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DerBörsianer, Ausgabe Nr. 05, 4. Quartal 2014

Anton Ulmer IPO-AUSBLICK

Martin Kwauka

Herbert Stepic

ALPBACH-NACHLESE

UKRAINE-KRISE

D A S F A C H M A G A Z I N F Ü R D E N Ö S T E R R E I C H I S C H E N K A P I TA L M A R K T www.derboersianer.com ∙ 4. Quartal 2014 ∙ 12 Euro

BANKEN // 22

Die Anti-Krisen-­ Wunderwaffe?

FONDS // 16 Passiver Platzhirsch

INVESTOREN // 24

Schauplatz ­Rumänien

RECHT // 74

Chancen der HypoEnteigneten

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www.derboersianer.com

WILLIBALD CERNKO

BESTE DIE 50 WÄLTE AN FINANZ

Der Wortführer des Bankenwiderstands

Round Table: Die Zukunft des österreichischen Kapitalmarkts 66 ALLIANZ VERSICHERUNGS-AG 80 · BLACKROCK 17 · BRANDL & TALOS 64, 76 · CREDIT SUISSE AG 20 · ERSTE GROUP BANK AG 21, 22, 26, 48 · EVN AG 55 · FIEBINGER POLAK LEON 75 · FTC CAPITAL 31 · GENERALI GRUPPE ÖSTERREICH 19, 51, 80 · JP MORGAN 72 · LGT BANK ÖSTERREICH 38 · LYXOR ASSET MANAGEMENT 17 · OMV AG 62, 26 · PORR AG 54, 86 · RAIFFEISEN KAG 18, 53 · S IMMO AG 28, 57 · SCHÖNHERR 28, 64 · SPÄNGLER IQAM INVEST 52 · UNICREDIT BANK AUSTRIA AG 9, 22, 68 · VALARTIS BANK AG 18, 20 · VALIDA HOLDING AG 18, 44, 50 · VIENNA INSURANCE GROUP AG 51, 75 · VOESTALPINE AG 55, 62 · WIENER BÖRSE AG 68 · WIENER PRIVATBANK SE 20, 56 · WOLF THEISS 64

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Vertrauen auf die Stärke von Erfahrung.

Ein großer Schatz an Wissen und Erfahrung leitet den Elefanten ausgeglichen und trittsicher. Kluge Investitionen und langjähriges Know-how sind die Basis ausgewogener vermögensverwaltender Fonds. Dafür steht die Erfolgsgeschichte des Ethna-GLOBAL Defensiv, Ethna-AKTIV E und Ethna-GLOBAL Dynamisch. Für ausgewogene Anlagen: www.ethenea.com

Ausführliche Hinweise zu Chancen und Risiken entnehmen Sie bitte dem letztgültigen Verkaufsprospekt. Maßgeblich sind die Angaben im Verkaufsprospekt sowie der aktuelle Halbjahresund Jahresbericht. Die Wesentlichen Anlegerinformationen, den Verkaufsprospekt sowie die Berichte in deutscher Sprache erhalten Sie kostenlos bei der Verwaltungsgesellschaft ETHENEA Independent Investors S.A., 9a, rue Gabriel Lippmann, L-5365 Munsbach oder bei der Erste Bank der oesterreichischen Sparkassen AG, Graben 21, A-1010 Wien.

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DOMINIK HOJAS Chefredakteur DerBörsianer

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DIE FINAN50 BEST ZANW EN ÄLTE

ALL LEO IANZ AG N 75 VERS VAL 54, 86 · FTC ICH IDA CA ER · HO RAIFF PITALUNGS LDI EIS -AG NG EN 31 · GE 80 AG KA · 18, G 18, NERA BLA 44, LI CK 50 53 · S GR ROCK · VIE IMM UPPE 17 NN · A INSO AG ÖSTERBRAN 28, RE DL UR AN 57 · SC ICH & TAL CE 19, GR HÖNH 51, OS 64, OU 80 P AG ERR · JP 76 · 51, 28, 64 MORGCRED 75 IT · VO · SPÄ AN 72 SU ISS EST NG ALP LER · LGT E AG INE IQA BANK 20 AG M INV ÖS · ERSTE 55, TER 62 EST 52 RE GR · WIE ICH OU · NE UNICR 38 P BA R BÖ ED · LYX NK RS IT BA OR AG 21, E AG NK ASSET 22, AU 68 26, · WIE STR MA 48 NE IA AG NAGE · EV R PR ME N AG 9, IVA 22, NT 55 TBA 68 17 · · FIE NK · VAL OM BIN SE AR V AG GE 20, TIS 62, R PO BA 56 · WO NK 26 · PO LAK LF AG 18, RR TH EIS 20 · S 64

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66

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:40

Die Ritter der Kokosnuss finden sich in Frankfurt und London. Aufseher haben mit den „CoCos“ eine neue Wunderwaffe (S. 22) zum zentralen Baustein im Gerüst gegen die nächste Finanzkrise entwickelt. Was dahintersteckt und ob sie bereits in Österreich zum Einsatz kommen, hat Der­ Börsianer analysiert. Als Wunderwaffen galten einst auch die mit gutem Marketing vertriebenen Managed-Futures-Fonds (S. 30). Doch diese Waffe hatte einige unerfreuliche Nebenwirkungen. Nun sehen Anbieter Licht am Ende des Tunnels. Im Gegensatz dazu steigt der Einsatz von ETFs in institutionellen Portfolios kräftig an. Doch was die passiven Platzhirsche (S. 16) für Anleger derart verlockend macht, hat Raja Korinek recherchiert. Um Portfolios geht es auch bei Barbara Ottawa, sie hat sich die Veranlagungsstrategien (S. 44) in den Pensionskassen angesehen. Reginald Benisch ist für die neue Reportageereihe „Schauplatz CEE“ (S. 24) nach Rumänien gereist und hat sich mit österreichischen Investoren auf Spurensuche begeben. Dabei hat er Wirtschaft, Politik, Recht und Infrastruktur durchleuchtet. In Wild-Ost-Manier wurden auch die Gläubiger der Hypo Alpe Adria vorerst enteignet. DerBörsianer hat Juristen nach den Chancen bezüglich einer Klage gegen das Hypo-Sondergesetz (S. 74) befragt. Im Round-Table-Gespräch (S. 66) geht es anlässlich der geplatzten Börsenfusion zwischen Wien und Warschau sowie der Bestellung des neuen Finanzministers diesmal um die Zukunft des rot-weiß-roten Kapitalmarkts. Bleibt wie gewohnt DerBörsianer des Quartals (S. 08): Wir haben Willibald Cernko, den Wortführer des Bankenwiderstands, zum Interview getroffen. Viel Vergnügen wünscht Ihnen

Dominik Hojas d.hojas@derboersianer.com

AD-HOC-MELDUNG

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Jubiläu

Das Ein-Jahr-Jubiläum von unserem Fachmagazin DerBörsianer feiern wir mit einem Heft-­Relaunch, 20 S ­ eiten mehr Umfang und der Ankündigung, die Erscheinungs­frequenz ab 2015 zu erhöhen. Mit viel Demut bedanken wir, Michael Berl und Dominik Hojas, uns bei Ihnen und unserem Team für die große Unterstützung im ersten Jahr und versprechen vollen Einsatz, auch in Zukunft. Lang lebe der rot-weiß-rote Kapitalmarkt!

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AUSGABE NR. 05

16

INTERVIEW

Der Wortführer des Banken­ widerstands.

LEITARTIKEL WILLIBALD CERNKO 08 Der Wortführer des Banken­ widerstands und DerBörsianer des Quartals spricht im Inter­view über die Lehren aus der Krise und Zukunft der Banken. www.derboersianer.com/bilder

08

FONDS

16

Passiver Platzhirsch BANKEN

22

Die Anti-Krisen- Wunderwaffe? INVESTOREN

CEE-Reportage: Rumäniens 24 Reise nach Europa FONDS

30

Ein Trend ohne Folger

ROUND TABLE

66

PENSIONSKASSEN

Kuras und Co über die Zukunft des heimischen ­Kapitalmarkts.

44

Spagat der Pensionskassen ROUND TABLE

Kleiner Markt, große Probleme 66 RECHT

74

Chancen der Hypo-Enteigneten

Allianz Invest KAG

19

Credit Suisse AG

Allianz Versicherungs-AG

80

DeAWM 18

Hypo NOE Gruppe

Bawag PSK Invest

18

Direktanlage.at AG

49

IVS INVEST

19

BDO Austria

56

Dorda Brugger Jordis

60

JP Morgan

72

Binder Grösswang

64

Erste Asset Management

48

JP Morgan Asset Management

31

Erste Group Bank AG 21, 22, 26, 48

Jupiter Asset Management

52

Brandl & Talos

Europäisches Forum Alpbach

42

Kepler Cheuvreux

21

EVN AG

55

Kommunalkredit Austria AG

48

CBRE 56

Fiebinger Polak Leon

75

KPMG Austria AG

57

CHSH 60

Freshfields Bruckhaus Deringer 64

LGT Bank Österreich

38

C-Quadrat Kapitalanlage AG

FTC Capital

Lyxor Asset Management

17

64, 76 57

19

19, 28

Generali Gruppe Österreich 19, 51, 80

BlackRock 17 CA Immobilien Anlagen AG

INFO INDEX

20

31

INDEX: AUSZUG VON UNTERNEHMEN IN DIESER AUSGABE

4

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INHALTSVERZEICHNIS

HERBERT STEPIC

74

MÄRKTE BÖRSENRADAR Aktuelle Stimmung der Investoren

14

BRANCHEN

MEINUNGEN

Darüber spricht man in den

HERBERT STEPIC Prozess der Transformation

Branchen: Köpfe, Deals, News, Trends und Events.

BÖRSENWETTER20 Entwicklung der Weltbörsen und Topempfehlungen der Analysten www.derboersianer.com/wetter

KURSE32 Top-Performer: Indizes, Aktien, Fonds und Anleihen www.derboersianer.com/kurse

PORTFOLIO38 Jürgen Lukasser von der LGT Bank im Interview STATISTIK  Aktuelle Börsen- und Wirtschaftsdaten

40

06

BANKEN48 VERSICHERUNGEN50 FONDS52

06

ANTON ULMER 72 Renaissance oder Bubble am IPO-Markt?

AKTIEN54

WOLFGANG MATEJKA

IMMOBILIEN56

Ausblick Wiener Börse

BERATER58

32

MEISTGELESEN 1. Dirk Müller im Interview: Anlagethesen für 2014 2. Donau-VersicherungStefan geht

48

SEITENBLICKE

GÜNTER GEYER 100 Jahre in Würde

50

SO DENKT DIE POLITIK 78 Sanktionen gegen Russland

HEINZ BEDNAR Pensionslücke schließen

52

SPONSORING80 Das Match der Versicherer

MATTHIAS STIEBER Freefloat down

54

ALLTAGS-CHECK82 Die beliebtesten PK-Locations

PETER BARTOS Aufreger Vermögensteuer

58

BÖRSENTALK84 Wo sich die Finanzbranche trifft

ALBERT BIRKNER Ad-hoc-Publizität

60

PORTRÄT: 10 FRAGEN AN … 86 IR-Managerin Milena Ioveva

PETER FELSBACH Digitale „PR-Spektive“

62

KOMMUNIKATION62

Der Börsianer .com

Chefin Johanna

EVA MARCHART Den Spagat schaffen!

RECHT60

Auswege aus der UkraineKrise.

3. Raiffeisen hat von Sberbank rund 30 Bankfilialen in Moskau gekauft TOPINTERVIEWS Heike Arbter „Zertifikate liefern weiterhin solide Renditen.“ Die Zertifikateexpertin über aktuelle Anlagetendenzen und Trends am österreichischen Zertifikatemarkt.

MARKTGEFLÜSTER42 Finanzbranche verpasst die Chance Alpbach RANKING63 Die 50 besten Anwälte des Kapitalmarkts www.derboersianer.com/ranking

Ulrich Baumann „Asien bietet Top-Investmentchancen.“ Der Fondsmanager der Volksbank-Investments über die spannenden Chancen für Anleger im asiatischpazifischen Raum. Jörg Rohmann „Großbritannien gleicht USA vor der Finanzkrise.“ Der Alpari-Chefanalyst

Matejka & Partner

32

S Immo AG

28, 57

Vienna Insurance Group AG

51, 75

Moritz Consulting

46

Schönherr

28, 64

Voestalpine AG

55, 62

Oberbank AG

75

SMN Investment Services

31

VVO 50

bilienboom gekommen

Spängler IQAM Invest

52

VVPK 44

ist und welche Gefahren

ÖRAG 56

Superfund Asset Management

30

Wiener Börse AG

dieser mit sich bringt.

Porr AG

Telekom Austria AG

54

Wiener Privatbank SE

OMV AG

PWC Österreich RBI

62, 26 54, 86 56 22, 27, 49

68

Wiener Städtische

19

Uniqa Insurance Group AG

Wienerberger AG

55

Raiffeisen Centrobank AG

21, 48

Valartis Bank AG

18, 20

Raiffeisen KAG

18, 53

Valida Holding AG

Raiffeisen Research

22, 68

VBV 45

Wirtschaftsblatt 68

18, 44, 50

tannien zu einem Immo-

20, 56

UniCredit Bank Austria AG 9, 22, 68 75

erklärt, wie es in Großbri-

Wolf Theiss

64

Zumtobel Group AG

62

Weblinks werden in dieser Ausgabe mit einem → GELBEN BALKEN

markiert.

5

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­


MEINUNGEN

GASTKOMMENTAR

PROZESS DER ­TRANSFORMATION HERBERT STEPIC OSTEUROPAEXPERTE Der 1945 in Wien geborene Doktor der Handelswissenschaften war von 2001 bis 2010 CEO der RBI AG und ­hauptverantwortlich für die OsteuropaExpansion der Bank. Heute ist er Senior Advisor des Vorstands der RBI AG.

Herbert Stepic, Raiffeisens „Mr. Osteuropa“, kommentiert anlässlich der Ukraine-Krise die politische und wirtschaftliche Entwicklung in Osteuropa.

Trotz der wirtschaftlichen Schwierigkeiten, mit denen Zentral- und Ost­ europa (CEE) in der Ära nach Lehman und während der Fiskalkrise der Europäischen Union (EU) zu kämpfen hatte, erlitt die Region keine systemische

ßes Potenzial für Internationalisierung

„Lösung des Konflikts nur mit Russland möglich.“

Krise. Im Gegenteil, die CEE-Region de-

HERBERT STEPIC

monstrierte ihre Widerstandsfähigkeit

und eine Handelsintensivierung. SEE braucht kein neues Wachstumsmodel, aber eine neue Wachstumsagenda. Diese sollte sich auf die Implementierung von Reformen, auf die Verbesserung des Rechtssystems und auf die Stärkung der Exportwirtschaft durch Reindustriali-

durch die Senkung der Leistungsbilanz-

sierung fokussieren.

defizite, einen harten Sparkurs, internationale Unterstützung

Die aktuelle geopolitische Situation belastet die CIS-Region

sowie durch moderate Lohnstückkosten.

– darunter fallen die ehemaligen Sowjetrepubliken – schwer.

Aber wo befinden wir uns aktuell? Für viele Länder hat die

Doch bereits zuvor waren die Aussichten in Russland und der

EU Glanz und Gloria verloren. Die Stabilisierung des Finanz-

Ukraine verhalten. Dies liegt hauptsächlich an einem seit zwei

systems, der Kampf gegen das wirtschaftliche Auseinander-

Jahren stagnierenden Ölpreis und der schwächelnden Stahl-

driften des Nordens und Südens, aber auch eine fehlende ge-

nachfrage. Seit dem Ausbruch der Finanzkrise wächst Russ-

meinsame Außen- und Sicherheitspolitik haben dazu beige-

land deutlich langsamer, Adjustierungen sind notwendig. Hier

tragen. Die Tendenz zu Nationalismus und Verstaatlichung

sind der „Shift“ in den Staatsausgaben zur gezielten Förde-

steigt und wird durch diese Faktoren begünstigt. Zusätzlich

rung der Industrie außerhalb von Öl und Gas, die Reduktion

hat die Krise auch zu einer inhomogenen Entwicklung inner-

der Importabhängigkeit sowie die Implementierung von Re-

halb der CEE-Region geführt.

formen zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit zu nennen.

Durch Haushaltskonsolidierungen und niedrigere Wachs-

Eine Lösung des aktuellen Konflikts – mit dem Ziel einer

tumsraten in der Eurozone werden alle CEE-Regierungen ei-

unabhängigen Ukraine – kann nur mit und nicht gegen Russ-

nerseits dazu gezwungen, neue Wege zu finden, um das Wirt-

land erreicht werden. Die bevorzugte Option für die Zukunft

schaftswachstum zu stimulieren, und andererseits dazu,

wäre eine Quasi-Zollunion durch eine engere EU-BRK-CU-

strukturelle Probleme zu beheben. Die Länder in Zentraleu-

Integration, welche die Ukraine inkludieren und russische In-

ropa (CE) haben die Vorteile, welche die EU vor allem in Be-

teressen einbinden würde. Die Ukraine würde die notwendi-

zug auf die wirtschaftliche Integration bietet, gut genützt. Der

ge Stabilität erhalten. Die neue Regierung hätte dann die Zeit,

hohe Grad der „Handelsoffenheit“, die hohe Exportverflech-

schrittweise mithilfe beider Partner – der EU und Russland –

tung mit Deutschland, die niedrigen Lohnstückkosten und der

notwendige Reformen anzugehen. Niedrigere Wachstumsra-

Grad der Auslandsdirektinvestitionen sind Belege dafür.

ten und Reformstau betreffen beide, den Westen wie den Os-

Im Vergleich dazu kämpfen die Volkswirtschaften aus Süd-

ten. Für die Behebung bedarf es aber einer neuen Gattung von

osteuropa (SEE) mit der begrenzten Aufnahmekapazität ihres

Politikern – Visionäre, mit dem Mut zur Veränderung ohne

regionalen Marktes. Es besteht daher nach wie vor ein gro-

Fokus auf Nepotismus und Wiederwahl. n

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WILLIBALD CERNKO VORSTANDSVORSITZENDER UNICREDIT BANK AUSTRIA AG

WILLIBALD CERNKO

Der 1956 in Knittelfeld ­ eborene Vater von vier g ­Kindern ist in zweiter Ehe mit einer bekannten Pianistin ­verheiratet. Nach mehreren Stationen im Vorstand der Bank Austria Creditanstalt AG und Hypo ­Vereinsbank AG ist er seit 2009 CEO der Bank.

DER WORTFÜHRER DES BANKENWIDERSTANDS Warum die Banken von vielen Seiten unter Druck stehen, erklärt DerBörsianer des dritten Quartals, Willibald Cernko, im Gespräch mit DerBörsianer. TEXT DOMINIK HOJAS FOTO CLEMENS BEDNAR

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W

illibald Cernko hat sein Ge-

ruktiven Wortspenden hat sich Cernko

schäft von der Pike auf gelernt.

im vergangenen Jahr als Wortführer des

Als seine Karriere 1983 in der

Bankenwiderstands hervorgetan. Der-

Raiffeisenkasse Weißenkirchen begon-

Börsianer hat den „Willi“, wie ihn seine

nen hatte, galten Banker noch als „opti-

Freunde nennen, zum Interview in sei-

male Schwiegersöhne“. Seitdem hat sich

nem Büro in der Schottengasse getroffen.

jedoch viel verändert. Banken stehen heute unter hohem Druck. Der Genuss-

Herr Cernko, eine Lebensweisheit lautet:

mensch Cernko aber ist ein Manager zum

„Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht.“

Anfassen geblieben. Das dürfte auch den

Sind die Banken selbst schuld an ihrem

italienischen Eigentümern der Bank Aus-

schlechten Image? – Für mich uneinge-

tria, zu denen er stets einen guten Draht

schränkt. Es hat für uns lange Zeit nur

pflegt, gefallen. Denn sie haben den Ver-

Erfolge gegeben. Wir waren früher hoch-

trag des Pferdeliebhabers als Vorstands-

angesehen. Der optimale Schwieger-

vorsitzenden der UniCredit Bank Austria

sohn war Banker. In diesem Umfeld ha-

AG jüngst um weitere drei Jahre verlän-

ben sich nicht nur Fehler in das System

gert. Nebenbei ist er aktuell auch Präsi-

eingeschlichen, sondern zusätzlich hat-

dent des Bankenverbands und Aufsichts-

ten wir keine Sensibilität entwickelt, um

ratsvorsitzender der Wiener Börse AG und

mit dem wertvollen Gut „Vertrauen“ vor-

CEESEG AG. Mit kritischen, aber konst-

sichtig umzugehen.

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COVER

einfordere, ist, nachdem die Banken­ union auf die Reihe gebracht wurde, eine Pause einzulegen. Eine Pause, um zurückzuschauen. Um zu beurteilen, was sich bewährt hat und was nicht. Um zu prüfen, ob es Korrekturbedarf gibt, sich von der einen oder anderen Spielregel wieder zu befreien. Zum Beispiel von der heimischen Bankenabgabe? – Ja. Ich gehe davon aus, dass es zur Laut dem Generaldirektor waren die Banken in der Finanzkrise ein willkommener Blitzableiter.

Reduzierung der Belastung kommt. Dazu hatte ich auch ein erstes, sehr positives

Was haben die Banken daraus gelernt? –

Vorfeld vieles schiefgelaufen ist, wie zum

Gespräch mit Finanzminister Hans Jörg

Es ist uns allen bewusst, dass es sehr

Beispiel die Verschuldung der Staaten –

Schelling. Ich bitte um Verständnis, dass

schwierig ist und noch viele Jahre dau-

den idealen Dieb abgegeben. Natürlich

ich mich diesbezüglich im Detail ver-

ern wird, bis wir dieses angesproche-

waren wir der berühmte Tropfen, der das

schlossen zeigen muss.

ne Gut, nämlich das Vertrauen der Kun-

große Fass zum Überlaufen gebracht hat.

den, zurückgewinnen können. Dies lässt

Und damit waren wir, die Banken, für die

Mit welchen Vorstellungen sind Sie in das

sich nicht durch eine Hochglanzbroschü-

Menschen die Schuldigen. Also die Aus-

Gespräch gegangen? – Wir möchten das

re oder ein paar nette Charity-Aktivitä-

löser der Finanzkrise. Die Politik hat dann

Thema unter dem Motto „Wachstums­

ten erledigen. Das ist etwas, das man über

lautstark „Haltet den Dieb“ gerufen und

pakt für Österreich“ in einen größeren

Jahre hinweg wieder und wieder bewei-

uns mit mehr Detailregeln diszipliniert.

Kontext stellen. Wir Banken wären bereit, in Form einer KMU-Milliarde der

sen muss. Was wir aber auch gelernt haben, ist, dass sich dieses Vertrauen nicht

Haben Sie eigentlich jemals mit dem „Spe-

klein- und mittelständischen Wirtschaft

durch ein Übermaß an Detailregulierung

kulanten“ Bekanntschaft gemacht? – Nein!

mittel- bis langfristige Kredite zu günsti-

herstellen lässt. Denn je mehr Regulie-

Das ist eine dieser Legenden, wo man am

gen Konditionen zur Verfügung zu stellen

rung, desto mehr ist dies der Ausdruck

Ende dann doch daraufkommt, dass sich

sowie einen Grundlagenforschungs- und

von Misstrauen.

unter den Spekulanten zum Beispiel se-

auch einen Start-up-Fonds jeweils mit

riöse Versicherungen wiederfinden. Ich

einem substanziellen Betrag zu dotieren.

Aber wie sollen Menschen den Banken ver-

meine, wir gehen in der Gesellschaft sehr

trauen, wenn diese sich nicht einmal ge-

vorschnell mit solchen Zuweisungen um,

Klingt gut, das wird dem Herrn Minister

genseitig vertrauen? – Dafür benötigen

weil wir vieles verkürzen und glauben,

gefallen. Was möchten Sie dafür? – Unse-

wir Spielregeln, die von allen verstan-

mit einfachen Überschriften oder Bot-

re Vorstellungen liegen auf dem Tisch.

den werden. Und das ist mein erster Kri-

schaften das Gesamte, das zweifelsohne

Wir erwarten, dass die Einzahlungen in

tikpunkt, den ich anbringen muss: Auf

viel komplexer ist, erklären zu können.

den Abwicklungsfonds und in den Einlagensicherungsfonds auf die Banken-

eine ohnehin schon komplexe Situation antworten wir mit noch komplexe-

Liegt das vielleicht am Unverständnis der Po-

steuer angerechnet werden und dass der

ren Regeln. Ich behaupte, dass es vielen

litik? – Ja, auch. Wenn sich Spitzenreprä-

verbleibende Differenzbetrag mittelfris-

politischen Verantwortlichen nicht be-

sentanten der Republik damit in der Öf-

tig auf ein vergleichbares europäisches

wusst ist, was durch dieses Übermaß an

fentlichkeit brüsten, dass sie keine Aktie

Niveau angepasst wird. Wobei wir uns

Regulierung zwischenzeitlich angerich-

besitzen, dann zeigt das, wie schwer wir

hier insbesondere an unserem Haupt-

tet wurde.

uns tun, dieses Thema in seiner Gesamt-

handelspartner Deutschland orientie-

heit zu erfassen und auch zu diskutieren.

ren wollen, damit die heimischen Ban-

Stichwort „Banker-Bashing“: Warum hat

ken nicht dauerhaft einen Wettbewerbs-

die Empörung der Menschen genau die

Viel diskutiert haben Sie auch über die Regu-

Banken getroffen? – Wir waren ein will-

lierung. Welche Teile davon waren sinnvoll

nachteil haben.

kommener Blitzableiter! Die Politik und

und welche nicht? – Das ist eine schwie-

Eine zeitliche Befristung der Bankenabgabe

die Medien haben gerufen: „Haltet den

rige Frage, die ich nur gesamthaft beant-

war dabei kein Thema? – Wir sind durch-

Dieb.“ Wir haben am Beginn der Finanz-

worten kann. Ich glaube, das, was bisher

aus pragmatisch und wissen um die Nöte

krise – in einer Situation, wo bereits im

gemacht wurde, macht Sinn. Was ich aber

der Regierung und des Finanzministers.

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Es ist nicht so, dass wir sagen, dass die

Das heißt übersetzt ganz einfach: Es ha-

Angst vor der „Google Bank“? – Die „Goog-

dann verbleibende Bankensteuer 2016

ben zuerst die Eigentümer, also Aktionä-

les“ dieser Welt sind zweifelsohne eine

auslaufen muss. Der Schlüssel zum Erfolg

re und Genossenschafter, ihren Beitrag

Herausforderung für konventionelle Ban-

für beide Seiten ist, dass die Belastung

zu leisten, dann die unbesicherten Gläu-

ken. Wir werden sie aber nicht kopieren,

schrittweise auf ein europäisches Maß

biger.

da würden wir kläglich scheitern, denn

reduziert wird. Denn die Realwirtschaft

unser Business bleibt ein „People’s Busi-

kann ohne die Finanzwirtschaft nicht,

Aber nicht die Banken, wie es bei der Hypo

ness“. Was wir aber lernen können, ist,

und die Finanzwirtschaft kann ohne die

Alpe Adria der Fall war? – Wir müssen uns

mit diesen flinken kleinen Start-ups, die

Realwirtschaft nicht.

von dieser Kollektivschuld befreien. Die

pfiffige Ideen entwickeln, zu kooperieren

Hypo Alpe Adria ist vom Anfang bis zum

oder uns sogar an ihnen zu beteiligen. Es

Jetzt werden Sie vermutlich auch die Mei-

Ende ein Kriminalfall. Wir haben auch

bedarf in Zukunft des Zusammenspiels

nung teilen, dass die Branche „overbankt“

aus Eigeninteresse, als Branche, einen

von etablierten Unternehmen und Start-

ist? – Uneingeschränkt. Ich erwarte mir,

Beitrag geleistet. Aber es kann nicht so

ups, in dem sich „Old Economy“ und

dass das Stresstestergebnis Ende Oktober

weit gehen, dass wir dafür zahlen müs-

„New Economy“ zur „True Economy“

nicht allein darüber abgehandelt wird,

sen, wenn der Nachbar Haus und Hof im

verbinden und gemeinsam die Innova-

wer allenfalls für die Zeche aufkommt.

Kasino verzockt. Das geht nicht!

tionskraft stärken. Und nebenbei, wenn

Sondern dass es auch als Chance begrif-

die „Googles“ dieser Welt mit der Zeit in

fen wird, um das Thema „Wir sind zu vie-

Themenwechsel. Durch das geänderte Kun-

die Fänge der Regulatoren kommen, dann

le“ anzusprechen. Also um den Markt

denverhalten bedarf es neuer Geschäfts­

schaut die Welt ganz anders aus.

ein Stück weit zu ordnen. Konsolidierung

modelle. Haben die Banken bereits Ant-

heißt auch, Teile aus dem Markt zu neh-

worten darauf gefunden? – Das veränder-

Sie haben noch nicht erwähnt, wie die Bank

men.

te Kundenverhalten ist einfach beschrie-

von morgen ihr Geld verdient? – Neben der

ben. Der Kunde entscheidet, wann, wo

Kostenoptimierung und der Standardi-

Sie sprechen die Österreichische Volksban-

und wie er mit uns „Banking“ betreiben

sierung geht es darum, Marktanteile zu

ken-AG an. Wer soll für die Rettung der Bank

möchte. Das ist ganz klar erkannt wor-

gewinnen, ein effizientes Risikomanage-

zahlen, wenn sie den Stresstest nicht besteht?

den, und wir wissen, wie die Antworten

ment zu haben. Das ist und bleibt einer

– Also für mich ist das vollkommen klar:

darauf lauten. Die UniCredit Bank Aus­tria

der Erfolgsfaktoren für die Zukunft.

Wo immer hier nach dem Stresstest eine

AG investiert mehr als 100 Millionen Euro

Notwendigkeit für Hilfe besteht, haben

in ein neues Geschäftsmodell. Das heißt,

Aber die Zeiten hoher Rendite sind vorbei.

die neuen Spielregeln der Bankenunion

da läuft ein riesengroßes Programm ab.

Was macht Banken dann noch für Investoren

zu gelten. Ich glaube, alles andere wäre

Möglicherweise sieht man heute nicht so

attraktiv? – Die Investoren werden lernen,

ein dramatischer Rückschritt und wür-

viel davon. Aber ich sage Ihnen, in zwei,

ihre Erwartungshaltung zurückzuneh-

de einen großen Vertrauensbruch gegen-

drei Jahren sieht die Bankenszene voll-

men. Warum? Weil wir ein deutlich vom

über dieser neuen Systematik bedeuten.

kommen anders aus.

Risiko befreites Geschäftsmodell verfol-

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COVER

gen. Das heißt: weniger Risiko, weniger Volatilität. Das bedeutet aber auch geringere Renditeansprüche, die damit in Verbindung zu bringen sind. Das Hypo-Sondergesetz ist in dem Kontext extrem kontraproduktiv? – Ich habe lautstark dagegen protestiert, obwohl die UniCredit Bank Austria AG davon nicht betroffen war. Das sind Dinge, die darf man nicht tun. Wir – die Banken genauso

Das Hypo-Sondergesetz beschädigt laut Cernko das Vertrauen in den Finanzplatz Österreich.

wie die Politik und die Regulatoren – können nicht sagen, wir müssen das Vertrau-

INFO FAKTEN

en wiederherstellen, und dann greifen wir hier erneut ein! Das Gesetzt beschädigt

Warum die Banken heute unter Druck stehen?

das Vertrauen in den heimischen Finanzplatz und ist somit kontraproduktiv. Wie erklären Sie sich solch eine Entscheidung? – Ich verstehe die Politik, die natürlich ein Stück weit, sozusagen von der Öffentlichkeit getrieben, hier versucht zu reagieren. Aber da muss man den Mut aufbringen und sich hinstellen und erklä-

– Eigene Fehler (Spekulation) – Verwicklung in Skandale (Libor) – Empörung der Menschen (Banker-Bashing) – Überregulierung des Sektors (Bankenabgabe) – Neue Eigenkapitalstandards (Basel III) – Verändertes Kundenverhalten (Digitalisierung) – Veraltete Geschäftsmodelle (Öffnungszeiten) – Markt ist „overbankt“ (Filialen)

– Wirtschaftliches Umfeld (niedrige Zinsen) – Entfremdung der Politik (Unverständnis) – Geopolitisches Umfeld (Ukraine-Krise) – Regionale Fokussierung (CEE, Ungarn) – Hohe Risikovorsorge (faule Kredite) – Rückläufige Margen (hohe Kosten) – Teurere Finanzierung (Vertrauen) – und einige andere mehr

ren, dass es eine Grundordnung gibt, die man nicht riskieren darf. Es kann nicht

für junge Unternehmer zur Verfügung zu

Die Sanktionen gegen Russland werden zu

sein, dass es einreißt, dass wir rückwir-

stellen. Warum ist das wichtig? Basel III

einem Problem, wie löst man es? – Mit ei-

kend in Vereinbarungen und Verträge

verfolgt die großen Ziele, die Abhängig-

nem Abrüsten der Worte und einem Auf-

eingreifen. Und wenn das die Institution

keit zwischen Staat und Bank, aber auch

rüsten der Ideen. Damit wir aus dieser

Staat tut, sorry, aber dann sind die Grund-

jene zwischen Unternehmen und Bank zu

Sackgasse, in die wir zweifelsohne als Eu-

festen erschüttert.

reduzieren. Das heißt: Alternativen zum

ropa gemeinsam mit Russland hineinge-

Kredit in Position zu bringen. Die Bör-

raten sind, herauskommen. Das wird nur

Stellen Sie also eine Entfremdung zwischen

se ist für viele KMUs einfach zu weit weg.

funktionieren, wenn man in Augenhöhe

Politik und Wirtschaft fest? – Es gibt in den

Wir brauchen daher privates Risikokapi-

miteinander diskutiert, aber auch akzep-

letzten Monaten positive Signale und ers-

tal für diese Unternehmen, sei es in Form

tiert, dass beide Seiten legitime Interes-

te konkrete Zeichen, dass es einigen in

vernünftiger Crowd-Funding-Lösungen

sen einbringen. Denn wenn sich das Rad

der Regierung ernst wird, den Kontakt zu

oder in jener der Venture-Fonds.

der Sanktionen weiterdreht, dann wür-

uns wieder aufzunehmen, zuzuhören und

den wir in Europa massiv darunter leiden.

sich andere Meinungen bewusst abzuho-

Zu guter Letzt hat auch die regionale Fokus-

len. Das ist wichtig, denn ich glaube, es

sierung auf Zentral- und Osteuropa (CEE)

Haben Sie für unsere Leser zum Abschluss

bedarf eines nationalen Schulterschlus-

die Banken unter Druck gebracht. Bleibt CEE

noch einen schönen Gedanken zur Zukunft

ses, um die Konjunktur zu beleben und die

eine Erfolgsgeschichte? – Heute, mit der

der Banken? – Meine Botschaft scheint

zweithöchste Arbeitslosigkeit nach dem

Brille des Historikers betrachtet, wissen

auf den ersten Blick nicht so attraktiv: Wir

Zweiten Weltkrieg zu bekämpfen.

wir auch, dass wir damals zum Beispiel in

tun gut daran, unsere Erwartungshaltung

der Ukraine oder Kasachstan zu spät und

anzupassen. Uns klar zu werden, dass die

Wenn es nach Ihnen ginge, sollen die ver-

zu teuer eingestiegen sind. Klar ist aber,

nächsten Jahre mit viel Arbeit – und da

mögenden Stiftungen dabei helfen. – Ja. Es

die Expansion in CEE ist und bleibt für die

wie dort schärferen Korrekturen und Re-

geht dabei um eine Adaption des Stif-

österreichische Wirtschaft, nicht nur al-

formen – verbunden sein werden. Doch

tungsrechts

„steuerliche

lein für die Banken, eine Erfolgsgeschich-

je früher wir das anpacken, desto früher

Incentivierung“. Mit dem Ziel, privates

te. Ich glaube, da sind wir uns alle einig,

schreiten wir in das Jahr 2020, bei Son-

Vermögen für Grundlagenforschung und

denn dafür sprechen auch alle Fakten.

nenschein. n

hinsichtlich

12

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*

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Wer flexibel ist, schafft die Energiewende. Danke, Wasserkraft!

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MÄRKTE

BÖRSENRADAR

+ 80 PUNKTE [MAXIMUM +100] BENCHMARK ATX (AUT) + 70

INVESTOREN­STIMMUNG AUF JAHRESTIEF

NTX (CEE)

+ 60

+ 50

Die Investorenstimmung für die Aktienmärkt in der CEE-Region (NTX) hat sich im September 2014 auf +10 Punkte gegenüber +29,7 Punkte im August 2014 stark eingetrübt. Für die nächsten sechs Monate rechnen 45 Prozent,

+ 40

also die Mehrheit der professionellen Investoren, mit steigenden Märkten, 35 Prozent mit tieferen Kursen, und 20 Prozent gehen von einer neutralen Entwicklung des NTX aus. + 30

Am Aktienmarkt in Österreich (ATX) zeigt sich ein ähnliches Bild. Die S ­ timmung der Investoren ist von +28,8 Punkte im August 2014 auf +5,2 Punkte im September 2014 gefallen. Für die nächsten sechs Monate rechnen 36,8 Prozent der professionellen Anleger mit einem steigenden

+ 20

ATX, 31,6 Prozent mit tieferen Kursen und 31,6 Prozent gehen von einer neutralen Marktentwicklung aus.

+ 10

MARKTENTWICKLUNG

45 % steigen 20 % seitwärts 35 % fallen

SEP. 13

OKT. 13

62,0

78,4

63,2

81,0

0

36,8 % steigen 31,6 % seitwärts 31,6 % fallen

68,2

NTX (CEE) 56,0

ATX (ÖSTERREICH)

NOV. 13

0

– 10 PUNKTE [MAXIMUM –100]

45,0 %

–17,7

+15,4

42,9 %

Im September glaubten 45 % der Befragten an eine positive Entwicklung des CEE-Aktienmarktes. Auffallend dabei: Eine große Menge an negativen Stimmen, die Grund für das Gesamtsentiment von nur zehn Punkten sind.

Mit dieser Punkteanzahl, die für eine deutlich negative Entwicklung der Aktienmärkte spricht, belegt die Türkei (ISE-100) bei der Investorenstimmung den letzten Platz unter den CEE-Ländern.

Plus 15,4 Punkte und damit ein Topwert für Ungarn, wenn es um die Stimmung des BUX-Index geht. Das ist der beste Wert unter den ­analysierten Ländern.

