportverein, der Betriebssportgemeinschaft. Wir pflegen einen generationsübergreifenden Zusammenhalt.“ Rund 220 Einwohner leben in Breitenbruch, das aus einer Waldarbeitersiedlung entstanden ist. 1806 wurde das „Alte Breitenbruch“ gegründet, 1826 kam das „Neue Breitenbruch“ hinzu, als die damalige Provinzialstraße (heute B 229) von Arnsberg nach Soest gebaut wurde. „Es dauerte rund 40 Jahre, ehe wir 1847 eine selbstständige Gemeinde wurden“, erzählt Schüttler. „Wir gehörten später – als nördlichste Gemeinde – zum Amt Freienohl, ehe wir nach der kommunalen Neugliederung 1975 ein Stadtteil von Arnsberg wurden.“


Breitenbruch ist von der Historie her ein junges Dorf. Das gilt aber auch für die derzeitige Einwohnerstatistik: „Rund 15 Prozent der Bewohner sind Kinder“, sagt Schüttler. „Darauf sind wir besonders stolz.“ Auch auf die Tatsache, dass die Einwohnerzahl seit der Selbstständigkeit des Dorfes „immer um die 200“ liegt. „Zudem sind die Leute sehr bodenständig“. „Viele Familien von früher sind noch vor Ort“, so Schüttler, der natürlich auch „Stammfamilien“ parat hat: Schüttler, Rath und Hahne. Nach der kommunalen Neugliederung haben die Dorfbewohner ein neues Wappen entworfen. „Dieses Wappen spiegelt die Historie und den Charakter des Dorfes wider“, erklärt Schüttler. „Die beiden gebrochenen grünen Balken symbolisieren die Bruchlandschaft, das Eichenlaub soll die Gemeinschaft mit der Natur, die auch Früchte bringt, dokumentieren. Der Holzstamm mit der Axt und dem Spross zeigt, dass unser Ursprung eine Waldarbeitersiedlung ist, wir mit und in dem Wald leben. Früher haben 90 Prozent der Einwohner im Wald gearbeitet.“ In der Beschreibung fehlt noch das Wildschwein auf dem Wappen. „Natürlich haben wir in unserer herrlichen

Landschaft viele Wildschweine. Wir mögen sie. Es sind kräftige, gesellige und anpassungsfähige Tiere, sie sind scheu, aber wehrhaft. Wir fühlen uns mit den Wildschweinen und deren Eigenschaften verbunden. Dazu stehen wir – auch wenn in letzter Zeit die Wildschwein-Population stark zugenommen hat und es zu Schäden gekommen ist.“ Die Verbundenheit mit der Natur wird auch im 1994 komponierten Breitenbrucher Schützenmarsch deutlich: „Wo die kleine Schmalenau hin zur Möhne fließt, wo die Wälder noch so grün, wo es üppig sprießt, wo im tiefen, dunklen Wald mancher Rehbock stand, da liegt unser Breitenbruch, hier im Sauerland“, so heißt es in der ersten Strophe. Die Wertschätzung von Fauna und Flora hat bei den Schützen ohnehin eine große Bedeutung. Beim Schützenfest, das immer Pfingsten gefeiert wird, wird der Vogel nicht zerschossen, sondern er wird befreit. „Wir haben einen Metallkranz mit 24 Glühbirnen. An den Fassungen der Glühbirnen hängen Nylon-Fäden, mit denen der Vogel fixiert wird. Diese Fäden müssen durchtrennt werden, um den Vogel zu befreien“, erklärt Schützenchef Döring. „Der Vogel wird seit 50

Jahren jedes Jahr neu aufgehängt. Es ist immer derselbe.“ Döring verhehlt nicht, dass der Schützenvogel im Lauf der Jahre mal einen „Schuss mitbekommen“ hat. „Dann wird der Vogel gespachtelt, gehegt und gepflegt. Dann ist er wieder fit.“ Für Döring, Schüttler und Kemper steht fest: „Auch wenn auf der B 229 der Verkehr und damit Gefährdung und Lautstärke zugenommen haben: Breitenbruch liegt perfekt, wir leben dort, wo andere Urlaub machen, mitten in der Natur und sind dank der schnellen Autobahnanbindung sehr mobil.“  ■

Glücklich in Breitenbruch Daniel Döring, Stephan Kemper, Hans-Georg Schüttler

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Der Richter und der Trunkenbold K U R I O S E K R I M I N A L FÄ L L E AUS D EM SAUE RL A N D Von Gisela Wilms, Fotos: Sandra Peetz

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Im

Sauerland ist die Welt noch in Ordnung, oder doch nicht? Nun gut, Diebstähle, Einbrüche und Verkehrsdelikte passieren auch in unserem ländlichen Raum, aber Morde doch nicht. Der schwarze Abt, der Anfang der 70er Jahre in Edgar Wallace gleichnamigem Film mehrere Menschen vom Leben in den Tod befördert hat, war schließlich nur Fiktion. Und Schloss Herdringen hatte sich ausschließlich aufgrund der eindrucksvollen Kulisse als Drehort hervorgetan. Und dennoch, der ehemalige vorsitzende Richter des Landgerichtes Arnsberg, Willi Erdmann, weiß von einigen Fällen zu berichten, die so gar nicht in unsere beschauliche Gegend passen. Auf diese gehen wir in den nächsten Ausgaben des Woll-Magazins ein, beginnen wollen wir mit leichterer Kost:


Da gab es vor einigen Jahren einen Alkoholiker, nennen wir ihn August T., der sich so durchs Leben prügelte. Durch die „Zusammenstöße“ mit seinen Mitmenschen hatte er guten Kontakt zur Polizei, die er unregelmäßig doch häufig traf. Deren Fragen zu seiner Person beantwortete er bereitwillig, wenn auch an der Wahrheit vorbei. Zum Beispiel gab er an, in einem Zimmer bei der Caritas zu wohnen, was sich natürlich günstig auf die Beurteilung seiner Lebenssituation auswirken sollte. Obwohl er meistens unter Einfluss von Hochprozentigem stand, funktionierten seine Gehirnzellen teilweise noch recht gut. Und so erfand er die behagliche Wohnstätte. Dumm waren aber auch die Ermittler nicht, denn die recherchierten, dass er bei der Caritas zwar bekannt war wie der berühmte bunte Hund, nur eine Wohnung besaß er dort nicht. Und

somit hatte man die Erklärung, warum ihn die freundlichen Einladungen der Staatsanwaltschaft nicht erreicht hatten. Die findigen Beamten spürten ihn dennoch auf. Er hatte es sich in einer mobilen Wohneinheit zwischen Arnsberg und Müschede bequem gemacht. Aufgrund dieses Ermittlungserfolges konnte dann doch auch irgendwann die Vorladung mit Datum und Uhrzeit zugestellt werden. Der Tag der Verhandlung kam, nur der Angeklagte nicht. Da dies nicht das erste Mal war, rückten Polizisten aus, um den Trunkenbold zur Anklagebank zu bringen.Der Vorsitzende der Strafkammer fragte ihn, warum er der Vorladung nicht gefolgt sei. Seine Antwort: „Chef, das habe ich völlig vergessen. Ich hab abends wohl ein bisschen viel getrunken.“ Das alleine

wäre keine ausreichende Begründung gewesen, deshalb bohrte der Richter noch ein wenig nach. „Na ja, normalerweise stelle ich abends immer den Fernseher ein. Und dann werde ich am nächsten Tag mit den Nachrichten geweckt, wo mir eine freundliche Stimme sagt, welcher Tag und wie spät es ist.“ Diese schlüssige Erklärung leuchtete jedem ein, auch dem Juristen. Willi Erdmann, der zwar durchaus in der Lage war, harte Urteile zu fällen, dennoch seine verständnisvolle Seite nie verbarg, fragte den Schluckspecht: „Haben Sie denn wenigstens schon gefrühstückt?“. „Na klar, vier Bohnekamp.“ Das Schmunzeln verbergend, setzte der Richter nach: „Und, wie kommen Sie gleich nach Hause?“. Die Antwort kam prompt: „Wenn mich die Grünen noch mal fahren würden … ?“.  ■

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Die Ruhrdörfer ZUR GESCHICHTE DER NAMENSENT WICKLUNG Aus dem gleichnamigen Buch von Carl Kessemeier

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ie Ruhrdörfer. Das sind ruhrabwärts, hinter dem Ruhrabschnitt „Langel“ in Freienohl: Wildshausen, Glösingen und Oeventrop, Dinschede. Am Beginn der Geschichte der Ruhrdörfer steht eine Urkunde vom 8. März 1232, in dem sie erstmals als Dörfer in einem Rechtszusammenhang genannt werden: „Overendorp, Dinterscede, Clusinchem“. Erzbischof Heinrich von Köln überträgt mit dieser Urkunde die Zehnten dieser Dörfer, auf welche der Edelherr Hermann zu Rüdenberg verzichtet hatte, dem Kloster Wedinghausen. Das Original der Urkunde befindet sich im Nordrhein-Westfälischen Staatsarchiv Münster. Der Text ist in lateinischer Sprache auf Pergament geschrieben. (Kloster Wedinghausen, Urkunde Nr. 37)1

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Aus dem Buch „Die Ruhrdörfer“ von Carl Cessemeier, herausgegeben von der Stadt Arnsberg, 1982: „Sprache sagt etwas aus, Namen bedeuten etwas. Was die Ortsnamen der Ruhrdörfer bedeuten, ist am besten aus der erstüberlieferten Form von 12321 Ouerendorp bei der Gleichgeltung von ‚u‘ und ‚v‘ als Overendorp zu lesen, und bedeutet ‚oberes Dorf‘. Dies steht einmal in Beziehung zu einem ‚unteren Dorf‘; es ist Uentrop. Zum anderen haben beide ihren Bezugspunkt in Arnsberg, von wo aus sie als ruhraufwärts gelegene Siedlungen näherer und weiterer Entfernung, niedere und höhere Lage unterschieden werden. Dinschede kommt zuerst als Dinterscede vor. Während der erste Teil des Namens unklar bleibt, ist der zweite scede = schede = scheide aus der Lage des Ortes verständlich, der hart unterhalb einer Bergscheide, dem Kamm des Arnsberger

Waldes mit dem Plackweg, liegt. Glösingen, zuerst 1193 Glusinchem, dann 1232 als Clusinchem erscheinend, ist im zweiten Teil eindeutig als ‚heim‘ erkennbar. Der erste Bestandteil hat wohl einen Personen- und Sippenbezug wie bei anderen ‚ing‘-Namen. Vielleicht steckt Klus = Klaus = Nikolaus darin. Der älteste Hof der Ruhrdörfer, zuerst 1289 erwähnt, wird jedenfalls vom Kloster Rumbeck ‚St. Nikolaus-Hof ‘ genannt. Die mit ‚heim‘ gebildeten westfälischen Ortsnamen sollen zu den ältesten Siedlungen gehören. Bei Wildshausen, zuerst genannt 1249 Wildeshusen, ist zweifellos die Ansiedlung (husen) in einer wildreichen Gegend gemeint.“ ■ 1

Nach H. Jellinghaus, Die westfälischen

Ortsnamen, Osnabrück 1923, S. 78


1232 Dinterscede

1232 / 1313 Ouerendorp

1193 Glusinchem

1249 Wildeshusen

1281 – 1313 Dindensceyde

1338 Overendorp

1232 Clusinchem

1310 / 1348 Wildeshuysen

1338 Dinckenscede

1348 Oeuerendorppe

1279 Glusenghem

1368 / 1464 Wildeshusen

1348 Dynttenschede

1293 – 1300 Oeuerendorpp

1279 Glusinghem

1493 Wyldeshus

1348 Dynttenscede

1356 Oerendorp

1348 Glusnichenn

1560 Wildeshusen

1348 Dynttenscheide

1471 Oerndorpe

1348 Glusnichem

1644 Wildeshausen

1452 / 1464 / 1493 Dyntenschede

1493 Ouendorp

1348 Glusinkheyem

1651 Wildshausen

1517 Deyenscheden

1493 Ouentorp

1493 Glosinchem

1528 Dynschede

1560 Ouentdorp

1528 Glosinckhusen

1551 Dinsgede

1602 Öventrop

1651 Glösinghausen

1600 Dinschede

1652 Ouentrop

1764 Glösingen

1651 Dintschede

1709 Öventrop

1670 Dinschede

1749 Oventrop

1699 Dynschede

1794 Oeventropp

1699 / 1711 Dinschede

1803 Oeventrop

Abbildung Karte: Universitäts- und Landesbibliothek Münster, RK 109

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Die Liebe zur Kunst, den Stoff zu beherrschen E I N N E U E R K R E AT I V E R ABSCHNIT T BEGINNT Von Christel Zidi, Foto: Sandra Peetz

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ahrzehntelang schrieb Christof Degener die Geschichten anderer Menschen auf deren Haut. Nun ist für ihn die Zeit gekommen, dass er seine eigene Geschichte auslebt. Jetzt ist er an der Reihe – er und seine Kunst. Christof Degener ist Kunststofftechniker. Ein Meister seines Fachs. Und Meister der Meister. Denn wer im Sauerland die Prüfung als Geselle oder Meister im Bereich Kunststoffverarbeitung bestehen will, steht zunächst vor den prüfenden Augen Degeners. Diese Augen sind schon von frühester Jugend an daran gewöhnt, richtig zu sehen. Und genau diese Art zu sehen, Dinge dadurch richtig einzuschätzen und anzuwenden, macht seine Arbeit und seine Arbeiten zu etwas ganz Besonderem – sowohl als Kunststofftechniker, als auch als Tätowierer und Airbrush-Künstler. Wenn er leidenschaftlich über Methylmethacrylate, Schneckenzylinder und Rheologie* spricht, sind das für die meisten von uns erst mal „böhmische Dörfer“. Er schafft es aber, diese trockene Materie selbst für einen Laien zu einem hochinteressanten Thema zu machen. Spätestens dann, wenn man einen Blick auf seine handgefertigten Apachen-Figuren wirft, wird klar, wieviel Liebe und Kunstfertigkeit in diesen Kunststoffteilen steckt. Ende letzten Jahres hat sein „Chris Airbrush und Tattoo Studio“ in Sundern geschlossen. Hier hat er rund 30 Jahre lang den Geschichten seiner Kunden zugehört, nach ihren Wünschen gefragt und erst dann ein Tattoo erstellt, quasi „maßgestochen“. Seine Tattoos und seine Airbrush-Bilder, die besonders gut auf Fahrzeugen zur Geltung kommen, haben Seele. Akkurat und verlässlich wie er ist, wird er angefangene Arbeiten noch zu Ende bringen, so dass kein Altkunde „mit einem Einhorn ohne Horn“, so Degener, herumlaufen muss. Christof Degener hat allerdings nicht vor, seine Hände in den Schoß zu legen. Ganz und gar nicht. Er wird weiterhin in denselben Räumlichkeiten tätig sein. Allerdings nicht mehr kundenorientiert, nicht mehr termingesteuert. Er will sich künftig vorrangig um seine eigene Seele kümmern: „Ich möchte Bilder malen, die auf mich ausgerichtet sind.“

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Im Hauptberuf ist Christof Degener Leiter der KunststoffAbteilung eines großen Arnsberger Unternehmens. Für das kreative Ich des 51-Jährigen ist seine Kunst das ideale Ventil.

