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3­ 2012 . 5. Jahrgang

Thüringens Magazin für junge Köpfe

Wirtschaft und Du

Karriere­Schrauber Berufe im Handwerk WiYou.Kultur

Der Goldene Spatz – Großes Kino, kleine Preise

Schwerpunkt

Grüne Berufe – Zu Unrecht unterschätzt

WiYoulogie

Carl Zeiss – Hauch den Sternen Leben ein


DIE SPORT- & OUTDOORMESSE www.sportaktiv-erfurt.de


Editorial

Sommer, Sonne, Schulabschluss Die großen Ferien sind in Sicht, die Tage werden länger, die Röcke und Hosen kürzer – doch euch bringen nicht nur die steigenden Temperaturen ins Schwitzen. Denn viele von euch haben als Schulabgänger zwar den Großteil ihrer Prüfungen schon hinter sich – Wir gratulieren! – stehen aber auch vor der großen Frage: What comes next? Studium, Praktikum, Ausbildung oder doch Auslandsaufenthalt? Während die einen ihren unterschriebenen Lehrvertrag schon in der Tasche, den Flug zum Aupair­Einsatz gebucht oder ihren Studienplatz sicher haben und die letzten großen Ferien ausgiebig genießen können, heißt es für alle anderen: Jetzt aber richtig Gas geben. Denn das neue Ausbildungsjahr startet schon im August, die Zeit wird also langsam knapp. Doch kein Grund, jetzt in wilde Panik auszubrechen, denn noch sind zahlreiche Lehrstellen unbesetzt und manchmal sogar nur ein paar WiYou­Seiten entfernt – denn wie immer haben wir jeden Menge Stellenangebote von Thüringer Unternehmen für euch ins Heft geholt. Dabei haben wir uns diesmal im Handwerk umgesehen, denn hier gibt es nicht nur 130 verschiedene Ausbildungsberufe zu entdecken, sondern auch einige Vorurteile abzubauen. Kraftraubende Schwerst­ arbeit für Nichtdenker? Keineswegs! Stickige stinkende Werkstätten ohne Tageslicht? Nicht hier! Aber das erzählen euch besser die, die sich damit auskennen: unsere Handwerksazubis. Fleischer, Bäcker und Elek­ troniker rücken das Image ihrer Berufe ins rechte Licht, während die Kreativköpfe in Mediengestalter­ büros, Goldschmieden und Schneiderwerkstätten erklären, dass ihr Job zwar erstmal nicht nach harter Arbeit klingt, trotzdem viel mehr ist, als nur ein ausgebautes Hobby. Gleiches gilt übrigens für die grünen Berufe, auch die sind zu unrecht unterschätzt. Klar kann man auch im wahrsten Sinne des Wortes mal die Nase voll davon haben, im Stall zu arbeiten, aber ein Arbeitstag draußen im Grünen entschädigt nicht nur Naturfreunde. Und sogar Technikfans kommen auf ihre Kosten, denn auch in der Landwirtschaft sind heute moderne Geräte und Maschinen mehr als reine Arbeits­ erleichterung – wie so ein riesiger Mähdrescher zum Beispiel, denn der macht auch noch richtig Spaß. Da war trotzdem noch nichts dabei? Dann haben wir als Zugabe für die Menschenfreunde mal einen Blick in die Pflegebranche und für alle Zahlenjongleure einen in die Finanzwelt geworfen. Auch für alle, die noch ein paar Jahre Schule vor sich haben, lohnt es sich natürlich, schon mal ein bisschen reinzulesen – also packt für den nächsten Ausflug zum See einfach eine WiYou mit ein. Und jetzt rein in die Flip Flops und raus in den Sommer. Viel Spaß und schöne Ferien wünscht euer WiYou­Team

WiYou wurde unterstützt durch:

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In Kürze

.Bundesbildungsministerin Schavan und Thüringens Kultusminister Matschie. .gratulieren dem Chemie­Bundessieger Alexander Emhart. 10

WiYouLogie: Hauch den Sternen leben ein – Carl Zeiss

Deutschlands beste Nachwuchswissenschaftler in Erfurt

Aus dem Inhalt

Die Siegerinnen und Sieger des 47. Bundesfinales von Jugend forscht stehen fest. Prof. Dr. Annette Schavan, Bundesministerin für Bildung und Forschung, hat am 20. Mai Deutschlands beste Jungforsche­ rinnen und Jungforscher in Erfurt ausgezeichnet. Der diesjährige Bundeswettbewerb wurde ausgerichtet

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WiYou.Kultur

von der Stiftung Jugend forscht e. V. und der Stiftung für Technologie, Innovation und Forschung

Großes Kino – der Goldene Spatz

Thüringen.

Im Interview

Und das sind die Sieger:

Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht

Den Preis des Bundespräsidenten gewannen Sebastian Jäger (19) und Bonnie Stanek (18) aus Sachsen­ Anhalt. Es gelang ihnen, Mikroorganismen mittels eines elektrischen Wechselfeldes nach Größe, Form

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Titel: Handwerk

und Art zu selektieren. Christian Dreier (19) und Fabian Bronner (19) aus Nordrhein­Westfalen wurden

Schicke Schampooflaschen –

mit dem Preis der Bundeskanzlerin ausgezeichnet. Durch ein neuartiges Verfahren zur Ausrichtung von

der Mediengestalter

Mikrofonen gelang es ihnen, einen realistischen räumlichen Höreindruck zu erzeugen. Den Preis der Bundesministerin für Bildung und Forschung erhielten Jan Rapp (19) und Timo Schmetzer

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Meerjungfrauen aus Marzipan – der Konditor

(17) aus Baden­Württemberg. Sie entwickelten ein Echtzeit­Regelungssystem, mit dem sich ein Ball auf einer Platte balancieren lässt, ohne dass er herunterfällt. Im Fachgebiet Arbeitswelt siegten Urs Fabian

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Mit wenig Aufwand am weitesten –

Machtolf (18), Stefanie Braun (18) und Artur Bühler (20) aus Baden­Württemberg mit einem Gerät, das

der Elektriker

die Bewegungen eines Pferderückens simuliert. Biologie­Bundessieger wurde Simon Chen (18) aus Nordrhein­Westfalen. Der Jungforscher befasste sich

Schwerpunkt: Grüne Berufe

mit einer Gruppe von Nachtfaltern, bei denen er die Wechselbeziehungen verschiedener Arten unterei­

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Herr der Felder – der Landwirt

nander wie auch mit ihrer Umwelt analysierte. Über den ersten Preis im Fachgebiet Chemie freute sich

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Eine Kuh macht muh ... – der Tierwirt

Alexander Emhart aus Baden­Württemberg. Der 19­Jährige entwickelte ein Verfahren zur Abtrennung von Wasserstoff. Die Sieger in Geo­ und Raumwissenschaften, Jonas Preine (18), Katharina Naber (18) und Anika Koopmann 35

Schwerpunkt: Finanzen

(18) aus Niedersachsen, konstruierten ein Fanggerät, mit dem sie die Verschmutzung der Nordsee durch

In fünf Schritten zum Banker –

Mikroplastikteilchen nachweisen konnten. Im Fachgebiet Mathematik/Informatik setzte sich Julius Kunze

der Bankkaufmann

aus Sachsen durch. Der 17­Jährige programmierte eine Software, mit der sich die Phänomene von Einsteins Relativitätstheorie im Computer visualisieren lassen.

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Dein Engagement

Durch ein neues Beleuchtungskonzept gelang es Timm Piper aus Rheinland­Pfalz, das Leistungsvermögen

Aus Liebe zum Menschen –

seines Lichtmikroskops zu verbessern. Der 16­Jährige siegte in Physik. Niklas Demel (18) aus Nordrhein­

der Altenpfleger

Westfalen war im Fachgebiet Technik erfolgreich. Er entwickelte ein Miniaturelektroauto, das mittels einer Software den Straßenverlauf und Verkehrsschilder erkennen kann. (su/em)

WiYou­Patenschaften Thüringer Unternehmen zeigen Flagge!

Fotos: Carl Zeiss, Jugend forscht e. V.

WiYou . Wirtschaft und Du . Ausgabe 3­2012


Personalerfrühstück

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Das große WiYou.Personalerfrühstück

Nimm den Hörer selbst in die Hand! Regelmäßig trifft sich WiYou mit wichtigen Personalverantwortlichen aus Thüringen. Diesmal trafen wir uns in Jena und besprachen die Anforderungen, die von den Personalabteilungen an die Bewerber ge­ stellt werden. Dabei stellte sich heraus, dass allein die Schulnoten nicht das Maß aller Dinge sind. Mit einem durchschnittlich guten Realschulabschluss stehen den Bewerbern oft alle Türen offen. Besonderen Wert legen die Personalchefs aber auf das Auftreten junger Leute und deren Interesse am Unternehmen. Es muss nicht gleich der dunkle Anzug zum Vorstellungsgespräch sein. Aber eben auch nicht die kurze Hose und Flip Flops. Das gilt sowohl für die Bewerbung um eine Ausbildungsstelle, als auch beim ersten Gespräch wenn es um ein Praktikum geht. Da waren sich auch in der Gesprächsrunde in Jena alle einig: Der beste Weg in eine Berufsausbildung geht über Praktika. Und die Personalchefs geben dir noch eins mit auf den Weg: Ruf selbst an und frag nach offenen Stellen. Nicht die Eltern vorschicken! So zeigst du dich selbstbewusst und interessiert. Das kommt an.

Anette Morhard, Bildungswerk der Thüringer Wirtschaft

„Die größeren Unternehmen haben häufig noch ausreichend Bewerber, beklagen eher, dass die Ausbildungsvoraussetzungen nicht immer ihren Vorstellungen entsprechen. Hingegen verzeichnen Kleinstunternehmen inzwischen immer häufiger die Situ­ ation, dass sich gar kein Jugendlicher mehr bewirbt. Die Folge ist, dass in dem aktuellen Ausbildungsjahr kein Ausbildungsvertrag abgeschlossen und die Nachwuchsgewinnung verschoben wird. Allerdings geht das nicht unendlich. Meines Erachtens müssen die Unternehmen so früh wie möglich an die Schulen gehen, um sich zu präsentieren und über Praktika, Betriebserkundungen oder Tage der offenen Tür den Nachwuchs an sich zu binden. SCHULEWIRTSCHAFT ist dabei ein guter Partner und der regionale Arbeitskreis kann helfen, die Türen in die Schule zu öffnen.“

Gabriele Gördel, Carl Zeiss Jena GmbH

„Wir bilden nach Bedarf aus, das heißt, dass

Tina Lange

hinter jedem Ausbildungsplatz auch ein Ar­

Stadtverwaltung Jena,

beitsplatz steht. Wir wollen unsere Auszubil­

Fachdienst Personal

denden im Unternehmen weiterbeschäftigen, da wir in die Ausbildung viel investiert haben. Das betrifft sowohl die zukünftigen Fach­ arbeiter, als auch die BA­Studenten, die zukünftigen Bachelor of

„Ich habe die Noten der Bewerber für die Ausbildungsplätze der

Arts und Bachelor of Engineering.

Kernverwaltung der letzten drei Jahre untersuchen lassen. Dabei wurde festgestellt, dass sich der Notendurchschnitt nicht ver­

Bei herausragenden Leistungen haben die jungen Fach­

schlechtert hat. Somit denke ich, dass es vor allem ein subjektives

arbeiter auch die Möglichkeit, einen Studienplatz an

Gefühl ist, dass die Schüler und Bewerber schlechter geworden

der BA mit Carl Zeiss als Praxisbetrieb zu erhalten.

sind – zumindest was die Noten betrifft. Aber die Vorstel­

Generell bieten wir allen Mitarbeitern vielfältige

lungsgespräche laufen oftmals nicht gut. Da erwarten wir von un­

Entwicklungsmöglichkeiten im Unternehmen.“

seren Bewerbern mehr über die Tätigkeiten innerhalb einer Kom­ munalverwaltung und speziell zur Stadt Jena.“

WiYou . Wirtschaft und Du . Ausgabe 3­2012

Fotos: Sascha Uthe, Stadtverwaltung Jena, Illustrationen: Dzmitry Shashko/123rf


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WiYou.Kultur

Wenn am Anfang des Jahres in Hollywood die Oscars verliehen werden, steht die Welt des Kinos Kopf. Stars und Sternchen treten gegeneinander an, um he­ rauszufinden, wer die besten sind. Allein in den USA verfolgen gut 40 Millionen Zuschauer das Spektakel vor dem Fernseher. Weltweit sollen es sogar mehrere hundert Millionen sein.

Großes Kino – Große Preise Dass es auch eine Nummer kleiner geht und das Publikum trotzdem begeis­

Sparprogramm der Schule überfordert sie völlig. Außerdem hat die ihren et­

tert ist, zeigt das Kinder­Medien­Festival GOLDENER SPATZ. Zum 20. Mal füll­

was schüchternen Neffen Philippe mitgebracht, auf den sich sofort alle Mädels

ten sich in Gera und Erfurt die Kinosäle mit filmbegeisterten Kindern und

stürzen. Und dann soll unter den Neuen auch eine Prinzessin sein. Der Film

Jugendlichen. Unter ihnen 24 Juroren im Alter zwischen neun und 13 Jahren,

lebt von den vielen unterschiedlichen Charakteren, den witzig und spannend

die zu entscheiden hatten, welche Filme beim Publikum am besten ankamen.

erzählten Geschichten und überzeugt mit bekannten Schauspielern wie Heino

Der Eröffnungsfilm in Gera war eine von fünf Premieren. „Hanni & Nanni 2“

Ferch oder Barbara Schöneberger. Hier hat die Jury eine gute Wahl getroffen

begeisterte das Publikum so sehr, dass der Spielfilm, der in der Kategorie

und ein Kinobesuch ist empfehlenswert.

„Bester Kino­/Fernsehfilm“ lief, nach sechs Tagen Festival als Gewinner aus­ gezeichnet wurde.

Der GOLDENE SPATZ hatte aber nicht nur leichte Unterhaltungskost zu bie­

In der Begründung der Jury hieß es: „... nach langem Überlegen und

Festivalzuschauern gut angenommen. „Ein Tick anders“ beschreibt einen

Diskutieren sind wir letzten Endes zu dem Entschluss gekommen, einen span­

Wandel im Leben der 17­jährigen Eva. Ganz plötzlich beginnt sie epileptisch

nenden, lustigen und fesselnden Film auszuwählen…“. Begeistert hatten sie

zu zucken und stößt ganz ungewollt üble Schimpfworte aus. Sie leidet am

die schauspielerischen Leistungen, aber auch die packende und unterhaltsa­

Tourette­Syndrom. Sie meidet daher den Kontakt zu ihren Mitmenschen und

me Geschichte, die sich um die beiden Zwillinge, gespielt von Jana und Sophia

ist lieber allein in der Natur unterwegs. So kommt sie gut durchs Leben. Doch

Münster, dreht. Die Story ist schnell erzählt. Am Ende der Sommerferien fällt

als sie eines Tages im Wald ihren Vater trifft, scheint alles zusammen zu bre­

es Hanni und Nanni schwer, sich von ihren Eltern zu verabschieden und in die

chen. Er hat seinen Job verloren, die Bank den Kredit gekündigt und nun droht

Schule aufzubrechen. Trennungsbefürchtungen liegen in der Luft. Und auch

der Rauswurf aus der Wohnung. Beherzt greift Eva ein und organisiert zusam­

in der Schule, dem Lindenhof, ist einiges los. Frau Theobald ist in wichtigen

men mit ihrer etwas verrückten Oma ein Bewerbungsgespräch für den Vater.

privaten Angelegenheiten verreist und wird durch die ziemlich chaotisch wir­

Mit Erfolg – er bekommt Arbeit in Berlin. Doch eine Großstadt voller Men­

kende Französischlehrerin Mademoiselle Bertoux vertreten. Ein neues

schen ist das letzte, was Eva braucht. „Ein Tick anders“ zeigt, wie Menschen

ten. Auch schwierige Themen standen auf dem Plan und wurden von den

WiYou . Wirtschaft und Du . Ausgabe 3­2012


WiYou.Kultur

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.Filmszene. .„Homevideo“.

.Filmszene. .„Kriegerin“.

sammenbruchs bringt, wird hier in all seiner Härte dargestellt. „Homevideo“ soll mahnen, erklären und sensibilisieren. Vor allem aber aufzeigen, dass es jeden treffen kann. Auch hier die Empfehlung: unbedingt ansehen! Nach sechs Tagen „GOLDENER SPATZ“ mit 95 Veranstaltungen in beiden in schwierigen Situationen neue Wege gehen und sich in ihrem Leben zurecht­

Städten zählten die Veranstalter gut 14.000 Besucher. Insgesamt 39 Wett­

finden können. Auch hier lohnt der Kinobesuch.

bewerbsbeiträge konkurrierten um die begehrten Preise, die von der Kinder­ jury Kino­TV, der MDR­Rundfunkratjury sowie einer Fachjury vergeben wur­

Nicht weniger hart getroffen hat es Jakob in „Homevideo“. Der 15­Jährige

den. Die Kinderjury Kino­TV aus Deutschland, der Schweiz, Südtirol, Österreich

steckt mitten in der Pubertät und weiß nicht genau, wie er mit seinen

und dem Fürstentum Liechtenstein, vergab die GOLDENEN SPATZEN in sechs

Gefühlen für die 13­jährige Hannah umgehen soll. Als sie seine Liebe aber er­

Kategorien: Animation, Information/Dokumentation, Kino­/Fernsehfilm,

widert, scheint die Welt in Ordnung und so kann er der Realität, in der sich

Kurzspielfilm/Serie/Reihe, Minis und Unterhaltung. Als beste Darstellerin

seine Eltern gerade trennen, ein Stück weit entfliehen. Doch als seine Mutter

konnte sich Katharina Thalbach über den Preis für ihre Rolle als Mademoiselle

seine Videokamera an einen Mitschüler verleiht, bricht alles zusammen.

Bertoux freuen, die vor allem durch ihren französischen Dialekt und ihre fröh­

Gespeichert ist dort nämlich ein ziemlich intimes und peinliches Video von

liche Ausstrahlung im Film „Hanni & Nanni 2“ bestach, so die Begründung der

Jakob, das ihm nun zum Verhängnis wird. Noch bevor er eine Kamera zurück­

Kinderjury. Eine lobende Erwähnung der Jury erhielt der Kinofilm „Blutsbrüder

bekommt, stellt Mitschüler Henry das Video ins Internet und löst damit ein

­ teilen alles“ (ursprünglicher Titel: „Unsere große Zeit“), der nur knapp hinter

fieses Cyber­Mobbing aus. Der sensible Jakob ist verzweifelt und sucht nach

dem Gewinner in der Kategorie Kino­/Fernsehfilm „Hanni & Nanni 2“ zurück­

einem Ausweg. Der Film, der die Extreme bei der Entwicklung sozialer Netz­

lag. (su)

werke drastisch darstellt, hat schon mehrere Auszeichnungen bekommt. Das Thema „Mobbing in der Schule“ und wie weit es Opfer an den Rand des Zu­

WiYou . Wirtschaft und Du . Ausgabe 3­2012

www.goldener­spatz.de

Fotos: Ascot Elite Filmverleih Alexander Janetzko, Goldener Spatz


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Aus der Rubrik

.Das große Thema.

Die Fachkräfte von morgen Die Lage auf dem Ausbildungsmarkt war für Jugendliche in Thüringen selten so gut wie heute. Wer einen Ausbildungsplatz sucht, findet auch einen. Aber die Unternehmen haben das Problem, dass zu wenige junge Leute eine Ausbildung anfangen oder dass die ausgebildeten Fachkräfte das Land verlassen. WiYou sprach mit Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht über Vorteile im Freistaat und warum es sich lohnt, hier zu leben und zu arbeiten.

.Die Arbeitslosenquote sinkt und die Wirtschaft wächst; das macht.

ziehen aber marktwirtschaftlich zu bestimmen, also gemeinsam mit den

.Thüringen zu einem attraktiven Lebensmittelpunkt. Wie steht es derzeit.

Tarifpartnern.“

.um den oft genannten Fachkräftemangel?. „Ich spreche da zunächst erst einmal vom Fachkräftebedarf. Denn einen

.Ist Thüringen immer noch ein Billiglohnland?.

Bedarf zu haben ist positiver als mit einem Mangel umgehen zu müssen. Der

„Die Lohnspreizung ist in Thüringen sehr breit angelegt. Wir haben inzwischen

Fachkräftebedarf ist flächendeckend.“

Spitzenverdiener, wir haben aber auch viele Arbeitnehmer, die vor allen Dingen in schwierigen Beschäftigungsverhältnissen, also 400­Euro­Jobs oder

.Als Ministerpräsidentin sind Sie ja viel im Land unterwegs und fangen.

in Zeitarbeitsverträgen, arbeiten. Aus denen müssen unbefristete Vollzeit­

Meinungen und Stimmungen ein. Welchen Standpunkt haben die.

stellen werden. Wir haben zahlreiche hochinnovative Firmen, wir haben

Unternehmen dazu?.