Im September gingen 42,9 Prozent der Befragten davon aus, dass der tschechische PX-50-Index steigen wird. Dies ist der höchste Einzelwert, der von einem einzelnen Land erreicht wurde.

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MÄRKTE

POSITIV

–23,6 PKT

DEZ. 13

JAN. 14

FEB. 14

MÄR. 14

APR. 14

MAI 14

JUN. 14

JUL. 14

AUG. 14

5,2

10,0

28,8

29,7

50

43

40,9

45,5

42,1

45,0

40,8

31,1

45,8

40,0

67,9

51,8

42,9

34,4

55,5

50,0

–19,7 PKT

SEP. 14

DIFFERENZ

NEGATIV QUELLE: CEE ZEW-ERSTE GROUP INDIKATOR

–29,0 % 0,0 So viel betrug der höchste Verlust an positiven Einschätzungen, die ein einzelner Index – in diesem Fall der rumänische BET – gegenüber dem Vormonat verbuchen musste.

INFO DATEN CEE ZEW-Erste Group Indikator

Über die Entwicklung des Euro Stoxx sind sich die Investoren uneinig. 0 Punkte ergeben sich aus gleich vielen positiven und negativen Bewertungen, die einander aufheben.

Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) und die Erste Group Bank AG befragen monatlich Finanzmarktexperten über die Entwicklung der Aktienmärkte in den folgenden sechs Monaten in Zentral- und Osteuropa. Dazu zählen: Österreich (ATX), Kroatien (CROBEX), Tschechien (PX 50), Ungarn (BUX), Polen (WIG), Rumänien (BET), die Slowakei (SAX), die Türkei (ISE-100) sowie die Regionen CEE (NTX) und Europa (Euro Stoxx). Die Werte in der Grafik drücken die Differenz zwischen der relativen Menge an Stimmen mit positiver und negativer Einschätzung aus. Diese Balance (Sentiment-Stimmung) kann demnach zwischen –100 (negativ) und +100 Punkten (positiv) schwanken. Eine Punkteanzahl, die gegen null geht, spricht für eine neutrale Entwicklung der Aktienmärkte.

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BAHRAM SADIGHIAN ist mit einem Marktanteil von rund 55 Prozent oder knapp vier ­Milliarden Euro an ­verwaltetem Vermögen der ETF-­Marktführer in ­Österreich.

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FONDS

PASSIVER PLATZHIRSCH Auch wenn sie vorerst einen kleinen ­Prozentsatz der ­institutionellen ­Portfolios ausmachen, steigt der Einsatz von ETFs kräftig an. Doch was macht die spesengünstigen Passivfonds derart verlockend? TEXT RAJA KORINEK FOTO CLEMENS BEDNAR

N

och hat es sich offenbar nicht

hervor, einem Research-Haus, das sich

überall in Österreichs Finanzwelt

auf die Marktentwicklung spezialisiert

herumgesprochen. Einer jüngs-

hat. Wobei Marktführer iShares, Teil des

ten Anfrage von DerBörsianer bezüg-

weltweit größten Vermögensverwalters

lich ETF als Teil der gesamten Veranla-

BlackRock, hat auch hierzulande die Nase

gungsstrategie wurde schließlich mit der

vorn, nämlich mit einem Marktanteil von

schnippischen Gegenfrage „Was soll das

rund 55 Prozent oder knapp vier Milliar-

sein?“ erbost gekontert. Doch bei den

den Euro an verwalteten Vermögen, wie

meisten heimischen Großanlegern ist

Bahram Sadighian, Vertriebsleiter von

der Begriff und Einsatz von sogenann-

iShares für Österreich und Osteuropa,

ten Exchange Traded Funds (ETFs) – bör-

aufzeigt. Das ergibt grob hochgerechnet

sengehandelte, und damit spesengünsti-

ein Gesamtvolumen für Österreich von

ge Passivfonds ohne aktive Managemen-

rund acht Milliarden Euro.

tentscheidungen – inzwischen geläu-

Dennoch, im Wettlauf um weitere

fig. Und der Einsatz legt stetig zu – frei-

Marktanteile gibt man sich dezent zu-

lich nicht immer zur Freude der „akti-

rückhaltend. Sadighian: „Unser Ziel ist

ven“ Industrie. Schließlich kämpft diese

es, dass institutionelle Anleger rund

Branche seit Ausbruch der Finanzkrise

zehn Prozent ihrer Portfolios in ETFs in-

bestenfalls mit stagnierenden Volumen,

vestieren“. Derzeit schwankt österreich-

wie ein Blick auf die Zahlen der Vereini-

weit die Quote zwischen fünf und zehn

gung Österreichischer Investmentfonds-

Prozent, wie der iShares-Experte vor-

gesellschaften zeigt.

rechnet. Wobei: Seit 2008 habe es einen

Allein 2006 erreichte das Volumen

merklichen Schwung gegeben, „die Krise

in der heimischen Fondsindustrie 167,3

hat die Kostensensitivität sowie den Be-

Milliarden Euro. Im vergangenen Jahr

darf nach sehr liquiden Produkten stark

lag die Zahl bei 145,3 Milliarden Euro,

erhöht“, erklärt Sadighian.

die Fortsetzung eines langjährigen Seitwärtstrends seit Ausbruch der Finanz-

Dachfonds als treue Investoren

krise. Offizielle Statistiken gibt es für den

Neu ist deshalb der Einsatz von ETFs

ETF-Markt in Österreich hingegen keine.

hierzulande aber nicht. Hermann Pfeifer,

Das liegt daran, dass heimische Investo-

Head of Lyxor ETFs Germany, Aus­tria &

ren an verschiedenen Börsen handeln

Eastern Europe bei Lyxor Asset Manage-

können und Emittenten damit nicht im-

ment, erklärt die Entwicklung: „Öster-

mer genau erkennen, wo das Zielland des

reichische institutionelle Anleger zähl-

Investors ist.

ten zu den ersten großen ETF-Käufern.

Allerdings gibt es genaue Zahlen be-

Das liegt unter anderem an der starken

züglich der europaweiten Entwicklung,

und langjährigen Kultur von Dachfonds.“

sie deuten eindeutig auf ein kräftiges

Und die greifen eben gern bei ETFs zu.

Wachstum hin. Im ersten Halbjahr 2014

Insgesamt stammen Pfeifer zufolge rund

lag das verwaltete Vermögen in ETFs eu-

90 Prozent der Käufer aus dem institu-

ropaweit bei umgerechnet 345 Milliar-

tionellen Bereich. Drei Viertel des Volu-

den Euro. Im Jahr 2006 lag das Volumen

mens entfallen zudem auf Aktien-ETFs.

bei bescheidenen 73 Milliarden Euro. Das geht aus den Statistiken von Etfgi.com

Das ist auch kein Wunder. Birgit Ulbing,

Leiterin

Portfoliomanagement

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FONDS

bei der Valartis Bank Austria AG (Valartis), verweist auf ihren aktuellen Ansatz: „Bei strategischen Investments in breite Indizes geben wir ETFs eindeutig den Vorzug.“ Gemeint sind freilich DAX, Euro Stoxx, S&P 500 und Co. „Bei diesen

„Anleger sollten nicht nur die TER betrachten.“ HERMANN PFEIFER

Märkten rechtfertigt sich die hohe Ma-

„die anhand guter Unternehmensanalysen einen Mehrwert schaffen können“. Dennoch sollte man nicht nur die reine Gesamtkostenquote oder Total Expense Ratio (TER) betrachten, wie Pfeifer von Lyxor Asset Management zu bedenken gibt. „Sie ist nur ein Teil der Ge-

nagement-Fee bei vielen aktiv verwalte-

nicht das bevorzugte Instrument, Anle-

samtrechnung. Wichtig ist letztendlich

ten Fonds nicht, zumal die Manager hier

gerentscheidungen abzubilden. Sie wer-

die sogenannte Tracking Difference.“ Sie

kaum einen Mehrwert liefern können“,

den jedoch eingesetzt, wenn dadurch ein

zeigt an, wie weit die tatsächliche ETF-

so Ulbing. Immerhin machen ETFs be-

Mehrwert für die Fonds generiert werden

Performance von jener der Benchmark

reits 15 bis 20 Prozent des Gesamtport-

kann“, sagt Ingrid Szeiler, Chief Invest-

abweicht. Wobei sich die Abweichun-

folios bei Valartis aus. Gewählt werden

ment Officer. Dies könne etwa der Fall

gen eben nicht nur durch Abzug der TER

jene, die einen Index physisch replizie-

sein, wenn in der benötigten Assetklasse

erklären lassen. Einige ETFs lassen bei

ren, sprich auch tatsächlich die zugrunde

kein aktiv gemanagtes Produkt verfügbar

der physischen Replikation beispiels-

liegenden Aktien des Underlying kaufen.

oder das Volumen der aktiv gemanagten

weise sehr illiquide Titel weg, die in der

Im Gegensatz dazu gibt es ETFs, die

Produkte für den Einsatz in den Dach-

Messlatte sehr wohl enthalten sind. Pfei-

fonds der Raiffeisen KAG zu klein sei.

fer: „Dadurch kann es ebenfalls zu gro-

das Portfolio mittels Swaps abdecken. Das bedeutet, dass der Kontrahent, mit

Auch Dachfondsmanager Christian

ßen Abweichungen kommen.“ Auch die

dem der Swap abgeschlossen wird, die

Staritzbichler griff in der Anfangspha-

Kosten etwa für einen Swap sind nicht in

Indexperformance „liefert“. Das An-

se des Bawag PSK Invest Asia Dynamik

der TER enthalten, sie schmälern jedoch ebenfalls die Gesamtperformance.

legergeld wird stattdessen in einen Si-

Pleite des Swappartners, wobei bei den

„ETFs sind bei uns nicht das bevorzugte Instrument.“

meisten Swap-basierten ETFs die Besi-

INGRID SZEILER

cherheitskorb, auch Kollateral genannt, geparkt und in sichere Anleihen sowie Blue-Chip-Aktien investiert. Angetastet wird das Kollateral nur im Falle einer

Börsenhandel kostet ebenfalls Hinzu kommt noch die Handelsspanne zwischen dem An- und Verkaufskurs. An besonders hektischen Tagen kann sie sich vor allem in illiquiden Märkten rasch ausweiten, mahnt Sadighian von iShares.

cherung ohnedies bei mehr als 100 Prozent des Fondsvolumens liegt. „Trotz-

Stock im Jahr 2008 bei ETFs zu: „Das half

Doch für Ulbing von Valartis gibt es auch

dem wollen viele Kunden genau jenen

uns bei der Liquiditätssteuerung. Damals

hier eine klare Strategie: „Wir setzen

Inhalt im Portfolio haben, für den sie be-

war der Fonds sehr klein, und wir wollten

beim Kauf und Verkauf immer Limits, die

zahlen“, begründet Ulbing das stringente

bei Auszahlungen Engpässe vermeiden.“

beispielsweise unter aktuell gestellten

Vorgehen bei Valartis.

Ein ETF ließe sich eben rascher verkau-

Börsenkursen gesetzt werden können“.

Mittlerweile gebe es in der Branche

fen. Doch insgesamt spielt bei Staritz-

Zudem unterstreicht Knüppel von

ohnedies „die Tendenz zu direkt replizie-

bichler diese Assetklasse im Aktienbe-

DeAWM: „Die Kosten oder der Spread

renden ETFs“, zeigt Philip Knüppel, Deut-

reich nur eine kleine Rolle. Vielmehr kä-

spiegeln schlicht jene Kosten wider, die

sche Asset & Wealth Management (De-

men Anleihen-ETFs zum Einsatz. „Wir

der Anleger auch beim Direktinvestment

AWM), Vertriebsleiter Passive Anlage-

wenden sie etwa zur kostengünstigen

in Einzelwerte tragen müsste.“ Weiters

produkte in Österreich und der Schweiz,

Abdeckung unserer Position in Staatsan-

entstünden auch für aktive Fondsmana-

auf. Das Thema der unterschiedlichen

leihen an.“ Hier wolle man bloß die Lauf-

ger Handelskosten, sobald Anleger ihre

Replikationsmethoden werde dabei im

zeiten steuern. Bei Corporate Bonds und

Fondsanteile retournierten und Positio-

Markt längst entspannt gesehen. „Letzt-

Hochzinsanleihen verlässt sich Staritz-

nen im Fonds deshalb verkauft würden.

endlich sind alle Fonds und damit auch

bichler hingegen auf aktive Expertisen,

Diese würden auf die verbleibenden An-

alle ETFs durch die EU-Fondsrichtlinie UCITS IV reguliert und unterliegen den gleichen Anforderungen“, so Knüppel.

Liquidität als wichtiges Argument Das überzeugt offenbar nicht alle Großanleger. „ETFs sind in der Raiffeisen KAG

„Bei Short­ Positionen eignet sich der ETFEinsatz eher.“ GREGOR NADLINGER

leger verteilt, eine weniger transparente und faire Lösung, wie man bei DeAWM überzeugt ist. Für Andreas Zakostelsky, Vorstandsvorsitzender der Valida Holding AG Pensionskassen, sind dennoch gerade die Handelskosten ein Grund, „weshalb

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FONDS

ETFs bei sehr kurzfristigen Handelsent-

Pensionskassengesetz ist in Bezug auf

macht. Fondsmanager Günther Kastner:

scheidungen oft gar nicht so vorteilhaft

Short-Positionen sehr streng. Da eignet

„Früher gab es kaum Möglichkeiten, die-

sind“. Dennoch sei man bei der Valida

sich der Einsatz von ETFs eher als von

se Assetklasse abzudecken.“

nun in unterschiedlichsten Assetklassen

Derivaten in Bezug auf Meldevorschrif-

Um möglichst wenige Lücken gegen-

zu rund zehn Prozent in ETFs investiert.

ten“. Schließlich sind auch Short-ETFs

über der aktiven Industrie auszulassen,

Auch andere Versicherungen und Pensi-

eine Form von Sondervermögen. Gera-

bieten immer mehr ETF-Emittenten in-

onskassen kommen allmählich auf den

de bei Aktienpositionen bevorzugt Nad-

zwischen auch noch sogenannte Smart-

Geschmack. Gregor Bitschnau, Sprecher

linger hingegen eine aktive Selektion,

Beta-ETFs an. Hier soll etwa „aktiv“

der Uniqa Insurance Group AG: „Es wird

um Unternehmen und ihre Geschäfts-

ein Index kreiert werden, auf den An-

gerade überprüft, ob sie in Zukunft ein-

modelle genau zu durchleuchten. Flori-

leger setzen können. Letzendlich wird

setzbar wären.“

an Gröschl, Geschäftsführer bei Absolu-

es sich freilich weisen, wie weit börsen-

Bei der Generali Gruppe Österreich

te Return Consulting, fügt hinzu: „Man

gehandelte Indexfonds vorstoßen kön-

ist man auch über die „Planphase“ hin-

stößt schnell an Leverage-Grenzen.“ Da-

nen oder ob sie langfristig ihre Stärke

weg. Dort werden ETFs selektiv, im Ak-

her greife man auch hier bei Short-ETFs

in ihrem ursprünglichen Feld, nämlich

tienbereich, eingesetzt. Das Investment

zu. Bei der C-Quadrat Kapitalanlage AG

in der kostengünstigen Abbildung von

in Euroland-Core-Bonds decke man bei

hatte man wiederum im Rohstoffsektor

großen, etablierten Indizes, ausspielen

der Generali vornehmlich durch direkte

erste Gehversuche in der ETF-Welt ge-

werden. n

Käufe von Anleihen über gruppeneigene Spezialfonds ab. Dabei sei eine wichtige Überlegung die Gewichtung auf Basis der Emissionsvolumina der einzelnen Staaten und Unternehmen. Ähnlich die Wiener Städtische: „Wir nutzen seit einigen Jahren ETFs in der Veranlagung, allerdings nur im Aktienbereich“, sagt

Wir machen es möglich: Performance mit System

Christine Dornaus, Vorstand der Wiener Städtische. Laut Dornaus sollen dabei die eingesetzten ETFs rein passiv nationale und internationale Aktienindizes abdecken: „Neben der geringen Kostenstruktur sind Transparenz und Handelbarkeit an der Börse für uns ausschlaggebend.“

Skepsis bleibt bestehen Christian Ramberger, Geschäftsführer der Allianz Invest KAG, ist zurückhaltender: „Weder die Versicherung noch die Pensionskasse ist direkt in ETFs in-

Entscheiden Sie sich für die quantitative Aktienexpertise von AXA Rosenberg.

vestiert. Wir bevorzugen aktiv gemanagte Fonds.“ Bei der Erste Asset Management setzt man stattdessen auf hauseigene passive Indexbausteine. Auch Michael Schützinger, Vorstand der Schoellerbank Invest, begründet seine Zurück-

Für weitere Informationen kontaktieren Sie uns unter: ( +49 69 90025 2049 * clientservicebanks@axa-im.com

www.axa-im.at

haltung: „Mit ETFs ist die Chance auf eine Outperformance von Beginn an ausgeschlossen.“ Allerdings gibt es Bereiche, in denen sich die Entweder-oder-Frage erst gar nicht stellt. Gregor Nadlinger, Fonds-

Die hier von AXA Investment Managers Deutschland GmbH bereitgestellten Informationen stellen kein Angebot zum Kauf, Verkauf oder zur Zeichnung von Fondsanteilen bzw. Finanzinstrumenten oder ein Angebot für Finanzdienstleistungen dar. Ein Kauf von Fondsanteilen erfolgt ausschließlich auf Basis der jeweils gültigen Verkaufsprospekte und den darin enthaltenen Informationen. Die Verkaufsprospekte, wesentlichen Anlegerinformationen (KIID) und Jahresund Halbjahresberichte erhalten Sie kostenlos bei AXA Investment Managers Deutschland GmbH, Bleichstraße 2 – 4, 60313 Frankfurt/Main oder der jeweiligen Informations- und Zahlstelle in Österreich oder unseren Vertriebspartnern sowie unter www.axa-im.at.

manager bei der Linzer IVS Invest: „Das

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MÄRKTE

BÖRSENWETTER

ALFRED REISENBERGER Head of Investments Valartis Bank Austria AG

„Aktuell empfehle ich Andritz und Schoeller-Bleckmann. Verkaufen würde ich Porr und RBI.“

YEAR-TODATE-TRENDS DER ­WELTBÖRSEN

LONDON (FTSE 100) 6.622,72 I –1,87 %

TORONTO (TSX) 14.960,51 I 9,95 %

PARIS (CAC 40) 4.416,24 I 2,80 %

NEW YORK (DJIA) 17.042,90 I 2,98 % POSITIVE PERFORMANCE (YTD)

NEW YORK (NASDAQ) 4.493,39 I 7,88 %

NEGATIVE PERFORMANCE (YTD)

EUROPA (EURO STOXX 50) 3.225,93 I 3,96 % MEXIKO-STADT (IPC) 44.985,66 I 5,08 %

WELT (MSCI WORLD) 1.702,18 I 2,82 %

KOMMENTAR

ANJA HOCHBERG Chief Investment Officer Europa und Schweiz Credit Suisse AG

SAO PAULO (IBOVESPA) 54.115,98 I 6,05 %

POSITIVE WACHSTUMSZEICHEN Im verbleibenden Quartal dieses Jahres dürften die internationalen Finanzmärkte von der sichtbaren globalen konjunkturellen Belebung und einer sich intensivierenden Diskussion um den Zinspfad der amerikanischen Notenbank geprägt sein. Global dürfte sich damit auch der Zinstrend leicht nach oben verschieben. Auch in Europa sehen wir, gefördert von den globalen Konjunkturtendenzen und gestützt von der quantitativen geldpolitischen Lockerung der Europäischen Zentralbank (EZB), wieder positive Wachstumszeichen. Gleichwohl dürften sich hier die Kapitalmarktrenditen vorsichtiger

EDUARD BERGER Vorstand der Wiener Privatbank SE

nach oben schieben als in den USA. Der Zinsabstand der USA zur Eurozone vergrößert sich also. Dies treibt den US-Dollar und schwächt den Euro. Diese Währungsentwicklung dürfte dem europäischen Aktienmarkt weiteren Auftrieb verleihen. Wir bevorzugen den DAX.

„Meine aktuellen Kaufempfehlungen sind RBI, Lenzing, Verbund, RHI und Voestalpine.“

Dieser profitiert neben einer insbesondere im europäischen Direktvergleich günstigen Bewertung auch von seiner globalen Ausrichtung her und der Tatsache, dass rund 60 Prozent der Erträge aus dem DAX außerhalb der Europäischen Wirtschafts- und WährungsunionWU erwirtschaftet werden.

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MÄRKTE

FRITZ MOSTBÖCK Head of Group Research, Erste Group Bank AG

„Kaufen würde ich OMV, Andritz, Immofinanz, RBI und RHI. Verkaufen würde ich Valneva.“

MOSKAU (RTS) 1.123,72 I –22,01 %

WARSCHAU (WIG 20) 2.500,29 I 4,14 %

FRANKFURT (DAX) 9.474,30 I –0,82 % WIEN (ATX) 2.203,94 I –13,45 %

SCHANGHAI (SHCOMP) 2.363,87 I 11,72 %

ZÜRICH (SMI) 8.835,14 I 7,71 %

TOKIO (NIKKEI 225) 16.173,52 I –0,72 %

ISTANBUL (BIST 100) 7.4937,81 I 10,29 %

HONGKONG (HANG SENG) 22.932,98 I –0,07 %

MUMBAI (SENSEX) 26.630,51 I 25,79 %

SINGAPUR (STI) 3.276,74 I 3,45 %

MEHR KURSE FINDEN SIE UNTER

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JOHANNESBURG (JALSH) 49.336,31 I 6,66 %

SYDNEY (ASX 100) 4.397,30 I –1,08 %

STEFAN MAXIAN Chefanalyst der Raiffeisen Centrobank AG

THOMAS NEUHOLD Kepler Cheuvreux, Chefanalyst Österreich

„Zukaufen würde ich bei ­Uniqa, A ­ ndritz, Schoeller-­Bleckmann, ­Zumtobel und bei der ­Österreichischen Post AG.“

„Kaufen würde ich zurzeit RBI, RHI, S Immo, Immofinanz und CA Immo. Eine Verkaufsempfehlung gebe ich für den Verbund ab.“

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BANKEN

DIE ANTI-KRISENWUNDERWAFFE? CoCo-Anleihen sollen als Stoßdämpfer den nächsten Crash v ­ erhindern. DerBörsianer hat den Markt der neuen Nachrangpapiere analysiert. TEXT LUKAS SUSTALA

D

ie Ritter der Kokosnuss finden sich in Frankfurt und London. Regulierungsbehörden und Aufse-

her haben Contingent Convertible Bonds, kurz CoCos, zum zentralen Baustein im Gerüst gegen eine neue Finanzkrise ge-

„Es wird ein ganz großer Markt werden.“ PETER ONOFREJ

macht. Das Kalkül von Wissenschaftern,

Mutter in diesem Markt tummelt. Die UniCredit hat in den vergangenen Monaten mit der Emission von zwei Papieren CoCo-Erfahrung und Kapital gesammelt. Doch bis dato haben sich fast ausschließlich die größten Banken Europas den Markt zunutze gemacht.

der Europäischen Zentralbank (EZB) und

noch mit bis zu 20 Milliarden an neuen Pa-

Das belegt auch eine von DerBör­sianer

des Basler Bankenausschusses: Die Ko-

pieren. Für Peter Onofrej, Anleihenanalyst

durchgeführte Analyse der bisher bege-

kosnuss könnte Bankenleben retten.

bei Raiffeisen Research, ist klar: „Das wird

benen Bonds auf Basis von Daten von

Es handelt sich bei CoCos mehr oder

ein ganz großer Markt werden, denn die

Dealogic. Die durchschnittliche Markt-

weniger um Zwangswandelanleihen. Sie

Banken müssen alte Kapitalinstrumente

kapitalisierung der Banken, die bereits

werden vollautomatisch in Aktienkapital

ersetzen.“ Die Geldinstitute dürfen dieses

die neue Form von Nachrangkapital be-

umgewandelt, wenn eine Bank mit ihrer

Ergänzungskapital für wichtige Basel-III-

geben haben, liegt bei 49 Milliarden Euro,

Eigenkapitalquote unter ein gewisses Ni-

Kennzahlen zum Eigenkapital rechnen,

ein Vielfaches der Börsenkapitalisierung

veau fällt, zumeist 5,125 oder sieben Pro-

was ein großer Anreiz für Banken ist, die

selbst der heimischen Großbanken Ers-

zent. Sie fungieren damit als Stoßdämp-

Papiere aufzulegen.

te Group Bank AG und Raiffeisen Bank International AG. Große Institute wie

fer in der Kapitalstruktur eines Instituts, wenn ein gewisser Trigger, also wenn

Österreich als CoCo-Neuland

HSBC, Banco Santander oder Lloyds Bank

eine variable verzinsliche Verbindung in

Auch bei heimischen Banken werden

dominieren daher die CoCos.

eine fixe übergeht, ausgelöst wird. Im

laut Recherchen von DerBörsianer Coco-

Das könnte sich in einem Monat än-

Crash tragen die Coco-Gläubiger zur Ret-

Platzierungen genau beobachtet. Wenn-

dern, glaubt aber John Raymond, Bank-

tung der Bank bei, weil ihre Papiere ent-

gleich sich einzig die UniCredit Bank

anleihenanalyst bei Creditsights in Lon-

weder abgeschrieben oder in Eigenkapi-

Austria AG indirekt über ihre italienische

don: „Gerade kleinere Banken haben sich wegen des laufenden Stresstests

tal gewandelt werden. Im Fachjargon heißen die neuen CoCos AT1 oder „additional tier 1“. Sie sind die Ergänzung zum harten Kernkapital. Laut Dealogic-Daten haben 2014 Banken bereits 31 Milliarden Euro an Anleihen begeben, Analysten rechnen bis Jahresende

„Erwarte mir eine Emissionswelle.“ JOHN RAYMOND

noch zurückgehalten, doch das könnte sich ändern, wenn die EZB die Ampel auf Grün stellt.“ Seine Erwartung deckt sich mit der Einschätzung von Anleihenfondsmanagern. Nach der Veröffentlichung der Stresstestresultate am 26. Ok-

22

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BANKEN

tober 2014 könnte der CoCo-Markt einen CoCo-Emissionen nach Höhe des Triggers in Milliarden Euro 12 %

EZB als Emissions-Trigger

40

Das liegt aber nicht nur am Vertrauen.

35

Die CoCos sind sogar Teil der Lösung für

30

jene Banken, die beim EZB-Test schei-

25

tern. Denn die Kapitallücke im Stressfall

20

7 %

15

6 %

darf auch mit den neuen Nachrangpapieren, sofern der Trigger hoch genug ist,

10

gestopft werden. Onofrej empfiehlt auch heimischen Instituten, nach dem Stress-

5

test rasch ein „Window of Opportunity“

0

zu nutzen. Wenn der erste Ausfall eines

2009

2010

2011

2012

2013

2014

8 % 8 %

QUELLE: BLOOMBERG / RAIFFEISEN RESEARCH

deutlichen Schub bekommen.

5,125 % 5 % 2 %

CoCos den Markt erschüttert, könnte es schwieriger werden, die Produkte zu platzieren. Raymond erwartet „eine Emissi-

Co-Emissionen verlangen, die den Ban-

Investoren haben in jedem Fall eine

onswelle, die auch davon profitiert, dass

ken zuletzt in Sachen CoCos Grenzen ge-

harte Nuss zu knacken, warnt Onofrej.

Anleger derart nach Rendite dürsten“.

setzt haben. Ein heimischer Bankenver-

Er hält die Anlageklasse „für komplexer

Im Schnitt liegt der Renditeaufschlag der

treter nennt das auch als Mitgrund, wieso

als alles, was ich bisher analysiert habe,

Zwangswandler gegenüber vorrangigen

sich die Überlegungen zu einer Emission

es ist unglaublich, wie unterschiedlich

Anleihen bei rund vier Prozentpunkten,

so hinziehen. Im Sommer hat die euro-

die Anleihen sind“. So gibt es Papiere mit

zeigen Creditsights-Daten.

päische Wertpapierbehörde ESMA eine

einem Trigger, mit mehreren Triggern,

Wie groß der Markt insgesamt werden

Warnung an die Banken herausgegeben,

mal gelten die Kapitalquoten einer Bank-

kann, darüber gehen die Meinungen weit

CoCos nicht an Privatinvestoren zu ver-

gruppe, mal von Einzelinstituten. Zu gu-

auseinander. Das Potenzial ist groß, Ana-

kaufen.

ter Letzt kommt noch die Unsicherheit

lysten schätzen das Volumen des haupt-

Davon raten auch Analysten wie Ono-

der Aufsicht, kann doch eine Behörde wie

sächlich europäischen Marktes für CoCos

frej wegen der Komplexität des Produkts

die Europäische Zentralbank bei einem

auf 150 bis 400 Milliarden Euro.

ab. Weil aber auch Versicherer durch ihre

strauchelnden Institut intervenieren und

eigenen Kapitalregeln wie Solvency II als

so zu einem Coco-Event beitragen. Anle-

„Unglaublich“ komplex

Käufer riskanter CoCos wegfallen, blei-

ger müssen genau prüfen, ob sie sich mit

Interessanterweise sind es aber die Re-

ben „nur“ Hedgefonds und Asset-Ma-

der neuen Wunderwaffe im Kampf gegen

gulatoren, die von den Geldhäusern Co-

nager übrig.

Finanzkrisen nicht selbst verletzen. n

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CEEGE: REPORTA tz Schaupla n ie n Rumä

Im Gegensatz zum Arcul de Triumf in Bukarest ist die 1995 gegründete Börse noch jung, wächst mit 20 Milliarden Euro Marktkapitalisierung aber von Jahr zu Jahr.

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INVESTOREN

RUMÄNIENS REISE NACH EUROPA Erst ein irrwitziger Boom, dann der Absturz. Doch Rumänen sind Rückschläge gewohnt. Vor allem die Jungen sind überzeugt, dass sie bald zum Mittelfeld der EU aufschließen. Und ausländische Investoren hoffen geduldig auf den nächsten Wachstumsschub. DerBörsianer hat sich in der neuen CEEReportagereihe auf Spurensuche nach Rumänien begeben. TEXT REGINALD BENISCH FOTO ANTON IVANOV / SHUTTERSTOCK

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INVESTOREN

INFO FAKTEN Rumänien in Zahlen und Fakten

Ö

sterreich ist im Land der Karpaten

das reiche mittelfristig nicht aus, be-

fest verankert. Rund tausend hei-

fürchtet Radu Craciun, Chefökonom der

mische Unternehmen haben sich

Banca Comerciala Romana (BCR), einer

vor Ort niedergelassen, an die 600 pro-

Tochter der Erste Group Bank AG (Erste

duzieren auch dort. Die Österreicher ha-

Group): „Für eine nachhaltige Aufhol-

ben knapp elf Milliarden Euro investiert

jagd sind mehr als vier Prozent nötig.“

und sind branchenmäßig überraschend

Doch davon ist man derzeit noch weiter

breit aufgestellt. Ganz im Gegensatz zur

entfernt als im Vorjahr, die Prognosen

Präsenz im übrigen Osteuropa haben sich

für 2014 wurden längst auf 1,9 Prozent

nicht nur Banken, Versicherungen, der

reduziert. Der Grund: Premierminis-

Handel und Dienstleister etabliert, sondern auch Industrieunternehmen, beginnend mit der OMV AG, die 2004 die Mehrheit am Energieriesen Petrom erwarb und seither eine Milliarde Euro investierte, über Holzverarbeiter wie Schweighofer, Egger und Kronospan bis hin zu dutzenden KMUs aus den Bereichen Umwelttechnik und IT. Die Strategie ist klar: Rumänien ist seit 2007 Mitglied der Europäischen Union (EU), hat aber auf dem Weg nach Europa noch eine Menge aufzuholen. Doch damit sollten sich für alle, die das Land auf dieser Reise begleiten wollen, eine Menge Chancen ergeben. Die Rahmenbedingungen sehen auf den ersten Blick gar nicht so schlecht aus. Die Landeswährung Lei, Abkürzung „RON“, ist stabil, mit einer Inflation von knapp mehr als zwei Prozent und mit rund sieben Prozent Arbeitslosigkeit liegt Rumänien im europäischen Vergleich gut. Und die Staatsverschuldung betreffend, ist die aktuelle Rate von 37 Prozent überhaupt die niedrigste innerhalb der EU. Sorgen macht hingegen das Wirtschaftswachstum. 2013 stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) real zwar um respektable 3,5 Prozent, wobei das Wachstum vor allem von Exporten der Landwirtschaft und der Automobilindustrie (Dacia, Ford,

Amtssprache  Hauptstadt  Staatsform  Präsident Regierungschef Fläche  Einwohnerzahl Währung BIP 2013 Arbeitslosigkeit Staatsverschuldung

Rumänisch Bukarest Republik Traian Basescu Victor Ponta 238.391 km² 20 Millionen Leu (RON) 142,3 Mrd. Euro zirka 7 Prozent 37 Prozent

Aktien nach Umsatz 1. Fondul Proprietatea 2. Banca Transilvania 3. Romgas 4. BRD 5. S.F.F Oltenia 6. OMV Petrom

27,7 Prozent 11,3 Prozent 9,9 Prozent 8,3 Prozent 7,1 Prozent 5,9 Prozent

Banken nach Marktanteil 1. BCR (Erste Group) 17,7 Prozent 2. BRD (Societe Generale) 13,0 Prozent 3. Banca Transilvania  8,9 Prozent 4. UniCredit Tiriac Bank  7,6 Prozent 5. CEC Bank 7,4 Prozent 6. Raiffeisen Bank Romania 7,3 Prozent Per Ende September 2014 standen 81 ­Titel auf dem Kurszettel, aber nur in wenigen findet nennenswerter täglicher Handel statt. Der Ertrag der Dividenden 2013, bezogen auf die Kurse zum Ultimo Juni 2014, lagen zwischen 5,0 und 7,5 Prozent.

Daimler-Benz AG) getragen wurde, doch

QUELLE: DERBÖRSIANER

ter und Präsidentschaftskandidat Victor Ponta hat im aktuellen Wahlkampf, wie man hört, staatliche Infrastrukturinvestitionen um 20 Prozent gekürzt und die Budgetmittel kurzerhand in höhere Beamtengehälter und Pensionen umgewidmet. Kein Wunder also, dass die verunsicherte Privatwirtschaft sofort ihre eigenen Investitionspläne annullierte. 2015 soll es wieder besser werden, heißt es. Die österreichischen Unternehmen stehen geduldig Gewehr bei Fuß, schließlich haben sie mittlerweile gelernt, dass auch in den wilden Karpaten die Bäume nicht in den Himmel wachsen. Damals, zwischen 2001 und 2008, als Rumäniens Wirtschaft im Jahresschnitt mehr als sechs Prozent zulegte, gegen Ende der Periode sogar über acht, hätten viele „den Bezug zur Realität verloren“, erinnert sich Walter Friedl, damals Handelsdelegierter in Bukarest, heute Manager und Mitbesitzer des Weinguts Lacerta. Das dicke Ende ließ nicht lange auf sich warten.

Träume platzen, ­Rettung schmerzt Die Lehman-Pleite riss auch Rumänien in den Abgrund. Währungsfonds, Weltbank und EU schnürten ein Hilfspaket und erzwangen harte Sparmaßnahmen: Mehr als 100.000 Staatsdiener wurden entlassen, den verbliebenen wurden 25

26

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05.10.14 17:31


INVESTOREN

„Eine Milliarde Euro in Petrom investiert.“ GERHARD ROISS

„Nur 37 Prozent der EU-Mittel abgeholt.“

„Lukratives Shoppingcenter in Bukarest.“

JOHANNES BECKER

FRIEDRICH WACHERNIG

Prozent des Salärs gestrichen, und die

Den Banken freilich erging es in Ru-

1998 in Rumänien Fuß gefasst und die

Mehrwertsteuer wurde um die Hälfte auf

mänien nach dem abrupten Ende des

Banca Agricola um schlappe 59 Millionen

24 Prozent angehoben.

Booms weniger gut. Nun mussten sie um

Euro übernommen hatten, um danach

Zu diesem Zeitpunkt war zumindest

die Einbringlichkeit der Kredite zittern,

organisch weiterzuwachsen, konzent-

Österreichs größtes Engagement in Ru-

die sie zuvor äußerst großzügig verge-

rierte die Raiffeisen Bank International

mänien, die Übernahme von 51 Prozent

ben hatten. Großes Pech hatte die Erste

AG sowohl Kreditvergabe als auch Risi-

des nationalen Energieriesen Petrom, die

Group, deren Chef Andreas Treichl Ende

kokontrolle in der Zentrale in Bukarest.

heutige OMV Petrom SA, durch die OMV

2005 nach zähem Bieterkampf stolze 4,2

AG, mehr oder minder in trockenen Tü-

Milliarden Euro für die Mehrheit an der

Banken: das Schlimmste überstanden

chern. Die Sanierung war bereits weit

BCR hingeblättert hatte, was dem fünffa-

Mittlerweile hat sich die rumänische

fortgeschritten, ebenso der Abbau von

chen Buchwert entsprach. In den verblei-

Bankenszene einigermaßen erfangen.

56.000 Mitarbeitern, was „ohne einen

benden zweieinhalb guten Jahren konn-

Der Anteil der „Non-performing L ­ oans“,

einzigen Streiktag“ ablief, wie OMV-AG-

te man unmöglich so viel Geld zurück-

sprich der notleidenden Kredite, ist mitt-

Vorstandsvorsitzender

Roiss

verdienen. Noch dazu hatte es die Erste

lerweile unter 22 Prozent gesunken, und

­gegenüber DerBörsianer betont. Schließ-

Group mit der Due Diligence nicht allzu

er betrifft größtenteils Kredite in loka-

lich habe die OMV AG durch massive

genau genommen. Dass es dank dezen-

ler Währung. Mehr als 90 Prozent sind

Investitionen bewiesen, dass man die

traler Kreditvergabe in der BCR Brauch

rückgestellt, und Hedgefonds liegen auf

schwer angeschlagene OMV Petrom SA

war, dass Zusagen und Konditionen stark

der Lauer, um gegebenenfalls den Rest

wieder zum nationalen Champion auf-

von der Höhe der Kickbacks für den Fili-

der notleidenden Kreditportfolios um 70

bauen wollte. Worüber sich Roiss beson-

alleiter abhingen, sei zwar jedem Rumä-

Prozent bis 90 Prozent des Buchwerts zu

ders freute: IWF-Chefin Christine La­

nen bekannt gewesen, der Konzernlei-

schnupfen.

garde lobte bei ihrem Rumänienbesuch

tung in Wien aber offenbar nicht.

