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ZKZ: 78363; 2,90 Euro

AUTOMOTIVE ´09

Year of chances

2009

Automotive in den neuen Ländern

DAS JAHR DER CHANCEN


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Werbung wird orange communication that works

Post s.a.m. DieAgentur GmbH Mansfelder StraĂ&#x;e 56 D-06108 Halle (Saale) Fon + 49 (0) 3 45.47 06 78-0 Fax + 49 (0) 3 45.47 06 78-90 eMail post@sam-dieagentur.de iNet www.sam-dieagentur.de


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Diese traditionsreiche Kraft bildet nun die Basis, um die Krise zu bewältigen. Die Bundesregierung kann die krisenhafte Entwicklung nicht rückgängig machen. Wir können aber versuchen, Wachstumskräfte zu stimulieren und dadurch die Beschäftigung zu sichern. Deshalb hat die Bundesregierung frühzeitig und entschlossen reagiert und Maßnahmenpakete verabschiedet. Um die Konjunktur und das Wachstum zu stärken, stehen für die beiden Jahre 2009 und 2010 insgesamt 80 Milliarden Euro bereit. Gezielte Maßnahmen für die Automobilindustrie sind die Umweltprämie, die Absatzeinbußen mit abfedern hilft und die Regelungen zur Kfz-Steuer. Auch die Europäische Investitionsbank hat ihre Kredite auf 63 Milliarden Euro für 2009 und 2010 aufgestockt. Sieben Milliarden Euro davon entfallen auf Automobilprojekte, wie der Erforschung und Entwicklung sauberer Autos. So nutzen wir die Krise als Chance: Die Automobilindustrie soll weiter in Forschung und Entwicklung investieren.

Foto: BMWi

In der Finanz- und Wirtschaftskrise steht Deutschland derzeit vor enormen wirtschaftlichen Herausforderungen. Alle Branchen sind davon betroffen – insbesondere die Automobilindustrie. Sie ist für den Wirtschaftsstandort Deutschland von großer Bedeutung und sichert viele Arbeits- und Ausbildungsplätze gerade auch in den neuen Bundesländern. Die Branche hat dort eine große Tradition. Nach der Wiedervereinigung haben sich Automobilhersteller und Zulieferer zunehmend in den neuen Ländern engagiert. Netzwerke leisten einen wichtigen Beitrag, um die ostdeutschen Standorte weiter zu stärken.

Dr. Karl-Theodor Freiherr von und zu Guttenberg MdB, Bundesminister für Wirtschaft und Technologie

Gerade solche Investitionen sind mit ein Grundstein für wirtschaftlichen Erfolg. Um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können ist es nötig, dass die Automobilhersteller sichere, umweltverträgliche, intelligente und an den Kundenwünschen orientierte Fahrzeuge anbieten – eine Herausforderung, der die deutsche Automobilindustrie stets in besonderer Weise gerecht geworden ist. Diese Stärke sichert ihr eine beachtliche Marktposition. Die Unternehmen brauchen für ihre Investitionen und sonstigen geschäftlichen Aktivitäten Kapital und damit Kredite. Die Finanzmärkte bilden so etwas wie die Arterien im Blutkreislauf der Volkswirtschaft, die nicht verstopfen dürfen. Um die Kreditversorgung der Wirtschaft auch in schwierigen Zeiten zu sichern, haben wir den 115 Milliarden Euro umfassenden „Wirtschaftsfonds Deutschland“ beschlossen. Finanziert werden mittel- oder langfristige Investitionen, die einen nachhaltigen Erfolg erwarten lassen. Für die Risikoabsicherung wurde eine Ausweitung der öffentlichen Bürgschaftsprogramme beschlossen. Ich bin zuversichtlich, dass unser Land die Krise bewältigen wird. Die Regeln der Sozialen Marktwirtschaft können und müssen uns dabei auch weiterhin als Richtschnur dienen. Ihr

Bundesminister für Wirtschaft und Technologie Wirtschaftsspiegel

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Werke der Automobilhersteller (OEM´s) in Ostdeutschland

Mercedes-Benz Ludwigsfelde GmbH 2007: 61.055 Einheiten 2008: 60.660 Einheiten

Porsche Leipzig GmbH

BMW AG - Werk Leipzig

2007: 40.000 Einheiten 2008: 45.478 Einheiten

2007: 156.000 Einheiten 2008: 145.242 Einheiten

Opel Eisenach GmbH 2007: 181.862 Einheiten 2008: 157.019 Einheiten VW Sachsen GmbH – Zwickau-Mosel 2007: 277.000 Einheiten 2008: 254.000 Einheiten

Quelle: at automotive thüringen e.V.


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In the financial and economic crisis, Germany is currently confronted with enormous economical challenges. All sectors are effected – especially the automotive industry. For the economical location Germany, this industry is of major importance and secures many jobs and apprenticeship places especially in the new German federal states where this industry has a large tradition. After the re-unification more and more automotive manufacturers and suppliers dedicated themselves to the new federal states.

Especially such investments are also a foundation stone for economical success. In order to survive in international competition it is necessary that the automotive manufacturers offer safe, environmentally compliant, intelligent cars that are also orientated to customer wishes – a challenge the automotive industry has always met in a special manner. This strength secures the industry a remarkable position in the market.

Foto: BMWi

Networks provide an important contribution in order to further strengthen the locations in East Germany. This long standing tradition of strength now forms the baseline in order to overcome the crisis. The Federal Government cannot revoke the critical development. But we can try to stimulate the strengths of growth and by this secure employment. Therefore the federal government has reacted early and resolutely and has passed off packages of measures. To reinforce the boom and growth, a total of 80 billion Euros has been made available for both 2009 and 2010. Specific measures for the automotive industry are the environmental bonus that helps to cushion the sales losses and the regulations for car tax. The European Investment Bank has also increased their credits to 63 billion Euros for 2009 and 2010 of which 7 billion Euros go to automotive projects such as the exploration and development of cleaner cars. This is how we use the crisis as an opportunity: The automotive industry is to further invest in research and development. Dr. Karl-Theodor Freiherr von und zu Guttenberg MdB, Federal Minister of Economics and Technology

The companies require capital and therefore loans for their investments and other types of business activities. The financial markets form something similar to the arteries in the blood circulation of the national economy that must not be blocked up. In order to secure the economy’s credit supply even in difficult times, we have created the “Wirtschaftsfonds Deutschland” (Germany’s economical funds) that contains 115 billion Euros. Middle or long-term Investments that can expect a lasting success are funded. For the risk protection an expansion of the public bail programmes was agreed to. I am optimistic that our country will overcome the crisis. The rules of the social market economy can and must continue to serve us as a guide line. Your

Federal Minister of Economics and Technology

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Motiv Druckhaus Gera


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Foto: Audi Mediaservice

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Foto: ZB-FUNKREGIO OST/Jens Wolf/lah

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Foto: Universität Duisburg

Aus dem Inhalt

AUS DEM INHALT

Jetzt sind die Banken in der Pflicht Interview mit Matthias Wissmann, Präsident des VDA

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Forschung an den Mann bringen Interview mit Prof. Dr. Augsburg, Technische Universität Ilmenau

Es wird sehr, sehr hart werden Interview mit Prof. Dr. Dudenhöffer, Universität Duisburg-Essen

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An Fahrt gewinnen Messe Erfurt bilanziert Rekordzahlen und vermeldet positiven Trend

Ostdeutschland – Licht am Horizont der Automobilindustrie

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Budgets für Forschung und Entwicklung Interview mit Dietmar Bacher, Geschäftsführer der ACOD GmbH 16

Das Automobil der Zukunft Prof. Dr.-Ing. Stan, Hochschule Zwickau zum zukünftigen Automobil 17

Die Krise nutzen, um Neues zu entwickeln Die Zukunft bei der AMZ Sachsen

Automotive Sachsen – Jahr der Chancen Thomas Jurk, Wirtschaftsminister von Sachsen

Visionen Wirklichkeit werden lassen Die Automobilbranche in Sachsen-Anhalt

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Sichere und komfortable Mobilität Ausbau der Kapazitäten in Mecklenburg-Vorpommern

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International aufgestellt Jürgen Seidel, Wirtschaftsminister von Mecklenburg-Vorpommern

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Man kann es anfassen Das Automobilland Brandenburg

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Politik der Stärken stärken Ulrich Junghanns, Wirtschaftsminister von Brandenburg

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Aushängeschild der Region Harald Wolf, Senator für Wirtschaft, Technologie und Frauen in Berlin

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Deutschland soll Leitmarkt werden Die Zukunft auf den Straßen kann von deutschen Automobilbauern gestaltet werden

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Deutsche Zuliefererindustrie Wie lange reichen die Reserven?

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Messen und Veranstaltungen

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Innovativ, zuverlässig, leistungsstark Das Autoland Thüringen 18

Flexible Vielfalt Jürgen Reinholz, Wirtschaftsminister von Thüringen

Turbolader aus Erfurt Neue Arbeitsplätze am Erfurter Kreuz

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Für die Mobilität der Zukunft Dr.-Ing. Jürgen Ude, MAHREG Automotive über Kooperationen und Netzwerke

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Leistungsfähige Partner des Mittelstandes Dr. Reiner Haseloff, Wirtschaftsminister von Sachsen-Anhalt 44

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Das Auto der Zukunft Innovation und Kreativität haben in der Vergangenheit dazu geführt, dass die Automobilindustrie mit jeder neuen Produktgeneration einen Quantensprung in puncto Komfort, Sicherheit und Energieeffizienz schaffte. Auch wenn es oft danach aussah, als sei ein Ende dieses Prozesses erreicht, überraschten die Hersteller mit immer neuen technischen Raffinessen. Das Auto der Zukunft wird, so sehen es viele Experten der Branche, eine weitere Steigerung der Sicherheit, einen höheren Fahrkomfort und einen dutlich geringeren Kraftstoffverbrach haben. Nur diejenigen Hersteller und Zulieferer, die sich dieser Herausforderung stellen, werden künftig erfolgreich am Markt auftreten. Oberste Priorität dieser Unternehmen sind die Umweltund Ressourcenschonung. Neue Motoren und Antriebe, neue, leichtere und gleichzeitig festere Materialien werden das Auto der Zukunft bestimmen. Unternehmen aus Ostdeutschland haben gezeigt, dass sie in der Liga der Großen auf dem Weltmarkt mitspielen können und stellen, wie die folgenden Seiten zeigen, ihre Leistungen auch weiterhin unter Beweis.

The car of the future In the past, innovation and creativity have resulted in the automotive industry making a quantum leap with respect to convenience, safety and energy efficiency with every new product generation. Even though it often seemed as if the end of this process had been reached, the manufacturers always surprised with constantly new technological ingenuities. The car of the future will have a further increase in safety, a higher driving comfort and a definite decrease in fuel consumption – that is how many experts of the sector see it. Only those manufacturers and suppliers who rise to this challenge will in future successfully appear in the market. The top priority for these companies is the protection of the environment and resources. New engines and drives, new and lighter and at the same time more solid materials will determine the car of the future. East German companies have shown that they can already play in the league of the big companies in the global market and continue to prove their capabilities. Foto: BMW AG

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Banken und Kreditversicherer sind nach Meinung von VDA-Präsident Matthias Wissmann an der Reihe, ihrer gesamtwirtschaftlichen Verantwortung nachzukommen. Vielen Zulieferbetrieben, die im Kern eigentlich gesund sind, fehlt es an Liquidität. Sie können mitunter das laufende Geschäft nicht mehr finanzieren. Von Forschung und Entwicklung ganz zu schweigen.

Foto: VDA

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Matthias Wissmann, Präsident des VDA

Jetzt sind die Banken in der Pflicht Jedes fünfte Unternehmen berichtet von Schwierigkeiten mit Neu- oder längerfristigen Krediten beziehungsweise von erhöhten Kreditsicherheiten. Schon jetzt beklagen zwei Drittel der Firmen eine Verschlechterung der Kreditkonditionen. Dabei liegt die Schuld an der Wirtschaftskrise eindeutig bei den Finanzmärkten. Eigentlich müsste mit den Kredit- und Bürgschaftsprogrammen der Bundesregierung, die diese für den Bankensektor aufgelegt hat, die Realwirtschaft gestützt werden. Die Realität sieht anders aus. Und genau in diese Wunde legt VDA-Präsident Wissmann stets aufs Neue den Finger.

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in bedrohlichem Ausmaß an Liquidität. Der Bankensektor reagiert auf die Finanzkrise mit äußerst restriktiver Kreditvergabe. Seit Herbst 2008 haben mehr als 30 Zulieferer in Deutschland Insolvenz anmelden müssen. Hersteller und Zulieferer leisten gemeinsam einen erheblichen Beitrag, um die Wertschöpfungskette abzusichern. Zudem sind aber auch die Banken gefordert, ihrer Verantwortung nachzukommen und die Wirtschaft ausreichend mit Liquidität zu versorgen.

Wirtschaftsspiegel: Wie äußert sich die Wirtschaftskrise momentan in der Automobilbranche, vor allem in der Zulieferindustrie? Wissmann: Die Automobilindustrie erlebt das wohl härteste Jahr der vergangenen Dekaden. Auch die deutschen Hersteller und Zulieferer können sich diesem weltweiten Absatztrend nicht entziehen: Im bisherigen Jahresverlauf gingen die Exporte um 40 Prozent zurück, die Produktion sank um fast ein Drittel. Unter der derzeitigen Situation leiden die deutschen Zulieferer ganz besonders. Diese mittelständischen, oft familiengeführten Unternehmen sind von immenser Bedeutung, denn Dreiviertel der Wertschöpfung beim Automobil entfällt auf die Zulieferbetriebe.

Wirtschaftsspiegel: In Deutschland hat die Umweltprämie ihren Beitrag geleistet, dass es nicht ganz so schwarz aussieht. Aber wie sieht es mit den Auslandsmärkten aus? Wissmann: Die direkt beim Verbraucher ansetzenden Kaufimpulse, Umweltprämie und Einführung einer CO2-basierten KfzSteuer, erfüllen offensichtlich die von der Politik beabsichtigte Brückenfunktion und stabilisieren den Inlandsmarkt. Dieser kann das schwache Auslandsgeschäft aber nicht vollständig kompensieren. Denn mit Ausnahme von China sind die Märkte weltweit nahezu zeitgleich eingebrochen. Der westeuropäische Markt wird in diesem Jahr um neun Prozent schrumpfen, Osteuropa und Russland verzeichnen Rückgänge um 25 beziehungsweise 35 Prozent. Am größten aber ist der Einbruch des US-Marktes: Seit Jahresbeginn Minus 37 Prozent.

Wirtschaftsspiegel: Und wie sieht die Liquidität der Unternehmen aus? Kommt Unterstützung von Seiten der Banken? Wissmann: Aufgrund des dramatischen Ertragsrückgangs fehlt es vielen Zulieferern

Wirtschaftsspiegel: Was erwarten Sie von der IAA im September an Neuerungen? Wissmann: Ein Schwerpunkt der Messe wird das Thema Sicherheit sein. Es werden neuartige Assistenzsysteme vorge-

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stellt werden, die das Autofahren noch sicherer und komfortabler machen. Zudem steht die konsequente weitere Reduzierung des Verbrauchs und damit der CO2Emissionen im Mittelpunkt. So werden zum Beispiel die Fortschritte bei der Elektrifizierung des Automobils, vom Mild Hybrid bis zum reinen Elektrofahrzeug zu sehen sein. Wirtschaftsspiegel: Wird sich dort eine Trendwende in Sachen Umweltschutz zeigen? Wissmann: Es geht nicht um eine Trendwende, sondern darum, den bereits eingeschlagenen Weg konsequent weiterzugehen. Das heißt, einerseits die Entwicklung alternativer Antriebe voranzutreiben, und andererseits das Einsparpotential des Diesels und des Benziners voll auszuschöpfen. Solche Optimierungen, vom Clean Diesel bis hin zum hoch aufladenden Ottomotor mit Direkteinspritzung, wird die IAA zeigen. Denn klar ist: Mindestens in den kommenden zehn Jahren bleiben die klassischen Antriebe noch das Rückgrat der individuellen Mobilität. Wirtschaftsspiegel: Und ist damit zu rechnen, dass es künftig auf unseren Straßen nur noch kleine, preiswerte und spritsparende Fahrzeuge zu sehen gibt? Wissmann: Nein, denn auch in Zukunft wird es unterschiedliche Bedürfnisse an Mobilität geben. Ein Familienvater, der Langstrecken zurücklegen muss, braucht ein anderes Auto, als ein Single, der nur in der Stadt fährt. Die Herausforderung besteht darin, in allen Segmenten – vom Kleinwagen bis zum Familien-Van – Fahrzeuge mit der größtmöglichen Effizienz Wirtschaftsspiegel


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Foto: BMW Group

Antriebe der Zukunft, Clean Diesel

Foto: Volkswagen-Media-Center

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BMW V8 Ottomotor mit Twin Turbo und High Precision Injection

Now it is the duty of the banks zu entwickeln. Entscheidend ist die Kombination von geringem Verbrauch, hohen Sicherheitsstandards und angemessener Leistung. Wer wie die deutschen Hersteller kontinuierlich in Forschung und Entwicklung investiert und dies auch in der aktuellen Krise beibehält, wird die Nase vorn haben. Wirtschaftsspiegel: Wären Verknüpfungen innerhalb des europäischen Marktes eine Lösung, um auf dem Weltmarkt weiterhin bestehen zu können? Wissmann: Gerade jetzt in der Krise können Kooperationen und die damit verbundenen Synergieeffekte helfen. Das Beispiel BMW und Peugeot zeigt, wie eine europäische Zusammenarbeit erfolgreich sein kann. Aber auch in Deutschland können Kooperationen sinnvoll sein, um Kosten zu reduzieren und damit die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu stärken. Wichtig dabei ist, dass die einzelnen Marken ihre Eigenständigkeit behalten, so lassen sich etwa bei der Produktion standardisierte Bauteile ver wenden, die für den Kunden bei der Unterscheidbarkeit der Marken nicht relevant sind. DAS GESPRÄCH FÜHRTE REDAKTEURIN DOREEN FISCHER

Kontakt VDA Verband der Automobilindustrie Tel.: +49 (0) 69 - 975070 E-Mail: info@vda.de Internet: www.vda.de

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The automotive industry is probably facing the most difficult year of the past decades. Even the German manufacturers and suppliers cannot withdraw from this worldwide sales trend: In the course of this year the exports have decreased by 40 percent, production by nearly a third. Especially the German suppliers are suffering immensely under the current situation. These middle-sized companies are of great importance as they account for three quarters of the added value.

One main focus of this year’s International Automobile Fair (IAA) will be security. New assistance systems that will make car driving even safer and more comfortable will be introduced. Moreover, the consistent continuous reduction in consumption and therefore in carbon dioxide emissions will be the main focus. Thus, for example, the progress of the electrification of the automobile, from the Mild Hybrid to the pure electronically powered vehicle will be shown.

Due to the dramatic decrease of revenue many suppliers are dangerously lacking liquidity. The bank sector is reacting to the financial crisis with extremely restrictive loan grants. Since autumn more than 30 suppliers have had to file for bankruptcy. Manufacturers and suppliers both contribute significantly to secure the supply chain. Fur thermore the banks are now challenged to become accountable and supply the economy with sufficient liquidity. The directly applied buying impulses, the scrap bonus and introduction of a carbon dioxide based car tax for the consumers apparently fulfil the bridging function and stabilize the domestic market as intended by the government. However this cannot completely compensate for the weak international business as – with the exception of China – all markets worldwide nearly caved in at the same time. The West European market will shrink by 9 percent this year; East Europe and Russia are recording losses up to 25 to 35 percent. The US market however has listed the largest drop: minus 37 percent since the beginning of this year.

However, this is not about a change of trend, but it is about consistently continuing the path that has already been taken. This means for one to expedite the development of alternative energies and for another to completely exhaust the potential of savings for diesel and petrol vehicles. The IAA will present optimisations such as the Clean Diesel to the highly efficient Otto engine with direct fuel injection. It is clear: at least for the next 10 years the classic drives will remain the backbone of individual mobility. Also in the future there will be different needs of mobility. A family man who needs to drive long distances requires a different car to a single who only drives in town. The challenge is to develop vehicles with the largest possible efficiency in all segments – from the compact car to the family van. The combination of low consumption, high safety standards and appropriate performance is crucial. Who, like the German manufacturers, continuously invest in research and development and maintain this also in the current crisis will be a length ahead.

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Foto: Universität Duisburg

Prof. Dr. Ferdinand Dudenhöffer ist seit Oktober 2008 Inhaber des Lehrstuhls für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Automobilwirtschaft an der Fakultät Ingenieurswissenschaften der Universität DuisburgEssen.

Es wird sehr, sehr hart werden In Branchenkreisen und bei Journalisten gilt er als einer der gefragtesten Experten der Automobilbranche. Dem Wirtschaftsspiegel gegenüber gibt er sich optimistisch, wie die Zukunft der Autobauer aussehen könnte. Allerdings gilt dieser Optimismus nicht für das Jahr 2009.

Wirtschaftsspiegel: Wie sehen Sie in Zeiten der Wirtschaftskrise die Entwicklung der Fahrzeugindustrie? Dudenhöffer: Das Jahr 2009 wird sicherlich ein sehr schweres Jahr. Nach der Zeit 2010/11 wird sich die Automobilindustrie zu dem entwickeln, was auf dem Markt tatsächlich abgefragt wird. Wirtschaftsspiegel: Noch ist ein Ende der Krise nicht in Sicht. Was kommt nach der Abwrackprämie? Dudenhöffer: Nach der Abwrackprämie kommt in Deutschland ein riesiges Verkaufsloch. Und in diesem Verkaufsloch werden wir deutlich hinter dem herlaufen, was momentan abgesetzt wird. Wirtschaftsspiegel: Heißt das, dass nach der Abwrackprämie einige Autohändler nicht mehr existieren werden? Dudenhöffer: Ja. Mit der Abwrackprämie haben wir jetzt eine Art kleine Sonderkonjunktur. Aber anschließend ist zu erwarten, dass viele Händler umfallen. Auf der einen Seite fehlen die Verkäufe, auf der anderen Seite bleiben die Rabatte so hoch wie zu Zeiten der Abwrackprämie. Der einzige Unterschied ist, dass der Händler dann die Abwrackprämie aus seiner eigenen Tasche bezahlt. 12

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Wirtschaftsspiegel: Wird es sich dabei um Kleinwagen- oder Luxuswagenanbieter handeln? Dudenhöffer: Das ist gemischt und das kann man so noch nicht sagen. Aber die Struktur wird durchgängig sein. Das hat Gründe. Durch die Abwrackprämie haben wir ein Rabattniveau erzeugt, das wir so schnell nicht mehr zurückdrehen können. Also werden wir die hohen Rabatte gewähren und zusätzlich fehlen die Abverkäufe. Es wird also sehr, sehr hart werden. Wirtschaftsspiegel: Wirkt die Abwrackprämie eigentlich so, wie man sich das von Seiten der Politik erhofft hat? Dudenhöffer: Für die Politiker ja. Für den Markt, glaube ich, dass die Abwrackprämie nichts Wesentliches erreicht hat. Es wurden viele Steuergelder eingesetzt mit einem kurzen Hallo-Effekt. Aber der verschwindet dann. Und danach wird eben diese Abwrackprämie mit vielen negativen Aha-Effekten begleitet werden. Wirtschaftsspiegel: Welche Möglichkeiten sehen Sie für die Automobilbranche, möglichst unbeschadet aus der Krise herauszukommen? Dudenhöffer: Rauskommen werden wir nur dann, wenn sich weltweit die Konjunktur wieder nach oben bewegt. Durch die vielen Konjunkturprogramme, die wir haben, wird es in der zweiten Hälfte 2010 wieder geschäftlich nach oben gehen. Somit bewegt sich die Automobilindustrie ohne spezielle Programme wegen der Konjunktur auch wieder nach oben. Wirtschaftsspiegel: Wird es denn sogar einige wenige Gewinner geben?

Dudenhöffer: Wie immer gibt es Verlierer und Gewinner. Verlierer sind die Autobauer in Amerika. Wir müssen mal schauen, wie VW und Porsche zusammen funktionieren. Aber ich denke, das Gebilde wird mit einer der Gewinner sein. Und bei Opel, da müssen wir erst mal abwarten, was passiert. Im Moment wissen wir bei Opel noch gar nichts, mit wem man zusammen geht. Deshalb können wir heute noch nicht viel dazu sagen. Wirtschaftsspiegel: Könnten in Zukunft einige Marken sogar ganz vom Markt verschwinden? Dudenhöffer: Ja sicherlich. Dafür gibt es wieder Neue aus China, Indien oder Russland. Von daher ist es ein Auf und Ab in der Automobilindustrie. Wirtschaftsspiegel: Wo geht denn nun der Trend in Sachen Automobile hin? Dudenhöffer: Es gibt eine Spreizung in zwei Richtungen. Das Billigauto, mit Tatra und Dacia auf der einen Seite. Der andere Teilbereich ist das Premiumsegment. Dort werden wir viele Innovationen sehen, mit optimierten kleineren Motoren, der Elektromobilität und dem Thema Sicherheit. Insgesamt werden unsere Fahrzeuge auch im Premium-Segmenet eine Nummer kleiner. Wirtschaftsspiegel: Und wo bleiben die Mittelklassewagen? Dudenhöffer: Die werden wir in Zukunft nicht mehr so häufig auf den Straßen antreffen. DAS GESPRÄCH FÜHRTE REDAKTEURIN DOREEN FISCHER

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Der „Autopapst“ blickt in die Zukunft

Das, was er momentan zu verkünden hat, macht Angst und Hoffnung zugleich. Ein Auf und Ab der Gefühle versetzt die Automobilindustrie in gespannte Erwar tung. Erst kam das große Loch, dann die Abwrackprämie. Autohändler haben sich angesichts steigender Verkaufszahlen die Hände gerieben. Immerhin lag die Zahl der hergestellten Autos in Deutschland im ersten Quartal 2009 um satte 18 Prozent über der des Vorjahres. Doch das nächste Tief wartet bereits. „Die Abwrackprämie erzeugt ein Strohfeuer, an dem man sich kurz wärmen oder die Finger verbrennen kann“, sagt Dudenhöffer. Immerhin hat dieser warme Geldsegen zur Folge, dass die Branche erst wieder im zweiten Halbjahr 2010 zulegen wird. Und noch eine Botschaft hält der Experte bereit. Die Kraftfahrzeugindustrie wird nie wieder die Größe erreichen, die sie zuletzt hatte. Zumindest nicht in den zwölf größten Märkten. Aber es gibt einen Hoffnungsschimmer. Die Zahl der produzierten Autos wird stark zunehmen. Und zwar in China und Indien. Ein Phänomen ist nun auch bei den Großen der Branche zu beobachten. BMW, Audi und Mercedes haben Rabatte bis zu 2.500 Euro gewährt. Das war noch nie da. Und wird so schnell auch nicht wieder auszugleichen sein. Der Kunde hat die Rabattschlacht erschmeckt und möchte auch künftig in den Genuss derartiger Nachlässe kommen. Dudenhöffer kennt das Problem, mit dem die Industrie hierzulande zu kämpfen hat. Aber nicht nur Deutschland ist betroffen, sondern auch die gesamteuropäischen, amerikanischen und japanischen Industrien. Sie sind viel zu unflexibel gegenüber Schwankungen. Wer flexibler auf den Markt reagieren möchte, der muss mit modularer Bauweise oder Kooperationen oder mit einer teilweise ausgelagerten Montage reagieren. Nur so können Absatzschwankungen aufgefangen werden. „Die Krise wird jetzt genutzt, um die Automobilindustrie neu aufzubauen“, sagt der Professor. (df) Wirtschaftsspiegel

Foto: BMW AG

Von seinen Studenten wird er geschätzt, von der Presse wurde er zum „Autopapst“ ernannt und die Automobilindustrie registriert die Prognosen von Prof. Dr. Ferdinand Dudenhöffer mit größtem Interesse. Er ist einer der gefragtesten Experten, wenn es um die Bewertung der Fahrzeughersteller und Zulieferer geht.

Neuerungen im Premiumsegment von BMW: Thermoelektrischer Generator erzeugt Strom aus Abgashitze

The „Car Pope“ looks into the Future He is appreciated by his students, was nominated the “Car Pope” by the press and the automotive industry looks at Prof. Dr. Ferdinand Dudenhöffer‘s prognoses with great interest. He is one of the most sought after experts regarding the assessment of car makers and suppliers. What he is currently proclaiming, gives cause for alarm and hope at the same time. The emotional ups and downs throw the automotive industry into tense anticipation. At first there was the big hole, and then came the scrap bonus. Car dealers rubbed their hands in glee in view of increasing sales numbers. After all, the number of manufactured cars in the 1st quarter of 2009 in Germany rose 18 percent in comparison to last year. But the next depression is already waiting. “The scrap bonus is a flash in the pan where you can briefly warm yourself up or burn your fingers”, says Dudenhoeffer. That the industry will profit again only in 2011 is the outcome of the bonanza. He also has another message: the automobile industry will never reach its current magnitude again – at least not on the 12 largest markets. But there is a ray of hope: the number of manufactured cars will increase – namely in China and India. A phenomenon is also to be seen with the industry’s big companies. BMW, Audi and Mercedes gave out discounts up to 2.500 Euros, which never happened before – and will not be balanced out as quickly either. The customer has come to enjoy the discount battle and expects such discounts in the future.

Dudenhoeffer knows the problem that Ger many’s industry is confronted with. Not only Germany’s industry but the entire European, American and Japanese industries are affected, as well. They are inflexible towards fluctuation. Those who want to react flexibly to the market must react with modular construction or co-operations or partially outsourced assemblies. This is the only way to absorb the sales fluctuations. “The current crisis is now used to restructure the automobile industry.” says the Professor. World-wide up to 18 million vehicles were built as excess capacity. But while some are fighting with sales problems, there are other markets that are still in the process of growing. In China and India, for example, the count is 10 vehicles to every 1000th citizen. In both countries there still is a high demand. In Europe, the USA and Canada and in Japan every 2nd citizen owns a car; therefore one can understand the extreme growth potentials of the Automotive Industry. But the social surroundings also need to grow. Wealth and affordable cars - that is the only way forward, which, according to Dudenhoeffer, is the reason why the Romanian Dacia with the Logan and the Indian Tata Nano are so successful. Incidentally, the automotive expert warns not to save at the wrong end. Especially, the lack of car models can become a problem for the manufacturers, for which Opel is the best example - whose problems were partially homemade due to this. Wherever the number of car models has increased in the last few years, the companies are also well set up.

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chnell und komfortabel unterwegs sein, dies aber zugleich so sparsam, umweltschonend und sicher wie möglich, sind Ansprüche an moderne Mobilität. Vor dieser „Quadratur des Kreises“ stehen Entwickler, Produzenten, Zulieferer und Dienstleister für das Produkt Automobil. Und das in Zeiten, in denen ohnehin alles in Veränderungen begriffen ist.