Oft ist Degener in der Natur unterwegs, findet Ideen für sein künstlerisches Gestalten, tankt Kraft für die Seele und Sauerstoff fürs Hirn. Logisch-analytisches und kreatives Denken sind in seinem Kopf ganz eindeutig gleich stark verteilt. Aber das allein reicht ihm nicht: „Ich will, dass sich noch mehr Synapsen in meinem Gehirn bilden.“ Das wird ihm sicherlich auch gelingen, denn Degener ist gierig: wissbegierig und neugierig. Eines ist er allerdings nicht: machtgierig. Er begegnet seinen Mitmenschen mit viel Respekt und lebt nach dem Motto: „Meister sein heißt dienen dürfen.“ Auch wenn die Kundenpflege künftig massiv in den Hintergrund tritt, sieht er seine Zukunft nicht als Einsiedler: „Die Menschen werden mich nicht vermissen“. Sein neues Studio „Röhre 53“ soll ein Ort sein, den man immer aufsuchen kann. Hier will er „neue Dinge ausprobieren und sehen, was ich noch leisten kann.“  ■ *Wissenschaft, die sich mit dem Verformungs- und Fließverhalten von Materie beschäftigt


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m Herzen von Neheim besitzt eine relativ, junge Wissenschaft mit dem Ergotherapietherapiezentrum einen Leuchtturm, der weit über die Region des Sauerlands hinaus strahlt. An der Goethestraße 30 werden Behandlung, Prävention sowie Lehre und Forschung unter einem Dach angeboten. Anfang Mai 2015 begann Viktoria Deimel-Borggrewe mit hohen Ansprüchen an die Qualität der eigenen Arbeit. Mittlerweile arbeiten fünf Therapeuten mit unterschiedlichsten Schwerpunkten im Ergotherapiezentrum Neheim. Seit Sommer 2017 verstärkt zudem Therapiehund Hugo das Team, das durch Organisationskräfte und Studenten in Ausbildung vervollständigt wird. „Wir sprechen bewusst von Klienten und nicht von Patienten, um die Eigenständigkeit und Verantwortung hervorzuheben. Unsere

rapie, weil sie beispielsweise an einer Erkrankung leiden wie Rheuma, einem Schlaganfall, Parkinson oder psychischen Erkrankungen”, sagt Deimel-Borggrewe. Das Zentrum vereint unter dem Leitsatz „Ein Weg zu mehr Lebensqualität“ Therapie-Angebote, Prävention und Kurse sowie Lehre und Forschung unter einem Dach. Im ETZ Neheim bekommen Studenten verschiedener Hochschulen die nötige Praxiserfahrung. Deimel-Borggrewe war bei ihren Stationen in Berlin und Essen selbst als Dozentin tätig. Die Neheimerin und ihr Team bilden theoretisch und praktisch Studenten aus und begleiten deren wissenschaftliche Bachelor- oder Masterabschlüsse. Für spezifische Krankheitsbilder oder Regionen entwickeln sie Konzepte und Methoden. So kommen beispielsweise tertiäre Präventionskurse bei Brustkrebs zustande oder Untersuchungen von Trainingsmethoden bei Borderline. Anfragen für

Fortbildungen kommen auch aus dem benachbarten Ausland. „Es kommt vor, dass in einer Viertelstunde ein Klient vom Arzt nebenan kommt und wenig später eine Anfrage für eine Fortbildung in Österreich. Das macht diesen Beruf so spannend“, sagt die kompetente Sauerländerin, die mit ihrem Team in ihrer Praxis die ganze Bandbreite der ergotherapeutischen Arbeit anbietet. Es besteht über die Arbeit in den eigenen Räumen hinaus eine starke regionale Vernetzung in Form der Zusammenarbeit mit Unternehmen und Institutionen, wie beispielsweise dem Franz-Stock-Gymnasium. Hier werden Konzentrationskurse angeboten oder Workshops mit Themen wie Kommunikation oder Teamwork. Für Unternehmen wird Job-Coaching und Gesundheitsmanagement angeboten. Einen ausführlichen Einblick in die ganze Palette der Arbeit des Ergotherapiezentrums Neheim gibt die Homepage:

www.ergotherapiezentrum-neheim.de

BEHANDLUNG . PRÄVENTION . LEHRE/FORSCHUNG

Nächste Kurse: Ab Donnerstag, 5. April 2018, 8 Uhr 10 x „Fit für die Schule“, ab 5 Jahre. Ab Donnerstag, 5. April 2018, 14 Uhr 10 x „Den Stift im Griff“, ab 4 Jahre. Ab März 2018 (Tag noch offen), neuer STEPPS & STAIRWAYS-Kurs für Borderlinebetroffene. Durchgängiger Kurs „Sozioemotionales Kompetenztraining und Konzentration für Jugendliche“, Donnerstags ab 15:45 Uhr und Freitags ab 15 Uhr. Durchgängiger Kurs „Sozioemotionales Attentioner Training für Grundschulkinder“, Freitags ab 14 Uhr

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ohnprojekte haben in den letzten Jahren zunehmend an Relevanz gewonnen. Der Wunsch, nicht in einer anonymen Masse unterzugehen und stattdessen echte Netzwerke zu schaffen, ist immer größer geworden. Nicht nur in den Großstädten, auch in mittleren Städten ist dieser Trend zu spüren. „Garten.Hof. Neheim“ ist ein solches Wohnprojekt.

Garten.Hof.Neheim – das Bullerbü in Neheim E I N WO H N PROJ E K T MI T ZU KU N F T Von Christel Zidi

Max Humpe und seine Frau Sina haben das Wohnprojekt „Garten.Hof.Neheim“ initiiert. Während ihrer Studienzeit haben beide ausreichend WG-Erfahrung gesammelt, überwiegend positive. Nun als junge Familie wollten sie zwar ganz für ihre Kinder da sein, gleichzeitig aber auch Kontakte zu anderen jungen Familien intensivieren. Die Idee zu einem Wohnprojekt mit fünf Einzelhäusern und einem Gemeinschaftshaus mit Gemeinschaftsgarten war früh geboren. Das passende Areal fand sich in in der Engelbertstraße in Neheim. Mittlerweile haben sich für das Projekt drei junge Familien aus dem Raum Arnsberg gefunden, eine aus

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Dortmund. Eine weitere Familie wird noch gesucht. Max Humpe und Matthias Brakel, mit denen sich WOLL zum Gespräch traf, sind sich einig, welche Kompetenzen die Mitglieder der Betreibergesellschaft haben sollten: Es sollten keine Eigenbrötler sein, sondern möglichst eine junge Familie mit Freude an Geselligkeit und einer kompromissbereiten, kommunikativen und toleranten Grundeinstellung. Beschränken wollen sie ihre Auswahl aber nicht allein auf junge Familien: „Bei gegenseitiger Sympathie steht das Alter im Hintergrund“, so Matthias Brakel. „Die neue Familie muss einfach in die Gemeinschaft passen.“ Die beiden jungen Familienväter möchten ihren Kindern möglichst viel Raum zum Spielen geben. Dazu gibt es den Gemeinschaftsgarten. Die Privatgärten sind vom Gemeinschaftsgarten aus nicht frei zugänglich und bieten dadurch genügend Möglichkeiten zum Rückzug. Die Vorteile dieser Wohnform liegen auf der Hand: Die (demnächst) fünf Familien können sich gegenseitig Hilfe im Alltag bieten, sind durch gemeinsame Freizeitge-

staltung eng miteinander verbunden und schaffen sich dadurch ein echtes, soziales Netzwerk. Schon vor Fertigstellung des Wohnprojektes haben die künftigen Bewohner der „Sauerländer Variante eines Bullerbü“, so Max Humpe, freundschaftliche Bande untereinander geknüpft. Diese Einheit zeigt sich auch architektonisch: „Die Baugruppe wird wie aus einem Guss sein,“ erklärt Max Humpe. „Die Häuser sind von hoher energetischer Qualität, jeweils zweigeschossig und haben ein Satteldach.“ Trotz der angestrebten Einheitlichkeit können alle Häuser individuell geplant werden. Das heißt: Jeder Bauherr kann sein eigenes Wunschhaus bauen. Baubeginn war im Sommer 2017, das erste Haus kann voraussichtlich im Spätsommer 2018 bezogen werden. Wer sich angesprochen fühlt und Interesse an diesem Wohnprojekt hat, kann sich unter folgender E-Mail-Adresse bewerben: info@ gartenhof-neheim.de. Mehr Infos gibt es auch auf der Webseite www.gartenhof-neheim.de  ■


EINE ÄRA ENDET ROS EM A RI E GO LD N E R ZI E H T S I C H AUS D E R P O LIT I K ZU RÜC K Von Gisela Wilms, Fotos: Sandra Peetz

WOLL-Redakteurin Gisela Wilms im Gespräch mit Rosemarie Goldner (v. l. n. r)

Zeitungsartikel über die stellvertretende Bürgermeisterin von Arnsberg beinhalten Sätze wie: „Rosemarie Goldner fühlt den sozialen Puls der Zeit, sie hat das Herz am rechten Fleck, sie füllt ihr Amt mit Liebe aus, ist bürgernah“. Kungelei, Machtmissbrauch oder Geltungssucht, Begriffe, die Politikern gerne und teilweise zu Recht zugeordnet werden, sind für sie Fremdwörter. Ohne Skandal und hochgeachtet steht Rosi Goldner seit 19 Jahren an der Spitze des politischen Arnsbergs.

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1944 in Wuppertal geboren, zog sie 1973 mit ihrem Mann in dessen Heimat nach Neheim in die Möhnestraße. Dort lebten sie gemeinsam mit ihren Eltern und einer Tante in einem Mehrfamilienhaus. Die Charaktereigenschaften, die den Bewohnern des Bergischen Landes zugeschrieben werden, konnte sie gut mit denen der Sauerländer kombinieren. „Ich fühle mich durch die geografische Lage Wuppertals auch so ein bisschen als Rheinländerin. Ich gehe gern auf die Menschen zu und habe keine Berührungsängste. An den Sauerländern mochte ich von Beginn an deren Verlässlichkeit und hoffe, sie mir auch angeeignet zu haben.“ Eigenschaften, die ihr geholfen haben, das Amt der stellvertretenden Bürgermeisterin so erfolgreich auszufüllen. Wie hat Rosi Goldner es geschafft, dass sie bei den Menschen aller Gesellschaftsschichten beliebt ist und parteiübergreifend geschätzt wird? „Ich habe immer nur das gesagt, was ich fühle“, gibt sie zur Antwort, „meine Gabe zuhören zu können und ein Gespür für die Sorgen der Menschen zu haben, waren sicherlich sehr hilfreich. In den letzten Jahren habe ich selten Redemanuskripte angefertigt, ich habe den Menschen in die Augen gesehen und gewusst, wie ich meine Worte wählen musste.“ Dabei hat sie in den gesamten 19 Jahren in der Rolle der Bürgermeisterin nicht einmal die Partei erwähnt, der sie angehört. „Natürlich wusste jeder, wo er mich politisch einzuordnen hatte, aber ich habe es nie gesagt, weil es für mich und die Sache nicht wichtig war.“ Als eindrucksvolles Beispiel fügt sie ein Erlebnis an: „Als Bürgermeisterin geht man zu den runden Geburtstagen älterer Bürger. Einmal besuchte ich deswegen einen 95-Jährigen, der im Rollstuhl saß. Natür-

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lich hatte ich mich vorher über ihn informiert und wusste daher, dass er ein eingefleischter Gewerkschafter war. Nach der Begrüßung kam er direkt zur Sache und fragte im Kommandoton: „Welche Partei?“ Meine Erwiderung: „Das spielt keine Rolle, ich gratuliere Ihnen als Vertreterin der Stadt Arnsberg“, stellte ihn nicht zufrieden, verunsicherte ihn jedoch ein wenig. Im Laufe unseres Gespräches wurde er immer weicher, wechselte aber am Schluss wieder den Ton und befahl bei der Verabschiedung: „Runter (damit er mir in die Augen blicken konnte)! Geben Sie mir Ihre Hände!“ Und dann sagte dieser Mann: „Bei der nächsten Wahl, Mädchen, wähle ich dich!“

»ICH H ABE EINE ZEIT ER LEBT, IN DER ICH DICK E BR ETTER BOHR EN MUSSTE« Neben den repräsentativen Aufgaben hat Rosi Goldner mehrere Ehrenämter bekleidet. Sie war federführend bei den katholischen Frauen Deutschlands (kfd), die damals noch

unter dem Begriff „Mütterverein“ agierten, hat in Arnsberg entscheidend zur Einrichtung der Tagesmütter beigetragen und das Netzwerk „Frühe Hilfen“ aufgebaut. „Ich habe eine Zeit erlebt, in der ich dicke Bretter bohren musste“, erinnert sie sich „und zwar nicht bei den Männern, sondern bei den Frauen. In unserem ländlichen Bereich konnten sich die Damen nicht vorstellen, dass es in irgendeiner Familie nicht lief. Von Scheidungen ganz zu schweigen. Für meine Forderung, frühe Hilfen anzubieten, habe ich im eigenen Lager Ohrfeigen kassiert." Ebenfalls war vielen fremd, dass Mütter nach der Geburt des Kindes wieder arbeiten gehen wollten und deshalb neben den Kindergärten noch andere Organisationsformen der Kinderbetreuung, wie z. B. Tagesmütter, gefunden werden mussten. „Wie sollen die Kinder beten lernen, wenn die Mütter arbeiten?“ war eine der Fragen, die vorwurfsvoll an sie gerichtet wurden. „Gott sei Dank hat sich die Einstellung bis zum heutigen Tag geändert, obwohl noch lange nicht alles gut ist“, gibt sie zu bedenken. Auch in der Politik war es anfangs ein mühsamer Weg, den sie beschritt. „Mit Marie-Theres Schennen waren wir nur zwei Frauen, die in der Fraktion saßen, da mussten wir uns schon manches Mal durchboxen. Und lernen mussten wir. So zum Beispiel, wie man es formuliert, dass man an einer Sitzung nicht teilnehmen kann. Am Anfang war ich so ehrlich und habe gesagt, dass ich nicht könnte, weil ich an dem Tag meinen Kaffeeklatsch hätte. Das Grinsen in den Gesichtern der Herren war beschämend. Ich kam mir so albern vor, sagten die Männer doch nur ab, wenn sie ‚Termine‘ hatten. Und dann habe ich mich gewundert, warum sie mittwochabends gegen


19 Uhr so unruhig auf den Stühlen hin und her rutschten und die Tagesordnung durchgepeitscht wurde. Bis ich dahinter kam, dass die Bundesliga spielte und sie deswegen nach Hause wollten. Seit dieser Erleuchtung hatte ich dann auch keinen Kaffeeklatsch mehr, sondern nur noch Termine“, lacht sie. Auf eine Frauenquote in Unternehmen oder Politik angesprochen, ant-

wortet Rosi Goldner: „Im Grunde genommen bin ich dagegen. Meiner Meinung nach sind viele Frauen selbst schuld, dass sie, wenn überhaupt, nur untere Posten besetzen. Sie trauen sich nichts zu und schätzen das Können der Männer zu hoch ein. Dabei ist die zusätzliche weibliche Sicht der Dinge gewinnbringend. Oft habe ich meine Kollegen humorvoll aber doch bestimmt auf ihre Fehleinschätzung hingewiesen. Ich bin eine Verfechterin der Zusammenarbeit der Geschlechter, da ich deren unterschiedliche Herangehensweise als sehr konstruktiv und der Lösung dienend ansehe.“ Nach 28-jähriger Tätigkeit in der Politik gestattet sich Rosemarie Goldner einen Blick zurück. Sie ist mit sich im Reinen, ist mit ihrer Leistung zufrieden. So sehen es auch die Bürger Arnsbergs. Die Politikerin erhält Briefe, die voll des Lobes und Dankes sind. Auf den Veranstaltungen, die sie besucht, erfährt sie sehr viel Herzlichkeit. „Ich hätte da-

mals die Möglichkeit gehabt, in die Landespolitik zu wechseln, weil ich die Nachfolge von Alfons Lösecke antreten sollte. Aber nein, das wäre nichts für mich gewesen. Ich brauche das Unmittelbare, den Kontakt mit den Menschen, mit denen ich zusammen in einer Stadt wohne. Kommunalpolitik ist das spannendste Metier, was ich mir vorstellen kann.“ Das Resultat ihrer Bemühungen, ob Erfolg oder Misserfolg, hautnah mitzuerleben, war ihr Bedürfnis. Landes- und Bundespolitik wären für sie zu weit weg gewesen. So bereut sie es auch heute nicht, ein interessantes Angebot ausgeschlagen zu haben. Sie hängt an ihrer Heimat, wie sie das Sauerland schon lange bezeichnet, und hat sie mitgestaltet. Wie sieht ihre Zukunft nach der Bürgermeisterzeit aus? Die Antwort kommt schnell: „Ich werde endlich mehr Zeit für meine Familie haben, die jahrelang oft in der zweiten Reihe stand.“ Dabei wirft sie einen Blick auf ihren Mann. „Ohne seine bedingungslose Unterstützung und seine kritische Beglei-

»ICH W ER DE ENDLICH MEHR ZEIT FÜR MEINE FAMILIE H ABEN« tung hätte ich die vielfältigen Aufgaben nicht erfüllen können. Nun werde ich die Zeit zu zweit genießen und mich auf unsere Kinder mit Familien freuen, die ich dann auch mal des Öfteren besuchen kann.“ Wer Rosemarie Goldner kennengelernt hat, weiß, dass sie sich niemals ganz zurückziehen wird. Irgendwo wird sie in irgendeinem Ehrenamt wieder tätig sein, zum Wohle der Stadt Arnsberg und deren Bewohner.  ■

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MOOSFELDE

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Ein ehrlicher und bunter Stadtteil mit treuen und dankbaren Menschen MO OS F E L D E H AT M I T E I N E M C H RO N I S C H E N IM AG E P RO B L E M Z U K Ä M P F E N : C O U R A G E - PA R K I S T E I N S YM B O L F Ü R A U F B R U C H

Von Paul Senske, Fotos: Tom LInke

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ie Vorurteile sind hartnäckig: Moosfelde hat mit einem chronischen Imageproblem zu kämpfen. Doch ein Besuch des als Gartenstadt konzipierten Stadtteils und viele Gespräche mit handelnden Personen vor Ort zeigen: Moosfelde ist ein lebens- und liebenswerter Stadtteil, ehrlich und bunt, mit treuen und dankbaren Menschen, die es angesichts einer teilweise belastenden soziostrukturellen Situation nicht leicht haben. In den letzten Jahren hat sich eine

