Wirtschaftsbrief NR 11

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Juli 2015

Wirtschaft gestalten

Ich kann mich noch lebhaft daran erinnern, wie wir im Jahr 2000 unsere Räume im Hofbrauhaus bezogen haben. Die Designwerkstatt als Projekt der Wirtschaftsförderung sollte damals als Mittler zwischen Unternehmern, Hochschule und Öffentlichkeit fungieren, Räume vermieten und das Gelände rund um das Hofbrauhaus entwickeln. „Das ist sehr gut gelungen“, attestiert uns Stephan Horn, Geschäftsführer der Coburger Wirtschafts­ förderungsgesellschaft. Dazu haben auch Sie, liebe Leserinnen und Leser beigetragen, und dafür sage ich „DANKE“.

Mitmachwoller und Weiterdenker gesucht

Wir möchten auch in den nächsten Jahren dazu beitragen, dass sich trag­ fähige Netzwerke bilden und echte Innovationen entstehen. Inhaltsgetragen und wegweisend. Denken Sie mit uns etablierte Themen neu. Wir freuen uns auf einen überraschenden, spannenden und inspirierenden Dialog! Ihre Karin Ellmer

27. Coburger Designtage Vom 12. – 17. Mai 2015 präsentierte sich das Ge­ lände des ehemaligen Güterbahnhofs erneut als überzeugende Location für die Coburger Design­ tage. Rund 12.000 Besucher genossen die Ausstel­ lungen, die Vorträge und Workshops und natür­ lich den tollen Biergarten. Die Designwerkstatt Coburg informierte über ihre Leistungen. „Unser Kreativspicker zum Beispiel war schnell vergriffen, vor allem Besucher aus der Industrie nahmen diese Übersicht über Coburgs Kreative gern mit“, so Karin Ellmer. Und ihr Fazit: „Junge Designer haben einen Einblick in ihr Schaffen gegeben, Unternehmer innovative Produkte präsentiert: Coburg hat wie­ der einmal eindrucksvoll unter Beweis gestellt, welches Potenzial der Wirtschaftsraum als Design­standort hat“.

Karin Ellmer im Gespräch mit der Produktdesignerin und Filzkünstlerin Irene Reinhardt


Impulse statt Brache

Das Areal des ehemaligen Güterbahnhofs hat eine enorme Bedeutung für die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt Coburg. Darin sind sich Unternehmer, Vertreter der Hochschule, die IHK, Politiker und Stadtentwickler einig.

Für Oberbürgermeister Norbert Tessmer stehen das Wohl und die Chancen für die Stadt im Vordergrund. „Wir wollen keine Luft­ schlösser oder Riesenkon­ zepte, von denen am Ende nichts übrig bleibt.“

Viele waren der Einladung gefolgt, der Kinosaal bis auf den letzten Platz aus­ gebucht.

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Doch wie sieht die Zukunft des Geländes aus? Zu dieser Frage veranstaltete die Wirtschaftsförde­ rungsgesellschaft der Stadt Coburg im April im Kino Utopolis eine Podiumsdiskussion. Organisiert von Karin Ellmer und dem Team der Designwerk­ statt. Über Ideen und Entwicklungspotenziale dis­ kutierten Oberbürgermeister Norbert Tessmer, IHK-Präsident Friedrich Herdan und der Coburger Unternehmer Steffen Tetzlaff zusammen mit Experten aus ganz Deutschland. Darunter Andrea Glaser, Geschäftsführerin des Bundesverbands Deutscher Innovations-, Technologie- und Grün­ derzentren; Jörg Lennardt, Geschäftsführender Gesellschafter von ExperConsult Wirtschafts­ förderung & Investitionen; Christoph Pfaff und Dr. Andrea Niedzela-Schmutte vom Bayerischen

Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie sowie Jürgen Enninger, Leiter Kompetenzteam Kultur- und Kreativwirt­ schaft der Landeshauptstadt München. Sie diskutierten verschiedene EntwicklungsMöglichkeiten für das sechs Hektar große Gelän­ de. Wie die Einrichtung eines Gründerzentrums, die Ansiedlung von Forschungsinstituten und unternehmensnahen Dienstleistern sowie kultu­ relle Angebote, um die Umgebung für diejenigen attraktiv zu gestalten, die dort täglich arbeiten. Stadtplaner Martin Schirmer hatte bereits im März ausführlich im Stadtrat sein Konzept