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Doch wie soll man eben jenen Schwierigkeiten begegnen? Hier kommt der Automotive Cluster Ostdeutschland (ACOD) ins Spiel. Gegründet wurde er zwar schon im Jahr 2004. Aber gerade jetzt wird er zu einem Anker für viele Produzenten aus der Automobilindustrie. Die länderübergreifende Initiative hat es sich zur Aufgabe gemacht, eine nachhaltige Entwicklung der Automobilindustrie in Ostdeutschland zu erreichen. Ziel ist es, regionale Aktivitäten zu bündeln und Synergien innerhalb der Branche für ganz Ostdeutschland zu erzeugen. Der ACOD umfasst die in den fünf neuen Bundesländern aktiven Automobilhersteller (OEM), Zulieferer und Dienstleister, Forschungsinstitute, Verbände und andere Institutionen. Ostdeutschland ist nun mal eine Region mit AutoHerz und Auto-Verstand. Hier haben sich 14

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in den vergangenen 20 Jahren Volkswagen, Opel, Mercesdes-Benz, Porsche und BMW angesiedelt. Die neuen Bundesländer boten genau das, was bei der Automobilindustrie gefragt war: Qualifiziertes und motiviertes Personal und eine moderne Bildungs- und Wissenschaftslandschaft. Die Fahrzeughersteller gründeten hochmoderne Fertigungsstätten. Und zogen so im Umkreis immer mehr Zulieferer und Dienstleister an, die sich vor allem aus

Wir versuchen einen Schirm über Arbeitsplätze und Forschung zu halten. Wolfgang Tiefensee Bundesverkehrsminister

kleinen und mittelständischen Betrieben der Region zusammensetzen. Der ACOD bündelt die Kräfte der hier ansässigen Branchenunternehmen. Forschungseinrichtungen, Dienstleister, Verbände und Automobilzulieferinitiativen der ostdeutschen Länder – diese haben somit ein gemeinsames Dach. Das Ziel besteht darin, die Innovationskraft und Wertschöpfung in der Region zu halten. Am Ende profitiert auch der Kunde davon. Er bekommt

ein Fahrzeug, das nicht nur schnell und komfortabel, sondern auch sicher, sparsam und umweltschonend ist. Immerhin steht die Zukunft des Automobils, so wie wir es heute kennen, auf dem Spiel. Es wird, ja es muss, Veränderungen geben, will man der weltweiten Wirtschaftskrise entgegentreten. Nur wer Neues, Innovatives und auch Umweltschonendes auf den Markt bringen kann, der wird sich in der Zukunft behaupten können. Dies allein zu stemmen, ist schier unmöglich. Und genau an dieser Stelle greift der ACOD ein. Er bringt all die Akteure zusammen, die an neuen Zielen arbeiten. Ostdeutschland könnte zu einem europäischen Zentrum für Hightech-Produkte der Automobilindustrie werden, das nationalen sowie internationalen Bestand bekäme. „Wir versuchen einen Schirm über Arbeitsplätze und Forschung zu halten“ machte Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee den Unter nehmen der Zulieferindustrie Mut für die Zukunft. Weniger Primärenergieverbrauch und Schadstoffemission, leistungsfähigere Antriebe mit AlternativWirtschaftsspiegel

Foto Portrait: BMVBS / Foto oben: AUDI AG

Licht am Horizont der Automobilindustrie


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Charakter, verbesserte Fahrerassistenzsysteme, das sind die Visionen, die der modernen Fahrzeugindustrie vorschweben. Autos mit Leichtbau-Karosserie sind bereits in der Entwicklung. Mit Werkstoffverbundsystemen und innovativen Verarbeitungstechniken konnten Experten bereits extrem leichte Karosserien zusammenstricken. Ostdeutsche Materialwissenschaftler und Systemingenieure sind federführend in der Entwicklung solcher Neuerungen. Der Nutzen derartiger Forschungsergebnisse liegt auf der Hand: Leichtere Fahrzeuge, die noch dazu sparsam, komfortabel, ökologisch verträglich und ökonomisch sinnvoll sind, kommen bei den Verbrauchern an. Der ACOD bietet in Kompetenzclustern den jeweiligen Akteuren eine Bühne. So können sie mit ihren Partnern nach neuen Lösungsstrategien suchen, gemeinsames neues Wissen generieren und schließlich auch als Dienstleistung anbieten. Nicht zuletzt erreicht man auf diesem Weg auch den Ingenieurnachwuchs in Ostdeutschland. Den gilt es in der Region zu binden. Denn jetzt ist genau das eingetreten, wovor Experten schon lange gewarnt haben. Die Zahl der Schulabgänger ist dramatisch gesunken. Für die Unternehmen wird es immer schwerer, geeigneten Nachwuchs zu finden. Zumal sich viele junge Leute, die sich für die Fahrzeugindustrie interessieren, an die Großen der Branche halten. Vor allem die kleinen und mittelständischen Unternehmen müssen in den neuen Bundesländern verstärkt um qualifizierte Auszubildende kämpfen. Um ihnen bessere Chancen einzuräumen, greift der ACOD ins Geschehen ein. Er bringt Schulabgänger und Firmen in Kontakt. Auf Jobbörsen und in Kompenzzentren wird der Nachwuchs für morgen angesprochen. Auch wenn man in der derzeitigen wirtschaftlichen Situation bei der Geschäftsführung des ACOD keinen Grund zur Pa-

nik sieht, so ist man sich des Ernstes der Situation durchaus bewusst. Bereits im vergangenen Jahr musste sinkender Umsatz bei steigenden Personalkosten verbucht werden. Wie sich die Rechnung am Ende dieses Jahres liest, bleibt abzuwarten. Immerhin bietet das Konjunkturpaket der Bundesregierung schon einen gewissen Grundstock, um den gegenwärtigen Abwärtstrend abzufedern. Positiv schlägt zu Buche, dass die kleinen und mittelständischen ostdeutschen Betriebe eine unglaubliche Produktvielfalt vorzuweisen haben. Und nicht zuletzt werden sie exportseitig nicht so hart getroffen wie ihre Mitbewerber aus den alten Ländern. Partnerschaftsmodelle, so lautet das Zauberwort, das die AOCD in die Waagschale wirft. Gemeinsam anpacken und entwickeln, hier liegen die Chancen. Allerdings liegen unzählige Möglichkeiten, sich weiterzuentwickeln und bestandsfähig auf dem Markt der Automobilindustrie zu bleiben, noch völlig brach. Der Anteil der ostdeutschen Aufwendungen für Forschung und Entwicklung liegt im Vergleich zum gesamten Land bei gerade mal drei bis fünf Prozent. Vom ACOD wird die Zusammenarbeit mit der Wissenschaft, auch als Ersatz für fehlende unternehmensinterne Forschung, gefördert. Bis zum dritten Quartal 2009, so die Prognosen, hält die Talfahrt in der Wirtschaft an. Auch um die ostdeutsche Automobilindustrie macht dieser Trend keinen Bogen. Sinkende Umsatzzahlen, stillstehende Produktionsbänder und vereinzelte Insolvenzen sind bis dahin fast unumgänglich. Doch mit gebündeltem Knowhow, Wissenstransfer und gestärkten Kompetenzen ist man unter dem Dach des ACOD gewappnet. Und zwar für die Zeit nach der Krise. (ds) !

www.acod.de

Statistische Angaben zur Ostdeutschen Automobilindustrie

Light on the horizon for East Germany’s Automotive Industry To be on the go fast and comfortably, but also economically, environmentally friendly and as safely as possible are demands to modern mobility. Developers, producers and service providers are asked to “square the circle” for the automotive product – in times where everything is changing. How to approach the difficulties? The Automotive Cluster Ostdeutschland (ACOD), founded in 2004, then comes into play. Only now has it become the anchor for many of the automotive industry’s producers. The transnational initiative wants to achieve a lasting development of East Germany’s automobile industry and bundle regional activities and create synergies within East Germany’s trade. The ACOD comprises of active automobile producers (OEM), suppliers, service providers, research institutions, organisations and others in the five new German States. It brings all the players together to work on new goals. East Germany could become a European centre for high-tech products of the automobile industry and be a national and international asset. The ACOD offers a stage for the relevant players in competence clusters to seek new solution strategies with partners, generate new know-how and offer services. Although the ACOD’s management sees no reason to panic in the current economical situation, they are fully aware of the serious situation. Last year a decrease in turnover was booked against an increase of personnel costs. The outcome at the end of the year is unknown. Partnership models are the magic words which ACOD puts its emphasis on. The opportunities are to jointly tackle and develop. However, the countless possibilities to develop further and remain competitive in the automobile industry market still lie wasted. The share of East Germany’s expenditures for R&D compared to the entire country lies at 3 to 5 percent. The ACOD encourages cooperation with the economy as a replacement for the companies’ missing internal research.

Quellen: 1 VDA; 2 OEMs; 3 Plandaten aus der FuE-Erhebung 2006 Stifterverband Wissenschaftsstatistik; 4 eigene Hochrechnung auf Basis deer Daten 2005 Stifterverband Wissenschaftsstatistik; 5 DPMA; 6 und 7 Statistische Landesämter der NBL, ACOD GmbH

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Ausgerechnet in den neuen Bundesländern werden die Möglichkeiten der Forschung und Entwicklung nur in geringem Maße angenommen. Selbst die Automobilindustrie zeigt sich von ihrer zurückhaltenden Seite. Das geht sogar so weit, dass Fördergelder nicht ausgeschöpft werden können. Für Dietmar Bacher, Geschäftsführer der Automotive Cluster Ostdeutschland (ACOD) GmbH, ist diese Entwicklung ein Widerspruch.

Dietmar Bacher, Geschäftsführer ACOD GmbH (Automotive Cluster Ostdeutschland)

Budgets für Forschung und Entwicklung Budgets for Research In the new German states the opportunities for research and development are scarcely adopted. Dietmar Bacher, the managing director of the Automotive Cluster Ostdeutschland (ACOD) GmbH believes that there is broad consent, that without research and development one cannot survive in the long term. The general numbers still present a disillusioning picture. Only three percent of research and development expenditures for the automotive industry find their way to East Germany. Needed, however, is around 20 percent. This has mainly to do with the fact that many companies are still the extended workbenches. On the other hand, there are huge efforts from the federal government and the states in the form of promoting innovations. But the fact remains that the budgets provided have hardly being bexhausted. Furthermore, not everyone is aware of the respective elements. Although there are numerous programmes, the level of awareness and appreciation is often still missing. In Thuringia, too, a great deal is being invested in research and development. But the signal still reads as follows: a budget is provided for but not called up. That is why the ACOD wants to communicate industrial trends and link scientific insights to each other. Therefore, the ACOD is currently planning to create two innovation forums that substantiate the core themes and accelerate their implementation into the local industry. There is an overwhelming need to catch up. One just needs to take into consideration that only 500 million Euros out of 18 billion are spent in the new German states and that is simply just not enough.

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Wirtschaftsspiegel: Ohne Forschung und Entwicklung kann man sich die Automobilbranche kaum vorstellen. Hat nun auch noch die Wirtschaftskrise ihren Beitrag geleistet, dass Forschungsaufträge an Interesse verlieren? Bacher: Ich glaube, es gibt einen breiten Konsens, dass man ohne ausreichende F&E langfristig nicht überleben kann. Die generellen Zahlen zeigen noch ein ernüchterndes Bild. Es ist so, dass wir nur drei Prozent der automobilen F&E Aufwendungen in Ostdeutschland haben. Nötig wären aber eigentlich knapp 20, wenn man es proportional zum Bevölkerungsanteil rechnen würde. Also sind wir noch weit hinten dran. Das hat damit zu tun, dass wir nach wie vor viele verlängerte Werkbänke haben. Auf der anderen Seite gibt es riesige Anstrengungen von Bund und Ländern in Form von Innovationsförderung. Aber es ist so, dass die Budgets, die bereitgestellt werden, kaum ausgeschöpft werden können. Im ACOD wollen wir dies fördern und in unseren Kompetenzclustern spüren wir eine rege Nachfrage. Man möchte sich informieren, wo der Trend hingeht und was für Projekte man daraus ableiten kann. Die Nachfrage ist im letzten halben Jahr ungebrochen gewachsen. Trotz der Krise. Wirtschaftsspiegel: Wo liegen denn die Ursachen dafür, dass die Fördermittel nicht ausgeschöpft werden? Bacher: Nicht jeder kennt die entsprechenden Instrumente. Es gibt eine Vielzahl von Programmen, von denen ich glaube, dass diese zwar richtig angelegt sind, aber der Bekanntheitsgrad und das Verständnis dafür häufig noch fehlen.

Es ist im Übrigen auch so, dass das Kurzarbeitergeld und darauf aufgebaut die Qualifizierung jetzt eigentlich sehr kostengünstig sind, aber die Wenigsten kennen die vorgegebenen genauen Bedingungen. Ich denke, da ist von der öffentlichen Hand und der Arbeitsagentur zu wenig informiert worden. Wirtschaftsspiegel: Der Freistaat Thüringen als For schungsstandort: Illusion oder Realität? Bacher: Es gibt in Thüringen sehr gute Hochschulen und auch einige außeruniversitäre Einrichtungen. Es gibt auch einige Firmen, die in ihren Entwicklungsaktivitäten sehr stark sind. Aber in der Fläche sehe ich diese Stärke nach wie vor nicht. Was ich sage, gilt übrigens für alle neuen Bundesländer. Auch in Thüringen wird sehr viel in F&E investiert. Aber das Signal lautet dennoch: Wir stellen ein Budget bereit und dann wird es nicht abgerufen. Deswegen wollen wir Branchentrends kommunizieren und wissenschaftliche Erkenntnisse miteinander verknüpfen aus denen dann letztlich konkrete Projekte entstehen sollen und müssen. Deshalb haben wir aktuell zwei Innovationsforen geplant, die gezielte Themenschwerpunkte konkretisieren und deren Umsetzung in der lokalen Industrie forcieren. Das Interesse dafür wächst und wir haben jetzt die ersten Veranstaltungen, wo wir sogar schon zu viele Anmeldungen haben. Insofern glaube ich: Wir haben einen Riesen-Aufholbedarf. Man bedenke nur, von 18 Milliarden werden nur 500 Millionen Euro in den neuen Bundesländern ausgegeben. Das ist einfach zu wenig. DAS GESPRÄCH FÜHRTE REDAKTEURIN DOREEN FISCHER

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Foto: ACOD

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Das Automobil der Zukunft Das Automobil wandelt sich zunehmend vom motorisierten Transportmittel zum komplexen Mobilitätssystem: Antrieb, aktive und passive Sicherheit, Komfort, zeitgemäße Kommunikation und Ästhetik werden dabei zu interaktiven Strukturen. Ein Einheitswagen mit Einheitsantrieb wie schon einmal im Zeichen allgemeiner Einheiten widerspricht den natürlichen, wirtschaftlichen, technischen und sozialen Umgebungsbedingungen.

Die Elektronik wird zur unerlässlichen Steuerungs- und Transferbasis der Komponenten im Gesamtsystem – von der Antriebssteuerung und Komfortfunktionen bis zur Navigation, Unterhaltung und Datentransfer – wobei unterschiedliche Strukturen, Frequenzbereiche und Entwicklungszyklen zu bewältigen sind. Die Antriebe zukünftiger Automobile sind zum Brennpunkt wirtschaftlicher, gesellschaftlicher und politischer Debatten ge-

Die Antriebe zukünftiger Automobile sind Brennpunkt wirtschaftlicher, gesellschaftlicher und politischer Debatten. Prof. Dr.-Ing. Cornel Stan Institut für Kraftfahrzeugtechnik Hochschule Zwickau

worden. Es ist zwar dringend erforderlich den Kraftstoffverbrauch – und dadurch auch die Kohlendioxidemission – sowie die Schadstoffemission drastisch zu verringern, andererseits sind jedoch Leistung und Drehmoment entscheidende Akzeptanzkriterien bei Kunden. In Anbetracht der erwähnten Vielfalt zukünftiger Automobile wird es auch keinen universellen Antrieb geben. Die modernen Konzepte basieren auf einem effizienten Energiemanagement zwischen Antrieb und Energieversorgung an Bord – für Klima- oder Heizungsanlage, sowie für Sicherheits-, Komfort- und Kommunikationsfunktionen. Der Elektroantrieb mit Energiespeicherung in Batterien ist derzeit sehr populär. Das macht Sinn in Ballungsgebieten, in denen eine Nullemssion zu erwarten ist. Die Stromerzeugung vorwiegend in Kohlekraftwerken, wie in Deutschland, Wirtschaftsspiegel

verlagert jedoch nur das Emissionsproblem. Die sehr geringe Energiedichte von Batterien im Vergleich zu jener von Benzin oder Diesel, die Reichweiten um 100 Kilometer bei etwa 200 Kilogramm Batteriemasse bei moderater Leistung um 2030kW und bei minimiertem Klima- oder Heizungspotential erlaubt, ist eine Alternative für kompakte Stadtwagen. Brennstoffzelle mit Wasserstoff – ein beliebtes Zukunftsszenario – hat sowohl technisch als auch physikalisch enge Grenzen: Wasserstoff wird derzeit weltweit über 90 Prozent aus Erdgas – mit entsprechender Kohlendioxidemission vor Ort – hergestellt, die Speicherung erfolgt bei sehr hohem Druck (um 700 bar) oder bei sehr niedriger Temperatur (um -253°C), um eine annehmbare auch wenn noch sehr niedrige Dichte zu erreichen, was ein großes Speichervolumen bedingt, die Systemkomplexität führt zu einem sehr hohen Preis. Eine Alternative für die Stromerzeugung an Bord ist ein stationär arbeitender Verbrennungsmotor statt einer Brennstoffzelle, wie für Opel Ampera geplant. Die Ausdehnung der Funktion des Verbrennungsmotors von der alleinigen Stromerzeugung auf den anteiligen Antrieb, neben dem Elektromotor, wie in Hybridantrieben bei Toyota Prius, erscheint teilweise als wirkungsvoll für Stadt- und Landfahrten. Verbrennungsmotoren werden alle Antriebsszenarien für Automobile in den nächsten 30 Jahren eindeutig dominieren. Die Motorfunktionen werden allerdings deutliche Veränderungen erfahren: Kombinierte Kompressor und Turboaufladung, variable Ventilsteuerung, Kraftstoffdirekteinspritzung, kontrollierte Selbstzündung, Kühlungsmanagement werden zu einer weiteren, deutlichen Senkung des Verbrauchs und der Schadstoffemissionen führen. Neue Kraftstoffe, insbesondere auf Pflanzenbasis lösen nicht nur das Problem der Verfügbarkeit, sie führen zum Recycling der Kohlendioxidemission aus der Verbrennung durch Photosynthese. AUTOR: PROF. DR.-ING. CORNEL STAN

The Automobile is moving from a mean of transportation to a complex mobility system: propulsion, safety modules, comfort, communication, esthetics become interactive structures. An universal automobile type is in contraction with the technical an social nature, the automotive world of the future will be characterized by a diversity with modular base from luxury cars and pick ups to SUV and convertibles. Advanced car body structures with high rigidity at low weight are similar to aircraft solutions, from thin profiles to the combination of steel, aluminum and carbon fiber. The electronic systems gain a crucial importance for control and data transfer between propulsion system, comfort modules, navigation and entertainment. The propulsion of future automobiles is a focus of economical, social and political discussions. It is indeed necessary to achieve a substantial reduction of fuel consumption therefore of CO2 emission - as well as a drastical reduction of pollutant emission, on the other hand, high power and torque are main criteria of acceptance by the customers. The concepts for future propulsion are based on an efficient energy management between propulsion and electric energy for systems like climate, heating, safety modules or entertainment. The electric propulsion with energy storage in batteries is a valuable solution for urban traffic, because the avoidance of local emission, however, the poor energy density of batteries reduces the operation range at more or less 100km. Fuel cell with hydrogen is a popular scenario, but the complexity of the system, the production of hydrogen from natural gas - leading to a CO2 emission - and the poor density despite high pressure or cryogenic temperatures are strong impediments. The internal combustion engine as generator of electric power on board seems to be a more effective solution. The function extension of the combustion engine from generator to a propulsion module, together with the electric motor, such as the Toyota Prius concept in base on a gasoline engine is an effective solution for urban traffic.

Foto: FH Zwickau

Die automobile Zukunft ist Vielfalt auf modularer Basis - von der Kompaktklasse zur Oberklasse, vom preiswerten PickUp in Indien zum Luxus Elektromobil für Null-Emission-Zonen in Berlin und London, von Sport Utility Vehicle (SUV), Limousine, Coupé und Kombi zum Cabriolet. Moderne Karosseriestrukturen, gekennzeichnet durch hohe Festigkeit und Steifigkeit bei möglichst geringer Masse ähneln zunehmend dem Flugzeugbau von den dünnen Profilen bis zur Kombination von Stahl, Aluminium und Kohlefaser.

The Future Automobile

Internal combustion engines will dominate all these scenarios in the next 30 years, taking into account the expected improvement of their thermodynamic functions and new fuels from regenerative energy sources.

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as Autoland Thüringen ist bekannter, als es auf den ersten Blick den Anschein hat. Eisenach als Wartburgund Opel-Stadt, Suhl als Hotzenplotz-Schmiede, Erfurt als Produktionsstätte für Daimler und noch einmal Eisenach als Karosserieblechteilheimat von BMW.

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Überall im Freistaat hat sich zudem die Zulieferindustrie angesiedelt. Die Universitäten und Fachhochschulen des Landes beschäftigen sich mit zukunftsträchtigen Technologien und Entwicklungen rund ums Auto. Eine mehr als einhundert Jahre lange Tradition hat das nötige Potenzial, um Thüringen zum Autoland zu küren. Die Geschichte des Fahrzeugsbaus in Thüringen wird mit Stolz nach außen repräsentiert. In Suhl beispielsweise wurde kräftig in ein neues Fahrzeugmuseum investiert. Und auch in Eisenach existiert ein Automobilbau Museum. Prof. Dr. Bruno Spessert, Prorektor für Forschung und Entwicklung der FH Jena, kam kürzlich die Idee, ein erstes Simson-Treffen an der FH Jena ins Leben zu rufen. Am 4. Juni wurde es anlässlich des Campusfestes der FH durchgeführt. Zugelassen waren alle Zweiradfahrzeuge, die in Thüringen hergestellt wurden. Spessert war es auch, der 18

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seinem Studenten Hugo Ruppes die Zweitaktmotoren näher brachte. Diese ermöglichten erstmals einer breiten Bevölkerungsschicht die Motorisierung durch Leichtmotor räder. Seine 1922 bis 1930 produzierten BEKAMO-Motoren mit separater Ladeluftpumpe waren die leistungsfähigsten Motorradmotoren ihrer Zeit. Sie sind außerdem die direkten Vorläufer der bis in die 60er Jahre in der BRD und bis in die 80er Jahre in der DDR weit verbreite-

An der historischen Technik ist zu sehen, wie sich die Moderne entwickelt hat. Prof. Bruno Spessert, Professor für Kraft- und Arbeitsmaschinen

ten Zweitakt-Motorrad- und Automotoren. „Ruppe war der Motorenentwickler für den kleinen Mann“, so Spessert über den weitgehend unbekannten Technikpionier, der im Gegensatz zu Daimler, Benz oder Bugatti, nicht in seinen Fahrzeugmarken weiter lebt. Der Professor weiß wovon er spricht. Seine knappe Freizeit verbringt er gern zu Recherchen in technischen Museen. Aus dem gleichen Grund ist er häufig Gast auf Oldtimertreffen. Doch Thürin-

gen hat nicht nur Autogeschichte zu bieten, sondern steckt mittendrin im Autobau. Hier leben die Fachkräfte, die anderswo händeringend gesucht werden. Innovativ, zuverlässig, leistungsstark und zukunftsorientiert, das sind die Merkmale, die Thüringen auszeichnen. Im Wettbewerb der Regionen haben sich die Unternehmen entsprechend aufgestellt und tragen dieses selbstbewusst nach außen. Nachvollziehbar ist, dass sich im Jahr 2000 die automotive thüringen e.V. (at) gegründet haben. Damals waren es gerade mal neun Unter nehmen der Zulieferindustrie, die sich zusammenschlossen. Heute hat der at 110 Mitgliedsunternehmen mit rund 30.000 Mitarbeitern und etwa 4,2 Milliarden Euro Umsatz. Dennoch gibt es noch genügend Möglichkeiten, ein weiteres Stück Stärke zu demonstrieren. Immerhin gehören 450 Thüringer Firmen der Zulieferer- und Automobilindustrie an. Sie beschäftigen 45.000 Mitarbeiter und erwirtschaften einen Umsatz von rund 6,8 Milliarden Euro. Dazu muss man wissen, dass die meisten deutschen ZuWirtschaftsspiegel

Foto Portrait: FH Jena / Foto oben: BMW GROUP

Innovativ, zuverlässig, leistungsstark


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lieferer ihren Sitz in Thüringen haben. Bei at ist man überzeugt davon, dass die Branche auch in Zukunft weiter wachsen wird. Schon jetzt ist sie die Umsatzstärkste im gesamten Freistaat. Wegen klarer Kosten- und Produktvorteile gegenüber den westdeutschen Mitbewerbern kann die Automobilindustrie im Osten die Krise weitaus besser verkraften. Immerhin haben die Firmen hierzulande eine derartige Produktvielfalt entwickelt und sind wesentlich unabhängiger vom Export, dass die Krise mancherorts sogar als Chance für die Zukunft aufgefasst wird. Denn die Fahrzeugregion Thüringen ist gut aufgestellt, umfasst eine Vielzahl kreativer und leistungsfähiger Unternehmen, erhält die nötigen Impulse aus Wissenschaft und Forschung und verfügt über Mitarbeiter mit Herz und Leidenschaft für Fahrzeuge. Die Automobilindustrie des Ostens hat es geschafft, an die Traditionen des ostdeutschen Automobilbaus anzuknüpfen. Damit nimmt sie eine gewichtige Rolle im internationalen Standortwettbewerber ein. Auch wenn die Herausforderungen momentan enorm sind. Die Zulieferer als Rückgrat der Automobilindustrie sind gerüstet. Unterstützung bekommen sie dabei von Seiten der Landesregierung. Doch wie sie am Ende die Herausforderungen meistern, das hängt von mehreren Faktoren ab. Dazu gehören auf jeden Fall das hohe Qualitätsbewusstsein und der Sinn für Neues. Der at steht jedenfalls hinter seinen Mitgliedern. Vor allem jetzt hat er sich auf die Bedürfnisse der Unternehmen eingerichtet. Er berät bei offenen Fragen, gibt Hilfestellung und vertritt die Einzelnen auf Messen und Veranstaltungen. Er übernimmt Projektkoordinationen, organisiert Firmenseminare und organisiert Pools zu den unterschiedlichsten Themen, angefangen von Energie über Finanzierung bis hin zu Versicherungen. All diese Bemühungen und Vorteile zusammengefasst, werden von den großen Her-

stellern honoriert. Opel hat sich in Eisenach eine Heimat geschaffen. Auch wenn die Zeiten momentan turbulent sind, so zeigt sich momentan, wie richtig die Entscheidung für diesen Standort war. Die Landesregierung bekennt sich zu dem Unternehmen. Immerhin hängen rund 1800 Arbeitsplätze direkt an einem Erhalt. Auch BMW hat bewusst den Weg nach Thüringen gesucht. Wir erinnern uns: Hier begann die Erfolgsgeschichte des Bayerischen Autobauers. 1928 erwarb das Unternehmen die von Heinrich Erhardt gegründete Fahrzeugfabrik Eisenach samt der Lizenz „Dixi“ und begründete damit eine nie geahnte Erfolgsgeschichte als Automobilhersteller. Das Werk in Eisenach wurde im letzen Kriegsjahr des Zweiten Weltkrieges zu rund 60 Prozent zerstört. Zwar konnte die Belegschaft damals die Demontage des Werkes durch die russischen Besatzer verhindern, aber das endgültige Aus für BMW in Eisenach war nicht aufzuhalten. Als im Juli 1990 der Vorstand der BMW AG die Errichtung eines Werkzeugbaus für Großpresswerkzeuge in den neuen Bundesländern beschloss, bekam Eisenach seine zweite Chance. Zwei Jahre später konnte die BMW Fahrzeugtechnik GmbH ihre Eröffnung feiern. Auch Daimler und IHI, ein deutsch-japanisches Joint Venture aus der Automobilbranche, sagten ebenfalls „Ja“ zu Thüringen. 45 Millionen Euro Investition und 400 Arbeitsplätze sind das Ergebnis dieser Entscheidung. Im Industriegebiet „Erfurter Kreuz“ in Ichtershausen werden hochmoderne Turbolader für Diesel- und Benzinmotoren gefertigt. Die Wahl fiel auf Thüringen wegen des hervorragenden Angebotes an Fach- und Arbeitskräften speziell in den Bereichen Automobilbau, Metallverarbeitung, Maschinenbau und Elektrotechnik. Zudem erleichterten die zentrale Lage und die kurzen Wege zur Automobilindustrie den Entscheidungsprozess. (df) !

Innovative, reliable, efficient The Car State Thuringia is better known than it first seems: Eisenach as the Wartburg and Opel towns, Suhl as the Hotzenplotz forge, Erfurt as the production site for Daimler and again, Eisenach as the home town for body sheet parts for BMW. The universities and colleges deal with promising future technologies and developments all around the automotive. A tradition, more than 100 years old is the necessary potential to nominate Thuringia as the Car State. The history of Thuringia’s automotive manufacturing can be externally represented with pride. In Suhl, for example, massive investments were made for a new vehicle museum and there is also an automotive manufacturing museum in Eisenach. Prof. Dr. Bruno Spessert, Prorector for research and development at the university of applied sciences in Jena, recently had the idea to call into life a first Simson-meeting at Jena’s university. On the 4th June it was held on the occasion of the university’s campus festivities. However, Thuringia has not only a vehicle history to offer, but is right in the centre of car production. Skilled personnel, who are desperately looked for elsewhere, live here. Innovative, reliable, efficient and futureoriented - these are the features that mark Thuringia. Therefore, it is understandable that in 2000 the automotive Thüringen e.V. (at) was founded. Back then, there were only 9 companies of the supply industry. Today the “at” has 110 associated companies with a staff of approx. 30,000 and a turnover of around 4,2 billion Euros. Nevertheless, there are still sufficient possibilities to demonstrate strength. After all, around 450 Thuringian companies belong to the automotive and supply industry. They employ around 45,000 people and generate a turnover of approx. 6,8 billion Euros.

www.automotive-thueringen.de

daily-directly-safely to and from

England and Ireland

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Foto:NETZHAUT

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Ein Projekt von Vollack: Das Unternehmen NDT Systems & Services AG, Stutensee (Animation, im Bau)

Damit Ihre Investition ein voller Erfolg wird Vollack ist heute ein Unternehmen, das für die erfolgreichsten Firmen in Deutschland und Europa tätig ist. Und das mit wachsendem Erfolg. Die Unternehmensgruppe hat sich zu einem nationalen und internationalen Consultantspezialisten rund um Bauinvestitionen entwickelt. Das Unternehmen mit Stammsitz in Karlsruhe ist regional aufgestellt und arbeitet in Thüringen vom Standort Eisenach aus. Der jährliche Umsatz der Vollack-Gruppe liegt bei 150 bis 200 Millionen Euro. Die Zahl der Mitarbeiter beläuft sich auf 300. Vollack ist eines der größten deutschen Architektenund Ingenieurbüros mit etwa 150 Architekten und Bauingenieuren. Um der gegenwärtigen Wirtschaftskrise entgegenwirken zu können, hat die Unternehmensgruppe eigens eine Konjunktur-Innovation entwickelt. Nach dieser Vollack-Methode werden Investitionsvorbereitungen und -entscheidungen mit einem Projektnavigator vorbereitet. Selbst in Zeiten guter Konjunktur ist es schwierig, Projekte für bessere, zukunftsträchtige Geschäfte zu entwickeln. In Zeiten der Konjunkturkrise ist dies noch um einige Dimensionen schwieriger, besonders, weil Entscheidungen für große Investitionsvolumen hohes Risikopotenzial bergen. Aus diesem Grund hilft die Unternehmensgruppe Vollack ihren Kunden, Investitionsprojekte in überschaubaren Schritten und in der richtigen Reihenfolge zu navigieren, damit die eigentliche Investitionsentscheidung genau zum richti20

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gen Zeitpunkt bestens vorbereitet ausgelöst werden kann. Der Nutzen ist gewaltig. Denn damit ist genügend Vorlaufzeit vorhanden, um vordenken und vorbereiten zu können. Die wirtschaftliche Flaute kann effektiv genutzt werden, um Zukunftskonzepte zu erfinden, Technik zu optimieren, Energiesparprojekte zu schmieden, behördliche und administrative Vorgänge zeitrelevant abzuarbeiten, Qualität zu planen und nicht zuletzt freie Kapazitäten der Auftragnehmer zu außerordentlich günstigen Preisen zu sichern. Bei komplexen Bauprojekten ist es auf diesem Wege möglich, mehrere Jahresmieten an Kosten einzusparen. Ein Vor teil, den man sich nach der Krise wohl kaum noch sichern kann. Die Vollack-Methode Mit dem Erfolgsschlüssel werden die Projekt-Ziele definiert. Mit der Kraftfeldanalyse die Potenziale aufgenommen und hieraus Maßnahmen abgeleitet. Darauf aufbauend erfolgt die Navigation unter

Einbindung aller Notwendigkeiten, Spezialitäten und Kompetenzen durch das gesamte Projekt. Sieben Bausteine für bessere Geschäfte 1. Zukunftskonzept mit der Vollack Phase Null® 2. Grundlagen und Kunden-To-Do 3. Technik- und Budgetoptimierung mit Energiekonzept 4. Genehmigungsplanung 5. Ausführungsplanung 6. Investrealisierung und Contracting 7. Invest im Betrieb Die Vollack-Entwicklung Die Entwicklung des Unternehmens ist beispielhaft. 1833 wurde Vollack als Handwerksbetrieb bei Stettin gegründet. Daraus entwickelten sich im Laufe der Jahrzehnte die Gollnow-Betriebe, die sich auf Brückenbauten und Stahlbaukonstruktionen europaweit spezialisierten. Nach 1945 wurde in Karlsruhe ein Neuanfang im Stahlbau gewagt. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. 1968 wurde aus „Gollnow & Sohn“ der „Vollack Stahlhochbau“.

Kontakt VOLLACK GmbH & Co. KG Wartburgstraße 1 D-99817 Eisenach Tel.: +49 (0) 3691 - 813 100 Fax: +49 (0) 3691 - 813 111 E-Mail: info@vollack.de Internet: www.vollack.de

1988 wagten die Hauptgesellschafter einen Neustart als „Vollack Industriebau“. Inzwischen steht die Unternehmensgruppe für stetigen Wandel und Expansion. Am 1. Januar 2008 wurde die operative Geschäftsführung von Dipl.-Kfm. Reinhard Blaurock, Dipl.-Ing. Thorsten von Killisch-Horn und Dipl.-Ing. Jürgen Fett übernommen. Wirtschaftsspiegel


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gerecht werden. Wenn, wie Daimler-Chef Dieter Zetsche prophezeit hat, das Jahr 2009 tatsächlich ein ‚Darwin-Jahr‘ für die weltweite Automobilbranche werden sollte, so ist Thüringen dafür nicht schlecht aufgestellt.