Menge getan, auch und besonders was die Förderung und Integration von Kindern und Familien betrifft. „Moosfelde ist ein Stadtteil, der lebt“, sagt die Diplom-Sozialpädagogin Elke Koßmann vom Familienbüro vor Ort. „Moosfelde ist mein Moosfelde“, betont Schützenoberst Marc Rüschenschmidt. „Wer einmal hier war, hat ein völlig anderes Bild als von außen.“

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Michaela Röbke, Sandra Hoppe, Ulrike Josek Elke Koßmann und Emma

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Einer, der sich ebenfalls in Moosfelde bestens auskennt, ist CDU-Ratsherr Dr. Wolfgang Schäfer, der seit über 15 Jahren eine Zahnarztpraxis vor Ort betreibt und „dies niemals bereut hat“. Schon von Berufs wegen weiß er, wovon er spricht. „Es sind treue und dankbare Menschen, die sich hier wohl fühlen, auch wenn es nicht wenige gibt, die es nicht leicht haben.“ Der Blick auf einige statistische Daten unterstreicht das: Die Anteile der Menschen mit Migrationshintergrund und der Empfänger staatlicher Transfereinkommen sind deutlich über dem städtischen Durchschnitt. Auch der Ausländeranteil des rund 3000 Seelen zählenden Moosfelde beträgt derzeit gut 16 Prozent und liegt ebenfalls deutlich über dem der Gesamtstadt. Hinzu kommen die Leerstandsproblematik im wohn- und infrastrukturellen Bereich sowie der teilweise hohe Sanierungs- und Modernisierungsbedarf einiger Mehrfamilienhäuser. Vor diesem Hintergrund hatte die Stadt von 2009 bis 2013 ein „Quartiersmanagement“ für Moosfelde aufgelegt, das zusammengefasst durchaus als „Initialzündung“ für eine Aufwertung gesehen werden kann – trotz eines eher bescheidenen Budgets von 1,04 Millionen Euro. Michaela Röbke von der Stadt Arnsberg hat dieses Projekt maßgeblich begleitet. „Gemeinsam mit den handelnden Personen vor Ort haben wir eine ganze Menge erreicht.“ Im „Moosfelder Boot“ waren u. a. die Kinder- und Jugendeinrichtungen, der Beirat, die Vereine und die schon im Vorfeld gegründete Bürgerinitiative unter der Federführung von Marianne Albrecht. „Wir haben gut zusammengearbeitet“, meint Beiratsmitglied Schäfer. Das größte infrastrukturelle Projekt war der Abriss


Werner Ruhnert

des Lehrschwimmbeckens mit dem anschließenden Bau der „Moosfelder Bucht“ als Treffpunkt für Jung und Alt. Auch kleinere Projekte wie die Umgestaltung der Bushaltestelle an der Eschenstraße haben einen Beitrag geleistet. Nicht erreicht wurde eine Verbesserung der Wohnsituation. Die Sanierungsrückstände der Mehrfamilienhäuser bleiben ein dringendes Anliegen. Auch eine Belebung des ehemaligen Einkaufszentrums gelang nicht. „Insgesamt wurde das Image Moosfeldes aber positiv beeinflusst“, betont Röbke. Dazu beigetragen haben Aktionen wie der Maimarkt, der inzwischen aber nicht mehr angeboten wird.

SCHÜLERIN ELVIRA SCHLÄGT »COURAGE« ALS NAMEN FÜR DEN PARK VOR Ein (weiteres) bahnbrechendes Projekt ist der „Courage-Park“. Auf der Brachfläche des abgerissenen Combi-Markts errichtet, wurde er am 5. Dezember 2016 der Moosfelder Bevölkerung übergeben. Namensgeberin war Elvira, eine aus dem Kosovo stammende Schülerin der Grundschule Moosfelde, einer

Schule „ohne Rassismus“ aber „mit Courage“. Mit ihrem Namensvorschlag überzeugte Elvira den Neheimer Bezirksausschuss. Der Courage-Park mit Bücherschrank, für den die Schülerinnen und Schüler die Patenschaft übernommen haben, ist ein Symbol für den Aufbruch und für ein Miteinander der unterschiedlichen Nationalitäten und Kulturen. „Wir leben Schule ohne Rassismus“, sagt Elke Koßmann. Sie ist DiplomSozialpädagogin und Mitarbeiterin des in der Grundschule ansässigen Moosfelder Familienbüros, einer wichtigen städtischen Einrichtung. „Wir bieten in der Schule Einzelfallhilfe an, zum Beispiel wenn Kinder gemobbt werden, wenn es Probleme in der Schule oder in der Familie gibt. Daneben gibt es die soziale Gruppenarbeit mit jeweils sechs Kindern. Hier lernen sie soziale Verhaltensmuster wie Respekt kennen und üben sie ein.“ Wichtig sei, so Koßmann, dass nicht nur an den Defiziten gearbeitet werde. „Die Kinder werden so angenommen, wie sie sind. Wir erkennen und fördern auch ihre Stärken. Die Schule hat auch ein Schülerparlament.“ Ihre Kollegin Ulrike Josek, ebenfalls Diplom-Sozialpädagogin, freut sich darüber, dass die Kinder gerne kom-

Dr. Wolfgang Schäfer

men, wissbegierig und aufgeschlossen sind. „Wir wollen ihnen auch Geborgenheit geben. Wir haben immer ein offenes Ohr für die Kinder.“ Immer dabei ist Kuschelhund und „Trickexpertin“ Emma. Schulpate ist Fußball-Profi Daniel Ginczek, früher selbst ein Moosfelder Grundschüler. Er hat am 11. Juni 2015 bei der offiziellen Auszeichnung die Patenschaft für die „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ übernommen. Ein eigenes Antirassismus-Team aus Schülerinnen und Schülern hatte die Verleihung des Titels vorbereitet und setzt sich seitdem unter der Leitung von Frau Koßmann und Frau Josek für ein faires Miteinander in der Schule ein.

SANDRA HOPPE: »KITA PLUS MIT BESONDEREN AUFGABEN« In unmittelbarer Nachbarschaft der Schule befindet sich das ebenso bedeutsame Familienzentrum Katholische Kindertagesstätte St. Elisabeth mit derzeit rund 80 Kindern von 0,6 bis sechs Jahren in vier Gruppen. Der Anteil der Kinder, die nicht die deutsche Sprache

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sprechen, liegt bei gut 70 Prozent. „Wir sind Kita plus mit besonderen Angeboten“, sagt Sandra Hoppe, die Leiterin der Einrichtung. „Unsere Angebote halten wir für alle Familien in Moosfelde vor. Es sind interkulturell ausgerichtete Angebote.“ Ein Angebot war beispielsweise das Neujahrsfrühstück „Interkulturell“ am 8. Januar. Für Sandra Hoppe steht fest: „Die Eltern sind unsere Basis. Daher ist die Arbeit mit den Eltern elementar. Wir können nur gut mit den Kindern arbeiten, wenn die Beziehung zu den Eltern steht und stimmt. Wir sehen die Eltern als Experten für ihre Kinder. Starke Eltern sind gleich starke Kinder.“ Die Prämisse ist klar: „Es geht um Teilhabe und Bildungschancen, auch

Sandra Hoppe

für Menschen mit Behinderung.“ Nicht ohne Stolz berichtet die Kita-Leiterin vom vergangenen Martinsfest am 10. November 2017: „250 Familien aus Moosfelde waren bei der Feier in der Kita sowie dem anschließenden Laternenumzug und der Brezelverteilung dabei. Es war überwältigend. Wir pflegen ein Haus der offenen Willkommenskultur.“ Das gilt auch für den evangelischen Kindergarten Arche Noah in Trägerschaft des Kirchenkreises Arnsberg. Die Kita ist zwar nicht Teil des Familienzentrums, es gibt aber zwischen beiden Einrichtungen und anderen Institutionen zahlreiche Kooperationen. Im Arche-Noah-Kindergarten unter der Leitung von Diane Schrader sind im Durchschnitt 50 Kinder in drei Gruppen (Bären- und Mäusegruppe sowie die Fuchsgruppe). Ein Schwerpunkt ist die sprachliche Förderung: Arche Noah nimmt am bundesweiten Programm „Sprach-Kita“ teil. Weitere Schwerpunkte sind die inklusive Pädagogik und die Zusammenarbeit mit den Familien.

»KULTUR- UND INTEGRATIONSZENTRUM HOFFNUNG« Eine offene Willkommenskultur pflegt auch der Verein „Kultur- und Integrationszentrum Hoffnung“, der

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jetzt über zehn Jahre in Moosfelde aktiv ist und einen großen Beitrag zur Integration der Deutschen aus Russland leistet. Über 1000 sogenannte Russland-Deutsche wohnen in Moosfelde. „Wir sind nach Deutschland gekommen, um als Deutsche mit Deutschen zusammen zu leben“, sagt die Vereinsvorsitzende Ekaterina Markwart. Geboren in Kasachstan, lebte sie später in Usbekistan, war dort als Lehrerin und Schulleiterin tätig und kam 2001 nach Deutschland. „Die Kinder und Schule sind mein Leben“, meint die Pädagogin. „Ich muss ihnen helfen.“ Was mit einer Theatergruppe mit rund 20 Kindern im Moosfelder Jugendtreff mit Unterstützung der Jugendtreffleiterin Elvira Unkrüer begann, entwickelte sich zu einer umfangreichen Initiative, die zur Gründung des Vereins „Kultur- und Integrationszentrum Hoffnung“ mit Sitz in der Blockhütte in unmittelbarer Nähe des Bürgerhauses führte. „Arnsbergs ehemaliger Bürgermeister Hans-Josef Vogel hat uns sehr unterstützt,“ erklärt Frau Markwart. Ein wichtiges Projekt war „Nadeshda“ (Hoffnung). Von 2008 bis 2012 wurde Kindern mit russischen Wurzeln an der Grundschule kostenlose Nachhilfe gegeben. „Für dieses Projekt habe ich über 50 Lehrer aus der ehemalige UdSSR im Arnsberger Stadtgebiet gewinnen können.“ Es ging um


Ekaterina Markwart

Deutsch, aber auch um Englisch und Mathematik. Ein weiteres wichtiges, interkulturelles Projekt war „Griffbereit“ für Kinder zwischen einem und drei Jahren, das vom Hochsauerlandkreis gefördert wird. Computer-Kurse für Erwachsene, das Programm „Integration plus“ mit Hilfe bei Fragen zum deutschen Bildungssystem oder bei Bewerbungen sind weitere Bausteine einer umfangreichen Hilfe. Der Club „50 plus“ („Die Leute haben ihre Seele aufgemacht“) trifft sich im Gemeindesaal der Elisabeth-Kirche. „Ekaterina Markwart ist der Motor für die Integration der Deutschen aus Russland, aber auch darüber hinaus“, erklärt Schäfer. „Ihr Einsatz für Kinder der verschiedenen Nationalitäten ist beispielhaft. Die Hilfe ist Herzensangelegenheit.“

„Hier muss Leben in die Bude.“ Das sagt auch „Ede“, der Wirt und seit 23 Jahren Pächter des Moosfelder Treffs, einer Kneipe im klassischen Sinn. „Wir sind noch so etwas wie die Anlaufstelle für Moosfelde. Die Kinder holen sich Süßigkeiten und Eis. Der schlimmste Schlag war, als die Sparkasse Ende 2015 aus dem Einkaufszentrum gezogen ist. Die Sparkasse hätte wenigstens einen Geldautomaten hierlassen sollen.“ Wie könnte das Zentrum aufgewertet werden? Als Minimallösung schwebt Werner Ruhnert, Fraktionschef der Arnsberger Linken im Stadtrat, ein Café vor. „Ich könnte mir aber auch ein Altersheim oder Betreutes Wohnen in Kooperation mit der Schule

und dem Kindergarten vorstellen. Die älteren Menschen könnten hier wohnen bleiben. Das Zentrum wäre ein sozialer Mittelpunkt mit Alt und Jung, ein Moosfelder Modell.“ „Wir müssen am Ball bleiben“, erklärt Schäfer. Wichtig für die Zukunft sei eine „Verstetigung“ der Bemühungen: „Viele Leute wollen den Stadtteil nach vorn bringen. Wir müssen sie unterstützen.“ Wichtige „Player“ auf dem Weg „Moosfelde 2030“ seien auch die Vereine wie die Schützen oder der FC Quast. „Ohne die Schützen wäre Moosfelde ärmer“, betont Oberst Marc Rüschenschmidt. „Wir sind mit unseren 155 Mitgliedern und den Aktivitäten ein gesellschaftlicher Träger.“ Schützenfest, Oktoberfest, Osterfeuer oder Winterwanderung sowie die Verwaltung des Bürgerhauses sind ebenso wie das jährliche Sommerfest des FC Quast wichtige Elemente des lebens- und liebenswerten Stadtteils Moosfelde.  ■

DRINGENDER HANDLUNGSBEDARF IM ZENTRUM In Moosfelde hat sich in den letzten Jahren viel zum Positiven bewegt. Eine buchstäbliche Baustelle muss in Zukunft aber beseitigt werden. Es geht um das bis auf eine Arztpraxis, eine kleine Poststelle und den Moosfelder Treff weitgehend verwaiste ehemalige Einkaufszentrum. „Hier besteht ein dringender Handlungsbedarf“, so Schäfer.

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Siegfried Löppenberg

Wenn Rentner im Dorf für Ordnung sorgen D I E A MEC K E R »SAU B E R M Ä N N E R« SIND DIE GUTE SEELE DES DORFES AM SORPESEE Von Patrick Feldmann, Fotos: Philipp Nolte

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mecke ist meine Heimat! Hier bin ich geboren und aufgewachsen. Hier fühle ich mich wohl und es ist doch auch einfach schön!“ Wenn der 78-jährige Siegfried Löppenberg beschreibt, was ihm Amecke bedeutet, spricht aus jeder Faser seines Körpers die pure Überzeugung. Aus dieser Begeisterung heraus hat er im Jahr 2005 die Saubermänner gegründet. Heute gehören der Gruppe 32 rüstige Rentner an, die an jedem ersten Donnerstag im Monat durch das Dorf ziehen, Müll sammeln und Schäden reparieren. Und sie sind längst eine starke Stimme für den 1.600-Seelen-Ort.

AR BEITSEINSATZ BEI JEDEM W ETTER

Sundern. Die wissen schon, was sie an uns haben.“, schmunzelt Löppenberg, dem die Saubermänner eine echte Herzensangelegenheit sind.

„M ANCHM AL MÜSSEN W IR UNS ÄUSSER N.“ Und das, obwohl die Saubermänner durchaus auch als kritische Stimme in Erscheinung treten, wenn es aus ihrer Sicht nötig wird. „Wir halten uns aus der Politik heraus.“, betont Löppenberg. „Aber manchmal müssen wir uns äußern.“ Zuletzt wehrten sich die mehrfach preisgekrönten Ehrenamtler gegen Überlegungen, den Park vor der Schützenhalle durch einen Buswendeplatz zu ersetzen. „Wenn

das passiert wäre, hätten wir sofort die Brocken hingeschmissen. Den Brunnen haben wir mit Spendengeldern und Eigenleistung restauriert. Der gehört doch zum Dorf!“ Dass die Brücke in Richtung Golfplatz Ende 2016 von Bürgermeister Ralph Brodel zur „Saubermänner-Brücke“ ernannt wurde, geht auf eine sehr humorvolle Kritik der Rentner an der Stadt Sundern zurück. Die kleine Brücke über den Sorpebach war länger als ein Jahr gesperrt, weil sich die Bauarbeiten immer weiter verzögert hatten. „Dann haben wir öffentlich unsere Hilfe angeboten und vorgeschlagen, eine Fährverbindung einzurichten.“, lacht Löppenberg. Diese Art kommt auch im Rathaus in Sundern gut an.