Firmen, die ihren Exportanteil in den letzten Jahren zweistellig gesteigert ha­

„Ich bin in vielen Unternehmen, in kleineren aber auch den größeren, in In­

ben und dafür brauchen wir hoch qualifizierte Fachkräfte.“

dustriebetrieben aber auch im Handwerk, und sie haben alle ein großes The­ ma: die Fachkräfte. Ich beobachte auf meinen Reisen durch die Thüringer

.Als Sie Ihr Amt antraten, wollten Sie Thüringen zum Bildungsland.

Wirtschaft ein zunehmendes Bewusstsein, dass auch von den Unternehmen

.Nummer 1 machen. Sie haben dabei Wert auf frühkindliche Bildung.

etwas getan werden muss. Man schließt sich zusammen und versucht zuse­

.gelegt. Ist denn der aktuelle Vorstoß von Bundesfamilienministerin.

hends gemeinsam, Thüringen attraktiv zu gestalten. Es muss gelingen, junge

.Schröder für Ihre Ziele kontraproduktiv?.

Menschen im Land zu halten und Rückkehrer zu gewinnen. Wir punkten mit

„Zunächst haben wir in Thüringen Vorbildliches geleistet was frühkindliche

Familienfreundlichkeit und der Attraktivität des Lebensumfeldes. Der Schlüssel

Bildung betrifft. Wir haben einen Rechtsanspruch auf Kindertagesplätze ab

zu all dem ist jedoch, gute Arbeit zu guten Löhnen anzubieten. Man muss heu­

dem ersten Geburtstag im Land durchgesetzt. Alle Eltern können einen Platz

te Gehälter zahlen, mit denen junge Leute ihre Familie ernähren können und

beanspruchen und bekommen den auch. Das ist für Deutschland vorbildlich.

Sicherheit bieten.“

In einem Gesamtpaket haben wir festgelegt: keine Bildung ohne Bindung. Vor allem durch die Ausrichtung auf Kindertagesstätten und Stärkung von Familien

.Sehen Sie hier auch einen Mindestlohn oder eine Lohnuntergrenze.

über unsere Familienpolitik sind wir ein Land, um dessen Möglichkeiten uns

.als sinnvolles Mittel?.

viele beneiden. Das ist auch ein Grund, warum junge Leute zurück nach Thü­

„Das Bewusstsein dafür ist in der Wirtschaft da. Die Richtung hin zu höheren

ringen kommen.“ (su)

Löhnen ist eingeschlagen. Ich selbst fordere die Tarifpartner auf, die Tarif­

Das Gespräch führten Daniel Bormke und Sascha Uthe

abschlüsse nicht mehr nach Regionen zu gestalten. Auch im Klein­ und Mit­ telstand ist es ein wichtiges Thema, eine allgemeine Lohnuntergrenze einzu­

Foto: Sebastian Holzbrecher

www.thueringen.de

WiYou . Wirtschaft und Du . Ausgabe 3­2012


Dank Ausbildung hat mein Berufsleben richtig Fahrt aufgenommen. Mach mehr aus dir. Mach eine Aus- oder Weiterbildung.

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0800 6 999 777

Woanders beklagt man den Fachkräftemangel. Thüringen arbeitet daran, ihn zu beheben: mit der Aus- und Weiterbildungsinitiative „Thüringen braucht dich“. Gemeinsam mit der Bundesagentur für Arbeit, den Kammern und Sozialpartnern sowie Thüringer Unternehmen engagiert sich der Freistaat für junge Erwachsene, die ohne Job oder in einem unsicheren Beschäftigungsverhältnis sind. Ziel ist es, EHUXŏLFKH3HUVSHNWLYHQ]XELHWHQKostenlose Informationen unter 0800 6 999 777 oder auf www.thueringen-braucht-dich.de.


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WiYouLogie

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Hauch den Sternen Leben ein Der Weltraum. Unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2012. Dies sind die Abenteuer von zwei jungen Mitarbeitern bei Carl Zeiss in Jena. Sie schaffen es, das Universum auf die Erde zu holen. Denn das, was Astronomen mit großen Teleskopen beobachten, bleibt allen anderen verborgen. Der Durchschnittssternenbeobachter kann nur in einer klaren Nacht den Blick nach oben richten und auf gute Sicht hoffen. Oder er macht sich auf in ein Planetarium. Zu jeder Tageszeit und bei jedem Wetter wird hier der Sternenhimmel in eine große Kuppel projiziert. Die Weiten des Alls zum Greifen nah.

anwenden soll. Hier bei Carl Zeiss lernte er dann in der Produktion Optik alle Prozesse der Glasbearbeitung ken­ nen: die Vorfertigung, das Schleifen und Polieren von Linsen und die Prüfverfahren. Dabei kam er auch in die Kleinserienfertigung, in der unter anderem die Linsen für Planetarien und digitale Ganzkuppelprojektoren entste­ hen. Hier gefiel es dem 21­Jährigen am besten, und weil er die dort notwendige ruhige Hand bewiesen hat, ar­ beitet er heute hier. In der Kleinserienfertigung werden zwar weniger Stückzahlen produziert als in anderen Abteilungen, dafür werden an die Linsen aber sehr viel höhere Genauigkeitsanforderungen gestellt. Deshalb ist

Den Projektor eines Planetariums herzustellen, ist mit viel Fingerspitzen­

eine sensible Feinmotorik sehr wichtig. „Die enorme Genauigkeit, die hier ge­

gefühl und Genauigkeit verbunden. Deshalb entstehen die Projektoren bei

fordert wird, schaffen die Maschinen einfach nicht, deshalb ist Handarbeit ge­

Carl Zeiss zum großen Teil in Handarbeit. Tim Gernhardt zum Beispiel sorgt

fragt. Man braucht hier die sprichwörtlichen ‚Goldenen Hände‘. Dafür wird es

dafür, dass Lichtstrahlen, die einmal ein Stern werden sollen, gebündelt wer­

aber nie langweilig“, sagt Tim. „Ich habe seit Beginn der Ausbildung mit Glas­

den. Er ist Feinoptiker. Diesen Beruf hat er natürlich bei Carl Zeiss gelernt, die

verarbeitung zu tun. Daher weiß ich genau, wie eine Linse entsteht“, erklärt

Lehre erfolgreich abgeschlossen und arbeitet nun seit einem Jahr bei Zeiss. In

er weiter. Sein Interesse für den Sternenhimmel und Carl Zeiss als bekannter

den ersten zwei Jahren seiner Ausbildung hat er im „Jenaer Bildungszentrum

Arbeitgeber führten ihn hierher. In einer Schnupperlehre konnte er schon vor

– Schott, Carl Zeiss, Jenoptik“ gelernt, was er im Unternehmen einmal täglich

Beginn der Ausbildung das Unternehmen, die Arbeit und seine zukünftigen

.Tim Gernhardt ist Feinoptiker. .und seit einem Jahr bei Zeiss beschäftigt.

WiYou . Wirtschaft und Du . Ausgabe 3­2012


WiYouLogie

Kollegen kennen lernen. Das empfiehlt auch die Ausbildungskoordinatorin von Carl Zeiss Jena, Gabriele Gördel. „Die meisten der Azubis, die ihren Lehrvertrag

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.Bewerbungsschluss für 2013. 30. September 2012

unterschrieben haben, kommen in den Oktoberferien eine Woche zum Probe­ arbeiten, um alles kennen zu lernen. Andere kannten das Unternehmen schon aus dem Praktikum oder der Schnupperlehre. Sie sollen wissen, worum es bei ihrer späteren Tätigkeit geht“, rät sie möglichen Bewerbern.

.Schick Deine Bewerbung an:. Carl Zeiss Jena GmbH, Personalmanagement Carl­Zeiss­Promenade 10, 07745 Jena Ansprechpartnerin: Gabriele Gördel

Dieser Rat gilt auch für Studenten, die Carl Zeiss zum Praxisunternehmen

E­Mail: goerdel@zeiss.de, Tel.: 03641 642897

haben möchten. Das Unternehmen bietet gemeinsam mit der Berufsaka­ demie Thüringen (BA) verschiedene Studiengänge an. Einen davon hat sich Stefan Böttner ausgesucht. Stefan studiert Mechatronik und Automation in Eisenach mit dem Abschluss Bachelor of Engineering. Hier geht es darum, wie die optomechanischen und elektronischen Baugruppen zu einem kompletten

durch eine ruhige Hand hervorgetan. Bei den digitalen Ganzkuppelprojektoren

System verbunden werden und was alles dazu notwendig ist. Das heißt für

sind ebenfalls immer wieder Ideen, gute Fachkenntnisse und auch praktische

Planetariumsprojektoren, die Linsen, die Tim gefertigt hat, werden weiterver­

Fertigkeiten gefragt, auch die von Stefan. Als BA­Student schreibt der 22­

arbeitet und mit anderen Baugruppen von Mechatronik­Facharbeitern zu ei­

Jährige gerade an seiner Bachelorarbeit. Natürlich geht es um Planetarien. Er

nem Projektor zusammengefügt. Dabei bekommt jeder Stern über eine Glas­

hat vom Unternehmen die Aufgabe bekommen, eine neue Lichtquelle für den

faser sein eigenes Licht. Pro Planetarium sind das über 9.000 Sterne, die zum

digitalen Projektor zu finden, die den hohen Ansprüchen an die Technik ge­

Leuchten gebracht werden. Wiederum sind es Feinoptiker, in diesem Fall zwei

nügt. Die bisher verwendeten Lampen werden bald nicht mehr hergestellt, ei­

junge Frauen, die diese anspruchsvolle Arbeit ausführen. Auch sie haben sich

ne Alternative muss ran. Und so recherchiert, prüft und testet er, und montiert auch mal einen Testaufbau. Es geht um Leuchtkraft, Temperatur und die Mög­ lichkeiten der Kühlung. Alles mit direktem Bezug zur Praxis, denn bei Zeiss be­

.Stefan Böttner, BA­Student für Produktionstechnik,. .wird sein Studium im Oktober abschließen.

kommt jeder, angefangen beim Azubi, eine wichtige und verantwortungsvolle Aufgabe. „Ich war in der Schule im Physik­Leistungskurs, das hat mir sehr viel Spaß gemacht. Deshalb wollte ich auch ein technisches Studium beginnen und habe mit Carl Zeiss einen sehr guten Partner gefunden, der mich unterstützt und bei dem ich viel lernen kann“, erklärt Stefan seine Entscheidung fürs Studium mit Carl Zeiss als Ausbildungsbetrieb. „Außerdem arbeite ich an ei­ nem wichtigen ZEISS Produkt, dem digitalen Projektor VELVET mit. Auch das ist sehr spannend und anspruchsvoll“, erzählt er weiter. Auch er findet es sehr beeindruckend, wie alle Mitarbeiter, eben auch die Azubis und Studenten, so schnell ins Team aufgenommen werden und wichtige Aufgaben übernehmen können. Dem pflichtet Gabriele Gördel bei. „Es ist uns sehr wichtig, dass un­ sere Auszubildenden von Anfang an Teil des Teams sind. Sie werden sehr schnell zu Zeissianern. In der Ausbildungszeit kann ich beobachten, welchen Reifeprozess sie hier bei uns durchlaufen. Aus Kindern werden Erwachsene.“ Carl Zeiss ist übrigens einer der großen Ausbildungsbetriebe. Jedes Jahr wer­ den hier am Standort Jena 25 neue Mitarbeiter ausgebildet und zumeist auch übernommen. Denn Zeiss bildet für den eigenen Bedarf aus und sieht jeden Azubi deshalb als den Mitarbeiter von morgen. Um Teil des Teams von 1.900 Zeissianern in Jena zu werden, kannst du dich in den Berufen Feinoptiker, Industriemechaniker, Mechatroniker oder Industriekaufmann ausbilden las­ sen. Studenten können mit Carl Zeiss als Praxispartner an der BA die Ab­ schlüsse Bachelor of Arts und Bachelor of Engineering in unterschiedlichen Fachrichtungen erwerben. Den besten Einblick ins Unternehmen kannst du jedes Jahr Anfang September bekommen. Dann lädt das Unternehmen zum Tag der Ausbildung Interessierte ins Jenaer Bildungszentrum ein und infor­ miert über die Ausbildungsberufe und Chancen bei Carl Zeiss in Jena. www.zeiss.de

WiYou . Wirtschaft und Du . Ausgabe 3­2012


Titelthema

Das Handwerk – Qualität setzt sich durch Am Anfang war ein Lehmklumpen – vielleicht nicht ganz korrekt, aber so oder so ähnlich könnte die Geschichte der Töpferei als einem der vielen traditionellen Handwerke begonnen haben. Die ältesten bisher gefundenen Keramikfiguren sind über 24.000 Jahre alt. Dass sie bis heute erhalten geblieben sind, spricht für Qualität – und damit liegt das Handwerk heute noch mehr denn je im Trend. Die maßgeschneiderte Bluse, die von Hand gefüllte Bratwurst, das stabil gebaute Regal – hier zeigt sich: Handarbeit bleibt auch nach 200 Jahren Industrieller Revolution qualitativ meist unge­ schlagen. Schade eigentlich, dass es trotzdem einen eher schlechten Ruf hat. Es stinkt, ist dreckig, stupide, körperliche Schwerstarbeit, bietet keine Karrierechancen – Vorurteile und vielleicht die Gründe dafür, dass sich die Jugend schwer damit tut, eine handwerkliche Ausbildung in Betracht zu ziehen. (Aktuell geht weniger als ein Drittel aller Auszubildenden in Deutschland in einem Handwerksbetrieb in die Lehre.) Doch wer mal einem Bäcker in die Rührschüssel, einem Zimmermann über die Schulter oder einem Elektriker auf den Phasenprüfer schaut, erkennt: „So ist das gar nicht.“ Denn auch hier ist die Zeit nicht stehen geblieben. Aus zum Teil mehrere Jahrhunderte alten Traditionen haben sich moderne, anspruchsvolle Berufe entwickelt, die natürlich immer noch handwerkliches Geschick, aber eben auch Köpfchen verlangen. Und technisches Verständnis. Und Kreativität. Und Feingefühl. Und das in allen Bereichen. Ob Bau und Ausbau, Bekleidung, Textil und Leder, Elektro und Metall, Gesundheit, Körperpflege, Chemisches und Reinigung, Glas, Papier und Keramik, Holz oder auch kaufmännisches Gewerbe – über 967.000 Handwerksbetriebe gibt es in Deutschland und 130 verschiedene Ausbildungsberufe stehen dort für dich zur Auswahl. Auch um deine Karriere musst du dir dabei keine Sorgen machen. Hast du deine Ausbildung erfolgreich ab­ geschlossen, stehen dir verschiedene Weiterbildungsmöglichkeiten offen, so etwa der Meisterbrief oder auch ein Studium. (mü)

Foto: smithore/123rf.com


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Titel

Gehörst du auch zu den Menschen, die sich, wenn sie unter der Dusche stehen, gern die Etiketten auf den Shampooflaschen durchlesen? Wenn ja, dann haben die Jungs und Mädels von X­label in Gebesee alles richtig gemacht. Die sorgen nämlich dafür, dass unter anderem Schauma­, Fructis­ und Fa­Produkte nicht nur mit informativen, sondern auch mit dekorativen Etiketten beklebt werden und auch nach mehreren Waschgängen noch gut aussehen.

Schicke Shampooflaschen Dauer: 3 Jahre Voraussetzung: mittlere Reife, gute Noten in Mathe, Kunst und Englisch, gestalterisches Talent, Kreativität, technisches Verständnis, Interesse an der Arbeit mit PC und digitalen Medien Chancen: Als Azubi entscheidest du dich für eine der drei Fachrichtungen Gestaltung und Technik, Beratung und Planung oder Konzeption und Visualisierung. Arbeitgeber sind dann später zum Beispiel Unternehmen der Druck­ und Medienwirtschaft, Verlage und Werbeagenturen.

r gestalte Medien d Print n u l a t i Dig (m/w)

Einer der insgesamt 225 Mitarbeiter des Etikettenherstellers X­label am

denn je nach Druckverfahren – es gibt viele verschiedene Arten – müssen die

Standort Gebesee ist Oliver. Der 26­Jährige steckt mitten im zweiten Lehrjahr

grafischen Elemente angepasst und entsprechend aufgebaut werden, damit

seiner Ausbildung zum Mediengestalter. Ein Traumberuf, auch wenn er ihn

die Farbe am Ende auch wirklich die ist, die der Kunde haben möchte. „Dafür

erst im zweiten Anlauf gefunden hat. „Meine Familie ist stark im Bauwesen

muss man nicht nur wissen, wie ein Grafikprogramm funktioniert, sondern

verwurzelt, deshalb hab ich mich zunächst auch für einen Beruf in dieser

eben auch die einzelnen Druckverfahren kennen“, erklärt Oliver. Und sein

Richtung entschieden und Bauingenieurwesen studiert“, erzählt Oliver. „Mit

Betriebsleiter Tan Pflieger ergänzt: „All unsere Azubis durchlaufen während

der Zeit wurde klar, dass das doch nicht das Richtige für mich war.“ Nach drei­

ihrer Ausbildung das gesamte Unternehmen, damit sie das Zusammenspiel

einhalb Jahren Studium zog er dann die Notbremse und machte sich auf die

der einzelnen Abteilungen verstehen und die Arbeit ihrer Kollegen besser ein­

Suche nach einer Ausbildung, die besser zu ihm passte. „Dass ich mich dann

schätzen können.“

für den Mediengestalter entschieden habe, lag zum großen Teil daran, dass ich mich schon immer für Gestalter­ und Layoutprogramme wie Photoshop,

Auch in der Berufschule bekommt Oliver das ‚volle Programm’ serviert: „Ich

InDesign oder Illustrator interessiert hab.“ Dabei gehe es ihm weniger um die

kann zum Beispiel Netzwerke konfigurieren, bin fit in Webgestaltung, weiß

kreative Arbeit, sondern mehr um die technischen Prozesse, die im Hinter­

wie ich ein Layout gestalte, wie ich Bilder und Texte einarbeite und bekomme

grund ablaufen. – Einer der Gründe, weshalb er mit seinem ersten Ausbil­

alle theoretischen Grundlagen für die Umsetzung vermittelt. Das ist eine gan­

dungsbetrieb nicht richtig warm wurde: „Ich war bei einem Messeunter­

ze Menge Lernstoff, und auch nicht immer einfach.“ Und gerade was das tech­

nehmen für die Gestaltung der Messestände zuständig. Aber ich war immer

nische Wissen angeht, sei man nie „ausgelernt“, weil sich Soft­ und Hardware

noch nicht zufrieden. Ich wollte mehr.“ Und Oliver bekam mehr, bei X­label

ja ständig weiterentwickelten.

hat er nun die Stelle gefunden, bei der alles passt: „Ich bin zwar Medien­ gestalter, aber in der Fachrichtung Gestaltung und Technik.“ Dabei ist nicht

Zwar hat Oliver noch ein bisschen Zeit, bis er entscheiden muss, wie es für

das Entwerfen eines Etikettes seine Aufgabe, sondern die technische Weiter­

ihn weitergeht, aber „das nächste große Ziel ist natürlich die Abschlussprüfung

verarbeitung der Grunddesigns, die meist von einer Grafikagentur geliefert

bei der IHK. Danach werde ich erstmal ein bisschen Berufserfahrung sammeln

werden. „Ich bekomme Vorlagen als Dateien und bereite sie dann so auf, dass

und dann vielleicht auch noch einmal studieren.“ (mü)

sie nach dem Druck exakt so aussehen, wie sich der Kunde das vorgestellt hat.“ Und das sei allein bei den Farben manchmal schon eine ganze Menge Arbeit,

Foto: René Weigel

www.x­label.com

WiYou . Wirtschaft und Du . Ausgabe 3­2012


Titel

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Warum macht ihr eure Ausbildung hier? Ein Ring aus geheimnisvoll leuchtenden Titankugeln und feuerorange­farbenem Zirkonia ... eine Kette aus Goldfäden und Rohdiamantwürfeln ... Ohrringe mit Blüten aus gravierten Serpentin und gelben Diamanten ... wirklich außergewöhnlich schöne Antworten, die Annegret und Laura da geben können.