„Gut geführte Gründerzentren sind für eine Stadt eine Perle.“ Jörg Lennardt, Geschäftsführender Gesellschafter von experConsult, Dortmund

Die Coburger Firma Ros hat sich bereits für das Gelände entschieden und will dort spätestens 2017 die Produktion aufnehmen, erklärt Geschäftsführer Steffen Tetzlaff. Er wünscht sich in der Nachbarschaft vor allem eine enge Ver­zahnung mit anderen produzierenden Unter­ nehmen. „Wir suchen hände­ringend jemanden, der schnell Prototypen herstellen kann.“


Sie diskutieren die Entwürfe von Stadtplaner Martin Schirmer (von links): Stephan Horn, Friedrich Herdan, Moderatorin Verena Papke, OB Norbert Tessmer und Steffen Tetzlaff.

vorgestellt. Darin zeigte er Wege, wie das Gelän­ de bebaut und Richtung Innenstadt erschlossen werden kann. Schirmer skizzierte das Bild eines „lebendigen Stadtviertels“ und stellte es in Kon­ trast zu einem „banalen Gewerbegebiet“. Er be­ tonte gleichzeitig, dass es sich hierbei um einen Rahmenplan handle, der bewusst nicht weiter konkretisiert sei, um möglichst viel Freiraum zu lassen.

Professor Mario Tvrtkovi´c von der Hochschule Coburg war bereits in den Gestaltungswettbe­ werb involviert. Der Güterbahnhof sei, so führte er aus, „aus dem Bewusstsein der Coburger gerückt. Ihn jetzt wieder zurückzuholen“, das bezeichnete er als „die große Herausforderung“.

Spannende Konzepte, Ideen und Visionen entwickelten die Teilnehmer der Podiu­ms­ diskussion für den ehema­ ligen Güterbahnhof.

Pressestimmen Freiraum für eigene Ideen lassen Geduld, Geld und nicht zu viele starre Vorgaben und Regeln, damit eige­ nen Ideen genug Raum bleibt – auf diese drei Eckpunkte ließen sich die Vorschläge und Erfahrungen zusammenfassen, die die Vertreter aus Po­ litik und (Kreativ-)Wirtschaft bei der Podiumsdiskussion zur Ent­wicklung des Güterbahnhofs am Dienstagabend sammelten. Die Wirtschaftsför­ derungsgesellschaft der Stadt Coburg und die Designwerkstatt Coburg hatten zu dem Abend eingeladen – einerseits um die Potenziale des Sechs-Hektar-Areals im Coburger Süden abzuklopfen, andererseits auch, um zu hören, welche Erfahrungen man andernorts mit der Verknüpfung von Kreativität und Produktion und insbesondere der Arbeit von Gründer­ zentren gemacht hat. Coburger Tageblatt vom 15.4.2015

Chance für die Entwicklung Coburgs Coburg ist seit dem Jahr 2013 Eigentümerin des ehemaligen Güterbahn­ hofs im Weichengereuth. Er soll in den nächsten 15 Jahren zu einem neuen Stadtteil werden. Neue Presse vom 15.4.2015 Leuchtturm für Coburg Die Neuentwicklung des Güterbahnhofsgeländes ist ein ebenfalls wich­ tiges Infrastrukturprojekt für den Standort. […] IHK-Präsident Herdan sah in der heutigen Brache das Potenzial, sich zu einem „Leuchtturm für Co­ burg“ zu entwickeln. Und Oberbürgermeister Norbert Tessmer pflichtete ihm bei: „Dies ist eine einmalige Chance, wir sind zum Erfolg verdammt.“ Christian Brossmann, IHK-Magazin

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15 Jahre Designwerkstatt Coburg im Kompetenzzentrum Hofbrauhaus Im Dialog mit Politik und Wirtschaft