Es ist ein kalter Donnerstag im Dezember. Der Wind pfeift, die Temperaturen liegen nur wenige Grad über 0 und immer wieder nieselt es leicht. Trotzdem treffen sich pünktlich um 14 Uhr die Saubermänner an der ehemaligen Kläranlage im Dorfpark. Das Gebäude auf dem Gelände ist seit 2008 das Heim der Saubermänner. Hier lagern Müllzangen, Materialien für Reparaturen und andere Utensilien, die die Rentner für ihre Arbeitseinsätze brauchen. Siegfried Löppenberg ist dem Ruhrverband und der Stadt Sundern bis heute dankbar dafür, dass den Saubermännern das Gebäude zur Verfügung gestellt wurde. „Vorher trafen wir uns meistens in den Räumen des Verkehrsvereins. Aber wir konnten nichts lagern und mussten jedes Mal alle Gerätschaften von überall wieder mitbringen.“ Es ist aber auch die mit der Übergabe des Gebäudes verbundene Wertschätzung, die der Arbeit seiner Saubermänner entgegengebracht wurde, die ihn stolz macht. „Wir haben ein sehr gutes Verhältnis zur Stadt

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BIS ZU ZW EI ANH ÄNGER VOLL MÜLL Der Arbeitseinsatz an diesem Donnerstag läuft routiniert, wie immer. Jeder schnappt sich, was er braucht und dann schwärmen die Rentner aus. „Das muss nicht großartig koordiniert werden. Jeder weiß, was er zu tun hat, zumal wir ja auch nicht nur Müll sammeln, sondern auch beispielsweise Bänke reparieren“, erklärt Uwe Hegemann, der mit 66 Jahren zu den jüngsten Saubermännern gehört. Wenn die 32 Männer mit Müllzangen und blauen Säcken durch das Dorf ziehen, kommen schon beachtliche Mengen Müll zusammen. „Es ist sehr unterschiedlich“, sagt Hegemann. „Jetzt im Winter liegt nicht ganz so viel rum. Aber wenn wir im Sommer auch die Buchten am Vorbecken sauber machen und mit dem Käscher den Müll aus dem See fischen, dann kommen locker zwei Anhänger voll zusammen. An einem Tag.“ Über die Jahre wurden schon

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einige Kuriositäten gefunden. „Als es den „Airlebnisweg“ rund um das Vorbecken noch nicht gab, lag viel mehr Müll rum. Manche Angler ließen alles in den Büschen liegen. Sogar tote Haustiere haben wir schon gefunden“, sagt Siegfried Löppenberg.

KUR IOSESTER FUND: EINE PISTOLE SAMT MUNITION Zwei Mal musste er sogar die Polizei informieren. „In den Anfangsjahren fanden wir eine Tüte mit einer Pistole und Munition. Später stellte sich heraus, dass es eine Schreckschusspistole war. Aber was dahinter steckte, haben wir nie erfahren.“ Ein anderes Mal mussten die Ordnungshüter gerufen werden, als mehrere Autobatterien im Sorpebach lagen. „Was für eine Schweinerei!“, empört sich Löppenberg noch heute. „So schlimm ist es zum Glück aber nur ganz selten. Trotzdem verstehe ich nicht, warum manche

Menschen ihren Müll einfach so entsorgen. Manchmal sind es ganze Müllsäcke, die irgendwo rumliegen.“ Nach dem gut zweistündigen Einsatz kehren die Rentner nach und nach wieder am Gerätehaus ein. Der Müll wird von der Stadt entsorgt und damit ist die Arbeit für diesen Tag vorbei. Das Treffen der Saubermänner aber noch lange nicht. „Der gesellige Teil ist natürlich enorm wichtig. Ohne das Bierchen nach getaner Arbeit würden vielleicht doch nicht so viele so gerne mitmachen“, scherzt Siegfried Löppenberg.

„DER GESELLIGE TEIL IST ENOR M W ICHTIG!“ „Der Zusammenhalt zeichnet diese Gruppe auch aus. In den fast 13 Jahren hat es nicht einen einzigen ernsten Streit gegeben.“ Er weiß natürlich, dass es in vielen Orten ähnliche Rentnergruppen gibt. „Aber die Regelmäßigkeit unterscheidet uns doch von vielen,


denn wir treffen uns konsequent jeden Monat.“ Im Sommer sitzen die Saubermänner oft bis spät in den Abend an ihrem Gerätehaus, wo sie sich einen Grillplatz eingerichtet haben. „Hier haben wir schon viele schöne Stunden erlebt. Bei unserem zehnjährigen Jubiläum kam sogar der Nikolaus. Mitten im Sommer!“ Wenn Löppenberg diese Geschichte erzählt, lacht er noch heute Tränen. „Ich hatte das Ganze heimlich organisiert. Niemand wusste davon. Der Nikolaus wurde von einem Polizeiwagen gebracht. Der machte kurz vorher auch noch die Sirenen und Blaulicht an und alle Nachbarn wunderten sich, was wohl bei den Saubermännern los sei. Auch bei uns wusste ja keiner Bescheid und alle waren erst erschrocken und dann sehr erstaunt, als der Nikolaus im vollen Gewand aus dem Polizeiwagen stieg. Das war richtig schön.“

ALTERSSPANNE VON 65 BIS 82 JAHR EN Löppenberg kam 2005 auf die Idee, die Saubermänner zu gründen, als er einen Freund in der Nähe von Paderborn besuchte. „Da gab es genauso eine Rentnergruppe und ich war total begeistert. Zuhause habe ich mir dann überlegt, welche Amecker ich ansprechen könnte und alle 14 waren direkt dabei!“ Heute ist die Gruppe auf über 30 Männer im Alter zwischen 65 und 82 Jahren gewachsen. „Das freut mich besonders. Es würde mir das Herz brechen, wenn es das hier nicht mehr gäbe. Deswegen bin ich so froh, dass jetzt auch die jungen Leute mitmachen!“ Die jungen Leute, damit meint er zum Beispiel Theo Liste, der mit 65 Jahren das aktuell jüngste Mitglied der Saubermänner ist. „Bei uns ist jeder, der mitmachen möchte, ganz herzlich willkommen! Man muss auch nicht Rentner sein.

Aber wer sonst hat schon donnerstags um 14 Uhr Zeit, um im Dorf Müll sammeln zu gehen?“

MEHR FACH AUSGEZEICHNET Dass es bei den Saubermännern längst nicht „nur“ um das Aufsammeln von Müll geht, sondern dass sie sich in vielen Belangen für das Dorf einsetzen, hat sich längst rumgesprochen. Über die Jahre wurden sie beispielsweise mit dem Martinspreis der Bürgerstiftung Sundern oder dem RWE-Klimaschutzpreis ausgezeichnet. Neben der Anerkennung freuten sich die Saubermänner auch über das damit verbundene Geld. „Natürlich hauen wir das Geld nicht auf den Kopf, sondern investieren es direkt wieder in das Dorf. Eine Bank kostet heute zum Beispiel über 1.000 Euro. Die Materialien für Reparaturen kosten auch immer wieder Geld. Deswegen sind wir natürlich dankbar über jeder Spende“, sagt Siegfried Löppenberg. Die Amecker Saubermänner sind längst eine feste Institution im Ort, auch wenn sie bewusst nicht als Verein organisiert sind. „Wir brauchen keinen Vorstand oder sowas. Wir sind einfach ein loser Haufen von Rentnern, denen es Spaß macht, sich für ihren Ort einzusetzen“, bringt Löppenberg es auf den Punkt. Wer dabei sein möchte, meldet sich einfach bei Siegfried Löppenberg, oder kommt am ersten Donnerstag des Monats um 14 Uhr zur ehemaligen Kläranlage in Amecke. Vielleicht ist es auch für Nicht-Amecker interessant, sich von der Begeisterung der Saubermänner anstecken zu lassen und die rüstige Truppe als Vorbild für das eigene Dorf zu nehmen.  ■ Die Saubermänner gibt es auch in unserem Podcast zum Anhören: www.woll-radio.de/saubermaenner

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„Die helfenden Arbeiter auf der Baustelle Mensch“ M ARGIT MÜLLERF R A H L I N G AU S L ANGSCHEID IST I N T E R N AT I O N A L G E F R AG T E EXPERTIN FÜR SCHÜSSLERS A L Z E U N D H AT ABSPECK-TIPPS FÜR DEN FRÜHLING Von Patrick Feldmann, Fotos: Sandra Peetz

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us ihrem Büro blickt Margit Müller-Frahling auf viel Natur und den Sorpesee. Der Ausblick verrät schon ein wenig darüber, was der Powerfrau wichtig ist: Lebensgenuss, Lebensfreude und Lebensqualität. Die Schüßler-Salze sind für sie dabei ein wichtiger und notwendiger Baustein. Sie hat mehrere Fachbücher darüber veröffentlich, die zum Teil in andere Sprachen übersetzt wurden. Ihr aktuelles Buch erscheint im Frühjahr 2018 und heißt „Basische Kuren – natürlich leicht durchs Jahr: Mit dem Plus an Schüßler-Salzen“. WOLL spricht mit ihr über zu viel Stress, schlechtes Essen und die besseren Alternativen dazu.

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ber Bücher, halten Vorträge und Seminare. Wie kam es zu dieser Entwicklung?

WOLL: Seit 20 Jahren beschäftigen Sie sich mit der Biochemie nach Dr. Schüßler. Wie sind Sie damals dazu gekommen? Müller-Frahling: „Eigentlich sind die Schüßler-Salze zu mir gekommen. Mir ging es damals körperlich schlecht. Ich litt unter Schmerzen und Krämpfen. Jahrelang bin ich von Arzt zu Arzt gerannt, aber niemand hatte eine medizinische Erklärung. Das war frustrierend und ging so weit, dass ich Panikattacken bekam und mich 1998 in eine stationäre psychosomatische Therapie begeben wollte. Es ist fast witzig, dass es damals eine Kosmetikerin war, die mir sagte, ich solle es mal mit dem Schüßler-Salz Nr. 7 probieren. Also nahm ich das Magnesium phosphoricum. Ich war da recht unbedarft und dachte, es würde mir zumindest nicht schaden. Und plötzlich ging es mir von Tag zu Tag besser. Das war ein Wendepunkt in meinem Leben. WOLL: Sie haben in der Zeit begonnen, sich in das Thema einzulesen. Inzwischen besitzen Sie eine der größten Literatursammlungen in dem Bereich und schreiben sel-

Müller-Frahling: Die Begeisterung über die Linderung meiner jahrelangen Schmerzen hat mich zunächst neugierig gemacht und so habe ich nach und nach die unglaubliche Bandbreite entdeckt. Der richtige Umgang mit den Salzen in Kombination mit einer guten Lebensweise hilft in so vielen Bereichen. Darüber wollte ich immer mehr erfahren, habe Seminare besucht, mich ausbilden lassen und irgendwann habe ich begonnen meine Erkenntnisse in Büchern aufzuschreiben. Dass ich auch Germanistin bin, hat dabei natürlich geholfen. Als Fachbuchautorin des Deutschen Apotheker Verlages wurde ich auch in Expertenkreisen wahrgenommen und so hat sich alles mehr und mehr entwickelt und vernetzt.

Müller-Frahling: Ich versuche es mal bildhaft und fernab von biochemischen Prozessen. Stellen Sie sich den menschlichen Körper als Baustelle vor. Es wird immer gebaut. Teile werden abgerissen und dann erneuert. Das Baumaterial für die Erneuerungen beschaffen wir uns über die Ernährung. Unser Körper stellt uns freundlicherweise schon einige Bauarbeiter und Maschinen zur Verfügung, aber es sind zu wenig, um wirklich gut zu arbeiten. Und den Job übernehmen die Schüßler-Salze. Sie sind, wenn Sie so wollen, die zusätzlichen Arbeiter und Maschinen auf der Baustelle Mensch.

WOLL: Können Sie in einfachen Worten erklären, wie Schüßler-Salze wirken?

WOLL: Sie sprechen die Ernährung an. Die ist in diesem Zusammenhang also auch wichtig?

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Müller-Frahling: Enorm wichtig. Gute Ernährung ist sowieso immer wichtig, auch ohne Schüßler-Salze. Aber gute Ernährung wird durch die Salze eben noch effektiver. Gerade jetzt im Frühjahr wollen viele Menschen abnehmen und fragen sich, wie sie das machen sollen. Die meisten Diätempfehlungen führen da leider mittelfristig zum kompletten Gegenteil.

Die Antwort ist in vielen Fällen überraschend einfach: Es ist auch der Stress, der uns dick macht. WOLL: Inwiefern? Müller-Frahling: Ganz konkret und unmittelbar durch Prozesse im Körper, bei denen die Zellen Fett einlagern. Aber darüber hinaus gibt es auch eine ungünstige kausale Kette: Haben wir Stress, dann haben wir in der Regel auch Zeitmangel. Haben wir Zeitmangel, essen wir einfach das, was wir am einfachsten und schnellsten bekommen können: Fast Food, Süßigkeiten, Unmengen an fertigen Brötchen und so weiter und so fort. Das tut uns nicht gut. Wir werden weniger leistungsfähig, nehmen zu und das führt zu neuem Stress und schon ist die Spirale in vollem Gange. Wer sich für 2018 vorgenommen hat abzunehmen, sollte sich auch vornehmen, Stress zu reduzieren.

WOLL: Was würden Sie empfehlen?

WOLL: Jetzt sind wir ein wenig vom Thema Schüßler-Salze abgekommen.

Müller-Frahling: Zunächst müssen wir unterscheiden, worüber wir sprechen. Ein paar Kilo zu viel, die vielleicht ein kosmetisches Problem sind? Da reicht es oft schon, auf Süßigkeiten zu verzichten, viel Gemüse zu essen und sich mal ein bisschen mehr zu bewegen. Ohne Bewegung geht natürlich nichts. Das bringt dann oft schon den gewünschten Erfolg und zwar ganz ohne irgendwelche ungesunden Produkte, die uns die Werbung anpreist. Reden wir aber über Übergewicht, das nicht nur ein kosmetisches, sondern vor allem ein gesundheitliches Problem ist, dann haben wir es mit einem komplexen Vorgang zu tun. Der erste Schritt ist dann, sich zu fragen, was eigentlich dick macht.

Müller-Frahling: Im Gegenteil. Hier helfen die Schüßler-Salze besonders gut. Und zwar so: Im stressfreien Zustand könnten wir unseren Bedarf an Magnesium decken, wenn wir morgens Müsli mit Amaranth essen, mittags einen grünen Salat und abends viel grünes Gemüse. Aber schon das schaffen wir oft nicht. Sind wir gestresst, vervierfacht sich der Bedarf an Magnesium. Da müssten Sie den ganzen Tag eine Gemüsekiste hinter sich herziehen, um die notwendige Menge an Magnesium über die Ernährung aufzunehmen. Hier braucht der Körper Unterstützung und die bekommt er zum Beispiel durch Schüßler-Salze. Sie unterstützen die Leistungs- und Belastungsfähigkeit und mindern so

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die Stressreaktionen und die schlechten Auswirkungen im Körper. WOLL: Gibt es denn auf diese Weise den „goldenen Weg“ zum Abnehmen? Müller-Frahling: Den gibt es nicht. Es gibt auch nicht „das Richtige“. Jeder Mensch ist anders und jeder muss für sich rausfinden, wie er funktioniert. Es gibt aber ungesunde Bedürfnissspiralen. Und aus denen müssen wir raus. Dabei unterstützen uns die Schüßler-Salze. Um beim Beispiel Magensium zu bleiben: Der berühmte Heißhunger auf Schokolade, den einige in stressigen Phasen haben, resultiert aus dem beschriebenen hohen Bedarf an Magnesium. Nehmen wir jetzt das Schüßler-Salz Nr. 7 und achten auf magnesiumreiche Ernährung, entsteht der Heißhunger nicht mehr. Im Übrigen sollten wir auch nicht immer so extrem mit uns sein. Wenn wir abnehmen, führen wir regelrechte Kämpfe gegen uns selbst. Das ist so negativ, aber unser Gehirn reagiert viel besser auf positive Reize. Wer abnimmt, sollte das für sich tun und nicht gegen sich. Für Lebensqualität und Lebensfreude. Eine positive Sichtweise ist da ganz wichtig. In meinem aktuellen Buch zum Thema basische Kuren biete ich dementsprechend Möglichkeiten an, die nicht so radikal sind. Es geht auch mal ein basischer Tag, oder zwei Tage, vielleicht auch mal eine Woche. Das bringt gute Ergebnisse auf eine gesunde Weise und dann kommt der positive Blickwinkel ganz von alleine.  ■


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ls Wolfgang Menzel 1959 in Eslohe zur Welt gekommen ist, muss der liebe Gott noch eine gehörige Portion musikalisches Talent übrig gehabt haben. Aber Talent alleine reicht ja nicht. Insofern hat auch sein Vater Ernst Menzel, der ebenfalls Musiker war, großen Verdienst daran; denn der brachte dem damals 6- oder 7-jährigen Wolfgang eine Trompete mit, auf welcher der Junge fleißig übte und schon wenig später in den Musikverein Bremke aufgenommen wurde. Heute leitet Wolfgang Menzel seine eigene Bigband: Das „Orchester Wolfgang Menzel“, oder einfach „Die OWM-Bigband“.

