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EVA MARCHART BANKER IN MISSKREDIT

PETER BREZINSCHEK ANALYSE DER REGIERUNG

MARTIN KWAUKA NACHHALTIGE INVESTMENTS

D A S FA C H M A G A Z I N F Ü R D E N Ö S T E R R E I C H I S C H E N K A P I TA L M A R K T www.derboersianer.com ∙ 1. Quartal 2014 ∙ 12 Euro

BANKEN

Banker unter Stress 18

Ranking Die 50 wichtigsten IR-Manager

IPO

Der siebente Akt im Trauerspiel 14 BÖRSE

Revolution im Market-Making 24

DER RESTRUKTURIERER

FONDS

Smart Beta: Clever investiert? 37

DerBörsianer des vierten Quartals 06

BEST PRACTICE Wie geht man mit Journalisten um? 57 BAWAG PSK 19 · BDO 35, 52 · BINDER GRÖSSWANG 55 · BOOZ & COMPANY 52 · CA IMMO AG 47 · CHSH 55 · CONSTANTIA FLEXIBLES AG 15 · C-QUADRAT INVESTMENT AG 44, 49, 64 · DELOITTE 34 · ERNST & YOUNG 15, 47 · ERSTE GROUP BANK AG 15, 19, 22, 24 · HYPO NOE GROUP 43 · IMMOFINANZ AG 47, 51 · KOCH BANK 24 · KPMG 35, 46 · MORNINGSTAR 37 · ONE EQUITY PARTNERS 16 · PALFINGER AG 46 · PORR AG 17, 47 · RAIFFEISEN CENTROBANK AG 23, 24, 50 · ROLAND BERGER 53 · SALUS ALPHA 16 · SCHOLDAN & COMPANY 46, 58 · SPÄNGLER IQAM INVEST 38, 48 · TELEKOM AUSTRIA AG 46, 47 · UNICREDIT BANK AUSTRIA AG 42, 51 · UVM.


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editorial

DerBörsianer, Ausgabe Nr. 02, 1. Quartal 2014

Editorial 3 Seitentaufe 3

EVA MARCHART BANKER IN MISSKREDIT

PETER BREZINSCHECK ANALYSE DER REGIERUNG

MARTIN KWAUKA NACHHALTIGE INVESTMENTS

D A S FA C H M A G A Z I N F Ü R D E N Ö S T E R R E I C H I S C H E N K A P I TA L M A R K T

Ausgabe Nr. 02, 1. Quartal 2014

www.derboersianer.com ∙ 1. Quartal 2014 ∙ 12 Euro

BANKEN

Banker unter Stress 18

Ranking Die 50 wichtigsten IR-Manager

Dominik Hojas

IPO

Der siebente Akt im Trauerspiel 14 BÖRSE

Revolution im Market-Making 24

Chefredakteur

www.derboersianer.com

DerBörsianer

DER RESTRUKTURIERER

DerBörsianer des vierten Quartals 06

FONDS

Smart Beta: Clever investiert? 37

auch a E-Papels r

BEST PRACTICE Wie geht man mit Journalisten um? 57

BAWAG PSK 19 · BDO 35, 52 · BINDER GRÖSSWANG 55 · BOOZ & COMPANY 52 · CA IMMO AG 47 · CHSH 55 · CONSTANTIA FLEXIBLES AG 15 · C-QUADRAT INVESTMENT AG 44, 49, 64 · DELOITTE 34 · ERNST & YOUNG 15, 47 · ERSTE GROUP BANK AG 15, 19, 22, 24 · HYPO NOE GROUP 43 · IMMOFINANZ AG 47, 51 · KOCH BANK 24 · KPMG 35, 46 · MORNINGSTAR 37 · ONE EQUITY PARTNERS 16 · PALFINGER AG 46 · PORR AG 17, 47 · RAIFFEISEN CENTROBANK AG 23, 24, 50 · ROLAND BERGER 53 · SALUS ALPHA 16 · SCHOLDAN & COMPANY 46, 58 · SPÄNGLER IQAM INVEST 38, 48 · TELEKOM AUSTRIA AG 46, 47 · UNICREDIT BANK AUSTRIA AG 42, 51 · UVM.

Liebe Börsianer,

D

as neue Jahr beginnt mit einer Menge Stress, zumindest für sechs heimische Banken (S. 18). Der Asset Quality Review der Europäischen Zentralbank steht bevor. Glaubt man einem Aufseher in Frankfurt, wird der in Österreich noch strenger ausfallen als anderswo.

Gelassen sehen die Banken hingegen die Konkurrenz im Market-Making (S. 24). Bis vor kurzem noch unpopulär, versuchen Nischenplayer wie Close Brothers Seydler oder die Koch Bank Fuß zu fassen. Leicht fällt das in einem geschlossenen Ökosystem wie dem Wiener Finanzplatz nicht. Clever ist auch ein neuer Investmentansatz. „Smart Beta" (S. 37) ist eines der unbestrittenen Wachstumsfelder in der Fondsbranche. Allein 2013 haben die verschiedenen Strategien knapp mehr als 40 Milliarden US-Dollar eingesammelt. Neu ist die Österreichische Prüfstelle für Rechnungslegung vulgo Bilanzpolizei (S. 34). Sie will dazu beitragen, den heimischen Kapitalmarkt zu stärken, doch das aktuelle Strafrecht könnte das Gegenteil bewirken. Alt, aber aufgrund der Constantia Flexibles wieder aktuell ist das Problem mit den „gecancelten“ IPOs (S. 14). Die Lernkurve, vor allem bei den Eigentümern, verläuft sehr flach. Ein Branchengerücht, dass beim Baukonzern Porr AG ein Re-IPO nahen könnte, macht Hoffnung. Wünschen wir CFO Christian Maier mehr Fortuna als im Jahr 2011. Damals war er für die Isovoltaic AG tätig und musste zusehen, wie der Börsengang platzte. Bleibt noch DerBörsianer des vierten Quartals (S. 06): Andreas Brandstetter. Ich habe ihn in seinem „War Room“ getroffen und über eine der spannendsten Restrukturierungsstorys innerhalb des europäischen Versicherungssektors gesprochen. Viel Vergnügen mit der neuen Ausgabe von DerBörsianer wünscht Ihnen

Dominik Hojas d.hojas@derboersianer.com PS: Leserpost nehmen wir unter redaktion@derboersianer.com gern entgegen. Die nächste Ausgabe erscheint um den 10. April 2014. Bis dahin täglich www.derboersianer.com

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Das Fachmagazin für den österreichischen Kapitalmarkt

06

18

INTERVIEW. Andreas Brandstetter: erfolgreich ohne Fouls.

EZB. Setzt Banker unter Stress.

Vielleicht sollten wir unsere Fondsmanager künftig an Affen messen, nicht an einem kapitalgewichteten Index. Andrew Clare

Leitartikel DerBörsianer des vierten Quartals im Talk über eine der spannendsten Restrukturierungsstorys innerhalb des europäischen Versicherungssektors. www.derboersianer.com/galerie

37

Immofinanz AG 47, 51 Isovoltaic AG 16 IVA 63 Kepler Cheuvreux 23 Koch Bank 24 KPMG 35, 46 Matejka & Partner 28 Mercer 40 Metrum Communications 58 Morningstar 37 OePR 34 One Equity Partners 16 Österreichische Post AG 25 Palfinger AG 46 Porr AG 17, 47 Profil 58 proMarktwirschaft 10 PwC 34 Raiffeisen Capital Management 16 Raiffeisen Centrobank AG 23, 24, 50 RLB Niederösterreich-Wien 19 Roland Berger 53

Index: Auszug von Unternehmen in dieser Ausgabe

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06

Der Restrukturierer

IPO

Der siebente Akt im Trauerspiel

Index Unternehmen 3 Banken Generali Investment 16 Accenture 53 AT Kearney 52 Bawag PSK 19 Bawag PSK Invest 38 BDO 35, 52 Binder Grösswang 55 Booz & Company 52 Brunswick Austria & CEE 58 CA Immo AG 47 CHSH 55 Close Brothers Seydler 24 Constantia Flexibles AG 15 C-Quadrat Investment AG 44, 49, 64 Deloitte 34 Die Presse 57 Ernst & Young 15, 47 Erste Group Bank AG 15, 19, 22, 24 Europäische Zentralbank 19 Fellner Wratzfeld & Partner 54 Finanzmarktaufsicht 34 Hypo NOE Group 43

Cover

14

Banken Salus Alpha Saubermacher AG Scholdan & Company Schönherr Rechtsanwälte Spängler IQAM Invest Telekom Austria AG UniCredit Bank Austria AG UniCredit Onemarkets Uniqa Insurance Group AG Update Software AG Valida Holding AG VBV-Pensionskasse AG Vienna Insurance Group AG Voestalpine AG VÖIG VVO Wiener Börse AG Wiener Privatbank SE Wikifolio Wirtschaftsblatt Wolf Theiss Zertifikate Forum Austria

16 15 46, 58 54 38, 48 46, 47 42, 51 50 6 56 40 41 44 51 48 44 25, 33 22 50, 66 57 54 50

Banker unter Stress

18

Börse

Revolution im Market-Making

24

Behörden

Eine Polizei, die gar keine ist

34

Fonds

Smart Beta: Clever investiert?

37

Pensionskassen

Die Krux mit der Rendite

40

Journalisten

Freund und Feind zugleich

57

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Inhalt 5

34 BILANZPOLIZEI. Was auf die Unternehmen zukommt.

64 Branchen 12

Die 50 wichtigsten Investor-RelationsManager Österreichs. www.derboersianer.com/ranking

Börsenwetter

22

Die Entwicklung der Weltbörsen und Top-Aktien der Analysten.

Marktgeflüster

27

Martin Kwauka: Doppelte Dividende

Kursdaten

28

Kursdaten- und Handelsstatistiken vom österreichischen Kapitalmarkt.

Marktausblick von Wolfgang Matejka

Meinungen

Darüber spricht man in den Branchen: Köpfe, Deals, News, Trends und Events.

Banken Versicherungen Aktiengesellschaften Fonds Zertifikate Public Relations Berater Recht IT & Software

Peter Brezinschek Erfolgreich. Österreich.

42 44 46 48 50 51 52 54 56

Off-Topic Finanztransaktionssteuer

www.derboersianer.com/kurse

Kolumne

PERSÖNLICHKEIT. Zehn Fragen an den Wikifolio-Gründer.

FIRMENCHECK. So residiert die Q-Quadrat Investment AG.

Märkte Ranking

66

Martin Kwauka Doppelte Dividende: Nachhaltige Investments

27

Michael Buhl Fokus auf Zentralund Osteuropa

33

43

51

44

52

46

55

48

56

60

28 ProContra Institutionen im Wortgefecht. Firmencheck

62 64

So residiert C-Quadrat Investment AG

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www.derboersianer.com/galerie

Die Termine des ersten Quartals

Zehn Fragen an …

www.derboersianer.com/termine

Wikifolio-Gründer Andreas Kern

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So denken unsere Parteien.

für das erste Quartal der Wiener Börse.

Terminkalender

Aber wie lange noch?

66

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www.derboersianer.com

Der Restrukturierer Andreas Brandstetter: erfolgreich ohne Fouls. DerBörsianer des Quartals im Gespräch über eine der spannendsten Restrukturierungsstorys innerhalb des europäischen Versicherungssektors. AUTOR DOMINIK HOJAS FOTOS CLEMENS BEDNAR

Andreas Brandstetter Vorstandsvorsitzender Uniqa Insurance Group AG Geboren 1969 in Schönberg am Kamp. In Wien und Kalifornien absolvierte er sein Studium. Nach einem Ausflug in die Politik, als Geschäftsführer der ÖVP hat er zwei Jahre lang das EU-Büro des Raiffeisenverbands in Brüssel geleitet. Seine Karriere bei Uniqa startete er 1997. Seit Juli 2011 leitet er den Konzern.

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Seitentaufe

A

ndreas Brandstetter, CEO der Uniqa Insurance Group AG (Uniqa), gehört einer neuen Generation von Managern an. Er verzichtet auf einen Chauffeur und ein Büro im letzten Stock des Uniqa-Towers, greift selbst zum Telefonhörer oder speist mit seinen Mitarbeitern in der Kantine. Der gebürtige Niederösterreicher setzt sein ambitioniertes Wachstumsprogramm Uniqa 2.0 bisher kompromisslos um. Das Re-IPO war nur ein erfolgreicher Schritt im Restrukturierungsprozess. Doch wird der Topmanager seine hochgesteckten Ziele erreichen, oder scheitert er letztlich an seinen eigenen Ansprüchen? Wir haben unseren Mann des vierten Quartals in seinem „War Room“ zum Interview getroffen. Herr Brandstetter, sprechen wir über die Ziele von Uniqa 2.0. – Wir haben eine Zeitachse von 2011 bis 2020 definiert. In diesem Zeitraum möchten wir die Kundenanzahl von 7,5 Millionen auf 15 Millionen verdoppeln. Dafür haben wir vier Schwerpunkte definiert: erstens die Profitabilität der Uniqa Österreich steigern, zweitens das Geschäftsvolumen in der Raiffeisen Versicherung erhöhen, drittens rentables Wachstum in der Uniqa International, viertens die Verbesserung des Risikomanagements. Sparen und Wachsen klingt unvereinbar. Wie fällt die Zwischenbilanz aus? – Wie betreuen in der Zwischenzeit rund 9,1 Millionen Kunden. Wachstum und Ertrag schließen sich nicht aus. Für die Umsetzung der Strategie benötigt man Kapital und einen Fokus auf das Kerngeschäft. Bisher haben wir die Medien- und

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Hotelbeteiligungen sowie die Mannheimer AG und das PrivateEquity-Portfolio verkauft, eine börsenfreundliche Konzernstruktur geschaffen und mit dem Re-IPO die Kapitalisierung des Unternehmens sowie die Liquidität der Aktie verbessert. Viele, viele Punkte liegen aber noch vor uns. Die Zwischenziele bis 2015 sind sehr ambitioniert. Um diese zu erreichen, müssen Sie nun jedes Quartal liefern. Damit steigt auch das Risiko, den Markt zu enttäuschen. Angst? – Sie haben recht, die Ziele sind „sportlich“, aber erreichbar. Wir haben bisher alle Versprechen gehalten, so wird es auch diesmal sein. Mit den letzten Quartalen haben wir den Markt sogar positiv überrascht. Ich bin daher für das Gesamtjahr optimistisch, ein Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) von 300 Millionen Euro zu erreichen. Schließen Sie einen Einmaleffekt zur Ergebnisverbesserung aus? – Das wäre ein Foul, also unsportlich. Wir möchten bis 2015 das EGT im Vergleich zu 2010 um 400 Millionen Euro aus wiederkehrenden Ergebnissen, sprich dem regulären Geschäftsbetrieb, erreichen. Kommen wir zur Umsetzung. Die Ertragssteigerung soll primär über die Kostenseite in Österreich kommen. Woher im Detail? – Wir haben vor zwei Jahren langfristige Programme im Sach- und Personalkostenbereich aufgesetzt. Damit verbunden, haben wir die Backofficefunktionen von neun Landesdirektionen

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info fakten WACHSTUMSSTRATEGIE UNIQA 2.0

Kunden von 7,5 Mio. (2010) auf 15 Mio. (2020) verdoppeln EGT bis 2015 um 400 Mio. EUR im Vergleich zu 2010 erhöhen Eigenkapital stärken und Re-IPO durchführen Börsenfreundliche Konzernstruktur, mehr Streubesitz Risk/Return: Risiken in Bilanz deutlich reduzieren Konzentration auf Versicherungsgeschäft in Kernmärkten Profitabilität der Uniqa Österreich stärken Produktivität der Raiffeisen Versicherung erhöhen Rentables Wachstum von Uniqa International

TRANSAKTIONEN SEIT AMTSANTRITT (1. JULI 2011)

2013 2013 2013 2013 2012 2012 2012 2012 2012 2012 2012

Kauf von Basler in Kroatien und Serbien um 75 Mio. EUR Verkauf des Private Equity Portfolios um 400 Mio. EUR Re-IPO im Umfang von 757 Mio. EUR Ergänzungskapitalanleihe 350 Mio. EUR Erwerb von EBRD-Anteilen in Kroatien, Polen, Ungarn Aufstockung an Privatkliniken auf 100 % Verkauf von Hotelbeteiligungen Verkauf des 25-%-Anteils an der Medicur Holding Verkauf Mehrheitsbeteiligung Mannheimer AG Barkapitalerhöhung im Umfang von 500 Mio. EUR Kapitalerhöhung durch Sacheinlage

ANALYSTEN PRO UND CONTRA

Bernd Maurer, Raiffeisen Centrobank AG + Starkes Ergebnismomentum durch Restrukturierung + Deutlich verbesserte Kapitalisierung nach Kapitalerhöhung + Wachstum in CEE durch Nutzung der Raiffeisen-Vertriebsschiene – Zunehmender Preisdruck auf einzelne CEE-Versicherungsmärkte – Niedrigzinsumfeld belastet gesamten Versicherungssektor – Naturkatastrophen als Risiken für Versicherungen Thomas Unger, Erste Group Bank AG + „Re-IPO“ hat den Streubesitz erhöht und Bilanz gestärkt + Das Solvency I Ratio ist bereits höher als jenes der VIG + Kandidat für Aufnahme in den ATX im Frühjahr 2014 + Starke Ergebnisverbesserung in Q2/Q3 durch Effizienzprogramm – Niedrigzinsumfeld übt Druck auf das Finanzergebnis aus – EGT-Ziel 2015 sehr ambitioniert, Risiko für Enttäuschung

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Coverstory

auf fünf reduziert und in zwei Wellen Mitarbeiter abgebaut. Wir werden das Personal am Standort Österreich, da sprechen wir von der Uniqa Holding, der Uniqa Österreich und der Raiffeisen Versicherung, weiter reduzieren. Das ist leider ein Teil des operativen Geschäfts. Aber definitiv nicht in dem Ausmaß wie 2011 und 2012. Wachstum planen Sie hingegen in der Uniqa International ein, woher soll es kommen? – Wir gehen aus keinem Land raus, dafür aber auch in kein neues Land hinein. Ich erwarte mir ein gleichmäßiges Wachstum quer durch alle 15 Länder, in denen wir aktiv sind. Wir waren immer gut beraten, nicht alle Eier in einen Korb zu legen. Ukraine und Russland sind aber nicht zuletzt aufgrund der Bevölkerungsanzahl besondere Hoffnungsmärkte. Gleichzeitig gilt es, in Osteuropa auf die Kosten zu achten: eine unvereinbare Zielvorgabe? – Wir haben die 15 Märkte, davon viele sehr kleine, in einem „Target-Operating-Modell“ länderübergreifend in vier Cluster unterteilt. Damit gelingt es uns, Synergien besser zu nutzen und die Kosten im Vergleich zum Anstieg bei den Kunden unterproportional wachsen zu lassen. Zukäufe sind aktuell kein Thema, das heißt, die Kundenziele sollen ohne Akquisitionen erreicht werden? Das glaube ich nicht. – Sich Kunden mit Akquisitionen zu kaufen wäre eine Selbsttäuschung. Die 15 Millionen Kunden erreichen wir ohne Zukäufe. Ich rechne in den nächsten Jahren aber mit einer weiteren Konsolidierung der Versicherer in Osteuropa. Langfristig werden nur vier Versicherungen, die Allianz, die Generali, die Vienna Insurance Group und die Uniqa, flächendeckend in der Region übrig bleiben. Es werden sich daher Optionen ergeben. Sollte eine Akquisition Sinn machen, halte ich es zu einem späteren Zeitpunkt für möglich. Aber sicher keine Megatransaktionen zu überhöhten Preisen, wie sie Mitbewerber in der Vergangenheit getätigt haben. Stichwort Raiffeisennetzwerk in CEE: Gibt es hier noch viel Potenzial für Wachstum? – Die Raiffeisen Bankengruppe ist seit langem ein Partner, aber auf schwachen Beinen. Die Filialen beginnen erst jetzt, nach dem Abschluss eines neuen zehnjährigen Kooperationsvertrags, Versicherungen als Kernprodukt zu verkaufen. Der Markt ist also noch lange nicht ausgereizt.

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Sprechen wir über den Kapitalmarkt. Erleichtert nach dem erfolgreichen Re-IPO? – Ganz ehrlich, zum Durchatmen bin ich seitdem noch nicht gekommen. Das Re-IPO war ein Turbo für die Umsetzung von Uniqa 2.0. Vieles, was von außen kommt, wie auch Solvency II, macht uns als Unternehmen besser. Mit dem Preis von acht Euro sowie der Nachfrage bei den Investoren war ich zufrieden. Wirklich cool fand ich die hohe Empathie im Unternehmen dafür. Jeder Sechste unserer Mitarbeiter hat Aktien gezeichnet. Wie haben Sie die Uniqa bei den Investoren positioniert? – Wir haben die Uniqa als Restrukturieurungstory in Österreich positioniert. Mit dem Wachstumsjoker Osteuropa, den wir aber nicht einpreisen. Ich habe immer klar gesagt, dass wir an der Region festhalten, denn ohne Osteuropa gibt es keine interessante Wachstumsperspektive. Im Unterschied zu spanischen, deutschen oder holländischen Versicherungen, die stark nach Asien oder Lateinamerika expandieren, sind unsere Kernmärkte in Osteuropa der einzige logische und natürliche Wachstumsmarkt. Vor dem Re-IPO wurden Sie als Nachfolger von Herbert Stepic als CEO der Raiffeisen Bank International genannt. Waren Sie davon genervt? – Es hat mich nicht genervt. Bin ich danach gefragt worden, habe ich dementiert. Es ist für mich eine Ehrensache, meinen Vertrag bis 2016 zu erfüllen. Ich bin bei einem Marathon angetreten, stehe jetzt bei Kilometer 10 und möchte, wenn mir die Aktionäre die Möglichkeit geben, weitermachen. Stichwort Weg. Das Niedrigzinsumfeld spricht nicht für Versicherer. Welche Rolle spielt es bei der Umsetzung Ihrer Strategie? – Ein sehr komplexes Thema. Das Umfeld für Versicherer wird rauer. Wir haben als erste Versicherung in Österreich einen eigenen Chief Risk Officer im Vorstand eingesetzt. Es bedarf heute viel mehr Präzision beim „Risk-Return-Profil“. Da haben wir großen Aufholbedarf zu den europäischen Peers. Dazu benötigen wir bei der Veranlagung mehr Flexibilität. Wir denken die Produktplatte aktuell von A bis Z ohne Tabus durch. Im ersten Quartal 2014 werden wir die neue Strategie präsentieren.

Warum ist das plötzlich ein Thema für die Banken geworden? – In den Banken hat ein Mentalitäts- und Kulturwandel stattgefunden. Jeder Cent an Provision, der über eine Versicherung reinkommt, geht, ohne dass die Bank Risikokapital benötigt, in die „Bottom-Line“. Also Provisionen sind zum ersten Mal in der Geschichte der Banken wertvoll, um Ergebnisziele zu erreichen.

Was kann den Restrukturierungsprozess noch aufhalten? – Es gilt definitiv, dranzubleiben, die Philosophie in die Köpfe von 22.000 Mitarbeiter hineinzubekommen. Ein „Change-Prozess“ ist am Beginn locker, doch mit den vielen tausenden Schritten ist die Versuchung groß, im täglichen Arbeiten nachzugeben und Kompromisse zu machen. Es gibt in der Wirtschaft sicher alles, aber keine Wunder! Am Ende können wir uns bei der Umsetzung von Uniqa 2.0 nur selbst schlagen.

Wie viel muss man an Raiffeisen zahlen, um von dem Netzwerk zu profitieren? – Es ist für beide Seiten ein sehr ertragreicher Vertriebskanal, also eine absolute Win-win-Situation.

Wie legen Sie die zukünftige Kommunikation mit dem Kapitalmarkt an? – Ich kann versprechen: sehr offensiv mit großem persönlichem Einsatz.

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gast kommentar

Erfolgreich. Österreich. Aber wie lange noch?

Peter Brezinschek Initiator proMarktwirtschaft Der studierte Volkswirt hat seine Karriere 1993 in der RZB begonnen, seit 2011 ist er globaler Leiter von Raiffeisen Research.

Gedanken von Peter Brezinschek, Initiator des Denkerkreises „proMarktwirtschaft“ und Chef von Raiffeisen Research, zum neuen Regierungsprogramm und dessen Auswirkungen auf den Standort Österreich.

M

420.000 neuen Jobs von Vizekanzler Michael Spindelegger steht. an muss das erfolgreiche Österreich nicht neu Stichwort Arbeitsmarkt: Hier gibt es im neuen Regierungsproerfinden“, mit diesen Worten präsentierte Bungramm wieder nur minimale Ansätze zu einer Flexibilisierung deskanzler Werner Faymann vor Weihnachten oder einer nennenswerten Senkung der Lohnnebenkosten, die in das neue Regierungsprogramm. Der kritische Beobachter fragt der letzten Regierungsperiode sogar stärker gestiegen sind als die sich angesichts dieser selbstzufriedenen Bestandsaufnahme, ob Löhne selbst. Eine Steuerstrukturreform mit Entlastung des Faktors es dem Land denn tatsächlich so gut geht, als dass wir uns nicht Arbeit ist überfällig. Das Beispiel Deutschland zeigt, dass eine steizumindest teilweise doch neu erfinden müssten. Die Antwort ist gende Beschäftigung und ein höheres Pensionsantrittsalter kein einfach: Nein, tut es nicht! Und die Tatsache, dass sich die BundesWiderspruch sind. Während wir ein bescheidenes Ansteigen um regierung in den nächsten fünf Jahren lieber auf eine 112 Seiten 1,6 Jahre bis 2018 erreichen wollen, hat es in Deutschland fünf Jahstarke Liste von Einzelmaßnahmen anstatt auf dringend notwenre nach der Rentenreform einen Anstieg um drei Jahre gegeben. dige grundlegende Strukturreformen konzentrieren will, ist höchst Ohne weitere konkrete Maßnahmen ist das Erreichen selbst dieses alarmierend. vorsichtigen Ziels wenig realistisch. Wieder stehen beim Budget Einnahmensteigerungen anstelle von Erfreulich ist lediglich, dass die Regierung die Bedeutung des KaAusgabenkürzungen und Effizienzsteigerungen im Vordergrund. pitalmarkts als Mittel zur Unternehmensfinanzierung erkennt. Die Elemente eines „großen Wurfs“ wie eine Aufgabenreform und die geplanten Erleichterungen zur Aufnahme von Eigenkapital sollten damit verbundene Absenkung der Abgabenquote in Richtung des leicht positive Effekte für die Kapitalausstattung von KMUs und daOECD-Durchschnitts fehlen. Während die Erhöhung der indirekmit deren Stabilität haben. Ich denke aber dennoch, dass die heimiten Steuern auf Alkohol, Tabak und Autofahrer noch mit positiven sche Politik die Funktion des Finanzmarkts weiterhin unterschätzt. Effekten für das Gesundheitswesen und die Umwelt argumentiert Es gibt im Regierungsprogramm wieder kein Bekenntnis zu Privawerden können, wirken andere Einnahmensteigerungen bloß tisierungen, die wichtige Impulse für die Wiener Börse geben und standortverteuernd. den Standort stärken könnten. So bleiben die KapitalmarktbeteueAuch die Erhöhung der Bankenabgabe wird bei der Kreditverrungen bloße Lippenbekenntnisse. Es stimmt, Österreich ist (noch) gabe vor allem an KMUs und damit bei wichtigen Investitionen in vielen Bereichen erfolgreich. Ich befürchte allerdings, dass wir in unsere Wettbewerbsfähigkeit negativ zu Buche schlagen, weil diese Aussage nach weiteren fünf Jahren den Banken mit der Einführung der neuQuasi-Stillstand in dieser Form nicht mehr en Eigenkapitalrichtlinien unter Basel III tätigen können werden. Oder, um es im schon schmerzhafte Maßnahmen auferlegt Stil des neuen Regierungsprogramms zu wurden. Mit abnehmender Standortattraksagen: Erfolgreich. Österreich. Reformen. tivität sind Arbeitsplätze gefährdet, was im Jetzt! glatten Widerspruch zu den angekündigten Peter Brezinschek

Elemente eines großen Wurfes fehlen.

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ran king Die 50 wichtigsten IR-Manager Österreichs

I

1. Platz Harald Hagenauer Österreichische Post AG

nvestor-Relations-Manager (IR-Manager) bilden die Verbindung zwischen dem Kapitalmarkt und den börsennotierten Unternehmen. Ihr Job ist es, Fondsmanager, Analysten, Journalisten und Privatanleger zeitnah über alle relevanten Nachrichten und Ergebnisse zu informieren und darzulegen, warum es sich lohnt, ausgerechnet in Aktien ihres Unternehmens zu investieren. DerBörsianer hat sich im „Ranking der 50 wichtigsten IR-Manager“ auf die Suche nach den Besten, für den Kapitalmarkt besonders Wichtigen dieser Zunft begeben. Wahlberechtigt waren alle nominierten IR-Manager. Die Kolleginnen und Kollegen haben sich dafür gegenseitig bewertet. Die Redaktion hatte keinen Einfluss auf das Ergebnis. Nicht berücksichtigt wurde Andreas Wollein, Verbund AG. Auf persönlichen Wunsch wurde Wollein von DerBörsianer freiwillig aus der Wertung genommen.