Gerhard

Auch

Fremdwährungskredite

ma-

im Juli 2013 die Sanierung der OMV Pe-

Wie man es richtig macht, hätte man

chen heute kaum noch Probleme, ob-

trom SA als die beste, die sie je gesehen

sich von Raiffeisen abschauen können.

wohl sie einst bis zu 70 Prozent des Ge-

hätte.

Nicht nur, dass die Giebelkreuzler bereits

samtvolumens ausmachten. Denn im

Veranlagung ist heute mehr denn je Management von Unwägbarkeiten. Dies verlangt einen uneingeschränkten Fokus und die Möglichkeit unabhängig zu denken.

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wieder auf den Radarschirmen der Banken auf. Als typischer Bestandhalter, der im Gegensatz zu Projektentwicklern vor allem von Mieterträgen lebt, konnte die S Immo AG mit ihren Bukarester Objekten, dem zentralen Novotel, der Sun-Plaza, einem Shoppingcenter mit 80.000 Quadratmeter vermietbarer Fläche, und einem benachbarten Büroobjekt, regelmäIWF-Chefin Christine Lagarde lobte 2013 die Sanierung der OMV Petrom als die beste, die sie je gesehen hätte.

ßige Erträge lukrieren. Und nicht zu wenig, wie Wachernig verrät: „Erstklassige

Gegensatz zu Ungarn wurden die Ban-

Warschauer Börse zurück, und auch die

Shoppingcenter in Bukarest erzielen die

ken nicht zu sofortiger Rückabwicklung

durchschnittlichen Tagesumsätze von

höchsten Renditen aller osteuropäischen

gezwungen, weil die Rumänische Natio-

neun Millionen Euro wirken noch recht

Metropolen.“ Mit einem Büroprojekt, das

nalbank nichts von abrupter Geldpolitik

bescheiden. Fast die Hälfte der 81 Akti-

die S Immo AG auf einem bereits gekauf-

hält. Das Mastermind dahinter ist Gou-

en entfällt freilich auf die Sektoren Ener-

ten Grundstück gleich neben dem Nord-

verneur Mugur Isarescu, der allerorts als

gie und Versorger, von denen etliche zu

bahnhof hochziehen will, möchte Wa-

„wichtigster und mit Abstand glaubwür-

Ausschüttungsquoten von mindestens

chernigg allerdings noch zuwarten, bis

digster Stabilitäts­anker des Landes“ ge-

50 Prozent vergattert wurden, weshalb

die Konjunktur wirklich klar und deutlich

schätzt wird, in einem Staat, dessen Poli-

sie sich bei Pensionsfonds besonderer

anspringt.

tiker allabendlich im Fernsehen zu wüs-

Beliebtheit erfreuen.

Probleme mit den EU-Fördermitteln

ten Beschimpfungsorgien antreten.

Dynamik im Fondsgeschäft

Und das könnte noch ein Weilchen dau-

Rumänen deutlich zugenommen, und

Für rumänische Privatanleger spielen

ern. Die effizienteste Starthilfe wäre ein

weil sich die Banken bei der Kreditverga-

Aktien noch keine nennenswerte Rol-

kräftiger Investitionsschub. Doch dazu

be zurückhalten, sank im Vorjahr das Vo-

le, dafür sind aber Fonds stark im Kom-

wäre es dringend nötig, dass die für Ru-

lumen der ausstehender Kredite gemes-

men. Insgesamt verwalten rumänische

mänien bestimmten EU-Mittel tatsäch-

sen in Prozent der Einlagen unter 100 und

Fondsgesellschaften 5,6 Milliarden Euro,

lich bei den dortigen Privatunternehmen

steht momentan bei 96 Prozent.

auf den Branchenführer, die Erste Asset

und Kommunalbetrieben ankämen.

Inzwischen hat die Sparneigung der

Doch neben dem klassischen Ge-

Management, entfallen 1,65 Milliarden.

„Rumänien hat zuletzt nur 37 Prozent

schäft mit Einlagen und Krediten inter-

Dazu trägt ein einziger Fonds den Lö-

der bereitgestellten EU-Fördermittel ab-

essieren sich die Banken immer mehr für

wenanteil bei: Der „Erste Bond Flexib-

geholt und ist damit hinter der Slowakei

den noch kleinen, aber rasant wachsen-

le RON“, ein Rentenfonds, der 70 bis 80

das europäische Schlusslicht“, beklagt

den Kapitalmarkt. Anfangs ging es nur

Prozent in Staatsanleihen und den Rest in

Unternehmensberater Johannes Becker,

um Emissionen der Republik, von denen

Corporates und im Geldmarkt investiert,

der sich in Bukarest als professioneller

mittlerweile ein Fünftel von ausländi-

ist 1,5 Milliarden Euro schwer und gilt als

Begleiter auf dem steinigen Weg bis zur

schen Investoren übernommen wird, die

größter Fonds im CEE-Raum. Im Wind-

Freigabe der nicht rückzahlbaren EU-

4,2 bis 4,4 Prozent Rendite auf zehn Jahre

schatten des Erfolgs bietet die Erste-

Zuschüsse anbietet. Grundsätzlich wer-

für einen guten Deal halten. Dazu kom-

Tochter bereits die nächste Generation

den staatliche, kommunale und priva-

men neuerdings immer mehr Bankan-

an: einen Aktienfonds, einen Mischfonds

te Projekte gefördert, doch die Wartezeit

leihen, und für Narcisa Oprea, Partner bei

und drei Absolute-Return-Produkte.

von bis zu drei Jahren, die Folge von amt-

Schönherr Rechtsanwälte in Bukarest,

Während also das Wertpapiergeschäft

licher Ineffizienz, sei, so Becker, ausge-

zeichnet sich bereits die nächste Wel-

in Fahrt kommt, verharrt der Immobili-

sprochen kontraproduktiv: „Private Un-

le ab: „Demnächst kommt der Energie-

enmarkt in einer Schockstarre, seit die

ternehmen haben Konkurrenz und wol-

sektor auf den Bond-Markt, und zwar mit

Preise im Gefolge der Finanzkrise um 50

len keine Zeit verlieren.“ Dazu kommt,

Renditen von fünf Prozent und mehr.“

bis 60 Prozent absackten. „Wie fast über-

dass den Ministerien und Kommunen

A ­ktienbörse

all in Osteuropa ist der Transaktions-

bei

wächst und gedeiht. Mit 20 ­ Milliarden

markt auch in Rumänien ausgetrocknet“,

oft das Geld für die geforderte Kofinan-

Euro

der

berichtet Friedrich Wachernig, Vorstand

zierung fehlt – oder die Kompetenz der

1995 gegründete Aktienmarkt freilich

der in Wien notierten S Immo AG. Doch

jeweiligen Beamtenschaft. Die Instal-

weit hinter der 150 Milliarden schweren

in letzter Zeit tauche der Sektor offenbar

lation eines Superministers für EU-Fi-

Auch

die

Bukarester

Marktkapitalisierung

liegt

gemeinwirtschaftlichen

Projekten

28

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04.10.14 16:49

Insera


INVESTOREN

nanzierung vor zwei Jahren hat offenbar

lung des Medienmagnaten Dan Voicule-

BEWERTUNG

noch keine sichtbaren Verbesserungen gebracht. Im Ausbau des Straßen- und

scu zu zehn Jahren Haft, des ehemaligen Finanzchefs der berüchtigten Securitate,

Das Zeugnis von DerBörsianer

Bahnnetzes geht nichts weiter, und die fehlende In­frastruktur diskriminiert Un-

der mit Komplizen 60 Millionen Euro ergaunert hatte.

Wirtschaft Politik Rechtssicherheit Korruption Infrastruktur

ternehmensstandorte im Landesinneren und im armen Osten des Landes.

Kampf der Korruption

Dass es keine Unberührbaren mehr gibt im Land der Karpaten, hatte Basescu bereits im Vorjahr demonstriert, als er sich weigerte, zugunsten seines der

Überraschenderweise hat sich Rumä-

Korruption angeklagten Bruders zu in-

nien in einer anderen Disziplin erfolg-

allem deshalb gelang, weil er mangeln-

tervenieren. Mittlerweile ist die politi-

reich in Richtung Europa bewegt – näm-

de Zuständigkeit stets durch spektaku-

sche Klasse in Rumänien schwer verun-

lich auf dem Gebiet der Rechtssicherheit.

läre Medienauftritte zu kompensieren

sichert, aber auch die Beamtenschaft bis

So wurden zum Beispiel im Kampf gegen

pflegte. Der Anklage, Verurteilung und

hinunter zum einfachen Verkehrspoli-

die Korruption zuletzt spektakuläre Er-

Inhaftierung des früheren Regierungs-

zisten. Allerdings muss sich noch weisen,

folge erzielt. Dabei spielte Staatspräsi-

chefs Adrian Nastase folgten Verfah-

ob die neue Stigmatisierung der Korrup-

dent Traian Basescu eine zentrale Rolle.

ren gegen weitere dutzende Prominen-

tion auch nach den Präsidentenwahlen

Er hatte sich zehn Jahre lang erfolgreich

te, die üblicherweise vor laufenden TV-

im November Bestand hat. Schließlich

schützend vor Staatsanwälte und Rich-

Kameras in Handschellen von zu Hause

darf Staatspräsident Traian Basescu nach

ter gestellt und die Justiz gegen Druck

abgeholt werden. Ein vorläufiger Höhe-

zwei Amtsperioden kein weiteres Mal zur

von außen abgeschirmt, was Basescu vor

punkt bildete die diesjährige Verurtei-

Wahl antreten. n

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FONDS

EIN TREND OHNE FOLGER S

Stumpfe Wunderwaffen oder neue Hoffnungs­ träger? Managed-­ Futures-Fonds kämpfen mit den Nachwirkungen einer Schwäche­phase. Nun sehen Anbieter Licht am Ende des Tunnels. TEXT ROBERT WINTER

ie wurden als Wunderwaffen und

einer Rendite von 65,7 Prozent besonders

jahressicht liegen der SMN Diversified

als Schutzschild gegen Finanz-

gut ab, der SMN Diversified Futures legte

Futures und der FTC Futures Fund Clas-

marktturbulenzen gepriesen. Sie

um 62,8 Prozent zu.

sic mit rund 40 Prozent im Plus. Dagegen

galten als ertragreiche Alternative zu

Die Ursachen dieser enormen Wert-

schaffte es der Superfund Green A EUR

herkömmlichen Anlageprodukten. Die

zuwächse waren in starken Preistrends

SICAV nie in die Gewinnzone und weist

Rede ist von Managed-Futures-Fonds,

bei Öl und Aktienindizes zu finden, ab

über zehn Jahre einen Verlust von rund

bei denen sich österreichische Anbie-

Mitte des Jahres 2008 sorgten zusätz-

30 Prozent auf.

ter über Jahre hinweg einen guten Na-

lich Preistrends bei anderen Rohstoffen

Nun stehen Investoren vor mehre-

men machten. Besonders im Krisenjahr

für die Rekordernte einschlägiger Fonds.

ren Fragen: Sind die vormals als Wun-

2008 hatte sich der Nimbus der Krisen-

Seit damals wurde es aber relativ still

derwaffen bezeichneten Anlageproduk-

tauglichkeit der Trendfolger-Fonds be-

um die Fonds, die Superfund-Gründer

te stumpf geworden? Gibt der jüngste

stätigt. Damals gingen die Börsen in die

Christian Baha durch zahlreiche Marke-

Aufschwung ausgesuchter Managed-Fu-

Knie, während Managed-Futures-Fonds

ting- und Sponsoringaktivitäten sowie

tures-Fonds Hoffnung, den in den ver-

Rekorderträge einfuhren. So war mit den

einen Auftritt im Hollywood-Streifen

gangenen Jahren verlorengegangenen

Investmentfonds, die von klaren Trends

„Wall Street 2“ populär gemacht hatte.

Boden wieder gutzumachen? Und was

bei Aktienindizes, Währungen, Rohstof-

Dass das Interesse der Investoren seit

sind die Ursachen dafür, dass sich Fu-

fen oder Zinsen profitieren, häufig mehr

den schlimmsten Wirren der Finanzkri-

tures-Fonds seit Jahren schwergetan ha-

als 50 Prozent Ertrag möglich. Um nur

se verflogen ist, kommt nicht überra-

ben, während an den Börsen ein starker

zwei Beispiele zu nennen: Mit einem Jah-

schend. Mussten doch manche Mana-

Boom herrschte? Auf Fragen wie diese

resertrag von 65,7 Prozent schnitt etwa

ged-Futures-Fonds in den vergangenen

will Superfund-Mastermind Christian

der Alpha Strategien Futures MH der

Jahren Federn lassen. Längerfristig sieht

Baha, der im Jahr 2011 laut Eigenangabe

Volksbank Investments im Jahr 2008 mit

es zum Teil aber besser aus. Auf Zehn-

noch 1,25 Milliarden US-Dollar in seinen

30

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04.10.14 16:50


FONDS

Anlageprodukten verwaltete, auf Anfrage

im Grunde recht gut positioniert, muss-

doch nicht einzig und allein in der per-

von DerBörsianer nicht Stellung nehmen.

ten aber bereits erzielte Gewinne in Pha-

formancemäßigen Schwächeperiode von

Hingegen redet Gernot Heitzinger,

sen mit Seitwärtsbewegungen wieder ab-

Managed-Futures-Fonds zu sehen. Tra-

Geschäftsführer der Investment Services

geben. FTC-Gründer Eduard Pomeranz:

gen doch regulatorische Einschränkun-

(SMN), nicht lange herum. Heitzinger:

„Eine wichtige Rolle spielte die lange Se-

gen erheblich dazu bei, dass es manchen

„In den vergangenen fünf Jahren war das

rie von massiven Interventionen der No-

Institutionen de facto nahezu unmög-

Marktumfeld für trendfolgende Strategi-

tenbanken. Diese Eingriffe haben zu Ver-

lich gemacht wurde, Managed-Futures-

en sehr schwierig. Es gab per saldo ein-

läufen an den Zins-, Währungs- und Ak-

Fonds einzusetzen.

fach zu wenige stabile Trends.“ Zur Erklä-

tienmärkten geführt, die mit trendfol-

Dass sich an der Lage durch UCITS IV

rung: Bei Futures-Fonds geht die Rech-

genden Handelsmodellen kaum profita-

(Undertakings For The Collective Invest-

nung auf, wenn sich Trends über Monate

bel zu nutzen waren.“

ment Of Transferable Securities) etwas

hinweg manifestieren, weil die beim Ma-

Nichtsdestotrotz legt Olivia Mayell,

ändert, ist ungewiss. Eduard Pomeranz:

nagement der Fonds verwendeten Syste-

Leiterin des Client-Portfolio-Manage-

„Der Marktanteil von trendfolgenden

me in der Regel eine gewisse Zeit brau-

ment-Teams der weltweiten Multi ­Asset

Managed Futures im UCITS-IV-Man-

chen, um eine Trendausprägung zu iden-

Group von JP Morgan Asset Management

tel ist im internationalen Vergleich noch

tifizieren. Das erklärt, warum gerade das

Investoren nahe, Vor- und Nachteile von

gering. Aber in der Europäischen Union

Jahr 2008 für hohe Gewinne wie geschaf-

Alternative

abzuwägen.

könnte sich das nach der bereits erfolg-

fen war. Dabei nutzten vor allem länger-

Mayell: „Auf der Aktivseite stehen Di-

ten Umsetzung der AIFM-Direktive än-

fristig ausgerichtete Handelssysteme die

versifikationseffekte und geringe Kor-

dern, die den Zugang zu Nicht-UCITS-

Investments

„Interventionen der Noten­banken spielen eine ­wichtige Rolle.“

„Es gab per saldo einfach zu wenige stabile Trends.“

„Für Investoren spielt die FeeStruktur eine entscheidende Rolle.“

EDUARD POMERANZ

GERNOT HEITZINGER

OLIVIA MAYELL

Gunst der Stunde, weil nicht jede Gegen-

relation zu anderen Anlageklassen. Auf

Fonds für private Anleger erheblich er-

bewegung unmittelbar als Trendbruch

der Passivseite ist begrenzte Information

schwert.“ Da Managed-Futures-Fonds

identifiziert wurde. Diese längerfristigen

und das Manager-Risk zu beachten. Für

auch Rohstoffmärkte in ihrem Anlageu-

Systeme wurden aber im Jahr darauf am

Investoren spielt die Fee-Struktur eine

niversum haben, sind sie ohne diverse

falschen Fuß erwischt, weil der Trend-

entscheidende Rolle. Teure Fonds wer-

Kunstgriffe nicht in einem UCITS-Fonds

wechsel zu spät erkannt wurden. Rich-

den nur noch gekauft, wenn ein Anbieter

umsetzbar. Deshalb hat etwa SMN aus

tig schwierig wurde das Umfeld ab 2011.

über extrem gute Managementfähigkei-

Gründen der Transparenz, Kosteneffizi-

Hartnäckige Seitwärtsmärkte, vor allem

ten verfügt.“

enz und Sicherheit bisher darauf verzich-

im Rohstoffbereich, bei Währungen und

tet, einen Managed-Futures-Fonds im

auch in vielen Aktienmärkten, bei gleich-

Konsolidierung der Branche

UCITS-Kleid zu lancieren. Gernot Heit-

zeitig stark rückläufiger Volatilität stell-

Wie sich die schwache Renditeentwick-

zinger: „Dies schränkt leider das Kun-

ten das schlechteste Umfeld für Trendfol-

lung auf das von Anbietern in Managed-

denspektrum ein, aber es ist der ehrli-

gestrategien seit Jahrzehnten dar.

Futures-Fonds

Vermögen

chere Weg. Gemäß der neuen Regelun-

In weiterer Folge mussten sich Anbie-

niederschlug, bleibt meist im Dunkel.

gen des Alternative-Investmentfonds-

ter von Futures-Fonds Kritik der Investo-

Einzig SMN Investment Services zeigt

Manager-Gesetz sind die meisten Mana-

ren gefallen lassen. Nicht zuletzt deshalb,

sich auskunftsbereit. Demgemäß ver-

ged-Futures-Fonds aber für österreichi-

weil manche Börsenindizes wie etwa der

waltete die SMN-Gruppe im Jahr 2007 in

sche Privatanleger problemlos zu erwer-

amerikanische S&P 500 oder der deut-

Managed Futures noch rund 300 Millio-

ben.“ Ob sich ein Einstieg längerfristig

sche DAX längere Zeit hinweg nach oben

nen Euro. Aktuell sind es nur noch etwa

lohnt, wird sich erst zeigen. Tatsache ist

kletterten. Zusätzlich zeigten sich an den

75 Millionen Euro. Bei FTC will man keine

jedoch, dass es seit Jahresanfang wieder

längerfristigen Zinsmärkten ebenso wie

konkreten Zahlen nennen, sondern ver-

Trends gibt, an denen einige Fonds gut

bei Edelmetallen wie Gold und Silber star-

weist darauf, dass das Volumen bis Mit-

verdienen. So liegt der SMN Diversified

ke Trends. Auch bei diesen Trends waren

te 2010 steigend und danach fallend war.

Futures Fund seit Jahresbeginn mit rund

einige in Österreich erhältliche Fonds

Die Ursachen der Rückgänge sind je-

13 Prozent im Plus. n

verwaltete

31

DB_30-31_Trendfolger.indd 31

04.10.14 16:51


MÄRKTE

KURSE ÖSTERREICH MARKTENTWICKLUNG ENTWICKLUNG (YTD) DER INTERNATIONALEN AKTIENMÄRKTE IM VERGLEICH ZUR WIENER BÖRSE 119 % 118 % 117 % 116 % 115 % 114 % 113 % 112 % 111 %

EMERGING MARKETS

110 % 109 % 108 %

ÖSTERREICH (ATX)

107 % 106 %

USA

105 % 104 % 103 % 102 % 101 % 100 % 99 %

EUROPA

98 % 97 % 96 % 95 % 94 % 93 % 92 % 91 % 90%

ATX (ÖSTERREICH)

89 %

STOXX EASTERN EU TOTAL MARKET (EUR)

88 %

STOXX EUROPE TTL MKT ALL (EUR)

OSTEUROPA

87 % 86%

STOXX US TM (EUR)

85 %

STOXX EM MKTS STX EM TM (EUR)

84 % 83 %

01. 01.

FEB.

MAR.

APR.

MAI

JUN.

JUL.

AUG.

SEP. 30. 09.

→ WWW.DERBOERSIANER.COM/KURSE

PERFORMANCE DIE ENTWICKLUNG (YTD) DES ATX IM WORDRAP

Der ATX steht bei 2203,94 Punkten. Year-to-date (YTD) liegt der ATX bei –13,45 Prozent. Damit um 18,55 Prozent unter dem MSCI World. Es gab bisher 89 Gewinntage und 97 Verlusttage. Auf das Jahres­ hoch von 2.730 Punkten fehlen 19,24 Prozent. Der beste Wochentag ist der Mittwoch mit 0,17 Prozent, der schwächste der Freitag mit –0,23 Prozent. 45 Prozent der Aktien weisen eine positive, 55 Prozent eine negative Performance auf.

AUSBLICK WIENER BÖRSE Ziemlich turbulente Wochen hatten die Aktienmärkte und vor allem der Wiener Markt in der vergange-

KOLUMNE

nen Zeit zu überstehen. Die Ereignisse waren mannigfaltig. Ukraine im Krieg gegen russische Separatisten, Israel gegen die Hamas, Terror islamischer Extremisten, Libyen, Syrien, Ebola, und dann wählt noch Schottland. Die Europäische Zentralbank (EZB) senkte als beruhigender Gegenpol die Zinsen auf nahezu null, kündigte massive Assetkäufe an und mahnte die EU, mit Wirtschaftsprogrammen zusätzlich unterstützend zu wirken. Ergänzend dazu senkten Wirtschaftsforscher die Wachstumsprognosen Europas und

WOLFGANG MATEJKA Geschäftsführer Matejka & ­Partner Asset Management

dämpften die konjunkturbasierten Hoffnungen für 2014. Dennoch gelang es den meisten Unternehmen, mit ihren Ergebnissen positiv zu überraschen. Auch in deren kommunizierten Ausblicken war ein Zug zum Wachstum mehr als erkennbar. 2014 wird als Übergang zur neuen Prosperität in 2015 kommentiert und verstanden. Selbst wenn die Häufung krisenrelevanter News die Absicherungsquoten vieler Investoren kurzfristig deutlich erhöht hatte, ist die Erwartung einer Verbesserung der ökonomischen Daten durch Aktivitäten von EZB und EU mittlerweile gestärkt worden, was die Börsen und, aufgrund seiner mittlerweile hochattraktiven Bewertung, den heimischen Markt deutlich unterstützen müsste.

32

DB_32-37_Kurse.indd 32

05.10.14 17:35


Viel in der Birne. Kluge Köpfe agieren nachhaltig - auch bei der Geldanlage. Immer mehr Investoren setzen auf werteorientierte Portfolios. Sie fördern damit saubere Energieformen, faire Arbeitsbedingungen, gesunde Nahrungsmittel und vieles mehr. Ethik und Rendite sind dabei kein Widerspruch. Denn Unternehmen und Staaten mit verantwortungsvoller Wirtschaftsweise haben langfristig die Nase vorn. Werteorientierte Anleger haben‘s drauf. Mehr unter www.kepler.at Diese Marketingmitteilung stellt kein Angebot, keine Anlageberatung, Kauf- oder Verkaufsempfehlung, Einladung zur Angebotsstellung zum Kauf oder Verkauf oder Finanzanalyse dar. Sie ersetzt nicht die Beratung und Risikoaufklärung durch den Kundenberater. Der aktuelle Prospekt sowie die Wesentlichen Anlegerinformationen – Kundeninformationsdokument (KID) sind in deutscher Sprache bei der KEPLER-FONDS KAG, Europaplatz 1a, 4020 Linz, den Zahlstellen sowie unter www.kepler.at erhältlich.

www.kepler.at

DB_32-37_Kurse.indd 33

04.10.14 16:51


MÄRKTE

INDIZESKURSE DIE 20 TOP/FLOP–INDIZES WELTWEIT (SELEKTIV) 2014 (YTD) POSITIVE INDEX ISIN KURS YTD % YTD HIGH YTD LOW 1J % 1J VOLA 3J % 3J VOLA AKTIEN %

DFM (Dubai)

n. a. 5.042,92 49,30 %

3.353,57 82,12 %

28,61

251,41 %

23,04

n. a.

DSM (Doha)

XC000A1DKEE5 13.844,08 33,38 % 14.350,50 10.545,27 44,50 %

17,52

64,93 %

13,44 35,00 %

SENSEX (Mumbai)

XC0009698199 26.630,51 25,79 % 27.354,99 19.963,12 37,41 %

13,42

61,85 %

16,34 42,86 %

16,68

101,83 %

13,38 27,27 %

17,21

54,71 %

5.406,62

ADSMI (Abu Dhabi)

n. a. 5.106,29

19,18 %

5.255,35

SSE (Schanghai)

QT0002571112 2.363,87 11,72 %

2.365,49

1.974,38

8,70 %

14,28

0,20 %

ROXBSEI00005 7.263,23 10,92 %

7.271,93

6.110,93 18,74 %

11,53

65,86 %

14,56 80,00 %

BET (Bukarest) BIST (Istanbul) TSX (Toronto) TA–25 (Tel Aviv)

4.290,09 33,06 %

10,29 % 84.356,42 60.753,53

0,40 %

22,87

25,28 %

23,95 53,00 %

XC0009695252 14.960,51 9,95 % 15.685,13 13.450,31

16,61 %

7,70

28,16 %

11,76 43,43 %

1.465,46

1.278,86 15,40 %

8,59

35,44 %

13,90

0,00 %

22,88

XC000A0AEWE8 74.937,81 n. a. 1.458,99

9,81 %

IBEX 35 (Madrid)

ES0SI0000005 10.825,50

9,16 % 11.249,40

9.654,80 17,85 %

15,63

26,66 %

91,43 %

NASDAQ (New York)

XC0009694271 4.493,39

7,88 %

4.610,57

3.946,03

19,15 %

13,33

81,63 %

15,61 27,66 %

SMI (Zürich)

CH0009980894 8.835,14 7,71 %

8.874,48

8.053,74

10,13 %

10,09

59,72 %

12,53 75,00 %

S&P 500 (New York)

US78378X1072 1.972,29 7,00 %

2.019,26

1.737,92

16,91 %

10,40

70,44 %

13,64 29,40 %

AT0000A02WU3 967,58 6,78 %

990,27

826,73

1,01 %

11,95

–4,54 %

12,64 20,00 %

6,66 % 52.323,61 44.145,42 12,05 %

10,85

66,26 %

13,13

0,00 %

19,01

–5,50 %

16,18

0,00 %

57,10 47,83 %

CROX (Zagreb) Jalsh (Johannesburg)

n. a. 49.336,31

SAX (Bratislava)

XC0009698330 210,19 6,29 %

224,14

193,60

AEX (Amsterdam)

NL0000249100 643,36 5,82 %

651,93

579,39 12,67 %

MSCI WORLD (Welt)

XC0009692739 1.241,35 5,10 %

1.263,50

1.123,80 12,27 %

IPC (Mexiko–Stadt)

PSIBME000000 44.985,66

WIG 20 (Warschau)

PL9999999987 2.500,29 4,14 %

5,08 % 46.554,28 37.751,64

WIR SIND ZERTIFIKATE

2.559,94

2.279,64

6,99 %

10,44 –46,54 % 8,37

60,51 %

11,49

n. a.

9,77 %

12,03

33,28 %

14,07

41,18 %

4,55 %

16,08

14,23 %

18,15 65,00 %

Erneut Platz 1 im Bereich Hebelprodukte beim Zertifikate Award Austria 2014

www.bnpp.at

RTS (Moskau)

RU000A0JPEB3 1.123,72 –22,01 %

1.421,07

1.016,01 –21,06 %

27,24

ATX (Wien)

AT0000999982 2.203,94 –13,45 %

2.730,45

2.188,53 –12,83 %

PSI 20 (Lissabon)

PTING0200002 5.740,50 –12,48 %

7.790,56

5.322,81 –3,58 %

ATX Prime (Wien)

AT0000999925 1.110,43 –11,74 %

1.344,73

1.103,61 –10,59 %

GRI99117A004 1.061,58 –8,70 %

1.379,42

AT0000A06418 239,64 –7,70 %

302,52

ATHEX (Athen) UTX (Kiew)

1.044,23

4,69 %

213,10 –6,60 %

BUX (Budapest)

XC0009655090 17.884,71 –3,91 % 19.702,84 15.981,97 –4,42 %

FTSE 100 (London)

GB0001383545 6.622,72 –1,87 %

HANG SENG (Hongkong)

HK0000004322 22.932,98

NSE (Lagos)

n. a. 41.105,38

26,52 62,00 %

15,78

13,15 %

20,88 45,00 %

19,39

–2,56 %

19,84 83,33 %

15,04

15,17 %

19,35

34,21 %

27,79

32,96 %

34,28 44,07 %

39,89 –56,40 %

34,20

n. a.

16,58

13,08 %

19,36

46,15 %

6.904,86

6.416,72

2,48 %

9,30

29,14 %

13,44

31,68 %

–1,34 % 25.362,98

21.137,61

0,32 %

13,87

30,36 %

18,00

6,00 %

–1,23 % 43.039,42 37.136,60 12,89 %

10,75

n. a. 565,94

n. a.

–1,08 %

1,66 %

10,02

34,40 %

12,84 57,00 %

8.903,49 10,24 %

14,14

72,20 %

18,67 63,33 %

13.885,11

11,88 %

19,10

85,90 %

21,48

13,78 %

ASX 100 (Sydney)

XC0009696656 4.397,30

DAX (Frankfurt)

DE0008469008 9.474,30 –0,82 % 10.050,98

NIKKEI 225 (Tokio)

–15,66 %

4.718,20

JP9010C00002 16.173,52 –0,72 % 16.374,14

4.194,70

CTX (Prag)

AT0000726443 1.349,46

–0,34 %

1.433,34

1.223,44 –1,78 %

15,36

–9,54 %

19,85 33,33 %

KOSPI (Seoul)

KRD020020008 2.020,09 0,44 %

2.093,08

1.885,53

1,16 %

10,02

14,15 %

15,02 36,36 %

CAC 40 (Paris)

FR0003500008 4.416,24 2,80 %

4.598,65

4.080,60

6,58 %

13,39

48,10 %

19,50 85,00 %

DJIA (New York)

US2605661048 17.042,90

2,98 % 17.350,64 15.340,69

11,88 %

10,00

53,05 %

12,52 43,33 %

STI (Singapur)

XC0009653640 3.276,74 3,45 %

3.387,84

2.953,01

3,44 %

7,53

22,49 %

11,53 23,33 %

BTX (Sofia)

AT0000A03HC0 1.583,88 3,51 %

2.102,33

1.516,76 10,74 %

23,17

12,96 %

18,79 33,33 %

EURO STOXX 50 (Europa)

EU0009658145 3.225,93 3,96 %

3.325,50

2.944,13

14,08

48,29 %

19,57 90,00 %

11,72 %

→ WWW.DERBOERSIANER.COM/KURSE/INDIZES

34

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06.10.14 12:15


MÄRKTE

AKTIENKURSE DIE 20 TOP/FLOP–AKTIEN DER WIENER BÖRSE 2014 (YTD) MARKET CAP UNTERNEHMEN ISIN KURS YTD % YTD HIGH YTD LOW 1J % 1J VOLA 3J % 3J VOLA (MIO. EUR)

Hirsch Servo AG

AT0000849757 10,500 116,49 %

24,000

4,900

5,25

Porr AG

AT0000609607 50,800 106,49 %

56,990

25,110

ATB Austria Antriebstechnik AG

AT0000617832 5,499 64,15 %

5,500

2,600

48,62 % 701,29

95,40

604,65

100,69 % 1036,87

60,49

UBM Realitätenentwicklung AG

AT0000815402 23,700 53,40 %

23,990

15,160

62,33 %

58,88

76,21 %

61,02

142,20

Do & Co AG

AT0000818802 51,510 38,65 %

55,050

34,000

55,41 %

25,68

90,50 %

30,27

501,91

Schlumberger AG ST

AT0000779061 21,880 34,23 %

24,000

17,350

20,22 %

82,45

62,05 %

80,65

32,82

Valneva SE

FR0004056851 5,275 31,51 %

7,850

4,050

32,54 %

58,60

n. a.

n. a.

288,77

Zumtobel AG

AT0000837307 14,815 30,53 %

19,640

11,420

24,50 %

38,44

13,87 %

42,03

644,45

Telekom Austria AG

AT0000720008 7,135 29,63 %

7,600

5,360

15,12 %

22,48

–5,86 %

27,90 3.160,80

AT&S AG

AT0000969985 9,150 27,95 %

Rath AG

AT0000767306 8,251 24,83 %

10,490

7,170

32,84 %

27,64

8,14 %

34,34

355,48

9,200

6,330

17,74 %

120,41

9,85 %

132,12

12,38

Wolford AG

AT0000834007 22,450 23,28 %

24,050

16,810

12,25 %

25,91

–8,37 %

29,61

112,25

CA Immobilien Anlagen AG

AT0000641352 15,810 22,75 %

16,400

11,800

47,34 %

20,42

72,79 %

28,36 1.542,76

Rosenbauer International AG

AT0000922554 70,000 18,08 %

72,550

57,880

20,69 %

21,30

119,23 %

27,56

476,00

Lenzing AG

AT0000644505 49,000 17,69 %

51,400

39,700

–10,75 %

26,94 –33,65 %

27,51 1.300,95

BWT AG

AT0000737705 17,880 17,25 %

18,000

15,000

23,48 %

20,02

17,21 %

29,52

318,86

AT00000AMAG3 25,310 16,74 %

27,500

21,300

21,86 %

24,22

72,18 %

24,19

892,53

↑ ↑

Amag Austria Metall AG

84,21 % 126,99 196,33 %

40,47

–19,23 % 124,30 66,06 %

S Immo AG

AT0000652250 6,160 16,45 %

6,250

4,940

33,05 %

20,58

55,16 %

20,92

412,21

Frauenthal Holding AG

AT0000762406 10,445 15,99 %

10,900

8,800

19,37 %

32,85

16,06 %

32,29

78,70

Miba AG

AT0000734835 410,000 15,49 % 450,000 335,000

38,51 %

37,53

159,49 %

35,54

123,00

WIR SIND ZERTIFIKATE

Erneut Platz 1 im Bereich Hebelprodukte beim Zertifikate Award Austria 2014

www.bnpp.at

HTI High Tech Industries AG

AT0000764626 1,300 –45,83 %

2,240

1,060

–71,58 %

131,09

–91,82 % 258,54

34,86

3,95

Warimpex AG

AT0000827209

1,064 –43,40 %

1,940

0,960 –23,45 %

–12,93 %

40,67

57,46

Kapsch Trafficcom AG

AT000KAPSCH9 23,070 –43,04 %

46,480

21,340 –36,97 %

29,70 –53,52 %

31,40

299,91

Raiffeisen Bank International AG

AT0000606306 17,220 –29,81 %

33,200

17,200 –25,66 %

41,09

–18,84 %

45,82 5.045,10

AT0000652011 18,135 –28,41 %

29,780

17,330 –22,37 %

36,18

–5,84 %

44,77 7.794,42

Head N.V.

NL0000238301 1,300 –25,71 %

1,900

–26,14 %

38,97

154,90 %

42,85

119,83

OMV AG

AT0000743059 26,645 –23,41 %

36,060

26,460 –27,00 %

20,38

18,32 %

25,98 8.720,18

Teak Holz International AG

AT0TEAKHOLZ8 1,900 –21,49 %

2,550

1,820 –24,87 %

40,75 –62,00 %

39,80

11,86

Immofinanz AG

AT0000809058 2,247 –17,98 %

3,050

2,080

–14,39 %

21,95

28,91 %

25,42 2.536,76

Linz Textil Holding AG

AT0000723606 435,000 –16,51 % 530,000 430,000

–12,12 %

53,25

9,02 %

55,41

130,50

Gurktaler AG VZ

AT0000A0Z9H1 4,411 –13,59 %

6,000

3,920 –26,47 %

n. a.

n. a.

n. a.