„Swing muss man fühlen“, erklärt Menzel und ist dabei voll in seinem Element. Er mag und spielt viele Arten Musik, aber den Swing und die Big Band-Musik liebt er schon seit seinen Teenagertagen. Berühmte Orchester wie Glenn Miller, Benny Goodman, Count Basie oder auch Max Greger und Hugo Strasser, vor allem aber die Orchester von Bert Kaempfert, Stan Kenton und Ray Conniff trafen bei Wolfgang Menzel voll ins Herz und übten eine unbändige Faszination aus. Nachdem er im Alter von 16 Jahren schon einige Jahre parallel in den Musikvereinen Bremke und „Lyra“ Wenholthausen gespielt hatte, gründete Menzel seine erste Tanzband – „Die Tornados“. Für diese Combo, aber auch für die Tanzbe-

setzung des Musikvereins, deren Leitung er später übernahm, schrieb er einige Arrangements und Kompositionen und lernte so schon früh, seine eigene Vorstellung vom Klang einer Band zu Papier zu bringen.

ANFÄNGE IN HEIMISCHEN MUSIKVEREINEN Aus dieser praktischen Erfahrung profitiert er noch heute, denn für die „OWM-Bigband“ arrangiert er eine Vielzahl der Stücke selbst und gibt dem Orchester so seine ganz persönliche Note und eine eigene Identität. „Mit der Zeit entwickelte sich ein eigener Stil. Es geht mir ja nicht darum, bekannte Stücke

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nachzuspielen, sondern ihnen ein eigenes Klangbild zu geben und damit neues Leben einzuhauchen“, sagt der Vollblut-Musiker. Aber er weiß natürlich auch, dass er dafür eine Band braucht, die in der Lage ist, seine Ideen umzusetzen. „Es gibt vielerlei schöne Versionen von Stücken, auch aus unserem Repertoire, und so hat jeder einen Titel anders im Ohr. Die Kunst ist es nun, die Musiker dazu zu bringen, gleich zu fühlen und offen für den gestalterischen Ausdruck des Bandleaders zu spielen wie eine homogene Einheit – ein Orchester!

DIE OWM-BIGBAND IST AUS VERSCHIEDENEN PROJEKTEN ENTSTANDEN Bis er diese 20-köpfige Band gefunden hatte, war es ein langer und vielseitiger musikalischer Weg, auf dem Wolfgang Menzel ein großes

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Netzwerk von Kontakten aufgebaut hat. Er war Trompeter im Militärmusikdienst, spielte Trompete und Saxophon in verschiedenen renommierten Bands und Orchestern und war zehn Jahre lang Dirigent des Musikvereins Wormbach – um nur einige Stationen zu nennen. Zudem gründete Wolfgang Menzel eine Schul-Bigband in Schmallenberg und diverse Ensembles in unterschiedlichster Besetzung. Festgefahren in einzelnen Genres hat er sich dabei nie: „Jede Art von Musik ist schön und faszinierend, wenn sie mit Herzblut und Enthusiasmus gemacht wird“, sagt er heute. Dieser Enthusiasmus führte dann auch zur Gründung der ersten „richtigen“ Bigband. Im Herbst 2005 sollte auf einer Veranstaltung in Schmallenberg-Dorlar eine Bigband spielen. Wolfgang Menzel nahm den Auftrag an – und stellte dann eine Band zusammen. „In

diesem Fall stand der erste Auftritt fest, bevor es eine Band gab“, lacht er. Spontan und ohne eine einzige Probe wurde der Auftritt ein Erfolg.

»ERST STAND DER AUFTRITT FEST, DANN WURDE DIE BAND ZUSAMMENGESTELLT.« Knapp zwei Jahre später trat dann zum ersten Mal das „Orchester Wolfgang Menzel“ auf. Nun in Gala-Garderobe und mit immerhin einer Probe am Tag zuvor. Dieses Konzert in Sundern-Allendorf am 27.07.2007 war die eigentliche Gründung der OWM-Bigband, sagt Wolfgang Menzel: „Das Orchester hat sich letztlich aus vielen verschiedenen Projekten und den daraus entstandenen Freundschaften entwickelt. Denn was für mich wichtig und eine wertvolle Grundlage für solch ein Orchester ist, das zeigt


sich, wenn die Musiker nicht nur die musikalischen Voraussetzungen mitbringen, sondern auch menschlich zusammen passen. Besonders schön ist, dass immer noch einige Musiker dieser ersten Stunde mit an Bord sind“, schwärmt der Bandleader von seinen langjährigen Weggefährten und Gründungsmitgliedern Gerd und Josef Hafner, Martin Peters und Rolf Püttmann sowie dem Gitarristen Volker Wendland.

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Da schaue ich dann, dass wir so besetzt sind, dass wir effektiv üben können.“ Auch Auftrittsanfragen sind immer mit Organisation verbunden. Haben die Musiker Zeit? Wie sind die akustischen Bedingungen vor Ort? Welches Programm passt zur Veranstaltung?

WOLL-Redakteur Patrick Feldmann im Gespräch mit Wolfgang Menzel

2016 verstorbenen Roger Cicero und der NDR-Bigband. Der Schlagzeuger Niklas Walter beim „Glenn Miller Orchester“ unter der Leitung von Wil Salden und auf der langen Liste von Wolfgangs Sohn, Florian Menzel, der ebenfalls mit dem Glenn Miller Orchester aufgetreten ist, stehen neben der WDR- und NDR-Bigband u .a. die Thilo Wolf-Bigband, das Jazz-Orchester Ed Partyka oder aber auch Künstler wie Till Brönner, Ed Motta, Sarah Connor und viele andere.

besonderen Wert auf einen warmen Klang und einen kontinuierlichen Drive, auf Präzision und Ausdruck, gleichzeitig aber auch auf Leichtigkeit und Relaxtheit. Das sind für ihn die Faktoren, die die Musik zum swingen bringen und ein schwebendes Gefühl entstehen lassen. „Ein prägendes Element unseres eigenen Sounds sind die bis zu fünf Posaunen und der gelegentliche Einsatz der Klarinette im Saxofonsatz“, erklärt er die für den Klang so wichtigen Details.

Florian Menzel, der Tourneen von Mittelamerika bis Süd-Korea gespielt hat, ist mehrfacher Preisträger und hat an dem Kino-Film „Oh, Boy“ mitgewirkt, für den es die „Goldene Lola“ in der Kategorie „Beste Filmmusik“ gab, zu der Florian den Preis entgegennehmen durfte und die Dankesrede hielt. Der Bochumer Gitarrist Volker Wendland führt sozusagen ein musikalisches Doppelleben, denn er ist auch Schlagzeuger der bekannten Punkband „Die Kassierer“, („Das schlimmste ist, wenn das Bier alle ist“), mit der er schon u. a. beim legendären „Wacken Open Air“-Festival aufgetreten ist.

VIEL ARBEIT HINTER DEN KULISSEN

So heterogen das Orchester Wolfgang Menzel auf den ersten Blick besetzt scheint, so homogen klingt es, wenn die Bigband spielt. Bandleader Wolfgang Menzel legt

Wenn Wolfgang Menzel sich nach seiner eigentlichen beruflichen Arbeit der Musik widmet, sitzt er oft stundenlang in seinem Musikzimmer und arbeitet die Arrangements aus. „Da vergehen manchmal sechs Stunden wie im Fluge“, schmunzelt er. Teils sitzt er am Klavier und bringt die Noten handschriftlich zu Papier, teils arbeitet er am PC mit einem speziellen Notenprogramm. Neben der musikalischen Arbeit gibt es auch viel zu organisieren. „Einige Musiker kommen ja auch aus dem Münsterland, dem Ruhrgebiet und dem Rheinland. Wenn sie die weiten Fahrten am Wochenende auf sich nehmen, um zur Probe zu kommen, soll es sich auch lohnen.

Das OWM will mit seiner Musik ein breitgefächertes Publikum ansprechen. Dementsprechend vielseitig sind die Auftritte. Von Events in der Heimat, wie zum Beispiel Open Air-Auftritte am Sorpesee, über Benefizkonzerte bis hin zu Gala-Tanzveranstaltungen in Borken und Köln hat das Orchester Wolfgang Menzel schon viele unterschiedliche Veranstaltungen bespielt.

BALD AUFTRITTE IN SOEST UND SUNDERN Weiter geht es am 17.03.2018 bei der Soester Jazz-Night und im Mai in der Sunderner Stadtgalerie. Zwischen fünf und zehn Konzerte pro Jahr spielt die Bigband im Schnitt. „Es macht wahnsinnig viel Spaß zu sehen, dass die Musik beim Publikum ankommt. Bei manchen Konzerten kommt dann auch noch etwas für einen guten Zweck zusammen. Da lohnt sich die Vorbereitung dann ganz besonders“, freut sich Menzel.

GUTE MUSIKER SIND HERZLICH WILLKOMMEN Musiker, insbesondere Posaunisten, die Freude an niveauvoller Bigband-Musik haben, sind jederzeit herzlich willkommen mitzuwirken. Kontakt über die Website der Band www.owm-bigband.de oder über Hans-Werner Köhle (hans-werner.koehle@owm-bigband.de).  ■

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»WIR FAHREN NACH BERLIN!« AUSZU BI LD E N D E D E R FI R M A PFLE I D E RE R E RW E IS E N SICH ALS PFIFFIGSTE ENERGIE - SCOUTS Von Philip Stallmeister, Fotos: Sandra Peetz

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er mit offenen Augen durch die Welt geht, kann überall Möglichkeiten finden, um Energie und damit bares Geld einzusparen. Das dachte sich auch die Industrie- und Handelskammer (IHK) Arnsberg und schrieb im Rahmen der Mittelstandsinitiative Energiewende und Klimaschutz das Projekt "Energie-Scouts" als Qualifizierungsmaßnahme für Auszubildende aus. Insgesamt machten sieben Unternehmen aus dem Verbreitungsgebiet mit. Azubis der Firmen Veltins, Trilux, Spenner, Pfleiderer, Brökelmann, Martinrea Honsel und IMI Hydronic waren auf der Suche nach unnötigen „Energiefressern“ in ihren Betrieben. Ende 2017 stellten sich alle Teams bei der IHK den Augen einer fachkundigen Jury, um ihre Ergebnisse zu präsentieren und bewerten zu lassen.

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Die Verantwortlichen der Firma Pfleiderer vom Westring in Bruchhausen wählten fünf Azubis aus, die als Energie-Scouts in ihrem Ausbildungsbetrieb unterwegs sein sollten. Janina Galander, Sarah Sommer, Eduard Schitz, Janek Westermann und Leon Heckmann schauten sich dann zwei sogenannte Conti-Pressen an, die bei der Duropal HPL-Fertigung eingesetzt werden. Es gelang schnell, einige Energieeinsparpotenziale zu erkennen. Die Energie-Scouts deckten nicht nur Schwachstellen auf, sondern entwickelten Lösungen. „Wir haben durch Zufall entdeckt, dass der Lüfter und die Förderbänder der Pressen liefen, obwohl die Pressen selbst still standen“, sagten die jungen Mitarbeiter. Diese Entdeckung nahmen sie als Ansatz, um eine mögliche Ersparnis

für die Maschinen zu errechnen. Die fünf Düsen des Lüfters verursachten zusammen Kosten von 7900 Euro. Nach der Optimierung der Düsen mittels Lichtschranken waren die Kosten auf 1314 Euro reduziert – eine Ersparnis von 6586 Euro! Insgesamt haben die Pfleiderer-Projektteilnehmer sogar eine Gesamtersparnis von 6700 Euro erkannt. In ihrer Kalkulation sind die Kosten der Umsetzung bereits enthalten, weil die Anregungen auf höherer Ebene Gehör fanden. Das Entdecken von Geräten, Maschinen oder Gebäuden mit hohem Verbrauch war nur ein Faktor, den die Juroren des Projekts bewerteten. Weil jede Theorie bekanntlich grau ist, floss in die Ergebnisse der Jury auch ein, wie die mehrmonatige Arbeit von der jeweiligen Unter-


Die ausgezeichneten Pfleiderer-Azubis und Jurymitglied Thomas Frye

nehmensführung anerkannt oder gar bereits umgesetzt wurde. Am Präsentationstag bei der Industrie- und Handelskammer in Arnsberg gab es ein Kopf-anKopf-Rennen. Alle Teams zeigten ihre Projekte anschaulich innerhalb eines kurzen Zeitrahmens von acht Minuten. Am Ende setzten sich die Azubis von Pfleiderer gegen die Konkurrenz durch. Sie freuten sich nicht nur über den ersten Platz, sondern auch auf die Reise zur bundesweiten Ehrung. Das Motivationsmotto bei der gemeinsamen Arbeit lautete „Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin“, in Anlehnung an Fußballklubs, die sich auf das DFB-Pokalfinale freuen. Ähnlich wie bei einer Sportmannschaft war bei den Pfleiderer-Schützlingen auf dem Weg zum Erfolg Teamwork gefragt. „Zu Beginn stand die Frage im Raum: ‚Wen nehmen wir?‘. Jeder wollte.“, sagte Ingo Hoyer. Der Technische

Ausbildungsleiter begleitete das Projekt und hatte gemeinsam mit seinen Kollegen das richtige Händchen bei der Auswahl aus 31 Azubis am Standort Bruchhausen. So machten sich ein angehender Maschinen- und Anlagenführer, eine zukünftige Industriekauffrau, eine Chemielaborantin in spe, ein baldiger Elektroniker und ein Auszubildender zum Industriemechaniker bei Pfleiderer ans Werk. Hoyer begründete die Nominierung plausibel: „Bei fünf verschiedenen Bereichen sieht es jeder unterschiedlich.“ Lob gab es auch von Birgit Zöllner, der Pfleiderer-Personalleiterin am Standort: „Fachübergreifende Projekte sind immer gut, weil die Auszubildenden dort ganz neue Erfahrungen machen.“ Bei der Bewertung bewährten sich die Analysen der Pfleiderer-Auszubildenden aus den unterschiedlichen Bereichen. Die Juroren waren Fachleute wie Peter Lückrath von

der Energieagentur NRW, für die IHK war Thomas Frye, Geschäftsbereichsleiter Standortpolitik, Innovation und Umwelt, Jurymitglied. Er bedankte sich und sagte: „Pfleiderer war ja auch Mitinitiator des Projektes. Weil sie die Energie-Scouts von ihrem Standort in Neumarkt kannten.“ Auf den Plätzen zwei und drei landeten mit Veltins und Trilux zwei weitere Unternehmen aus dem Hochsauerlandkreis. Gewinner waren am Ende alle Premieren-Teilnehmer des Projekts Energie-Scouts, schließlich erweitert die Teilnahme den Horizont und sorgt für eine höhere Qualifizierung der Auszubildenden. In den nächsten Jahren soll das Projekt fortgeführt werden und die Verantwortlichen der IHK Arnsberg hoffen auf weitere Unternehmen, die sich gemeinsam mit ihren Auszubildenden den Herausforderungen stellen möchten.  ■

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Genial magischer Unterricht D E N Z AU B E RS TA B AU C H A L S PÄ D A G O G I S C H E M E T H O D E S C H W I N G E N Von Paul Senkse, Foto: Marc Niemeyer

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ie Geschichte ist einfach zauberhaft, ja genial magisch. Christian Albrecht ist Berater für Handwerksbetriebe bei der Handwerkskammer Südwestfalen und Zauberer aus Passion. Den Zauberstab schwingt er aber nicht nur, weil ihm der Schalk im Nacken sitzt: Die Zauberei setzt er auch als pädagogische und didaktische Methode im Unterricht ein. „Mit Zaubern lockere ich den Unterricht auf. Darüber hinaus versuche ich durch Zaubertricks Schüler und Zuschauer für wichtige Themen zu sensibilisieren“, sagt der 62-jährige Dozent und Diplom Elektroingenieur aus Herdringen. Bisherige Höhepunkte waren „zauberhafte Darstellungen“ der Themen „Arbeitsschutz“ an der Goethe-Universität in Frankfurt sowie „Qualitätsmanagement“ in einem Seminar in Stuttgart.