Flexible Vielfalt „Automobilbau hat in Thüringen Tradition. In Eisenach gründete Heinrich Ehrhardt 1896 das deutschlandweit dritte Automobil-Unternehmen nach Daimler und Benz – hier rollten später die berühmten DIXIs vom Band. Auch die Fahrzeuge der ‚Apollo‘-Werke in Apolda oder die SechsZylinder der Brüder Ley aus Arnstadt sind erfolgreiche Zeugnisse der Thüringer Automobilbaukunst. Heute ist die Automobil- und Automobilzulieferindustrie einer der wichtigsten Wirtschaftszweige im Freistaat: 450 Betriebe mit rund 45.000 Beschäftigten sind hier ansässig, allein die Betriebe mit mehr als 50 Beschäftigten erwirtschafteten im vergangenen Jahr rund 3,8 Milliarden Euro. Auch ein ‚Apollo‘ kommt wieder aus Thüringen – gefertigt in der Gumpert Sportwagenmanufaktur im ostthüringischen Altenburg. Natürlich bleiben auch die Thüringer Automobilzulieferer nicht von der aktuellen Wirtschaftskrise verschont. Dennoch gilt: Wie die ostdeutsche Automobilindustrie insgesamt, verfügt die Branche im Freistaat aber über klare Kosten- und Produktvorteile. Ausgestattet mit modernsten Anlagen und Ausrüstungen, liegen viele Betriebe der Branche in punkto Produktivität über dem deutschen und europäischen Durchschnitt. Zu den Stärken der eher kleinen und mittelständischen Thüringer Hersteller zählen auch ihre große Produktvielfalt und ihre hohe Flexibilität bei der Anpassung an sich verändernde Marktbedingungen. In ihrem Produktportfolio finden sich zudem zahlreiche Innovationen, die dem Trend zu sparsameren, umweltfreundlicheren Fahrzeugen Wirtschaftsspiegel

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www.thueringen.de/tmwta

The automotive manufacture has tradition in Thuringia. Today it is one of the most important economical sectors in the Free State: 450 companies with around 45.000 employees reside here - alone those companies with more than 50 employees generated approx. 3, 8 billion Euros last year. Like the entire East German automotive industry, the sector in the Free State has clear cost and product advantages. Equipped with the most modern facilities and machinery, many companies of the sector are above German and European average regarding productivity. To the strengths of the rather smaller and middle-class Thuringian manufacturers belong large product variety and high flexibility in terms of the adaption to the changing market requirements. In their product portfolio there are also numerous innovations that meet the standards of the trend towards economical, environmentally friendly vehicles. In line with Thuringia’s funding of technology around 300 million Euros are available for the research and development plans of Thuringian companies until 2013 of which the vehicle industry belongs to the key sectors. The Technical University and the IMMS Institute for microelectronics and mechatronic systems in Ilmenau, the CiS institute for Microsensors in Erfurt, the power train specialists Brunel IMG and adapt engineering in Nordhausen, the TITK Thüringer Institute for fabric and polymer research in Rudol stadt or the Steinbeis Transfer Centre mechatronics in Ilmenau belong to this “infrastructure of automotive knowledge”. The Technical University Ilmenau looks after the competence cluster Power train and electric/electronics within the Automotive Cluster Ostdeutschland (ACOD). Around a quarter of all students in Thuringia are trained in fields that are relevant for the automotive manufacture. Moreover there are specialised study paths that are tailored directly to the requirements of the automotive economy: e.g. at the Technical University Ilmenau, the advanced technical colleges in Jena, Schmalkalden and Erfurt or the university of cooperative education in Eisenach.

Foto: TMWTA

Jürgen Reinholz, Thüringer Minister für Wirtschaft, Technologie und Arbeit

Entscheidend für die langfristige Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen ist und bleibt allerdings ihre Innovationsfähigkeit. Derzeit finden nur etwa fünf Prozent der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten im Automotive-Bereich in den neuen Ländern statt. Hier besteht dringender Aufholbedarf. Auch die Thüringer Unternehmen müssen verstärkt in eigene F&EAktivitäten investieren. Die Landesregierung unterstützt die Automobilwirtschaft – über die aktuelle Krisenintervention hinaus – deshalb strategisch durch ihre Förder- und Standortpolitik. So stehen im Rahmen der Technologieförderung bis 2013 allein rund 300 Millionen Euro für F&E-Vorhaben Thüringer Unternehmen zur Verfügung – die Fahrzeugindustrie gehört dabei zu den Schwerpunktbranchen. Als Innovationspartner stehen den Unternehmen eine Reihe renommierter Forschungseinrichtungen zur Seite, die in den vergangenen Jahren auch mit Landeshilfe aufgebaut wurden. Zu dieser ‚Infrastruktur automotiven Wissens‘ zählen die Technische Universität und das IMMS Institut für Mikroelektronik- und Mechatronik-Systeme in Ilmenau, das CiS Institut für Mikrosensorik in Erfurt, die Antriebsspezialisten Brunel IMG und adapt engineering in Nordhausen, das TITK Thüringer Institut für Textil- und Kunststoff-Forschung in Rudolstadt oder das Steinbeis Transferzentrum Mechatronik in Ilmenau. Die TU Ilmenau betreut innerhalb des Automotive Clusters Ostdeutschland (ACOD) die Kompetenzcluster Power train und Elektrik/Elektronik. Auch für den Nachwuchs an qualifizierten Technikern und Ingenieuren ist in Thüringen gesorgt: Rund ein Viertel aller Studenten in Thüringen wird in Fachrichtungen ausgebildet, die für den Automobilbau relevant sind. Darüber hinaus gibt es spezialisierte Studiengänge, die direkt auf die Bedürfnisse der Automobilwirtschaft zugeschnitten sind: etwa an der TU Ilmenau, den Fachhochschulen in Jena, Schmalkalden und Erfurt oder der Berufsakademie in Eisenach. Der Freistaat Thüringen zählt heute zu den modernsten und produktivsten Zulieferstandorten und wird auch künftig zu den Top-Standorten der europäischen Automobilwirtschaft gehören.“

Flexible Variety

Jürgen Reinholz Thuringia’s Minister of Economics, Technology and Labour

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Zulieferindustrie wendet sich neuen Märkten und Produkten zu Auch die Thüringer Automobilbranche durchlebt harte Zeiten. Doch einige Unternehmen haben auf Selbsthilfe gesetzt und sich noch einmal neu erfunden. Hilfe gibt es auch von staatlicher Seite. Wie die aussieht und wo der Weg hinführt, erläuterte Michael M. Lison von „automotive thüringen e.V.“ im Gespräch mit dem Wirtschaftsspiegel. Wirtschaftsspiegel: Noch vor einem Jahr sprachen Sie davon, dass die Arbeitsplätze und Umsätze in der Thüringer Automobilbranche im Steigen sind. Dann kam die Krise. Und wie sieht es heute aus? Lison: Die Produktionsausfälle der Automobilindustrie haben die global agierenden Thüringer Zulieferer hart getroffen. Demnach konnte sich die kleinteilige mittelständische Struktur, in Zeiten der Krise, weitestgehend behaupten. Flexibilität und die Suche nach neuen Märkten machten es möglich, dass die Produktionsausfälle durchschnittlich über die gesamte Zulieferindustrie verteilt etwa 25 Prozent betrugen. Dies bedeutet, dass wir gegenüber dem Bundesdurchschnitt um circa die Hälfte die Probleme besser meistern konnten. Wirtschaftsspiegel: Dennoch sind viele Unternehmen auf Hilfe angewiesen. Wie kann man ihnen unter die Arme greifen? Lison: Nachdem alle personalwirtschaftlichen Maßnahmen wie zum Beispiel der Abbau von Arbeitszeitkonten, Vereinbarung von Betriebsurlaub, das Auslaufenlassen befristeter Arbeitsverträge und die Beendigung von Leiharbeiterverhältnissen Wirtschaftsspiegel

New Markets and Products Thuringia’s automotive industry is going through hard times. However some companies are taking their future into their own hands and have re-invented themselves – and there is also support from the State. In a dialogue with the Wirtschaftsspiegel, the managing director of the Automotive Thüringen e.V., Michael Lison explained what this support looks like and where it will lead to. A year ago he predicted that jobs and turnover in Thuringia’s automotive industry are on the rise. But then the crisis came. Nevertheless, how is it looking like today? The production losses of the automotive industry have hit the globally operating Thuringian suppliers hard. Flexibility and the search for new markets made it possible that the average production losses distributed over the entire supplier industry amounted to 25 percent. This means that in comparison to the national average, we were able to master half of the problems better, so Lison. But many companies are dependant on support and need to be given some help. After personnel management measures, such as time accounts, company pensions, pending timelimited contracts, termination of subcontractor relations and so on, have been implemented, Thuringia’s automotive suppliers are confronted with the question whether they can use the improved means for shorttime work. Important for the future is for the companies to create investment possibilities, should the economy be able to revive itself.

Wirtschaftsspiegel: Und wie können die Unternehmen sich selbst helfen? Lison: Einige der Thüringer Automobilzulieferer haben sich neuen Märkten und Produkten zugewandt. Ich nenne hierbei insbesondere Flugzeug- und Raumfahrtindustrie sowie die Medizintechnik. Gerade die außerordentlichen Qualitätsanforderungen an die Zulieferer befähigen diese, in den neuen Märkten erfolgreich zu sein. Soweit Unternehmen jedoch ausschließlich auf die Automobilindustrie fixiert sind, werden die Produktionsausfallzeiten fast durchweg für Qualifizierungsmaßnahmen der eigenen Belegschaft genutzt. Hierbei waren die Förder möglichkeiten durch den Freistaat Thüringen außerordentlich hilfreich. Wirtschaftsspiegel: Wie wirken sich die Geschäftsbeziehungen ins Ausland auf die heimische Automobilindustrie aus? Lison: Die stark exportorientierte Zulieferindustrie sieht derzeit nur zwei stabile Märkte. Und zwar in Brasilien und insbesondere in China. Leider ist der nordamerikanische Automobil-Markt um nahezu die Hälfte geschrumpft. Weshalb intensive Maßnahmen dringend erforderlich sind und von Präsident Obama hoffentlich bald umgesetzt werden. Letztendlich wird sich die Erholung der Auftragssituation in erster Linie durch den Export realisieren können. DAS GESPRÄCH FÜHRTE REDAKTEURIN DOREEN FISCHER

!

www.automotive-thueringen.de

Foto: at

Michael Lison, Geschäftsführer des automotive thüringen e.V.

durchgeführt wurden, stehen die Thüringer Automobilzulieferer nunmehr vor der Frage, ob sie die verbesserten Möglichkeiten der Kurzarbeit nutzen können oder aber, ob sie zur Kündigung der Stammbelegschaft gezwungen sind. Wichtig wird in Zukunft sein, dass für die Unternehmen, sobald sich die Konjunktur belebt haben sollte, Investitionsmöglichkeiten geschaffen werden. Das heißt, die restriktive Kreditpolitik der Hausbanken muss sich grundlegend ändern. Eine pauschale Schlechtbewertung der Unternehmen aus der Automobilzulieferindustrie darf nicht hingenommen werden. Notwendig ist – wie in früheren Zeiten auch – die einzelbetriebliche Analyse. Zudem müssen die neuen Instrumente der Kreditanstalt für Wiederaufbau KfW proaktiv von den Banken an die Unternehmen getragen werden. Letztlich sollten aber auch die Länder über Bürgschafts- und insbesondere über Anleihemodelle die Unternehmen auf der Kapitalseite unterstützen.

It is the restrictive credit policy of the companies’ banks that needs to be fundamentally changed. And, the new instrument of the Reconstruction Loan Corporation must be proactively carried from the banks to the companies. Ultimately the federal states must support the companies’ capital strain through models of debt guarantee and especially through loan models. Some of Thu ringia’s automotive suppliers have turned towards new markets and products. But it is the extraordinary quality requirements to the suppliers that have allowed them to be successful in the new markets. But as long as companies are entirely focussed on the automotive industry, the production downtime is used for qualification measures for their staff. The funding opportunities through the Free State Thuringia were extremely helpful to do so.

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Dagro blickt positiv in die Zukunft

Dagro aus Gera, Innenraumausstatter für noble Automarken wie Audi, Mercedes AMG und Lamborghini, spürte das in den vergangenen Monaten deutlich an den rückläufigen Auftragszahlen. Am 1. Mai 2009 wurde daher das Insolvenzverfahren wegen Zahlungsunfähigkeit eröffnet. Insolvenzverwalter ist Rolf Rombach von der Kanzlei Rombach & Steinfeld mit Sitz in Erfurt. Wie Rombach gegenüber dem Wirtschaftsspiegel Thüringen mitteilte, wird aktuell mit fünf verschiedenen potenziellen Investoren über die Weiterführung des Unternehmens verhandelt. Im Gespräch ist unter anderem die Eissmann Group Automotive mit Sitz in Bad Urach, die auf die Herstellung von Fahrzeuginterieur spezialisiert ist. Über die weiteren Interessenten wird zu diesem Zeitpunkt weiterhin Stillschweigen bewahrt. Sicher ist nur, dass sich unter ihnen ein großer internationaler Konzern befindet. Bis zum 25. Juni mussten die Interessenten ihr Übernahmeangebot einreichen. Es gilt unterdessen als gesichert, dass es für Dagro

in jedem Fall weitergehen wird. Auch die überwiegende Mehrheit der derzeit 375 Mitarbeiter kann hoffnungsvoll in die Zukunft blicken. Zwar gibt es eine geplante Qualifizierungsgesellschaft, fest steht jedoch, dass diese nur in sehr geringem Maße zum Tragen kommen wird. Rolf Rombach sieht daher sehr gute Chancen, Dagro dauerhaft und solide am Markt zu etablieren. Das zeige auch der kürzlich erhaltene Entwicklungsauftrag für die Innenraumausstattung des neuen Modells von Mercedes AMG mit einem geplanten Volumen von 15.000 Fahrzeugen. Das neue Fahrzeug wird ab Frühjahr des kommenden Jahres in Serie produziert. Vor allem Audi und Mercedes AMG haben als Hauptauftraggeber ein berechtigtes Interesse an der Fortführung des Unternehmens, weshalb Rombach die Konzerne in die Investorensuche einbindet. Eine Übernahme ist zum 1. August geplant, bis dahin wird Dagro weiter von Rolf Rombach verwaltet.(rw) !

www.dagro.de

Montage- und Prüftechnik für Automobilzulieferer Die Firma PREMETEC Automation GmbH mit Sitz in Suhl hat sich seit der Gründung vor nunmehr 15 Jahren auf die Erfordernisse, die durch die Automobil-Industrie geprägt sind, eingestellt.

Kontakt PREMETEC Automation GmbH Sommerbergstr. 42 D-98527 Suhl Tel.: +49 (0) 3681 - 8031 0 Fax: +49 (0) 3681 - 8031 18 E-Mail: info@premetec.de Internet: www.premetec.de 24

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Mit mittlerweile 30 Mitarbeitern reagiert PREMETEC sehr flexibel und schnell auf Wünsche und Erfordernisse der Kunden. Von der Konstruktion über die Teilefertigung bis hin zur Montage und Inbetriebnahme werden die Projekte im eigenen Haus realisiert. Verbesserte und erweiterte Fertigungsbedingungen wurden im letzten Jahr durch den Neubau einer Montagehalle im Gewerbepark auf dem Friedberg in Suhl geschaffen. Als leistungsfähiges Unternehmen in den Bereichen Sondermess- und Prüftechnik, Lehrenbau und Automatisierungstechnik wurden die Südthüringer zu einem wichtigen Partner namhafter Automobil-Zulieferer, zu denen Firmen wie Bosch, Mitec, ZF, GPM und BorgWarner zählen. Ein Schwerpunkt liegt in der Entwicklung und Herstellung von Montageanlagen, Prüfstandstechnik und Sondermaschinen für Automobilzulieferer wie beispielswei-

se Prüfstände für Öl- und Wasserpumpen, Montageanlagen für Pumpen, Kupplungen oder Getriebebaugruppen (WT-Umlaufsysteme, Rund- und Längstaktsysteme, Hybridmontagesysteme, One-PieceFlow-Systeme). Dabei geht der Trend zu immer flexibleren und damit kostengünstigeren Lösungen. Im zweiten Geschäftszweig von PREMETEC, dem Bau von Messvorrichtungen und Lehren, geht es um die Sicherung der Qualität beim Kunden für Messgeräte und Lehren, zum Beispiel für Umformteile, Zulieferteile und Baugruppen in der Automobilindustrie sowie Messautomaten, beispielsweise für Antriebskomponenten (Pumpen, Getriebe). PREMETC hat außerdem einige interessante Längenmesstechnik-Produkte im Programm. Dazu zählen Feinzeiger-Prüfgeräte (Auflösung 1 nm) zur messtechnischen überprüfung hochauflösender Feinzeiger, Kommutator-Prüfgeräte zur Bestimmung der Kenngrößen von Kommutatoren und Ankern, zur Mehrstellenmessung rotationssymmetrischer Teile sowie Rundlaufmessgeräte zur Bestimmung von Rundlauf, Planlauf, Geradheit/Parallelität an rotationssymmetrischen Teilen. Wirtschaftsspiegel

Foto: Audi-Mediaservice

Die Wirtschaftskrise in der Automobilzuliefererindustrie machte auch vor dem Luxussegment nicht halt.


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Gegen Sekundenschlaf

Weder ein rüttelnder Gurt, noch Warnungen mittels einer Stimme aus den Lautsprechern haben sich bewährt. „Der Autofahrer gewöhnt sich an alles“, sagt Golz. Außerdem ist es für die bisherigen Geräte problematisch, auf alle verschiedenen Anzeichen eines bevorstehenden Sekundenschlafes zu reagieren. Auch der ADAC ist sich sicher, „ein optimales Gerät wurde noch nicht gefunden“, so der TechnikExperte des ADAC Hessen-Thüringen, Wolfgang Herda. So fehlten beispielsweise flexible Reaktionen bei sich ändernden Witterungsbedingungen. Dennoch sollten solche Geräte zukünftig zur Standartausrüstung in Fahrzeugen gehören. Gleichzeitig wird hier vor Verantwortungsabgabe gewarnt. Selbstverständlich entbindet das nicht davon, sich nur hellwach hinters Steuer zu setzen. Währenddessen geht die

Foto: ZB-FUNKREGIO OST/Hendrik Schmidt/lth

Bereits seit mehreren Jahren testet die Fachhochschule Schmalkalden unter der Leitung des Neuroinformatikers Professor Martin Golz Warnsysteme gegen den gefürchteten Sekundenschlaf beim Autofahren. Während mittlerweile alle möglichen Warnsysteme das Autofahren sicherer machen, ist man auf diesem Gebiet noch zu keinem Ergebnis gelangt.

Forschung an der FH Schmalkalden weiter. Bisher hat das Team um Professor Golz über 25.000 Referenzbeispiele für den Sekundenschlaf sammeln können. Die Datenbank ist bundesweit einmalig und mit den Infor mationen konnten die Forscher ein Verfahren zur Erkennung des Sekundenschlafes entwickeln. Laut Golz liegt die Fehlerquote nur bei neun Prozent. Das ist weltweit das beste bisherige Ergebnis. Für Fahrer, die eine Glatze haben, könnte es bereits in naher Zukunft

ein Gerät geben, das rechtzeitig den tückischen Schlaf erkennt. Ein Basecap, ausgestattet mit Nano-Sensoren könnte Biosignale aus dem Gehirn verarbeiten und so bei Gefahr warnen. Allerdings ist das keine Lösung für die Allgemeinheit. Deshalb gibt es neue Forschungsprojekte, bei denen an Müdigkeittests gearbeitet wird. Bis eine echte Lösung kommt, wird es allerdings noch dauern. (rw) !

www.fh-schmalkalden.de

Materialfluss aus dem Baukasten Systemlösungen mit flurfreier Fördertechnik Mit dem modularen Kranbaukasten KBK bietet Demag Cranes & Components ein System für flurfreie Transportaufgaben an. Dabei sind linienförmige Verbindungen ebenso möglich wie der Aufbau einer flächendeckenden Intralogistik. Die KBKProfile werden auch als Tragsystem für Handlingsgeräte und Manipulatoren in der Automobilindustrie eingesetzt. Neben dem klassischen System aus Stahlprofilen bildet KBK aluline eine Alternative in Gewicht und Design. Beide Varianten zeichnen sich durch kurze Montagezeiten aus. Mit einfachen Anpassungen kann auf Änderungen im Produktionsablauf flexibel reagiert werden. Wirtschaftsspiegel

KBK im Einsatz Die Deutz AG stattete die Montagehalle für eine neue Motorenreihe mit einem flächendeckenden KBK-System aus. Die Krane sind ein wesentlicher Bestandteil des fördertechnischen Gesamtkonzepts. Zudem führen die von einem Stahlhimmel abgehängten Kranprofile Medien wie Strom und Druckluft zu den Bearbeitungsstationen. Flexible und zügige Anpassungen an einzelnen Stationen wurden bei der Endmontage im VW-Werk Emden realisiert, um das Modell Passat CC zusätzlich auf der bestehenden Fertigungslinie zu produzieren.

Kontakt Demag Cranes & Components GmbH Ruhrstraße 28 D-58300 Wetter/Ruhr Tel.: +49 (0) 2335 - 92 0 Fax: +49 (0) 2335 - 92 2655 E-Mail: info@demagcranes.com Internet: www.demagcranes.de

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Turbolader aus Erfurt

Die Investition der japanisch-deutschen Partnerschaft von 45 Millionen Euro schuf bereits jetzt 50 neue Arbeitsplätze. Weitere 30 Fachkräfte befinden sich derzeit in einer Qualifizierungsmaßnahme. Gerade im Hinblick auf die Krisenzeit für die Automobilbranche zeigen solche Investitionen, dass Unternehmen mit moderner Technologie auch weiterhin expandieren können. Schonung der Umwelt und Nachhaltigkeit sind weiterhin Kaufargumente für die Kunden. Turbolader dienen zur Erhöhung der Effizienz von Fahrzeugmotoren. Gleichzeitig verringern sie dabei den Spritverbrauch. Allein die Kostenersparnis, die dadurch erreicht wird, macht die Hightechkompo-

v.l.n.r.: F. Nakamura, Board Director IHI Corporation, Ministerpräsident Dieter Althaus, Dr. T. Shinyo, V. Stauch, H. Furukawa, Geschäftsführer IHI Charging Systems International nenten für Käufer attraktiv. Die Ansiedlung der Investoren am Erfurter Kreuz ist auf Grund der enormen logistischen Potenziale, die der Standort bietet, kein Zufall. IHI Charging Systems International (ICSI) kann seine Turbolader innerhalb kürzester Zeit zu jedem Automobil- und Zulieferstandort transportieren. Zudem bietet der Standort Thüringen durch seine Geschichte im Automobilbau nach wie vor Fachkräfte, die sich auf die jeweiligen Fertigungsansprüche der Unternehmen

Ansprechendes Ambiente aus Leder Mit Flexibilität und hoher Qualität überzeugt ein Lederspezialist seine Kunden Edel geht es zu in den Spitzenprodukten der deutschen Automobilindustrie. Hochwertige Materialien und effektvolle Designs bestimmen das Bild im Innenraum der Fahrzeuge. Ohne das Bestreben vieler kleiner Unternehmen aus der Zulieferindustrie wäre es für die großen Hersteller kaum möglich, ihre Standards zu halten. Eines dieser Zulieferunternehmen, die Salza Service Lederverarbeitung GmbH, hat seinen Produktionsstandort in Bad 26

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Langensalza und ist auf die Verarbeitung von Leder spezialisiert. Rund 40 Mitarbeiter, zum größten Teil Frauen, fertigen für Marken wie BMW und Volkswagen eine Vielzahl von mit Leder bezogenen Ausrüstungsgegenstände. Geschäftsführer Friedrich Hilgenfeld zählt die Produkte seines Unternehmens auf: „Wir fertigen Schaltknaufe, Armlehnen, Handbremsgriffe und die dazugehörigen Balge für alle Modelle von BMW und Mini Cooper so-

qualifizieren lassen. Aus diesen Gründen bietet Thüringen sehr gute Voraussetzungen für die Ansiedlungen ausländischer Investoren. IHI Charging Systems ist ein Gemeinschaftsunternehmen von Daimler und IHI, einem der größten Hersteller von Turboladern und Aufladesystemen für PKW und Nutzfahrzeuge. (rw) !

www.ihi-csi.de

wie für einige Modelle von Volkswagen in vielen verschiedenen Varianten und mit unterschiedlichen Materialien.“ Ganz neu kam in diesem Jahr ein Auftrag von BMW dazu. Seitdem werden auch Zierleisten der Innenverkleidung in einer ansprechenden Karbon-Optik gefertigt. Eigens dazu investierte das Unternehmen in neue technische Anlagen, um den hohen Qualitätsanforderungen des Automobilherstellers gerecht werden zu können. Mittlerweile verlassen, dank steigender Auftragslage, rund 10.000 Artikel jede Woche die Produktionslinien. Gleichzeitig ist die Salza Service Lederverarbeitung GmbH auch bestrebt, die kleinen Wünsche von Autoliebhabern zu erfüllen. So werden, obwohl es nicht mehr zum Standardprogramm zählt, Lenkräder individuell nach den Wünschen von Einzelkunden mit verschiedenen Lederarten bezogen. (su) Kontakt Salza Service Lederverarbeitung GmbH Am Güterbahnhof 5 D-99947 Bad Langensalza Tel.: +49 (0) 3603 - 844 552 Fax: +49 (0) 3603 - 842 020 E-Mail: salza.service@t-online.de Internet: www.salza-service.de Wirtschaftsspiegel

Foto: Thüringer Staatskanzlei

Das Erfurter Kreuz, die Verbindung der Autobahnen 4 und 71, wird immer mehr zum gefragten Industriestandort. Seit Ende April ist nun auch das neue Werk des Joint Ventures zwischen der japanischen IHI-Gruppe und der deutschen Daimler AG eröffnet. Die Produktion lief bereits an und ab dem kommenden Jahr sollen hier 500.000 Turbolader hergestellt werden.


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Forschung an den Mann bringen Dass die Wirtschaftskrise einen Bogen um Forschung und Entwicklung machten könnte, ist ein unerfüllter Wunschgedanke. Nur durch staatliche Förderprogramme werden Universitäten bei Projektarbeiten momentan vor Einbrüchen bewahrt. Prof. Dr. Ing. Klaus Augsburg, Fachgebietsleiter Kraftfahrzeugtechnik an der Technischen Universität (TU) Ilmenau, hat dem Wirtschaftsspiegel gegenüber beschrieben, wie man mit etwas Mehraufwand beim Kunden das Interesse für Forschungsprojekte, in denen auch Studenten mitarbeiten, entfachen kann. Projekte sind mittlerweile in einer derartigen Anzahl vorhanden, dass wir das Ganze nur noch sehr schwer kapazitätsmäßig abdecken können. Leider konzentrieren sie sich auf wenige Wissens- beziehungsweise Fachgebiete. Wirtschaftsspiegel: Wie werden Projekte in Sachen Kfz-Industrie angenommen? Augsburg: Ein Themengebiet, ganz klar, ist Produktionstechnik und Qualitätssicherung. Dann haben wir noch eine ganze Reihe von Fragestellungen, die etwas mit Energieeffizienz zu tun haben. Aber auch Anfragen, die in Richtung Geräuschemission gehen. Und es gibt eine Reihe von Umweltfragestellungen, die zum Beispiel etwas mit Partikelemissionen durch das Fahrzeug zu tun haben. Auch das Thema Konstruktionen wird immer wieder nachgefragt.

Prof. Dr. Ing. Klaus Augsburg

Wirtschaftsspiegel: Gibt es, obwohl die TU nun in Sachen Projekte an ihre Grenzen stößt, noch Potenzial für interessierte Firmen? Augsburg: Natürlich. An verschiedenen Stellen sind verschiedene Fachkenntnisse und unterschiedliche Spezialisten sehr gefragt. Wenn die Nachfrage dort sehr groß ist, werden wir auch unsere Kapazitäten in der Universität aufbauen. Wir haben im

Kontakt febana Feinmechanische Bauelemente GmbH Rheinmetallstraße 11 D-99610 Sömmerda Tel.: +49 (0) 3634 - 320 760 Fax: +49 (0) 3634 - 320 770 E-Mail: kontakt@febana.de Internet: www.febana.de

Tradition - Qualität - Zuverlässigkeit Seit nun mehr als 50 Jahren entwickelt und produziert die febana Feinmechanische Bauelemente GmbH elektromechanische Kontaktbauelemente, Montagebaugruppen der Hausgeräte- und Fahrzeugtechnik, Umformwerkzeuge, technische Kunststoffteile sowie Stanz- und Umformteile. Mit einem festen Mitarbeiterstamm, in einem sozial starken Umfeld, werden bei der Firma febana in Sömmerda elektromechanische Schalter und Baugruppen 28

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hergestellt. Umfangreiche Investitionen in den einzelnen Fertigungsbereichen sind Grundlage für eine effektive Fertigung. Dabei haben wir uns besonders auf die Anforderungen miniaturisierter Teile spezialisiert. Im eigenen Werkzeugbau werden anspruchsvolle Folgeverbundwerkzeuge, Automatisierungs- und Prüfmittel konstruiert und gefertigt. Mit hoher Qualität und Liefertreue haben wir stabile Geschäftsbeziehungen zu re-

nommierten Unternehmen der Automobilindustrie, der Hausgerätetechnik und der Elektrotechnik / Elektronik geschaffen. Wir sehen in einer aktiven Zusammenarbeit mit unseren Kunden und deren Produkten unsere Chance für eine zukünftige Kooperation. Die Vorteile des seit 1959 familiengeführten Unternehmens liegen auf der Hand: Kurze innerbetriebliche Informationswege, hohe Identifikation der Mitarbeiter mit „ihrem Produkt“ sowie hohes Engagement. Wirtschaftsspiegel

Foto: TU Ilmenau

Wirtschaftsspiegel: Seit einem Jahr sind Innovationsbotschafter für die TU Ilmenau tätig. Wie sehen denn deren Erfahrungen aus? Augsburg: Die Erfahrungen sind absolut positiv. Wir haben sowohl in den ganz nor malen Kontaktfindungen einen Riesenzuwachs als auch, indem wir Projekte in nennenswerter Anzahl generiert haben. Zu diesen Projekten gehören F&E-Bedarfe für Unternehmen und wissenschaftliche Dienstleistungen. Natürlich haben wir die Angebote unserer Universität rübergebracht. Die Innovationsbotschafter sind zugleich auch nach innen wirksam geworden, indem sie diese Projekte mit verfolgt haben. Wir sind also Pro-Aktiv geworden. Im Bereich des Makroengineering, wo auch Automotiv reingehört, wurden 180 Unternehmen direkt besucht, mit dem Unter nehmer geredet und daraufhin in Größenordnungen Projekte geordert. Die


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Umfeld unserer Universität Unternehmungen gegründet, die marktwirtschaftlich agieren. Zu nennen wäre die Technologiegesellschaft Thüringen GmbH & Co KG. Diese ist eine Art Holding für Pojektverbünde, damit wir Projekte in Kooperation bearbeiten können. Diese Technologiegesellschaft aufzubauen bot die Möglichkeit, ein Stück Kapazität zu bündeln. Und das tun wir momentan auf genau den Gebieten, die derzeit stark nachgefragt werden. Wirtschaftsspiegel: Ist es so, dass alles rund um die Fahrzeugindustrie besonders nachgefragt wird? Augsburg: Ja. Aber wenn es um Projekte mit nennenswertem Finanzvolumen oder eine beachtenswerte Laufzeit geht, ist man schon deutlich zurückhaltender. Jetzt, in der Krisensituation, merken wir das deutlich. Das wird allerdings dadurch, dass die öffentliche Hand im Moment einiges an Sonderprogrammen in der Förderung hat, relativiert. Diese Programme fördern insbesondere Verbundprojekte, das heißt es wird vorausgesetzt, dass eine F&E-Zusammenarbeit mit Unternehmen stattfindet. Wir hoffen, dass die privat finanzierte F&E-Tätigkeit bald wieder auflebt. (df) !

To bring research and development to a bigger audience That the economical crisis could steer clear of research and development is unfulfilled wishful thinking. Only through governmental funding are the universities’ project works saved from extreme setbacks. Prof. Dr. Eng. Klaus Augsburg, line manager of the automotive technology at the Technical University (TU) Illmenau described to the Wirtschaftsspiegel how to awaken the customers’ interest for the students’ projects by having certain expenditure.

me active by accompanying these projects.” explains Prof. Augsburg. 180 companies were approached directly, entrepreneurs were talked to and due to this the outcome was orders for projects in a large scale. Mean while, the projects have increased to such a high number that the university is having difficulties to cover everything capacity-wise. Various expertise and various specialists are very much sought after. If the demand there is too high, then the capacities at the universities are also increased.