3,31

Palfinger AG

AT0000758305 25,000 –13,34 %

33,900

21,650

–13,49 %

30,63

57,18 %

35,17

939,83

Strabag SE

AT000000STR1 18,660 –12,48 %

23,150

17,840

1,19 %

24,36

–18,83 %

26,65 2.127,24

EVN AG

AT0000741053 10,125 –12,22 %

12,500

9,710

–10,32 %

19,29

–6,38 %

19,06

1.821,27

Wienerberger AG

AT0000831706 10,200 –11,50 %

14,100

9,900

–21,42 %

25,26

15,58 %

34,16

1.198,77

Unternehmens Invest AG

AT0000816301 21,500 –11,08 %

27,000

20,000

–4,02 %

32,75

50,49 %

35,07

91,38

Brain Force Holding AG

AT0000820659 1,590 –10,67 %

2,000

1,500

76,67 %

72,42

69,69 %

61,71

24,46

Voestalpine AG

AT0000937503 31,300 –10,39 %

36,460

28,220

–11,44 %

24,12

42,63 %

35,60 5.397,66

AT0000690151 2,200 –8,33 %

2,390

1,810

–8,33 % 156,52

16,40 %

174,06

8,67

–8,32 %

7,000

121,78 –49,99 %

112,76

3,63

Erste Group Bank AG

Maschinenfabrik Heid AG SW Umwelttechnik AG

AT0000808209 5,501

→ WWW.DERBOERSIANER.COM/KURSE/AKTIEN

1,210

5,020 –35,22 %

QUELLE: INTERACTIVE DATA, PRÄSENTIERT VON SALESXP

35

DB_32-37_Kurse.indd 35

06.10.14 12:15


MÄRKTE

FONDSKURSE DIE 20 TOP/FLOP–ÖSTERREICH–FONDS (THESAURIERT) 2014 (YTD) VOLUMEN FONDSNAME ISIN KURS YTD % YTD HIGH YTD LOW 1J  % 1J VOLA 3J  % 3J VOLA (MIO. EURO)

VB Mündel–Rent

AT0000A0HR15 904,26 9,05 %

9,13

ESPA Bond Euro Mündelrent

AT0000812995 14,09 8,31 %

Austro Mündel Rent

AT0000801246 128,72 7,35 %

4,46

6,92

4,07

100,93

Bawag P.S.K. Mündel Rent

AT0000719273 114,77 7,09 %

16,79 %

3,89

423,56

Spängler IQAM SparTrust

2,68

15,13 %

3,38

391,71

6,59 %

2,54

14,96 %

4,05

22,74

127,16

6,64 %

2,60

19,87 %

2,94

441,19

10,04

9,45

7,39 %

2,40

8,43 %

1,90

296,33

AT0000813068 12,97 4,68 %

12,97

12,39

4,68 %

1,82

12,47 %

2,88

404,69

4,61 %

118,73

113,03

4,75 %

1,34

5,99 %

1,98

104,93

AT0000746961 12,48 3,91 %

12,51

12,02

4,08 %

1,72

14,66 %

2,50

89,62

3,84 %

131,27

123,93

4,24 %

3,00

14,72 %

3,51

112,28

AT0000805171 12,99 3,84 %

13,00

12,52

4,00 %

1,80

11,13 %

3,27

518,22

828,06

9,20 %

3,17

17,60 %

4,95

14,14

13,00

8,47 %

3,03

16,73 %

129,08

119,90

7,35 %

2,69

16,09 %

115,91

107,29

7,03 %

2,60

AT0000817960 153,05 6,86 %

153,72

143,17

6,96 %

6,47 %

9,55

8,96

AT0000722566 134,97 6,41 %

136,78

6,03 %

PIA – Mündel Bond Schoellerbank Vorsorgefonds

AT0000820402 118,27

Apollo Mündel Allianz Invest Vorsorgefonds

AT0000721360 128,25

Raiffeisen Österreich Rent

Gutmann Mündelsicherer Anleihefonds AT0000A0CG05 9,54 Kepler Vorsorge Rentenfonds Hypo Rent

AT0000611157 10,02

908,84

Hypo 3–Wert

AT0000A0B083 132,01

3,73 %

132,75

127,56

4,71 %

1,33

12,06 %

2,02

24,17

Hypo Mündel Fonds

AT0000A0KQQ1 10,35 3,50 %

10,35

10,00

3,71 %

1,76

7,01 %

2,67

4,34

Sparda Rent

AT0000855416 131,18

3,37 %

131,28

126,90

3,70 %

0,92

10,42 %

1,61

65,44

TirolRent

AT0000832597 25,20 3,07 %

25,22

24,46

3,40 %

0,87

10,05 %

1,46

82,34

2,07 %

13,78

13,50

2,69 %

0,60

9,82 %

0,56 2.550,10

Hypo Mündelrent OÖ

AT0000A0GWS3 111,66 2,03 %

112,62

109,66

1,97 %

1,48

8,41 %

1,26

163,19

Mündelrent

AT0000A0GWQ7 111,66 2,03 %

112,62

109,66

1,97 %

1,48

8,41 %

1,26

163,19

Real Invest Austria

AT0000634365 13,77

WIR SIND ZERTIFIKATE

Erneut Platz 1 im Bereich Hebelprodukte beim Zertifikate Award Austria 2014

www.bnpp.at

SSgA Austria Index Equity Fund ESPA Stock Vienna (USD) VB Österreich–Index–Fonds RT Österreich Aktienfonds ESPA Stock Vienna

FR0000018137 92,08 –16,72 %

119,49

92,08

–15,57 %

17,69

AT0000A015F9 141,99 –16,35 %

183,29

141,99

–14,56 %

92,14 –12,82 %

113,60

92,14

–12,23 %

AT0000497292 7,38 –11,71 %

8,91

7,38

AT0000813001 106,61 –10,15 %

128,52

AT0000A0GWN4

14,04 %

0,23

1,58

15,13

7,65 %

0,24

71,54

15,51

13,57 %

0,20

2,80

–10,53 %

14,42

6,64 %

0,20

399,67

106,61

–9,47 %

14,43

14,86 %

0,19

71,54

Österreich Plus

AT0000A05TF3 67,39

–9,78 %

79,31

67,39

–8,91 %

13,46

16,58 %

0,17

33,00

Erste Responsible Stock Austria

AT0000A00023 149,17 –9,27 %

180,80

147,96

–10,85 %

15,67

10,83 %

0,19

12,85

Kepler Oesterreich

AT0000647698 241,41 –9,10 %

284,07

241,41

–8,29 %

14,43

20,58 %

0,19

28,15

Raiffeisen Österreich Aktien

AT0000805197 142,87

–7,35 %

167,06

142,66

–4,14 %

16,75

22,22 %

0,20

82,26

ViennaStock

AT0000952460 203,55 –6,84 %

232,91

203,55

–6,18 %

12,68

19,76 %

0,17

30,95

AT0000611405 86,02 –6,73 %

98,66

86,02

–4,71 %

13,13

26,25 %

0,17

4,84

Meinl Equity Austria

AT0000859368 136,06 –5,61 %

151,31

135,28

–5,09 %

10,57

4,74 %

0,15

109,69

Semper Share Austria

AT0000815030 105,05 –5,36 %

119,80

105,05

–2,24 %

15,37

23,76 %

0,18

17,55

PIA – Austria Stock

AT0000767736 69,52 –4,76 %

77,48

69,23

–1,19 %

13,38

35,27 %

0,18

277,06

3 Banken Österreich Fonds

AT0000662275 24,15 –1,25 %

26,56

23,46

4,70 %

13,37

37,58 %

0,16

117,82

ESPA Reserve Euro–Mündel

AT0000A0EU62 102,77 –0,11 %

102,97

102,51

–0,14 %

0,44

2,17 %

0,00

43,23

Bawag P.S.K. Mündel Rent Kurz

AT0000810429 107,06 0,76 %

107,09

106,22

0,78 %

0,58

4,25 %

0,01

91,09

SemperBond Austria

AT0000737663 95,08 1,01 %

95,37

94,08

1,39 %

0,95

6,53 %

0,02

8,05

Meinl Capitol 1

AT0000859301 64,28 1,82 %

64,34

63,16

1,90 %

0,83

7,37 %

0,02

6,32

Allianz Invest Austria Plus

→ WWW.DERBOERSIANER.COM/KURSE/FONDS

36

DB_32-37_Kurse.indd 36

06.10.14 12:15


MÄRKTE

ANLEIHENKURSE DIE 20 TOP/FLOP–CORPORATE PRIME ANLEIHEN DER WIENER BÖRSE (YTM) VOLUMEN ANLEIHENNAME ISIN KURS YTM %* YTD HIGH YTD LOW (MIO. EURO)

VERZINSUNG FÄLLIGKEIT

TYP

Sanochemia Pharmazeutika AG 7,750 % 2017

DE000A1G7JQ9 96,56 8,93 %

101,50

96,51

3,58

7,750 %

06.08.17

Fix

Photon Energy NV 8,000 % 2018

DE000A1HELE2 100,00 8,17 %

100,00

100,00

40,00

8,000 %

12.03.18

Fix

Cross Industries AG 6,875 %

AT0000500913 100,00

6,86 %

103,00

92,00

60,00

6,875 %

Unbefr.

Fix

Wienerberger AG 6,500 %

DE000A0G4X39 101,75 6,33 %

104,50

98,50

500,00

6,500 %

Unbefr.

Fix

WEB Windenergie AG 5,250 % 2023

AT0000A0Z785 100,66 5,15 %

100,66

100,00

9,19

5,250 %

08.04.23

Fix

AT0000A0WR40 103,70 3,79 %

105,95

98,95

85,00

4,625 %

12.10.19

Fix

AT0000A185Y1 104,00 3,70 %

105,48

100,23

150,00

4,875 %

09.07.19

Fix

Porr AG 6,250 % 2018

DE000A1HSNV2 109,70 3,68 %

109,85

104,30

50,00

6,250 %

26.11.18

Fix

Swietelsky Baugesellschaft 5,375 % 2017

AT0000A0H2Z0 104,20

3,59 %

104,47

102,00

75,00

5,375 %

12.04.17

Fix

Swietelsky Baugesellschaft 4,625 % 2019 UBM Realitätenentwicklung AG 4,875 % 2019

AT0000A0XJ15 105,49 3,56 %

112,00

104,00

50,00

6,250 %

04.12.16

Fix

Egger Holzwerkstoffe 5,625 % 2018

AT0000A0NBF0 106,75 3,48 %

110,00

105,00

200,00

5,625 %

07.03.18

Fix

Egger Holzwerkstoffe 4,500 % 2019

AT0000A0WNP5 106,50 3,07 %

107,70

103,00

150,00

4,500 %

01.10.19

Fix

Egger Holzwerkstoffe 5,750 % 2017

AT0000A0G215 106,11 3,03 %

107,99

105,00

120,00

5,750 %

18.02.17

Fix

Porr AG 5,000 % 2015

AT0000A0KJK9 102,01 3,01 %

103,84

100,50

125,00

5,000 %

13.10.15

Fix

AT0000A0WQ66 105,75 3,01 %

106,00

100,75

75,00

4,625 %

05.10.18

Fix

Novomatic AG 3,000 % 2021

AT0000A182L5 101,00 2,83 %

101,60

99,98

200,00

3,000 %

23.06.21

Fix

Immofinanz AG 5,250 % 2017

AT0000A0VDP8 106,50 2,75 %

107,75

105,00

100,00

5,250 %

03.07.17

Fix

Novomatic AG 4,000 % 2019

AT0000A0XSN7 105,05 2,74 %

106,05

102,59

250,00

4,000 %

28.01.19

Fix

AT0000A100E2 107,55 2,52 %

108,10

103,25

300,00

4,000 %

17.04.20

Fix

AT0000A0KSM6 107,95 2,28 %

108,95

105,81

150,00

5,000 %

27.10.17

Fix

Porr AG 6,250 % 2016

Cross Industries AG 4,625 % 2018

Wienerberger AG 4,000 % 2020 Novomatic AG 5,000 % 2017

WIR SIND ZERTIFIKATE

Erneut Platz 1 im Bereich Hebelprodukte beim Zertifikate Award Austria 2014

www.bnpp.at

Swietelsky Baugesellschaft 7,750 %

AT0000A07LU5 101,00

n. a.

AT0000A0K1K9 98,06

103,00

100,00

70,00

6,048 %

Unbefr.

Variabel ↓

n. a.

100,01

98,06

10,16

5,000 %

12.10.15

Fix

WEB Windenergie AG 5,000 % 2016

AT0000A0QZH8 100,60

n. a.

100,70

99,80

6,46

5,000 %

16.12.16

Fix

WEB Windenergie AG 5,500 % 2023

AT0000A0Z793 100,00

n. a.

100,00

100,00

6,39

5,500 %

08.04.23

Fix

WEB Windenergie AG 4,000 % 2018

AT0000A0Z7A0 102,00

n. a.

102,00

102,00

7,95

4,000 %

08.04.18

Fix

Egger Holzwerkstoffe 7,000 %

AT0000A11BC6 104,50

n. a.

106,75

102,90

100,00

7,000 %

Unbefr.

Fix

S Immo AG 4,500 % 2021

AT0000A177D2 108,20

n. a.

108,20

104,00

89,74

4,500 %

16.06.21

Fix

Strabag SE 4,250 % 2015

AT0000A0DRJ9 101,90 1,26 %

104,40

100,86

100,00

4,250 %

25.05.15

Fix

Novomatic AG 4,500 % 2015

AT0000A0G3Z9 100,95 1,35 %

102,50

100,15

200,00

4,500 %

22.01.15

Fix

Strabag SE 4,750 % 2018

AT0000A0PHV9 111,85 1,38 %

111,90

109,00

175,00

4,750 %

25.05.18

Fix

XS0731071055 102,95 1,41 %

105,40

102,95

200,00

5,000 %

01.08.15

Fix

Porr AG 6,000 % 2014

AT0000A0F9G7 100,55 1,47 %

102,55

100,50

100,00

6,000 %

06.11.14

Fix

Strabag SE 4,250 % 2019

AT0000A0V7D8 111,75 1,57 %

111,75

106,85

100,00

4,250 %

10.05.19

Fix

Andritz AG 3,875 % 2019

AT0000A0VLS5 110,50 1,57 %

110,50

104,75

350,00

3,875 %

09.07.19

Fix

Strabag SE 3,000 % 2020

AT0000A109Z8 106,05 1,85 %

106,05

100,05

200,00

3,000 %

21.05.20

Fix

Wienerberger AG 5,250 % 2018

AT0000A0PQY4 111,95 1,91 %

112,15

109,15

100,00

5,250 %

04.07.18

Fix

Kapsch Trafficcom AG 4,250 % 2017

AT0000A0KQ52 106,25 2,13 %

106,25

104,00

75,00

4,250 %

03.11.17

Fix

KTM AG 4,375 % 2017

AT0000A0UJP7 105,35 2,21 %

107,00

103,66

85,00

4,375 %

24.04.17

Fix

WEB Windenergie AG 5,000 % 2015

Wienerberger AG 5,000 % 2015

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37

DB_32-37_Kurse.indd 37

06.10.14 12:15


MÄRKTE

PORTFOLIO JÜRGEN LUKASSER LEITER INVESTMENT OFFICE LGT BANK ÖSTERREICH

„IM SCHLIMMSTEN FALL DROHT EINE REZESSION.“ DerBörsianer im Gespräch mit

INFO FAKTEN

Jürgen Lukasser, Leiter

Asset Allocation

­Investment Office der LGT Bank Österreich, über die

Der 43-jährige Wiener Betriebswirt s­ tartete seine Karriere 1994 im Private Banking der Creditanstalt Bankverein. Danach folgten Stationen bei der Con­stantia Privatbank, der ZZ-Vermögensverwaltung und Kepler Fonds KAG. ­Anfang 2014 kam der Wechsel zur LGT.

zem war dies auch bei europäischen Werten der Fall. Hier haben wir aber die Gewichtung zurückgenommen, da unsere Konjunktureinschätzung für Europa wieder verhaltener geworden ist.

Veranlagungsstrategie und

Inwieweit belasten die Sanktionen gegen

aktuelle Asset Allocation.

Russland? - Sie sind jedenfalls nicht hilfreich. Es war aber schon vorher absehbar. Deutschlands Industrieproduktion hatte

TEXT RAJA KORINEK

nachgelassen, der Einkaufsmanagerindex verschlechterte sich, um ein weiteres Herr Lukasser, vor wenigen Wochen sorg-

Beispiel zu nennen. Im schlimmsten Fall

te der Börsengang des chinesischen Online-

könnte Europa nochmals eine Rezession

händlers Alibaba für viel Wirbel – und Kurs-

drohen. Währenddessen zieht die Kon-

fantasie. Haben Sie mitgemacht? - Norma-

junktur in den USA kräftig an.

lerweise gibt es immer Anfragen zu einem Börsengang, nicht so bei dieser Emission. Die ganze Hype erinnert mich ohnedies ein wenig an das Jahr 2000 - kurz vor dem

46,9 % Aktien 32,0 % Anleihen 17,7 % Alternative Investments 3,4 % Liquidität

Platzen der Technologieblase. Das heißt, Sie verfolgen in Ihrem Haus einen eher konservativen Ansatz? - Unsere Veranlagung bei der LGT ist langfristig ausgerichtet. Damit sind wir überzeugt, einen Mehrwert zu schaffen. Was kann man sich darunter vorstellen? Der Aktienanteil beispielsweise im aus-

Größte Positionen

17,5 % USA 7,5 % Europa 7,3 % United Kingdom

Prozent. Den können wir auf maximal 55 Prozent erhöhen, je nach Markteinschätzung. Wobei, US-amerikanische Aktien sind derzeit übergewichtet. Bis vor kur-

genen Portfolio in Finanzwerte übergewichtet. Auch Technologietitel sind im Portfolio enthalten. Gleichzeitig haTrotz der geopolitischen Krisen sinkt der Ölpreis. Für die kommenden zwölf Monate glauben wir deshalb nicht, dass der Sektor eine besonders gute Performance

Anleihen

9,0 % Global 6,0 % Inflationsgeschützte 6,0 % Schwellenländern

gewogenen Portfolio, das zunehmend gefragt wird, liegt aktuell bei rund 47

fitieren? - Wir sind derzeit im ausgewo-

ben wir Energiewerte herausgenommen.

Aktien

Wie wollen Sie vom US-Aufschwung pro-

zurücklegen wird. Viele Marktteilnehmer führen den Preisrückgang beim Rohöl dabei auf einen möglichen Wirtschaftsabschwung in China zurück, einem der

Alternative Investments

10,0 % Hedgefund Multistrategy 2,9 % Gold 1,2 % Rohstoffe QUELLE: LGT BANK ÖSTERREICH

weltweit größten Energieverbraucher. Können Sie einige Positionen präzisieren? Bei Banken sind wir beispielsweise in Aktien der JP Morgan investiert. Im Tech-

38

DB_38-39_Portfolio.indd 38

06.10.14 11:58


MÄRKTE

nologiesektor suchen wir Titel, die eine

te angelegt. Unser Investmentstil ist auf

sie sind bei uns dennoch Teil der Alterna-

solide Marktposition haben. Dazu zäh-

­Absolute Performance ausgerichtet. Das

tive Investments. Langfristig haben Al-

len etwa Google oder Apple. In Europa

ist schließlich auch die fürstliche Strate-

ternative Investments eine geringe Kor-

sind wir defensiver positioniert, etwa mit

gie, sprich, jene des Eigentümers. Statt-

relation zu anderen Assetklassen, das ist

Nestle, Novartis und Roche.

dessen werden Szenarioanalysen ge-

uns wichtig im Sinne der Streuung. Jetzt

macht. In Europa würde, wie bereits er-

zeigen sich zudem die Vorteile von Alter-

Gibt es noch Chancen bei den Anleihen? -

wähnt, fast schon ein Rezessionsszenario

native Investments bei den tiefen Zinsen,

Rund 30 Prozent des Portfolios ist in An-

zutreffen, auf die USA ein Wachstums-

hier suchen wir nach Investmentmög-

leihen veranlagt. Wir setzen auf Emer-

szenario. Eine breite Streuung ist eben-

lichkeiten wie etwa Katastrophenanlei-

ging-Market-Bonds und inflationsge-

falls sehr wichtig. Deshalb spielen Alter-

hen, da sie kaum eine Korrelation zu nor-

bundene Anleihen. Bei erster Kategorie

native Investments eine immer größere

malen Zinsmärkten aufweisen und trotz-

haben wir zwei Drittel in Hartwährungs-

Rolle.

dem eine interessante risikoadjustierte

papiere, ein Drittel in Lokalwährungs-

Rendite in Aussicht stellen.

anleihen investiert. Diese Quoten wol-

Diese werden oft als äußerst spekulativ ab-

len wir umdrehen, um vom Abverkauf

gestempelt? - Es gibt verschiedene Berei-

Wie treffen Sie letztendlich Ihre Entschei-

bei Papieren in lokaler Währung zu pro-

che. Unser Steckenpferd ist das Segment

dungen? Die Konkurrenz schläft schließlich

fitieren. Vor allem der brasilianische Real

Private Equity, das ist in den vergangenen

nicht. - Die Aufteilung wird vom Strate-

bietet gute Chancen. Hier dominierten

Jahren besonders gut gelaufen. Dort, wo

gieteam der LGT in Pfäffikon unter lang-

die Unsicherheiten rund um die Wahlen.

nur kleinere Summen veranlagt werden,

fristigen Aspekten erstellt und jeweils

Unternehmens- und Hochzinsanleihen

wird in börsennotiertes Private Equi-

auf Quartalsbasis adjustiert. Die Umset-

halten wir hingegen für überteuert.

ty veranlagt, anstatt eines Direktinvest-

zung erfolgt aber letztendlich von unse-

ments. Zuletzt lieferte unsere Position in

rer Investmentabteilung hier in Öster-

Wie schlagen Sie sich im Vergleich zur

US-Reits einen sehr positiven Beitrag. Es

reich, um besser auf individuelle Kun-

Benchmark? - Wir haben keine Messlat-

handelt sich zwar um Immobilienaktien,

denwünsche eingehen zu können. n

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DB_38-39_Portfolio.indd 39

04.10.14 16:54


MÄRKTE

STATISTIK ÖSTERREICH 100 90 80 70 60

15 14 13 12

50

11

40

10

30

Q1

Q3

QUARTAL

Q4

HANDELSTEILNEHMER

PLATZIERUNG Q3 (Q2)

Q1

Q2

UMSATZ (MIO. EUR) Q3

DATUM

PERSON/FIRMA

1.

(3)

Deutsche Bank AG

1.090,53

15.07.14

H. P. Haselsteiner,

2.

(6)

Erste Group Bank AG

1.008,31

A. Gusenbauer, C. Harde

3.

(1)

Raiffeisen Centrobank AG

960,01

Strabag SE

4.

(2)

Morgan Stanley & Co

716,69

18.07.14

S. Pierer,

5.

(8)

Instinet Europe Limited

716,29

F. Roithner

6.

(4)

Merrill Lynch International

701,08

Pankl Racing Systems AG

7.

(5)

UBS Limited

693,28

11.07.14

K.-H. Strauss,

8.

(9)

Societe Generale S.A.

657,49

C. Maier, I. Ortner

9.

(7)

Credit Suisse Securities

581,07

UBM Realitätenentwicklung

10. (10)

JP Morgan Securities PLC

496,90

17.07.14

E. Underberg

Gesamt Q2 2014 

11.466,21

Schlumberger AG

Gesamt Q2 2013

9.789,32

30.09.14

A. Weißenbacher

1.676,89

Aqua Invest GmbH

Differenz

11,42

Q3

AKTUELLE PERIODE QUARTAL

TOP-DIRECTOR’S DEALINGS HANDELSPARTNER

9,74

10,39

9,41

14,28

7

9,77

AKTUELLE PERIODE

10,11

83,02

79,25

87,71

77,49

Q2

VERGLEICHSPERIODE

8

QUELLE: WIENER BÖRSE AG

HANDEL/STÜCK

KURS/BETRAG

Verkauf 19,25 3.188.572

61.380.011,00 €

Kauf 30,06 1.610.477

48.410.938,62 €

Kauf 23,79 1.614.008

38.394.192,00 €

Verkauf 20,07 1.607.883

32.263.650,89 €

Kauf 17 1.080.223

18.363.791,00 € QUELLE: FMA

INVESTORENGEOGRAFIE

STREUBESITZVERTEILUNG

63,20 % Institutionelle Investoren 20,70 % Österreichische Privatanleger QUELLE: IPREO, JUNI 2014

23,40 % USA 17,40 % Österreich 14,80% Großbritannien 6,70 % Frankreich 6,30 % Norwegen 5,60 % Deutschland 3,10 % Mexiko 2,90 % Niederlande 2,30 % Schweiz 2,20 % Polen 15,30 % Andere

16,10 % Nichtfinanzielle Unternehmen

QUELLE: IPREO, JUNI 2014

Q4

87,15

79,69

84,99

75,78

0

9

VERGLEICHSPERIODE

8,16

20 10

QUARTALSUMSÄTZE

MRD. EUR

QUELLE: WIENER BÖRSE AG

MARKTKAPITALISIERUNG

MRD. EUR

QUELLE: WIENER BÖRSE AG

BÖRSENDATEN DIE WIENER BÖRSE IN ZAHLEN

40

DB_40-41_Statistik.indd 40

04.10.14 16:54


MÄRKTE

WIRTSCHAFTSDATEN ÖSTERREICHS WIRTSCHAFT IN ZAHLEN

SEP OKT

DEZ

NOV

JÄN

DEZ

FEB

JÄN

MÄR

FEB

APR

MÄR

MAI

APR

JUN

MAI

AUG SEP

2

3

4

5

6

7

8

9

BIP-WACHSTUM

% 2

1

10

%

JUN

AKTUELLE PERIODE

AUG

VERGLEICHSPERIODE

JUL

0

0,5

1

1,5

2

2,5

AKTUELLE PERIODE

%

3

LEISTUNGSBILANZSALDO DES BIP

%

QUELLE: STATISTIK AUSTRIA

1

VERGLEICHSPERIODE

QUELLE: STATISTIK AUSTRIA, ÖNB; 2013/2014

JUL

0

QUELLE: STATISTIK AUSTRIA

NOV

INFLATION

MONAT

QUELLE: AMS

ARBEITSLOSENRATE

MONAT OKT

6 5 4

263,50*

263,60*

262,47*

261,98*

259,26*

269,79*

258,92*

268,89*

Q2

–0,57

1,44

5,55

2,69

VERGLEICHSPERIODE

–5

AKTUELLE PERIODE

–7

–1,42*

–2

–0,83*

0

–5,15*

1

MRD. EUR

VERGLEICHSPERIODE

–6

AKTUELLE PERIODE Q3

QUARTAL

QUARTAL

QUELLE: STATISTIK AUSTRIA

2

–4

Q1

3,10

3

–3

Q4

Q2

4

–1

Q3

Q1

5

MRD. EUR

70

Q4

FINANZIERUNGSSALDO DES BIP

%

80

75

3,08

Q3

–4,96*

85

QUARTAL

3,45*

90

VERGLEICHSPERIODE AKTUELLE PERIODE

2,90*

GESAMTVERSCHULDUNG DES BIP

%

–1

–1,31*

Q2

AKTUELLE PERIODE

–2,78*

Q1

0

QUELLE: STATISTIK AUSTRIA

Q4

VERGLEICHSPERIODE

1,46

– 0,5

1

–1

Q3

0,53

0,1

2 0,7

0,6

0,8

1,6

0,5

0

0,5

3

Q4

Q1

Q2

QUARTAL

41

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04.10.14 16:54


MÄRKTE

MARKTGEFLÜSTER

FINANZBRANCHE VERPASST DIE CHANCE ALPBACH MARTIN KWAUKA JOURNALIST

Die Finanzmarkt­gespräche beim Europäischen Forum Alpbach standen am Ende von 16 Tagen voller

Martin Kwauka ist freier Wirtschaftsund Finanzjournalist. Im ­Auftrag von D ­ erBörsianer füllt er diese Seite ­regelmäßig mit ­seinen ­Gedanken.

spannender Diskussionen. Doch es war kein krönender Abschluss, sondern ein kraftloser Ausklang. Statt mit der breiten Öffentlichkeit wichtige Themen und Anliegen zu ­diskutieren, blieb die heimische Finanzbranche ­weitgehend unter sich.

Das Beste kommt zum Schluss. Erfahrene Gastgeber kennen diese Grundregel für eine gelungene Veranstaltung. Offensichtlich hat sich diese Maxime noch nicht bis zu den Finanzmarktgesprächen in Alpbach herumgesprochen. Ausge-

„Die Finanzbranche blieb unter sich.“ MARTIN KWAUKA

rechnet das aktuelle und spannende The-

in kleiner Runde. Doch auch hier hatten die Finanztage wenig zu bieten. Lediglich vier parallele Frühstücksgespräche sorgten am Abschlusstag für ein intimeres Format, danach folgte wieder „Plenum bis zum Abwinken“. Bei den Politikgesprächen gab es dagegen immerhin

ma Finanzmärkte sorgte am Ende von

17 Arbeitsgruppen, bei den Wirtschafts-

zwei Wochen Forum Alpbach nicht für einen Höhepunkt, son-

gesprächen sogar 20. Dort fiel die Auswahl sehr schwer, welche

dern für einen saft- und kraftlosen Ausklang.

der vielen hochrangig besetzten Runden man besuchen sollte

Das ist umso bedauerlicher, als sich das Forum heuer unter

und welche man notgedrungen auslassen musste. Bei Teilneh-

der Leitung des früheren EU-Kommissars Franz Fischler ganz

merkreisen von jeweils etwa 30 Personen konnte jeder zu Wort

generell als ausgesprochen anregend präsentierte. Auffallend

kommen, auch die vielen jungen Besucher, die sich im Plenum

viele Teilnehmer meinten, dass das Team rund um Fischler für

meist mit Fragen zurückhielten.

viel frischen Wind und auch eine internationalere Atmosphäre

Eigentlich wäre die Finanzbranche prädestiniert, jedes Jahr

sorge. Die Finanzmarktgespräche glichen dagegen immer noch

für ein Highlight in Alpbach zu sorgen. Kaum ein Themenbe-

einem heimischen „Bankenseminar“, so der frühere Titel der

reich bewegt die Menschen so sehr wie die Nachwehen der glo-

Reihe in Alpbach. Die Plenarveranstaltungen wurden sowohl

balen Finanzkrise, die bis in den privaten Bereich spürbar sind.

auf dem Podium als auch im Publikum weitgehend von den be-

Und nirgendwo ist der Druck, neue Lösungen zu diskutieren,

kannten österreichischen Gesichtern der Banken und Versiche-

größer. Nicht zuletzt geht es auch darum, als Branche das ram-

rungen geprägt. Symptomatisch dafür war eine Diskussion über

ponierte Image in der Öffentlichkeit wieder zu verbessern und

europäische Bankenaufsicht und Bankenunion, bei der Rainer

die eigene Diskussions- und Lernfähigkeit unter Beweis zu stel-

Polster als Statthalter der Deutschen Bank AG in Wien als in-

len. Immer wieder beklagen Banker, wie sehr ihr einst guter Ruf

ternationaler Aufputz herhalten musste. Nur zum Vergleich: Bei

gelitten habe und wie sie mitunter sogar im privaten Kreis als

den Wirtschaftsgesprächen, die direkt vor den Finanzmarktge-

Buhmänner herhalten müssten. Doch was hilft es, wenn die Fi-

sprächen über die Bühne liefen, standen unter anderem Kaliber

nanzindustrie unter sich bleibt und über schlechte Zeiten und

wie UN-Sonderberater Jeffrey Sachs, der langjährige WTO-Chef

die zunehmende Bürokratisierung jammert. Entscheidend ist,

Pascal Lamy oder der tschechische Ökonom Tomas Sedlacek auf

mit der breiten Öffentlichkeit ins Gespräch zu kommen. Veran-

dem Programm.

staltungen wie das Europäische Forum wären eine ideale Gele-

Nun weiß jeder, der schon einmal in Alpbach war, dass die

genheiten, diese Themen auf höchstem Niveau zu diskutieren.

Veranstaltungen im großen Saal nicht den eigentlichen Reiz

Schon im Jahr 2015 besteht wieder die Gelegenheit, mehr Flag-

des Forums ausmachen. Viel fruchtbarer sind die Diskussionen

ge zu zeigen. n

42

DB_42-43_Kwauka.indd 42

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PENSIONSKASSEN

SPAGAT FÜR ... Die Spielregeln für die Veranlagung von Pensionskassen haben sich seit der Finanzkrise geändert. DerBörsianer hat die Betroffenen nach ihrer Strategie befragt und einen Blick in die heutigen Portfolios geworfen. TEXT BARBARA OTTAWA FOTO YEKO/SHUTTERSTOCK

N

ach Ausbruch der Finanzkri­

zent. In der Zusammensetzung sind die

Viktor Dax aus dem Vorstand der Valida

se 2008 hat die Welt festgestellt,

Portfolios durch neues Risikobewusst­

Pension AG (Valida). Er fügt hinzu, dass

dass auch höchstgeratete Anlei­

sein jedoch völlig anders.

die Orientierung an einer Benchmark

hen nicht risikolos sind. Getroffen hat

„Seit der Finanzkrise sind wir suk­

seit den 1990ern „für viele Jahre sehr gut

das vor allem Pensionsfonds, die tradi­

zessive weg von einem sehr benchmark­

funktioniert habe“, die Pensionskassen

tionellerweise in einigen Ländern einen

orientierten

hin

mit diesem Ansatz aber 2008 eine „sub­

hohen Anleihenanteil gefahren sind.

zu einem Absolute-Return-Ansatz, mit

stanziell negative Performance“ erzielt

Oberflächlich hat sich dieser Anteil bei

dem Ziel, kapitalmarktunabhängig eine

hätten. Deshalb sei „vor allem ein sehr

den

Pensionskassen

positive Performance zu erzielen bezie­

restriktives Risikocontrolling“ Teil der

seit M;ärz 2008 im Vergleich zum Juni

hungsweise das Risiko von Pensionskür­

neuen Veranlagungsstrategie.

2014 nicht geändert. Vor der Krise lag er

zungen für unsere Begünstigten mög­

Auch bei der Victoria Volksbanken

bei 62,8 Prozent, jetzt bei knapp 62 Pro­

lichst zu minimieren“, erläutert Georg-

Pensionskasse (VVPK) hat sich seit der

österreichischen

DB_44-47_Pension.indd 44

Veranlagungsansatz

04.10.14 18:09


PENSIONSKASSEN

Gewichtung der Assetklassen in den Portfolios seit der Finanzkrise PROZENT

QUELLE: OEKB

80

ANLEIHEN

70 60 50

AKTIEN

40 30 20

IMMOBILIEN

10 0

2008 MÄRZ

2008

2009

2010

2011

2012

2013

2014 JUNI

Krise „die Bedeutung des Risikomanage-

ten (VRG), den Einzelportfolios, welche

in diesen Bereichen außerdem schneller

ments deutlich erhöht, und wir haben in

die Pensionskassen Kunden je nach Ri-

und auch besser als Vermögensverwalter

diesem Bereich auch unsere Kapazitäten

sikoneigung bieten, bei über 40 Prozent.

sind“, so Schiendl.

ausgebaut“, so Anlagenchef Claudio Gli-

Die größte heimische Pensionskasse,

Überhaupt sieht der Vorstand ein

go. Unter dem Aspekt der Langfristigkeit

die VBV Penionskasse AG (VBV), habe

Problem in der zu hohen Risikoaver-

sei das Risiko im Portfolio in den vergan-

sich seit der Finanzkrise „noch mehr

sion einiger Kapitalanlagegesellschaf-

genen Jahren wieder angehoben worden,

hausinternes Know-how“ in Sachen

ten (KAG), die unter anderem wegen der

denn im Niedrigzinsumfeld seien die

Asset- und Risikomanagement angeeig-

neuen AIFM-Richtlinie bezüglich al-

notwendigen Erträge „nur mit einer ent-

net, erläutert Vorstandsmitglied Günther

ternativer Fondsmanagern vorsichtiger

sprechenden Aktienquote zu erreichen“.

Schiendl. „Europäische Staatsanleihen

geworden sind und kaum mehr Risken

Bei der VVPK liegt diese in aggressiveren

und bekannte Corporates verwalten wir

übernehmen wollen. „So werden sie sich

Veranlagungs- und Risikogemeinschaf-

selbst, weil wir damit Kosten sparen und

von aktiven Managern zu reinen Verwal-

DB_44-47_Pension.indd 45

04.10.14 18:09


PENSIONSKASSEN

ka 30 Prozent reduziert und eine stärkere

„Weg vom benchmarktorientierten Veranlagungs­ ansatz.“

Diversifikation in die Assetklasse Anlei-

GEORG-VIKTOR DAX

Die Valida hat seit der Krise den An-

„Tageswertprinzip noch zumutbar?“

teil der Staatsanleihen von entwickelten Märkten im festverzinslichen Portfolio deutlich von rund 60 Prozent auf zir-

GERALD MORITZ

hen hineingebracht. „Es wurde unter antern entwickeln, und damit machen sie

derem mehr Fokus auf Corporate Bonds,

Unter ständiger Beobachtung

sich selbst langfristig obsolet“, warnt

High Yields und auch auf Emerging-Mar-

Die VVPK überprüft die „langfristi-

Schiendl. Kleinere Pensionskassen ha­

ket-Bonds gelegt,“ so Dax.

ge strategische Assetallokation einmal

ben oft nicht ausreichend Personal, um

Laut Gerald Moritz, Gründer der Mo-

pro Jahr, aber auch in der kurzfristige-

große Portfolioteile selbst zu managen.

ritz Consulting, sind „2014 viele Pensi-

ren ­ taktischen Assetallokation wenden

„Wir haben das meiste indirekt über

onskassen kurz gegangen, und das war

wir eine ‚Politik der ruhigen Hand‘ an“,

Fonds investiert, sowohl Spezialfonds

eigentlich im Nachhinein betrachtet

erläutert Gligo. Sowohl lang- als auch

als auch Publikumsfonds mit speziellen

falsch, aber die Kunden denken kurzfris-

kurzfristig wendet die VVPK Szenarien

Bedingungen für institutionelle Inves-

tig“. Für die Kassen sei ein Liability-Dri-

wie zum Beispiel Deflation oder Wachs-

toren“, so Gligo. Alle Fonds seien wegen

ven-Ansatz richtig, bei dem die Investi-

tumsstopp für die Ausrichtung ihrer In-

der Reportinganforderungen und des Ri-

tionen den Zeitraum der Verpflichtun-

vestitionen an. Rund alle zwei Wochen

sikoausweises sortenrein und bis auf die

gen abdecken. „Der richtige Weg wäre

kommt es zu kleineren Anpassungen,

letzte Position durchschaubar. Für ein

den Kunden zuzumuten.“ Aber er gibt zu,

aber das Portfolio werde „ständig beob-

Held-to-Maturity-Segment werden di-

dass in der Bevölkerung das Verständnis

achtet“.

rekt Anleihen gehalten.

für Anleihen und die Gefahr eines Zins-

Ein aktives Risikomanagement, zum

anstiegs fehle: „Die Kunden glauben,

Teil mit Einsatz von Derivaten, erlau-

Dynamik in der Festverzinsung

dass ein konservatives Portfolio ohne Ri-

be es, „Chancen aktiv zu managen, die

Die VBV hat derzeit rund 35 Prozent in

siko ist, aber zum Tageswertprinzip be-

man bei einem statischen Zugang nicht

Aktien, sieben Prozent in Immobilien,

wertete Anleihen bergen hohe Risiken.“

leisten könnte, die dann aber langfris-

drei Prozent in Rohstoffen, der Rest ist in

„Die Frage ist, ob das Tageswertprin-

tig im Ertrag fehlen würden“, sagt Gün-

Anleihen investiert. Bei Staatsanleihen

zip den österreichischen Pensionskas-

ther Schiendl. Bei der VBV kommen nur

ist die Pensionskasse seit der Finanzkri-

sen zuzumuten ist“, hält Moritz fest. Er

börsengehandelte Derivate zum Einsatz.

se stark vom Benchmarkdenken abgewi-

erläutert, dass der Kapitalmarkt anders

„Aber ich habe das Gefühl, dass Derivate

chen. Heute finden sich praktisch keine

funktioniert als zu Beginn des Systems,

in europäischen Regulatorien unter Ge-

deutschen oder französischen Papiere im

deshalb müsse man dieses jetzt eben-

neralverdacht gestellt werden.“ Schiendl

Portfolio, dafür aber Pfandbriefe, vielfäl-

falls anpassen: „Man sollte kreativ sein

stimmt zu, dass zum Beispiel Naked CDS,

tige Unternehmensanleihen und zu Jah-

und zum Beispiel einen variablen Rech-

also ein Leerverkauf auf Anleihen, „ob-

resbeginn viele italienische, spanische

nungszins zum Pensionsalter einführen.

szön“ seien, weil das so wäre, als würde

sowie

Staatsanleihen.