Wenn Christian Albrecht über die Zauberei spricht, dann spürt man seine Leidenschaft für diese Kunst. Immer wieder unterbricht er das Gespräch mit kleinen Zaubertricks, der Schalk sitzt ihm eben im Nacken. Damit lockert er das Gespräch auf – wie im Unterricht. „Bei der Handwerkskammer in Arnsberg gebe ich viele Lehrgänge und Seminare. Dabei geht es um Themen wie Qualitätsmanagement. Dieser Bereich hat viel mit Normen zu tun. Die berühmte Norm für Qualitätsmanagement lautet: DIN EN ISO 9001. Verstanden? Es ist jedenfalls der weltweit anerkannte Nachweis von Kompetenz“, erklärt Albrecht. „Das Lesen von Normen ist wichtig, aber genauso trocken wie Gesetzestexte zu lesen. Da habe ich mir überlegt, wie kann ich den Unterricht auflockern?“ Durch Zufall stieß er auf das Buch „Trainings-Zauber“. Es faszinierte ihn. Die Lektüre war „der Start zum Ausflug in die Welt der Magie“. „Ich habe mir daraufhin meine ersten Zauberrequisiten gekauft. Das erste war ein Zauberbeutel, ein sogenannter Changierbeutel, mit dem man heimlich Gegenstände austauschen, erscheinen und verschwinden lassen kann.“ Dieser Changierbeutel kam erstmals bei seinen Lehrgängen zum Einsatz und zwar bei der Einteilung der Gruppen für die Seminararbeit und ist heute noch ein wichtiges Unterrichts-Utensil. „Der Beutel ist beispielsweise mit gekennzeichneten Zetteln oder Bonbons gefüllt. Jeder Teilnehmer zieht einen Zettel oder ein Bonbon, aber ich bestimme, wer was zieht und zu welcher Gruppe er gehört. Auf diese einfache Weise lockere ich den Unterricht auf. Den Teilnehmern gefällt das jedenfalls.“ Die Zauberleidenschaft hatte ihn gepackt. Er kaufte weitere

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Requisiten: Tücher, Kartenspiele oder Münzen. „Wichtig ist, dass die Sachen zu einem passen“, betont der Zauberer. „Das tastende Begreifen, also die Haptik, ist entscheidend.­Wie fühlt sich das Requisit an? Gefällt es einem?“ Wenn die Sachen passen, dann – so Albrecht – „wird geübt, geübt und nochmals geübt, bis die Zauberstücke klappen“. Diese präsentiert er inzwischen bei Firmenevents, auf Vereinsfeiern, in Altenheimen oder bei privaten Feiern. Menschen mit einfachen Tricks in seinen Bann ziehen, macht ihn aus. Er ist begehrt, egal ob am Tisch oder vor großem Publikum.

Der Zauberer aus Herdringen ist immer offen für neue Themen. „Bekomme ich es hin? Natürlich klappt nicht all­es, aber ich lerne aus den Fehlern“, betont er. Die Fortbildung auf Zauberseminaren nimmt großen Raum ein. Die Zauberei ist für ihn mehr als ein reines Hobby. „Die Zauberei ist spannend, kreativ und innovativ. Man entdeckt ständig was Neues, man lernt dazu und bleibt geistig fit. Und man bereitet Menschen Spaß und Freude.“  ■

»WENN DIE LEUTE LACHEN UND KLATSCHEN, DANN IST ALLES IN ORDNUNG«

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Wie es der Zauber-Zufall wollte, wurde der Familienvater einer Tochter auf einer Firmenveranstaltung für einen „weiteren Karrieresprung“ entdeckt. Eine Mitarbeiterin war von seinen Zaubertricks angetan und vermittelte ihm 2015 einen Auftritt bei einer Tagung „Arbeitsschutz an Hochschulen“ an der Goethe-Universität Frankfurt. „Da habe ich den Arbeitsschutz zauberhaft dargestellt“, sagt Albrecht. „Ich habe unter anderem eine brennende Brieftasche präsentiert, die Geldnoten blieben unversehrt. Damit sollten auf spielerische Weise die Seminarteilnehmer für den Feuerschutz sensibilisiert werden. Speziell ging es dabei um Feuerlöscher in den Betrieben.“ Auch das Thema „Notausgänge“ wurde zauberhaft präsentiert. Mit grünen Rettungspfeilen auf einem Schild, das er nach Belieben drehte und wendete, verwirrte er die Teilnehmer des Seminars. „Wenn man so will, habe ich sie in die Irre geführt. Ja, wo ist denn der Notausgang? Durch den Zaubertrick und den damit verbundenen Humor nehmen die Leute den Notausgang bewusst wahr.“ So leicht, wie sich das anhört und liest, ist es aber nicht. „Gefragt ist viel Kreativität. Der Zaubertrick steht, aber die Geschichte drumherum, die muss ich selbst schaffen. Es gibt dafür keine Beschreibung“, erklärt Albrecht. „Die Vorbereitung nimmt viel Zeit in Anspruch.“ Vor einigen Wochen, im November 2017, zauberte er beim Regionalkreis Stuttgart der Deutschen Gesellschaft für Qualität (DGQ). Dabei ging es um Qualitätsmanagement. „Ich habe ein völlig neues Konzept entwickelt. Mehrere Begriffe mussten buchstäblich in die Zauberei gebracht werden. Themen waren Kundenorientierung oder ständige Verbesserung. Auch das hat geklappt. Wenn die Leute lachen und klatschen, dann ist alles in Ordnung.“

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HOMEBASE SAUERLAND K R E AT I V I TÄT T R I F F T P R AGM AT I SMUS Von Verena Sen, Fotos: Sandra Peetz

„Nichts Herkömmliches, aber etwas Nachhaltiges“ – das ist die Devise der drei Macher von Homebase Sauerland: Andreas Janßen, Christoph Hillebrand und Daniel Streit. Hillebrand, nach eigenen Angaben die strukturierte Komponente des unkonventionellen Teams, erklärt dies so: „Wir machen auf witzige Art und Weise Werbung für die Region. Es geht ja gerade auch darum, junge Leute für das Sauerland zu begeistern, ihnen die Vorteile, die Stärken dieser Region aufzuzeigen – aber nicht auf die klassisch-herkömmliche Art, sondern so ein bisschen mit Witz“. Die Fähigkeit, mit Humor und Charme auf die Vorzüge unseres Landstrichs aufmerksam zu machen, bewiesen die drei bereits 2010 und 2012 mit ihren Sauerland-Werbefilmen „Wo lebst Du denn!?“ und „Was sprichst Du denn!?“, in denen unter anderem Star-Frisör Udo Walz und der ehemalige Bundespolitiker Friedrich Merz mit Gastauftritten brillierten. Seit 2011 ist Homebase Sauerland ein eingetragener Verein. Ihr Wirken bezieht sich jedoch nicht nur auf Werbung für die Region, betont Janßen, „sondern wir versuchen, auch aktiv Projekte anzustoßen, die mal was Neues bringen, oder die die Leute ein bisschen näher zusammenrücken lassen“. Schon mehrmals bewarb das Team beispielsweise die Ausbildungsmesse der Wirtschaftsförderung Arnsberg, die mit über 50 vertretenen Firmen wichtigste Veranstaltung ihrer Art im HSK. Auch eine Informationsveranstal-

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tung für angehende Mediziner als Werbung für die Region hat Homebase Sauerland auf die Beine gestellt. Außerdem haben sie in Zusammenarbeit mit einer hiesigen Kaffeerösterei Kaffeebauern in Südamerika unterstützt. Kreativkopf Janßen entwarf Poster und Aufkleber vom Sauerland, deren Erlös dabei half, dass die Kaffeebauern eine eigene Kaffeesorte für die Sauerländer Rösterei herstellen konnten. Und dies ist nur ein winziger Einblick in die Aktivitäten von Janßen und Co., die übrigens allesamt ehrenamtlich und „nebenbei“ erledigt werden. Hauptberuflich führt der 33-jährige Neheimer gemeinsam mit einem Kompagnon eine digitale Konzeptagentur, wo nicht nur für Sauerländer Firmen Filme, Apps oder ganze digitale Strategien entwickelt werden. Der 29-jährige Christoph Hillebrand ist Ausbildungsleiter bei einer Firma, die Fahrradzubehör in die ganze Welt verkauft – natürlich aus dem Sauerland. Heimische Traditionen haben auch in Hillebrands Privatleben einen hohen Stellenwert: in diesem Jahr trägt er die Würde des Schützenkönigs in seinem Heimatort Müschede. Kennengelernt haben sich die beiden durch Daniel Streit, den Dritten im Bunde. Dieser hatte bereits mit 15 Jahren auf der Höhe seiner Adoleszenz ein Buch verfasst mit dem bezeichnenden Titel „Zug in die Freiheit“. Streit und Janßen, damals in einer Fußballmannschaft, beschlossen, das Buch zu verfilmen. Die Rolle des

Andreas Janßen


Kassierers wurde mit Hillebrand besetzt, der damalige Bürgermeister Hans-Josef Vogel war ebenfalls mit von der Partie, er spielte sich selbst. Schon diese erste Zusammenarbeit von Janßen, Streit und Hillebrand wurde mit Erfolg gekrönt: Der Film feierte seinerzeit große Premiere im Neheimer Apollo-Kino. Neben dem festen Kern von drei Leuten sind je nach Vorhaben des Öfteren auch Freiwillige mit dabei, die nicht unbedingt Mitglied des Vereins sind. Teilweise bringen sie eigene Ideen ein oder helfen beim Organisieren anderer Projekte. „Am Ende kommt es darauf an, was für die Region dabei herauskommt“, betont Janßen. Auch Neuzugänge sind willkommen: „Es wäre auch witzig, wenn mal einer aus der ganz jungen Generation dazu kommen würde. Wir sind jetzt dabei, Familien zu gründen und haben keinen richtigen Bezug mehr zu der ganz jungen Generation. Das Problem ist nur, häufig sitzt man da mit einem Wörterbuch Jugendsprache und versucht, mit denen zu reden …“

Christoph Hillebrand

Aber für das Sauerland ist ihnen keine Hürde zu hoch. Beide zeichnen ein schönes, teilweise sogar romantisch anklingendes Bild von der Region, was dadurch aber keineswegs an Realität verliert. So wird die Geschichte über Homebase Sauerland und ihre Macher automatisch auch zu einem Portrait des Sauerlandes selbst. Andreas Janßen bringt sein Selbstverständnis von der Region prägnant auf den Punkt: „Das Sauerland ist wie ein Unimog. Das sieht erst einmal ein bisschen komisch aus und ist halt kein Ferrari. Aber im Gelände zeigt sich dann, was es drauf hat!“ Für Christoph Hillebrand bedeutet das Sauerland zum einen

eine sehr schöne Landschaft, die unterschiedlichste Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung bietet, und gleichzeitig auch wirtschaftlich eine enorm starke Region mit interessanten, weltweit agierenden Unternehmen: „Das macht es so attraktiv. Gute Arbeitsplätze und gleichzeitig wohnt man da, wo andere Urlaub machen. Und das sage ich nicht nur so, sondern so fühle ich mich auch jeden Tag. Manchmal fahre ich mit dem Fahrrad zur Arbeit, oder im Sommer noch nach der Arbeit mit dem Fahrrad zum Sorpesee. Man kommt dahin, z. B. ‚Mittwochs am Sorpesee‘, wenn die Band spielt, und man denkt sich wirklich, man ist im Urlaub. Oder auch im Winter, dass man nochmal abends nach Bödefeld fährt, Flutlicht-Skifahren macht, so zwei, drei Mal im Jahr – und das ist einfach toll!“ Hillebrand sieht einen großen Vorteil darin, dass viele Unternehmen im Sauerland, die über Kreis- und Landesgrenzen hinaus operieren, sich durch flache Hierarchien auszeichnen und vor allem immer noch familiengeführt sind: „Die denken nicht immer nur an ihre Aktionäre, sondern die denken in Generationen“. „In diesen Firmen ist ein gutes Klima“, ergänzt Janßen, „man hat das Gefühl, wenn man da arbeiten würde, würde man jeden Tag mit guter Laune dahin kommen“. Grund zu guter Laune hat aus der Sicht der Homebase-Sauerland-Macher auch die nachrückende Generation. „Das möchten wir auch immer vermitteln“, erklärt Hillebrand, „Geht ruhig mal weg, geht woanders hin zum Studieren oder arbeitet mal ein paar Jahre woanders. Aber gerade wenn es darum geht, eine Familie zu gründen, dann geht das nirgendwo besser, als hier bei uns!“  ■

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Bettnässer .. gegen Dorffräuleins DIE DORFCHALLENGE IN MÜSCHEDE Von Gisela Wilms, Fotos: Philipp Nolte

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as macht eine Schützenbruderschaft im Herbst? Draußen ist´s grau, feucht, nebelig und der Wind weht kalt ins Gesicht. Warten bis der Sommer kommt und die Schützenfestsaison wieder beginnt? Vom vergangenen Schützenfest träumen? Dies wären mögliche Antworten. Nennt sich die Bruderschaft jedoch „St.-Hubertus“ und ist in Müschede zu Hause, gibt es eine andere: Man erfindet eine Meisterschaft, nennt diese Dorfchallenge und hat ein Fest, das so gut läuft, dass nun schon die vierte Wiederholung durchgeführt wurde.

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Zu Beginn war die Idee, und zwar die von Michael Schmitz. Er wollte sich nicht mit der „Saure-Gurken“ genannten Zeit abfinden und überlegte, was man im Herbst anstellen müsste, um Menschen in die Halle zu locken und Spaß zu haben. Er erinnerte sich an „Spiel ohne Grenzen“, eine Show, die man bis in die 70er Jahre im Fernsehen sehen konnte, und war davon überzeugt, dass eine Neuauflage den Spaß bringen würde, der ihm vorschwebte. Nachdem er die Idee seinen Schützenbrüdern und -schwestern vorgestellt hatte, ging es zur Sache. Sie dachten sich Spiele aus, kopierten oder variierten bestehende, bauten, hämmerten und klopften. Und dann konnte 2014 die erste Dorfchallenge an den Start gehen. Über 20 Mannschaften – die meisten kamen aus dem Dorf – traten gegeneinander an. Geschicklichkeit war ebenso gefragt wie Aktivität, sowohl geistige als auch körperliche. Es gab Punkte bei der selbst gebauten Minigolf-Bahn zu gewinnen, bei der Karawane mussten Puzzleteile geschickt und vor allem schnell bewegt werden, oder es galt, die Ergebnisse der Bundesliga vorherzusagen. Beim Baumstammsägen sollte ein vorgegebenes Gewicht möglichst genau erreicht und bei Tabu Begriffe pantomimisch dargestellt werden. Nach dem vierten Durchlauf im November 2017 ist sicher, dass dieses erfolgreiche Projekt fortgeführt und weiterentwickelt wird. Der Zulauf der Mannschaften ist ungebrochen, mittlerweile nehmen auch Vereine, Kegel- oder Freundeclubs aus anderen Dörfern teil.

de Elend (Männer jenseits der 50) an. Den Abschluss bilden die Siegerehrung, die Tombola und das verdiente Bierchen an der Theke. Und wessen Akku immer noch nicht leer ist, der kann auch das Tanzbein schwingen. Möglich machen diese Gaudi die vielen Freiwilligen. Die Vorbereitung dauert Tage, der Auf- und Abbau jeweils ca. 7 Stunden, bei der Durchführung sind über 40 Helfer und Helferinnen in der Halle. Für das leibliche Wohl wird ebenso ehrenamtlich gesorgt wie für das Befüllen der Tombola. Aber auch nach 4 Jahren finden sich genügend Mitglieder allen Alters, die bereit sind, große Teile ihrer Freizeit zu opfern. Dass dem so ist, spricht nicht nur für die Dorfbewohner, sondern vor allem für die gut funktionierende Schützenbruderschaft St-Hubertus Müschede.  ■

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Wir bilden keine Schläger aus! IN ARNSBERG ÜBT SICH EINE GRUPPE IM ESKRIMA Von Philip Stallmeister, Fotos: Sandra Peetz

„Klack, klack, klack, klack“, klingt der Rhythmus der Holzstäbe in der Turnhalle des Mariengymnasiums Arnsberg. Hier ist die Eskrima-Gruppe des TV Arnsberg mit Feuereifer dabei. Unter Anleitung von Elke Balkenhohl und Andreas Neise üben sich Teilnehmer im Alter von 17 bis über 70 in der noch relativ jungen Kampfsportart, die nicht nur mit Maske, Stöcken und anderen Hilfsmitteln sondern auch ganz pur mit Armen und Beinen ausgetragen werden kann. „Es geht um die Verteidigung mit und ohne Waffe“, erklärt Balkenhohl.