Topplatzierungen Der Sieger des Rankings ist Harald Hagenauer (Platz 1) von der Österreichischen Post AG. Der allseits beliebte IR-Manager und Vorsitzende des Vorstands im Cercle Investor Relations Austria (CIRA) wurde von seinen Kollegen mit fast 90 Punkten und mit deutlichem Abstand auf Platz eins gewählt. Ihm folgen Hannes Roither (2), Palfinger AG, und Matthias Stieber (3), Telekom Austria AG, der auf dem dritten Platz liegt. Ob Zufall oder Bestätigung, mit Gerda Königstorfer (4) und Diana Klein-Neumüller (5) werden die ersten fünf Plätze ausschließlich von Vorständen der CIRA belegt.

Marktsegmente 74 Prozent der nominierten Manager arbeiten für Unternehmen aus dem Prime Market der Wiener Börse. Für eine Überraschung sorgte Milena Ioveva (12) von der Porr AG. Sie ist nicht nur unter den Top Ten der Wertung, sondern gewinnt die Wertung der weniger liquiden Aktien aus dem Standard Market Auction und Standard Market Continuous der Wiener Börse. Unter den Managern befinden sich auch drei aus dem Ausland. Klaus Fahrnberger (28) von Bet-at-Home.com AG aus Frankfurt, Kerstin Schabhüttl (43) von Update Software AG, ebenfalls aus Frankfurt, und Moritz Gmeiner (48) von AMS AG aus Zürich.

info ranking BEWERTUNGSKRITERIEN

Alle 50 nominierten Kandidaten konnten sich gegenseitig bewerten. Das Ergebnis des Rankings wurde mit dem Mittelwert aller Bewertungen berechnet und in Prozent umgewandelt. Eine Person kann maximal eine Bewertung von 100 Prozent erreichen. Bei Punktegleichheit zweier oder mehrerer Personen entscheidet die höchste Einzelbewertung. Die Kandidaten konnten keine Bewertung für sich selbst abgeben.

2. Platz Hannes Roither Palfinger AG

3. Platz Matthias Stieber Telekom Austria AG

TOP 5 KLEINE MARKTSEGMENTE

12. Platz

Milena Ioveva

21. Platz

Ralf Burchert

25. Platz

Paul Rettenbacher

33. Platz

Wolfgang Spiller

40. Platz

Michaela Andritsch

Porr AG BWT Aktiengesellschaft Teak Holz International AG Schlumberger AG Hirsch Servo AG

Frauenquote Knapp ein Drittel der IR-Manager sind weiblich. Gerda Königstorfer (4) vom Feuerwehrausrüster Rosenbauer International AG führt knapp vor Diana Klein-Neumüller (5) von der Strabag SE und der IR-Managerin der Vienna Insurance Group AG Nina Higatzberger (9) die Liste der Top-Damen an. TOP 5 IR-MANAGERINNEN

4. Platz

Gerda Königstorfer

5. Platz

Diana Klein-Neumüller

9. Platz

Nina Higatzberger

11. Platz

Judit Helenyi

12. Platz

Milena Ioveva

Rosenbauer International AG Strabag SE Vienna Insurance Group AG Flughafen Wien AG Porr AG

Liste zum Download: www.derboersianer.com/ranking

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Platz Punkte

Name

Unternehmen

Marktsegment

1.

89,29

Trend

Hagenauer Harald

Österreichische Post AG

Prime Market

2.

77,14

Roither Hannes

Palfinger AG

Prime Market

3.

75,00

Stieber Matthias

Telekom Austria AG

Prime Market

4.

68,57

Königstorfer Gerda

Rosenbauer International AG

Prime Market

5.

67,86

Neumüller-Klein Diana

Strabag SE

Prime Market

6.

65,71

Sommerauer Thomas

Erste Group Bank AG

Prime Market

7.

65,00

Fleischer Peter

Voestalpine AG

Prime Market

8.

58,57

Theyer Martin

AT&S AG

Prime Market

9.

55,00

Higatzberger Nina

Vienna Insurance Group AG

Prime Market

10.

52,14

Ofner Klaus

Wienerberger AG

Prime Market

11.

51,43

Helenyi Judit

Flughafen Wien AG

Prime Market

12.

49,29

Ioveva Milena*

Porr AG

Standard Market Auction

13.

49,29

Langer Susanne*

Raiffeisen Bank International AG

Prime Market

14.

48,57

Schütz Florian*

Schoeller-Bleckmann Oilfield Equipment AG

Prime Market

15.

48,57

Buchbauer Michael*

Andritz AG

Prime Market

16.

48,57

Kniep Stephanie*

Lenzing AG

Prime Market

17.

48,57

Marin Stefan*

Semperit AG Holding

Prime Market

18.

47,86

Rüsch Felix

OMV AG

Prime Market

19.

46,43

Taverne Manuel*

Polytec Holding AG

Prime Market

20.

46,43

Schönauer Stefan*

Immofinanz AG

Prime Market

21.

45,71

Burchert Ralf

BWT Aktiengesellschaft

Standard Market Auction

22.

44,29

Handl Marcus

Kapsch Trafficcom AG

Prime Market

23.

42,86

Kuchelbacher Simon

RHI AG

Prime Market

24.

40,00

Haider Hannes*

Agrana Beteiligungs-AG

Prime Market

25.

40,00

Rettenbacher Paul*

Teak Holz International AG

Standard Market Continuous

26.

37,86

Thurnberger Christoph*

CA Immobilien Anlagen AG

Prime Market

27.

37,86

Billek Clemens*

Conwert Immobilien Invest SE

Prime Market

28.

36,43

Fahrnberger Klaus

Bet-at-Home.com AG

Entry Standard (Frankfurt)

29.

34,29

Glinz Stefan

Uniqa Insurance Group AG

Prime Market

30.

32,86

Reidinger Gerald*

EVN AG

Prime Market

31.

32,86

Hochrieser Erika*

Frauenthal Holding AG

Prime Market

32.

32,14

Albrecht Harald

Zumtobel AG

Prime Market

33.

31,43

Spiller Wolfgang

Schlumberger AG

Standard Market Auction

34.

30,71

Skoko Bosko

S Immo AG

Prime Market

35.

30,00

Folian Daniel

Warimpex Finanz- und Beteiligungs AG

Prime Market

36.

29,29

Sweerts-Sporck Stephan

Mayr-Melnhof Karton AG

Prime Market

37.

28,57

Schrenk Daniela

Do & Co AG

Prime Market

38.

27,86

Demmelhuber Felix*

Amag Austria Metall AG

Prime Market

39.

27,86

Hötzinger Peter*

Cenutry Casinos Inc

Prime Market

40.

27,14

Andritsch Michaela*

Hirsch Servo AG

Standard Market Continuous

41.

27,14

Tesar Alexander*

Ottakringer Getränke AG

Standard Market Auction

42.

25,00

Goyer Nadja

High Tech Industries AG

Mid Market

43.

23,57

Schabhüttl Kerstin*

Update Software AG

General Standard (Frankfurt)

44.

23,57

Bachelot-Fontaine Laetitia*

Valneva SE

Prime Market

45.

22,14

Weixelbaumer-Pekari Valerie

Miba AG

Standards Market Auction

46.

21,43

Vomela Martina*

Bene AG

Mid Market

47.

21,43

Popova Ljudmila*

Atrium European Real Estate Ltd

Standard Market Continuous

48.

20,00

Gmeiner Moritz

AMS AG

Main Standard (Zürich)

49.

19,29

Tasek Karolina

Wolford AG

Prime Market

Andreas Wollein**

Verbund AG

Prime Market

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* Bei Punktegleichheit zählt die höchste Einzelbewertung. ** Von der Redaktion aus der Wertung genommen.

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info statistik ABGESAGTE BÖRSENGÄNGE

IPO Constantia Flexibles

2013

CANCELLED

IPO Isovoltaic

2011

CANCELLED

IPO Saubermacher

2008

CANCELLED

IPO Knapp

2008

CANCELLED

IPO Energie AG

2008

CANCELLED

IPO Frequentis

2007

CANCELLED

IPO Breitenfeld

2007

CANCELLED

Der siebente Akt im Trauerspiel Bei Börsengängen heimischer Unternehmen ist der Wurm drin. DerBörsianer beschreibt, woran es hakt, warum Eigentümer die Gefahr des Scheiterns in Kauf nehmen und die Manager an ihrem Gängelband hängen. AUTOR ROBERT WINTER FOTO TUPUNGATO / SHUTTERSTOCK

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IPO

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lich sieben Unternehmen in den vergangenen sieben Jahren. 2007 hatte die Wiener Technologiefirma Frequentis AG ihr IPO abgesagt, gegen Ende 2007 widerfuhr dem steirischen Stahlhersteller Breitenfeld AG dasselbe Schicksal. Anfang 2008 wurde bekannt, dass der Teilbörsengang der oberösterreichischen Energie AG ad acta gelegt werden musste. Im selben Jahr scheiterte der Börsengang des steirischen Entsorgungsunternehmens Saubermacher Dienstleistungs AG (Saubermacher) ebenso wie jener des steirischen Lagerlogistik- und Automationsanbieter Knapp AG. 2011 widerfuhr Isovoltaic AG, Spezialist bei der Entwicklung und Produktion von Rückseitenfolien für Fotovoltaikmodule, dasselbe Schicksal. Das jüngste Beispiel für einen fehlgeschlagenen Börsengang lieferte der Verpackungskonzern Constantia Flexibles AG. Somit bleibt es vorerst dabei, dass in den vergangenen sechs Jahren mit Strabag SE, Kapsch Trafficcom AG, Amag Austria Metall AG (Amag) und Österreichische Staatsdruckerei nur vier österreichische Unternehmen den Sprung auf das Börsenparkett schafften.

Boom und Wachkoma

A

nno 2010 machte der Ausbruchs eines Vulkans unter dem isländischen Gletscher mit dem sperrigen Namen Eyjafjallajökull Fluggästen schwer zu schaffen. Wegen der Aschenwolke, die Europas Himmel eintrübte, blieben viele Flugzeuge auf dem Boden, die Anzeigetafeln der Flughäfen zeigten häufig den leuchtenden Zusatz „cancelled“. An den Börsen spielen Vulkane und Aschenwolken keine Rolle. Aber bei versuchten Börsengängen lag und liegt häufig ein finsterer Schatten über dem einen oder anderen heimischen Aspiranten. Mehrere starteten in den vergangenen Jahren einen Versuch, nur wenige hoben tatsächlich ab. Im Zusammenhang mit IPOs (Initial Public Offering) verheißt „cancelled“, also abgesagt, wie im Flugverkehr nichts Gutes. Die Liste derer, die sich bereits einmal an einem Börsengang versuchten, um letztlich doch zu scheitern, ist lang. Sie umfasst näm-

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Dagegen herrscht an den internationalen Börsen rege Betriebsamkeit. Laut einer aktuellen Studie von Ernst & Young (EY) wurden 2013 weltweit mehr Börsengänge verzeichnet als im Vorjahr. Auch das Emissionsvolumen lag über dem Niveau von 2012. In Zahlen: Im Jahresvergleich stieg die Anzahl der Börsengänge von 837 im Vorjahr auf zuletzt 864. Das gesamte Emissionsvolumen stieg im selben Zeitraum um 27 Prozent von 129 auf 163 Milliarden US-Dollar. Gerhard Schwartz, Partner bei EY Österreich: „Die Rahmenbedingungen für Börsengänge sind derzeit gut. Die Niedrigzinspolitik der Notenbanken, hohe Bewertungen und verbesserte Konjunkturaussichten ebnen den Unternehmen wieder den Weg an die Börse.“ Es stellt sich die Frage, woran es liegt, dass Österreich in puncto Börsengängen förmlich im Wachkoma liegt. Es stellt sich auch die Frage, ob der eine oder andere ehemalige Börsenaspirant auf absehbare Zeit einen neuen Anlauf starten wird und ob es dazu bereits konkrete Pläne gibt. An der Qualität der heimischen Unternehmen liegt es in der Regel nicht, dass Börsengänge scheitern. Einem Gros der Lenker von Börsenaspiranten wird hohe Managementkompetenz und Fachexpertise eingeräumt. Viele der betroffenen Konzerne punkten mit Technologieführerschaft, einem funktionierenden Geschäftsmodell und der Stärke, im internationalen Wettbewerb bestehen zu können. Deutlich schwieriger wird es bei der Erwartungshaltung der Eigentümer. Martin Hinteregger, Head of Corporate Finance/Equity Markets der Erste Group Bank AG: „Börsengänge sind nicht zu konstruieren. Die Story muss gut sein, das Unternehmen muss innerhalb der Branche hervorragend positioniert sein. Wertorientierte Unternehmensführung und die Generierung von Cashflows sind ausschlaggebend. Beim Emissionspreis müssen Eigentümer flexibel sein. In manchen Fällen ist es klar, dass es ohne einen

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Discount von 15 bis 20 Prozent nicht geht. Besser auf die harte Tour als gar nicht.“

Keine Lernkurve Genau an diesem Punkt hakt es häufig. Das ist auch ein Thema, das Finanzprofis auch bei dem gescheiterten Börsengang von Con­ stantia Flexibles AG frustriert. Alois Wögerbauer, Chef der 3Banken­ Genrali­Fondsgesellschaft: „Aus Sicht von Constantia Flexibles war ein IPO überhaupt nicht nötig, weil nur ein Teil der Mittel aus dem Börsengang in das Unternehmen geflossen wäre.“ Kein gutes Haar lässt der Experte an den Emissionsbanken Deutsche Bank, Gold­ man Sachs und JP Morgan. Wögerbauer: „Die Vorbereitung war schlecht, ich sehe keine Lernkurve. An sich ist der Kapitalmarkt aufnahmefähig. Aber es bringt nichts, den Emissionspreis so weit oben anzusetzen. Noch dazu wurde die heimische Börse im Zuge der Vorbereitungen völlig links liegen gelassen.“ In dasselbe Horn stößt Raiffeisen­Capital­Management­Fondsma­ nager Günther Schmitt: „Wegen der höheren Aufmerksamkeit wäre es klüger gewesen, ein Hauptlisting in Österreich anzustreben. Es hat sich wieder einmal gezeigt, dass Anleger nicht zu jedem Preis kaufen. Man war einfach zu gierig. Bei einem Preis von 15 oder 16 Euro je Aktie wäre das IPO ein Bombenerfolg geworden.“ Für Ro­ land Neuwirth, Fondsmanager bei Salus Alpha, wiederholt sich die Geschichte. Neuwirth: „Die Deutsche Bank ist bereits beim versuch­ ten Börsengang von Breitenfeld gescheitert. Constantia Flexibles ist eine neuerliche Fallstudie dafür, wie man nicht vorgehen sollte.“ Aus Sicht des Mehrheitseigentümers One Equity Partners, der Pri­ vate­Investment­Sparte von JP Morgan Chase, sieht man es natur­ gemäß anders. Man lässt über einen Sprecher bezüglich der Höhe des Emissionspreises ausrichten: „Zum Thema Bewertung äußern wir uns grundsätzlich nicht. Es wurde entschieden, das IPO der Constantia Flexibles nicht weiter zu verfolgen, da kein zufrieden­ stellender Abschluss der Transaktion, einschließlich der Entwick­ lung am Sekundärmarkt, gewährleistet werden konnte.“ Zusätzlich besteht laut One Equity Partners kein weiterer Handlungsbedarf. „Die Entwicklungsaussichten des Unternehmens sind durchwegs positiv. Wir haben keinen Zeitdruck, Anteile abzugeben. Es beste­ hen weiterhin alle strategischen Optionen.“ Beim weiteren Fort­

gang könnte es anders kommen als gedacht. Steht doch seit ge­ raumer Zeit im Raum, dass sich JP Morgan Chase von One Equity Partners trennen will. Laut der Nachrichtenagentur Reuters haben Finanzinvestoren wie Blackstone, EQT sowie CVC Interesse an ei­ nem Kauf signalisiert.

Lange Gesichter Fakt ist, dass durch ein geplatztes IPO der Flexibles auf mehreren Seiten Hoffnungen zerschlagen werden. Bei Constantia Flexibles AG sind das Unternehmen selbst und Turnauer­Erbin Christine de Castelbajac als Koeigentümerin von Constantia Flexibles AG eben­ so betroffen wie der Mehrheitseigentümer One Equity Partners. Letzterer verfolgte das Ziel, seinen Anteil an Constantia Flexibles, der bei etwa 75 Prozent liegt, zu reduzieren. Thomas Unger, CEO von Constantia Flexibles AG, bleibt nach dem gescheiterten Bör­ sengang der Zugang zu zusätzlichen Opportunitäten verschlossen. Unger: „Ein Börsengang ist prinzipiell immer attraktiv, da er neue Möglichkeiten der Finanzierung über den Kapitalmarkt bietet.“ Stellt sich die Frage, ob nicht auch das ursprünglich geplante Dop­ pellisting an der Frankfurter und der Wiener Börse ein Hemmschuh für das IPO war. Unger: „Nein. Tatsache ist, dass der M­DAX eine höhere Liquidität und geringere Volatilität als die Wiener Börse hat. Trotzdem wollten wir als Unternehmen mit Sitz in Wien auch an die Wiener Börse gehen, um die Möglichkeiten, die diese Börse bietet, zu nutzen.“ Übrigens: Wie Constantia Flexibles wurde auch der Alukonzern Amag aus der Constantia Packaging AG des Turnauer­Imperiums herausgelöst. Im Unterschied zu Spezialisten für Kunststoffver­ packungen schaffte es Amag an die Börse. Anleger wurden nach anfänglichen Geburtswehen nicht enttäuscht. Der Name Turnau­ er tauchte auch in einem anderen Fall auf. So wollte Stanislaus Turnauer vor rund zwei Jahren Anteile seines Fotovoltaikzuliefer­ unternehmens Isovoltaic AG über die Börse verkaufen. Daraus wurde jedoch nichts, wiederum war der Preis potenziellen In­ vestoren zu heiß. Und derzeit deutet auch nichts darauf hin, dass das Unternehmen einen neuerlichen Anlauf starten wird. Thomas Rossegger, Isovoltaic­Vorstands­Chef: „Isovoltaic ist im April 2011 aufgrund einer Eigentümerentscheidung nicht an die Börse gegan­

info wissen DIE ZUTATEN FÜR EIN IPO

Die Basis, dass ein Börsengang gelingt, liegt im Unternehmen selbst. Zutaten für ein erfolgreiches IPO sind zudem etwa eine gute Positionierung innerhalb der Branche, Technologieführerschaft und Innovationsstärke sowie klare Strategien. Entscheidend ist, welche Erwartungshaltung die Eigentümer hegen. Ist ein IPO beschlossene Sache, braucht es im Schnitt vier bis sechs Monate vom Kick-off bis zur Börsenplatzierung. Wie hoch die Kosten eines Börsengangs ausfallen, hängt von Börsenplatz und der Bedeutung des Deals ab. Martin

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Hinteregger, Head of Corporate Finance / Equity Markets der Erste Group Bank AG, gießt in Zahlen, mit welchen Kosten für gewöhnlich zu rechnen ist. Bei einem Volumen von 100 Millionen Euro beträgt die Bankprovision rund drei Prozent, für Anwälte und Wirtschaftsprüfer gehen im Schnitt drei bis fünf Prozent drauf. In Summe kommt man bezogen auf die 100 Millionen also auf sechs bis sieben Millionen Euro an Kosten, wobei Werbekampagnen nicht eingerechnet sind. Faustregel: Je größer der Deal ist, desto flacher wird die Kostenkurve.

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IPO

gen. Wir haben dieses Thema damit für uns abgeschlossen. Über etwaige zukünftige Entscheidungen der Eigentümer können wir nichts sagen.“

Transparenzdefizit Auch die wenig informativen Aussagen zur Vergangenheitsbewältigung zeigen, dass Konzernlenker kaum bereit sind, Klartext zu reden. Das ist kein Wunder. Die Manager hängen sowohl vor einem versuchten Börsengang als auch nach dessen Scheitern am Gängelband der Eigentümer. Dementsprechend zurückhaltend gibt man sich auch bei Saubermacher. Zu Fragen bezüglich Finanzierungsquellen oder zur ehemaligen Entscheidung, „nicht unter Wert verkaufen zu wollen“, wie der damalige Unternehmenschef Hans Roth anlässlich des vormals versuchten IPOs betont hatte, gibt man keine Auskunft. Auch zu möglichen Plänen für einen neuerlichen Versuch, an die Börse zu gehen, will man nichts sagen. Auf Anfrage an Vorstandsvorsitzenden Horst Pirker antwortet die Pressestelle per E-Mail: „Nach Rücksprache mit DDr. Pirker muss ich Ihnen leider mitteilen, dass wir uns zu den Fragen nicht äußern werden, da uns dieses Thema kurz- und mittelfristig nicht beschäftigt.“ An Beschäftigung mangelt es laut Branchengerüchten beim Baukonzern Porr AG kaum. So macht die Kunde Runde, dass bei Porr AG ein Re-IPO samt einer deutlichen Erhöhung des Streubesitzes nahen könnte. Details dazu werden verständlicherweise nicht be-

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kanntgegeben. Das Unternehmen lässt über Manfred Waldenmair, Managing Partner bei be.public Corporate & Financial Communications, via E-Mail ausrichten: „Ob und welche Kapitalmarktmaßnahmen die Porr im kommenden Jahr setzen wird, steht zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht fest. Die Gesellschaft prüft verschiedene Optionen und wird sich erst nach Abschluss dieses Prozesses entscheiden. Somit gibt es auch keine Timings oder Zahlen.“ Sollte das Re-IPO tatsächlich Form annehmen, bleibt zu hoffen, dass Christian Maier, Finanzvorstand von Porr AG, mehr Fortuna hat als im Jahr 2011. Damals war Maier für Isovoltaic AG tätig und musste zusehen, wie der Börsengang platzte.

Doppelt gemoppelt Bleibt noch die Frage, warum sich manche Börsenaspiranten und Unternehmen, denen der Sprung auf das Börsenparkett gelungen ist, für ein Hauptlisting in Frankfurt entscheiden oder bestenfalls ein Zweitlisting in Wien anstreben. Erste-Group-Experte Hinteregger: „Ob man in Wien oder Frankfurt gelistet ist, ist mittlerweile schon egal. Beide Börsen sind an Xetra angebunden. Wo die Server stehen, spielt keine Rolle. Ein Listing in Frankfurt wird wohl nur aus Imagegründen angestrebt.“ Ob das tatsächlich bei Unternehmen, die nicht an der Wiener Börse vertreten sind, wie AMS AG, BioEnergy International AG, CAT Oil AG, Update Software AG, bet-at-home. com AG oder Sanochemia AG, der Fall ist, sei dahingestellt.

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Banker unter Stress Drei Buchstaben, drei Ziele, drei Herausforderungen. Die Europäische Zentralbank bringt mit ihrem Bilanzcheck AQR 128 Bankchefs ins Schwitzen. DerBörsianer hat drei davon nach ihrem Stressfaktor befragt. AUTOR LUKAS SUSTALA

E

s ist „erst der Anfang“. Mario Draghis (im Bild l.) Versprechen in einem Interview mit dem Nachrichtensender CNBC klingt wie eine Warnung für jene 128 Banken, deren Bilan­ zen die Frankfurter Währungshüter künftig unter die Lupe nehmen. Frankfurt ist ab 2014 nicht nur für die Geldpolitik, sondern auch für die Bankenaufsicht verantwortlich. Damit werde sich das Verhältnis der Banken zu ihren Aufsehern, der Europäischen Zen­ tralbank (EZB) in Frankfurt, „grundlegend ändern“, sagt Draghi. Doch ehe der Italiener seine Aufgabe in der neuen europäischen Bankenunion übernimmt, unterwirft er die Banken einem Asset Quality Review (AQR). Dieser Bilanzcheck hat offiziell drei Ziele: Transparenz, Korrekturen, Vertrauensbil­ dung. Was auf den ersten Blick nach politi­ schen Slogans klingt, soll für Europas Ban­ kensektor einen echten Wandel bringen: Die EZB will faule Kredite auf den Bankbilanzen in Europa aufdecken (Transparenz), die Ban­ ken – wenn notwendig – zu mehr Eigenka­ pital und höheren Risikovorsorgen verplich­ ten (Korrekturen) und damit das Vertrauen von Investoren in die Geldinstitute wieder­ herstellen (Vertrauensbildung). Wie wichtig das AQR damit ist, betonen Draghi und sei­ ne Kollegen allerorten. Als Ignazio Angeloni im Oktober die Details des Bankenchecks vorstellte, gebrauchte der Italiener und bei der EZB für die Finanzstabilität Verant­ wortliche zwölfmal das Wort „important“ in seiner Rede.

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Europas Banken haben nach wie vor ein Vertrauensdefizit. Wer das nicht glaubt, braucht nur einen Blick auf die Aktienmärk­ te werfen. Vergleicht man dort das europä­ ische Bankensystem mit jenem in den USA oder UK, wird klar: Investoren glauben nicht, was in den Büchern von Europas börsen­ notierten Banken steht. Der Marktwert der Geldhäuser wird weiterhin mit einem Ab­ schlag von knapp 30 Prozent zum Buchwert gehandelt. In den USA hingegen hat sich das Misstrauen der Bankaktionäre schon in Luft aufgelöst.

Herausforderungen in Österreich Auch sechs österreichische Banken mit knapp 480 Milliarden Euro an Bilanzsumme werden unter die Lupe genommen: die Ers­ te Group Bank AG, aus dem Raiffeisen­Sek­ tor die Raiffeisen Zentralbank, die Raiffeisen Landesbank Wien­Niederösterreich und die Raiffeisen Landesbank Oberösterreich so­ wie die Bawag PSK und die teilverstaatlich­ te Österreichische Volksbanken AG (ÖVAG). DerBörsianer hat sich bei den Instituten umgehört, welche Herausforderungen bei der Umsetzung dort gesehen werden. Drei Antworten stechen hervor: Zeitdruck, Definitionen, und Kapital. Die bisherigen Diskussionen in Frankfurt seien „globaler Natur“ gewesen, sagt Byron Haynes, Vor­ standsvorsitzender der Bawag PSK, im Ge­ spräch mit DerBörsianer. „Die Hauptsache ist, dass es faire Wettbewerbsbedingungen

über 18 Länder hinweg gibt. Daher geht es auch um technische Definitionen, etwa wann ein Kredit als ‚forborne‘ klassifiziert ist.“ In diesem Fall hat eine Bank etwa ei­ nen Zahlungsaufschub gewährt oder einen Kredit restrukuriert, doch nach wie vor ist unklar, wann solche „Forborne“­Forderun­ gen als „non­performing“, also faul, ein­ gestuft werden. Haynes erhofft sich Ende Jänner ein „Manual“, eine Bedienungsan­ leitung, aus Frankfurt. Man wisse nur, dass einige Problemfelder für andere Länder, etwa Schiffskredite oder Staatsanleihen, in Österreich kaum ein Thema sind. Auch der Risikovorstand der RZB, Johann Strobl, erwartet noch genauere Vorgaben: „Derzeit müssen tatsächlich noch einige Punkte rund um den Asset Quality Review geklärt werden. Der weitere Zeitplan zählt da auch dazu.“ Klar ist vorerst, dass die EZB die von den Banken eingereichten Daten bis Ende Jänner, Anfang Februar prüfen wird. Dann verschickt Frankfurt Briefe, in denen Klar­ stellungen oder weiterreichende Transpa­ renz eingefordert wird. Bei der RLB Wien/ NÖ arbeite man „mit Hochdruck an der Vorbereitung des AQR“. Vorstandsvorsit­ zender Klaus Buchleitner sprach jüngst im Club der Wirtschaftspublizisten von einem hohen Aufwand, weil die „höchst knappen Experten in Regulierungsfragen auch noch ein AQR erfüllen müssen“. Den „enormen Zeitdruck“ bezeichnete Buchleitner zudem als Nachteil. Auf Nachfrage von DerBör­ sianer Ende Dezember hieß es, der Auf­

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Der Aufwand ist sehr hoch. Klaus Buchleitner

wand für die fristgerechte Übermittlung der Daten an Frankfurt sei „sehr hoch“, weil die Bank bestehende Daten in zukünftige Meldeformate übertragen musste. Tatsächlich erwartet auch Stefan Pichler, Professor an der Wirtschaftsuniversität Wien, dass gerade die beiden RaiffeisenLandesbanken, die erstmals von der EZB geprüft werden, „am ehesten technische Probleme haben könnten“. Sie hätten bisher selten mit europäischen Regulatoren zu tun gehabt, lediglich mit den Ratingagenturen. Insgesamt ist Pichler aber mit Prognosen zurückhaltend. Problembereiche oder gar Kapitalbedarf ließen sich schwer abschätzen: „Es gibt noch hunderte Details, die unklar sind.“ Denn im Bankgeschäft gebe es nun einmal so manche österreichische Eigenheit, von Patronatserklärungen, Strukturen im Genossenschaftsbereich bis

hin zu Nachschussverpflichtungen. Wie ein europäischer Regulator diese beurteilt, sei aber noch nicht absehbar. Klar ist für Michael Mauritz, Sprecher der Erste Group, aber, dass „die Vereinheitlichung der Aufsicht den Fokus weg von der lokalen Kundenbeziehung ziehen wird“. Zwar sieht er wie auch die Vertreter der anderen österreichischen Banken es „positiv, dass es zu einer europäischen Harmonisierung kommt“. Doch die Zentralisierung müsse mit Maß und Ziel kommen.