„Die Kultur- und Kreativwirtschaft ist in Coburg gut aufgestellt. Vor allem das Team der Design­ werkstatt Coburg mit Sitz im Kompetenzzentrum Hofbrauhaus ist nicht nur ein wichtiger Motor, Ideengeber und Netzwerkpartner in Coburg, sondern auch in Ministerien, Unternehmen und Verbänden auf Landes- und Bundesebene.“ Norbert Tessmer, Oberbürgermeister der Stadt Coburg

„Mit der Designwerkstatt Coburg haben wir am Standort eine Einrichtung, die immer wieder Trends setzt, neue Anregungen für uns und unsere Führungskräfte bietet und so einen Beitrag leistet, um unsere Coburger Wirtschaft mitzu­ gestalten.“ Martin Kapp, Geschäftsführer Kapp GmbH

„Coburg hat sich als bedeutender Standort der Design- und Kreativwirtschaft deutschland­ weit einen Namen gemacht. Diese positive Entwicklung als Kreativstandort, der es mit den großen Metropolen aufnehmen kann, ging zu einem großen Teil von der Designwerkstatt aus. Hier wurden Ideen entwickelt, Projekte für die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Kreativwirtschaft ins Leben gerufen und es ist eine Heimat für Kreative entstanden.“ Stephan Horn, Geschäftsführer Wifög Coburg

„Mit der Designwerkstatt Coburg verfügt der Standort über eine einmalige Einrichtung. Sie vermittelt Wissen und neueste Trends von Top-Spe­zialisten. […] Außerdem leistet die Design­werkstatt einen wichtigen Beitrag, damit Unternehmer im Wirtschaftsraum Coburg von neuesten Entwicklungen und Innovationen profitieren können.“ Hubert Becker, Vorsitzender Geschäftsführung, Werkzeugmaschinenfabrik WALDRICH COBURG GmbH

vortrag

„Verknüpfung mit Kreativwirtschaft bringt Start-Ups und den Standort voran“ Karin Ellmer referierte im Mai beim DIHK-Arbeitskreis „Kultur- und Kreativ­ wirtschaft“ in München über die Vorteile einer Zusammenarbeit zwischen den Gründerzentren mit Unternehmen der Kreativwirtschaft. „Deutsch­ landweit sind in den Gründer- und Technologie-Zentren des ADTs, das ist der Bundesverband der deutschen Innovations-, Technologie- und Grün­ derzentren sowie Wissenschafts- und Technologieparks, rund 6 Prozent der Mieter­firmen Unternehmen aus den Kreativ-Branchen“, so Karin Ellmer. Die Statistik zeige, dass die Standorte, die aktiv an einer Verknüpfung mit Unternehmen aus anderen Branchen arbeiten und diese ausbauten im Vergleich eine positivere wirtschaftliche Entwicklung nehmen. Deshalb gab Karin Ellmer eine ganz klare Empfehlung an die Vertreter der IHKs aus ganz Deutschland, diese Initiativen zu unterstützen, um ein Partnering zwischen den Unternehmern der KuK-Branchen und den Indust­ rieunternehmen zu ermöglichen. „Auch und gerade in den Technologie- und Gründerzentren entstehen viele innovative Konzepte, dort gründen Unter­ nehmen und bringen uns und unsere Gesellschaft durch ihr unternehmeri­ sches Engagement voran.“

workshop

Gründerland Bayern

Gemeinsam mit dem Sprechergremium der Ar­ beitsgemeinschaft Bayerischer Technologie- und Gründerzentren ARGE TGZ/Bayern traf sich Karin Ellmer im April mit Mitarbeitern des Referats Gründerland Bayern. Dabei wurden Vorschläge und Ideen diskutiert, damit das Thema Gründung in Bayern wieder mehr Bedeutung und Aufmerk­ samkeit bekommt.

Christoph Pfaff, Leiter Referat „Gründerland Bayern“ und Karin Ellmer, Leiterin der Designwerkstatt Coburg

Tel +49 9561 83630 Fax +49 9561 8363-119

Ein Projekt der Wirtschaftsförderungs­ gesellschaft der Stadt Coburg mbH

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www.designwerkstatt-coburg.de info@designwerkstatt-coburg.de

Gestaltung: CO3 · Aaron Rößner

Am Hofbräuhaus 1 96450 Coburg