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Auf den Philippinen entwickelte sich Eskrima vor weniger als 100 Jahren basierend auf wesentlich älteren Kampfsportarten. Der Name leitet sich vom spanischen Begriff „Esgrima“ (übersetzt: „die Fechtkunst“) ab. Die Philippinen waren die einzige spanische Kolonie in Südostasien. Wesentlich dominanter waren dagegen die Niederländer in der frühen Neuzeit. So brachte mit Frans Stroeven ein Niederländer die Kunst des Eskrima nach Europa. Bei ihm in Utrecht lernen auch die beiden Sauerländer Elke Balkenhohl und Andreas Neise. Zwei Mal im Monat geht es zur Weiterbildung in die historische Universitätsstadt. „Wir bilden keine Schläger aus. Es geht nur um die Verteidigung. Wenn wir im Ansatz merken, dass jemand aggressiv ist, dann ist er sofort raus“, erklärt Balkenhohl. Wie Neise kommt sie vom Krav Maga, einem israelischen Kampfsport. Balkenhohl suchte nach mehr: „Krav Maga war mir zu einseitig. Eskrima schöpft mich körperlich und geistig aus.“ Neise ist über seine Tochter zum Kampfsport gekommen, die in Fredeburg einen Selbstverteidigungskurs für Kinder besuchte. Der Vater war begeistert und gelangte so zu Eskrima. Der Sport von den Philippinen bringt weitaus mehr als die Anleitung zur Selbstverteidigung. Die anspruchsvollen Techniken bieten ein intensives Ganzkörperfitnessprogramm. Die intensive Beinarbeit fordert eine hohe Konzentration, ebenso wie das schnelle Schwingen im Sparring mit einem oder zwei Stöcken. Bei der Selbstverteidigung ohne Stöcke gibt es eine schnelle Abfolge von Abwehrschlägen wie „Jab“, „Cross“, „Hammerfist“ oder „Hook“. „Die Grundhaltung ist


aber eine ganz andere als beim olympischen Boxen“, erklärt Neise. Während beim gängigen Boxsport die Fäuste vor dem Gesicht gehalten werden, sind die Hände beim Eskrima auf Ohrhöhe. Damit bieten schon die Ellbogen einen guten Schutz. Für Fortgeschrittene gibt es beim „Doble Olisi“, wie der Stockkampf beim Eskrima im Original heißt, auch Schutzkleidung. Der Helm mit Maske wirkt wie eine Mischung aus einem Samurai-Helm und dem eines Eishockeytorwarts. Er hat aber bei schnellen Schlägen eine gute Wirkung. „Es tut nicht weh, es scheppert nur“, schmunzelt Elke Balkenhohl.

Das Internet nennt in der weiteren Umgebung eine Eskrima-Schule in Gevelsberg. Wer bei Balkenhohl und Neise in Arnsberg auch mal vorbeischauen möchte, kann zum Schnuppern zwei Mal kostenfrei teilnehmen. Doch um sich einen ernsthaften Eindruck vom vielseitigen Sport zu machen, dauert es. „Bis man die Grundzüge von Eskrima verstanden hat, dauert es meist ein halbes Jahr“, erklärt Balkenhohl. Doch für einen guten Doppelstock-Einsatz im gemeinsamen Sparring reichen schon wenige Wochen, dann geht es „Klack,

klack, klack, klack.“. Je nach Art des Übungsfortschritts ist allerdings das Tempo höher oder niedriger.  ■

Bei der Arnsberger Gruppe fällt der hohe Anteil an Frauen auf. Einer der wenigen Männer ist Heiner Linke aus Herdringen. Ihm gefällt das Ganzheitliche des Sports: „Ich tanze auch noch, aber beim Eskrima ist die Beanspruchung höher.“ Nach den abschließenden Dehnübungen merkt man der Gruppe, die zum größten Teil erst Anfang November 2017 mit dem neuen Sport begonnen hat, die geleistete Anstrengung an. Zwei Mal in der Woche treffen sich die „Eskrimisten“ unter dem Dach des TV Arnsberg. Die Verantwortlichen auf Vereinsseite sind froh über den Zulauf von über 20 regelmäßigen Trainingsgästen. „Wir bemühen uns um neue Angebote. Daher sind wir dankbar, zwei Trainer für Eskrima zu haben“, sagt Vereinsmanagerin Heike Bienstein. Bis dato hatte der innovative Mehrspartenverein einzig Taekwon-Do als Kampfsportabteilung im Portfolio. Das Arnsberger Eskrima-Angebot ist nicht nur für das Sauerland etwas besonderes. „Vergleichbare Angebote gibt es in Werdohl, Bielefeld oder Holzminden“, weiß Neise.

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„­ Nicht mehr die Aktie des kleinen Mannes“ B R I E FM A R K E N SA MML E R S E TZE N H EUT E AU F MOTIVSA MMLUNGEN Von Philip Stallmeister, Fotos: Sandra Peetz

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den Zeiten elektronischer Kommunikation hat das Schreiben von Briefen und Postkarten merklich abgenommen, auch im Sauerland. Die Auswirkungen von E-Mails, WhatsApp und anderen Diensten spüren die Mitglieder des Vereins für Briefmarkenkunde Neheim. Die Philatelisten sind seit über 60 Jahren aktiv, aber die Zukunft sieht der Vorsitzende Gerd Voigt alles andere als rosig: „Die meisten unserer Mitglieder sind zwischen 70 und 90 Jahre alt.“ Eine Jugendgruppe gibt es nicht mehr. 2017 wurde der runde Geburtstag des Vereins gefeiert und im Saal des evangelischen Gemeindehauses die 13. Briefmarkenwerbeschau ausgerichtet. Diese Werbeschau findet nur alle fünf Jahre statt. Dann präsentieren die Sammler in zahlreichen Schaukästen ihre Schätze. Zwei Mal im Monat, am zweiten und vierten Donnerstag, treffen sie sich zum Tausch- und Informationsabend im Kolpinghaus in Neheim an der Kapellenstraße. „Es werden dabei eher Informationen ausgetauscht als Briefmarken. Unsere Sammlungen

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kennen wir gegenseitig sehr gut“, erklärt Voigt. Er selbst hat sich auf Marken mit Pilzmotiv aus aller Herren Länder spezialisiert: „Meine Leidenschaft für Pilze fing als Kind an, als ich mit zum Sammeln in den Wald durfte.“ Andere Sammler haben sich auf Motive mit Seilen oder Greifvögeln spezialisiert. Jeder hat sein Spezialgebiet. „Das Hobby Briefmarken bildet hier auch“, so Voigt, denn die einzelnen Motive müssen ja überprüft werden. Der Wert der Marke steht für die leidenschaftlichen Sammler dabei gar nicht so sehr im Vordergrund. „Neue Motivmarken kaufe ich oft zum Normalpreis bei der jährlichen Messe im Mai in Essen. Dort sind neben Geschäften auch die Postverwaltungen vieler Länder vertreten“, sagt Voigt. Klar gibt es immer noch historische und hochpreisige Marken, aber Voigt muss viele enttäuschen, die meinen, mit dem Sammeln von Briefmarken reich werden zu können. „Die Briefmarke ist nicht mehr die Aktie des kleinen Mannes.“ Oft sind histori-

sche Postkarten schon wertvoller als die Marken. Neben diesen werden auch alte Heimatbelege gesammelt: „Das sind Schriftstücke aus der Zeit vor der Briefmarke. Dabei kommt es auf den Stempel an, der individuell erstellt wurde.“ Es gab sogar Zeiten, als Briefmarken in Form des Briefmarkenkapselgeldes als Notgeld verwendet wurden. Diese raren Kapselgeldstücke sind auch im Besitz von Neheimer Briefmarkenfreunden und zogen die Blicke bei der Werbeschau auf sich. Das Internet hilft heute auch vielen Sammlern bei der Suche nach den favorisierten Briefmarken, was wiederum der Geselligkeit abträglich ist. „Wir sind noch 35 Personen im Verein, die meisten Sammler machen das alleine. Doch im gemeinsamen Austausch erfahren wir vieles, was wir vielleicht selbst nicht gesucht hätten“, sagt Voigt. Wer sich für den Verein für Briefmarkenkunde interessiert, ist in Neheim willkommen – immer am zweiten und vierten Donnerstag im Monat. Warum sich Sammler in den Verein einbringen sollten, beschreibt ein konkretes Beispiel. Von der 1992 herausgegebenen Marke „200 Jahre Koblenz“ wurden zwei Auflagen erstellt, die eine auf fluoreszierendem Papier, die andere nicht. Der Preisunterschied liegt laut Michel-Katalog, der Fachbibel für Philatelisten, bei fast 33,- Euro. Die im Verein vorhandene Prüflampe kann bei solchen Fragen helfen.  ■


Ein »stolzer Caritäter« »H I LFE FÜ R D E N N ÄC HS T E N« IST LEITBILD FÜR CHRIS TIAN S TOCK M ANN

Von Paul Senske

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hristian Stockmann ist seit fünfeinhalb Jahren Vorstandsvorsitzender des Caritas-Verbandes Arnsberg-Sundern e. V. „Ich bin ein stolzer Caritäter und übe die schönste Tätigkeit nach Papst und Bundespräsident aus“, sagt der 49-jährige Vater von zwei Söhnen lächelnd. Eigentlich wollte der gebürtige Oberhausener Architekt werden. Doch ein Schlüsselerlebnis während seines Zivildienstes führte ihn ins Sozial- und Gesundheitswesen. Die Hilfe für schwer verletzte Kinder aus dem Kriegsgebiet Afghanistan ließen den Entschluss reifen, sich „für Gerechtigkeit, Frieden und Solidarität“ einzusetzen. Die Caritas sieht der Dipl. Sozialarbeiter und Dipl. Pädagoge als „wesentlichen Teil der Katholischen Kirche und als eine Bewegung von Haupt- und Ehrenamt, die sich für Menschen und eine gerechte Gesellschaft“ einsetzt: „Wir sind Solidaritätsstifter.“ Herr Stockmann, wie sieht Ihre Tätigkeit als Vorstand des Caritas-Verbandes Arnsberg-Sundern e. V. aus? Stockmann: Der hauptamtliche Vorstand besteht aus zwei Personen. Mein Kollege Marek Konietzny ist für den kaufmännischen Bereich zuständig. Meine Aufgabe ist die inhaltlich-konzeptionelle Ausrichtung des Verbandes und die Verbindung zur Pastoral, Gesellschaft und Politik. Ich beginne meinen Arbeitstag zwischen 7.15 und 7.30 Uhr. Die Caritas-Arbeit macht mir wirklich großen Spaß. Mir ist auch sehr wichtig, dass wir zum Lachen nicht in den Keller gehen müssen, sondern dass wir trotz Alltagsstress in der Arbeit gemeinsam viel Freude haben. Da ich viele Jahre an der Basis gearbeitet habe, halte ich weiterhin den engen Kontakt zu vielen Menschen in der Region. Ich will kein „Frühstücksdirektor“ sein. Ich suche jeden Tag das Gespräch mit vielen Menschen in unseren Einrichtungen sowie mit den haupt- und ehrenamtlichen Kolleginnen und Kollegen des Verbandes. Wichtig ist mir auch der Kontakt

zu den vielen Organisationen und Vereinen im Verbandsgebiet sowie zur öffentlichen Verwaltung und den politischen Gremien der beiden Städte und des Kreises. Besonders eng ist die Wechselbeziehung mit der Katholischen Kirche, den Caritaskonferenzen in den Gemeinden und den caritativen Initiativen. Wir sind ja (eigentlich) eins. Im Dreiklang von Liturgie, Eucharistie und Diakonie sind wir der diakonische Arm. Wie sind Sie auf diesen „Stuhl“ in Arnsberg gekommen? Stockmann: Nach 18 Jahren als stolzer „Caritäter“ in Gelsenkirchen habe ich mich 2011 auf die ausgeschriebene Stelle beworben. Dabei musste ich ein von der IFP (Anmerkung der Red.: Unternehmen für Personalberatung und Managementdiagnostik aus Köln) gesteuertes Auswahlverfahren durchlaufen und bin dann vom Caritasrat gewählt worden. Seit rund fünfeinhalb Jahren bin ich jetzt in Arnsberg/Sundern. Wir sind auch privat nach Arnsberg gezogen und ich fühle mich mit meiner Familie hier richtig wohl. Wir pflegen eine sehr gute Nachbarschaft, natürlich bin ich auch Mitglied des Arnsberger Bürgerschützenvereins. Einer meiner beiden Söhne gehört dem Hofstaat an. Er wurde übrigens damals von seinen Freunden aus Oberhausen vor einem Umzug ins Sauerland gewarnt: Was willst Du in Arnsberg, da kann man doch bestimmt nur Kühe umschmeißen! Was hat Sie bewogen, Mitarbeiter der Caritas zu werden? Stockmann: Eigentlich wollte ich Architektur studieren und habe zunächst auch im technischen Bereich Schweißen, Drehen oder Fräsen und technisches Zeichnen gelernt. Die Tätigkeit als Zivildienstleistender von 1988 – 1990 in einer Einrichtung für verletzte Kinder und Jugendliche aus Kriegs- und Krisengebieten hat mich dann aber bewogen,

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ja stark gemacht, mich für Gerechtigkeit, Frieden und Solidarität einzusetzen. Ich erinnere mich noch genau: Wenige Tage vor Weihnachten 1988 kamen die ersten Kinder aus Afghanistan in die Einrichtung in Oberhausen. Bei einem Verbandswechsel bei einem neunjährigen Kind fiel mir sein abgeschossener Finger entgegen. An den Geruch der Knochenfäulnis eines anderen Kindes (eitriges Schienenbein) kann ich mich auch heute noch gut erinnern. Bei einem Spaziergang mit den Kindern erlebten wir einen Übungsflug der Bundeswehr. Die Kinder warfen sich plötzlich auf den Boden und hielten sich die Hände über den Kopf, ich war der einzige, der noch stand. Sie hatten Angst, dass ein nächster Angriff bevorstand. Diese Erlebnisse habe ich mit nach Hause genommen und sie haben mich bis heute geprägt. Ich war nie im Krieg, weiß aber seitdem, was dieser an Schmerz und Zerstörung hervorruft. Wir müssen daher dafür sorgen, dass militärische Auseinandersetzungen beendet werden. Was die aktuelle Flüchtlingswanderung betrifft, so müssen wir helfen, soweit es möglich ist. Die Hilfe für den Nächsten ist dabei mein Leitbild. Das Gleichnis vom barmherzigen Samariter aus dem Lukas-Evangelium hat mich schon sehr früh als Kind berührt.

Nach dem Zivildienst haben Sie u. a. Sozialwesen studiert. Sie wurden Dipl. Sozialarbeiter und Dipl. Pädagoge und haben bei der Caritas in Gelsenkirchen begonnen. Stockmann: Ich habe in der Behindertenhilfe im Anerkennungsjahr in einem Caritas-Wohnhaus für geistig behinderte Menschen in Gelsenkirchen gearbeitet. Das war das Beste, was mir passieren konnte. Im Anschluss daran habe ich drei Monate in einem privaten Seniorenhaus gearbeitet und negative Erfahrungen gesammelt. Dann erhielt ich eine Anfrage von Prälat Edmund Ernst, dem Caritas-Direktor, ob ich wieder in seinem Verband in Gelsenkirchen arbeiten möchte (er war im Übrigen viele Jahre lang ein großes Vorbild für mich). Das habe ich sehr gerne angenommen und

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in der Sozialpsychiatrie, in der Suchtkranken- und Wohnungslosenhilfe gearbeitet. Auch hier habe ich viele wichtige Erfahrungen gesammelt, die mich sehr geprägt haben. Im Jahr 2000 übte ich meine erste Leitungsaufgabe aus. Ab 2003 war ich für den Geschäftsbereich Gesundheit und Soziales zuständig. Die Arbeit in Gelsenkirchen war sehr wertvoll und sehr bereichernd. Sie waren 18 Jahre in Gelsenkirchen, jetzt sind es bereits fünfeinhalb in Arnsberg. Wie unterscheiden sich die sozialen Strukturen im Revier und im Sauerland? Stockmann: Die Armutsthematik in Gelsenkirchen ist größer als hier. Gelsenkirchen hat einige schwierige Bedingungen. Armut, Langzeitarbeitslosigkeit, Drogen und nicht unerheblich viele Menschen, die draußen auf der „Platte“ leben. Ich hatte mein Büro direkt am Hauptbahnhof und habe auch selber Personen dort betreut. Aber wenn man genauer hinschaut, tauchen auch und besonders in Arnsberg ähnliche Themen auf. Arnsberg hat – auch im Vergleich zu anderen Kommunen im Sauerland – eine relativ hohe Arbeitslosigkeit. Der Anteil der Langzeitarbeitslosen beträgt in der BRD seit der Jahrtausendwende rund 35 bis 45 Prozent am Gesamtanteil der Arbeitslosen und hat sich trotz aller Bemühungen nicht verringert. Das ist ein sehr hoher Wert. Die Folge ist u. a. eine steigende Familien- und Kinderarmut. Auch die Altersarmut in Arnsberg ist schon sichtbar und ein Thema der kommenden Jahre. Ob in Gelsenkirchen oder jetzt in Arnsberg und Sundern: Es geht für die Caritas immer um soziale Gerechtigkeit, um den Kitt in der Gesellschaft und um Menschenwürde. Aktuelle Herausforderungen sind deshalb die gesellschaftlichen Veränderungen, der demografische Wandel, der Generationenaustausch und die Inklusion im weitesten Sinne, die auch die Familien- und Altersarmut und die Landzeitarbeitslosigkeit einbezieht. Und dass die Caritas keine normale Firma wird, sondern immer eine Caritas-Bewegung bleibt, dafür möchte ich mich auch in Zukunft einsetzen. Sie ist eine caritative Bewegung von Haupt- und Ehrenamt, die sich als Solidaritätsstifter und Anwalt für eine gerechte Gesellschaft und die Menschen einsetzt, in den Einrichtungen und Diensten unseres Verbandes oder in den Gemeinden. Stichwort „Ehrenamt“: Welche Bedeutung hat das Ehrenamt in der Caritas-Bewegung? Stockmann: Das Ehrenamt ist die Wurzel der Caritas. Man hat sich um arme, verletzte und kranke Menschen gekümmert. Im Laufe der Zeit hat sich das zunehmend professionalisiert, auch aufgrund der Rahmenbedingungen und Gesetze. Aber auch heute hat das Ehrenamt eine überragende Bedeutung in unserer Bewegung. Persönlich habe ich mich als junger Mann in der Betreuung eines Bauspiel-


platzes im Dorf engagiert, war Messdiener und als Student in der Flüchtlingsbetreuung aktiv. Ich habe mich auch um Sinti und Roma im sozialen Brennpunkt gekümmert und hatte eine Patenschaft für einen jungen Afghanen inne, dessen Hände durch eine Schmetterlingsmine zerstört wurden. Aktuell bin ich im Kirchenvorstand von St. Pius und in der Steuerungsgruppe Pastoraler Raum Arnsberg aktiv. Kirche und Caritas sind eng miteinander verbunden, im Grunde sind sie „eins“, wie Sie sagen. Stockmann: Das wollen wir durch gemeinsame Projekte noch mehr unterstreichen. Ich freue mich, dass ich dabei von Propst Hubertus Böttcher und anderen aus dem Pastoralteam unterstützt werde. Es darf nicht der Eindruck entstehen, die Kirche mache ihr pastorales Ding, wir unser Ding. Wir wollen daher verstärkt gemeinsam für die Menschen vor Ort wirken. Das Rote Sofa, auf dem Propst Hubertus Böttcher und ich gesessen haben und mit den Menschen in Kontakt getreten sind, ist ein Beispiel und auch ein Erfolg. Die seelsorgliche Begleitung in unseren Einrichtungen ist ein anderes zukunftsweisendes Beispiel. Weitere Maßnahmen sind geplant.