Störgeräusche vor Stresstest Überhaupt ist nach wie vor unklar, wie nationale und europäische Aufseher zusammenarbeiten werden. 2011 und 2012 etwa hatte es zwischen der in London ansässigen Europäischen Bankenaufsicht EBA und nationalen Watchdogs erhebliche Verstimmungen wegen der europaweit durchgeführten Stresstests gegeben. Im Juni 2011 hatte Jochen Sanio, der damalige Chef der deutschen Bankaufsicht BaFin, der Europäischen Bankenaufsicht EBA die Legitimität abgesprochen und davor gewarnt, dass die Behörde in „Misskredit“ komme. Gerade wegen der Störgeräusche bei den vergangenen Stresstests dürfte die EZB 2014 besonders genau schauen, ist etwa Guntram Wolff überzeugt. Denn auf das AQR folgt im Herbst 2014 noch ein Stress-

test. Der Leiter des Brüsseler Thinktanks Bruegel hält es für einen „drängenden Schritt, dass wir 2014 einen harten und astreinen Stresstest bekommen, der die Banken auf Herz und Nieren prüft. Dazu gehört auch, dass die EZB offiziell bekanntgibt, bei welchen Instituten sie Bauchschmerzen hat und wer daher neues Eigenkapital aufnehmen muss.“ Das bedeutet, dass einige der 128 Institute wohl bei dem Stressfall durchfallen werden. Dabei ist nach wie vor nicht klar, wo das neue Kapital herkommt. Denn die Finanzminister in Europa haben sich nicht auf einen gemeinsamen Fonds zur Rekapitalisierung im Krisenfall geeinigt. Ein Aufseher in Frankfurt sagte im Novem-

inv

Zeitplan ist noch abzuklären. Johann Strobl

info wissen SÄULENKUNDE

Die Europäische Bankenunion beruht auf drei Säulen und vielen Akronymen. Aufsicht, Abwicklung und Einlagensicherung müssten laut Ökonomen auf europäischer Ebene sein, damit die Union effektiv sein kann. Die gemeinsame Bankenaufsicht (SSM, Single Supervisory Mechanism) ist damit ein Teil der Antwort Europas auf die mancherorts weiter schwelende Bankenkrise. Die Europäische Zentralbank in Frankfurt übernimmt Ende 2014 die Hauptrolle der Aufsicht und wird künftig 128 Banken mit rund 85 Prozent der gesamten Bankbilanzsumme in Europa beaufsichtigen. Das macht knapp 27.000 Milliarden Euro an Krediten, Wertpapieren und anderen Aktiva aus, die es zu überwachen gilt. Bevor die EZB die Aufgabe aber übernimmt, will sie

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einen Bilanzcheck durchführen (AQR), damit sie nicht zu einem späteren Zeitpunkt mit Altlasten konfrontiert ist. Doch abseits des SSM bleibt noch vieles vage. Die zweite Säule, der Abwicklungsmechanismus (SRM, Single Resolution Mechanism), sieht zwar einen europäischen Abwicklungsfonds vor, allerdings dürfte dieser erst in zehn Jahren gefüllt sein. Bis dahin ist die Rolle nationaler Fonds und Aufseher im Krisenfall zentral, darauf einigten sich die EU-Finanzminister im Dezember. Die dritte Säule wiederum, eine gemeinsame Einlagensicherung, ist noch weiter entfernt. Hier haben sich die europäischen Länder nur verständigt, dass sie nationale Sicherungssysteme schaffen.

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Banken

ber zu DerBörsianer, dass in Deutschland und Österreich wohl noch genauer geprüft werden müsse als anderswo. Denn in diesen Ländern durchleuchtet die EZB einen rela­ tiv kleinen Teil der gesamten Bankaktiva, knapp 50 Prozent. Insgesamt werden aber mehr als 80 Prozent Vermögenswerte des Bankensektors untersucht, um ein genaues Bild zu haben, gerade in den Krisenländern, müssen alle wichtigen Banksektoren Daten nach Frankfurt liefern. In Deutschland hin­ gegen bleibt der gewichtige Sparkassen­ sektor außen vor, in Österreich einige lokale Banken, Sparkassen und die Baustelle der verstaatlichten Hypo Alpe Adria.

Fragezeichen bei Kapitalbedarf Wie viel Kapital Europas Banken künftig brauchen werden, ist aber nach wie vor unklar. Die Schätzungen von Investment­ banken und Beratungsfirmen klaffen weit

Erhoffe mir „Manual“ aus Frankfurt. Byron Haynes

auseinander und reichen von hohen zwei­ stelligen bis zu hohen dreistelligen Milliar­ denbeträgen. Bankanalysten betonen, dass nach wie vor nicht klar ist, mit welchen Ab­ schlag die Staatsanleihen von Krisenstaaten in den Stresstest eingehen – gerade für ita­ lienische Banken eine entscheidende Stell­ schraube. Das Londoner Team von Price­ waterhouseCoopers (Pwc) etwa rechnet in

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einer jüngsten Analyse mit 280 Milliarden Euro an Kapitalbedarf in Europa. Was heißt diese Schätzung für Österreichs Banken? Mit 479,1 Milliarden Euro an Bilanzsumme haben die sechs österreichischen Banken, die von der EZB genau inspiziert werden, knapp zwei Prozent der Bilanzsumme, die die EZB insgesamt unter die Lupe nimmt. Nimmt man an, dass der von Pwc errech­ nete Kapitalbedarf gleich über die Bankak­ tiva verteilt ist, hätten die österreichischen Geldhäuser demnach knapp fünf Milliar­ den Euro an Eigenkapitalerfordernissen zu schultern. Trotz Unsicherheiten bezüglich eines mög­ lichen Kapitalbedarfs ist der erste Schritt für Europas Bankenunion auch eine Chance. Denn 2014 könnte nicht nur ein Jahr der Volatilität für Europas Bankenchefs werden, sondern auch eines, in dem die Geldhäuser das lang schon verlorene Vertrauen an den Finanzmärkten zurückgewinnen könnten.

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Year-To-Date-Trends der Weltbörsen

Positive Performance (YTD) Negative Performance (YTD)

New York (DJIA, NASDAQ) 16.576,66 | 26,50 % 4.176,59 | 38,32 %

ROHSTOFFE YTD % Währung

Rohstoff

Kurs

Erdgas

4,23

26,23 %

USD

Orangensaft

1,36

17,58 %

USD

Baumwolle

0,85

12,64 %

USD

WTI Öl

98,42

7,19 %

USD

Milch

18,99

5,85 %

USD

Reis

15,51

4,37 %

USD

1,35

3,50 %

USD

711,50

1,49 %

USD

2.055,50

1,07 %

USD

Lebendrind Palladium Zink Brent Öl

Mexiko-Stadt (IPC) 42.727,09 | –2,24 %

110,59

–0,59 %

USD

Aluminium 1.840,00

–2,65 %

USD

Zinn

22.355,00

–4,49 %

USD

Blei

2.220,00

–5,21 %

USD

13,13

–7,49 %

USD

1.368,00

–10,97 %

USD

Michael Sieghart

Zucker

0,16

–15,89 %

USD

Geschäftsführender Direktor

Nickel

13.900,00

–19,00 %

USD

Wiener Privatbank SE

34,40

–20,92 %

USD

Sojaöl

0,39

–21,03 %

USD

Weizen

6,05

–22,20 %

USD

Kaffee

1,11

–23,02 %

USD

1.205,30

–28,08 %

USD

Silber

19,41

–35,96 %

USD

Mais

4,22

–39,56 %

USD

Sojabohnen Platin

Uran

Gold

4.2

Toronto (TSX) 13.621,55 | 9,55 %

Welt (MSCI WORLD) 1.661,07 | 24,82 % Europa (EURO STOXX 50) 3.109,00 | 17,95 %

São Paulo (IBOVESPA) 51.507,16 | –15,50 %

„Derzeit empfehle ich Aktien der CA Immo, Uniqa und für Mutige Telekom Austria. Verkaufen würde ich AT&S und Zumtobel.“

Quelle: Interactive Data, präsentiert von

Günther Artner Chefanalyst CEE Aktien, Erste Group Bank AG

Mehr finden Sie unter www.derboersianer.com/indizes

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„Meine Kaufempfehlungen sind Immofinanz, OMV, Strabag, VIG, Kapsch und S Immo. Zu einem Verkauf rate ich bei Wienerberger.“

11.01.14 12:00


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Weltindizes

London (FTSE 100) 6.749,09 | 14,43 %

Moskau (RTS) 1.442,16 | –5,82 %

Frankfurt (DAX) 9.552,16 | 25,48 % Paris (CAC 40) 4.295,95 | 17,99 %

Warschau (WIG 20) 2.400,98 | –7,05 %

Wien (ATX) 2.546,54 | 6,05 %

Schanghai (SHCOMP) 2.115,98 | –6,75 %

Zürich (SMI) 8.202,98 | 20,24 %

Tokio (NIKKEI 225) 16.291,31 | 56,72 %

Istanbul (BIST 100) 67.801,73 | –13,66 %

Hongkong (HANG SENG) 23.244,87 | 2,55 % Stefan Maxian

Mumbai (SENSEX) 21.170,68 | –8,98 %

Chefanalyst Raiffeisen Centrobank AG

Singapur (STI) 3.167,43 | 0,01 % „Ich rate zu einem Kauf bei Mayr-Melnhof, Uniqa und Immofinanz. Aktien von Wienerberger sollten hingegen verkauft werden.“

Thomas Neuhold Chefanalyst Österreich, Kepler Cheuvreux

„Aktuell spreche ich für AT&S, Conwert und S Immo eine Kaufempfehlung aus. Verkaufen würde ich Verbund und Palfinger.“ Johannesburg (JALSH) 46.256,23 | 17,85 %

Sydney (ASX 100) 4.445,20 | 16,35 %

OSTEUROPA MIT AUFHOLPOTENZIAL Risikoassets hatten 2013 die Nase vorn. Negative Realzinsen, schwache Konjunktur und Mangel an Investitionsalternativen waren Faktoren für erhöhte Risikobereitschaft. Die Verschuldung wesentlicher Staaten, dazu zähle ich Teile der Eurozone, USA, UK und Japan, hat nicht abgebaut. Ein Umstand, der sich längerfristig schwer lösen wird. Die Auswirkungen der Krise sitzen in den Staatsverschuldungen fest und werden Konjunktur und Finanzmärkte herausfordern. Vorlaufende Indikatoren indizieren eine moderate wirtschaftliche Er-

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holung. Einige Peripherstaaten verzeichnen eine Erholung von geringen Niveaus aus. Ich glaube, dass es für die zögerliche Entwicklung längerfristig niedrigerer Zinsen bedarf. Eine bevorstehende Verlangsamung von Wertpapierkäufen der Fed ist Fritz Mostböck für mich die bedeutendste Einflussgröße für 2014. Leiter Group Research Ein höheres Wachstumsdifferenzial, größtenteils Erste Group Bank AG geringere Verschuldung als etablierte Staaten sowie eine durch die „Underperformance“ günstige Bewertung bei zweistelligem Gewinnwachstum sprechen für Aufholpotenzial in CEE.

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Revolution im Market-Making Es wird eng an Wiens Börse. Nicht für die notierenden Unternehmen, sehr wohl aber für die Market-Maker. Aus Deutschland drängen immer mehr Anbieter auf den österreichischen Markt und machen den heimischen Platzhirschen ihre Position streitig. AUTOR HANS WEITMAYR

W

ie viel Platz ist an der Wiener Börse? Keine Frage, die sich für die dort notierenden Unternehmen oder Aspiranten in puncto Börsennotierung stellt. Sehr wohl aber eine, mit der sich die Szene der Market-Maker konfrontiert sieht. Immerhin sind im vergangenen Jahr 15 neue Mandate hinzugekommen. Aus Deutschland versuchen Nischenplayer wie Close Brothers Seydler oder die Koch Bank Fuß zu fassen. Leicht fällt das in einem geschlossenen Ökosystem wie dem Wiener Finanzplatz nicht. Gerät das Image des Börsenplatzes in Schieflage, springen jedoch auch kleinere Unternehmen als mögliche IPO-Kandidaten ab. Das trifft die Market-Maker doppelt. Diese Spezialisten verpflichten sich nämlich im Rahmen eines Mandats, Preis- und Liquiditätssicherheit für eine Aktie zu gewähren. Diese Mandate werden im Rahmen von Auktionen durch die Wiener Börse vergeben. Für die meisten Marktsegmente ist die Begleitung durch einen MarketMaker oder einen sogenannten Specialist verpflichtend. Die Unternehmen des Prime-Markets haben in der Regel keine Probleme, solche Kurspflege bereitgestellt zu bekommen. In den Nebensegmenten wird es schon schwieriger. Hier müssen die Aktiengesellschaften an die Finanzdienstleis-

DB_24-26_MarketMaking_m.indd 24

ter herantreten. Das Market-Making muss dann über eine Gebühr erkauft werden. Neben dem Spread also eine zweite Einkommensquelle für die Bank.

Gewisse Ironie Und zwar eine, die von den etablierten Platzhirschen wie Raiffeisen Centrobank AG (RCB) oder Erste Group Bank AG (Erste Group) nicht allzu gern geteilt wird. Was nicht einer gewissen Ironie entbehrt, hatten sich diese Institute doch noch vor wenigen Jahren darüber beschwert, dass

Man wird von den etablierten Banken beäugt. Martin A. Belz

zu wenige Market-Maker in Wien agieren würden, da man mit Market-Making einfach nicht genug Geld verdienen könne. Man sei de facto nur aus Pflichtbewusstsein als Market-Maker im Geschäft. Dieses Pflichtbewusstsein hat wiederum dazu geführt, dass die beiden Großbanken mit jeweils mehr als 30 Mandaten nach wie vor die mit Abstand wichtigste Rolle am österreichischen Kapitalmarkt spielen. Angesichts einer derartigen Übermacht zeigt man sich bei der Konkurrenz diplomatisch, wenn sie zu ihrem Empfang in Wien befragt wird. „Ja, man kennt einander.“ Und: „Ja, man wird von den etablierten Banken beäugt“, meint etwa Martin A. Belz, Head of Customer & Markets / Designated Sponsoring bei Koch Bank in Frankfurt. Marktbeobachter attestieren der Bank, auch bei Veranstaltungen und Podiumsdiskussionen ein sehr kunden- und verkaufsorientiertes Auftreten. „Aber das ist ja auch legitim“, heißt es aus dem Umfeld einer österreichischen Aktiengesellschaft. Dass man sich beim Lob ausländischer Banken als Market-Maker öffentlich zurückhält, ist nicht ganz unverständlich, erfüllt bei kleineren Unternehmen doch in der Regel die Hausbank die Rolle eines Market-Makers. Diese wiederum entscheidet über Kreditvergabe oder Nichtvergabe.

11.01.14 12:04

Bank


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Börse

Bei der Österreichischen Post AG heißt es, dass man sich die neuen Anbieter ebenfalls ansehe. „Wir sind in alle Richtungen offen“, heißt es aus der Investors-Relations-Abteilung von Harald Hagenauer. Man führe derzeit mit der Koch Bank Gespräche. Für solch einen Schritt haben sich bereits Unternehmen wie Agrana Beteiligungs AG, Conwert Immobilien Invest SE, EVN AG, Flughafen Wien AG, S Immo AG oder Wolford AG entschieden. Auch der zweite deutsche Neuling Close Brothers Seydler konnte überzeugen und große Fische wie Voestalpine AG, Andritz AG oder Strabag SE an Land ziehen. Gelassen reagieren Ronald Nemec von der Erste Group und Johannes Hämmerle von RCB, die beiden für das Market-Making zuständigen Manager der jeweiligen Großbanken, auf die Herausforderungen. Sie verweisen unter anderem auf die „langjährige Erfahrung“ im Segment.

Je mehr Market-Maker, desto mehr Liquidität. Birgit Kuras

Interessenkonflikt Vorsichtig muss auch die Wiener Börse agieren. Für sie wäre eine Erweiterung der Market-Maker-Community natürlich nur positiv zu sehen: Mehr Market-Making bedeutet höhere Liquidität. Dazu Börsenvorstand Birgit Kuras: „Im Jahr 2013 sind

durch das Interesse mehrerer internationaler Handelsteilnehmer mehr als 15 neue Mandate im ATX Prime dazugekommen. Je mehr Market-Maker sich am Wiener Markt engagieren, desto mehr Liquidität steht Investoren zur Verfügung. Wir sind zuversichtlich, dass dieser Trend anhalten wird.“ Auf der anderen Seite sind natürlich die heimischen Banken die wichtigsten Anteilshalter an der Wiener Börse. Neben einer direkt bedingten, erhöhten Liquidität kann aber auch ein höherer Bekanntheitsgrad der in Wien notierenden Unternehmen eine Folge einer erweiterten Market-Maker-Szene sein. Der Grund dafür lautet: Market-Maker verfügen auch über Analyseabteilungen. Kennt eine Bank die Aktie über ihre Market-Maker-Funktion besser oder ist das betreffende Unternehmen gar ein Kunde, erhöht sich natürlich auch die Coverage durch die betreffende

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Quelle: Dealogic 1. Jänner bis 30. September 2013

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11.01.14 12:11 12:05 20.12.13


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Bank – und damit die Wahrscheinlichkeit auch in den Nachrichtenflow international wichtiger Nachrichtenagenturen wie Bloomberg oder Reuters zu geraten. Wobei diese Verquickung durchaus auch kritisch gesehen werden kann, besteht hier doch ein Interessenkonflikt. Banken, sowohl inländische als auch ausländische, weisen diese Verdachtsmomente jedoch strikt von sich und verweisen auf interne „Chinese Walls“.

Kleinere Unternehmen, die abseits der Kreditvergabe an eine Finanzierung über die Kapitalmärkte, etwa über Anleihen-, oder Aktienmarkt denken, können es jedenfalls dem Management der Österreichischen Post AG nachmachen und sich das Market-Making über einen alternativen Anbieter überlegen. Aktuell erfüllen diese Funktion im ATX Prime folgende Banken: Baader Bank, Close Brothers Seydler, Deutsche Bank, Erste Group, ICF

Kursmakler, Kepler Capital Markets, Koch Bank, Lang & Schwarz Broker, RCB, Société Générale, Timber Hill, Virtu Financial Ireland, Wood & Company. Was nicht immer bedeuten muss, dass man das Angebot des alternativen Spezialisten annehmen muss. Denn manchmal reicht es auch schon, beim Gang zur Hausbank genau ein solch alternatives Angebot in der Tasche zu haben. www.derboersianer.com/mm-mandate

Interview Herr Belz, die Koch Bank versucht sich derzeit in Wien als Market-Maker zu etablieren. Wie schwierig ist das? – Die Koch Bank ist in Wien als Market-Maker zwar erst seit gut einem Jahr tätig, das Team jedoch hat schon über viele Jahre Erfahrung am österreichischen Börsenplatz sowie gute Kontakte vor Ort. Das war mit Sicherheit auch ein wesentlicher Grund, warum man in so kurzer Zeit bei den heimischen Unternehmen so erfolgreich sein konnte.

miteinander beschert uns daher auch die Akzeptanz durch die Platzhirsche im Markt. Wir konnten bis dato daher auch keine Schwierigkeiten in dieser Hinsicht feststellen.

Martin A. Belz Head of Customer & Markets / Designated Sponsoring

Jetzt ist der Wiener Markt aber sehr klein. Die Player kennen einander, es gibt die eine oder andere Seilschaft. – Sie haben recht, der Markt ist sehr eng, und die handelnden Persönlichkeiten kennen einander. So wurden wir auch von Anfang an von den etablierten Banken beäugt. Wir sehen uns jedoch im Wesentlichen auch nicht als Konkurrenten der österreichischen Banken, sondern eher als Komplementäre im Market-Maker-Bereich. Der respektvolle Umgang

Koch Bank

Gibt es für Sie in puncto Unternehmensgröße oder Marktkapitalisierung eine Grenze nach unten, ab der es sich für Sie nicht mehr rentiert, ein Mandat anzunehmen? – Der Market-Maker stellt Zusatzliquidität zur Verfügung, um die Handelbarkeit der Aktie zu verbessern. Um Aktien eines Unternehmens für Investoren attraktiv zu machen, ist das Zusammenspiel von IR, PR, Research und MarketMaking wesentlich. Das Market-Making als Liquiditätsspender ist daher nur ein Baustein – wenn auch ein wichtiger. Unsere Erfahrung zeigt, dass durch unseren individuell ausgearbeiteten Ansatz die Unternehmensgröße nicht der ausschlaggebende Punkt einer Mandatierung ist.

info wissen PFLICHTEN VON MARKET-MAKER/SPECIALIST

Erhält ein Market-Maker von einem Unternehmen ein entsprechendes Mandat, verpflichtet er sich, den Kurs der Aktie zu pflegen. Dies geschieht über direkte Markteingriffe, wodurch nicht nur der Kurs, sondern auch die Liquidität der Aktie und des gesamten Marktplatzes gestützt werden. Für die Wiener Börse gibt es eine ganze Liste an Bedingungen, die ein Market-Maker zur Erfüllung seines Mandats zu erfüllen hat. So muss er durchschnittlich für einen Kalendermonat zumindest 65 Prozent des täglichen Beobachtungszeitraums seinen Quotierungsverpflichtungen hinsichtlich „Minimum Size“ und „Maximum Spread“ aufbringen. An nicht mehr als drei Handelstagen darf ein Market-Maker die-

DB_24-26_MarketMaking_m.indd 26

se 65-Prozent-Schwelle des täglichen Beobachtungszeitraums unterschreiten. Bei einer Veränderung des Austrian Traded Index (ATX) um zumindest drei Prozent zum Vortagesschlusskurs tritt für die den Market-Makern verpflichteten Handelsteilnehmer in den Marktsegmenten Prime Market, Standard Market, Mid Market, Other Securities.at und Derivatives Market.at die Fast-Market-Regelung in Kraft – die betreffenden Quotierungsverpflichtungen werden von der Wiener Börse aufgehoben und etwaige Verfehlung für den betreffenden Handelstag nicht gewertet. Erfüllt der Market-Maker im Beobachtungsmonat seine Verpflichtung nicht, erfolgt eine Rückverrechnung von Transaktionsgebühren für den betroffenen Beobachtungsmonat.

11.01.14 12:05


Kapitalmarkt

27

markt geflüster Martin Kwauka Journalist

Doppelte Dividende

Martin Kwauka ist freier Wirtschaftsund Finanzjournalist. Im Auftrag von DerBörsianer füllt er diese Seite regelmäßig mit seinen Gedanken.

Nachhaltige Investments boomen. Doch sind sie wirklich besser als konventionelle?

Z

diesem Punkt extrem teuer werden, siehe BP. Die Folgen der Ölpest ehn Billionen Euro werden laut Global Sustainable Investim Golf von Mexiko im Jahr 2010 könnten letztlich zu Kosten in der ment Alliance gemäß nachhaltigen Kriterien veranlagt. Größenordnung von 40 Milliarden US-Dollar führen. Auch UnterDas entspricht einem Anteil von 21,8 Prozent am insgenehmen aus anderen Branchen, etwa Banken und Pharma, leiden samt verwalteten Vermögen, Tendenz steigend. Der wohl wichtigste zunehmend unter extrem hohen Strafzahlungen. Beweggrund ist die Erzielung einer doppelten Dividende: Zusätzlich Unter dem Gesichtspunkt der Erträge können nachhaltige Investzu finanziellen Erträgen soll auch ein Zusatznutzen realisiert werden, ments also durchaus mithalten. Doch wie sieht es mit dem zweizum Beispiel in ökologischer oder sozialer Hinsicht. ten Teil der Dividende aus, den erwünschten positiven Folgen für Manchmal fällt diese Dividende ziemlich hoch aus, auch unter rein Ökologie und soziale Entwicklung? Hier ist die Antwort nicht einmonetären Aspekten: Mit einer Rendite von 147 Prozent war der deutig, da es kaum aussagekräftige Studien zu diesem Thema gibt. Alternativenergiefonds Luxembourg Selection Asian Solar & Wind Schließlich ist es nahezu unmöglich, die Konsequenzen abzuschätim Jahr 2013 mit Abstand die Nummer eins unter rund 28.000 in zen, wenn ein Anleger ein bestimmtes Investment meidet. Es zeichÖsterreich registrierten Fonds. Auch der global anlegende Erste net sich aber ab, dass nachhaltige Investmentstrategien, die nur WWF Stock Climate Change hatte im Vorjahr Rückenwind. Mit 56 mit Ausschlusskriterien arbeiten (keine Waffen, kein Alkohol, kein Prozent wurde er der ertragreichste Fonds einer österreichischen Glücksspiel), weniger erfolgreich sind als Ansätze mit Best-in-ClassFondsgesellschaft. Ökologisch investieren heißt aber noch lange Modellen. Dabei werden innerhalb einer Branche Unternehmen benicht, nachhaltig stabile Erträge zu erzielen. Nach dem Höhepunkt vorzugt, die bestimmte Kriterien besser erfüllen als andere. der Solar-Euphorie im Frühjahr 2011 rasselten die Kurse von SolarDabei ist vermutlich der Prozess der Selektion wichtiger als die aktien in den Keller. Wer schon vor drei Jahren den Asian-SolarFrage, ob eine Aktie letztlich erworben wird oder nicht. Oft kann Fonds kaufte, liegt noch immer 15 Prozent im Minus. es schon Wunder bewirken, wenn Unternehmen von Investoren Breit aufgestellte Nachhaltigkeitsfonds erzielen, so zeigen viele systematisch über mögliche Schwächen und Risiken angesproStudien, ähnlich hohe Renditen wie ihre konventionellen Konkurchen werden. Das unterscheidet aber Manager von nachhaltigen renten. Zwar ist das Anlageuniversum eingeschränkt, es stehen Investments nicht grundsätzlich von ihren konventionellen Kolleaber genügend attraktive Titel zur Auswahl: Laut einer Meta-Stugen. Jeder aktive Investor kann kritische die der Deutschen Bank, die mehr als 100 Fragen stellen und Antworten einfordern. Untersuchungen zum Thema nachhaltiges Das heißt: Jeder Investor, auch wenn er Investment zusammenfasste, zeigen 89 nicht das Thema Nachhaltigkeit auf seine Prozent dieser Studien, dass Unternehmen Fahnen geschrieben hat, kann dazu beimit guten Noten im Nachhaltigkeitsmatragen, dass die doppelte Dividende mögnagement auch wirtschaftlich besser auflichst hoch ausfällt. gestellt sind. Umgekehrt können Fehler in Martin Kwauka

Nachhaltige Investments können mithalten.

DB_27_Kommentar_Kwauka_m.indd 27

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www.derboersianer.com

kurs daten

Österreich

Kursentwicklung Entwicklung (YTD) der internationalen Aktienmärkte im Vergleich zur Wiener Börse

www.derboersianer.com/kurse 124%

120%

116%

USA 112%

108%

EUROPA

104%

100%

ÖSTERREICH (ATX) EMERGING MARKETS

96%

92%

ATX (ÖSTERREICH) STOXX EASTERN EU TOTAL MARKET (EUR)

OSTEUROPA

STOXX EUROPE TTL MKT ALL (EUR)

88%

STOXX US TM (EUR) STOXX EM MKTS STX EM TM (EUR) 02.01.

Feb

Mar

84% Apr

Mai

Jun

Jul

Aug

Sep

Okt

Nov

31.12.

BENCHMARK ISIN

Kurs

YTD %

Indizes

ISIN

Kurs

YTD %

XC0009692739

1.661,07

24,82 %

ATX Prime

AT0000999925

1.258,07

6,94 %

ATX BI

AT0000A0QWT0

1.220,49

16,98 %

ATX

AT0000999982

2.546,54

6,05 %

ATX CPS

AT0000A0QWU8

2.229,40

12,63 %

VÖNIX

AT0000496906

921,86

4,98 %

ATX Five

AT0000634605

1.572,72

12,00 %

WBI

AT0000999990

967,66

4,24 %

IATX

AT0000803226

191,73

10,18 %

ATX FIN

AT0000A0QWV6

1.059,78

0,09 %

Indizes MSCI World

Marktausblick Wiener Börse Das kommende erste Quartal 2014 sollte am österreichischen Aktienmarkt einigermaßen turbulent verlaufen. Die Parameter sind nämlich wieder deutlich divergent ausgerichtet: Einerseits müsste sich das Konjunkturwachstum in Europa stabilisieren, dadurch müssten auch die zyklischen Werte an Fantasie gewinnen und im Verbund mit zunehmender Kontrolle über die Bankenrisiken den Märkten Auftrieb verleihen, andererseits wird die Diskussion über Tapering in den USA, die globalen Energiepreisungleichgewichte und speziell für Österreich die Hypo-Alpe-Adria-Thematik in Verbindung mit hochregulierten und daher weiterhin gering in Aktien

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investierten Institutionellen für sequenziellen Druck sorgen. 2014 sollte aber ein richtiges Jahr für Stockpicker werden und deswegen auch ein sehr gutes Jahr für aktive Fondsmanager. Jedenfalls wird es genug Stoff für divergierende Performance geben. Rein strukturell erwarte ich mir am Anfang des Jahres eine Art Suche und Orientierung nach langfristigen Trendparametern, daher auch kurzfristiges Agieren der Marktteilnehmer, bevor sich gegen Ende des Quartals die Chancen am Aktienmarkt gegenüber den Risiken am Bondmarkt in Verbindung mit einem sich „verstetigenden“ Konjunkturwachstum durchsetzen und unsere Aktienmärkte stützen werden.