For a year now, innovation ambassadors have been actively working for the TU Ilmenau. The experiences gained so far are absolutely positive. “We have a large growth in the normal contact findings as well by generating our projects in a noteworthy quantity. The R&D requirements for companies belong to one of these projects. Of course, we provided the offers to our university. Simul ta neously, the innovation ambassadors beca-

In the surroundings of the Technical Uni versity, companies that operate on a marketbase were constructed. The Technologie gesellschaft Thü rin gen GmbH & CoKG is one of those companies. They are a kind of holding for project organisations so that certain projects can be worked upon within a co-operation. To have been able to set up the Technologiegesellschaft provided the opportunity to bundle a part of the capacity.

www.tu-ilmenau.de

Nebelfreie Zone

Kontakt H-D-W Heiko Dietrich Werkzeugbau und Industrieservice Carl-Zeiss-Str. 2, Haus 3 D-07552 Gera/Bieblach-Ost Tel.: +49 (0) 365 - 5517 117 Fax: +49 (0) 365 - 5517 819 E-Mail: h-d-w-gera@web.de Internet: www.reven.de

Wirtschaftsspiegel

Spanende Werkzeugmaschinen stehen im Mittelpunkt jedes metallverarbeitenden Betriebes. Eine Schlüsselrolle in der Produktionstechnik kommt auch der Luftreinhaltung zu. Denn durch die Verwendung von Kühl- und Schmierstoffen fallen Öl- und Emulsionsnebel an. Sie nicht herauszufiltern würde bedeuten, dass binnen kurzer Zeit die Fertigungshalle eingenebelt ist und sich eine Fettschicht auf Maschinen und Einrichtungen niederschlägt. Wichtiger noch ist der gesundheitliche Aspekt: Feinste Öltröpfchen gefährden die Gesundheit der Mitarbeiter, weil sie durch die Lungenbläschen direkt in das Blut gelangen. Ölnebelabscheider sind daher ein wichtiges Zubehörteil von spanenden Werkzeugmaschinen. Die Firma H-D-W Werkzeugbau- und Industrieservice in Gera hat entsprechende Abscheider im Programm. Das Unternehmen vertreibt in den neuen Bundesländern die bewährten Qualitätsprodukte des schwäbischen Herstellers Reven. Die Geräte haben bis zu fünf hintereinander geschaltete Filterstufen und entfernen in der Regel über 90 Prozent aller Aerosole, Dämpfe, Ölnebel und auch Feinstäube aus der Hallenluft. „Die einzelnen Filterstufen werden dabei

auf den Bedarfsfall, das heißt auf die jeweilige Maschine abgestimmt“, betont H-D-W Inhaber Heiko Dietrich. Vor teilhaft: Es werden nur mechanisch abscheidende Filterelemente eingesetzt, die sich weitestgehend selbst reinigen. Somit entstehen keine hohen Folgekosten! Ändern sich die Maschinenparameter oder wird beispielsweise die Schmierung von Öl auf Emulsion umgestellt, wird der Luftreiniger einfach mit anderen Filterstufen bestückt. Die Geräte sind ferner flammendurchschlagssicher. Das vermeidet Luftkanalbrände und erhöht so den baulichen Brandschutz. Ein besonderes Problem beim Zerspanen von Metall sind die sogenannte Minimalmengenschmierung und die immer dünnflüssigeren Öle: Hier entstehen durch leistungsstarke Bearbeitung oder Hitzeentwicklung auch Rauch und Gerüche. Heiko Dietrich: „Um diese Schadstoffe von der Halle und vom Personal fern zu halten, haben wir kompakte Abscheider, welche die Emissionen schon im Innern der meist gekapselten Werkzeugmaschine absaugen.“ Das mehrstufige Filtersystem schließt hier auch einen Geruchsfilter ein. Diese und weitere Lösungen haben H-D-W zu einem wichtigen Zulieferer der Werkzeugmaschinenbauer und Metallverarbeiter werden lassen. Verlagssonderveröffentlichung

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VoxelJetanlage VX500

Dienstleister für innovative Produkte Die PORTEC GmbH aus Zella-Mehlis versteht sich als Partner bei der Entwicklung innovativer Produkte. Mittels moderner Rapid Prototyping(RP)und Folge-Technologien werden innerhalb kürzester Zeit Prototypen und Kleinserien aus Kunststoff und Metall in hoher Qualität gefertigt. Dabei stehen alle für einen Produktentwicklungsprozess erforderlichen Technologien sowie umfangreiches Know-how motivierter Mitarbeiter im eigenen Hause zur Verfügung. Mehrere 3DCAD-Systeme, verschiedene generative Anlagen zur Herstellung der Urmodelle sowie Folgetechnologien wie Laserabtragen, Vakuumgießen, Spritzgießen sowie von zwei Feingussverfahren lassen Stückzahlen von 1 bis zu mehreren 1.000 zu. Es wurden bereits Teile von 0,7 Milligramm bis etwa 5.000 Gramm hergestellt. Die PORTEC wurde 1994 als „spin off“ aus der TU Ilmenau heraus gegründet und beschäftigt gegenwärtig 24 Mitarbeiter, von denen 30 Prozent einen Hochschulabschluss besitzen. Mit einem AZUBI sowie einem BA-Studenten wird für den eigenen fachlichen Nachwuchs gesorgt. Nachdem der Kundenstamm anfänglich verstärkt in den alten Bundesländern angesiedelt war, ist der Umsatz in den letzten Jahren in unserer Thüringer Region erfreulicherweise stark angestiegen. Auch der Export hat sich inzwischen weiter positiv entwickelt, wobei Lieferungen vorrangig nach Österreich, Frankreich, Spanien und in die Schweiz erfolgen. Es existiert kaum eine Branche, für die noch keine Produktentwicklung vorgenommen wurde, wobei die

Luftfahrt- und Automobilindustrie – bis hin zur Formel 1 – einen wesentlichen Anteil haben. Schwerpunkt des Dienstleistungsangebots ist das Gießen metallischer Prototypen und Kleinserien nach dem Wachsausschmelzverfahren beziehungsweise die Herstellung von Wachsmodellen. Insbesondere auf diesem Gebiet hat die PORTEC einen ausgezeichneten Ruf bezüglich der Qualität und dem Kompliziertheitsgrad der realisierten Teile bei renommierten Feingießern in Deutschland und Österreich. In der PORTEC selbst sind zwei verschiedene Feingussverfahren installiert. Seit einiger Zeit ist eine Anlage nach der Rapid Shell Casting (RSC-) Technologie mit Tunneltrocknung im Einsatz. Als weltweit erstem Rapid Prototyping Dienstleister, der diese innovative Technik betreibt, bestehen damit die gleichen Möglichkeiten wie sie die klassischen Feingießer haben: eine Vielfalt an metallischen Legierungen bis

Kontakt PORTEC GmbH Am Köhlersgehäu 32 D-98544 Zella-Mehlis Tel.: +49 (0) 3682 - 4669 0 Fax: +49 (0) 3682 - 466910 E-Mail: info@portec-gmbh.de Internet: www.portec-gmbh.de

Laufrad in GG25 hin zum Edelstahl. Aber mit einem wesentlichen Unterschied: die Durchlaufzeiten sind bis zu 90 Prozent kürzer. Mit der im Dezember 2008 installierten VoxelJetanlage VX500 können äußerst schnell und kostengünstig verlorene Modelle für den Feinguss gefertigt werden. Bei einer Schichtstärke von nur 80 µm können über diese Technologie in Kombination mit dem Feinguss metallische Prototypen mit besseren Oberflächen als beim Sintern erzeugt werden. Insbesondere bei sehr kleinen Stückzahlen ist dieser Verfahrensweg äußerst effizient. Die PORTEC betreibt, ihrer Herkunft geschuldet, seit Jahren eine regelmäßige Forschungstätigkeit mit Universitäten, renommierten Forschungseinrichtungen und Unternehmen. So war sie neben eigenen Forschungsprojekten unter anderem in eine Entwicklungsetappe der neuen Turbine für den A380 mit einbezogen. Diese Forschungstätigkeit erschließt stets neue Technologien und es werden Wettbewerbsvorteile erarbeitet. Aktuell wird bis Ende 2010 ein vom Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Technologie und Arbeit gefördertes Verbund-Forschungsprojekt mit der TU Ilmenau und Robert Bosch FE Eisenach bearbeitet. Im Dezember 2008 konnte eine neue Fertigungshalle bezogen werden, in der der gesamte Feingussbereich ausgelagert und konzentriert wurde. Mit der installierten Technik wurden Kapazitätserweiterungen vorgenommen, die die Leistungsfähigkeit der PORTEC auf dem Gebiet der metallischen Prototypen und Kleinserien aus Leichtmetalllegierungen bis hin zum Edelstahl bedeutend erhöht haben.

Firmensitz in Zella-Mehlis

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Messe Erfurt bilanziert Rekordzahlen

The Trade Fair Erfurt banks on partnership

An Fahrt gewinnen

Approx. 24.000 people visited the second automotive trade fair at the beginning of this year and the organizers were able to tie up with the success of the premium result of 2008. “We are very happy about this and we can also report this constant trend for all the other events”, says Johann Fuchsgruber, the chairman of the Messe Erfurt AG optimistically.

Rund 24.000 Besucher kamen zur zweiten Automobilmesse Anfang des Jahres. Trotz Wintereinbruch, Ferienbeginn und vor allem trotz Wirtschaftskrise knüpften die Veranstalter damit nahtlos an das Ergebnis der Premierenveranstaltung im Jahr 2008 an. „Wir können diesen Trend der konstanten Aussteller- und Besucherzahlen auch für die anderen Veranstaltungen vermelden“, zeigt sich Johann Fuchsgruber, Vorstand der Messe Erfurt AG, optimistisch.

Der Erfolg verteilt sich auf die drei Geschäftsfelder Messen und Ausstellungen, Kongresse, Tagungen sowie Konzerte und Events. Kerngeschäft sind die Eigenveranstaltungen. Regionale Verbraucherausstellungen, wie die Freizeitmesse „ReitenJagen-Fischen“ oder die Landwirtschaftsschau „Grüne Tage Thüringen“ stellen konstante Umsatzgrößen dar. „Gerade regionale Messen bleiben nach wie vor attraktiv.“ Davon ist Johann Fuchsgruber auch in seiner Funktion als geschäftsführender Vorstand des Fachverbandes Messen und Ausstellungen e.V. (FAMA) überzeugt. Bundesweit 40 kommunale und private Veranstalter engagieren sich im FAMA. Pro Jahr organisieren sie etwa 200 Messen, Ausstellungen und Kongresse mit rund sechs Millionen Besuchern und über 40.000 Ausstellern. Erfolgsmodell Partnermessen Die verbraucherorientierte Ausrichtung der Eigenveranstaltungen erleichtert der Messe Erfurt das Geschäft. Im Gegensatz Wirtschaftsspiegel

zur Maschinenbau-, Automobil- oder Automobilzulieferbranche lässt sich bei den Endkunden noch keine Krisenstimmung erkennen. Die mit der Autoindustrie verbundenen Ausstellungen des Jahrgangs 2009 konnten – die OLDTEMA mit 300 und die zweite Automobilmesse Erfurt mit über einhundert Ausstellern – den Kurs der Vorjahresergebnisse halten. Beide Messen gehören zu den Gastveranstaltungen, allerdings beteiligt sich die Messe Erfurt als Partner an der Automobilmesse. „Mit dem Partnermodell lassen sich die Risiken einer Erstveranstaltung minimieren“, weiß Fuchsgruber. Die diesjährige Automobilmesse begann mit der Mitgliederversammlung des Zulieferverbandes Automotive Thüringen und wartete mit Höhepunkten, wie der Deutschlandpremiere des Opel Insignia Sports Tourer, der Premiere von KTMs extremer Fahr maschine X-Bow in Mitteldeutschland sowie dem Apollo der Gumpert Sportwagenmanufaktur aus Altenburg/ Thüringen auf. Auch konnten sich die Besucher über die neuesten Antriebskonzepte verschiedenster Hersteller und Importeure informieren. Hinzu kamen Showprogramme, ohne die inzwischen kaum eine Messe mehr funktioniert. Bei der Automobilmesse Erfurt begeisterten neben der Neuwagenpräsentation vor allem die Offroad-Parcours und die Drift-Shows das Publikum. Die Bedingungen für Vorführungen solcher Art sind im Messezentrum Erfurt sehr gut. „Wir verfügen bereits über ein modernes, großzügiges Gelände und investieren weiter in den Ausbau der Infrastruktur. Der Ausbau von Parkplätzen sowie der Bau einer Taxiwendeschleife sind Beispiele dafür.“ !

www.messe-erfurt.de

“As a trade fair location with floor space of 46.150 sqm, we are – so to speak – playing in the second league.” In addition to this realistic assessment, the annual balance of 2008 fills the Trade Fair’s executive board with pride. Last year 216 events took place with 5.679 exhibitors and counted 623.678 visitors. The premises were entirely booked out seven times and a total turnover of 7.4 million Euros was able to be obtained. The success is spread out over the areas trade fairs and exhibitions, congresses, conventions as well as concerts and events.

Foto: Messe Erfurt

„Als Messestandort mit einer Ausstellungsfläche von insgesamt 46.150 Quadratmetern spielen wir so zusagen in der zweiten Bundesliga. Während unsere Aussteller aus dem gesamten Bundesgebiet kommen, ziehen wir vorwiegend Besucher aus einem Umkreis von etwa einhundert Kilometern an.“ Neben dieser realistischen Einschätzung erfüllt die Jahresbilanz 2008 den Messevorstand mit Stolz. 216 Veranstaltungen mit 5.679 Ausstellern und 623.678 Besuchern fanden im Vorjahr statt. Sieben Mal war das gesamte Gelände komplett ausgebucht und insgesamt konnte ein Umsatz von 7,4 Millionen Euro erwirtschaftet werden. Der Pro-Mitarbeiter-Umsatz liegt im Unter nehmen Messe Erfurt bei 200.000 Euro.

The core business is the self-promoted events with its consumer-orientated direction that helps alleviate the business for the Trade Fair Erfurt. In contrast to the industries of machine construction, automotives and automotive suppliers, there is no sign of crisis at the end-consumer. The exhibitions of 2009 that are connected to the Automotive In dustry – the OLDTEMA with 300 and the second automotive trade fair Erfurt with more than 100 exhibitors – maintained the trend of previous year’s results. Although both exhibitions are part of guest events, the Messe Erfurt is also participating as the automotive exhibition’s partner. This year’s automotive exhibition started with the general assembly of the suppliers’ association Automotive Thüringen and surprisingly introduced the German premiere of the Opel Insignia Sports Tourer. “Especially the regional exhibitions remain attractive.” Johann Fuchsberger in his function as executive chairman of the Fachverband Messen und Ausstellun gen e.V. – Association for Trade Fairs and Exhibitions – (FAMA) is convinced of this. Nationwide 40 private and communal exhibitors are committed to the FAMA. They organise around 200 trade fairs annually with approx. 6 million visitors and over 40.000 exhibitors.

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CE-LAB prüft KFZ-Elektronikkomponeten Testing of electronic components Thanks to the implementation of modern electronic components such as the ABS and ESP, the security of modern vehicles has increased immensely over the past years. Meanwhile, the share of electronics in the net value of automotives amounts to 40 percent. An end of this trend is not to be seen, as the desired safety and comfort functions can only be implemented with electronic means. But the application of electronics also contains risks. Apart from the reliability, the safe-guarding of electromagnetic compatibility (EMC) is an essential task in the development process. This has mainly to do with the unwanted emission of high frequency disturbances from the subassemblies and the interference immunity of the equipment in a surrounding typical for vehicles. The CE-LAB GmbH operates a test lab in Ilmenau for the detection of EMC-characteristics of vehicles and their components, which is accredited by the DATech and the federal motor transport authority (Kraftfahrt-Bundesamt) according to EN/ISO 17025. In a lab area of 1000 sqm, EMC tests according to EU guide lines, OEM specifications as well as fault clearances can be accomplished. The CE-LAB GmbH consults manufacturers regarding the implementation of type approval procedures for the e1/E1 marking and also actively participates in the development of EMC norms through the cooperation in specialist committees.

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Dank des Einsatzes elektronischer Komponenten wie zum Beispiel ABS und ESP ist die Sicherheit moderner Kraftfahrzeuge in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Mittlerweile ist der Elektronikanteil an der Wertschöpfung der Fahrzeuge auf bis zu 40 Prozent gestiegen. Ein Ende dieses Trends ist nicht abzusehen, da sich die gewünschten Sicherheits- und Komfortfunktionen nur mit elektronischen Mitteln realisieren lassen. Der Einsatz der Elektronik birgt aber auch zusätzliche Risiken. Neben der Zuverlässigkeit ist die Sicherstellung der Elektromagnetischen Verträglichkeit (EMV) eine wesentliche Aufgabe im Entwicklungsprozess. Dabei geht es um die ungewollte Abstrahlung von hochfrequenten Störungen aus den Baugruppen und die Stör festigkeit der Geräte im KFZ-typischen Umfeld. Die CE-LAB GmbH betreibt in Ilmenau ein von der DATech und dem Kraftfahrtbundesamt (KBA) nach EN/ISO 17025 akkreditiertes Prüflabor zum Nachweis der EMV-Eigenschaften von KFZ und deren Komponenten. Auf einer Laborfläche von 1000 Quadratmetern können EMV-Prüfungen nach EURichtlinien, OEM-Spezifikationen sowie Entstörmaßnahmen durchgeführt werden. Damit kann die CE-LAB GmbH als ein vom KBA gemäß EU-Rahmenrichtlinie 2007/46/EG benannter Technischer Dienst Prüfungen für das Prüfgebiet (Elektrik/Elektronik) mit dem Prüfumfang Elektromagnetische Verträglichkeit (EMV) nach folgenden Prüfverfahren anbieten: EU-Richtlinie 72/245/EWG (KFZ) EU-Richtlinie 75/322/EWG (lof) EU-Richtlinie 97/24/EG (Kap. 8) UN-ECE-Regel R10, (KFZ-EUB) EMV-Richtlinie 2004/108/EG

Die CE-LAB GmbH betreut Hersteller bei der Durchführung von Typgenehmigungsverfahren für die e1/E1-Kennzeichnung gemäß oben genannter Richtlinien. Zu den Kunden gehören Entwickler von elektronischen Komponenten für OEMKunden oder den Nachrüstmarkt. Die CELAB GmbH ist durch die Mitarbeit in Fachgremien aktiv an der Ausarbeitung von EMV-Normen beteiligt und kann dadurch schon frühzeitig auf kommende Anforderungen hinweisen und reagieren. Die CE-LAB GmbH hat einen EMV-Arbeitskreis initiiert, der im Rahmen des VDE-Bezirksvereins Thüringens durchgeführt wird und allen interessierten Entwicklern offen steht.

EMV-Prüfzentrum

DAT-P-209/05-00 KBA-P 00079-06

Kontakt CE-LAB GmbH Am Hammergrund 1 D-98693 Ilmenau Tel.: +49 (0) 36 77 - 64 79 80 Fax: +49 (0) 36 77 - 64 79 99 E-Mail: info@ce-lab.de Internet: www.ce-lab.de

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In der Welt zuhause – mit Thüringen verwurzelt Schon sieben Jahre nach der Gründung erreicht der Kurbelwellenhersteller FEUER powertrain ständig neue Bestmarken und strebt die Marktführerschaft in Europa an. Dazu wurden in den vergangenen Jahren fast 100 Millionen Euro in modernste Fertigungstechnik investiert. Für das Jahr 2009 hatte sich die Geschäftsführung der FEUER powertrain in Nordhausen viel vorgenommen. Mehr Umsatz, mehr Mitarbeiter, ein neues Werk; dabei aber nicht die bestehenden Kunden aus den Augen verlieren und den hohen Qualitätsstandard halten. Im November 2008 ging das neue Werk in Betrieb und die rund 38 Millionen Euro umfassende Investition wurde abgeschlossen. Damit ist das Unternehmen seinem Ziel einen großen Schritt näher gekommen. Denn mit den zusätzlichen 80 Mitarbeitern im Werk II hatte FEUER powertrain seine Kapazitäten verdoppelt. Die über 200 Mitarbeiter fertigen nun pro Jahr mehr als 400.000 Kurbelwellen, die weltweit eingesetzt werden. Mit der Erweiterung kommt der Automobilzulieferer auch einem weiteren Ziel, der Marktführerschaft in Europa, näher. Das 2002 gegründete Unternehmen plant

ab 2010 den europäischen Markt anzuführen und auch auf dem Weltmarkt weiterhin eine unübersehbare Größe zu sein. Mit einem jährlichen Umsatz von mehr als 40 Millionen Euro ist das Unter nehmen auf dem besten Weg dahin. „Mit seiner dynamischen Entwicklung in den letzten Jahren zählt FEUER powertrain zu den wirtschaftlichen Wachstumsträgern in der Region Nordthüringen“, davon konnte sich auch Ministerpräsident Dieter Althaus bei der Einweihung des neuen Werkes überzeugen. In der Tat ist FEUER powertrain eine große Bereicherung für die Südharzregion. Das Unternehmen bildet überdurchschnittlich viele junge Fachkräfte aus. Derzeit sind fast 40 Auszubildende beschäftigt. Nach Aussage von Dieter Feuer, dem Hauptgesellschafter des Unternehmens, ist die hohe Ausbildungsquote deshalb nötig, da der Arbeitsmarkt „wie leerge-

fegt“ sei. Weiterhin begründet er die Entscheidung, möglichst viele Lehrlinge auszubilden damit, dass nur so die Chance bestehe, sich auf dem Weltmarkt zu behaupten. Dass dies auch so bleiben wird, versichert Geschäftsführer Oliver Wönnmann. Im Zuge der diesjährigen zusätzlichen Erweiterung wird das Unternehmen in eine neue Großkurbelwellenfertigung rund neun Millionen Euro investieren. Nicht nur in Deutschland und Europa haben die bis zu 800 Millimeter langen einbaufertigen Kurbelwellen, die das Werk verlassen, treue Abnehmer gefunden. Große und boomende Märkte wie Indien und Brasilien, England und die USA werden von Nordhausen aus beliefert. Das im Herbst neu eröffnete Werk produziert ausschließlich für den Export. Weit mehr als die Hälfte aller produzierten Kurbelwellen, derzeit rund 80 Prozent, verlassen Deutschland in alle Welt. Die gute Aufstellung auf dem globalen Markt, verbunden mit der hohen Zuverlässigkeit hat einen motivierten Mitarbeiterstamm als Grundlage.

Kontakt FEUER powertrain GmbH & Co. KG Rothenburgstraße 27 D-99734 Nordhausen Tel.: +49 (0) 3631 - 47 0 3 02 Fax: +49 (0) 3631 - 47 0 3 09 E-Mail: info@feuer-pt.de Internet: www.feuer-pt.de

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Öl und Wasser in Bewegung – Intelligenter. Wirtschaftlicher. Ökologischer. Produkte von GPM leisten einen wichtigen Beitrag zur Senkung des CO2-Ausstosses von Motoren. Automobilhersteller werden durch gesetzliche Zielvorgaben dazu motiviert, die CO2-Emission von Neufahrzeugen zu verringern. Die Zulieferer als Teil der Wertschöpfungskette können hier einen wichtigen Beitrag leisten. Die in Merbelsrod (Landkreis Hildburghausen) ansässige Firma Geräte- und Pumpenbau GmbH Dr. Eugen Schmidt (GPM) ist sich dieser Verantwortung bewusst. Sie hat sich die Entwicklung einer neuen Generation von Pumpen für Motorkühlung und -schmierung zur Aufgabe gemacht, die Kraftstoff, Bauraum, Gewicht und Kosten spart und damit auch die Umwelt entlastet. GPM hat als Entwicklungspartner von Daimler für einen 4-Zylinder-Diesel-Weltmotor eine pneumatisch schaltbare Wasserpumpe entwickelt, die im NEFZ-Fahrzyklus nur die minimal erforderliche Kühlmittelmenge liefert. Durch effiziente Abdichtung von Flügelrad und Bypassleck age sorgt

diese Innovation für schnellstmögliche Motorerwärmung während des Kaltstarts. Verbrauchsmessungen bei unterschiedlichen Herstellern zeigen ein KraftstoffEinsparpotenzial von bis zu drei Prozent im relevanten Vergleichszyklus. Auch im nachfolgenden Fahrbetrieb mit betriebswarmem Motor ist mittels Anpassung der Fördermenge an den Kühlbedarf des Motors eine signifikante Verbrauchsreduzierung möglich. Ein positiver Nebeneffekt ist eine verringerte Ölviskosität und eine Reduzierung der Reibung im Motor durch eine höhere Öltemperatur. Die 100 Prozent-fail-safe-Funktion stellt die sichere Motorkühlung im normalen Fahrbetrieb sicher. Ein großer Vorteil des PSF-Regelkonzeptes liegt in der kurzfristigen Einsetzbarkeit auch in laufenden Motorenfamilien, weitgehend ohne Änderung von Motor und Kühlkreislauf. Da zudem die Systemkosten gegenüber elektrischen Pumpensystemen deutlich geringer sind und keine Leistungsbeschränkung besteht, entdecken immer mehr OEM die Vorzüge der PSF-Wasserpumpen aus Mer-

belsrod. Bei der 37. Internationalen Messe für „Innovationen, Er findungen, neue Techniken und Produkte“ in Genf im April 2009 präsentierte GPM diese Innovation im Rahmen eines Thüringer Gemeinschaftsstandes. Eine internationale Fachjury verlieh dieser effizienten, funktionssicheren und kostengünstigen Neuheit in Genf eine Goldmedaille. Bereits im Jahr 2005 erhielt GPM für eine elektrische Kühlmittelpumpe in Genf eine Bronzemedaille. Im gegenwärtigen Markterfolg der regelbaren Pumpen von GPM spiegelt sich der Erfolg der langfristig ausgerichteten Unternehmensstrategie wider. Seit mehr als elf Jahren werden diese neuen innovativen Pumpensysteme im Unter nehmen GPM entwickelt und beträchtliche Vorleistungen in der Entwicklungsabteilung erbracht.

Kontakt GPM GmbH Dr. Eugen Schmidt Schwarzbacher Str. 28 D-98673 Merbelsrod Tel.: +49 (0) 36878 - 64 409 Fax: +49 (0) 36878 - 64 345 E-Mail: info@gpm.eu Internet: www.gpm.eu

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Brunel – Projektpartner für Technik und Management Mit einem interdisziplinären Team aus Ingenieur- und Managementexperten ist die Brunel GmbH darauf spezialisiert, technologisch anspruchsvolle Projekte entsprechend der Kundenanforderung zu unterstützen. Dabei ist das Unternehmen in allen technischen Kernbranchen entlang der gesamten Prozesskette für Kunden bundesweit aktiv. Seit 1995 ist die Brunel GmbH erfolgreich in Deutschland tätig. Die Muttergesellschaft mit Sitz in Amsterdam ist mit über 8.000 Mitarbeitern in 32 Ländern weltweit vertreten. Mit rund 2.000 hoch qualifizierten Ingenieuren, Informatikern und Technikern ist Brunel an 33 Standorten in Deutschland in der Lage, den Kunden für jede noch so individuelle Thematik eine geeignete Lösung anzubieten. Das Unternehmen besitzt einen hohen Anspruch seinen Auftraggebern gegenüber und garantiert Spitzenleistungen in allen technischen Bereichen. Brunel Spezialisten bringen ihr Expertenwissen für Kunden in zukunftsweisende Technologien effektiv ein. Seit acht Jahren ist Brunel mit einer Niederlassung in Erfurt vertreten. Das über 30-köpfige Team des Thüringer Standortes betreut dort Unternehmen aus dem Hochtechnologie- und Managementumfeld von Eisenach bis Halle, von Aschersleben/Dessau bis Hildburghausen. Dazu zählen vor allem die Industriezentren Erfurt, Mühlhausen, Eisenach, Halle, Jena, Suhl sowie das Chemiedreieck Merseburg, Leuna und Bitterfeld. Neben Automotive sind Energie- und Kraftwerkstechnik, Maschinen- sowie Anlagenbau, Elektronikentwicklung und der Bereich Bauwesen sowie Technische Gebäudeausrüstung weitere Kernbranchen der Niederlassung. Der Bereich Medizintechnik befindet sich in der Aufbauphase. Trotz der Finanz- und Absatzkrise, die sich insbesondere auf die Automobilbranche negativ auswirkt, wird der Bereich Automotive auch in Zukunft bedingt durch die Unternehmensstruktur und die Historie seine herausragende Stellung in der Region nicht einbüßen. Die momentane Krise zwingt Automobilhersteller und -zulieferer zu einem Umdenken, um gestärkt aus dieser hervorgehen zu können. Umfassende Restrukturierungsmaßnahmen sind notwendig: Schlankere Strukturen, effektivere Produktionsprozesse sowie eine hohe Technologiekompetenz sind nur einige Schlagwörter. Ingenieurdienstleister wie Brunel sind Wirtschaftsspiegel

darauf spezialisiert, Kundenunternehmen mit einem umfangreichen Leistungsspektrum entlang der gesamten automobilen Wertschöpfungskette zu unterstützen. Die Unternehmen profitieren vom Wissenszufluss und Know-how-Vorsprung durch den Einsatz externer Spezialisten und können somit auf die sich ändernden Rahmenbedingungen flexibel reagieren. Brunel hat beispielsweise die Durchführung und Überwachung des kompletten APQP-Prozesses für den Lieferanten eines Kundenunternehmens übernommen. Dazu zählten die Zertifizierung, Auditierung, Betreuung, der technische Support sowie die Entwicklung von Problemlösungsstrategien.

Jeannette Hagemann, Niederlassungsleiterin Erfurt, Brunel GmbH

In einem weiteren Projekt waren Brunel Mitarbeiter für die Optimierung von Fertigungsprozessen verantwortlich. Um die manuelle Fertigung auf automatisierte Prozesse umstellen und die Produktivität deutlich erhöhen zu können, standen in Abstimmung mit der Produktionsleitung und der Geschäftsführung die Konzeptentwicklung, die Erhebung von Machbarkeitsstudien, der Prototypen- sowie Versuchsaufbau, die Durchführung von Testläufen, deren Auswertung und die Entscheidungsfindung im Mittelpunkt dieses Projektes. Eine intensive Kooperation mit dem Verein Automotive Thüringen e. V. dient vor allem der Netzwerkbildung unter den 170 Mitgliedern der Thüringer Automobilindustrie und dem gegenseitigen Austausch. „Wir wollen die Erfolgsgeschichte der Automobilindustrie in Thüringen weiterschreiben und erarbeiten gemeinsam mit unseren Kunden innovative Zukunftskonzepte für diese Branche, um langfristig stabile Auftrags- und Produktionsaufträge zu generieren beziehungsweise Arbeitsplätze in der Region zu sichern und zu schaffen“, sagt Niederlassungsleiterin Jeannette Hagemann.

Kontakt Brunel GmbH Konrad-Zuse-Str. 15 D-99099 Erfurt Tel.: +49 (0) 361 - 65 39 89 0 Fax: +49 (0) 361 - 65 39 89 8 E-Mail: erfurt@brunel.de Internet: www.brunel.de

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raftfahrzeuge aus Sachsen sorgen seit rund 100 Jahren für Mobilität. Pionier dieser Entwicklung war der Ingenieur August Horch. 1902 kam er nach Sachsen und begann 1904 mit dem Automobilbau in den Horch-Werken in Zwickau. Der mittig gesetzte Schalthebel, die Linkslenkung – nur einige Beispiele für automobile Innovationen „Made in Saxony“.

