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MAGAZIN

NR. 24, 1. QUARTAL 2018 ∙ 12 EURO

Finanzplatz

DER TÜRKISBLAUE PLAN

R A N K I N G

DIE FÜNFZIG BESTEN PRESSESPRECHER

SEITE 16

Ölrallye DAS SCHWARZE GOLD IN NEUEM GLANZ Investmentstory POLYTEC: EINMAL HÖLLE UND ZURÜCK

BÖRSIANER BLOG: DERBOERSIANER.COM

IMMER WIEDER ÖSTERREICH ALOIS WÖGERBAUER

WINKLER AKTIEN-OPTIONEN NEU DENKEN

RASINGER DIE SQUEEZE-OUT-REFORM

GROHMANN AUFHOLJAGD BEIM ÖLPREIS


Termin jetzt vormerken!

Š Hofburg Vienna



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Gold-Partner:

www.boersianer-messe.com


SAVE THE DATE 19.–20. SEPTEMBER 2018 HOFBURG WIEN

DAS KONZEPT Leitmesse und Kongress für Wirtschaft und Finanzen – das ist der Anspruch der „Börsianer Messe 18“. Hier werden Ideen entwickelt, Megatrends diskutiert und Geschäfte gemacht. Die Wiener Hofburg wird dafür im September zum wichtigsten Treffpunkt der Finanzindustrie und der Realwirtschaft.


EDITORIAL BÖ

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AUSGABE NR. 24, 1. QUARTAL 2018

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DOMINIK HOJAS Chefredakteur Börsianer

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Während der Länderspiele der österreichischen Fußballna­ tionalmannschaft hört man bei guter Leistung jemanden diese

Zeilen anstimmen. Dieser Fan-Gesang lässt sich auch auf einen Mühlviertler Fondsmanager anstimmen. Alois Wögerbauer legt mit seinem Österreich-Fonds seit Jahren einen außergewöhnlichen Erfolgslauf hin, der die Kritik am aktiven Fondsmanagement verstummen lässt. Der Börsianer des vierten Quartals weist mit seiner Outperformance den ATX-Index und die Konkurrenz regelmäßig in die Schranken. Sein Erfolgsgeheimnis hat er Ingrid Krawarik und mir beim Coverinterview (Seite 8) verraten.

Türkis-blauer Plan Rückenwind bekommt er dabei von einer starken Performance der Wiener Börse, die seit Jahresanfang, beflügelt von der Hoffnung einer kapitalmarktfreundlichen Bundesregierung, ein Zehnjahreshoch erreicht hat. Die neue ÖVP-FPÖ-Koalition hat sich nämlich wirtschaftspolitisch viel vorgenommen: Steuersenkung, Familienförderung, Stärkung des Wirtschaftsstandorts und des Finanzplatzes. Doch wie wahrscheinlich ist es, dass der türkis-blaue Plan (Seite 16) auch umgesetzt wird und Ziele auch tatsächlich erreicht werden. Der Börsianer hat beim neuen Finanzminister Hartwig Löger sowie Finanzexperten nachgefragt. Hält die Regierung, was sie verspricht, kommt schon bald Bewegung in den dritten Markt (Seite 76) der Wiener Börse. Denn man will innovativen Wachstumsunternehmen den Zugang zum Kapitalmarkt erleichtern. Dafür soll der weniger geregelte dritte Markt der Wiener Börse wieder für österreichische Start-ups und Kleinbetriebe aufgesperrt werden. Eine Finanzierungsalternative auf dem Weg dorthin bietet die sogenannte „Crowd“ ben sich in Österreich zu ernstzunehmenden Alternativen entwickelt, wie Barbara Ottawa recherchiert hat.

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mmer wieder, immer wieder, immer wieder Österreich!“ –

(Seite 79). Plattformen wie Conda oder Finnest ha-

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Liebe Börsianer!

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Cover-Interview. Alois Wögerbauer versteht sein Geschäft. Der Geschäftsführer der 3 Banken Generali Investment stand der B ­ örsianer-Chefredaktion Rede und Antwort und gab Tipps für den ­Veranlagungserfolg.

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EDITORIAL Lokalaugenschein. Im Start-up-Hub Wexelerate ist die unternehmerische Seele zu Hause. Bei so viel Denk- und Innovations­ arbeit muss auch ab und zu gewuzelt werden.

Mutige Gründer Dass in Österreichs Wirtschaft wieder gute Stimmung herrscht, zeigt sich auch an der erfolgreichen Gründung, Finanzierung und Entwicklung des größten Start-up-Hubs Wexelerate, der mit 9.000 Quadratmeter und vier Stockwerken das größte Einkaufszentrum für Innovationen (Seite 48) in CEE ist. Mit der Palfinger AG, Uniqa Insurance Group AG, Oesterreichische Kontrollbank AG, Österreichische Post AG, RLB Niederösterreich-Wien AG, Andritz AG, Acredia Versicherung AG sowie Volksbank Wien AG hat sich Wexelerate das Who’s who des Kapitalmarkts ins Haus geholt. Der Börsianer hat sich bei einem Lokalaugenschein ein Bild davon gemacht, wie das Ökosystem aus Geldgebern, Start-ups und Servicepartnern funktioniert. Ein echtes Vorbild für alle neuen Gründer ist Friedrich Huemer. Der 60-jährige Gründer und Vorstandsvorsitzende des Autozulieferers Polytec Holding AG ist wie jeder Jungunternehmer einmal durch die Hölle und zurück gegangen. Huemer fürchtete in Krisenzeiten um sein Lebenswerk, dann sogar um seine Gesundheit und hatte Angst vor einem Herzinfarkt. „Es war furchtbar. Ich konnte monatelang nur zwei Nächte pro Woche schlafen, und das nur mit Schlaftabletten.“ Heute blickt der Autozulieferer auf eine imposante Wachstumsstory (Seite 38) zurück. Hans-Jörg Bruckberger hat sich bei seinem Comeback als Finanzjournalist die Investmentstory der Polytec Holding AG näher angesehen. Mir bleibt, Ihnen zum Schluss ein erfolgreiches Wirtschaftsund Börsenjahr 2018 zu wünschen! Bleiben Sie wachsam, aber optimistisch, denn die Afterparty fällt meist heftiger aus als die eigentliche Party. In eigener Sache darf ich Sie bitten, sich folgenden Termin vorzumerken: Am 19. und 20. September findet erstmals die ­Börsianer Messe in der Wiener Hofburg statt.

Viel Vergnügen mit der Lektüre wünscht Ihnen

Dominik Hojas d.hojas@derboersianer.com

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­Stolze Sieger. Das Vorstands­ team der VBV Pensionskasse AG nahm die Auszeichnung als beste Pensionskasse von Börsianer-Chefredakteur ­Dominik Hojas stolz entgegen. Den Preis als beste ausländische Fondsgesellschaft übergab er Markus Sevcik, Österreich-Geschäftsführer der JP Morgan Asset Management. Der Fair-Finance-Vorstandschef freute sich über den Sieg als beste Vorsorgekasse, Ingrid Krawarik überreichte den Pokal.

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TWITTER.COM/DERBOERSIANER.


AUSGABE NR. 24

28 FINANZPLATZ

Der türkis-blaue Plan

FINANZPLATZ IMMER WIEDER ÖSTERREICH 

08

„Immer wieder, immer wieder, immer wieder Österreich!“ – tönt es bei einem siegreichen Länderspiel. Dieser FanGesang lässt sich auch seit 15 Jahren auf Alois Wögerbauer übertragen. Er legt mit seinem Österreich-Fonds einen außergewöhnlichen Erfolgslauf hin.

16

Sein Erfolgsgeheimnis: Mut zur Meinung.

WIRTSCHAFT Der türkis-blaue Plan

18

START-UP Das Einkaufszentrum 

48

für Innovationen

REGULIERUNG Recht: Was sich 2018 ändert 72 BÖRSE Dritten Markt

COVER

76

wieder aufsperren

Alois Wögerbauer: Immer wieder Österreich

FINANZIERUNG Das Geschäft mit der Crowd 79

08 6


INHALTSVERZEICHNIS

THOMAS WINKLER

Wie aus Managern

76

1614 Unternehmer wurden

RENDITE WIENER BÖRSE Chartvergleich der Aktienmärkte

24

3. Teil: Interview 

THOMAS WINKLER Wie aus Managern Unternehmer wurden

14

WILHELM RASINGER Squeeze-out-Verfahren gehört reformiert

22

WOLFGANG MATEJKA Der Blickwinkel auf das Markttreiben

24

WILHELM CELEDA Digitalisierung: Fluch oder Segen

52

RANKING67 Die 50 besten Pressesprecher

HEINZ BEDNAR Wichtiger Baustein im Bankenvertrieb

56

SO DENKT DIE POLITIK Finanzbildung: Endlich auf der politischen Agenda?

BETTINA SCHRAGL Wenn man die Bäume im Wald wieder sieht

58

BÖRSENTALK84 Wo sich die Finanzbranche trifft

PETER BARTOS Hohe Strafen bei Datenschutzmängel

62

MARKTGEZWITSCHER87 Das wurde im Netz getwittert

ALBERT BIRKNER KMU – Wachstumsmarkt

64

FIRMENINDEX/IMPRESSUM89 Auszüge von Unternehmen in dieser Ausgabe

PETER FELSBACH Renaissance von Audio und Podcast

66

MARTIN KWAUKA Neues aus Bürokratistan

88

BANKEN52 VERSICHERUNGEN54 FONDS56 AKTIEN58 IMMOBILIEN60 BERATER62 RECHT64

28 30 32 34

BÖRSENWETTER36 Entwicklung der Weltbörsen und Analystenstimmen INVESTMENTSTORY POLYTEC Einmal Hölle und zurück

Darüber spricht man in den Trends und Events

PORTFOLIO26 Die Asset-Allocation der Semper Constantia

MEINUNGEN

Branchen: Köpfe, Deals, News,

MARKTAUSBLICK25 Börsenausblick der Österreich-Fondsmanager

CHINA Der Ölpreis rückt ins Rampenlicht 1. Teil: Marktumfeld 2. Teil: Veranlagung

BRANCHEN

38

KURSE42 Topperformer: Aktien, Fonds, Anleihen und Rohstoffe STATISTIK46 Börsen- und Wirtschaftsdaten

KOMMUNIKATION66

SEITENBLICKE

Ad-hoc der Redaktion BÜROKRATISTAN Neue Regeln sollen ab heuer die Anleger besser schützen. Die ersten Erfahrungen zeigen laut Kolumnist Martin Kwauka (Seite 88): Unerwünschte Nebenwirkungen überwiegen. Eine davon hat uns in der Redaktion betroffen. Auf die Aktien-Tipps von Kepler-Chefanalyst Thomas Neuhold müssen wir in der Rubrik „Börsenwetter“ leider verzichten. FINANZSPRECHER Die neue Regierung muss in den nächsten Wochen viele Positionen neu besetzen. Uns ist aufgefallen, dass

82

Türkis-Blau jeweils noch keinen Finanzsprecher nominiert hat. Knifflig gestaltete sich deshalb unsere Anfrage zur Rubrik „So denkt die Politik“ (Seite 82). COMEBACK Der renommierte Finanz-

PORTRÄT: 10 FRAGEN AN … 90 Andreas Perotti, Leiter ­Marketing und Kommunikation FACC AG

journalist Hans-Jörg Bruckberger feiert sein Branchencomeback. Der Börsenbulle vom „Wirtschaftsblatt“ übernimmt ab sofort unsere Investmentstory (Seite 38). Für diese Ausgabe hat er ­Polytec-Gründer Friedrich Huemer zum Talk gebeten. Weblinks werden in dieser Ausgabe mit einem → GELBEN BALKEN

markiert.

7


COVER

→ VITA ALOIS WÖGERBAUER GESCHÄFTSFÜHRER 3 BANKEN GENERALI INVESTMENT Der gebürtige Mühlviertler (48) ist ­leidenschaftlicher Rapid-Fan, die deutsche Bundesliga sieht er stundenlang im TV. Sein meditativer ­Rückzugsort ist die hauseigene ­Sauna inklusive l­ auter Musikbeschallung oder auch sein Garten. Seit 1998 ist er Geschäftsführer der 3 Banken ­Generali Investment, seit 2002 steuert er den 3 Banken Österreich-Fonds von Erfolg zu Erfolg. Wögerbauer produziert Most für den Eigenverbrauch.

Alois Wögerbauer legt mit seinem ­Österreich-Fonds seit Jahren einen beachtlichen Erfolgslauf hin, der die Kritik am aktiven Fondsmanagement

A

lle drei bis vier Wochen reist Alois Wögerbauer von Linz nach Wien. Der Geschäftsführer der 3 Ban-

ken Generali Investment ist ein gefragter Redner auf hochkarätigen Veranstaltungen in der Finanzbranche. Wir tref-

verstummen lässt. Der Geschäftsführer

fen den gebürtigen Mühlviertler nach ei-

der 3 Banken Generali Investment weist

nem Kundenevent im Haus der Oberbank

mit seiner Outperformance ATX-Index und Konkurrenz in die Schranken. Sein Erfolgsgeheimnis: Mut zur Meinung.

AG am Schwarzenbergplatz. Die Leidenschaft für seinen Österreich-Fonds (ISIN AT0000662275) brennt bei ihm immer noch so stark wie seit dem Fondsstart vor 15 Jahren. „Das hält mich fit und proper“, sagt er mit einem verschmitzten

TEXT DOMINIK HOJAS, INGRID KRAWARIK FOTOS DIETER BRASCH

Lächeln und entledigt sich seiner Krawatte: „So fühl ich mich wohler.“ Wie


IMMER WIEDER ÖSTERREICH

tickt der Mann, der 2017 erneut die Aus-

tel- und langfristig outperformt. Wie lau-

zu entwickeln, ich brauche eine Meinung

zeichnung als bester Österreich-Fonds-

tet Ihr Erfolgsrezept? – Meine Beobach-

zu Osteuropa, um eine Meinung zu öster-

Manager mit einer Rendite von 41,5 Pro-

tung ist, dass wir Ideen wesentlich ra-

reichischen Banken und Versicherungen

zent für sich verbuchen konnte und auch

dikaler umsetzen, als es der Mitbewer-

zu entwickeln. Es gab Phasen, da war die

auf drei, fünf und zehn Jahre die Konkur-

ber tut. Das heißt, wir exekutieren, was

Erste Group als größter Wert im ATX nur

renz bei der Performance in den Schatten

wir uns vorher mühsam erarbeitet ha-

mit zwei Prozent im Fonds gewichtet.

stellt? Er habe einfach Spaß an seiner Ar-

ben. Mein Mandat ist eingebettet in ein

beit, versucht er eine einfache Erklärung.

globales Weltbild. Ich habe ein bisserl

Wie bilden Sie sich Ihre Meinung? – Der

Das glauben wir. Die Chefredak­tion des

das Gefühl, dass manche vielleicht un-

Vorteil des österreichischen Marktes

Börsianer wollte aber mehr wissen und

terschätzen, dass Österreich keine Insel

ist, dass er überschaubar ist. Ich könn-

hat ihm sein Erfolgsrezept entlockt.

ist. Das Verstehen eines Unternehmens

te in meiner Funktion als Geschäftsfüh-

ist zu wenig, um eine Meinung zu haben.

rer kein globales Aktienmandat machen,

Herr Wögerbauer, Sie haben in den ver-

Was hilft mir denn die Bilanz von einem

das möchte ich auch nicht. Österreich

gangenen zehn Jahren mit Ihrem Öster-

Unternehmen, wenn ich kein globales

kann ich selber machen, weil die Anzahl

reich-Fonds den Index fast immer geschla-

Weltbild habe? Ich brauche eine Meinung

der investierbaren Titel begrenzt ist. Da

gen und auch die Konkurrenz kurz-, mit-

zum Ölpreis, um eine Meinung zur OMV

hilft dann auch klarerweise meine Er-


„Mich quälen mehr die verpassten Chancen. Den Anstieg der OMV habe ich leider völlig verpasst.“ Überlegt. „Die Regulatorik hindert uns nicht am Mut zur Meinung“, sagt Wögerbauer der Börsianer-Chefredaktion.

ALOIS WÖGERBAUER

fahrung. Ich bin seit 25 Jahren im Ge-

Was macht eine gute Investmentstory aus?

Bauaktien in der Vergangenheit, bin ich

schäft, den Österreich-Fonds gibt es seit

– Das klingt jetzt ein bisschen banal.

nicht bereit, dafür den Buchwert zu be-

2002. Ich habe mein Netzwerk, rede mit

Aber es muss meine Überzeugung sein,

zahlen. Mit dieser Zahl hab ich in den

Investor-Relations-Leuten, treffe auch

dass der momentane Börsenkurs nicht

letzten 15 Jahren die höchste Trefferquo-

da und dort Vorstände. Einer der größ-

den wahren Wert des Unternehmens wi-

te abgeleitet.

ten Schmähs, die in meiner Branche er-

derspiegelt. Ist die Regulatorik bei Entscheidungen

zählt wird, sind die Unternehmensbesuche. Bei allem Respekt. Was sehe ich

Was sind die häufigsten Fehler bei der Be-

hinderlich? – Der Regulator hindert uns

denn bei Lenzing oder bei Andritz? Viel

wertung? – Ich glaube, dass viele meiner

nicht an aktiven Meinungen. Öster-

wichtiger ist es, ein Verständnis für die

Branchenkollegen der Illusion erliegen,

reich-Fonds sind so konzipiert, dass im

Firma zu entwickeln, wie die ticken und

gerade in Österreich, dass man mit ei-

Fondsprospekt drinnensteht, es ist ein

was die Parameter sind.

nem Raster oder einer Kennzahl ein Be-

aktiver Stock-Picking-Ansatz zu verfol-

wertungsschema aufbauen kann in billig

gen, der deutlich von der Indexgewich-

Sind Zeitungen oder Magazine für Sie auch

und teuer. Das ist ein Irrweg. Gerade in

tung abweicht.

meinungsbildend? – Natürlich. Darunter

Österreich gibt es so viele unterschied-

ist auch sehr viel Börsenboulevard. Wenn

liche Branchen. Für eine Immobilien-

Das ist aber nicht bei jedem Österreich-

der gesamte Boulevard schreibt, der ös-

aktie ist das Kurs-Gewinn-Verhältnis

Fonds der Fall. – Das ist richtig. Die Bran-

terreichische Bankenmarkt sei Schrott,

die völlig falsche Kennzahl, da muss ich

che wird sich in den nächsten fünf bis

beginne ich zu überlegen zu kaufen.

die Mietthematik anschauen. Ich bin ein

zehn Jahren entscheiden müssen: Ent-

Boulevard zu lesen ist dazu da, sich kon-

Cashflow-Fan, aber für Versicherungen

weder ich bin klar aktiv, oder ich bin in

träre Meinungen zu bilden. Wertvoll sind

ist der Cashflow falsch, da muss ich die

der Index-ETF-Welt. Aber diese semi-

auch Research-fremde Meinungen und

Schadensfälle im Vergleich zu den Ein-

passiven Ansätze, die es auch in Öster-

der Austausch mit Analysten. Entschei-

nahmen anschauen. Jede Branche in Ös-

reich gibt, schaden. Man kann das leicht

dend ist der Branchenkonsens.

terreich braucht einen anderen Bewer-

testen. Wenn man sich den Fondschart

tungszugang.

ansieht und den Index drüberlegt und eine hohe Korrelation hat, ist es für mich

„Fehlentscheidungen passieren. Wichtig ist, sich den Fehler einzugestehen und radikal zu begrenzen.“ ALOIS WÖGERBAUER

Haben Sie eine Lieblingskennzahl? – Die

nicht legitim, 1,5 Prozent Management-

aus meiner Sicht überzeugendste Kenn-

Fee zu verlangen. Die deutsche Finanz-

zahl ist die Rendite des Eigenkapitals im

marktaufsicht schaut sich sehr genau an,

Vergleich zum Kurs-Buchwert-Verhält-

ob Fonds, die aktiv sind, auch aktiv ge-

nis. Wenn ich eine Firma habe, die 20

managt werden.

Prozent auf das Eigenkapital verdient, zahle ich gern den dreifachen Buch-

Aber das ist doch sicherlich nicht immer

wert. Wenn ein Unternehmen zehn Pro-

die Schuld des Fondsmanagers? – Jeder

zent aufs Eigenkapital verdient, zahle ich

Fondsgesellschaft steht es offen, Ma-

vielleicht nur mehr den 1,5-fachen Buch-

nagementansätze zu definieren. Es gibt

wert. Bei sechs Prozent, wie bei manchen

viele Fondsgesellschaften, bei denen

10


COVER

vielleicht die Geschäftsführung festlegt,

kleineren, weniger liquideren Märkten,

nen, wenn es anders gelaufen ist. Fak-

dass man nicht so weit vom Index abwei-

wo es nicht so viel Research-Coverage

tisch ist es so, dass der Aufschwung bei

chen soll.

gibt, leichter, den Index zu schlagen als

uns mit der Finanzkrise gekommen ist.

zu sagen, ich nehme die 30 Dax-Aktien

Bis 2008 haben wir ein bisschen bieder

Weil es mehr Risiko bedeutet? – Genau.

und versuche es dort. In den Emerging

gewirkt. Wir hatten keine komplizierten

Mutige Fondsmanager werden weniger.

Markets gibt es mehr Outperformer als

Derivate. Ich bin seit 1998 Geschäftsfüh-

Mutiger heißt, sich aus dem Fenster zu

beim Eurostoxx. Momentan lautet das

rer, und wir hatten bis jetzt keine Ände-

lehnen und eine klare Meinung zu kom-

große Thema: aktiv versus passiv. Ich be-

rung in der Eigentümerstruktur. Unsere

munizieren.

obachte das mit Sorge. Die passive Welt

Betreuungsstabilität ist extrem hoch. Es

hat dazu geführt, dass Märkte ex­ trem

ist ein Unterschied, ob der Fondsmana-

Schaffen sich die aktiven Fondsmanager

nach oben gegangen sind. Das heißt aber

ger aus Linz mit dem Auto vorbeikommt

nicht ab und öffnen passiven Produkten Tür

auch, dass passive Fonds eine mögliche

oder ob man einen Salesbericht aus Pa-

und Tor, wenn sie den Mut nicht mehr auf-

nächste Korrektur verstärken werden.

ris erhält. Diese Nähe zum Markt und

bringen? – Jene, die sagen, sie sind aktiv,

Der große Stresstest der passiven Welt

Beständigkeit in der Personalqualität ist

aber passiv agieren, schaden der Bran-

fehlt noch. Ob ETFs ihre Versprechen

unsere Stärke. In den letzten fünf Jahren

che, weil der Anleger sagt: Dann gehe ich

halten können, die sie geben, werden wir

konnten wir unsere Assets um 80 Pro-

gleich zu passiven Fonds und zahle we-

erst bei einer großen Korrektur sehen.

zent steigern.

Wie kann mal als Assetmanager heute

Wie trennen Sie gute von schlechten Unter-

Sie sind ein Paradebeispiel dafür, dass ak-

noch Geld verdienen? - Mit Mut zur Mei-

nehmen? - Gut und schlecht ist auch ein

tives Management den Index schlägt. – Ja,

nung. Der Kunde erwartet von uns eine

Irrweg. Ein gutes Unternehmen könn-

man muss aber unterscheiden. Es ist in

klare Meinung. Ich muss erklären kön-

te im Fonds nicht drinnen sein, weil es

Die BDO hat einen klaren Fokus auf kapitalmarktnotierte Konzerne, Banken und Versicherungen sowie Unternehmen der öffentlichen Hand. Diese sind nicht nur ständig ändernden Anforderungen des Marktes, sondern auch laufenden Änderungen seitens des regulatorischen Umfelds ausgesetzt. Um diese komplexen Aufgabenstellungen in den Bereichen Audit & Assurance, Tax & Accounting, Advisory und Consulting zu bewältigen, kümmert sich ein Team von Spezialistinnen und Spezialisten in Österreich sowie weltweit in mehr als 162 Ländern um Sie. Damit profitieren Sie von unserer Lösungskompetenz und bewahren immer den Überblick. bdo.at

Photo by gdtography on Unsplash

niger Gebühr.


COVER

Überblick. „Ein guter Vorstand erklärt mir als Branchenfremden in einer Stunde in einfachen ­Worten, wie sein Geschäftsmodell tickt“, sagt Alois Wögerbauer.

bewertungsmäßig zu teuer ist. Die Amag Austria Metall AG ist derzeit so ein Beispiel. Das ist ein echtes Vorzeigeunternehmen. Ich habe die Aktie gering gewichtet, weil derzeit zu teuer. Es gibt auch den umgekehrten Fall: Ein Unternehmen, das schlecht läuft, kann eine tolle Kaufchance sein, weil der Markt es zu sehr abgestraft hat. Wer hat vor zwei Jahren AT&S im Portfolio gehabt? Wir haben das durchgestanden, 2017 hat

Fehler ein, sind aber nicht bereit, die

sich die Aktie mehr als verdoppelt. Aber

Reißleine zu ziehen. Die persönliche

es war ein mühsamer Weg. Wie viel Bauchgefühl steckt in Ihren Investmententscheidungen? – 30 bis 40 Prozent und die Erfahrung der letzten 25 Jahre. Für Österreich ist es extrem wichtig, wie das Ausland über Österreich denkt. Die Umsätze in Wien werden zu 60 bis

Die Regulatorik führt dazu, dass wir gezwungen werden, wesentliche Teile außerbörslich zu handeln.“

nanzkrise las ich in allen europäischen

Liquidität der Assetklassen eine höhere Bedeutung zumessen. Analysieren Sie Fehlentscheidungen? – Wir haben eine sehr intensive Gesprächskultur in unserem Haus. Ich bin mit 48 der Älteste, wir sind eine verschworene Truppe, haben sehr flache Hierar-

70 Prozent von ausländischen Investoren gemacht. Am Höhepunkt der Fi-

Lehre aus 2008 war schon, dass wir der

chien, das ist extrem wichtig. Wir reden

ALOIS WÖGERBAUER

sehr offen und viel, haben wöchentliche

Zeitungen, die österreichischen Ban-

Ad-hoc-Meetings. Wenn ein Chef einer

ken sind angeschlagen, dann werde

werden auch ein bisserl überschätzt. Es

Fondsgesellschaft keinen Widerspruch

ich mich als Österreicher nicht dage-

ist nicht möglich, dass ich alle Firmen

zulässt, weil er sowieso immer recht

genstemmen können. Die Meinung aus

als Österreichfonds-Manager sofort im

hat, wird keiner mehr etwas sagen. Wir

dem Ausland ist wichtig. Wenn ich heu-

Detail verstehe. Was ich gar nicht brau-

sind oft nicht einer Meinung und dis­

te optimistisch bin für 2018, für Ban-

che, ist ein Gespräch, wo ich danach das

kutieren lang, oft am Abend auch mit

ken und Versicherungen, dann deshalb,

Gefühl bekomme, ich muss das kaufen.

Bierbegleitung. Nach außen geht eine

weil die Stimmung wieder besser ist und

Meinung.

ausländische Investoren in dem Sektor

Wie gehen Sie mit Kritik und Fehlentschei-

untergewichtet sind.

dungen um? – Fehlentscheidungen pas-

Gibt es eine Fehlentscheidung, über die Sie

sieren. Wichtig ist, sich den Fehler ein-

sich noch heute ärgern? – Da gibt’s viele.

Wann verkaufen Sie ein Investment? –

zugestehen und radikal zu begrenzen.

Einer meiner Irrwege war, dass ich mit

Wenn der Preis an der Börse nicht nach-

Viele Privatanleger gestehen sich zwar

Beginn 2012 die große Inflation gesehen

vollziehbar ist oder sich eine negative

haben. Das ist so nicht gekommen. Das

Entwicklung anbahnt.

war ein ökonomischer Denkfehler. Ein EIGENTÜMERSTRUKTUR

Was macht für Sie einen guten Vorstand aus? – Wenn er einem Branchenfremden in einer Stunde mit einfachen Worten erklären kann, wie sein Geschäftsmodell tickt, und der ehrlich auf Chancen und Risiken hinweist oder auch darauf, was die Schrauben sind wie bei Lenzing der Viskosepreis, bei der OMV die Raffi-

Die 3 Banken-Generali Investment ist die Fondstochter der 3 Banken Gruppe, also Oberbank AG, BTV AG und BKS Bank AG sowie der Generali Versicherung Österreich. Die 3 Banken Gruppe hält dabei knapp über 50 Prozent. Die Fondsgesellschaft verwaltet 9,5 Milliarden Euro an Assets, steuert 190 Fonds, davon rund 40 Publikumsfonds für Privatanleger.

neriemargen und Russlandverträge. Wir

Unternehmen, über das ich mich extrem oft geärgert, aber auch gefreut habe, ist die AMS AG. Wenn man sich den Kurs­ chart anschaut, weiß man, warum. Ich habe mich auch ab und zu geärgert, weil ich ein Gespräch mit einem Vorstand geführt habe, und drei Wochen später kam die Gewinnwarnung. Da denkt man dann, na Respekt. Eigentlich quälen mich mehr die verpassten Chancen.

12


COVER

3 Banken Österreich-Fonds versus ATX DIE BESTEN ÖSTERREICH-FONDS

50

Fondsname

2017

3 Jahre

5 Jahre

Fondsvolumen

3 Banken Österreich-Fonds

41,46

89,71

88,97

197,6 Mio. Euro

Meinl Equity Austria

36,78

51,17

28,96

5,7 Mio. Euro

Raiffeisen-Österreich-Fonds

35,92

81,48

69,37

159,4 Mio. Euro 293 Mio. Euro

*

*

Pioneer Austria Stock

35,89

69,02

66,59

Allianz Invest Austria

32,84

71,68

65,34

7,7 Mio. Euro

Kepler Österreich Aktienfonds

32,37

68,8

55,37

47,7 Mio. Euro 24,7 Mio. Euro

Semper Share Austria

31,84

73,15

65,5

ATX Index (Benchmark)

30,62

68,18

47,01

Espa Stock Vienna

24,14

53,02

41,02

25

0

1.1.17

31.12.17 Quelle: TeleTrader

74,4 Mio. Euro

Vienna Stock

28,98

67,02

55,56

46,6 Mio. Euro

Ringturm Österreich Aktienfonds

24,34

54,72

39,97

615,1 Mio. Euro

Hälfte aus. Gerade wenn ich größere Tickets handle, muss ich über die Wiener

QUELLE: TELETRADER, MORNINGSTAR *DATEN VOM 16. 1. 2018

Börse aufpassen. Ab wann bin ich kursbewegend.

Sogenannte

„prearranged

trades“ sind verboten. Es ist ein TeufelsSo habe ich den Anstieg von OMV und

bis auf die Post und vielleicht noch Agra-

kreis. Das regulatorische Werk führt ak-

Verbund leider völlig unterschätzt und

na praktisch nichts Defensives gibt. Wenn

tuell dazu, dass wir Assetmanager fast ge-

verpasst.

es schlecht läuft, dann wirklich schlecht.

zwungen werden, wesentlich Teile außer-

Wie wichtig ist das Erwartungsmanagement

Was ist für Sie die Grundaufgabe der Wiener

für Sie als Investor? – Extrem wichtig.

Börse? – Christoph Boschan ist der ers-

Was hielten Sie davon, wenn die Wiener Bör-

te Vorstand seit langem, der die Wiener

se selbst an die Börse ginge? Die hat eine Su-

Gibt es da Musterschüler? - Mayr-Melnhof

Börse auf das zurückgeführt hat, was sie

permarge, dann hätten wir einen IPO. – Zy-

ist ein gutes Beispiel, die sind immer vor-

wirklich ist: nämlich ein Infrastruktur­

nisch gesagt, würde mich das als Aktionär

sichtig. Wenn die euphorisch sind, dann

unternehmen, mehr nicht. Alles andere

in die Schizophrenie treiben, weil ich mir

heißt das was. Palfinger hat unter dem

ist Aufgabe der Politik, der Aufsicht und

einerseits wünsche, dass die Börse nichts

Exvorstand immer eine gute Guidance ge-

der Medien. Aber zu sagen, der Wiener

verlangt für meine Trades, auf der ande-

geben. Und ich schätze Schoeller-Bleck-

Börsenvorstand wird daran gemessen, wie

ren Seite viel verlangt, damit sie was ver-

mann sehr, weil die immer sehr ehrlich

viele IPOs es gibt, ist lächerlich.

dient. Ich glaube nicht, dass wir eine IPO-

börslich zu handeln.

kommunizieren.

Welle erleben werden. Ein Börsengang ist Das heißt, die Bildungspolitik und Kapital-

für kleinere Unternehmen zu teuer und

Wie wichtig ist eine gute Entwicklung der

marktpolitik sollte die Rahmenbedingungen

zu bürokratisch, und die Strafandrohun-

Wiener Börse für Ihren Fonds? – Die ist öko-

vorgeben. Wird die Rolle der Wiener Bör-

gen bei Fehlern sind exorbitant.

nomisch sehr wichtig, weil der Öster-

se überschätzt? - Ja. Die Wiener Börse ist

reich-Fonds eines unserer Aushängepro-

nicht gleich Kapitalmarkt. Das wird im-

Wie könnte die Politik die Aktie zum Volks-

dukte ist. Wir verwalten zehn Milliarden

mer vermischt. Die Wiener Börse ist An-

sport machen? – Was ich vom Hausver-

Euro an Assets, davon vier Milliarden Euro

bieter der Infrastruktur, die muss kon-

stand her absurd finde, ist, dass Aktionäre

in Aktien und davon 600 Millionen Euro in

kurrenzfähig und kostengünstig sein.

gleich steuerlich behandelt werden, egal ob Aktien drei Tage, drei Jahre oder 15 Jah-

österreichischen Aktien, also 15 Prozent. Österreich ist ein komplizierter Markt,

Es wird immer wieder kolportiert, dass die

re behalten werden. Bei drei Tagen las-

weil ich mich nirgends verstecken kann.

Wiener Börse einer der teuersten Handels-

se ich mich gern als Spekulant bezeich-

Sagen wir, es kommt eine Rezession, dann

plätze in Europa ist. Würde eine attraktive

nen. Wenn ich seit zehn Jahren Aktionär

kann der Schweizer Manager sagen, ich

Gebühr mehr Liquidität und Handel bringen

der Post oder OMV bin und dann verkau-

kaufe Nestle, da komme ich durch. Der

und damit auch die Dark Pools und OTCs et-

fe, ist das doch etwas anderes. Es macht

deutsche Fondsmanager sagt, ich kaufe

was trockenlegen? - Das bringt gar nichts.

für mich Sinn, Aktionäre, die Unterneh-

Bayer, um so Zyklizität rauszunehmen.

Der Anteil des außerbörslichen Handels

men die Treue halten, steuerlich besser-

Das geht in Österreich gar nicht, weil es

ist sehr hoch, der macht ungefähr die

zustellen. n

13


MEINUNGEN

KOMMMENTAR

→ VITA THOMAS WINKLER VORSTANDSVORSITZENDER UBM DEVELOPMENT AG

WIE AUS MANAGERN UNTERNEHMER WURDEN

Der studierte Jurist (54) ist seit Juni 2016 Vorstandsvorsitzender der UBM Development AG. Davor war er Finanzvorstand der Lenzing AG. Das Re-IPO der Lenzing AG unmittelbar nach der Fukushima-Krise ­bezeichnet er als seinen größten Karriere­ erfolg. Den gebürtigen Salzburger trifft man in seiner Freizeit auf dem Rennrad oder in den ­Bergen beim Skifahren. Sein Rückzugsort ist M ­ allorca.

Aktienoptionsprogramme können langfristig die wirtschaftliche Unabhängigkeit von Unternehmen sicherstellen. Als Manager geht man aber erhebliches persönliches Risiko ein.

Weitgehend unbemerkt von einer breiteren Öffentlichkeit hat die UBM im Juli 2017 ein für Kontinentaleuropa geradezu revolutionäres Aktien-Optionsprogramm eingeführt. Damit partizipieren aktuell 16 Topma­nager mit rund fünf

mittee-Mitglieder waren vor Einführung

„Das klare Ziel ist dabei die Steigerung des Unter­nehmenswerts.“ THOMAS WINKLER

Prozent an der zukünftigen Wertsteige-

des LTIP bereits Aktionäre. 3. Synchronisation der Interessen: Die Wertsteigerung des Unternehmens, gemessen am Aktienkurs, rückt als entscheidendes Ziel in den Mittelpunkt. 4. Bindung an das Unternehmen: Nur bei

rung des Unternehmens. Voraussetzung für die Teilnahme an

einer drei- bis vierjährigen Behaltefrist können die Schlüsselpo-

diesem Long Termin Incentive Program (LTIP) war ein vorhe-

sitionen den Hebel durch die Optionen auch wirklich nutzen.

riges Eigen-Investment der Führungskräfte. Dabei haben die

5. Attraktivität für Neueinstellungen: Es besteht die Möglich-

Mitglieder des Executive Committee insgesamt rund 125.000

keit, dass sich auch neue Führungskräfte am Programm betei-

UBM-Aktien im Gegenwert von aktuell mehr als fünf Millio-

ligen.

nen Euro erworben. Aus Managern wurden quasi über Nacht

Am wichtigsten bleibt aber das Prinzip „there is no free lunch“.

Unternehmer.

Das Management geht mit dem UBM-Optionsprogramm erheb-

Der Erwerb der Aktien war nämlich an kein Bonuspro-

lich ins persönliche Risiko, wie jeder Unternehmer. Das betrifft

gramm oder Ähnliches gekoppelt. Als vollkommen freiwil-

nicht „nur“ das eigene Geld, das jeder Einzelne hineingesteckt

lige, unternehmerische Entscheidung konnten die Mitglie-

hat. Es betrifft auch die mindestens drei- bis vierjährige Per­

der des Executive Committee bis zu 10.000 Aktien erwerben,

spektive und nicht zuletzt das Vertrauen in die mittel- bis lang-

Vorstände bis zu 25.000, die pro Aktie Optionen auf den Er-

fristige Performance und Liquidität der UBM-Aktie. Schließlich

werb von weiteren fünf UBM-Aktien zu einem festgesetzten

zahlt das LTIP noch wesentlich auf „one goal.one team.one com-

Ausübungskurs einräumen. Voraussetzung für die Ausübung

pany“ ein. Hinter dieser Vision steht eine einfache Erkenntnis:

sind eine mindestens dreijährige Behaltefrist und weitere zwei

Nur mit einem klaren Ziel und gemeinsam kann die UBM De-

Kriterien entsprechend der Corporate Governance. Das Akti-

velopment AG als ein Unternehmen erfolgreich sein. Das klare

enoptionsprogramm der UBM erfüllt außerdem noch weitere

Ziel ist dabei die Steigerung des Unternehmenswerts, gemessen

Zielsetzungen:

am Aktienkurs. Nur dadurch kann langfristig die wirtschaftliche

1. Positionierung am Kapitalmarkt: Die Beteiligung des Ma-

Unabhängigkeit sichergestellt werden. Dabei hat die Bewertung

nagements am Erfolg und Misserfolg ist für immer mehr In-

des Unternehmens auch Auswirkungen auf die Aufnahme von

vestoren ein entscheidendes Kriterium.

Fremdkapital. Das ist ein weiterer entscheidender Erfolgsfaktor,

2. „Skin in the game“: Lediglich drei von 16 Executive-Com-

gerade im Immobiliengeschäft.

14


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REGIERUNG

XXX

Angelobung.