Schmuckstücke Dauer: duale Ausbildung 3,5 Jahre; an einer Berufsfachsschule zwischen 2 und 3 Jahren, zum Teil mit Anschlusslehre Voraussetzung: handwerkliches Geschick, gut Fingerfertigkeit, Liebe zum Detail, Sinn für Ästhetik, räumliches Vorstellungs­ vermögen Chancen: Nach deiner Ausbildung kannst du dich als Geselle auf den Weg zum Meister machen, oder auch ein Studium anschließen, sofern du

Gold­ d schmie

die Hochschulzugangs­ berechtigung besitzt.

(m/w)

Die beiden sind Goldschmiedeazubis. Ihre Lehrstube ist das Garzareck­

Gefühl für das Material und Kreativität ist bei Goldschmieden nämlich eine

Todorov­Schmuckatelier im Süden von Arnstadt. Ein bisschen unscheinbar

ganze Menge handwerkliches Geschick gefragt. Und, ganz wichtig, findet auch

wirkt das kleine, alte Häuschen, in dessen Erdgeschoss die kleine (Hand­)

Annegret, sei die Geduld. „Man arbeitet mit zum Teil sehr großen Werkzeugen

Werkstatt ihr Zuhause hat, aber es passt zur Schmuckphilosophie, in der ganz

an sehr kleinen Dingen.“ Bei so einer ‚Fitzelei‘ am Ball zu bleiben, sei manch­

besondere Unikate die Hauptrolle spielen. Denn hier geht es nicht um „Main­

mal gar nicht so einfach: Am Laser zum Beispiel könne es eine lange Zeit dau­

streamschmuck“: „Die Dinge, die hier entstehen, sind immer etwas ganz

ern, bis man alles so positioniert hat, dass es passt. Dieser Laser, mit dem sich

Einzigartiges, bei dem man am Anfang nicht immer weiß, wie es am Ende aus­

auch winzigste Teile zusammenschweißen lassen, ist übrigens eines der mo­

sehen wird“, erklärt Kirsten Garzareck, die das Atelier gemeinsam mit ihrem

dernsten Arbeitgeräte in dem ‚alten‘ Ausbildungsberuf, und man ist bei

Mann Stefan Todorov betreibt. „Wir sind eben keine Standardgoldschmiede,

Garzareck stolz darauf, traditionelles Arbeiten mit modernen Techniken wei­

und das schlägt sich auch auf die Ausbildung nieder.“ Auch Annegret weiß das,

terentwickeln zu können. Annegret und Laura profitieren aber nicht nur von

und sie findet es gut: „Mich hat das Konzept überzeugt. Zumal es für die Arbeit

einer gut ausgestatteten Werkstatt, sie dürfen auch in der unternehmensei­

auch von Vorteil ist. Man kann freier und kreativer arbeiten, und da es keine

genen Galerie selbst mal hinter der Schmucktheke stehen und ihre Schmuck­

Kundenaufträge sind, steht man nicht so unter Zeitdruck.“ Annegret sitzt an

stücke an den Mann – oder eher: an die Frau – bringen.

einer großen, groben Werkbank und arbeitet gerade an einem Paar filigraner Ohrringe, bei dem sie eine silberne Halbkugel mit verschiedenen Edelsteinen

Angefangen haben beide übrigens an der Berufsfachschule für Schmuck in

verziert. Vor ihr liegt eine große Auswahl dieser Steine in verschiedenen

Pforzheim. „Wir sind aber aus etwas unterschiedlichen Richtungen gestartet“,

Farben und Formen: „Ich weiß noch nicht, welche ich nehme. Man muss im­

erklärt Annegret: „Ich habe an der Schule den zweijährigen theoretischen Teil

mer sehen, wie es wirkt.“ Gewirkt hat ein Schmuckstück bei Laura, als sie sich

der Goldschmiede­Ausbildung absolviert und habe dann nach der Abschluss­

für ein Ausbildungsunternehmen entscheiden musste. „Bei einer Anzeige war

prüfung die Praxis, die dann noch mal eineinhalb Jahre dauert, angefangen.“

das Bild von einem goldenen Ring dabei, der hat mir so gefallen, dass die Wahl

Laura hingegen hatte ein Jahr länger Unterricht an der Schule, aber dafür auch

schnell auf Garzareck­Todorov gefallen war.“ Nun sitzt Laura neben Annegret

schon eine abgeschlossene Ausbildung als staatlich geprüfte Gestalterin. Kirs­

an der Werkbank und baut Fassungen für Edelsteine. Sehr konzentriert sieht

ten Garzareck erklärt: „Es gibt viele verschiedene Wege zum Goldschmied, ob

sie aus: „Das ist manchmal ganz schön knifflig. Der Edelstahl führt ein

Vollzeitschule oder dual. Alles hat Vor­ und Nachteile, dass Wichtigste ist ein­

Eigenleben und ist nicht immer leicht in Form zu kriegen.“ Neben einem

fach, dass man mit Herz dabei ist.“ (mü)

WiYou . Wirtschaft und Du . Ausgabe 3­2012

Foto: Manuela Müller


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Titel

Kleider machen Leute – und dafür braucht es Leute, die Kleider machen, wie Karl Lagerfeld, Ed Hardy, Donatella Versace oder auch wie Sabrina. Die 25­Jährige Thüringern ist eine designende Maßschneiderin aus Leidenschaft und führt in der Erfurter Innenstadt ihre eigene kleine Boutique, in der sie ihre Kunden in maßgeschneiderte Hand­made­Mode steckt und mit Nadel und Faden ganz bodenständig Haut­Couture­Träume erfüllt.

Ausbildung maßgeschneidert Dauer: ­ Studium Modesign: drei Jahre ­ handwerkliche Ausbildung zur Maßschneiderin: zwei bis drei Jahre Voraussetzung: handwerkliches Geschick, räumliches Vorstellungsvermögen, Kreativität, Gefühl für Ästhetik, zeichnerisches Grundtalent Chancen: Du arbeitest in Ateliers oder Werkstätten, für Designer, Schneider und Modehäuser, oder – mit der entsprechenden Weiterbildung – selbstständig.

Maßd­ er schnewi) (m/

Modedesigner – für viele ein Traumberuf. So war auch die kleine Sabrina aus

Maßschneiderin und der Platz an der Uni auch kein Problem mehr. Mit Grund­

Hildburghausen fasziniert von Kleidern, und wusste, kaum dass sie in die Schu­

wissen um Garn und Co ausgestattet, ging es so an die höhere Berufsfachschu­

le kam: Wenn ich groß bin werde ich Designer! „Das hat sich dann über die

le in Schwerin zum Modedesign­Studium. „Da hab ich dann gemerkt, dass ich

Jahre verstärkt“, erzählt Sabrina heute: „Ich hatte während der Schulzeit im­

es viel leichter habe, als meine Kommilitonen. Die mussten neben dem eigent­

mer mal wieder Praktika in einer kleinen Schneiderei gemacht und dann auch

lichen Designen auch das Nähen erst lernen, und das kann einen ganz schön

meine Seminarfacharbeit über Mode geschrieben.“ Eigentlich wollte sie nach

viel Zeit kosten, wenn es darum geht, die eigenen Entwürfe umzusetzen.“

dem Abitur auch gleich ins Modesdesign­Studium starten. Die Hochschulen setzen in der Regel aber einiges an Erfahrung im Modebereich voraus. Etwas,

In der Theorie standen diesmal eher Mode und Gestaltung als Material und

dass Sabrina trotz Schülerpraktika noch fehlte. „Also habe ich entschieden, ei­

Maßnehmen im Mittelpunkt. „Kostümgeschichte zum Beispiel wurde sehr

ne Maßschneiderlehre zu machen und das Handwerk richtig von der Pike auf

detailliert besprochen, und das ist auch wichtig“, weiß Sabrina, „denn die

zu lernen.“ Im Nachhinein auch genau der richtige Weg, wie Sabrina heute

Mode knüpft immer an etwas an, das irgendwann schon mal irgendwie da

weiß. „In meiner Ausbildung ging es um die Grundfertigkeiten, um Näh­ und

war.“ Auch wenn manchmal nicht da, wo man es vermutet: „Für meine Ab­

Schnitttechniken. Das ist etwas, was vielen dann beim Studium oder auch im

schlussarbeit habe ich mich vom Schokoladenregal eines Supermarktes inspi­

späteren Berufsleben fehlt.“ Sabrina hatte außerdem den Vorteil, dank des

rieren lassen.“ Ungewöhnlich, aber erfolgreich. Und so konnte sie sich nach

kleinen Ausbildungsbetriebes verschiedene Arbeitsbereiche kennenzulernen.

drei Jahren staatlich geprüfte Modedesignerin nennen und in die große weite

„Ich war beispielsweise auch bei Kundengesprächen und Anproben dabei und

(Mode­)Welt starten. „Das war aber gar nicht so einfach. Ich war auf der Suche

habe viele Erfahrungen im Umgang mit Menschen gemacht.“ Das sei in großen

nach einer Anstellung bei einem Designer, wollte mich aber nicht auf einen

Unternehmen oft nicht möglich, aber in einem Beruf, der doch nah an den

bestimmten Bereich beschränken und auch das Nähen nicht aufgeben.“ Sie

Menschen herangeht, sehr wichtig.

fand keine passende Stelle und wagte stattdessen mit einer ehemaligen Kom­ militonin den Schritt in die Selbstständigkeit. „Wir haben ein dreiviertel Jahr

In der Berufsschule stand ergänzend zur Praxis unter anderem Material­

geplant, einen Existenzgründerkurs gemacht, uns einen Laden mit Werkstatt

kunde auf dem Plan. „Denn ob Seide oder Baumwolle – man muss über

eingerichtet, und losgenäht.“ Das war vor einem Jahr. Inzwischen ist Sabrina

Verarbeitung und Pflege eines jeden Stoffes Bescheid wissen.“ Nach dank

alleinige Geschäftsführerin und sich sicher: „Dieser Beruf ist manchmal sehr

Abitur verkürzter Ausbildung war Sabrina nach nur zwei Jahren ausgebildete

hart, aber auch eine Erfüllung, wenn man mit Herzblut dabei ist.“ (mü)

Foto: Manuela Müller

WiYou . Wirtschaft und Du . Ausgabe 3­2012


Titel

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Bauteile verdrahten, Montageplatten bestücken, Stromlaufpläne konstruieren, mit Mess­, Steuer­ und Regelungstechnik umgehen, aber auch mal ein Gewinde schneiden, Sägen oder Feilen – das Berufsbild des Elektronikers für Betriebstechnik ist sehr vielfältig. Davon konnte sich WiYou hautnah in Pößneck überzeugen. Bei der Lochner Gruppe trafen wir die 23­jährige Anja und den 19­jährigen Tommy. Beide ermöglichten uns verschiedene Blickwinkel des Berufsbildes und er­ zählten uns, wie die Spannung im Unternehmen hochgehalten wird.

Die Spannung hochhalten niker o r t k e l E bs­ e i r t e B für technik Dauer: 3,5 Jahre

(m/w)

Ausbildungsberuf der IHK Voraussetzung: Realschulabschluss, gute Noten in Mathe und Physik, handwerkliches Geschick, gutes Auge, selbstständiges Arbeiten Chancen: nach erfolgreicher Ausbildung Möglichkeit Meister/Techniker oder Studium Automatisierungstechnik mit entsprechender Hochschulreife

Sobald das Radio oder ein Haushaltsgerät ausfiel, begann Tommy schon in

dann die Berufsschule. Dort werden eher Kenntnisse vermittelt, die nicht von

jungen Jahren einfach mit dem Schrauben. Dinge selbstständig zu bearbeiten

Beginn an mit dem Betriebselektroniker in Verbindung gebracht werden.

und das nötige Eigeninteresse unterstützten seine Entscheidung. Für Anja war

Großer Schwerpunkt ist Informatik. Außerdem bildet die englische Sprache

es ein Ziel, nach der kaufmännischen Ausbildung eine völlig neue Richtung

einen wichtigen Baustein der Berufsausbildung.

einzuschlagen. Sie wollte handwerklich tätig werden und nach Probearbeiten war sie sicher, den richtigen Beruf gefunden zu haben. So entschieden sich

Dafür bietet die Lochner Gruppe übrigens den Azubis ab dem dritten Lehr­

beide für die Ausbildung bei der Lochner Gruppe in Pößneck und den

jahr eine Sprachreise. Stolz erzählt uns Anja: „Ich war letztes Jahr drei Wochen

Elektroniker für Betriebstechnik.

im Süden Englands. Der Aufenthalt wurde vom Unternehmen gefördert und organisiert. Das war mein erster Flug überhaupt und eine große Heraus­

Dabei ist eine solide Grundausbildung in Physik und Mathematik gefragt. In

forderung. Es war spannend, sich dort allein zu orientieren und den Tag selbst­

der dreieinhalbjährigen Ausbildung wirst du elektrische Anlagen in Betrieb

ständig zu gestalten.“ Sie habe viel dazu gelernt, ist im Umgang mit Menschen

nehmen, Leitungsführungssysteme installieren, Schaltgeräte zusammenbauen

offener geworden und hat sprachlich viele neue Fachbegriffe mitgenommen,

und sie verdrahten. Handwerkliches Geschick und selbstständiges Arbeiten

verrät sie uns weiter. Auch Tommy freut sich gespannt auf seine Sprachreise.

sind wünschenswert. In der Lochner Gruppe erfolgt die Berufsausbildung nicht

Zur Auswahl stehen Norwegen oder Irland.

nur im Lehrkabinett. Die Lehrlinge sind stets da, wo Produktion gefordert ist. Sie begleiten einzelne Prozesse von Anfang bis Ende. Von der Konstruktion bis

Für die Zukunft denken beide an Zusatzqualifikationen wie eine Techniker­

zur Montage beim Kunden. „Unser Chef verfolgt die Philosophie, dass nie­

oder Meisterschule sowie ein Studium für Automatisierungstechnik. Doch

mand auf den ersten Blick erkennen soll, wer hier der Lehrling ist“, verriet uns

erst möchten sie die Ausbildung abschließen und dann weitersehen. „Die

Anja.

Übernahmechancen stehen sehr gut, da das Unternehmen vorwiegend aus eigenem Nachwuchs schöpft“, berichtet Anja. Beide sind überzeugt, ihren

Im Grundjahr der Ausbildung dreht sich alles ums Metall. Es werden typische

Traumberuf gefunden zu haben und möchten auch in Zukunft die Region nicht

Metallbearbeitungen wie Sägen, Feilen oder Gewindeschneiden durchgeführt.

verlassen. (en)

„An die handwerklichen Tätigkeiten musste ich mich erst gewöhnen, heute ist das jedoch kein Problem mehr“, berichtet Anja. Die nötige Theorie vermittelt

WiYou . Wirtschaft und Du . Ausgabe 3­2012

www.lochner­gruppe.de

Foto: Eric Neumann


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Bystronics Nachwuchs

Konstruktionsmechaniker/innen FR Ausrüstungstechnik arbeiten in den Bereichen Blechbearbeitung, Baugruppenvormontage und Maschinenmontage. Zu ihren Aufgaben gehört das Schneiden, Kanten und Biegen von Blechen nach Maß, ebenso wie das

Die Dose, aus der du dir deine Ravioli fischst, das Gehäuse, dass deinen Rechner schützt, wenn du dagegen stößt oder dein erstes Auto – viele der Gegenstände um dich herum wären ohne Blech ziemlich aus der Form geraten. Damit eben das aber nicht passiert, muss auch das Blech selbst erst einmal in Form gebracht werden. Und das funktioniert am besten mithilfe so­ genannter Biege­ maschinen, wie sie zum Beispiel bei Bystronic in Gotha hergestellt werden.

Fertigen und Montieren von Bauteilen, Baugruppen

24 der 184 dort beschäftigten Mitarbeiter sind Azubis, wie die beiden 19­jährigen Thürin­ ger Holger und David. Holger macht eine Ausbildung zum Konstruktionsmechaniker, Da­ vid zum Elektroniker für Betriebstechnik. Beide sind im dritten Lehrjahr und wie ihr Ausbildungsleiter

Werner

Schwarz sagt: „nicht nur ein­ fach Azubis, sondern vielmehr vollwertige Mitarbeiter.“ Ihre Aufgaben sind dabei zwar miteinander verbunden, aber dennoch sehr unter­ schiedlich. Holger ist in der Montage

eingesetzt.

Das

heißt, er baut einzelne Kom­ ponenten und ganze Baugrup­ pen zusammen beziehungs­ weise an Maschinen an. Da werden zum Beispiel große Blechplatten angeliefert, die dann auf die passende Größe zurechtgeschnitten und mit Bohrungen oder Ausschnitten versehen und miteinander verbunden werden müssen. „Wir fangen hier quasi bei Null an, bauen also die gesamte

und Maschinen nach Zeichnung.

Maschine von Grund an selbst auf“, erklärt er. Dazu braucht es nicht nur handwerkliches Geschick, sondern

Dauer: 3,5 Jahre

auch jede Menge Fähig­ und Fertigkeiten. Und die müssen erstmal geübt wer­ den „Wir organisieren für unsere Azubis das erste Lehrjahr in verschiedenen

Voraussetzungen: gute Noten in Mathe und Technik,

Lehrwerkstätten“, sagt Ausbildungsleiter Werner Schwarz, „das heißt, sie be­

räumliches Vorstellungsvermögen, gute Hand­Augen­

kommen neben dem Berufsschulunterricht alle Grundlagentechniken, wie et­

Koordination

wa Fräsen, Schneiden, Bohren vermittelt. Wenn sie ab dem zweiten Jahr dann im Unternehmen sind, können wir sie sofort in die Produktion mit einbezie­ hen.“ Und so fühlte sich auch Holger von Anfang an als Teil des Bystronic­

DEINE AUSBILDUNG BEI BYSTRONIC:

• Konstruktionsmechaniker/in

• Mechatroniker/in

• Zerspanungsmechaniker/in

• Verfahrensmechaniker/in für

• Elektroniker/in für

Beschichtungstechnik

Betriebstechnik

• Industriekauffrau/­mann


Anzeige

Teams. „Wenn ich am Ende vor der fertigen Maschine stehe, und beim Probelauf sehe, wie sich alles dreht und bewegt, und weiß, dass ich meinen Anteil daran habe, ist das ein tolles Gefühl.“ Damit allerdings beim Probelauf überhaupt etwas in Bewegung gesetzt wer­ den kann, muss auch David seine Arbeit ordentlich gemacht haben. Als Elektroniker für Betriebstechnik ist es nämlich seine Aufgabe, dafür zu sorgen, dass Strom in der Maschine fließt: „Dafür fertige ich erst einmal hier in der Werkstatt die Kabelsätze an, bevor ich dann in der Produktionshalle direkt an der Maschine die verschiedenen Einzelteile und den Schaltschrank anschlie­ ße.“ Eine wahrhaft spannende Arbeit. Und für David schon fast eine Leiden­ schaft: „Der Strom hat mich schon immer fasziniert. Man bekommt ihn eigent­ lich nicht mit, man riecht und sieht ihn nicht, und doch ist man so sehr auf ihn angewiesen.“ Begeisterung allein reicht aber auch für einen Elektroniker nicht aus. Genau wie Holger hat so auch David das erste Jahr seiner Ausbildung au­ ßer in der Berufsschule in einem Bildungszentrum verbracht. „Man lernt da einfach alles von der Pike auf, und weiß dann im Unternehmen gleich richtig mit anzupacken.“ Und das manchmal im wörtlichen Sinn: „Klar ist die Arbeit hier etwas anderes, als täglich acht Stunden am Schreibtisch zu sitzen. Wir müssen schon mal auf, unter und über die Maschine klettern und auch mal schwere Sachen heben“, sagt David, der sich aber freut, denn gerade das sei etwas, was ihm Spaß mache. „Es wird einfach nie langweilig“, findet auch Holger, beide sind aber froh, dass die wirklich schweren Lasten mit Kränen ge­ hoben werden, denn 30 Tonnen schwere Teile heben auch die eifrigsten

Elektroniker/innen für Betriebstechnik

Azubis nicht von Hand. „Nichtsdestotrotz zählt natürlich die menschliche Arbeitskraft“, erklärt Schwarz, und das gelte eben auch für die Azubis. Eine Wertschätzung, der

fertigen elektrische Baugruppen, installieren Ma­

Bystronic Rechnung trägt neben einer umfassenden, nach den zentralen

schinen und Anlagen und führen selbstständig die

Richtlinien der IHK ausgerichteten Ausbildung und zahlreichen Weiterbil­

Inbetriebnahme und Fehlersuche an diesen Maschi­

dungsmöglichkeiten in Form von Pflicht­ und Wahllehrgängen soll dabei das

nen durch, welche mit speicherprogrammierbaren

Menschliche nicht zu kurz kommen. „Wir sind ein Betrieb, der ausschließlich

und numerisch/grafischen Steuerungen ausgerüstet

auf Teamarbeit basiert“, so Schwarz. „Und da legen wir besonderen Wert auf

sind.

die sozialen Kompetenzen.“ Letztere konnten David und Holger in diesem Frühjahr dann einmal international beweisen: Für acht Wochen ging es für

Dauer: 3,5 Jahre

beide zu einem Lehrlingsaustausch in die Schweiz, zum Stammsitz der Firma Bystronic. „Ein Erlebnis, was ich auf keinen Fall missen möchte“, so Holger,

Voraussetzungen: gute Noten in Mathe, Natur­

und auch David findet: „Das hat mich in meinem Beruf, aber auch als Mensch

wissenschaften, Technik und Informatik, handwerk­

weiter gebracht.“ Beide wollen nach dem Ende ihrer Ausbildung bei Bystronic

liches Geschick, technisches Verständnis

bleiben. „Die Chancen dafür stehen gut, denn wir bilden für den Eigenbedarf aus“, so Schwarz.