Oder aber auch eine Art stille Reserven

man auf das Niederbrennen des Nach-

„Es ist eine Dynamik reingekommen, die

für Pensionskassen, denn Effekte zum

barhauses spekulieren. Für die Steue-

früher nicht da war.“

Bilanzstichtag sind oft schmerzhaft, aber

rung eines Fixed-Income-Portfolios sei-

nicht nachhaltig.“

en jedoch Stan­dardinstrumente wie der

portugiesische

Das „größte Risiko“, das Schiendl

Bund-Future oder Optionen darauf un-

derzeit sieht, ist das Zinsänderungsri-

Dax bezeichnet die quartalsweise Aus-

siko: „Ab 2015 wird die Verwaltung von

weisung der Rendite als ein „Unding“,

Fixed-Income-Portfolien schwierig.“ So

das die Pensionskassen dazu zwingt,

„Der Aufbau von zusätzlichen Hürden

seien zum Beispiel europäische Periphe-

kurzfristig zu agieren. „Um die Perfor-

für ihren Einsatz wäre für die gesamt-

rieanleihen in den vergangenen drei Jah-

mance zu bewerten, sollte man einen

europäische Finanzindustrie mittelfris-

ren „toll gelaufen“, aber „damit ist jetzt

Zeitraum von fünf bis zehn Jahren her-

tig sehr bedenklich – das ist, als ob man

Schluss“. Bei den meisten Anleihen sieht

anziehen, und auch die Veranlagungs-

einem Autofahrer das ABS wegnimmt,“

er nur wenig Potenzial für Rendite, und er

struktur sollte so ausgerichtet sein“, so

so Schiendl. „Die Politik muss aufpas-

möchte nicht Negativzinsen dafür zahlen

Dax. Aber natürlich sei einmal pro Jahr

sen, dass sie Pensionskassen und Versi-

müssen, in Kurzläufer oder Cash zu ge-

eine Bilanz auszuweisen, schon allein,

cherern essenzielle Standardinstrumen-

hen. Die Alternativen seien Emerging-

um die „Pensionsanpassungen“ und die

te nicht schlechtmacht,“ gibt Schiendl zu

Markets-Anleihen und USD-Anleihen.

Schwankungsreserve zu berechnen.

bedenken.

verzichtbar.

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W


PENSIONSKASSEN

Raten oder nicht raten

„Derivate als ABS der Pensionskassen.“

Der Valida-Vorstand sieht eines der größten Probleme mit dem Aufsichtsrecht darin, dass teilweise die einheitliche Sichtweise fehlt. So gelte etwa eine

GÜNTHER SCHIENDL

Unternehmensanleihe für eine Pen-

„Haben uns nie ausschließlich auf Ratings verlassen.“ CLAUDIO GLIGO

sionskasse nur so lange als Corporate Dax ist optimistischer: Laut einem

Bond, solange es maximal einen Zeit-

genströmungen gibt. So zum Beispiel

Rundschreiben der Finanzmarktaufsicht

punkt für eine Call-Option gibt. „An-

die neue Ratingverordnung, die ab De-

(FMA) seien „jene Instrumente, die wir

sonsten gilt er als strukturiertes Pro-

zember 2014 eingeführt wird. Die Los-

für die Valida benötigen, nach wie vor er-

dukt“, erklärt Dax. Um hier keine Melde-

lösung von einer zu starken Bindung an

laubt“. Allerdings erhöhe sich der Mel-

verstöße zu riskieren, weil KAGs als Ver-

die großen US-Ratingagenturen sei „po-

deaufwand „drastisch.“ Derivate setzt

anlagungspartner diese Unterscheidung

sitiv“, aber Gligo gibt zu bedenken, dass

die Valida in ihrem „Best of Asset Class“-

häufig nicht machen, kann diese Asset-

eigene Einschätzungen schon vorher

Ansatz ein, der insbesondere eine schnel-

klasse nur direkt oder über Spezialfonds

stattgefunden haben: „Wir haben uns

lere Reaktion bei starken Marktschwan-

abgedeckt werden, was nicht immer die

nie ausschließlich auf das Rating verlas-

kungen erlaube. Im Ernstfall könnten

effizienteste Lösung sei.

sen.“ Die Pensionskassenbranche war-

sehr schnell bis zu zwei Drittel der Akti-

Insgesamt besteht das Risiko, dass

tet jetzt auf Stellungnahmen der FMA

enquote abgehedged werden. Zu diesem

regulative Vorschriften zu einer gewis-

und der europäischen Bankenaufsicht

Zweck werden „zumeist Futures auf In-

sen Zyklizität führen. So sieht es auch

über die endgültig beschlossenen An-

dizes wie Euro Stoxx und S&P“ benutzt.

Gligo, hält aber fest, dass es auch Ge-

forderungen. n

Werbemitteilung Oktober 2014 - Nur für professionelle Investoren

Easy Future: Flexibel und sicher vorsorgen BNP Paribas Plan Easy Future – die neuen Zielsparfonds ermöglichen eine flexible Vorsorge, bieten die Chance auf attraktive Erträge und sind mit einer Kapitalgarantie der BNP Paribas ausgestattet. Anita Frühwald Country Head Austria & CEE BNP Paribas Investment Partners Firmenportrait: Unser Geschäftsmodell basiert auf 3 Säulen: Institutionnelle Kunden, Vertriebspartner, AsienPazifik & Schwellenländer. Fast 700 Investmentspezialisten arbeiten für BNPP IP − jeder von ihnen ein Experte für eine bestimmte Anlageklasse oder eine Produktart. Mit einem verwalteten Vermögen von 488 Mrd. Euro gehören wir zu den größten Assetmanagern Europas. (Stand 31.03.14)

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So investieren BNP Paribas Plan Easy Future Es gibt acht Fonds mit jeweils unterschiedlicher Fälligkeit, zwischen 2018 und 2043. BNP Paribas Plan Easy Future Fonds verbinden Wachstumspotenzial und Kapitalschutz und bieten sich somit für die private Vorsorge an. Die Fonds bestehen aus risikoarmen Wertpapieren wie beispielsweise Geldmarktfonds, die einen Teil des investierten Kapitals schützen und den Garantiewert abbilden. Bei Auflage der Fonds beträgt dieser Anteil ca. 75%. Der risikoarme Anteil erhöht sich, je näher der Fälligkeitstermin rückt. Der restliche Teil des Fondsvermögens ist wachstumsorientiert investiert. Einerseits breit gestreut in vielversprechende risikoreichere Anlageklassen, andererseits einem Absolut-Return-Ansatz folgend. Somit passt sich die Strategie unterschiedlichen Marktbedingungen an. So wird Ihr Kapital geschützt Täglich wird ein Garantiewert für jeden Fonds berechnet. Er schützt einen Teil des angelegten Kapitals, gilt jedoch erst bei Fälligkeit für alle bis dahin erworbenen Fondsanteile. Sein Wert wird maßgeblich durch das Zinsniveau bestimmt: je höher die Zinsen, desto höher

der garantierte Wert. Des Weiteren steigt der Garantiewert, je näher das Fälligkeitsdatum der Fonds rückt. BNP Paribas S.A., einer der weltweit führenden Finanzkonzerne, garantiert die Auszahlung des Garantiewertes. Risiken für Anleger Anlagen in BNP Paribas Plan Easy Future unterliegen Marktschwankungen und sind Risiken ausgesetzt, die typischerweise mit einer Anlage in Wertpapiere verbunden sind. Es kann sein, dass der Anleger sein eingesetztes Kapital nur teilweise oder im Extremfall gar nicht zurückerhält. Es kann nicht garantiert werden, dass die Performanceziele des Fonds erreicht werden. Außerdem besteht die Möglichkeit, dass der Fonds vollständig in „risikoarme“ Wertpapiere investiert ist. In diesem Fall kann bis zum Ende der Laufzeit nicht mehr in ertragreichere Wertpapiere investiert werden. (Der Anteil risikoreicher Wertpapiere fällt auf Null.) Folgende Risiken sind noch zu nennen (Erläuterung im Verkaufsprospekt): Kreditrisiko, Liquiditätsrisiko, Ausfallrisiko der Gegenpartei, Derivaterisiko, Zinsänderungsrisiko

Diese Werbemitteilung wurde von BNP Paribas Asset Management S.A.S. (BNPP AM)*erstellt. Diese Werbemitteilung dient ausschließlich Informationszwecken und stellt weder ein Angebot noch eine Aufforderung zum Kauf dar. Alleinige Grundlage für eine mögliche Veranlagung sind Verkaufsprospekt und Kundeninformationsdokument. Verkaufsprospekte und Kundeninforma- tionsdokumente in Österreich registrierter und steuerlich transparenter Fonds findet man in Deutsch unter www.bnpparibasip.at. In diesen genannten Dokumenten finden sich auch allfällige Anlagestrategien der einzelnen Finanzinstrumente sowie Informationen über eine allfällige erhöhte Volatilität. Entsprechende Unterlagen (Verkaufsprospekt, Angebotsunterlagen, Kunden - informationsdokument, aktuelle Halbjahres- oder Jahresberichte) sind auch bei der jeweiligen lokalen Vertretung von BNP Paribas Investment Partners erhältlich. Jede Veranlagung ist mit einem Risiko verbunden. Performanceergebnisse der Vergangenheit lassen jedenfalls keine Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung einer Kapitalveranlagung zu und garantieren keine gleiche oder ähnliche Performance für die Zukunft. *BNP Paribas Asset Management S.A.S. ist eine société par actions simplifiée nach französischem Recht mit einem Stammkapital von 64.931.168 Euro (per 1. April 2010). Hauptsitz: 1 Boulevard Haussmann, 75009 Paris. Postanschrift: TSA 47000/75318 PARIS CEDEX 09; Telefon: +33/1/58 97 25 25. Registriert im Handelsund Unternehmensregister Paris unter der Nummer B 319 378 832. Die BNP Paribas Asset Management S.A.S. ist von der AMF (Authorité des Marchés Financiers) als Portfoliomanagementgesellschaft nach französischem Recht unter der Nummer GP 96-02 zugelassen.

www.bnpparibas-ip.de

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BRANCHEN

BANKEN

KOLUMNE

EVA MARCHART Vorstands­ vorsitzende Raiffeisen Centrobank AG

DEN SPAGAT SCHAFFEN! Österreichische Banken oszillieren gegenwärtig zwischen internatio­ nalem Stresstest und Asset Quality

BIETERSCHLACHT UM KOMMUNALKREDIT

Review, hochkomplexen Regulari­

Zahlreiche in- und ausländische Inter-

sidern die Hypo NOE Gruppe. Gegenüber

en, geopolitischen Unsicherheiten,

essenten liebäugeln mit einem Erwerb

Der­Börsianer hielt sich Konzernsprecher

wettbewerbsverzerrender Banken­

der zum Verkauf stehenden Hälfte der

Markus Nepf bedeckt. Der Verkaufspro-

abgabe und dem gegenläufigen

Kommunalkredit Austria AG. Der Bund

zess läuft: Bis Mitte Oktober sind Ange-

dürfte darauf spekulieren, beim jetzigen

bote zu legen, wer das Rennen macht,

Teilverkauf bis zu 125 Millionen Euro zu

könnte um den Jahreswechsel feststehen.

Eindruck der Öffentlichkeit, dass Bankgeschäfte simpel seien, von jedem beliebigen Onlineanbieter angeboten oder gleich von halb­

erlösen. Über konkrete Namen hält man

Gleichzeitig soll auch die Kirchenbank

privatem Crowdfunding ersetzt

sich bedeckt. Die Spatzen flüstern jedoch

Schelhammer & Schattera im Visier der

werden können – man müsse doch

von den Dächern, dass neben einer In-

Niederösterreicher liegen. Kein Beicht-

vestorengruppe rund um Exkanzler Alf-

geheimnis ist, dass die Katholische Kir-

red Gusenbauer auch Investmentbanker

che gern ihrem Bankgeschäft die letzte

sollten als Voraussetzung für das so

Willi Hemetsberger und Investor Micha-

Ölung geben würde. Allerdings sind auch

notwendige Wirtschaftswachstum

el Tojner die Angel ausgeworfen haben.

andere potenzielle Käufer wie die Privat-

nicht Experimenten ausgesetzt

Aussichtsreicher Bieter ist aber laut In-

bank Semper Constantia im Rennen.

nur flexibel sein! Banken sind jedoch Teil des Blutkreislaufs jeder entwickelten Volkswirtschaft und

werden, wie weit man Kostenbe­ lastung, Wettbewerbsverzerrung und Regularien ausdehnen kann, bevor die Bereitstellung ihrer Dienstleistungen ins Stocken gerät. Auch wenn man die Bankenabgabe vor dem Hintergrund fiskalischer Bedürfnisse sieht, muss ange­ sichts des ab 2016 bevorstehenden

Erste Group verantwortet Rekordanleihe Der tschechische Gasnetzbetreiber Net-

Aufbaus des Abwicklungsfonds

4Gas emittierte eine Anleihe in drei Tran-

und der Einlagensicherung eine

chen mit einem Gesamtvolumen von

Gesamtlösung gefunden werden,

710 Millionen Euro. Dabei ist die Reg-S-

die wirtschaftlich tragbar ist. Und

Emission im Volumen von umgerechnet

schließlich muss der regulierte Teil der Finanzwirtschaft bei aller notwendigen Überwachung der

250 Millionen Euro sogar die größte in tschechischen Kronen denominierte An-

Bilanzen nach wie vor auch in der

leihenemission des vergangenen Jahr-

ner auch im europäischen Maßstab be-

Lage sein, die Risiken der Real­

zehnts. Der Erste Group Bank AG hatte

achtlichen Transaktion. Insgesamt gin-

wirtschaft mitzutragen. Ob dieser

bei dieser Transaktion die Rolle des Kon-

gen zwei Prozent des Emissionsvolumens

sortialführer mit der Verantwortung für

an deutsche und österreichische Investo-

Dokumentation und Marketing inne. To-

ren. Der Rest ist in tschechischen Hän-

mas Cerny, CEE-Chefinvestmentbanker

den. Net4Gas wird von Standard & Poor’s

der Erste Group Bank AG, spricht von ei-

und Fitch jeweils mit BBB bewertet.

Spagat geschafft wird, geht uns alle an und ist kein Feld für politische Partikularinteressen. e.marchart@derboersianer.com

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BRANCHEN

Die im Besitz der US-Fonds

TICKER

Cerberus und Golden Tree stehende Bawag PSK hat im ersten Halbjahr 2014 ihren Nettogewinn gegenüber der Vorjahresperiode um 87 Prozent auf 175 Millionen Euro Auf die positiven Effekte der Arbeit der vergangenen Jahre ­verweisen CFO Anas Abuzaakouk und CEO Byron Haynes im Rahmen der Präsentation zum Halbjahr.

Raiffeisen schockiert mit Gewinnwarnung

­gesteigert. Geringere Personalund Risikokosten wurden als Hauptgründe genannt.

Direktanlage.at wird französisch

Onlinebroker Degiro mit Marktstart in Österreich +++ BKS Bank mit Grundsatzbeschluss für Kapitalerhöhung +++ Bank Austria übernimmt in Rumänien Kundenpaket von RBS +++ FMA-Erhebung: FX-Kreditvolumen privater Haushalte unter 20 Prozent +++ Hypo Alpe Adria tauscht ihren Chefermittler aus +++ Zertifikatemarkt sinkt um 2,1 Prozent auf 11,9 Milliarden Euro +++ Direktbank MoneYou startet in Österreich

Die Raiffeisen Bank International AG (RBI)

Die Münchner DAB Bank, Eigentümer von

hat eine Gewinnwarnung abgesetzt. Für

Direktanlage.at AG, wird um 435 Millionen

Kreditrisiko müssen bis zu 1,7 Milliarden

Euro an die französische BNP Paribas (BNP)

Euro zur Seite gelegt werden. Wie viele

verkauft. Für 4,78 Euro je Aktie gehen 81,39

hunderte Millionen Verlust es am Jahres-

Prozent der Anteile an die Franzosen. Mit

ende werden, ist offen. Eine Dividenden-

der Übernahme möchte die BNP ihr En-

zahlung ist demnach fraglich. Vor dem

gagement im europäischen Digital-Ban-

Hintergrund der Russlandkrise wird im

king- und Brokerage-Geschäft festigen.

RBI-Konzern der Sparstift angesetzt. Bis

Der Deal hat auch Österreichbezug: Mit der

diese im zweiten Jahr der Erholung

2016 sollen bis zu 600 Millionen Euro ein-

DAB Bank wird auch deren 100-Prozent-

noch immer weit von der von

gespart werden. „Keine Tabus“ kennt da-

Tochter, die Direktanlage.at AG mit Sitz in

Anlegern erwarteten Eigenkapital-

bei Raiffeisen-Holding-Chef Erwin Ha-

Salzburg, den Besitzer wechseln. DerBörsi-

meseder. Das falsche Bild von der ge-

aner hat sich bei den involvierten Partei-

scheiterten Ostexpansion stört RBI-Chef

en über etwaige Auswirkungen der Über-

verblasst mit vier Prozent im

Karl Sevelda. Er sieht das Geschäftsmodell

nahme auf den Onlinebroker informiert:

Vergleich zu den zehn bedeu-

als intakt an. Die Kapitalausstattung des

Laut BNP-Deutschland-Konzernsprecher

tendsten US-Banken, die neun

Konzerns soll durch die gänzliche Rück-

Dirk-Michael Mitter könne vorerst keine

zahlung des Partizipationskapitals gefes-

konkrete strategische Aussage zu Öster-

tigt werden. Grund für die 750 Millionen

reich gemacht werden. Ernst Huber, Vor-

Euro umfassende Rückzahlung an private

standssprecher der DAB Bank und Auf-

an die Regulierungsrealität und

Investoren war auch ein geändertes regu-

sichtsratsvorsitzender der Direktanlage.

einer nachhaltigen Anpassung der

latorisches Umfelds, in dem das Partizipa-

at, glaubt, dass der Standort Österreich er-

tionskapital in einer Übergangsphase nur

halten bleibt: „Wir gehen davon aus, dass

teilweise und danach gar nicht mehr dem

die Direktanlage.at den Betrieb in Öster-

harten Kernkapital zurechenbar ist.

reich uneingeschränkt fortführen wird.“

AUFHOLBEDARF FÜR EUROPAS BANKEN STUDIE. Die Roland-Berger-Studie über den Zustand der europäischen Bankenindustrie belegt, dass eben-

rendite entfernt ist. Die durchschnittliche Eigenkapitalrendite im europäischen Bankensektor

Prozent erzielen. Die Studie sieht die derzeitigen Hauptaufgaben der europäischen Banken bei der Adjustierung ihrer Geschäftsmodelle

Kostenbasis. Darüber hinaus rät die Studie zu Innovationsmut und zu einer Expansion in Schwellenländer, um die Eigenkapitalrendite nach oben zu schrauben.

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BRANCHEN

VERSICHERUNGEN

KOLUMNE

GÜNTER GEYER Präsident VVO

100 JAHRE IN WÜRDE Österreich verfügt über ein sehr gutes Gesundheitsversorgungs­

VALIDA WILL EFFIZIENZ MIT NEUEN KÖPFEN STEIGERN Stefan Eberhartinger, langjähriger Ge-

ve Plattformen für diverse Mitglieder in-

schäftsführer der Siemens Pensionskas-

tegrieren musste“, erläuterte Eberhartin-

se, seit 2012 Valida Industriepensionskas-

ger. Die Harmonisierung der Mitglieder-

se, sowie Albert Gaubitzer, IT-Experte von

datenbank und die Vereinheitlichung des

dings im Übergang in eine neue

der Raiffeisen Service Centre GmbH, sind

Pensionsauszahlungssystems hätten des-

Phase, die sich aus der erfreuli­

die neuen Vorstandskollegen von Andre-

halb oberste Priorität. Bernhard Breun-

cherweise stetig ansteigenden

as Zakostelsky in der Valida Holding. Sie

lich verlässt den Vorstand der Valida Hol-

sollen für „effiziente Prozesse kombiniert

ding und übernimmt die neu geschaffene

mit

IT-Lösungen“

Vorstandsposition zur Geschäftsfeldent-

gesund zu bleiben werden wir

sorgen. Hierfür brächten sie langjähri-

wicklung bei der Valida Vorsorgekasse so-

nicht schaffen, neue Bedürfnisse

ge einschlägige Erfahrung mit, so eine

wie der Valida Consulting. Robert Kersch-

im Rahmen der Pflegevorsorge gilt

Pressemitteilung, die die Valida-Mutter

baumer hat seine Position im Vorstand der

Raiffeisen Zentralbank verschickte. Die-

Valida niedergelegt und wird sich auf seine

se Effizienzsteigerung betrifft vor allem

zweite Aufgabe in der Beteiligungsmanag-

benötigten Pflegeleistungen. Die

die Pensionskasse der Valida, die „über

mentabteilung der Uniqa Insurance Group

öffentliche Hand wird dies allein

die Jahre unterschiedliche administrati-

AG konzentrieren.

system. Wir befinden uns aller­

Lebenserwartung ergibt. Heute ­Geborene haben die Chance, 100 Jahre alt zu werden. 100 Jahre

es zu überdenken. Es stellt sich die Frage nach der Finanzierung derselben sowie der zusätzlich

maßgeschneiderten

nicht voll bewältigen können, es wird vermehrt private Vorsorge auch in diesem Bereich geben müs­ sen. Die von den Versicherungs­ unternehmen seit Jahren angebo­ tenen Pflegeversicherungen stoßen derzeit auf geringen Zuspruch. Das ist nicht verwunderlich, war es doch bei der privaten Pensi­ onsvorsorge früher genauso. Hier besteht Bedarf – insbesondere in

Rentenversicherung mit Zuwachs Während die Zukunftsvorsorge leidet, konnten die Versicherer mit der „Rentenversicherung“, einer Art der klassischen

der Bewusstseinsbildung – sowohl

Lebensversicherung, im ersten Halbjahr

auf privater als auch auf staatlicher

hohe Zuwächse erzielen. Das Prämien-

Seite. Eine staatliche Anerkennung

volumen steigerte sich in dem Zeitraum

einer privaten Pflegevorsorge wäre wünschenswert. So ist eine Pflege­ versicherung als Baustein der

von 487 Millionen auf 711 Millionen Euro, also um 46 Prozent im Vergleich zum Vor-

Zukunftsvorsorge beispielsweise

jahreszeitraum. Besonders genutzt wurde

gut vorstellbar. Die Versicherungs­

dabei die Möglichkeit des Einmalerlags –

50-Jährige mit 1. März 2014 auf zehn Jah-

branche ist jedenfalls gut gerüstet

hier stiegen die Prämien um 137 Prozent.

re. Das sei die „absolut richtige, politi-

Verantwortlich für diesen Anstieg ist vor

sche Weichenstellung“ gewesen, sagte

allem die neuerliche Reduktion der ge-

Manfred Rapf, Vorsitzender der Sektion

setzlichen Mindestlaufzeit bei Einmaler-

Lebensversicherung im österreichischen

lägen in der Lebensversicherung für über

Versicherungsverband VVO.

und bereit, diese gesellschaftliche Herausforderung aktiv mitzuge­ stalten. g.geyer@derboersianer.com

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BRANCHEN

TICKER Ski-Legende Alexandra ­Meissnitzer und Ex-Helvetia-­ Vorstandschef Burkhard ­Gantenbein vor der Ankeruhr am Hohen Markt in Wien.

Endlich war Österreich vor 100 Jahren politisch stabil genug, um die Ankeruhr gebührend zu feiern. Doch die Einweihungsfeier musste wegen der Ermordung des Thronfolgers, danach wegen des Kriegsbeginns abgesagt werden. Die Schweizer Helvetia ist seit 1962 Aktionärin der 1858 gegründeten Anker Versicherung.

Zukunftsvorsorge mit Exitstrategie Die Finanzmarktaufsicht (FMA) senkt den höchsten zulässigen Garantiezinssatz in der klassischen Lebensversicherung sowie in der prämienbegünstigten Zukunftsvorsorge (PZV) von derzeit 1,75 Prozent ab 1. Jänner 2015 auf 1,5 Prozent. Das könnte das Produkt unattraktiver machen. Bereits 2013 „stagnierte“ der Markt laut Studie der FMA mit 7,8 Milliarden Euro ver-

Möglichkeit besteht, das Geld aus der PZV

waltetem Vermögen. Die Zahl der Verträ-

in eine Pensionskasse zu übertragen, so-

ge sank im Jahresvergleich geringfügig um

fern der Arbeitgeber eine solche einge-

-0,13 Prozent auf rund 1.600.000, da mehr

richtet hat. Peter Hagen, Vorstandsvorsit-

Verträge ausliefen als neue abgeschlossen

zender der Vienna Insurance Group (VIG),

wurden. Die Performance lag nur mehr bei

ist allerdings überzeugt, dass sich ein Um-

1,13 Prozent nach 5,6 Prozent im Jahr da-

stieg nicht für viele Leute auszahlen wird,

vor. Dafür wurde nun bestätigt, dass die

„wenn man es nachrechnet“.

CEE steigert VIG-H1Ergebnis um 41 Prozent auf 291 Millionen Euro vor Steuern. +++ Helvetia schließt Übernahme der Basler Versicherung ab +++ Allianz steigert EGT bis Ende Juni um 26,5 Prozent auf 66,4 Millionen Euro. +++ Wiener-StädtischeUmfrage: 61 Prozent „keine Ahnung“ vom Sinn des Pensionskontos. +++ Swiss Life Select nach Neuausrichtung wieder mit schwarzen Zahlen: EGT 2 Millionen Euro +++ Naturkatastrophen verursachten 2013 einen weltweiten Schaden von 130 Milliarden US-Dollar

ANGST VOR DER INFLATION STUDIE. 73 Prozent der von der Generali Gruppe Österreich

KARRIERE

befragten Menschen sehen in der Inflation die „größte Sorge“, dennoch blicken 77 Prozent der 2.000 Teilnehmer über 15 mit Zuversicht

Thomas Schöllkopf

Otmar Bodner

Helene Kanta und Hans Bichler

übernahm mit August den Vorstandsvorsitz in der Ergo Austria, nachdem Elisabeth

hat seit Oktober die Leitung der Helvetia Österreich inne. Er war bisher Vorstandsvorsitzender der Basler Österreich. Er folgt Burkhard Gantenbein, der bereits Ende 2013 angekündigt hatte, das Unternehmen verlassen zu wollen.

erweitern per Dezember den Vorstand des Wiener Städtische Versicherungsvereins. Kanta ist Leiterin der Rechtsabteilung der Vienna Insurance Group AG, Bichler Geschäftsführer der Kanzlei Bichler Zrzavy Rechtsanwälte.

in die Zukunft. Je knapp 60 Prozent befürchten eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation und

­ tadler das Unternehmen S verlassen hat. Er bleibt im Vorstand der Ergo International AG für den Bereich Osteuropa zuständig.

eine Kürzung der staatlichen Gesundheitsleistungen. Mit je knapp mehr als 50 Prozent folgen in den Umfrageergebnissen Steuererhöhungen, Umweltverschmutzung und kriminelle Übergriffe. Weitere 47 Prozent sorgen sich um ihren Lebensstandard im Alter.

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BRANCHEN

FONDS

KOLUMNE

HEINZ BEDNAR Vorstand VÖIG

PENSIONSLÜCKE SCHLIESSEN Dieser Tage erhalten viele Öster-

DER JUPITER KREIST UM ÖSTERREICH

reicher einen Brief von der Pensionsversicherungsanstalt. Durch

Bisher war der Investmentmanager Ju-

zuletzt als Direktor für Blackrock in Ös-

diese Mitteilungen wird vielen

piter Asset Management in Österreich

terreich tätig. „Mit Karl Banyais Experti-

Menschen erst bewusst, wie groß

weniger bekannt. Dies soll sich ändern.

se und seinem Netzwerk werden wir unser

Andrej Brodnik, Head of Sales für die

Österreichgeschäft forcieren“, gibt sich

deutschsprachigen Länder, will mit be-

Brodnik kämpferisch. „Derzeit“, so ver-

Beispiel: Ein Mann im Alter von

währten Kernkompetenzen auch in Ös-

rät er gegenüber DerBörsianer, „konzent-

40 Jahren und einem monatli-

terreich

in

rieren wir uns auf professionelle Fonds-

chen Bruttoeinkommen von 3.500

Deutschland vor mehr als einem Jahr be-

käufer wie Dachfonds, Private Banking,

gonnen haben, den Privatanlegermarkt

Vermögensverwaltungen und -berater,

zu erschließen, ist die Erweiterung der

aber auch auf Pensionskassen. Zukünftig

Jahren eine staatliche Pension

Vertriebskapazitäten in Österreich ein lo-

wird auch der österreichische Retail- und

von 1.544 Euro erwarten. Diese

gischer und strategisch wichtiger Schritt

Privatkundenmarkt für uns eine wichti-

Hochrechnung ergibt eine Lücke

für uns“, erklärt Andrej Brodnik. Dieser

ge Rolle spielen.“ Die Privatanleger sol-

Anspruch wird auch mit der Bestellung

len dabei nicht direkt, sondern über Ver-

von Karl Banyai zum Vertriebsleiter für

triebspartner wie Sparkassen und Volks-

Österreich untermauert. Der Wiener war

banken erreicht werden.

die Lücke zwischen dem aktuellen Einkommen und der voraussichtlichen Pension sein wird. Ein

Euro und bereits 240 erworbenen Versicherungsmonaten darf bei seinem Pensionsantritt in zwanzig

von 595 Euro. Die Frage lautet, wie diese Lücke geschlossen werden kann? Eine Veranlagung mit einer jährlichen Rendite von zwei Pro-

punkten.

„Nachdem

wir

zent würde bei einem monatlichen Veranlagungsplan in Höhe von 300 Euro nach zwanzig Jahren 600 Euro ergeben – sich also verdoppeln. Aber ob dieser Betrag später einmal ausreichen wird, um den Lebens-

Spängler will es besser machen

standard zu halten? Ich gehe davon aus, dass die Lücke größer sein

Spängler IQAM Invest (Späng-

Jahren beendet. Grund dafür

dürfte. Die Höhe der zukünftig

ler) übernahm mit 1. Septem-

waren unterschiedliche stra-

ber 2014 das komplette Ma-

tegische Ausrichtungen ge-

nagement über den Spängler

wesen.

erwarteten Rendite hängt sehr von der gewählten Risikoausrichtung ab. Es ist klar, dass damit aber auch eine höhere Schwankungsfreu-

IQAM Quality Equity Europe

Bei Spängler hofft man da-

digkeit verbunden ist. Mein Rat:

und den Spängler IQAM Qua-

rauf, dass man mit bewehrten

Je mehr Zeit für die Veranlagung

lity Equity Global. Es handelt

Methoden von Josef Zechner

sich dabei um zwei ehemalige

auch diese beiden Fonds für

Comgest-Fonds. Die Koope-

Anleger attraktiv macht und

ration mit Comgest wurde je-

eine entsprechende Perfor-

doch diesen Sommer nach 20

mance liefern kann.

zur Verfügung steht, desto höher darf auch die Risikoneigung der Veranlagung sein. h.bednar@derboersianer.com

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BRANCHEN

TICKER Vortragende unter sich auf dem Böglerhof: Asoka ­Wöhrmann (Deutsche Bank), Gerald Haug (ETH Zürich) und Gerhard ­Steger (Bundesministerium für Finanzen).

Zum nun schon 21. Mal lud Generali 3-Banken Investment am Donnerstag, dem 28. August, im Rahmen des Europäischen Forum Alpbach zum Wirtschaftsdialog mit führenden Experten. Krönender Abschluss war ein Abendessen mit Tiroler Schmankerln im Hotel Böglerhof.

Raiffeisen KAG forciert Nachhaltigkeit

rung arbeitet an der weiteren Optimierung unserer Investmentprozesse, in die das Thema

Nachhaltigkeit

verstärkt

einfließt.“ Pinner betont geDas Thema Nachhaltigkeit fin-

genüber DerBörsianer, dass man

det bei Anlegern einen immer

sich auch aus dem in der öffent-

größeren Zuspruch, was sich

lichen Diskussion sehr umstrit-

am gestiegenen Volumen nach-

tenen Geschäft mit Agrarroh-

haltiger Investmentfonds zeigt. Wolfgang

stoffen zurückgezogen habe. Mit Anfang

Pinner, der von der Erste Spar Invest KAG

Oktober hat die Raiffeisen KAG auch eine

als Nachhaltigkeitsstratege zur Raiffeisen

neue Nachhaltigkeitsfondsproduktpalet-

KAG wechselte, sieht das Thema Nachhal-

te lanciert. Diese sollen, so Pinner, beson-

tigkeitsmanagement als zentrales Thema

ders im Privatkundenbereich stark forciert

bei der Raiffeisen an: „Die Geschäftsfüh-

werden.

Verkauf von Pioneer Investments

FMA hat erste AIFMG-Konzessionen vergeben +++ C-Quadrat verlegt Zentrale in die Schottenfeldgasse +++ Bellevue übernimmt Adamant Biomedical +++ Neuer „Öko-Fonds“ bei Pioneer Investments +++ DWS Concept Kaldemorgen überspringt die Milliardenschwelle +++ Pictet Asset Management lanciert europäischen Aktienfonds +++ Alle Produkte von DeAWM werden nun unter der Marke „Deutsche“ firmieren

DER SICHERE HAFEN STUDIE. Geringes Risiko und hohes Maß an Sicherheit sind für

Die UniCredit Group strebt einen schnel-

österreichische Anleger nach wie

len Verkauf ihrer Fondstochter Pioneer

vor von oberster Priorität, wie aus

Investments an. Die italienische Groß-

einer Befragung von 1.000 Proban-

bank hat sich Insidern zufolge bis Ende

den des Marktmeinungsinstituts GfK im Auftrag von s Versiche-

September entschieden, welche Interes-

rung, Erste Bank und Sparkassen

senten als potenzielle Verhandlungspart-

hervorging. Finanzielle Vorsorge

ner für den Verkauf von Teilen ihrer Fond-

habe zwar für 81 Prozent der Ös-

stochter Pioneer infrage kommen. Angeb-

terreicher sehr große Bedeutung, jedoch möchten 56 Prozent bei der

lich sind die spanische Santander Bank und ein von der Deutschen Bank beratenes

Prozent wolle die UniCredit Group von Pi-

Konsortium aus dem Finanzinvestor CVC

oneer veräußern. Die gesamte Fondsge-

Capital Partners und dem Staatsfonds aus

sellschaft werde in etwa mit einem Gebot

Singapur GIC in der Poleposition. Bis zu 50

mit 2,4 bis 2,7 Milliarden Euro bewertet.

Veranlagung nur wenig bis gar kein Risiko eingehen. Im Vergleich sieht nur etwa jeder Vierte hohe Renditen oder Zinsen als ausschlaggebende Kriterien an.

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BRANCHEN

AKTIEN

KOLUMNE MATTHIAS STIEBER Direktor Investor Relations Telekom Austria AG

INVESTOREN BEGRÜSSEN SPIN-OFF Die Porr AG schüttelt ihre Immobilienakti-

alle Marktteilnehmer glücklich über die

vitäten in das neue Spin-off, die Porr Im-

„UBM-neu“ sind, kann Strauss nicht be-

mobilien AG (PIAG), ab. 2015 soll selbige in

stätigen. Durch ein hohes Maß an Trans-

einem zweiten Schritt mit der seit 1873 an

parenz und Einzelgesprächen möchte der

der Wiener Börse notierten UBM AG fusi-

Porr-CEO bei den Investoren punkten. Die

onieren, an der die Porr AG nun mehr als

Kapitalmarktfähigkeit der neuen Gesell-

ner Börse im Ländervergleich ein

75 Prozent hält. Insgesamt dürfte das Im-

schaft solle nach dem Zusammenschluss

notorisches Problem, aber Platz-

mobilienvermögen der neuen UBM rund

im Interesse der Anleger nach dem Vor-

hirsche im Prime-Segment halten

800 Millionen Euro betragen. „Das Feed-

bild der Porr AG weiterentwickelt werden.

heimische Indizes attraktiv. Was

back bei den Investoren nach dreiwöchiger

Konkret erhofft man sich, dass man durch

intensiver Investor-Relations-Arbeit ist

die Änderungen des Marktsegments und

sehr positiv“, zieht Porr-CEO und Groß-

der gesteigerten Liquidität Zuspruch fin-

Unser Unternehmen ist ein gutes

aktionär Karl-Heinz Strauss auf Anfra-

det. „Ich bin der festen Überzeugung, dass

Beispiel. Einst als „Volksaktie“

ge von DerBoersianer eine Zwischenbilanz.

diese Maßnahmen von Kapitalanlegern

ausgegeben, steht der Freefloat

Dass hinter verschlossenen Türen nicht

kurzfristig honoriert werden“, so Strauss.