Im nächsten Jahr werden Sie 50 Jahre alt und 25 Jahre als überzeugter „Caritäter“ tägig sein. Das sind wahrlich Gründe zum Feiern. Stockmann: Ich plane 2018 dazu eine 50/25-Benefizveranstaltung zugunsten der Palliativarbeit und der Sterbebegleitung in den Einrichtungen des Caritasverbandes Arnsberg-Sundern. Dieses Vorhaben möchte ich den Menschen als Dank für die vielen schönen Begegnungen schenken. Am 2. Juni findet deshalb im Kulturzentrum Hüsten am Berliner Platz eine Kabarettveranstaltung mit Büffet statt. Frieda Braun wird auftreten und ihr Programm „Sammelfieber – über Wohltätigkeitsbasare und Stargeiger, Ökostrom und sonstige Krankheiten“ präsentieren. Der Vorverkauf läuft seit Anfang Dezember über verschiedene Vorverkaufsstellen in unseren Einrichtungen und Diensten und über unsere Homepage. Das ist ein schönes Geschenk, man kann gleichzeitig Freude bereiten und Gutes tun. Herr Stockmann, danke für dieses interessante und informative Gespräch.  ■

Schülerinnen und Schüler veröffentlichen Märchenbuch Text: Amelie Kremer und Anna Maria Ludwig, St. Ursula Gymnasium

Die Klasse 6b des St. Ursula Gymnasiums beschäftigte sich im Schuljahr 2016/2017 im Deutsch- und Kunstunterricht mit dem Thema „Märchen“. Zusammen mit ihrer Lehrerin Jacqueline Goretzki konnten die Schülerinnen und Schüler im Deutschunterricht eigene Märchen schreiben und im Kunstunterricht dazu Linoldrucke anfertigen sowie passende Märchenbilder malen. Die damals zehn bis zwölf Jahre alten Kinder hatten für das Projekt etwas mehr als vier Wochen Zeit. Gemeinsam beschlossen sie dann, aus den schönen Märchen und Bildern ein Buch drucken zu lassen. Dabei hat Jutta Ludwig, Filialleiterin der Mayerschen Buchhandlung, die Klasse unterstützt. Anfang Januar dieses Jahres hielten die Schüler/innen die fertigen Bücher zum ersten Mal in der Hand. Interessierte können das Märchenbuch der Schülerinnen und Schüler des St. Ursula Gymnasium der Mayerschen Buchhandlung bekommen.  ■

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Ein Sieg auf der Zielgeraden I n unserer Sommer-Ausgabe haben wir das „Team Opa“ aus Allendorf bei den Vorbereitungen für das inzwischen längst legendäre Enkhauser Mofarennen besucht. Seit Ende April schraubten die elf Mofasportbegeisterten an ihrer Puch Maxi GS, Baujahr 1984. Doch eine Woche vor dem Rennen kam plötzlich alles anders.

T E A M O PA G E W I N N T E N K H A U S E R M O FA R E N N E N AU F E RS AT Z M AS C H I N E Von Patrick Feldmann, Fotos: Tom Linke

„Wir hatten erhebliche Probleme mit der Kupplung“, sagt Teamchef Tobias. Insgesamt sechs Mal haben wir die Kupplung ausgetauscht.

irgendwann mal brauchen.“ Dass die Zündapp das neue Rennfahrzeug werden würde, hätte er aber nicht gedacht.

DIE KUPPLUNG STREIKT

ERSATZFAHRZEUG IST AUCH KAPUTT

„Am Ende sind wir sogar vom 2-Gang- auf ein 1-Gang-Getriebe umgestiegen.“ Doch alle Bemühungen, die gute alte Puch zuverlässig ans Laufen zu bringen, waren letztlich umsonst. „Bei einer Testfahrt wurde dann endgültig klar: Das wird nichts mehr.“ Durch Zufall hatte sich Tobias kurz vorher ein neues Mofa gekauft. „Einfach weil ich die Zündapp günstig im Netz gesehen hatte und dachte, ich könnte sie vielleicht

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Außerdem war auch dieses Mofa noch acht Tage vor dem Rennen kaputt. Da Aufgeben keine Option für das Team war, wurden sehr kurzfristig die nötigen Ersatzteile aus Siegburg beschafft, um die Zündapp noch irgendwie startklar zu bekommen. Hier eine Chronologie der letzten Tage vor dem Rennen:

Dienstag, noch vier Tage bis zum Rennen: Das Mofa läuft nicht. Mittwoch, noch drei Tage bis zum Rennen: Die Kupplung schleift. „Eine Lamelle fehlte. Das ist mir vorher noch nie passiert!“, ärgert sich Tobias noch heute. Erschwerend kommt hinzu, dass die Kupplung bei der Zündapp nicht im eingebauten Zustand zu reparieren ist. Donnerstag, zwei Tage vor dem Rennen: Die Zündapp fährt. Zumindest halbwegs.


Freitag, ein Tag vor dem Rennen: Letzte Testfahrten werden gemacht. Das Mofa wird schwarz angesprüht. Samstag, Renntag: Mit einem Ersatzteil (Kette) und wenig Hoffnung tritt das Team Opa mit der Zündapp in Enkhausen an. „Dann sind wir einfach gefahren und mussten praktisch nicht schrauben“, staunt Werner noch heute. Hubertus ergänzt: „15 Minuten vor Schluss ging dann allerdings der dritte Gang kaputt. Da wurde es nochmal brenzlig und wir dachten schon, dass unsere Führung nicht reichen würde.“

DIE SIEGESFEIER Aber es reichte. Das Team Opa gewinnt zum ersten Mal das Enkhauser Mofarennen. „Nach dem Rennen stehst du da, guckst auf die Wind-

räder in Hövel, die untergehende Sonne strahlt noch sanft durch die Bäume. In der Hand der Pokal (ein volles 3-Liter-Erdinger-Glas) und im Hintergrund läuft Musik. Mehr kannst du in Sundern nicht erreichen. So schön kann das Leben sein“, wird Werner fast etwas romantisch. Der Sieg wurde bis spät in den Abend gefeiert. Und beim nächsten Enkhauser Mofarennen? „Wir trauern der Puch schon sehr hinterher“, sagt Tobias. „Aber wir werden wieder mit

der Zündapp fahren. Obwohl …“, Tobias macht eine kurze Pause und guckt in die Runde. „Eigentlich ist es jetzt zu einfach zu gewinnen“, lacht er mit einem Augenzwinkern und an den leuchtenden Augen seiner Teamkollegen ist schon jetzt die Vorfreude auf das nächste Rennen und die vielen Treffen zur Vorbereitung zu erkennen.  ■

Vorfreude auf das Landesmusikfest im Sauerland 2 7.– 3 0 . A P R I L I N S C H M A L L E N BERG UND WINTERBERG Auf einem Landesmusikfest ist der Festumzug schon immer eines der prägenden Ereignisse gewesen. Nicht anders ist es am 29. April in Schmallenberg. Landesmusikdirektor Blasmusik Ernst-Willi Schulte aus Arnsberg konnte zu Beginn des Jahres den Mitgliedern des Festausschusses beeindruckende Zahlen vermelden. So haben sich bisher 48 Orchester mit 1750 Musikerinnen und Musikern angemeldet. Dazu kommen noch zehn Schützenvereine mit fast vierhundert Teilnehmern. Doch nicht nur der Festumzug am Sonntag wird die Herzen der Freunde der Blasmusik höher schlagen lassen. Auch an den Vortagen, von Freitag, 27. April, an hat es in sich. Open-Air Konzerte, Galakonzerte, Platzkonzerte und die für das Landesmusikfest gesetzten Wertungsspiele bieten reichlich Gelegenheit erstklassige Blasmusik zu erleben. Weitere Informationen und Eintrittskarten auf der speziellen Website www.landesmusikfest.nrw

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FIONA STRAHLT: 2017 WAR SUPER! Von Paul Senske, Foto: Tom Linke

Der Blick zurück stimmt euphorisch und macht Mut für die Zukunft: „Für mich war 2017 ein super Jahr, es war einfach Wahnsinn“, sagt Fiona Hoppe. Die 16-jährige Neheimerin ist leidenschaftliche Motocrosserin und eines der größten Talente dieser Sportszene. „Mit meiner KTM SX 150 habe ich mich dreimal für die WM-Rennen in Italien, Frankreich und Tschechien qualifiziert. Bei der IMBA Europameisterschaft bin ich als Gesamtdritte auf dem Podium gelandet. Zusätzlich bin ich als beste Zweitakt-Fahrerin geehrt worden“, sagt die Schülerin des Berufskollegs in Olsberg. Ein weiterer großer

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WOLL  Februar 2018

Erfolg war der zweite Rang bei den Rennen der Damen des Deutschen A mateu r-Motocros s-Verba nde s (DAMCV), obwohl sie aufgrund der hohen Belastung und des engen Terminkalenders nicht alle Rennen bestreiten konnte. In diesem Jahr will Fiona die gesamte Weltmeisterschafts-Saison bestreiten. Sechs Rennen sind ausgeschrieben: Italien, Frankreich, Tschechien, Holland, England und Italien. Dafür erhält sie ein größeres Motorrad und wechselt die Marke: „Mit meiner 250 ccm Husqvarna will ich angreifen und einen weiteren Schritt nach vorn machen.“ Die Schule stellt

sie für die Rennen frei. „Natürlich muss ich alle Klausuren schreiben, den Stoff nachholen und selber lernen. Das bedeutet wenig Freizeit, viel Stress und Disziplin. Ich muss das alles unter einen Hut bringen.“ Ihr großes Ziel hat sie stets vor Augen: „Ich möchte eines Tages Weltmeisterin werden.“ Dafür will sie in diesem Jahr weiter Gas geben und einen weiteren Schritt machen.  ■


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Auch im Sauerland fangen viele Märchen und Sagen so an. Fast um jeden der weit über tausend Sauerländer Berge rankt sich eine alte Überlieferung, die uns in dunkle Wälder, tiefe Täler und zu sprudelnden Zauberquellen führt. Hier lauern teuflische Hexen und mordlustige Gesellen, dort spuken unheimliche Geister und riesige Hunde, es glitzern Zwergenschlösser und verlockende Goldschätze, es klirren die Heldenschwerter und flüstern die sagenhaften Hollen in ihren Höhlenverstecken.

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WOLL  Februar 2018 

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Termine … für jeden etwas! 12. Februar

11:11 Uhr

Rosenmontagswanderung in Langscheid www.sauerland.com 14. Februar 17:30 – 19:00 Uhr

21. April

Fickeltünnes „Almauftrieb” in Allendorf www.sundern-sorpesee.de

Tour d'Amour Stadtführung für Verliebte www.arnsberg-info.de 20. Februar

19:00 Uhr

Abend für Trauernde Sundern www.iris-willecke.de 24. Februar 14:00 – 20:00 Uhr

14:00 Uhr

Regatta in Amecke www.sauerland.com

17:00 Uhr

Lesung in Stockum mit Kathrin Heinrichs www.sauerland.com 21. April

Fickeltünnes "Almauftrieb" in Allendorf mit Schwarzhalsziegen und Alphornbläsern www.sundern-sorpesee.de 27. April

14:30 Uhr

Bunter Plattdeutscher Nachmittag

www.schuetzenverein-moosfelde.de

Gasthof Klöckener in Dörnholthausen www.sauerland.com

2. und 16. März

29. April 12.45 – 18:00 Uhr

Winterwanderung Moosfelde

13. Mai

15. April

Spieleabend in Allendorf

30. Neheimer Citylauf

www.kolping-allendorf.de

www.tv-neheim.de

17. März 20:00 – 23:00 Uhr

4. Mai 5. Mai

Folktanzhaus Mitmachtanzabend des Arnsberger Folkclub e.V. www.arnsberger-folkclub.de 23. März

16:00 - 20:00 Uhr

9:00 – 14:00 Uhr 9:00 – 13:00 Uhr

Arnsberger Ausbildungsmesse im Kaiserhaus Arnsberg www.wfa-arnsberg.de

Offenes Atelier im Berghaus in Stockum

13. Mai

ansehen und gerne auch mitmachen www.sauerland.com

Weitere Termine und Informationen www.sundern-sorpesee.de

14:00 Uhr

Regatta in Amecke

27. Mai 11:00 – 18:00 Uhr 31. März

19:00 – 22:00 Uhr

Vollmondwanderung für Familien Wildwald Vosswinkel www.wildwald.de

25. Mai – 3. Juni

Arnsberger Woche www.arnsberg-info.de

WOLL  Februar 2018

Tag der offenen Tür www.feuerwehr-arnsberg.de 25. Mai - 3. Juni

2. April

13:30 Uhr

Emmauswanderung in Langscheid www.sauerland.com

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Familientag Feuerwehr Neheim

Arnsberger Woche mit Ruinenfest, Dämmerschoppen und Weinfest www.arnsberg-info.de


Herausgeber Linke & Ruße WOLL Arnsberg Neheim Sundern GbR Wicheler Weg 5 · 59759 Arnsberg Redaktionsanschrift / Anzeigen WOLL-Magazin Arnsberg, Sundern und Umgebung Wicheler Weg 5 · 59759 Arnsberg redaktion@woll-ans.de anzeigen@woll-ans.de Tel. 02932 93193-53 oder 02932 90282-82 Redaktion Josy Fecke · Patrick Feldmann · Bernd Grelka Manfred Haupthoff · Kirsten Lody · Thomas Linke Philipp Nolte · Sandra Peetz · Heike Ruße · Verena Sen Paul Senske · Philip Stallmeister · Gisela Wilms Christel Zidi

Fotos Manfred Haupthoff · Thomas Linke Marc Niemeyer · Philipp Nolte · Sandra Peetz Philip Stallmeister · Anja Hilburg Bildarchiv Seite 30 – 32: Fotolia 24541411, von ben Seite 71: Fotolia 42281001, von PhotoSG Titel Foto von Thomas Linke Druck www.westfaliadruck.de Jahresabo Preis für 3 Ausgaben 12,- Euro inkl. MwSt. und Versand

Weitere Autoren Marco van der Kooi · Martina Knoche · Hermann-J. Hoffe

Internet www.woll-magazin.de/region-arnsberg-sundern/

Korrektorat Beate Pelz

Facebook www.facebook.com/WOLL.Arnsberg.Sundern/

Gestaltung und Satz i-dexe werbung-design GmbH ZENITH Werbung & Fotografie GmbH & Co. KG

Lizenzgeber WOLL-Verlag · Kückelheim 11 · 57392 Schmallenberg

Die nächste Ausgabe des WOLL-Magazins für Arnsberg, Sundern und Umgebung erscheint Ende Mai.


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WOLL Magazin für Arnsberg, Sundern und Umgebung; Februar 2018  

Vor Ihnen liegt eine authentische WOLL – ein authentisches Stück Liebe zu unserer Heimat und zu ihren Menschen. Lassen Sie die WOLL Ihr Herz...

WOLL Magazin für Arnsberg, Sundern und Umgebung; Februar 2018  

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