INFORMATIONEN UND BEWERBUNGEN:

Bystronic Maschinenbau GmbH

Sabine Gustke, Personalleiterin

Mühlhäuser Straße 3

Tel.: 03621 ­ 383 312

99867 Gotha

career.bending@bystronic.com www.bystronic.com


20

Titel

Die Luft riecht wie frischgebacken und irgendwie ganz fein nach Zucker. Zwischen mehrstöckigen Cremetorten, fruchtigen Obstteilchen, erlesenen Trüffel­ pralinen und verführerischen Speiseeiskreationen – im Schlaraffenland aller Schleckermäuler und Naschkatzen – macht sich Azubi Alexander im Backhaus Nahrstedt an seine Arbeit.

Meerjungfrauen aus Marzipan Dauer: 3 Jahre Voraussetzung: Freude am Umgang mit Lebensmitteln, Arbeiten nach strengen Hygienevorgaben, Kreativität, handwerkliches und künstlerisches Geschick Chancen: Du arbeitest in Backstuben oder ­ betrieben, kannst einen Meisterausbildung anstreben und selbst praktisch ausbilden oder dich selbstständig machen.

r Kond/wit) o (m

Heute im Angebot: Erdbeersahneröllchen. Dafür muss Alexander einen

te, „aber es ist trotzdem auch was anderes.“ Denn als Konditor hat man haupt­

Biskuitteig anschlagen, ihn ausstreichen und backen, dann die Sahne schlagen,

sächlich mit Sahne, Buttercreme und Marzipan, mit Pralinen und Speiseeis –

sie mit den Erdbeeren frisch zubereiten, auf den Biskuitboden streichen und

dem ganzen Süßem eben – zu tun. „Das ist sehr umfangreich und vielfältig.

alles vorsichtig zusammenrollen und schneiden – und das insgesamt 500 Mal.

Auch darum mag ich diesen Beruf. Mal sind es eben hunderte Sahneröllchen,

„ Wir sind hier ein sehr großes Unternehmen, da sind das normale Mengen“,

ein anderes Mal muss ich eine einzelne Torte auf Bestellung herstellen und

erklärt Alexander, der jetzt im dritten Jahr seiner Ausbildung zum Konditor ist,

verzieren, und das kann ganz schön knifflig sein.“ Zum Beispiel, wenn eine

aber schon eine abgeschlossene Lehre als Bäcker vorweisen kann. „Nach ei­

Meerjungfrau aus Marzipan die Torte krönen soll. Als Konditor muss man

nem Schulpraktikum in einem Backbetrieb war für mich damals schon klar, in

nämlich nicht nur dafür sorgen, dass etwas gut schmeckt, sondern auch dafür,

dieser Branche will ich meine Ausbildung machen. Das mit der Lehrstelle hat

dass es gut aussieht. Nach dem Backen und Füllen macht sich Alexander dann

dann auch gleich geklappt.“ Als Bäcker hatte es Alexander überwiegend mit

mit Lebensmittelfarbe und Marzipan ans Werk und zaubert filigrane Kunst­

Teigwaren wie Brot, Brötchen und feinen Backwaren zu tun. Und das zu nacht­

stücke nach Kundenwunsch. „Ein bisschen Kreativität und ein Händchen fürs

schlafender Zeit: „Arbeitsbeginn war oft um acht Uhr abends, aber daran ge­

künstlerische Gestalten muss man dafür schon mitbringen“, weiß auch

wöhnt man sich“, sagt er. Auch sonst sei der Bäckerberuf besser als sein Ruf.

Alexanders Ausbilderin Uta Hasert. „Auch Mathe und Chemie sind wichtig,

Die Zeiten, in denen man zentnerschwere Mehlsäcke schleppen musste und

denn ein Konditor hat nicht immer die Rezepte für die richtigen Mengen, und

stundenlang von Hand Brotteige kneten musste, seien lange vorbei. „Gerade

muss selbst umrechnen. Chemie braucht man, um in der Berufsschule in der

in größeren Bäckereien gibt es inzwischen viele Maschinen, die die Arbeit er­

Lebensmittelchemie den Anschluss nicht zu verlieren.“ Im Unterricht dort be­

leichtern. Bei uns zum Beispiel kommt Mehl und Getreide per Knopfdruck aus

kommt Alexander wie schon bei seiner Ausbildung zum Bäcker nun auch als

dem Silo und der Brotteig wird maschinell geknetet und gewirkt“, erklärt

Konditorschüler die Theorie vermittelt, die den praktischen Tätigkeiten zu­

Alexander.

grunde liegt. „Da geht es um die einzelnen Zutaten und Produkte, sowie um die verschiedenen Techniken der Herstellung. Aber zum Beispiel auch Zeich­

Sauerteig und Co waren ihm jedoch nicht genug – schon während der

nen lernen“, so Alexander. Im Backhandwerk rundum ausgebildet möchte er

Ausbildung zum Bäcker hatte er beschlossen, noch Konditor zu lernen. Die

in Zukunft dafür sorgen, dass sich auch die nächste Generation in der Back­

beiden Berufe haben zwar viel gemeinsam – das erste Lehrjahr zum Beispiel

stube zurechtfindet: „Ich werde mein Abi nachholen und studieren, um später

ist bei beiden identisch, weshalb Alexander gleich ins zweite einsteigen konn­

als Berufschullehrer zu arbeiten.“ (mü)

Foto: ... Manuela Müller

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Titel

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Christian ist 22 Jahre alt und macht eine Ausbildung zum Fleischer bei Kaufland. Inzwischen ist er im zweiten Lehrjahr und bereits sicher, den richtigen Beruf gewählt zu haben. „Ich habe sehr viel Spaß bei meiner Arbeit“, erzählt er. Zur Zeit lernt er in einer der Lehrwerkstätten des Berufsschulzentrums in Mühlhausen, Fleisch­ und Wurstwaren herzustellen.

Der durch den Wolf dreht r e h c s i e l F ) (m/w

Dauer: 3 Jahre Voraussetzung: guter Hauptschul­ abschluss mit guten Noten in Mathe und Bio, Sorgfalt, Qualitäts­ und Verantwortungsbewusstsein Chancen: Wie in jedem Handwerksberuf kann auch hier der Meister angestrebt werden.

In der Lehrwerkstatt im Berufsschulzentrum Mühlhausen findet sowohl die

Messer. „Man muss natürlich sehr konzentriert arbeiten, nicht nur, wenn man

theoretische als auch ein Großteil der praktischen Ausbildung statt. Dabei

das Fleisch schneidet, sondern auch im Umgang mit den Maschinen. Diese

unterscheidet sich die Lehrwerkstatt aber kaum von der „echten“ Arbeitsstelle

kommen beispielsweise zum Einsatz, wenn das zerlegte Fleisch abgewogen

im Unternehmen. Auch wenn da natürlich alles viel größer ist und es viele ver­

wird. Je nach dem, was daraus werden soll, wird es gekuttert oder durch den

schiedene Abteilungen gibt. Später ist es gerade in Großbetrieben so, dass

Wolf gedreht, das heißt, zerkleinert oder zu Brät verarbeitet. Dann werden die

nicht jeder alles macht, lernen muss es ein Fleischerazubi aber trotzdem. So

Würste gefüllt, anschließend in die Kühl­ oder eine Räucherkammer gebracht

beispielsweise das Ausbeinen, Zerlegen, Auslösen und Zuschneiden von

und dort aufgehängt. Soll aus dem Fleisch ein Braten werden, wird es gewürzt

Fleisch, die Qualitätsbeurteilung, die Herstellung und das Haltbarmachen von

oder eingelegt.

Fleisch­ und Wurstwaren und die eigenständige Zubereitung kleinerer Ge­ richte.

Alle sechs Wochen sind die Azubis dann im Unternehmen, wo sie es auch

Das alles erfolgt nach strengen Sicherheits­ und Hygienevorschriften. Diese

chen“, sagt Christian. „Nur dass man im Betrieb noch etwas mehr an Maschi­

gehören neben allem rund um Fleisch und Fleischverarbeitung auch zum theo­

nen oder dem Förder­ beziehungsweise Zerlegeband arbeitet.“

mit Rind und Co. zu tun haben. „Die Aufgaben sind aber eigentlich die glei­

retischen Teil der Ausbildung, der im Berufsschulunterricht vermittelt wird. Auch Mathematik spielt eine wichtige Rolle, da beispielsweise die Prozent­

„Bis jetzt gab es noch nichts, was mir keinen Spaß gemacht hat“, sagt Chris­

rechnung Voraussetzung für das richtige Zusammenstellen der Gewürz­

tian, der eher zufällig über den Fleischerberuf stolperte. „Ich war damals auf

mischungen ist.

der Suche nach einer Ausbildung, als ich die Anzeige von Kaufland sah. Sofort habe ich mich weiter darüber informiert und eine Bewerbung geschrieben.

Beim Zerlegen der Schweinehälften ist handwerkliches Geschick gefragt.

Das hat dann auch gleich geklappt. Heute bin ich mir sicher, die richtige

„Hier in der Lehrwerkstatt bekommen wir montags immer die frischen

Entscheidung getroffen zu haben.“ So hat Christian auch für die Zeit nach der

Schweinehälften angeliefert. Diese müssen dann erst einmal auseinander ge­

Ausbildung schon konkrete Pläne: „Ich möchte nach meinem Abschluss im

nommen werden.“ Inzwischen machen Christian und seine Azubikollegen das

Unternehmen bleiben und erst einmal Berufserfahrung sammeln. Außerdem

schon relativ selbstständig. Ein Ausbilder ist aber dennoch immer in der Nähe

bietet Kaufland auch für die weitere berufliche Entwicklung gute Karrierechan­

und schaut den angehenden Fleischern über die Schulter und auf die scharfen

cen. (em)

WiYou . Wirtschaft und Du . Ausgabe 3­2012

Foto: Manuela Müller


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Titel

In deiner Schule löst plötzlich die Sirene der Brandmeldeanlage aus, am Bahnhof hörst du die Durchsage über eine Verspätung deines Zuges oder es klingelt einfach nur an deiner Haustür. In solchen Fällen könnte Enrico Gödicke am Werk gewesen sein. Der 24­Jährige aus Sachsen­Anhalt absolviert zurzeit das zweite Ausbildungsjahr bei der TELBA GmbH Niederlassung in Erfurt und fand seine Berufung als Elektroniker für Informations­ und Telekommunikationstechnik. Gemeinsam mit Enrico konnte WiYou im Berufsbildungszentrum der Handwerkskammer in Bindersleben in die Welt der Schwachstromtechnik eintauchen.

Mit wenig Aufwand am weitesten Dauer: 3,5 Jahre Ausbildung Ausbildungsberuf der HWK Voraussetzung: guter Realschulabschluss, gute Noten in Mathe und Physik, handwerkliches Geschick, technisches Verständnis, selbst­ ständiges Arbeiten, Beobachtungsgenauigkeit und räumliches Verständnis Chancen: Nach erfolgreicher Ausbildung ist die Qualifizierung zum Meister oder Techniker möglich

r niker fü o r t k e l E nd tions­ u Informa nikations­ mu Telekom chnik te (m/w)

Die TELBA GmbH mit 115 Mitarbeitern beschäftigt sich mit jeglichem Strom

schnitte. Außerdem solltest du neben der Fingerfertigkeit, auch ein gutes Auge

unter 220 Volt. Es handelt sich dabei um Meldeanlagen in Krankenhäusern,

und Teamfähigkeit besitzen. „Neugier ist erwünscht, denn Fragen kostet

Einbruchmeldeanlagen, Sprechanlagen auf Bahnhöfen aber auch Telefonan­

nichts“, meint Enrico. Die nötige Kommunikation erfordert auch die Arbeit mit

lagen und Drahtlosfunksysteme. Zur Ausbildung gehören Planung und Instal­

dem Kunden, denn du agierst als Vermittler der Technikerwelt – da kann der

lation der genannten Sicherheits­ und Kommunikationssysteme, sowie Mon­

Kunde schon mal etwas nicht verstehen und sucht bei dir nach einer verständ­

tage und Inbetrieb nahme. Innerhalb der dreieinhalbjährigen Ausbildung wirst

lichen Erklärung. Bei der TELBA GmbH geht es direkt mit auf die Baustelle.

du außerdem Wartungs­ und Reparaturarbeiten durchführen können und auf Baustellen oder auch in Büroräumen unterwegs sein.

Enrico ist begeisterter Elektroniker und kann sich keinen anderen Beruf mehr

Nach seiner schulischen Ausbildung zum Assistenten für Informationsverar­

ren, wäre ein Traum“, lässt er uns wissen. Er fühlt sich wohl auf der Baustelle

beitung wollte Enrico weiter seiner Leidenschaft nachgehen – der Program­

und schaut auf Montage meist wissbegierig auf die anderen, stets auf der

mierung. Mit dem Laptop eine Anlage programmieren, da leuchten die Augen

Suche nach Verbesserung und nach dem besten Weg ans Ziel zu kommen. Er

des Azubis. Jedoch konnte sich Enrico schnell davon überzeugen, dass mehr

nennt es „learning by doing, das gehört eben dazu.“

vorstellen. „Einmal als Bauleiter oder Projektleiter der TELBA GmbH zu agie­

als nur die Informatik gefragt ist. „Ich hätte mir mehr davon gewünscht, doch gerade die Montage­, Steuerungs­ und Planungsprozesse machen den Beruf

Eine Rückkehr nach Sachsen­Anhalt ist für Enrico kein Thema, er fühlt sich

ja so vielseitig.“ Mal eine Steckdose oder einen Lichtschalter in Betrieb neh­

in Thüringen sehr wohl. In der Woche ist er ja meist auf Montage unterwegs,

men, eine Lampe anschließen, mal Sägen oder auch mal Bohren. „Aber es ist

aber das macht ihm keine Probleme. Mit der TELBA GmbH hat sich sein erster

toll, etwas erfolgreich zu beenden, den Bau Schritt für Schritt zu begleiten und

Eindruck nicht getäuscht, das Arbeitsklima stimmt und er sieht begeistert dem

letztlich das gewünschte Signal zu hören“, fügt er hinzu.

Rest seiner Ausbildung entgegen. (en)

Als Elektroniker für Informations­ und Telekommunikationstechnik brauchst du einen guten Realschulabschluss. Enrico hat ihn geschafft und meint: „Mathe ist das A und O“. Die Berufsschule vermittelt dir die elektrischen Grundlagen. Du berechnest Kabelstärken, Kabellängen und Leitungsquer­

Foto: Eric Neumann

www.telba.de

WiYou . Wirtschaft und Du . Ausgabe 3­2012


Thüringer Elektromotorenwerk Renke & Müller GmbH

Damit die Welt sich auch in Zukunft dreht …! – ELEKTROMOTOREN DER RENKE & MÜLLER GMBH AUS SAALFELD – Als traditionelles Elektromotorenwerk fertigen wir das Thüringer Unternehmen Renke & Müller GmbH seit über 75 Jahren am Standort Saalfeld Elektromotoren. Unsere Motoren finden sich wieder im Spezialmaschinen- und Werkzeugbau, in der Schifffahrtsindustrie, in der Medizintechnik, der Automobilindustrie und in Windkraftanlagen.

Auf einem erfolgreichen Weg und für den zukunftsorientierten Ausbau unseres Unternehmens suchen wir dich als

Elektroniker/in für Maschinen und Antriebstechnik Deine Hauptaufgabe wird es zukünftig sein, dir all das Wissen zur Herstellung von elektrischen Spulen und Drahtwicklungen sowie Elektromotoren anzueignen und dein Können erfolgreich in der Praxis einzusetzen. Ferner gehören zu deinen Aufgaben, die Montage, Inbetriebnahme und Instandsetzung von elektrischen Maschinen und Antriebssystemen. Die 3,5-jährige Ausbildung findet regional, überwiegend am Standort Saalfeld statt. Was erwartet dich bei uns? individuelle Unterstützung in der Ausbildung durch erfahrenes Fachpersonal beste Übernahmechancen nach erfolgreich bestandener Prüfung zukunftsorientierte und interessante Beschäftigung angemessene Ausbildungsvergütung geregelte Arbeitszeiten angenehmes Betriebsklima eines mittelständischen Unternehmens gute Aufstiegs- und Entwicklungsmöglichkeiten, weiterführende Qualifizierung

Was solltest du mitbringen? handwerkliche Grundfähigkeiten und das Interesse an handwerklicher Tätigkeit Interesse an elektrotechnischen und mechanischen Abläufen Koordinations- und Vorstellungsvermögen gute Noten in naturwissenschaftlichen Fächern (Mathe und Physik) Kommunikations- und Teamfähigkeit

Wir freuen uns auf deine Bewerbung und deine Fragen! Thüringer Elektromotorenwerk Renke & Müller GmbH Hüttenstr. 12, 07318 Saalfeld · Tel.: +49 3671 2633 · Fax: +49 3671 513814 · E-Mail: info@renke-mueller.de www.renke-mueller.de


II

Ostthüringen

Schülerworkshop für kleine Informatiker und Kybernetiker

Du kannst dich für folgende Workshops anmelden: Multicopter als fliegende Kommunikationsroboter Du lernst funktionsfähige Modellhubschrauber mit vier oder gar sechs Rotoren kennen. Die Informatiker streben an, dass diese so genannten Multicopter, die selbst bei starkem Wind stabil fliegen, selbstständig navigieren und vor­ gegebene Aufgaben im Team lösen. So könnten sie zum Beispiel im Falle einer Erdbebenkatastrophe in ein für Menschen unzugängliches Gelände fliegen und Verschüttete aufspüren oder das zerstörte Funknetz reparieren, damit

Am Samstag, 16. Juni, kannst du als Nachwuchs­Daniel­Düsentrieb an der

Rettungskräfte ihre Handys wieder nutzen können.

Technischen Universität Ilmenau einen Tag lang die Arbeit von Informatikern und Kybernetikern kennenlernen. Die Fakultät für Informatik und Auto­

Algorithmen – kleine Ideen, große Wirkung!

matisierung lädt alle interessierten Schüler der 8. bis 12. Klasse von 9 bis 16

Navigationsgeräte und Webanwendungen wie GoogleMaps lösen permanent

Uhr in den Humboldtbau zu lehrreichen und interessanten Workshops ein.

das Problem, wie man am schnellsten von einem Ort A zu einem Ort B kommt.

Wissenschaftler erklären nicht nur aktuelle Themen, sondern bieten dir die

Im Workshop lernst du interaktiv, wie Forscher mit pfiffigen Verfahren die

Möglichkeit, auch selbst Experimente durchzuführen.

Welt erkunden, um einen solchen Weg innerhalb Deutschlands zu bestimmen. Übrigens in nur wenigen Millisekunden, denn insbesondere in Weban­ wendungen spielt die Geschwindigkeit solcher Verfahren eine zentrale Rolle. Erreicht wird dies über clevere Algorithmen, also mathematische Handlungs­ vorgaben zur Lösung eines Problems. Wie man mal schnell einen Roboter programmiert … Du selbst programmierst den Miniroboter ASURO des Deutschen Zentrums für Luft­ und Raumfahrt. Indem kontinuierlich Sensordaten ausgewertet wer­ den, kann der Roboter mit zwei unabhängig voneinander angetriebenen Rädern eigenständig beliebige Positionen anfahren. Du lernst, wie diese soft­ wareunterstützte Ansteuerung funktioniert, denkst dir selbst Algorithmen zur Steuerung des Roboters aus und erprobst sie.