© PETER LECHNER

Hartwig Löger ­wurde am 18. Dezember 2017 von Bundespräsident Alexander Van der ­Bellen als neuer Finanzminister angelobt.

DER TÜRKIS-BLAUE W

ir steigern das Bruttosozial-

le durch die österreichische Wirtschaft.

auf einem Allzeithoch, und die Konsu-

produkt, jetzt wird wieder in

Immerhin skizziert die Koalition in ihrem

menten schätzen die aktuelle und künf-

die Hände gespuckt.“ Vize-

Regierungsprogramm auf knapp 180 Sei-

tige wirtschaftliche Lage laut Daten des

kanzler Heinz-Christian Strache hat bei

ten nicht nur steuerliche Entlastungen,

Marktforschungsunternehmens Gfk so

der Regierungsklausur nicht umsonst

eine Stärkung des Kapitalmarktes oder

positiv ein wie seit 2007 nicht mehr.

das Lied von Geier Sturzflug angestimmt.

Einsparungen in der Verwaltung. Die In-

Die Regierungskoalition aus ÖVP und

szenierung der gemeinsamen Reform-

„Konsistentes, liberales Programm“

FPÖ will ein Staatsziel in die Verfassung

projekte verspricht zudem, dass kom-

Neben der guten Konjunktur sorgen aber

schrei­ben, das ganz gut in den Song pas-

mende Reformen nicht durch politischen

auch die politischen Versprechen der

sen würde: ein Bekenntnis „zu Wachs-

Hickhack zerredet werden.

neuen Regierungskonstellation für Hoff-

tum, Beschäftigung und einem wettbewerbsfähigen Wirtschaftsstandort“.

Dabei war die gute Laune in der heimi-

nung. Im ersten schwarz-blauen Minis-

schen Wirtschaft bereits zuvor messbar.

terrat nach den Feiertagen wurde der Fa-

Mit der schwarz-türkis-blauen Ko-

Der Einkaufsmanagerindex der Unicredit

milienbonus Plus als „größte Familien­

alition schwappt eine Hoffnungswel-

Bank Austria AG lag im Dezember 2017

entlastung der Geschichte“ angeprie-

16


Die ÖVP-FPÖ-Koalition hat sich wirtschaftspolitisch viel vorgenommen: Steuersenkung, Familienförderung, Stärkung des Wirtschaftsstandorts und des Finanzplatzes. Doch wie wahrscheinlich ist es, dass die Ziele auch tatsächlich erreicht werden? Der Börsianer hat nachgefragt. TEXT LUKAS SUSTALA

PLAN sen. Aber was steht auf den 180 Seiten

Kapitalmarkt finde sich etwa eins zu eins,

kennt“, sagt Peter Brezinschek, Chef-

des schwarz-blauen Übereinkommens?

was Experten seit Jahren für Österreich

ökonom von Raiffeisen Research. Im-

Womit können Unternehmen und Steu-

forderten. Darin seien große Ziele ent-

merhin habe Hartwig Löger mehr als 30

erzahler rechnen? Und in welchen Berei-

halten, etwa die zweite und dritte Säule zu

Jahre Erfahrung im Versicherungsbe-

chen sind die Absichtserklärungen un­

stärken, eine „Gesamtstrategie Risiko-

reich gesammelt. Auch andere Regierun-

realistisch oder zumindest noch vage?

kapital“ oder die Rücknahme von Golden

gen zuvor hätten die Stärkung des Ka-

„In dem Programm sind schon sehr

Plating, ebenso wie kleine Reformschrit-

pitalmarktes oder die Förderung des Fi-

viele wichtige Themen angesprochen“,

te wie die Streichung der Pflichtveröf-

nanzplatzes als Absichtserklärung in ein

resümiert Stefan Bruckbauer, Cheföko-

fentlichungen in der „Wiener Zeitung“.

Programm geschrieben, aber unter Tür-

nom der Unicredit Bank Austria AG (Bank

Es sind aber nicht nur die Absichts-

kis-Blau erwarte Brezinschek nicht zu-

Austria). Das Programm sei in wirt-

erklärungen, die in dem Programm ste-

letzt wegen der handelnden Personen

schaftspolitischer Hinsicht ein „konsis-

hen, die hoffnungsfroh machen. „Der Fi-

auch Umsetzungen.

tentes, liberales Programm“, in den Ka-

nanzminister selbst gibt auch Hoffnung,

Auch Christoph Boschan, Vorstand der

piteln zum Wirtschaftsstandort und zum

weil er die meisten Probleme ja hautnah

Wiener Börse AG, ist „absolut hoffnungs-

17


© HANS PUNZ / APA / PICTUREDESK

FINANZPLATZ

Verhandlungsteams. Die Vorgespräche zwischen ÖVP und FPÖ sind gut gelaufen, jetzt geht es ans Umsetzen des wirtschaftsliberalen Programms.

froh. Die Regierungsparteien haben eine

pitalmarkt gegenüber anderen Sparfor-

Kommunikation mit der Finanzindustrie

schnelle Sondierung hinbekommen, jetzt

men steuerlich benachteiligt. Das müss-

will der neue Finanzminister ausbauen.

geht es ans Arbeiten, aber ich bin sehr gu-

te zumindest wieder revidiert werden,

„Wir planen, die Funktion des Kapital-

ter Dinge.“ Fragt man ihn nach den Ab-

fordert Boschan. Er geht aber noch ei-

marktbeauftragten aufzuwerten. Es soll

sichtserklärungen in dem Programm,

nen Schritt weiter. Um den Kapitalmarkt

dabei einerseits um einen verstärkten

gerät er fast ins Schwärmen: Anreize für

nachhaltig zu stärken und einen Impuls

Austausch mit der Finanzindustrie ge-

private und betriebliche Vorsorge, eine

zu setzen, sollten Sparer mit einem Fa-

hen, andererseits soll diese Position eine

Vermeidung von Golden Plating und ge-

milieneinkommen bis 60.000 Euro kapi-

Beratungsleistung und Koordination für

ringere Hürden sowohl für Investoren als

talertragssteuerfrei veranlagen können.

alle mit Kapitalmarktfragen befassten

auch für Emittenten. Dazu kommen wei-

Das wäre eine wichtige steuerliche Ent-

Ministerien beinhalten“, sagt Löger auf

tere Anreize auch für kleinere und mitt-

lastung, die auch mittelfristig die Vor-

Anfrage zum Börsianer.

lere Unternehmen (KMUs), den Kapital-

sorgesysteme entlasten könnte.

Das „schnelle, substanzielle Signal“,

markt als Finanzierungsquelle zu nutzen.

In gewisser Weise hält es Boschan

das sich Boschan wünscht, könnte al-

Die Überschriften stimmen: „Investiti-

also mit Angela Merkel. Auch die deut-

lerdings noch etwas auf sich warten las-

onen, Unternehmensfinanzierung und

sche Bundeskanzlerin hat angekün-

sen. Die Koalition werde sich in einem

Kapitalmarkt stärken“, heißt es etwa.

digt, die Regierung ihres Amtskollegen

ersten Schritt zuerst um Sozial- und ar-

Was Boschan und die Bankvolkswir-

Sebastian Kurz „an ihren Taten mes-

beitsmarktpolitische Themen zu küm-

te aber alle teilen: Sie wünschen sich

sen“ zu wollen. Wobei die Erwartungs-

mern haben, ist aus den Kabinetten zu

schnell Umsetzungen. Denn Überschrif-

haltung Boschans und seiner Kollegen

hören, schließlich seien das auch die

ten im Regierungsprogramm sind, was

bei der Wiener Börse klar scheint: „Das

großen Brocken für das Doppelbudget

sie sind: Überschriften. „Ein substan-

grundlegende Bekenntnis zum Kapital-

2018/19. Peter Brezinschek gibt daher zu

zielles, schnelles Signal wäre wichtig“,

markt macht Mut.“ Schließlich gehe es

bedenken, dass die Absichtserklärungen

sagt der Wiener-Börse-Chef, „mein

für eine florierende Wiener Börse mit-

zwar insgesamt positiv seien, das Regie-

dringender Rat wäre, schnell für eine

telfristig vor allem um den Aufbau und

rungsprogramm aber „weitgehend ohne

steuerliche Incentivierung zu sorgen“.

die Entwicklung einer österreichischen

die zeitliche Dimension“ auskomme.

Tatsächlich hat die vergangene Regie-

Investorenbasis. „Und die Politik kann

Man könne daher zwar erahnen, was in

rung im Zuge ihrer Steuerreform den Ka-

uns bei der Investorenbasis helfen.“ Die

den nächsten vier Jahren passiert, aber

18


FINANZPLATZ

über die genaue zeitliche Abfolge hielt sich die Regierung noch bedeckt. Eine Reform der Vorsorgesysteme samt Förderung betrieblicher und privater Pensionsvorsorge erwarten die wenigsten noch in diesem Jahr. Obwohl sich der neue Finanzminister durchaus konkrete Ideen auf Nachfrage entlocken lässt: „Eine Kapitalmarktbelebung könnte beispielsweise durch kapitalgedeckte private Zukunftsvorsorgeprodukte passieren. Mir ist es wichtig, die Wettbewerbsposition des Finanzplatzes zu stärken. Da geht es vor allem darum, unnötige Bürokratie und Gold Platings aus der Vergangenheit abzubauen. Die Aufsichtsreform müssen wir auch vor diesem Hintergrund angehen. Die Behörde sollte mehr begleiten statt strafen“, sagt Hartwig Löger zum Börsianer. Im Start-

förderungen. Aber wirklich im Detail sind HOFFNUNGSTRÄGER

Hartwig Löger, geboren am 15. 7. 1965 im obersteirischen Selzthal, wollte eigentlich Pilot werden. Doch ab 1985 hat er in verschiedenen Funktionen in der Versicherungswirtschaft gearbeitet, 15 Jahre davon bei der Uniqa Insurance Group AG. Seine Karriere verlief dabei im Steigflug, war er doch zuletzt Österreich-Chef der Uniqa Insurance Group AG. ÖVP-Parteiobmann und Bundeskanzler Sebastian Kurz kennt Löger schon lang, nicht zuletzt deshalb, weil Kurz auch neben dem Studium Uniqa-Versicherungen verkauft hat. Intensiver haben die beiden miteinander zu tun gehabt, als Löger zum Präsidenten der Sportunion aufgestiegen ist und sich im Wirtschaftsparlament engagierte. Dabei war der ehemalige Uniqa-Manager nicht die erste ÖVP-Wahl als Finanzminister. Er kam zum Zug, nachdem Bettina Glatz-Kremsner, Casinos-Austria-AG-Managerin und Bundes­ parteiobmannstellvertreterin, abgesagt hatte.

die Einsparungen bis auf das Auslaufen der Aktion 20.000 oder des Beschäftigungsbonus noch nicht ausdefiniert. „Wir wollen die Staatsschulden von 83,6 Prozent in 2016 konsequent Richtung und unter 70 Prozent abbauen“, gibt Löger die Marschrichtung vor. Er strebt jedenfalls erst in zwei, drei Jahren ein strukturelles Nulldefizit an, davor werde man lediglich die EU-Vorgabe zum strukturellen Defizit von 0,5 Prozent des BIP erfüllen. Stattdessen ist von einem anderen fiskalpolitischen Ziel die Rede. Die Steuernund Abgabenquote soll in Richtung 40 Prozent des BIP sinken. Der Finanzminister sieht das gar nur als Etappenziel und kann sich in Interviews noch eine weitere Absenkung „unter die 40“ vorstellen. Doch dafür müsste noch etwas bei den Staatsausgaben passieren, sind Ökono-

up-Sektor sei Österreich mittlerweile gut

men überzeugt. Österreich schreibe trotz

aufgestellt. „Aber wenn die Unternehmen wachsen und erfolgreich werden,

bekannt: Die Republik Österreich wird

Hochkonjunktur und niedriger Zinsen

gehen sie ins Ausland. Das kann nicht

auch 2018 und 2019 Defizite machen.

weiterhin Defizite, kritisiert Schellhorn.

die Zielsetzung unserer Wirtschaftspo-

Das müsste und sollte allerdings nicht

Ein „neuer Stil“ fehlt auch an ande-

litik sein. Wir müssen daher eine Ge-

sein, meint etwa Franz Schellhorn, Öko-

rer Stelle. Brezinschek kritisiert etwa an

samtstrategie entwickeln, damit unser

nom und Direktor der liberalen Denk­

den ersten Ankündigungen wie dem Fa-

Standort attraktiv für innovative Unter-

fabrik Agenda Austria. Wenn die Regie-

milienbonus Plus: „Wenn Maßnahmen

nehmen bleibt, die Firmenzentralen hier

rung mutig Ausgaben kürze, sollte mit

fast ohne Gegenfinanzierung beschlos-

bleiben und eines Tages ein erfolgrei-

der Unterstützung der sehr guten Kon-

sen werden, tut das schon wirklich weh.“

ches Start-up auch hier den Börsengang

junktur ein Überschuss eigentlich mög-

Immerhin, so sind sich die Experten ei-

macht“, blickt Löger in die Zukunft.

lich sein. Doch das Wort „Nulldefizit“

nig, würden nichtgegenfinanzierte Maß-

findet sich kein einziges Mal im Regie-

nahmen den Spardruck in der Zukunft je-

Das Nulldefizit und andere Fantasien

rungsprogramm. Das habe derzeit of-

denfalls auf die Agenda heben. Zwischen

Wie steht es um die Fiskalpolitik ins-

fenbar keine Priorität, sagt Schellhorn:

28. Jänner und 22. April 2018 werden in

gesamt? Die neue Regierung hat eine

„Nun werden die Familien entlastet. Das

Österreich immerhin vier Landtagswah-

boomende Konjunktur geerbt, was sich

ist ein Schritt in Richtung niedrigerer Ab-

len geschlagen, vielleicht werden zum

nicht nur an ausgezeichnet gelaunten

gabenquote, aber eben nicht in Richtung

Teil unpopuläre Ausgabenkürzungen da-

Unternehmen und Konsumenten mes-

ausgeglichener Haushalt.“

her auch nur etwas hintangehalten.

sen lässt. 2018 dürfte Österreichs Wirt-

Bis dato nämlich hat auch diese Re-

Von der Konjunkturseite ist jedenfalls

schaftsleistung um rund drei Prozent

gierung eher Maßnahmen angekündigt,

eher mehr als weniger Spardruck in der

wachsen, rechnen die Konjunkturfor-

mehr Geld zu verteilen, etwa über den

Zukunft zu erwarten. Das Wirtschafts-

scher von Wifo und IHS. Das Wort der

Familienbonus oder die Erhöhung der

wachstum werde zwischen 2017 und

„Hochkonjunktur“ macht also nicht

Mindestpensionen, die von der FPÖ ins

2020 allmählich zurückgehen, erwar-

umsonst die Runde. Das Maastricht-De-

Regierungsprogramm reklamiert wurde.

ten etwa die IHS-Wirtschaftsforscher,

fizit lag 2017 gerade einmal bei 0,6 Pro-

Finanzminister Löger will erst später

die für 2019 „nur“ noch mit 1,9 Prozent

zent des Bruttoinlandsprodukts (BIP).

bekanntgeben, wie er 2,5 Milliarden Euro

Wirtschaftswachstum rechnen.

Und dennoch hat Finanzminister Lö-

quer über alle Ressorts einsparen möch-

ger keine Eile, einen ausgeglichenen

te. Die Eckpunkte sind zwar klar: eine

Konfliktstoff auf dem Arbeitsmarkt

Haushalt zu schaffen. Denn so viel ist

Milliarde bei den direkten Verwaltungs-

Doch wie steht es wirklich um die Sen-

zum Doppelbudget 2018/19 jedenfalls

kosten, 200 Millionen Euro bei Bundes-

kung der Ausgaben? Sondierer auf beiden

19


FINANZPLATZ

„­FPÖ wird sich mit geplantem Programm schwerer tun als ÖVP.“

„Mein Rat wäre, schnell für ­steuerliche Anreize zu sorgen.“

„Löger gibt Hoffnung, weil er die meisten Probleme hautnah kennt.“

STEFAN BRUCKBAUER

CHRISTOPH BOSCHAN

PETER BREZINSCHEK

Seiten betonen, dass „die Vorgespräche

sident unter Rot-Schwarz wiederholt da-

gen“: Diese reichten von einer Bürokra-

sehr gut gelaufen“ seien. Der Finanzmi-

vor, dass die Republik auf eine Wand zu-

tie- und Abgabensenkung über eine Inte-

nister werde im Vergleich zu seinen Vor-

steuere, wenn es keine Reform der Zu-

ressenpolitik für Zentral- und Osteuropa

gängern kein Problem haben, die Spar-

ständigkeiten, Verantwortlichkeiten und

in der EU bis hin zu einem besseren Aus-

zusagen seiner Kollegen in der Regierung

Finanzierungen des öffentlichen Geba-

gleich zwischen den Interessengruppen

auch einzulösen. Allerdings haben sich

rens gebe.

in Österreich.

zumindest medienöffentlich schon erste

Als „Superminister“ ist er nun für

RBI-Chef Johann Strobl hofft, dass

Differenzen gezeigt. Die FPÖ-Sozial- und

eben jene Reformen verantwortlich, die

die Koalition aus ÖVP und FPÖ „die At-

Gesundheitsministerin Beate Hartinger-

in vielen ÖVP-Landes­organisationen we-

traktivität des Wirtschaftsstandorts Ös-

Klein ist zunächst öffentlich von der Re-

nig Freunde haben. „Josef Moser macht

terreich verbessert“. Dass etwa die regu-

gierungslinie abgewichen, was die Neu-

einen sehr ambitionierten Eindruck“,

latorische Entlastung kleinerer Banken

ordnung des österreichischen Arbeits-

betont Brezinschek. Die angekündigte

oder ein Ende des Golden Platings vorge-

losengeldes in Richtung eines Hartz-

Zusammenführung von Ausgaben und

sehen sind, dürfte diese Hoffnung noch

IV-Modells wie in Deutschland betrifft.

Aufgaben berge aber jedenfalls „wirkli-

zusätzlich nähren, jedenfalls aus Ban-

Sie wurde sogleich von ihrem Parteichef

chen Sprengstoff“. Brezinschek hofft je-

kensicht. Für diese gute Stimmung muss

und Vizekanzler sowie vom Bundeskanz-

denfalls bei der Entbürokratisierung auf

Schwarz-Blau in einem ersten Schritt

ler zurechtgewiesen und quittierte das

ein dynamisches Duo Löger/Moser, das

gar nicht so viel tun, ist Stefan Bruck-

mit: „Der Bundeskanzler hat natürlich

in der Regierung an einem Strang ziehen

bauer überzeugt: „Allein dadurch, dass

recht“, nicht ohne hinzuzufügen, dass

könnte. Das könnte mittelfristig wichti-

man Kapitalmarkt und Unternehmertum

sie selbst weiter daran arbeiten werde,

gen budgetären Spielraum schaffen.

in den Mund nimmt und das in der Brei-

Bei den Verhandlern jedenfalls weiß

te der Regierung, wird man schon wahn-

man um die großen Brocken, die man da-

sinnig viel positive Rückmeldungen aus-

Tatsächlich weist auch Bank-Austria-

bei in Bewegung setzen muss. „Die ÖVP

lösen, ohne dass man ein einziges Gesetz

Chefökonom Bruckbauer darauf hin, dass

mag im Bund türkis sein, in vielen Län-

ändert.“ Und diese positiven Rückmel-

sich die FPÖ und ihre Basis mit einem

dern ist sie noch schwarz“, kommentiert

dungen könnten sich auch niederschla-

wirtschaftsliberalen

wohl

es ein Verhandler leicht zynisch. Klar

gen, etwa in besseren Wettbewerbsfä-

stellenweise schwerer tun werden als die

ist: Die Verhandlungen um eine wirkli-

higkeitsrankings, die auch ganz massiv

ÖVP. Das könnte nicht nur für die Neuor-

che Föderalismusreform, Kürzung von

von Manager-Befragungen abhängen.

ganisation der Arbeitslosenversicherung

Förderungen oder Neuregelung von Zu-

Ein wichtiger Vorteil dieser schwarz-

gelten, sondern auch für die Senkung der

ständigkeiten in der Bildungs- oder Ge-

türkis-blauen Regierung könnte jeden-

Körperschaftssteuer oder die Arbeits-

sundheitspolitik verlieren auch mit ei-

falls ein kommunikativer sein, weiß

zeitflexibilisierung. Auch bei der Öffnung

ner ÖVP-FPÖ-Bundesregierung nichts

Bruckbauer: „Die Steuerreform 2016 war

des Arbeitsmarkts für Kroatien zeichnen

von ihrem Konfliktpotenzial.

super, sie hat wahnsinnig viel gebracht,

dass kein Vermögenszugriff bei Langzeitarbeitslosen komme.

Programm

sich Differenzen zwischen Schwarz-Tür-

die österreichischen Haushalte haben

Eine Frage der Inszenierung

davon profitiert. Doch politisch konnten

An anderer Stelle ist es die ÖVP, die

Bis dato allerdings erntet die Regierungs-

SPÖ und ÖVP daraus null Kapital schla-

mit dem eigenen Reformeifer ihre Pro-

konstellation Vorschusslorbeeren. Diese

gen, weil man es nicht geschafft hat, die-

bleme bekommen könnte. Josef Moser,

Koalition ziehe an einem Strang und set-

se Steuerreform positiv zu inszenieren.“

Bundesminister für Verfassung, Refor-

ze die richtigen Akzente, sind denn auch

Wenn die neue Regierung den Titel des

men, Deregulierung und Justiz, ist in der

Konzernchefs überzeugt. In einem In-

Regierungsprogramms „Zusammen. Für

Vergangenheit als heftiger Kritiker des in

terview skizzierte zum Beispiel Andreas

unser Österreich“ ernst nimmt, könnte

Österreich gelebten Föderalismus aufge-

Treichl, Vorstandsvorsitzender der Ers-

ihr genau das besser gelingen. Und da ist

fallen. Er warnte als Rechnungshofprä-

te Group Bank AG, seine „drei Hoffnun-

noch gar nicht in die Hände gespuckt. n

kis und Blau ab.

20


WACHSTUM WACHSTUM WACHSTUM WACHSTUM IST IST NICHT NICHT IST IST NICHT NICHT ALLES. ALLES. ALLES. ALLES. ABER ABER OHNE OHNE ABER ABER OHNE OHNE WACHSTUM WACHSTUM WACHSTUM WACHSTUM IST IST ALLES ALLES IST IST ALLES ALLES NICHTS. NICHTS. NICHTS. NICHTS. Die DieBKS BKSBank Bankististseit seitderderGründung GründungimimJahr Jahr1922 1922beständig beständig gewachsen. gewachsen. Von Von einer einer kleinen kleinen Kärntner Kärntner Bank Bank zuzu einem einem soliden soliden international international erfolgreichen erfolgreichen Finanzinstitut. Finanzinstitut. Seit Seit unserem unserem Börsegang Börsegang Die DieBKS BKSBank Bank ist istseit seitderderGründung Gründung imimJahr Jahr 1922 1922 beständig beständig im im Juni Juni 1986 1986 ist ist der der Unternehmenswert Unternehmenswert stetig stetig gestiegen. gestiegen. Die Die gewachsen. gewachsen. Von Von einer einer kleinen kleinen Kärntner Kärntner Bank Bank zuzu einem einem soliden soliden durchschnittliche durchschnittliche Rendite Rendite einer einer damals damals erworbenen erworbenen Aktie Aktie betrug betrug international international erfolgreichen erfolgreichen Finanzinstitut. Finanzinstitut. Seit Seit unserem unserem Börsegang Börsegang * * rund rund 5,8 5,8 % % jährlich jährlich . . imim Juni Juni 1986 1986 istist derder Unternehmenswert Unternehmenswert stetig stetig gestiegen. gestiegen. Die Die Nähere Nähere Informationen Informationen unter unter T: T: 0463/5858-0, 0463/5858-0, E: E: bks@bks.at, bks@bks.at, www.bks.at www.bks.at durchschnittliche durchschnittliche Rendite Rendite einer einer damals damals erworbenen erworbenen Aktie Aktie betrug betrug * * rund rund 5,85,8 %% jährlich jährlich . . Nähere Nähere Informationen Informationen unter unter T: T: 0463/5858-0, 0463/5858-0, E: E: bks@bks.at, bks@bks.at, www.bks.at www.bks.at Kapitalerhöhung: Kapitalerhöhung:Zeichnung Zeichnungabab29. 29.Jänner Jänner2018 2018

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Es besteht Es besteht dasdas Risiko, Risiko, dassdass sichsich dieZeichnung die Geschäftslage Geschäftslage undab und wirtschaftliche wirtschaftliche Situation Situation derder BKSBKS Bank Bank verschlechtert, verschlechtert, die die Bank Bank in Zukunft in Zukunft nicht nicht wächst wächst undund derder Unternehmenswert Unternehmenswert stagniert stagniert oderoder Kapitalerhöhung: Kapitalerhöhung: Zeichnung ab 29. 29.Jänner Jänner 2018 2018 www.bks.at www.bks.at sinkt. sinkt. Es besteht Es besteht weiters weiters dasdas Risiko, Risiko, dassdass derder Kurs Kurs derder BKSBKS Bank-Aktien Bank-Aktien stagniert stagniert oderoder sinkt. sinkt. Hierbei Hierbei handelt handelt es sich es sich umum eineeine Marketingmitteilung. Marketingmitteilung. Diese Diese Information Information stellt stellt weder weder ein ein Angebot Angebot zum zum Verkauf Verkauf noch noch eineeine Aufforderung Aufforderung zum zum Kauf Kauf vonvon Wertpapieren Wertpapieren derder BKSBKS Bank Bank AGAG dar.dar. Es Es besteht dasdas Risiko, Risiko, dass dass sichsich die die Geschäftslage Geschäftslage und und wirtschaftliche wirtschaftliche Situation Situation derder BKS BKS Bank Bank verschlechtert, die die Bank Bank in Zukunft in Zukunft nicht nicht wächst wächst undund der der Unternehmenswert Unternehmenswert stagniert stagniert Dasbesteht Das Angebot Angebot von von Stamm-Stückaktien Stamm-Stückaktien derder BKSBKS Bank Bank AG AG erfolgt erfolgt ausschließlich ausschließlich durch durch und und aufverschlechtert, auf Grundlage Grundlage des des am am 26.01.2018 26.01.2018 veröffentlichten veröffentlichten Prospekts Prospekts in Österreich, in Österreich, der der aufoder auf deroder der sinkt. sinkt. Es besteht Es besteht weiters weiters dasAG das Risiko, Risiko, dass dass derder Kurs Kurs derveröffentlicht der BKSBKS Bank-Aktien Bank-Aktien stagniert oder oder sinkt. sinkt. Website Website der der BKSBKS Bank Bank AG unter unter www.bks.at www.bks.at veröffentlicht ist sowie ist sowie beistagniert bei derder BKS BKS Bank Bank AG,AG, St. St. Veiter Veiter Ring Ring 43,43, 9020 9020 Klagenfurt, Klagenfurt, undund beibei derder Oberbank Oberbank AG,AG, Untere Untere Donaulände Donaulände 28,28, 4020 4020 Linz, Linz, während während üblicher Geschäftszeiten Geschäftszeiten aufauf Anfrage Anfrage kostenlos kostenlos erhältlich erhältlich ist. ist. Die Die Verbreitung Verbreitung des des genannten genannten Prospekts Prospekts sowie sowie das das öffentliche öffentliche Angebot Angebot der der Stamm-Stückaktien Stamm-Stückaktien Hierbei Hierbei handelt handelt es sich es sich umüblicher um eineeine Marketingmitteilung. Marketingmitteilung. Diese Diese Information Information stellt stellt weder weder ein ein Angebot Angebot zum zum Verkauf Verkauf noch noch eineeine Aufforderung Aufforderung zum zum Kauf Kauf vonvon Wertpapieren Wertpapieren der der BKS BKS Bank Bank AGAG dar.dar. sind aufAngebot auf Österreich Österreich beschränkt. beschränkt. Dassind Das Angebot vonvon Stamm-Stückaktien Stamm-Stückaktien derder BKSBKS Bank Bank AGAG erfolgt erfolgt ausschließlich ausschließlich durch durch undund aufauf Grundlage Grundlage desdes amam 26.01.2018 26.01.2018 veröffentlichten veröffentlichten Prospekts Prospekts in Österreich, in Österreich, derder aufauf derder Website Website der der BKS BKS Bank Bank AG unter www.bks.at www.bks.at veröffentlicht veröffentlicht ist sowie istwurden sowie beibei der BKS BKS Bank Bank AG,AG, St.des St. Veiter Veiter Ring Ring 43,43, 9020 9020 Klagenfurt, Klagenfurt, undund beibei derder Oberbank Oberbank AG, AG, Untere Untere Donaulände Donaulände 28, 28, * Zeitraum * Zeitraum 01. 01. Juli Juli 1986 1986 bisAG bis 29.unter 29. Dezember Dezember 2017. 2017. Berücksichtigt Berücksichtigt wurden alleder alle Veränderungen Veränderungen des Nominalkapitals, Nominalkapitals, die die Dividendenausschüttungen Dividendenausschüttungen undund Kursbewegungen. Kursbewegungen. DieDie WerWer4020 4020 Linz, Linz, während während üblicher üblicher Geschäftszeiten Geschäftszeiten aufauf Anfrage Anfrage kostenlos kostenlos erhältlich ist. ist. DieDie Verbreitung Verbreitung desdes genannten genannten Prospekts Prospekts sowie sowie das das öffentliche öffentliche Angebot Angebot der der Stamm-Stückaktien Stamm-Stückaktien tentwicklung tentwicklung der der Vergangenheit Vergangenheit lässt lässt keine keine verlässlichen verlässlichen Rückschlüsse Rückschlüsse auferhältlich auf diedie zukünftige zukünftige Wertentwicklung Wertentwicklung zu.zu. (Quelle: (Quelle: Bloomberg, Bloomberg, Kurswertveränderung Kurswertveränderung inkl. inkl. DividendenausschütDividendenausschütsind sind aufohne auf Österreich Österreich beschränkt. beschränkt. tungen tungen ohne Berücksichtigung Berücksichtigung derder KESt.) KESt.) * Zeitraum * Zeitraum 01.01. JuliJuli 1986 1986 bis bis 29.29. Dezember Dezember 2017. 2017. Berücksichtigt Berücksichtigt wurden wurden allealle Veränderungen Veränderungen desdes Nominalkapitals, Nominalkapitals, diedie Dividendenausschüttungen Dividendenausschüttungen undund Kursbewegungen. Kursbewegungen. DieDie WerWertentwicklung tentwicklung derder Vergangenheit Vergangenheit lässt lässt keine keine verlässlichen verlässlichen Rückschlüsse Rückschlüsse aufauf diedie zukünftige zukünftige Wertentwicklung Wertentwicklung zu.zu. (Quelle: (Quelle: Bloomberg, Bloomberg, Kurswertveränderung Kurswertveränderung inkl.inkl. DividendenausschütDividendenausschüt-


KOMMMENTAR

MEINUNGEN

SQUEEZE-OUTVERFAHREN GEHÖRT REFORMIERT

→ VITA WILHELM RASINGER PRÄSIDENT INTERESSENVERBAND FÜR ANLEGER Der promovierte Betriebswirt (69) ist seit 1999 IVA-Präsident und erhofft sich von der neuen Bundesregierung eine positive Grundstimmung für den heimischen Kapitalmarkt. Zeitig in der Früh ist der fünffache Vater oft mit seinem Mountainbike unterwegs. Sein Handy wird auf lautlos gestellt, wenn es ­„erschöpft“ ist. Zur Entspannung hört er klassische Musik, im März feiert der gebürtige Wiener heuer seinen 70. Geburtstag.

Das Ziel einer Reform ist die unabhängige, faire Ermittlung ­einer angemessenen Abfindung bei einer privatrechtlichen Enteignung, die Verkürzung und Straffung des Verfahrens und die Reduktion der Kosten.

Seit 1996 ist eine Überprüfung der Angemessenheit der Barabfindung im ­ Falle eines Gesellschafterausschlusses

„Das Problem waren zu niedrige Abfindungspreise.“

nung ist und im wirtschaftlichen Inte-

WILHELM RASINGER

einer realistischen Bandbreite an der

mög­lich. 2006 trat das Gesellschafterausschlussgesetz in Kraft. Die Fehlent-

resse des Squeeze-out-Betreibers ist, sollte der Abfindungspreis im Rahmen oberen Kante festgelegt werden. Hier

wicklung der vergangenen Jahre lassen sich an drei Verfahren

sind einige Vorschläge zur Reform:

symp­tomatisch darstellen:

n Antragsberechtigt sind nur Aktionäre, die zum Zeitpunkt

n Bank Austria / Unicredit Bank Austria AG: lange Dauer durch

der Ankündigung bereits Aktionär der Gesellschaft waren.

verfahrensverzögernde Interventionen der Anwälte der An-

n Möglichkeit eines Beschlusses bezüglich einer Erhöhung der

tragsteller und Antragsgegner.

vorgeschlagenen Barabfindung in der Hauptversammlung mit

n Constantia Packaging AG: problematische, eigentlich mani-

einer Mehrheit von 90, eventuell 75 Prozent der anwesenden

pulative Vorgangsweise bei der Ermittlung der Barabfindung

auszuschließenden Aktionäre.

zum eklatanten Nachteil des Streubesitzes. Wurde durch ein

n Bestellung eines unabhängigen Prüfers unter Einbeziehung

kostenintensives „Discovery“-Verfahren in den USA sichtbar.

der Interessenvertretung des Streubesitzes sowie eines von

n Miba AG: Einem freiwilligen Übernahmeangebot, das auf

der Standesvertretung der Wirtschaftsprüfer weitgehend un-

Basis von drei Gutachten und Stellungnahmen von Wirt-

abhängigen Universitätsprofessors aus dem Fachgebiet Un-

schaftsprüfern umgesetzt wurde, folgte unmittelbar darauf

ternehmensbewertung.

ein Squeeze-out-Verfahren. Den ausgeschlossenen Aktionä-

n Festlegung von Mindestpreisen: anteiliges Eigenkapital,

ren wird ohne weiteres Gutachten ein um 24 Prozent höhe-

also der Buchwert je Aktie, Durchschnittskurse der letzten drei

rer Abfindungspreis, also rund 33 Prozent über dem Wert des

bis sechs Monate

Gutachtens plus Kostenvergütungen bezahlt, die ein eklatan-

n Deckelung der anwaltlichen Vertretungskosten durch ei-

tes Vielfaches der tarifmäßigen Kosten darstellen.

nen Prozentsatz des Nachzahlungsbetrags, aufgeteilt auf die

Das Problem der Vergangenheit waren zu niedrige Abfin-

jeweils vertretenen Stückzahlen. Annahme eines Mindestbe-

dungspreise, die fast immer nur den Interessen der Squeeze-

trags, der von einer Nachzahlung von 20 Prozent ausgeht.

out-Werber entsprachen. Bisher wurden die Daten, Informa-

n Ein „gemeinsamer Vertreter“ vertritt alle, die aus Kosten-

tionen und Planungen der Auftraggeber eher unkritisch von

gründen oder anderen Gründen am Verfahren nicht teilneh-

den Bewertern übernommen. Die Qualität der Bewertungs-

men können, sowie die Aktionäre, die erst nach der Ankündi-

gutachten hat sich im Laufe der Jahre verbessert. Das Gremi-

gung gekauft haben.

um, besetzt mit unabhängigen, kompetenten Sachverstän-

n Vergleich vor dem Gremium sollte mit Einverständnis des

digen, sollte erhalten bleiben, weil der fachliche Diskurs der

gemeinsamen Vertreters und insgesamt 90 Prozent der be-

komplexen Marterie wesentlich für die Akzeptanz des Ergeb-

troffenen Nachbesserungsrechte möglich sein.

nisses ist. Honorargetriebene Nebeninteressen sollten durch

n Innerhalb von zwei, drei Jahren darf der Abfindungspreis

Kostendeckelungen und qualifizierte Mehrheitsentscheidun-

unter Berücksichtigung der Dividenden nicht geringer sein als

gen eingebremst werden. Da ein Squeeze-out eine Enteig-

der Übernahmepreis eines öffentlichen Angebots. n

22


Diese Marketing-Unterlage wird von Pictet Asset Management SA herausgegeben. Als offizielle Fondspublikationen, die als Grundlage für Anlageentscheidungen dienen, gelten nur die jeweils zuletzt veröffentlichten Fassungen des Verkaufsprospekts, des KIID (Wesentliche Anlegerinformationen), des Reglements, des Jahres- und Halbjahresberichts. Diese werden unter assetmanagement. pictet oder bei Pictet Asset Management SA, 60 Route des Acacias – 1211 Genf 73, zur Verfügung gehalten. Die im vorliegenden Dokument enthaltenen Informationen und Daten stellen in keinem Fall ein Kauf- oder Verkaufsangebot oder eine Aufforderung zur Zeichnung von Wertpapieren oder Finanzinstrumenten dar.

Pictet-Global Environmental Opportunities.

Mehr zum Pictet-Global Environmental Opportunities Fonds finden Sie auf assetmanagement.pictet


RENDITE

RENDITE VERANLAGUNG ATX STOXX Eastern EU TM (EUR) STOXX Europe TM (EUR) STOXX US TM (EUR) STOXX EM TM (EUR)

MARKTENTWICKLUNG

ENTWICKLUNG (2017) DER INTERNATIONALEN AKTIENMÄRKTE IM VERGLEICH ZUR WIENER BÖRSE

30,00% 28,00%

ATX (ÖSTERREICH) STOXX EASTERN EU TM (EUR)

26,00%

STOXX EUROPE TM (EUR) 24,00%

STOXX US TM (EUR) STOXX EM TM (EUR)

22,00% 20,00% 18,00% 16,00%

ÖSTERREICH (ATX)

14,00%

EMERGING MARKETS

12,00% 10,00% 8,00% 6,00%

EUROPA 4,00%

USA

2,00% 0,00%

OSTEUROPA

02.1.

01.2.

01.3.

03.4.

02.5.

01.6.

03.7.

01.8.

01.9.

02.10.

02.11.

-2,00% 01.12.

Outperformance. Österreichische Aktien konnten sich 2017 deutlich gegenüber anderen Märkten durchsetzen. Einen guten Lauf hatten auch Schwellenländeraktien. Europa entwickelte sich seitwärts, US-Aktien zeigten ab September Aufwind. Osteuropa wachte zum Jahresende auf.

DER BLICKWINKEL AUF DAS MARKTTREIBEN KOLUMNE

2017 war, entgegen der meisten ursprünglichen Erwartungen, ein großartiges Aktienjahr. Aus der Analyse der dafür verantwortlichen Parameter lässt sich auch eine Erwartung für 2018 erarbeiten. Und diese sieht erfreulich aus. So wird die positive Konjunkturentwicklung in der EU nicht so bald gestoppt werden. Die Investitionen in die Wirtschaft und auch der Konsum an sich bestätigen die mittel- bis längerfristig stabile

WOLFGANG MATEJKA Geschäftsführer Matejka & ­Partner Asset Management

Expansion. Auch sollte es seitens der Zinsfront zu keinen plötzlichen Störmanövern kommen. Die EZB hat dies deutlich signalisiert und inzwischen einen Markt geschaffen, der mehr von der eigenen inneren Nachfrage geprägt ist als von der Sorge um negative Realrenditen. Die Renditen daher generell langsam ansteigen zu lassen bleibt nach wie vor unter Kontrolle der EZB. Somit wird auch die Angst vor starken Verwerfungen an der Anleihen-Front reduziert, was wiederum den Fokus auf die verbliebenen wenigen realen Ertragsbringer, die Aktien, belässt. Natürlich wäre es naiv anzunehmen, dass es zu keinen Unterbrechungen beziehungsweise zu einem Anstieg der Volatilitäten kommen wird. Das ist Teil des Marktspiels und mittlerweile dermaßen gering ausgeprägt, dass jede Unterbrechung des linearen Anstiegs der Märkte nur eine Rückkehr zur Normalität bedeuten würde. Was aber immer wieder verbleibt und daher auch in 2018 die Maxime darstellen müsste, ist der Blick auf den künftigen Pfad von Konjunktur, Wachstum und Gewinn. Und dieser Blick präferiert die EU, darin Österreich, Osteuropa und nahezu sämtliche Branchen darin. So gesehen ist der Unterschied von 2017 zu 2018 einzig der Blickwinkel, unter dem das jeweils kommende Jahr gesehen wird. In 2017 war es die Skepsis, 2018 ist man einen Schritt weiter gegangen und übt sich in fundamentaler Zuversicht.