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Heute können von A wie Antrieb bis Z wie Zubehör die für die Automobilindustrie tätigen Unternehmen und Institutionen in Sachsen, die für ein Fahrzeug notwendigen Komponenten und Teile sowie die erforderlichen Produktionsausrüstungen entwickeln und fertigen. Mit einem Anteil am Industrieumsatz von mehr als 20 Prozent und am Export von rund 32 Prozent ist dieser Wirtschaftszweig der Motor des verarbeitenden Gewerbes in Sachsen. Zudem befassen sich im Freistaat über 50 universitäre und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen in den unterschiedlichsten Ausprägungen mit dem Thema Automobil. Schulterschluss einer Branche Vom Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft und Arbeit wurde die Verbund36

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initiative Automobilzulieferer Sachsen 1999 ins Leben gerufen. Ziel ist es, die Wettbewerbsfähigkeit der kleinen und mittelständischen sächsischen Automobilzulieferer nachhaltig zu verbessern. Die AMZ hat von 1999 bis 31. März diesen Jahres 254 Projekte betreut. Beteiligt waren daran 988 Unternehmen mit einem Projektvolumen von 52 Millionen Euro. Davon kamen rund 30 Millionen Euro aus Fördermitteln. Im AMZ besteht ein Arbeitsplatzpotential von 4.300 Mitarbeitern. Der Umsatz liegt bei mehr als 2,5 Milliarden Euro. Positiv zu werten sind die zehn Firmengründungen. In diesen neuen Unternehmen haben 155 Mitarbeiter einen Arbeitsplatz gefunden. In der jetzigen Phase bis 2012 konzentriert sich die Verbundinitiative insbesondere auf die Themen Innovation, Personal und Märkte. Und natürlich auf die allgegenwärtige Wirtschaftskrise. Sicherung von Finanzierungen Eben diese Krise gibt der Automobilindustrie und den sächsischen Zulieferern Anlass zu ernster Sorge. Sie ist jedoch nicht existenzbedrohend. Zu dieser Einschätzung gelangten Branchenvertreter. „Wir haben Lieferanten für alle Fahrzeug-

module sowie Entwicklungsdienstleister und Anlagenbauer für die Autoindustrie an einen Tisch gebeten, um ein möglichst konkretes Bild von der aktuellen Branchensituation in Sachsen zu erhalten sowie gemeinsam zu beraten, an welchen Stellen die Verbundinitiative Unterstützung geben kann“, erläutert AMZ-Projektmanagerin Dr. Claudia Scholta das Anliegen der Gesprächsrunde. Deutlich wurde, dass kaum ein Unternehmen von der Krise verschont bleibt. Auftragseinbrüche und Planungssicherheit für maximal ein bis zwei Wochen sind an der Tagesordnung. Allerdings verzeichnen Firmen zum Teil auch sehr gute Teileabrufe für neue Fahrzeugmodelle. „Das Bild ist extrem differenziert. Es gibt Unternehmen, die in einigen Bereichen auf Kurzarbeit sind, in anderen Linien fahren sie Sonderschichten“, verdeutlicht die AMZ-Managerin. Während Teilelieferanten gegenwärtig „Kontinuität auf niedrigerem Niveau“ sichern, sind Anlagenbauer durch Stornierungen oder Investitionsverschiebungen stärker betroffen. Generell werden die Unternehmen auf einen Wert zurückgeworfen, den sie vor etwa drei bis vier Jahren erreicht hatten. Das Schwierige an der jetzigen Situation im Vergleich zur Wirtschaftsspiegel

Foto oben: Volkswagen-Media-Services, Foto rechts: Porsche AG

Die Krise nutzen, um Neues zu entwickeln


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Krise Anfang der 90er Jahre, ist die Kopplung von Finanz- und Wirtschaftskrise. Großbanken können das notwendige Kapital derzeit nicht beschaffen. Kleinere Institute haben zwar das Geld, sind aber nicht auf Unternehmensfinanzierungen eingerichtet, wie sie in der Automobilindustrie gebraucht werden. Die Sicherung von Liquidität ist jedoch ein Hauptthema für die Firmen. „Hierbei können wir vor allem dank der Kompetenzen unseres Projektträgers, der RKW Sachsen GmbH, Hilfestellung geben“, betont die AMZManagerin. In einem ersten Schritt wurden die rund 750 sächsischen Zulieferer, Entwicklungsdienstleister und Ausrüster für die Automobilindustrie über die Möglichkeiten spezieller Förderprogramme informiert. Das Mittelstandsstabilisierungsprogramm des Freistaates Sachsen dient der Kreditversorgung der gewerblichen Wirtschaft vor dem Hintergrund der Finanzmarktkrise. Das KfW-Sonderprogramm 2009 des Bundes steht darüber hinaus auch für Unternehmen zur Verfügung, die nicht unter die Mittelstandsrichtlinien fallen. AMZ begleitet mit Unterstützung der RKW Sachsen GmbH Unternehmen beim Prozedere der professionellen und schnellen Antragstellung für diese sowie weitere Hilfsprogramme. Notwendig ist die Finanzierung nicht nur für das operative Geschäft, sondern auch für die Fortführung von Forschungs- und Entwicklungsprojekten. „Von den Fahrzeugherstellern haben wir Signale erhalten, dass Entwicklungen nicht gekappt werden. Deshalb ist es ein Gebot der Stunde, sich an den Anforderungen künftiger Modellgenerationen zu orientieren und weiter auf Innovationen zu setzen. Hier sehen wir auch die seit zehn Jahren von AMZ verfolgte Linie bestätigt, bei den sächsischen Unternehmen Entwicklungskompetenz auszuprägen und sie zu

schwer austauschbaren Gliedern in der automobilen Wertschöpfungskette zu qualifizieren“, so Dr. Scholta. Ebenso bietet die Krise Chancen, aktuelle Aufträge zu übernehmen. In den Einkaufsabteilungen der Hersteller werden jetzt verstärkt Zulieferer gesucht, die an die Stelle von Firmen treten können, die ins Schlingern geraten sind. Nach einem schwierigen Jahr 2009 erwarten die sächsischen Branchenvertreter, dass ab 2010 wieder der Vorwärtsgang eingelegt werden kann. Einer deutlichen Mehrheit ist dabei wichtig, ihr Stammpersonal zu halten und Auftragsrückgänge mit dem Abbau von Zeitarbeit, Überstundenkonten beziehungsweise Kurzarbeit zu überstehen. Sicherung von Fachkräften „Die Unternehmen müssen derzeit einen extremen Spagat meistern. Einerseits brechen die Abrufe für aktuelle Modelle massiv ein. Andererseits konnten sie zahlreiche Aufträge für Neuentwicklungen akquirieren, die jedoch meist erst in den Jahren nach 2010 umsatzwirksam werden, aber jetzt Finanzierung brauchen“, beschreibt die AMZ-Managerin die Situation und führt weiter aus: „Die Unternehmen wollen jedoch die Zeit nutzen, um Produkt- und Technologieentwicklungen sowie den Aufbau neuer Fertigungen voranzutreiben. Sie haben verstanden, dass Innovationen auch in Zukunft das Zünglein an der Waage sind und tun alles, um hier fit zu bleiben. Dazu sind weiterhin hochqualifizierte Fachkräfte notwendig. Diese zu gewinnen und in den Unternehmen zu halten, steht im Mittelpunkt der gegenwärtigen Personalpolitik. Als Verbundinitiative begleiten wir sie weiter auf dem Weg, mit qualifizierten Mitarbeitern Innovationen zu schaffen.“ !

www.amz-sachsen.de

100 years of Automotives in Saxony Vehicles from Saxony have provided mobility for about 100 years. Pioneer of this development was the engineer August Horch. He came to Saxony in 1902 and began the automobile production in the Horch factories in Zwickau in 1904. The centrically placed gearstick and the left-hand drive are only a couple of examples for automotive innovations “Made in Saxony”. The companies and institutions that work in the automotive industry in Saxony today can develop and manufacture every necessary component and part for a vehicle and also any required production equipment. With a share of more than 20 percent of the industry’s turnover and approx. a share of 32 percent of the export, this economic branch is the engine of the Saxony’s manufacturing trade. Furthermore, over 50 universities and extramural development facilities deal with the subject automobile in the most various forms.

The Solidarity of an Industry In 1999 Saxony’s State Ministry of Econo mical Affairs and Employment called the network initiative Automobilzulieferer Sachsen (AMZ) - Saxony’s automotive suppliers into life. The aim is to improve the competitiveness of the small and medium-sized automotive suppliers in the long term. The AMZ looked after 254 projects between 1999 and 31st March of this year. 988 companies were involved with a project volume of 52 million Euros of which around 30 million Euros came out of development funds. In the AMZ there is job potential for around 4,300 employees and the turnover lies at more than 2, 5 billion Euros. A positive aspect is the fact that 10 new companies were founded in which 155 employees found jobs. In the current phase until 2012, the network initiative is putting its focus especially on the issues innovation, staff and markets – and, of course, on the ever-present economical crisis.

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Begleiter von der Idee bis zum SOP In economically challenging times it soon shows whether a strategy can maintain itself or whether it is only good for “rainy days”. When the AMZ was founded 10 years ago by the Free State Saxony, it was considered to permanently integrate the mainly small Saxon suppliers into the automotive supply chain and to secure their presence from the idea to the SOP, so to speak. The way towards this was and remains innovation. The approx. 750 companies working for Saxony’s automotive industry maintain their competitiveness with product and process novelties. But like many others, these companies, that employ around 60,000 people, also suffer from the decline in orders and sales. Although the situation is serious it is not leading to any panic. On the contrary: the companies are right now strengthening their development work. We continue to support the companies with specific, output-driven projects – for which we were, by the way, certified a leading position compared to central European economical clusters. Since 1999 we have called 254 co-operation and technology projects into life. Content-wise, the focus is on modern power train concepts, electronics, lightweight construction, vehicle safety, the interior, bodywork and new technologies. The economical potential lies at more than 2, 5 billion Euros of additional turnover and will create over 4,300 new jobs by 2013. To increase the quality and velocity of developments ever further, the managers of the OEMs and First Tiers provide an insight into the development road maps in the AMZ lounges. The series AMZ-campus introduces the service portfolio of universities and institutions to the industry’s representatives. We are opening doors to new markets with the AMZ-country specials, supplier forums and workshops as well as the already traditional “Sächsischen Abend” in Poland (anual meeting). We also accompany Saxony’s medium-sized businesses through the strategic development of staff. A guarantor for the successful work is the service package of our service provider, the RKW Sachsen GmbH, who offers complex consulting and qualification services for the medium-sized businesses.

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In wirtschaftlich herausfordernden Zeiten zeigt sich, ob eine Strategie Bestand hat oder nur bei „schönem Wetter“ taugt. Bei der Gründung von AMZ vor zehn Jahren durch den Freistaat Sachsen stand die Überlegung Pate, die zumeist kleinen sächsischen Zulieferer auf Dauer in der automobilen Wertschöpfungskette zu etablieren und ihre Präsenz sozusagen von der Idee zum SOP, zum Serienstart, zu sichern. „Der Weg dazu hieß und heißt nach wie vor Innovation. Mit Neuheiten in Produkt und Prozess behaupten die rund 750 Zulieferer, Entwicklungsunternehmen, Ausrüster und weiteren Dienstleister für die Automobilindustrie in Sachsen ihre Position im Wettbewerb. Wie viele andere auch müssen die etwa 60.000 Menschen beschäftigenden Betriebe mit Auftragsrückgängen und Umsatzeinbußen kämpfen. Die Situation ist ernst, aber sie führt nicht zu Panik oder Untergangsstimmung. Im Gegenteil. Die Unternehmen verstärken gerade jetzt ihre Entwicklungsarbeit. Sie nutzen die Zeit, neue Projekte aufzusetzen und bestehende voranzutreiben. Sie vervielfachen ihre Vertriebsaktivitäten, um Märkte zu sichern sowie neue zu erschließen. Und sie sind bestrebt, ihr Stammpersonal zu halten sowie mit Qualifizierung für den nächsten Aufschwung fit zu machen. Bei all diesen Aufgaben stehen wir den Zulieferern mit Rat und Tat zur Seite. Denn die Punkte Innovation, Märkte und Personal stehen nicht erst seit gestern auf unserer Agenda. Wir setzen weiter auf eine konkrete, ergebnisorientierte Projektarbeit – für die uns übrigens bei einem Vergleich mitteleuropäischer Wirtschaftscluster eine Spitzenposition attestiert wurde. Seit 1999 haben wir 254 Kooperationsund Technologieprojekte ins Leben gerufen. Inhaltlich konzentrieren sie sich auf zukunftsträchtige Themen wie moderne Antriebskonzepte, Elektronik, Leichtbau, Fahrzeugsicherheit, Interieur, Karosserie und neue Technologien. Aus den Projekten resultieren beträchtliche Umsatz- und Arbeitsplatzpotenziale: Die insgesamt beteiligten 988 Unternehmen – viele Firmen nutzten bereits mehrfach die Synergien von AMZ-Netzwerken – werden zusätzlich rund 2,5 Milliarden Euro Umsatz erwirtschaften. Das sind mehr als 20 Prozent der heute von der sächsischen Automobilindustrie erreichten Jahresleistung. Damit geht die Schaffung von über 4.300 neuen Arbeitsplätzen bis 2013 einher. Ein beträchtlicher Teil der prognostizierten Leistungen ist bereits erbracht. Beispiele für eine erfolgreiche AMZ-Netzwerkarbeit sind die Ansiedlung eines Herstellers für Airbag-Generatoren oder der Aufbau einer modernen Mehrlenker-Hinterachsmonta-

Dr. Claudia Scholta Projektmanagerin der Verbundinitiative Automobilzulieferer Sachsen (AMZ)

ge. Um Qualität und Geschwindigkeit von Entwicklungen weiter zu erhöhen, haben wir die AMZ-Lounges ins Leben gerufen. Manager führender Automobilhersteller und First-Tiers geben Einblicke in die Entwicklungs-Road-Maps der nächsten Jahre und Modellgenerationen. Damit entstehen Ansatzpunkte für neue Projekte. Ebenso unterstützen wir die Automobilzulieferer dabei, noch enger mit sächsischen Forschungseinrichtungen zusammenzuarbeiten. Die Reihe AMZ-Campus macht die Industrievertreter hautnah mit dem Leistungsspektrum von Hochschulen und Instituten bekannt. Mit AMZ-Länderspecials, Lieferantenforen und -workshops sowie dem bereits traditionellen „Sächsischen Abend“ in Polen öffnen wir Türen zu neuen Märkten. In der von uns mit initiierten sächsischen Fachkräfteinitiative ProfiSACHS begleiten wir den sächsischen Mittelstand bei der strategischen Personalentwicklung. Ein Garant für eine erfolgreiche Arbeit ist das Leistungspaket unseres Projektträgers, der RKW Sachsen GmbH. Mit den Kompetenzfeldern Managen, Beraten, Qualifizieren und Informieren bietet sie sowohl für unternehmensinterne als auch für unternehmensübergreifende Aufgaben komplexe Leistungen für den Mittelstand an. Gerade jetzt in der Krise helfen die Kenntnisse und Erfahrungen bei dem überlebenswichtigen Thema Liquiditätssicherung.“ Wirtschaftsspiegel

Foto: AMZ

A mentor from the idea to the SOP


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Automotive Sachsen – Jahr der Chancen Wer die Meldungen über die Automobilbranche verfolgt, ist geneigt, den Titel dieses Magazins „Das Jahr der Chancen“ eher für das berühmte Pfeifen im Wald zu halten. In der Tat geht die Wirtschaftskrise auch an den sächsischen Automobilherstellern und Zulieferern nicht vorbei. Die Branche ist gemessen am Umsatz der wichtigste Industriezweig in Sachsen. Im Jahr 2008 wurden rund zwölf Milliarden Euro erwirtschaftet, erklärt Sachsens Wirtschaftsminister Thomas Jurk. schwung. Unsere sächsischen Automobilfabriken zählen bundes- und europaweit zu den produktivsten und flexibelsten. Das stimmt mich zuversichtlich, dass der zu erwartende Abbau von Überkapazitäten nicht in Sachsen stattfinden wird. Das „Autoland Sachsen“ lebt nicht allein von den Werken der Hersteller VW, Porsche und BMW. Sein Rückgrat sind genauso die Zulieferer, Ausrüster und Dienstleister im Freistaat, die weltweit ihre Kunden beliefern. Von den rund 70.000 Arbeitsplätzen in der sächsischen Automobilindustrie sind zirka 60.000 in diesem Bereich angesiedelt. Thomas Jurk, sächsischer Wirtschaftsund Arbeitsminister

„Die meisten Unternehmen werden aus dieser Krise gestärkt hervorgehen. Sie werden das Jahr nutzen und den anstehenden technologischen Strukturwandel vollziehen. Als Wirtschafts- und Arbeitsminister bin ich gewissermaßen zum Optimismus verpflichtet, doch mein Vertrauen an die Innovationsfähigkeit, den Leistungswillen und die Leistungskraft der Automobilbauer in Sachsen hat handfeste Gründe. Die häufig nachteilige kleinteilige Unter nehmensstruktur ist in Krisenzeiten ein Vorteil, denn sie erhöht die Flexibilität und ermöglicht so kreative, der Einzelsituation angepasste Lösungen.

Der gute „Nebeneffekt“, wenn Zukunftstechnologien marktfähig werden: es entstehen neue Arbeitsplätze auch im Freistaat. Wir werden die Arbeitsplätze des 21. Jahrhunderts nicht unseren Konkurrenten in Übersee überlassen, sondern alles daran setzen, einer der führenden Exporteure zu werden.“

The economical and financial crisis has not passed the Saxon automotive manufacturers and their suppliers - who are accustomed to success - by unscathed. For years the industry, measured by turnover, is the most important industrial branch in Saxony. Even in the economically difficult year of 2008 around 12 billion Euros were generated. Most of the companies will emerge strengthened out of this crisis. They will make use of this year to accomplish the upcoming technological structural changes. My trust in the Saxon automotive manufacturers’ ability to innovate, their will of performance and efficiency has concrete reasons. Our Saxon automotive factories belong to the most productive and flexible ones nation- and Europe-wide. This fills me with confidence that the expected reduction of excess capacities will not take place in Saxony. The “Car State Saxony” is not solely dependant on the plants of the manufacturers VW, Porsche and BMW. Its backbone also consists of the Free State’s suppliers, equipment suppliers and service providers who deliver to their customers worldwide. Out of the approx. 70,000 jobs in Saxony’s automotive industry about 60.000 are located in this area. And there is another important reason for my confidence: Every sixth employer works in the area research and development. Those who want to take off after the crisis must now invest in research and development and in new machines and facilities. For the Car State Saxony this means investing in more fuel-efficient and environmentally friendlier vehicle technologies and above all find more efficient solutions for new drive systems. We will not leave any jobs of the 21st century to our competitors from overseas; we will do everything to become one of the leading exporters.

Foto: BMW Group, Portrait: SMWA

Die Bereitschaft der Unternehmen, sich um die Ausbildung der künftigen Fachkräfte zu kümmern und in die Qualifizierung von Mitarbeitern zu investieren, ist hier sehr hoch. Das sichert die notwendigen Fachkräfte für einen neuen Auf-

Ein weiterer wichtiger Grund für meine Zuversicht: Jeder sechste davon arbeitet in der Forschung und Entwicklung. Wer nach der Krise durchstarten will, muss jetzt investieren, in Forschung und Entwicklung, in neue Maschinen und Anlagen. Für das Autoland Sachsen sind das verbrauchsärmere, umweltfreundlichere Fahrzeugtechnologien, vor allem effizientere Lösungen für neue Antriebe. Ein Beispiel: Bei der immer bedeutsamer werdenden Batteriezellenherstellung „fährt“ eine in Sachsen ansässige Firma, die LiTec Batterie, im Spitzenfeld. Mit Daimler hat das Kamenzer Unternehmen einen Partner gefunden, mit dem die Entwicklung wohl bald in Produktion gehen kann.

Car State Saxony

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Visionen Wirklichkeit werden lassen rung dieser Aufgaben geben Verbünde den überwiegend kleinen und mittelständischen Unternehmen der Zulieferbranche wirksame Hilfestellungen – so auch MAHREG Automotive. Dieses Netzwerk, das 2000 auf Initiative des Vereins und mit Unterstützung von Bund und Land entstanden ist, konzentrierte sich ursprünglich auf die Magdeburg-Anhalt-HarzRegion. Heute engagieren sich neben den etwa 70 Vereinsmitgliedern weitere ein-

Um Ideen Form zu geben, haben sich schon 1999 Fertiger, Forscher und Dienstleister in dem Verein Sachsen-Anhalt Automotive e.V. zusammengeschlossen. Sie wollten die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Wirtschaft intensivieren und Innovationen fördern. Eine Zielsetzung, die angesichts der großen Aufgaben, vor denen die Automobilindustrie und deren Zulieferer stehen, nichts an Aktualität und Bedeutung verloren hat. Neue Systeme, neue Materialien und optimierte Verfahren werden das Auto der Zukunft kennzeichnen. Bei der Realisie-

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Wir haben die Chance, ein zukunftsfähiges ostdeutsches Automotive-Cluster zu entwickeln. Dr. Reiner Haseloff

hundert Firmen und Einrichtungen im Verbund und nutzen die vielfältigen Angebote zum Infor mationsaustausch und Wissenstransfer. Zahlreiche gemeinsame Forschungsaufgaben zur Entwicklung neuartiger Werkstoffkombinationen und innovativer Technologien wurden erfolgreich durchgeführt. Neben der Kunststoffverarbeitung, dem Sondermaschinenbau und der Elektronik zählen die Leichtmetallgießer zu den wirtschaftlichen Stär-

ken des Landes. Mit diesem Kompetenzfeld bringt sich Sachsen-Anhalt in den Automotiven Cluster Ostdeutschland (ACOD) ein. Firmen und Mitgliedern von MAHREG Automotive wurde die Themenführerschaft für die Kompetenzcluster „Aluminium - Legierungsentwicklung und innovative Gießver fahren“ sowie „Virtual Engineering“ über tragen. Der ACOD, in dem MAHREG Automotive von Beginn an aktiv mitarbeitet, bietet den Rahmen für eine noch bessere Kooperation der länderbezogenen Zuliefernetzwerke sowie eine intensivere Zusammenarbeit der KMU mit den OEM. Nur wenn die Zulieferer frühzeitig informiert werden zu Entwicklungstrends der Automobilindustrie sowie deren aktuellen Anforderungen, können die überwiegend kleinen, flexiblen, innovativen Fertiger, Forscher und Dienstleister in den Entwicklungsprozessen beteiligt werden, können sie ihre Marktposition behaupten und ausbauen. Mit der Innovationsstrategie MAHREG Automotive 2020 hat das Wirtschaftsspiegel

Foto Portrait: MW Sachsen-Anhalt / Foto oben: ZB-FUNKREGIO OST/Jens Wolf/lah

n Sachsen-Anhalt gibt es in verschiedenen Branchen rund 250 Unternehmen mit mehr als 18.000 Beschäftigten, die Teile für den Automobilsektor herstellen. Den größten Teil haben mit 41 Prozent Unternehmen, die Metallteile und -komponenten anbieten. Es folgen Hersteller von Chemie- und Kunststofferzeugnissen (29 Prozent). Kernkompetenzen der heimischen Zulieferer sind unter anderem Leichtmetallguss für Motor, Antriebsstrang und Fahrwerk, Hochleistungsverbundwerkstoffe und Kunststofftechnik für Karosserie, Motorbereich und Innenraum sowie komplette Baugruppen wie Nockenwellen, Getriebe und Achsen.


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Netzwerk seinen mitwirkenden Unternehmen einen Leitfaden vorgegeben, der sich an den Visionen des Autos des 21. Jahrhunderts orientiert. Die sachsen-anhaltischen Zulieferer und ihre Partner werden ihre Potenziale fokussieren auf die Entwicklung und Fer tigung von noch leichteren Werkstoffen und hochbelastbaren Komponenten sowie von alternativen Antriebslösungen. Auch in Zukunft soll gelten: in jedem Fahrzeug steckt ein Stück Sachsen-Anhalt drin. Solche Konzepte für den automobilen Leichtbau standen auch im Mittelpunkt des 8. Innovationsforums des Netzwerkes MAHREG Automotive, das Anfang November 2008 zum Thema „Leichter für die Umwelt und für nachhaltige Mobilität" in Lutherstadt Wittenberg stattfand. „Gerade in schwierigen Zeiten ist das Streben nach innovativen Produkten und Dienstleistungen die Grundlage für wirtschaftlichen Erfolg. Eine besondere Chance der heimischen Automobilzulieferer liegt in der Entwicklung multifunktionaler Werkstoffe“, schätzte Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Dr. Reiner Haseloff auf dem Forum die Standort-Chancen ein. Derartige Werkstoffe mit einstellbaren Eigenschaften seien wichtig für neuartige Leichtbaulösungen für ressourceneffiziente Fahrzeug- und Antriebskonzepte. Der Minister zeigte sich überzeugt, dass sich Automobil- und speziell Zulieferindustrie in den neuen Ländern zu Schlüsselbranchen des Verarbeitenden Gewerbes entwickeln werden. „Wir haben die Chance, ein zukunftsfähiges ostdeutsches Automotive-Cluster zu entwickeln. Gerade Sachsen-Anhalt profitiert dabei von der zentralen Lage.“ (rds/bo) !

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To let visions become reality

In Saxony-Anhalt there are around 250 companies in various sectors with more than 18.000 employees who manufacture components for the automotive sector. The largest part with 41 percent consists of companies who supply metal parts and components. After that manufacturers of chemical and polymer products follow with 29 percent. Core competences of the local suppliers, amongst other things, are aluminium alloy castings for the engine, power train and chassis, high performance composites and plastics technology for the bodywork, engine area, the interior as well as complete assemblies such as camshafts, transmissions and axes. Already in 1999 manufacturers, researchers and service providers joined forces in the association Sachsen-Anhalt automotive e.V. to give the ideas shape. They wanted to intensify the cooperation between science and economy and promote innovations. An aim with regards to the large tasks the automotive industry and their suppliers are faced with, that has not lost its actuality and meaning. New systems, new materials and optimised procedures will mark the car of the future. By implementing these tasks the associations provide effective assistance for the supply sector’s mainly small and middle-

class companies – also the MAHREG Auto motive. This network that was formed on the initiative of the association and with support from the federation and state in the year 2000, focuses initially on the region Magdeburg-Anhalt-Harz. Today, besides the approx. 70 members, a further 100 companies and institutions in the association are dedicated and use the numerous offers for exchanging information and knowledge transfer. Besides polymer processing, special engineering and electronics, the aluminium alloy casters belong to the economical strengths of the state. With this field of competence Saxony-Anhalt plays a part in the automotive cluster Ostdeutschland (ACOD). Companies and members from the MAHREG Automotive were given the theme lead for the competence cluster “Aluminium alloy development and innovative casting process” as well as “virtual engineering”. With the innovation strategy MAHREG Automotive 2020, the network has dictated its guide, which orientates itself towards the visions for the car of the 21st century, to its active members. Saxony-Anhalt’s suppliers and their partners will focus their potential on development and production of even lighter materials and highly resilient components as well as alternative power train solutions.

www.mahreg.de

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Für die Mobilität der Zukunft Wie Kooperationen und stabile Netzwerke dazu beitragen, die Zukunft automotiver Mobilität auch in Sachsen-Anhalt aktiv mitzugestalten, davon weiß Dr.-Ing. Jürgen Ude von der MAHREG Automotive Vorstandsvorsitzender des Sachsen-Anhalt Automotive e.V. zu berichten.

Foto: MAHREG

„Kooperationen, Netzwerkaktivitäten oder sogar Clusterbeziehungen zwischen Wirtschaft und Wissenschaft sind ein gangbarer Weg, um vorhandene Ressourcen gemeinsam optimal zu nutzen und vor allem eine verbesserte technologische Innovationsfähigkeit zu garantieren. Das dies nicht nur im eigenen Land geschieht, zeigt das Beispiel des Automotive Cluster Ostdeutschland kurz ACOD. Hier hat sich MAHREG Automotive als Automobilzulieferinitiative des Landes Sachsen-Anhalt mit den automotiven Initiativen der neuen Bundesländer zusammengeschlossen, um ihre jeweiligen Unternehmen wettbewerbsfähiger zu machen und den technologischen Innovationsvorsprung im internationalen Wettbewerb zu sichern.

Dr.-Ing. Jürgen Ude MAHREG Automotive Vorstandsvorsitzender des Sachsen-Anhalt Automotive e.V.

Speziell für Sachsen-Anhalt hat sich der Schwerpunkt LEICHT mit Leichtbauwerkstoffen wie Aluminium, Magnesium, Kunststoff sowie Werkstoffkombinationen als Stärke mit einem gewissen Alleinstel-

lungsmerkmal herauskristallisiert. Im Rahmen des innovativen regionalen Wachstumskerns AL-CAST erfolgte die erfolgreiche Profilierung, die ausschlaggebend dafür war, dass Sachsen-Anhalt innerhalb des ACOD die Themenführerschaft für den Bereich Aluminium zugesprochen wurde. Im Bereich Aluminium ist Sachsen-Anhalt der Verantwortliche für die neuen Bundesländer. Wir nehmen diese Aufgabe sehr ernst und unsere zukünftigen Entwicklungen werden sich dahingehend orientieren, ein automotivnahes, unternehmensgetragenes Forschungs- und Entwicklungszentrum sozusagen ein gemeinsames Haus der Zulieferer mit zwei Standorten zu installieren. Unter dem Dach der AutoMobilität wird das IKAM (Institut für Kompeptenz in AutoMobilität) die Otto-von-Guericke Universität den Bereich Forschung abdecken und das Thema Entwicklung im Innovations- und Gründerzentrum Magdeburg

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Foto: BMW AG

For the mobility of the future

(IGZ) angesiedelt sein. In der Forschung und Entwicklung sehe ich die einzige und große Chance, auch die aktuelle Krise zu überwinden und mithalten zu können, wenn die wirtschaftliche Talfahrt beendet ist. Gerade in der heutigen Zeit ist es wichtiger denn je den Bereich F&E intensivst zu verstärken, die Zukunft von morgen kreativ mitzugestalten und neue innovative Maßstäbe zu setzen. Was übrigens ganz dem Jahres-Motto der Europäischen Union entspräche, welche das Jahr 2009 zum Europäischen Jahr der Kreativität und Innovation erklärt hat. Damit soll die herausragende Bedeutung geistigen Schaffens für die Zukunftsfähigkeit Europas deutlich gemacht werden.“ (rds)

Co-operations, network activities or even cluster relations between economy and science are a viable way to mutually best use existing resources and above all to guarantee improved technological innovation skills. The example of the automotive cluster Ostdeutschland, in short ACOD, shows that this does not only happen in our own country.

crystallised itself as a strength with a certain unique characteristic. Within the innovative regional growth centre AL-CAST followed the successful profiling that was crucial for Saxony-Anhalt to receive the lead for the subject aluminium within the ACOD. In the area aluminium Saxony-Anhalt is responsible for the new German federal states.

The MAHREG Automotive as an automotive supplier initiative of the State Saxony-Anhalt has joined forces with the automotive initiatives of the new German federal states in order to make the respective companies more competitive and to secure the technological innovative advantage in international competition. Especially for SaxonyAnhalt, the main focus put on LEICHT (light) with light-weight construction materials such as aluminium, magnesium, plastics and a combination of materials has

We take these tasks very seriously and our future developments will be orientated towards installing a research and development centre, a so-called shared house of suppliers with two locations that is close to the automotive sector and is supported by the companies.

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Virtuelle Technologien eröffnen Unternehmen neue Möglichkeiten. Die Fachtagung »Digital Engineering zum Planen, Testen und Betreiben« zeigt dies für die Automobilindustrie und den Maschinenbau.

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Leistungsfähige Partner des Mittelstands

Foto: Sachsen-Anhalt

In diesen Monaten scheint es, als sei der Automobilbau ein Geschäft ohne Zukunft. Gerade die Autobauer und ihre Zulieferer bekommen die Krise am heftigsten zu spüren. Das spürt man auch in Sachsen-Anhalt, erklärt Wirtschaftsminister Dr. Reiner Haseloff:

Dr. Reiner Haseloff Minister für Wirtschaft und Arbeit

„Die Tagessorgen dürfen allerdings nicht den Blick verstellen, dass der Autobau nur dort Zukunft hat, wo schon heute ein Umdenken und Umsteuern eingesetzt hat. Die meist verkauften Autos der Zukunft werden viel Leistung mit geringerem Energieeinsatz garantieren. Sie werden sicherer sein als die heutigen Autos, und sie werden nicht mehr vom Ruf als größte Umweltverschmutzer verfolgt werden. Leichtbau, alternative Antriebsenergien, neue Werkstoffe prägen das Auto mit Zukunft. Diese Zukunft wird „im Labor“ vorbereitet, in vielen Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen. Eines dieser Forschungszentren wird in Sachsen-Anhalt entstehen. Landesregierung und Industrie erwarten natürlich, dass es nicht eines unter vielen bleibt, sondern eines der Besten. Mit dem neu zu gründenden „Institut für Kompetenz und Automobilität“ (IKAM), das an der Ottovon-Guericke-Universität Magdeburg und

am Innovations- und Gründerzentrum Magdeburg Barleben angesiedelt sein wird, soll das Fundament für eine künftig noch besser aufgestellte Zulieferindustrie gegossen werden. Wesentliche Schwerpunkte der Arbeit des Instituts werden sein: Leichtbau für den Automobilbau mit neuen Werkstoffen und innovativen Verfahren Alternative Antriebssysteme Elektromobilität einschließlich Brennstoffzelle sowie Energiespeicher Einbeziehung anderer Branchen wie Maschinenbau, Chemie und Medizintechnik. Das Land Sachsen-Anhalt setzt für die Errichtung dieses Forschungsmittel Gelder aus dem Konjunkturpaket des Bundes ein. Es ist bestens angelegt, denn Forschung und Entwicklung sind die erfolgsträchtigste Chance, die aktuelle Krise zu überwinden und mithalten zu können, wenn die

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Talfahrt beendet ist. Das IKAM ist unser wichtigstes Innovationsprojekt im Norden Sachsen-Anhalts. Parallel dazu wird im Landessüden das Fraunhofer-Center für Silizium-Photovoltaik CSP ausgebaut. Es wird in enger Zusammenarbeit mit den Firmen im „Silicon Valley“ Wolfen-Thalheim die weltweit führende Stellung unserer Solarindustrie festigen helfen. Unter Federführung der Fraunhofer Gesellschaft und der InfraLeuna GmbH entsteht darüber hinaus das Chemisch-Biotechnologische Prozesszentrum CBP bei Leuna. Es soll die Überführung von Forschungsergebnisse in die Produktion beschleunigen und konzentriert sein Wirken vor allem auf den Ersatz von Mineralöl in Produkten wie Kunststoffe, Lacke, Waschmittel, Klebstoffe oder Kosmetik. Damit stellt sich Sachsen-Anhalt in der Forschungslandschaft neu und stärker als je zuvor aufgestellt. Die wichtigsten industriellen Branchen verfügen nach Fertigstellung dieser Forschungs- und Entwicklungsstellen über leistungsstarke Partner, wie sie vor allem die mittelständischen Firmen in Sachsen-Anhalt brauchen, um sich auf dem Weltmarkt zu behaupten.“ !