• Landwirte • Tierwirte • Landmaschinenmechaniker AGRARGENOSSENSCHAFT NÖBDENITZ EG Bergstraße 16 . 04626 Nöbdenitz . Telefon: 034496 / 22241 Mail: info@agrar-noebdenitz.de . www.agrar-noebdenitz.de

Fotos: Michael Reichel/arifoto.de

Routing im Internet Wie funktioniert eigentlich das Internet? Wie gelangen Nachrichten, das kön­ nen E­Mails, Bilder oder Programme sein, dorthin, wohin sie hin sollen? Und wie sorgt man dafür, dass kein Unbefugter diese Informationen mitlesen oder stehlen kann? Das sind nur drei der Fragen, die in dem Workshop „Routing im Internet“ beantwortet werden. (em/mü) www.tu­ilmenau.de/ia/schuelerworkshop

WiYou . Wirtschaft und Du . Ausgabe 3­2012


Ostthüringen

III

Suchen Sie einen Ausbildungsplatz? Wir bilden aus! Landwirte

Mechaniker für Land-

Tierwirte

und Baumaschinentechnik

Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung!

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www.elektro-ostthueringen.de (Nicht bei der Innung bewerben!)

www.e-zubis.de WiYou . Wirtschaft und Du . Ausgabe 3­2012


IV

OstthĂźringen

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Wir machen den Weg frei.

WiYou . Wirtschaft und Du . Ausgabe 3­2012


S端dth端ringen

WiYou . Wirtschaft und Du . Ausgabe 3足2012

I


.AUSBILDUNG MIT PERSPEKTIVE:. • Ausbildung zum Verfahrensmechaniker/­in. für Kunststoff­ und Kautschuktechnik. .• berufsbegleitendes Bachelor­Studium. Engineering, Studienrichtung Kunststofftechnik.

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„Unsere vielfältigen Möglichkeiten bieten sich an, wenn Sie abwechslungsreich, eigenverantwortlich und zielorientiert in einem internationalen Umfeld arbeiten möchten.“ Dies ist mehr als ein wohlformulierter Satz in der Rubrik Karriere auf der Website von Uponor. Die Stellenangebote von Uponor in Hamburg, Großbritannien oder China dokumentieren diese Chancen. Den ersten Schritt machen junge Menschen bei Uponor aber immer vor Ort, egal, ob an den Standorten Hamburg, Haßfurt oder in Zella­Mehlis.

Von Zella­Mehlis in die Welt Der Standort in Thüringen ist einer der weltweit größten für die Produktion

und faires Miteinander, leben Werte, haben Ziele und Visionen“, beschreibt

von Verbundrohren für Trinkwasserinstallationen, Heizkörperanbindungen

Dirk Engels das Selbstverständnis bei Uponor. Die sehr lange Betriebszuge­

und Flächenheizungen. Mehr als 100 Mitarbeiter produzieren nicht nur Jahr

hörigkeit vieler Mitarbeiter und die geringe Fluktuation am Standort Zella­

für Jahr mehr als 100 Millionen Meter Rohr, sondern im Kompetenzzentrum

Mehlis sprechen für die hohe Identifikation der Mitarbeiter mit den Werten

arbeiten Experten an der Weiterentwicklung des Produktes und der Ferti­

und dem Unternehmen. Wer gerne die Herausforderung sucht, dem stehen

gungstechnologie. „Uponor ist der Pionier bei Verbundrohren aus Aluminium

die Möglichkeiten eines internationalen Konzerns offen.

und Kunststoff. Das Know­how und die Ideen unserer Mitarbeiter sind unser größter Schatz, um die Technologie als marktführendes Unternehmen weiter

In der betrieblichen Lehrwerkstatt vermitteln erfahrene Ausbilder den

zu entwickeln“, betont Werksleiter Dirk Engels. Deshalb bietet Uponor Aus­

Azubis alle berufspraktischen Fähigkeiten und Fertigkeiten. Während der

bildungsplätze zum Verfahrensmechaniker/­in für Kunststoff­ und Kautschuk­

Ausbildung übernehmen die Auszubildenden und Studenten nach dem Prinzip

technik und einen berufsbegleitenden Bachelor­Studiengang Engineering mit

„learning by doing˝ konkrete Aufgaben und werden in Projekte integriert.

der Studienrichtung Kunststofftechnik an der Berufsakademie Eisenach an.

Dabei bleibt genügend Freiraum für eigene Ideen und deren Umsetzung.

Derzeit werden in Zella­Mehlis vier Mitarbeiter ausgebildet, insgesamt sind es bei Uponor in Deutschland 34.

Gemeinsame Aktivitäten und die Mitorganisation oder Unterstützung bei Ver­ anstaltungen im kulturellen und sozialen Bereich fördern nicht nur das Mit­

Eine Ausbildung, ein Studium bei Uponor ist aber mehr als die Vermittlung

einander, sondern stärken die soziale Kompetenz. Neben Seminaren zur

fachlicher Qualifikation. Die Ausbildungsinhalte orientieren sich an den zen­

Verbesserung der fachlichen und persönlichen Kompetenzen werden die

tralen Werten von Uponor: Wissen, Engagement und Effektivität. Bereits die

Auszubildenden und Studenten aktiv bei der Vorbereitung für Prüfungen un­

Auszubildenden und Studenten haben die Möglichkeit, sich in Workshops an

terstützt. Ganz nach dem Motto: „Uponor entwickelt sich – entwickle dich

der Entwicklung des Unternehmens zu beteiligen. „Wir stehen für ein offenes

mit“.

.ÜBER UPONOR.

Bewerbungen bitte an:

Uponor ist einer der weltweit führenden Anbieter von Lösungen für die Bereiche Heizen/Kühlen und Trinkwasser­ installation. Mit einem Vertriebsnetz in mehr als 100 Ländern und rund 3.200 Mitarbeitern sind wir der starke

Uponor GmbH

Partner für Fachhandwerker, Planer, Investoren, Generalunternehmer sowie Verantwortliche aus den Bereichen

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Wohnungsbau, Agrar und Industrie. Qualität, aktuellstes Know­how, Service und eine langfristig angelegte

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sorgen für Energieeffizienz, Komfort und sauberes Trinkwasser. Uponor ist in Helsinki börsennotiert und hat 2011

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einen Umsatz von 800 Millionen Euro erwirtschaftet.

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WiYou . Wirtschaft und Du . Ausgabe 3­2012


Südthüringen

18 Berufe mit Zukunft

Das ist deine

III

Chance!

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WiYou . Wirtschaft und Du . Ausgabe 3­2012

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IV

Südthüringen

Schülerworkshop für kleine Informatiker und Kybernetiker

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Tierwirt - Rinderhaltung (m/w) Landwirt (m/w) Besonderheiten: Eine Unterkunft kann am Ausbildungsort zur Verfügung gestellt werden. Agrargenossenschaft Queienfeld eG Wolfmannshäuser Straße13, 98631 Grabfeld – OT Queienfeld Telefon: 036944 54248

Fotos: Michael Reichel/arifoto.de, Hans­Christian Hein/pixelio

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Titel

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WiYou∙Lexikon Ar∙chi∙tekt (m/w) Mit Lego Häuser und ganze Städte nach deinen Vorstellungen zu gestalten, hat dir als Kind schon wahn­ sinnig Spaß gemacht, und auch heute noch wünschst du dir manchmal deine Bausteine zurück? Dann könnte der Beruf des Architekten was für dich sein. Denn dabei geht es hauptsächlich um das Entwerfen und Gestalten von Gebäuden oder städtebaulichen Anlagen. Voraussetzungen: Mathe und Physik sollten dir liegen, und auch Zeichnen darf kein Problem für dich sein. Chancen: Nach drei Jahren Bachelor­ und zwei Jahren Masterstudium, kannst du beispielsweise in einem Architektur­, Ingenieur­ und Konstruktions­ büro arbeiten. Mit zwei Jahren Berufserfahrungen kannst du dich in die Architektenliste der Architek­ tenkammer eintragen lassen und dich selbständig machen.

Be∙stat∙tungs∙fach∙kraft (m/w) Der Tod, ein Thema, vor dem sich viele fürchten – kaum einer spricht gern darüber, und doch gibt es Men­ schen, für die er zum Alltag gehört: Zu den Aufgaben einer Bestattungsfachkraft gehört es, Beisetzungen, Bestattungen und Trauerfeiern zu organisieren und Angehörige zu beraten und betreuen. Voraus­ setzungen: Ganz wichtig ist natürlich Einfühlungsvermögen gegenüber den Angehörigen und ein respekt­ voller Umgang mit den Toten. Eine gewisse Nervenstärke solltest du auch besitzen, der Beruf ist nicht im­ mer einfach. Chancen: Nach deiner dreijährigen Ausbildung arbeitest du in Bestattungsinstituten oder Überführungsunternehmen, aber auch auf Friedhöfen und in Krematorien oder in der öffentlichen Verwaltung.

Flo∙rist (m/w) Die Sprache der Blumen beherrschst du aus dem Effeff? Da wärst du vielleicht der perfekte Florist. Denn dessen Aufgabe ist es, Strauße, Kränze, Gestecke und Schmuckelemente aus Blumen und Pflanzen zu fer­ tigen oder Gegenstände und Räume zu dekorieren. Und zwar nach eigenen Kreationen aber auch nach Kundenwünschen. Voraussetzungen: Neben guten Noten in Mathe, Biologie und Kunst, brauchst du gute Fingerfertigkeiten, einen Sinn für Ästhetik, und du solltest keine Pflanzenallergien haben. Chancen: Du ar­ beitest in Blumenfachgeschäften, Gärtnereien oder Gartencentern. Du kannst dich zum Meister weiter­ bilden.

Raum∙aus∙stat∙ter (m/w) Ob Kinderzimmer oder Festsaal, ob Möbel aufpolstern oder Blumen arrangieren – als Raumausstatter ge­ staltest du nicht nur Wohn­ und Geschäftsräume, sondern berätst dazu Kunden, planst nach deren Wünschen und besorgst die nötigen Materialien. Voraussetzungen: Du verfügst über Stilempfinden, Einfühlungsvermögen und kunsthandwerkliches Geschick. Chancen: Nach drei Jahren Ausbildung bist du sehr gefragt – ob im Fachbetrieb für Raumausstattung, in Polsterwerkstätten, für Einrichtungskaufhäuser und auch für Fernsehstudios und Schauspielhäuser.

Wein∙kü∙fer (m/w) Du kannst zwar nicht aus Wasser Wein machen, aber mit ein paar Trauben bekommst du die Flasche schnell voll, denn als Weinküfer zerkleinerst Trauben zu Maische, welche du dann zu Most auspresst und vergären lässt, bevor du den so entstehenden Wein beziehungsweise Sekt filterst und abfüllst. Außerdem bist du für Lagerung, Präsentation und Verkauf zuständig. Voraussetzungen: Für die dreijährige Ausbildung bringst du gute Noten in Mathe, Bio, Chemie und Werken/Technik mit. Einen guten Geschmackssinn brauchst du spätestens beim Verkosten. Chancen: Nach deiner Ausbildung bist du in Weinbaubetrieben, Kellereien und Keltereien beschäftigt. (mü)

Illustration: Elena Kozlova/123rf.com


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Titel

Morgens schön heiß geduscht, abends die Heizung noch mal aufgedreht – und so schwupps mal eben ein Drittel der Primärenergie verbraucht – laut Statistik wird nämlich genau so viel für Heizen und Warmwasser in Deutschland benötigt. Theorie, die zum Beispiel zum Grundwissen der Studenten der Gebäude­ und Energietechnik gehört, dir aber nicht weiter hilft, wenn Wasserhahn oder Heizung den Geist aufgeben, denn dafür braucht es dann schon eine handwerk­ liche Berufsausbildung.

Studium spart Energie Studium

e­ Gebäud gie­ r und Enenik tech

Studium oder Ausbildung, lautet hier die Frage aller Fragen. „Beides!“, die

auf dich. Außerdem musst du für das weitere Studium einen der beiden

einfache Antwort. Gegeben von der Fachhochschule Erfurt. Die bietet seit

Fachbereiche wählen: Heizungs­, Klima­ und Sanitärtechnik oder erneuerbare

dem Wintersemester 1998 mit dem Erfurter Modell die Möglichkeit, eine

Energien.

Berufsausbildung mit dem Hochschulstudium zu verbinden, und zwar in einer echten Zeitsparvariante: Du brauchst dank optimaler Abstimmung aller

Hast du dich für das Erfurter Modell entschieden, bist du im ersten Jahr aber

Bildungsinhalte nur noch fünf Jahre, bis du einen Studienabschluss und einen

erstmal gleich wieder weg von der Hochschule, denn zunächst absolvierst du

Gesellenbrief in der Hand hast. Natürlich kannst du aber auch den „reinen“

ein Jahr duale Grundausbildung in einem Handwerksbetrieb und einer

BA studieren.

Berufsschule. Dann im zweiten Jahr startest du in das „normale“ erste Studiensemester. Du schließt mit einer externen Gesellenprüfung vor dem

Im Bachelor Gebäude­ und Energietechnik ist dabei grundlegend egal, ob du

Prüfungsausschuss der Erfurter Innung der Klempner, Installateure und

dich für die konservative Studienform oder die nach dem Erfurter Modell ent­

Heizungsbauer sowie an der FH mit deiner Bachelorarbeit ab.

schieden hast, denn die Lehrinhalte sind gleich. Schwerpunkte dabei sind Planung, Aufbau und Betrieb gebäudetechnischer Anlagen unter dem Aspekt

Ein straffes Programm, aber es lohnt sich: Mit Gesellenbrief zum Anlagen­

der Ressourcenschonung und dem möglichen Einsatz von regenerativen Ener­

mechaniker für Sanitär­, Heizungs­, und Klimatechnik und dem Bachelor of

gietechniken (Energie­, Umwelt­, Heizungs­, Klima­ und Sanitärtechnik sowie

Engineering warten dann jede Menge Arbeitsbereiche auf deinen Einsatz: Ob

Energiemanagement).

im Baubetrieb bei der Planung, Leitung und Überwachung der Bausaus­ führung. Im Baumanagement, in der Projektsteuerung, der Instandhaltung

In dieser ingenieurwissenschaftlichen Studienrichtung kommst du an den

und ­setzung, oder im konstruktiven Ingenieurbau und auch bei der Ent­

Naturwissenschaften Mathe, Chemie und Physik, sowie an ingenieurtechni­

wicklung und dem Bau von Komponenten der Gebäude­ und Energietechnik

schen Grundlagen natürlich nicht vorbei. Deine schulischen Stärken sollten al­

oder Betreiben von Anlagen­ und Gebäuden bieten sich dank deiner breit ge­

so unbedingt in diesen Bereichen liegen, sonst wird dir schon beim

fächerten Ausbildung Chancen. Denn du hast nämlich schon reichlich Erfah­

Grundstudium im ersten und zweiten Semester schnell die Lust vergehen.

rungen im realen Betrieb sammeln können und bist bestens vorbereitet für

Bleibst du dabei, wartet im fünften Semester dann ein 18­wöchiges Praktikum

den Einstieg in Fach­ und Führungsebenen. (mü)

Foto: Gesa D./pixelio

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UNIVERSITÄT WÜRZBURG im Süden ganz oben

Das Angebot? Gigantisch! Mehr als 200 Studiengänge hat die Universität Würzburg im Angebot. Geisteswissenschaften, Recht und Wirtschaft, Lebenswissenschaften, Naturwissenschaft und Technik: In Würzburg sind sämtliche Fachrichtungen vertreten.

Die Uni? Top!

Die Stadt? Lebenswert!

Die Würzburger Universität zählt zu den führenden Hochschulen in Deutschland. In vielen Wissenschaftsbereichen, beispielsweise in Biologie, Medizin, Chemie, Physik und Psychologie, gehört sie auch international zur Spitzengruppe.

Drei Hochschulen und fast 30.000 Studierende machen Würzburg jung und lebendig. Ob Weltkulturerbe oder Weinfest, ob Mozart- oder Africa Festival, Joggen am Main oder Chillen im Park: Gründe für Würzburg gibt es mehr als genug.

Unsere Studiengänge: Sprache, Kultur, Medien

Ingenieurwissenschaft

Ägyptologie Alte Welt Altorientalistik Anglistik/Amerikanistik Digital Humanities Ethik Europäische Ethnologie/ Volkskunde Französisch Geographie Germanistik Geschichte Griechisch Indologie/Südasienkunde Italienisch Klassische Archäologie Kunstgeschichte Latein Medienkommunikation Mensch-Computer-Systeme Modern China Museologie und materielle Kultur Musikwissenschaft Philosophie Philosophie und Religion Russische Sprache und Kultur Spanisch Vergleichende indogermanische Sprachwissenschaft Vor- und frühgeschichtliche Archäologie

FOKUS Physik-Nanostrukturtechnik Luft- und Raumfahrtinformatik Nanostrukturtechnik Technologie der Funktionswerkstoffe

Erziehung & Gesellschaft

Lebenswissenschaften

Evangelische Theologie Katholische Theologie Kunstpädagogik Lehramt an Grundschulen Lehramt an Gymnasien Lehramt an Hauptschulen Lehramt an Realschulen Lehramt für Sonderpädagogik Musikpädagogik Pädagogik Philosophie Philosophie und Religion Political and Social Studies Psychologie Sonderpädagogik Sozialkunde Sport Sportwissenschaft mit dem Schwerpunkt Gesundheit und Bewegungspädagogik Theologische Studien

Biologie Biomedizin Experimentelle Medizin (Begleitstudium) Medizin Pharmazie Zahnmedizin

Mathematik & Informatik Computational Mathematics Informatik Mathematik Mathematische Physik Wirtschaftsinformatik Wirtschaftsmathematik

Naturwissenschaften Biochemie Biologie Biomedizin Chemie Geographie FOKUS Chemie Lebensmittelchemie Mathematische Physik Nanostrukturtechnik Pharmazie Physik Psychologie

Recht und Wirtschaft Europäisches Recht (Aufbau- und Begleitstudium) Jura Öffentliches Recht Privatrecht Rechtswissenschaft für im Ausland graduierte Juristen Wirtschaftsinformatik Wirtschaftsmathematik Wirtschaftswissenschaft


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Titel

In einer Zeit vor vielen Jahren, als es weder Berufsschule noch Lehrwerkstätten gab, waren die Möglichkeiten, einen Beruf zu erlernen, sehr begrenzt. Meist waren es Handwerksberufe und der Lehrling lernte beim Meister im Ort. Sobald man genug gelernt hatte, ernannte der Meister seinen Lehrling zum Gesellen und entließ ihn aus der Werkstatt. Um noch mehr zu lernen, machte der sich auf den Weg in die Fremde. Was man heute als Technologietransfer bezeichnet, war damals für den Handwerker die Walz.

Drei Jahre und ein Tag

Viele Traditionen aus dem Mittelalter sind heute vergessen, aber unter den

Stempel aus ganz Deutschland, aber eben auch aus Österreich, der Schweiz

gut 300 verschiedenen Ausbildungsberufen ist nach wie vor auch traditionel­

oder Dänemark.

les Handwerk. Und in einigen dieser Berufe ist die Walz bis heute aktuell. Weit gereist also. Und alles zu Fuß? „Natürlich muss nicht der ganze Weg ge­ Stefan Jäger war gerade Anfang 20 und mit seiner Lehre zum Zimmermann

laufen werden“, beruhigt er. „Reisen per Anhalter ist erlaubt. Nur Bus und

fertig, als ihn das Fernweh packte. Einfach loslaufen geht auf der Walz aber

Bahn sind verpönt.“ Nur einmal ging es über die Schiene ans Ziel. Mit dem Zug

nicht, hier muss alles seine Ordnung haben. Zuständig ist die Vereinigung der

durch Russland bis nach China und von dort aus weiter mit dem Schiff nach

rechtschaffenen fremden Zimmer­ und Schieferdeckergesellen Deutschlands.

Japan. Seine Stempel bestätigen es: Er war dort und hat gearbeitet. Sehr klein

Hier fragte Stefan, ob er aufgenommen wird und sich auf den Weg machen

geschriebene japanische Schriftzeichen füllen einige Seiten seines Buches.

kann. „Die Regeln, um in die Vereinigung aufgenommen zu werden sind

„Leider weiß ich nicht, was dort geschrieben steht, ich kann es einfach nicht

streng. Der Geselle muss ein ehrbares Leben führen, darf nicht verheiratet

lesen“, gibt er schmunzelnd zu. Gut viereinhalb Jahre war Stefan in der Welt

sein und keine Kinder haben“, erklärt der heute 28­Jährige. Ehrbares Leben

unterwegs, nun ist er wieder zurück im Thüringer Wald, seiner Heimat Stein­

heißt soviel wie: keine Vorstrafen, nicht ständig Alkohol und schon gar keine

bach­Hallenberg. Mit anderen Wanderern, mit denen er unterwegs war, steht

Drogen.

er heute noch in Kontakt. Erkennbar sind sie an ihrer typischen schwarzen Jacke, einem weißen Hemd ohne Kragen und dem großen Hut.