FREEFLOAT DOWN Mit vielen Small-Caps hat die Wie-

aber, wenn mangels Streubesitz selbst in diese Gruppe nur mehr spärlich investiert werden kann?

im Moment bei rund 20 Prozent. Starke Kernaktionäre sind dennoch ein Asset, vor allem für harte Wettbewerbssituationen, denn da braucht es klare Entscheidungen. Spurlos geht die Entwicklung aber auch in diesem Fall nicht vorüber, denn ein sinkender Freefloat wirkt sich direkt auf die Liquidität aus. Damit wird auch die Attraktivität

Unternehmen verabschieden sich von der Börse

für Analysten reduziert, es entsteht ein Teufelskreis. Um Vorteile eines

Bereits 2012 hatte BWT-Boss ­ Andreas

Listings nutzen zu können, ist ein

Weißenbacher versucht, den in Oberös-

signifikanter Streubesitz relevant, über die Grenze lässt sich aber

terreich

ansässigen

Wasseraufbereiter

streiten. Da man am Markt weniger

zur Gänze zu übernehmen. Nun wagt er

Aufmerksamkeit genießt, braucht

einen neuen Versuch mit dem Ziel, dass

es daher umso proaktivere IR-

Weißenbacher über die nötigen 90 Pro-

genannt. Die Aktien werden aber weiter-

Arbeit mit hoher Transparenz. Al-

zent der Aktien verfügt, die ein Squee-

hin am Nasdaq Capital Market handelbar

ze-out der Minderheitenaktionäre zur

bleiben. Ein Delisting könnte auch beim

Folge hätten. Die BWT soll demnach von

Sekthersteller Schlumberger AG und beim

auf dem Wiener Parkett geholfen.

der Börse genommen werden. Noch e ­ inen

Wiener CRM-Spezialisten Update Soft-

Wie wäre es zum Beispiel mit ge-

anderen Abgänger gibt es zu vermelden:

ware AG bevorstehen. Das noch in Frank-

förderter Coverage für Small-Caps

Die in Wien und an der US-amerikani-

furt notierende Unternehmen hat mit

schen Nasdaq notierte Century Casinos

Aurea Software LCC einen neuen Eigentü-

zog sich von der Wiener Börse zurück. Als

mer bekommen. Gleichzeitig hat Gründer

Grund für das Delisting wurde das gerin-

und CTO Arno Huber fast seine gesamten

ge Handelsvolumen an der Wiener Börse

Anteile verkauft.

len ATX-Unternehmen, die sich in dieser Situation befinden, wäre mit den richtigen Rahmenbedingungen

mit geringer Liquidität? Weil klar ist auch: Geringer Freefloat macht Performer nicht minder spannend. m.stieber@derboersianer.com

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BRANCHEN

Hybrid-News

TICKER

Die Wienerberger AG hat allen Inhabern der im Februar 2007 emittierten Hybridanleihe einen Umtausch im Verhältnis eins zu eins in eine neue Hybridanleihe angeboten. Die Verzinsung des neuen Kupons beträgt bis 9. 2. 2017 6,5 Prozent, danach bis 9. 2. 2021 5,00 Prozent. Dadurch solle, so der Ziegelproduzent, die mittelbis

Finanzierungsstruktur

Volumen von einer Milliarde Euro hatte

verbessert werden. Bei der Voestalpine AG

langfristige

sich aufgrund eines im Jahr 2013 durchge-

wurde die ebenfalls im Jahr 2007 begebene

führten Umtausches dieser Anleihe durch

und eine Milliarde Euro schwere Hybrid-

Anleihegläubiger in eine neu begebene

anleihe zum frühestmöglichen Zeitpunkt,

Hybridanleihe reduziert und beträgt der-

Ende Oktober, gekündigt. Das anfängliche

zeit 500 Millionen Euro.

Wertberichtigungen bei EVN abgeschlossen. Die neue Kreditvereinbarung beläuft sich auf 400 Millionen Euro. Ferner wurden im August 67.620 Stückaktien an die eigene Arbeitnehmerschaft übertragen. Ein bedrohliches Licht

auf

den Versorger aus Niederösterreich werfen neue Wertberichtigungen. Wegen

Fusion zwischen Börse Wien und Warschau geplatzt +++ Strabag-Kernaktionär Rasperia stockt auf 25 Prozent plus eine Aktie auf +++ Drei neue Airbus-Aufträge für FACC im Wert von 330 Millionen Euro +++ Amag nimmt neues Warmwalzwerk in Ranshofen in Betrieb +++ Polytec Group kauft Geschäftsbereich Plastics Solutions der Voestalpine +++ S Immo AG platziert Anleihe mit Kupon von drei Prozent

Strompreisänderungen in Bulgarien und Mazedonien

mussten

Abschreibungen

von knapp 261 Millionen Euro vorgenommen werden. Neuerliche

Wertminderungen

von

Im Sommer noch hat die EVN AG ein Ab-

knapp 300 Millionen Euro wurzeln in

kommen mit einem aus zwölf internati-

Russland. Es wird jedoch betont, dass die

onalen Banken bestehenden Konsortium

Wertminderungen nicht zahlungswirk-

über die vorzeitige Refinanzierung der

sam seien, wodurch es keine Auswirkung

syndizierten revolvierenden Kreditlinie

auf die Dividendenzahlung gebe.

VORSTÄNDE MANIPULIEREN MITTEILUNGEN STUDIE. Die Veröffentlichung positiver Mitteilungen wird laut einer Studie der London School of Economics von US-Firmenchefs seit Jahren manipuliert. Anhand von 166.000 Pressemittelungen wird aufgezeigt, dass durch die

KARRIERE

Steuerung des Informationsflusses 14.504 US-Dollar pro Jahr im Durchschnitt von einem CEO an der Börse lukriert werden. Der In-

Martin Theyer

Michael Fried

Jaap Huijskes

Der Direktor Strategie, IR & PR verlässt die AT&S AG und hat mit einer Executive-MBA-Ausbildung am IMD begonnen. Seine Nachfolgerin ist Elke Koch, vormals Pressechefin der RHI AG.

ist seit August neuer Vorstand für Sales & Marketing der Bene AG. Er übernimmt die Agenden von Michael Feldt, der sein Mandat aus persönlichen Gründen zurückgelegt hat.

wird überraschend im ersten Halbjahr 2016 vorzeitig aus dem Vorstand der OMV AG ausscheiden. Ursprünglich wäre der Vertrag bis September 2018 gelaufen.

formationsfluss sei demnach alles andere als mechanisch und trete nicht parallel zu den eigentlichen Ereignissen ein, die vermittelt werden sollen. Es handle sich dabei um exogene Variablen für den Großteil des Kapitalmarkts, deren Fäden in den Händen der Firmenchefs liegen.

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BRANCHEN

IMMOBILIEN

INTERVIEW

STEFAN BREZOVICH Vorstand Örag Österreichische Realitäten AG

LUKRATIVER IMMOBILIENMARKT Wo sind am österreichischen ImmoMarkt noch die höchsten Renditen zu holen? - Aktuell sind die höchsten Renditen in gewerblich genutzten Objekten in dezentralen Lagen zu bekommen. Diese gehören aber aufgrund des damit verbundenen Verwertungsrisikos nicht zu den am meisten gesuchten Objekten. Welche Immobilien werden von

PREISRALLYE IN LONDON, MADRID UND WIEN Erstmals seit Beginn der Finanzkrise 2008

stehen einer Immobilienblase verhindert

sind in Madrid die Immobilienpreise wie-

werden.

der gestiegen. Eine Preissteigerung im

Auch in Wien ist vor allem im höheren

Neubausektor ist der Grund dafür. Der

Preissegment eine leichte Abkühlung be-

Preisindex IPV kletterte um 0,8 Prozent

merkbar. Dennoch bleibt Wien „eine der

errichtete Mietwohnhäuser in guten,

nach oben. Das bedeutet zwar noch kei-

am dynamischsten wachsenden Städte in

innerstädtischen Lagen und mit

ne Tendenzumkehr, aber einen Stabili-

Europa. Aus diesem Grund wird sich der

guter öffentlicher Anbindung sowie

sierungsprozess. In London dagegen san-

Wohn­ immobilienmarkt auch in Zukunft

ken im August die Preise für Immobili-

fundamental stark entwickeln. Der Bevöl-

en so stark wie schon lange nicht mehr.

kerungszuwachs treibt die Nachfrage nach

Ist durch die Ukraine-Krise ein Abgang

Die Preise gingen landesweit um fast drei

Wohnungen heute, morgen und übermor-

osteuropäischer Investoren bemerk-

Prozent zurück. Ausschlaggebend für die-

gen an“, so Helmut Hardt, Vorstandsmit-

bar? - Die Position von Wien als

se Entwicklung sind schärfere Regeln für

glied der Wiener Privatbank SE gegenüber

besonders sichere und lebenswerte

die Hypothekenvergabe. So soll das Ent-

DerBörsianer.

Investoren besonders stark nachgefragt? - Besonders stark nachgefragt sind einerseits Zinshäuser und neu

andererseits Objekte, die ein großes Entwicklungspotenzial aufweisen.

Stadt hat sich nicht verändert. Lediglich im exklusiven Einzelhandel ist zu vernehmen, dass die Umsätze mit Touristen aus Osteuropa leicht abgenommen haben – allerdings steigen wiederum die Umsätze mit Kunden aus China.

Big Deals in Wien

DOKUMENTE GEHEN BEI SENIOREN VOR

Um 315 Millionen Euro kauft der Morgan

STUDIE. Laut einer Studie von Im-

der Linzer Kaufmann-Gruppe den Wiener

mowelt.at würde die Mehrheit im

Millennium Tower samt Millennium City.

Falle eines Wohnungsbrands zuerst wichtige Dokumente retten. Sieben Prozent haben einen gepackten

s

Stanley Real Estate Fund gemeinsam mit

Die deutsche Aareal Bank finanziert dabei Österreichs vermutlich größten Immobili-

Notfallkoffer. Das Alter spielt dabei

endeal 2014. Bisheriger Besitzer des zweit-

eine große Rolle. Österreicher

höchsten Gebäudes Österreichs war das

offizielle Verkauf der ÖBB-Zentrale am

unter 30 bevorzugen im Notfall

Hamburger Emissionshaus MPC Capital

Wiener Hauptbahnhof. Auf dem Markt ist

eher Laptop und Handy. Senioren

AG. Laut Georg Fichtinger, Head of Capi-

auch die alte Postzentrale in Wien. Insider

tal Markets bei CBRE, würden in den kom-

zählen Anton Bondi, Signa, Premium Im-

menden Monaten spannende Transaktio-

mobilien, JP Immobilien sowie internatio-

nen erwartet. Gegen Ende 2014 erfolgt der

nale Investoren zu den Interessenten.

entscheiden sich für Pass, Sparbuch und Versicherungsschein. Emotionale Gegenstände wie Fotoalben werden selten priorisiert.

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W e B


BRANCHEN

TICKER

Neuer Kernaktionär bei CA Immo Mit Spannung wurde der Verkauf der CA-

sche O1 Group Limited, verkauft. Der Preis

Immo-Anteile ihres Kernaktionärs, der

liegt bei 18,50 Euro pro Aktie. Die O1 Group

UniCredit Bank Austria AG, beobachtet.

des russischen Immobilieninvestors Boris

Das offene Bieterverfahren ist auf großes

Mints, an der auch Goldman Sachs betei-

Interesse gestoßen. Dabei haben sich auch

ligt ist, will ihre Anteile nun auf 26 Prozent

österreichische Konzerne wie die S Immo

aufstocken. News gibt es auch von zwei

AG und die Immofinanz AG ausdrücklich

weiteren Immobilienaktien. Das operative

dafür interessiert. Die Aktienbeteiligung

Ergebnis der Immofinanz AG ging im ers-

in der Höhe von 16,35 Prozent wurde nach

ten Quartal 2014/2015 um 6,5 Prozent auf

Abschluss des Verfahrens an den strate-

90,9 Millionen Euro zurück. Die Buwog AG

gischen Immobilieninvestor mit Fokus

hat im selben Zeitraum ein Ebit von 36,7

auf gewerbliche Immobilien, die zyprioti-

Millionen Euro erzielt.

6B47 Real Estate Investors platziert Anleihe Im Rahmen eines Private Placements hat

nem Kupon von 9,5 Prozent wird für die

die 6B47 Real Estate Investors AG eine

Expansionsfinanzierung und den Erwerb

Unternehmensanleihe mit einem Emissi-

neuer Projekte gebraucht.

onsvolumen von fünf Millionen Euro aus-

Vorstandsvorsitzender Peter Ulm er-

schließlich an institutionelle Investoren in

wartet „für das laufende Geschäftsjahr

Österreich und Deutschland platziert. Der

einen deutlich Gewinnanstieg im Ver­

Erlös der zwölfmonatigen Anleihe mit ei-

gleich zum Vorjahr“.

Immofinanz AG möchte sich von Wiener Zinshäusern trennen +++ Karl Wlaschek kauft der VIG für 17,5 Millionen Euro das Ring-Palais ab +++ Benko und Pecik erwerben das Projekt Bank Austria Campus +++ Erste Immobilienfonds erwirbt Wohn- und Geschäftsgebäude in Hamburg +++ Hochhaus Gherkin steht in London für 650 Millionen Pfund zum Verkauf +++ Angebote für Verkauf der alten Postzentrale in Wien eingelangt +++ Phase des Deleveraging bei Immo-Konzernen geht laut Experten zu Ende

s hat Perspektive. Wir erkennen Potenziale, nützen Marktchancen und setzen Projekte erfolgreich um. Unser aktueller Fokus liegt auf dem aussichtsreichen Berliner Immobilienmarkt: www.simmoag.at

@simmoag

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BRANCHEN

BERATER

KOLUMNE

PETER BARTOS Partner und Geschäftsführer BDO Austria

AUFREGER VERMÖGENSSTEUER 20 Jahre nach der Abschaffung der Vermögenssteuer ist die Diskussion über deren Wiedereinführung voll entbrannt. Durch eine Rei-

RAUES KLIMA BEI DER BILANZPOLIZEI

chensteuer soll Vermögen höher

Seit mehr als einem Jahr gibt es in Öster-

men. Marktinsider sprechen davon, dass

besteuert und im Gegenzug der

reich nun die Österreichische Prüfstelle

das Klima zwischen den beiden Instan-

Faktor Arbeit entlasten werden. In

für Rechnungslegung (OePR), vulgo Bi-

zen mittlerweile eher rau ist. Der Ver-

der EU heben nur Frankreich und

lanzpolizei. Anders als in Deutschland, wo

waltungsaufwand, der eigentlich verrin-

ein zweistufiges Verfahren vorherrscht,

gert werden sollte, scheint für Außenste-

hat sich Österreich für den Kompromiss

hende Beobachter viel höher zu sein als

tergefassten vermögensbezogenen

eines eineinhalbstufigen Verfahrens ent-

notwendig. Mit Spannung werden daher

Steuern – hauptsächlich Grund-,

schieden.

auch die ersten offiziellen Ergebnisse im

Luxemburg eine „echte“ Vermögenssteuer ein. Trotzdem liegt der OECD-Durchschnitt bei den wei-

Erbschafts- und Schenkungssteu-

Dabei agiert die Finanzmarktaufsicht

Oktober erwartet. Es gilt als sicher, dass

als Kontrollbehörde. Die eigentliche Prü-

die Prüfstelle bei den 30 bis 35 Unterneh-

fungstätigkeit wird von der OePR über-

men, die im ersten Arbeitsjahr untersucht

Prozent und Großbritannien mit

nommen. Überprüft werden zum Bei-

werden, auf Fehler stoßen wird. Ob diese

11,6 Prozent. Österreich liegt trotz

spiel Jahresabschlüsse sowie Lageberich-

dann veröffentlicht werden müssen, wird

einer rekordverdächtigen Gesamt-

te kapitalmarktorientierter Unterneh-

in einem zweiten Schritt diskutiert.

ern – bei einem Anteil von fünf Prozent an den Gesamtabgaben. Spitzenreiter sind die USA mit 12,4

gabenquote bei den vermögensbezogenen Steuern mit 1,2 Prozent nur an viertletzter Stelle. Um die Gesamtabgabenquote merkbar zu reduzieren, müssen daher längst fällige Reformen umgesetzt werden. Eine Welt ohne Steuern wird es natürlich auch dann nicht geben. Ungeachtet dessen steht aber eine Entscheidung an, ob man

Regulierung als Angsttreiber der Finanzwelt

internationalen Trends folgend ein ausgewogeneres Verhältnis

Mehr als 650 Experten aus der Finanz-

zwischen der Besteuerung von

branche haben an der Studie „Banking

Erwerbseinkommen und vermögensbezogenen Steuern herstellen will oder nicht. Mit anderen

Banana Skins“ im Auftrag von PWC und dem Centre for the Study of Financial

Worten geht es bei dieser Frage

­Innovation teilgenommen. Das Ergebnis

im Kern darum, was aus Sicht der

macht deutlich, dass Regulierung und po-

Politik besteuerungswürdiger ist.

litische Einflussnahme die größten Sorgen

macht sich die Branche Gedanken über

der Finanzwelt sind. Noch vor zwei Jahren

Cyberkriminalität. Diese wird laut Roland

standen Unsicherheiten über makroöko-

Schöbel, Partner bei PWC Österreich, zu

nomische Entwicklung auf Platz eins. Die-

einer reellen Gefahr, die hohe Kosten ver-

se liegen heuer auf Platz drei. Zunehmend

ursachen kann.

Die Ergebnisse von Arbeit oder der Besitz und die Übertragung von Vermögen. p.bartos@derboersianer.com

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BRANCHEN

TICKER Es diskutierten SchönherrPartner Matei Florea, CMSPartner Alexander ­Rakosi, Bernd Mittermair, ­Banca ­Comerciala Romana, und ­Alexander Tscherteu, CEO der Volksbank Romania.

Die diesjährige PWC-Konferenz „Non-core Assets & Services“ für Österreich und CEE stand unter dem Motto „Banking in the new normal“. Nationale sowie internationale Bankenvertreter, Investoren und Dienstleister präsentierten zukünftige Trends und Erwartungen im „Non Performing Loans“-Bereich.

Baubranche legt einen Zahn zu 2014 zeichnet sich ein Wachstum in der Baubranche ab, das 2015 sogar noch mehr steigen soll. Die Studie European Powers of Construction von Deloitte zeigte, dass internationale Geschäfte und die Diversifikation des Leistungsportfolios zu den branchenweiten Trends gehören. Laut Deloitte-Partner Alexander Hohendanner „ist der Internationalisierungsgrad

mit 2,2 Prozent zufriedengeben mussten.

nicht immer von Vorteil“. Unternehmen,

Unter den Topbaukonzernen befindet sich

die sich auf heimische Märkte konzent-

Österreich auf dem sechsten Platz. Mit ei-

rierten, hatten 2013 eine durchschnittli-

nem Umsatz von 101 Milliarden Euro liegt

che Ergebnismarge von vier Prozent, wäh-

Frankreich deutlich an der Spitze vor Spa-

rend sich international tätige Baugruppen

nien mit 67 Milliarden Euro.

Fusionsbereitschaft im Aufschwung

Strafbefreiende Wirkung bei Selbstanzeigen abgeschafft +++ KPMG-Studie sieht Familienunternehmen als attraktives Investment +++ Indien, China und Malaysia sind laut AT Kearney die Top-Offshore-Länder +++ Ecovis-Studie zeigt, dass Steuerdschungel Auslandsgeschäfte riskant macht +++ 85 Prozent des Mittelstands mit eigener Geschäftslage laut EY zufrieden +++ IT-Outsourcing liegt laut KPMG nach wie vor im Trend +++ Laut Strategy&-Analyse sehen Manager viele vergebene Erfolgschancen

ZIELSTREBIGE FINANZCHEFS

Steigende Geldreserven von Unternehmen

STUDIE. Österreichs Finanzchefs

sowie die allgemein positive Entwicklung

zeigen sich sehr zielstrebig. Eine

der Weltwirtschaft führten von Jänner bis

von Robert Half durchgeführte

April 2014 zu einer Zunahme von angekün-

Studie hat ergeben, dass 60 Pro-

digten Fusionen und Übernahmen von 26

zent der Finanzvorstände die Stelle des Geschäftsführers gerne anneh-

Prozent. Die Anzahl der tatsächlich durch-

men würden, wenn man sie ihnen

geführten sank im selben Zeitraum jedoch

anbietet. Das persönliche Wissen

um zwei Prozent. Zu diesen Ergebnissen

im Finanz-und Rechnungswesen

kam der M&A-Bericht der KPMG. Laut Ad-

Besonders hohe Erwartungen mel-

visory-Partner Mittermair herrscht hohe

den die Bereiche Telekommunikation und

Fusionsbereitschaft, die speziell in Eu-

Energie. Die geopolitische Situation in der

ropa auf erfolgreiche Kurs-Gewinn-Ver-

Ukraine und die Sanktionen gegen Russ-

hältnisse zurückzuführen ist und sich über

land könnten diese Bereitschaft jedoch

viele Industriebereiche streckt.

minimieren.

sehen die Experten als Hauptargument für den Aufstieg. 30 Prozent sind hingegen gar nicht an dieser Stelle interessiert, weil sie mit ihrer derzeitigen Position zufrieden sind oder sich die Aufgaben nicht zutrauen.

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BRANCHEN

RECHT

KOLUMNE

ALBERT BIRKNER Managing Partner CHSH

REKORDSTRAFEN FÜR BANKEN Strafen für Banken sind international so

eine der höchsten Aufsichtsmaßnahmen

hoch wie nie. Die Bank of America mit

der vergangenen Jahre dar. 2013 wurde

gesetz (BörseG) haben Emit-

17 Milliarden US-Dollar sowie JP Morgan

der Bescheid jedoch vom Verwaltungsge-

tenten von Finanzinstrumenten

Chase mit 13 Milliarden US-Dollar liegen

richtshof behoben. Der Anwalt ist sich si-

Insiderinformationen, die sie

unangefochten auf den Plätzen eins und

cher, dass „in Zukunft mit erhöhten Stra-

unmittelbar betreffen, unverzüg-

zwei. Beide Rekordstrafen waren aufgrund

fen gegen Banken und Wertpapierfirmen

von fragwürdigen Hypothekengeschäften

aufgrund der Verschärfung des EU-Sank-

zu zahlen. An dritter Stelle liegt BNP Pa-

tionsregimes zu rechnen ist“. Ein weite-

Ad-hoc-Meldung? Bereits in der

ribas mit 8,9 Milliarden US-Dollar we-

res Problem in Österreich ist die fehlen-

Daimler-AG-Entscheidung hat

gen Finanzgeschäften mit dem Iran. Der-

de Trennung von Strafverfolgungs- und

der Europäische Gerichtshof die

Börsianer machte sich auf die Suche nach

Strafkompetenzen im Verwaltungsstraf-

den höchsten Strafen in Österreich. Laut

verfahren erster Instanz. Die extrem ho-

CHSH-Rechtsanwalt Peter Knobl stellte

hen Strafen ergeben sich laut Anwalt auch

gewertet. In Österreich lag jedoch

zum Beispiel die Verhängung von Pönale-

aus der Zulässigkeit der Verhängung von

bis dato keine gesicherte Recht-

zinsen in der Höhe von 58 Millionen Euro

Verwaltungsstrafsanktionen gegen Ban-

sprechung zur Ad-hoc-Publizität

durch die Finanzmarktaufsicht (FMA) im

ken in Kombination mit Aufsichtsmaß-

Jahr 2011 über die Hypo-NOE-Gruppe

nahmen und Berufsverboten.

IMMER WIEDER AD-HOC-PUBLIZITÄT Nach österreichischem Börse-

lich der Öffentlichkeit bekanntzugeben. Zu welchem Zeitpunkt besteht jedoch die Pflicht zu einer

Information über einen Zwischenschritt eines zeitlich gestreckten Vorgangs als genaue Information

bei zeitlich gestreckten Vorgängen oder mehrstufigen Entscheidungsprozessen vor. Dem schafft nun der Verwaltungsgerichtshof mit einem richtungsweisenden Erkenntnis (VwGH 29. 4. 2014, 2012/17/0554) Abhilfe. Eine genaue Information kann zwar schon bei positiver interner Beschlussfassung im Vorstand hinsichtlich eines an sich ad-hoc-pflichtigen Projekts vorliegen, jedoch nur die hinreichende Wahrscheinlichkeit der tatsäch-

DBJ berät BNP Paribas bei Übernahme

Beim Kauf von knapp 81 Prozent der Direktbank DAB und deren Tochtergesellschaft Direktanlage.at wurde das französische Bankhaus BNP Paribas unter anderem von der Kanzlei Dorda Brugger Jordis

lichen Transaktionsdurchführung

beraten. In Österreich waren die Partner

löst eine Ad-hoc-Meldepflicht aus.

Andreas Zahradnik, Jürgen Kittel und Ste-

In einer lesenswerten Begründung konkretisiert der VwGH

phan Polster, der in kartellrechtlichen Be-

die Ausführungen des EuGH aus

langen beriet, federführend. International

der Daimler-AG-Entscheidung

wurde die französische Großbank von ei-

in Bezug auf die Ad-hoc-Pflicht

nem Expertenteam von Clifford Chan-

mehrstufiger Entscheidungspro-

ce aus Frankfurt beraten. Das gesamte

zesse (VwGH 2012/17/0554).

Transaktionsvolumen des Deals beträgt bis zu 435 Millionen Euro.

a.birkner@derboersianer.com

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BRANCHEN

TICKER Zu den Vortragenden zählten auch David Tattam von der Protecht Group und Günther Stricker von der Western Union International Bank.

Am 17. September lud LexisNovis erstmals zum Compliance-Solution Day im C3 Convention Center in Wien ein. Ziel war es, Compliance-Herausforderungen aus einem praxisorientierten Blickwinkel aufzubereiten. Die 200 Gäste diskutierten auch über die neuesten Geldwäschemethoden.

FWB fördert ­Windenergie

Erstmals Hoffnung in Causa Madoff Im Fall Madoff scheiterte der Gläubiger­ anwalt Irving Picard im Juli in den USA mit einer Riesenklage gegen die UniCredit Bank Austria AG. Diese ist über den Pri-

Die Kanzlei Fellner Wratzfeld und Part-

meo-Fonds in die Milliardenbetrugscau-

ner beraten die WEB Windenergie bei der

sa des mittlerweile inhaftierten Bernard

Emission ihrer ersten Hybrid-Schuldver-

Madoff involviert. Nach dem Ausbruch

schreibung. Diese ist damit auch die erste

der Finanzkrise 2008 flog der Betrug auf.

eines Windenergieanbieters in Österreich.

Erstmals hat das Höchstgericht nun aber

Gleichzeitig startet eine Unternehmens-

gegen die UniCredit Bank Austria AG ent-

anleihe mit fixer Verzinsung und Laufzeit.

schieden. Der Beschluss besagt, dass die

Die Beratung umfasste zusätzlich dazu

Vorwürfe der ersten Instanz nun nä-

auch die Erstellung eines Angebotspros-

her geprüft werden müssen. Das bedeu-

pekts und die Abwicklung des Billigungs-

tet, dass es verboten ist, die Klage als un-

verfahrens bei der Finanzmarktaufsicht.

schlüssig abzuweisen.

CHSH berät Union Investment beim Erwerb des Euro Plaza 5 +++ Wolf Theiss berät bei Übernahme der Update Software AG durch die Aurea +++ Binder Grösswang berät Anger-Gruppe bei Einstieg der Unternehmens Invest AG +++ Wolf Theiss berät Finanzierer Aareal Bank beim Kauf der Millennium Towers +++ Dorda Brugger Jordis berieten Haselsteiner beim Kauf der Sammlung Essl +++ Schönherr berät bei Privatisierung des Flughafens Ljubljana

AUSLÄNDISCHE INVESTOREN STUDIE. Die diesjährige M&A-Studie der Kanzlei Freshfields analysierte mehr als 300 Übernahmen aus 30 Ländern weltweit. Eindeutig zu

KARRIERE

erkennen war der Globalisierungstrend, der vor allem Österreich erfasst hat. An fast allen österreichischen Deals der vergangenen Jahre

Heinrich Kühnert

Michael Lind

Wolfram Huber

verstärkt als Kartellrechtsexperte das Partnerteam der Kanzlei bpv Hügel in Wien. Seit 2011 ist er dort bereits tätig. Erfahrungen sammelte er auch schon in der Europäischen Kommission.

wechselt als M&A-Spezialist und Partner von Binder Grösswang zu Wolf Theiss. Dort wird er als Partner vor allem für internationale M&A-Transaktionen zuständig sein.

wechselte zur Kanzlei PHH Rechtsanwälte. Dort wird der Experte vor allem bei Fragen rund um das Banken- und Finanzrecht als neuer Partner tätig sein.

war zumindest ein ausländischer Investor beteiligt. Globalisierung führt zunehmend auch dazu, dass die regionalen Unterschiede im Bereich von Übernahmen immer kleiner werden. Laut Freshfields sind vor allem Banken und die Telekombranche derzeit sehr übernahmeaktiv.

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BRANCHEN

KOMMUNIKATION

KOLUMNE

PETER FELSBACH Konzernsprecher Voestalpine AG

DIGITALE „PR-SPEKTIVE“ Die digitale Revolution hat die ganze Welt verändert. Auch für Unternehmen bedeutet dies, sich neu zu erfinden – nicht nur in der Kommunikation. Wer seine Ressourcen immer nur auf die Optimierung des Status quo ausrichtet, vergisst die tiefergehenden Chancen und Herausforderungen, die die Digitalisierung bietet. Lange Zeit war die crossmediale Verbreitung von Inhalten weder von Kreativagenturen noch PR-Abteilungen mit Leben erfüllt. Die revolutionierende Kraft des „Digital Business“ macht auch nicht vor etablierten Unternehmen klassischer Wirtschaftszweige halt. Um in Zukunft konkurrenzfähig zu bleiben, gilt es, den digitalen Wandel durch eigene Transformationsanstrengungen aktiv selbst zu gestalten und ein konsistentes Publikationsmanagement über alle Kommunikationskanäle zu organisieren. Betrachtet man die Anzahl der erzeugten Inhalte einiger Konzerne, dann wird klar, dass diese längst wie Medienhäuser agieren und sich die größere Breiten- und Tiefenwirkung sowie eine schnelle Anpassungsfähigkeit der digitalen Medien zunutze machen. Von dieser Neuausrichtung sind nicht nur einzelne Funktionen und Unternehmensbereiche betroffen, sondern es erfordert eine nachhaltige Veränderung und Neuausrichtung von Management, Kommunikation, Vertrieb und Service. Um wirtschaftlich erfolgreich zu sein, ist es essenziell, Synergien zwischen klassischen und digitalen Medien zu schaffen und diese in ein integriertes Kommunikationskonzept einzubetten. p.felsbach@derboersianer.com

ZUMTOBEL ERLEUCHTET BORUSSIA DORTMUND Die jüngsten Erfolge des achtmaligen

1997 beinhaltet verschiedene Beleuch-

deutschen Fußballmeisters sollen in Zu-

tungsprojekte und Kundenbindungspro-

kunft mit Technologie aus dem „Ländle“

gramme, mit deren Hilfe sich die Zum-

in einem noch besseren Licht erstrahlen.

tobel Group erhofft, stärker am deut-

Eine auf fünf Jahre angesetzte Partner-

schen Markt Fuß fassen zu können. „Mit

schaft vermeldeten Ulrich Schumacher,

dem BVB haben wir einen starken Partner

CEO der Zumtobel Group, und BVB-Boss

an unserer Seite“, so Schumacher, des-

Hans-Joachim Watzke im Rahmen des

sen Unternehmen die Sportstätten der

deutschen Supercups. Die Koopera­ tion

Schwarz-Gelben in Zukunft in ein neues

mit dem Champions-League-Sieger von

Licht setzen wird.

ZUFRIEDENE PR-PROFIS IN ÖSTERREICH STUDIE. In der PR-Branche müsste man hierzulande arbeiten. Die heimischen PR-Profis sind zufriedener als ihre Kollegen in den Nachbarländern. Dies geht aus einer Erhebung des European Communication Monitor 2014 hervor, der seit 2007 jährlich von elf Universitäten durchgeführt wird. Die 126 befragten Koryphäen aus der PR-Branche sind im Durchschnitt mit ihrem Job zufriedener als deutsche oder schweizerische, fühlen sich abgesichert und wertgeschätzt. Die Topplatzierung unter 20 Ländern wurde Österreich auch bei der Weiterbildung zuteil.

Auf den Spuren der OMV Zwar weniger Glanz und Gloria made in USA, aber immerhin eine Rolle im Fern-

TICKER

sehsender ATV wurde der OMV AG zuteil. Ein ATV-Redaktionsteam begleitete ein Jahr lang Mitarbeiter der OMV AG und ihre Partner bei der Suche und Förderung von Öl und Gas rund um den Globus. Gefilmt wurde in der Wüste in Pakistan, auf einer Bohrinsel im Schwarzen Meer und, weniger exotisch, mitten im Waldviertel. Entstanden ist dabei ein Dreiteiler im Rahmen von „ATV Die Reportage“. Der erste Teil war am 29. September im Abendpro-

Kurier kauft Medien-Portal Atmedia +++ Skispringer Stefan Kraft springt nun für Manner AG +++ Facebook-Marketing bei Werbegipfel als bestes Marketing gekürt

gramm zu sehen, der zweite eine Woche später. Unter dem Titel „Öl im Blut“ wird der dritte Teil am 13. Oktober gesendet.

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RANKING

MÄRKTE

besten Anwälte der Finanzbranche

S

ie kämpfen gegen Verurteilungen, schmieden Konzerne und beeinflussen Karrieren. Die besten Anwälte der österreichischen Finanzwirtschaft sind gleichzeitig Ein-

flüsterer der Vorstände des Kapitalmarkts, denn verschärfte Sorgfaltspflicht, Aktionärsdruck, Wettbewerbsrecht und Reputationsrisiken zwingen Manager dazu, sich rundum abzusichern, sei es beim Firmenkauf, einer Kapitalmarkttransaktion oder auch bei der Ausgestaltung der Corporate Governance. Ihr Job garantiert ihnen viel Adrenalin und noch mehr Honorar. Sie gehören in Österreich zur glamourösen Elite. Doch ihr Arbeitsalltag ist nicht immer so glamourös. Vor allem bei österreichischen Anwaltskanzleien macht sich der zunehmende Druck am Kapitalmarkt bemerkbar. Die Staranwälte feilen an ausgeklügelten Strategien und führen ihre Mandanten durch die immer komplizierter und bedrohlicher werdende Judikatur und überbordende Regulierung. Für die Jubiläumsausgabe hat sich DerBörsianer nun auf die Suche nach den besten 50 Anwälten der Finanzbranche Österreichs gemacht. Die von DerBörsianer nominierten Anwälte – die sich gegenseitig bewerten durften - stechen vor allem in ihrer Expertise in einem der drei Fachbereiche Kapitalmarktrecht, Banking & Finance oder M&A hervor.

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MÄRKTE

1. PLATZ 2. PLATZ

3. PLATZ

Markus Heidinger WOLF THEISS

Friedrich Jergitsch FRESHFIELDS BRUCKAUS DERINGER

Richard Wolf WOLF THEISS

Mit dem ersten Platz wurde ein Adovkat belohnt, der auch von Kollegen für sein Wissen über den Kapitalmarkt geschätzt wird. Friedrich Jergitsch (Platz 1) ist Partner bei Freshfields Bruckhaus Deringer und darf sich mit 83,91 Punkten über die Spitzenplatzierung freuen. Seine Spezialisierung ist die Beratung im Bank- und Finanzrecht. Zu seinen Stärken zählt es, auch den komplexesten Sachverhalt verständlich zu erklären. Jergitsch führt das Ranking der besten Anwälte in der Finanzbranche vor Markus Heidinger (2) mit 78,18 Punkten und Richard Wolf (3) mit 68,18 Punkten, beide Partner bei Wolf ­Theiss, an. Auf den Plätzen folgen zwei Spezialisten des Bankrechts knapp hintereinander. Andreas Zahradnig (4) von Dorda Brugger Jordis liegt hauchdünn vor Markus Fellner (5) von Fellner Wratzfeld. Die Themen Aktienplatzierungen und Kapitalerhöhungen sind hingegen Fragen des Kapitalmarktrechts. Die besten Antworten darauf hat Ernst Brandl (6) von Brandl & Talos. Im Ranking konnten sich vor allem vier große Sozietäten beweisen. Wolf Theiss schaffte mit Markus Heidinger und Richard Wolf zwei der ersten drei Plätze und liegt damit vor Dorda Brugger Jordis, die es mit Andreas Zahradnik (4) und And­reas Mayr (10) in die Liste der besten zehn geschafft hat. Schönherr und Binder Grösswang folgen ebenfalls mit mehreren topplatzierten Juristen.

INFO RANKING BEWERTUNGSKRITERIEN

Alle nominierten Kandidaten konnten sich gegenseitig bewerten. Das Ergebnis des Rankings wurde mit dem Mittelwert aller Bewertungen berechnet und in Prozent umgewandelt. Eine Person kann maximal eine Bewertung von 100 Prozent erreichen. Bei Punktegleichheit zweier oder mehrerer Personen entscheidet die höchste Einzelbewertung. Die Kandidaten konnten keine Bewertung für sich selbst oder Kollegen der eigenen Kanzlei abgeben. LISTE ZUM DOWNLOAD:

→ WWW.DERBOERSIANER.COM/RANKING

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MÄRKTE

PLATZ

PUNKTE

TREND

NAME

1.

83,91

Jergitsch Friedrich

UNTERNEHMEN

Freshfields Bruckhaus Deringer

2.

78,18

Heidinger Markus

Wolf Theiss

3.

68,18

Wolf Richard

Wolf Theiss

4.

65,45

Zahradnik Andreas

Dorda Brugger Jordis

5.

65,22

Fellner Markus

Fellner Wratzfeld

6.

64,00

Brandl Ernst

Brandl & Talos

7.

59,57

Ebner Martin

Schönherr

8.

55,91

Bollenberger Raimund

Doralt Seist Csoklich

9.

55,00

Weber Stefan

Weber & Co

10.

54,55

Mayr Andreas

Dorda Brugger Jordis

11.

52,17

Herbst Christian*

Schönherr

12.

52,17

Binder Michael*

Binder Grösswang

13.

52,17

Kutschera Michael*

Binder Grösswang

14.

51,43

Diwok Georg

Baker & McKenzie

15.

50,91

Hausmaninger Christian

Hausmaninger Kletter

16.

49,52

Illigasch Alexander

Barnert Egermann Illigasch

17.

48,64

Temmel Christian

DLA Piper

18.

48,00

Talos Thomas

Brandl & Talos

19.

47,27

Hlawati Edith

Cerha Hempel Spiegelfeld Hlawati

20.

46,82

Winkler Peter

Eisenberger & Herzog

21.

46,00

Herbst Christoph

Herbst Kinsky

22.

45,22

Khol Florian

Binder Grösswang

23.

43,18

Hügel Hans*

BPV Hügel

24.

43,18

Hasenauer Clemens*

Cerha Hempel Spiegelfeld Hlawati

25.

42,27

Birkner Albert

Cerha Hempel Spiegelfeld Hlawati

26.

42,17

Rath Ursula

Schönherr

27.

41,82

Napokoj Elke

BPV Hügel

28.

41,74

Plesser Willibald

Freshfields

29.

40,87

Huber Peter

CMS Reich-Rohrwig Hainz

30.

40,45

Benes Marcus

Eisenberger & Herzog

31.

38,57

Barnert Michael*

Barnert Egermann Illigasch

32.

38,57

Spatz Philipp*

Baker & McKenzie

33.

38,50

Kinsky Philipp

Herbst Kinsky

34.

37,73

Brodey Martin

Dorda Brugger Jordis

35.

35,45

Huber Wolfram

Prochaska Havranek

36.

34,78

Hanslik Günther

CMS Reich-Rohrwig Hainz

37.