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Capable partners of the small and medium-sized businesses In these months it seems as if the automotive production is a business without future. Especially the car manufacturers and their suppliers are affected most by the crisis. We can also feel it in Saxony-Anhalt. The daily worries however must not distort the view that the manufacture of cars only has a future where rethinking and rerouting has already taken place. The cars that will sell most in the future will guarantee a lot of efficiency with less use of energy. They will be safer than today’s cars and they will not be haunted by the reputation of being the largest environmental polluters. Lightweight construction, alternative operating power and new materials characterise the car with future. This future is prepared in the “lab” in many research and development institutes of which one will be constructed in Saxony-Anhalt. Of course the federal government and industry expect that it will not remain one amongst many but it will become one of the best. With the “Institute for

Competence and Car Mobility (IKAM) that is still to be founded and is to be located at the Otto-von-Guericke-University in Magdeburg and at the Innovation and Incubation Centre Madgeburg Barleben is, in future, to become the foundation for an improved constructed supplier industry. The essential main focus on the institute’s tasks will be: light-weight construction for automotive engineering with new materials and innovative procedures alternative drive systems electric mobility including fuel cell and energy storage Inclusion of other sectors such as mechanical engineering, chemistry and medical technology The State Saxony-Anhalt will use funds from the federal stimulus package to form these means of research. It is a good investment as research and development are the opportunities most likely to be successful, to overcome the crisis and to keep up the pace when the downward trend has ended.

www.sachsen-anhalt.de

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Dow Automotive eröffnet Werk Eine neue, modernsten Ansprüchen genügende Anlage der Dow Automotive wurde am 17. Juni in Schkopau in Betrieb genommen. Automatisierte Produktionsabläufe, ein 9.000 Quadratmeter großes Warenlager und effiziente Logistikeinrichtungen werden von 180 neuen Mitarbeitern gesteuert. „Die Investition von Dow Automotive hier in Schkopau unterstreicht die Wichtigkeit des Standortes Mitteldeutschland für Dow - als Brücke zu den wachsenden Märkten in Osteuropa und mit direkter Anbindung zu führenden Automobilherstellern und Zulieferern in dieser Region“, sagte Rudolf Lamm, Geschäftsführer der Dow Olefinverbund GmbH. Verringerte Emissionswerte und damit einhergehender ver ringerter Kraftstoffverbrauch sind maßgebliche Faktoren, die an zukünftige Fahrzeuge gestellt werden. Durch das technische Know-how von Dow Automotive werde genau das erfüllt. Als weltweit einziges Unternehmen, das sowohl hochleistungsfähige Kunststoffe und Schäume, als auch

Frank Bannert, Landrat Saalekreis; Peter Sykes, Präsident Dow Automotive; Susanne Schimkat, Anlagenfahrerin Dow Automotive und Dr. Reiner Haseloff, Wirtschaftsminister Klebstoffe für den Automobilbau anbietet, schafft es das Unternehmen, unterschiedliche Werkstof fe miteinander zu verbinden. Dadurch können beispielsweise Verbindungen zwischen Kunststoffen und Metallen erzeugt werden, die man mittels mechanischer Fügetechnologie nicht erreichen würde. Dadurch wird das Gewicht verringert und letztlich zur Schonung der Umwelt beigetragen. Auch das Unfallverhalten von Autos wird durch das so genannte „strukturelle Kleben“ verbessert. Komplette Karosserieteile, sogar Autoscheiben werden so verklebt, dass beim Zusam-

menprall die Insassen besser geschützt werden, als bisher. Spezialklebstoffe sind im Schkopauer Werk allerdings nur ein Produkt. Dow Automotive hat auch eine Forschungsanlage zur Produktion von Dieselpartikelfiltern installiert. 23 Mitarbeiter sorgen für wertvolle Testergebnisse. Eine neue Struktur des Filters soll die Motorleistung verbessern. Außerdem wird auch hier wieder Gewicht eingespart, was den Prinzipien der Nachhaltigkeit des Unternehmens Rechnung trägt. (rw) !

www.dow.com

Kontakt WTZ Roßlau gGmbH Karl-Liebknecht-Str. 38 D-06862 Dessau-Roßlau Tel.: +49 (0) 34901 - 883 0 Fax: +49 (0) 34901 - 883-120 E-Mail: info@wtz.de Internet: www.wtz.de

WTZ Roßlau konzentriert seine Kräfte So etwa soll es im Spätsommer aussehen, wenn es heißt, das WTZ Roßlau arbeitet nur noch an einem Standort. Neue Hallen für die Motorenforschung und wissenschaftliche Labore sowie ein Funktionsgebäude schaffen die Voraussetzungen für ein noch effektiveres Arbeiten gemäß dem Leitgedanken des WTZ „Von der Idee ... bis zur Anwendungsreife“ – alles an einem Platz. Zu den Kernkompetenzen des Unternehmens gehören Forschungsarbeiten zu schadstoffarmen Motoren, flüssigen, gasförmigen und alternativen Kraftstoffen Wirtschaftsspiegel

und die Optimierung von Diesel- und Gasmotoren. Aber auch Dienstleistungen wie Tests auf Motorenprüfständen, FEMBerechnungen, CAD-Konstruktionen, Untersuchungen metallischer Werkstoffe, statische und dynamische Bauteilprüfungen, Geräusch- und Schwingungsanalysen oder die mechanische Fertigung von Kleinserien und Musterbauten sowie Schadensfallanalysen und Schadensfrüherkennungen sind Bestandteil des Leistungsangebotes. Ein interdisziplinäres Team von 65 Mitarbeitern steht Industrie-

kunden, Einrichtungen der öffentlichen Hand sowie Wirtschafts- und Forschungsvereinigungen mit innovativem Knowhow und moderner Ausstattung zur Verfügung. Einen wichtigen Platz in der Unternehmensphilosophie nimmt die Förderung des wissenschaftlich-technischen Nachwuchses ein. Bis auf 75 Mitarbeiter soll die Beschäftigtenzahl mittelfristig aufgestockt werden. So trägt das WTZ zur Sicherung und Schaffung von hochqualifizierten Arbeitsplätzen in der Region bei. Seit 1950 gibt es das WissenschaftlichTechnische Zentrum (WTZ) für Motorenund Maschinenforschung in Roßlau. Verlagssonderveröffentlichung

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chon mehr als 500 neue Arbeitsplätze haben die Industriepartner im Netzwerk automotive-mv in den letzten zwei Jahren geschaffen, ein Netzwerk das als Mitglied im Automotive Cluster Ostdeutschland (ACOD) Mittelständlern in Mecklenburg-Vorpommern als Zulieferer der Automotive-Industrie etablieren will.

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Der „automotive-mv e.V.“ realisiert in mehrfacher Hinsicht Spitzenleistungen. Zum Beispiel wurde die Webasto AG mit dem Produktionswerk Neubrandenburg mehrfach als einer der „Top 50 Besten Arbeitgeber Deutschlands“ ausgezeichnet. 2008 wurde das Webasto-Werk in Neubrandenburg Sieger eines Wettbewerbs des Bundesarbeitsministeriums im Bereich „Beschäf tigung gestalten – Unternehmer zeigen Verantwortung“. Der Preis in der Kategorie „Neue Chancen durch Zusammenarbeit und Kooperation“ steht auch für das Engagement des Unternehmens im Automobilzulieferernetzwerk automotive-mv. Die TRW Airbag Systems GmbH mit dem Produktionswerk Laage erhielt mehrfach den Qualitätspreis „IQNet Business Excellence Class“ in Gold als Bestätigung für ein international herausragendes Unternehmen. 48

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Diese internationale Spitzenklasse charakterisiert die Potenziale am Standort Mecklenburg-Vorpommern und macht diesen für Kunden und Investoren gleichermaßen interessant. Sicher, Autos sind hier nie in Serie gebaut worden, ein Autoland ist MecklenburgVorpommern dennoch, glaubt Dr. Andreas Dikow. Der Maschinenbauingenieur und promovierte Betriebswirt ist im Eh-

An fast allen Produktionsstandorten in Mecklenburg-Vorpommern wurden Kapazitäten erweitert. Dr. Andreas Dikow Vorstandsmitglied automotive-mv e.V.

renamt Geschäftsführendes Vorstandsmitglied im Netzwerk der Automobilzulieferer automotive-mv e.V.: „Das ist ein leistungsfähiges und dynamisch wachsendes Automobilzulieferernetzwerk mit dem Ziel der Entwicklung und Ver marktung von innovativen Produkten und Technologien in der Automobilindustrie.“ Mitte 2006 starteten die Zulieferer in Mecklenburg-Vorpommern die Professionalisierung der Netzwerkarbeit mit haupt-

amtlichen Mitarbeitern und einer engen Kooperation mit dem REFA Landesverband Mecklenburg-Vorpommern. Unternehmen im gesamten Land sowie Wissenschaftler und Dienstleister sind die Netzwerkpartner. Es hätte kaum zu einem besseren Zeitpunkt starten können, ist Dikow überzeugt: „An fast allen Produktionsstandorten in Mecklenburg-Vorpommern wurden Kapazitäten erweitert. Investiert wurde in Produktionstechnik, Logistik und Informationsmanagement ...“ Etwa einhundert Firmen mit insgesamt 5.000 Mitarbeitern und einem Umsatz von etwa 1,3 Milliarden Euro sind im Land für die nationale und internationale Automobilindustrie tätig. Einige davon liefern direkt an die Automobilhersteller, die so genannten OEM´s. Andere sind spezialisierte Mittelständler mit international geschätzten Nischenprodukten und spezifischen Dienstleistungen in der Wertschöpfungskette der Automobilindustrie. In der Netzwerkkooperation beteiligen sich aktuell mehr als 34 Unternehmen mit 3.700 Mitarbeitern in verschiedenen Projekten. 18 Wirtschaftsspiegel

Foto Portrait: automotive-mv / Foto oben: Porsche

Sichere und komfortable Mobilität


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Mecklenburg-Vorpommern

Unternehmen unterstützen als aktive Vereinsmitglieder des automotive-mv e.V. in besonderer Weise die langfristige Ausrichtung und sichern die organisatorische Basis zur Entwicklung der Netzwerkstrukturen.

Die etablierten Automobilzulieferer sind als Netzwerkpartner prädestiniert, andere Unternehmen beim Einstieg in die Automobilindustrie zu unterstützen. Mit konkreten Unterstützungsprojekten werden die Unternehmen gezielt auf die spezifischen Anforderungen der Automobilindustrie vorbereitet und bei der Erarbeitung von Referenzen unterstützt. Gleichzeitig agieren die etablierten Unternehmen als „Türöffner“ für andere Zulieferer. „Wir wollen das Netzwerk zu einem KompeWirtschaftsspiegel

In the past 2 years, the industrial partners of the network automotive-mv already created more than 500 new jobs, a network that - as a member of the Automotive Cluster Ostdeutschland (ACOD) - wants to establish middle-class companies as suppliers for Mecklenburg-Western Pomerania’s automotive industry.

tenzcenter für Forschung und Entwicklung sowie Produktion von innovativen Teilen, Baugruppen und Systemen für die Kfz-Industrie entwickeln“, sagt Dikow. Mecklenburg-Vorpommerns Regierung unterstützt die Partnerschaft voll und ganz. Für den Wirtschaftsminister von Mecklenburg-Vorpommern ist der 3. Automotive-Branchentag 2009 bei der TRW Airbag Systems GmbH in Laage ein Pflichttermin. Verspricht er sich doch einiges von der Zusammenarbeit und der jährliche Personalzuwachs von mehr als zehn Prozent rechtfertigt bisher die Erwar tungen. Die Automobilzuliefererindustrie in Mecklenburg-Vorpommern ist der Wirtschaftsfaktor mit der höchsten Entwicklungsdynamik. Um diese Dynamik zu erhalten und gegebenenfalls auszubauen ist die Bereitstellung von qualifiziertem Personal einer der strategischen Erfolgsfaktoren. Hierfür erhalten die Unternehmen unter anderem Unterstützung im Bereich der branchenbezogenen Mitarbeiterqualifizierung und Personalentwicklung sowie der Sicherung der branchenspezifischen Lieferantenfähigkeit inklusive notwendiger Qualitätsstandards. Neben der Realisierung von Fachtagungen, Seminaren und Coachingprojekten wird dies insbesondere durch Erfahrungstransfers verbunden mit Best Practice praxis- und umsetzungsorientiert organisiert. An diesen vom Wirtschaftsministerium des Landes unterstützten Projekten beteiligten sich in den zurückliegenden 17 Monaten zirka 1.700 Fachleute aus über 20 Unternehmen der Automobilzuliefererindustrie in Mecklenburg-Vorpommern. Darüber hinaus laufen Kooperationsprojekte für neue Technologien und Produkte zur Sicherung von Wertschöpfung, Produktivität und Flexibilität. Das NEMOProjekt und die Unterstützung der Landesregierung ermöglichen die Teilnahme an Lieferantenpräsentationen bei OEM´s sowie die Präsenz auf internationalen Messen. (df) !

www.mecklenburg-vorpommern.de

This international top class characterises the potentials at the location MecklenburgWestern Pomerania and makes it interesting for both customers and investors. Sure, vehicles were never built in series here; however Dr. Andreas Dikow believes that Meck lenburg-Western Pomerania is nevertheless a car state. The mechanical engineer and graduated Master of Business Administration holds an honorary post as an executive board member of the automotive suppliers’ network automotive-mv e.V.: “It is a productive and dynamically growing automotive supplier network with the goal to develop and promote innovative products and technologies in the automotive industry.” In the middle of 2006 the suppliers in Mecklen burg-Western Pomerania started the professionalization of the network tasks with fulltime employees and close co-operation with the REFA regional association MecklenburgWestern Pomerania. Companies in the entire country as well as scientists and service providers are the network partners. Dikow is convinced that it could not have started at a better time. “At nearly all MecklenburgWestern Pomerania’s production locations, capacities have been expanded. Investments were made in production technologies, logistics, information management etc …”

Foto: Porsche AG

In Millionenstückzahl produziert etwa die TRW Airbag Systems in Rostock-Laage jährlich Airbaggasgeneratoren für Personenrückhaltesysteme und wird dabei durch leistungsfähige regionale Partner wie FlammPrecomp und EcoNautic Systems unterstützt. Die Gießerei Sakthi Germany Ueckermünde liefert Komponenten für Bremsensysteme, die Firma MGT Maschinen- und Gerätebau aus Neu Wokern gepanzerte Karosserieteile für die Sicherheit in Spezialfahrzeugen. Für ein weltweit gutes Klima im Automobil sorgen motorunabhängige Heizungssysteme und Klimaanlagen der Firmen Webasto und Spheros, ebenfalls unterstützt durch regionale Partner wie die Lang-Metallwarenproduktion, HADRIAN, Torgelower Metallwaren und DBW Metallwaren. Aus Neubrandenburg von der Firma SD Klaus Hirsch stammen Temperatursensoren und Teile für Cabrio-Dachverriegelungssysteme, und von der Firma ml&s aus Greifswald elektronische Steuerungseinheiten. Die Gummifabrik LUBECA, unter anderem Spezialist für hochtemperaturbeständigen Gummiformartikel aus Silikon, produziert im Werksneubau in Upahl jährlich 19 Millionen ABS-Halterungen und ist ebenso Ziel von Einkäufern aus vielen Ländern wie die Teterower-Kunststofftechnik. Präzision im Mikrometerbereich liefert Hydraulik Nord Fluidtechnik nicht nur für Einzelteile sondern für komplexe hydraulische Systeme. Abgerundet wird das Leistungsspektrum durch den Werkzeugbauer Mues, auf dessen Werkzeuge aus Neubrandenburg Produkte für alle deutschen OEM´s produziert werden und durch das Softwareentwicklungsbüro Part Master aus Rostock, dass nicht nur für Daimler Schnittstellen für den Produktdatenaustausch zwischen OEM und Zulieferer realisiert.

Safety in mobility

Around 100 companies in the state with 5.000 employees and a turnover of approx. 1, 3 billion Euros work for the national and international automotive industry. Some deliver directly to the automotive manufacturers, the so-called OEMs. Others are specialised middle-class companies with internationally valued niche products and specific services in the automotive industry’s supply chain. In the network co-operation, more than 34 companies with 3,700 employees participate in different projects. 18 companies as active group members of the automotive-mv e.V. support the long term alignment and secure the organisational base line for the development of network structures in an exceptional manner.

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Mecklenburg-Vorpommern

auch bei den Firmen, die im Nutzfahrzeug-Segment, insbesondere als Zulieferer arbeiten. Im Pkw-Zuliefererbereich liegt der Anteil bei fünf bis 25 Prozent. Es gibt einzelne Zulieferer, die durch die Abwrackprämie wieder an Produktion aufgenommen haben, die sogar eine Vollauslastung haben. An sieben Tagen in der Woche, dreischichtig, mit 100 Prozent. Aber je mehr man ein Zulieferer für den höherwertigen Pkw-Bereich ist, umso größer ist die Auswirkung der Krise. Im LkwBereich ist es zum Teil sogar sehr extrem.

Dr. Andreas Dikow, head of the automotive Mecklenburg-Western Pomerania, is well informed of the events in the automotive sector. He knows the background and facts and is continuously kept up to date on market changes by his members. The crisis has not passed Mecklenburg-Western Pomerania by, although the situation is differentiated. Regular surveys have shown that turnover in the automotive sector has made a nose dive of 5 to 50 percent in comparison to the year before. Whereas the 50 percent can be found with the pure automotive suppliers, therefore those who are 100 percent automotive orientated but also with companies that work in the sector commercial vehicles, especially as suppliers. In the sector car supply the rate lies at 5 to 25 percent. Due to the scrap bonus there are individual suppliers who have resumed production, even to full capacity – seven days a week with 3 shifts at 100 percent. But the more one is a supplier for the higher class car sector, the larger the impact of the crisis is. It is even partially very extreme in the truck sector. Basically the vehicle industry is very well organised with very tight supply obligations and short delivery times. But that only works as long as the plans are sensibly constructed and there is certain preplanning - from the utilisation by the end customer over the manufacturing companies to the suppliers. And all have the problem that due to plunging turnovers the financial reserves are on the verge of their constraints. No one can have a large stock without knowing if they can sell or not. The entire supply chain can wait long to receive a certain component due to restricted stock. There are many special materials in the vehicle area. Just think about rubber with its special mixture ratio which one cannot store for long. These mixtures are decayed after 6 to 7 months if they are not processed. Therefore one can only order when required. There are other high cost metals for which there are only 3 to 5 manufacturers worldwide. If nothing is called off then they will also not store material. In this respect we need again several days or weeks for the material to become available as the manufacturers are from overseas.

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Dr. Andreas Dikow

Lieferschwierigkeiten bei Ersatzteilen trotz Kurzarbeit und Entlassungen Dr. Andreas Dikow, Chef der automotive Mecklenburg-Vorpommern, ist über die Vorgänge in der Automobilbranche bestens informiert. Er kennt die Hintergründe und Fakten und wird von seinen Mitgliedern über Veränderungen auf dem Markt stets auf dem Laufenden gehalten. Wirtschaftsspiegel: Wie ist denn momentan die Automobilindustrie, einschließlich Zulieferindustrie, in Mecklenburg-Vorpommern derzeit aufgestellt? Dikow: Es gibt etwa 100 Unternehmen mit zirka 5000 Beschäftigten, die in der Automobilindustrie tätig sind. Und zwar alle in der Zulieferindustrie. Es gibt also kein Unternehmen in der Endmontage. Zumindest kein Hersteller von Pkw und bei den Trucks auch kein Hersteller von kompletten Fahrzeugen. All diese Unternehmen sind mittelständisch organisiert. Wobei ein Großteil der Zulieferer auch noch zunehmend andere Sparten bedient. Zum Beispiel Schienenfahrzeugbau oder klassischen Maschinenbau. Wirtschaftsspiegel: Wie schlägt sich denn in Ihrem Bundesland die Krise in den Unternehmen nieder? Dikow: Das geht auch nicht an uns vorüber, wobei die Lage differenziert ist. Regelmäßige Umfragen haben ergeben, dass die Umsätze im Automotiv-Segment im Vergleich zum Vorjahr zwischen fünf und 50 Prozent eingebrochen sind. Wobei die 50 Prozent bei den reinen Automobilzulieferern zu suchen sind, also denen die zu 100 Prozent automotivlastig sind aber

Wirtschaftsspiegel: Viele Vertriebspartner klagen derzeit, dass Sie nicht rechtzeitig beliefert werden, weil Zulieferer auf Kurzarbeit geschaltet haben oder ihre Mitarbeiter entlassen haben. Stimmt das so? Dikow: Ich glaube, das ist eine Kette. Im Grunde ist die Fahrzeugindustrie sehr gut organisiert. Mit sehr engen Lieferverpflichtungen und sehr kurzen Lieferzeiten. Das funktioniert aber nur so lange, wie die Planungen vernünftig aufgestellt sind und man eine gewisse Vorplanung hat. Diese ist für 2009 unheimlich schwer. Vom Vertrieb beim Endkunden über die Herstellungsbetriebe bis zum Zulieferer. Und alle haben das Problem, bei einbrechenden Umsätzen, dass die finanziellen Reserven an Grenzen stoßen. Es kann sich niemand einen großen Lagerbestand hinlegen, ohne zu wissen, ob er dann auch verkaufen kann. Die ganze Lieferkette kann wegen beschränkter Lagervorräte sehr lange dauern, bis man ein bestimmtes Bauteil bekommen kann. Ich glaube nicht, dass die Ursache in der Kurzarbeit liegt. Ich denke, die Ursache liegt in den fehlenden Verfügbarkeiten des Materials. Es gibt im Fahrzeugbereich sehr viele Spezialmaterialien. Wenn man nur mal an Kautschuk denkt, mit den speziellen Mischungsverhältnissen. Das kann man auch nicht lange hinlegen. Diese Mischungen verderben nach sechs bis sieben Monaten, wenn sie nicht verarbeitet werden. Also kann man diese nur bestellen, wenn man sie auch braucht. Oder es gibt hochwertige Metalle, für die es weltweit nur drei bis fünf Hersteller gibt. Wenn bei denen nicht abgerufen wird, wird auch sie sich nichts hinlegen. Insofern brauchen wir wieder, weil es Hersteller aus Übersee sind, mehrere Tage oder Wochen, bis das Material verfügbar ist. Das ist der Hauptgrund, warum die Effektivität verloren geht. Eben weil die Liquidität nicht ausreichend ist, um sich genügend Material auf Vorrat einzulagern. DAS GESPRÄCH FÜHRTE REDAKTEURIN DOREEEN FISCHER

Wirtschaftsspiegel

Foto: automotive MV

Supply difficulties


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Mecklenburg-Vorpommern

ein Fördermittelbudget von 155 Millionen Euro auch für die Automobilbranche bereit. Mit der Förderung der Verbundforschung zwischen Wissenschaft und Wirtschaft werden Partnerschaften und stabile Netzwerkstrukturen zwischen Wirtschaft und Wissenschaft aufgebaut.

International aufgestellt „Mecklenburg-Vorpommern verbinden viele Menschen mit einem attraktivem Urlaubsland und hochproduktiven Standort für landwirtschaftliche Produkte. Unser Land steht darüber hinaus für die traditionelle maritime Industrie mit den Wachstumsfeldern Offshore-Windkraft und Meerestechnik. Gesundheitswirtschaft und Medizintechnik sind zukunftsweisende Schlüsselpositionen für die wirtschaftliche Entwicklung. Hohen Stellenwert hat zudem die Automobilzulieferindustrie. Inzwischen sind in etwa einhundert Firmen im Land mit rund 5.000 Mitarbeitern für die nationale und internationale Automobilindustrie tätig. Sie erwirtschaften einen Umsatz von etwa 1,3 Milliarden Euro. Neben direkten Zulieferfirmen sind auch spezialisierte Klein- und mittelständische Unternehmen mit international geschätzten Nischenprodukten und spezifischen Dienstleistungen in der Wertschöpfungskette der Automobilindustrie vertreten. Die Branche ist bei uns Wirtschaftsfaktor mit hoher Entwicklungsdynamik. Um diese zu erhalten und auszubauen, ist die Bereitstellung von qualifiziertem Personal einer der strategischen Erfolgsfaktoren. Hier für erhalten die Unternehmen unter anderem Unterstützung im Bereich der branchenbezogenen Mitarbeiterqualifizierung und Personalentwicklung sowie der Sicherung der Lieferantenfähigkeit inklusive notwendiger Qualitätsstandards. Darüber hinaus sind Investitionen in Forschung, Entwicklung und Innovation unabdingbar für die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen. Um dieses Ziel zu erreichen stellt das Wirtschaftsministerium Wirtschaftsspiegel

Many people associate Mecklenburg-Wes tern Pomerania with an attractive holiday destination and with a highly productive location for agricultural products. Our state also stands for the traditional maritime industry with the fields of growth offshore wind power and marine technology. The health care management and medicinal technology are key positions of economical development.

Zu den großen in Mecklenburg-Vorpommern vertretenen internationalen Firmen gehören Unternehmen wie die Webasto AG, Werk Neubrandenburg, die Hydraulik Nord GmbH in Parchim, die FLAMMPRECOMP GmbH & Co.KG und die TRW Airbag Systems GmbH & Co. KG in Laage. Der am stärksten im Land vertretene Bereich im Rahmen der Automobilzulieferer ist die Fahrzeugelektronik und -elektrik: Firmen wie die Baltic Elektronik GmbH in Grevesmühlen und die Hanning Elektrowerke GmbH & Co. KG in Eggesin liefern Schlüsseltechnologien für den Fahrzeugbau. Weitere wichtige Unternehmen der Zulieferindustrie arbeiten in den Branchen Kunststoff- und Metallverarbeitung sowie Gusstechnik, wie zum Beispiel Teterower Kunststoffe GmbH & Co.KG, LUBECA Gummifabrik GmbH & Co. Mecklenburg KG, Lang Metallwarenproduktion Neubrandenburg GmbH und Sakthi Germany GmbH Ueckermünde. Der von der Automobilzulieferindustrie in Mecklenburg-Vorpommern gegründete Verein: ‚automotive m-v e.V.‘ war Voraussetzung, um Synergieeffekte zur Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit der Einzelunternehmen durch die Zusammenarbeit mit dem Automotive Cluster Ostdeutschland ACOD e.V. zu erreichen. Das Land Mecklenburg-Vorpommern unterstützt und befördert die Herausbildung dieser Netzwerkstrukturen. In Folge der Finanzmarktkrise und der sich zur Jahreswende 2008/2009 abrupt abschwächenden konjunkturellen Nachfrage steht die Zulieferbranche vor wachsenden Herausforderungen. Durch die Nutzung der vom Bund und Land bereitgestellten Instrumentarien soll den Unternehmen die Möglichkeit gegeben werden, aktiv an der Überwindung der Finanzund Wirtschaftskrise mitzuwirken. Krisenmanagement steht zurzeit im Mittelpunkt aller, die in Politik und Wirtschaft Verantwortung tragen. Gleichwohl: Wir dürfen uns von der Krise nicht vereinnahmen lassen. Wir müssen weiter daran arbeiten, unsere Unternehmen und die Wirtschaft im Land zukunftsfähig zu gestalten.“ !

www.wm.mv-regierung.de

Foto: WM Mecklenburg-Vorpommern

Jürgen Seidel, Minister für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus in MecklenburgVorpommern

Internationally in demand

The automotive industry also has a high status. Meanwhile around 100 companies in the state with approx. 5000 employees work for the national and international automotive industry. They generate a turnover of approx. 1, 3 billion Euros. Apart from the direct supplier companies there are also specialised small and middle-class enterprises with internationally valued niche products and specific services that are represented in the automotive industry’s supply chain. The Webasto AG, the Werk Neubrandenburg, the Hydraulik Nord GmbH in Parchim, the FLAMMPRECOMP GmbH & Co.KG and the TRW Airbag Systems GmbH & Co.KG in Laage belong to the large international companies that are represented in Meck lenburg-Western Pomerania. The strongest area in terms of automotive suppliers represented in the state is vehicle electronic and electric: companies such as the Baltic Elektronik GmbH in Grevesmühlen and the Hanning Elektrowerke GmbH & Co.KG in Egges supply key technologies for vehicle construction. Further important companies of the supply industry such as the Teterower Kunststoffe GmbH & Co.KG, LUBECA Gummifabrik GmbH & Co. Mecklenburg KG, Lang Metallwarenproduktion Neubrandenburg GmbH and Sakthi Germany GmbH Ueckermünde work in the sectors polymer and metal processing as well as in the sector casting technique. The club ‘automotive mv e.V.’ that was founded by MecklenburgWestern Pomerania’s automotive industry was an important prerequisite to achieve synergy effects for enhancing the competitiveness of the individual companies by working together with the Automotive Cluster Ostdeutschland ACOD e.V. Jürgen Seidel Mecklenburg-Western Pomerania’s Minister of Economics, Labour and Tourism

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Berlin / Brandenburg

Außenansicht des Volkswagen-Werks Kaluga in Russland

n Begleitung einer Unternehmerdelegation aus dem Netzwerk „automotive BerlinBrandenburg“ (aBB) besuchte Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck im Oktober 2008 die Region Kaluga in Russland. Hier, 150 Kilometer südwestlich von Moskau, wird sich bis 2012 ein Zentrum der Automobilindustrie entwickeln. Der VWKonzern errichtet seit 2006 ein Automobilwerk mit 3.500 Arbeitsplätzen. Ab 2010 sollen hier jährlich 150.000 Autos vom Band laufen. Andere OEMs bauen ebenfalls neue Standorte auf.

I

Ausländische Autohersteller und deren Zulieferer sind in Russland willkommen. Sie liefern moderne Technologien, Struktur- und Organisationsformen. Die russische Automobilindustrie steht am Beginn einer tiefgehenden Umgestaltung nach „westlichem“ Muster. Der erforderliche Struktur wandel bedingt die Entwicklung einer echten Zuliefererindustrie in Russland. Hier besteht Raum für nachhaltige Initiativen ausländischer Zulieferer sowie vielfältige Formen der Zusammenarbeit. Die Delegation aus der deutschen Hauptstadt-Region wurde vom Gouverneur des Kalugaer Gebiets, Anatoli Artamonow, 52

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empfangen, besichtigte das Trainingszentrum für Fachausbildung und das Werksgelände von VW und besuchte russische Firmen, die an Kooperationen mit ausländischen Unternehmen interessiert sind. Kontakte knüpfen, Kooperationsbasis finden, neue Standorte aufbauen. Das vorrangige Ziel der Reise war, möglichst vielen Unternehmen die Türen zum russischen Automotive-Markt zu öffnen und somit die Teilnahme an der rasanten Entwicklung zu ermöglichen.

Wir spüren es, man merkt es, man kann es fast anfassen: Wir sind in einer Region, der die Zukunft gehört. Matthias Platzeck, Ministerpräsident Land Brandenburg

Eine wichtige Voraussetzung dafür sind die traditionell guten Beziehungen und die enge Zusammenarbeit zwischen der deutschen und russischen Regierung und beiden Hauptstadtregionen. „Ein auf hoher politischer Ebene formuliertes Ziel wird dann für die Menschen erlebbar, wenn es mit Leben erfüllt wird. Dazu haben wir hier gute Voraussetzungen“, erläuterte Brandenburgs Ministerpräsident

Platzeck in Kaluga. „Wir spüren es, man merkt es, man kann es fast anfassen: Wir sind in einer Region, der die Zukunft gehört.“ Platzeck zeigte sich beeindruckt von der Entwicklung der russischen Automotive-Branche und sagte: „Da die Automobilindustrie in der Region Kaluga in den nächsten Jahren förmlich explodieren wird, kann es nicht schaden, sich mit Freunden und Partnern über Zuliefer- und Logistikfragen auszutauschen.“ Ein Thema, das sowohl die russischen als auch die deutschen Unternehmen begleitet, ist die Frage der Fachkräf te-Ausbildung in den nächsten zehn Jahren. Hier gäbe es vieles, was Deutsche und Russen gemeinsam tun können. Unterstützt durch die herausragende Arbeit Siegfried Eichners, der das Netzwerk automotive Berlin-Brandenburg vor Ort vertritt, kommt es nun darauf an, dass Brandenburgs Automobilzulieferer auf der Basis der Erkenntnisse, die sie gewonnen haben, ganz konkrete Ideen und Planungen entwickeln, wie sie in der Region Kaluga aktiv werden können. (rds) Wirtschaftsspiegel

Foto Portrait: SPD / Foto oben: Volkswagen Media Service

„Man kann es fast anfassen“


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Berlin / Brandenburg

Schlüsselposition Fachkräfte Ein Projekt für die Zukunft

Welcome in Russia

Kein Zweifel: Wo immer die AutomotiveBranche boomt, spielt die Fachkräfteausbildung eine besondere Rolle für Wachstum und Beschäftigung. Daher ist es nicht verwunderlich, dass neben den ZuliefererUnternehmen auch eine renommierte private Bildungsinstitution, das Zentrum Aus- und Weiterbildung Ludwigsfelde (ZAL), in der Wirtschaftsdelegation des Brandenburgischen Ministerpräsidenten vertreten war.