KOLUMNE Wolfgang Matejka Geschäftsführer Matejka & Partner Asset Management

11.01.14 13:56


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Aktienkurse Die 20 Top/Flop-Aktien der Wiener Börse 2013

Unternehmen

ISIN

Kurs

YTD %

YTD High

YTD Low

1J %

1J Vola

3J %

3J Vola

Market Cap (Mio. EUR)

Brain Force Holding AG

AT0000820659

1,780 196,67 %

1,780

0,580 196,67 %

69,63

89,97 %

60,75

27,39

Warimpex AG

AT0000827209

1,880

93,81 %

1,890

0,960

37,38 –29,85 %

41,29

101,52

Century Casinos INC

AT0000499900

3,814

90,70 %

4,600

1,910

90,70 %

62,10

97,62 %

67,51

92,98

Palfinger AG

AT0000758305

28,850

75,49 %

29,500

16,550

75,49 %

33,75

0,37 %

37,27

1.030,81

Wienerberger AG

AT0000831706

11,525

66,33 %

13,300

7,050

66,33 %

32,16 –19,35 %

37,75

1.354,50

Miba AG

AT0000734835

355,000

57,78 %

374,000

220,000

57,78 %

28,06

69,09 %

37,51

106,50

Maschinenfabrik Heid AG

AT0000690151

2,400

42,01 %

4,020

1,720

42,01 %

149,36

33,33 %

159,90

9,46

Flughafen Wien AG

AT0000911805

61,000

41,89 %

61,850

40,040

41,89 %

17,76

19,07 %

24,15

1.281,00

Head N.V.

NL0000238301

1,750

40,00 %

1,940

1,270

40,00 %

32,92 228,95 %

73,72

161,31

Porr AG

AT0000609607

24,970

34,07 %

27,500

13,750

34,07 %

110,78 –20,10 %

122,51

297,21

Rosenbauer International AG

AT0000922554

59,280

28,72 %

60,000

45,000

28,72 %

27,45

58,08 %

29,42

403,10

Schlumberger AG ST

AT0000779061

16,300

27,68 %

20,640

12,670

27,68 %

61,21

29,55 %

60,77

24,45

OMV AG

AT0000743059

34,790

27,18 %

39,690

27,480

27,18 %

26,05

11,86 %

28,70

11.385,82

Voestalpine AG

AT0000937503

34,930

26,28 %

36,900

22,100

26,28 %

26,49

–2,02 %

40,50

10.943,89

Schlumberger AG VZ

AT0000779079

12,250

24,86 %

15,600

9,570

24,86 %

89,95

4,99 %

85,52

9,19

CA Immobilien Anlagen AG

AT0000641352

12,880

23,02 %

12,950

8,630

23,02 %

23,63

8,14 %

30,89

1.131,59

Unternehmens Invest AG

AT0000816301

24,180

22,51 %

25,300

19,370

22,51 %

32,14 208,51 %

57,33

102,76

Stadlauer Malzfabrik AG

AT0000797303

58,960

17,87 %

60,000

47,000

17,87 %

110,64

51,18 %

116,82

33,02

Polytec Holding AG

AT0000A00XX9

6,790

15,67 %

7,400

5,720

15,67 %

24,48

48,25 %

36,88

151,62

Semperit AG Holding

AT0000785555

35,995

14,80 %

38,500

26,430

14,80 %

27,20

–9,08 %

27,86

740,54

A-TEC Industries AG

AT00000ATEC9

0,840 –87,56 %

3,780

0,730 –87,56 %

141,64 –94,49 %

94,58

22,18

HTI High Tech Industries AG

AT0000764626

0,160 –48,39 %

0,450

0,130 –48,39 %

90,86 –91,40 %

70,60

7,29

Bene AG

AT00000BENE6

0,519 –45,25 %

1,100

0,290 –45,25 %

87,87 –76,41 %

63,35

12,64

Lenzing AG

AT0000644505

41,635 –38,97 %

76,570

40,010 –38,97 %

23,04 –52,02 %

30,47

1.105,41

Hirsch Servo AG

AT0000849757

4,850 –30,38 %

7,020

4,600 –30,38 %

57,64 –83,56 %

59,70

2,42

Wolford AG

AT0000834007

18,210 –27,16 %

26,560

17,600 –27,16 %

ATB Austria Antriebstechnik AG

AT0000617832

3,350 –25,37 %

5,390

2,000 –25,37 %

SW Umwelttechnik AG

AT0000808209

6,000 –22,78 %

9,600

Raiffeisen Bank International AG

AT0000606306

25,620 –18,55 %

Verbund AG

AT0000746409

Rath AG

AT0000767306

93,81 %

31,94

91,05

29,84 %

922,60

36,85

4,550 –22,78 %

96,65 –68,75 %

84,16

3,96

33,950

19,870 –18,55 %

29,78 –37,51 %

45,81

5.008,84

15,515 –17,30 %

20,090

13,970 –17,30 %

26,95 –44,35 %

28,76

2.641,18

6,610 –15,15 %

8,490

5,770 –15,15 %

123,59 –33,90 %

140,66

9,92

AT000KAPSCH9

40,500 –14,38 %

49,200

29,660 –14,38 %

31,56 –43,75 %

33,94

526,50

Ottakringer Brauerei AG ST

AT0000758008

88,000 –12,87 %

130,000

81,600 –12,87 %

122,79 –27,27 %

126,99

212,33

Teak Holz International AG

Kapsch Trafficcom AG

25,52 –26,42 % 695,76

AT0TEAKHOLZ8

2,420 –12,64 %

3,200

2,250 –12,64 %

37,63 –35,79 %

38,37

15,10

Agrana Beteiligungs-AG

AT0000603709

86,200 –11,91 %

119,850

84,200 –11,91 %

20,05

10,39 %

21,20

1.224,22

Vienna Insurance Group AG

AT0000908504

36,225 –10,28 %

42,810

34,210 –10,28 %

24,26

4.636,80

ECO Business-Immobilien AG

AT0000617907

4,495 –10,10 %

5,290

4,050 –10,10 %

RHI AG

AT0000676903

22,555

–9,42 %

28,580

21,010

AT00000AMAG3

21,680

–6,39 %

25,100

AT0000730007

45,590

–6,08 %

55,230

Amag Austria Metall AG Andritz AG

–6,86 %

30,98

57,10 –34,30 %

53,62

153,28

–9,42 %

26,01 –23,48 %

30,80

898,12

19,600

–6,39 %

22,66

n. a.

n. a.

764,52

37,700

–6,08 %

29,94

32,55 %

33,06

4.741,36

www.derboersianer.com/kurse/aktien

DB_28-32_Statistik_m.indd 30

11.01.14 12:07


Wiener Börse

31

Fondskurse Die 20 Top/Flop-Österreich-Fonds (thesauriert) 2013

Fondsname

ISIN

Kurs

YTD %

YTD High

YTD Low

1J %

1J Vola

3J %

Volumen 3J Vola (Mio. EUR)

PIA – Austria Stock

AT0000767736

73,37

9,02 %

75,41

61,62

9,41 %

13,49

2,66 %

20,15

Allianz Invest Austria Plus

AT0000611405

92,61

8,35 %

96,08

78,59

8,75 %

13,41

–1,17 %

19,75

5,64

SSgA Austria Index Equity Fund

FR0000018137

111,74

8,30 %

117,25

94,19

7,55 %

17,73 –10,01 %

25,20

2,14

ESPA Stock Vienna (USD)

AT0000A015F9

171,81

7,34 %

178,68

141,95

7,95 %

17,17

–6,91 %

27,47

81,64

3 Banken Österreich Fonds

AT0000662275

25,18

6,40 %

25,65

20,93

6,67 %

12,80

3,75 %

18,16

99,60

Österreich Plus

AT0000A05TF3

75,03

6,19 %

78,18

63,65

6,48 %

13,85

–2,93 %

19,15

38,87

Kepler Oesterreich

AT0000647698

267,74

5,93 %

279,65

230,60

6,18 %

14,88

–5,73 %

21,56

29,59

SemperShare Austria VB Österreich-Index-Fonds

295,44

AT0000815030

111,63

5,40 %

115,74

96,15

5,77 %

15,10

–4,51 %

19,27

17,05

AT0000A0GWN4

106,36

5,33 %

111,26

91,49

5,86 %

16,01 –10,46 %

22,94

2,53

ViennaStock

AT0000952460

219,37

5,31 %

228,27

192,61

5,50 %

12,74

–6,35 %

19,24

32,77

Raiffeisen Österreich Aktien

AT0000805197

155,15

5,06 %

161,52

132,45

5,63 %

14,57

–9,57 %

23,22

84,34

ESPA Stock Vienna

AT0000813001

119,61

3,84 %

125,76

103,50

4,44 %

15,51 –10,64 %

21,61

81,64

Erste Responsible Stock Austria

AT0000A00023

165,02

3,63 %

176,09

146,86

4,58 %

15,14 –16,24 %

20,91

10,51

Leitbetriebe Austria Fonds

AT0000A0A8R1 12.540,91

3,42 % 12.636,09 11.930,31

3,40 %

RT Österreich Aktienfonds

AT0000497292

8,37

2,98 %

3,37 %

8,72

7,17

3,29

11,04 %

4,09

8,50

14,49 –16,01 %

23,32

440,60

Real Invest Austria

AT0000634365

13,50

2,74 %

13,50

13,13

2,82 %

0,50

10,71 %

0,54

2.230,50

Hypo 3-Wert

AT0000A0B083

127,50

2,09 %

128,03

123,27

2,04 %

2,49

7,89 %

2,53

21,31

Hypo Rent

AT0000611157

9,46

0,85 %

9,53

9,25

0,95 %

2,15

5,85 %

1,77

356,90

Kepler Vorsorge Rentenfonds

AT0000722566

127,21

0,50 %

130,20

125,35

0,52 %

2,97

18,49 %

3,07

384,42

AT0000A0GWS3

109,73

0,48 %

110,61

108,72

0,49 %

1,28

9,42 %

1,31

178,37

17,81

94,46

Hypo Mündelrent OÖ Meinl Equity Austria

AT0000859368

143,55

–3,89 %

152,96

133,40

–3,65 %

9,22 –22,36 %

VB Mündel-Rent

AT0000A0HR15

828,81

–1,64 %

860,01

817,78

–1,54 %

3,59

14,11 %

5,25

7,21

ESPA Bond Euro Mündelrent

AT0000812995

13,00

–1,28 %

13,44

12,86

–1,20 %

3,10

13,93 %

4,75

700,75

Gutmann Mündelsicherer Anleihefonds AT0000A0CG05 AustroMündelRent Bawag P.S.K. Mündel Rent

9,00

–1,09 %

9,24

8,88

–1,09 %

3,10

13,87 %

4,48

38,14

AT0000801246

120,71

–0,94 %

124,27

119,15

–0,85 %

3,27

13,48 %

4,41

108,76 456,05

AT0000719273

107,29

–0,91 %

110,65

106,14

–0,85 %

2,97

14,99 %

4,23

Hypo Mündel Fonds

AT0000A0KQQ1

9,99

–0,79 %

10,19

9,89

–0,99 %

2,56

3,91 %

2,71

4,17

Spängler IQAM SparTrust

AT0000A0NVC5

110,74

–0,75 %

114,07

109,19

–0,68 %

3,10

n. a.

n. a.

369,61

PIA – Mündel Bond

AT0000813068

12,39

–0,64 %

12,74

12,35

–0,56 %

2,57

11,51 %

3,21

439,09

Schoellerbank Vorsorgefonds

AT0000820402

113,07

–0,64 %

114,51

112,05

–0,65 %

1,53

6,18 %

2,66

104,45

Meinl Capitol 1

AT0000859301

63,19

–0,44 %

63,67

62,80

–0,45 %

1,20

7,85 %

2,44

8,78

Raiffeisen Österreich Rent

AT0000805171

12,51

–0,32 %

12,69

12,39

–0,32 %

2,24

11,49 %

3,63

524,14

SemperBond Austria

AT0000737663

94,92

–0,19 %

95,74

94,43

–0,29 %

1,07

6,93 %

2,10

10,73

Bawag P.S.K. Mündel Rent Kurz

AT0000810429

106,24

–0,12 %

106,60

105,80

–0,15 %

0,71

5,38 %

1,42

102,53

Apollo Mündel

AT0000746961

12,01

0,24 %

12,16

11,86

0,24 %

2,25

14,76 %

2,83

90,97

Sparda Rent

AT0000855416

126,90

0,28 %

127,76

125,52

0,31 %

1,23

11,33 %

1,88

58,63

ESPA Reserve Euro-Mündel

AT0000A0EU70

102,92

0,32 %

103,05

102,57

0,32 %

0,40

3,08 %

0,47

35,82

Allianz Invest Vorsorgefonds

AT0000721360

123,82

0,41 %

127,25

121,50

0,45 %

3,44

16,93 %

3,79

145,82

AT0000832597

24,45

0,41 %

24,59

24,16

0,45 %

1,19

11,10 %

1,69

78,02

AT0000A0GWQ7

109,73

0,48 %

110,61

108,72

0,49 %

1,28

9,42 %

1,31

178,37

TirolRent Mündelrent

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Quelle: Interactive Data, präsentiert von

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Was die Märkte bewegt

Datum

Ereignisse Jänner 2014

Do. 23.01.

termin kalender.

Datum Fr. 28.02.

(Unternehmensdaten) AT&S AG, Q3 Ergebnisse

Ereignisse Erste Group Bank AG, Jahresergebnis März 2014

Mo. 27.01.

(Finanzdaten) Ifo Institut, Geschäftsklima

Di. 04.03.

Zumtobel AG, Q3 Ergebnisse

Di. 28.01.

The Conference Board, US-Verbrauchervertrauen Dezember

Mi. 05.03.

Brain Force Holding AG, Hauptversammlung

Mi. 29.01.

Federal Reserve System, Zinsentscheidung

Mi. 05.03.

Verbund AG, Jahresergebnis

Mi. 29.01.

Unternehmens Invest, Dividendenzahltag

Mi. 05.03.

ISM, Einkaufsmanagerindex Februar

Do. 30.01.

Teak Holz International AG, Jahresergebnis

Do. 06.03.

Europäische Zentralbank, Zinsentscheidung

Do. 30.01.

Wiener Börse & Erste Group Bank AG, Roadshow London Februar 2014

Do. 06.03.

Binder + Co AG, Jahresergebnis

Fr. 07.03.

USA, Arbeitsmarktdaten Februar Brain Force Holding AG, Ex-Dividendentag

Mi. 05.02.

ISM, Einkaufsmanagerindex Jänner

Mo. 10.03.

Do. 06.02.

Burgenland Holding AG, Q1 Ergebnisse

Di. 11.03.

WIFO, Konjunkturbericht

Do. 06.02.

Europäische Zentralbank, Zinsentscheidung

Mi. 12.03.

Palfinger AG, Hauptversammlung Atrium European Real Estate LTD, Jahresergebnis

Do. 06.02.

Ifo Institut, Wirtschaftsklima Euroraum

Mi. 12.03.

Fr. 07.02.

USA, Arbeitsmarktdaten Jänner

Do. 13.03.

Head N.V., Jahresergebnis

Mo. 10.02.

Schlumberger AG, Q3 Ergebnisse

Do. 13.03.

Flughafen Wien AG, Verkehrsergebnisse Februar

Mo. 10.02.

Gurktaler AG, Q3 Ergebnisse

Do. 13.03.

Österreichische Post AG, Jahresergebnis

Mo. 10.02.

Teak Holz International AG, Q1 Ergebnisse

Do. 13.03.

Sanochemia, Hauptversammlung

Di. 11.02.

WIFO, Konjunkturbericht

Fr. 14.03.

Palfinger AG, Ex-Dividendentag

Di. 11.02.

Voestalpine AG, Q3 Ergebnisse

Fr. 14.03.

Wolford AG, Q3 Ergebnisse

Mi. 12.02.

Wiener Börse & Baader Bank AG, Roadshow Mailand

Mo. 17.03.

Pankl Racing Systems AG, Jahresergebnis

Do. 13.02.

Flughafen Wien AG, Verkehrsergebnisse Jänner

Di. 18.03.

Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresergebnis

Do. 13.02.

DO & CO AG, Q3 Ergebnisse

Mi. 19.03.

Immofinanz AG, Q3 Ergebnisse

Fr. 14.02.

Brain Force Holding AG, Q1 Ergebnisse

Mi. 19.03.

CA Immobilien AG, Jahresergebnis

Mo. 17.02.

Palfinger AG, Jahresergebnis

Mi. 19.03.

Federal Reserve System, Zinsentscheidung

Mi. 19.02.

OMV AG, Jahresergebnis

Do. 20.03.

Immofinanz AG, Q3 Ergebnisse

Do. 20.02.

Rosenbauer International AG, Jahresergebnis

Fr. 21.03.

Lenzing AG, Jahresergebnis

Do. 20.02.

Sanochemia, Q1 Ergebnisse

Fr. 21.03.

Andritz AG, Hauptversammlung

Mo. 24.02.

Pankl Racing Systems AG, Jahresergebnis

Fr. 21.03.

Burgenland Holding AG, Hauptversammlung

Mo. 24.02.

Ifo Institut, Geschäftsklima

Di. 25.03.

Q-Check 15.0 - Quarterly Market Update, Event

Di. 25.02.

Flughafen Wien AG, Jahresergebnis

Di. 25.03.

The Conference Board, US-Verbrauchervertrauen Februar ECO Business, Jahresergebnis

Di. 25.02.

RHI AG, Jahresergebnis

Di. 25.03.

Di. 25.02.

The Conference Board, US-Verbrauchervertrauen Jänner

Di. 25.03.

Ifo Institut, Geschäftsklima

Mi. 26.02.

Telekom Austria AG, Jahresergebnis

Mi. 26.03.

Conwert Immobilien Invest SE, Jahresergebnis

Mi. 26.02.

Kapsch Trafficcom AG, Q3 Ergebnisse

Do. 27.03.

Semperit AG Holding, Jahresergebnis

Do. 27.02.

EVN AG, Q1 Ergebnisse

Do. 27.03.

Frauenthal Holding AG, Jahresergebnis

Do. 27.02.

Valneva SE, Jahresergebnis

Do, 27.03.

Raiffeisen Bank International AG, Jahresergebnis

Do. 27.02.

Wienerberger AG, Jahresergebnis

Do. 27.03.

S Immo AG, Jahresergebnis

Fr. 28.02.

Amag Austria Metall AG, Jahresergebnis

Do. 27.03.

Institut für Höhere Studien, Wirtschaftsprognose Österreich

Fr. 28.02.

Unternehmens Invest AG, Q1 Ergebnisse

Fr. 28.03.

Erste Group Bank AG, Jahresergebnis

Fr. 28.02.

Hirsch Servo AG, HJ Ergebnisse

Mo. 31.03.

Century Casinos INC, Jahresergebnis

Fr. 28.02.

Andritz AG, Jahresergebnis

Mo. 31.03.

C-Quadrat Investment AG, Jahresergebnis

Fr. 28.02.

Uniqa Insurance Group AG, Jahresergebnis

Mo. 31.03.

Valneva SE, Jahresergebnis

Quelle: Wiener Börse AG / DerBörsianer

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Börsen

33

gastkommentar Michael Buhl

Fokus auf Zentral- und Osteuropa

Vorstand Wiener Börse AG CEE Stock Exchange Group Geboren 1959 in Zürich, seit 2005 ist der ehemalige Investmentbanker im Vorstand der Wiener Börse.

Michael Buhl über die Herausforderungen einer veränderten Börsenlandschaft und die Positionierung der Wiener Börse in Zentral-und Osteuropa.

D

punkt Zentral- und Osteuropa. Dadurch, dass wir als eine der ersie Finanz- und Staatsschuldenkrise und der darten Börsen einen Russland-Index (RDX) und einen länderübergreiaus resultierende Regulierungseifer, besonders auf fenden Osteuropa-Index (CECE) entwickelt hatten, basiert noch EU-Ebene, hat die europäische Börsenlandschaft heute ein Großteil der strukturierten Produkte auf diese Region auf nachhaltig verändert. Es war mit Sicherheit keine politische Abden von uns berechneten Indizes. Mit unseren Indizes erhöhen wir sicht, mit der Einführung von sogenannten MTFs Liquiditätsdie internationale Visibilität für diese Märkte, schaffen Anreize für ströme von den regulierten und überwachten Börsen abzuziehen. mehr Handelsumsätze und Liquidität in den zugrundeliegenden Dennoch war dies der Effekt. In den vergangenen Jahren sind an Aktien und verbreiten internationale Standards und Know-how in europäischen Börsen die Umsätze teilweise um bis zu 50 Prozent der Region. eingebrochen. Das Börsenkerngeschäft – Transaktionserlöse und Listinggebühren Die neuen Rahmenbedingungen bewegen Börsen entweder zu – ist nach wie vor das stärkste Standbein der Wiener Börse. Durch Zusammenschlüssen oder zur Positionierung in einer Nische (wie die laufende Akquisition und Betreuung von Handelsteilnehmern, zum Beispiel Scoach mit strukturierten Produkten oder die Börse die hochwertigen Services für Emittenten und den Kontakt mit InStuttgart mit Mittelstandsanleihen). Auch die Wiener Börse hat die vestoren und potenziellen Börsenkandidaten sowie neue ProdukNischenstrategie gewählt und ihr CEE-Know-how genutzt, um te und Dienstleistungen versuchen wir in unserem Kerngeschäft sich in ebendieser Nische zu positionieren und breiter aufzustellen. aktive Impulse zu setzen, um den Kapitalmarkt weiter zu stärken. Neben dem Ankauf von Mehrheitsbeteiligungen an Börsen in den Dass die Qualität und internationale Wettbewerbsfähigkeit der Nachbarländern und dem Aufbau der CEE Stock Exchange Group österreichischen Unternehmen globale Beachtung findet, spiegelt ist die Wiener Börse auch zahlreiche Daten- und Indexkooperatisich in dem konstanten Aufwärtstrend der Handelsumsätze an der onen mit Börsen in Zentral- und Osteuropa eingegangen. Heute Wiener Börse wider. Trotz aller regulatorischen und konjunkturelverteilen wir als Data-Hub für CEE Börsendaten von 14 Börsen in len Rahmenbedingungen, denen Börsen derzeit ausgesetzt sind, einem einheitlichen Format an internationale Vendoren und Nachkommt den Börsen auch in Zukunft eine richtenagenturen. Data-Vending ist zum zentrale volkswirtschaftliche Aufgabe zu: starken zweiten Standbein für die Wiener Unternehmen brauchen Eigenkapital, um Börse geworden. ihr Wachstum zu finanzieren, Arbeitsplätze Auch unser Geschäftsbereich Indexlizenzu schaffen und damit den gesamtwirtzen profitiert von den frühen Engagements schaftlichen Wohlstand zu erhöhen – und in Osteuropa. Derzeit berechnet die Wiener dafür brauchen sie leistungsfähige Börsen! Börse 89 Indizes, davon 66 mit SchwerMichael Buhl

Regulierungseifer hat Börsenlandschaft verändert.

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34

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en Ausdruck „Bilanzpolizei“ hört Rudolf Jettmar nicht gern. Dabei wäre die Analogie so passend: Vor ein paar Jahren rekrutierte die Polizei bei der Post, und jetzt wurde der frühere Vorstand der Österreichischen Post AG oberster „Enforcer“. Im Gespräch mit DerBörsianer stellt Jettmar jedoch klar fest, dass die OePR „keine Behörde“ ist und die Teilnahme der Unternehmen an den Prüfverfahren „freiwillig erfolgt“. Die Erfahrung aus Deutschland und anderen europäischen Ländern, die eine Enforcement-Stelle bereits vor einigen Jahren geschaffen haben, zeigt jedoch, dass es sich kaum eine Firma leisten will, sich der Prüfung zu entziehen. In Österreich würde ein solcher Fall an die Finanzmarktaufsicht (FMA) weitergeleitet werden. Diese hat laut Rechnungslegungslegungskontrollgesetz die Möglichkeit, solche Prüfungen an eine externe Stelle auszulagern, kann und muss aber in bestimmten Fällen einschrei-

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ten und gegebenenfalls selbst prüfen. Viel liegt dabei in ihrem eigenen Ermessen.

FMA versus OePR „Es besteht seitens der am Kapitalmarkt notierenden Unternehmen die Sorge, dass sich die FMA verstärkt einbringt und hier ein ‚Enforcement-Battle‘ entsteht. Aus Unternehmenssicht ist es wichtig, dass die OePR während ihres Verfahrens möglichst ohne Eingriffe seitens der FMA handeln kann“, erläutert Gerhard Marterbauer, Partner bei Deloitte Österreich. Jettmar selbst ist zuversichtlich, dass mit der Aufsichtsbehörde ein „modus vivendi“ gefunden werden wird. „Wir müssen uns gegenüber der FMA aber erst beweisen und ihr Vertrauen gewinnen. Unser Prüfteam ist hochprofessionell, bei guter Qualität und Unabhängigkeit der Prüfungen wird also keine Notwendigkeit für eine weitere Prüfung bestehen.“ Aslan Milla, Senior Partner PwC Österreich, bleibt

abwartend: „Ob die gesetzlichen Regelungen ausreichend klar formuliert sind und der Rahmen noch verbessert werden kann, wird sich erst nach den Erfahrungen einer ersten Saison an Enforcement-Aktivität zeigen.“ Die FMA bestätigt, dass sie die zuständige Behörde für die Rechnungslegung ist und die „ordnungsgemäße Rechnungslegung gemäß IFRS durchzusetzen“ hat. „Ziel der FMA ist es, dabei insbesondere auch präventiv zu wirken. Dementsprechend intensiv wird auch der Dialog mit und die Kommunikation mit den betroffenen Unternehmen sein“, so ein Sprecher.

Die Prüfungsschwerpunkte Für die neue Enforcement-Stelle wurden in einem ersten Schritt Prüfschwerpunkte festgelegt. Bei den Bilanzen 2013 stehen in Anlehnung an die von der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) vorgegebenen Themen unter

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Eine Polizei, die gar keine ist Die Österreichische Prüfstelle für Rechnungslegung (OePR) will dazu beitragen, den heimischen Kapitalmarkt zu stärken, doch das aktuelle Strafrecht könnte das Gegenteil bewirken. AUTOR BARBARA OTTAWA FOTO CLEMENS BEDNAR

anderem Abschreibungen, Pensionsverpflichtungen, Fair-Value-Bewertungen, Bilanzierungsmethoden und Konzernlageberichte im Vordergrund. „Wir stellen nicht jede kleinste Geschwindigkeitsübertretung fest. Es geht nicht darum, die Einhaltung jeder Kleinigkeit zu überprüfen, sondern darum, die relevanten Informationen für Anleger zu verbessern“, betont Jettmar. „Die OePR hat umfassende Einsichtsrechte, auch in die Aufsichtsratsprotokolle, und kann auch möglicherweise die Vorstandsprotokolle verlangen“, erläutert Marterbauer. Außerdem würden auch Informationen über das Unternehmen gegoogelt, „um sicherzustellen, dass allfällig bilanzrelevante Informationen, die nach außen gehen, auch mit der bilanziellen Darstellung in der Finanzberichterstattung übereinstimmen“. „In den Unternehmen wird manchmal übersehen, dass es verschiedene Arten der Kommunikation nach außen gibt“, so

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Helmut Kerschbaumer, Partner bei KPMG in Österreich. Wie Jettmar selbst betont, ist die Prüfung durch die OePR nur eine Stichprobenprüfung mit Prüfschwerpunkten. „Nur weil wir keinen Fehler feststellen, heißt das nicht, dass die Bilanz in ihrer Gesamtheit in Ord-

Nenne das FinancialReporting 2.0. Helmut Kerschbaumer

nung ist“, bestätigt auch Jettmar. Andererseits bedeuteten Feststellungen von Fehlern auch nicht, „dass die österreichischen Unternehmen schlechte Bilanzen haben“, so Jettmar. Dennoch erwarten sowohl Jettmar als auch die Wirtschaftsprüfer zunächst eine relativ hohe Fehlerquote in Österreich. Anfänglich seien auch in Deutschland und der Schweiz Fehlerquoten von über 20 Prozent festgestellt worden. „Aus diesen Fehlern können andere Unternehmen lernen“, ist Jettmar überzeugt. Doch aufgrund des österreichischen Strafrechts könnte dies eine sehr schmerzhafte Lehre sein. Das Problem ist der Paragraf 255 des Aktiengesetzes, der Bilanzfälschung definiert. „Ein von der OePR festgestellter Fehler kann diesen Tatbestand erfüllen“, warnt Klemens Eiter, Partner bei BDO Austria. Zwar ist die FMA nur bei Gefahr im Verzug verpflichtet, einen Fehler an die Staatsanwaltschaft weiterzuleiten, aber „es kann sein, dass ein Kleinanleger Anzeige erstat-

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tet“. „Die deutsche Prüfstelle hat Österreich aufgefordert, diese strafrechtliche Thematik zu klären und anzupassen, weil diese das Enforcement-Verfahren sonst negativ beeinflussen könnte: Der CFO weiß nicht, ob das Eingeständnis eines Fehlers zu strafrechtlichen Konsequenzen führt“, warnt Marterbauer. In Deutschland wird kein IFRS-Fehler strafrechtlich verfolgt. Die Fehlerveröffentlichung „muss ehrlich erfolgen“ und darf den Tatbestand nicht abschwächen, betont Jettmar. Aber auch er sieht den strafrechtlichen Aspekt kritisch: „Bei einer sehr rigorosen Anwendung könnte es zu mehreren Strafverfahren kommen. Das wäre kontraproduktiv, denn ausländische Investoren könnten dadurch abgeschreckt werden.“

Mehr Regeln bergen Potenzial für Fehler. Aslan Milla

Branche befürchtet Enforcement-Battle. Gerhard Marterbauer

Gefahrenquellen für Firmen „Die immer umfangreicheren Regeln der internationalen Rechungslegung bergen das Potenzial für Fehler in einem Konzernabschluss“, bestätigt auch Milla. Das Problem sei weniger, „dass grundsätzlich falsch bilanziert wird, als vielmehr, dass über den gefundenen Bilanzansatz im Anhang ausreichend offengelegt wird und dem Kapitalmarkt alle Aspekte des Geschäftsfalls umfassend dargelegt werden. Diese Erfahrung wurde auch in Deutschland gemacht.“ „Klassiker“ unter den Fehlerquellen seien Sensitivitätsanalysen und Wachstumsannahmen, die laut Marterbauer auf ihre Schlüssigkeit überprüft werden. Außerdem „fehlen manchmal Angaben zu Impairment-Tests oder zum angewandten Rechnungszins“.