24


RENDITE

MARKTMEINUNGEN AUSBLICK DER ÖSTERREICH-FONDS-MANAGER

Roland Zauner Fondsmanager Kepler Österreich Aktienfonds (ISIN AT0000647698) Kepler Fonds KAG

Andreas Wosol Fondsmanager PIA Austria Stock (ISIN: AT0000767736) Pioneer Investments Austria

Wie bewerten Sie das aktuelle Marktumfeld? – Die Weltwirt-

Wie bewerten Sie das aktuelle Marktumfeld? – Das Marktumfeld für

schaft läuft derzeit sehr gut, und auch in Österreich ist die

europäische und damit auch österreichische Aktien stellt sich

Konjunktur gut in Schwung. Die weiterhin niedrigen Zin-

weiterhin positiv dar. Nach den Kursanstiegen im Jahr 2017, das

sen wirken sich positiv auf risikotragende Vermögenswer-

vor allem vom Niedrigzinsumfeld und von der Renaissance von

te wie Aktien oder Immobilien aus. Der Optimismus der An-

Europa geprägt war, sehen wir diese Faktoren auch für 2018 als

leger nimmt weiter zu, von Euphorie kann man aktuell aber

positiv. Unter European Renaissance verstehen wir die synchro-

noch nicht sprechen. Bevor eine Korrektur der Märkte ein-

ne Erholung der europäischen Volkswirtschaften, gekoppelt mit

tritt, kommt es in der Regel zu einem deutlichen Überschie-

steigenden Unternehmensgewinnen, sowie die Reduktion po-

ßen nach oben. Eine derartige „Kaufpanik“ haben wir außer in

litischer Risiken in der Eurozone. Der österreichische Aktien-

Randmärkten wie Kryptowährungen aber noch nicht gesehen,

markt profitierte von diesem Marktumfeld durch seine beson-

weshalb sich die Rallye am Aktienmarkt durchaus noch eine

dere Struktur überproportional, da er sehr prozyklisch und fi-

Weile fortsetzen könnte.

nanzlastig ist. Selbstverständlich darf man aber Risikofaktoren wie die bevorstehende Zinswende nicht außer Acht lassen.

Welche Branchen favorisieren Sie derzeit und warum? – Am stärksten gewichtet sind im Fonds aktuell die Branchen Fi-

Welche Branchen favorisieren Sie derzeit und warum? – Eine Bran-

nanz, Industrie und Grundstoffe. Den Banken und zykli­schen

chensicht erachte ich in Österreich als nicht besonders zielfüh-

Aktien trauen wir in der aktuellen Situation weitere Kursstei-

rend, da die Anzahl von Aktien in den meisten Sektoren limi-

gerungen zu.

tiert ist. Aus der zuvor erwähnten Sichtweise bevorzugen wir weiterhin zyklische Segmente sowie Banken mit CEE-Fokus.

Was sind die drei Toppositionen in Ihrem Österreich-Fonds und wa-

Wir bleiben vorsichtig im Energie- und Versorgerbereich.

rum? – Die größten Positionen im Fonds sind aktuell Erste Bank, Raiffeisen Bank International und Voestalpine. Bei der Festle-

Was sind die drei Toppositionen in Ihrem Österreich-Fonds und wa-

gung der Gewichtung von Aktien im Fonds wurden sowohl die

rum? – Unsere Toppositionen sind Raiffeisen Bank Internatio-

Struktur des ATX als auch die Bewertung der Titel berücksichtigt.

nal, Voestalpine und Erste Bank.

Die Zeiten ändern sich. Die Banken auch. Beratung bedeutet unser Wissen zu teilen. www.wienerprivatbank.com


RENDITE

PORTFOLIO → VITA BERNHARD RAMSAUER VORSTANDSVORSITZENDER SEMPER CONSTANTIA PRIVATBANK AG

BERNHARD RAMSAUER

„ANLEIHEN SIND KNIFFLIGER ZU MANAGEN ALS AKTIEN“ Geopolitische Ereignisse könn-

Der Jurist (57) begann seine Karriere 1986 bei der ehemaligen Creditanstalt AG. 2001 gründete er die Niederlassung des Bankhauses Sal. Oppenheim jr. & Cie. Nach deren Übernahme und Umfirmierung in Deutsche Bank Österreich AG wurde Ramsauer Vorstandsvorsitzender. Seit 2015 ist der passionierte Fotograf Chief Executive Officer und Mitinhaber der Semper Constantia Privatbank AG.

tion zurückzuführen. Bei den entwickel-

ten 2018 für Störfeuer an den

ASSET-ALLOCATION

ten Märkten greifen wir regelmäßig auf kosteneffiziente ETFs zurück, setzen aber

Börsen sorgen. Aktieninvest-

für einzelne Themen auch aktiv verwalte-

ments deckt die Semper Con­

te Fonds wie den Semper Share World ein.

stantia Privatbank AG großteils

Bei den Anleihen wird die maximale Port-

über ETFs ab, bei Anleihen

folioquote von 80 Prozent nur zur Hälfte

wird aktiver eingegriffen.

ausgenutzt. Wappnen Sie sich für steigen-

TEXT RAJA KORINEK

langfristigen Durchschnitt im Portfolio.

de Zinsen? - Die Position entspricht dem Inzwischen ist aber eine breite Diversifikation in riskantere Rentensegmente unerlässlich, um einen halbwegs ver-

Herr Ramsauer, im ausgewogenen Musterportfolio liegt die Aktienquote bei rund 37 Prozent, davon entfällt etwa die Hälfte auf die USA. Das ist eine hohe regionale Gewichtung. - Man sollte dabei nicht die hohe Marktkapitalisierung in der Region übersehen, sie spielt auf den internationalen Kapitalmärkten eine wichtige Rolle. Im Vergleich zum MSCI-Weltindex, in dem die USA und Kanada mehr als 60 Prozent ausmachen, haben wir diese Region untergewichtet. Obendrein sichern wir seit dem ersten Halbjahr 2017 den US-Dollar zum Euro ab. Der Euro könnte unserer Einschätzung zufolge bis Jahresende über 1,25 US-Dollar klettern.

39 % 37 % 15 % 3 % 3 % 3 %

Anleihen Aktien Absolute-Return-Strategien Rohstoffe Immobilien Cash

verluste bei Renditeanstiegen von Anleihen hoher Bonität zu begrenzen. ­Eurostaatsanleihen machen heute trotz bescheidener Ertragsaussichten fast ein Viertel der Anleiheposition aus, da sie Stabilität beisteuern.

ANLEIHEN

14 % 10 % 8 % 7 %

nünftigen Ertrag zu erzielen und Kurs-

Staatsanleihen Unternehmensanleihen Schwellenländer Anleihen flexibel

AKTIEN 50 % Nordamerika 32 % Europa 9 % Emerging Markets 7 % Asien (Japan) 2 % Andere QUELLE: SEMPER CONSTANTIA PRIVATBANK AG

Weshalb sind im Anleiheteil mehr aktive Fonds als auf der Aktienseite? - Das Anleihemanagement ist kniffliger als bei Aktien, und passive ETFs weisen regelmäßig ein hohes Zinsänderungsrisiko auf. Man muss angesichts des aktuellen Tiefzinsumfelds die Zinskurve im Auge behalten und das Zinsänderungsrisiko aktiv steuern. Auch ist der Markt meist weniger transparent, man kann mit einem

Der Großteil der Aktienposition wird mit

aktiven Research durchaus einen Mehr-

ETFs wie dem iShares MSCI World ­Monthly

Prozent einer Wertentwicklung ist rein

wert lukrieren. Was aber auch nicht im-

Euro Hedged umgesetzt. Weshalb? - Gut 90

auf die richtige Wahl der Asset-Alloca-

mer einfach ist. n

26


Wirtschaft braucht Internationalisierung.

Dr.in Therese Niss Vorstand Mitterbauer Beteiligungs AG

Robert Machtlinger CEO FACC AG

DI Markus Mitteregger CEO RAG Aktiengesellschaft

Vom „Börsianer“ ausgezeichnet: „Beste Bank in Österreich 2017“ www.oberbank.at/auszeichnungen

Die Oberbank begleitet Sie überall hin. Dr. Franz Gasselsberger, MBA Generaldirektor Oberbank AG

Oberbank. Nicht wie jede Bank.


ÖL

DER ÖLPREIS

RÜCKT INS RAMPENLICHT Lange Zeit wurde der Ölpreisanstieg der vergangenen zwei Jahre nicht allzu ernst genommen. Dabei gibt es gute Gründe, weshalb der A ­ uftrieb durchaus nachhaltig ist. Anleger können mit einem Investment in Branchenaktien davon p ­ rofitieren oder auch direkt auf einen weiteren Preisanstieg setzen. TEXT RAJA KORINEK


Offshore-Bohrinsel. Die ­„Petromar Central ­Platform“ im Schwarzen Meer ist im Besitz der OMV AG.

2.

3.

MARKTUMFELD

VERANLAGUNG

INTERVIEW

Vieles spricht mittelfristig für ein Ansteigen des Ölpreises. Zahlreiche Analysten beobachten die Förderkürzungen durch die Opec jedoch mit Skepsis. Eine entscheidende Rolle wird die Nachfrage aus China und Indien spielen.

Investoren in Ölaktien oder auch einschlägigen Fonds haben eine längere Durststrecke mit wenig Rendite hinter sich. Jetzt sind Europas Ölaktien wieder im Fokus genauso wie Ölpreisdirektinvestments über Zertifikate.

Der Markt braucht zusätz­liche Fördermengen an Schieferöl aus den USA, sagt Gerald Grohmann, Vorstandsvorsitzender der Schoeller Bleckmann Oilfield Equipment AG. Mit neuen Überproduktionsmengen rechnet er nicht.

→ SEITE 30

→ SEITE 32

→ SEITE 34

© OMV

1.


RENDITE

DAS SCHWARZE GOLD IN NEUEM GLANZ Der Ölpreis hat den Tiefpunkt von Anfang 2016 deutlich zurückgelassen. Auch 2018 dürfte die Notierung auf der Überholspur bleiben. TEXT RAJA KORINEK

S

o schnell kann es auf den weltweiten Finanzmärkten gehen. Vor gut zwei Jahren kostete das Fass der

Nordseemarke Brent rund 28 US-Dollar. Seit Jahresbeginn 2018 liegen sowohl die Notierungen für Brent als auch für die US-amerikanische Sorte West Texas Intermediate (WTI) inzwischen über der Marke von 60 US-Dollar. Das ist immerhin ein Plus von mehr als 50 Prozent. Zu der fulminanten Trendwende gibt es eine turbulente Vorgeschichte. Mitte 2014, als der Ölpreis rund 115 US-Dol-

Tiefseebohrung. Die Perdido-Plattform im Golf von Mexiko wird von Royal Dutch Shell betrieben. In Spitzenzeiten

lar erreichte, nahm die Hausse ein jähes Ende. Die Sorgen über eine Konjunktur-

te dürften damit auf einem Rekordniveau

verlangsamung in China wuchsen. Zudem

verharren, gibt sich etwa James Butterfill,

weshalb das Budgetdefizit auf gut 15 Pro-

stimmte Saudi-Arabien bei der Opec-Sit-

Chefanalyst bei ETF Securities, vorsich-

zent des Bruttoinlandsprodukts hinauf-

zung im November 2014 erstmals einer

tig. Doch nicht überall lässt man das Ar-

schnellte. Dabei hat Saudi-Arabien eine

Produktionskürzung nicht zu. Und das,

gument der US-Schieferproduktion gel-

hohe Anzahl an Staatsbediensteten. Kür-

obwohl der Ölpreis bereits zu sinken be-

ten. Chris Midgley, Chefanalyst beim US-

zungen kämen ausgerechnet in Zeiten, in

gonnen hatte. Doch das Land wollte mit

Rohstoffanalysehaus S&P Global Platt,

denen die Unruhen in der gesamten Re-

der Aktion die steigende US-Schieferöl-

rechnet vielmehr mit einem baldigen

gion zunehmen, äußerst ungelegen. Im-

produktion kräftig einbremsen.

Ende des aktuellen Hypes. Allmählich

merhin wurde Anfang 2018 eine Umsatz-

müssten Midgley zufolge die Unterneh-

steuer eingeführt, die Benzinpreise um

Ölpreisanstieg verblüfft

men nämlich anfangen, einen positiven

80 Prozent erhöht.

Umso erstaunlicher erscheint der stetige

Cashflow zu erwirtschaften, anstatt die

Anstieg des Ölpreises seit rund zwei Jah-

Produktion ständig weiter anzukurbeln.

riss er ein tiefes Loch in die Staatskasse,

Deshalb hatte die Opec bereits 2017 Produktionskürzungen beschlossen. Sie

ren. Geht es nach den Ölbären, müsste

Obendrein sind die transatlantischen

meint es damit durchaus ernst, wes-

dieser bald zu Ende sein. Dabei verweisen

Geschehnisse ohnedies nur ein Teil des

halb sie sogar bis Ende 2018 verlängert

sie auf die steigende Schieferölproduk­

Gesamtbildes. Schließlich traf der Preis-

wurden. Immerhin setzten seit Jahres-

tion, die mit dem Preisanstieg einher-

sturz die Länder des internationalen Öl-

beginn 2018 die Opec-Länder die ver-

geht. Das frische Angebot würde den

kartells Opec teilweise sehr hart. Allein

einbarten Förderkürzungen bisher zu 91

Auftrieb bremsen. Auch die US-Ölexpor-

beim größten Mitglied, Saudi-Arabien,

Prozent um. Ein Wert, der noch nie er-

30


RENDITE

Brent-Öl in USD/Barrel 80

60

40

26.1.17

26.1.18 Quelle: TeleTrader

Zudem wurde im Vorjahr der Angebotsüberhang am weltweiten Ölmarkt vollständig abgebaut, erklärt Midgely. Brechen dann auch noch geopolitische Unruhen aus, kann das rasch den Ölpreis

© ROYAL DUTCH SHELL

weiter anheizen, so Raiffeisen-Experte Loacker. Derzeit werden die Entwicklungen im Iran, dem drittgrößten OpecMitglied, genau beobachtet. Schließlich produziert das Land fast vier Millionen Fass Öl pro Tag. Auch insgesamt sei die Geopolitik „nicht unbedingt ein freund-

beträgt die Förderung 100.000 Barrel Öl pro Tag.

licher Zeitgenosse der Öl- und Gasindustrie“, betont Rainer Seele, Vorstandsvor-

reicht wurde, betont Hannes Loacker,

Aber auch Indiens pro­gnostizierter An-

sitzender der OMV AG. Dennoch, wer die

Rohstoffanalyst bei Raiffeisen Research.

teil von knapp 22 Prozent ist beachtlich.

richtige Strategie trotz der widrigen Umstände fahre, „bleibt auf Kurs und ist er-

Obendrein hatte man sich unter anderem Russland mit ins Boot geholt. Das

Elektroautos keine Konkurrenz

Land ist der weltweit zweitgrößte Ölpro-

Obendrein landen rund 70 Prozent des

duzent gleich nach Saudi-Arabien und

weltweiten Öls im Transportsektor. Und

% MEINE RENDITE

fördert täglich knapp mehr als elf Milli-

daran dürfte sich trotz der Entwicklung

Nach dem heftigen Ölpreissturz vor we-

onen Fass. Die gesamte Weltproduktion

der Elektroautos wenig ändern. „Das wird

nigen Jahren ist die Skepsis zahlreicher

liegt bei rund 97 Millionen Fass pro Tag.

eine sehr lange Zeit dauern, bis sich das

Analysten gegenüber der weiteren Preis-

Ein großes Fragezeichen bleibt freilich

spürbar auf die Ölnachfrage auswirkt“,

entwicklung beim schwarzen Gold sehr

die Entwicklung rund um die Nachfrage.

ist Loacker überzeugt. Selbst wenn man

groß. Dabei gibt es gute Gründe, weshalb

Sie ist eng an das weltweite Wirtschafts-

einen relativ aggressiven Anstieg an

die Notierungen von der Öl- auf die Über-

wachstum gekoppelt. Und das dürfte laut

Elektroautos unterstellte, käme es 2030

holspur wechseln wird. Der Opec sind die

Internationalem Währungsfonds heuer

zu einer Substitution des Ölverbrauchs in

Förderkürzungen durchaus ernst, die

bei 3,7 Prozent liegen. China ist immer

der Höhe von gut drei Prozent der globa-

US-Schieferölproduktion kann hinge-

noch ein großer Ölverbraucher. Rund 25

len Ölnachfrage, meint Loacker: „Absolut

gen nicht unendlich ausgeweitet werden.

Prozent des Nachfrageanstiegs dürfte

würde die Ölnachfrage bis dahin aufgrund

Und auf der Nachfrageseite konsumieren

heuer laut Internationaler Energieagen-

eines weiterhin steigenden Bedarfs aus

Schwellenländergiganten wie China und

tur aus dem Reich der Mitte kommen.

den Schwellenländern dennoch steigen.“

Indien weiterhin kräftig Öl. n

31

folgreich“.


GUT GESCHMIERT Während Top-Fondsmanager aus der Energiebranche vor allem mit einem Aufholpotenzial bei Europas Ölaktien rechnen, können Anleger mit Zertifikaten direkt auf die Ölpreisentwicklung setzen. TEXT RAJA KORINEK

F

ür Unternehmen aus der Ölbranche war der Preissturz vor einigen Jahren bitter. Viele hatten davor kräftig investiert und immer kostspieligere Projekte forciert. Mit dem Absturz blieben dann aber die Einnahmen aus. Letztendlich trafen hohe

Kapitalinvestitionen in den Jahren 2011 bis 2014 auf einen kollabierenden Ölpreis ab Mitte 2014, resümiert Paolo Zagaria, Manager des Swisscanto (LU) Equity Fund Global Energy (ISIN LU0102843504). Die Folge waren stringente Einsparungen: Die Kapital­ investitionen schrumpften von jährlich 600 Milliarden US-Dollar in jener Zeit auf nun-

mehr 340 Milliarden US-Dollar, präzisiert Zagaria. Inzwischen scheint man aber aus der Vergangenheit gelernt zu haben. „Die Unternehmen gehen äußerst diszipliniert

32


RENDITE

©BRUNEI SHELL PETROLEUM COMPANY SDN BHD

Ölförderung. Das niederländischbritische Unternehmen Royal Dutch Shell ist weltweit aktiv wie hier in Brunei. Die Aktie gehört zu den größten Positionen einschlägiger Fonds .

bei ihren Investitionen vor im Gegen-

dem 2015 noch 42 Milliarden US-Dol-

sogenannten Futures. Diese müssen lau-

satz zur Vergangenheit“, ergänzt David

lar an neuen Investitionen getätigt wur-

fend verlängert werden und können teil-

Duch vom KBC Equity Fund - Oil Classic

den“, sagt Fondsmanager Paolo Zagaria.

weise ein gutes Stück über oder unter

(BE0174962713).

Umso zurückhaltender ist man beim US-

dem aktuellen Preis liegen, je nachdem,

Der steigende Ölpreis sorgte allein im

amerikanischen Branchenprimus Exxon.

wie der Markt die Zukunft einschätzt.

Vorjahr für zusätzlichen Rückenwind.

„Das Wachstum ist vergleichsweise be-

Dabei haben sich diese Abweichungen in

Verständlich, wenn etwa Rainer Seele,

scheiden.“

der Vergangenheit laut ETF Securities im

Vorstandsvorsitzer der OMV AG, meint:

Auch weitere Tabellenbeste setzen

„2017 war ein gutes Jahr.“ Auch die Pro-

derzeit einen klaren Fokus auf europä-

So bietet etwa die Societe Generale ein

duktionskosten konnte der Konzern seit

ische Ölkonzerne. Der KBC Equity Fund

Zertifikat auf den Brent Crude Oil Future

2014 von 16,6 auf 8,8 US-Dollar pro Fass

- Oil Classic legte jährlich auf zehn Jah-

(DE000SG70YK6) an. Auf den WTI Light

senken. Heuer sollen sie aufgrund der

re um 0,38 Prozent auf Eurobasis zu. Laut

Sweet Crude Oil Future kann man etwa

kostengünstigen Produktion in Russ-

Fondsmanager Duch profitierten sie vom

mit dem Zertifikat der Commerzbank

land auf rund sieben US-Dollar pro Fass

steigenden Preis, während deren Kosten

(DE000CV1ZMR4) setzen. ETF Securi­ties

sinken. Immerhin, für Rohstoffanalyst

zugleich weiter sinken. Bei den inte­grier­

bietet

Hannes Loacker von Raiffeisen Research

ten Konzernen seien obendrein die Raf-

Varianten an (DE000A1N3G19 auf Brent,

macht ein Investment in Branchenak­

fineriemargen auf gesundem Niveau.

DE000A1NZLM8 auf WTI).

tien im Verlauf des Jahres durchaus Sinn.

Währenddessen setzt Duch in den USA zu

Es gibt aber auch Zertifikate, die auf

„Die meisten Sektoraktien haben die Öl-

einem guten Teil auf den Schiefersektor.

mehrere Futures mit unterschiedlichen

preisentwicklung 2017 nur ungenügend

Schnitt in der Waage gehalten.

obendrein

währungsgesicherte

Selbst die Nummer drei im Ranking,

Laufzeiten setzen, um so die Preisunter­

der NN (L) Energy Fonds (LU0119201019

schiede gegenüber dem aktuellen Öl-

für

für

preis ein wenig zu glätten. Dabei ist die

Sektormix mit Investmentfonds

Großanleger) mit einem leichten Mi-

Rede von „enhanced“. Dazu bietet etwa

Mit einem Fondsinvestment überlässt

nus von jährlich 0,66 Prozent auf Euro-

die BNP Paribas den RICI Enhanced SM

man die Titelwahl den Profis. Und sie

basis, sieht Potenzial bei den Ölmultis

Brent Öl (TR) ETC (DE000PB6R1B1) so-

bekamen sowohl den Verfall beim Öl-

diesseits des Atlantiks. Fondsmanager

wie den RICI Enhanced SM WTI Crude Öl

preis als auch beim US-Dollar zu spü-

Pieter Schop hebt dazu die günstigeren

(TR) ETC (DE000PB6R1W7) an. Das zeigt:

ren. Ein nicht unwesentlicher Punkt, da

Bewertungen im Vergleich zu den US-

Es gibt also auch einige Details bei einem

in den Portfolios der Gutteil in Aktien

Mitbewerbern hervor. Sehr wohl sieht

Ölinvestment zu beachten.

aus Nordamerika investiert wird. Allein

Schop aber auch bei US-Pipeline-Gesell-

der Swisscanto (LU) Equity Fund Global

schaften Chancen. Sie profitierten von

% MEINE RENDITE

Energy erzielte laut Morningstar auf zehn

der steigenden US-Schieferproduktion,

Während der Ölpreis seinen Steigflug

Jahre deshalb nur ein jährliches Plus von

da neue Förderregionen angeschlossen

längst fortsetzt, stehen die Kurse zahl-

1,17 Prozent (auf Eurobasis). Poten­zial ist

werden müssten. Obendrein generierten

reicher Branchenaktien offenbar erst am

also reichlich vorhanden, was Swisscanto

sie einen kalkulierbaren Cashflow und

Beginn der Trendwende. Dabei sehen die

etwa bei der niederländisch-britischen

stabile Dividendenrenditen.

Top-Fondsmanager vor allem in Europas

mitgemacht.“

Privatanleger,

LU0121175821

Sektor besonders interessantes Poten­

Royal Dutch Shell, der größten Position, nutzt. „Die Investitionen für die kom-

Direktinvestments als Alternative

zial. Mit Zertifikaten kann man hingegen

menden Jahre wurden stark gekürzt. Bis

Mit Zertifikaten können Anleger direkt

direkt auf die Entwicklung des Ölpreises

2021 sollen die jährlichen Kapitalinves-

auf die Preisentwicklung setzen. Genau-

setzen. Dabei sollte man auch das US-

titionen in einer Bandbreite von 25 bis

er gesagt setzen die Emittenten auf die

Dollar-Risiko und einige Tücken bei der

30 Milliarden US-Dollar liegen, nach-

künftige Entwicklung mittels Derivaten,

Preisgestaltung im Auge behalten. n

33


RENDITE

GERALD GROHMANN

© WWW.BIGSHOT.AT / CHRISTIAN JUNGWIRTH

„STEUERN AUF EINE ­UNTERVERSORGUNG HIN“

Korrelation. Der SBO-­ Vorstandschef hat ein Auge auf die Entwicklung des ­Ölpreises. Steigt der Ö ­ lpreis, zieht die SBO-Aktie (siehe schwarze Chartlinie) mit.

Brent-Öl in USD/Barrel versus SBO in € � 30

Für Gerald Grohmann, Vorstandsvorsitzender der ­Schoeller Bleckmann Oilfield Equipment AG, gibt es gute Gründe für einen weiteren Ölpreisanstieg. Daran werde das zusätzliche Angebot durch

0

die US-Schieferölproduktion nichts ändern. -30

TEXT RAJA KORINEK

26.1.17

26.1.18 Quelle: TeleTrader

34


RENDITE

Herr Grohmann, der Ölpreis sorgt derzeit

gen schon jetzt die Produktionskosten

ge. Diese Depletion Rate beträgt pro Jahr

wieder für Schlagzeilen. Was sind eigent-

um durchschnittlich zehn Prozent an.

im Schnitt rund sechs bis sieben Prozent.

lich die treibenden Kräfte hinter der Preis-

Allein um diesen natürlichen Vorgang

bildung? - Die sind freilich primär das

Das müsste doch das Förderwachstum beim

kompensieren zu können, muss also je-

Angebot sowie die Nachfrage. Allerdings

Schieferöl verlangsamen? - Die Gefahr,

des Jahr dieser Prozentsatz zusätzlich ge-

gibt es noch zwei weitere Einflussfak-

dass aus der US-Schieferölproduktion

fördert werden.

toren: einerseits die geopolitischen Er-

eine neue Überproduktionsmenge ent-

eignisse, die derzeit wieder mehr an Be-

steht, die den Ölpreis nochmals runter-

Damit müsste zumindest das aktuelle Ni-

deutung gewinnen. Auch die weltwei-

drückt, ist gering. Zu erwarten ist, dass

veau beim Ölpreis zu halten sein oder viel-

ten Öllagerbestände spielen eine Rolle.

sich die Produktionskurve eher abflacht.

leicht sogar steigen. Wie sehen Sie das? -

Schwellen sie an, wirkt das dämpfend

Denn was noch hinzukommt: Gut ein

Aufgrund all dieser Entwicklungen steu-

auf den Preis. Nehmen sie ab, wirken sie

Jahrzehnt wurde das Wachstum vieler

ern wir in den kommenden Jahren ten-

als Antrieb.

Explorations- und Förderunternehmen

denziell auf eine Unterversorgung beim

in dem Bereich durch Investoren finan-

globalen Ölmarkt hin. Der Preis sollte

Derzeit wird oftmals auf die steigende

ziert, an die aber praktisch keine Gewin-

also mittel- bis langfristig steigen, damit

Schieferölproduktion verwiesen, wenn der

ne ausgeschüttet wurden. Diese werden

wieder mehr investiert werden kann. Im-

Preis ansteigt. Das halte ihn stets in Schach,

von vielen Investoren inzwischen einge-

merhin steigt auch die Nachfrage nach Öl

heißt es. Ein nachvollziehbares Argument?

fordert. In dem Moment, in dem die Ex-

Jahr für Jahr stetig an, die Weltkonjunk-

- Tatsächlich erhöhte sich von Mitte

plorationsunternehmen aber Dividen-

tur ist in einem guten Zustand. Im kom-

2016 bis Mitte 2017 die Schieferölförde-

den zahlen, haben sie weniger Geld für

menden Jahr rechnet die Internationale

rung um eine Million Fass pro Tag. Wenn

weiteres Förderwachstum.

Energieagentur mit einem Plus von täglich 1,3 Millionen Fass bei der Nachfrage.

man daraus ableitet, dass es in dem Tempo ewig weitergeht, wird es natürlich zu

Während das Aktivitätsniveau in Nordame-

viel Öl auf der Welt geben. Ich halte diese

rika hoch ist, wurden zahlreiche Projekte in

Wie ernst sollte man geopolitische Risiken

Annahme aber für falsch. Denn von ei-

der globalen Ölbranche gekürzt. Wie dra-

nehmen? - Früher waren Unruhen im

nem niedrigen Niveau kann man die Pro-

matisch werden die Auswirkungen sein? -

Nahen Osten ein Treiber für den Ölpreis.

duktion, die ja schon einmal höher war,

Nach dem Preissturz von 2014 wurden in

Heute ist das nicht mehr so akut, da mit

wieder relativ einfach auf das alte Niveau

den vergangenen drei Jahren die Ausga-

den USA und Russland neue Blöcke auf

steigern. Die Produktion kann aber nicht

ben für Explorations- und Förderprojek-

dem Markt entstanden sind, die Ausfäl-

in dem Tempo ewig weiter angehoben

te weltweit um rund 50 Prozent zurück-

le kompensieren können. In jüngster Zeit

werden. Bei niedrigem Ölpreis konzen­

gefahren. Und das bleibt nicht ohne Kon-

haben die geopolitischen Einflussfakto-

trieren sich die Förderaktivitäten auf jene

sequenzen. Deshalb werden aus heutiger

ren wieder etwas zugenommen, dennoch

Förderregionen, in denen das Öl am ein-

Sicht bis 2021 rund vier Millionen Fass

sind die Marktreaktionen geringer, als sie

fachsten und damit am günstigsten her-

pro Tag auf dem Markt fehlen, da ­viele

noch vor zwanzig Jahren waren.

auszuholen ist.

Projekte nicht freigegeben wurden. Derzeit liegt die globale Produktion bei rund

% MEINE RENDITE

Und wie sieht es mit den Kosten aus? - Wäh-

97 Millionen Fass pro Tag. Ich denke,

Angesichts des steigenden Ölpreises

rend des Abschwungs beim Ölpreis gab

dass wir deshalb die zusätzlichen För-

nimmt auch die Schieferölproduktion

es Effizienzsteigerungen aufgrund des

dermengen an Schieferöl aus den USA in

in den USA wieder zu. Doch weil in den

massiven Kostendrucks. Die Explora-

Zukunft noch brauchen werden, zumal ja

vergangenen Jahren in anderen Regio-

tions- und Förderunternehmen hatten

auch bestehende Ölfelder einer sinken-

nen die Investitionen stark zurückge-

hart verhandelt und die Preise für die Zu-

den Förderrate unterliegen, die ersetzt

fahren wurden und die globale Nachfra-

lieferer, wie wir es sind, nach unten ge-

werden muss.

ge wächst, geht Gerald Grohmann, Vor-

drückt. Doch seit rund einem Jahr springt

standsvorsitzender der Schoeller-Bleck-

die Industrie in Nordamerika wieder an,

Wie sehr beeinflusst diese Depletion Rate

mann Oilfield Equipment AG, davon aus,

und bei steigender Aktivität gibt es auch

das weltweite Angebot an Öl? - Mit jedem

dass der Markt in den kommenden Jah-

Engpässe bei der Ausrüstung. Wir konn-

Fass Öl, das gefördert wird, sinkt der in-

ren tendenziell auf eine Unterversorgung

ten dadurch die Preise bereits punktuell

nere Druck eines Ölfelds. Damit sinkt

zusteuert. Damit sollte auch der Preis

wieder deutlich erhöhen. Insgesamt stei-

über die Zeit auch die Produktionsmen-

mittel- bis langfristig weiter steigen. n

35


RENDITE

BÖRSENWETTER YEAR-TODATE-TRENDS DER ­WELTBÖRSEN

LONDON (FTSE 100) 7.687,77 I 7,63 %

TORONTO (TSX) 16.209,13 I 6,03 %

PARIS (CAC 40) 5.312,56 I 9,26 %

NEW YORK (DJIA) 24.719,22 I 25,08 % POSITIVE PERFORMANCE (YTD)

NEW YORK (NASDAQ) 6903,389 I 28,24 %

NEGATIVE PERFORMANCE (YTD)

EUROPA (DJ EURO STOXX 50) 3503,96I 6,49 % MEXIKO-STADT (IPC) 49.260,76 I 7,93 %

WELT (DJ GLOBAL) 397,24 I 21,83 %

KOMMENTAR

CHRISTIAN NOLTING Globaler Leiter Vermögensverwaltung Deutsche Bank Wealth Management

BUENOS AIRES (MERVAL) 30.065,61 I 77,72 %

KONJUNKTURAUFSCHWUNG TROTZT POLITISCHEN RISIKEN Die Weltwirtschaft befindet sich auf einem soliden globalen Konjunkturaufschwung. Insgesamt rechnen wir damit, dass nur eine Handvoll Ökonomien 2018 in einer Rezession sein werden. Das sind Venezuela, Nordkorea, Südsudan sowie Puerto Rico. Die stark stützende Geldpolitik der großen Notenbanken in den vergangenen Jahren zeigt Wirkung. Das Wachstum in den Industrieländern ist kräftig, in der Eurozone gehen wir von einem BIP-Wachstum mehr als zwei Prozent aus. Die Europäische Zentralbank dürfte bei weiterhin moderaten Inflationsraten vorerst noch an der akkommodierenden Geldpolitik festhalten. Eine Verlängerung des bis September 2018 vorgesehenen Anleihekaufprogramms scheint wenig wahrscheinlich, aber mit einer ersten Zinserhöhung ist erst ab 2019 zu rechnen. Unsicherheiten könnten durch politische Risiken wie durch die Wahlen in Italien auftreten, aber auch andere geopolitische Ereignisse wie die Spannungen im Nahen Osten können Verunsicherungen auslösen. Insgesamt gehen wir aber davon aus, dass die Konjunktur ausreichend robust ist, um gegenüber den politischen Belastungsfaktoren die Oberhand zu behalten. Dies sollte den Aktienmarkt in Europa trotz eines möglichen Gegenwinds vom Rentenmarkt eine Stütze geben und Kurspotenzial eröffnen.

36


RENDITE

FRITZ MOSTBÖCK Head of Group Research, Erste Group Bank AG

„Meine Topaktien sind AT&S, Strabag und CA Immo. Derzeitiger Flop ist Zumtobel.“ STOCKHOLM (OMX 30) 1.576,94 I 3,94 %

FRANKFURT (DAX) 12.917,64 I 12,51%

WARSCHAU (WIG 20) 2.461,2 I 26,35 % SCHANGHAI (SHCOMP) 3307,17 I 6,56 %

WIEN (ATX) 3.420,14 I 30,62 % ZÜRICH (SMI) 9.381,87 I 14,14 %

SEOUL (KOSPI) 2.467,49 I 19,10 % TOKIO (NIKKEI 225) 22.764,94 I 3,63 %

ATHEN (ATHEX) 802,37 I 24,66 % HONGKONG (HANG SENG) 29.919,15 I 35,99 %

ROLAND NEUWIRTH Fondsmanager, Salus Alpha

„Kaufen kann man derzeit­ Immofinanz, VIG, AT&S, Warimpex und Erste Bank. Die Finger lassen würde ich von Wolford, Bawag, Lenzing, Do&Co und Amag.“

AFRIKA (DJ AFRICA TITANS 50) 607,71 I 20,79 %

SYDNEY (ALL ORDINARIES) 6.167,3 I 7,84 %

EDUARD BERGER Vorstand, Wiener Privatbank SE

BERND MAURER Chefanalyst, Raiffeisen Centrobank AG

„Zu Jahresbeginn kaufen wir vor allem Andritz, EVN, Erste Group, VIG und Voestalpine. Wir verkaufen Verbund und Immofinanz.“

„Immofinanz, Andritz und RBI würde ich kaufen. Von Wolford rate ich weiterhin ab.“

37


INVESTMENTSTORY

EINMAL HÖLLE UND ZURÜCK

© POLYTEC HOLDING AG

Headquarter. Die Unternehmens­ zentrale der Polytec ­Holding AG befindet sich in Hörsching , ­Oberösterreich.

38


RENDITE

Der Autozulieferer Polytec Holding AG blickt auf eine imposante Wachstumsstory ­zurück. Ein Kapitel davon war dramatisch. Inzwischen haben Anleger ihr Happy End. TEXT HANS-JÖRG BRUCKBERGER

E

s war furchtbar. Ich konnte monatelang nur zwei Nächte pro Woche schlafen, und das nur mit

Schlaftabletten.“

Friedrich

Huemer,

der 60-jährige Gründer und Vorstandsvorsitzende des Autozulieferers Polytec

gratis bekommen. Die Herausforderung

„Alle hatten Angst und ich am ­allermeisten.“

war die Organisationsänderung, nicht

FRIEDRICH HUEMER

Im Jahr 2008 kaufte Huemer Peguform.

Holding AG (Polytec), erinnert sich noch

das Finanzielle, wie er selbst sagt. Ganz anders verlief jener Deal, der zur eingangs erwähnten Krise führte: „Das war das erste Mal, dass ein Unternehmen, das wir kauften, vernünftige,

genau an die schlimmste Krise seines Unternehmens, die auch eine persönli-

Werkzeuge selbst. Die andauernde Sub-

positive Ergebnisse erzielt hat und des-

che war. Huemer fürchtete um sein Le-

stitution von Metallteilen durch immer

halb auch ein Kaufpreis zu zahlen war“,

benswerk und dann sogar um seine Ge-

hochwertigere Kunststoffkomponenten

erinnert er sich. Wobei dieser Preis im-

sundheit, hatte Angst vor einem Herz-

ist an sich schon eine Wachstumsstory.

mer noch attraktiv gewesen ist. Aber:

infarkt.