Die Fachkräfteausbildung muss mit der Produktion Schritt halten. In Kenntnis dieser Problematik hat sich die Regierung der Region Kaluga zur Einrichtung eines Trainings- und Ausbildungszentrums nach den Wünschen von VW verpflichtet und zur Ausbildung des Personals in diesem Zentrum. Dieses Engagement wird aus dem Haushalt der Region Kaluga finanziert. Die kostenlose Fachkräfte-Ausbildung wird auch Peugeot und Citroen gewährt. Bei einem Termin mit dem Direktor des Zentrums, Alexej Mikitin, bot sich der Delegation aus Berlin / Brandenburg die Gelegenheit zur Besichtigung der Einrichtung. Sie ist in drei Abteilungen gegliedert: die Automechanik-Abteilung, die IT-Abteilung und die Bildungs-Abteilung. Der Ausbau des Trainingszentrums begann im Januar 2007. Fast genau vor einem Jahr wurde das Zentrum feierlich eingeweiht. Heute entwickelt sich das Trainingszentrum parallel zur Entwicklung der Produktion im VW-Werk und ist derzeit mit einem Viertel seiner Kapazität ausgelastet. Geplant ist, das Ausbildungszentrum bis Jahr 2010 weiter auszubauen. Derzeit wird ein neues Laborgebäude errichtet, ausgestattet unter anderem mit Schweißanlagen, Robotern und digital gesteuerten Werkzeuganlagen. Das Ende der Bauarbeiten und die Eröffnung dieses neuen Blocks waren in diesem Frühjahr. Wirtschaftsspiegel

Matthias Kelm montiert in der Rosenbauer Feuerwehrtechnik GmbH in Luckenwalde die Hydrantenzuleitung für eine holländische Feuerwehr. Das österreichische Unternehmen, das derzeit 150 Mit arbeiter beschäftigt, baut seit 1997 Löschfahrzeuge für Kunden in Deutschland und der ganzen Welt. Seit vier Jahren verzeichnet es stetig steigende Umsätze, die nach Firmenangaben auch in diesem Jahr weiter steigen werden. Das für 2009 komplett ausgelastete Unternehmen will daher 24 neue Arbeitskräfte einstellen.

Im Laufe des vergangenen Jahres wurden über 1.200 Facharbeiter ausgebildet, 2009 sollen es doppelt so viele sein. Die Auszubildenden der Automechanik werden nach Abschluss ihrer Ausbildung hoch qualifizierte Spezialisten sein. Von dem Trainingszentrum werden künftig nicht nur die OEMs profitieren. Das Trainingszentrum nimmt zurzeit Auszubildende auf, die dem Anforderungsprofil von VW entsprechen. Es ist aus der Sicht der Regierung des Oblast Kaluga jedoch unerlässlich, über die spezifische Ausbildung für VW hinaus auch Berufsausbildungen anzubieten, die den Bedarf anderer OEMs abdecken. Denn sowohl die Automobilindustrie als auch ihre Zulieferer benötigen Arbeitskräfte, die über eine grundlegende Berufsausbildung verfügen. Diese Arbeitskräfte könnten dann, je nach Bedürfnissen der Unternehmen, auf spezifischen Gebieten weitergebildet werden. Die Regierung der Region Kaluga ist sich dieser Notwendigkeit bewusst. Denn das Trainingszentrum ist nicht nur für wenige Jahre errichtet worden, es ist ein nachhaltiges Projekt für die Zukunft. (rds) !

www.ac-bb.de

“People can only experience a formulated goal on a high political level when it is filled with life. For this we have good prerequisites here”, explained Brandenburg’s Minister President Matthias Platzeck in Kaluga. “We feel it, one notices it, and one can nearly touch it: We are in a region to which the future belongs. Platzeck was impressed by the development of the Russian automotive sector and said: “As the automotive industry in the region Kaluga will literally explode in the next coming years, it cannot do any harm to exchange supply and logistics questions with friends and partners.” Supported by the excellent work of Siegfried Eichner, who locally represents the network automotive Berlin-Brandenburg it now depends on Brandenburg’s automotive suppliers to develop concrete ideas and plans on how to beome active in the region Kaluga, based on their insights that they have won.

Foto: Bernd Settnik, ZB-FUNKREGIO OST

Reiner Rabe, Geschäftsführer und Eigentümer des ZAL, bescheinigte seinen russischen Gesprächspartnern auf Grund seiner Erfahrungen, dass man bei dieser dynamischen Entwicklung in der Region Kaluga, viel tun müsse, um genug qualifizierte Kräfte für die Betriebe aus- und weiterzubilden. Rabe weiter: „Das Entwicklungstempo wird häufig gehemmt durch den Mangel an Arbeits- und Fachkräften. Dieser Prozess darf nicht unterschätzt werden.“

Accompanied by an entrepreneur delegation from the network „automotive Berlin Brandenburg“ (aBB), Brandenburg’s Minister President Matthias Platzeck visited the region Kaluga in Russia in October 2008. Here, 150 kilometres south-west of Moscow, a centre for the automotive industry will develop by 2012. Foreign car manufacturers and their suppliers are welcome in Russia. They provide modern technologies and structural and organisational forms. The Russian automotive industry is at the beginning of a profound reformation following the “western” pattern. The delegation from the German capital’s region was received by the governor of the Kaluga area, Anatoli Artamonov, visited the training centre for specialised training and the factory premises of VW and also Russian companies who are interested in co-operations with foreign companies.

Without a doubt: Wherever the automotive sector is booming, the training of specialised staff plays an important role for growth and employment. Therefore it is not a surprise that apart from supplier companies also a well-known private educational institute – the “Zentrum für Aus- und Wei ter bildung Ludwigsfelde (ZAL) - the centre for training and further education in Lud wigsfelde - was represented in the business delegation.

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Berlin / Brandenburg

Netzwerk „automatives BerlinBrandenburg“ (aBB)

Kooperation als Marke

Cooperation as a trademark The automotive branch in Berlin-Brandenburg is a success story. And it is generally known that success always has many mothers and fathers. But according to Thomas Meißner, head of the Forschungs- und Anwendungsverbundes Verkehrssystemtechnik (FAV) of the TSB Innovationsagentur Berlin GmbH– the research and implementation group traffic systems engineering of the TSB innovation agency Berlin GmbH – this success would not be possible without constant promotion of cooperation models. While the FAV sees itself as a manager of competence fields for mobility technologies and jointly accompanies projects from the idea to the preparation for marketing with partners from science, research and industry, Meißner sees the strengths of the “automotive BerlinBrandenburg” (aBB) network clearly in its communication skills. The aBB bundles strengths and promotes identity. Berlin and Brandenburg have recognised their strengths in the field of the automotive sector and continuously improve them. The region has acquired special competences for example with powertrain and engine technologies as well as in the area of vehicle safety. However a lack of large production facilities remains. But instead of waiting for them, it is now important for networks such as the FAV and the aBB to bundle the strengths of the regional sectors as development and research orders of the large manufacturers are increasingly given to external service providers and the sector can generate additional turnover and jobs exactly with such orders. So that ideas and technologies “Made in Berlin and Brandenburg” can be brought to the maturity phase faster, the FAV acts as a project coordinator and supports the involved parties of the project through skilled attendance from the application for development funds to the assessment of future prospects.

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Während sich der FAV als Kompetenzfeldmanager für Mobilitätstechnologien sieht, der gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft, Forschung und Industrie Projekte von der Idee bis zur Vermarktungsvorbereitung begleitet, sieht Meißner die Stärken des „automatives BerlinBrandenburg“ (aBB)-Netzwerkes eindeutig in dessen Kommunikationsarbeit. „Inzwischen hat sich aBB als Marke etabliert, die das Gesicht einer ganzen Branche nach außen und innen verkörpert.“

Leiter FAV TSB Innovationsagentur Berlin

dende und identitätsstiftende Kraft des aBB. Das Netzwerk habe den Berliner und Brandenburger Unternehmen durch seine gezielte Netz- werkleistung eine Präsentationsplattform geboten, die sie selbst nicht oder nur zum Teil hätten „bespielen“ können. Durch Aktivitäten wie die Pressearbeit, das Webportal, die Imagefilme und andere Maßnahmen generiere aBB für seine Mitglieder geldwerte Vorteile. Die Erfahrung zeige aber, dass drei Jahre zu kurz seien, um ein Netzwerk auf eigene, sprich selbst finanzierte Beine zu stellen. Daher wäre es Meißner zufolge ein Rückschlag für die Innovationsstrategie der Region, wenn das Netzwerk keine Anschlussfinanzierung bekäme. Zudem müsse man auch außerhalb Berlins und Brandenburgs den Eindruck vermeiden, die Hauptstadt-Region wolle dieses wichtige Handlungsfeld nicht nachdrücklich weiterentwickeln.

die Region beispielsweise bei den Antriebs- und Motorentechniken sowie auf dem Gebiet der Fahrzeugsicherheit erworben. Dennoch fehle es nach wie vor an ganz großen Produktionswerken. Doch anstatt auf diese zu warten, gelte es gerade für Netzwerker wie FAV und aBB, die Stärken der regionalen Branche im Entwicklungs- und vorgelagerten Forschungsbereich zu bündeln, da F&E-Aufträge der großen Hersteller zunehmend an externe Dienstleister vergeben würden und die Branche genau aus solchen Aufträgen zusätzliche Umsätze und Arbeitsplätze generiere. „Würde es aBB nicht mehr geben, wäre das ein herber Rückschlag für uns.“ Um dauerhaft erfolgreich zu agieren, komme es gerade für klein- und mittelständische Unternehmen darauf an, sich stärker zu vernetzen. „Als Hersteller kleiner Komponenten bin ich auf dem Weltmarkt austauschbar. Wettbewerbsfähig sind Unternehmen, die sich miteinander vernetzen und komplexe Systemlösungen anbieten“, so Meißner. Hier brauche es auch in Zukunft die verbin-

FAV und aBB hätten nach Auffassung Meißners eine Interessenkonvergenz in der Frage, wie sie die Unternehmen der Automotive-Branche effektiv stärken können. Während sich der aBB auf eine nachhaltige Kooperation zwischen den Unternehmen konzentriere, stehe für den FAV die langfristige strategische Unterstützung innovativer Technologieprojekte im Vordergrund. „Hier ergänzen wir uns nicht nur optimal – das wollen wir künftig auch stärker miteinander verschmelzen“, so der FAV-Chef. So könnten künftig gezielte Forschungs- und Entwicklungsprojekte gemeinsam entwickelt und durchgeführt werden. Damit Ideen und Technologien „Made in Berlin und Brandenburg“ schneller zur Serienreife gebracht würden, fungiere der FAV als Projektkoordinator und unterstütze die Projektbeteiligten durch fachliche Begleitung von der Antragstellung für Förder mittel bis zur Beurteilung von Zukunftsaussichten. Um Letztere für die Branchenunternehmen zu verbessern, brauche es das gemeinsame Engagement von aBB und FAV. (rds)

aBB bündelt Kräfte und stiftet Identität Berlin und Brandenburg hätten ihre Stärken im Bereich der Automotive-Branche erkannt und nutzten sie zunehmend besser. Besondere Kompetenzen habe sich

Wettbewerbsfähig sind Unternehmen, die sich miteinander vernetzen. Thomas Meißner

Wirtschaftsspiegel

Foto Portrait: FAV / Foto oben: Volkswagen Media Service

Die Automobilbranche in Berlin-Brandenburg ist eine Erfolgsgeschichte. Und Erfolg hat bekanntlich immer viele Väter und Mütter. Doch nach Auffassung von Thomas Meißner, Leiter des Forschungs- und Anwendungsverbundes Verkehrssystemtechnik (FAV) der TSB Innovationsagentur Berlin GmbH, wäre dieser Erfolg ohne die stetige Förderung nachhaltiger Kooperationsmodelle nicht denkbar.


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Berlin / Brandenburg

To strengthen the policy of strengths The automotive branch in Brandenburg is currently also under pressure due to the international financial and structural crisis. This affects the producers as well as the suppliers. However the companies are confronting the situation offensively. That is – according to my judgement – exactly the right approach: not only to endure the storm but also to stand even better after it. Ulrich Junghanns, Minister für Wirtschaft des Landes Brandenburg In the past years, Brandenburg’s industry has developed immensely, also thanks to a conscious re-routing of the subsidies policy – away from the watering can to strengthening the policy of strengths. As the main focal branch it is firmly manifested with large companies as well as with the middle-sized structures of the region. The range of services reaches goes from the production of tires to special super structural parts for trucks to the complete production of vehicles. In addition to this come the logistics for equipment and original parts. With this range they are internationally competitive and the majority of companies are less susceptible to risk due to a wide circle of customers and respectively also consumers.

Politik der Stärken stärken

Die Branche hat sich in den vergangenen Jahren in Brandenburg auch dank des bewussten Umsteuerns in der Förderpolitik – weg von der Gießkanne, hin zur Politik des Stärken stärken – kräftig entwickelt. Als Schwerpunktbranche ist sie sowohl mit Großunternehmen als auch mit mittelständischen Strukturen in der Region fest verankert. Die Leistungspalette reicht von der Reifenfertigung über spezielle Lkw-Aufbauten bis zur kompletten Herstellung von Fahrzeugen. Hinzu kommt die Logistik für Zubehör und Originalteile. Mit dieser Palette ist sie international wettbewerbsfähig und die überwiegende Zahl der Unternehmen ist aufgrund eines breiten Kunden- und damit Abnehmerkreises

weniger krisenanfällig. Dabei zeigt sich, dass insbesondere jene Firmen, die in Forschung und Entwicklung investiert haben, besonders robust sind. Es ist auch Ansatz des Landes, Innovationen gezielt zu fördern. Das Netzwerk automotive Berlin Brandenburg (aBB) hat hier eine wesentliche Aufgabe, denn es unterstützt seine Mitgliedsunternehmen darin, neue Technologien schneller zu entwickeln und umzusetzen sowie im Verbund neue Produkte hervorzubringen. Das ist in der aktuellen Lage bedeutsamer denn je. Deshalb wird dem Netzwerk aBB noch in diesem Jahr eine Branchentransferstelle angegliedert, die sich speziell um projektorientierte Kooperationen der Unternehmen mit den wissenschaftlichen Einrichtungen der Region kümmert. Hiervon erwarte ich wichtige Impulse zur Stärkung der Automotive-Branche in der deutschen Hauptstadtregion Berlin Brandenburg. Damit wir die Talsohle so schnell wie möglich durchschreiten. Wir schaffen das. Daran habe ich keinen Zweifel.“ !

Sprinter-Produktion im Daimler-Werk Ludwigsfelde Wirtschaftsspiegel

It shows that especially those companies who invested in development and research are particularly robust. It is also the State’s approach to specifically promote innovations. The network automotive Berlin Bran denburg (aBB) has an essential task as it supports its member companies to develop and implement new technologies faster as well as to create new products within the network. In the current situation this is as important as ever.

www.brandenburg.de

Foto Portrait: GMD-Horn, Foto unten: Daimler

„Auch in Brandenburg steht die Automobilbranche aktuell aufgrund der internationalen Finanz- und Strukturkrise unter Druck. Das betrifft die Produzenten ebenso wie die Zulieferer. Doch die Unternehmen im Land stellen sich der Situation offensiv. Das ist nach meinem Ermessen genau der richtige Ansatz, um den Sturm nicht nur auszuhalten, sondern danach besser da zu stehen.

Therefore this year a branch liaison position will be incorporated within the aBB which is to specifically look after project-oriented cooperations of companies with scientific establishments of the region. I expect important impulses to strengthen the automotive industry in the German capital region Berlin Brandenburg so that we can march through this downward trend quickly. We will be successful. I have no doubts about that. Ulrich Junghans, Brandenburg’s Minister of Economics

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Berlin / Brandenburg

vorteil. Im erfolgreichen Netzwerk „automotive Berlin Brandenburg“ arbeiten rund 80 Mitglieder zusammen und vertreten die 200 Unternehmen mit mehr als 22.000 Beschäftigten. Das Netzwerk ist ein Aushängeschild für die Verkehrstechnik, für die Automobilindustrie in der Region und Motor für Innovationen geworden.

Flagship of the Region

A well-functioning network is also very important to overcome the current crisis. And it is the automotive industry that is currently in a most difficult position – world-wide. It requires the close coordination between the automobile groups and their suppliers to jointly react to the caving-in of demands. Especially in the crisis, the supply chain needs to run without any friction loss – without any additional costs. At the same time a joint effort is required to continue to expedite innovations – especially in the area of new drive technologies. The industry’s development is currently anything else but pleasing. After several years of growth in Berlin, the actual economic performance increased by 1, 6 % in 2008 and therefore grew stronger than anywhere else nationwide. But at the same time we in Berlin also see the continuous economic development in 2009 with concern, even though there are first signs that the trough has been reached. The crisis cannot be rationalised away. However the situation should not be seen as that grim. The automotive industry in the region Berlin-Brandenburg is basically well positioned and it needs strong suppliers – today and in future.

Harald Wolf, Senator für Wirtschaft, Technologie und Frauen in Berlin

Aushängeschild der Region „Die Industrie ist nach wie vor das Rückgrat der Berliner Wirtschaft. Insbesondere die Zulieferindustrie hat die Herausforderungen einer modernen, global orientierten Wirtschaft angenommen und sich im Wettbewerb hervorragend positioniert. Nicht zuletzt deshalb sind Automobilbauer, wenn schon nicht mit einem Werk, so doch zumindest als Kunde bei der hiesigen Zulieferindustrie vertreten. Ohne Netzwerke kann heute kein Unternehmen mehr erfolgreich sein. In einer komplexen Branche wie der Automobilindustrie, die aus einem differenzierten Geflecht von Herstellern, Zulieferern und Forschung besteht, ist eine effektive Kooperation der Unternehmen, aber auch zwischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen ein wichtiger Wettbewerbs-

Ein gut funktionierendes Netzwerk ist auch für die Bewältigung der gegenwärtigen Krisensituationen sehr wichtig. Und gerade die Automobilindustrie steckt derzeit weltweit in einer äußerst schwierigen Lage. Es bedarf nun einer engen Abstimmung zwischen den Automobilkonzernen und ihren Zulieferern, um gemeinsam auf die Nachfrageeinbrüche reagieren zu können. Gerade in der Krise muss die Wertschöpfungskette ohne Reibungsverluste ohne zusätzliche Kosten laufen. Gleichzeitig muss gemeinsam daran gearbeitet werden, weiter Innovationen – gerade im Bereich der neuer Antriebstechniken – voranzutreiben. Die Entwicklung der Industrie ist derzeit alles andere als erfreulich. Nach einer mehrjährigen Wachstumsphase in Berlin ist 2008 die reale Wirtschaftsleistung noch um 1,6 Prozent und damit stärker als bundesweit gestiegen. Gleichwohl sehen wir auch in Berlin die weitere wirtschaftliche Entwicklung im Jahr 2009 mit Sorge, obwohl erste Anzeichen dafür sprechen, dass die Talsohle erreicht ist. Die Krise lässt sich nicht wegdiskutieren. Dennoch sollte die Situation nicht zu düster gesehen werden. Die Automobilindustrie in der Region Berlin-Brandenburg ist im Grunde gut aufgestellt und sie braucht starke Zulieferer – heute und in Zukunft.“

!

www.berlin.de

Kjellberg Finsterwalde Elektroden und Maschinen GmbH fertigt und entwickelt Schweißund Plasmaschneidtechnik. Kunden sind unter anderem die Automobilindustrie und Maschinenbau.

Foto: picture - alliance / ZB

Without networks no company can be successful in today’s world. In such a complex branch as the automobile industry, which is made up of a sophisticated mesh of manufacturers, suppliers and research and effective cooperation of companies, but also between companies and research institutes are an important competitive advantage. In the successful network “automotive Berlin Brandenburg” approx. 80 members work together and represent the 200 companies with more than 22,000 employees. The network has become a flagship for traffic engineering, for the region’s automotive industry and also the engine for innovations.

Foto: Senat Berlin

The industry still remains the backbone of Berlin’s economy. Especially the supplier industry has accepted the challenges of a modern, globally oriented economy and has positioned itself excellently with regards to competitiveness. Not only due to this are car manufacturers represented in the local supply industry – if not with a factory, but at least as a customer.

Harald Wolf, Senator for Economics, Technologies and Women

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Berlin / Brandenburg

Stärken nutzen Ende April trafen sich Politiker und Wirtschaftsvertreter auf dem zweiten Kongress des Branchenverbandes ACOD. Herausgestellt wurden die klaren Kosten- und Produktvorteile der ostdeutschen Automobilindustrie gegenüber ihrer westdeutschen Schwester. Deshalb könnte sie die derzeitige Krise womöglich auch besser durchstehen. Hersteller stünden demnach in der Bewährung und sollten sich auf die Nutzung von Partnerschaftsmodellen besinnen. Somit setzten die Teilnehmer des zweiten ACOD-Kongresses ein positives Zeichen. Die bestanden aus Vertretern der Zulieferbetriebe, Hochschulen und Forschungseinrichtungen, Banken und Dienstleistern sowie den in Ostdeutschland ansässigen Automobilherstellern. Ihnen allen galten auch die Worte von VDA-Präsident Matthias Wissmann, der sagte, „Tradition und ständige Innovation ist in jedem Unternehmen Bedingung, um auch in einer Krise erfolgreich zu sein“. Besonders in Ostdeutschland sei einer Steigerung der Innovationskraft in der Automobilbranche notwendig. Der Anteil der ostdeutschen Aufwendungen im Bereich Forschung und Entwicklung liegt laut einer Statistik, die ACOD-Vorstandsvorsitzender Siegfried Bülow präsentierte, bei nur drei Prozent im Vergleich zum gesamten Land. Hier besteht dringend Aufholbedarf, sind schließlich laut VDA „Innovationen und Technologien Schlüsselfaktoren der Wettbewerbsfähigkeit unserer Industrie. Auch und vor allem in der Krise muss die Innovationsfähigkeit erhalten bleiben“. Sowohl Brandenburgs Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns als auch VDA-Geschäftsführer Klaus Bräunig verwiesen im Rahmen einer abschließenden Podiumsdiskussion noch einmal auf die Relevanz des ACOD. (rw) !

Klaus Bräuning, Siegfried Bülow und Dietmar Bacher Wirtschaftsspiegel

At the end of April politicians and business representatives met during the 2nd congress of the trade group ACOD. What became apparent was the clear cost and product advantage of the East German automotive industry compared to its West German sister. The ACOD´s managing director Dietmar Bacher saw “no need to panic”, but also did not provide the all-clear. In the previous years the personnel costs grew immensely whereas turnover experienced a decline. The Federal Minister for Transportation Wolfgang Tiefensee provided the start amongst the speakers. “We are trying to hold a shield over jobs and research”, he said and hence broached the issue of the economical crisis. The important “help for the economy” would come through the federal government’s stimulus package of 500 million Euros. At the same time he praised the automotive cluster for the East of Germany with regards to its role as a “good and clever contact”, that is required regarding the effectiveness of the stimulus package. The succeeding speaker at the congress in Ludwigsfelde was Brandenburg’s Minister President Matthias Platzeck, who, in front of the 150 participants, highlighted the strengths of the East, more precisely those of the State Brandenburg and the locally residing industry. He therefore looks into the future with an “optimistic basic attitude”.

www.acod.de

Foto: Frank Reichel

ACOD-Geschäftsführer Dietmar Bacher sah zumindest „keinen Anlass zur Panik“, gibt jedoch auch keine Entwarnung. In den letzten Jahren sind die Personalkosten stark angewachsen, während der Umsatz einen Rückgang erfuhr. Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee gab den Auftakt unter den Rednern. „Wir versuchen einen Schirm über Arbeitsplätze und Forschung zu halten“, sagte er und thematisierte damit die Wirtschaftskrise. Die wichtige „Hilfe für die Wirtschaft“ käme durch das 500 Millionen Euro schwere Konjunkturpaket der Bundesregierung. Gleichzeitig lobte er den Automotive Cluster für den Osten Deutschlands in Bezug auf seine Rolle als „guter und kluger Ansprechpartner“, denen es im Hinblick auf die Wirksamkeit des Konjunkturpaketes bedarf. Dabei ging Tiefensee vor allem auf die besondere Funktion der ostdeutschen Automobilindustrie ein. Sowohl die Produktvielfalt der Zulieferbetriebe, als auch die geringere Abhängigkeit vom Export sind in der Krisenzeit als Chance zu betrachten. Folgeredner auf dem Kongress in Ludwigsfelde war der brandenburgische Ministerpräsident Matthias Platzeck, der die Stärke des Ostens, genauer die des Landes Brandenburg und der dort angesiedelten Industrie vor den 150 Teilnehmern hervorhob. Auch der Geschäftsführer des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) Klaus Bräunig hält es für möglich, dass „Chancen für eine leichte Entspannung der Märkte im Laufe des Jahres bestehen“, und das selbst mit Blick auf die derzeitige Wirtschaftslage. Zulieferer und

Use the strengths

Hence the participants of the second ACOD congress, that consisted of representatives of the supplier companies, universities and research establishments, banks and service providers as well as the automotive manufacturers residing in East Germany gave a clear positive sign. The words of the president of the German Association of the Automotive Industry (VDA), Matthias Wissmann were directed to all, who said: tradition and constant innovation is a requirement for every company in order to be successful even in a crisis.” Especially in East Germany an increase of innovation strength in the automotive sector is necessary. The share of East German expenditures in the areas research and development lies – according to a statistic presented by the ACOD chairman Siegfried Bülow - only at three percent in comparison to the entire country. There is an urgent requirement to catch up.

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„Audi Design Wettbewerb SPORE - Audi 2025“: Durch sein Design ist er für längere Strecken geeignet. Kleine Propeller sorgen für zusätzliche Energie für den emissionsfreien Elektromotor, der sich im hinteren Teil des Rumpfes befindet.

Deutschland soll Leitmarkt werden

E

Um das zu erreichen, wird die Bundesregierung die Kräfte von Wirtschaft, Wissenschaft und Politik weiter bündeln und einen Katalog von Maßnahmen ergreifen, der von der Förderung der Batterieforschung bis hin zu Anreizen für die Markteinführung reicht. Damit soll Deutschland in den kommenden zehn Jahren zum Leitmarkt für Elektromobilität werden. Das stärkt die internationale Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands und fördert zugleich den Klimaschutz. Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee sagte dazu: „Autos, die ausschließlich mit fossilen Energiequellen fahren, sind langfristig Auslaufmodelle. Elektrofahrzeugen mit Batterie und Brennstoffzelle gehört die Zukunft. Hier liegt das größte Potenzial für eine langfristige Verringerung von C02Emissionen. Elektromobilität ist aber auch ein zentrales Element auf unserem Weg ‚weg vom Öl‘. Mit Elektroautos verringern 58

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wir die Belastung von Städten und Ballungsräumen mit Schadstoffen, Feinstaub und Lärm und steigern damit die Lebensqualität der Menschen. Mein Ziel ist es, mit der Elektromobilität einer neuen Mobilitätskultur und einer modernen Stadtund Raumplanung zum Durchbruch zu verhelfen. Das ist für mich moderne, ökologisch orientierte und sozial verantwortliche Infrastruktur- und Verkehrspolitik.“ Leistungsfähige, bezahlbare und sichere

Elektrofahrzeugen mit Batterie und Brennstoffzelle gehört die Zukunft. Wolfgang Tiefensee, Bundesverkehrsminister

Batteriesysteme sind eine wesentliche Voraussetzung für die breite Markteinführung. Die Elektrifizierung des Antriebsstrangs erfordert effiziente Fahrzeugkonzepte sowie neue Komponenten für das Management von Energie und Leistung. Für die Einbindung von Batterien als Netzspeicher werden zudem intelligente Schnittstellen auf der Basis von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) benötigt, die angepasst an Netz-

auslastung, Nutzerverhalten und Tarife die Be- und Entladung steuern. Bei Energiespeichern, Fahrzeugtechnik und Netzintegration sind daher noch beträchtliche Forschungs- und Entwicklungsanstrengungen erforderlich. Auch bei Nor mung und Standardisierung, Ordnungs- recht, Recycling sowie Aus- und Weiterbildung besteht Handlungsbedarf. „Die Automobilindustrie befindet sich an einem Wendepunkt. Die weltweite Klimaund Ressourcenkrise verlangt nach effizienten, sparsamen Fahrzeugen. Deshalb müssen wir jetzt die gegenwärtige Absatzkrise der Automobilwirtschaft nutzen, um neue Produkte zu entwickeln. Ich denke hier vor allem an das Elektroauto und den Plug-In-Hybrid. Das Herzstück eines Elektrofahrzeugs ist seine Batterie. Wer Zugang zu sicheren, langlebigen, effizienten und preisgünstigen Batterien hat, der ist auf dem neuen Markt der Elektromobilität gut aufgestellt“, sagte Bundesumweltminister Sigmar Gabriel. Für Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet der Wirtschaftsspiegel

Portrait: photothek.net, Foto: Audi Mediaservice

lektrofahrzeugen gehört die Zukunft. Sie werden im Stadtverkehr bald zum Alltag gehören. Bis zum Jahr 2020 sollen bereits eine Million am Stromnetz aufladbare Elektrofahrzeuge und so genannte Plugin-Hybrid-Fahrzeuge auf deutschen Straßen fahren.


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Die weltweite Klima- und Ressourcenkrise verlangt nach effizienten, sparsamen Fahrzeugen. Sigmar Gabriel, Bundesumweltminister

neuer technischer Standards bei Fahrzeug und Ladestationen, eine zukunftsweisende Raum- und Stadtplanung oder die Erprobung neuer Geschäftsmodelle. Die Bundesregierung knüpft dabei an die bestehenden Programme zur Energie- und Verkehrsforschung an. Darüber hinaus sollen durch gemeinsame Anstrengungen von Wirtschaft und Politik Maßnahmen zur Förderung von Innovationen, Verknüpfung mit regenerativen Energiequellen, Steigerung der Nutzerakzeptanz sowie Marktvorbereitung und Markteinführung von Elektrofahrzeugen ergriffen werden. Die Umsetzung des Nationalen Entwicklungsplans Elektromobilität soll durch Initiativen zum branchenübergreifenden Austausch, zur Vernetzung und zum Wissenstransfer unterstützt werden. „Die Elektrifizierung des Autos ist der Schlüssel für nachhaltige Mobilität. Und Lithium-Ionen Batterien spielen dabei eine ganz entscheidende Rolle“, so Dr. Christian Mohrdieck, Leiter Brennstoffzellen- und Batterieantriebsentwicklung bei der Daimler AG. „Dank unserer Zusammenarbeit werden Batterien aus Deutschland schon bald sowohl in Batterie- als auch in Brennstoffzellenfahrzeugen für Bewegung sorgen. Wir begrüßen es sehr, dass die Bundesregierung Technologien für nachhaltige Mobilität durch entsprechende Förderungen unterstützt.“ Die Bundesregierung strebt an, dass bis 2020 eine Million Elektroautos auf deutschen Straßen unterwegs sind. Mit Strom aus erneuerbaren Energien werden diese Fahrzeuge dann praktisch zu Nullemissionsfahrzeugen. Aufgrund ihrer guten Energieeffizienz benötigen eine Millionen Fahrzeuge gerade einmal 0,3 Prozent des Wirtschaftsspiegel

in Deutschland angebotenen Stroms. Vor diesem Hintergrund können elektrische Fahrzeugantriebe einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Das Thema Elektromobilität hat auch auf europäischer Ebene an Interesse gewonnen. Unter Leitung der für Industriepolitik zuständigen Staatssekretäre Jochen Homann und Luc Chatel fand Anfang Mai die erste Sitzung der deutsch-französischen Arbeitsgruppe Automobil statt. Die Gründung der Arbeitsgruppe wurde von Bundeskanzlerin Merkel und Staatspräsident Sarkozy im März beim Deutsch-Französischen Ministerrat beschlossen. Sie zeigt die enge deutsch-französische Zusammenarbeit auch in Zeiten der wirtschaftlichen Krise. Die Gruppe wird sich dem zukunftsträchtigen Thema der Elektromobilität widmen und deutsch-französische Kooperationen und Initiativen ausloten. Eine der Herausforderungen der Elektromobilität ist die Koordination von Entwicklungen in Industriebereichen, die zuvor wenige Berührungspunkte hatten, so zum Beispiel zwischen Automobilindustrie und Elektrizitätswirtschaft oder bei der Kombination von Batterie- und Antriebstechnik. Die Arbeitsgruppe soll eine Plattform für einen Kommunikationsaustausch bieten und dabei von Anfang an auch die Internationalität des Themas berücksichtigen. Die Staatssekretäre Homann und Chatel, sowie Vertreter von BMW, Daimler, Volkswagen, PSA, Renault, EON, RWE, EDF, Bosch, Evonik, Schneider Electric, ValÈo, DIN und dem Bureau de normalisation de l'automobile, haben eine enge Zusammenarbeit beschlossen. Es wurden Experten benannt, die in mehreren Treffen bis zum Deutsch-Französischen Ministerrat im November erste Ergebnisse erarbeiten werden. Eine Zusammenarbeit bietet sich im Bereich der Standardisierung und Normung an. Aber auch industrielle Partnerschaften und gemeinsame Pilotprojekte und Modellregionen sind denkbar. Das massentaugliche Elektroauto wird noch einige Zeit brauchen, bevor es einen spürbaren Beitrag zur umweltfreundlichen Mobilität leistet, aber es ist wichtig, gerade in der jetzigen Krise die richtige Weichenstellung für die Zukunft zu stellen und eventuell nötige Umstrukturierungen und Kooperationen überlegt vorzubereiten. (su) !

www.unendlich-viel-energie.de

Germany is to become the market lead The future belongs to electrically powered vehicles and will soon belong to everyday city traffic. As early as in 2020 1 million electric vehicles – chargeable by the power supply system and so-called Plug-in-Hybrid vehicles will be on Germany’s streets. To achieve this, the Federal Government will continue to bundle the forces of the economy, science and politics and seize a catalogue of measures that extends from the promotion of battery research to the incentives of the introduction onto the market. With this, Germany is to become the market lead for electric mobility in the next 10 years. This strengthens Germany’s international competitiveness and promotes climate protection at the same time. High capacity, affordable and safe battery systems are crucial prerequisites for the broad market introduction. The electrification of the power train requires efficient vehicle concepts as well as new components for the management of energy and performance. To be able to integrate batteries as the power supply storage, there is also a need for intelligent interfaces on the basis of information and communication technology (ICT) that, aligned to the network utilisation, consumer behaviour and tariffs can steer the charge and discharge. Substantial research and development efforts are still required with regards to energy storage, vehicle technology and mains integration. An industrial consortium has committed itself to invest 360 million Euros in the next years into research and development in the area of the lithium-ion battery. The main emphasis is on new co-operations, for example, of automotive manufacturers and energy providers, the development of legal framework conditions as well as new technological standards regarding vehicles and charging stations, a trend setting spatial and town planning or the trials of new business models.