Eiter nennt die „Abbildung von Firmenübernahmen“ in der Bilanz, die „Abschreibung von Firmenwerten“ und „sensible Angaben“ zu bestehenden Verbindungen zu Anbietern von Dienstleistungen als „Gefahrenquellen“. Kerschbaumer sieht Widersprüche in der Segmentberichterstattung, weil etwa im Lagebericht über eine Region, die gerade im Ausbau befindlich ist, ausführlich berichtet ist, die aber in der Segmentberichterstattung nicht vorkommt. „Unternehmen sind gerade dabei, ihre Unterlagen von Externen lesen zu lassen“, so der KPMG-Partner. Wichtig sei, „eine sachlich fundierte Antwort“ parat zu haben. „Finanzberichterstattung wird in den Unternehmen mehr Gewicht und Ressourcen erhalten“, sagt Kerschbaumer. Er nennt es „Financial-Reporting 2.0“.

Kleinanleger könnten Anzeige erstatten. Klemens Eiter

info fakten ENFORCEMENT: DIE NÄCHSTEN SCHRITTE

1. Schritt: Bis Ende Jänner erstellen die FMA und die OePR einen Prüfplan, basierend auf einer Auswahl per Zufallsgenerator. Die „Einladung zur Teilnahme“ erhalten die Unternehmen aber erst wenige Tage vor der tatsächlichen Prüfung. Die ersten sollen per April starten. 2. Schritt: Im Februar oder März wird die OePR die restlichen vier Vollzeitprüfer präsentieren, die unter der Leitung von Rudolf Jettmar und seinem Stellvertreter, Roman Rohatschek (IFRS-Experte von der Uni Linz), je sechs bis acht Prüfungen pro Jahr zu bewältigen haben werden, wobei jedem Prüfer ein Berichtskritiker beigestellt wird.

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3. Schritt: Pro Jahr sollen rund 35 Unternehmen geprüft werden, jene mit hoher Bedeutung für den Kapitalmarkt oder mit besonderen Risikofaktoren. Zum Beispiel jene mit einer komplexen Transaktion im Bilanzjahr alle drei Jahre, andere nur alle fünf bis sechs Jahre. 4. Schritt: Unternehmen werden rund 14 Tage zur Beantwortung der ersten Fragerunde Zeit haben. Die vollständige Prüfung kann vier bis sechs Monate dauern. Wenn ein Fehler festgestellt wird, muss dieser kommuniziert werden. Wenn ein Unternehmen einen Fehler nicht anerkennt, wird von der FMA noch einmal geprüft.

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Fonds

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Smart Beta: Clever investiert? Fondsmanager von der Stange? Alternative Indizes und Smart Beta gewinnen immer mehr an Bedeutung und Investitionen. DerBörsianer hat hinter den Trend geblickt. AUTOR LUKAS SUSTALA

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mart Beta sticht am Fondsmarkt aktuell hervor. Die alternativen Indizes, auf die oft passive Fonds aufgelegt werden, sind eines der wenigen unbestrittenen Wachstumsfelder in der Investmentbranche. Allein in diesem Jahr haben die verschiedenen Strategien knapp mehr als 40 Milliarden US-Dollar eingesammelt. Für Inigo Fraser-Jenkins, Leiter für Quantitative Strategien bei Nomura in London, ist das damit der „wichtige Trend für die gesamte Fondsbranche“. Dabei seien die 40,5 Milliarden US-Dollar noch ein deutlich zu niedrig gegriffener Wert für die „cleveren“ Indizes, glauben die Analysten bei Nomura. Die Rolle von alternativen Beta-Strategien wachse deutlich stärker, auch wenn sich das nicht immer in neuen Produkten niederschlage. Bei der US-Investmentfirma Research Affiliates spricht Shane Shepherd, Leiter der Abteilung für Anleihen, auf Nachfrage von DerBörsianer gar von einem „Paradigmenwechsel. Dieser Markt ist seit 2005 aus dem Nichts gewachsen.“ Research Affiliates in den USA oder die Pariser Fondsgesellschaft

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Tobam haben in den vergangenen Jahren Milliarden damit eingesammelt, dass sie von der traditionellen Art und Weise, Indizes und Portfolios zu konstruieren, abgegangen sind. Statt der Marktkapitalisierung einer Aktie machen andere Kriterien das Gewicht in den neuen Indizes aus, etwa das Risiko oder der Umsatz.

Smart Beta ist ein fürchterlicher Marketingbegriff. Ali Masarwah

Marketing-Begriff Doch es ist nach wie vor schwierig, die Produkte abzugrenzen, die unter dem Begriff des cleveren Beta laufen. „Smart Beta ist ein fürchterlicher Marketingbegriff“, sagt Ali Masarwah vom europäischen Fondsanalyse-Team bei Morningstar. Tatsächlich nutzen immer weniger Vertreter in der Branche diesen Ausdruck, weil er überheblich klingt und daher womöglich falsche Hoffnungen bei Investoren weckt. Stattdessen wird von „Alternative Beta“, „Factor Indices“, „Fundmental Indexing“ oder „Systematic Beta“ gesprochen. Doch alle diese Indexvarianten schieben sich in dem Anlagealphabet zwischen Alpha und Beta. Alpha ist der Schatz, den alle Investoren heben wollen: einen talentierten Fondsmanager zu finden, der Mehrwert schafft – unabhängig von den Schwankungen der Weltbörsen. Die Hedgefondsbranche hat jahrzehntelang mit dem Verkauf dieses Schatzes gutes Geld verdient. Dem gegenüber steht Beta, der Rohstoff am Finanzmarkt. Es stellt das

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Marktrisiko dar, das in deutschen Versorgeraktien genauso schlummert wie in österreichischen Bankwerten. Es lässt sich leicht abgrasen, wenn man als Anleger etwa einen breitgestreuten Aktienmarkt kauft, etwa den Weltaktienindex MSCI World. Aussicht auf überdurchschnittliche Rendite gibt es dabei nicht. Beta ist vor allem eines: Durchschnitt. Das reicht vielen Anlegern nicht mehr. Sie haben in den vergangenen Jahren Milliarden in Fonds gesteckt, die auf alternativen Indizes basieren. Der wohl wichtigste Vertreter der Gattung ist im Bereich der Aktienprodukte „Minimum Volatility“. „Diese Fonds sind gut gelaufen, weil sie einen besonderen Teil des Aktienmarktes im Portfolio haben, der in den letzten Jahren zum Liebling avanciert ist“, sagt Silvia Cova, die bei der heimischen Fondsgesellschaft Bawag PSK Invest das Dachfondsmanagement leitet. Bei dieser Aktienstrategie werden die am wenigsten schwankungsanfälligen Aktien ins Depot geholt, jene mit der geringsten Volatilität oder Varianz. Zwar heißt die Devise am Kapitalmarkt generell „keine Rendite ohne Risiko“. Aber langfristig haben diese Werte mehr Ertrag für die eingegangene Schwankungsfälligkeit abgeliefert. Alle großen ETF-Anbieter wie iShares, das zum US-Vermögensverwalter Blackrock gehört, db x-trackers und Lyxor verkaufen solche Produkte. Auch bei Anleiheprodukten gibt es beliebte Einstiegsindizes: So werden immer öfter fundamental gewichtete Indizes gebaut. Der Fallstrick bei klassisch gewichteten Schuldenindizes: Wer mehr Schulden hat, hat ein größeres Gewicht. „Das macht nicht besonders viel Sinn“, sagt Shepherd von Research Affiliates. Daher wird immer öfter das Rating oder die Wirtschaftsleistung als Kennzahl herangezogen. Dann sind etwa in einem Staatsanleihenfonds jene Länder vertreten, die ein hohes Wirtschaftsprodukt haben, nicht einen hohen Schuldenstand. Doch Cova betont, dass diese Indizes nicht bloß passive Strategien sind, sondern Managementstrategien nachbilden. „Die

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Aktives Management und passive Abbildung verschwimmen. Silvia Cova

Grenze zwischen aktivem Management und passiver Abbildung verschwimmt ganz stark.“ Schließlich dringen Indexanbieter in eine Domäne aktiver Manager vor, nämlich um eine Mehrrendite gegen einen Index zu bieten. „Es geht um den Fondsmanager von der Stange“, bringt es Masarwah auf den Punkt. „Produziert“ werden diese Fondsmanager von Menschen wie Xiaowei Kang. Der Direktor für Index Research und Design bei S&P Dow Jones Indices baut für Kunden in Europa neue Indizes, die als Referenz dienen, an denen sich Fondsmanager messen müssen, oder als Grundlage von Anlageprodukten. „Besonders institutionelle Anleger schichten aktuell um, sie fragen Strategien nach, die systematisch gewisse Risikoprämien abschöpfen und die günstig mit Indizes abgebildet werden können“, sagt Kang. Das Niedrigzinsumfeld sei damit ein Förderer dieser Entwicklung. Etablierte Anbieter wie iShares, db X-trackers oder Lyxor sind bereits in diese Richtung gegangen. Sie alle bieten Produkte an, die mit dem Label „Enhanced“ oder „Minimum Volatility“ oder „EqualRisk“ versehen sind. Während in Österreich der Trend zu ETFs noch kaum ausgeprägt ist, auch die Anbieter selbst sprechen noch von einem „Randthema in Österreich“, setzen manche Assetmanager auf eigenen Research, um sich zwischen Alpha und Beta aufzustellen. „Traditionelle marktgewichtete passive Indizes funktionieren in vielen Bereichen nicht so gut“, sagt etwa Josef Zechner, Professor am Institut

für Finance und Investments an der Wirtschaftsuniversität Wien und Mitglied der Wissenschaftlichen Leitung der heimischen Fondsgesellschaft Spängler IQAM Invest. Zechner und sein Team haben etwa in der Vergangenheit eigene Indexvarianten im Aktien- und Rohstoffbereich gebaut. Bei Rohstoffen müsse man bei der Indexkonstruktion besonders aufpassen, weil man nur über Futures in Öl, Gas oder Kupfer investieren könne. Dabei können aber Rollverluste entstehen, wenn ein Fonds von einem kurz laufenden Papier in ein länger laufendes Papier „rollt“. Bei Aktienstrategien zeige sich hingegen immer wieder, dass teure Titel gut gelaufen sind und damit ein noch stärkeres Gewicht im Index erhalten. „Gleichzeitig fallen billige Titel in einem kapitalgewichteten Index schwächer ins Gewicht“, sagt Zechner. Daher mache ein „regelbasiertes Herangehen“ Sinn, in dem akademisch getestete Faktoren verwendet werden, um die Nachteile der breitgestreuten Indizes einzudämmen.

Fondsmanager an Affen messen Tatsächlich ist eine vielbeachtete Studie von britischen Forschern im April noch viel weiter gegangen. Andrew Clare, Professor an der Cass Business School, hatte zehn Millionen verschiedene Indizes untersucht. Sein Ergebnis: Die traditionellen, sprich nach Marktkapitalisierung gewichteten, schneiden schlechter ab als zufallsgenerierte Indizes. Selbst Affen würden die etablierte Art und Weise, den Markt abzubilden, schlagen, so die provozierende Conclusio von Clare. „Vielleicht sollten wir unsere Fondsmanager künftig an Affen messen, nicht an einem kapitalgewichteten Index.“ So drastisch würde es aber Zechner nicht formulieren. Doch er kann dem Trend weg von „cap-weighted“ Maßstäben für die Investmententscheidung viel abgewinnen, wenn mehrere Faktoren wie „Value“, also die Bewertung von Aktien, berücksichtigt werden. „Es macht Sinn, über Risikofaktoren zu diversifizieren,

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Fonds

nicht einfach über Anlageklassen oder Einzeltitel.“ Auch Dachfondsmanagerin Cova sieht gerade für Privatanleger einen Sinn in diesen Produkten, die „langfristig in eine Strategie investieren wollen und nicht an einer Benchmark gemessen werden wie ein Fondsmanager“.

Achtung vor Rollverlust bei Rohstoffen.

Kritiker ergreifen das Wort

Josef Zechner

tion Teams des US-Vermögensverwalters GMO und Experte für die Psychologie der Märkte, handelt es sich sogar um „Schlangenöl in neuen Schläuchen“. Ali Masarwah von Morningstar betont, dass Anleger, die diese alternativen Produkte kaufen, auch alternative Risiken eingehen: „Auch Liquidität ist ein Punkt. Wenn zu viel Geld in eine alternative Strategie fließt, könnte die Ertragsquelle versiegen.“ Daher sei

Gerade in den USA, wo der Trend zu Smart Beta besonders ausgeprägt ist, haben zuletzt aber auch die Kritiker das Wort ergriffen. Der renommierte Hedgefondsmanager Clifford Asness ruft in Erinnerung: „Wer von Kapitalmarktgewichtungen abweicht, ist per Definition ein aktiver Manager.“ Man solle Smart-Beta-Produkte daher nicht als „passive“ Produkte vermarkten. Für James Montier, Mitglied des Asset Alloca-

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auch bei „alternativen Indizes“ viel Disziplin bei den Investoren geboten, damit sie nicht auf vergangene Hypes aufspringen. So haben verschiedene Studien gezeigt, dass die Aktien, die sich heute in vielen „Minimum Volatility“-Produkten befinden und besonders große Sicherheit versprechen, sehr teuer bewertet sind. Der Trend zu „Alternative Beta“ ist aber dennoch hochwillkommen für private Anleger. Denn es kommt zu einer „Entmystifizierung von Alpha“, wie es Fondsanalyst Masarwah nennt. Aktive Fondsmanager haben kein Monopol mehr auf gute Investmentideen und -strategien, die relativ einfach mit passiven Indexprodukten abgebildet werden können. Und damit sollten die hohen Kosten für diese Strategien deutlich sinken. www.derboersianer.com/studie/CBS

info grafik EVOLUTION DES KAPITALMARKT-ALPHABETS 1970er

1980er

1990er

2000er

Smart Beta

Alpha INDEXBEISPIELE:

INDEXFAMILIE:

Alpha Strategie-Beta

Alpha

Minimum Volatility Strategie-Indizes

Faktor-Beta Portfolioertrag

=

=

Faktor-Beta

Bewertungsgewichtet

Markt-Beta

Weltweiter Aktienindex

=

Beta

Länder-Beta

Sektoren-Beta

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Benchmarks

Quelle: Allianz Global Investors

Regionales Beta

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Die Krux mit der Rendite Pensionskassen in Österreich werden von vielen nur mit Pensionskürzungen in Verbindung gebracht, aber ihre Performance ist je nach Risikoannahme an und für sich nicht schlecht. Nur die Annahmen waren falsch – und die lassen sich ändern. AUTOR BARBARA OTTAWA

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Obergrenze mit 3,5 Prozent festgelegt und igentlich kann man von einem 2012 nochmals gesenkt. Geburtsfehler sprechen. Im ÜberBei Mercer Österreich spricht man bei schwang der Wunderjahre des ösdiesen Werten von einem „marktkonterreichischen Wirtschaftsaufschwungs hatformen Rechnungszins“. Bis November ten etliche Unternehmen ihren Angestellten 2013 wiesen die 16 österreichischen Pensionsversprechungen gemacht, die sich Pensionskassen eine durchschnittliche auf Zusatzpensionen von teilweise mehreren Performance von 3,29 Prozent aus. Die tausend Euro belaufen. In den 1990er-Jahren Langzeitbetrachtung zeigt, dass seit Bewurde jedoch klar, dass diese Versprechen ginn der Pensionskassen-Zeitrechnung die Bilanzen belasten, und es wurde nach 1991, wobei damals noch weit weniger Alternativen gesucht. In vielen Ländern in Institutionen bestanden hatten, bis 2012 Europa war zu diesem Zeitpunkt bereits das ein durchschnittlicher jährlicher Ertrag System der Pensionskassen etabliert, auch von 5,65 Prozent erzielt wurde. Dafür wenn dieser einheitliche Begriff eigentlich Michaela Plank haben jedoch vor allem die sehr guten nicht anwendbar ist, weil jedes System seine 1990er-Jahre gesorgt. Der Obmann des Fachverbands der PensiEigenheiten hat. Dies wurde dann auch auf Österreich übertragen, onskassen und Vorstand der Valida Holding, die insgesamt knapp jedoch nicht, wie andernorts üblich, als integrierter Bestandteil eifünf Milliarden Euro verwaltet, Andreas Zakostelsky, zeigt sich heunes Mehrsäulen-Pensionssystems, sondern in vielen Fällen eher als te „zuversichtlich“, dass sich dieses langfristige durchschnittliche Auslagerungsstätte für drückende Pensionslasten. Veranlagungsergebnis in der Branche „auch in Zukunft zumindest halten lässt“. Fehlerhafte Annahmen Dennoch gilt weiterhin, dass ein angemessener Rechnungszins die Chancen auf eine spätere Pensionskürzung verringert. Und die Um diese möglichst günstig übertragen zu können, wurde als RechHöhe dieser Annahme liegt im Ermessen des Arbeitgebers, der den nungszins eine zukünftige Performance von teilweise bis zu sechs Vertrag mit der Pensionskasse abgeschlossen hat. Ein paar UnProzent angenommen. Dass diese nicht jedes Jahr erzielt werden ternehmen haben in ihrer Veranlagungs- und Risikogemeinschaft können wird, zeigte sich spätestens in der ersten großen Krise, die (VRG), also dem Pool, den ihre Mitarbeiter innerhalb der Pensionsdie 16 heimischen Pensionskassen, davon sind sechs überbetriebkasse angehören, bereits eine Anpassung vorgenommen. In den lich, mit dem Aktieneinbruch zur Jahrtausendwende zu überstehen sechs überbetrieblichen Pensionskassen haben noch mehr als 22 hatten. Da in Österreich keine Garantien auf bereits bestehende Prozent der Mitglieder einen Rechnungszins von fünf Prozent oder Rentenansprüche ausgegeben werden, kommt es in diesen Altbehöher. „Man sollte es sich wirklich noch einmal überlegen, den ständen seither beinahe jährlich zu Kürzungen der PensionsauszahRechnungszins zu senken“, sagt Michaela Plank, Pensionskassenlungen. Ein ähnliches Schicksal droht aber auch jüngeren Kohorten, expertin bei Mercer in Österreich. Ihrer Ansicht nach „schränkt ein die bis vergangenes Jahr in diese bestehenden Verträge eingetreten hoher Rechnungszins Mitglieder in der Nutzung der Wechselmögsind. Bis zur Pensionskassengesetz-(PKG)-Novelle, die 2013 nach lichkeiten analog zur Pensionskassengesetzsnovelle ein“. Laut dem mehrjährigen Verhandlungen in Kraft getreten ist, galt nämlich der überarbeiteten PKG können Arbeitgeber ihren Mitarbeitern nämgesetzliche Höchstrechnungszins von drei Prozent nur für Neuverlich diverse Wahlmöglichkeiten einräumen, einerseits in eine Beträge. Bereits im Jahr 2004 hatte die Finanzmarktaufsicht (FMA) die

Überlegen, den Rechnungszins zu senken.

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Pensionskassen

triebliche Kollektivversicherung (BKV), die von Versicherern mit Garantien angeboten wird, und andererseits in eine sogenannte Sicherheits-VRG, die von Pensionskassen zu einem von der FMA mit 1,75 Prozent beschränkten Rechnungszins sowie einer garantierten Anfangspension verwaltet wird. Je höher der Rechnungszins im derzeitigen Vertrag, desto größer wären die Verluste bei einer Übertragung. Zakostelsky hält dazu fest: „Sicherheit kann aber nicht nur über eine Garantie erreicht werden, auch eine grundsätzlich konservativ ausgerichtete Veranlagung über Jahrzehnte, wie es bei typischen Verträgen mit Firmenpension der Fall ist, erfüllt diesen Anspruch.“

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fünf Milliarden Euro verwaltet, bietet fünf verschiedene Risikokategorien an: „Die risikoreichste investiert 50 Prozent in Aktien, nicht abgesichert, sowie 50 Prozent in Anleihen, und die risikoärmste ist nur in Anleihen investiert“, erläutert VBVVorstand Karl Timmel. Doch eine ähnliche Veranlagung heißt noch lange nicht, dass auch die Erträge ähnlich ausfallen. Laut einer von Mercer zusammengetragenen Statistik lag das beste Ergebnis einer defensiven VRG für 2013 per Ende September bei nur 1,04 Prozent, das beste jedoch bei 2,5 Prozent, wobei nicht alle Pensionskassen diesen Veranlagungstyp anbieten. Bei der risikoAndreas Zakostelsky reichsten Veranlagung lag die Bandbreite zwischen sechs Prozent und 3,3 Prozent. Das ist jedoch wieder Blick über die Grenze nur eine Kurzzeitbetrachtung, die eigentlich in der Pensionskassenwelt fehlgeleitet, aber andererseits auch systembedingt ist, Eine Anpassung der Verpflichtungsseite kann man derzeit zum denn am Jahresende werden die Pensionen ausbezahlt. Beispiel auch in der Schweiz in großem Stil beobachten. Anders als das österreichische System ist die Schweizer zweite Säule verpflichtend für alle Arbeitnehmer, und jeder Arbeitgeber muss eine Pensionskassenlösung anbieten. Rentenleistungen dürfen dort WERTENTWICKLUNG BIS 3. QUARTAL 2013 während der Auszahlungsphase nicht gesenkt werden. Das bedeutet, dass in einigen Pensionskassen aufgrund des nicht ausreiPensionskassen Portfolio Performance Veranlagungstyp (überbetrieblich) in % chenden Ertragsniveaus bereits eine Umverteilung von Kapital von aktiven Mitgliedern zu den Rentnern erfolgt. Allianz VRG 15/3 6,17 dynamisch Da dies nicht im Sinne des Erfinders einer kapitalgedeckten ZusatzAllianz VRG 7 5,35 aktiv vorsorge ist, passen sehr viele der mehr als 2.000 Pensionskassen Bonus VRG 5 4,96 aktiv in der Schweiz nun ihre technischen Parameter an: Sie senken den Allianz VRG 4 4,53 ausgewogen sogenannten technischen Zins, der mit unserem Rechnungszins Victoria Volksbanken VRG 9 4,50 dynamisch vergleichbar ist, auf unter drei Prozent. Sie riskieren damit kurzzeiAllianz VRG 15/2 4,30 ausgewogen tig eine Unterdeckung, also eine Differenz zwischen angespartem APK VRG 19 4,27 dynamisch Vermögen und den bestehenden Verpflichtungen. Allerdings wird Bonus VRG 1 4,18 ausgewogen in den meisten Fällen ein langfristiger Sanierungsplan ausgearbeiVBV VG 152 3,86 dynamisch tet, durch den einerseits Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu höheVBV VG 151 3,73 aktiv ren Beiträgen verpflichtet, aber vor allem Langzeiteffekte genützt Valida VG 43 3,32 dynamisch werden sowie auf langfristige Beteiligung durch den Kapitalmarkt, APK VRG 9 3,30 aktiv gehofft wird. Victoria Volksbanken VRG 5 3,20 ausgewogen Die Rechnung geht natürlich nur auf, wenn die VeranlagungsstraValida VG 42 3,09 ausgewogen tegie richtig gewählt ist. In Österreich liegt auch diese EntscheiAllianz VRG 15/1 3,07 konservativ dung teilweise bei den Arbeitgebern, vor allem wenn diese mehr Valida VRG 60 2,89 ausgewogen als 1.000 Mitarbeiter in eine Pensionskasse einbringen und so eine Bonus VRG 22 2,70 konservativ eigene VRG eröffnen können. Im Zuge der jüngsten PKG-Novelle APK VRG 1 2,65 ausgewogen nutzten vor allem die großen Anbieter die neuen rechtlichen MögAllianz VRG 13 2,52 konservativ lichkeiten, um einige der über alle Kassen verteilt mehr als 170 Victoria Volksbanken VRG 7 2,50 defensiv Sub-Portfolios zusammenzulegen. Das kann einigen VRGs mit beVBV VG150 2,28 defensiv sonders hohem Pensionistenanteil helfen, weil das Risiko über eine Valida Industrie VRG 1 2,15 ausgewogen größere Gruppe gestreut wird. Valida VG 41 2,09 defensiv Was die Veranlagung betrifft, können die Pensionskassen per Valida Industrie VRG 2 1,41 konservativ Gesetz ihre Portfolios nach bestimmten Aktienquote einteilen: VBV VG 165 1,04 defensiv Die „defensiven“ mit weniger als 16 Prozent Aktienanteil, die Portfolios: „konservativen“ mit bis zu 24 Prozent, die „ausgewogenen“ bis VRG = Veranlagungs- und Risikogemeinschaft, VR = Veranlagungsgemeinschaft 32 Prozent, „aktiven“ bis 40 Prozent und „dynamischen“ über 40 Prozent. Die VBV Pensionskasse AG, die ein Vermögen von

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Sicherheit nicht nur über Garantie erreichbar.

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banken

Sberbank reicht nach VBI­Kauf Klage gegen ÖVAG ein +++ Hypo NOE feie Event Award 2013 +++ RBI von „The Banker“ als Bank des Jahres in CEE zertifiziert +++ „The Banker“ zeichnet Erste Bank als „Best Private Bank in Au

INTERVIEW Robert Zadrazil Vorstand Private Banking UniCredit Bank Austria

Private Banking umkämpft Wie zufrieden sind Sie mit der Kunden- und Ergebnisentwicklung? – Unsere Kunden konnten heuer mit dem Vermögens­ management zufrieden sein. Wir haben in den ersten drei Quarta­ len 2013 das Ergebnis vor Steuern um 45 Prozent gesteigert und waren mit 14.000 Kunden erneut Marktführer. Der hiesige Markt ist umkämpft. Woher kommt das Kundenwachstum 2014? – Derzeit haben bis zu 50 Prozent der Zielgrup­ pe kein professionelles Vermögensmanagement. Diese von einem aktiven Anlagenmanagement zur Vermögenssicherung zu überzeu­ gen bleibt auch 2014 die Herausforderung.

NEWS

Erste Group berät Oyak-Gruppe Die Erste Group Bank AG berät die türkische Oyak­Gruppe bei der Übernahme des österreichischen Chemieunternehmens Chemson Group. Die Oyak­Gruppe hat vom österreichischen Private­Equity­ Fonds Buy­Out Central Europe II Beteiligungs­Invest AG das gesamte Aktienkapital der Chemson Group erworben. Chemson ist einer der globalen Technologie­ und Marktführer bei PVC­Additiven, die bei der Herstellung von Fenstern und Profilen, Rohren und Fittings sowie bei Weich­PVC­Anwendungen wie Kabeln, Bodenbelägen und Dachplat­ ten eingesetzt werden. Die Oyak­Gruppe ist einer der größten Indus­ triemischkonzerne der Türkei mit Schwerpunkte auf Automobilerzeu­ gung, Stahl, Zement und Energie. KARRIERE

Rechnen Sie mit einer verstärkten Konsolidierung in der Branche? – Im derzeitigen regulatorischen Umfeld mit sinken­ den Margen und steigenden Kosten können nur mehr große Player höchste Qualität liefern. Daher scheiden immer mehr kleinere Mit­ bewerber aus dem Markt aus. Millionäre sind scheu, kritisch. Wie spricht man Kunden an und überzeugt sie? – Unsere Kunden haben aufgrund der guten Beratungsperformance eine überdurchschnittlich hohe Em­ pfehlungsbereitschaft. Mundpropaganda ist die beste Empfehlung.

Zoltán Árokszállási

Freimut

Gökce Kabatepe

ist neuer Senior Analyst

Dobretsberger

übernimmt die

in der Erste Group Bank

und Thomas Hudetz

Verantwortung für

AG. In seiner Funktion

verstärken seit

den Bereich „Neue

ist er für die Bereiche

Anfang Dezember

Märkte und Asien“

CEE Makro sowie für

das Aufsichtsratsteam

innerhalb des M&A

FI­ und FX­Märkte der

der Partner Bank AG

Teams in der Raiffeisen

Region zuständig.

in Linz.

Centrobank AG.