Letztere sind kostengünstiger und leich-

„Es war das erste Mal so, dass ich rich-

Wie es dazu kam, dass sein Unter-

ter, was in Hinblick auf die Verbrauchs-

tig Geld gebraucht habe.“ Die strategi-

nehmen ins Wanken geraten war und

werte von Kraftfahrzeugen ein wesentli-

sche Bedeutung war enorm: Polytec wäre

die Aktie 2009 nur knapp an einem

cher Faktor ist. Im Jahr 1970 bestand ein

unter die 60 größten Autozulieferer der

„Pennystock“-Dasein vorbeischramm-

Auto nur zu acht Prozent aus Kunststoff,

Welt aufgestiegen, im Kunststoffbereich

te, birgt eine gewisse Ironie in sich.

heute entfällt darauf bereits ein Viertel

gar unter die besten drei bis vier mit etwa

des Gesamtgewichts.

zwei Milliarden Euro Umsatz.

und zunächst Teile für Pistenbullys ge-

Spektakuläre Akquisitionen

motiviert dazu,“ sagt Huemer. Und der

fertigt. In der Folge gelang es ihm, einen

Doch das rasante Wachstum der Polytec

Kapitalmarkt hatte seine Story: „Alle

international angesehenen Hersteller

ist vor allem geschickten Zukäufen ge-

haben gesagt, wir müssen das tun. Alle

von Kunststoffteilen für die Autoindus-

schuldet. Gleich mehrmals in der Ge-

Banken wollten dabei sein. Sie sind mir

trie aufzubauen, dessen größte Mitbe-

schichte hat Huemer Unternehmen ge-

davor immer nachgelaufen und wollten

werber Elring Klinger, Magna und Plas-

kauft, die mindestens gleich groß waren

mir Geld geben, aber ich hatte nie wel-

tic Omnium heißen. Heute sind Kom-

wie sein eigenes. Er kaufte dabei stets

ches gebraucht.“ Bei Peguform jedoch

ponenten des Konzerns in unzähligen

zu Schnäppchenpreisen angeschlage-

ging es inklusive Schuldenübernahme

Pkw- und Lkw-Modellen an Bord. So-

ne Firmen, die Verluste schrieben oder

um ein Finanzierungsvolumen von 350

gar die Front- und Heckstoßfänger der

mitunter gar insolvenzgefährdet waren.

Millionen Euro. Ende August war al-

legendären Londoner Taxis werden von

Legendär sind diese Deals, bei denen er

les unter Dach und Fach. Zwei Wochen

den Oberösterreichern gefertigt. Der

weder die Produktion noch die Zahlen

später gingen Lehman Brothers in den

größte Kunde ist aber der deutsche VW-

kannte und erst nach Vertragsabschluss

USA Pleite und die globale Finanzkri-

Konzern.

die Betriebe besichtigt hatte. „Ich wuss-

se verschärfte sich. Plötzlich stand Hu-

Polytec fertigt Interieur- und Exte-

te, dass die Zahlen so schlecht sind, dass

emer allein da, hatte die Banken gegen

rieurteile wie Heckklappenverkleidun-

ich sie nicht einmal analysieren wollte“,

sich, und die Kunden akzeptierten keine

gen oder Spoiler ebenso wie zahlreiche

hat er einmal über seinen wohl wichtigs-

Preiserhöhungen. Die Polytec bekam ein

Komponenten für den Motorraum, von

ten Zukauf gesagt, die „F/O/R“, die so-

Refinanzierungsproblem. „Alle hatten

Ölwannen über Motorabdeckungen bis

gar doppelt so groß war wie seine eige-

Angst und ich am allermeisten“, so der

hin zu Zylinderkopfhauben. Dabei hat

ne Firma. „Und mein finanzielles Risiko

Unternehmenslenker.

das Unternehmen eine hohe Wertschöp-

war limitiert.“ Schließlich hat der Poly-

Nach langen Verhandlungen fand

fungstiefe, entwickelt die benötigten

tec-Chef diese Unternehmen praktisch

man eine Lösung, allerdings musste sich

Zur Vorgeschichte: Friedrich Huemer hatte sein Unternehmen 1986 gegründet

„Kunden und Banken haben mich

39


Polytec Holding AG 25,00

12,50

0,00

27.1.13

27.1.18 Quelle: TeleTrader

Präzisionsarbeit. Autozulieferer Polytec fertigt Interieur- und Exterieurteile aus Kunststoff.

Huemer dem Druck der Banken beu-

Haideneck. Die Aktie wurde in den MSCI-

nen Digitalisierung des Konzerns: „Die

gen und sich von Peguform wieder tren-

World-Small-Cap-Index aufgenommen.

Polytec hat in ihren derzeit 32 Fabri-

nen. In den darauffolgenden Jahren hat

„Polytec war viele Jahre sehr günstig be-

ken einen so hohen Automatisierungs-

sein Unternehmen aber wieder in die Er-

wertet, hat aber wenige Leute, vor allem

grad wie kaum ein Mitbewerber. Nahezu

folgsspur zurückgefunden. Polytec er-

im Ausland, interessiert. Im vergange-

sämtliche Prozesse sind in die IT fix ein-

wirtschaftet mehr als 600 Millionen Euro

nen Jahr hat das Unternehmen endlich

gebunden.“ Hinter der Digitalisierungs­

Umsatz, ist hoch profitabel und finanzi-

auch ‚delivered‘, das heißt, wirklich gute

offensive steckt vor allem einer: Hue-

ell solid aufgestellt. Und die Aktie wurde

Zahlen gebracht, und das hat schließ-

mers Sohn Markus.

wachgeküsst: Wer im Krisentief einge-

lich den Dornröschenschlaf an der Börse

Der Senior zog aus der Krise sei-

stiegen ist, konnte bis zum heuer mar-

beendet“, sagt Günther Schmitt, RCM-

ne Lehren: „Ich habe gelernt und um-

kierten Allzeithoch mehr als 2.000 Pro-

Fondsmanager des Raiffeisen-Aktien-

gedacht. Am Ende interessiert keinen,

zent an Kursgewinn lukrieren. Allein im

Österreich-Fonds (ISIN AT0000859293).

was mir und dem Unternehmen pas-

Matejka

siert. Deshalb schauen wir jetzt mehr auf

verdankt der Aktie einen Teil der starken

uns selbst.“ Werterhalt sei wichtiger als

Entwicklung seines Aktienfonds Mozart

Wertsteigerung, Finanzstärke das Aller-

Dornröschenschlaf beendet

One (AT0000A0KML1), der im zurücklie-

wichtigste, wenngleich man natürlich

„Unsere internationale Wahrnehmung

genden Jahr zu den besten Fonds Euro­

auch weiterhin Chancen nützen und in-

am Finanzmarkt wurde 2017 deutlich

pas zählte. Mit fast sieben Prozent ist Po-

teressante Firmen kaufen möchte. „Aber

gesteigert, was sich in der Kursperfor-

lytec, obwohl nicht im ATX gelistet, die

wir wollen möglichst unabhängig sein

mance widerspiegelt, aber auch in einer

zweitgrößte Einzelposition im Fonds.

von Banken.“

deutlich höheren Börsenhandelsliqui-

Matejka lobt das Management und zeigt

Genau dieses langfristige Denken

dität“, freut sich Finanzvorstand Peter

sich beeindruckt von der vorangetriebe-

verschafft einer eigentümergeführten

Jahr 2017 hat sich der Kurs beinahe verdoppelt.

Asset-Manager

Wolfgang

UNTERNEHMENSENTWICKLUNG POLYTEC HOLDING AG in Millionen Euro Umsatz Ebit Nettogewinn/Minderheiten

2005

2006

502 525,2

2008

665 1081,5

25

30,3

41

14,4

18,4

5,6

0,3

7,7

14

11,3

Höchstkurs der Aktie in Euro Tiefstkurs Gearing in Prozent

2007

61,5

16,7

2009 607 –30,2

2010

2011

770,1 657,4 27,2

2012

2013

481,6 476,6

42,6

27,4

20,2

–8,5

25,6 34,49

21,69

14,32

2,98

5,27

7,46

7,25

8,59

2014

2015

2016 2017/1–9

491,3 626,5 650,4 20,6

36,6

52,4

13,56 23,72 8,54

508

5,4

43,4

28,4 38,2

26.3.

30,33

8,45

10,6

22,38*

5,66

7,3

2,3

1,01

2,2

4,27

5,12

5,94

5,9

6,2

6,65

12,0*

3,3

0,18

2,24

1,14

0,31

–0,15

–0,11

–0,08

0,08

0,61

0,37

0,4

QUELLE: POLYTEC HOLDING AG, TELETRADER; *1–12 2017

40

Wachstum in % zu 2016


RENDITE

„Dornröschenschlaf an der ­Börse wegen guter ­Zahlen beendet.“

„Haben internationale Wahrnehmung 2017 gesteigert.“

„Polytec hat Automatisierungsgrad wie kaum ein Mitbewerber.“

GÜNTHER SCHMITT

PETER HAIDENEK

WOLFGANG MATEJKA

Gesellschaft an der Börse zusätzliche

Sinn, wenn mehr als 50 Prozent eines

Verbrennungsmotoren vertreten. Aber

Qualität. Tatsächlich gehören Familien­

Unternehmens an der Börse notieren,

auch in der E-Mobilität hat man schon

unternehmen zu den heimlichen Stars

da macht es fürs Unternehmen Sinn und

einen Fuß in der Tür: „Für den eGolf ma-

der Börsen weltweit.

auch für die Investoren“, sagt Friedrich

chen wir seit Jahren die Batteriebox“, sagt

Huemer selbst: „Wenn einer 70 Prozent

Investor-Relations-Manager Paul Ret-

Familien an der Börse

hält, ist das kein Vorteil mehr, da würde

tenbacher. Neben der Gewichtsreduk­

Die Unternehmensberater von Bain &

ich auch nicht investieren. Die machen

tion seien Aspekte wie Schutz der Batte-

Company aus Boston haben 2016 bei

dann oft auch, was sie wollen, aber dann

rien vor Nässe und Schmutz, aber auch

einer Untersuchung des US-Aktien­

sollte man von der Börse gehen.“

der Schutz der Insassen vor elektroma-

markts festgestellt, dass unternehmer-

Fondsmanager Matejka lobt indes die

geführte Firmen für ihre Aktionäre die

Leistung von Finanzvorstand Haideneck:

höchsten Erträge erwirtschaften. Das

„Kaum eine Firma im ATX Prime Index

Friedrich Huemer sieht das sehr ent-

deckt sich mit Erkenntnissen aus ande-

hat eine solch exakte Planungskommu-

spannt. Wohl auch, weil es unabhän-

ren Ländern. Der DAXPlus Family 30 In-

nikation. Man weiß bis 2021, was an Auf-

gig vom Antrieb jedenfalls Bedarf an

dex hängt den deutschen Leitindex DAX

trägen, Investitionen und Expansionen

Kunststoffkomponenten gibt. Generell

längerfristig ebenfalls ab. Seit 2010 liegt

zu erwarten ist.“ Das von Polytec kom-

wirkt der aus bescheidenen Verhältnis-

der Family Index rund 165 Prozent im

munizierte organische Wachstum liegt

sen stammende Gründer entspannt wie

Plus. Gerade in volatilen Börsenzeiten

bei etwa vier Prozent pro Jahr über die

nie zuvor. Sicher auch, weil er die eige-

halten sich Familienunternehmen meist

kommenden vier Jahre und scheint gut

ne Nachfolge schon geregelt hat: Sohn

vergleichsweise stabil. In der Regel sind

abgesichert. Zusätzliche Fantasie ergibt

Markus (37) ist bereits im Vorstand des

die Gründer mit ihrem eigenen Kapital,

sich durch eine womöglich stärkere Kon-

Unternehmens. Und gerade weil der Pe-

vor allem aber mit Herz und Seele voll

junkturentwicklung sowie etwaige Ak-

guform-Deal gescheitert ist: „Mir per-

dabei. Wer ein Familienunternehmen

quisitionen. Dass die Aktie immer noch

sönlich geht es jetzt besser. Es wäre si-

führt, denkt nicht in Quartalen, son-

einstellige

Kurs-Gewinn-Verhältnisse

cher schwieriger, wenn ich einen Mil-

dern in Generationen. Und das zahlt sich

aufweist, lässt sie nach wie vor attrak-

liardenkonzern steuern und übergeben

langfristig auch für Aktionäre aus. Wer

tiv erscheinen. Die Kursziele der Ana-

müsste“, sagt er, die erarbeitete Position

nicht direkt in die Aktie investieren will,

lysten liegen durch die Bank über dem

seines Unternehmens genießend: „Wir

kann sich etwa auch über ein Bonuszer-

aktuellen Wert der Aktie, meist über 20

müssen nicht jeden Auftrag haben und

tifikat (AT0000A1XS96) der Raiffeisen

Euro. Trotz der bereits erfolgten Kursral-

schon gar nicht um jeden Preis!“

Centrobank AG an Polytec wagen.

lye wird also weiteres Potenzial gesehen.

Langsam will sich Huemer operativ

Es gibt mitunter aber auch Schat-

Die Anlageempfehlung lautet mehrheit-

zurückziehen. Langweilig wird ihm aber

tenseiten. Gerade am Wiener Kurszet-

lich auf „Halten“. Björn Voss von M. M.

auch dann nicht werden: Er hat sich ein

tel tummeln sich familiengeführte Un-

Warburg Research sieht den fairen Wert

Immobilienportfolio mit elf Hotels auf-

ternehmen, die kaum einen Streubesitz

der Aktie derzeit gar bei 24 Euro und rät

gebaut und besitzt die auf Privatjets spe-

haben und deren Aktien entsprechen il-

immer noch zum Kauf.

zialisierte Charterfluggesellschaft Globe

liquid sind. Dagegen erscheint die Ei-

gnetischen Strahlen und Wärme, die von den Batterien ausgehen, ein Thema.

Air. Sie könnte auch an der Börse lan-

gentumsstruktur von Polytec geradezu

Entspannt in die Zukunft

den: „Ein Börsengang wäre eine Vi­sion

ideal: Es gibt einen starken Unterneh-

Mittelfristig beschäftigt Beobachter ein

von uns, wir haben aber keinen Druck

mer, noch dazu Gründer, der auch ope-

Thema: „Die große Frage ist, ob und wie

und sind dazu derzeit auch noch zu klein,

rativ engagiert ist, der aber keine Mehr-

Polytec den Übergang zum Elektroauto

obwohl wir mit 16 Jets etwa 25 Millio-

heit hat. Huemer hält rund 29 Prozent

schaffen wird“, sagt RCM-Fondsmana-

nen Euro Umsatz und 70 Piloten deutli-

der Anteile, 59 Prozent sind im Streu-

ger Schmitt. Derzeit ist Polytec mit sei-

cher Marktführer in Europa im Segment

besitz. „Ich finde, eine Notiz macht nur

nen Kunststoffteilen nämlich stark in

‚Entry­lightjets‘ sind“, meint Huemer. n

41


RENDITE

KURSE TOP/FLOP-PERFORMER AT&S Austria AG

TOP/FLOP-KURSENTWICKLUNG (3 MONATE) ISIN

KURS

3 M  %

30

AT&S Austria AG

AT0000969985

23,54

96,17 %

Facc AG

AT00000FACC2

17,31

40,12 %

UNTERNEHMEN

20 10

30.9.17

31.12.17 Quelle: TeleTrader

Frauenthal Holding AG

AT0000762406

28,89

37,57 %

Zumtobel Group AG

AT0000837307

10,02

–31,84 %

Wolford AG

AT0000834007

12,88

–23,42 %

Cleen Energy AG

AT0000A1PY49

3,00

–23,06 %

AKTIENKURSE DIE 15 TOP/FLOP-AKTIEN DER WIENER BÖRSE 2017 (YTD) UNTERNEHMEN ISIN KURS YTD % YTD HIGH YTD LOW 1 J % 1 J VOLA 3 J % 3 J VOLA

Facc AG

AT00000FACC2 17,305 238,65 % 17,31 5,23 238,65 % 33,01 141,83 % 31,56 ↑

AT&S AG

AT0000969985 23,54 152,85 % 24,35 9,25 152,85 % 37,77 162,96 % 34,90 ↑

Frauenthal Holding AG

AT0000762406 28,89 106,36 %

29 13,80 106,36 % 22,36 221,00 % 21,67 ↑

Warimpex AG

AT0000827209 1,43 85,71 %

1,58 0,799 85,71 % 34,17 102,84 % 34,40 ↑

Polytec Holding AG

AT0000A00XX9 18,50 78,14 % 22,38 10,40 78,14 % 29,67 196,00 % 26,97 ↑

Raiffeisen Bank Internat. AG

AT0000606306 30,20 73,76 % 30,72 17,67 73,76 % 31,34 140,93 % 38,88 ↑

S Immo AG

AT0000652250 16,15 61,50 %

Wiener Privatbank SE OMV AG

16,15 9,901 61,50 % 22,79 161,75 % 24,16 ↑

AT0000741301 11,995 57,52 % 15,23 7,70 57,52 % 41,61 80,11 % 31,95 ↑ AT0000743059 52,83 57,42 % 54,14 32,37 57,42 % 26,73 140,03 % 28,39 ↑

Amag Austria Metall AG

AT00000AMAG3 51,39 54,56 % 54,79 33,64 54,56 % 21,65 86,87 % 21,4 ↑

EVN AG

AT0000741053 16,70 49,04 % 16,70 11,17 49,04 % 15,30 67,00 % 13,39 ↑

CA Immobilien Anlagen AG

AT0000641352 25,805 47,75 % 25,98 17,46 47,75 % 16,66 66,48 % 21,77 ↑

Flughafen Wien AG

AT00000VIE62 33,65 43,80 % 35,32 23,59 43,80 % 20,01 75,21 % 20,20 ↑

Telekom Austria AG

AT0000720008 7,729 37,77 % 8,22 5,548 37,77 % 18,24 40,04 % 19,94 ↑

Oberbank AG VZ

AT0000625132 71,40 36,00 % 71,40 52,00 36,00 % 5,08 88,84 % 4,97 ↑

ZERTIFIKATE CHAMPION SEIT 2007

www.rcb.at

Zumtobel Group AG

AT0000837307 10,02 –41,02%

19,99

9,28 –41,02 % 36,09 –46,43 %

Wolford AG

AT0000834007 12,88 –38,08 %

21,45

11,36 –38,08 % 29,78 –37,63 % 21,86 ↓

41,31 22,80 –28,47 % 32,69 24,93 % 33,66 ↓

41,71 ↓

Porr AG

AT0000609607 27,84 –28,47 %

Do & Co Aktiengesellschaft

AT0000818802 47,22 –24,35 % 69,44 38,22 –24,35 % 33,05 –24,30 % 32,86 ↓

Semperit AG Holding

AT0000785555 22,10 –14,19 % 30,70 22,10 –14,19 % 24,09 –45,00 % 27,78 ↓

Valeneva SE ST

FR0004056851 2,75 –11,86 %

3,19 2,45 –11,86 % 23,48 –33,75 % 40,03 ↓

Gurktaler AG ST

AT0000A0Z9G3 7,75 –8,82 % 13,00 6,90 –8,82 % 81,66 –3,13 % 68,21 ↓

Agrana Beteiligungs–AG

AT0000603709 103,5 –8,29 % 126,2 92,32 –8,29 % 22,35 45,77 % 21,17 ↓

Lenzing AG

AT0000644505 105,85 –7,96 % 178,95 96,41 –7,96 % 35,72 100,70 % 32,49 ↓

Unternehmens Invest AG Maschinenfabrik Heid AG

AT0000816301 21,20 –4,29 % 24,49 20,17 –4,29 % 18,22 0,00 % 22,79 ↓ AT0000690151 2,32 –3,33 %

3,61

1,61 –3,33 % 99,57 5,45 % 77,57 ↓

Rosenbauer International AG

AT0000922554 52,59 –2,97 %

Andritz AG

AT0000730007 47,09 –1,28 % 54,87 44,32 –1,28 % 20,84 3,05 % 23,94 ↓

59,25

51,10 –2,97 % 19,73 –26,40 % 25,04 ↓

C–Quadrat Investment AG

AT0000613005 52,75 –0,51 % 70,50 50,00 –0,51 % 47,14 63,82 % 43,36 ↓

Bank für Tirol und VBG AG VZ

AT0000625538 18,95 –0,26 % 20,00 18,40 –0,26 % 6,915 5,28 % 10,00 ↓ QUELLE:

42


RENDITE

3 Banken Österreich-Fonds R

FONDSNAME

60 40 20

31.12.14

31.12.17 Quelle: TeleTrader

SemperBond Austria T

TOP/FLOP-KURSENTWICKLUNG (3 JAHRE) ISIN

KURS

3J%

3 Banken Österreich-Fonds*

AT0000662275

40,08

82,42 %

Raiffeisen Österreich Aktien

AT0000805189

243,93

73,43 %

Raiffeisen Österreich Aktien

AT0000765573

257,11

73,38 %

Semper Bond Austria

AT0000737663

91,82

–3,01%

Hypo Mündel Fonds

AT0000A0KQQ1

10,16

–2,35%

Raiffeisen ÖsterreichRent

AT0000805163

12,76

–0,99%

96 93 90

31.12.14

31.12.17 Quelle: TeleTrader

FONDSKURSE DIE 15 TOP/FLOP-ÖSTERREICH-FONDS (THESAURIERT) 2017 (YTD) VOLUMEN FONDSNAME ISIN KURS YTD % YTD HIGH YTD LOW 1 J % 1 J VOLA 3J % 3 J VOLA (MIO. EURO)

3 Banken Österreich–Fonds*

AT0000662275 40,08 41,46 % 40,11 28,24 41,80 % 9,25 82,42 % 14,85 186,86 ↑

Raiffeisen Österreich Aktien

AT0000805189 243,93 35,94 % 244,38 178,64 36,29 % 10,40 73,43 % 15,93 150,28 ↑

PIA–Austria Stock

AT0000674908 112,92 35,93 % 112,92 82,41 36,23 % 10,52 60,19 % 15,54 280,07 ↑

PIA–Austria Stock

AT0000619317 112,91 35,92 % 112,91 82,41 36,22 % 10,52 60,18 % 15,54 280,07 ↑

PIA–Austria Stock

AT0000767736 107,30 35,92 % 107,30 78,32 36,23 % 10,52 60,18 % 15,54 280,07 ↑

Raiffeisen Österreich Aktien

AT0000765573 257,11 35,89 % 257,62 188,36 36,24 % 10,40 73,38 % 15,94 150,28 ↑

DBXT ATX UCITS ETF

LU0659579063 54,16 33,73 % 54,44 41,07 32,71 % 12,48 67,87 % 18,01 266,35 ↑

Allianz Invest Austria Plus Kepler Österreich AF Semper Share Austria Meinl ATX Fonds

AT0000611405 135,10 32,84 % 135,77 100,78 33,23 % 11,07 63,88 % 15,70 7,37 ↑ AT0000647698 371,18 32,35 % 375,31 278,99 32,47 % 10,36 58,36 % 16,13 46,37 ↑ AT0000815030 168,15 31,82 % 168,15 126,26 32,35 % 11,50 65,54 % 17,45 23,52 ↑ AT0000A1AWA2 133,26 31,48 % 133,84 100,15 32,05 % 12,35 63,75 % 18,09 0,00 ↑

ViennaStock

AT0000952460 315,15 28,98 % 317,10 242,14 29,51 % 9,99 59,20 % 15,16 44,48 ↑

Amundi Österreich Plus

AT0000A05TF3 104,90 28,26 %

RT Österreich Aktienfonds

AT0000497292 10,92 24,34 %

ESPA Stock Vienna

AT0000673397 165,01 24,12 % 166,81 131,77 24,54 % 9,98 48,62 % 15,00 71,01 ↑

105,38 81,04 28,81 % 10,75 57,79 % 16,12 17,40 ↑ 11,04

8,70 24,77 % 10,10 48,61 % 15,18 590,82 ↑

ZERTIFIKATE CHAMPION SEIT 2007

www.rcb.at

ESPA Bond Euro Mündelrent

AT0000A0UNV7 14,28 –2,46 % 14,62 14,25 –2,19 % 3,17 –0,70 % 4,18 396,88 ↓

Semper Bond Austria

AT0000737663 91,82 –1,93 % 93,62 91,82 –1,94 % 0,69 –3,01 % 0,81 8,83 ↓

ESPA Bond Euro Mündelrent

AT0000812995 14,28 –1,84 % 14,53

Allianz Invest Vorsorgefonds

AT0000721360 129,37 –1,18 % 130,70 128,37 –1,04 % 1,96 0,75 % 3,29 78,28 ↓

Schoellerbank Vorsorgefonds

AT0000820402 117,35 –1,13 % 118,68 116,97 –1,04 % 1,34 –0,47 % 1,55 74,24 ↓

14,16 –1,57 % 3,09 1,40 % 4,10 396,88 ↓

Raiffeisen ÖsterreichRent

AT0000805163 12,76 –1,10 % 12,90 12,74 –1,10 % 1,24 –0,99 % 1,37 319,75 ↓

Hypo Mündel Fonds

AT0000A0KQQ1 10,16 –1,06 % 10,27 10,13 –0,97 % 1,76 –2,35 % 2,42 0,00 ↓

Austro Mündel Rent

AT0000801246 131,46 –1,00 % 132,85 130,25 –0,92 % 2,20 2,09 % 3,33 59,82 ↓

Tirolpension

AT0000A0VKV1 7,94 –0,96 % 8,02 7,94 –0,96 % 1,34 0,58 % 1,62 9,60 ↓

PIA–Mündel Bond

AT0000813068 12,97 –0,88 % 13,09 12,92 –0,81 % 1,58 0,92 % 1,82 228,40 ↓

Amundi Mündel Rent

AT0000719273 115,82 –0,84 % 116,68 114,79 –0,73 % 1,94 0,90 % 2,95 285,95 ↓

PIA–Mündel Bond

AT0000674874 14,47 –0,82 % 14,60 14,40 –0,82 % 1,64 0,91 % 1,83 228,40 ↓

Hypo Rent

AT0000611157 10,13 –0,82 % 10,22 10,07 –0,82 % 1,75 0,66 % 3,20 207,18 ↓

Sparda–Rent

AT0000855416 130,32 –0,70 % 131,56 130,25 –0,69 % 1,10 0,83 % 1,01 18,72 ↓

Amundi Mündel Rent Kurz

AT0000810429 105,76 –0,66 % 106,48 105,76 –0,67 % 0,38 –0,84 % 0,51 55,20 ↓

*AUSSCHÜTTENDER FONDS QUELLE:

43


RENDITE

5,625% Egger-Anl. 11-18

TOP/FLOP-KURSENTWICKLUNG (YTM) ISIN

KURS

YTM %

Photon Energy NV 8,000 % 2018

DE000A1HELE2

100,00

8,23 %*

WEB Windenergie AG 5,250 % 2023

AT0000A0Z785

95,00

6,39 %*

AT0000A191A9

109,00

5,94 %*

Egger Holzwerkstoffe 5,625 % 2018

AT0000A0NBF0

102,34

–6,50%

Wienerberger AG 5,250 % 2018

AT0000A0PQY4

102,82

–0,28%

Strabag SE 4,750 % 2018

AT0000A0PHV9

101,90

0,00%

ANLEIHENNAME

WEB Windenergie AG Hybrid-Anleihe 6,500 %

103 102 101

30.9.17

31.12.17 Quelle: TeleTrader

ANLEIHENKURSE DIE 15 TOP/FLOP-CORPORATE-PRIME-ANLEIHEN DER WIENER BÖRSE (YTM) VOLUMEN ANLEIHENNAME ISIN KURS YTM %** YTD HIGH YTD LOW (MIO. EURO)

VERZINSUNG FÄLLIGKEIT

TYP

Photon Energy NV 8,000 % 2018

DE000A1HELE2 100,00 8,23 %*

n.a.

n.a.

7,53

8,000 % 12.03.2018 fix ↑

WEB Windenergie AG 5,250 % 2023

AT0000A0Z785 95,00 6,39 %*

n.a.

n.a.

6,13

5,250 % 08.04.2023 fix ↑

AT0000A191A9 109,00 5,94 %*

n.a.

n.a.

3,11

6,500 % 07.10.2070 fix ↑

WEB Windenergie AG 5,500 % 2023

AT0000A0Z793 101,00 5,27 %

101,00

101

6,39

5,500 % 08.04.2023 fix ↑

WEB Windenergie AG 4,000 % 2018

AT0000A0Z7A0 100,00 3,94 % 100,00

100

7,95

4,000 % 08.04.2018 fix ↑

S Immo AG 3,250 % 2027

AT0000A1DWK5 110,60 1,99 % 110,60 105,50

65,00

3,250 % 21.04.2027 fix ↑

S Immo AG 3,250 % 2025

AT0000A1DBM5 108,50 1,98 %

110,70 106,25

33,99

3,250 % 09.04.2025 fix ↑

UBM Realitätenentwicklung AG 4,875 % 2019

AT0000A185Y1 105,17 1,41 % 106,21 104,12

115,95

4,875 % 09.07.2019 fix ↑

S Immo AG 4,500 % 2021

AT0000A177D2 111,10 1,20 % 112,00 111,00

89,74

4,500 % 17.06.2021 fix ↑

WEB Windenergie AG 3,500 % 2019

AT0000A191B7 104,00 1,20 % 106,50 104,00

10,57

3,500 % 07.10.2019 fix ↑

AT0000A0WR40 106,50 0,93 % 109,62 106,25

74,09

4,625 % 12.10.2019 fix ↑

Porr AG 3,875 % 2019

AT0000A19Y28 105,57 0,79 % 108,28 104,98

56,26

3,875 % 28.10.2019 fix ↑

Porr AG 6,250 % 2018

DE000A1HSNV2 104,93 0,75 % 111,56 104,93

50,00

6,250 % 26.11.2018 fix ↑

Cross Industries AG 4,625 % 2018

AT0000A0WQ66 103,00 0,66 % 106,30 100,10

57,80

4,625 % 05.10.2018 fix ↑

AT0000A182L5 108,05 0,65 % 109,58 107,74

200,00

3,000 % 23.06.2021 fix ↑

WEB Windenergie AG Hybrid-Anleihe 6,500 %

Swietelsky Baugesellschaft 4,625 % 2019

Novomatic AG 3,000 % 2021

ZERTIFIKATE CHAMPION SEIT 2007

www.rcb.at

Egger Holzwerkstoffe 5,625 % 2018

AT0000A0NBF0 102,34 –6,50 % 106,10 101,06

200,00

5,625 % 07.03.2018 fix ↓

Wienerberger AG 5,250 % 2018

AT0000A0PQY4 102,82 –0,28 % 107,44 102,67

100,00

5,250 % 04.07.2018 fix ↓

Strabag SE 4,750 % 2018

AT0000A0PHV9 101,90 0,00 % 106,58 101,71

175,00

4,750 % 25.05.2018 fix ↓

Novomatic AG 4,000 % 2019

AT0000A0XSN7 104,23 0,06 % 107,42 104,23 250,00

4,000 % 28.01.2019 fix ↓

Andritz AG 3,875 % 2019

AT0000A0VLS5 105,56 0,21 % 109,23 105,32

350,00

3,875 % 09.07.2019 fix ↓

Strabag SE 4,250 % 2019

AT0000A0V7D8 105,43 0,24 % 109,20 105,43

100,00

4,250 % 10.05.2019 fix ↓

Strabag SE 3,000 % 2020

AT0000A109Z8 106,46 0,28 % 109,03 106,46

200,00

3,000 % 21.05.2020 fix ↓

Wienerberger AG 4,000 % 2020

AT0000A100E2 108,03 0,47 %

111,40 107,97

300,00

4,000 % 17.04.2020 fix ↓

Strabag SE 1,625 % 2022

AT0000A1C741 104,47 0,52 % 105,47 103,58

200,00

1,625 % 04.02.2022 fix ↓

AT0000A19SB5 104,33 0,52 % 106,50 103,50

100,00

3,000 % 03.10.2019 fix ↓

AT0000A1CB33 109,04 0,53 % 109,16 105,32

175,00

2,750 % 17.02.2022 fix ↓

S Immo AG 3 % 2019 CA Immo AG 2,750 % 2022 Egger Holzwerkstoffe 4,500 % 2019

AT0000A0WNP5 106,72 0,63 % 110,13 106,72 150,00

4,500 % 01.10.2019 fix ↓

Swietelsky Hybrid-Anleihe 7,750 %

AT0000A07LU5 104,00

n.a.

104,00

102,50

70,00

5,521 % 31.12.2070 variabel ↓

Porr Hybrid-Anleihe 6,750 %

AT0000A19Y36 114,13

n.a.

116,00

108,63

25,00

6,750 % 28.10.2070 variabel ↓

Wienerberger AG 6,500 %

DE000A1ZN206 108,64 n.a.

108,81

106,35

272,19

5,000 % 09.02.2070 variabel ↓

*LETZTER KURS ÄLTER ALS 2017,** YTM = RENDITE BIS LAUFZEITENDE

QUELLE:

44


RENDITE

Magerschwein

ROHSTOFFNAMEN

72 66

KURS

30.9.17

31.12.17 Quelle: TeleTrader

WÄHRUNG

3M%

Magerschwein

71,60

USX

29,24%

Brent Rohöl

66,62

USD

17,85%

Erdgas

55,73

GBX

17,33%

134,35

USX

–9,44%

1888,00

USD

–7,59%

15,40

USD

–5,98%

Orangensaft

60

Orangensaft

TOP/FLOP-KURSENTWICKLUNG (3 MONATE)

Kakao Milch

175 150 125

30.9.17

31.12.17 Quelle: TeleTrader

ROHSTOFFKURSE DIE 15 TOP/FLOP-ROHSTOFFNOTIERUNGEN AN DEN WELTMÄRKTEN (YTD) ROHSTOFFNAME HANDELSPLATZ KURS WÄHRUNG YTD % YTD HIGH YTD LOW 1 J % 1 J VOLA 3 J % 3 J VOLA

Palladium

pro aurum

1060,00

USD

54,52 % 1072,00

Holz

CME GLOBEX

448,600

USD

42,28 % 476,00 303,50 42,28 % 26,46 35,41 % 26,25 ↑

684,00 54,52 % 22,87 30,06 % 28,02 ↑

Reis

24,03 %

11,690

USD

ICE Europe

600,750

USD

19,61 % 600,75 405,75 19,61 % 22,47 13,72 % 33,76 ↑

Heizöl

ICE Europe

2,060

USD

19,35 %

Brent Rohöl

ICE Europe

66,620

USD

17,39 % 66,79 44,78 17,39 % 23,36 15,76 % 36,85 ↑

pro aurum

1297,500

Gold WTI Rohöl Mastrind Baumwolle Magerschwein

2,06

1,36 19,35 % 21,98

USD 13,27 % 1342,00 1157,00 13,27 % 10,58

11,72 % 33,37 ↑ 7,90 % 13,84 ↑

ICE Europe

60,250

USD

12,26 % 60,25 42,54 12,26 % 23,67 12,51 % 37,69 ↑

146,350

USX

11,91 % 161,00 121,70 11,91 % 20,25 –33,56 % 20,42 ↑

ICE US

78,500

USX

11,11 % 85,32 66,54 11,11 % 21,13 30,25 % 20,51 ↑

CME GLOBEX

71,600

USX

8,81 % 92,83 55,25 8,81 % 34,78 –11,69 % 36,13 ↑

USD 6,46 %

pro aurum

16,800

Hafer

CBOT Composites

241,500

Weizen

9,13 24,03 % 18,25

CME GLOBEX

Silber Lebenrind

12,87

1,83 % 22,53 ↑

CBOT Composites

Diesel

CME GLOBEX

121,63

CBOT Composites

427,250

18,45

15,41 6,46 % 18,17

5,00 % 24,81 ↑

USD 5,69 % 312,25 215,25 5,69 % 37,43 –20,49 % 36,11 ↑ USX

4,87 % 136,00 104,35 4,87 % 21,16 –26,39 % 20,50 ↑

USD 4,53 % 540,50 387,25 4,53 % 25,79 –27,52 % 27,10 ↑

ZERTIFIKATE CHAMPION SEIT 2007

www.rcb.at

Orangensaft

ICE US

134,35

Zucker

ICE US

15,15

Kakao

ICE US

1888,00

USD

–11,65 % 2251,00

CME GLOBEX

15,40

USD

–11,44 % 17,39 15,08 –11,44 % 16,49 –3,33 % 18,17 ↓

USX

–7,92 %

Milch Kaffee

USX –31,59 % 197,00 125,50 –31,59 % 31,87 –5,55 % 34,45 ↓ USX –22,35 %

21,18

4,34 % 30,85 ↓

1793 –11,65 % 29,79 –35,32 % 24,98 ↓ 113,45 –7,92 % 24,42 –24,25 % 28,77 ↓

ICE US

126,20

pro aurum

15,15

Sojabohnen

CBOT Composites

952,75

USD

–4,44 % 1074,25 905,50 –4,44 % 15,31 –6,48 % 19,15 ↓

Sojaöl

CBOT Composites

33,06

USD

–4,06 %

Gold Österreich 1 Dukat

pro aurum

123,50

EUR

–0,60 % 138,00 120,00 –0,60 % 10,69 8,81 % 15,23 ↓

Goldbarren 100 Gramm

pro aurum

3514,00

EUR –0,55 % 3916,50 3413,50 –0,55 % 9,38 9,32 % 13,07 ↓

Gold Philharmoniker 1 Unze

pro aurum

1108,50

EUR

–0,45 % 1236,75 1076,50 –0,45 % 9,48 9,81 % 13,26 ↓

Sojamehl

CBOT Composites

313,20

USD

–0,03 % 350,50 292,00 –0,03 % 18,73 –13,53 % 22,49 ↓

Mais

USD 0,00 % 392,00 329,25 0,00 % 19,43 –11,75 % 22,16 ↓

Silber Philharmoniker 1 Unze

155,40

12,55 –22,35 % 28,96

EUR –5,90 % 18,50 14,35 –5,90 % 15,98 6,17 % 21,80 ↓ 35,79

31,05 –4,06 % 16,25

3,44 % 19,82 ↓

CBOT Composites

351,00

Erdgas

ICE Europe

55,73

GBX

1,33 % 65,40 33,68 1,33 % 34,91 13,94 % 35,79 ↓

Platin

pro aurum

932,00

USD

3,56 % 1027,00 876,00 3,56 % 17,12 –22,01 % 21,27 ↓

KENNZAHLEN FÜR FUTURES BASIEREN AUF UNADJUSTED CONTINUATION CONTRACTS (CC). QUELLE:

45


RENDITE

STATISTIK ÖSTERREICH BÖRSENDATEN DIE WIENER BÖRSE IN ZAHLEN

MARKTKAPITALISIERUNG

80 70 60

20 19 18 17

50

16

40

15

30

Q1

Q2

Q3

Q1

TOP-HANDELSTEILNEHMER PLATZIERUNG DEZ.

(DEZ./16)

VERGLEICHSPERIODE

Q2

Q3

16,90

14,00

14,29

12,92

QUARTAL

Q4

19,21

12

13,53

AKTUELLE PERIODE

16,73

13 15,77

90,59

14

VERGLEICHSPERIODE

123,09

117,25

82,95

111,14

81,82

80,58

99,90

20

0

QUELLE: WIENER BÖRSE AG

100 90

10

QUARTALSUMSÄTZE

MRD. EUR QUELLE: WIENER BÖRSE AG

MRD. EUR

AKTUELLE PERIODE QUARTAL

Q4

MEISTGEHANDELT HANDELSPARTNER

UMSATZ (MIO. EUR)

PLATZIERUNG DEZ.

(DEZ./16)

MARKTTEILNEHMER

UMSATZ (MIO. EUR)

1.

(1)

Morgan Stanley & Co

613,38

1.

(1)

Erste Group Bank AG

741,21

2.

(7)

Merrill Lynch International

484,42

2.

(4)

OMV AG

662,16 595,95

3.

(10)

J.P. Morgan Securities

409,69

3.

(2)

Buwog AG

4.

(3)

Raffeisen Centrobank AG

377,59

4.

(3)

Voestalpine AG

513,98

5.

(-)

Societe Generale S.A

325,29

5.

(5)

Raiffeisenbank International AG

426,29

6.

(8)

UBS LTD.

322,75

6.

(6)

Andritz AG

276,40

7.

(6)

Erste Group Bank AG

297,87

7.