Stefan wurde aufgenommen und machte sich auf den Weg. Mindestens drei Jahre und einen Tag muss die Reise dauern, so eine weitere Vorschrift. Salz­

Kluft heißt die traditionelle Berufsbekleidung. Sie ist das Zeichen dafür, dass

burg in Österreich war sein erstes Ziel, hier fand er eine Anstellung. „Norma­

der Handwerker auf der Walz ist und so finden die Wanderer bei Handwerkern

lerweise bleibt man etwa zwei bis drei Monate in einem Ort, höchstens aber

in der ganzen Welt Arbeit und Unterkunft. Dass es bei dieser Arbeit nicht ums

ein halbes Jahr“, erklärt er. So wundert es auch nicht, dass sein Wanderbuch

Geldverdienen geht, sollte jedem klar sein. Es ist das Abenteuer. „Es geht da­

gut gefüllt ist. Früher galt das Wanderbuch als eine Art Reisepass. Heute

rum, Erfahrungen zu sammeln, etwas anderes zu sehen und fremde Kulturen

schreiben darin die Arbeitgeber so etwas wie eine Einschätzung oder ein

zu erleben“, beschreibt Stefan seine Beweggründe. Die lange Zeit in der Frem­

Arbeitszeugnis. Der Wanderer selbst holt sich dann in der jeweiligen Stadt

de hat ihm viel gebracht. „Ich habe es nicht bereut und würde es jederzeit

noch den offiziellen Stempel ab, damit auch alles dokumentiert ist. Stefan hat

wieder machen“, sagt er am Ende. (su)

Foto: Sascha Uthe

WiYou . Wirtschaft und Du . Ausgabe 3­2012


Titel

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Was haben die Jeans, die Armbanduhr, die Zahnpastatube, der Sessel, der Müsliriegel, der Schreibtisch, der Zahnarztbohrer, das Telefon, das Kreuzfahrtschiff, die Waschmaschine, das Spielzeugauto und der Coffee­to­go gemeinsam? Sie alle sehen so aus, wie sie aussehen, weil sich irgendjemand Gedanken darüber gemacht hat.

Wer ´s schön macht Studium

t­ Produkn desig

Denn egal ob Kleidung, Gebrauchsgüter, Fahrzeuge oder Arbeitsgeräte – be­

Devise: suchen, denken, experimentieren, diskutieren und zusammen arbei­

vor etwas im Verkauf und dann schließlich in deinen Händen landet, hat es in

ten. Auch die Professoren wissen zu Beginn nämlich nicht, wie sich die Pro­

der Regel nicht nur bei Produktentwicklern für rauchende Köpfe gesorgt –

jekte entwickeln werden.

denn erst die Designer sorgen dafür, dass es in Form und Farbe gebracht wird. Das Produktdesign ist dabei eine Art Synthese von Ästhetik, Funktionalität,

Ganz ohne Theorie geht es dabei natürlich trotzdem nicht. Denn neben Äs­

Konstruktion, Technologie, Ökonomie und Ökologie – und das für eine unend­

thetik, Verständlichkeit, Sinnfälligkeit oder Attraktivität eines Produktes – für

lich große Produktpalette. Ein ganz schön großes Arbeitsfeld, das sich da vor

die zwar keine starren Standards, aber dennoch einige Prinzipen und Metho­

dem Produktdesigner aufmacht, und das damit eine fundierte Ausbildung ver­

den gelten – gibt es noch eine Reihe weiterer Kriterien, die weniger mit Kunst

langt. Wie zum Beispiel ein Studium an der Bauhausuniversität in Weimar.

zu tun haben, für die Entwicklung eines Produktes aber eine wichtige Rolle

Die dortige Fakultät für Gestaltung bietet dir den Bachelorstudiengang

spielen, wie Technik und Materialbezogenheit. Ein Handy aus Glas zum

„Produktdesign“ als Sprungbrett in die Designwelt.

Beispiel sähe vielleicht toll aus, aber ob es besonders praktisch wäre? Als Produktdesigner musst du solche Fragen im Blick und Antworten darauf parat

Besonders am Studienaufbau ist, dass die vier Professoren in diesem

haben. Auch für digitale Medien solltest du ein Händchen haben, denn die

Studiengang keine traditionellen Fachgebiete vertreten, sondern einzelne

Arbeit mir Computer wird auch in diesem Bereich immer wichtiger, etwa wenn

Projekte formulieren und betreuen. Das heißt, es wird in einer Art „learning

du mit den sogenannten CAD­Programmen arbeitest, um 3­D­Modelle deiner

by doing“ studiert. Diese Projekte können aus den Bereichen industrienahes

Entwürfe zu erstellen.

oder handwerkliches Produkt­Design, Interaction Design, Design und Manage­ ment, Mobilität, Produkt und Umwelt, szenisches Gestalten oder Ausstel­

Hast du deinen Abschluss in der Tasche, kannst du sofort in die Arbeitswelt

lungsdesign stammen und orientieren sich am realen Entstehungsprozess ei­

starten: Ganz oben auf der Liste deiner möglichen Arbeitgeber stehen natür­

nes Produktes. Du als Student bis in den gesamten Prozess eingebunden.

lich Designbüros und ­abteilungen großer Unternehmen. Darüberhinaus hast

Dieser beinhaltet unter anderem Recherche, konzeptuelle Überlegungen, freie

du aber auch in den Bereichen Marketing, Werbung und Redaktion Chancen.

sensuelle Erforschungen, Skizzen, Experimente, Materialuntersuchungen, di­

(mü)

gitale Entwurfswerkzeuge bis hin zu Präsentationsdarstellungen und der Entwicklung von Modellen und Mustern – statt festen Vorgaben gilt die

WiYou . Wirtschaft und Du . Ausgabe 3­2012

www.uni­weimar.de

Foto: Michael Latz/dapd


28

WiYou.Interview

Die Technische Universität Ilmenau ist mit gut 7.000 Studierenden eine eher kleine Hochschule. In Thüringen ist sie aber sehr beliebt und bietet ausgezeichnete Ausbildungsmöglichkeiten. WiYou sprach mit dem Rektor Prof. Dr. Peter Scharff über das Studium in Ilmenau und berufliche Chancen von Absolventen.

Lernen, worum es im Beruf geht en r e i d u t S U an der aTu Ilmen Prof. Dr. Peter Scharff ist seit April 2004 Rektor der Techni­ schen Universität Ilmenau. Scharff wurde 1957 in Braunlage geboren und studierte Chemie an der Technischen Universität Clausthal. 1999 wechselte er an die TU Ilmenau.

.In Thüringen ist die TU bekannt. Wie werben Sie außerhalb des Landes.

nen. Das ist für einige ein Argument. Wenn man es nüchtern betrachtet, kann

.um Studierende, wie überzeugen Sie junge Menschen von Thüringen und.

man in München natürlich mehr Geld verdienen. Aber die Lebenshaltungs­

.Ilmenau im Speziellen?.

kosten sind dort auch exorbitant höher. Der Lohnfaktor ist sicher nicht immer

„Allein die Tatsache, dass wir im vergangenen Jahr zum Wintersemester 20

entscheidend. Wir haben ein strukturelles Problem in Thüringen: Es gibt prak­

Prozent mehr Einschreibungen hatten als ein Jahr zuvor zeigt, dass junge

tisch keine Großindustrie. Für die Absolventen heißt das, sie gehen in eine

Menschen vermehrt bereit sind, nach Ilmenau zu kommen. Viele Studierende

kleine oder mittelständische Firma und haben dort relativ geringe Aufstiegs­

orientieren sich bei der Hochschulsuche an Rankingergebnissen. Da stehen

chancen, da sie schon in einer sehr hohen Ebene einsteigen. Andererseits

wir im Ingenieurwissenschaftenbereich und Medienbereich außerordentlich

heißt das aber auch, dass der Einsteiger sofort in einer wichtigen und verant­

gut da und sind deutschlandweit unter den Top 10. Das ist ein ganz klares

wortungsvollen Position arbeitet.“

Argument. Ein anderes Argument ist die mittlere Studiendauer. Auch da ste­ hen wir gut da. Wir sind auch im Bereich der Lehre bekannt dafür, dass wir

.Wie wird einem jungen Studenten, der nicht aus Thüringen kommt und.

uns in neuen Herangehensweisen sehr offen zeigen. Im Ingenieurbereich füh­

.sich hier wenig auskennt, bei der Vermittlung eines Praktikums oder eines.

ren wir derzeit zum Beispiel eine Basicschool ein. Die Betreuung ist hier noch

.Partnerunternehmens für die Bachelorarbeit geholfen?.

intensiver als ohnehin. Sie ist in ihrer jetzigen Pilotphase mit Komponenten

„Bei uns kümmern sich die Fachgebietsleiter um ihre Studenten. Die haben

angereichert, die handwerkliche Fähigkeiten betreffen. Wir sind der Meinung,

Kontakte und Kooperationen zu sehr vielen Firmen. Die Studenten fragen uns

dass ein Ingenieur auch mit einer Feile umgehen können sollte, um zu wissen,

sehr oft, wo sie ein Praktikum absolvieren können und dann gehen wir auf un­

worum es denn letztlich in seiner späteren Arbeit geht.“

sere Kooperationspartner zu und vermitteln die Studenten.“

.Viele Ihren Absolventen arbeiten überall in der Welt. Die Unternehmen.

.Das klingt nach sehr viel Fürsorge und Hilfe für jeden Einzelnen..

.der Region klagen darüber, dass junge Fachkräfte nicht hier bleiben und auf.

.Der Student wird also nicht allein gelassen?.

.dem Arbeitsmarkt fehlen. Warum verlassen die jungen Leute Thüringen.

„Nein, auf keinen Fall. Es kommen auch Studenten die sagen, dass sie sich

.nach der Ausbildung und kann etwas dagegen getan werden?.

selbst etwas gesucht haben. Das ist kein Problem, aber wir helfen natürlich

„Ich glaube, es ist normal, dass junge Leute dahin gehen, wo sie einen guten

wo wir können. Vor allem, wenn unsere Studierenden ein Praktikum im

Job finden. Jemand der hier studiert hat, möchte vielleicht später einmal in

Ausland absolvieren wollen, was wir sehr begrüßen.“ (su)

die weite Welt. Auf der anderen Seite habe ich großes Verständnis dafür, dass

Das Gespräch führte WiYou­Redakteur Sascha Uthe

man die Fachkräfte hier halten möchte. Dass junge Menschen weg gehen, mag vielleicht daran liegen, dass sie anderswo höhere Löhne bekommen kön­

Foto: Sascha Uthe

www.tu­ilmenau.de

WiYou . Wirtschaft und Du . Ausgabe 3­2012


Dein Engagement

29

ANZEIGE

An was eine Unternehmerin und ein Unternehmer nicht alles denken muss: Umsatz, Kunden, Produkte, Steuern, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Konkurrenten, um nur einige Punkte zu nennen. Auch wenn es auf den ersten Blick sehr attraktiv klingt, im eigenen Unternehmen zu arbeiten, bedeutet es anderseits viel Kraft und Verantwortung.

Erfolgreich mit Bio und Öko? Nachhaltig wirtschaftende Schülerfirmen zeigen wie

Mitglied im Regionalstelle Thüringen

Was macht die Unternehmensführung erfolgreich? Dieser Frage gingen Mitte

teams gleich Ideen, wie sie selber nachhaltig wirtschaften können. Zusammen

März drei Tage lang 24 Schülerinnen und Schüler in Geraberg unter dem

mit ihren pädagogischen Begleitern erarbeiteten sie in den drei Businessweek­

Motto „Businessweek – Eine Reise in die Unternehmerwelt“ nach. Denn ob­

Tagen Projekte und Konzepte, um ihre Schülerfirma ökologisch wie sozial er­

wohl die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erst zwischen zehn und 18 Jahren

folgreicher zu machen.

alt sind, haben sie selbst schon Firmen – Schülerfirmen. Zusammen mit der Deutschen Kinder­ und Jugendstiftung (DKJS) wollten sie nun erfahren, wie

Die Schülerfirma „MC Lessing – S­GmbH“ aus Greiz entwickelt ein Mülltren­

Schülerfirmen nicht nur ökonomisch erfolgreich sind, sondern dabei auch

nungssystem und verwendet für die Pausenversorgung Produkte aus der na­

nachhaltig wirtschaften können.

hen Umgebung. Dabei achten die Schüler auf das Biosiegel und auf fair ge­ handelte Produkte. Das Schülerfirmenteam „Lindig Bau & Holz S­GbR“ aus Bad

Mit dem Thüringer Programm für Nachhaltig wirtschaftende Schülerfirmen

Salzungen plant Strategien, wie zukünftig neue Mitarbeiterinnen und Mitar­

der DKJS werden die Nachwuchsunternehmen dabei unterstützt, sozial und

beiter für die Schülerfirma gewonnen werden können. Vorgesehen sind, ne­

ökologisch verantwortungsvoll zu arbeiten. Damit unterscheiden sie sich zu­

ben gemeinsamen Ausflügen in den Thüringer Wald, eine ansprechende

sätzlich von anderen Schülerfirmen und schaffen sich einen Marktvorteil. Wie

Öffentlichkeitsarbeit und eine gerechte Gewinnausschüttung für das Team zur

das gut funktionieren kann, erklärten während der Businessweek zwei

Erhöhung der Motivation. Unterstützung bekamen die Jungunternehmer von

Jungunternehmer, die das Thema Nachhaltigkeit aus ihrer Praxis in die Welt

der DKJS. Deren Programmleiterin Christiane Knebel hatte weitere gute

der Schülerfirmen brachten. Patrick Jäger, Geschäftsführer der Entensys GmbH

Tipps.„Die gemeinsame Projektarbeit und der Austausch regen zu neuen

aus Leipzig, berichtete, wie er sein IT­Unternehmen mit Recyclingver­

Ideen an und die Schülerfirmen profitieren von den Erfahrungen der anderen“,

packungen ökologischer gestaltet. Aber bei diesem Thema denkt er auch an

fasst sie abschließend zusammen.

seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die einen Kicker­Raum für kleine Erholungs­ und Bewegungspausen haben. Sebastian Bauer, Geschäftsführer

Das Programm Nachhaltig wirtschaftende Schülerfirmen in Kooperation mit

der Solvimus GmbH aus Ilmenau, prüft mit seinem nachhaltigen Unter­

dem Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur ist Mitglied

nehmen den Verbrauch von Strom, Wasser und Gas in Haushalten und

im Fachnetzwerk Schülerfirmen der Deutschen Kinder­ und Jugendstiftung un­

Unternehmen und informiert darüber, wo überall Energie gespart werden

ter dem Dach von Wege finden – gestärkt erwachsen werden der Deutschen

kann. Seine Firma arbeitet daran, wie man Geräte, die im Stand­by­Betrieb

Kinder­ und Jugendstiftung mit der Heinz Nixdorf Stiftung.

Strom verbrauchen, einfach abgeschalten und vom Netz nehmen kann. Angeregt durch diese Beispiele, entwickelten die anwesenden Schülerfirmen­

WiYou . Wirtschaft und Du . Ausgabe 3­2012

www.wegefinden.net/thueringen


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Schwerpunkt: Grüne Berufe

Wer Landwirt wird, hat eine ganze Menge zu tun. So wie Tim zum Beispiel. Tim ist achtzehn Jahre alt und im zweiten Lehrjahr seiner Ausbildung zum Landwirt. Sein Ausbildungsbetrieb, die Agrargenossenschaft Moorgrund besitzt rund 1.800 Rinder und 800 Schweine sowie 2.000 Hektar Ackerfläche und 1.260 Hektar Grünland. Ganz schön viel und ganz schön groß – und überall sind Landwirte am Werk und säen, ernten, mähen, züchten, pflegen, füttern, reparieren, produ­ zieren, planen, dokumentieren und und und …

Der Herr der Felder Dauer: 3 Jahre Voraussetzung: körperliche Belastbarkeit, Gespür für den Umgang mit Tieren, Bereitschaft zur Arbeit auch an Wochenenden und Feiertagen, technisches Verständnis, handwerkliches Geschick Chancen: Als ausgebildeter Landwirt kannst du in Agrarbetrieben arbeiten – auch in Zukunft sind hier immer arbeitskräfte gefragt. Außerdem kannst du dich beispielsweise weiterbilden zum staatlich geprüften Wirtschafter oder zum Meister.

t

r Landw) i (m/w

Tim zum Beispiel ist gerade auf dem Weg zur einer der Weideflächen. Für

sondern muss auch bedient werden können. „Unsere Landmaschinen sind mit

heute steht Koppelbauen auf dem Plan. Jetzt im Frühjahr wollen natürlich

Computern ausgestattet. Die Steuertechnik dabei ist nicht so einfach zu be­

auch die Rinder wieder raus aus dem Stall und das Leben auf den grünen

dienen, aber auch das muss ein Landwirt können.“ Überhaupt sei die Theorie

Weiden des Moorgrunds genießen. „Nach dem Winter, in dem wir immer viel

„nicht ohne“.

im Stall arbeiten, freu ich mich auch, dass ich wieder raus kann an die frische Luft, das liebe ich an meinem Beruf“, sagt Tim, der jetzt erstmal sein Werkzeug

Deshalb geht Tim während der Ausbildung auch in die Berufsschule. Neben

holt: „Ich sorge gerade dafür, dass die Zäune alle richtig stehen und setze sie

Mathe und Deutsch sind dort vor allem Technik und die Naturwissenschaften

unter Strom. Wenn das alles fertig ist, helfe ich, die Herden dann herzutrei­

gefragt. Zum Beispiel Chemie, wenn es um den Einsatz von Dünge­ oder Pflan­

ben.“ Ein Landwirt ist nämlich nicht für Ackerbau und Pflanzen zuständig, son­

zenschutzmitteln geht, oder Biologie, denn Tim muss auch alles über die Funk­

dern auch für die Tierhaltung. Tiere pflegen und füttern gehört da genauso

tionsweise der Tiere, das Pflanzenwachstum, die physiologischen Jahresab­

dazu wie Felder bestellen oder Getreide ernten. Auch am Wochenende und

läufe und die Bodenbeschaffenheiten wissen. „Das ist alles sehr umfangreich,

an den Feiertagen. Als Landwirt hat man keine festen Arbeitszeiten. „Die Tiere

aber wenn es einen interessiert, dann lernt man das fast von allein, weil man

haben jeden Tag Hunger, und in der Erntezeit zum Beispiel ist sehr viel vom

es wirklich brauchen kann und weil es mir eben viel Spaß macht“, sagt Tim.

Wetter abhängig, da kann man nicht immer punkt 16 Uhr sagen: ` Schicht um, ich geh nach Hause“, erklärt Thilo Starker, einer von Tims Ausbildern. Als

„Klar gibt es auch Sachen, die ich nicht ganz so toll finde, den Geruch im

Landwirt trage man schließlich eine große Verantwortung.

Schweinstall zum Beispiel, aber nichtsdestotrotz, das ist genau mein Ding.“ Für jeden sei das allerdings auch nichts. „Man muss schon gern mit Tieren ar­

Und auch körperlich ist es oft eine anstrengende Arbeit, zum Beispiel wenn

beiten und darf da keine Berührungsängste haben, zum Beispiel wenn man

im Spätsommer das Heu gewendet oder tonnenweise Saatgut in die Silos ge­

den Schweinestall ausmisten, einer Kuh beim Kalben helfen oder die Tiere für

füllt werden muss. „Aber es ist auch schon lange nicht mehr so schlimm, wie

eine Blutabnahme einfangen muss.“ Tim selbst kannte die landwirtschaftliche

sich das viele vorstellen. Auch wir setzen moderne Maschinen ein, die die

Arbeit schon von zuhause: „Wir hatte da schon immer Tiere, ich bin damit auf­

Arbeit erleichtern oder angenehmer machen. Schon ein klimatisiertes

gewachsen, deshalb ist das für mich kein Problem. Am liebsten arbeite ich

Mähfahrzeug ist im Hochsommer eine große Erleichterung.“ Moderne Technik

aber immer noch auf den Acker­ und Grünflächen, so, wie jetzt gerade“, sagt

kostet aber nicht nur viel Geld – ein sorgsamer Umgang da ist sehr wichtig –

er, und zieht mit seinem Werkzeug weiter zum nächsten Zaunstück. (mü)

Foto: Manuela Müller

WiYou . Wirtschaft und Du . Ausgabe 3­2012


Schwerpunkt: Grüne Berufe

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Die Butter auf dem Brot, die Milch im Kaffee und der Käse auf dem Brötchen – ohne Milch ist der Start in den Tag ziemlich fade. Damit es bei uns auch Joghurt oder Vanilleeis oder Erdbeeren mit Schlagsahne gibt, stehen in Deutschland über vier Millionen Milchkühe in den Ställen. Nur zum Spaß lässt sich die Kuh aber nicht melken. Erst durch viel Pflege und gute Haltung gibt sie Milch. Die Betreuung der Kühe ist die Aufgabe des Tierwirts.