Market Making Brokerage Research Capital Markets Sie haben Fragen? Wir helfen Ihnen gerne: T +49 (0) 69 1381210 DS@KochBank.de www.KochBank.de KochBank GmbH Wertpapierhandelsbank Große Bockenheimer Straße 50 60313 Frankfurt, Germany

Wir wünschen all unseren Kunden und Geschäftsfreunden ein gesundes und erfolgreiches 2014! DB_42-43_Banken_m.indd 42

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Seitentaufe

NOE feiert 125-Jahr-Jubiläum in neuer Konzernzentrale +++ Raiffeisen Future Trail gewinnt Austrian es in CEE ausgezeichnet +++ BKS Bank von Reinhold Mitterlehner als familienfreundlicher Betrieb Bank in Austria“ aus +++ Kooperation von EIB und RLB Steiermark bringt 100 Millionen Euro für KMUs

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EVENT KOLUMNE

Otmar Issing sieht Euro als „Spaltpilz“ Die Hypo NOE Group hat Ende November Gäste aus Wirtschaft, Politik und dem öffentlichen Leben zum achten Hypo Invest Club im Palais Niederösterreich in Wien eingeladen. Key-Note-Speaker des Abends war Otmar Issing, der ehemalige EZB-Chefökonom und Präsident des Center for Financial Studies der Uni Frankfurt mit dem Thema „Europa und der Euro – Motor der Integration oder Spaltpilz?“. Issing betonte unter anderem, dass die Existenz des Euro als stabile Währung nie wirklich bedroht gewesen sei. In Bezug auf die Europäische Union sieht der ehemalige Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank den Euro jedoch

Eva Marchart Vorstandsvorsitzende Raiffeisen Centrobank AG

als „Spaltpilz“, der die Gefahr birgt, die einzelnen Mitgliedsstaaten auseinanderdriften zu lassen. Die Zukunft des Euro werde laut Issing jedoch nicht in den Peripherieländern der EU, sondern in Ländern wie Italien und Frankreich und in der Ausprägung ihres Reformwillens entschieden werden. In einer anschließenden Podiumsdiskussion mit Generaldirektor Peter Harold und Finanzlandesrat Wolfgang Sobotka wurden die derzeitige Lage in Europa sowie notwendige Maßnahmen für eine stabile Zukunft der Währungsunion und somit des Euro diskutiert. EVENT

Bank des Jahres Das internationale Finanzmagazin „The Banker“ der „Financial Times“ hat die Hypo Landesbank Vorarlberg als „Bank of the year 2013“ in Österreich ausgezeichnet. Der begehrte Award geht somit erstmals nicht an eine Großbank, sondern an eine Regionalbank. Der

Award wurde im Rahmen einer Gala in London an Vorstandsvorsitzenden Michael Grahammer und Vorstand Johannes Hefel überreicht. Es wurde nach jener Bank gesucht, die aktuelle Herausforderungen der Politik und Wirtschaft mit innovativen und effizienten Lösungsansätzen am erfolgreichsten gemeistert hat. Die Raiffeisen Bank International (RBI) wurde am gleichen Abend zur „Bank des Jahres in Zentral- und Osteuropa“ und zur „Bank des Jahres“ in weiteren fünf Ländern gekürt. Die Auszeichnung als „Bank of the Year in CEE“ gewann die RBI schon zum siebenten Mal.

NEWS Investor Ronny Pecik hat die UniCredit BankAustria-Zentrale in der Schottengasse erworben. Seine Beteiligungsfirma Sandoro Holding hat die 30.000 Quadratmeter große Zentrale gekauft. Dafür soll er zwischen 125 und 130 Millionen Euro zahlen. Bis 2017 bleibt die Bank als Mieter im Gebäude. Sollte die neue Bankzentrale am Nordbahnhof nicht fristgerecht fertig werden, könnte die Bank sogar noch verlängern.

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Pecik kauft BA-Zentrale

Warum nicht immer alles simpel sein kann Banker befinden sich weiterhin im Imagetief – in guter Gesellschaft von Politikern und Lobbyisten. Mit eine Ursache dafür, dass es so einfach war, eine ganze Branche mit medialem Getöse undifferenziert in Misskredit zu bringen, ist auch die Komplexität des Bankgeschäfts, das von einem Großteil der Bevölkerung als undurchschaubar empfunden wird – aber das ist die Technologie eines Pkws auch, und jeder fährt damit. Der selbstverständlich klingende Rat, nur Produkte zu kaufen, die man auch versteht, geht an der Realität vorbei: wie viel Prozent der Bevölkerung setzen sich über die Zinsen auf dem Sparbuch hinaus mit Finanzthemen auseinander? Heißt das, dass man konsequenterweise eine überwältigende Mehrheit der Bevölkerung von jedem nur etwas anspruchsvolleren Finanzprodukt ausschließen darf? Der Fokus muss klar darauf gerichtet sein, einer breiten Öffentlichkeit die Bedeutung eines funktionierenden Bankensystems und qualitativer Bankberatung – nicht nur für die Realwirtschaft, sondern auch für das eigene Geldbörsel – verständlich zu machen. Banken werden alles daransetzen, hier Aufklärungsarbeit zu leisten und die Financial Literacy zu stärken. Aber wie beim Autofahren auch kann das nur funktionieren, wenn die Menschen bereit sind, sich mit Themen genauer zu befassen. e.marchart@derboersianer.com

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VBV Vorsorgekasse gewinnt Auszeichnungen +++ VIG reduziert Vorstand auf sechs Mitglieder +++ Ergo startet Testphase für neuen Kfz-Service

versicherungen NEWS KOLUMNE Günter Geyer Präsident VVO

Ein Plädoyer für die Lebensversicherung Die Entscheidung der Europäischen Zentralbank, das Zinsniveau niedrig zu halten, wirkt sich auf die Entscheidungen der Menschen aus, ob und wie sie Geld anlegen und ihren Vermögensaufbau planen. Die klassische Lebensversicherung ist zweifelsohne ein wichtiger Pfeiler der Vorsorgeplanung und hat Tradition. Das niedrige Zinsumfeld lässt die Sorgen steigen, dass die Versicherer den garantierten Zinssatz auf lange Sicht hin nicht mehr erzielen können. Diese Bedenken sind legitim, doch ist festzuhalten, dass sich die österreichische Versicherungswirtschaft in einer besseren Lage befindet als beispielsweise die deutsche. Trotz dieser deutlich besseren Situation in Österreich hat im Sinne eines langfristigen Vorsorgegedankens die Finanzmarktaufsicht eine Zinszusatzrückstellung in die Wege geleitet. In diesem Kontext ist zu betonen, dass die Komponente der Risikoabdeckung, insbesondere für junge Familien, von großer Bedeutung ist. Die klassische Lebensversicherung steht für Risikoschutz und Absicherung von Angehörigen sowie für eine langfristige, sichere Form der Vorsorge. Mit durchschnittlich über drei Prozent, die wir in Österreich aus der Veranlagung erzielen, liegen wir sehr deutlich über aktuellen Sparzinsen. Ich kenne keine andere Vorsorgeform, die eine Kombination von garantiertem Ertrag und Risikoschutz bieten kann. g.geyer@derboersianer.com

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Rumänien und Italien belasten Ergebnis Die Vienna Insurance Group (VIG) warnte vor Jahresende vor „Volatilitäten“ im Gesamtergebnis. Schuld daran seien „die fortgesetzt schwierigen Marktbedingungen in Rumänien“ sowie die „adverse Situation der Donau Versicherung im Bereich Kfz-Versicherung in Italien“. Letztere hat zu einem Wechsel im Vorstand geführt, nachdem Generaldirektorstellvertreter Franz Kosyna, von 2009 bis 2012 Generaldirektor der Donau, per 31. 12. aus dem VIG-Vorstand ausgeschieden ist. Bis zum 3. Quartal verzeichnete die Versicherungsgruppe einen moderaten Prämienrückgang um 5,1 Prozent auf 7,1 Milliarden Euro. Der Vorsteuergewinn des Konzerns belief sich auf 315,9 Millionen Euro, ein Rückgang von knapp 29 Prozent im Jahresvergleich. Die schlechten Ergebnisse aus Rumänien und

Die jüngste Vorsorgekasse, fair-finance, die etwa 110 Millionen Euro verwaltet, erhielt vom Pensionskassenfachmagazin „Investment & Pensions Europe“ (IPE) zum zweiten Mal in Folge den IPE Country Award für die beste Veranlagung einer Vorsorgeeinrichtung in Österreich.

Italien kosteten die VIG im Ergebnis rund 140 Millionen Euro. Der Vorstand erwartet, dass beide Situationen weiter anhalten werden, und geht deshalb davon aus, dass das angestrebte Gewinnziel 2013 „nicht erreicht wird“. Andere Länder dieser CEE-Region haben durchwegs positiv zum Ergebnis beigetragen. In Tschechien wurde Vorstandsmitglied Martin Diviš zum „Versicherungsmanager des Jahres“ gewählt und die VIG-Tochter Kooperative zum besten Finanzunternehmen. In Bulgarien erhielt die VIG-Tochter Bulstrad Life die Auszeichnung „Lebensversicherer des Jahres 2013“.

IPE Country Award 2013 NEWS

Armenische Pensionsgelder

KARRIERE

Arno Schuchter

Guy Cowley

wechselt per Jahresan-

hat per 1. November

fang in den Vorstand der

2013 bei der Generali-

Generali und folgt damit

Tochter Bawag PSK

Harald Steirer nach,

Versicherung AG

der sein Mandat aus

das Vorstandsmandat

persönlichen Gründen

von Thomas Heimhofer

nicht verlängert hat.

übernommen.

Der Vermögensverwalter C-Quadrat Investment AG und sein Partner Talanx Asset Management wurden von der armenischen Regierung neben der französichen Amundi für die Verwaltung der Gelder im neu eingerichteten Pensionskassensystem ausgewählt. Das dabei verwaltete Gesamtvolumen der Pensionsgelder wird sukzessive aufgebaut, soll nach Schätzungen der armenischen Zentralbank über die nächsten Jahre bis zum Jahr 2020 kontinuierlich auf rund zwei Milliarden Euro steigen und in weiterer Folge darüber hinaus anwachsen.

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aktiengesellschaften

Margarita Hoch verabschiedet sich der Constantia Flexibles abgesag Baubecon-Übernahme ohne Kapitaler

NEWS KOLUMNE Matthias Stieber Direktor Investor Relations Telekom Austria Group

Strategisches Rating Lässt sich ein Unternehmen von einer Ratingagentur bewerten, ist dies eine strategische Entscheidung, die oft mit einer Finanzierung über den Anleihenmarkt verbunden ist. Generell unterscheiden Ratingagenturen zwischen Investment Grade und SubInvestment-Grade, das auch oft abwertend mit „Junk“ tituliert wird. Dies ist eine vereinfachende Trennung in zwei Welten, die am Ende des Tages nur durch einen „Notch“ getrennt sind. Das angestrebte Rating muss ähnlich dem Verschuldungsgrad die strategische Ausrichtung und Ziele des Unternehmens unterstützen. Aspekte wie Optimierung der Kapitalkosten, Sicherung der Liquidität sowie finanzielle Flexibilität und Finanzierungsrisiken müssen ebenso in Betracht gezogen werden wie die Positionierung gegenüber Vergleichsunternehmen. In diesem Sinne sollte eine Ratingkategorie nicht positiv oder negativ konnotiert sein, sondern in Zusammenhang mit den strategischen Zielen des Unternehmens und der Bewertung der Branche gesehen werden. Dennoch ist die Positionierung des Unternehmens in diesen zwei Kategorien relevant, da viele Anleiheinvestoren an diese gebunden sind. Wird ein Investment-GradeUnternehmen auf Sub-InvestmentGrade abgestuft, sind Investoren oft gezwungen, den „Fallen Angel“ zu verkaufen. Ein Sündenfall, der nicht leicht vergeben wird. m.stieber@derboersianer.com

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Palfinger expandiert Neben der zuletzt veröffentlichten Übernahme des russischen Kranproduzenten PM-Group erweitert die Palfinger AG ihr Angebot für die Schifffahrts- und Offshore-Industrie durch die mehrheitliche Übernahme der Palfinger Systems GmbH und der Megarme-Gruppe. Mit Megarme erwirbt Palfinger nun Wertschöpfungsstrukturen im arabischen Raum. Die zwei Unternehmen bieten Zugangs- und Bearbeitungssysteme für Reparatur- und Servicearbeiten an Schiffen und Ölplattformen an. Für den symbolischen Kaufpreis von einem Euro erwirbt

Corporate Responsibility

die Palfinger Gruppe nun 85 Prozent des Unternehmens, das 2012 rund eine Million Euro Umsatz verzeichnet hat. Die Megarme-Gruppe besteht aus Gesellschaften in Dubai, Abu Dhabi und Katar. Der Jahresumsatz beträgt derzeit 15 Millionen Euro. Zu guter Letzt hat Palfinger auch Verträge zur Kapitalverschränkung mit der chinesischen Sany-Gruppe finalisiert. Nach der Genehmigung durch chinesische Aufsichtsbehörden wird eine wechselseitige Unternehmensbeteiligung im Ausmaß von zehn Prozent durchgeführt.

STUDIE

Die Berichterstattung zur Corporate Responsibility ist weltweit gängige Geschäftspraxis geworden. Das geht aus der jüngsten KPMGStudie zu Corporate Responsibility hervor und zeigt, dass sich schon 71 Prozent der Unternehmen aktiv damit auseinandersetzen. Die Studie umfasst die 100 Topunternehmen aus 41 Nationen. Insgesamt wurden 4.100 Firmen befragt. Es hat sich gezeigt, dass die Herausforderung für Unternehmen darin besteht, den CR-Bericht dazu zu nutzen, die wichtigsten Belange zu den Themen Umwelt und Soziales für ihr Unternehmen und ihre Interessengruppen aufzuzeigen. In der Studie wurde ebenfalls die Qualität der Berichte der 250 größten Konzerne weltweit nach Kriterien wie Strategie, Zielsetzung, Steuerung, Transparenz und Stakeholder-Engagement untersucht. Dabei erzielten europäische Unternehmen mit 71 von 100 Punkten die im Durchschnitt höchste Qualitätskennzahl.

TREND

SocialMediaUmfrage

Eine Umfrage von Scholdan & Company soll mehr über das Bedürfnis der Nutzer von IRWebsites nach Apps, interaktiven Elementen und dem Einsatz von Social Media herausgefunden werden. 22 der 37 der Wiener PrimeMarket-Unternehmen haben sich daran beteiligt. Die Studie zeigt, dass die Nutzung neuer Tools, gerade im Social-Media-Bereich, sehr unterschiedlich ist. IR-Websites von Unternehmen mit einer höheren Marktkapitalisierung, die auch mehrere Tools und Plattformen einsetzen, werden häufiger genutzt als andere Websites. 15 Prozent der Zugriffe auf IR-Websites erfolgen bereits über mobile Endgeräte. Diese Websites weisen auch höhere Zugriffsraten auf. Die meisten Nutzer sind an Kurscharts und Finanzberichten zum Download interessiert.

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Seitentaufe

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det sich als IR-Manager von Sanochemia +++ Valneva sichert sich neue Finanzierung +++ IPO abgesagt +++ Wolford verstärkt Präsenz am Vienna International Airport +++ Immofinanz will Kapitalerhöhung stemmen +++ Lenzing streicht 700 Arbeitsplätze und stellt 140 neue Mitarbeiter ein NEWS

Wachstum für IPO-Markt

Die Ergebnisse des aktuellen weltweiten IPO-Barometers von Ernst & Young (EY) zeigen, dass Zahl und Emissionsvolumen der weltweiten Börsengänge im Jahr 2013 dank eines starken Jahresendspurts über dem Vorjahresniveau liegen. Trotz der von der chinesischen Börsenaufsicht verordneten Zwangspause für Börsengänge in China, dem bis 2012 mit Abstand aktivsten IPO-Markt der Welt, steigt die Zahl der Börsengänge im Jahresvergleich von 837 im Jahr 2012 auf 864 im laufenden Jahr. Das Gesamtemissionsvolumen ist um 27 Prozent von 129 auf 163 Milliarden US-Dollar deutlich stärker gewachsen. Vor allem der amerikanische Markt hat sich als besonders dynamisch gezeigt. Die Zahl der Börsengänge an den US-Börsen kletterte von 133 im Vorjahr auf 222 im laufenden Jahr. In Europa ging die Zahl der Transaktionen von 164 auf 157 zurück, das Emissionsvolumen der IPOs stieg aber von 13,2 auf 30,3 Milliarden Euro deutlich. Allein für das erste Quartal 2014 kann man laut EY mit 250 Börsengängen mit einem Volumen von mehr als 35 Milliarden US-Dollar rechnen.

NEWS

Anleihen-Zuwachs

Die Telekom Austria AG holte sich über eine achtjährige Unternehmensanleihe mit 3,125 Prozent Verzinsung 750 Millionen Euro vom Kapitalmarkt. Damit soll der Kauf der Mobilfunkfrequenzen in Höhe von 1,03 Milliarden Euro finanziert werden. Seit November notiert der Corporate Bond der Porr AG im Freiverkehr der Wiener Börse. Das Volumen des Bonds beläuft sich auf 50 Millionen Euro. Die Anleihe Euro ist mit einem Kupon von 6,25 Prozent per annum ausgestattet und hat eine Laufzeit von fünf Jahren mit endfälliger Tilgung.

EVENT

Talk im Tower

INTERVIEW Florian Nowotny Finanzvorstand CA Immo AG

Fokus Profitabilität Welche Verkäufe mit welchem Volumen wurden 2013 finalisiert? – Wir haben 2013 Immobilien in Deutschland mit einem Bilanzwert von mehr als einer Milliarde Euro, das sind rund 20 Prozent unseres gesamten Portfolios, verkauft, und das deutlich über Buchwert. Die größten Transaktionen waren der Verkauf des Büroportfolios in Hessen sowie des Zweidrittelanteils am Tower 185 in Frankfurt. Wie gedenken Sie, Profitabilität weiter zu stärken? – Wir fokussieren uns auf unser Kerngeschäft Büro in den Kernmärkten und bündeln dadurch unsere Kräfte. Die laufende Optimierung der Finanzierungsstruktur bringt Kosteneffizienz und Stabilität, Wachstum, und zusätzliche Erträge erlangen wir durch eigene Projektentwicklungen. Wird sich der betriebsame positive Newsflow fortsetzen? – Das hoffen wir natürlich. Die ganz großen Verkaufstransaktionen sind aber erledigt. Wir erwarten für 2014 Verkäufe in Osteuropa sowie eine plangemäße Fortführung unserer deutschen Projektpipeline. Das Osteuropa-Exposure wird nun größer. Ein Malus? – Unsere Büroimmobilien in CEE sind zum Großteil hochwertige Core-Objekte und gut vermietet, wir haben eine starke Marktposition in unseren Kernländern, somit kann man hier nicht von Malus sprechen. Das relative Osteuropa-Exposure wird vorübergehend größer und soll mithilfe organischen Wachstums durch eigene Projektfertigstellungen in Deutschland kontinuierlich wieder anteilig reduziert werden. Die Investmentstory der CA Immo in ein paar Worten? – Erfolgreiche Fortführung der laufenden Restrukturierung: nachhaltige Profitabilität durch den Fokus aufs Kerngeschäft und Optimierung der Finanzierungsstruktur, Wachstum und zusätzliche Erträge durch eigene Projektentwicklungen.

Eduard Zehetner, CEO der Immofinanz AG, hat im November 2013 zum Thema „The economy, stupid? Wie viel Finanzwirtschaft braucht die Realwirtschaft?“ zur neuen Veranstaltungsreihe „Talk im Tower“ eingeladen. Auf dem Podium diskutierten Barbara Potisk-Eibensteiner, CFO von RHI AG, Franz Schellhorn, Leiter des neuen Thinktanks Agenda Austria, Jan Krainer, SPÖ-Finanzsprecher, Stephan Schulmeister, Wirtschaftswissenschafter des Wifo, über das Zusammenspiel von Finanzund Realwirtschaft und Auswirkungen der Niedrigzinspolitik.

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fonds

Erste Sparinvest kündigt Verwaltungsverträge für drei Salus-Alpha-Fonds + Directional Markets wird an Valartis übertragen +++ PwC bescheinigt Indexfo Asset Management startet neues Veranlagungskonzept „Youinvest“ +++ Ke NEWS

KOLUMNE

Research-Center gegründet

Heinz Bednar Vorstand VÖIG

Raue Zeiten Die eigene Pensionslücke wird mit der Einführung des neuen Pensionskontos greifbar. Zudem ist der Schutz des Ersparten vor der schleichenden Geldentwertung nicht zuletzt nach der letzten Zinssenkung der EZB auf 0,25 Prozent wichtig. Am Geldmarkt wird sich die Situation für Anleger nicht so rasch ändern. Selbst wenn die Zeichen für ein besseres Wirtschaftswachstum im nächsten Jahr gut stehen, der Geldhahn bleibt für längere Zeit offen und damit die Zinsen auf einem niedrigen Niveau. Was bedeutet das für die Kapitalmärkte? Besonders die Aktienbörsen der entwickelten Industrieländer und Unternehmensanleihen mit mittlerer bis mäßiger Bonität konnten bisher von der hohen Liquidität profitieren. Für diese Anlageklassen bleibe ich 2014 positiv gestimmt. Interessant könnten auf längere Sicht die Schwellenländerbörsen werden, die 2013 enttäuscht haben. Besonders Unternehmens- und Staatsanleihen aus Osteuropa und den Schwellenländern bieten im Vergleich zu deutschen oder österreichischen Staatsanleihen Ertragschancen. Entscheidend für den Veranlagungserfolg sind die richtigen Einzelentscheidungen, Timing und die gesamte Portfoliosicht. Für private Anleger ist dies eine kaum bewältigbare Aufgabe. Fonds bieten eine einfache, transparente und flexible Veranlagung, ob für Vermögensaufbau oder für regelmäßige Auszahlungen, von sicherheitsorientiert bis dynamisch. h.bednar@derboersianer.com

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Als Brücke zwischen Wissenschaft und Praxis gründeten TU und WU Wien gemeinsam mit Spängler IQAM Invest ein Research-Center. Ziel ist es, die Umsetzung von aktuellen wissenschaftlichen Ergebnissen in praktisch einsetzbare Asset- und Risikomanagementstrategien voranzutreiben. Das Spängler-IQAM-ResearchCenter strebt eine führende Rolle als Plattform für Wissenschaftler, Praxisexperten und die Öffentlichkeit im Bereich Asset-Management an. Das soll durch Förderung von Know-how

im Finanzbereich und damit erhöhte Transparenz unterstützt werden. Im Advisory-Board des Spängler-IQAM-Research-Center sitzen prominente Finanzökonomen von amerikanischen, britischen, französischen, deutschen und österreichischen Universitäten. So sitzt neben dem Mitglied der Issing-Kommission Jan Pieter Krahnen auch Lucrezia Reichlin, ehemalige Direktorin für Forschung bei der Europäischen Zentralbank und derzeit Professorin an der London Business School im Board.

KARRIERE

Im Visier

Graham French

Adam Lessing

zieht sich nach 25

wurde von Fidelity

Jahren bei M&G

zum neuen

Investments aus dem

Schweiz-Chef

Tagesgeschäft im Fonds-

ernannt. Er löst

management zurück und

damit Fredy Strebel

überträgt die Verwal-

ab, der das

tung an Stellvertreter

Unternehmen nach

Randeep Somel.

15 Jahren verlässt.

NEWS

Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) führt im Auftrag des Konsumentenschutzministeriums eine Sammelintervention für Bankkunden durch, die sich durch die Vermittlung von „Geschlossenen Fonds“ geschädigt sehen. Es wird mit Inkassobüros, Klagen und Zwangsvollstreckung gedroht. Erst jetzt erkennen viele Anleger, was ihnen da vermittelt wurde, und sehen sich von den Banken falsch informiert. So wurden Laufzeiten von zehn oder mehreren Jahren zugesagt, nach dieser Frist kann man jedoch erstmals kündigen, und die endgültige Auszahlung des Kapitals kann sich über Monate oder sogar Jahre ziehen. Allein beim VKI haben sich bisher rund 300 Personen mit einem Schaden von rund sieben Millionen Euro gemeldet.

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Seitentaufe

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-Fonds +++ IQ-Foxx treibt Expansion mit Kapitalerhöhung weiter voran +++ Salus Alpha Indexfonds rosige Aussichten +++ Comgest öffnet Magellan-Fonds für Kleinanleger +++ Erste +++ Kepler Fonds und Fidelty gewinnen Auszeichnungen bei Feri Asset Manager Awards

Weltweit die Nummer eins

NEWS

Rund 35.000 Fonds sind in der Datenbank des Analysehauses Morningstar aufgeführt. Der „ESPA Stock Biotech“ hat jetzt das Kunststück geschafft, im Dreijahresvergleich nicht nur der beste Biotech-Aktienfonds zu werden, sondern auch der ertragreichste Fonds sämtlicher in Österreich angebotenen Investmentfonds. Zwischen dem 1. Dezember 2010 und dem 30. November 2013 weist Morningstar einen Gesamtgewinn von 136,1 Prozent aus, das entspricht einer durchschnittlichen Jahresperformance von 33,2 Prozent. Der Fonds ist vor allem in den USA investiert und orientiert sich bei der Aktienauswahl am Nasdaq-Biotechnology-Index. Harald Kober, seit März 2010 Fondsmanager des Der „ESPA Stock Biotech“, sieht diese relativ starke Indexorientierung als ein Erfolgsgeheimnis: „Die Aktienentwicklung der einzelnen Unternehmen hängt ganz entscheidend von den Studienergebnissen für neue Wirkstoffe ab. Dabei kommt es oft zu positiven, aber auch negativen Überraschungen. Viele Konkurrenzfonds sind stärkere Wetten eingegangen, die sich aber letztlich nicht wirklich ausgezahlt haben.“

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EVENT

DachfondsAward 2013

Am Jahresende zeichnete das „Geld-Magazin“ die Sieger des diesjährigen Dachfonds-Awards aus. In 13 Kategorien wurden 41 Dachfonds mit ersten Preisen bedacht, und die begehrten Awards wurden im Rahmen einer Gala im Haus der Industrie in Wien mit rund 350 Gästen übergeben. Mit sechs ersten, drei zweiten und fünf dritten Plätzen sind die C-Quadrat Investment AG und Arts zum siebten Mal in Folge die besten Dachfondsmanager des Landes. Dabei zählt der C-Quadrat Arts Total Return Bond weltweit zu den Topanleihefonds. Er erzielte über fünf Jahre einen Wertzuwachs von 9,58 Prozent per annum oder 57,86 Prozent gesamt.

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Wiener Börse gewinnt mit Eurex einen der größten Terminmarktbörsen als Indexkunden +++ Zertifikate Forum Austria meldet stagnierendes Gesamtmarktvolumen von 12,7 Milliarden Euro

zertifikate INTERVIEW

NEWS

Frank Weingarts Experte für Anlage- und Hebelprodukte UniCredit Onemarkets

Vorurteile Was ist ein Zertifikat? – Eine Anleihe mit einem vorab festgelegten Auszahlungsprofil. Sie bezieht sich auf einen Basiswert wie Aktien, Zinsen, Fonds, Indizes, Rohstoffe oder Währungen. Welche Vorteile haben Zertifikate? – Zertifikate bieten Ertragsmöglichkeiten in jeder Marktlage, ein klares und transparentes Rückzahlungsprofil sowie Investmentlösungen für Anleger jedes Risikoprofils. Sind die Produkte intransparent? – Die Funktionsweise von Zertifikaten ist im Vorfeld fest definiert und in Prospekten und Broschüren präzise beschrieben. So weiß der Anleger genau, was ihn erwartet.

Erste Group baut Angebot aus

Mehr als 600 neue Turbo-Optionsscheine sind für tradingaffine Kunden handelbar. Die neuen Produkte umfassen sämtliche Basiswerte aus dem DAX, MDAX und TecDAX-Segment. Neben Turbo-Long-Produkten wurden auch Turbo-Short-Produkte emittiert, mit denen Investoren von fallenden Notierungen profitieren können. STUDIE

Performance In einer Studie wurden alle Garantie- und Bonuszertifikate der Raiffeisen Centrobank AG, die seit Anfang 2009 zur Zeichnung angeboten und seit mehr als 180 Tagen handelbar sind, untersucht. Ziel war es, die Wertentwicklung dieser Zertifikate zu analysieren und deren Rendite den Basiswerten gegenüberzustellen. Es stellte sich heraus, dass Anleger trotz geringeren Risikos höhere Renditen gegenüber diesen erzielen konnten. EVENT

Wer kauft welche Zertifikate? – Für jedes Chance/Risiko-Profil von Beratungskunden, Selbstentscheidern oder Tradern ist bei den unterschiedlichen Zertifikatetypen etwas dabei: von Produkten mit vollem Kapitalschutz über Teilschutz bis hin zu Hebelprodukten.

Zu Gast in Wien

Wer kontrolliert die Emittenten? – Emittenten unterliegen europäischen und nationalen Regulierungspflichten wie der MiFID oder dem WAG. In Österreich kontrolliert die FMA die Emittenten. Wie groß ist der Markt in Österreich? – Der Zertifikatemarkt beläuft sich auf insgesamt 12,7 Milliarden Euro.

NEWS

Die Europäische Zertifikatebranche tagte auf Einladung des Zertifikate Forum Austria (ZFA) in Wien. Die Branchenvertreter zeigten sich einig, dass wesentliche Eckpfeiler ihrer Arbeit in Zukunft weiterhin verstärkt Produktinformation und Ausbildung sein werden, um die Vorteile der Zertifikate breiteren Anlegerkreisen bekanntzumachen. Ein wesentlicher Beschluss der Jahrestagung der European Structured Investment Products Association (Eusipa) betraf die Aufnahme des niederländischen Branchenverbands.

Wikifolio vervielfacht Anlageuniversum

Handelsvolumen

Die Social-Trading-Plattform Wikifolio stockt das Angebot an Aktien und ETFs mit mehr als 40.000 Wertpapieren von HSBC und Lang & Schwarz auf. Trader, die attraktive Renditen auch in Seitwärtsmärkten erzielen wollen, können ihre Wikifolios, wie die Anlagestrategien bezeichnet werden, nun auch mit Bonus- und Discountzertifikaten bestücken. Spekulative Trader können Hebelprodukte wie Optionsscheine oder Turbos zur Renditemaximierung, aber auch für Absicherungszwecke nutzen.

Zwei Entwicklungen haben den Zertifikatemarkt Ende 2013 geprägt: Das Handelsvolumen der Mitglieder des Zertifikate Forum Austria stieg um 38,2 Prozent auf 231 Millionen Euro, während das Gesamtmarktvolumen bei 12,7 Milliarden Euro stagnierte. Im Zwölfmonatsvergleich war ein Rückgang des Volumens von 6,4 Prozent zu erkennen. Dieser ist auf das Niedrigzinsumfeld zurückzuführen. Der Handelsvolumensanstieg ist auf die gestiegene Nachfrage nach Bonuszertifikaten zurückzuführen.