(13)

Lenzing AG

195,92

8.

(4)

Hudson River Trading Europe

262,53

8.

(8)

Wienerberger AG

160,24

9.

(9)

Deutsche Bank AG

272,22

9.

(7)

Bawag Group AG

149,43

10.

(2)

Wood & Company Financial

10.

(12)

261,73

Immofinanz AG

141,60

Gesamt Dezember 2017

5.205,35

Gesamt Dezember 2017

3.863,18

Gesamt Dezember 2016

4.996,20

Gesamt Dezember 2016

3.737,13

Differenz209,15

Differenz

126,05

QUELLE: WIENER BÖRSE AG

QUELLE: WIENER BÖRSE AG

INVESTORENGEOGRAFIE

UMSCHLAGSHÄUFIGKEIT INT. INVESTOREN

56,50 % niedrig 34,50 % moderat

46

6,20 % hoch 2,80 %

sehr hoch

QUELLE: IPREO, DEZEMBER 2016

USA Österreich Großbritannien Norwegen Frankreich Deutschland Niederlande Kanada Schweiz Polen andere

QUELLE: IPREO, DEZEMBER 2016

27,70 19,60 13,30 7,30 6,60 6,00 2,60 2,40 2,30 2,00 10,20


RENDITE

WIRTSCHAFTSDATEN ÖSTERREICHS WIRTSCHAFT IN ZAHLEN

9

INFLATION

%

QUELLE: STATISTIK AUSTRIA

10

QUELLE: AMS

ARBEITSLOSENRATE

%

2

8

1,5

7 6 5

1

4

VERGLEICHSPERIODE

3 2

AKTUELLE PERIODE

1

AKTUELLE PERIODE 0

M

2

85

0

AKTUELLE PERIODE

–1

QUARTAL

Q4

Q1

87,47*

0 –1

293,38*

Q4

Q1

Q2

MONAT

MIO. EUR

88,45*

QUARTAL

MRD. EUR

–4

293,56*

–5 290,64*

297,17*

291,41*

296,56*

295,25*

279,04*

80

Q3

–2 –3

81

D

DEFIZIT IN % DES BIP

1

MRD. EUR

82

N

VERGLEICHSPERIODE

Q2

%

84 83

O

AKTUELLE PERIODE

90,43*

86

VERGLEICHSPERIODE

QUELLE: STATISTIK AUSTRIA

88,84*

93,22*

91,34*

87,47*

88,45*

84,88*

92,11*

90,43*

GESAMTVERSCHULDUNG IN % DES BIP

87

S

LEISTUNGSBILANZSALDO IN % DES BIP

1

Q3

A

4

1,5

Q2

J

5

3

Q1

J

6

MRD. EUR

Q4

M

7

2

1

A

QUELLE: STATISTIK AUSTRIA

2,5

%

F

1.575*

3

J

93,22*

BIP-WACHSTUM

%

MONAT

1.066*

D

88,84*

N

1.184*

O

667*

S

91,34*

A

4.224*

J

4.969*

J

84,88*

M

1.639*

A

810*

M

92,11*

F

QUELLE: STATISTIK AUSTRIA

J

QUELLE: OENB

0

%

VERGLEICHSPERIODE

0,5

Q3

VERGLEICHSPERIODE

–6

VERGLEICHSPERIODE

AKTUELLE PERIODE

–7

AKTUELLE PERIODE Q4

QUARTAL

47

Q1

Q2

Q3

QUARTAL


START-UP

DAS EINKAUFSZENTRUM FÜR INNOVATIONEN Am Anfang klang es nach einem Marketing-Gag. Nun hat der Start-up-Hub Wexelerate in Wien seine erste Bewährungs­probe bestanden. Das Ökosystem aus Kapital­markt­unternehmen als Geldgeber und Start-ups als ­Innovatoren floriert. Doch wer profitiert vom Hype? TEXT INGRID KRAWARIK

W

er das Wexelerate von der

­Geschäftsführer der Wexelerate GmbH,

ternehmen, um voneinander zu lernen,

Seite der Taborstraße Num-

die gleichzeitig Namensgeber des flä-

Kooperationen und Projekte durchzu-

mer eins im zweiten Bezirk

chenmäßig

Start-up-Hubs

führen und vielleicht die eine oder an-

am Donaukanal in Wien betritt, muss

in Zentral- und Osteuropa ist, der auf

dere Finanzierung abzustauben. Dazu

erst einmal suchen. Das „Einkaufszen-

knapp 9.000 Quadratmeter und vier

kommen mehr als 50 Servicepartner wie

trum für Innovationen“, wie es Domi-

Stockwerken als eigenes Ökosystem

Rechtsanwälte, Mentoren und Experten

nik Greiner nennt, erschließt sich nicht

funktioniert. Start-ups treffen hier in

aus Marketing, Vernetzung und Aus-

gleich auf den ersten Blick. Greiner ist

einem Accelerator-Programm auf Un-

bildung, die in Workshops ihr Wissen

größten

48


FINANZPLATZ

9.000 Quadratmeter. Seit September 2017 ­besetzt der Start-up-Hub Wexelerate mit einer bunten ­Mischung aus Unternehmen, Mentoren, Partnern und Start-ups vier Stockwerke des Towers am ­Donaukanal in Wien.

Andritz AG, Acredia Versicherung AG so-

sagt Tausend. Mit dem Start-up Domon-

wie Volksbank Wien AG hat sich Wexe-

da von Geschäftsführer Michael Haller,

lerate das Who’s who des Kapitalmarkts

das ebenfalls im Wexelerate-Programm

ins Haus geholt. 250.000 Euro legen die

dabei ist, werden gemeinsame Projek-

teilnehmenden Unternehmen heuer auf

te überlegt. Das ist dem Hub geschuldet,

den Tisch und bekommen dafür exklusi-

die beiden Start-ups sitzen im gleichen

ven Zugang zu kreativen Köpfen und In-

Office-Space nah beieinander.

novationen der Start-up-Szene, die sie

Mit der App von Domonda können

sich selber aussuchen können. Es gibt

Finanzprozesse wie Buchhaltung, Zah-

auch ein kleines Ticket für 50.000 Euro,

lungsverkehr und Mahnwesen auto-

das aber derzeit nur ein teilnehmendes

matisiert werden. Gezahlt wird eine

Unternehmen gezeichnet hat. Die Start-

monatliche Gebühr pro User plus eine

ups im Programm zahlen keine Miete für

Transaktionsgebühr pro verarbeitenden

ihren Office-Space, Anteile müssen sie

Beleg. „Das konkreteste Projekt habe

auch nicht abgeben. Namen wie Fina-

ich derzeit mit Acredia, aber es gibt auch

pro, Lexatexa, die SAP und Siemens als

Gespräche mit der Volksbank. Nächs-

Partner oder auch Lunchzeit haben be-

tes Ziel ist ein Pitch bei Volksbank-CEO

reits mediale Beachtung genossen.

Fleischmann“, sagt Haller, Domonda ist bereits seine dritte Gründung. „Auch

Netzwerk aufbauen

wenn nichts rauskommt, nimmst du

Der erste sogenannte „Batch“ mit 56

von hier in den vier Monaten unglaub-

Start-ups ist vorbei. Vier Monate hat-

lich viel mit. Natürlich müssen wir alle

weitergeben. „Ich bin felsenfest davon

ten die Kleinunternehmen seit Sep-

Rechnungen bezahlen, aber das ist ein

überzeugt, dass jede Fachabteilung ei-

tember 2017 Zeit, ihre gesetzten Zie-

Nebenprodukt. Du hast als Start-up im-

nes großen Unternehmens in zehn Jah-

le zu erreichen. Wenn sich zwei so un-

mer zu wenig Geld, zu wenige Leute, zu

ren einen eigenen Innovationsmanager

terschiedliche Interessengruppen mat-

wenige Ressourcen, das musst du kom-

hat“, sagt Greiner, der die Marschrich-

chen, stellt sich natürlich die Frage, wer

pensieren mit einer höheren Motiva­

tung für Wexele­rate vorgibt: „Ein Start-

davon am meisten profitiert. Schmü-

tion, die über das Rationale hinausgeht.

up, das nicht reif ­genug ist, in vier Mo-

cken sich die „Corporates“ nur mit den

Ohne echten ‚purpose‘ kannst du Inves-

naten auf die Mentoren zuzugreifen,

Labels der Geldgeber und Innovation?

toren nicht überzeugen“, sagt Haller.

wird es auch nicht schaffen.“

Oder wird wirklich investiert? Florian

Für den Suchenden offenbart die

Tausend, Kogründer der Plattform In-

Auf Tuchfühlung mit Mentoren

lichtumwobene Rolltreppe, die in den

vestory, kann bereits auf erste zahlende

Die Motivation, sich bei Wexelerate zu

ersten Stock führt, erste Details mit

Kunden verweisen, unter anderem ver-

bewerben, sei sehr unterschiedlich, ein

16 Unternehmensnamen, die an der

traut laut Investory-Webseite Wikifolio-

knallhartes Business ist es für jeden. „Es

schwarzen Wand prangen, und einer er-

Gründer Andreas Kern auf die Dienste

ist brutal, eine Achterbahnfahrt an Emo-

wartungsvollen Stimmung, die Ange-

des Anbieters. Speedinvest ist ebenfalls

tionen. Wenn man sich nicht selbst immer

lika Sommer-Hemetsberger, Vorstand

mit an Bord. Die Plattform von Investory

wieder aufrappeln kann, hat man keine

der Österreichischen Kontrollbank AG

erleichtert die Kommunikation nach ei-

Chance“, sagt Christoph Schnedlitz über

(OeKB), „lässig“ nennt. Mit der Palfin-

nem Investment, indem Reportings und

das Start-up-Dasein. Er ist in eine Wohn-

ger AG, Uniqa Insurance Group AG, der

Businessentwicklungen

automatisiert

gemeinschaft gezogen und lebt auf Spar-

Oesterreichischen Kontrollbank AG, der

werden. 50 Euro kostet das monatliche

flamme, damit er sein Start-up Hi Mo-

Österreichischen Post AG, Raiffeisen-

Abo. „Ich muss meine Kunden also so

ment vorantreiben kann. Hi Moment, das

landesbank Niederösterreich-Wien AG,

gut servicieren, dass sie auch bleiben“,

über Greiners Wexelerate ins Programm

49


FINANZPLATZ

„Der Hub f­ loriert. Mehr als 20 ­Projekte sind e­ntstanden.“ DOMINIK GREINER

Jungunternehmer. Florian Tausend, Michael ­Haller und Christoph Schnedlitz (von links) waren mit ihren Start-ups im ersten Durchgang des ­Accelerator-Programms dabei. Die Uniqa Insurance Group AG (unten) hat ein eigenes Innova­tion Lab im Wexelerate, jeden Montag versammelt sich der Vorstand dort auf Barhockern zur Sitzung.

nominiert wurde, hilft Menschen, glücklicher zu werden. Schnedlitz hat vor einem Jahr einen Alpha-Prototyp gelauncht. Von Wexelerate ist auch er begeistert. „Die machen hier ein sehr gutes Programm. Am besten finde ich die Inspire-and-­ Dine-Abende. Da plaudern bekannte und erfolgreiche Start-up-Gründer aus dem Nähkästchen, das ist die größte Hilfe. Wie bleibe ich in existenzkrisenartigen Situationen cool, wie schnell nimmst du Leute auf, wie schnell kündigst du, wie kommt man in die Medien rein. Wir können uns keine Berater leisten“, sagt Schnedlitz. Er überlegt für Hi Moment ein Modell a la Runtastic, deren App ebenfalls kostenlos ist und bei der wenige, die das Premiumprogramm nutzen, die Masse finanzieren. „Glück soll nichts kosten.“ rung für Beteiligungen an Start-ups in

Kooperationen mit Fintechs

Einsatz von Risikokapital

die Hand, im Vorjahr waren es insgesamt

Beim Start-up Finapro, einer digitalen

Die Uniqa Insurance Group AG (Uniqa)

drei Millionen Euro. „Das ist Risikokapi-

Finanz- und Vermögensberatung, die

ist mit einem eigenen „Innovation Lab“

tal, das uns Zugang zum Ökosystem von

über ETFs fondsgebundene Lebensversi-

im ersten Stock des Wexelerate vertre-

Innovations- und Digitalisierungspro-

cherungen anbietet, ist die Uniqa bereits

ten und gleichzeitig Besitzer des ­Towers.

jekten gibt“, sagt Andreas Nemeth, der

investiert. „Versicherungen haben eine

Der Vorstand der Uniqa hält jeden Mon-

Uniqa Ventures verantwortet und im

Null-Fehler-Kultur und sind nicht expe­

tag seine Vorstandssitzungen auf bunten

Gesundheits-, Finanzierungs- und Mo-

rimentierfreudig, Start-ups sind agil und

Barhockern im Lab ab. Der innovative

bilitätsbereich auf der Suche nach Start-

dürfen Fehler machen, das nutzen wir“,

Spirit wird somit regelmäßig eingeatmet

ups ist. Im Wexelerate arbeitet die Uni-

sagt Nemeth, der die Zukunft der Uni-

und führt auch zu der einen oder anderen

qa mit Trayn zusammen, einer App, die

qa mehr im Dienstleitungsbereich sieht.

Investition. Zwischen 400.000 Euro und

Trainingspläne erstellt, um die fittesten

„Als Kfz-Versicherung stehen wir vor

einer Million Euro nimmt die Versiche-

Athleten oder auch Mitarbeiter zu haben.

einem starken Wandel, da sich immer

50


FINAZPLATZ

„Die ­Vernetzung mit anderen ­Corporates ist sehr bereichernd.“

„Risikokapital, das uns Zugang zum Ökosystem von Innovationen gibt.“

„Kooperieren mit zwei Start-ups zur Digitalisierung von Daten.“

A. SOMMER-HEMETSBERGER

ANDREAS NEMETH

HANNES ROITHER

weniger Kunden ein Auto kaufen, son-

dem Start-up Giromatch führt die OeKB

Hier sind etwa die Raiffeisenlandesbank

dern stattdessen auf alternative Mobi-

derzeit ein Projekt durch. Es geht um Di-

Oberösterreich AG und KPMG Austria als

litätskonzepte wie Carsharing umstei-

gitalisierung und Automatisierung von

Partner mit dabei. Die FACC AG hat auch

gen. Gleichzeitig sehe ich für Uniqa die

Bilanzen. „Da machen wir sicher weiter,

schon Interesse angekündigt.

Chance, sich als Versicherungspartner

das ist nach den vier Monaten noch nicht

alternativer Anbieter zu positionieren.“

abgeschlossen. Ein Investment sehe ich

Ökosystem läuft

Wexelerate nennt er den schönsten Ar-

nicht, aber eine mögliche Kundenbe-

Dominik Greiner will die Corporate Part-

beitsplatz der Welt. Vor kurzem hat die

ziehung, wo ich ein Produkt beziehe“,

ners, die sich auf drei Jahre binden, im

Uniqa medienwirksam ihre Beteiligung

meint Sommer-Hemetsberger.

zweiten Durchgang auf 30 aufstocken

am estnischen Start-up Inzmo an die

Für den zweiten Durchgang haben

und noch besser servicieren. Das Inter-

Helvetia Versicherungen AG verkauft, in

Greiner und sein Team bereits 16.000

esse ist nach dem ersten Batch schlag-

das sie im Mai 400.000 Euro investiert

Start-ups

knapp

artig gestiegen. „Da waren auch ein paar

hatte. „Wir wollten die Helvetia als Cor-

1.000 Bewerbungen eine Longlist er-

kritische Medienberichte mit dabei, aber

porate Partner haben, die wollten ­Inzmo

stellt, aus der rund 50 Start-ups aufge-

auch das hilft“, sagt Greiner mit Blick

aber ganz übernehmen“, erklärt Ne-

nommen werden. Bei der OeKB, die sich

auf die Vorwürfe politischer Freunderl-

meth. 30 Prozent soll der Deal gebracht

wie alle anderen Unternehmen auf drei

wirtschaft, nachdem Wexelerate von der

haben, heißt es in der Szene.

durchleuchtet,

aus

Jahre bindet, ist der Funke übergesprun-

Stadt Wien 280.000 Euro Förderung auf

Die Palfinger AG ist auch ein Groß-

gen. „Der erste Durchgang ist für uns

drei Jahre bekommen hat. Die sind aber

mieter im Start-up Hub und besetzt ein

wirklich gut gelaufen, für die OeKB ist es

abgeflaut, der Start-up-Hub floriert. „Es

100-Quadratmeter-Büro mit zwei Mit-

definitiv eine Lernphase, eine völlig neue

sind mehr als 20 Projekte entstanden, es

arbeitern. Der Kranhersteller hat mit

Kultur. Das Interesse in den Fachabtei-

gibt auch Fälle, wo Corporates investie-

zwei Start-ups Projekte laufen. ­„Unsere

lungen hat aber spürbar zugenommen“,

ren oder kaufen wollen. Wir haben alle

Geräte sind elektronisch gut ausgestat-

sagt Angelika Sommer-Hemetsberger.

390 Arbeitsplätze vermietet.“

tet, sammeln Daten, wir machen nur zu

Für den nächsten Durchgang hat die

Wer nun wirklich mehr profitiert,

wenig draus“, sagt Palfinger-AG-Spre-

Bank bereits eine Shortlist an interes-

ist nach so kurzer Zeit nicht zu beant-

cher Hannes Roither. Überlegt werden

santen Start-ups erstellt. Ziel ist es etwa,

worten. Für den Standort Österreich

veränderte Abrechnungsmodelle sowie

den internen Helpdesk der Bank zu ent-

sorgt das Projekt auf jeden Fall für stei-

neue Dienstleistungen im Serviceseg-

lasten. Aber auch das Thema Blockchain

gende Wettbewerbsfähigkeit. Dass sich

ment ähnlich wie in der Autoindustrie.

will Sommer-Hemetsberger näher ver-

im Wexelerate ein eigener Spirit in den

folgen, obwohl der Hype sehr groß sei.

Stockwerken manifestiert, der von Auf-

Kulturschock

Es sei nicht nur die Arbeit mit den Start-

bruch, Veränderung und Hoffnung er-

Gemeinsam mit ihrer Tochter Acredia

ups, „die Vernetzung mit anderen Cor-

zählt, ist aber schon jetzt wahrnehmbar.

Versicherung AG ist auch die OeKB als

porates ist sehr bereichernd. Der Effekt

Der Eingangsbereich soll jetzt neu

Corporate Partner mit an Bord. „Wir

auf die Veränderungen der Kultur ist

gestaltet werden. „Mir fehlt derzeit das

sind als Bank nur in regulierten Märk-

zwar monetär nicht messbar, hat aber

Onboarding beim Reinkommen“, sagt

ten unterwegs und so darauf gedrillt, die

einen unglaublichen Wert fürs Unter-

Greiner, der sich auch mittelfristig Zie-

Regulatorik und internationalen Geset-

nehmen“, sagt Sommer-Hemetsberger.

le gesteckt hat: „Wenn in fünf Jahren

ze einzuhalten, dass es schwerfällt, in-

Das Wexelerate in Wien ist nicht der

deutlich mehr der größten österreichi-

novativ und kreativ zu arbeiten“, erklärt

einzige Start-up-Hub, der Kapitalmarkt­

schen Unternehmen mit Start-ups ko-

Sommer-Hemetsberger, die auch im

unternehmen anzieht. In der Tabakfa-

operieren oder gar in diese investieren,

Beirat von Wexelerate dabei ist, in dem

brik in Linz hat das Business-Angels-

haben wir die gewünschte Dynamik im

Kooperationen und Weiterentwicklun-

Netzwerk Start-up-300 mit der Factory

Ökosystem erreicht.“ Der zweite Durch-

gen des Projekts erarbeitet werden. Mit

300 ein ähnliches Ökosystem aufgebaut.

gang startet am 5. März 2018. n

51


BRANCHEN

BANKEN

LLB SCHLUCKT SEMPER CONSTANTIA PRIVATBANK KOLUMNE

WILHELM CELEDA Vorstands­ vorsitzender Raiffeisen Centrobank AG

DIGITALISIERUNG: FLUCH ODER SEGEN

Die Liechtensteinische Landesbank AG

näre der Semper Constantia, das sind die

„Digitalisierung“ wird auch 2018

(LLB) kauft die Wiener Semper Constantia

Haselsteiner Familien-Privatstiftung mit

wieder als Sammelbegriff für alles

Privatbank AG (Semper) um 185 Millionen

64 Prozent und die Grosso Holding Gesell-

Euro und setzt dafür 1,85 Millionen eige-

schaft des Investors Erhard F. Grossnigg

für so ziemlich alles herhalten

ne Aktien ein. Die Übernahme wird im Juli

mit 15 Prozent, werden sich mit sechs Pro-

müssen. In meiner Wahrnehmung

2018 schlagend, die Marke Semper Con­

zent an der LLB beteiligen. Die Vorstände

ist die Digitalisierung lediglich

stantia bleibt bis September 2018 erhalten.

der Semper Constantia, Bernhard Ramsau-

die beschleunigte technologische

Danach fusionieren die beiden Häuser zur

er und Harald Friedrich, halten derzeit je-

Liechtensteinischen Landesbank (Österr-

weils 8,5 Prozent an der Bank. Die LLB ist

chen Anbieters dem Anleger eine

reich) AG. Semper-Vorstandsvorsitzen-

seit 2009 in Österreich aktiv und baut mit

ortsunabhängige virtuelle Beratung

der Bernhard Ramsauer wird zuerst Vor-

der Übernahme ihr Geschäft signifikant

in Kombination mit persönlichem

standschef der fusionierten Bank und soll

aus. Bereits 2019 soll die fusionierte Bank

Service bietet. Gleichzeitig steigt

dann im Frühjahr 2019 in den Aufsichtsrat

einen positiven Ergebnisbeitrag zur LLB-

wechseln. Wer ihm nachfolgen wird, steht

Gruppe, an der das Land Liechtenstein ak-

derzeit noch nicht fest. Die Hauptaktio-

tuell 57,5 Prozent hält, beisteuern.

Neue gelten und von der Wunderwaffe bis zur größten Bedrohung

Weiterentwicklung, die bei ausreichender Flexibilität des erfolgrei-

die Abhängigkeit von IT rasant, so definiert sich etwa Händlergeschick immer mehr über Millisekunden auf Basis ausgefeilter Algorythmen. Auch wenn die Blockchain-Technologie vielversprechend klingt, haben Bitcoin oder Co als Ersatz für US-Doller oder Euro keine Zukunft. Weder führt eine künstliche Ver-

Kontrollbank profitiert von Gesetzesänderung

knappung zur Inflationsverhinderung, noch kann es selbst dem Weltverschwörungstheoretiker bei aller Kritik am System der Geldpolitik recht sein, dass die zukünftige Geld-

Die Oesterreichische Kontrollbank AG (OeKB) hat durch den Wirtschaftsaufschwung in Österreich 2017 stark profi-

entwicklung von ein paar Nerds über

tiert. „Die Nachfrage nach Absicherungen

mathematische Modelle oder, noch

und Finanzierungen von Exportgeschäften

schlimmer, von der Masse gesteuert

ist deutlich gestiegen“, sagt OeKB-Vor-

wird. So wie schon bei Facebook oder Google heißt es auch bei der zukünftigen Digitalisierung, diese bewusst

stand Angelika Sommer-Hemetsberger. Profitiert hat die Bank auch durch eine Ge-

einzusetzen und damit zu schaffen,

setzesänderung im Bereich Export-Servi-

finanzierungen, die nachweislich der Ex-

was der Politik bisher nicht gelungen

ces, die es ermöglicht hat, heimische Ex-

porttätigkeit dienen, auch möglich. Gene-

ist: den Kapitalmarkt einem breite-

porteure noch stärker im globalen Wett-

rell wurde ein Fokus auf Wertschöpfungs-

bewerb zu unterstützen. Früher mussten

quoten gelegt. „Das ist absolut in unserem

etwa Anlagenbauer einen konkreten Ex-

Interesse, da wir den Standort Österreich

portauftrag vorweisen, um eine Finanzie-

stärken und sichern wollen“, sagt Som-

rung zu bekommen. Jetzt sind Inlands­

mer-Hemetsberger.

ren Publikum zugänglich zu machen und somit der Entmündigung durch Mifid zu trotzen.

w.celeda@derboersianer.com

52


BRANCHEN

TICKER Dirigent Franz Welser-Möst mit Gattin Angelika und Generaldirektor Heinrich Schaller mit Lebensgefährtin Claudia Steinecker genossen den Abend.

Die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich AG hatte Unternehmerprominenz zum Konzertabend ins Linzer Brucknerhaus eingeladen. Das Cleveland Orchester unter der Leitung von Franz Welser-Möst begeisterte die 1.200 Gäste. Mit dabei waren Andreas Seifert (XXXL-Lutz), Peter Mitterbauer (Miba AG), Ernst Wastler (Vamed), Peter Untersperger (Salinen AG), Jakob Auer (Raiffeisenlandesbank OÖ AG) und Martin Schaller (Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG).

Bawag expandiert am deutschen Bankenmarkt Die Bawag Group AG (Bawag) hat nach dem Kauf der Südwestbank AG mit der Übernahme der Bausparkasse Deutscher Ring mit Sitz in Hamburg eine zweite deutsche Bank in ihr Portfolio geholt. Nach der Übernahme der Start-Bausparkasse AG ist das nun schon die zweite Bausparkas-

BKS Bank will mit Q1-Kapitalerhöhung 60 Millionen Euro lukrieren +++ RLB Oberösterreich platziert unbesicherte 500-Millionen-EuroAnleihe +++ S Bausparkasse kürzt ein Viertel der Belegschaft +++ Dieb leert Schließfächer der Raiffeisenbank im Looshaus in Wien +++ RBI platziert 500-MillonenEuro-Anleihe mit 4,25-Prozent-Kupon +++ Hypo Vorarlberg platziert Nachranganleihe mit 50 Millionen Euro Volumen

se, die sich die Bawag einverleibt. Bawag-

schwierigen Zeiten für Bausparkassen be-

Chef Anas Abuzaakouk bleibt damit sei-

wusst: „Wir glauben an eine Neuausrich-

ner Strategie, den deutschen Retail­markt

tung, die durch die Fokussierung auf ri-

stärker zu fokussieren, treu. Strategisch

sikoadäquate Preisgestaltung, Technolo-

wurde auch eine langfristige Kooperation

gie und Steigerung der operativen Exzel-

mit dem bisherigen Eigentümer der Bau-

lenz unterstützt wird.“ Vor einigen Tagen

sparkasse, der Basler Versicherung, unter-

hat die Bank auch eine strategische Part-

zeichnet. Die Bawag nutzt damit ihr vor-

nerschaft mit der Onlinekreditplattform

handenes Kapital, um sich in guten Zeiten

Spotcap vereinbart, sie will damit die Kre-

der Banken konnte zuletzt gestei-

breit aufzustellen. Abuzaakouk ist sich der

ditvergabe an KMUs vorantreiben.

gert werden. Im Vergleich zu 2016

BANKEN IM AUFSCHWUNG STUDIE. Die operative Profitabilität

verbesserten sich die operativen Gewinne im ersten Halbjahr 2017 um 32 Prozent auf 3,8 Milliarden Euro. Grund dafür sind der wirtschaftliche Aufschwung, die

KARRIERE

Restrukturierungsmaßnahmen und die Konsolidierung im Sektor. Zu diesem Ergebnis kommt der 34. Financial Stability Report der

Markus Niederreiner

Bernhard Spalt

Andrii Stepanenko

ist neuer Geschäftsführer der Hellobank. Der 40-Jährige war davor Vertriebschef der BNP Paribas Cardif Deutschland und führt mit Gerard Derszteler die Geschäfte. Paul Reitinger verließ mit Ende Jänner das Unternehmen.

ist seit 1. Jänner 2018 neuer Risikovorstand der Erste Bank Österreich AG. Der 49-Jährige war von 2006 bis 2012 Risikovorstand der Erste Group Bank AG und zuletzt bei der BCR in Rumänien im Einsatz.

ist neuer RBI-Retailvorstand. Er (45) kommt von der Raiffeisenbank Russland. Neu im RBIVorstand ist auch Lukasz Januszewski (39). RBI-Generalbevollmächtigter Michael Höllerer ist nun Vorstand der Polbank.

Oesterreichischen Nationalbank. In dem Bericht rät die Notenbank den Banken, die konjunkturell guten

53

Zeiten zu nutzen, um notwendige strukturelle Veränderungen vorzunehmen und die Risikoertragsfähigkeit weiter auszubauen. Nachbesserungsbedarf haben mehr als zwei Drittel der Banken bei der Kosten-Ertrags-Relation.


BRANCHEN

VERSICHERUNGEN

FUSIONSWELLE BEI VIG-TÖCHTERN Neben der Zusammenführung der österreichischen S Versi-

mals: Baltikum) und die BTA Baltic Insurance Company AAS.

cherung AG mit der Wiener Städtischen Versicherungen AG

Die BTA hat Zweigniederlassungen in allen drei baltischen

hat die Vienna Insurance Group AG (VIG) noch in weiteren

Staaten. Darüber hinaus hat die VIG einen weiteren Zukauf

vier Regionen Tochterunternehmen fusioniert. In erster Linie

in der Region angekündigt, um ihre Position als Marktfüh-

geht es bei der neuen Strategie um Skaleneffekte durch die

rer weiter auszubauen: Die Seesam Insurance AS (Seesam) soll

Bündelung von Ressourcen und Kompetenzen. Die neue Wie-

von der finnischen OP Finance Group erworben werden. Wei-

ner Städtische Versicherung AG wird durch die Zusammen-

tere Zusammenführungen sind per April 2018 in der Slowa-

führung „größter Lebensversicherer Österreichs“, so die VIG.

kei und in Kroatien geplant. 2019 ist es dann in Tschechien so

„Profitieren sollen von dieser neuen Organisation in erster

weit. Ihren Marktanteil konnte die VIG auch in Bulgarien ver-

Linie die Kunden der Erste Bank und Sparkassen, denen ein

größern, wo sie nunmehr mit Bulstrad und Bulstrad Life das

breiteres Produkt- und Serviceangebot zur Verfügung steht.“

Versicherungsgeschäft dominieren.

Der Bankenvertrieb ist auch in anderen Regionen eines der

Wachsen will die österreichische Versicherungsgruppe

wichtigsten Argumente für die Fusionierungen, die wie auch

auch in Bosnien-Herzegowina, wo die Merkur Osiguranje er-

in Österreich fast alle noch behördlich genehmigt werden

worben werden soll. Mit Liane Hirner begann am 1. Februar

müssen. Nur im Baltikum ist die Verschmelzung bereits voll-

2018 die Nachfolgerin von Finanzvorstand Martin Simhandl

ständig über die Bühne gegangen: Dort vereint nunmehr die

ihre Funktionsperiode bei der VIG. Simhandl bleibt noch bis

BTA Baltic die Inter Risk Vienna Insurance Group AAS (vor-

30. Juni 2018.

Neue Regulierungen in Kraft

Das neue Jahr soll für Versicherungskunden eine Vereinfachung in der Produktinformation bringen. Für Anbieter ergibt sich daraus zunächst eine neue Komplexität in der Umstellung. Sie müssen, wie die Finanzmarktaufsicht angibt, Folgendes zur Verfügung stellen: das „Basisinformationsblatt“(Key Information Document – KID) gemäß der PRIIPs-Verordnung, jenes über „Verpackte Anlageprodukte für Kleinanleger und Versicherungsanlageprodukte“ und gemäß der IDD-Richtlinie des Versicherungsvertriebs das „Informationsblatt zu Versicherungsprodukten“ (Insurance Product Information Document - IPID) sowie das „Informationsblatt für Risikolebens­ versicherungsprodukte“ (Life Insurance Product Informa­tion Document, kurz LIPID).

54


BRANCHEN

TICKER

Fair Finance ist Mitbegründer neuer Aktionärsplattform Die heimische Vorsorgekasse Fair Fi-

tigen Investoren auf europäischer Ebene

nance AG hat die neue europäische Platt-

mehr Gewicht verleihen zu können“, er-

form Shareholders for Change (SCF) mit-

klärt Markus Zeilinger, Gründer und Vor-

begründet. Sie soll Aktionäre darin un-

standsvorsitzender der Fair Finance AG,

terstützen, mit Firmen in Gespräche über

die Ziele von SFC.

Nachhaltigkeit zu treten. „Wir freuen uns,

Andere Mitbegründer kommen aus den

dem Austausch mit Emittenten in Ab-

Ländern Deutschland, Frankreich, Italien

stimmung mit gleichgesinnten nachhal-

und Spanien.

Österreicher mit geringster Nettorendite Seit 2003 haben die heimischen Haushalte im Mittel eine jährliche reale Rendite von 1,06 Prozent erzielt, hielt die AllianzGruppe fest. Damit schneidet Österreich „im europäischen Vergleich am schlechtesten ab, knapp hinter Italien (1,14 Prozent)“. Die höchste Rendite wurde in Finnland mit 4,3 Prozent erreicht. Dazu stellte die Versicherung eine Beispielrechnung

stiegsbremse“ in den Vermögensmittel-

an: „Hätten die österreichischen Haus-

stand ist. „Aktuell verfügen rund vier Mil-

halte seit 2003 nicht rund 50 Prozent ihres

lionen Österreicherinnen und Österrei-

Geldvermögens bei den Banken geparkt,

cher über ein Nettogeldvermögen von un-

sondern nur 40 Prozent und die so frei ge-

ter 16.000 Euro – und bilden damit wie im

wordenen Mittel je zur Hälfte auf Akti-

Jahr 2000 die heimische Vermögensunter-

en und Investmentfonds verteilt, wäre die

klasse. Um in die Mittelklasse aufzustei-

Vermögensrendite in diesem Zeitraum um

gen, sind Veränderungen im individuellen

knapp 40 Basispunkte höher ausgefallen.“

Veranlagungsverhalten dringend notwen-

Gleichzeitig stellte die Allianz fest, dass

dig“, kommentiert Martin Bruckner, Chief

das bei den Österreichern noch immer

Investment Officer der Allianz-Gruppe in

beliebte Sparbuch eine „gewaltige Auf-

Österreich, das Sparverhalten.

Pensionskassen erzielen 6,13 Prozent Rendite für 2017 +++ FMA: VersicherungsPrämienvolumen plus 0,3% bis September 2017 +++ Livv.at erste OnlineAblebensversicherung in Österreich +++ Aon hat Integration der Vero-Gruppe abgeschlossen +++ VBV Pensionskasse erzielt 2017 Rendite von 7,4 bei Veranlagungen +++ Generali Österreich wird Teil der Generali-Region Zentral- und Osteuropa +++ Große Produktrückrufe kosten laut Allianz-Report zehn Millionen Euro

KONSOLIDIERUNG BEI VERSICHERUNGEN BERICHT. „Allein in den vergange-

KARRIERE

nen fünf Jahren hat sich die Zahl der hierzulande zugelassenen Versicherungsunternehmen

Christian Noisternig

Walter Kupec

Helmut Geil

soll ab April 2018 das Ressort Vertrieb bei der Ergo Versicherung AG verantworten. Er folgt somit auf Walter Kralovec, dessen Vertrag mit Ende März 2018 ausläuft und „in beiderseitigem Einvernehmen nicht verlängert“ wird.

und Thomas Plank vertreten die Generali Österreich im Führungs­gremium der Generali CEE, nachdem Österreich innerhalb der Gruppe in diese Region eingegliedert wurde. Ein weiteres neues Mitglied ist Miroslav Singer.

kehrte nach einem kurzen Zwischenspiel bei der Muki VVAG in Bad Ischl wieder zu Aon zurück, genauer gesagt als Managing Director Aon Austria. Bis August 2017 war Gell Geschäftsführer der Aon Benfield Rückversicherungsmakler GmbH.

um

16

Prozent auf 89 verringert“, das hält die Finanzmarktaufsicht in ihrem jüngsten Bericht zur Lage der

55

Versicherungswirtschaft fest. Dieser Konsolidierungsprozess habe bereits vor der Einführung des neuen Regelwerks Solvency II begonnen und „schreitet weiter voran“. Insgesamt hätten die heimischen Versicherer die Umstellung „erfolgreich gemeistert“.


BRANCHEN

FONDS

KOLUMNE

HEINZ BEDNAR Präsident VÖIG

AMUNDI UND PIONEER ZIEHEN ZUSAMMEN Die beiden Fondsgesellschaften Amundi

di Austria gestärkt und präsenter am hei-

Austria und Pioneer Investments Austria

mischen Markt positioniert werden. Da-

ziehen voraussichtlich im Sommer 2018

mit erlischt die Erinnerung an Österreichs

Die Fondsbranche blickt auf ein

in ein gemeinsames Headquater. Nach der

älteste

gutes Jahr zurück. Laut der aktu-

Übernahme der Pioneer Investment Aus-

Denn hinter Pioneer Investments Aust-

WICHTIGER BAUSTEIN ­ IM BANKENVERTRIEB

ellen statistischen Auswertung

Fondsgesellschaft

zunehmend.

tria durch die Amundi Austria im Dezem-

ria steht die 1956 gegründete Österreichi-

Investmentgesellschaften (VÖIG)

ber 2016 führen die Unternehmen ihre

sche Investment Gesellschaft. Diese wur-

ist das gesamte in Fonds veranlagte

Geschäfte nun auch räumlich zusammen.

de im Juni 1998 mit der Kapitalanlagege-

Vermögen um 8,3 Milliarden Euro

Sitz der Unternehmen wird der Schwar-

sellschaft der Bank Austria AG zur Capi-

auf 175,4 Milliarden Euro gestiegen.

zenbergplatz 3 in Wien, der einstige

tal Invest fusioniert. Aus dieser ist Pio-

Standort der Raiffeisen Capital Manage-

neer im Jahr 2006, nach der Übernahme

ment. Nachbar ist die Sberbank AG. Den

der Bank Austria AG durch die Unicredit,

Anlageklassen erkannt und das

Umzug wird nur ein Unternehmensna-

hervorgegangen. Sicher ist, dass Amundi

positive Marktumfeld für Zukäufe

me überdauern. „Der Name Pioneer wird

Austria und Pioneer Investments Austria

genutzt. Neben den marktbe-

nicht bestehen bleiben“, heißt es dazu von

zusammen die drittgrößte Investmentge-

Amundi Austria. Am bisherigen Pioneer-

sellschaft des Landes darstellen. Ihr Vo-

Headquarter in der Lassallestraße in Wien

lumen von etwa 23 Milliarden Euro über-

schnittlich stark nachgefragt waren

prangt bereits das Amundi-Branding.

treffen nur noch Erste Spar­invest KAG und

Aktienfonds mit plus 12,3 Prozent

Mit diesem Schritt soll die Marke Amun-

Raiffeisen KAG.

der Vereinigung Österreichischer

Damit wurde eine neue Rekordmarke erklommen. Die Anleger haben die Chancen in den risikoreicheren

dingten Zuwachsraten stieg das Gesamtvolumen netto um mehr als 3,5 Milliarden Euro. Überdurch-

und gemischte Fonds mit plus 6,6 Prozent, die mit gesamt 71,1 Milliarden Euro in ihrer Bedeutung die Rentenfonds überholt haben. Für 2018 ist die Ausgangslage für die österreichische Fondswirtschaft weiterhin günstig. Im Umfeld der auf Rekordtief liegendenen Zinsen sind die österreichischen Fondsgesellschaften mit ihrem Angebot ein wichtiger Baustein im Wertpapiervertrieb der Banken. Die Vorteile

Unklare Verhältnisse bei Käufer verzögern C-Quadrat-Übernahme

von Fonds sollen im Rahmen des Weltfondstags 2018, der im April

Die im Mai 2017 angekündigte Übernah-

Veto der Finanzmarktaufsicht. Diese ist

me der C-Quadrat Investment AG durch

verpflichtet, die neuen Eigentümer einem

die chinesische HNA-Gruppe ist noch im-

„Fit and Proper“-Test zu unterziehen. Dies

tigkeit in den Vordergrund. Die

mer nicht erfolgt. Das liegt keineswegs da-

ist jedoch noch nicht umfassend möglich,

VÖIG arbeitet an der Entwicklung

ran, dass dem chinesischen Großinvestor

da einer der Gesellschaften der HNA-Grup-

eines nachhaltigen Kriterienkata-

die vereinbarten 250 Millionen Euro feh-

pe keine vollständigen Unterlagen geliefert

len. Allein in den letzten drei Jahren hat

hat. Sobald diese eintreffen, beginnt die

die HNA-Gruppe 40 Milliarden US-Dollar

60-Tages-Frist, in der die Finanzmarktauf-

für Zukäufe in westlichen Ländern ausge-

sicht zu entscheiden hat, ob grünes Licht

geben. Grund für die Verzögerung ist ein

für die Übernahme gegeben wird.

stattfindet, wie in den Jahren zuvor besonders hervorgehoben werden. Zudem rückt das Thema Nachhal-

logs. Damit sollen die Anlegerinnen und Anleger die Fonds besser vergleichen und qualifizieren können. h.bednar@derboersianer.com

56


BRANCHEN

Fintech Wikifolio etabliert sich

Wikifolio Financial Technologies AG hat

folio Financial Technologies AG 2017 zwei

mit einem erfolgreichen Geschäftsjahr sei-

internationale Investoren hinzugewon-

nen Ruf als eines der vielversprechendsten

nen. „Die Kapitalerhöhung ermöglicht es

Start-ups der Finanzbranche erneut be-

uns, neue Projekte in Angriff zu nehmen“,

stätigt. Neben einer Umsatzsteigerung von

sagt dazu Gründer Andreas Kern. Eines die-

mehr als 100 Prozent schrieb das Start-

ser Projekte ist das Wikifolio-Medienhaus.

up im vergangenen Jahr zum ersten Mal

Das Ziel ist, mit Datenanalysen und In-

schwarze Zahlen. Die Geschäftsidee des

halten rund um Investmenttrends, Talen-

Fintechs, von Mitgliedern seiner Commu-

te und Best Practices mehr Anleger für das

nity erstellte Portfolios als Zertifikate auf-

Geschäftsmodell zu gewinnen. „Zudem

zulegen, findet in der Finanzbranche zu-

wird das Thema Blockchain auch für Wiki-

nehmend Beachtung. Mit der Schweizer

folio.com unabhängig vom aktuellen Hype

Post Finance AG und der französischen

rund um Kryptowährungen eine Rolle spie-

New Alpha Asset Management hat Wiki-

len“, prognostiziert Kern.