34,09

Wächter Otto

Graf & Pitkowitz

38.

33,33

Hermann Gerhard

Baker & McKenzie

39.

32,73

Zwitter-Tehovnik Jasna

DLA Piper

40.

32,27

Ketzer Manfred

Hausmaninger Kletter

41.

30,91

Spranz Dieter*

Wolf Theiss

42.

30,91

Graf Ferdinand*

Graf & Pitkowitz

43.

29,13

Geiger Martin

Benn-Ibler

44.

27,83

Zuffer Martin

CMS Reich-Rohrwig Hainz

45.

27,73

Kletter Mark

Hausmaninger Kletter

46.

26,82

Polak Peter

Fiebinger Polak Leon

47.

26,50

Schrank Christopher

Brandl & Talos

48.

26,36

Oberhammer Ewald

Weber & Co

49.

25,91

Chalupsky Ernst

Saxinger Chalupsky & Partner

50.

25,45

Gaggl Martin

Fiebinger Polak Leon

* BEI PUNKTEGLEICHHEIT ZÄHLT DIE HÖCHSTE EINZELBEWERTUNG.

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ROUND TABLE

ROUND TABLE

KLEINER MARKT, GROSSE PROBLEME 66

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ROUND TABLE

Vier leidenschaftliche Börsianer diskutieren in einem Round-Table-Gespräch mit ­DerBörsianer über die ­Zukunft des heimischen Kapitalmarkts und adressieren ihre Wünsche an den neuen Finanzminister. TEXT REGINALD BENISCH FOTO CLEMENS BEDNAR

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ROUND TABLE

„Wir stehen mit Frankfurt und London in Konkurrenz.“ BIRGIT KURAS

A

us der angedachten Fusion der

tumsvorsprung von einem Dreiviertel-

Und wie kommt es zu dieser feindseli­

Börsen in Wien und Warschau

prozentpunkt gegenüber Deutschland.

gen Haltung gegenüber den Aktien und

wird vorerst nichts. Ein guter

Daher war es begründet, dass der ATX

der Börse? – Kuras: In Österreich hat

Anlass, mit Birgit Kuras, Vorstand der

damals besser lief als der DAX. Wie hat-

man eine seltsame Einstellung zum Ri-

Wiener Börse AG, Peter Brezinschek,

ten eine höhere Produktivität, die Lohn-

siko. Mir ist da ein Satz von jemandem

Chefanalyst von Raiffeisen Research,

stückkosten waren stabil, die Ausgaben

in Erinnerung, von dem man eigentlich

Dieter Hengl, Vorstand Corporate & In-

in Forschung und Entwicklung stiegen,

Wirtschaftskompe­ tenz erwarten soll-

vestment Banking UniCredit Bank Aus-

und sowohl Staatsschuld als auch Bud-

te: „Warum soll einer, der Risiko auf

tria AG, und Hans-Jörg Bruckberger,

getdefizit waren rückläufig. Dann kam

sich nimmt, dafür auch noch belohnt

Ressortleiter Börse & Finanzen beim

die Zäsur mit dem Konjunktureinbruch.

werden?“ Was uns fehlt, ist die Kultur

„Wirtschaftsblatt“, über Stärken und

Und seit 2010 laufen wir Deutschland

des Scheiterns. Das kann aber ­ gerade

Schwächen des österreichischen Kapi-

hinterher.

bei kleineren und mittleren Betrieben durchaus vorkommen, da ist eben Risi-

talmarkts zu sprechen. Sie meinen also, der ATX bildet bloß die Ver­

ko drinnen. Damit können die Menschen

In den vergangenen zehn Jahren hat der

änderungen in der realen Wirtschaft ab? –

in anderen Ländern ganz normal um-

DAX 140 Prozent zugelegt, der ATX hinge­

Brezinschek: Genau. Das Produktivitäts-

gehen. In Österreich ist dagegen Risiko

gen nicht einmal fünf Prozent. Dabei wur­

wachstum nimmt ab, beim Zuwachs der

Teufelszeug.

de unsere Wirtschaft in der Vergangenheit

Lohnstückkosten sind wir Spitzenrei-

Hengl: Eine Besonderheit ist aber

stets von den Erfolgen der Deutschen mit­

ter in der EU – die sind nämlich um 18

auch die familiengetriebene Eigentü-

gezogen. Was ist hierzulande auf Börsen­

Prozent gestiegen, im EU-Schnitt dage-

merstruktur in Österreichs Wirtschaft.

ebene schiefgelaufen? – Kuras: Ein Thema

gen nur um 13 und in Deutschland um

Und dass wir immer mehr Stiftungen

ist das strukturelle: Österreich ist ein

zehn Prozent. Das erklärt dann auch die

als Eigentümer sehen, was teilweise gut

kleines Land, die Wiener Börse kommt

Lücke in der Entwicklung des ATX zum

ist, weil man damit Unternehmen zu-

auf eine Marktkapitalisierung von 85

DAX-Kursindex. Die Börse ist aber auch

sammenhalten kann, was mittelfris-

Milliarden Euro, eine Nestle dagegen auf

ein Spiegelbild der politischen Rahmen-

tig aber sehr problematisch sein kann.

mehr als 190 Milliarden Euro. Ein weite-

bedingungen. Die Bedeutung des Eigen-

Denn in der jetzigen Generation sind

res Thema ist die Ostabhängigkeit. Die

kapitals wird in Österreich von den po-

noch viele Begünstigte im Unternehmen

Ostvermutung ist oft stärker als die tat-

litisch Verantwortlichen total niederge-

aktiv tätig. Wenn man freilich in die Zu-

sächliche Ostverflechtung.

macht. Und wenn man halt immer nur

kunft schaut, dann werden wohl immer

Brezinschek: Ich glaube, das Prob-

von Spekulanten redet statt von Inves-

mehr Unternehmen von Stiftungsvor-

lem liegt woanders. Die Rahmenbe-

toren, die Wachstum und Beschäfti-

ständen geführt werden. Deren primäre

dingungen Österreichs waren bis 2008

gung finanzieren, dann werde ich kaum

Aufgabe ist aber der Kapitalerhalt, und

recht gut. Wir hatten seit der Einfüh-

weitere kleinere Unternehmen an diese

das verträgt sich nicht gut mit unterneh-

rung des Euro jedes Jahr einen Wachs-

Börse bringen.

merischem Risiko.

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ROUND TABLE

Wie sieht es aktuell mit der Wahrnehmung der Rolle der Wiener Börse aus? – Kuras: Die Börse als Spielplatz für Spekulanten und Zocker hinzustellen geht an der Wahrheit vorbei. Wir müssen ein für allemal kommunizieren, dass der Aktienmarkt eine Finanzierungsplattform für Unternehmen ist, dass viele der Weltmarktführer, die es an der Wiener Börse gibt, ohne Börse keine Weltmarktführer ge-

„Tolle Unternehmen mit suboptimaler Börsenpräsenz.“

worden wären. Man stelle sich vor, Österreichs hochentwickelte Volkswirtschaft hätte keinen Kapitalmarkt.

HANS-JÖRG BRUCKBERGER

Dann müssten die Unternehmen halt nach

Kandidaten, mit bereits gelisteten Un-

sagen den Unternehmen ja auch immer

Frankfurt oder Zürich abwandern, oder?

ternehmen über deren Erfahrung spre-

wieder, dass man sich mit sieben Prozent

– Bruckberger: Ist ja auch passiert. Zwi-

chen oder mit solchen, die vom Ausland

Streubesitz an der Börse schwertut. Ein

schen 1996 und 2000 sind 17 österrei-

an die Wiener Börse zurückgekehrt sind.

Unternehmen an die Börse zu bringen

chische Unternehmen in Deutschland an

Bruckberger: Ich glaube aber, man

geht relativ rasch. Aber es muss dann

die Börse gegangen. Damals hat es ge-

sollte sich auch mit jenen Unternehmen

auch an der Börse leben. Es muss re-

heißen: Vergessts Wien. Aber viele sind

befassen, die bereits an der Wiener Börse

gelmäßig analysiert werden, denn ohne

wieder zurückgekommen.

notieren, aber dort dahinvegetieren. Es

Analysten bekommt man keine Inves-

Kuras: Wenn ein Unternehmen nur im

gibt einige mit tollen Namen, aber sub-

toren. Es braucht Market Maker, die den

Ausland gelistet ist, muss es auf einiges

optimaler Börsenpräsenz. KTM AG ist

fortlaufenden Handel in Bewegung hal-

verzichten: auf regelmäßige Research-

ein gutes Beispiel: sexy von der Branche

ten. Ohne diesen wird das Unternehmen

Coverage, Market Maker, Medien­ auf­

her, mit einer Superstory. Manner AG,

eine Börsenleiche, und damit haben wir

merk­ samkeit und Investoren, die das

ein Traditionsunternehmen mit toller

keine Freude.

Unternehmen gut kennen. Darauf ma-

Marke, ist ein Betrieb, aus dessen Sub-

Hengl: Das Thema Streubesitz betrifft

chen wir jene Unternehmen aufmerk-

stanz man mehr herausholen könnte.

aber auch einige ÖIAG-Unternehmen,

sam, mit denen wir laufend über Mög-

Und Porr AG hat vorgezeigt, wie das geht.

zum Beispiel solche aus der österrei-

lichkeiten und Sinnhaftigkeit eines Bör-

Kuras: Völlig richtig. Der geringe

chischen Energiewirtschaft. Was macht

sengangs reden. Wir empfehlen diesen

Streubesitz ist ein großes Thema. Wir

es denn für einen Sinn, wenn sich dieENTGELTLICHE EINSCHALTUNG

AT&S AUSTRIA TECHNOLOGIE & SYSTEMTECHNIK AG

AT&S INDUSTRIALISIERT ­ZUKUNFTS­WEISENDE TECHNOLOGIEN Der führende Hightech-Leiterplattenhersteller investiert 300 Millionen Euro in ein neues Highend-­Segment.

eine weitere Miniaturisierung – auch für die Leiterplatte als Schnittstelle zu den mechanischen und elektronischen Bau-

300 Millionen Euro in einen neuen Stand-

teilen. AT&S ist durch kontinuierliche

ort in China. „Die Hightech-Produktion

ukunftsweisende Trends in der

­Innovationen der bevorzugte globale Zu-

in China, verbunden mit unserer europä-

Elektronikindustrie wie die zu-

lieferer für „Blue Chip“-Kunden in den

ischen Innovationskraft und Governance,

nehmende Vernetzung der Fahr-

Bereichen Mobile Anwendungen, Auto-

ist unser Wettbewerbsvorteil, um uns auf

zeuge, die „Maschine-zu-Maschine“-

motive und Luftfahrt, Industrieelektro-

einem asiatisch dominierten Wettbe-

Kommunikation im Industriesegment

nik und Medizin- und Gesundheitstech-

werbsfeld zu behaupten“, so CEO And­

oder „Wearables“ wie Smartwatches im

nik. AT&S investiert nun in die nächste

reas Gerstenmayer.

Bereich Mobile Anwendungen erfordern

Generation der Leiterplattentechnologie

Z

→ WWW.ATS.NET

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ROUND TABLE

es den Banken zuletzt gelungen ist, mit Kapitalerhöhungen an der Börse 2,8 Milliarden zu stemmen, dann könnte man Aktien aus Privatisierungen doch leicht

„Die Bedeutung des Eigenkapitals wird niedergemacht.“

einem privaten Publikum verkaufen. Kuras: Vor kurzem hätte ich gesagt, das sei nicht realistisch, aber mittlerweile ändert sich offenbar etwas. Würde man nur den Staatsanteil an ohnehin bereits notierten Unternehmen auf 25 Prozent zurückfahren, käme man auf fünf Milliarden. Das wäre eine tolle Sa-

PETER BREZINSCHEK

che, denn der Markt ist wirklich sehr aufnahmefähig.

se Unternehmen kreuz und quer anein-

rüber nachdenken, in Frankfurt an die

ander beteiligen? Das ist ja in Wahrheit

Börse zu gehen.

Andrerseits wird in der Politik heftig über

Kapitalvernichtung. Wenn man das auf-

Kuras: Natürlich stehen wir in Kon-

trennt, könnte man den Streubesitz an

kurrenz mit Frankfurt oder London, das

Was halten Sie davon? – Kuras: Wenn nicht

der Wiener Börse erhöhen.

muss man auch unseren Politikern im-

gleichzeitig der außerbörsliche Aktien-

mer wieder sagen. In Wahrheit müssen

handel davon erfasst würde, wäre das für

die

Finanztransaktionssteuer

diskutiert.

Haben die Banken als Eigentümer der Wie-

Unternehmen schon relativ groß sein,

die Wiener Börse ein Super-GAU. Dann

ner Börse überhaupt ein Interesse, das Fi-

wenn sie in Deutschland in den MDAX

wandert alles ab. Wichtig ist auch, dass

nanzierungsgeschäft, das sie bisher im

aufgenommen

die Market Maker von der Finanztrans-

Hause hielten, an die Aktienbörse abzu-

selbst dann sind sie oft der siebenund-

treten? – Hengl: 2007 haben die Banken

neunzigste Zwerg von links.

werden

wollen.

Und

aktionssteuer ausgenommen werden.

in Europa ungefähr 4.800 Milliarden an

Brezinschek: Ich möchte da mit ei-

In Frankreich hat man die Transaktions-

Unternehmenskrediten in den Büchern

nem positiven Beispiel anknüpfen, auch

steuer schon getestet. Wie waren die Erfah-

gehabt, Mitte 2014 sind wir bei 4.300

wenn man es in Wien nicht gern hört. In

rungen? – Brezinschek: Es wurde weni-

Milliarden. Das heißt, es hat einen deut-

Polen hat die Politik die Börse von An-

ger gehandelt, die Volatilität ist gestie-

lichen Rückgang der Kreditnachfrage ge-

fang an als wichtiges Instrument ver-

gen, und an Steuern kamen 200 Millio-

geben. Mit Unternehmensanleihen sind

standen. Erst haben die Privatisierungen

nen Euro statt den geplanten 560 Millio-

wir 2007 bei etwa 110 Milliarden Euro ge-

den Warschauer Aktienmarkt stimuliert,

nen herein. Ich bin ein wenig enttäuscht

legen, 2014 werden wir bei etwa 260 Mil-

dann kamen Private und zuletzt auch

von unserem neuen Finanzminister. Der

liarden landen. Bankkredite wurden also

kleinere und mittlere Unternehmen.

hätte sich profilieren können, indem er

klar durch Anleihen substituiert.

2007 waren in Warschau 350 Unterneh-

sagt, diese Finanztransaktionssteuer le-

men börsennotiert, jetzt sind es 450. Im

gen wir dort ab, wo sie hingehört, näm-

Dabei wurde aber bloß Fremdkapital durch

gleichen Zeitraum ist die Zahl der Titel

lich ad acta. Ursprünglich wollte man

Fremdkapital ersetzt. Wie stehen die Ban-

in Wien von 106 auf 81 zurückgegangen.

den Finanzsektor mithilfe dieser Steuer

ken zu Börsengängen? – Hengl: In Ge-

Was wir also heute brauchen, sind neue

stabilisieren, aber das geschieht ja ohne-

sprächen mit Unternehmen berät eine

Impulse. Das könnten auch weitere Pri-

hin durch Bankensteuern und die künf-

Bank immer quer durch die komplette

vatisierungen sein, schließlich sucht

tigen Abwicklungsfonds. Richtig ergie-

Kapitalpalette. Wenn es passt, beraten

man bei uns ja sowieso nach alternati-

big wäre eine solche Abgabe nur in Form

wir klarerweise in Richtung IPO. Es gibt

ven Einnahmequellen zum Ausgleich ei-

einer Massensteuer, also einer Art Um-

nichts Schöneres, wenn man es schafft,

ner Steuerreform. Da haben wir so viel

satzsteuer auf Finanzprodukte, die im

ein Unternehmen an die Börse zu brin-

Potenzial bei den Energieunternehmen,

Wesentlichen all jene zahlen, die vor-

gen. Das ist sozusagen die Königsdiszip-

auch die Post befindet sich noch immer

sorgen, auf die Pension ansparen und in

lin. Aber es braucht eine Story dazu, also

mit 53 Prozent in Staatsbesitz. Ich könn-

eine Lebensversicherung einzahlen. Das

eine Erklärung, was das Unternehmen

te mir vorstellen, dass bei vorsichtigen

erscheint mir ziemlich widersinnig.

mit dem Geld macht. Ich persönlich bin

Privatisierungsschritten in den nächs-

ein Anhänger der Heimatbörse, aber wir

ten Jahren eineinhalb, zwei Milliarden

Weitere Wünsche an den Finanzminister?

sehen eben auch Unternehmen, die da-

Euro drinnen sein müssten. Und wenn

– Hengl: Ein klarer Wunsch an die Poli-

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ROUND TABLE

tik lautet, den mündigen Bürger in den Mittelpunkt zu stellen. Die meisten Leute wissen, was sie tun, und die Banken haben gelernt, dass man nur solche Produkte den Kunden verkaufen darf, die diese auch verstehen. Zweitens sollte man Rahmenbedingungen schaffen, die Privatinvestoren ermuntern, in Unternehmen zu investieren. Und dass end-

„Den mündigen Bürger in den Mittelpunkt stellen.“

lich dieses Zocker- und SpekulantenStigma verblasst. Wir müssen in den Mittelpunkt stellen, dass neues Kapital dazu verwendet wird, dass Unternehmen

DIETER HENGL

neue Arbeitsplätze schaffen können. Brezinschek: Es ist nicht im Interesse

tig bessere Ertragsperspektiven als das

bei der Amag kamen über 13 Prozent per

der Arbeitnehmer, wenn deren Vertre-

Sparbuch oder eine Anleihe. Es gibt tol-

anno heraus, bei der Post sogar 15,9 Pro-

ter Aktien verteufeln und auf der ande-

le Beispiele: Die Voest-Mitarbeiter ha-

zent. Das soll zeigen, dass es Sinn macht,

ren Seite beklagen, dass die Vermögen

ben seit 1995 mit der Investition in eige-

eine kapitalmarktfreundliche Politik zu

immer ungleicher verteilt sind. Denn

ne Aktien jährlich mehr als 13 Prozent in

betreiben. Und aus einem Volk von Ak-

Sachanlagen wie eben Aktien oder eine

Form von Kursgewinnen und Dividenden

tienmuffeln ein Volk von risikobewuss-

Immobilie bieten klarerweise längerfris-

lukriert. Trotz dreier Börsenkrachs. Auch

ten Anlegern zu machen. n ENTGELTLICHE EINSCHALTUNG

AKTIENFORUM

25 JAHRE INTERESSENVERTRETUNG FÜR DEN KAPITALMARKT

I

m Jahr 1989 erfolgte der Startschuss.

Jahren geriet die entscheidende Rolle

Das Aktienforum wurde als freiwil-

des Kapitalmarkts zunehmend aus dem

lige, parteipolitisch unabhängige

Blickfeld. In öffentlichen Debatten wurde

Interessenvertretung der börsennotier-

das Bild des Kapitalmarkts als nachhal-

ten Unternehmen Österreichs gegrün-

tige Finanzierungsquelle der Realwirt-

werden muss diese neue Politik durch ei-

det. Mittlerweile entfallen drei Viertel der

schaft zusehends ausgeblendet. Viel-

nen breiten gesellschaftlichen Schulter-

Marktkapitalisierung der Wiener Börse

mehr wurde das Bild von Kapital- und Fi-

schluss. „Dies soll die Marktposition ös-

auf die Mitgliedsunternehmen des Akti-

nanzmärkten als „Spielwiese für Speku-

terreichischer Unternehmen im inter-

enforums.

lanten“ und „Zocker“ vermittelt. „Die-

nationalen Wettbewerb weiter ausbauen

Das Aktienforum sieht sich auch als

ses Bild ist falsch und muss sich dringend

und helfen, jenes Kapital zu sichern, das

Plattform zur Förderung des österreichi-

ändern, da durch investiertes Kapital Un-

im internationalen Wettbewerb erfor-

schen Kapitalmarkts. „Der Kapitalmarkt

ternehmen wachsen und somit Arbeits-

derlicher ist denn je“, betont Fuchs. Je-

als wichtiger Teil des Wirtschaftssystems

plätze geschaffen werden“, so Fuchs.

doch können steuerpolitische Debatten

Karl Fuchs Geschäftsführer Aktienforum

eines Landes baut auf einem komplexen

Durch eine kluge Kapitalmarktpo-

entsprechende politische Bestrebungen

Zusammenspiel verschiedenster Berei-

litik samt entsprechender Aufklärung

und Initiativen für den heimischen Ka-

che auf. Hier wollen wir als Interessen-

soll es zukünftig gelingen, das Vertrau-

pitalmarkt rasch zunichte machen, da

vertretung vermitteln und einen Raum

en der Anleger in den heimischen Ka-

„Diskussionen über zu erwartende Steu-

zum Austausch bieten“, erklärt Karl

pitalmarkt wieder zurückzugewinnen.

ern in diesem Bereich vom relativ klein

Fuchs, seit Mai dieses Jahres Geschäfts-

Denn ohne einen funktionierenden Ka-

strukturierten österreichischen Markt

führer des Aktienforums. Und diese Ver-

pitalmarkt wird die Volkswirtschaft eines

kaum kompensiert werden können“,

mittlerrolle ist seit der Finanzkrise mehr

Landes in schwierigen Zeiten nicht ent-

warnt Fuchs.

als gefragt. Denn gerade in den letzten

sprechend reüssieren können. Getragen

→ WWW.AKTIENFORUM.ORG

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MEINUNGEN

GASTKOMMENTAR

RENAISSANCE ODER BUBBLE AM IPO-MARKT?

ANTON ULMER MANAGING DIRECTOR SENIOR COUNTRY OFFICER JP MORGAN ÖSTERREICH

Die Investmentbanker Anton Ulmer und Koautor Stefan Weiner - verantwortlich für fast alle großen Transaktionen der vergangenen Jahre in Österreich - über die Entwicklung des IPO-Markts.

Während in den USA ein Wirtschaftswachstum von 2,1 Prozent und 3,0 Prozent in 2014 und 2015 erwartet wird und Ökonomen in diesem Zeitraum für ­Asien ein Wachstum von 6,1 Prozent und 6,4 Prozent prognostizieren, kommt die Euro­zone nur langsam aus dem Krisen-

Der 1972 in Dornbirn geborene Banker a­ bsolvierte Stationen in Frankfurt, London und Wien. Mit Koautor Stefan Weiner war er unter anderem für die IPOs von FACC AG und Amag AG sowie für die Re-IPOs von Uniqa AG und Lenzing AG verantwortlich.

Geld zu beschaffen oder eine Portfolio-

„Eine Überhitzung des Marktes ist nicht festzustellen.“ ANTON ULMER

modus. Die Kapitalmärkte scheint dies,

bereinigung vorzunehmen. Auch für Private-Equity-Gesellschaften stellt dieses Umfeld eine attraktive Alternative zu einem Unternehmensverkauf dar, speziell dann, wenn die Zahl der möglichen Kaufinteressenten für ein Unternehmen beschränkt ist. Seit Jahresbeginn war

ebenso wie geopolitische Unsicherhei-

der Anteil von Private-Equity-Portfo-

ten, weniger zu interessieren als das weiterhin niedrige Zin-

liogesellschaften in IPO-Transaktionen in Europa daher rund

sumfeld und die geplanten Maßnahmen der Notenbanken,

28 Prozent nach Anzahl der Transaktionen und 53 Prozent ge-

insbesondere der Europäischen Zentralbank (EZB). Seit Ma-

messen am Transaktionsvolumen.

rio Draghi vor ungefähr zwei Jahren seinen Ausspruch „Wha-

Aber auch auf Investorenseite besteht reges Interesse:

tever it takes“ getätigt hat, ist der Euro Stoxx um 45,4 Prozent

­Einerseits bieten Aktien im Niedrigzinsumfeld eine der weni-

gestiegen und hat mit 3.314,80 Punkten im Juni 2014 seinen

gen Möglichkeiten, attraktive reale „Returns“ zu erwirtschaf-

Höchststand seit 2007 erreicht.

ten, andererseits stellt eine IPO-Situation oft eine interessante

In diesem Marktumfeld hatte in den vergangenen neun Mo-

Alternative zu einer bestehenden Aktie dar, um eine Outper-

naten auch der Markt für Initial Public Offerings (IPOs) Hoch-

formance zu erzielen. Aus Investorensicht rückt allerdings bei

konjunktur. Schaut man sich die IPO-Anzahl und Volumina der

der Fülle des Angebotes an IPOs die Qualität des Unternehmens

letzten Jahre an, so sticht vor allem die Entwicklung in Europa

und der vorgeschlagenen Transaktion zunehmend in den Vor-

hervor, wo in diesem Jahr mit 213 IPOs und einem Volumen von

dergrund. Zu den Erfolgskriterien gehören dabei ein besonde-

43,5 Milliarden Euro per Redaktionsschluss das Rekordjahr 2013

res Herausstellungsmerkmal, eine starke Marktposition, gute

bereits übertroffen wurde und auch erstmals seit langem mehr

und realistische Wachstumschancen sowie ein erfahrenes Ma-

IPO-Volumen von europäischen als von nordamerikanischen

nagementteam. Zusätzlich ist ein attraktives Finanzprofil mit

Unternehmen platziert wurde.

guten Margen und Cashflows wichtig, um bei den Investoren Anklang zu finden.

In Europa liegt Großbritannien voran, wo heuer bereits 78 IPOs stattgefunden haben, gefolgt von Frankreich mit 25 Trans-

Die derzeitige Pipeline von IPOs wird in den nächsten Mo-

aktionen, während es in Deutschland bisher sechs IPOs gab. In

naten für weitere rege Aktivität im IPO-Markt sorgen und bie-

Österreich wurde die FACC AG von ihrem chinesischen Eigen-

tet deshalb für Investoren sowie Unternehmen attraktive Mög-

tümer an die Börse gebracht und war damit der erste österrei-

lichkeiten der Kapitalbeschaffung beziehungsweise der Inves-

chische IPO seit dem Listing der Amag Austria Metall AG 2011.

tition. Eine Überhitzung des Markts ist im Moment nicht festzustellen, da Investoren bei IPOs weiterhin selektiv agieren

Auf Verkäufer- und Unternehmensseite bieten die Bewer-

und erst nach intensiver Analyse investieren. n

tungsniveaus gute Möglichkeiten, sich im Rahmen eines IPOs

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RECHT

CHANCEN DER 足 HYPO-ENTEIGNETEN

Das einstige Prestigeobjekt, die futuristische Hypo-AlpeAdria-Zentrale in Klagenfurt, wurde 1999 von Architekt Thom Mayne erbaut.

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RECHT

Im Sommer löste sich ein Teil der Verbindlichkeiten der verstaatlichten Hypo Alpe-Adria-Bank per Gesetz in Luft auf. Welche Chancen Juristen den betroffenen G ­ läubigern bei einer Klage gegen das umstrittene Hypo-Sondergesetz geben, hat DerBörsianer ­recherchiert. TEXT THOMAS MÜLLER

S

eit einigen Monaten ist er schon

bar“, sagt Gerhard Kienast, Anwalt und

überwiegend von deutschen Banken und

bekannt und sorgt für Diskussi-

Verfassunsgexperte bei Fiebinger Polak

Versicherungen. Mit dabei war auch die

onen: der „Haircut“ bei den An-

Leon Rechtsanwälte (FPLP). „Es will of-

Weltbank, die über ihre Tochter, die In-

leihegläubigern der Hypo Alpe-Adria-

fenbar keiner der Erste sein. In manchen

ternationale Bank für Wiederaufbau und

Bank. Branchenvertreter aus dem In-

anderen Fällen haben wir schon am Tag

Entwicklung (IBRD), 150 Millionen Euro

und Ausland warnten eindringlich vor

nach Inkrafttreten einen Individualan-

investierte. Im Juli 2014 hat der Natio-

dem Schaden für den Finanzplatz Ös-

trag eingebracht.“

nalrat vier Gesetze beschlossen, mit de-

terreich, und Juristen ließen kein gutes

Von den befragten Betroffenen war

nen die Pleitebank in Form einer Bad

Haar am Gesetzesentwurf der österrei-

wenig Neues zu erfahren. Die Vienna In-

Bank in den nächsten Jahren abgewi-

chischen Bundesregierung. Franz Gas-

surance Group AG, für die es um 50 Mil-

ckelt werden soll.

selsberger, Generaldirektor der Ober-

lionen Euro geht, ließ wissen, dass man

Eines der Gesetze enthielt aber fi-

bank AG, wirft dem damaligen Finanz-

derzeit „die weiteren Schritte berate“.

nanzrechtlichen Sprengstoff: das „Bun-

minister Michael Spindelegger vor, „mit

Lediglich die Uniqa Insurance Group

desgesetz über Sanierungsmaßnahmen

dem Gesetz einen grob fahrlässigen und

AG mit einem Schaden von 35 Millionen

für die Hypo Alpe-Adria-Bank Inter-

unverzeihlichen Schritt gesetzt zu ha-

Euro kündigte rechtliche Schritte „noch

national AG“ (HaaSanG). Darin werden

ben, der den internationalen Ruf Öster-

innerhalb der nächsten Wochen“ an.

die besagten Anleihen einfach per Ge-

reichs wegen eines kleinen Vorteils aufs

Die Oberbank AG (Anleihenwert: zehn

setz für inexistent erklärt. Damit fal-

Spiel setzt“.

Millionen Euro) wollte gegenüber Der-

len praktischerweise auch die Kärntner

Wenige Tage nach Inkrafttreten des

Börsianer keine neuen Stellungnahmen

Haftungen für diese Papiere weg. Spä-

Sondergesetzes im August 2014 haben

abgeben. Schweigsam ist auch die Bay-

testens Ende Juni 2014, als klar war, dass

einige institutionelle Gläubiger zwar

erische Landesbank, die laut Sonderge-

sich die Bundesregierung trotz heftiger

angekündigt, rechtlich dagegen vorge-

setz rund 800 Millionen Euro an Kredi-

Kritik nicht von dem Vorhaben abbrin-

hen zu wollen, aber passiert ist bisher

ten verlieren soll, die noch 2009 an die

gen lassen wird und dass das Gesetz den

gar nichts. Bis Redaktionsschluss am 29.

damalige Tochterbank gingen.

Finanzausschuss passiert hat, muss-

September 2014 lagen noch keine Infor-

ten sich die betroffenen Gläubiger über

mation darüber vor, dass einer von ihnen

Enteignung ohne Entschädigung

tätig geworden wäre. „Das ist schon ver-

Konkret geht es um Nachranganlei-

Darüber, dass ein Vorgehen gegen

wunderlich. Viel zu verlieren haben die

hen mit einem Gesamtvolumen von

den Schuldenschnitt gute Chancen auf

Gläubiger nicht, und die Anwaltskosten

890 Millionen Euro, für die das Bundes-

Erfolg hat, ist man sich in Expertenkrei-

für einen Individualantrag beim Ver-

land Kärnten eine Ausfallshaftung über-

sen relativ einig. „Das HaaSanG kann

fassungsgerichtshof sind überschau-

nommen hat. Gezeichnet wurden diese

man zwar nicht direkt bekämpfen, sehr

rechtliche Schritte Gedanken machen.

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RECHT

wohl aber die angeschlossene Verordnung“, erklärt Kienast. „In dieser sind nämlich jene Anleihen genau aufgelistet, die der Schuldenschnitt trifft. Das betrifft den Gläubiger direkt, er kann daher einen Individualantrag auf Verordnungsprüfung stellen.“ Sollte sich bei der Prüfung herausstellen, dass das Bundesgesetz

verfassungswidrig

ist,

muss es der Verfassungsgerichtshof aufheben. Damit würden der Verbindlichkeiten der Bank quasi wieder „aufleben“. Daran, dass das Vorgehen der Regierung

verfassungswidrig

ist,

hat

Ernst Brandl, Kapitalmarktexperte und Gründungspartner von Brandl & Talos Rechtsanwälte, keine Zweifel: „Eine Enteignung wie im HaaSanG vorgese-

Mit dem Hypo-Sondergesetz werden Gläubiger zur Kasse gebeten.

hen ist nur unter strengen Vorausset-

der Abwicklung der Bank etwas übrig

vor den Verfassungsgerichtshof zieht?

zungen zulässig. Die Enteignung muss

bleibt.“ Freilich ein eher unwahrschein-

„Das Besondere an diesem Fall ist, dass

im öffentlichen Interesse liegen, darf

liches Szenario.

auch die Anleihen von allen anderen

nicht unverhältnismäßig sein. Bereits

Für Kopfschütteln sorgt bei den Ex-

wieder existieren würden, auch wenn

das Vorliegen eines öffentlichen Inte-

perten auch, dass sich der Gesetzgeber

nur einer den Individualantrag stellt

resses darf angezweifelt werden, denn

auf die EU-Richtlinie über die „Sanie-

und recht bekommt. Es wäre ja das Ge-

das Objekt der Enteignung muss geeig-

rung und Liquidation von Kreditinsti-

setz und damit auch die komplette Ver-

net sein, den Bedarf unmittelbar zu de-

tuten“ von 2001 beruft. „Die Richtlinie

ordnung aufgehoben“, sagt FPLP-Jurist

wurde meines Erachtens missverstan-

Kienast. Für die Republik würde sich das

den“, sagt Andreas Kletecka, Rechtspro-

finanziell nicht sofort niederschlagen,

fessor an der Uni Salzburg. „Die Richt-

sagt sein Kollege Gaggl. „Es wird nicht

linie differenziert in Übereinstimmung

alles auf einmal schlagend werden. Die

mit dem österreichischen Recht ledig-

Anleihen werden eben wieder bedient

lich zwischen dinglichen und obligato-

bis sie fällig werden.“ Wenn dann weder

rischen Rechten, also Forderungen. Eine

die Bank noch das Bundesland Kärnten

Rechtfertigung für den äußerst proble-

zahlen will, müssen die Gläubiger erneut

cken.“ Das heißt, es darf keine andere

matischen Eingriff in Eigentumsrechte

die Gerichte bemühen.

Möglichkeit geben, das öffentliche Inte-

kann sie nicht sein.“ Dass die Regierung

In diesem Fall könnte sich mögli-

resse zu befriedigen wie zum Beispiel bei

immer wieder mit der Nachrangigkeit

cherweise auch eine ganze andere Fra-

einem Grundstück, ohne das eine Stra-

der Forderungen argumentiert, kann

ge klären: Nämlich jene, ob die ab 2003

ße nicht gebaut werden kann. Zudem sei

Kletecka ebenfalls nicht nachvollziehen:

eingegangenen Landeshaftungen nicht

eine Entschädigung de facto nicht vor-

„Die Forderungen sind nur dann nach-

EU-rechtswidrig waren. Die EU-Kom-

gesehen, kritisiert Brandl. FPLP-An-

rangig, wenn auch der Sicherungsgeber

mission hatte damals die Haftungen als

walt Martin Gaggl vermutet, dass sich

insolvent ist. Die Gläubiger mussten je-

unzulässige Beihilfe untersagt und ei-

die Autoren dieser Problematik durch-

denfalls nicht damit rechnen, dass ihre

nen Übergangszeitraum von 2003 bis

aus bewusst waren: „Das Gesetz ist an

durch Bürgschaften des Landes Kärn-

2007 festgesetzt. Neue Haftungen durf-

sich ja handwerklich gut gemacht. Einzig

ten gesicherten Forderungen gleichsam

ten nur für Anleihen übernommen wer-

der Paragraf 3 mit dem Schuldenschnitt

‚enteignet‘ werden.“

den, die längstens bis 2017 laufen. Im-

„Öffentliches Interesse darf angezweifelt werden.“ ERNST BRANDL

merhin hat Kärnten zwischen 2002 und

fällt hier auf. Mit dem Paragrafen 6 wurde versucht, dies etwas abzufedern. Die-

Oder doch keine Haftung?

2006 das Haftungsvolumen von rund

ser sieht vor, dass die Gläubiger eine Art

Aber was passiert, wenn nun einer der

fünf Milliarden Euro auf zeitweise über

Konkursquote bekommen, wenn nach

Gläubiger Ernst macht und erfolgreich

24 Milliarden Euro hochgeschraubt. Der

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Bank


RECHT

Salzburger Uni-Professor Stefan Griller

Nichts zu verlieren

legte im Juli ein Gutachten vor, wonach

Dass die Haftungen einfach von allein

ren genannt. „Ich glaube, dass man auf-

diese enorme Steigerung nicht im Sinne

verschwinden, hat auch der studier-

grund des dringenden Bedürfnisses, die

der Kommission gewesen sein kann und

te Jurist und damalige Finanzminister

Gläubiger in die Pflicht zu nehmen, die

alle neuen Haftungen in einem rechtli-

Michael Spindelegger für sehr unwahr-

EU-Richtlinie als den sprichwörtlichen

chen Zusammenhang mit älteren Ver-

scheinlich gehalten. Über die Gründe,

Strohhalm angesehen hat“, so einer

Bail-in bei den institutionellen Investo-

bindlichkeiten hätten stehen müssen.

der Juristen hinter vorgehaltener Hand.

Weitere renommierte Juristen haben

Letztlich hat auch die Republik bei die-

„Es will offenbar keiner der Erste sein.“

sich der Rechtsmeinung angeschlossen. Es ist also zumindest theoretisch noch möglich, dass die Gläubiger letztlich um ihren Haftungsschutz umfallen. „Das

sem Experiment nicht viel zu verlieren, denn bei einer Aufhebung des Gesetzes ist lediglich der Status quo ante wiederhergestellt. Sollte noch heuer einer der

GERHARD KIENAST

Schreiben der Kommission, auf das sich

Gläubiger die Verordnung beim Verfas-

Grillers These stützt, mag vielleicht un-

sungsgerichtshof anfechten, könnte es

glücklich formuliert sein. Aber die Kom-

warum er sich letztlich für einen recht-

frühestens im Sommer 2015 eine erste

mission hat die spätere Ausweitung der

lich eher zweifelhaften Weg der Scha-

Entscheidung geben. Fällt diese im Sin-

Haftungen akzeptiert und davon Kennt-

densbegrenzung entschieden hat, kön-

ne der Anleiheneigner aus, wird sich der

nis gehabt“, entgegnet Gaggl. „Die Kun-

nen auch die befragten Experten nur

dann amtierende Finanzminister wohl

den mussten also nicht davon ausgehen,

spekulieren. Da wird vor allem der enor-

etwas Neues zur Kostenreduktion für

dass die Haftungen rechtswidrig sind.“

me öffentliche Druck in Richtung eines

den Steuerzahler ausdenken müssen. n

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SEITENBLICKE

SO DENKT DIE POLITIK

WAS BEDEUTET ÖSTERREICHS So denken die heimischen Parteien über die Krise in der Ukraine.