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NEWS

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Seitentaufe

BWT startet Wasserkampagne unter dem Motto „BWT macht das – für mich!“ +++ Wikifolio startet den „wikifolio ETF Cup“ in Kooperation mit iShares und OnVista

public relations NEWS

OeNB mit neuer Website

Die Oesterreichische Nationalbank hat eine neue Website onlinegestellt. Neues Design und neue Navigation ermöglichen es, das Informationsangebot der Notenbank nun besser präsentieren zu können. Nach vielen Jahren ist es notwendig gewesen, den Onlineauftritt der Nationalbank zu überarbeiten. Um die neue Website noch stärker als zentralen Informations- und Kommunikationskanal der OeNB zu etablieren, umfasste der Relaunch eine Neuausrichtung der Bereiche Design und Technik sowie eine Überarbeitung der Inhalte. Mit der Verwendung von responsivem Design ist gewährleistet, dass die Website weitgehend unabhängig vom jeweiligen Endgerät funktioniert. NEWS

KOLUMNE Peter Felsbach Pressesprecher Voestalpine AG

Kommunikation heute

PR-Staatspreis für Bank Austria Beim PR-Staatspreis 2013 wurden die UniCredit Bank Austria und ihr externer Berater Media Consult Story Development in der Kategorie „Interne PR“ als Sieger ausgezeichnet. In dem Projekt „Bankville – Erlebnis Zukunft“ wurden 280 Führungskräfte eingebunden, um in einem mehrmonatigen Changeprozess gemeinsam an der Bank der Zukunft zu arbeiten. In Teams zu je zehn Personen mussten die Teilnehmer auf einer speziell dafür entwickelten Onlineplattform Aufgaben aus verschiedenen Bereichen wie etwa die Verbesserung von zukünftigen Kundenangeboten und -services lösen. In dem Projekt ging es auch darum, verwertbare Ideen für die Arbeitswelt von morgen und für das neue Geschäftsmodell Smart Banking zu entwickeln. NEWS

Immofinanz wirbt mit Clark Kent Die Immofinanz AG startete gemeinsam mit Warner Brothers eine Image- und Markenkampagne. Im Mittelpunkt steht der bekannteste Superheld der Filmgeschichte: Superman und seine bürgerliche Tarnidentität Clark Kent. Diese Kampagne ist die erste in der Unternehmensgeschichte und wird in einigen Kernländern des Immobilienkonzerns im Fernsehen ausgestrahlt sowie großflächig auf Bannern und Transparenten angebracht. Unter dem Motto „Wenn Clark Kent lieber im Büro bleibt“ werden das Büro sowie die Servicekompetenz des Konzerns in den Mittelpunkt gerückt.

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Neuer Look bei Coface Nach der Einführung einer neuen Corporate Identity präsentiert sich jetzt auch die Website der Coface-Gruppe neu. Bei der Umsetzung wurde auf intuitive Navigation, Übersichtlichkeit und schnelle Auffindbarkeit der passenden Inhalte auf einen Klick Wert gelegt. Mit dem vereinfachten Zugang zu Wirtschaftsanalysen unterstützt Coface Unternehmen noch besser beim Risikomanagement. Bei der Country Risk Map erkennt der Kunde die weltweiten Länderrisiken auf einen Blick. Bei Interesse für ein bestimmtes Land erhält man die neuesten Studien und Analysen in kürzester Zeit.

In der Unternehmenskommunikation ist der Siegeszug der Online- und Social-Media-Kanäle unaufhaltsam. Diese Entwicklung spiegelt sich in der Finanzkommunikation noch nicht wider. Social Media ist für Investoren höchstens „nice to have“. Eine Studie der Universität Leipzig kommt zu dem Schluss, dass Infos über Blogs, Twitter und Facebook „als nicht sehr vertrauenswürdig eingestuft“ werden. Die Webseiten der Unternehmen werden hingegen als „vertrauenswürdig“ angesehen. Generell beschaffen sich Investoren, Analysten und Journalisten die benötigten Infos also weiterhin aus Unternehmenspublikationen, Wirtschaftszeitungen, Hauptversammlungen oder eben der Website. Darüber hinaus besteht das Bedürfnis des persönlichen Kontakts mit dem Management. Es werden daher weder die Bilanzpressekonferenz noch der Conference-Call aussterben. Die Herangehensweise wird aber eine globalere sein. Die Berücksichtigung von Zeitzonen, Übersetzungsleistungen oder Services on demand werden zum Pflichtprogramm. Die Geschwindigkeit nimmt zu, entscheidend bleiben aber weiterhin die Glaubwürdigkeit des Unternehmens und das Vertrauen in das Management. Gefragt sind immer noch Menschen, die über Dialog- und Kommunikationsfähigkeit verfügen. Die technische Verbreitungsmöglichkeiten über alle Kanäle sind „nur“ die Mittel zum Zweck. p.felsbach@derboersianer.com

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berater

Deloitte laut Kennedy-Report 2013 führend bei Cyber-Security +++ Spitzensteu europäische Konkurrenz laut EY-Studie deutlich bei Umsatz und Gewinn ab +++ Einführung von SEPA-Zahlungsverfahren überraschend auf August verschoben NEWS

KOLUMNE Peter Bartos Partner und Geschäftsführer BDO Austria

Finanztransaktionssteuer: Allheilmittel oder Teufelszeug? Das Konzept einer Finanztransaktionssteuer beruht auf den Überlegungen des amerikanischen Ökonomen Tobin. Aufgrund der Auswirkungen der milliardenschweren Unterstützung des Finanzsektors zur Krisenbekämpfung für die Staatskassen wurde die lange nur von Globalisierungskritikern geforderte Besteuerung sämtlicher Finanztransaktionen salonfähig. Befürworter erwarten sich neben Einnahmen die Eindämmung der Spekulation und Vermeidung zukünftiger Finanzkrisen und finden damit breite Zustimmung in der Bevölkerung. Gegner, insbesondere aus dem Finanzsektor, sehen das naturgemäß ganz anders: Nicht Spekulanten, sondern falsch eingeschätzte strukturierte Finanzprodukte hätten das Erdbeben an den Märkten ausgelöst. Einnahmeerwartungen würden sich aufgrund von Umgehungen nicht erfüllen. Höhere Kosten der Kapitalbeschaffung würden Wettbewerbsfähigkeit sowie Wachstum dämpfen. Vorstöße der Kommission sowie Deutschlands und Frankreichs für eine europaweite Finanztransaktionssteuer scheiterten vor allem an Großbritannien und Schweden. Übrig blieb eine Ermächtigung für elf EULänder. Ganz abgeschrieben dürften zumindest Politiker in Österreich und Deutschland die Idee aber noch nicht haben – immerhin hat sie zumindest Eingang in die jüngsten Koalitionsvereinbarungen gefunden! p.bartos@derboersianer.com

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Innovationsbudgets legen zu Die Ergebnisse der Studie von Booz & Company „Global Innovation 1000“ belegen einen weltweiten Anstieg am Innovationsbudget. 2012 wuchsen die globalen Budgets für Forschung und Entwicklung um 5,8 Prozent auf 638 Milliarden US-Dollar und zeigten so eine klare Fortsetzung des Wachstumstrends der vergangenen Jahre nach der Krise von 2009. Die europäischen Ausgaben erhöhten sich krisenbedingt lediglich um 4,5 Prozent, die betrachteten österreichischen Unternehmen lagen mit durchschnittlich sechs Prozent über diesem Wert. Deutschland verteidigt mit 11,9 Prozent seinen Innovations-Europameistertitel aufgrund seiner investitionsstarken Automobilindustrie. Das Ergebnis der veröffentlichten Studie sieht Volkswagen auf dem Spitzenplatz, gefolgt von Samsung und Roche. Vor allem die global agierenden Automobil-, Pharma- sowie IT- und Elektronikkonzerne investieren erhebliche finanzielle Mittel in den Bereich Forschung und Entwicklung. Nach Intel auf dem vierten Platz folgen Microsoft und Toyota. Die Positionen sieben bis zehn belegen mit Novartis, Merck und Co, Pfizer und Johnson und Johnson. Unter den Innovation-Top-1.000 befinden sich mit der Voestalpine AG, Andritz AG und Zumtobel AG auch drei österreichische Unternehmen mit einem Forschungs- und Entwicklungsbudget von 350 Millionen Euro.

STUDIE

Frauen investieren anders

Eine Studie von AT Kearney hat die Gewohnheiten im Umgang mit Banken und Finanzprodukten untersucht. Dabei haben sich deutliche Unterschiede zwischen Männern und Frauen gezeigt. Demnach investieren Frauen deutlich weniger in Investmentprodukte wie Aktien, Anleihen oder Fonds als Männer. Während in Europa jeder vierte Mann in solche Wertpapiere investiert, legt nur jede sechste Frau ihr Geld auf diese Art und Weise an. Dies liegt vor allem daran, dass Männer sich in Finanzdingen häufig für gebildeter halten und der Rendite wegen eher bereit sind, Risiken einzugehen. Frauen richten ihre Anlageentscheidung häufiger an ethischen oder nachhaltigen Kriterien aus und sind tendenziell vorsichtiger. Große Übereinstimmung zwischen Frauen und Männern gibt es dagegen in einem anderen zentralen Punkt. Auch in Zeiten von Onlinebanking legen beide Geschlechter nach wie vor großen Wert auf die Beratung in der Filiale. Fast zwei Drittel aller befragten Männer und Frauen bevorzugen die Filiale als Ort, an dem sie ein neues Bank-

produkt kaufen wollen. Für die Studie hat AT Kearney zusammen mit dem Research-Haus YouGov europaweit 6.000 Menschen nach ihren Gewohnheiten im Umgang mit Banken und Finanzprodukten befragt. KARRIERE

Rainer Hauser

Andrea Haslinger

steigt als Senior

wurde zur Prokuristin

Advisor für den Bereich

der BDO Austria

Financial Services und

bestellt. Sie leitet

Banking bei Roland

damit das

Berger Strategy

Competence Center

Consultants ein.

Umsatzsteuer.

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pitzensteuersätze auf Einkommen stiegen laut KPMG-Studie auch 2013 an +++ US-Unternehmen hängen nn ab +++ BMF: Keine Nachversteuerung thesaurierter Gewinne ab dem achten Jahr gem. § 11a EStG +++ rschoben +++ China bleibt laut EY Vertrauensindex der Hoffnungsmarkt für österreichische Unternehmer STUDIE

NEWS

Diversität als Turbo

Neue Sparte bei Accenture Unter dem Dach „Accenture Digital“ startet das Unternehmen eine neue Firmensparte, in der das gesamte digitale Leistungsportfolio einschließlich Software und Services über die Bereiche digitales Marketing, Datenanalyse und Mobility hinweg gebündelt wird. Ziel ist es, Kunden bei der Erschließung neuer Wachstumspotenziale zu helfen, die sich im Zuge der

rasant fortschreitenden Digitalisierung gerade mit Blick auf neue Geschäftsmodelle eröffnen. „Es braucht eine digitale Vision für die Kundenbindung, die Lieferketten, den Service und die Art und Weise, wie im Unternehmen Daten zu entscheidungsrelevanten Informationen werden“, sagt Klaus Malle, Country Managing Director von Accenture Österreich.

STUDIE

Eine neue Studie von Roland Berger Strategy Consultants in Kooperation mit der Erste Group Bank AG ging der Frage nach, wie sich Diversität im Vorstand auf die wirtschaftliche Leistung von Unternehmen auswirkt. Grundlage der Studie war eine länder- und branchenrepräsentative Umfrage unter 500 Unternehmen in der Region Zentral- und Osteuropa (CEE). Die Studie kam zu dem Ergebnis, dass jene Unternehmen, deren Vorstand von Diversität, also Heterogenität zum Beispiel in Bezug auf Identitätsmerkmale, geprägt ist, eine bessere Performance zeigen. Unternehmen mit hoher Diversität verzeichneten über den Zeitraum 2008 bis 2012 im Schnitt auch höhere Ebit-Margen. Eine Mischung von unterschiedlichen Diversitätsfaktoren wie Alter, Geschlecht, Nationalität kann die Leistung eines Unternehmens positiv beeinflussen und sogar steigern. Genderdiversität ist ein wichtiger Einzelfaktor, am profitabelsten hat sich jedoch die Kombination von Diversität in den Bereichen Gender und Nationalität erwiesen. Im Vergleich mit der gesamten Region Zentral- und Osteuropa haben Unternehmen in Österreich in Sachen Diversität noch großen Aufholbedarf und liegen deutlich unter dem CEE-Durchschnitt. Während in den Ländern Zentral- und Osteuropas etwa ein Drittel der Unternehmen weibliche Vorstände hat, sind es in Österreich nur fünf Prozent.

Unternehmer des Jahres Das Prüfungs- und Beratungsunternehmen Ernst & Young (EY) ehrte 2013 zum achten Mal drei herausragende österreichische Unternehmerpersönlichkeiten mit dem „Entrepreneur Of The Year Award“. Der Preis wird in den drei Kategorien Handel und Konsumgüter, Industrie und Hightech sowie Dienstleistungen verge-

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ben. Zusätzlich dazu wurde zum zweiten Mal ein österreichisches Familienunternehmen mit dem „Sonderpreis für Generationen“ ausgezeichnet. Als Sieger in der Kategorie Handel und Konsumgüter ging Friedrich Wille von Frey Wille hervor. Viktor Wagner von Reiwag Facility Service ist Erster im Bereich Dienstleistun-

gen, und die Kategorie Industrie und Hightech gewann Hannes Bardach von der Frequentis AG. Den Sonderpreis für Generationen erhielten Maximilian und Georg Riedel von Tiroler Glashütte. Sie werden bei der internationalen Verleihung Anfang Juni 2014 in Monte Carlo auch Österreich vertreten.

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recht

CHSH berät AT&S bei Kapitalerhöhung über 100 Millionen Euro +++ Binder G Versicherungsbranche – Wolf Theiss berät die Baloise Group +++ Finanzm unterstützt Bawag PSK bei Verkauf von Zentrale im ersten Bezirk +++ Wolf INTERVIEW

EVENT

Walter Gapp Rechtsanwalt und Partner Schönherr Rechtsanwälte

Ausblick 2014 Mit 2014 ist Basel III in Kraft getreten. Mit welchen Folgen? – Basel III bringt verschärfte Eigenkapitalregeln, das heißt mehr Kapital und Kapital mit höherer Qualität. Wer seine Kapitalausstattung und -strategie optimiert, spart Kapital und Kosten. Dazu kommen neue Liquiditätsbestimmungen ab 2015. Die Banken sollen krisenresistenter werden. Stichwort Bail-in statt Bail-out. Was erwartet die Banken? – Ab 2016 werden die Gläubiger an Rettungsaktionen beteiligt. Der Steuerzahler soll möglichst geschont, der kleine Sparer geschützt werden. Die Banken müssen spezielle Puffer aufbauen, die dem Bail-in, der Gläubigerbeteiligung, gewidmet sind. Welche Verbesserungen bringt MiFID II für den Anlegerschutz? – Fehlanreize werden restriktiver gehandhabt, die Transparenz insgesamt verbessert. Mit der Product-Intervention können besonders gefährliche Finanzprodukte verboten werden. NEWS

Telekom-Anleihe

FWP luden zur Vernissage Fellner, Wratzfeld und Partner Rechtsanwälte (FWP) hat im November 2013 Vertreter aus Wirtschaft und Politik, Mandanten und Mitarbeiter zur Vernissage „14/kunstakt“ in die Räumlichkeiten der Sozietät geladen. Junge Künstler der Akademie der bildenden Künste gaben im Rahmen dieser Kooperation mit FWP Einblick in das zeitgenössische Kunstverständnis der jungen Szene und zeigten mit den Arbeiten ihre Interpretation von Rechtsthemen. Unter der Leitung von Kuratorin Professor Veronika Dirnhofer gestalteten sieben junge Künstler die Werke speziell für die Räumlichkeiten von FWP. NEWS

EQT kauft BackWerk Die achtjährige Anleihe der Telekom Austria AG ist mit 3,125 Prozent per annum verzinst und wurde primär von Investoren aus Großbritannien, Frankreich, Deutschland und Österreich gezeichnet. Sie wurde im Rahmen des 2,5 Milliarden Euro teuren EMTN-Programms, das im April 2012 eingeführt wurde, begeben. Die Transaktion war die siebente Anleihenplatzierung des Konzerns im Eurobondmarkt mit dem niedrigsten Kupon, den die Telekom je erzielte. Ein Bankenkonsortium aus BNP Paribas, JP Morgan, und Raiffeisenbank International begleitete die Emission. Das CHSH-Beratungsteam bestand aus Partner Volker Glas und Rechtsanwalt Gernot Wilfling.

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Ein Private-Equity-Fonds von EQT hat eine Mehrheitsbeteiligung an der Selbstbedienungsbäckerei Backwerk erworben. Mit einem Umsatz von 162 Millionen Euro im Jahr 2012 gehört die 2003 in Essen gegründete Backwerk-Gruppe zu den größten Bäckereiketten Deutschlands und zählt 300 Filialen sowie 220 Franchisepartner in Europa. Die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Kartellbehörden. EQT wurde bei dieser Transaktion von King & Wood Mallesons SJ Berwin unter der Federführung von Partner Christoph Brenner, Walder Wyss und Wolf Theiss beraten. Das Team von Wolf Theiss stand unter der Leitung von Partner Clemens Philipp Schindler.

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Seitentaufe

Binder Grösswang beriet bei Fusion der Volksbanken Baden und Wien +++ Übernahme in der Finanzmarktaufsicht richtet anonyme „Whistleblower-Hotline“ ein +++ Binder Grösswang ++ Wolf Theiss beriet Private-Equity-Fonds OpCapita beim Erwerb des Textildiscounters NKD

VKI gewinnt gegen Diners Club

NEWS

Im Auftrag des Konsumentenschutzministeriums führt der Verein für Konsumenteninformation (VKI) eine Verbandsklage gegen die Diners Club Bank AG. Das Handelsgericht Wien hat zehn der elf beanstandeten Klauseln für gesetzwidrig erklärt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Es wurden unter anderem erhöhte Spesen für die Verwendung von Kontoinformationen in Papierform und die pauschale Entbindung des Bankgeheimnisses ohne ausdrückliche und schriftliche Zustimmung des Konsumenten als

rechtswidrig angesehen. Das Gericht sah es als grob benachteiligend an, dass insbesondere im Bereich der Haftungsklauseln Diners Club gegenüber dem Verbraucher als übermächtiger Vertragspartner auftritt und AGBs verwendet, auf die der Verbraucher keinen Einfluss hat. So wurde die Klausel, die den Ausschluss von reinen Vermögens- und Folgeschäden als rechtswidrig erachtet, beanstandet, da hier auch eine Freizeichnung bei der Verletzung von vertraglichen Hauptpflichten zum Tragen käme.

KOLUMNE Albert Birkner Managing Partner

KARRIERE

Gunnar Pickl

Daniel Varro

Christian Thaler

Elisabeth Strobl

Anwalt und Schieds-

ist von DLA Piper

ist neuer

unterstützt

rechtsexperte bei

zum Senior Associate

Rechtsanwalt

seit Dezember

Dorda Brugger Jordis

ernannt worden.

bei CHSH.

die Wirtschaftskanzlei

Rechtsanwälte, ist zum

Er wird das

Er wird zum

Fellner Wratzfeld

Österreich-Repräsen-

juristische Team

weiteren Ausbau

und Partner

tant der Vereinigung

als eingetragener

des Corporate-

als neue

junger Anwälte (AIJA)

Rechtsanwalt

Bereichs der

Rechtsanwältin und

ernannt worden.

unterstützen.

Kanzlei beitragen.

Junior Partnerin.

NEWS

Binder Grösswang räumt ab

Der Advocatus Clients Award 2013 wurde von der Tageszeitung „Die Presse“ in acht Kategorien vergeben. Binder Grösswang ging als Sieger in den Bereichen „Banken, Finanzierung, Restrukturierung“ und „Kapitalmarkt“ hervor. Eine weitere Auszeichnung erhielten die An-

wälte aus Deutschland: „Juve“, das Magazin für Wirtschaftsjuristen in Österreich, hat Kanzleien im Bereich „Konfliktlösung“ bewertet. Binder Grösswang wurde in den Bereichen „Prozesse“ und „Schiedsverfahren und Mediation“ als führende Kanzlei genannt.

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CHSH

Keine Barabfindung der Aktionäre beim Delisting Beim Rückzug von der Börse mittels Delisting hatten Aktionäre bisher einen Anspruch auf angemessene Barabfindung. Der deutsche Bundesgerichtshof (BGH) hat noch 2002 in der Sache Macrotron daran festgehalten, dass über einen Wechsel der Aktien vom regulierten Markt in den Freihandel die Hauptversammlung zu entscheiden hat und den Aktionären ein Pflichtangebot über den Kauf ihrer Aktien durch die Gesellschaft oder ihren Großaktionär vorzulegen ist. Aber Macrotron war einmal – das Anlegerpublikum hat den Schutz durch den BGH verloren! In einer gegenläufigen Entscheidung (BGH v 8. 10. 2013, II ZB 26/12) sprach der BGH den Aktionären bei einem vom Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats beschlossenen Wechsel vom regulierten Markt in den Freiverkehr kurzerhand den Barabfindungsanspruch ab. Dies sei kein unzulässiger Eingriff in die Eigentumsrechte der Aktionäre, da durch das Grundgesetz (GG) nicht die tatsächliche Verkehrsfähigkeit der Aktien als Ertrags- und Handelschance geschützt sei, sondern nur die rechtliche Verkehrsfähigkeit. Daher bestehe auch keine Pflicht zur Beschlussfassung durch die Hauptversammlung und zu einem Barabfindungsangebot. Dies stellt angesichts der zu erwartenden Rezeption in Österreich eine nicht unwesentliche Schwächung der Berücksichtigung von Anlegerinteressen dar. a.birkner@derboersianer.com

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SAP-IR-Website für Smartphones optimiert +++ Atos-Tochter Wordline arbeitet mit ReD an integrierten Lösungen für Betrugsprävention im Onlinezahlungsverkehr

it & software NEWS

PrimeTerminal nun mobil

Interactive Data, ein Anbieter von Finanzmarktdaten und Analysetools, hat seinem individualisierbaren Financial Desktop PrimeTerminal eine Smartphone-App für Apple iOS and Android zur Seite gestellt. Anlageberater können jederzeit mit den Finanzmärkten in Verbindung bleiben und auf die Investmentbedürfnisse ihrer Kunden eingehen. Die App bietet Zugang zu einem breiten Spektrum an Echtzeitkursen, Historien und Referenzdaten, Charts, Analysen, Wirtschaftsnachrichten und Marktübersichten.

NEWS KOLUMNE Thomas Deutschmann Vorstandsvorsitzender Update Software AG

Predictive Analytics

Neue Raiffeisen-App

Die IT der Uniqa Österreich und Uniqa International wurden unter einem Dach zusammengeführt. Damit wird die ehemalige Uniqa Software-Service unter der geänderten Firmenbezeichnung Uniqa IT Services (UITS) geführt. Als neuer Head of Group IT berichtet Alexander Bockelmann direkt an COO Thomas Münkel. Bockelmann ist außerdem Vorsitzender der UITS-Geschäftsführung. Mit Roland Grimm und Christian Gartler ist das Führungsteam komplett.

Mit erweiterten Funktionen und einem neuen Design stellt Raiffeisen eine neue App für Android und iOS vor. Sie soll für alle relevanten Finanzgeschäfte als Onlinemanager für unterwegs dienen. Neu entwickelt wurde auch das Zielsparen, mit dem Raiffeisen-Kunden noch einfacher an ihr Sparziel kommen. In der Banking-App wird das Sparziel festgelegt, zum Beispiel eine Wohnung oder Reise. Mit der Füllstandsanzeige sieht jeder Sparer, wie nah man dem Ziel bereits gerkommen ist. Bei der Schnellbefüllung kann man über das Mobilgerät einen virtuellen Tresor mit Münzen füllen. Den Raiffeisen-Onlinebankern steht dabei ein umfangreiches Angebot zur Verfügung. Dazu gehören einfaches Kontomanagement, Wertpapierkauf und -verkauf, Finanzstatus, SMSDienste und die individuelle Beratermailbox.

KARRIERE

NEWS

NEWS

Uniqa mit neuer IT

CEESEG auf Xetra

Karin Schmitzer

Sabine Herlitschka

ist HR-Leiterin bei

verantwortet als neue

Anecon und

Vorstandsvorsitzende

seit Ende vergangenen

bei Infineon die Berei-

Jahres auch für

che Forschung, Ent-

Controlling und

wicklung und Innovati-

Rechnungswesen

on, Strategie, Personal

verantwortlich.

und Kommunikation.

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Seit Anfang Dezember wird das Xetra-Handelssystem auch an der Börse Budapest eingeführt. Damit ist es an allen Börsen (Budapest, Laibach, Prag und Wien) der CEE Stock Exchange Group (CEESEG) im Einsatz. Die größte Börsengruppe in Zentral- und Osteuropa hat damit ein wichtiges Projekt im Rahmen der Harmonisierung der technischen Infrastruktur abgeschlossen. Handelsteilnehmern wird aufgrund des einheitlichen Systems und Service der IT-Aufwand für den Zugang zu den vier Märkten erleichtert. Einen weiteren Vorteil stellt die Vereinheitlichung der Mit-

Auch wenn man den Begriff Predictive Analytics, das heißt, früher als der Kunde dessen Wünsche zu kennen, noch nicht gehört hat, ist man sehr wahrscheinlich mit den Folgen schon in Berührung gekommen. Predictive Analytics meint die Verhaltensprognose auf Basis statistischer Daten. Mehr und mehr löst das gezielte One-to-one-Marketing auf Grundlage solcher Analysen das traditionelle Zielgruppendenken ab. Da ist es gut möglich, dass wir in einigen Jahren nur noch individualisierte Fernsehwerbung zu sehen bekommen. Wie unheimlich einem solch ein Szenario auch sein mag, in vielen Bereichen funktionieren die Prognosen bereits, etwa bei der Bekämpfung von Kreditkartenbetrug und bei Wahlvorhersagen auf Basis von sozialen Medien. Für eine genaue Vorhersage von Börsenkursentwicklungen sind die Berechnungsmöglichkeiten aber noch zu beschränkt – ähnlich wie bei Langzeitwettervorhersagen. Wie schnell man die Auswirkungen sehen wird, steht noch in den Sternen, denn zurzeit verarbeitet das menschliche Urteilsvermögen noch viel gigantischere Datenmengen in unvorstellbar kurzer Zeit – daher heißt es einstweilen: Wettbewerbsvorteil Gehirn. t.deutschmann@derboersianer.com

gliedschaftsverträge dar. Als One-Stop-Shop konzipiert, können die Zugänge zu allen vier Börsen nun bei einer zentralen Anlaufstelle beantragt werden.

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Journalisten

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Freund und Feind zugleich Wie geht man mit Journalisten um? DerBörsianer hat renommierte Wirtschafts- und Finanzjournalisten sowie PR-Profis gefragt, worauf es bei der Zusammenarbeit ankommt. AUTOR THOMAS MÜLLER

E

s ist kurz nach 10 Uhr Vormittag in einer KonzernzenSchweigen ist Gold trale oder in einem Wiener Innenstadtcafé. Ein Unternehmen präsentiert den Medien seine Quartalszahlen, Fragt man Kolleginnen und Kollegen, was ihnen denn im journadie Jahresbilanz oder sonstige Neuigkeiten aller Art. Nach dem listischen Alltag das Leben schwermacht, müssen sie nicht lange mehr oder weniger inspirierenden Powerpoint-Vortrag stellen die überlegen. „Die Chefs von börsennotierten Unternehmen trauen Redakteure einige Fragen an die Vorstände, die heiklen Themen sich kaum noch, etwas zu sagen“, sagt Christian Höller, Wirtschaftswerden dann beim anschließenden kalten Buffet erörtert. redakteur der Tageszeitung „Die Presse“. „Kürzlich deutete ein Die friedliche Koexistenz von Unternehmenskapitänen und WirtBankchef an, dass es Gespräche mit Interessenten über den Verschaftsjournalisten bei Pressekonferenzen kann aber nur vorkauf der Ukraine-Tochter gibt. Am nächsten Tag musste das Institut übergehend darüber hinwegtäuschen, darüber gleich eine Ad-hoc-Meldung veröfdass es zwischen ihnen grundlegende fentlichen.“ Andere klagen über ausländiInteressenkonflikte gibt. Journalisten wolsche Konzerne, die ihre Statthalter in Wien len Zugang zu allen relevanten Informatian der kurzen Leine halten, und generell onen; Unternehmen können oder wollen über das schwindende gegenseitige Versich nicht mehr als unbedingt notwendig trauen. Hintergrundinformationen „off the in die Karten schauen lassen. Journalisten records“ seien zur seltenen Ausnahme gewollen als Erste an brisantes Insiderwissen worden, hört man, wenn Journalisten unter kommen, das Unternehmen kann solche sich sind. Dafür werde versucht Interviews „leaks“, die einen unerwartet in Erkläzu „verschönern“, und die Freigabe ganzer rungsnot bringen, gar nicht brauchen. Die Artikel vor der Veröffentlichung werde bei Unternehmen wiederum wollen ihre Boteinigen Unternehmen bereits vorausgeschaften anbringen, und Vorstände haben setzt. „Als ich einmal mit Goldman Sachs meist auch nichts dagegen, wenn sie von direkt zu tun hatte, war das ein Wahnsinn“, der Aufmacherseite des Wirtschaftsteils läerinnert sich Finanzjournalistin Ingrid Kracheln dürfen. warik vom „Wirtschaftsblatt“. NachträgliChristian Höller

Vorstände sagen kaum mehr etwas.