TICKER

Deutsche Asset Management führt DWS als Dachmarke ein +++ AXA World Robotech Fonds knackt 500-MillionenUS-Dollar-Marke +++ PM Scalable Capital erweitert Angebot in Österreich +++ Raiffeisen Vermögensverwaltung feiert 30-Jahr-Jubiläum +++ Tirolinvest fusioniert mit Erste Asset Management +++ Ökoworld KAG verwaltet über eine Milliarde Euro

VÖIG fordert Kapitalmarktbekenntnis von Regierung Die Vereinigung Österreichischer Invest-

zender Heinz Bednar. Der Verein plädiert

mentgesellschaften (VÖIG) hat im Rah-

auch für eine Aufhebung der Wertpapier-

men ihrer Fondstage Forderungen an die

KeSt. So soll eine positive Stimmung für

neue Regierung gestellt. Erwartet wird

Investmentfonds und den Kapitalmarkt

eine Stärkung des heimischen Kapital-

allgemein erzeugt werden. „Ich hoffe,

marktes und eine breiter aufgestellte

dass das Problem, dass alles, was nicht

private Vorsorge. „Als Minimalvariante

Sparbuch oder Bausparen ist, des Teufels

sollte zumindest eine Zukunftsvorsorge-

und nur für Spekulanten ist, der Vergan-

variante ohne Kapitalgarantie geschaffen

genheit angehört“, erläutert Dietmar Ru-

werden, und diese sollte sinnvollerweise

par, Generalsekretär der VÖIG. Die VÖIG

in einer Art Vorsorgedepot ausgestaltet

verzeichnete 2017 Zuflüsse bei Invest-

STUDIE. Im aktuellen Invest-

sein“, sagt dazu VÖIG-Vorstandsvorsit-

mentfonds von 3,5 Milliarden Euro.

mentumfeld, das durch eine

AKTIVES MANAGEMENT LIEGT IM TREND

höhere Volatilität sowie niedrige Renditen geprägt ist, setzt die überwiegende Mehrheit der professionellen Fondsanleger

KARRIERE

bei der Alpha-Generierung, also der Outperformance gegenüber der Benchmark, zunehmend auf aktives Management sowie den

Frank Engels

Heinz Mayer

Christian Staritzbichler

Ist seit 1. Jänner 2018 Leiter des Portfoliomanagements von Union Investment. Der 49-Jährige tritt somit die Nachfolge von Björn Jesch an, der Union Investment auf eigenen Wunsch verlässt.

beendet im ersten Quartal 2018 seine Vorstands­ tätigkeit bei der Schoellerbank AG. Der 52-Jährige ist seit 2001 Mitglied im Vorstand der Privatbank.

hat mit Anfang Februar bei der Raiffeisen Capital Management angeheuert und wird dort im Team der Dachfondsmanager andocken. Davor war er bei Amundi Austria.

Einsatz alternativer Investments. Zu diesem Ergebnis gelangt eine neue Umfrage von Natixis Global

57

Asset Management. Professionelle Investoren gehen davon aus, dass eine höhere Volatilität am Markt wahrscheinlich auch zu einer größeren Streubreite der Aktienerträge führen wird.


BRANCHEN

AKTIEN

KOLUMNE

BETTINA SCHRAGL Head of Investor Relations Immofinanz AG

WENN MAN DIE BÄUME IM WALD WIEDER SIEHT Aus meinen Kolumnen im letzten Jahr bin ich Ihnen noch Details schuldig, welche Schritte wir bei

MACHTKAMPF BEI ZUMTOBEL

der Immofinanz AG für einen leserfreundlicheren Konzernabschluss gesetzt haben. Denn während etwa das Vorstandsinterview im allge-

Die Zumtobel Group AG plagt derzeit ein

sichtsrat ihre Bereitschaft, über eine ein-

Konflikt auf höchster Ebene. Das Manage-

vernehmliche Aufhebung ihrer Vorstands-

meist locker zu lesen ist, sieht der

ment des Leuchtenherstellers wirft der Fa-

verträge zu verhandeln, mitteilten. Im Fal-

Leser im Abschluss manchmal den

milie Zumtobel vor, wie Alleineigentümer

le Sonnenmosers wurde dieses Angebot

Wald vor lauter Bäumen nicht. Was

zu agieren. Den Streit haben Ende letzten

abgelehnt. Mit dem Vorstandsvorsitzen-

haben wir dagegen getan?

Jahres 20 Führungskräfte in einem offe-

den Schuhmacher begannen die Gesprä-

nen Brief an die Öffentlichkeit getragen.

che über eine vorzeitige Trennung am 18.

Wenige Wochen später legten zwei Auf-

Jänner 2018. Ad hoc wurde mitgeteilt, dass

sind weg. Es wird nur noch kurz

sichtsratsmitglieder ihr Amt nieder. Der

die Prognose für das Geschäftsjahr 2017/18

die zentrale Ausübung von Wahl-

Streit spitzte sich Anfang 2018 so sehr zu,

gekürzt wurde: Statt einem operativen Ge-

rechten und Ermessensspielräu-

dass das Vorstandsduo Ulrich Schumacher

winn von 50 bis 60 Millionen Euro werden

(Foto) und Karin Sonnenmoser dem Auf-

nur noch 15 bis 25 Millionen Euro erwartet.

meinen Teil des Geschäftsberichts

• Die langen Textbausteine bezüglich Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden am Beginn

men beschrieben. • Unsere Interpretation und Auslegung bestimmter Standards erklären wir spezifisch bei den jeweiligen Bilanzposten und nicht vorn in einem großen Block. • Unwesentliche Informationen wurden ersatzlos gestrichen. • Die Reihenfolge der AbschlussBestandteile wurde im Sinne des Geschäftsmodels umgestellt. In einem Immobilienkonzern zählt das Immobilienvermögen, also ist die Bilanz „prioritär“ und kommt

Voestalpine errichtet weltweit größte Wasserstoffpilotanlage Die Voestalpine AG hat Anfang 2018

als auch die Energieversorger sind ange-

nung, ebenso die Erläuterungen

grünes Licht für den Bau der weltweit

sichts der EU-Klima- und Energieziele bis

dazu. Man ist damit schneller bei

größten industriellen Wasserstoffpilot-

2030 mit großen energiepolitischen Her-

den unternehmensspezifischen,

anlage erhalten. Gemeinsam mit den

ausforderungen konfrontiert, die grund-

werttreibenden Infos.

Partnern Verbund AG und Siemens AG

legende technologische Veränderungen

soll das EU-geförderte 18-Millionen-Eu-

erfordern. Die Voestalpine AG geht schon

ro-Projekt bis Jahresende 2018 realisiert

seit Jahren den Weg der schrittweisen

gestellt? Antworten darauf wurden

werden. Im Detail handelt es sich da-

Dekarbonisierung in der Stahlproduk­

an den entsprechenden Stellen

bei um die derzeit größte und moderns-

tion und stellt mit dieser Wasserstoffpi-

integriert.

te Anlage zur Erzeugung von CO2-freiem

lotanlage endgültig die Weichen in Rich-

Wasserstoff. Errichtet wird die Pilotanla-

tung Erforschung echter ‚Breakthrough‘-

ge in einem neuen Gebäude in unmittel-

Technologien“, kommentierte Wolfgang

barer Nähe des Voestalpine-Kraftwerks

Eder, Vorstandsvorsitzender der Voestal-

am Standort Linz. „Sowohl die Industrie

pine AG, die Errichtung des Werks.

vor der Gewinn- und Verlustrech-

• Rückmeldungen von InvestorRelations: Welche Fragen werden von Investoren immer wieder

Und: Möglichst leserfreundliche Texte, denn der Abschluss soll ja kein Compliance-Dokument sein. b.schragl@derboersianer.com

58


BRANCHEN

TICKER

CFO-Fluktuation auf Höchststand Das Jahr 2017 stand im Zeichen der schei-

Das Unternehmen Palfinger AG verließ

denden Finanzvorstände. Kurz vor Jah-

CFO Christoph Kaml im August. Auch

resende verabschiedete sich Porr-AG-

AT&S-AG-Finanzvorstand Karl Asamer

CFO Christian Maier von seinem Posten,

ist nicht mehr beim Leiterplattenherstel-

um Privatier zu werden. Barbara Potisk-

ler tätig. Auch 2018 scheint die Fluktua-

Eibensteiner wechselte im Zuge der Fu-

tion der Finanzchefs anzuhalten. Anfang

sion zwischen RHI AG und Magnesita

Jänner legte Warimpex-Finanzchef Ge-

zur Heinzel Holding. Günter Kitzmüller

org Folian sein Amt nieder. Und auch für

machte bei der Rosenbauer International

VIG-Finanzvorstand Martin Simhandl ist

AG während der Restrukturierung Platz.

der letzte Arbeitstag schon in Sicht.

Rekordjahr für die Wiener Börse Christoph Boschan, Vorstandsvorsitzender der Wiener Börse AG, kann auf ein ausgezeichnetes Geschäftsjahr 2017 zurückblicken. Das Aktienhandelsvolumen stieg auf 64,65 Milliarden Euro. Das sind 20,3 Prozent mehr als im vergangenen Jahr. Auch auf Anleihenseite wurden Rekorde gebrochen. Sowohl das Volumen, mit 14,1 Milliarden Euro als auch die An-

Wienerberger plant Aktienrückkauf +++ Fintech Fingroup wagte Börsenlisting in Wien +++ Semperit sichert sich Eigenkapitalstärkung +++ European Lithium notiert an Wiener Börse +++ Fabasoft beschließt Barkapitalerhöhung +++ Strabag, Erste und OMV feiern Börsenjubiläen +++ A-Tec zieht Kapitalherabsetzung durch +++ Linz Textil legt Streit mit Minderheitsaktionären bei

zahl von 83 neuen Listings stiegen be-

gut an. Aber nicht nur die fortschreiten-

trächtlich. Zusätzlich konnte die Wiener

de Implementierung der neuen Strate-

Börse AG mit der Bawag Group AG noch

gie stimmt Boschan optimistisch für die

den achtgrößten Börsengang weltweit für

Zukunft. Auch das Regierungsprogramm

sich verbuchen. Für diese Entwicklun-

der ÖVP-FPÖ-Koalition gefällt Boschan.

gen sind nicht nur die guten internatio-

Die Ansätze seien „sehr gut, Kompli-

nalen Marktverhältnisse verantwortlich.

ment, jetzt kommt es auf Ausgestaltung

Die neue Strategie der Wiener Börse AG,

und Tempo an“, kommentierte Boschan.

die Boschan im Sommer 2017 verkünde-

Besonders begrüßt er die Bekenntnisse,

STUDIE. Die Zahl der chinesischen

te, trägt erste Früchte. Der Plan, die Bör-

den dritten Markt wieder zu öffnen, die

Transaktionen ist in Europa im

se verstärkt als Infrastrukturdienstleister

private Vorsorge zu stärken und die Fi-

Vorjahr um ein Fünftel auf 247

zu positionieren, kommt bei Investoren

nanzbildung voranzutreiben.

gesunken, 57,6 Milliarden Euro

CHINAS HUNGER NACH EUROPAS UNTERNEHMEN NIMMT AB

gaben chinesische Unternehmen für Übernahmeziele aus, 2016 waren es noch 85,8 Milliarden Euro. Grund dafür sind laut einer EY-Studie die strengeren Kontrollen der chinesi-

KARRIERE

schen Aufsichtsbehörden, die den Kapitalabfluss ins Ausland stärker begrenzen wollen. In Österreich gab es fünf Transaktionen, darunter den

Herbert Ortner

Milena Ioveva

Stefan Doboczky

hat überraschenderweise sein Amt als Vorstandsvorsitzender des Kranherstellers Palfinger AG mit Jahresende 2017 niedergelegt. Der 49-Jährige will sich neuen Herausforderungen stellen.

wechselte vom Posten der IRund Kommunikationschefin bei der UBM Development AG zur Porr AG. Sie ist seit November 2017 neue Strategie- und Investor-Relations-Chefin.

wurde vom Aufsichtsrat der Lenzing AG kurz vor Jahresende 2017 als Vorstandsvorsitzender des Faserherstellers wiederbestellt. Sein neuer Vertrag läuft bis Ende 2022.

HNA- und C-Quadrat-Deal. Für die Übernahme von Tele 2 zahlte Hutchison Drei mit Sitz in Hongkong

59

rund 111 Millionen US-Dollar. Die chinesische Haier Group stieg bei dem Kärntner Solarunternehmen Greenonetec ein. Diamond Aircraft wurde von der Wanfeng Aviation Industry Corporation übernommen.


BRANCHEN

IMMOBILIEN

VONOVIA SCHLÄGT NACH CONWERT AUCH BEI DER BUWOG ZU

Die Vonovia SE will die Buwog AG über-

5,2 Milliarden Euro bewertet. Buwog-

stand der Vonovia SE einziehen wird,

nehmen. Das freiwillige öffentliche

Vorstandschef Daniel Riedl wird seine

vom neuen Headquarter in der Rathaus-

Übernahmeangebot für alle ausstehen-

eigenen 75.000 Aktien verkaufen. Ziel

straße in Wien leiten. Die Marke Buwog

den

Wandelschuldver-

der Vonovia SE sind 50 Prozent plus

bleibt in Österreich als selbstständige

schreibungen wurde noch im Dezember

­einer Aktie. Vorstand und Aufsichtsrat

Länderorganisation erst einmal erhal-

2017 übermittelt. Buwog AG und Vono-

der Buwog AG stehen dem Angebot po-

ten. Integriert werden die Conwert-Im-

via SE haben bereits ein „Business

sitiv gegenüber. Beide Unternehmen

mobilien, die die Vonovia SE einbringt.

Combination Agreement“ unterzeich-

sprechen von einem Kostenvorteil von

Die deutschen Buwog-Wohnungen we-

net, der Aufsichtsrat hat seine Geneh-

etwa 30 Millionen Euro pro Jahr. Das of-

hen zukünftig unter Vonovia-Flagge.

migung erteilt. Vonovia-Chef Rolf Buch

fizielle Angebot bekommen die Aktio-

Daniel Riedl wird mit seinem Buwog-

bietet allen Buwog-Aktionären 29,05

näre Anfang Februar. Die Buwog AG

Team das Developmentgeschäft in Ber-

Euro je Aktie. Der Preis liegt 18,1 Prozent

verfügt über ein exzellentes Develop-

lin bei der Vonovia aufbauen. Die Buwog

über dem Schlusskurs vom 15. Dezem-

mentgeschäft. Das Buwog-Geschäft in

AG soll vorerst an der Wiener Börse ge-

ber 2017. Die Buwog AG wird damit mit

Österreich wird Riedl, der in den Vor-

listet bleiben.

Aktien

und

Wienwert-Mutter ist insolvent Die Mutter der Wienwert AG, die WW

sitz mit dem Ziel übernommen, das Im-

Holding AG, ist zahlungsunfähig. Wien­

mobilienunternehmen zu restrukturie-

Wolfgang Sedelmayer alleinige Vorstän-

wert-Vorstandschef Stefan Gruze gab vor

ren. Er hatte mit Anfang Jänner 2017 die

de der Wienwert-Gruppe. Gruze rechnet

zwei Wochen in einem offenen Brief De-

Altlasten inklusive des negativen Eigen-

im schlimmsten Fall mit einem Totalver-

tails bekannt. Demnach sind 16 Anleihen

kapitals in der Höhe von mehr als 20 Mil-

lust. Die Anleihen der Wienwert AG (ISIN

der WW Holding AG in der Höhe von ins-

lionen Euro in die WW Holding AG ausge-

AT0000A1W4Q5

gesamt 35 Millionen Euro und rund 900

lagert und wollte mit der neuen Tochter

sind nicht vom Insolvenzverfahren be-

Investoren betroffen. Die Stückelungen

Wienwert AG durchstarten. Von 2010 bis

troffen, auch der Sponsorvertrag mit Ra-

betrugen 50.000 bis 100.000 Euro. Gruze

April 2016, in dem Zeitraum wurde der

pid Wien ist weiterhin gültig. Die Wien­

hatte am 1. April 2016 den Vorstandsvor-

Großteil der jetzt betroffenen Anleihen

wert AG soll verkauft werden.

60

begeben, waren Nikos Bakirzoglu und

und

AT0000A1YG24)


BRANCHEN

TICKER

Immofinanz und CA Immo entscheiden über Fusion Mit dem Verkauf des Russland-Einzelhandelsportfolios um 901 Millionen Euro an die russische Fort Group hat die Immofinanz AG den Weg frei für die Fusion mit der CA Immobilien Anlagen AG gemacht. Immofinanz-Vorstandschef Oliver Schumy will die Gespräche zügig wieder aufnehmen und einen neuen Zeitplan aus­ arbeiten. Sein Ziel: zum größten Player am

zent beider Hauptversammlungen müs-

europäischen Gewerbeimmobilienmarkt

sen letztendlich für den Merger stimmen.

aufzusteigen. Investor Klaus Umek, der

Mit einer Entscheidung, wie die künfti-

in beiden Unternehmen investiert ist, hat

ge Zusammenarbeit zwischen den zwei

die Fusionsgespräche in einem offenen

Konzernen ablaufen wird, ist laut infor-

Brief als „unvertretbare Verschwendung

mierten Kreisen im ersten Quartal 2018 zu

von Zeit und Geld“ bezeichnet. 75 Pro-

rechnen.

Signa-Boss Rene Benko hat Kaufoption bei S Immo AG

Die Erste Group Bank AG hat ihren Anteil an der S Immo AG an die RPR Privatstiftung des Investors Ronny Pecik verkauft. Signa-Vorstand Rene Benko hat wiederum eine Kaufoption auf Peciks Anteil in Höhe von 21,86 Prozent hat. Neben der Stiftung gibt es mit

CA Immo AG verkauft Anteil an Frankfurter Tower 185 mit 150 Millionen Euro Gewinn +++ 6B47 erwirbt Bürogebaude in Düsseldorf neben Oper +++ UBM-Projekte im Quartier Belvedere mit Nachhaltigkeitszertifkaten ausgezeichnet +++ S Immo kündigt Börsennotiz von Genussscheinen +++ Raiffeisenlandesbank unterstützt DeutschlandExpansion der Porr AG +++ S Immo plant Emission von zwei Unternehmensanleihen

der Vienna Insurance Group AG einen weiteren Großinvestor, der zehn Prozent am Immobilienunternehmen hält. Aus VIG-Kreisen heißt es, dass die Immobilienbeteiligung ein Thema bei der Klausur der Versicherung Ende Jänner sein wird. VIG-Finanzvorstand Martin Simhandl, er geht mit Juni 2018, ist aktuell noch für die Immobilienbeteiligungen verantwortlich und sitzt auch im Aufsichtsrat der S Immo AG.

ÜBERZOGENE KAUFPREISE IN ÖSTERREICH STUDIE. Österreich ist als Immobi­ lienstandort für inländische Investoren auch im Jahr 2018 attraktiv. Da ergab eine Befragung von EY für den Trendbarometer Immobilien-

KARRIERE

Investmentmarkt. 97 Prozent der Befragten geben an, dass der Wettbewerb um innerstädtische Entwicklungsgrundstücke mittlerweile

Andreas Quint

Daniel Folian

Andreas Sauer

hat mit 1. Jänner 2018 den Vorstandsvorsitz der CA Immobilien Anlagen AG übernommen. Der 57-jährige Deutsche folgt Frank Nickel, der sich aus gesundheitlichen Gründen zurückzieht.

ist seit 1. Jänner 2018 Finanzvorstand der Warimpex Beteiligungs AG. Nach elf Jahren als IR-Chef folgt er damit in die Fußstapfen seines Vaters Georg Folian, der direkt 15 Prozent an der Immobiliengesellschaft hält.

besetzt mit Anfang Februar 2018 die Position des Finanzvorstands bei der Porr AG. Der 49-Jährige war davor operativer Finanzchef bei Nokia Mobile Networks und folgt Christian Maier nach.

auch zu überzogenen Kaufpreisen führt. „Das hat drei Gründe: Das politische Umfeld wird auch nach

61

der Nationalratswahl als stabil eingeschätzt, die Marktschwankungen sind gering, und die Niedrigzinsphase wird nach Einschätzung von 91 Prozent der Investoren auch 2018 anhalten“, Alexander Wlasto, Partner bei EY Österreich.


BRANCHEN

BERATER

KOLUMNE

PETER BARTOS Partner und Geschäftsführer BDO Austria

SYNGROUP FÖRDERT INNOVATION

HOHE STRAFEN BEI DATENSCHUTZMÄNGELN Am 25. Mai 2018 tritt die EUDatenschutz-Grundverordnung

Das

Syngroup

nigen Jahren vorhanden, in Europa jedoch

in Kraft. Damit wird es mit dem

Management Consulting hat ein in Europa

noch nicht“, erklärt Syngroup-Geschäfts-

Schutz personenbezogener Daten

einzigartiges Instrument zur Finanzierung

führer Heinz Marx. Bei der Auswahl der in-

so wirklich ernst. Massiv betroffen

von stark wachsenden Firmen ins Leben

frage kommenden Beteiligungsunterneh-

sind jedenfalls Unternehmen

Beratungsunternehmen

gerufen. Das mit anderen Kapitalgebern

men spielt Syngroup Management Con-

die personenbezogene Daten

geschaffene Unternehmen Round 2 Capi-

sulting eine entscheidende Rolle. Voraus-

automatisiert verarbeiten oder

tal Partners begibt Kredite, die über einen

setzung für die Unterstützung ist neben

speichern. Der Anwendungs-

Prozentsatz des Umsatzes zurückgezahlt

einem zukunftsfähigen Geschäftsmodell

bereich geht von den eigenen

werden. So können Jungunternehmen, de-

unter anderem ein positiver Cashflow. Das

ren Geschäftsmodell sich am Markt etab-

Kapital für den Kredit stammt aus einem

liert hat, ihren Wachstumskurs finanzie-

für diesen Zweck eingerichteten Fonds. In

Rahmen von Marketing- oder

ren, ohne die Unternehmensanteile der

einem First Closing wurden für diesen be-

CRM-Aktivitäten verwendet wer-

Eigentümer zu verwässern. „Diese Form

reits mehr als drei Millionen Euro von pri-

den sollen. Unternehmen, deren

der Beschaffung von Kapital für Unter-

vaten und institutionellen Anlegern aus

nehmen im Bereich Innovation, Digitali-

dem D-A-CH-Raum und Skandinavien

sierung, Internationalisierung oder Nach-

eingesammelt. Die Mindesteinlagesumme

haltigkeit ist in den USA bereits seit we-

beträgt 100.000 Euro.

mit mehr als 250 Mitarbeitern,

Mitarbeiterdaten bis hin zu Daten von potenziellen Kunden, die für die Leistungserbringung oder im

Kerntätigkeit in der Durchführung von Verarbeitungsvorgängen, die aufgrund ihrer Art, ihres Umfangs und ihrer Zwecke eine umfangreiche regelmäßige und systematische Überwachung von betroffenen Personen erforderlich machen, oder in der Verarbeitung sensibler Daten besteht, müssen einen Datenschutzbeauftragten bestellen. Nicht mehr geschützt sind Daten juristischer Personen. Überwacht wird die Einhaltung der neuen Datenschutzregelungen von der neuerdings im Bundesminis-

EY ermöglicht Blockchain-Vorzeigeprojekt

terium für Verfassung, Reformen, Deregulierung und Justiz angesie-

Ernst & Young Österreich (EY) hat gemein-

Das entspricht den Leitmotiven der digi-

delten Datenschutzbehörde. Im

sam mit der Stadt Wien ein Blockchain-

talen Agenda der Stadt Wien für Transpa-

Extremfall drohen bei Verstößen

Pilotprojekt umgesetzt. Seit Ende vergan-

renz, Offenheit und Beteiligung“, sagt Ul-

genen Jahres werden öffentliche Verwal-

rike Huemer, IT-Chefin der Stadt Wien.

tungsdaten mithilfe der Blockchain ab-

Bei der Implementierung der Plattform

man die neuen Bestimmungen

gesichert. „Durch die Nutzung der Block-

spielte EY Österreich eine wesentliche

persönlich auch halten möge, die

chain-Technologie werden Änderungen

Rolle. Sowohl das Projektmanagement als

erheblichen Strafen sind jedenfalls

an den öffentlichen Daten nachverfolgbar

auch die Architektur der neuen Plattform

und für jede Bürgerin und jeden Bürger

von der Konzeption bis hin zur Integration

einfach überprüfbar. So bauen wir Büro-

in die städtische Open-Government-Da-

kratie ab und geben ein klares Bekenntnis

ta-Plattform wurden von dem Beratungs-

zu einer offenen und partizipativen Stadt.

unternehmen verantwortet.

Strafen bis zu 20 Millionen Euro oder vier Prozent des weltweiten Jahresumsatzes. Für wie sinnvoll

Grund genug, dass Thema Datenschutz zukünftig keinesfalls auf die leichte Schulter zu nehmen. p.bartos@derboersianer.com

62


BRANCHEN

Heinz Mayer (Schoellerbank AG), Roland Wöginger (Kronos Advisery), Teodoro D. Cocca (Johannes-Kepler-Universität Linz), Waltraud Perndorfer (Raiffeisenlandesbank Oberösterreich AG) und Harald Friedrich (Semper Constantia Privatbank AG).

Die oberösterreichische Niederlassung der Kronos Advisory lud am Dienstag, dem 17. Oktober 2017, unter dem Motto „Quo vadis?“ zur Podiumsdiskussion in das Palais Kaufmännischer Verein. Die Vortragenden widmeten sich dem Thema „Die Zukunft der Vermögensveranlagung“. Rund 100 Gäste folgten der Einladung von Kronos Advisory.

KPMG stellt sich der Digitalisierung Das Beratungsunternehmen KPMG hat

das durch die revolutionären Entwicklun-

sieben Strategien zur Zukunftssicherung

gen in der Datenverarbeitung produktiver

des Landes entwickelt. Gemeinsam mit

gestaltet werden soll, bis hin zur künstli-

Vertretern aus unterschiedlichsten Bran-

chen Intelligenz. Auf diesem Gebiet be-

chen sind diese als Ergebnis einer inten-

sitzt ­Österreich laut KMPG viel Potenzial.

siven Beschäftigung mit dem Thema Di-

Um dieses zu nützen, müsse man intensiv

gitalisierung entstanden. „Noch gibt es

in die heimische Forschungs- und Ausbil-

viele ungeklärte Aspekte der Digitalisie-

dungslandschaft investieren. Die restli-

rung, es steht jedoch fest, dass es sich

chen entwickelten Strategien sind die Ver-

hierbei nicht um einen vorübergehenden

netzung von Verwaltungsplattformen, die

Trend handelt, dem wir ausweichen oder

humanzentrierte Industrie 4.0, intelligen-

den wir ignorieren können“, sagt KPMG-

te Mobilität, ein sicherer Datenhafen und

Partner Werner Girth. Die entwickelten

die Vernetzung von Tourismus und Land-

Themenfelder ­reichen von dem Spital 2.0,

wirtschaft.

TICKER

Deloitte mit M&A Award ausgezeichnet +++ RSM gewinnt „Network of the Year“-Award +++ Deloitte veröffentlicht Art and Finance Report +++ EY präsentiert Global IPO Update für 2017 +++ CRIF-Erhebung: weiblich geführte Unternehmen +++ Unternehmen fehlt Durchblick bei Datenschutz, sagt Deloitte-Studie +++ 28 Prozent der Arbeitsplätze bei Finanzdienstleistern fallen laut PWC-Studie weg

BESCHLEUNIGTE ENERGIEWENDE FORDERT UNTERNEHMEN STUDIE. Der technische Fortschritt

KARRIERE

in der Energieerzeugung beschleunigt zwar die Energiewende, jedoch stellt das damit verbundene Wachstum der erneuerbaren

Günter Neudorfer

Klaus Pfleger

Lukas Haider

und Peter Pirkner wurden in die Partnerschaft bei EY Österreich aufgenommen. Die beiden 49-Jährigen werden sich bei der Arbeit allerdings kaum begegnen. Neudorfer legt seinen Fokus auf die Rechnungslegungsberatung in Salzburg und Westösterreich, während Pirkner im Bereich People Advisory Services tätig ist.

und Dieter Schalko sind ebenfalls Neopartner bei EY. Der 43-jährige Pfleger ist auf die steuerliche Beratung von Industrieunternehmen und internationalen Unternehmensgruppen spezialisiert. Der 41-jährige Schalko ist seit 2003 im Bereich Transaction Advisory Services tätig.

ist neuer Österreich-Chef der Boston Consulting Group. Der promovierte Rechtswissenschaftler (36) wurde im Juli 2017 zum Partner ernannt. Er folgt Hannes Pichler, seit 2000 Österreich-Chef, der die BCG-Praxisgruppe Operations für Österreich und Deutschland übernimmt.

Energien die Marktteilnehmer bei deren Integration in den europäischen Energiemarkt noch immer

63

vor Herausforderungen. Zu diesem Ergebnis kommt Capgemini in ihrem Energy-Markets-Observatory-Report. Weiters geht die Studie auf den tiefgreifenden Wandel bei Verbrauch, Kundenverhalten und Kundenerwartungen ein. Die beherrschenden Themen sind hier Smart Home, intelligente Gebäude und dezentrale Erzeugung.


BRANCHEN

RECHT

SPANNENDER JAHRESWECHSEL FÜR FMA

KOLUMNE

ALBERT BIRKNER Managing Partner CHSH

KMU ALS WACHSTUMSMARKT

Ein neues Wertpapieraufsichtsgesetz und

terungen für die Arbeit der Aufsichtsbe-

das Maßnahmenpaket zur „Aufsichtsre-

hörde bringt die Anfang dieses Jahres be-

form“ bescheren der Finanzmarktaufsicht

schlossene Aufsichtsreform. „Diese Re-

(FMA) einen ereignisreichen Start ins neue

form ist ein Meilenstein in der Weiterent-

Jahr. Während das Wertpapieraufsichts-

wicklung des integrierten Aufsichtssys-

gesetz den Anlegerschutz erhöhen soll,

tems in Österreich und optimiert die Zu-

wird die Aufsichtsreform die Arbeit der Fi-

sammenarbeit zwischen den Partnern in

nanzmarktaufsicht erheblich erleichtern.

der Aufsicht.“ Von dem Maßnahmenpaket

Das kürzlich wiederbestellt Vorstandsduo

soll allerdings nicht nur die Aufsicht selbst

Helmut Ettl und Klaus Kumpfmüller zeigt

profitieren. Wie von der FMA gefordert,

sich über diese Veränderungen sehr er-

wird kleineren heimischen Banken mit ei-

europäische Richtlinie 2014/65/EU

freut. „Das neue Wertpapieraufsichtsge-

ner Bilanzsumme von bis zu fünf Milliar-

über Märkte für Finanzinstrumente

setz wird die Wertpapierberatung deut-

den Euro unter die Arme gegriffen. „Die

Mifid II umgesetzt und flankieren-

lich transparenter machen und damit ihre

Reform entlastet insbesondere kleinere

de Regelungen zur europäischen

Qualität entscheidend verbessern“, so der

Kreditinstitute, indem sie das Prinzip der

FMA-Vorstand. Neben der Erhöhung des

Proportionalität stärkt“, erläutern die bei-

Anlegerschutzes werden die Befugnis-

den. Die strengen Bankenregularien sol-

das Börsengesetz wird der Börsen-

se und Sanktionsmöglichkeiten der Auf-

len für diese Institute dementsprechend

handel neu strukturiert, die beiden

sichtsbehörden ausgeweitet. Die FMA will

zukünftig nur noch teilweise oder abge-

geregelten Märkte an der Wiener

mehr präventiv arbeiten. Weitere Erleich-

schwächt zum Einsatz kommen.

Mit dem Börsengesetz 2018 wird die

Verordnung (EU) Nr. 600/2014 über Märkte für Finanzinstrumente, genannt Mifir, geschaffen. Durch

Börse, der amtliche Handel und der geregelte Freiverkehr, werden im Hinblick auf die Größe des österreichischen Finanzmarktes einerseits und eine transparentere Vergleichbarkeit mit anderen Börsenplätzen andererseits zusammengeführt. Durch die Bestimmungen über das Delisting wird in Zukunft der freiwillige Rückzug von der Börse gesetzlich reglementiert. Für KMUs wird ein Markt geschaffen, der ihnen den Zugang zum Kapitalmarkt erleichtert. Der KMU-Wachstums-

Top Deals zum Jahresende 2017 Das letzte Quartal des Jahres 2017 war ge-

der 1,93 Milliarden Euro erlöste, vonseiten

und muss von dessen Betreiber

spickt mit spektakulären Top-Deals. Dar-

der Anwaltskanzlei federführend beglei-

bei der Finanzmarktaufsicht

unter etwa die Finanzierung der 477,2 Mil-

tete. Auch die Anwaltssozietät Freshfields

registriert werden. Mindestens

lionen Euro teuren Übernahme der Mag-

Bruckhaus Deringer konnte mit der Bera-

50 Prozent der Emittenten, deren

nesita durch die RHI AG, der Bawag-Bör-

tung der Unicredit Bank Austria AG bei der

sengang und das Übernahmeangebot der

Finanzierung der Übernahme der Magne-

Vonovia SE an die Buwog AG. Die Beratung

sita durch die RHI AG einen Top-Deal für

entsprechende Evaluierung ist jähr-

beim geschichtsträchtigen Milliarden-IPO

sich sichern. Kurz vor Ende des Jahres 2017

lich vom Betreiber durchzuführen.

der Bawag Group AG konnte die Rechts-

schlugen Schönherr Rechtsanwälte noch

Das Kriterium zur Beurteilung, ob

anwaltskanzlei Dorda für sich verbuchen.

einmal zu. Durch die Beratung der Buwog

„Der Börsengang der Bawag Group an der

AG beim unerwarteten Übernahmean-

Wiener Börse ist für den heimischen Kapi-

gebot der Vonovia SE beteiligte man sich

talmarkt sicherlich historisch“, sagt dazu

an einem der überraschendsten Deals des

Andreas Zahradnik, der den Börsengang,

Jahresendes 2017.

markt wird bei einem MTF etabliert

Finanzinstrumente am jeweiligen KMU-Wachstumsmarkt gehandelt werden, müssen KMUs sein. Eine

ein Emittent ein KMU ist, bemisst sich an der Marktkapitalisierung der letzten drei Kalenderjahre. a.birkner@derboersianer.com

64


BRANCHEN

TICKER

Bei der Premiere dabei: Erich Schweighofer (Universität Wien), Alric Ofenheimer (Eisenberger & Herzog), Lukas Haider (BCG), Jakob Reiter (The Ventury), Alberto Sanz de Lama (Lexis Nexis).

Am 29. November 2017 fand im Park-Hyatt-Hotel in Wien die erste Legal-TechKonferenz statt. Bei dem von der Plattform Future Law initiierten Event diskutierten rund 30 Speaker zum Thema „Digitalisierung in der Rechtsbranche“. Insgesamt folgten etwa 240 Teilnehmer der Einladung in das Wiener Nobelhotel.