Foto: Frank Ossenbrink, BMU

Lithium-Ionen-Batterie hat sich bereits ein Industriekonsortium verpflichtet, in den nächsten Jahren 360 Millionen Euro für Forschung und Entwicklung zu investieren. Das BMBF wird in den nächsten vier Jahren für diese Technologie 60 Millionen Euro zur Verfügung stellen. Die Potenziale der Elektromobilität lassen sich nur bei einer beschleunigten Markteinführung voll ausschöpfen. Im Vordergrund stehen dabei die neuartige Kooperationen, beispielsweise von Automobilherstellern und Energieversorgern, die Entwicklung gesetzlicher Rahmenbedingungen sowie

Over and above this, measures for the promotion of innovations, the link to regenerative energy sources, the enhancement of user acceptance as well as the market preparation and market implementation of electric vehicles need to be captured through mutual efforts of the economy and politics.

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How long will the reserves last? 2009 will become a fateful year for the German automotive industry. The caving in of the world-wide car sales market is reflected in the companies’ books. Due to the irruptive call-off numbers many suppliers had to file for bankruptcy in the past months. But how is the entire German supply branch equipped in order to successfully march through the crisis? The IKB evaluated the annual accounts of their clients from the automobile supply industry up to 2007. The evaluation considers the financial statements of a total of 140 companies with a cumulated turnover of 48, 4 billion Euros. The key result of the evaluation is that the industry - in total - possesses acceptable equity capital quotas. First evaluations of the available financial statements confirm this assessment, however show a slight reduction. Striking is the especially good equipment of the small supplier companies. To properly assess the current stability of the industry, a comparison with the last automotive crisis in 1993 is helpful. Back then, new registrations dropped by 20 percent due to the excess caused by the reunion. In comparison to 1993, the automotive suppliers, considered in the current assessment, have on average a higher equity capital, which, however can be led back to the increased inclusion of mezzanine measures. We assume that the industry has a sufficient buffer regarding funds.

Deutsche Zuliefererindustrie – Wie lange reichen die Reserven? 2009 wird zum Schicksalsjahr für die die deutsche Automobilindustrie. Das Einbrechen der weltweiten Pkw-Absatzmärkte schlägt sich in den Büchern der Branchenunternehmen nieder. Zudem sind aktuell die erfolgsverwöhnten deutschen Premiummarken, die kaum von der Umweltprämie profitieren, besonders betroffen – und damit auch ihre Lieferanten. Infolge der einbrechenden Abrufzahlen mussten bereits zahlreiche Zulieferer in den vergangenen Monaten Insolvenz anmelden. Doch wie ist die gesamte deutsche Zulieferer-Branche gerüstet, um die Krise erfolgreich zu durchschreiten? Die IKB hat Jahresabschlüsse bis 2007 ihrer

Wir gehen davon aus, dass die Branche über ein ausreichendes Polster verfügt. Dr. Stephan Speith IKB Deutsche Industriebank AG

Kunden aus der Automobilzulieferbranche ausgewertet. Die Auswertung berücksichtigt die Bilanzen von insgesamt 140 Unternehmen mit einem kumulierten Umsatz von 48,4 Milliarden Euro (entspricht cirka 35 Prozent des Branchen-Umsatzes in Deutschland). Es handelt sich ausschließlich um Firmen mit über zehn Millionen Euro Umsatz. Zentrales Ergebnis der Auswertung ist, dass die Branche insgesamt über akzeptable Eigenmittelquoten verfügt. Erste Auswer tungen der bereits vorliegenden 2008er Bilanzen be-

stätigen diese Einschätzung, zeigen jedoch wie zu erwarten ein leichtes Abschmelzen der Eigenmittelausstattungen. Auffällig ist die besonders gute Ausstattung der kleinen Zuliefererfirmen. Möglichst viel „Speck auf den Rippen“ in Form von Eigenkapital zu haben, erhöht in jedem Fall die Wahrscheinlichkeit, die Krise zu überstehen. Um die derzeitige Krisenfestigkeit der Branche einschätzen zu können, ist ein Vergleich der aktuellen Situation mit der letzten Automobilkrise von 1993 hilfreich. Damals fielen die Neuzulassungen nach einem wiedervereinigungsbedingten Überschießen um mehr als 20 Prozent. Allerdings befand sich die Konjunktur 1993 in einigen Ländern bereits wieder auf dem Weg der Besserung. Derzeit durchlaufen weltweit fast alle Länder zeitgleich eine schwere Wirtschaftskrise. Im Vergleich zu 1993 verfügen die in der aktuellen Auswer tung berücksichtigten Automobilzulieferer im Durchschnitt über eine höhere Eigenmittelquote, die bei einigen allerdings auch auf die erhöhte Aufnahme von Mezzanine-Mitteln zurückzuführen ist. Wir gehen davon aus, dass die Branche im Mittel über ein ausreichendes Polster verfügt, um auch die aktuell äußerst schwierige Branchensituation zu bewältigen. Nach wie vor ist das Zukunftsbild der Branche positiv. (su) !

www.ikb.de

NEUE ENERGIE FÜR THÜRINGEN! Wir machen uns stark: für eine zukunftsfähige Energieversorgung, damit Thüringen unabhängiger von teurem Gas und Öl wird. Unser Leitbild für die Energieversorgung von morgen: Sicher, regional und bezahlbar – stärker mit erneuerbaren Energien. Informieren Sie sich über unsere parlamentarischen Initiativen im Internet unter: www.spd-thl.de

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Kontakt Anhängerbau Gotha GmbH Dr.-Troch-Str.18 D-99867 Gotha Tel.: +49 (0) 3621 - 2 95 21 Fax: +49 (0) 3621 - 2 95 22 E-Mail: info@anhaengerbau-gotha.de Internet: www.anhaengerbau-gotha.de

Service vom Anhängerspezialisten Der Anhängerbau Gotha überzeugt seine Kunden durch hohe Qualität Im Jahr 1993 gründete der Karosserie- und Fahrzeugbaumeister Wolfgang Kalsow sein Unternehmen, den Anhängerbau Gotha. Nachdem zu Beginn Kastenanhänger überwiegend für den regionalen Markt gebaut wurden, hat sich die Produktpalette bis heute stetig erweitert. So werden Anhänger mit einer Belastung bis zu zwölf Tonnen, darunter Schildkipper, Pritschenhochlader, Autotransporter, Drehschemelanhänger sowie Anhänger für innerbe-

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triebliche Transpor te bis 40 Tonnen gefertigt. Durch die seit 1996 bestehende Zusammenarbeit mit dem Fahrzeughersteller Multicar, haben sich für das Unternehmen interessante Anforderungen ergeben. So werden Spezialfahrzeuge wie der Multicar-Dreiseiten- Kipper angeboten. Weiterhin hat der Anhängerbau Gotha auch Sonderanfertigungen und LKW-Aufbauten in seinem Produktprogramm, die auf Kundenwunsch auch ausgeliefert werden. Er-

forderliche Ersatzteile stehen jederzeit zur Verfügung und werden bei Bedarf auch per Nachtexpress an den Kunden versandt. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, Inspektionen und Reparaturen von Anhängern, in der firmeneigenen Werkstatt durchzuführen. Durch den Neubau eines Produktionsgebäudes wurde der Grundstein für die weitere Entwicklung gelegt. Die hohe Qualität und Wertstabilität der Fahrzeuge sind ein Grundsatz den Unternehmens, der bis heute eine hohe Kundenzufriedenheit geschaffen hat, die auch künftig garantiert, dass der Anhängerbau Gotha als Spezialist in seinem Aufgabengebiet wahrgenommen wird.

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Dr. Norbert Reithofer

Christian Mohrdieck

Prof. Dr. Martin Winterkorn

Vorsitzender des Vorstands BMW AG

Leiter des Bereichs Brennstoffzellen- und Batterie-Antriebsentwicklung bei Daimler

Vorstandsvorsitzender Volkswagen AG

„Die ersten beiden Hybrid-Fahrzeuge von BMW gehen in diesem Jahr in Serienproduktion: der neue BMW 7er als Mild-Hybrid und der BMW X6 als Voll-Hybrid. Die Hoffnungen in Bezug auf Elektromobilität sind riesig. Aber: Wir müssen realistisch und vernünftig bleiben. Bis Elektroautos in großer Anzahl im Straßenbild unterwegs sind, werden noch viele Jahre vergehen. Zum einen können Elektrofahrzeuge nicht alle Mobilitätsbedürfnisse abdecken. Zum anderen gibt es noch viele offene Fragen. Eine bezahlbare Technik, die Lebensdauer der Batterien, die Infrastruktur sind einige davon. Hersteller, Energieversorger, die Politik und unsere Gesellschaft insgesamt befinden sich hier in einer Lernphase.“

„Elektrofahrzeuge mit Brennstoffzelle oder Batterie haben im künftigen Antriebsmix bei Daimler einen festen Platz. Für reine Batteriefahrzeuge arbeiten wir an speziellen hochenergetischen Zellen. Weil uns aber die Naturgesetze Beschränkungen auferlegen, dürfen wir keine Wunder erwarten. Auf absehbare Zeit werden Batteriefahrzeuge sinnvollerweise so groß sein wie ein smart oder eine B-Klasse und bei Ladezeiten von mehreren Stunden Reichweiten von vielleicht 150 Kilometern bieten. Brennstoffzellensysteme können jedoch auch Fahrzeuge im Format einer Cund E-Klasse mit ausreichend Energie versorgen. Wir haben den Auftrag, Premiumfahrzeuge mit Brennstoffzellentechnologie zu entwickeln.“

„Der Wunsch nach effizienter, umweltfreundlicher Mobilität ist keine Modeerscheinung. Wir werden mittelfristig einen Mix aus verschiedenen Antriebskonzepten sehen. Dabei bleibt der Verbrennungsmotor auf absehbare Zeit dominierend. Auf lange Sicht gehört die Zukunft auch der Elektromobilität. Dabei plädiere ich dafür, den Menschen reinen Wein einzuschenken. Denn von Ankündigungen allein ist noch keine neue Technologie auf die Straße gekommen. Der Weg bis zum alltagstauglichen, bezahlbaren und vor allem sicheren ‚Elektroauto für Alle‘ ist noch sehr weit. Insbesondere bei der Batterietechnologie haben Hersteller und Zulieferer enorme Herausforderungen zu meistern.“

QUELLE: BMW AUSZÜGE REDE HAUPTVERSAMMLUNG 2009

“The first two hybrid vehicles by BMW will go into serial production this year: the new BMW 7er as a Mild-Hybrid and the BMW X6 as a Full Hybrid. The hopes regarding electronic mobility are huge. But: we need to remain realistic and sensible. Years will go by until electronically powered vehicles in vast numbers are part of the street life. For one, the electronically powered vehicles cannot cover all requirements of mobility and for another there are still many open questions. Affordable technology, the battery’s lifespan, the infrastructure are some of them. Manufacturers, energy providers, politicians and our society are all in a learning curve.” SOURCE: EXTRACT FROM THE SPEECH AT BMW GENERAL ASSEMBLY 2009

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Foto: VW AG

Foto: BMW AG

Foto: Daimler AG

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QUELLE: 49. VOLKSWAGEN HAUPTVERSAMMLUNG AM 23. APRIL 2009

“Electronically powered vehicles with a fuel cell or battery have a fixed place in the future mix of drives at Daimler. For the vehicles purely driven by batteries we are working on special high energetic cells. But because the laws of nature provide us with restrictions we must not expect miracles. In the foreseeable future vehicles driven by batteries will be as large as a Smart or a B-Class and with charging times of several hours can maybe offer an operating distance of 150 kilometres. Fuel cell systems however can supply sufficient energy to vehicles in the size of a C- and E-Class. We have the mission to develop premium vehicles with fuel cell technologies.”

“The desire for a more efficient, environmentally friendlier mobility is not a temporary fashion. In the medium term we shall be seeing a mixture of various drive concepts. In doing so, the combustion engine will remain dominant in the foreseeable future. In the long run the future also belongs to the electric mobility. But I will make the case of telling the people the plain truth. There is not a new technology that has come onto the streets only by an announcement. The road to the “electronically powered vehicle for all” which is suitable for the everyday use, affordable and above all safe is still very far away. The manufacturers and suppliers have enormous challenges to overcome, especially with the technology for batteries.” SOURCE: 49TH GENERAL ASSEMBLY AT VW ON 23RD APRIL 2009

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Ressourceneffiziente Technologien Die Ressourceneffizienz in Produktion und Produktbetrieb ist der zentrale Forschungsschwerpunkt des Fraunhofer IWU. Eine herausragende Rolle nimmt dabei der Leichtbau im Automobil ein. Leichtbau bedeutet, eine optimale Funktionalität von Bauteilen, Baugruppen und Systemen nicht nur bei minimalem Gewicht, sondern auch bei vertretbaren Kosten zu realisieren.

Resource-efficient technologies

Wirkungsvolle Lösungsansätze sind zum Beispiel ein sparsamerer Materialeinsatz oder ein leichtbauorientiertes Bauteildesign in Verbindung mit kostengünstigeren Fertigungsverfahren. Die Forschungs- und Entwicklungsarbeiten des Fraunhofer IWU sind daher auf die konsequente Betrachtung der gesamten umformtechnischen Prozesskette in der Blech- und Massivumformung ausgerichtet – angefangen beim Bauteildesign, rechentechnischen und experimentellen Machbarkeitsanalysen, der Werkzeugkonstruktion und -fertigung, der Herstellung einzelner Komponenten einschließlich Überwachungsstrategien für Werkzeug und Prozess bis zum Fügen und der finalen Prüfung. Neben der Machbarkeit einer Technologie steht unter Berücksichtigung geeigneter Werkzeug- und Anlagentechnik stets eine Aussage zur Wirtschaftlichkeit und Ressourceneffizienz im Fokus. Durch den Vergleich unterschiedlicher Technologie- und Werkzeugkonzepte, des erforderlichen Materialeinsatzes sowie der finalen Bauteileigenschaften kann unter Berücksichtigung der Wirtschaftlichkeit entlang der gesamten Prozesskette eine sichere Empfehlung für eine geeignete Serientechnologie gegeben werden. Forschungsschwerpunkte sind vor allem Komponenten der Karosserie und des Antriebsstrangs. Kundenforderungen nach höherer Sicherheit und zunehmender Individualisierung sind neben dem permanenten Kostendruck und knapper werdenden Rohstoffen die Haupttreiber produktspezifischer Veränderungen am Automobil. Unter diesem Gesichtspunkt entwickeln Wissenschaftler des Fraunhofer IWU ressourceneffiziente Fertigungstechnologien zur Herstellung von Leichtbaukomponenten wie beispielsweise hohlen Nocken- und Getriebewellen. Die Ver fahren sollen die Wellen nicht nur leichter machen, sondern auch den Herstellungsprozess kostengünstiger gestalten. Die Herstellverfahren werden zudem so weiterentwickelt, dass zukünftig auch neue Werkstoffe für diese Antriebsstrangkomponenten Ver wendung finden könnten. Auch die Reduktion von CO2-Emissionen steht im Fokus der Entwicklungsanstrengungen der Automobilindustrie. Einen wesentlichen Beitrag dazu kann die Reduzierung reibungsbedingter Verluste im Verbren-

The resource efficiency in production and within a production company is the main focus of research at the institute Fraun hofer IWU. Light weight construction in the automobile plays an outstanding role. Light weight construction means to meet the demands for an ideal module functionality, assemblies and systems - not only at a minimum weight but also with reasonable costs.

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nungsmotor und mittelfristig in weiteren Anwendungsbereichen leisten. Das Projekt TRIBOMAN – Fertigungsintegrier te Reduzierung von Reibung und Verschleiß in Verbrennungsmotoren – ist Bestandteil des Fraunhofer Zukunftsthemas „Green Power train Technologies – Schwung für umweltschonende Autos“ und wird im Rahmen der marktorientierten Vorlaufforschung (MAVO) der Fraunhofer-Gesellschaft von mehreren Fraunhofer-Instituten und unter Koordinierung durch das Fraunhofer IWU bearbeitet. Gemeinsames Forschungsziel ist die Entwicklung von Werkstoffen, Fer tigungsver fahren und Werkzeugen zur Erzeugung definierter, tribologisch optimierter Ober flächeneigenschaften in der Fertigung als Basis für neue Generationen von reibungsarmen Verbrennungsmotoren. Diese neuen Motorengenerationen werden zunehmend den aktuellen und zukünftigen Anforderungen hinsichtlich Leichtbau und Leistungsdichte bei geringerem Kraftstoff- und Ölverbrauch sowie CO2-Ausstoß gerecht. Durch die fertigungsintegrierte Vor wegnahme des Einlaufprozesses und die gezielte Bildung nanoskaliger Randschichten während der Präzisionsbearbeitung von Motorenkomponenten können die Reibung und der Verschleiß dauerhaft reduziert werden. Darüber hinaus werden Strukturierungs- und Beschichtungsverfahren zur Einstellung der Mikrostruktur von Oberflächen der Tribopartner entwickelt.

Effective approaches to solutions are, for example, an economical materials input or a module design oriented towards light weight construction in conjunction with a cost-effective manufacturing process. The research and development tasks of the Fraunhofer IWU are therefore oriented towards the consistent observation of the entire technological forming process chain in sheet forming and mass forming. Apart from the feasibility of a technology, a declaration on profitability and resource efficiency, under consideration of suitable tooling and systems engineering is the main focus. By comparing different concepts for technology and tooling, the required material input as well as the final component properties, a safe recommendation for a suitable series technology under the consideration of profitability can be provided. The main emphases for research are above all bodywork and power train components. Customer requirements for higher safety and increasing individualisation next to permanent cost pressure and diminishing raw materials are the main drivers for product specific changes to the automobile.

AUTORIN: ANGELA GÖSCHEL (FRAUNHOFER IWU CHEMNITZ)

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www.iwu.fraunhofer.de

Foto: Fraunhofer IWU

Under this aspect the scientists from the Fraunhofer IWU are developing resource efficient manufacturing technologies for the production of light weight components such as hollow camshafts and gear shafts. The processes shall not only make the shafts lighter they are also to become more cost efficient in the production process. The manufacturing procedures will continue to be developed so that in future also new materials can be found and used for these power train components.

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Messen und Veranstaltungen

Branchen-Messeausblick 2009/2010

Carrosserie Vakdagen Gorinchem Zielgruppe: Produzenten und Zulieferer für Lastwagen, Anhänger und Karosserien Datum: 01.09.2009 – 03.09.2009 Ort: Evenementenhal Gorinchem, Niederlande www.evenementenhalgorinchem.nl VIETNAM AUTO&PETROL International Means of Transport Automobiles & Petroleum Show Datum: 03.09.2009 – 09.09.2009 Ort: SECC - Saigon Exhibition & Convention Center www.autopetro.com.vn EXPO RUJAC Guadalajara, Mexiko Automotive-Parts and Spare Equipment Exhibition Datum: 09.09.2009 – 11.09.2009 Ort: Expo Guadalajara Centro de Exposiciones www.rujac.com.mx

Foto: Messe Stuttgart

TRANSEXPO Kielce, Polen The International Fair of Public Transport Datum: 16.09.2009 – 18.09.2009 Ort: Targi Kielce www.targikielce.pl

Verlagssonderveröffentlichung

AutomobilSalon Augsburg Zielgruppe: aktuelle Trends und Entwicklungen im KFZ-Bereich Datum: 02.10.2009 – 04.10.2009 Ort: Augsburger Schwabenhallen, Augsburg www.automobilsalon.de

CDMS - Chengdu Motor Show International Exhibition for Automobile and Accessories Datum: 19.09.2009 – 25.09.2009 Ort: New International Convention & Exposition Center, Chengdu Century City www.cd-motorshow.com

Salon Automobile de Lyon Internationale Automobil-Ausstellung Datum: 03.10.2009 – 11.10.2009 Ort: EUREXPO - Centre de Conventions et d'Expositions de Lyon www.salonautolyon.com

BRITYREX Manchester Fahrzeugbau (Automobile, Nutzfahrzeuge, Motorräder, Caravans, Kfz-Zubehör) Datum: 22.09.2009 – 24.09.2009 Ort: Manchester Central www.eci-international.com

AUTOSALON/AUTOSERWIS Kattowitz, Polen Internationale Automesse Datum: 09.10.2009 – 11.10.2009 Ort: MTK International Katowice Fair www.autosalon.mtk.katowice.pl

AUTOMOBIL-AUTOTECHNIKA Budapest Internationale Fachausstellung für die Fahrzeug- und Zulieferindustrie Datum: 22.09.2009 – 25.09.2009 Ort: HUNGEXPO Budapest Fair Center www.hungexpo.hu

International Motor Show Sydney Personenkraftwagen, leichte Nutzfahrzeuge Datum: 09.10.2009 – 18.10.2009 Ort: Exhibition Centre www.sydneymotorshow.com.au

AUTOCLASSICO Porto, Portugal International Classic and Vintage Automobile and Motorcycle Exhibition Datum: 24.09.2009 – 27.09.2009 Ort: Exponor www.exponor.pt

AutoMotorShow Uzbekistan Internationale Automobil Ausstellung Datum: 14.10.2009 – 16.10.2009 Ort: UEC UZEXPOCENTRE www.automotorshow. ite-uzbekistan.uz/en/

Fotos: Messe Frankfurt Exhibition GmbH, Jochen Günther

09 September 2009

Oktober 2009

AUTOSALON NITRA Slowakische Republik Internationale Automobilausstellung Datum: 01.10.2009 – 06.10.2009 Ort: International Exhibition Center Agrokomplex www.agrokomplex.sk

Esslinger Autosalon Zielgruppe: Automobilhersteller, Präsentation neuer Modelle Datum: 19.09.2009 – 20.09.2009 Ort: Richard Hirschmann Eisstadion, Esslingen am Neckar www.esslinger-autosalon.de

AE South China Automotive Electronics South China Datum: 31.08.2009 – 02.09.2009 Ort: SZCEC Shenzhen Convention & Exhibition Center www.reedexpo.com.cn

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10

IAA PKW Zielgruppe: Automobilhersteller und -zulieferer Datum: 17.09.2009 – 27.09.2009 Ort: Messe Frankfurt GmbH www.iaa.de

Foto: Messe Stuttgart

08 August 2009 MIMS Moskau Internationale Messe für Automobile und Zubehör Datum: 26.08.2009 – 30.08.2009 Ort: Crocus Expo International Exhibition Center www.mims.ru

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Messen und Veranstaltungen

AUTOSHOW PRAHA/ASA PRAHA International Fair of Personal and Light Utility Cars and Automobile Design, for Car Service and Accessories Datum: 15.10.2009 – 18.10.2009 Ort: Výstaviste Praha www.autoshowpraha.cz TRANSPO-TECH Kairo Ägypten Internationale Ausstellung für Nutzfahrzeuge und Ersatzteile Datum: 22.10.2009 – 25.10.2009 Ort: Cairo Exhibition Grounds Nasr City www.ifg-eg.com Tokyo Motor Show Personenkraftwagen, Motorräder, Nutzfahrzeuge, Ersatzteile Datum: 23.10.2009 – 04.11.2009 Ort: Nippon Convention Center Makuhari-Messe www.tokyo-motorshow.com/eng AutoIndustry & Autocomponents Samara, Russland Automobilersatzteile, Automobilzubehör, Automobilausstattung, Datum: 28.10.2009 – 30.10.2009 Ort: Exhibition Center ‚Expo-Volga‘ www.expo-volga.ru 11

November 2009

Ausstellung für Automobile und Nutzfahrzeuge Toulouse, Frankreich Fahrzeugbau, Personenkraftwagen, Nutzfahrzeuge Datum: 21.11.2009 – 29.11.2009 Ort: Parc des Expositions de Toulouse www.toulousexpo.com

Dezember 2009

AUTOMOVIL Valencia, Spanien Automobil-Ausstellung Datum: 04.12.2009 – 08.12.2009 Ort: Feria Valencia www.feriavalencia.com Los Angeles Auto Show Personenkraftwagen, leichte Nutzfahrzeuge, Teile und Zubehör Datum: 04.12.2009 – 13.12.2009 Ort: Los Angeles Convention Center www.laautoshow.com MOTOR SHOW Bologna, Italien Internationale Automobil-Ausstellung Datum: 05.12.2009 – 13.12.2009 Ort: BolognaFiere www.motorshow.it Riyadh Motor Show Riad, Saudi Arabien International Exhibition for Motor Vehicles Datum: 12.12.2009 – 16.12.2009 Ort: Riyadh International Exhibition Centre www.recexpo.com Internationale Automobilmesse Kuwait Kraftfahrzeuge, Automobilersatzteile, Automobilzubehör Datum: 13.12.2009 – 19.12.2009 Ort: Kuwait International Fairs Ground www.kif.net

Middle East International Motor Show Dubai, VAE Lastkraftwagen, Personenkraftwagen, Autobusse, Automobilersatzteile Datum: 16.12.2009 – 20.12.2009 Ort: Dubai International Convention & Exhibition Centre www.dubaimotorshow.com 01

Januar 2010

AUTO EXPO New Delhi, Indien Indian Automotive Industry Exhibition Datum: 06.01.2010 – 13.01.2010 Ort: Pragati Maidan www.autoexpo.in European Motor Show Brüssel, Belgien Nutzfahrzeuge, Anhänger, Sattelanhänger, Automobilzubehör Datum: 12.01.2010 – 24.01.2010 Ort: Brussels Expo www.salonauto.be Autosalon Hannover Zielgruppe: Regionale Autohäuser präsentieren neue Modelle Datum: 30.01.2010 – 07.02.2010 Ort: Messegelände Hannover www.heckmanngmbh.de 04 April 2010 AMI Leipzig Internationale Automobilausstellung Datum: 10.04.2010 – 14.04.2010 Ort: Leipziger Messe www.ami-leipzig.de AMITEC Leipzig Zielgruppe: Fachmesse für Fahrzeugteile, Werkstatt und Service Datum: 10.4.2010 – 18.4.2010 Ort: Leipziger Messe www.amitec-leipzig.de

Fotos: Messe Frankfurt Exhibition GmbH, Petra Welzel

ESSEN MOTOR SHOW Automobile, Tuning, Motorsport & Classics Datum: 28.11.2009 – 06.12.2009 Ort: Messegelände Essen www.essen-motorshow.de

12

turntec Zielgruppe: Fachbesucher, Dreh- und Fräßtechnik Datum: 02.12.2009 – 05.12.2009 Ort: Messe Frankfurt GmbH www.demat.com

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Messen und Veranstaltungen

Impressum

Medienverbund regionaler Wirtschaftszeitschriften für Thüringen, Sachsen-Anhalt und MecklenburgVorpommern.

Die vorliegende Ausgabe ist eine Verlagssonderveröf fentlichung des Wirtschaftsspiegel Thüringen, herausgegeben von:

Foto: Deckbar/ Porsche

Meier Verlagsgesellschaft mbH Josef-Ries-Str. 78, D-99086 Erfurt Geschäftsführer: Jürgen Meier www.wirtschaftsspiegel-thueringen.com ISSN: 1860-8558

Unterstützung bei Innovationen „Gemeinsam aus der Krise – Die Automotive-Branche in Bewegung“ war das Motto, unter der der diesjährige 13. internationale Jahreskongress der Automobilindustrie stattfand. Dazu lud die Industrie und Handelskammer Südwestsachsen am 24. und 25. März 2009 in die Wirtschaftsregion Zwickau ein. Nachdem der erste Tag ganz im Zeichen der Unternehmensbesichtigung des Werks Mosel der VW Sachsen GmbH stand, dominierten am darauf folgenden Tag insbesondere Vorträge und Diskussionen. Hauptthemen waren dabei einerseits die Reduzierung des CO2-Ausstoßes und die damit einhergehende Lösungssuche, andererseits wurden Produkte, Prozesse und Methoden eines Zulieferers im globalen Wettbewerb als exklusives Thema besonders zu Zeiten der Finanzkrise diskutiert. Höhepunkt der Vortragsreihe war eine Podiumsdiskussion, die sich mit dem Thema Automobilcluster auseinandersetzte. Besonders im Zusammenhang mit dem internationalen Wettbewerb stellen Automobilcluster ein branchenübergreifendes Netzwerk zur Unterstützung der Innovationskraft von Unternehmen der Automobilbranche dar. Vor-

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Assistenz der Geschäftsleitung: Juliane Kummer

nehmlich Notwendigkeit und Nutzen wurden unter der Moderation von Guido Marschall, bekannt aus der Sendung automanager-tv, dargestellt und diskutiert. Teilnehmer der Diskussion waren bekannte Persönlichkeiten der Automobilbranche wie Dietmar Bacher, Geschäftsführer Automotive Cluster Ostdeutschland, Martin Proba, Automotive Cluster Region Rhein/ Main/Neckar, Dr. Vinzenz Schwegmann, Managing Direktor AlixPartners GmbH, München, Prof. Dr.-Ing. habil Prof. E. h. c. Stan, Vorstandsvorsitzender des FTZ e. V. an der Westsächsischen Hochschule Zwickau und ein Zulieferer aus der Region. Organisiert wurde der Kongress von der Industrie- und Handelskammer Südwestsachsen in Kooperation mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, dem Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft und Arbeit, dem VDA e.V., der Automotive Cluster Ostdeutschland GmbH, dem Automobile-Cluster Sachsen, der Sächsischen Verbundinitiative AMZ sowie den sächsischen Industrie- und Handelskammern. (su) !

www.fh-zwickau.de

Tel.:

0361 6019132

Fax:

0361 5504466

E-Mail:

j.kummer@ws-thueringen.com

Redaktion Chefredakteur: Daniel Bormke (bo) Tel.:

0361 55048467

E-Mail:

d.bormke@ws-thueringen.com

Sascha Uthe (su) Tel.:

0361 55048466

E-Mail:

s.uthe@ws-thueringen.com

Doreen Fischer (df) E-Mail:

d.fsicher@ws-thueringen.com

René Weigel (rw) E-Mail:

r.weigel@ws-thueringen.com

Rolf-Dietmar Schmidt (rds) Weitere Autoren dieser Ausgabe: Julius Wolf Dr. Stephan Speith (IKB) Angela Göschel (Fraunhofer IWU Chemnitz) Prof. Dr.-Ing. Cornel Stan (Institut für Kraftfahrzeugtechnik Hochschule Zwickau) Übersetzung & Lektorat Englisch Jane Pratten (Berlin) Titelbild Porsche AG Layout

s.a.m. DieAgentur GmbH, Halle (Saale)

Druck

Druckhaus Gera GmbH, Gera

Support for innovations

Nachdruck nur mit schriftlicher Genehmigung des

„Out of the crisis together – The automotive sector in motion“ was the motto, under which this year’s 13th international annual congress of the automotive industry took place. For this the Chamber of Industry and Commerce of Southwest Saxony invited to Zwickau’s economical region on the 24th and 25th March 2009. Main subjects on for one were the reduction of carbon dioxide emission and the associated search for solutions and for another a supplier’s products, processes and methods in global competition - especially in times of the financial crisis - were discussed. The highlight of the series of lectures was an open forum that dealt with the topic automobile cluster.“

unverlangt eingesandte Manuskripte, Fotos und

Verlagssonderveröffentlichung

Verlages. Der Verlag übernimmt keine Haftung für Illustrationen. Redaktionsschluss: 22.06.2009 Wir danken dem Automobilcluster Ostdeutschland (ACOD) sowie den jeweiligen Landes-Initiativen der Automobilbranche in den ostdeutschen Bundesländern für ihre Unterstützung.

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!LUMINIUMIST UNSERE,EIDENSCHAFT !USGERICHTETAUFDIE!NFORDERUNGENUNSERER +UNDENAUSDER!UTOMOBIL %LEKTRO UND -ASCHINENBAUINDUSTRIE PRODUZIERENWIR ANSPRUCHSVOLLSTE!LUMINIUM $RUCKGUSSTEILE

42)-%4p!LUMINIUMAUS$EUTSCHLAND $IE42)-%44!,5-).)5-!'ISTMITEINER+APAZZIT»TVONMEHRALS4 $IE42)-%4!,5-).)5-!'ISTMITEINER+APAZIT»TVONMEHRALS4ONNEN 4ONNEN O 0RIM»RALUMINIUM$EUTSCHLANDSGRͶTER!LUMINIUMPRODUZENT2UND-ITARBEITER 0RIM»RALUM MINIUM$EUTSCHLANDSGRͶTER!LUMINIUMPRODUZENT2UND-ITARBEITER VERMARKTEN PRODUZIEREN RECYCELNUNDGIE¶ENANSIEBEN3TANDORTENIN$EUTSCHLAND VERMARKTEN N PRODUZIEREN RECYCELNUNDGIE¶ENAANSIEBEN3TANDORTENIN$EUTSCHLAND D OPTIMALEUNDZERTIüZIERTE!LUMINIUMPRODUKTE OPTIMALEU NDZERTIüZIERTE!LUMINIUMPRODUKTE

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