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ren Raster aus PR-, IR-, Compliance- und che Eingriffe in Interviews sind aber auch Rechtsabteilung laufen.“ bei heimischen Pressestellen noch nicht ausgestorben, weiß Krawarik: „Wenn man mir das ganze Interview umschreiben will, Lobbyisten-Deals wie es manchmal noch vorkommt, geht das gar nicht. Die größte Frechheit ist ja, „Ein Plus ist, dass die Pressestellen der wenn dann auch die Fragen umformuliert Banken und anderer großer börsennotierwerden.“ Sinn habe das ohnehin nicht, ter Unternehmen in Österreich rund um denn das Interview erscheine dann trotzdie Uhr erreichbar sind“, nennt Christian Michael Nikbakhsh dem in der Originalfassung oder gar nicht. Höller eine positive Entwicklung. SchwieDas habe ihr auch schon eine einjährige „Interviewsperre“ bei eirig werde es, wenn Unternehmen in Gerichtsprozesse verwickelt nem Vorstand eingebracht. „Aber das war nicht gegen das Medisind und die Lobbyisten, Litigation-PR-Agenturen und Rechtsanum gerichtet, sondern gegen mich als Person“, nimmt es Krawarik wälte auf den Plan treten: „Es kommt immer wieder vor, dass man gelassen. Für Michael Nikbakhsh, preisgekrönter Journalist beim von einem Lobbyisten exklusiv ein bestimmtes Dokument oder ein Magazin „Profil“, gehört „Kein Kommentar“ als AnfragebeantworGutachten angeboten bekommt. Aber nur wenn man über destung zum Alltag. Denn oft handelt es sich dabei um Themen, die sen Kunden besonders groß und besonders positiv berichtet.“ Ein den Unternehmen unangenehm sind. „Sie erliegen bisweilen der Entgegenkommen, das Höller immer abgelehnt hat, auch wenn es irrigen Annahme, dass fortgesetztes Schweigen oder Desinformadann von einigen keine Exklusivangebote mehr gab. tion die Berichterstattung verhindern könnte“, meint Nikbakhsh. Außerhalb der Gerichtssäle sehen sich die klassischen PR-AgenAuch ein angedrohter Anruf beim Chefredakteur sei im Falle von turen als Vermittler und eine Art Übersetzer, die den Medien eine „Profil“ wirkungslos. interessante Geschichte erzählen wollen. „PR-Manager kennen in der Regel ihr Unternehmen und seine Situation besser als Journalisten. Daher liegt es an den PR-Verantwortlichen, dafür zu sorgen, „Es ist mühsam geworden“ dass Journalisten die kommunizierten Botschaften verstehen können“, formuliert es Hans Lang, Direktor von Brunswick Austria & Keine große Hilfe bei der journalistischen Arbeit sind offenbar auch CEE. „Die Medien sind keine Feinde, sondern eine von mehreren die PR-Agenturen, an die die Medienarbeit gern delegiert wird. Interessengruppen. Auch hier gilt: Wie man in den Wald ruft, so „Es ist dadurch recht mühsam geworden. Am liebsten ist es mir, schallt es heraus.“ Roland Mayrl, Managing Partner von Metrum wenn ich die Handynummer des Vorstands habe“, sagt Ingrid KraCommunications, sieht sich als „Networker und Mitdenker“ und warik. Die gefühlten 1.000 Massen-E-Mails, die sie jeden Tag von warnt Unternehmen davor, ihre eigenen Ressourcen zu überschätden Agenturen bekommt, liest sie kaum mehr: „Das wäre verlorezen: „Vier Augen sehen mehr als zwei, vier Ohren hören mehr als ne Zeit.“ Weniger Verständnis für Journalismus und weniger „Gezwei, zwei Hirne wissen mehr als eines. Eine externe Sicht ergänzt spür für Geschichten“ als früher attestiert eine Magazinjournalisdie interne daher meistens sehr gut. Und tin im vertraulichen Gespräch gegenüber oftmals bringt man auch Dinge in ErfahDerBörsianer. Das gelte für Agenturen und rung, die einem direkten UnternehmensUnternehmen gleichermaßen: „Da wird vertreter so nicht zu Ohren gekommen nicht mehr zwischen PR-Beiträgen und wären.“ redaktionellen Inhalten unterschieden.“ Eine Professionalisierung sieht Michael Nikbakhsh in der Medienarbeit der Un„War die Story gut, wird ternehmen, allerdings mit ambivalenten sie kommen“ Konsequenzen: „Zum einen werden Anfragen heute schneller beantwortet. Was Die von den Journalisten angesprochenen umgekehrt aber nicht heißt, dass die AntProbleme sind natürlich auch den PR-Profis worten immer brauchbar wären.“ Gerade nicht neu, und so raten sie auch ihren Kunbei börsennotierten Unternehmen werde den von allzu heftigen Interventionen ab. es immer schwieriger, Vorstandsmitglieder Bernhard Grabmayr, Geschäftsführer von zu offenen und verbindlichen Statements Scholdan & Company, bringt es auf den zu bewegen: „Ihre Antworten müssen Punkt: „Wir selbst fordern keine Vorabfraerst durch einen schwer durchschaubagen vom Journalisten ein. Von Nachteil Ingrid Krawarik

Schweigen kann Berichterstattung nicht verhindern.

Massen-Mails der Agenturen lese ich kaum.

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Journalisten

wäre es, nachträglich den Kunden auch noch viele Änderungen bei einem Beitrag machen zu lassen. So ist die Gefahr groß, dass das Interview langweilig wird, was weder das Medium noch der Interviewte schätzen.“ Vielmehr sollte man den Kunden vorher gut vorbereiten und die Rahmenbedingungen mit dem Redakteur im Vorhinein festlegen, um danach unangenehme Situationen zu vermeiden, sind sich die Agenturchefs einig. Roland Mayrl warnt auch vor nervösem Nachhaken, wenn ein Artikel nicht gleich veröffentlicht wird, und beruhigt: „Es gibt sehr oft Tagesaktuelles, was eben genau an dem Tag Vorrang hat, an dem eigentlich die Geschichte

erscheinen hätte sollen. War die Story gut, wird sie kommen.“ Wenn sie schon vor dem Interview gefragt werde, wann denn die „Geschichte“ erscheinen wird, ignoriere sie das, sagt auch Ingrid Krawarik. Was der Journalistin aber mehr Sorgen macht, hat nichts mit verschnupften Konzernbossen und lästigen PR-Leuten zu tun: „Es ist einfach zu wenig Zeit für die Recherche da. Ich kann mich nicht immer so intensiv mit einem Thema beschäftigen, wie ich gerne würde.“ Besserung ist freilich nicht in Sicht. Zuletzt haben zahlreiche heimische Medienhäuser Stellen gestrichen. Eine Fortsetzung dieses Trends ist zu befürchten.

info tips DOS AND DON'TS IM UMGANG MIT JOURNALISTEN BERNHARD GRABMAYR

HANS LANG

ROLAND MAYRL

DOS

DOS

DOS

Offenheit, Glaubwürdigkeit, Zuverlässigkeit, Schnelligkeit.

Versuchen Sie zu verstehen, was den Journalisten bewegt und interessiert.

Vorbereitung: Welche Themen können Sie glaubwürdig besetzen? Überlegen Sie sich zuvor genau, was Sie erreichen wollen.

Themen für die Presse relevant und spannend machen, Exklusivbeiträge wirklich nur einem Medium und einem Redakteur dort anbieten.

Liefern Sie eine Geschichte! Im Vorhinein eindeutig die Rahmen­ bedingungen für Interviews festlegen.

Bei Hintergrundgesprächen den Kunden vorher wirklich gut briefen, damit nichts gesagt wird, was der Kunde dann doch nicht gedruckt lesen möchte.

Verständlichkeit: Erklären Sie Strategie, Geschäftsmodelle oder Produkte so, dass sie auch ein Maturant versteht. Glaubwürdigkeit: Widerstehen Sie den Verlockungen zu flunkern oder Ihrem Mitbewerb „off the records“ eine überzubraten.

DON'TS

DON'TS

DON'TS

Vorab Fragen von Journalisten einfordern.

Erwarten, dass ein Journalist genau das schreibt, was man lesen möchte.

Heiße Luft!

Einladung zu Pressekonferenzen: Bei Nichtanmeldung besser nicht nachtelefonieren, sondern zwei Tage vorher einen Reminder schicken. Pressekonferenzen sind ein hohes Gut, das man selten und nur bei sehr gewichtigen Anlässen einsetzen sollte.

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Versuchen, negative Nachrichten zu schönen.

Einfordern: Sofort nachhaken und auf eine unmittelbare Veröffentlichung drängen? Vergessen Sie es.

Fokus rein auf Print. Onlinemedien haben an Bedeutung gewonnen. Das Internet berichtet zeitnah und ist ein ewiges Archiv.

Alles besser zu wissen: Sie wis­ sen ohnehin, wie Kommunikation funktioniert? Dann hätten Sie sich die Lektüre eigentlich sparen können!

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poli tik

Frage des Quartals

E

ine Börsensteuer für den Handel mit Aktien, Anleihen und Derivaten soll die Finanz­ märkte bändigen und sie an den Krisenkosten beteiligen. Die Finanzlobby versucht die Einführung der Finanztransaktionssteuer (FTS) zu verhindern. Die Steuer kommt nun nicht nur später als geplant, sondern dürfte spürbar entschärft werden. DerBörsianer hat die österreichischen Parteien und deren Sprecher zu ihrem Meinungsbild befragt.

SPÖ

ÖVP

FPÖ

Jan Krainer, Finanzsprecher

Andreas Zakostelsky, Finanzsprecher

Hubert Fuchs, Finanzsprecher

Die europäische Sozialdemokratie war und ist Vorreiter für die Einführung einer Finanz­ transaktionssteuer (FTS) auf europäischer Ebene. Auch wenn die Banken und der Ka­ pitalmarkt naturgemäß einer solchen Steuer kritisch gegenüberstehen, sie ist ein fairer und gerechter Beitrag zur Bewältigung der Krisenkosten als Folge der Finanz­ und Wirt­ schaftskrise seit 2008. Denn es waren nicht zuletzt die hochriskanten Spekulationen an den Finanzmärkten, die die Krise ausge­ löst haben. Die Ursachen der Krise sind die drei „U“: Ungleichgewichte zwischen den europäischen Volkswirtschaften, Ungleich­ verteilung von Vermögen und Einkommen und unregulierte Finanzmärkte. Die FTS soll auch zu mehr Stabilität auf den Finanz­ märkten führen. Derzeit wird die genaue Ausgestaltung der FTS im EU­Rat verhan­ delt. Der durchaus sinnvolle Vorschlag der Kommission sieht eine Besteuerung von 0,1 Prozent auf Aktien­ und Anleihegeschäfte und 0,01 Prozent auf Derivatgeschäfte vor. Ich bin zuversichtlich, dass es zu einer Eini­ gung und Umsetzung im Jahr 2014 kommt. spoe@derboersianer.com

Österreich hat sich von Anfang an zur Finanz­

Ein klares Ja zu einer Finanztransaktionssteu­

transaktionssteuer bekannt und wird sich

er, aber nicht als EU­Steuer! Die Steuerhoheit

auch in Zukunft für die rasche Umsetzung

muss als Kernbereich nationalstaatlicher Sou­

einer Finanztransaktionssteuer im Rahmen der

veränität weiterhin im Zuständigkeitsbereich

verstärkten Zusammenarbeit auf europäischer

der Mitgliedstaaten verbleiben. Die Einfüh­

Ebene einsetzen. Die Finanztransaktions­

rung als EU­Steuer würde die Souveränität

steuer soll als Lenkungsmittel von der Finanz­

der nationalen Parlamente untergraben und

wirtschaft in die Realwirtschaft dienen und

zu einer zusätzlichen Aufblähung der EU­

stellt auch ein wichtiges politisches Signal dar.

Bürokratie führen. Würde die Finanztransak­

Sie soll möglichst alle Finanzinstrumente er­

tionssteuer direkt ins EU­Budget fließen, wür­

fassen und eine breite Bemessungsgrundlage

de dies die Abhängigkeit des EU­Haushalts

mit einem niedrigen Steuersatz haben. Bei Fi­

von den nationalen Staaten reduzieren und

nanzinstrumenten, die der Altersvorsorge die­

sich auch negativ auf die Haushaltsdisziplin

nen, ist jedoch eine Differenzierung geboten.

der Brüsseler EU­Bürokratie auswirken. Ideal­

Ansonsten würde der von der EU­Kommission

erweise sollte die Finanztransaktionssteuer

empfohlene Ausbau der zweiten und dritten

nicht nur EU­weit eingeführt werden, son­

Säule der Altersvorsorge konterkariert. Für

dern nach Möglichkeit weltweite Geltung

uns wäre es ein wichtiges Zeichen, dass die

haben. Die Finanztransaktionssteuer ist ein

Märkte durch die Finanztransaktionssteuer in

erster wichtiger Schritt, um die spekulativen

Zukunft ihren Teil zur Stabilisierung beitragen.

Finanzgeschäfte einzuschränken. Statt für

Ein nationaler Alleingang ist in diesem Bereich

riskante Spekulationen würden Gelder wieder

selbstverständlich nicht sinnvoll. Vielmehr

vermehrt der Realwirtschaft zugutekommen.

wäre eine über die Grenzen des Euroraums

Es ist jedoch sicherzustellen, dass die Finanz­

und der EU hinausgehende weltweite Einfüh­

transaktionssteuer weder die Pensionskassen

rung zielführend.

noch die Privatpersonen belastet.

oevp@derboersianer.com

fpoe@derboersianer.com

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Politik

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Soll die Finanztransaktionssteuer nach wie vor kommen? So denken unsere heimischen Parteien über die Einführung der Steuer.

NEOS

GRÜNE

TEAM STRONACH

Werner Kogler, Finanz- und Budgetsprecher

Rainer Hable, Finanz- und Budgetsprecher

Kathrin Nachbaur, Budgetsprecherin

Die Grünen haben sich von Anfang an für eine

Sofern eine Finanztransaktionssteuer da-

Beim Beheben von Mängeln und Fehlern

Finanztransaktionssteuer

eingesetzt.

rauf abzielt, für mehr Transparenz an den

muss nach dem Verursacherprinzip vorge-

Der Lenkungseffekt solch einer Steuer macht

Kapitalmärkten zu sorgen, würde Neos eine

gangen werden. Die Rettung der Banken hat

Hochfrequenzhandel und Spekulationen un-

europaweit akkordierte geringfügige Steuer

die Bürger bereits zu viel Geld gekostet be-

rentabler und dämmt sie ein. Nachdem wir bei

unterstützen. Das heißt aber auch, dass diese

ziehungsweise wurde die Fehlerbehebung,

den ESM-Verhandlungen im Bündnis mit den

Steuer sich nur gegen außerbörsliche Trans-

ohne die Bürger zu befragen, auf deren Kos-

deutschen und französischen Grünen den Weg

aktionen richtet, den Hochfrequenzhandel so-

ten durchgeführt. Dem muss natürlich ein

für die FTS in der „verstärkten Zusammenar-

wie Produkte wie Derivate und Devisen – also

Ende gesetzt werden. Wir brauchen strenge

beit“ von elf Staaten ermöglicht haben, hat die

auf Instrumente, die nicht primär dafür geeig-

Regeln bei den Finanztransaktionen sowie

EU-Kommission im Herbst 2012 einen brauch-

net sind, für die Eigenkapitalfinanzierung der

ein Verbot aller Transaktionen, die unter den

baren Vorschlag vorgelegt. Seither haben sich

Unternehmen zu sorgen. Der Finanzsektor

Begriffen „Finanzkasino“ und Schattenban-

Lobbys der großen Finanzindustrie in Stellung

muss sich wieder auf seine Funktion als wich-

ken zusammengefasst werden können. Da

gebracht und torpedieren die FTS von allen

tiger Dienstleister für die Wirtschaft besinnen,

eine

Seiten. Auch der deutsche Bankenverband,

denn Unternehmen benötigen Kapital, um

binnen Stunden direkt auf „unschuldige“

dessen Mitglieder selbst Nutznießer der Ban-

ihr Wachstum zu finanzieren und damit auch

Bankkunden umgelegt werden würde, steht

kenhilfspakete sind, opponiert vehement. Das

Arbeitsplätze schaffen zu können. Für Aktien-

das Team Stronach der Einführung derselben

wird uns aber nicht davon abbringen, weiter-

käufe und -verkäufe von Privatanlegern und

kritisch gegenüber. Vielmehr erachten wir

hin für eine umfassende FTS zu kämpfen. Eines

Langfristinvestoren wie Versicherungen und

folgende Ansätze für sinnvoll: Aufteilung der

ist klar: Das schlimmste Ergebnis der Debatte

Pensionskassen sollte diese Steuer hingegen

Banken in übersichtliche Einheiten, Wieder-

wäre ein Kompromiss, bei dem einzelne Staa-

nicht gelten, um die Funktionsfähigkeit des

einführung des Trennbankensystems, Priva-

ten als „Übergangslösung“ eine nationale Bör-

Kapitalmarktes gewährleisten zu können.

tisierung von Bankinstituten, haftungsmäßi-

(FTS)

Finanztransaktionssteuer

sicherlich

senumsatzsteuer einführen. Damit wäre der

ge Distanz zwischen Bank und Bürger. Keine

gewollte positive Lenkungseffekt ins Gegenteil

Bank darf so groß sein, dass die den Staat

verkehrt: Es gäbe eine Steuer ausgerechnet auf

erpressbar macht.

den Handel mit realen Vermögenswerten.

gruene@derboersianer.com

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neos@derboersianer.com

teamstronach@derboersianer.com

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pro contra

Corporate Governance

contra Heinz Leitsmüller, Leiter der Abteilung Betriebswirtschaft, AK Wien

Eine Geschichte des Scheiterns dann via Dividenden an die Aktionäre ausgeschüttet werden. Doch Mehr als zehn Jahre ist es her, dass der Corporate-Governancezurück zu den Benimmregeln für Österreichs Börsenunternehmen Arbeitskreis eingerichtet wurde und dieser die erste Version des beziehungsweise zu den Verfassern. Der Arbeitskreis besteht wie Kodex erstellt hat. Und es ist nicht schwer zu erraten, was sich eben erwähnt also nicht nur einseitig aus, übrigens überwiegend, verändert hat: nichts. Denn die erarbeiteten Lösungen haben Männern aus der Wirtschaft, sondern lässt auch, was die Vorgenicht nur gravierende Probleme wie Finanzskandale, überborhensweisen betrifft, mehr als zu wünschen übrig. Denn weder gibt dende Managergehälter oder extrem schwache Frauenpräsenz in es einen Auftrag vom Gesetzgeber noch eine Satzung. Wie der den Führungspositionen nicht gelöst, nein, es scheint sogar so, als Arbeitskreis zu Entscheidungen kommt, ist nicht nachvollziehbar, seien sie so konzipiert worden, dass sie gar keine Veränderungen weil intransparent. Stellungnahmen von Außenstehenden werden bewirken sollten. Denn der Corporate-Governance-Kodex ist auf nicht veröffentlicht. Die mangelnde demokratische Legitimierung Empfehlungen aufgebaut, die die Unternehmen nicht einhalten des Arbeitskreises ist umso bedenklicher, als dieser mittlerweile in müssen. Es genügen ein paar dürre Sätze, und schon ist der Bördas Unternehmensrecht aufgenommen wurde. senbetrieb aus dem Schneider. Würde nur alles in der Wirtschaft so Wen wundert es angesichts dieser völligen Intransparenz und leicht gehen! Apropos leicht: Verpflichtungen oder gar Sanktionen mangelnden Legitimierung, dass Kodexskandale wie MEL, Immosuchen Suchende in diesem Regelwerk vergeblich. finanz, Telekom und Amis passiert sind? Dass ein ATX-Manager Damit nicht genug, wird besagter Kodex von einer Gruppe aus im Schnitt fast das 50-Fache eines österreichischen DurchKundigen erstellt, die in folgenden Bereichen zu Hause sind: in den schnittsgehalts verdient? Dass die Frauenquote in den Aufsichtsbörsennotierten Unternehmen, Banken, Wirtschaftsprüfungsfirräten der ATX-Unternehmen gerade einmal bei zwölf Prozent men, am Kapitalmarkt und, das höchste der Gefühle, in der Wissenliegt? Mich nicht! Was wir daher brauchen, ist die Weiterentwickschaft. Vertreter der Arbeitnehmerseite fehlen. Wozu auch? Sind lung von Corporate Governance, und zwar sie als Teil der Corporate Governance doch dort, wo sie hingehört: auf der Ebene des nur zu einem Drittel in den Aufsichtsräten Gesellschaftsrechts. Wenn zusätzlich ein vertreten! Arbeiterinnen und Arbeiter dieArbeitskreis gewünscht ist, muss er demoses Landes zählen wohl auch kaum zu den kratisch verankert werden und sich an die Aktionären dieses Landes. Sie dürfen dafür Spielregeln halten. Alles andere ist Augenjene Arbeit verrichten, die dazu führt, dass auswischerei! Unternehmen Gewinne schreiben, die Heinz Leitsmüller

Konzipiert, um keine Veränderung zu bewirken.

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Institutionen

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pro Wilhelm Rasinger, Präsident, IVA

Rückenwind durch neue Regierung sächlich Änderungen umzusetzen und nicht nur zu diskutieren, Es war ein gravierender Fehler, die Arbeiterkammer, eine Säuist wegen übermäßig ausgeprägter Selbstzufriedenheit deutlich le der Sozialpartnerschaft, nicht in die Erarbeitung und Weiterspürbar. entwicklung des Corporate-Governance-Kodex eingebunden Seit knapp einem Jahr gibt es mit dem renommierten Pragmazu haben. Aus diesem Blickwinkel ist auch so manche Kritik tiker Sektionschef Wolfgang Nolz einen Beauftragten für den zu verstehen. Kapitalmarktfragen können in einer so kleinen Kapitalmarkt und Leiter des Arbeitskreises für Corporate GoverVolkswirtschaft wie Österreich nur das Anliegen eines exklusinance. Mit dem Rückenwind der neuen politischen Führung im ven Kreises sein. Es gibt Mitglieder des Arbeitskreises, die nie Finanz- und Justizministerium sollten alle Kräfte mit Know-how erschienen sind, und solche, bei denen zu Recht hinterfragt wergebündelt werden, damit der Kapitalmarkt in Österreich einen den kann, warum sie dabei sind. In den vergangenen Jahren traf Stellenwert erreicht, der seiner wirtschaftlichen Bedeutung als sich der Arbeitskreis regelmäßig, es wurden viele Themen des reiches Industrieland entspricht. Die Alternative ist eine SteueKapitalmarkts besprochen, aber die Änderungen waren mangels rung aus Frankfurt, Zürich, London oder New York für den börsKonsenses und Widerstände einzelner Interessengruppen minilichen Nebenschauplatz Wien. mal. Eigentlich wurde der Kodex, der durch gesetzliche BestimDaher sollte der Arbeitskreis neu zusammengesetzt werden und mungen und die internationalen Rechnungslegungsvorschriften sich eine klar definierte Agenda geben. Themen sind praktikable stark eingezwängt ist, in erster Linie erarbeitet, um AnforderunRegelungen betreffend Managervergütungen, aber nicht nur für gen angelsächsischer Investoren zu entsprechen. Vorstände, ein kompakter und verständlicher Vergütungsbericht, Der Kapitalmarkt entwickelt sich sehr dynamisch, und daher ist zeitgemäße Veröffentlichungsvorschriften und Regeln für die der Gesetzgeber stets zu spät dran und noch dazu auf politische breite Fachkompetenz und Diversität in Aufsichtsräten. Kompromisse angewiesen. Hierzulande mangelt es bezüglich Das Beispiel Deutschland zeigt, dass der Kapitalmarkt auch an aktuellem KnowGesetzgeber dort dazu nicht in der Lage how und Praxiserfahrungen in wichtigen ist. Es wurden komplizierte, unverständliSchlüsselstellen wie Politik, Ministerien che Bestimmungen in Kraft gesetzt, die nur und bei den Sozialpartnern. Ohne Impuldazu führten, dass extra spezialisierte Bese aus Brüssel würde sich in Österreich rater engagiert werden, um diese Regelunnoch weniger bewegen. Der Unwillen von gen umzusetzen oder eben zu umgehen. allen relevanten Interessengruppen, tatWilhelm Rasinger

Manche Kritik ist zu verstehen.

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firmen check

So residiert die C-Quadrat Investment AG

Londoner Chic Zu Gast bei der C-Quadrat-Tochter BCM & Partners in der Vine Street 1, nahe des Piccadilly Circus. Ob Wien, London, Frankfurt und Genf, auf eine einheitliche Corporate Identity wird Wert gelegt. STECKBRIEF C-QUADRAT INVESTMENT AG Stubenring 2, 1010 Wien

Im Gespräch 1991 von Alexander Schütz und Thomas Rieß gegründet, notiert C-Quadrat seit 2006 an der Frankfurter Wertpapierbörse und seit Mai 2008 an der Wiener Börse. C-Quadrat hat

C-Quadrat-Vorstand, Gründungsmitglied und Familienmensch Thomas Rieß (rechts) im Gespräch mit Andreas Lindner (links), dem Deutschland-Geschäftsführer, der bei wichtigen Gelegenheiten persönlich nach Wien kommt.

sich mit der Analyse von Investmentfonds und als innovativer Assetmanager einen Namen gemacht. Mit Büros in Wien, London, Frankfurt und Genf sowie Vertriebsaktivitäten in 17

Der Empfang

Ländern ist die Gruppe

Marianne Mogg (links) und Vanessa Sulak (rechts) begrüßen die Gäste stets mit einem freundlichen Lächeln beim Empfang.

heute europaweit aktiv. www.c-quadrat.com www.facebook.com/ thefundcompany

Das Team Fondsmanager Daniel Feix und ein Teil des Teams beim regelmäßig stattfindenden Gespräch über die aktuellen Anlagestrategien.

Der Analyst Alberto Favalli Ragusini, einer der BCM-Analysten, bei der täglichen Marktbeobachtung im Londoner Büro.

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Die Preise Der ganze Stolz des Hauses wird im Foyer präsentiert. Trotz mehr als 260 Awards und Ratings ist der Hunger aber noch nicht gestillt.

Der Besprechungsraum Im größten der Besprechungsräume rauchen regelmäßig die Köpfe. Das Segelboot soll den Spirit des Hauses, gutes und nachhaltiges Teamwork, verdeutlichen. Es ist fixer Bestandteil des Corporate Designs.

Der Ausblick Aus dem von Architekt Peter Reindl gestalteten Dachgeschoßbüro kann man den Blick über die Urania bis hin zum Prater schweifen lassen.

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por trät

Zehn Fragen an Andreas Kern Welche Eigenschaften haben Sie dorthin gebracht, wo Sie heute sind? – Eine Mischung aus Sturheit und Anpassungsfä-

higkeit, penetranter Neugier und (österreichischem) Humor. Welchen Beruf würden Sie ausüben, wenn Sie nicht in der Finanzbranche tätig wären? – Ich möchte Innovationen

vorantreiben, die auch einen dauerhaften Nutzen stiften, Schwerpunkt IKT. Von welchen Quellen beziehen Sie Ihre Fachinformationen? – Da die Antwort einzeilig sein muss: Ich beschränkte mich

meist auf das Internet. Welchen Teil lesen Sie in Ihrer Zeitung zuerst? – Ganz

einfach von oben nach unten beziehungsweise von vorn nach hinten. Wenn ich nicht gerade arbeite, verbringe ich meine Zeit am liebsten mit? – Mit dem Rennkajak auf hoher See oder

mit dem Bike im Wald. Andreas Kern Geschäftsführer Wikifolio Wikifolio wurde von einem Gründerteam rund um Andreas Kern in Wien entwickelt und startete 2012 zuerst in Deutschland. Der Social-Trading-Revolutionär studierte Technische Mathematik an der Universität Linz und machte einen Master

Bei welchem Investment haben Sie sich richtig verzockt? – Ich warte noch immer auf den Rebound bei Commerzbank,

glaube aber nicht mehr daran. Echte Verdrängungsleistung. Welches Vorurteil gegenüber dem Kapitalmarkt ärgert Sie am meisten? – Der Kapitalmarkt ist eine Innovation,

der wir viel von unserem Wohlstand verdanken. Manche verstehen das nicht.

in Innovationsmanagement an der Limak Business School. Nach zahlreichen Projekten als Freiberufler wurde er Director of Business Development der One Bank GmbH und danach

Was assoziieren Sie mit Gordon Gekko und dem Film „Wall Street“? – Cool, aber trotzdem bemitleidenswert.

Geschäftsführer bei Paybox Austria.

Dieser Investor ist für mich eine Legende? – Michael

Altrichter. Das hat jetzt wohl niemand erwartet. Champagner und Austern oder „a Eitrige und a 16erBlech“? – Nicht am gleichen Tag, sonst ist aber beides nicht weg-

zudenken.

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Leserpos

n@ redaktio com sianer. derboer

Die nächste Ausgabe erscheint um den 10. April 2014. Bis dahin täglich: www.derboersianer.com DB_66_Porträt_m.indd 66

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DerBörsianer 2. Ausgabe, Q1 2014  

Das Fachmagazin für den österreichischen Kapitalmarkt

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