VKI-Bawag-Klage zweitinstanzlich bestätigt

auf neue Pakete bewog. Weil der Verein für Konsumenteninformation (VKI) der Meinung war, dass die Umstiegsinformationen für 20.000 Kunden unzureichend waren, reichte er eine Verbandsklage ein. Das Handelsgericht Wien gab dem Verein recht. Aus Sicht des Gerichts war vor allem unklar, welche Leistungen teurer werden sollten. Die Bawag PSK AG wollte dieses Urteil nicht akzeptieren und legte Berufung ein. Nun entschied auch das Oberlandesgericht Wien zugunsten der Kunden. Vonseiten der Bawag heißt es dazu: „Die

Die

im

vergangenen

Jahr

erfolgten

Bawag PSK nimmt das Urteil des Ober-

zwangsweisen Kontenumstellungen der

landesgerichts fürs Erste zur Kenntnis. Es

Bawag PSK AG wurden vom Oberlandesge-

ist nicht rechtskräftig. Wir haben unsere

richt Wien zweitinstanzlich für unzulässig

Vorgehensweise im Vorfeld einer sorgfäl-

erklärt. Der Bank drohen Entgelt- und Ge-

tigen juristischen Prüfung unterzogen und

bührenrückforderungen. Zu dem Verfah-

sehen sie nach wie vor als korrekt an. Im

ren kam es, weil die Bank günstige Giro-

Rahmen der Berufung werden wir unsere

konten auflöste und Kunden zum Umstieg

Argumente vorbringen.“

CMS berät NÖ-Pressehaus bei Umstrukturierung +++ Versicherungsmakler und Durchblicker.at einigen sich auf Vergleich +++ Dorda wendet sämtliche Anwenderklagen gegen VW ab +++ Wolf Theiss begleitet zwei große Finanzierungen bei Asfinag und UBM +++ Gebühr für Wohnungsmietverträge wurde abgeschafft +++ CHS berät Acron-Gruppe beim Verkauf der Immobilie Wien Westbahnhof A3 +++ DLA Piper hilft US-Fonds GHIF bei Investment in heimische Biotech-Firma

DATENSCHUTZGRUNDVERORDNUNG SORGT FÜR VERWIRRUNG STUDIE. Ab dem 25. Mai 2018 findet

KARRIERE

die EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) Anwendung. Eine vor kurzem veröffentlichte Studie von Trend Micro zeigt nun

Harald Strahberger

Elisabeth Fischer-Schwarz

Julia Andras

verstärkt das Team für öffentliches Wirtschaftsrecht der Anwaltskanzlei BPV Hügel. Der 35-jährige Anwalt ist auf Umwelt-, Vergabe- und Energierecht spezialisiert.

ist neue „Junior Partnerin“ bei der Anwaltskanzlei Fellner Wratzfeld & Partner. Sie spezialisiert sich in den Bereichen Bankrecht und Finanzierungen sowie Konfliktlösung.

bereichert seit Jänner 2018 das Management der Wiener Sozietät Lansky, Ganzger und Partner. Die 38-jährige Juristin ist seit mehr als 15 Jahren für das Unternehmen tätig.

aber, dass unter IT-Entscheidern oftmals noch Verwirrung hinsichtlich der neuen Rechtslage

65

herrscht. So sind sich die Befragten alles andere als einig, was die Forderung von Sicherheitsmaßnahmen entsprechend dem „Stand der Technik“ konkret bedeutet.


BRANCHEN

KOMMUNIKATION

BUWOG MIT PROVOKATIVER WERBEKAMPAGNE

KOLUMNE

PETER FELSBACH Head of Group Communications Voestalpine AG

Die Buwog AG hat im laufenden, medi-

den prozessbegleitenden Anzeigensujets

al eng begleiteten Buwog-Prozess proak-

das Thema sowohl humorvoll als auch mit

tiv reagiert und mit Printinseraten eine

einer Portion Provokation aufgreifen. Das

Kampagne mit Slogans wie „Wo war mei

war aus unserer Sicht aber auch nötig, um

Leistung? Wir schaffen Wohnglück, pro-

die gewünschte Aufmerksamkeit zu gene-

visionsfrei“, „Bitte verurteilen Sie uns

rieren, was uns angesichts der bisher er-

nicht – Wir bauen hier nur“ oder „Unser

haltenen und zum größten Teil positiven

wichtigster Prozess: Projektentwicklung“

Rückmeldungen auch gelungen ist.“ Die

geschaltet. Sie sollte der Buwog AG dabei

Inserate waren auf Twitter sehr beliebt

helfen, nicht mit der Korruptionsaffäre

und wurden intensiv diskutiert. Entwi-

bekommen jedenfalls selten eine

in Verbindung gebracht zu werden. Vor-

ckelt wurde die Kampagne von der Marke-

zweite Chance. Schwarz-Weiß-

standsvorsitzender Daniel Riedl sagte auf

ting- und Kommunikationsabteilung und

Fernsehen eher nicht, und auch das

Anfrage: „Uns ist bewusst, dass wir mit

mit der M´Caps Group umgesetzt.

AUDIO- UND PODCAST-RENAISSANCE Nur James Bond oder Katzen haben mehr als ein Leben. Medien

Fax ist fast „tot“. Im Vergleich zu Video steckt das Medium Audio in der Unternehmenskommunikation noch in den Kinderschuhen.

OeKB erfindet sich neu

Doch Audio nimmt Fahrt auf, und Podcasts werden relevanter im Content-Mix. Und das ist ein seltenes Medien-Comeback. Audio bringt vor allem hinsichtlich der mobilen Nutzung viele Vorteile,

Nach der Konzeption des Gesamtkommunikationsauftritts für die Gruppe der Oesterreichischen Kontrollbank AG im Jahr

ist kostengünstig und erlebt nicht

2016 kümmerte sich die Wiener Agentur

zuletzt durch neue, sprachgesteu-

Fonda jetzt auch um den Relaunch sämt-

erte Assistenten wie Alexa und Co

licher Websites. Ziel des Relaunches war

eine Renaissance. Wie auch bei allen anderen Kommunikationsmedien ist hier genau abzuwägen,

eine Neuausrichtung der Präsentation und Gliederung von Produkten und Servi-

ob Audioinhalte für die Zielgruppe

ces. Dazu wurden mehr als 130 neue Fotos

geschrieben. Auch die neue Website der

relevant sind und welche Themen

und 80 Infografiken erstellt. Gleichzeitig

Österreichischen Entwicklungsbank, eine

sich dafür eignen. Die Möglich-

wurden die Inhalte in suchmaschinenop-

Tochter der Oesterreichischen Kontroll-

timierte und gut verständliche Texte um-

bank AG, soll bald online gehen.

keiten reichen von Kurzinterviews oder Statements zu aktuellen Themen bis hin zu Hintergrundstorys. Zusätzlich werden AudioLivestreams immer beliebter, und davon könnte die Finanzkommu-

MODERNE KRISENKOMMUNIKATION

nikation profitieren.

STUDIE. Die von der Agentur Ikp und Mind-

Wachsende Verbreitung finden

take-Marktforschern veröffentlichte Studie

zudem sprachgesteuerte Suchfunk-

„Krisenkommunikation 4.0“ analysierte

tionen, die das Userverhalten ent-

Krisen-PR im Zeitalter sozialer Medien und

scheidend ändern. Wichtige Inhalte

Fake-News. Das Ergebnis der unter 15- bis

wie Finanzberichte müssen deshalb

70-Jährigen durchgeführten Studie zeigt, dass

vermehrt in auditiver Form zur

das Internet mit 36 Prozent zwar die erste

Verfügung gestellt werden, um über

Quelle für Nachrichtenkonsum ist, geht es

diese Suchfunktionen gefunden

aber um Krisen und Skandale, vertrauen 61

zu werden. Vice versa sollten auch

Prozent der Österreicher vor allem Fernsehen

Audio-Files transkribiert vorliegen,

und Radio. Sozialen Medien wird in Krisenfäl-

damit sie in der „normalen“ Suche

len am wenigsten vertraut. Generell erwarten

auftauchen. Unternehmen werden

sich Konsumenten Problemlösungen der Un-

daher nicht um das Thema Audio

ternehmen, und 67,4 Prozent davon Angebote

herumkommen, durch eigene oder

zur Wiedergutmachung. Heimische Unterneh-

optimierte Inhalte.

men dürfen sich über einen Vertrauensvorschuss gegenüber internationalen freuen und

p.felsbach@derboersianer.com

werden glaubwürdiger wahrgenommen.

66

TICKER

Wiener Privatbank gewann Award für beste Homepage heimischer Privatbanken +++ Immofinanz launcht für Marke Vivo internationalen Werbeauftritt +++ Lenzing bereitet sich auf Rebranding vor


RANKING

besten Pressesprecher des Kapitalmarkts

D

ass mit Transparenz, Offenheit und aktiver Kommunikation ein Unternehmenssprecher die Kohlen aus dem Feuer holen kann, beweisen täglich viele Pressesprecher der heimi-

schen Kapitalmarktunternehmen. In einem kleinen Markt wie Österreich wird auch schnell sichtbar, wer sich behaupten kann und bei welchen Unternehmen Defizite in der Außenwahrnehmung bestehen. Die Zunft der Pressesprecher gehört deshalb auch zu den am härtesten arbeitenden Teilnehmern der Finanzbranche. Und sie ernten selten Anerkennung für ihre unermüdliche Arbeit. Denn sie müssen nicht nur ihr Unternehmen nach außen hin ins rechte Licht rücken und ein gutes Einvernehmen mit den Persönlichkeiten der Führungsebene anstreben, sondern auch in Krisenzeiten die richtigen Worte finden und intern die Kommunikationsfäden fest in Händen halten. Sonst folgt eine mediale Schlammschlacht. Der Börsianer kürte nun zum dritten Mal nach 2014 und 2016 den besten Pressesprecher des heimischen Kapitalmarkts. 61 Personen waren nominiert. Die besten ihrer Zunft wurden mittels eines einstufigen Peergroup-Scorings ermittelt, die Kandidaten bewerteten sich gegenseitig mit Punkten von eins bis zehn. Der Börsianer hatte auf das Ergebnis deshalb keinen Einfluss. 24 Stunden pro Tag, sieben Tage die Woche erreichbar, so beschreibt Peter Kleemann (Platz 1 / 68,28 Punkte) sein Arbeitspensum als Sprecher der Flughafen Wien AG, der sich zum ersten Mal den Platz an der Sonne im Ranking sichert. „Ein Flughafen schläft

67

SEITENBLICKE


SEITENBLICKE

1. PLATZ 2. PLATZ

3. PLATZ

Peter Felsbach

Peter Kleemann

Julia Resch

VOESTALPINE AG

FLUGHAFEN WIEN AG

WIENER BÖRSE AG

nie, als Troubleshooter muss ich gemeinsam mit Standort- und Prozesspartnern operative Herausforderungen begleiten.“ Projekte wie der neue Office-Park 4 oder die Terminalmodernisierung mit der neuen Süderweiterung sind voll im Gang. Beschäftigen wird ihn die weitere Entwicklung bei Niki und die noch offene Entscheidung im Verfahren zur dritten Piste. Vorjahressieger Peter Felsbach (66,43 Punkte) von der Voestalpine AG musste sich diesmal knapp geschlagen geben. Wobei auch der Voestalpine-Sprecher 2017 ordentlich gefragt war und es verstand, gekonnt Ruhe bei allzu medialer Aufregung auszustrahlen. „Meine strategischen Aufgabenbereiche erstrecken sich von der internen Kommunikation über Online und Social Media, Pressearbeit, Brand-Management, Sponsoring bis hin zu Public Affairs und zukünftig auch immer mehr in Richtung Marketingkommunikation“, sagt Felsbach. Julia Resch (Platz 3 / 62,07 Punkte) ist seit 2014 das Sprachrohr der Wiener Börse AG und ist seit dem Vorjahr zusätzlich Marketingchefin. Am digitalen Auftritt der Wiener Börse hat sie 2017 intensiv mit ihrem Team gearbeitet. „Meine Aufgabe ist es, in dieser spannenden Zeit des Wandels im Medienkonsum und der Informationsflut für die richtige Aufbereitung von Informationen für jede Zielgruppe zu sorgen“, sagt Resch.

Auf- und Ab- und Neueinsteiger Insgesamt 16 Neueinsteiger im Vergleich zum Ranking vor zwei Jahren zeigen, dass bei Pressesprechern die Bereitschaft, in andere Unternehmen zu wechseln, durchaus groß ist. Ein sehr kurzes Gastspiel

DIE AUFSTEIGER PLATZ

ZULETZT NAME

MEDIUM

19.

(43.)

Riedel Monika

Semperit AG Holding

16.

(39.)

Wetzelsberger Harald

RLB-OÖ AG

27.

(42.)

Helmkamp Frank

Oberbank AG

28.

(42.)

Kerschbaum/Severin

Erste Asset Management

7.

(18.)

Kaserer Waltraud

Lenzing AG

68


SEITENBLICKE

PLATZ

ZULETZT

PUNKTE

NAME

UNTERNEHMEN

1.

(5.)

68,28

TREND

Kleemann Peter

Flughafen Wien AG

2.

(1.)

66,43

Felsbach Peter

Voestalpine AG

3.

(6.)

62,07

Resch Julia

Wiener Börse AG

4.

(3.)

60,80

Mauritz Michael

Erste Group Bank AG

5.

(7.)

56,55

Gutlederer Christian

Oesterreichische Nationalbank (OeNB)

6.

(2.)

56,07

Lechner Robert**

OMV AG

7.

(18.)

54,83

Kaserer Waltraud

Lenzing AG

8.

(4.)

54,64

Halama Martin

Unicredit Bank Austria AG

9.

(9.)

48,21

Roither Hannes

Palfinger AG

10.

(13.)

48,00

Berger Karin / Hromatka Christian

Erste Bank und Sparkassen

11.

(8.)

47,86

Homola Michael

Österreichische Post AG

12.

(10.)

47,24

Krenn–Ditz Ingrid

Raiffeisen Bank International AG

13.

(12.)

46,90

Schragl Bettina

Immofinanz AG

14.

(14.)

46,55

Heller Norbert

Uniqa Insurance Group AG

15.

(24.)

43,46

Kreuzer Christian

Wiener Städtische Versicherung AG

16.

(39.)

40,69

Wetzelsberger Harald

Raiffeisenlandesbank Oberösterreich AG

17.

(21.)

39,66

Grubelnik Klaus

Finanzmarktaufsicht (FMA)

18.

(20.)

39,64

Neumüller–Klein Diana

Strabag SE

19.

(43.)

39,29

Riedel Monika*

Semperit AG Holding

20.

(30.)

39,29

Steinbichler Karin *

Wienerberger AG

21.

(15.)

38,28

Zach Stefan

EVN AG

22.

36,54

Haas Wolfgang

Vienna Insurance Group AG

23.

35,36

Grohs Barbara*

Telekom Austria AG

24.

(22.)

35,36

Stefan Michaela*

Raiffeisenlandesbank Niederösterreich–Wien AG

25.

(23.)

35,17

Königstorfer Gerda

Rosenbauer International AG

26.

34,83

Schütz–Spörl Georgia

Bawag Group AG

27.

(42.)

34,29

Helmkamp Frank

Oberbank AG

28.

(37.)

34,00

Kerschbaum Dieter / Severin Paul

Erste Asset Management

29.

(11.)

33,57

Metelko Ingun

Verbund AG

30.

33,10

Herberstein Felicitas*/**

Bundesministerium für Finanzen

31.

(33.)

33,10

Roloff Marita*

Allianz Gruppe

32.

31,79

Hehemann Martin

Kommunalkredit AG

33.

30,00

Lang Barbara

PWC Österreich

34.

29,29

Michalech Linda

Sberbank Europe AG

35.

28,93

Perotti Andreas*

FACC AG

36.

28,93

Schweighart Martina*

Oesterreichische Kontrollbank AG (OeKB)

37.

28,93

Wagerer Elisabeth*

S Immo AG

38.

(28.)

28,62

Bauer Sandra

Porr AG

39.

28,28

Layr Wolfgang

Volksbank Wien AG

40.

(38.)

28,21

Simak Markus

Agrana Beteiligungs AG

41.

(19.)

27,59

Konrad Marina

AT&S Austria AG

42.

27,14

Pöcksteiner Leopold

Amag Austria Metall AG

43.

(32.)

25,17

Berger Michaela

Hypo NOE Bank AG

44.

24,83

Steinböck Susanne

CA Immobilien Anlagen AG

45.

(35.)

24,48

Knap Angelika

Generali Versicherung AG

46.

(16.)

24,23

Jedlicka Alexander

Donau Versicherung AG

47.

23,79

Racieski Magdalena

ING–Diba Austria

48.

23,57

Hofer Robert

Santander Consumer Bank

49.

22,80

Nepf Markus

Österreichischer Sparkassenverband

50.

22,50

Hirschvogl Marcus

Schoellerbank AG *BEI PUNKTEGLEICHHEIT ZÄHLT DIE HÖCHSTE EINZELBEWERTUNG, **IST NICHT MEHR IM UNTERNEHMEN TÄTIG

69


SEITENBLICKE

feierte Felicitas Herberstein (Platz 30 / 33,10 Punkte) als Sprecherin des Finanzministeriums, die dort am 10. Juli 2017 ihren Einstand feierte und durch den Wechsel des Finanzministers schon wieder verschwunden ist. Monika Riedel (Platz 19 / 39,29 Punkte) ist Topaufsteigerin des Rankings und hat seit Oktober 2017 bei der Semperit AG die heikle Aufgabe, das Unternehmen durch eine Restrukturierungsphase zu begleiten. Martina Schweighart (Platz 36 / 28,93 Punkte) darf seit Mitte 2017 die Geschicke der Oesterreichischen Kontrollbank AG den Medien kommunizieren. Wie wichtig eine transparente und aktive Kommunikation ist, zeigt Andreas Perotti (Platz 35 / 28,93 Punkte), der es bei der FACC AG innerhalb weniger Monate geschafft hat, die positiven Errungenschaften des Unternehmens ins Rampenlicht zu rücken und die Skandale der Vergangenheit fast vergessen zu lassen. Unter den Top Ten finden sich allerdings bis auf Lenzing-Sprecherin Waltraud Kaserer (Platz 7 / 54,83 Punkte), die einen ordentlichen Satz nach vorn macht, hauptsächlich Langdienende. Zu den „Urgesteinen“ zählt sicherlich Michael Mauritz (Platz 4 / 60,80 Punkte), der 1998 als Sprecher der Erste Bank AG begonnen hatte und seit 2004 die Geschicke der Erste Group Bank AG für die Medien kommentiert. DIE ABSTEIGER PLATZ

ZULETZT NAME

46.

(16.)

Jedlicka Alexander

UNTERNEHMEN

Donau Versicherung AG

41.

(19.)

Konrad Marina

AT&S Austria AG

43.

(32.)

Berger Michaela

Hypo NOE Bank AG

38.

(28.)

Bauer Sandra

Porr AG

45.

(35.)

Knap Angelika

Generali Versicherung AG

Von 34 Frauen schafften es 25 ins Ranking und fünf unter die ersten 15. Die Bestnote zehn wurde insgesamt 35-mal vergeben. Die meisten zehn Punkte staubte Martin Halama (Platz 8 / 54,64 Punkte), Sprecher der Unicredit Bank Austria AG, von seinen Peers ab, gleich dahinter folgte Peter Felsbach mit fünfmal zehn Punkten und Michael Mauritz mit dreimal zehn Punkten. Bis auf Waltraud Kaserer sind die ersten zehn gereihten Pressesprecher bereits zum dritten Mal unter den ersten zehn im Ranking.

DIE BEWERTUNGSKRITERIEN

Das Ranking wird nach qualitativen Methoden in einem einstufigen Scoring-Modell (Peergroup-­Bewertung) ermittelt. Die nominierten Kandidaten konnten sich gegenseitig bewerten. Das Ergebnis des Rankings wurde mit dem Mittelwert aller Bewertungen berechnet und in Prozent umgewandelt. Eine Person kann maximal eine Bewertung von 100 Prozent erreichen. Bei Punktegleichheit zweier oder mehrerer Personen entscheidet die höchste Einzelbewertung. Die Kandidaten konnten keine Bewertung für sich selbst oder Konzernkollegen abgeben.

70


REGULIERUNG

RECHT: WAS SICH 2018 ÄNDERT Dschungel. 2018 treten wichtige ­Regulierungen und Gesetze in Kraft. Wer den Überblick verliert, zahlt drauf.

Neue Regulierungen wie Mifid II und IDD kosten die Finanzbranche dreistellige Millionenbeträge. Verstöße gegen die Datenschutzgrundverordnung werden indes hart sanktioniert. Der Börsianer hat sich bei Experten Tipps für die Anwendung in der Praxis geholt. TEXT THOMAS MÜLLER

© BÖRSIANER

D

führen. Abgeschafft wurden sie zwar

ass es die Betroffenen kaum er-

Reihe von mehr oder weniger spekulati-

warten konnten, kann man nicht

ven Finanzprodukten unter Wasser ge-

nicht, aber nun muss dem Kunden de-

behaupten. Sehr wohl wurde aber

raten ist. Für viele Kleinanleger ein Er-

tailliert offengelegt werden, wer wie viel

schon seit langem und intensiv in der Fi-

weckungserlebnis, denn nun wurde of-

bekommt. Wer als unabhängiger Bera-

nanzbranche darauf hingearbeitet: Am

fenkundig, dass ihnen findige Finanz-

ter auftreten will, darf grundsätzlich gar

3. Jänner 2018 ist die Market in Finan-

berater riskante Immobilienaktien oder

keine Provisionen annehmen oder muss

cial Instruments Directive II, kurz Mi-

Private-Equity-Beteiligungen

vermit-

sie an den Kunden weiterleiten. Auch

fid II, in Kraft getreten, die den Vertrieb

telt hatten. Die europäische Politik re-

bei den „nicht-unabhängigen“ Bera-

von Wertpapieren in der Europäischen

agierte unter anderem mit einer Ver-

tern, wie es im Gesetzestext heißt, muss

Union neu regelt. Um ein Jahr später als

schärfung der besagten Finanzmarkt-

der Provision eine „Qualitätsverbesse-

ursprünglich geplant, denn die Banken

richtlinie Mifid. Als Grundübel wurden

rung“ für den Kunden gegenüberste-

und Finanzdienstleister hätten die Um-

die von Konsumentenschützern kriti-

hen. Bei Bestandsprovisionen heißt das,

setzung sonst nicht geschafft. Wie so

sierten Provisionen für die Berater er-

dass der Berater zumindest laufend und

vieles war der Ausgangspunkt auch hier

kannt, denn diese würden zu Empfeh-

vor Ort verfügbar sein muss. „Die ge-

die Finanzkrise von 2007/2008 als eine

lungen wider die Interessen des Kunden

naue Aufschlüsselung der Kosten heißt

72


FINANZPLATZ

„Mifid II heißt weniger ­Coverage für kleinere ­Unternehmen.“ URSULA RATH

toren dürfte für diese wichtiger und notwendiger werden.

Bildung für alle Ein weiterer Ansatzpunkt der Finanzmarktrichtlinie ist die Ausbildung der Vertriebspartner. Hier wurden erstmals

„Google und ­Facebook könnten Bankdienstleistungen anbieten.“ W. SIEGL-CHACHEDENIER

europaweite Mindestanforderungen deauch, dass die Produktkosten durch den

finiert. „Das bedeutet auch Umstellun-

mensberatung ZEB hat Banken jahre-

Vermittler transparent gemacht werden

gen in der nächsten Ausbildungsstufe

lang bei der Erfüllung der gesetzlichen

müssen. Sie müssen hier mit den Pro-

zum European Financial Advisor, und

Anforderungen begleitet. Derzeit be-

duktanbietern Vereinbarungen treffen“,

zwar in Richtung höherer Qualifika­

schäftigt er sich intensiv mit der Pay-

erklärt Rechtsanwältin Ursula Rath von

tion“, sagt Otto Lucius, Präsident des

ment Service Directive 2, die am 13. Jän-

der Kanzlei Schönherr. „Generell ist die

Österreichischen

Financial

ner dieses Jahres in Kraft getreten ist

Vertriebsseite durch Mifid II etwas mehr

Plan­ ners. Weniger positiv sieht er die

und den europäischen Zahlungsverkehr

betroffen, die Produktseite war schon

ausgeweiteten

Informationspflichten:

von Grund auf ändern wird. „Wir hatten

bisher durch die Informationspflichten

„Der Kunde ist mit noch mehr Informa-

bei unserem Business-Breakfast rund

stärker reguliert.“ Zudem muss der Ver-

tionen als bisher konfrontiert. Manch-

50 Anmeldungen. Normalerweise haben

trieb auch definieren, wer die Zielgrup-

mal wird sogar die Beratung verweigert,

wir bei diesen Themen 20 bis 25“, un-

pe für ein Wertpapier ist, und beim Kun-

wenn der Kunde sich weigert, ein nach-

terstreicht der Berater im Gespräch mit

dengespräch feststellen, ob jemand die-

gefragtes Detail für das Anlegerprofil

dem Börsianer die Relevanz für die Ban-

ser Definition entspricht.

bekanntzugeben.“ Die neuen Haftungs-

ken. Für sie geht es buchstäblich an die

bestimmungen

Produktprü-

Substanz: Die von der Richtlinie neu-

zesse wegen Beratungsfehlern in den

fung würden viele Anbieter dazu brin-

definierten Zahlungsauslösedienstleis-

Kanzleien landen werden? Markus Fell-

gen, ihr Angebot drastisch zu reduzie-

ter und Kontoinformationsdienstleister

ner von Fellner Wratzfeld und Partner

ren. „Das Mehr an Konsumentenschutz

müssen über Schnittstellen Zugang zu

Rechtsanwälte glaubt das nicht, räumt

bringt dem Anleger nicht nur Vorteile“,

den Konten der Bankkunden erhalten.

aber ein: „Möglicherweise wird durch

schließt daraus der Verbandspräsident.

Damit können sie im Auftrag des Kun-

Ob dadurch in Zukunft weniger Pro-

Verbands

für

die

die strengeren Anforderungen bei der

Einen bisher weniger beachteten As-

den selbst Zahlungen auslösen oder In-

Dokumentation die Beweisposition des

pekt bringt die Vermögensberaterin

formationen zu Kontobewegungen ab-

Finanzdienstleisters als Anspruchsgeg-

Margit Potzgruber ein:

rufen. Letzteres käme etwa zum Tra-

ner verbessert. Dagegen spricht jedoch,

„Die Vermittlung von Vermögens-

gen, wenn über ein Onlinetool mehrere

dass von Teilen der Rechtsprechung die

verwaltung wird nicht mehr als Ver-

Konten bei verschiedenen Banken ver-

Ansicht vertreten wird, Anlegern könne

mittlung von Wertpapieren angesehen.

waltet werden sollen. „Bisher war das

nicht zugemutet werden, die ihnen zur

Die dafür in Rechnung gestellten Kos-

nur möglich, wenn der Bankkunde dem

Verfügung gestellten Dokumente und

ten sind nun mit Umsatzsteuer zu ver-

Zahlungsdienstleister die Login-Daten

Risikohinweise im Detail zu lesen.“

rechnen, was für den Privatkunden ei-

gegeben hat. Damit war für die Bank

Für börsennotierte Unternehmen ist

ner Verteuerung von 20 Prozent gleich-

auch nicht sichtbar, wer sich jetzt ein-

vor allem relevant, dass die externen

kommt.“ Das neue Mifid-Regime sieht

loggt“, erklärt Siegl-Cachedenier. „In

Research-Kosten der Fondsgesellschaf-

sie eher als Übergangslösung, bis die

der Fintech-Industrie hat sich einiges

ten nun separat mit den Verwaltungsge-

Beratung gegen Honorar die derzeitigen

getan, und diese will sich vom Kuchen

bühren angeführt werden müssen. „Ge-

Provisionen abgelöst haben wird.

einen Teil abschneiden. Internetkon-

rade für kleinere Unternehmen heißt

zerne wie Google und Facebook kön-

das, dass es weniger Coverage geben

Wie der Rubel rollt

nen damit ebenfalls einsteigen.“ Für die

wird. Das betrifft natürlich die meisten

Jede Menge Arbeit hat Mifid II auch

Kunden eröffnen sich günstigere und

österreichischen Unternehmen“, sagt

Wolfgang Siegl-Cachedenier bereitet.

bequemere

Rath. Der direkte Kontakt zu den Inves-

Der Senior Advisor bei der Unterneh-

als es mit einer Kreditkarte der Fall ist.

73

Bezahlungsmöglichkeiten,


FINANZPLATZ

Und werden die Banken nun selbst

Mai 2018 gilt. Jedes Unternehmen mit

solche Dienste anbieten? „Das können viele Fintechs“, sagt Christian Legeny, ebenfalls Berater bei ZEB. „Da wird es eher zu Kooperationen kommen, denn die Fintechs brauchen auch die Banken. Sie haben eine Kundenbasis und das Vertrauen. Hinter dem Begriff stehen nicht nur kleine Start-ups, das können auch Konzerne sein, die das finanzieren wie die Kreditkartenanbieter.“ Neben Kooperationen investieren die Banken aber auch in eigene Digitalisierungsprojekte und veranstalten sogenannte Appathons, bei denen Entwicklerteams in 24 Stunden eine überzeugende Ban-

sensiblen Daten muss bis dahin einen

DAS IST IN DER PIPELINE

sie gar nicht leisten, es gibt schon zu

Plan zur Datensicherheit haben. Gerade

In Vorbereitung befinden sich eine Reihe von EU-Regulierungen, die voraussichtlich 2019 oder 2020 beschlossen werden: n Ein neuer Rahmen für die Aufsicht über Investmentgesellschaften n Ein Aktionsplan für nachhaltige Finanzen mit regulatorischen Maßnahmen n Ein Rahmen für Crowdfunding und Peer-to-peer-Finanzierung n Die Schaffung eines europäischen Rahmens für Covered Bonds n Eine Initiative zur Verringerung der Hindernisse für den grenzüberschreitenden Vertrieb alternativer Investmentfonds und OGAW

king-App auf die Beine stellen müssen.

QUELLE: ARBEITSPROGRAMM DER EUROPÄISCHEN KOMMISSION, ANHANG I, S.4

Die Aufgeschobene

für die Finanzbranche ist das aber kein neues Thema, die großen Player sind auf die Anforderungen vorbereitet, sagen die befragten Experten einstimmig. „Kleinere Institute könnten eher herausgefordert sein. Die Unternehmen müssen sich jetzt fragen: Was haben wir überhaupt für Daten? Wann muss etwas wieder gelöscht werden?“, meint Rechtsanwältin Ursula Rath. „Bei den Strafen wird hier das Proportionalitätsprinzip nicht angewandt, es sind auch kleine Unternehmen mit hohen Strafsanktionen bedroht.“ Noch dazu hat erst vor kurzem der Verfassungsgerichtshof klargestellt, dass hohe Geldstrafen weiterhin auch von Behörden

Die Versicherungen und deren Ver-

verhängt werden dürfen und dazu keine

triebspartner betrifft die neue Insurance

die persönliche Lebenssituation ab“,

Verurteilung durch ein Strafgericht er-

Distribution Directive (IDD), die aber

erklärt

forderlich ist.

erst am 1. Oktober 2018 in Kraft treten

Chachedenier.

wird, nachdem auch hier eine Verschie-

ger ist auch die Dokumentation für den

tet blieb das Gleichstellungsgesetz für

bung notwendig geworden war. Die für

Vertriebspartner. Die bisherigen Bera-

Frauen und Männer im Aufsichtsrat

Ende Februar geplante gesetzliche Um-

tungsprotokolle waren da sehr mager.“

(GFMA-G), das bereits seit 1. Jänner 2018

setzung in Österreich werde wohl eben-

Unklar sind bei der Umsetzung noch

in Kraft ist. Es soll gewährleisten, dass

falls später kommen, heißt es dazu aus

Details wie die Stornohaftung, der Fall,

der Anteil von Frauen oder Männern

der Wirtschaftskammer.

wenn der Kunde den Versicherungsver-

im Aufsichtsrat eines großen Unter-

Ähnlich wie mit der Mifid II werden

trag vorzeitig kündigt, oder eine Emp-

nehmens nicht unter 30 Prozent liegt.

neue Regeln für die Beratung von Ver-

fehlungspflicht für alle Vermittler-

Die Zusammensetzung der betroffenen

sicherungskunden eingeführt, die nun

gruppen. Diese ist in der IDD allerdings

Gremien ändert sich aber nicht sofort,

sowohl für Versicherungen als auch für

auch nicht zwingend vorgesehen, wes-

sondern schrittweise mit jeder neuen

ungebundene Makler und gebundene

halb die Fachgruppe der Finanzdienst-

Berufung in den Aufsichtsrat. Kritik an

Agenten gelten. Ebenso müssen Provi-

leister in der Wirtschaftskammer sich

der Ausgestaltung des Gesetzes kam be-

sionen offengelegt werden, und sie dür-

heftig gegen solche nationalen Zugaben

reits im Vorjahr von Freshfields-Anwäl-

fen sich nicht nachteilig für den Kunden

(„Golden Plating“) wehrt.

tin Karin Buzanich-Sommeregger: „Die

Regulierungsspezialist „Deutlich

Siegl-

aufwendi-

Ebenfalls

weitgehend

unbeach-

auswirken. Die Makler müssen vor dem

Nicht mehr zu verhindern sind die

österreichische Regelung ist in mehrfa-

Kundengespräch transparent machen,

Kosten, die Mifid II und IDD in der Fi-

cher Hinsicht nicht lückenlos geglückt.

wer an ihrem Unternehmen beteiligt

nanzbranche verursachen und die in Ös-

Die harten Voraussetzungen von sechs

ist. Neu für Österreich ist die jährliche

terreich einige 100 Millionen Euro be-

Kapitalvertretern im Aufsichtsrat und

Weiterbildungspflicht von 15 Stunden,

tragen dürften. Größere Banken haben

1.000 Arbeitnehmern einer AG kön-

die nicht nur die Gewerbeberechtigten,

am Ende bis zu 80 Millionen Euro aus-

nen umgangen werden“, zum Beispiel

sondern auch deren Mitarbeiter mit

gegeben, um allein für Mifid II gerüstet

durch die Verkleinerung des Aufsichts-

Kundenkontakt betrifft. „Die Produkt-

zu sein, so eine Expertenschätzung.

rats oder durch Umverteilung der Mitarbeiter in Tochtergesellschaften. Promi-

und Vertriebskosten müssen nicht in der Tiefe dargestellt werden, wie wir

Die Unauffälligen

nente Beispiele für eine solche Vorge-

es von Mifid II kennen. Außerdem ist

Etwas unterhalb des öffentlichen Radars

hensweise wurden allerdings noch nicht

die Bedarfserhebung im Beratungsge-

fliegt derzeit noch die Datenschutz-

bekannt geworden. Aber das Jahr ist ja

spräch viel ausgeprägter und zielt auf

grundverordnung (Seite 62), die ab 25.

noch jung. n

74


COVER

© APA-Picturedesk, Anna Huber

360 Grad. 365 Tage.

PRO KAPITALMARKT! Weil‘s um Einkommen, Wohlstand und Beschäftigung geht.

360 GRAD. 365 TAGE. PRO KAPITALMARKT! Die Wirtschaftswissenschaften belegen, dass ein gesunder Finanzsektor ein wichtiger Faktor für Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum einer Volkswirtschaft ist. Ein handlungsfähiger Kapitalmarkt generiert Einkommen, Beschäftigung und Wohlstand in Österreich. Deshalb setzen sich diese Unternehmen dafür ein. 75


BÖRSE

Kosten. Der Venture-Capital-Markt liegt in Österreich eher brach. Der dritte Markt bietet Chancen auf Finanzierungen bei niedrigen Einstiegskosten.

© WIENER BÖRSE AG

DRITTEN MARKT ­ IEDER AUFSPERREN W Die Vorgeschichte: Bis 2011 war

den USA nur Namensaktien kennt, sa-

der weniger geregelte dritte Markt je-

hen die FATF-Prüfer Inhaberaktien, wie

nes Segment der Wiener Börse, das die

wir sie in Deutschland und Österreich

geben, den dritten Markt der

meisten heimischen Neunotierungen

kennen, aus Sicht der Geldwäsche kri-

Wiener Börse für Österreichs

verbuchte. Dazu zählten auch Meinl

tisch“, erklärt Martin Wenzl, Listing-

KMUs „barrierefrei“ zu ma-

Euro­pean Airports und Meinl Interna-

Verantwortlicher bei der Wiener Börse

tional Power und andere Wachstums-

AG. Erst recht, wenn solche Papiere im

unternehmen, die schnell, günstig und

ungeregelten Markt notieren.

Mit der neuen Regierung könnte es einen echten Anlauf

chen. Die niedrigen Kosten sind der ideale Einstieg, um an Finanzierungen zu gelangen. TEXT JULIA KISTNER

H

einfach einmal an einer Börse präsent

Um mit der Behörde erst gar nicht an-

sein wollen, ohne sich aufwendigen

zuecken, wurde mit dem Gesellschafts-

Transparenzvorschriften und deutlich

rechtsänderungsgesetz

höheren Kosten des amtlichen Handels

festgelegt, dass Aktiengesellschaften in

unterziehen zu müssen. Ihnen geht es

Österreich nur noch Namensaktien aus-

also mehr um die Präsenz und weniger

geben dürfen. Ausgenommen wurden

grundsätzlich

um die Kapitalaufnahme. Denn viele in-

Unternehmen, deren Aktien an einem

ält die Regierung, was sie ver-

stitutionelle Investoren dürfen ohnehin

geregelten Markt notieren. Der drit-

spricht, kommt schon bald Be-

nur im amtlichen Handel und nicht im

te Markt wurde damit für inländische

wegung in den dritten Markt der

dritten Markt investieren, der „nur“ von

Neunotierungen 2011 de facto gesperrt.

der Börse geregelt wird.

Seither findet man hier neben auslän-

Wiener Börse. Denn man will innovati-

ven Wachstumsunternehmen den Zu-

Dann kam die „Financial Action Task

gang zum Kapitalmarkt erleichtern.

Force“ (FATF) der Weltbank und des In-

Dafür will man den weniger geregelten

ternationalen Währungsfonds bei ih-

dritten Markt der Wiener Börse wieder

rer routinemäßigen Prüfung zu dem Er-

Neuer Anlauf, aber wie?

für österreichische Start-ups und Klein-

gebnis, dass Österreich zu wenig gegen

„Als mögliche Lösung liegt es für die

betriebe öffnen.

Geldwäsche unternimmt. „Da man in

Wiener Börse nahe, Inhaberaktien bei

76

dischen nur inländische Unternehmen, die dort schon 2011 notierten.


FINANZPLATZ

jenen Unternehmen zuzulassen, deren Aktien bei einer Wertpapiersammelbank, zum Beispiel der Oesterreichischen Kontrollbank AG, hinterlegt sind. Das entspricht auch der aktuellen Regelung in Deutschland“, bedauert Martin Wenzl die derzeitig Zutrittsbarriere für heimische

ten. Beispielsweise sind Halbjahres- und

„Ein Listing ­ kostet ­vergleichsweise wenig.“

Jahresberichte vorgeschrieben.“ Aktuell notieren 20 Unternehmen am dritten Markt. Vier davon werden kontinuierlich, der Rest einmal pro Tag in einer untertägigen Aktion gehan-

MARTIN WENZL

delt. Mit der Wiedereröffnung für österreichische Unternehmen könnten es

Wachstumsunternehmen.

Dagegen sperrt sich aber das Finanzmi-

vatrechtliches Verhältnis mit der Wie-

heuer ein Dutzend mehr werden, zumal

nisterium. Man erwäge zwar auch das

ner Börse. Der Vertrag lässt sich jeder

es eine lebendige Start-up-Phase gibt,

deutsche Modell. Doch sei Österreich

Zeit wieder auflösen. Hingegen braucht

für die Crowdfunding zu wenig ist und

stärker als Deutschland im Fokus der

es im geregelten Markt für den Exit ein

eine Notiz im amtlich geregelten Markt

FATF, und die prüfe wieder im April 2018.