Eine Kuh macht muh, viele Kühe ... t

Tierww)ir (m/

Dauer: 3 Jahre Voraussetzung: • Freude am Umgang mit Tieren • Interesse an Vorgängen in der Natur, an Pflanzen und Tieren • Vorliebe für Arbeiten in freier Natur und in ländlicher Umgebung • Interesse an biologischen Vorgängen und an tiermedizinischen Sachverhalten • Flexibilität bei Arbeitszeiten

Um zu sehen, wie es in einem Kuhstall zugeht, hat sich WiYou auf den Weg

Nun muss sich der Tierwirt um jede einzelne Milchkuh kümmern. Er muss

nach Schloßvippach im Landkreis Sömmerda gemacht und dort den Land­

erkennen können, ob das Tier krank wird oder sich vielleicht verletzt hat.

wirtschaftsbetrieb LAPROMA besucht. Hier stehen über 900 Milchkühe der

Wenn ja, kommt der Tierarzt, behandelt seinen tierischen Patienten und gibt

Rasse Holstein Friesian in den Farben schwarzweiß und rotweiß, eine speziell

dem Tierwirt Anweisungen für die weitere Pflege.

gezüchtete Rinderart, die besonders viel Milch gibt. Wobei stehen nicht ganz stimmt. Die meiste Zeit des Tages liegen die Tiere und käuen wieder. Nur zwei­

Aber auch um den Nachwuchs muss sich der Tierwirt kümmern. Pro Jahr

mal am Tag machen sie sich auf den Weg in den Melkstand. Dann geht es zu­

kommen bei LAPROMA etwa 1.000 kleine Kälbchen zur Welt. Wenn nötig sind

rück in den Stall und es wird wieder gefressen.

bei der Geburt der Schichtleiter, eine Kälberfrau und natürlich der Tierwirt da­ bei. Die ganz kleinen Kälber bekommen einen eigenen Ministall mit einem

Eigentlich ganz pflegeleicht diese Tiere, möchte man meinen. Aber die Arbeit

kleinen Auslauf. Nach ein paar Wochen werden sie in größeren Gruppen ge­

eines Tierwirts hat es in sich. Damit die Kühe möglichst viel Milch geben, muss

halten und dürfen schnell wachsen. Alles unter Aufsicht und Kontrolle eines

die Ernährung stimmen. Der Tierwirt muss eine Mischung zusammenstellen,

Tierwirts.

mit der die Kühe gut leben können, die für den Betrieb aber nicht zu teuer wird. Er muss also kalkulieren, wie viel Maissilage, Raps, Luzerne, Eiweißfutter,

Der muss aber nicht nur ein Händchen für Tiere haben, sondern auch mit

Getreide und Mineralfuttermittel die Tiere zu fressen bekommen, damit die

Technik umgehen können. Maschinen und Geräte, die in der Landwirtschaft

Milchleistung stimmt.

zum Einsatz kommen, müssen bedient und gewartet werden. Und auch die Qualität der Milch muss bestimmt werden. Sie gibt einerseits bei jeder Kuh

Bei LAPROMA gibt eine Kuh übrigens statistisch 10.200 Kilogramm Milch im

Aufschluss über die Gesundheit und andererseits ergibt sich daraus auch der

Jahr, ein Spitzenwert in Thüringen. In Schloßvippach beginnt die Arbeit des

Preis, für den die Milch verkauft wird. Alles in allem also ein spannender Job,

Tierwirts, wie anderenorts auch, recht früh. Pünktlich um fünf werden die

der aber von dir flexible Arbeitszeiten und die Bereitschaft zum Zupacken vor­

Tiere in den Melkstand gebracht. Hier gehen die Melker ihrer Arbeit nach und

aussetzt. Tierwirte werden in den fünf Schwerpunkten Rinder, Schweine,

der Tierwirt hat inzwischen Zeit, den Stall auszumisten und zu reinigen. Das

Schafe, Geflügel und Bienen ausgebildet. (su)

zusammengestellte Futter wird den Kühen auch schon mundgerecht in den Stall gelegt, damit sie nach dem Melken fressen können.

WiYou . Wirtschaft und Du . Ausgabe 3­2012

www.laproma.de

Foto: Sascha Uthe


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Schwerpunkt: Grüne Berufe

Dr. Klaus Kliem war 22 Jahre

Grüne Berufe sind voller Leben

Präsident des Thüringer Bauernverbandes und ist auch selbst Geschäftsführer

Lust am Umgang mit moderner Technik?

eines großen Agrarunter­ nehmens. Ein idealer

Keine Angst vor großen Tieren?

Gesprächspartner also für WiYou, die von ihm wissen

Dann bist Du in der Landwirtschaft genau richtig!

wollte, wohin sich Berufe in der Landwirtschaft ent­ wickeln und was die Arbeit­

Zwischen folgenden grünen Berufen kannst Du wählen:

geber von ihren Azubis erwarten. Im Interview erklärt er auch die Bedeutung der Landwirtschaft.

Mit GPS und Elektronik auf die Felder

l

Fischwirt/In Fachkraft Agrarservice l Milchtechnologe/In l Hauswirtschaftler/In l Milchwirtschaftliche/r Laborant/In

l

Landwirt/In l Tierwirt/In l Pferdewirt/In l Forstwirt/In l Gärtner/In

l

Informationen und Ausbildungsbetriebe findest Du unter: www.grueneberufe.schule-wirtschaft-thueringen.de

.Haben Sie Nachwuchssorgen oder Nachwuchsmangel?.

.Inwieweit hat sich denn das Berufsbild mit Blick auf.

„Wir haben in der Landwirtschaft in Thüringen generell einen Nachwuchs­

.erneuerbare Energien verändert?.

mangel. Dieser ist einmal darauf zurückzuführen, dass wir leider nicht genü­

„Ein Landwirt hat drei Aufgaben: Erstens – und das ist die Wichtigste – Nah­

gend junge Menschen bekommen, die einen landwirtschaftlichen Beruf erler­

rungsmittel zu produzieren um die Bevölkerung zu ernähren. Zweitens sind

nen wollen. Daran sind wir teilweise auch selbst schuld, da es uns nicht

wir auch Energiewirte. Aber nicht erst seitdem es Windkraft gibt, sondern

gelungen ist, junge Menschen bereits in der achten oder neunten Klasse für

durch die Bioenergie schon viele Jahre. Zur Landwirtschaft gehört auch die

die schönen Berufe zu begeistern, die die Landwirtschaft bietet. Auf der an­

Holzproduktion, und das machen wir ja schon viele Jahrhunderte. Drittens na­

deren Seite es gibt natürlich auch gewisse Vorbehalte gegen die Land­

türlich auch die Pflege der Kulturlandschaft. Das muss man insgesamt sehen.

wirtschaft.“

Der Landwirt ist eben ein sehr vielseitiger Beruf.“

.Wo sind denn Lehrstellen im letzten Jahr offen und unbesetzt geblieben?.

.Steigen im Zuge der zunehmenden Technisierung auch die.

„Nachwuchs fehlt in der Tier­ und der Pflanzenproduktion. Leider haben viele

.Ansprüche an die Berufseinsteiger?.

Schulabgänger kein entsprechendes Ausbildungsniveau. Den Schülern fehlen

„Auf jeden Fall, deswegen suchen wir ja auch vorrangig Realschulabgänger.

Grundkenntnisse, die notwendig sind, um erfolgreich eine landwirtschaftliche

Denn ein Traktor im Wert von 150.000 oder 300.000 Euro wird heutzutage

Lehre abzuschließen, denn dazu gehört ja mehr als nur mit Mistgabel und

überwiegend elektronisch bedient. Wenn man beispielsweise aufs Feld fährt,

Schubkarre umzugehen. Wer nicht richtig rechnen kann, wird schlecht einen

wird die Route via GPS programmiert und dann arbeitet die Maschine fast voll­

Schlepper fahren können, der kann dann keinen Bordcomputer bedienen oder

automatisch. Aber solch wertvolle Maschinen erfordern zur Bedienung an­

kann auch nicht einstellen welche Düngermenge nötig ist.“

spruchsvolle Kenntnisse.“

.Wo können sich denn Schüler, die sich für einen Beruf in der.

.Ist das in der Tierproduktion auch so?.

.Landwirtschaft interessieren, bewerben?.

„Selbstverständlich! Viele Landwirte investieren enorm in die Milchproduk­

„Natürlich in jedem landwirtschaftlichen Betrieb. Aber auch die Landwirt­

tion und damit in weitere Technik. Heutzutage erfolgt das Melken mit hoch­

schaftsämter und unser Thüringer Bauernverband in Erfurt sind Anlaufstellen.

effizienten Melkanlagen und Melkrobotern. Aber die müssen nicht nur be­

Dort können sich junge Menschen informieren. Dann gibt es auch noch den

dient und auch ausgewertet werden, sondern man muss die Maschinen auch

Landjugendverband Thüringen. Wer Interesse hat, findet in ganz Thüringen,

Warten und Pflegen und letztlich auch einmal kleine Reparaturen daran selbst

egal in welcher Region, Unterstützung, einen Beruf in der Landwirtschaft zu

vornehmen können.“ (su)

finden.“

Foto: Thüringer Bauernverband

Das Gespräch führte Chefredakteur Daniel Bormke

WiYou . Wirtschaft und Du . Ausgabe 3­2012


Dein Service

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Thüringer Schweineproduktionsbetrieb bietet zum 01.09.2012

Ausbildungsplätze zum Tierwirt (m/w) Sie haben eine abgeschlossene Schulausbildung, Freude am Umgang mit Tieren, sind teamfähig u. flexibel, dann haben Sie bei uns die Chance auf eine anspruchsvolle u. abwechslungsreiche Ausbildung. Wohnmöglichkeit besteht vor Ort. Wenn Sie das Berufsfeld des Tierwirtes erst einmal kennenlernen wollen, bieten wir Ihnen die Möglichkeit, jederzeit bei uns ein Praktikum zu absolvieren. Interesse geweckt? Dann meldet Euch bei uns! Heideland Gutsverwaltung GmbH & Co. KG Buchheimer Str. 1, 07613 Heideland OT Thiemendorf, Ansprechpartner: Frau Häring, Telefon: 036691/255100

WiYou . Wirtschaft und Du . Ausgabe 3­2012


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Dein Service

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Schwerpunkt: Finanzen

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Sie sind adrett gekleidet, lächeln immer freundlich und setzen immer alles daran, den Kunden glücklich zu machen. Nein, die Rede ist nicht von Flugbegleitern, sondern von Bankkaufleuten. Jeden Tag kümmern sie sich mit viel Einsatz und Kompetenz um die Fragen und Anliegen rund ums Geld. Ein vielseitiger Job mit einer anspruchsvollen Ausbildung.

In fünf Schritten zum Banker Banka­ u kauffmrann) (­kauf

Dauer: 2 bis 2,5 Jahre Voraussetzung: Realschulabschluss oder Abitur, Einfühlungsvermögen und Service­ orientierung, Interesse an kaufmännisch­ organisatorischen Tätigkeiten Chancen: Im Anschluss kannst du studie­ ren und beispielsweise einen Bachelor im Bereich Betriebswirtschaft, Schwerpunkt Bank und Finanzdienstleistungen erwerben.

Anne­Kathrin Wolf hatte eigentlich ganz andere Vorstellungen von ihrem

Kredite oder Kontoeröffnungen. In Phase zwei ging es um Vorsorge. Teilweise

Berufsleben. Lehrerin für Sozialkunde und evangelische Religion wollte sie

führte sie hier eigenständige Gespräche zum Thema Berufsunfähigkeit oder

werden. Doch bei einem Stimmtest stellte sich heraus, dass sie für ein Lehramt

private Rente, natürlich immer unter Aufsicht eines Kollegen. In der Ausbil­

nicht geeignet ist. Kein Problem dachte sie sich, dann eben ein anderer Beruf,

dung wird niemand allein gelassen. Phase drei beinhaltete alles rund um

der viel mit sozialem Gespür zu tun hat. Da sie sich privat für wirtschaftliche

Wertpapiere. In intensiven Kundengesprächen, die Anne­Kathrin selbst vor­

Zusammenhänge und Marktwirtschaft interessierte, war schnell eine Ent­

und nachbereitete, wählte sie für den Kunden das passende Finanzprodukt

scheidung getroffen: Bankkauffrau. „Eine Freundin von mir hatte den Beruf

aus. „Durch die vielen Gespräche, an denen ich teilgenommen habe, konnte

der Bankkauffrau bei der Deutschen Bank in Erfurt erlernt und hat mir den

ich schon sehr viel lernen, beispielsweise, wie der Markt eingeschätzt wird“,

Beruf aber auch die Deutsche Bank als Ausbildungsunternehmen empfohlen“,

erklärt sie. Der Kunde entscheidet über Ertrag und Risiko, Anne­Kathrin ent­

erinnert sich die 22­Jährige. Nachdem ihre Bewerbung bei der Bank eingegan­

wickelt gemeinsam mit dem Kunden die passende Strategie und schlägt ein

gen war, hat sie an einem Online­Einstellungstest teilgenommen und wurde

Produkt vor. Phase vier hieß Baufinanzierung. Auch hier führte sie zahlreiche

zu einem Assessment­Center eingeladen. Hier musste sie sich vorstellen und

Kundengespräche in der Erfurter Filiale, manchmal aber auch beim Kunden

ein Kundengespräch simulieren. Alles lief hervorragend für Anne­Kathrin, sie

selbst. Nun, gegen Ende der Ausbildung ist sie in der Vertiefungsphase. Hier

bekam ihre Traumstelle.

wird sie so oft wie möglich in Gespräche eingebunden, das soll sie auf die mündliche Prüfung vorbereiten. Nach erfolgreicher Ausbildung bietet ihr die

Die Ausbildung zur Bankkauffrau umfasst insgesamt fünf Phasen. Gestartet

Deutsche Bank eine Übernahme an. „Ich möchte dann zunächst einmal die

wird mit der Banking­Phase und Banking intensiv. Anne­Kathrin lernte hier

gelernten Grundlagen festigen, um dann später einmal in Richtung Wert­

den Schalterbereich kennen, nahm Ein­ und Auszahlungen vor, half Kunden

papiere zu gehen“, so ihr Wunsch. Auf die Frage, was man für den Beruf in ei­

beim Ausfüllen von Überweisungsträgern und nahm als Beobachterin schon

ner Bank mitbringen muss antwortet sie: „Leidenschaft, soziale Kompetenz,

an einigen Kundengesprächen teil. So konnte sie sehen, wie die erfahrenen

Eigeninitiative und immer den Kunden im Mittelpunkt sehen. Man muss auch

Kollegen arbeiten und sammelte wichtige Erfahrungen und Informationen.

gut zuhören können, damit gute Beratungsgespräche zustande kommen.“

Später durfte sie sich auch selbst in die Gespräche einbringen. „Es wird von

Anforderungen, die sie erfüllt. Anne­Kathrin lernte als Abiturientin den Beruf

Anfang an sehr viel Wert darauf gelegt, dass wir an den Kundengesprächen

der Bankkauffrau übrigens in zwei Jahren. Realschüler absolvieren die

teilnehmen“, sagt sie. Thematisch ging es hier vor allem um Bausparen, private

Ausbildung in zweieinhalb Jahren. (su)

WiYou . Wirtschaft und Du . Ausgabe 3­2012

Foto: Sascha Uthe


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Dein Engagement

Top-Lehrstellen frei! Ausbildungsziel: staatlich geprüfter Altenpfleger (m/w) Soziale Netze gibt’s auch in echt. Sie haben einen mittleren Bildungsabschluss oder eine bestandene Altenpflegehilfe-Prüfung? Dann entscheiden Sie sich jetzt für eine hohe Ausbildungsqualität und beste Job-Chancen beim führenden Arbeitgeber der deutschen Pflegebranche!

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Ein Baby zu füttern oder zu wickeln ist für die meisten Menschen nichts Besonderes. Aber einen alten Menschen waschen, anziehen und ihm beim Essen zu helfen? Für Katja, die im zweiten Jahr ihrer Ausbildung zur Alten­ pflegerin steckt, ist auch das etwas völlig Normales.

Altenpflege – aus Liebe zum Menschen „Gut, das sind sicher nicht die allerschönsten Aufgaben in der Altenpflege“, Die Altenhilfe – ambulant, teilstationär und stationär – braucht qualifiziertes Personal!

sagt Katja, die weiß, dass es nun mal mit dazu gehört. „Man darf natürlich kei­ ne Berührungsängste haben oder gar Ekel empfinden. Allerdings ist das auch

Wir bilden mit Ausbildungsbeginn 2012 aus:

nur ein kleiner Teil meiner Arbeit.“ Für Katja ist diese Ausbildung eine Um­ schulung, sie hatte vorher als Fitnesstrainerin gearbeitet und sich auf der Su­

ALTENPFLEGER/IN

che nach einer neuen Perspektive bei „IFBE ­ Die Schule“ beworben. Zur

Voraussetzungen: 1. Realschulabschluss oder abgeschlossene zehnjährige Schulbildung oder 2. Hauptschulabschluss + abgeschlossene Ausbildung in der Alten- bzw. Krankenpflegehilfe oder 3. Hauptschulabschluss + mind. zweijährige Berufsausbildung

der Tafel, sondern zum Beispiel auch an der hauseigenen Pflegepuppe statt­

Schicken Sie Ihre Bewerbung an: Diakoniewerk der Superintendenturen Sonneberg und Hildburghausen /Eisfeld e.V. Heide Kurtz - Bereichsleitung Senioren Oberlinder Straße 3, 96515 Sonneberg Tel.: 03675 824155 E-Mail: annastift.sonneberg@diakoniewerk-son-hbn.de

Foto: Manuela Müller

Ausbildung gehört neben dem Unterricht, der auch in der Schule nicht nur an findet, auch der praktische Einsatz in einer Pflegeeinrichtung. Außerdem ste­ hen zahlreiche Fremdpraktika, zum Beispiel in Krankenhäusern, ambulanten Pflegediensten und der Psychiatrie an. Katjas „Lehrbetrieb“ ist ein Pflegeheim in Sömmerda. „Hier ist es überhaupt nicht so klinisch, wie viele denken. Wir sind ein Haus der vierten Generation. Auf meiner Station zum Beispiel hat jeder sein eigenes, nach eigenen Vorstel­ lungen eingerichtetes Zimmer. Dazu gibt es verschiedene Wohnbereiche und auch eine Küche, in der die Bewohner selbst etwas kochen können.“ Im Mit­ telpunkt steht hier nämlich die aktivierende Pflege. „Was der Bewohner noch

WiYou . Wirtschaft und Du . Ausgabe 3­2012


Dein Engagement

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Dauer: 3 Jahre Voraussetzungen: Einfühlungsvermögen, psychische und körperliche Belastbarkeit, Konflikt­ und Kommunikationsfähigkeit, sorgfältiges und verantwortungsbewusstes Arbeitsverhalten Chancen: Mit deinem Abschluss kannst du in

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Pflegeheimen, bei Pflegediensten oder in Krankenhäusern sowie freiberuflich arbeiten.

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Außerdem kannst du dich zur Pflegedienst­ leiterin weiterbilden und deinen eigenen Pflegedienst gründen.

allein kann, soll er auch noch so lange wie möglich selbst machen.“ Das Ziel sei eine unterstützende Begleitung im Alltag und eine motivierende Freizeit­ gestaltung.

„Genau meine Ausbildung!“ Praxisnah, effektiv 2012 und fundiert. ptember tart : 1. Se S

„Die Ausnahme sind die sogenannten Schwerstpflegefälle, die zum Teil gar nichts mehr allein können und oft bettlägerig sind.“ Da kommt dann zum Waschen, Anziehen und Füttern auch Umlagern und nach den Anordnungen der Ärzte medizinische Versorgung dazu. „Ich übernehme später als Fachkraft

Altenpfleger/in (3 Jahre, Vollzeit) Altenpfleger/in (4 Jahre berufsbegleitend)

auch selbstständig Behandlungstätigkeiten wie Insulin spritzen, Medikamente geben, Verbände wechseln und Wunden säubern,“ erklärt Katja, die nach ih­ rem Abschluss auch in einem Krankenhaus mit einer geriatrischen Abteilung arbeiten könnte. – Die verschiedenen Pflegeberufe werden in Zukunft immer näher zusammenrücken, und sich nur durch die Spezialisierung auf beispiels­ weise alte Menschen, Kinder oder Behinderte unterscheiden. Katja aber hat

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für sich hier die richtige Wahl getroffen. „Ich liebe es, mit Menschen zu arbei­ ten und besonders eben mit älteren. Zu erfahren, wer sie sind, was sie alles erlebt haben.“ Die Psychologie der Menschen habe es ihr besonders angetan. „Neben Demenz leiden ältere Menschen oft unter Ängsten und Depressionen.