SPÖ

ÖVP

FPÖ

Norbert Darabos Bundesgeschäftsführer

Reinhold Mitterlehner Wirtschaftsminister

Heinz-Christian Strache Klubobmann

Wie weit soll die EU mit Sanktionen gegen

Wie weit soll die EU mit Sanktionen gegen

Wie weit soll die EU mit Sanktionen gegen

Russland gehen? – Wichtig ist eine fried-

Russland gehen? – Entscheidend ist ein

Russland gehen? – Die Sanktionen waren

liche, eine diplomatische Lösung des Uk-

geschlossenes Vorgehen der EU, die ver-

von Anfang an falsch. Und Österreich als

raine-Konflikts. Wenn Grenzen über-

sucht, politisch Druck zu machen und

neutrales Land hätte sich nie daran betei-

schritten werden und das Völkerrecht

Gespräche auf diplomatischer Ebene zu

ligen dürfen. Die Ausweitung der Straf-

gebrochen wird, darf die EU nicht nur

erreichen. Eine Friedenslösung ist das

sanktionen gegen Russland führt nur zu

zusehen. Zu notwendigen Konsequenzen

einzig erstrebenswerte Ziel.

einer weiteren Eskalation des Konflikts

zählen auch Wirtschaftssanktionen.

Wie kann man der heimischen Wirtschaft

und verbaut jeden diplomatischen Weg.

Wie kann man der heimischen Wirtschaft

helfen? – Wir wollen die Folgen für Un-

Wie kann man der heimischen Wirtschaft

helfen? – Vorauszuschicken ist, dass der

ternehmen abfedern und sie gezielt un-

helfen? – Die beste Hilfe wäre die Beendi-

Schaden für die Wirtschaft nicht durch

terstützen. Daher stocken wir unsere In-

gung der Sanktionen. Russland lag 2013

Sanktionen, sondern durch den Krieg

ternationalisierungsoffensive auf, um

an zehnter Stelle unter den wichtigs-

entsteht. Zudem sind nur 0,14 Prozent

das Erschließen neuer Märkte zu unter-

ten Handelspartnern Österreichs. Rund

unserer Gesamtexporte von Sanktionen

stützen. Außerdem bieten wir Überbrü-

55.000 Jobs hängen in Österreich direkt

betroffen. Sind aber Arbeitsplätze oder

ckungsgarantien für Betriebsmittelkre-

oder indirekt am Handel mit Russland.

Aufträge bedroht, wird mit dem Mittel

dite an, um neue Aufträge vorzufinan-

Etwa 1.200 österreichische Unterneh-

der Kurzarbeit gegengesteuert.

zieren.

men exportieren nach Russland, allein

Haben Sie Ideen zur Entschärfung des

Haben Sie Ideen zur Entschärfung des

Konflikts? – Wir setzen uns für eine politi-

Konflikts? – Die oberste Priorität lautet,

sche Lösung ein, daher müssen die Frie-

den Dialog zwischen den Konfliktpartei-

Haben Sie Ideen zur Entschärfung des

densverhandlungen intensiviert werden.

en aufrechtzuerhalten, um auf eine ra-

Konflikts? – Österreichs Aufgabe wäre es,

In der Ukraine darf es keine russischen

sche Friedenslösung hinzuarbeiten. Die

zu vermitteln und beide Seiten zu hören.

Soldaten geben, Russland muss den Frie-

EU tritt hier geschlossen auf, und wir set-

Das verlangt unsere Neutralität. Das ver-

densprozess in der Ukraine unterstützen.

zen in Abstimmung Initiativen, wie etwa

langt auch die Verteidigung tausender

Österreichs Neutralität wäre auch für die

den vermittelnden Ukraine-Besuch von

Arbeitsplätze. Und nur das sichert Frei-

Ukraine ein mögliches Modell.

Außenminister Sebastian Kurz.

heit und Frieden.

die Warenexporte betrugen zuletzt knapp 3,5 Milliarden Euro.

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SEITENBLICKE

Erratum: Hubert Fuchs (FPÖ) wurde in der vorigen Ausgabe ­irrtümlich als Herbert Fuchs betitelt. Wir bitten um Verzeihung.

DIE KRIM-KRISE FÜR WIRTSCHAFT? GRÜNE

TEAM STRONACH

Tanja Windbüchler Außenpolitik-Sprecherin

Kathrin Nachbaur Klubobfrau

NEOS Angelika Mlinar Abgeordnete zum Europäischen Parlament

Wie weit soll die EU mit Sanktionen gegen

Wie weit soll die EU mit Sanktionen ge-

Wie weit soll die EU mit Sanktionen gegen

Russland gehen? – Sanktionen allein lösen

gen Russland gehen? – Wir brauchen kei-

Russland gehen? – So weit wie notwen-

keine Konflikte. Wir sehen keine Not-

nen

brauchen

dig, und nur als letzte Maßnahme einer

wendigkeit einer Verschärfung. Der Fokus

eine deutliche Deregulierung und jeden-

friedlichen Lösung. Ich halte Sanktionen

muss nun auf politischen Verhandlungen

falls keine neuen Steuern. Wir brauchen

für wenig zielführend. Wenn die Alterna-

liegen. Wenn Russland den in Minsk un-

Rechtssicherheit und Frieden. Statt durch

tive aber ein militärischer Eingriff ist, ist

terschriebenen Friedensplan unterstützt,

EU-Sanktionen muss durch Verhandlun-

wirtschaftlicher Druck notwendig. Dieser

sprechen wir hoffentlich bald über eine

gen eine Lösung gesucht werden.

geht speziell bei uns auch gegen die eige-

Rücknahme der Sanktionen.

Wirtschaftskrieg.

Wir

Wie kann man der heimischen Wirtschaft

ne Wirtschaft und kostet im schlimms-

Wie kann man der heimischen Wirtschaft

helfen? – Neben rund 1.250 betroffenen

helfen? – Unterstützung von Kurzarbeit,

Betrieben müssen auch mögliche Kredit­

Wie kann man der heimischen Wirtschaft

Arbeitsstiftungen, finanzielle Unterstüt-

ausfälle bei Banken in einer Höhe bis zu

helfen? – Die bereits laufende finanziel-

zung für die am stärksten direkt betroffe-

40 Milliarden Euro bedacht werden. Ge-

le Unterstützung der EU-Kommission

nen Branchen, Unterstützung bei der Er-

rade jetzt ist es für die heimische Wirt-

und auch nationale Programme sind hier

schließung neuer Märkte, Belebung des

schaft wichtig, Steuern zu senken und

wichtige Pfeiler. Weniger Gießkannen-

Binnenmarkts und große Investitionen.

weniger komplizierte Gesetze zu haben.

prinzip und mehr gezielte Unterstützung

ten Fall Arbeitsplätze.

Haben Sie Ideen zur Entschärfung des

Haben Sie Ideen zur Entschärfung des

Konflikts? – Unabdingbar sind die Siche-

Konflikts? – Ich appelliere an die Bun-

rung des Waffenstillstands und der hu-

desregierung, einen Vorstoß innerhalb

Haben Sie Ideen zur Entschärfung des

manitären Versorgung der Bevölkerung

der EU zu starten, um die Ukraine-Kri-

Konflikts? – Ein einheitlicheres Auftreten

sowie der Start von Friedensverhandlun-

se zu lösen. Wir brauchen eine Initiative

der EU und nicht das Ausspielen nationa-

gen. Neutralität oder Bündnisfreiheit der

auf diplomatischer Ebene unter Einbe-

ler Interessen gegeneinander würde der

Ukraine, Rückzug russischer Soldaten,

ziehung Russlands und der Ukraine. Ös-

Beilegung helfen. Zunächst muss aber

Schutz der Minderheitenrechte, Neu-

terreich hat als neutrales Land eine gute

die Gewalt von beiden Seiten beendet

wahlen und die Entwaffnung rechter Mi-

Tradition, in Konflikten zu vermitteln,

werden. Österreich sollte das Thema Au-

lizen sind weitere Kernpunkte.

und soll das jetzt nutzen.

ßenpolitik insgesamt stärker forcieren.

wäre wünschenswert, idealerweise auch noch mit einem langfristigen Effekt.

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Was der Fußball für die heimischen Versicherer bringt. DerBörsianer mit einer Spielanalyse von Allianz gegen Generali oder Rapid gegen Austria. TEXT BARBARA OTTAWA

DAS MATCH DER VERSICHERER T

or, Tor, Tor! I werd’ versichert!“

mann im „Zauberer von Oz“ auf der Su-

das Naming Right, das Namensverga-

– So könnte man Edi Finger Juni-

che nach einem Herz ist, sind also die

berecht, abgegeben hat. Der Platz davor

or vielleicht heute brüllen hören.

Versicherer auf der Suche nach Emoti-

wird übrigens nach dem früheren Na-

Weltweit nimmt die Zahl der Fußball-

on. Die gelb gepflasterte Straße hat sie

mensgeber, Architekten und Fußballer

stadien, die das Namensrecht an große

dabei zum Fußball geführt, der den geld-

benannt. Die Partnerschaft von Allianz

Versicherer abgeben, stetig zu. Das Pro-

gebenden Firmen „eine große Aufmerk-

und Rapid ist „vorerst bis ins Jahr 2026

blem der Finanzdienstleister ist näm-

samkeit und nationale Reichweite“ bie-

geschlossen“ worden, so Pernhaupt.

lich die Beschaffenheit ihres Produkts.

tet, bestätigt Arno Schuchter, Vorstand

Die Generali-Arena, das ehemali-

„Versicherung ist ein nichtangreifba-

Vertrieb-Marketing der Generali Gruppe

ge Franz-Horr-Stadion, steht da schon

res Produkt, damit ist es schwer, Emo-

Österreich (Generali).

eher im Abseits im zehnten Bezirk. Sie

tionen zu entfachen“, gibt Xaver ­Wölfl,

Im Fall der Allianz war der Weg nicht

wurde 2010 umbenannt, die Zusam-

Leiter des Market-Managements bei der

so weit: „Schon jetzt besuchen viele

menarbeit der Generali mit dem FK

Allianz Versicherungs AG (Allianz), zu

Mitarbeiter der Allianz, die bekanntlich

Austria Wien besteht allerdings „seit

bedenken. Und auch Markus Kraetsch-

nur wenige hundert Meter vom Stadi-

mehr als zehn Jahren“ und wurde „be-

mer,

beim

ongelände des SK Rapid Wien beheima-

reits vorzeitig bis 2018 verlängert“, so

FK Austria Wien, der von der Genera-

tet ist, die Rapid-Spiele“, sagt Sebasti-

Kraetschmer.

li gesponsert wird, ist überzeugt: „Die

an Pernhaupt, Marketingleiter des Fuß-

Wahrnehmung der Marke ist eine ganz

ballclubs. Ab 2016 wird das Ernst-Ha-

Ein rundes Geschäft

andere, bekommt durch den Fußball

nappi- nach dem Totalumbau zum Al-

Auf die Frage nach Zahlen zu den Spon-

noch mehr Emotion.“ So wie der Blech-

lianz-Stadion, nachdem der Sportklub

soringbeträgen erhalten Journalisten

AG-Wirtschafts-Vorstand

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SEITENBLICKE

Bis 2017 soll die Generali-Arena auf 17.000 Plätze erweitert werden.

Das Rapid-Stadion soll mit bis zu 28.000 Plätzen rund 53 Millionen Euro kosten.

von allen Seiten die rote Karte – es sei

„auf Linie“ umschwenken? Beim FK

Hausinterner Wanderpokal

„Stillschweigen vereinbart worden“.

Austria Wien hätten die Fans und die

Fußball wird von den Versicherern aber

Aus

werden

Funktionäre den Kooperationsvertrag

auch hausintern verwendet, um – so

Summen von zirka 1,5 Millionen Euro

damals „grundsätzlich sehr positiv“

formuliert es Schuchter – „einmal im

pro Jahr pro Sponsoringpaket kolpor-

aufgenommen, erinnert sich Kraetsch-

Jahr bei einem Tournier den Meister“ zu

tiert, sowohl für die Generali als auch

mer. Der Stadionumbau und sonstige

ermitteln. Natürlich rein sportlich gese-

für die Allianz.

Investitionen hatten den Fußballklub

hen. Aber die Generali Austria hat sich

Fix ist aber, dass die Partnerschaften

damals 23 Millionen Euro gekostet. Mit

auch schon eine Mannschaft des Mut-

weit über die reine Namensvergabe hin-

dem erneuerten Vertrag könne „die Ge-

terhauses aus Italien eingeladen und

ausgehen. Rapid sieht sich als „Kommu-

nerali-Arena in Zukunft noch größer, si-

wird „im nächsten Jahr den Gegenbe-

nikations- und Geschäftsplattform“ für

cherer und attraktiver für unsere Spon-

such antreten“. Wölfl von der Allianz

alle Partner und will beim „Vernetzen“

soren und Fans werden“.

gab sich verwundert über die Frage, ob es

Sportanalystenkreisen

unterstützen – auch außerhalb der Tor-

Bei Rapid habe es „regelrechte Eu-

„eine firmeninterne Fußballmannschaft

stangen. So wurde etwa der „Autopart-

phorie“ bei der Präsentation des neu-

gebe: „Eine? Unzählige! Wir haben je-

ner VW“ mit dem „Versicherungspart-

en Stadionprojekts „vor rund 2.000

des Jahr eine Fußballmeisterschaft, wo

ner Allianz“ zusammengebracht. Und

Vereinsmitgliedern sowie Spielern und

aus allen Direktionen des Vertriebs und

„wir versichern uns auch selbst beim

Trainern“ gegeben, erzählt Pernhaupt.

Geschäftseinheiten je ein Team antritt

Naming-Right-Partner des zukünftigen

„Erste Kontakte“ zum Versicherer seien

– und das siegreiche Team erhält den

Stadions“, bestätigt Pernhaupt.

zu Beginn des laufenden Jahres geknüpft

Wanderpokal.“

Auch bei der Austria gibt es das Rund-

worden, „entstanden aus einer gemein-

Im eigenen Haus machen sich die

umpaket: „Versichert ist die gesamte

samen Entscheidung des Präsidiums

Versicherer die Emotionen also selbst,

Betriebsanlage, die IT, wir haben eine

und des Managements des SK Rapid“.

und auch VIP-Kartenkontingente so-

Veranstaltungsversicherung, eine Ver-

In der Allianz gebe es laut ­ Wölfl

wie Firmenlogen können mitunter für

sicherung für alle Spieler, vom Profi bis

selbst­ verständlich viele Anhänger von

zufriedene Mitarbeiter sorgen. Manch-

zum Nachwuchs, eine Krankengruppen-

anderen österreichischen Fußballclubs.

mal müssen aber etwa die Mitarbei-

versicherung, eine Kollektivunfallversi-

Aber „die meisten haben sich trotzdem

ter der Generali zum Lernen ins Stadi-

cherung, eine Mitarbeitervorsorgekas-

gefreut und zumindest verstanden, war-

on, wenn dort nämlich Firmenseminare

se und eine betriebliche Vorsorge.“ Zu-

um wir diese Partnerschaft eingegangen

abgehalten werden. Xaver Wölfl ist üb-

sammenfassend sagt Kraetschmer: „Wir

sind“. Er selbst sei eher im Tennis und

rigens davon überzeugt, dass es in der

nützen die breite Angebotspalette sehr

Golf zu Hause, aber durchaus fußballin-

Versicherungsbranche,

intensiv.“

teressiert. Generali-Vorstand Schuch-

seinem Haus, einen besonders hohen

zumindest

in

Um die Spielstätten und die Spieler

ter gibt zu, dass als Vorarlberger sein

Anteil an Fußballbegeisterten gibt, weil

muss man sich also keine Sorgen ma-

Herz „natürlich für einen lokalen Club“

„wir gerade im Vertrieb nach wie vor ei-

chen, die sind gut versichert. Aber was

schlägt: „Ich bin Fan des SCR Altach.“

nen Männerüberhang haben“. Fußball

ist mit den Fans und den Mitarbeitern

Am Wochenende sieht er sich wenn

und Versicherer sind also quasi ein gu-

der Versicherer? Müssen die jetzt alle

möglich ein Spiel seiner drei Söhne an.

tes „Match“. n

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ALLTAGS-CHECK

SEITENBLICKE

ALLTAGS CHECK Das Sacher gehört bei den heimischen Journalisten zu den beliebtesten Locations.

ste Beliebte ls te PK-Ho

WENN DER BERG ZUM PROPHETEN KOMMT Der Alltags-Check von DerBörsianer hat den ­passenden Ort für die nächste Pressekonferenz gesucht und gefunden. TEXT VALENTINA STARK

S

chon wieder steht die nächste

verbessert werden? In Zeiten immer ge-

Bilanzpressekonferenz oder der

ringer werdender Ressourcen in Redak-

nächste Investmentausblick an.

tionen können Kleinigkeiten über mehr

Die Kommunikationsverantwortlichen des Landes stellen sich allesamt eine

oder weniger Coverage entscheiden. In

den

seltensten

Fällen

befin-

Frage: Wo soll die nächste Pressekonfe-

den sich die Unternehmensstandor-

renz stattfinden? Was können wir tun,

te in zentraler Lage. Wie das bekannte

um mehr Journalisten zu uns zu locken?

Sprichwort bereits sagt, muss in diesem

Wie kann die Qualität für den Zuhörer

Fall der Berg zum Propheten kommen.

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SEITENBLICKE

Denn sonst verringert sich die ohnehin

neral Manager Gabriela Benz punktet

kleine Zahl an teilnehmenden Journa-

das Hotel vor allem auch „durch Flexi-

Journalisten würde eine Pressekonfe-

listen um ein deutliches Stück. Die Lu-

bilität und die organisatorische Routi-

renz besuchen, deren zentrales Thema

xushotels der Wiener City bieten eine lo-

ne, gepaart mit der Suche nach dem in-

ihn nicht interessiert. Für das Gros zäh-

gische Alternative und können quasi als

dividuellen, einzigartigen Besonderen

len im Speziellen auch die Vortragen-

Ersatzberg dienen. Denn die Propheten

für jede Veranstaltung“. Dabei spielen

den und die Möglichkeit, mit diesen ein

haben schließlich auch ihre Ansprüche.

für viele Journalisten vor allem auch die

persönliches Gespräch führen zu kön-

Um herauszufinden, welche Kriterien

verfügbaren Parkplätze eine große Rol-

nen. Unbeliebt, aber gang und gäbe sind

Österreichs Wirtschafts- und Finanz-

le. Der Punkt wird oft vernachlässigt und

Aussendungen am Vorabend einer Pres-

journalisten für die Teilnahme an einer

in den Einladungen nicht genannt. Auch

sekonferenz. Diese kurzfristige Ankün-

Pressekonferenz wichtig sind, hat Der-

die Übernahme der Parkkosten wäre laut

digung führt vereinzelt zur Verärgerung

Börsianer zu diesem Thema eine Blitz-

Umfrage ein sich lohnendes Investment.

der angemeldeten Teilnehmer und ver-

umfrage unter den Schreibenden der

Es scheint, als wäre die Staatsoper ein

Wirtschafts- und Finanzmedien durch-

Garant für mehr Gäste. Denn auch die

Es überrascht wenig, dass unsere

geführt. Der erste Alltags-Check liefert

Nummer drei befindet sich im Speck-

Journalisten gar nicht so viel Wert auf

ringert die Anzahl der Gäste.

die Verköstigung legen, wie von vielen

diesmal die passenden Antworten zu der

vielleicht angenommen wird. Es sind

Frage: Welches Hotel ist für Pressekonferenzen unter Österreichs Journalisten

ma spannend ist. Keiner der befragten

Beliebteste PK-Hotels der Journalisten

ganz andere Faktoren bestimmend. Bestuhlung und Ambiente ist zum Beispiel

das beliebteste? PLATZ HOTEL

PREIS PRO PERSON * 

einer der wichtigsten „Wohlfühlfakto-

Staatsoper als Erfolgsgarant

1.

Hotel Sacher Wien

50 €

ren“, aber auch die gegebenen Arbeits-

Alle von uns befragten Journalisten wa-

2.

Le Meridien Hotel Wien

47 €

bedingungen durch gute Akustik, aus-

ren sich einig. Die Lage, der Inhalt und

3.

Hotel Bristol Vienna

45 €

reichend Platz zum Schreiben und ein

die Uhrzeit der Pressekonferenz sind

4.

Steigenberger Hotel Herrenhof 40 €

schneller und unkomplizierter Internet-

Hauptargumente für einen Besuch. Mit

5.

Palais Hansen Kempinski Wien

55 €

zugang dürfen nicht fehlen.

Abstand die meisten Punkte erhielt des-

6.

Hotel Hilton Vienna Stadtpark

41 €

halb das Hotel Sacher Wien. Das Tra-

7.

Park Hyatt Wien

50 €

Preisvergleich der Hotels

ditionshaus gegenüber der Staatsoper

8.

Sofitel Vienna Stephansdom

50 €

Was das wieder kostet, denken Sie sich

überzeugt mit viel Charme und gutem

9.

Ritz Carlton Vienna

38 €

jetzt? DerBörsianer hat die Preise von

Service. Hoteldirektor Reiner Heilmann

10.

Vienna Marriott Hotel

41 €

zehn beliebten City-Hotels miteinan-

PREIS PRO PERSON BEI STANDARDVERKÖSTIGUNG FÜR 20 GÄSTE INKLUSIVE STANDARDEQUIPMENT. QUELLE: EIGENANGABE DER HOTELS ­GEGENÜBER DERBÖRSIANER.

der verglichen. Diese pendeln laut ei-

freut sich über diese Bestätigung und ist sich der langen Geschichte des Hauses bewusst. „Von jeher wurden wich-

*

genen Angaben zwischen 38 und 55 Euro pro Person bei 20 Gästen und beinhalten Standardverköstigungen (Brötchen und

tige Konferenzen im Sacher abgehalten

Getränke) und technisches Equipment

und glanzvolle Feste gefeiert, bis heute bieten die traditionellen Festsäle und

gürtel der Oper. Das Hotel Bristol belegt

wie Mikrofon und Bildschirm. Am tiefs-

modernen Konferenzräume den perfek-

den dritten Platz und ist ebenfalls ein

ten müssen Sie im Palais Hansen Kem-

ten Rahmen für Tagungen oder Presse-

Beispiel für den Erfolg der Traditionsho-

pinski mit 55 Euro in die Tasche greifen.

konferenzen.“ Wie die Journalisten ist

tels in Wien. Das 1892 eröffnete Haus hat

Für Sparefrohs liefert das Ritz Carlton

sich auch er sicher, dass „die einzigar-

sich seit mehr als 120 Jahren als Treff-

Vienna eine günstigere, aber dem Ran-

tige Lage und Atmosphäre des Hauses

punkt des gesellschaftlichen Lebens in

king nach zu urteilen wenig lohnens-

für die Beliebtheit verantwortlich sind“.

Wien etabliert.

werte Alternative.

die Lage des „Ersatzberges“ ein Haupt-

Exklusivität zahlt sich aus

benen Punkte bei der nächsten Presse-

argument ist.

Wenn Sie die im Alltags-Check erho-

Und tatsächlich zeigt das Ergebnis, dass Neben der Erreichbarkeit spielen der

konferenz beherzigen, fühlen sich Ös-

Ebenfalls gegenüber der Oper befin-

Rahmen und das Thema der Pressekon-

terreichs

det sich nämlich das zweitbeliebteste

ferenz für die Mehrheit eine ebenso gro-

noch wohler. Allein die Wahl des Hotels

Hotel unserer Umfrage. Das Le Meridi-

ße Rolle. Je kleiner der Kreis ist, desto

setzt daher schon ein deutliches State-

en ist das moderne Pendant zum Hotel

besser. Exklusivität wird dann auch eher

ment. Und mit einem eleganten Kugel-

Sacher. Es überzeugt mit seinem Ser-

mit einem Artikel belohnt. Natürlich nur

schreiber bleiben Sie und der Ersatzberg

vice und guter Erreichbarkeit. Laut Ge-

unter der Voraussetzung, dass das The-

in positiver Erinnerung. n

Topjournalisten

bestimmt

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SEITENBLICKE

BÖRSENTALK

WANDEL DER MEDIENLANDSCHAFT TELEKOM AUSTRIA AG FUTURE TALK 2014 23. SEPTEMBER 2014 ATELIERHAUS D. BILDENDEN KÜNSTE, WIEN

Stargast des diesjährigen Future Talks war Arianna Huffington („Huffington Post“), die der Einladung von Hannes Amets­reiter (Telekom Austria AG) folgte.

Beim diesjährigen Future Talk der Telekom Austria lud Telekom-Austria-CEO, Hannes Ametsreiter, mehr als 500 Gäste aus Wirtschaft, Medien und Kultur ein. Thema des Abends war die Zukunft der Medien. Gesichtet wurden unter anderen Harald Kriesche (Porr AG), Generaldirektor Alexander Wrabetz (ORF), Tatjana Oppitz (IBM) und Oscar Bronner (Der Standard). BEWERTUNG

Location Publikum Inhalt/Redner Börsenfaktor

Über die Medienzukunft diskutierte Gastgeber Hannes Zu den Gästen zählten auch Christian Rainer („Profil“), Ametsreiter (Telekom Austria AG) mit Arianna Huffing- Peter Schiefer (Telekom Austria AG) und ton („Huffington Post“), Stefan Niggemeier (Medienkriti- Thomas Kralinger („Kurier“). ker) und Moderator Michael Fleischhacker („NZZ“).

CA-IMMO-SOMMERFEST CA IMMOBILIEN ANLAGEN AG CA-IMMO-SOMMERFEST 2. SEPTEMBER 2014 ZENTRALE, WIEN

Mit Blick aufs Belvedere und auf den Botanischen Garten versammelte sich das Who’s who der Immobilienwirtschaft zum alljährlichen Sommerfest. Knapp 300 ­Gäste trafen sich zum Networking und ­verkosteten Weine. Gesichtet wurden unter anderen Franz Jurkowitsch (Warimpex AG), Karl-Heinz Strauss (Porr AG) und Wilhelm Rasinger (IVA).

Franz Jurkowitsch (Warimpex AG), Karl-Heinz Strauss (Porr AG) und Wolfhard Fromwald genossen den Abend bei einem guten Glas Wein.

Am Sommerfest kamen ebenfalls Erich Hohenberger (Bezirksvorsteher), Bruno Ettenauer (CA Immo AG), Maria Doralt (DLA Piper) und Alfons Metzger (MRG) auf ein Gläschen zusammen.

Wolfgang Kurzacz (CA Immo AG), Erich ­Hohenberger (Bezirks­vorsteher) und General Karl ­Mahrer (Polizei Wien), hatten sichtlich Spaß.

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SEITENBLICKE

25 JAHRE GLOBAL PLAYER

Interessierte Besucher haben die Möglichkeit bekommen, bei geführten Werksbesichtigungen, mehr über das Unternehmen herauszufinden.

FACC AG 25 JAHRE FACC 21. SEPTEMBER 2014 ZENTRALE, RIED IM INNKREIS

Der Produzent von Faserverbundkomponenten für die Flugzeugindustrie, die FACC AG, feierte sein 25-jähriges Bestehen. Dazu hatte CEO Walter Stephan mehr als 2.500 Mitarbeiter und Kunden aus der ganzen Welt eingeladen. Unter den Kunden wurde auch Andreas Ockel (General Manager von Airbus Tianjin) gesichtet.

Robert Machtlinger (FACC AG) diskutierte mit Michael Strugl (ÖVP) und CEO Walter Stephan (FACC AG), Karin ­Keglevich moderierte.

FINANZMARKTGESPRÄCHE Unter den zahlreichen Gästen lauschten auch Ewald Nowotny (Oesterreichische Nationalbank) und Willibald Cernko ( UniCredit Bank Austria) der Eröffnungsdiskussion mit Wilhelm Molterer (EIB).

EUOPÄISCHES FORUM ALPBACH ALPBACHER FINANZMARKTGESPRÄCHE 28. BIS 29. AUGUST 2014 ALPBACH, TIROL

Ziel der diesjährigen Finanzmarktgespräche am Europäischen Forum Alpbach war es, grundlegende Fragen der österreichischen und europäischen Finanzwelt kritisch zu beleuchten. Eröffnet wurden sie am 26. August von Rainer Münz (Erste Group Bank) und Präsident Marek Belka (Nationalbank Polen). BEWERTUNG

Location Publikum Inhalt/Redner Börsenfaktor

Heimo Scheuch (Wienerberger AG) bei der Podiumsdiskussion zum Thema „Wer finanziert die Wirtschaft“ im Gespräch mit Thomas Uher (Erst Bank und Sparkassen).

Gemeinsam mit Gertrude Tumpel-Gugerell diskutierten Karl Sevelda (RBI AG) und Peter Hagen (Vienna Insurance Group AG) über Bank- und Versicherungsgeschäfte im Niedrigzinsumfeld.

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SEITENBLICKE

PORTRÄT

ZEHN FRAGEN AN MILENA IOVEVA

Welche Eigenschaften haben Sie dorthin gebracht, wo Sie heute sind? – Optimismus, Zielstrebigkeit, Durchsetzungsvermögen, aber auch sehr viel Empathie und Menschlichkeit. Welchen Beruf würden Sie ausüben, wenn Sie nicht in der Finanzbranche tätig wären? – Selbst unternehmerisch tätig sein. Ideen und Visionen umzusetzen ist etwas Tolles. Von welchen Quellen beziehen Sie Ihre Fachinforma­ tionen? – Austausch mit anderen Kollegen, Fachliteratur und das berühmte Internet. Welchen Teil lesen Sie in Ihrer Zeitung zuerst? – Da bin ich völlig chaotisch, es wird geblättert, bis ich etwas Interessantes sehe. Wenn ich nicht gerade arbeite, verbringe ich meine Zeit am liebsten mit? – Viel Sport, Natur, Fotografieren, den Freunden auf die Nerven zu gehen und Familie. Bei welchem Investment haben Sie sich richtig verzockt? – Bei keinem Investment, aber bei so einigem im Leben bin ich auf die Nase gefallen. Welches Vorurteil gegenüber dem Kapitalmarkt ärgert Sie am meisten? – Wenn die Assoziationen mit dem Be-

ST

LESERPO

n@ redaktio er.com n ia derboers

griff Spekulation beginnen und enden. Was assoziieren Sie mit Gordon Gekko und dem Film „Wall Street“? – Man sollte immer wieder daran erinnert werden, dass Geld nicht alles im Leben ist. Dieser Investor ist für mich eine Legende? – Es gibt so viele, die die Welt geprägt haben. Und es ist die Es-

MILENA IOVEVA INVESTOR RELATIONS MANAGER PORR AG Seit 2010 leitet Milena Ioveva den Bereich Investor Relations bei der Porr AG und hat mehrere Kapitalmarkttransaktionen begleitet. Nach dem Studium der Wirtschaftswissenschaften in Wien war sie vorwiegend im Investment-Banking tätig.

senz ihrer Einzigartigkeit, die zählt. Champagner und Austern oder „a Eitrige und a 16erBlech“? – Weder noch. Eher ein guter österreichischer Wein und Wiener oder italienische Küche.

IMPRESSUM: Verlag / Medieninhaber: Wayne Financial Media GmbH (FN: 399197 f, HG Wien), Bösendorferstraße 4 / Top 20, A-1010 Wien, Telefon: +43 (0) 1 920 523 4, Fax: +43 (0) 1 954 433 2, E-Mail: ­office@waynemedia.at, Web: www.waynemedia.at; Geschäftsführer: Michael Berl, Dominik Hojas; Chefredakteur / Herausgeber: Dominik Hojas, d.hojas@derboersianer.com; Redaktion: Reginald Benisch, Lukas Kothbauer, Raja Korinek, Martin Kwauka, Thomas Müller, Valentina Stark, Lukas Sustala, Barbara Ottawa, Hans Weitmayr, Robert Winter; Anzeigenverkauf: Michael Berl, m.berl@derboersianer.com; Fotos: Clemens Bednar, beigestellt; Lektor: Armin Baumgartner, a.baumgartner@derboersianer.com; Grafik: Titanweiß Werbeagentur GmbH; Druckerei: Ferdinand Berger und Söhne GmbH (10.000 Stück); Leserbeirat: Heike Arbter, Peter Bartos, Mathias Bauer, Edi Berger, Stefan Böck, Stefan Brezovich, Diana Klein, Bernhard Grabmayr, Fritz Mostböck, Wilhelm Rasinger; Kursdaten: Interactive Data und Sales Xp GmbH, Schlusskurse vom 30.09.2014, keine Gewähr für die Richtigkeit der Daten; Aus Gründen der Textökonomie verzichten wir auf geschlechts­spezifische Formulierungen.

Die gute Nachricht zum Schluss: Im Taxi nach Berlin-Tegel erzählt mir ein Immo-Manager von der plötzlich neuen Finanzierungslust der Banken. Wir fragen uns: Ist die Kreditklemme zu Ende? Zeigt Draghis Medizin nun doch Wirkung und ist in der Realwirtschaft angekommen?

86 2015. Bis dahin täglich: www.derboersianer.com Die nächste Ausgabe erscheint um den 22. Jänner

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produkte.erstegroup.com/newsletter

Immer top informiert: Erste Group Investment News Editorial

Marktüberblick

Im Fokus I

Im Fokus II

Länderberichte

Chartkommentar

Know-How

15. Jul 2014 Erste Group Bank AG - Investment News Ausgabe Nr. 12/2014

Erste Group Investment News Liebe Leserinnen, liebe Leser, Editorial

Marktüberblick

Marktüberblick Investmentwetter 1 Woche

Erste Research TV

ATX YTD -4,86%

DieImFußball Weltmeisterschaft ist entschieden. Mit Deutschland gelang es erstmals einer europäischen Mannschaft auf amerikanischen Boden die Fokus I Im Fokus II Länderberichte Chartkommentar Know-How Weltmeisterschaft für sich zu entscheiden. Das Wachstum der Eurozone (+0,2%) im 1.Quartal hat sich sehr unterschiedlich entwickelt und um nochmals die Fußball Weltmeisterschaft zu bemühen, Deutschland hat sich überdurchschnittlich entwickelt während Frankreich und Italien hingegen das Wachstum belastet haben. Die Deutsche Wirtschaft wird jedoch im 2. Quartal an Dynamik verlieren. Somit sind Frankreich und Italien stärker gefragt und werden sich steigern müssen. Frühindikatoren deuten darauf hin, dass Italien diese Steigerung, sprich ein zufriedenstellendes Ergebnis / Wachstum, schaffen wird. Frankreich bleibt jedoch der Risikopatient der Eurozone. Im 3. Quartal sollte sich die Situation in Deutschland wieder stabilisieren. Die Konjunkturentwicklung gilt es sehr genau im Auge zu behalten, hat der Markt doch in der Vergangenheit sehr sensibel auf enttäuschende Konjunkturdaten reagiert.

Sowohl in den USA als auch in Europa überwiegen derzeit die Die internationalen Aktienmärkte tendierten vergangene Woche mehrheitlich Der Stoxxunseres 600 Index verlor negativen Überraschungen der Wirtschaftsdaten. Nur inwieder der Wieschwächer. in jeder Ausgabe Investment Newsletters zeigen wir Ihnen auf den Folgeseiten interessante Produktideen. -3,6%, der S&P 500 hingegen nur -1,1%. CEE-Region in China sind die Konjunkturdaten besser als Dieses Mal unsere ATX Express- und Euro Stoxx 50®und 80% Garant Anleihen. die Erwartungen der Ökonomen. Relative Schwächen zeigten in Europa der IBEX, der CAC 40 und der ATX. Der russische RTX und der türkische ISE 30 Viel Erfolg bei Ihren Investments. Index konnten sich in diesem Marktumfeld hingegen gut Erste Erfolge in der Eurozone (EZ) sichtbar – Die Ich wünsche einen schönen und natürlichistauch erholsame im Verlauf des 1. Urlaubstage. Halbjahres, angesichts behaupten und wiesen deutlicheIhnen Outperformances auf. SommerSchuldenkrise deutlich abgesunkener Renditen für Anleihen der Peripherie in Die Schwäche der europäischen Aktien zeigte sich auch am Liebe Grüße den Hintergrund gerückt. Trotz aller Erfolge stellt allerdings die Faktum, dass sämtliche Sektorenindizes im Stoxx 600 relativ hohe Staatsverschuldung in vielen Ländern in Verluste aufwiesen. Die Abschwächung Thomas Schaufler war am stärksten ausgeprägt beim Bankenindex (-5,5%) und am geringsten bei Verbindung mit einem unverändert schwierigen Umfeld, gekennzeichnet durch hohe Arbeitslosenraten und einer nur den Immobilienaktien (-2%).Die relative Stärke der langsamen wirtschaftlichen Erholung, Abwärtsrisiken dar. Immobilienaktien vs. dem breiten Aktienmarkt wurde begünstigt von den anhaltend niedrigen bzw. fallenden Renditen von deutschen Staatsanleihen (zuletzt erzielten Auch die Länder der CEE-Region Region sind noch immer mit www.produkte.erstegroup.com diese nur mehr 1,2% Rendite bei Laufzeiten von 10 Jahren). fiskalen Herausforderungen konfrontiert. In den USA weisen nach einem schwachen ersten Quartal monatliche Indikatoren auf eine Belebung der Konjunktur im zweiten Quartal hin. Für Der Immobilienaktien-Sektor ist in Europa seit Jahresbeginn jener mit der besten Performance aller Sektorenindizes (ytd: das dritte Quartal und darüber hinaus erwarten wir +12%). Auch in den USA zählen Aktien dieser Branche anhaltendes Wachstum der US-Wirtschaft, Wirtschaft, wenn auch auf sowohl in der letzten Woche als auch im Verlauf dieses moderatem Niveau. Jahres zu den stärksten Performern (+15%).Diese positive Tendenz sollte sich aufgrund der Erwartung anhaltend niedriger Renditeniveaus weiter fortsetzen.

DAX YTD +2,42%

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YTD = seit Jahresbeginn 2014

Erste Group Bank AG - Investment News Ausgabe Nr. 12/2014

Thomas Schaufler Leiter Group Retail Sales

Seite www.produkte.erstegroup.com

Quelle: Erste Group Bank AG

15. Juli 2014

Seite

2

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DerBörsianer 5. Ausgabe, Q4 2014  

Das Fachmagazin für den österreichischen Kapitalmarkt

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