Ausbildung mit Zukunft

Auch da versuchen wir zu helfen. Es geht darum, ihnen einfach noch eine schöne Zeit zu machen; dafür zu sorgen, dass sie ihr Leben noch weiter genie­ ßen können. Zu sehen, dass ich dazu beitrage, ist toll.“ In der Berufsschule bekommen die angehenden Alterpfleger alles vermittelt, was sie über den Umgang und die Pflege von Menschen wissen müssen. „Wir lernen den Menschen von innen und außen kennen. Dazu gehört alles von Anatomie über die Organe, die Muskeln bis hin zur Psychologie. Letzteres ist jedoch nicht nur auf die zu Pflegenden bezogen, sondern auch auf sich selbst. Es geht nicht nur darum, den Anderen dabei zu helfen und richtig auf sie zu reagieren. „Es gibt auch Momente, wo es einem selbst mal nicht so gut geht oder man traurig ist, weil man nichts mehr tun kann“ Katja hat es zwar

Kontakt, Infos, · Altenpflege (berufsbegleitend) Termine unter: · Diätassistenz · Erzieher (auch berufsbegleitend) · Kinderpflege · Logopädie · Masseure und med. Bademeister · Physiotherapie · Pharmazeutisch-technische & meet“ Assistenz INFO-E VENT „chill -13 Uhr 10 · . .06 23 urt Erf www.die-schule.de -13 Uhr Mühlh. 30.06. · 10

selbst noch nicht erlebt, dass während ihrer Schicht jemand gestorben ist, aber auch darauf muss sie vorbereitet sein. „Ich habe keine Angst davor, wir reden in der Schule sehr viel darüber, und auch im Heim haben wir Ansprech­ partner. Auch das gehört eben dazu.“ (mü)

WiYou . Wirtschaft und Du . Ausgabe 3­2012

DIE SCHULE für Berufe mit Zukunft · IFBE Bildungszentrum gem. GmbH Am Roten Berg 7 · 99086 Erfurt · Telefon 03 61. 744 24 00 Friedrich-Naumann-Straße 36 · 99974 Mühlhausen · Telefon 0 36 01. 44 05 56


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Echt abgerissen … Berufsmesse besuchen, interessante Ausbilder kennenlernen und einen super Gewinn abstauben? Die Jobfinder und „Dein Ausbildungsabriss“ machen es möglich. Denn wenn sich am 14. Juli die Tore der Messe Erfurt öffnen und sich die zahlreichen ausstel­ lenden Unternehmen darauf freuen, dich kennenzulernen und dei­

z t a l p s g n u d il b Aus d a iP d n u n e d in f gewinnen!

ne Fragen zu Ausbildungs­ und Karrierechancen zu beantworten, bekommst du am Eingang auch dein Abrissheftchen in die Hände gedrückt. Das enthält auf den exklusiven Lehrstellenangeboten zum Abreißen nicht nur jede Menge Gutscheine – zum Beispiel für Schnuppertage, die du bei den jeweiligen Unternehmen ein­ lösen kannst, sondern auch noch ein Gewinnspiel, dessen Hauptpreis nicht nur eingefleischte Apple­Fans begeistert: Ein nagelneues i­Pad wartet auf den, der alle Fragen richtig beant­ wortet und die Jobfinder­Glücksfee auf seiner Seite hat! (mü)

Wir bilden aus: Fleischer (m/w) Ihr Beruf umfasst das Verarbeiten von Fleisch zu Fleisch- und Wurstwaren, zu Feinkosterzeugnissen und Konserven sowie zu ganzen Gerichten. Ausbildungsdauer: 3 Jahre Fleischfachverkäufer (m/w) Sie beraten den Kunden beim Kauf von Fleisch und Wurst und informieren zu Qualität, Zubereitung etc. Auch die Herstellung von Salaten und Fleischgerichten sowie Arbeiten im Party- und Plattenservice gehören zu Ihren Aufgaben. Ausbildungsdauer: 3 Jahre

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Schicken Sie bitte Ihre vollständigen Bewerbungsunterlagen an: Thüfleiwa Thüringer Fleischwaren, Produktions- und Vertriebs AG Buttstädter Straße 26 . 99510 Apolda . Telefon: 03644/5189-0

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Thüringen 2012 Ein Gemeinschaftspreis der PARITÄTISCHEN BuntStiftung und der Sparkassen- Finanzgruppe Hessen-Thüringen unter der Schirmherrschaft der Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht.

10.000 Euro Einsendeschluss: 31. August 2012

Foto: Stefan Bayer/pixelio

WiYou . Wirtschaft und Du . Ausgabe 3­2012


WiYou.Interview

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junge medien n e thüring

„Geht doch!“ – Das MP3­Prinzip Wir gehen damit joggen oder auch nur zur Arbeit oder Schule. Wir beschallen in jeder freien Minute unsere Ohren mit unserer ganz persönlichen Musiksammlung, egal wo oder wann, die einzige Voraussetzung ist ein portables Gerät. Wir jonglieren mit dem Format MP3 und auch mit dem Namen, denn schon lange ist es ein Synonym für komprimierte, platz­ und zeitsparende Musik und somit auch für die digitale Welt geworden. Prof. Dr. Karlheinz Brandenburg ist vor über zwanzig Jahren der Vater dieser schönen neuen Welt geworden. Das Audioformat MP3 hat der Dozent der TU Ilmenau und der heutige Institutsleiter am Fraunhofer Institut Ilmenau entwickelt und damit wahrlich die Welt in eine digitale Revolution gezogen. Zusammen mit WiYou traf Niklas Phillip vom Verein junge­medien den technischen Revolutionär zu einem Interview. .Herr Professor Brandenburg, wie fühlt es sich an, eine Revolution mit zu.

kam. Ein Vorläufer eines heutigen Laptops mit einem 4x20­Zeilen Bildschirm.

.erleben, die man selbst angestoßen hat?.

Heute ist das kaum noch vorstellbar, aber damit begann alles. Dann viel später,

„Es fühlt sich an wie ein Traum. Zwicken Sie mich mal bitte in den Arm.

zu der Zeit, in der ich mit meiner Doktorarbeit beschäftigt war, kam der

Manchmal frage ich mich, ob ich in der Wirklichkeit lebe. Aber man darf nicht

Wunsch auf, Musik genauso komprimieren zu können, wie es zu dieser Zeit

vergessen, ich bin auch nur ein Teil, ich habe auch nur mitgemacht, denn ohne

schon mit Text möglich war. Zusammen mit meinem Doktorvater und vielen

Unterstützung ist sowas gar nicht möglich.“

weiteren Unterstützern arbeiteten wir daran, das damals als unmöglich abge­ stempelte Unterfangen zu verwirklichen. Das wichtigste ist dabei Kreativität.

.Sie sind Jahrgang 1954 und führen auf Ihrem Gebiet, dem Audio­.

Das gilt heute noch genauso sehr wie damals. Wir mussten mit neuen Ideen

.Engeneering, die digitale Welt an. Für die neue Internet­ und.

Grenzen überschreiten. Dort wo andere verzweifelt sind, durfte man nicht auf­

.Facebookgeneration scheint diese Konstellation unmöglich. Was haben Sie.

geben. Und schließlich konnten wir getreu dem Motto des Fraunhofer Instituts

.da entgegen zu setzen?.

sagen: ‚Geht doch!‘“

„Ich fühle mich eigentlich noch mittendrin. Nur manchmal, wenn alle anderen über Facebook kommunizieren wollen, mir E­Mails aber immer noch besser

.Trotzdem gibt es während der Entwicklung immer noch Risiken und.

gefallen, dann merke ich, dass ich langsam alt werde.“

.Gefahren, ob das Endprodukt denn auch wirklich Anklang und Nutzen in. .der Gesellschaft findet. Wann hatten Sie das Gefühl, Ihre Arbeit hat sich.

.Die Generation Facebook bedient sich selbstverständlich Ihrer.

.wirklich gelohnt und die Erfindung bereichert die Gesellschaft?.

.Errungenschaften. Doch Sie betraten Neuland. War das Forscherdrang.

„Ich kann mich noch ziemlich genau erinnern. Im Jahr 1988 wurden die ersten

.oder Zufall?

MP3­Player in Korea angefertigt und unser Team hat einige davon bekommen.

„Ich habe damals als klassischer Elektronikbastler begonnen und bei allen

Bis zu jenem Zeitpunkt konnte ich vor Bekannten und Verwandten nicht auf

Projekten, die damit zu tun hatten, mitgemacht. Auch heute schraube ich ger­

die Frage des Nutzens antworten. Doch dann haben wir die MP3­Player mit

ne noch Computer auf und bastle an ihnen herum. Diese Angewohnheit habe

Leuten auf der Straße ausprobiert und nun musste ich gar nicht mehr antwor­

ich mir bewahrt. Vielleicht hängt das auch mit meinen ersten Erfahrungen mit

ten, denn jeder wollte es haben.“ (su)

der Computertechnik zusammen. Es war 1982, als ich meinen ersten PC be­

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Das Interview führte Niklas Phillip

Foto: Henryk Balkow


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Dein Service

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. Bundeswirtschaftsminister und. . Vizekanzler Philipp Rösler im Gespräch. . mit Konzernchef und GeAT­Inhaber. . Helmut Meyer (l.).

Neben der Bundesarbeitsministerin Dr. Ursula von der Leyen, den Industrie­ und Handelskammern, den Handwerkskammern, den Arbeitgeberverbänden, der Bundesagentur für Arbeit sowie weiten Teilen der Bevölkerung erkennen immer mehr Mitglieder unserer Gesellschaft die Bedeutung und den Nutzen der Zeitarbeit an.

Anerkennung der Zeitarbeit weiter auf dem Vormarsch Mit 23.450 Einstellungen von Arbeitssuchenden bis 31.12.2011 und 10.086

plätzen in Thüringen. Während die GeAT AG ausschließlich regionaler Anbieter

Integrationen in dauerhafte Beschäftigungen am ersten Arbeitsmarkt in Thü­

für Personaldienstleistungen in Thüringen bleibt, geht Helmut Meyer mit sei­

ringen hat die GeAT AG als ausschließlich regionaler Anbieter für den Frei­

ner jüngsten Tochter im Konzern, der Meyer Fachkräfte … und gut! (MFK

staat Thüringen eine besondere Bedeutung erlangt. Das Unternehmen arbei­

GmbH), und der Fachowcy Firmy Meyer Sp. z o.o in Jawor (Polen) ganz neue

tet sozialverträglich und integrativ mit Betriebsrat und gleicht Differenzen

Wege. Über Büros außerhalb Thüringens, wie in Sangerhausen, Wolfen, Köln,

zwischen Anforderungs­ und Leistungsprofilen in fachlichen und persönlichen

demnächst in Regensburg, Bayreuth und in Jawor in Polen werden Fachkräfte

Bereichen durch gezielte Qualifizierung aus. Da ist es nicht verwunderlich,

für den hiesigen Markt akquiriert, in Thüringen seitens der GeAT Akademie

dass sich das Unternehmen im Jahr 2012 nach TOP JOB und anonymer

geschult und interessierten Firmenkunden bereitgestellt. „Diese Aktivitäten

Vollbefragung aller Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der Größen­

werden mithelfen, den Fachkräftebedarf für den Freistaat Thüringen zu lin­

klasse A zu den fünf besten Unternehmen im deutschen Mittelstand hochka­

dern“, so der innovative Konzernchef Helmut Meyer.

tapultierte. Der Chef des Konzerns der Helmut Meyer Beteiligungs GmbH überzeugte auch Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler von der Bedeutung der be­ sonderen Personaldienstleistungen der GeAT AG zur Beendigung dauerhafter Arbeitslosigkeit von Arbeitnehmern und der Erhöhung von Flexibilität und Wettbewerbsfähigkeit des Thüringer Mittelstandes zur Erhaltung von Arbeits­

www.meyer­fachkraefte.de

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Ich müsste mal … Hier sitz ich nun. Siebter Stock. Glasbau mit Spreeblick. Seminar in Berlin. Um mich herum die Nachwuchselite der gesamtdeutschen Presselandschaft. Etwas übertrieben vielleicht, aber ein bisschen wichtig fühlen wir uns alle wohl schon – schließlich sind wir hier zu Gast in der Chefetage eines der wichtigsten Nachrichtenbüros des Landes. Punkt fünf nach Zehn geht’s los. Nach kurzer Vorstellungsrunde –ich liiiiebe sowas, es hat Gründe, dass ich mir einen Beruf gesucht hab, in dem ich Fragen eher stelle als sie selbst zu beantworten – geben sich der Chef, der Chefchef, und der Hausmeister die Ehre – letzterer mit dem Auftrag, die Klimaanlage einzuschalten. Wohltemperiert folgen dann in loser Reihenfolge die Vorträge der einzelnen Ressortleiter. Wirtschaft, Politik, Sport, Panorama. Jeder Referent gibt, zum Teil leidenschaftlich gelangweilt, einen Einblick in seine Arbeit, während wir Zuhörer zu hörend eines der größten Pressemenschenklischees bedienen und uns unablässig aus den schicken Thermoskannen Kaffee nachschenken. Ich bin bei Tasse Nummer drei, was sich nach inzwischen zweieinhalb Stunden Seminar eher nach zweieinhalb Litern anfühlt, und verspüre langsam ein zartes Bedürfnis, mich auf dem Ablaufplan nach den Pausenzeiten zu erkundigen. Der ist dahingehend aber leider wenig aussagekräftig. Gibt es hier keine? Keine Pause? Nicht einmal eine kleine? Ein leichtes Unbehagen breitet sich aus. Es gibt doch immer welche. In der Schule nach 45 Minuten, in der Uni nach spätestens 90, auf Arbeit nach Bedarf. Aber hier, in einem Zweitagesuperwichtig seminar? Ich verkrampfe. Vielleicht lenkt noch konzentrierteres Zuhören ab. Nein, tut es nicht. Der Blick aus dem Fenster auf die unverhohlen vor sich hin fließende Spree ist auch keine Hilfe. Abwechselnd schlage ich das linke über das rechte und das rechte über das linke Bein. Hilft auch nicht. Aber ich bemerke bei meiner Sitznachbarin ähnliche Gymnastikübungen. Sie schiebt ihre halbvolle Kaffeetasse beiseite. Wir tauschen leidendwissende Blicke aus. Ich beschließe, den nächsten Anflug einer Unterbrechung abzuwarten. Doch die Übergabe des Redepostens an der Stirnseite der Tischgruppe scheint generalstabsmäßig geplant. Kaum kommt einer zum Ende, springt die Tür auf, es wird geistig abgeklatscht und der Redefluss nahtlos weitergeführt. Gibt es dafür so eine Art Seminaretikette? Muss man es aussitzen. Meldet man sich und fragt nach einer Unter brechung? Steht man einfach auf und verschwindet mal schnell? Ich kann nicht mehr. Mutig entscheide ich mich für letzteres und versuche, mich unauffällig aus meiner Stuhlreihe zu schieben. Leider bin ich so damit beschäftigt, jedes Geräusch zu vermeiden, dass ich nicht merke: Mein linker Fuß und ein unter dem Tisch verlegtes Stromkabel sind sich in den letzten Stunden mehr als nahe gekommen. Während ich mich noch frage, wohin diese Kabel wohl führt(e), verabschiedet sich der Beamer laut piepsend von seiner Präsentationsaufgabe. Dank der Chefetagenglas tischplatte bin ich als Täter schnell ausfindig gemacht. Mist. Und jetzt? Ich versuche, entschuldigend zu gucken und wickle mein Fuß aus dem Kabel. Der Referent verdreht die Augen. Aus den Augenwickeln bemerke ich links von mir eine schnelle Bewegung und schon ist meine Sitznachbarin zur Tür hinaus. Ey!! Ich sinke in meinen Stuhl zurück und plane den nächsten Versuch. Doch ein Bann scheint gebrochen: Kaum ist sie zurück, macht sich der angehende Sportredakteur von schrägrüber auf den Weg. Dann meine rechte Sitznachbarin. Ich schaffe es als vierte. Immerhin. Kaum sitze ich wieder, verkündet der Referierende leicht süffisant: „Zeit für eine Pause.“

Schussi, eure Mamu


Zumba goes Weltrekord

THÜRINGENS KARRIEREMAGAZIN FÜR JUNGE KÖPFE

Impressum VERLEGER WiYou Medien GmbH Geschäftsführer: Jürgen Meier Josef­Ries­Str. 78, D­99086 Erfurt HERAUSGEBER im Auftrag der WiYou Medien GmbH Meier Verlags­GmbH Geschäftsführer: Jürgen Meier Josef­Ries­Str. 78, D­99086 Erfurt Tel.: 0361 663676­0 Fax: 0361 663676­16 E­Mail: info@wiyou.de Internet: www.wiyou.de Sitz der Gesellschaft: Erfurt WEITERE VERLAGSPRODUKTE DER MVG

REDAKTION Chefredakteur: Daniel Bormke ­ V.i.S.d.P. (bo) Tel.: 0361 663676­17 E­Mail: d.bormke@ws­thueringen.com Redaktion: Sascha Uthe (su) Tel.: 0361 663676­14 E­Mail: sascha@wiyou.de Redaktion: Manuela Müller (mü) Tel.: 0361 663676­11 E­Mail: manu@wiyou.de Redaktion: Eric Neumann (en) Tel.: 0361 663676­13 E­Mail: eric@wiyou.de Externe Mitteilung (em) WEITERE AUTOREN DIESER AUSGABE Niklas Phillip REDAKTIONSSCHLUSS DIESER AUSGABE 29.05.2012

.Und das mitten in Thüringen,. .zur heißesten Party des Jahres.. Als Auftakt zur diesjährigen 89.0 RTL­Beachparty am Stotternheimer See bei Erfurt wird unter offizieller Aufsicht der Juroren von Guinness World Records die größte ZUMBA­Fitnessgruppe der Welt eine neue sportliche Benchmark setzen. Direkt an den Ufern des Sees werden abwechselnd im Zehnminutentakt sechs Instructors die tausenden Zumba­Willigen zu den vibrierenden Rhythmen trainieren und damit die größte Zumbagruppe der Welt ins Guinnessbuch tanzen. Du bist ein alter Zumba­Hase? Du wolltest das schon immer mal ausprobieren? Du hast einfach Lust zu feiern und bist für jeden Spaß zu haben? Dann sicher dir deinen Platz vor den Instructors und sei mitten drin statt nur dabei!

Los geht’s am 30. Juni, 20 Uhr, im Strandbad Stotternheim Gefeiert wird im Anschluss mit den besten Beats der Gegenwart in fantastischer Strandatmosphäre mit dem 89.0 RTL Resident DJ – und der lässt die Puppen tanzen. Denn mit dabei sind die knackigsten Party Dancers des Senders. Karten­VVK ab 1. Juni: Taylor Erfurt, Video Buster Erfurt, SPORTPARK Johannesplatz

Foto: J. Fasco

ANZEIGEN- / PROJEKTLEITUNG René Weigel Tel.: 0171 3004802 E­Mail: rene@wiyou.de ASSISTENZ DER PROJEKTLEITUNG Juliane Kummer Tel.: 0361 663676­0 Fax: 0361 663676­16 E­Mail: media@wiyou.de VERTRIEBSLEITUNG Projekt WiYou: Götz Lieberknecht Tel.: 0170 3084577 E­Mail: goetz@wiyou.de ANZEIGEN/VERKAUF Südwestthüringen: Andreas Lübke Tel.: 0173 6825207 E­Mail: a.luebke@ws­thueringen.com Nord­und Mittelthüringen: René Weigel Tel.: 0171 3004802 E­Mail: rene@wiyou.de Südthüringen: Petra Krannich Tel.: 0172 8777738 E­Mail: p.krannich@ws­thueringen.com Titelbild: auremar/123rf.com Layout: Susanne Stader, Kommunikations­ und Mediendesign, Leipzig Druck: Druckhaus Gera GmbH Jacob­A.­Morand­Str. 16 07552 Gera Nachdruck nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlages. Der Verlag übernimmt keine Haftung für unverlangt eingesandte Manuskripte, Fotos und Illustrationen. Die nächste Ausgabe erscheint in der 36. KW 2012 Anzeigenschluss: 15.08.2012 WiYou . Wirtschaft und Du . Ausgabe 3­2012


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WiYou - Wirtschaft und Du - Ausgabe 03/2012  

Wiyou ist das Karrieremagazin für Jugendliche in Thüringen

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