Verwaltungsverfahren, das mit einem

vom Aufwand und den Kosten noch eine

Bis dahin wird man wohl den Ball flach

Widerrufsbescheid endet.“

Nummer zu groß ist.

halten, den Andrea Doczy, Finanzminis-

Die Exitmöglichkeit ist ja oft die Vodass

Investoren

Die Branchen, die sich dem Einstiegs-

teriumssprecherin, wieder zurück an die

raussetzung,

über-

segment der Wiener Börse bedienen, sind

Börse und Banken spielt: „Die Lösung

haupt investieren. Preislich könne man

bunt gemischt. Am dritten Markt no-

des Problems über ein Handelsregister

leicht mit den Mitbewerbern, dem Frei-

tiert etwa die deutsche Dr. Bock Indust-

für Namensaktien wäre die elegantere

verkehr der großen deutschen Börsen

ries AG, ein Hersteller hochwertiger Ho-

Alternative, die ohne gesetzliche Ände-

und der Nasdaq First North mithalten.

sen für Hugo Boss, Windsor und Co. mit

rung jederzeit umgesetzt werden könn-

Der dritte Markt sei durch die geringen

Töchtern in Deutschland, Italien, der Uk-

te und die keine neue Überprüfung der

Transparenzvorschriften leicht zugäng-

raine und Rumänien. Mehrheitsaktionär

FATF auslösen würde. Dafür müsste es

lich, aber keinesfalls der Wilde Wes-

und Namensgeber ist Dietrich Bock. Mit

eine gemeinsame Initiative der Markt-

ten, betont Martin Wenzl: „Auch hier

Gregor Rosinger gibt es einen heimischen

teilnehmer und der Börse geben, die bis

gilt das EU-weite Verbot des Insider-

Großinvestor, der als Capital Market

dato nicht stattgefunden hat.“

handels und ebenso die Ad-hoc-Melde-

Coach Dr. Bock und weitere Unterneh-

Diese scheitert laut Wenzl daran, dass

pflichten mit drakonischen Strafandro-

men an die Wiener Börse begleitet hat.

in Österreich keine Pflicht zur Lieferung

hungen. Wir schauen uns die Unterneh-

der dafür notwendigen Daten durch die

men auch ganz genau an, die wir hier-

Vorteile bei Zweitlisting

Depotbanken bestünde. Warum verle-

zulassen und häufig auch ablehnen. Sie

Sich selbst, die D-W-H Deutsche Wer-

gen österreichische Unternehmen ihren

sollten eine gewisse Historie haben. Die

te Holding GmbH und European Lithium

Firmensitz nicht einfach nach Deutsch-

Finanzdaten und das Businessmodell

Limited hat wiederum das Münchner In-

land, wenn sie in den dritten Markt wol-

müssen passen. Von Vorteil ist es auch,

vestmenthaus Fin Group AG nach Wien

len? „Das Recht ist so gefinkelt, dass sich

wenn man renommierte Wirtschafts-

begleitet. Investor-Relations-Manager

Probleme bei Dividendenauszahlungen

prüfer oder Rechtsanwaltskanzleien mit

Tobias Schmidt verrät ganz unverblümt,

auftun würden“, sagt Wenzl.

an Bord hat. Wir bevorzugen Kandidaten

wozu man Multi Trading Facilities (MTF)

mit Firmensitz im europäischen Raum.

wie den dritten Markt in Wien auch

Warum Wien anzieht

Größenmäßig gibt es keine Mindest-

nutzt: „Das Primärlisting an einer Mul-

Was macht den dritten Markt eigentlich

oder Maximalanforderungen.“ Geeignet

ti Trading Facility berechtigt zu einem

für ausländische Unternehmen so at-

ist der dritte Markt für kleinere Unter-

Zweitlisting an deutschen Regionalbör-

traktiv? Immerhin haben wir 2017 sie-

nehmen ab einer Marktkapitalisierung

sen - quasi ein Zugang zum deutschen

ben Neunotierungen von Firmen gese-

von drei Millionen Euro.

Wertpapiermarkt durch die Hintertür.“

sagen. „Der Zugang ist sehr einfach und

Nichts für unerfahrene Privatanleger

pean Lithium Limited und deren Kon-

unkompliziert. Ein Listing kostet ver-

Den dritten Markt hält Martin Wenzl

zernmutter Cape Lambert, begründet

gleichsweise wenig: Unternehmen zah-

nicht für das Segment, in das der unbe-

den Gang an den unregulierten dritten

len einmalig für die Notierung eine Pau-

darfte Privatanleger investieren sollte:

Markt in Wien und in den Freiverkehr in

schale von 5.000 Euro und jährlich 1.000

„Da würde ich mich doch eher am Mid-

Frankfurt damit, dass „wir der Regulie-

Euro für den Handel“, berichtet Wenzl.

Market umschauen. Hier sind auch Un-

rung an der Heimatbörse in Australien

„Das Delisting ist auch unkomplizier-

ternehmen des dritten Markts gelistet. Es

unterliegen und somit hier keine weite-

ter, handelt es sich ja nur um ein pri-

gibt jedoch strengere Publizitätspflich-

ren Auflagen erfüllen müssen.“ Die Li-

hen, die heimischen Aktionäre nicht viel

Stefan Müller, Direktor von Euro-

77


FINANZPLATZ

thiummine liegt zudem in Kärnten bei Wolfsberg in den Wäldern des Waffenproduzenten Gaston Glock. „Die Mine wurde vor 30 Jahren vom Staat Österreich sehr kostspielig errichtet, als man nach Uran suchte und Lithium fand, für das sich noch niemand interessierte“,

in der Branche übliche Übernahmefan-

„Überlegen, den Firmensitz nach Österreich zu ­verlegen.“

tasien ein realistisches Szenario“, meint Müller, „aktuell liegt bereits die Mehrheit der Aktien in Europa beziehungsweise in den Händen weniger Großaktionäre.“ Werden wir heuer wiederum sieben

STEFAN MÜLLER

oder gar mehr ausländische Neunotierungen am dritten Markt sehen? Es ist ei-

freut sich Stefan Müller über das Juwel. In Wien ließe sich obendrein leich-

nen Euro. Wir sind wohl die Ersten, die in

niges in der Pipeline. Mehr will die Wie-

ter Kapital einsammeln als in Australi-

Europa Lithium fördern werden. Die eu-

ner Börse noch nicht verraten. Könn-

en, wo Österreich für schöne Landschaf-

ropäischen Automobil- und Batteriein-

te andererseits die Wiedereröffnung des

ten, aber nicht für Bergbau bekannt sei.

dustrie ist an einer Kooperation bis hin

dritten Markts für heimische Unterneh-

Euro­ pean Lithium überlegt sogar, den

zur Mitfinanzierung des Minenbetriebs

men Börsenabgänger wie Pankl Racing

Firmensitz nach Österreich zu verlegen.

sehr interessiert“, kontert Stefan Mül-

wieder zurück an die Börse bringen? „Es

Die Erwartungen sind groß. Sind

ler. Noch im Februar könnten das Ergeb-

ist eine Möglichkeit, auch nach dem Ab-

Kurssteigerungen von bis zu 700 Prozent

nis einer Machbarkeitsstudie für den Mi-

gang vom geregelten Markt seinen Anle-

in drei Wochen und eine Marktkapitali-

nenbetrieb sowie Bohrungen am anderen

gern die Möglichkeit des Handels zu bie-

sierung von 100 Millionen Euro funda-

Ende des Berges, wo sich die Lithiumvor-

ten“, so Wenzl, „jedoch können die ho-

mental gerechtfertigt? „Der theoretische

kommen noch spiegeln sollen, den Kurs

hen Strafdrohungen bei Verstößen ge-

Buchwert der Vorkommen liegt laut einer

weiter befeuern. „Dann werden auch die

gen Ad-hoc-Publizitäten abschreckend

von SRK erstellten Studie bei 500 Millio-

institutionellen Investoren hellhörig und

wirken. n

DIE AKTUELLEN PLAYER AM UNGEREGELTEN DRITTEN MARKT DER WIENER BÖRSE AT0000824206

AB Effectenbeteiligungen AG

Österreich

MTF

Stammaktie

AT0000A17Z86

Asamer Baustoffe AG

Österreich

MTF

Genussrecht

Autobank AG

Österreich

MTF

Stammaktie

Betbull Holding SE in Liqu.

Österreich

MTF

Stammaktie

BPG precious metal storage plc.

Slowenien

MTF

Investment-Fonds Stammaktie

AT0000A0K1J1 AT0000A0KPX9 SI0031117128 LU0925745043

CEEREF SA

Luxemburg

MTF

DE000A0B6NF2

D-W-H Deutsche Werte Holding AG

Deutschland

MTF

Stammaktie

DE000A2AABY2

Dr. Bock Industries AG

Deutschland

MTF

Stammaktie

AT0000908157

EAG-Beteiligungs AG

Österreich

MTF

Stammaktie

European Lithium Limited

Australien

MTF

Registered Ordinary Share

DE000A2DAMG0

Fingroup AG

Deutschland

MTF

Registered Ordinary Share

IM00B5VQMV65

GVC Holdings Plc

Isle of Man

MTF

Registered Ordinary Share

Hutter & Schrantz AG

Österreich

MTF

Stammaktie

AT0000A0VKN8

Life Settlement Holding AG

Österreich

MTF

Genußrecht

AT0000728050

Management Trust Holding AG

Österreich

MTF

Stammaktie

IT0005315038

METI Capital S.p.A.

Italien

MTF

Registered Ordinary Share

IT0005272981

MS Biotech S.p.A.

Italien

MTF

Registered Ordinary Share

Roy Ceramics SE

Deutschland

MTF

Stammaktie

The Just Loans Group Plc Vereinigtes Königreich

MTF

Registered Ordinary Share

MTF

Vorzugsaktie

AU000000EUR7

AT0000698253

DE000RYSE888 GB00BYX60J11 FR0011472943

Valneva SE

Frankreich

QUELLE: WIENER BÖRSE, ALPHABETISCH GEREIHT

78


FINANZIERUNG

Plattformen. Nur wenige CrowdfundingPlattformen sind als Geschäftsmodell profitabel. Viele haben es sich einfacher vorgestellt.

© KNUT NIEHUS / CHROMORANGE / PICTUREDESK.COM

DAS GESCHÄFT MIT DER CROWD

Die Finanzierung über die sogenannte „Crowd“ hat sich in Österreich zur ernstzunehmenden Alternative entwickelt. Geld verdienen die wenigsten Plattformen. TEXT BARBARA OTTAWA

U

nternehmensbeteiligungen sind

mit Erfolg. Oder auf kleinerer Ebene wie

FG). Auf diesem Boden wachsen seither

vielen

Anlegern

das Waldviertler Schuhgeschäft oder die

Pflänzchen aus den Bereichen Crowd-

schon lange bekannt: Via Stif-

Solaranlage für einen Biohof. Das zuneh-

funding und Crowdinvesting. „Ich glaube

tung ein paar Unternehmensanleihen

mende Volumen dieser alternativen Fi-

schon, dass dieses Gesetz viel dazu beige-

ins Portfolio nehmen oder mit geschlos-

nanzierungsform führte, wenn auch auf

tragen hat, dass das Thema in Österreich

senen Fonds in das Frachtschiffgeschäft

verschwindend geringem Niveau, 2015

angekommen ist. Nicht nur im Start-

investieren – das geschieht nicht immer

zum Alternativfinanzierungsgesetz (Alt-

up-Bereich, sondern auch verstärkt bei

heimischen

79


© TINEFOTO.COM | MARTIN STEINTHALER; WWW.ART-STUDIO.TV

FINANZPLATZ

Darlehen. Die Falkensteiner-Hotelgruppe, hier das Schlosshotel Velden und das kroatische Flagship Hotel & Spa Iadera, finanzierte sich über Finnest erfolgreich.

etablierten, mittelständischen Unter-

Bank International AG und ist dort in Sa-

aufschlag und zum Teil Sachwerte wie

nehmen“, sagt Daniel Horak, einer der

chen Kreditvergabe für kleinere und mitt-

Gutscheine. Beispielhaft kann hier eine

Geschäftsführer von Conda Österreich.

lere Unternehmen (KMUs) an die Grenzen

der größten Finanzierungen von Finnest

Diese Crowdinvesting-Plattform gehört

des Systems gestoßen. Jetzt hilft er Unter-

im vergangenen Jahr genannt werden:

zu jenen, die ursprünglich nur Crowd-

nehmen, die bereits einen Geschäftser-

Für die Falkensteiner-Hotelgruppe wur-

funding, also Erstfinanzierungen von

folg aufweisen und über solide finanziel-

den in zwei Tranchen drei Millionen Euro

neuen Geschäftsideen, angeboten haben

le Grundlagen verfügen. Aber auch für die

eingesammelt zu einem Fixzins von vier

und dann auf andere Unternehmensfi-

Investoren sieht er neue Chancen: „Wir

Prozent plus Hotelgutscheinen. Bei Con-

nanzierungen ausgeweitet haben. Mitt-

wollen die Demokratisierung des Kapital-

da läuft gerade die Zeichnungsphase für

lerweile verkauft Conda auch Lizenzen

markts vorantreiben und es einer breiten

ein neues E-Bike-Konzept aus Ellmau bei

für die Plattform. Zu den erfolgreich ab-

Schicht von Menschen ermöglichen, ihr

Kufstein aus. Das Finanzierungsziel von

geschlossenen Finanzierungen von Con-

Geld sinnstiftend in Unternehmen anzu-

750.000 Euro war schon fast erreicht.

da zählen etwa Cooee Alpin Hotels in der

legen, denen sie vertrauen.“

Die Verzinsung liegt wegen des Start-

Höhe von 1,2 Millionen Euro, bei denen

Somit kann sich Crowdinvesting nicht

up-Charakters des Projekts bei sechs

Exskirennläufer Hermann Maier und Rai-

nur als alternative Finanzierungsform für

Prozent, für Früheinsteiger waren es 6,5

ner Schönfelder mit dabei sind, oder auch

Unternehmen, sondern auch als Portfo-

Prozent. Weitere bereits abgeschlossene

die 654.500 Euro, die für LCT, den Welt-

liodiversifikation für Privatanleger ent-

Projekte bei Finnest waren etwa die Ex-

marktführer von lichtdurchlässigem Be-

wickeln. Allerdings lässt sich die Ren-

pansion von Biogena oder auch die Fi-

ton, eingesammelt wurden.

diteerwartung aus dieser Beimischung

nanzierung der Hotelkette Harrys Home

Einen anderen Marktzugang hat Gün-

schwerlich standardisieren. Je nach Platt-

Holding AG.

ther Lindenlaub, Gründer der Plattform

form, Unternehmen, Finanzierungsart

Die Idee und Technologie des Crowd­

Finnest, die sich auf die Finanzierung be-

und manchmal auch basierend auf einer

investing lässt sich aber auch auf profes-

stehender, mittelständischer Unterneh-

Auktion gibt es die unterschiedlichsten

sionelle Anleger anwenden. Diesem Be-

men beschränkt. Er war bei der Raiffeisen

Zinsversprechen mit oder ohne Erfolgs-

reich widmet sich Finnest seit vergan-

80


FINANZPLATZ

„Treiben die ­Demokratisierung der Kapitalmarkts voran.“ GÜNTHER LINDENLAUB

„als Vermittler zwischen dem Unternehmen und einer größeren Anzahl von Investoren, die selber keinen direkten Einfluss auf die Unternehmensentwicklung nehmen können“. Die Beteiligungshöhe bei Investitionen des AWS-Mittelstands-

„Bei Crowd­ investing noch viel Luft nach oben.“ DANIEL HORAK

fonds kann bis zu fünf Millionen Euro betragen, beim Neuinvestment an der Sys-

genem Sommer: Institutionelle Kunden

tem Industrie Electronic erwarb AWS elf

schlecht, wenn man Geld aufnimmt. Das

haben auf einer separaten Plattform die

Prozent der Anteile.

ist in den USA anders. Auch in Österreich

ternehmensbeteiligungen. „Per Schuld-

Wenig Gewinn für Plattformen

hen, Freunde und Partner als Investoren

scheindarlehen können zum Beispiel

Dass

und

zu haben, die dann Botschafter sind und

auch Banken echtes Fremdkapital an-

Crowd­investinganbieter erfolgreich sind,

praktisch gratis Werbung machen.“ Lin-

bieten“, erläutert Lindenlaub. „Dieses

liegt laut Horak daran, dass „es sich vie-

denlaub sieht keine Konkurrenz zu den

Thema wird 2018 ein wichtiger Fokus für

le einfacher vorgestellt haben“. Er sieht

Banken, sondern eine wichtige Ergän-

uns.“ Zum Anreiz für Unternehmen er-

den Trend hin zu „immer mehr speziali-

zung: „Seit der Finanzkrise haben Un-

klärt Lindenlaub: „Sie haben andere Din-

sierten Plattformen nach Regionen oder

ternehmen unterdurchschnittlich finan-

ge zu tun, als von Bank zu Bank zu laufen

Themen“. Lindenlaub bringt es auf den

ziert, und jetzt gibt es einen Rückstau,

und ihr Geschäftsmodell zu erklären. Bei

Punkt: „Man muss am Ende des Tages

auch durch Technologie 4.0.

uns können sich alle registrierten Inves-

Geld verdienen und zeigen können, dass

Horak bestätigt aus seiner Erfahrung:

toren informieren und ein Gebot abge-

man Mehrwert für alle Beteiligten stif-

„Crowdinvesting kann helfen, KMUs

ben.“ Aus seiner beruflichen Erfahrung

tet.“ Erfolgreiche Anbieter generieren

wieder bankfinanzierbar zu machen.“

weiß Lindenlaub, dass „bis zu einer Kre-

ihren Profit aus einem Anteil des einge-

Das über Crowdinvesting eingesammel-

dithöhe von 20 bis 25 Millionen Euro“ der

sammelten Kapitals, der vom finanzier-

te Mezzaninkapital dient sehr oft als He-

interne Aufwand für die Banken zu groß

ten Unternehmen gezahlt wird. Die Ge-

bel für einen Bankkredit oder anderes

ist, als dass es sich auszahlt, direkt einen

bührenhöhe ist je nach Anbieter und Ser-

Fremdkapital. Bei Finnest sieht Linden-

Kredit zu vergeben.

vicepaket sehr unterschiedlich und kann

laub vor allem die „Erweiterung des Ver-

von knapp drei Prozent Grundpreis bis zu

triebs“ als einen der wichtigsten Treiber

Zuerst die Crowd, dann die Bank

über zehn Prozent für Sonderleistungen

für Finanzierungsansuchen von mittel-

Im Crowdinvestingbereich gibt es „noch

betragen. Die Unternehmen zahlen bei

ständischen Unternehmen: „Da geht es

viel Raum nach oben“, betont Horak.

Finnest 2,75 Prozent, die Investoren ein

um Vertriebskanäle, Logistikcenter, Fle-

„Das Gesamtvolumen lag im vergange-

Prozent. Bei Conda sind die Gebühren für

xibilität der Produktion oder Produkt­

nen Jahr bei rund 30 Millionen Euro in

das Unternehmen primär erfolgsabhän-

innovation.“

ganz Österreich. Verglichen mit der Ban-

gig, sie betragen zwischen fünf und neun

kenfinanzierung sind das Promille vom

Prozent des Finanzierungsvolumens.

werden Unternehmen die Vorteile se-

Wahl zwischen unterschiedlichsten Unnicht

alle

Crowfunding-

Der Markt der alternativen Unternehmensfinanzierungen bietet aber auch für

Promillebereich.“ Finnest kam 2017 auf

Gerade für jene Plattformen, die sich

die Finanzbranche Möglichkeiten zur In-

ein Finanzierungsvolumen von mehr als

nur auf Start-ups konzentrieren, ist es

novation und Expansion, und zwar über

zehn Millionen Euro, bei Conda waren

schwer, ausreichend Gewinn zu machen.

die neue Blockchain-Technologie. Conda

es acht Millionen Euro. Peter Voithofer

„Viele machen nebenbei Unternehmens-

hat bereits damit angefangen, ein eige-

aus der Geschäftsführung der KMU For-

beratung oder Marketingbetreuung, hier

nes Crowdfunding-Token auf den Markt

schung Austria ist froh, dass es für Klein-

wird es sicher noch Bereinigung geben“,

zu bringen. Mit dieser eigenen Krypto­

und Mittelbetriebe Alternativen zum

sagt Lindenlaub. Marktlücken sieht er

währung sollen Anleger künftig bezahlen

Bankenkredit gibt: „Die größere Vielfalt

im Bereich Community-Financing, zum

können. Auch bei Finnest kann sich Lin-

an Finanzierungsformen ist ausgespro-

Beispiel bei lokalen Energieprojekten.

denlaub ein „Initial Coin Offering“ (ICO),

chen positiv und absolut zu begrüßen.“

Horak erläutert, dass der Markt des

also die Ausgabe einer eigenen Währung,

Beim lang etablierten AWS-Mittel-

Crowdinvesting in Österreich noch eini-

vorstellen: „So könnten Investoren ihre

standsfonds, der selbst bei der Unterneh-

ge, vor allem mentale, Hürden zu über-

Kryptowährung dann in echte Unterneh-

mensführung Mitsprache hat, sieht man

winden hat: „Ein paar Firmen haben

mensfinanzierung anlegen.“ n

Crowdinvesting als „alternativ oder auch

Angst, dass es nach außen hin so aus-

ergänzend“: Diese Plattformen dienen

sieht, als ginge es dem Unternehmen

81

→ WWW.FINNEST.COM

→ WWW.CONDA.AT


SEITENBLICKE

SO DENKT DIE POLITIK

FINANZBILDUNG: ENDLICH AUF DER POLITISCHEN AGENDA?

S

eit Jahren ist Finanzbildung ein Thema in öffentlichen Debatten. Nur knapp über die Hälfte der Ös-

terreicher gibt an, überhaupt eine Finanzbildung erhalten zu haben. Wäh-

ÖVP

SPÖ

Karl Nehammer Generalsekretär

Jan Krainer Finanzsprecher

rend Unternehmen diese Problematik schon lange erkannt haben und selbst ihren Teil zur Finanzbildung beitragen, blieb die Politik lange untätig. Für die

Welche Bevölkerungsgruppe sollte im Fo-

Welche Bevölkerungsgruppe sollte im Fo-

neue Regierung scheint das ökonomi-

kus der Finanzbildung stehen? – Finanz-

kus der Finanzbildung stehen? – Alle Be-

sche Know-how der Bevölkerung nun

bildung ist für jeden essenziell. Bereits in

völkerungsgruppen stehen im Fokus.

eine Rolle zu spielen. Im Regierungs­

den Schulen sollten Jugendliche mit der

Sehr naheliegend sind dabei natürlich

programm wird die „Förderung der Fi-

Thematik vertraut gemacht werden.

die Schülerinnen und Schüler. Das setzt

nancial Literacy der Bevölkerung“ als

freilich auch voraus, dass bei den Leh-

Zielsetzung angegeben. Doch ist das

Mit welchen konkreten Maßnahmen kann

rerinnen und Lehrern dieses Wissen

mehr als nur ein weiteres Lippenbe-

die Finanzbildung vorangetrieben werden?

vorhanden ist.

kenntnis? Haben die geplanten Maß-

– Im Sinne eines ganzheitlichen Ansatzes

nahmen Hand und Fuß? Und sollte die-

zur „Financial Literacy“ sollen ressort-

Mit welchen konkreten Maßnahmen kann

ses Thema überhaupt auf den Agenden

übergreifend Maßnahmen gesetzt und

die Finanzbildung vorangetrieben wer-

stehen? Der Börsianer hat deshalb bei den

auch private Akteurinnen und Akteure

den? – Am ehesten in der Pflichtschu-

Parlamentsparteien nachgefragt, wie die

miteingebunden werden. Dem Schulun-

le, etwa im Rahmen von „Geografie und

Finanzbildung der Österreicher gefördert

terricht kommt in diesem Zusammen-

Wirtschaftskunde“. Wobei auch ande-

werden kann. Dass Handlungsbedarf be-

hang eine besondere Bedeutung zu, wes-

re Lerninhalte, etwa die Funktionswei-

steht, sehen alle Parteien gleich. Und

halb auch Lehrpläne entsprechend wei-

se des öffentlichen Pensionssystems,

auch beim wichtigsten Ansatzpunkt, den

terentwickelt werden sollen.

mindestens so wichtig sind wie Finanzbildung.

Schulen, herrscht Einigkeit. Die FPÖ ist hier der Überzeugung, dass ein Pflicht-

Wie kann die Politik kapitalmarktfreund-

gegenstand die Ideallösung wäre. Auch

licher agieren, um der Bevölkerung so die

Wie kann die Politik kapitalmarktfreund-

die Neos können sich das prinzipiell vor-

Angst vor der Börse zu nehmen? – Ein in-

licher agieren, um der Bevölkerung so die

stellen, halten aber projektbasierte An-

ternational vernetzter Kapitalmarkt ist

Angst vor der Börse zu nehmen? – Mir wäre

sätze ebenfalls für sinnvoll. Die Liste Pilz

ein wichtiger Teil eines wettbewerbsfähi-

kein besonders unfreundlicher Umgang

ist überzeugt, dass Bildung und Informa-

gen Standorts. Ziel ist es, die Kreditfinan-

der Politik mit dem Kapitalmarkt auf-

tion der Schlüssel sind, um der Bevölke-

zierung zu unterstützen und alternative

gefallen. Die angesprochene „Angst“

rung die Angst vor dem Kapitalmarkt zu

Finanzierungsformen auszubauen. Eben-

der Bevölkerung vor der Börse hat mit

nehmen. Um das Bild der Börse ins rech-

so muss der österreichische Kapitalmarkt

schlechten Erfahrungen aus der Ver-

te Licht zu rücken, sieht die SPÖ hinge-

als Standortfaktor für Unternehmen ge-

gangenheit zu tun. Insofern helfen am

gen die Unternehmen in der Verantwor-

stärkt werden. Die Regulierung soll pra-

ehesten gute Erfahrungen und weniger

tung. Generell empfiehlt man aber, die

xisnah und effizient gestaltet werden.

Interventionen welcher Art auch immer

Veranlagung am Kapitalmarkt den Pro-

seitens des Staates.

fis zu überlassen. Die ÖVP sieht das an-

Sollten Privatpersonen überhaupt aktiv am

ders, sowohl für institutionelle Inves-

Kapitalmarkt veranlagen? – Für institu-

Sollten Privatpersonen überhaupt aktiv am

toren als auch für private Anleger kann

tionelle Investoren und private Anleger

Kapitalmarkt veranlagen? – Der Kapital-

laut der Partei gerade in Null-Zins-Zei-

kann insbesondere angesichts der aktu-

markt muss selbstverständlich für alle

ten eine Veranlagung am Kapitalmarkt

ellen Zinslage eine stärkere Veranlagung

offen sein. Empfehlen würde ich das al-

sinnvoll sein.

am Kapitalmarkt sinnvoll sein.

lerdings nur Profis.

82


SEITENBLICKE

Der Börsianer wollte von den Parlamentsparteien wissen, wie die Finanzbildung der österreichischen Bevölkerung gefördert werden kann. TEXT FLORIAN GARTLER

NEOS

FPÖ Hermann Brückl Nationalratsabgeordneter

LISTE PILZ

Karin Doppelbauer Budgetsprecherin

Bruno Rossmann Finanzsprecher

Welche Bevölkerungsgruppe sollte im Fo-

Welche Bevölkerungsgruppe sollte im Fokus

Welche Bevölkerungsgruppe sollte im Fo-

kus der Finanzbildung stehen? – Beson-

der Finanzbildung stehen? – Wir sind der

kus der Finanzbildung stehen? – Die Bil-

ders unsere Schüler werden immer frü-

Überzeugung, dass jedenfalls bei Schüle-

dung in grundlegenden Angelegenheiten

her mit dem richtigen Umgang mit Geld

rinnen und Schülern mit der Ausbildung

des täglichen Lebens sollte jedenfalls be-

konfrontiert. Gerade die Finanzbildung

begonnen werden muss. Aber natürlich

reits im Schulalter erfolgen. Der Umgang

ist ein wichtiges „Vorsorgeinstrument“,

müssen auch Lehrer im Rahmen von

mit Geld und dessen Veranlagung gehö-

um die Risiken bei der Veranlagung von

Aus-, Fort- und Weiterbildungsmaß-

ren hier natürlich dazu. Allerdings sollte

Vermögen frühzeitig zu erkennen. Bil-

nahmen berücksichtigt werden.

die Finanzbildung auch Teil einer ebenso

dung ist der beste Anlegerschutz!

dringend aufzuwertenden allgemeinen Mit welchen konkreten Maßnahmen kann

Wirtschaftsbildung sein.

Mit welchen konkreten Maßnahmen kann

die Finanzbildung vorangetrieben wer-

die Finanzbildung vorangetrieben wer-

den? – Die Aufwertung von „unterneh-

Mit welchen konkreten Maßnahmen kann

den? – Die Ideallösung wäre ein Pflicht-

merischer Bildung“ in unserem Schul-

die Finanzbildung vorangetrieben werden?

gegenstand oder auch eine Pflichtaus-

alltag ist jedenfalls zu forcieren. Das

– Lehrer und Lehrerinnen wären drin-

bildung an den Schulen, um den Grund-

heißt aber nicht, dass es gleich ein eige-

gend mit dem nötigen Wissen, einem ex-

stein für eine wirtschaftliche Kompe-

nes Schulfach im klassischen Sinn sein

pliziten Lehrauftrag und entsprechen-

tenz und für ein unternehmerisches

muss. Innovative, vernetzte und pro-

den Unterlagen auszustatten. Darin gilt

Denken legen zu können. Demnach

jektbasierte Ansätze sind für uns auch

es auch hinsichtlich grundlegender Ab-

sollte ein Teil der Lehrpläne so gestaltet

vorstellbar.

hängigkeiten einer Marktwirtschaft und all ihrer Akteure zu sensibilisieren.

werden, dass diese die Vermittlung von kreativen, handwerklichen, wirtschaft-

Wie kann die Politik kapitalmarktfreund-

lichen und unternehmerischen Kompe-

licher agieren, um der Bevölkerung so die

Wie kann die Politik kapitalmarktfreund-

tenzen beinhalten.

Angst vor der Börse zu nehmen? – Um Ak-

licher agieren, um der Bevölkerung so

tien, Anleihen und Fonds attraktiver zu

die Angst vor der Börse zu nehmen? – Es

Wie kann die Politik kapitalmarktfreund-

gestalten sollte man die Mitarbeiter­

braucht deutlich mehr Informationen,

licher agieren, um der Bevölkerung so die

beteiligungen stärker ausbauen, die

insbesondere über die damit verbunde-

Angst vor der Börse zu nehmen? – Veran-

steuerliche Gleichstellung von priva-

nen Risiken. Aufgrund der regelmäßi-

lagungen an der Börse sind immer ris-

ten Investoren und Investmentgesell-

gen Blasenbildungen und Einbrüche auf

kant, somit liegt es allein an den Unter-

schaften bei Abschreibungsverlusten

den Finanzmärkten eignet sich die Börse

nehmen, dass sie das Vertrauen der Be-

anstreben und angemessene rechtliche

dennoch nicht als Spielwiese für Haus-

völkerung gewinnen. Die Politik kann

Rahmenbedingungen für Crowdfunding

halte mit niedrigen Einkommen.

nämlich nur die nötigen Rahmenbedin-

schaffen. Sollten Privatpersonen überhaupt aktiv am

gungen schaffen. Sollten Privatpersonen überhaupt aktiv

Kapitalmarkt veranlagen? – Grundsätzlich

Sollten Privatpersonen überhaupt aktiv am

am Kapitalmarkt veranlagen? – Natürlich

sollten auch Privatpersonen den Kapital-

Kapitalmarkt veranlagen? – Ja, selbstver-

sollten sie das, ein Verbot ist überhaupt

markt nicht scheuen, insbesondere zu-

ständlich!

nicht sinnvoll.

gunsten längerfristiger Investitionen.

83


SEITENBLICKE

BÖRSENTALK

BUSINESS UND KULTUR

OBERBANK AG BUSINESS GALA 18 17. JÄNNER 2018 OBERBANK DONAU-FORUM, LINZ

Bürgermeister Klaus Luger, Landeshauptmann Thomas Stelzer, Generaldirektor Franz Gasselsberger (Oberbank AG), Theo Waigel, Clemens Malina-Altzinger (Wirtschaftskammer OÖ), Axel Greiner (Industriellenvereinigung OÖ).

Gemeinsam mit den Vorstandsdirektoren Florian Hagenauer und Josef Weissl lud Generaldirektor Franz Gasselsberger zur jährlichen Business Gala ein. Das Motto des Abends lautete: „5 Länder – 1 Bank“. Gefeiert wurde auch die Auszeichnung als attraktivster Arbeitergeber im Finanzsektor. Ein spannendes Statement zur Gegenwart und Zukunft der Europäischen Union kam vom ehemaligen deutschen Finanzminister Theo Waigel. Christian Kolonovits präsentierte im Anschluss an den inhaltlichen Teil mit dem Bruckner Orchester Linz und einem Chor die größten Soundtracks von John Williams wie E.T. und Jurassic Park.

Peter Mitterbauer (Miba AG) sowie Gabriele und Wolfgang Eder (Voestalpine AG) genossen den Abend in besonderer ­Atmosphäre.

Noch vor Theo Waigel, kündigte Franz Gasselsberger (Oberbank AG) die Erweiterung des Einzugsgebietes durch die Gründung von acht Filialen in Deutschland an.

Der Fotograf erwischte vor der Fotowand auch Christoph Leitl (Wirtschaftskammer Österreich), Maja und Alfred Leu (Generali Versicherung AG).

84

Unter den 1500 Gästen waren Gerald Mayer (Amag Austria Metall AG), Leopold Windtner (ÖFB) und Markus Mitteregger (Rohöl-Aufsuchungs-AG).


SEITENBLICKE

BÖRSE, PUNSCH UND GUTE LAUNE

Der Hof des Palais erstrahlte in diesem Jahr in Börse-Rot.

WIENER BÖRSE BÖRSE PUNSCH 2017 30. NOVEMBER 2017 PALAIS CAPRARA-GEYMÜLLER, WIEN

600 Gäste folgten der Einladung zum traditionellen Börsepunsch. Wirtschafts- und Finanzprominenz wurden statt dem erkrankten Vorstand Christoph Boschan, von Technik-Vorstand Ludwig Nießen begrüßt. Bei der gemeinnützigen Tombola lukrierten die Gäste gemeinsam 13.000 Euro, welche an das Start-Projekt gehen.

Die Investor-Relations-Runde mit Stephanie Kniep (Lenzig AG), Harald Hagenauer (Österreichische Post AG), Judit Helenyi (Flughafen Wien AG) und Gerda ­Königstorfer (Rosenbauer AG) hatte es lustig.

BEWERTUNG

Location Publikum Inhalt/Redner Wilhelm Celeda (Raiffeisen Centrobank AG) freute sich mit Ludwig Nießen (Wiener Börse AG) über den ­signierten Ball.

Die glücklichen Sieger posierten nach der Verleihung für das Gruppenfoto und hatten dabei sichtlich gute Laune.

Yvette und Gregor Rosinger (Rosinger Gruppe) unterhielten sich mit Ernst Vejdovszky (S Immo AG), der sich mit Punsch wärmte.

Börsenfaktor

DACHFONDSAWARD

GELD-MAGAZIN DACHFONDSAWARD 2017 15. NOVEMBER 2017 HAUS DER INDUSTRIE, WIEN

Das Geld-Magazin zeichnete Mitte November die Sieger des diesjährigen Österreichischen Dachfonds Awards aus. In 16 Kategorien holten sich 48 Dachfonds die ersten Plätze und bekamen im Rahmen der Galaveranstaltung ihre Preise. Für die Leser des Magazins sollen die Auswertungen eine hilfreiche Orientierung zu der Qualität der einzelnen Anlageprodukte sein. Die Vergangenheit bestätigt, dass ausgezeichnete Produkte in den meisten Fällen auch in den Folgejahren signifikant bessere Renditen erwirtschafteten.

Christian Buchmayer (Wiener Städtische Versicherung), Karola Gröger, Johann Wanovits (BlueRock Capital) und Susanne Müssauer (Graf Familien-Privatstiftung) hatten einiges auszutauschen.

85

Alexander Jenner (SMN Investment Services), FranzXaver Jahrstorfer (Fund Distribution Expert) und Jasmin Nezirevic (Prometheus Asset Management) genossen Bier und Unterhaltung.


SEITENBLICKE

BÖRSENTALK

AUFSICHTSPREIS

Die Preisträger Michael Patak (Karl Schubert Haus), Andrea Hodoschek (Kurier), Susanne Hillebrand (HilFoundation), Edith Hlawati (Österreichische Post AG) und Florian Fritsch (Pharma AG).

BOARD SEARCH UND BRAINLOOP AREX 2017 16. NOVEMBER 2017 GRAND HOTEL, WIEN

Die Gäste hörten beim Round Table Helmut Pöllinger (Brainloop), Bernd Schneiderbauer (Binder Grösswang), Dieter Tschemernjak (Investnet AG), Dirk Wietzke (Chubb) und Dieter Wimmer (Comgest Deutschland) zu.

Brigitte Eder (ÖBB AG), Walter Rothensteiner, Monika Schulz-Strelow (Fidar Berlin) und Margarete Schramböck (jetzt Wirtschaftsministerin) sprachen über Erwartungen des Vorstandes im Bezug auf Aufsichtsräte.

Internationale Trends verändern die Rolle und Aufgabe des Aufsichtsrats. Der Arex Award will einen Beitrag zur Professionalisierung des Aufsichtsratswesens leisten. In elegantem Rahmen wurden Preise in fünf Kategorien vergeben: Familienunternehmen, Stiftungen, Börsennotierte Unternehmen, Investigativer Journalismus und NonProfit Organisation. Vor Ort sprachen unter anderem Walter Rothensteiner (ehemals Raiffeisen Zentralbank AG) und Brigitte Eder (Aufsichtsrat ÖBB AG) über wachsende Anforderungen an Aufsichtsräte, Frauenquote und Digitalisierung.

BUSINESS BEIM LUNCH

RAIFFEISEN BANK INTERNATIONAL (RBI) RBI BUSINESS LUNCH

Die Experten der RBI Peter Lennkh, Walter Rothensteiner und Johann Strobl mit Rainer Seele (OMV AG).

28. NOVEMBER 2017 RAIFFEISENBANK INTERNATIONAL, WIEN

Beim Business Lunch der RBI war der Vorstandsvorsitzende Rainer Seele (OMV) zu Gast. Vor mehr als 100 Gästen der heimischen Wirtschaft und Medien sprach er mit Vorstand Johann Strobl und Kommerzkundenvorstand Peter Lennkh (beide RBI) über die strategische Neuausrichtung der OMV AG. Es ging auch um die Perspektiven in Russland und die Zukunft der Energiemärkte.

Fritz Kaltenegger (Cafe&Co) mit Ingrid Krenn-Ditz (RBI) und Helmut Brandstätter (Kurier) unterhielten sich beim diesjährigen Business Lunch sehr gut.

86

Martina Salomon (Kurier) ist Stammgast als ­Moderatorin bei der RBI und führte gekonnt durch das Gespräch.


SEITENBLICKE

MARKTGEZWITSCHER

MEISTGELESEN

@VOESTALPINE

BÖRSIANER BLOG (4 WOCHEN) 1. Wolford: Neuer Großaktionär spätestens Ende Jänner 2.  Übernahme: Vonovia greift nach Buwog 3. Inserate: Buwog nimmt Grasser-Prozess auf die Schaufel 4. Marktgeflüster: Ereignisreiche Festtage 5. Finanzminister Löger mit hohem Beliebtheitsgrad 6. Zahlungsunfähig: Wienwert wird verkauft 7. Privatbanken: LLB schluckt Semper Constantia

Am 14. November wurden in Wien wieder die #Recruiting-Qualitäten der 500 größten #Arbeitgeber in ­Österreich ausgezeichnet. Die #voestalpine AG holte sich den achten Branchensieg :-( in Serie & ist mit Platz 9 wieder in den Top 10 vertreten.

@UNIQA_AT

@PALFINGERAG

8. Rekordjahr: Gute Laune bei Wiener Börse 9. A  ufsichtsräte gehen: Es rumort bei Zumtobel 10. Daniel Riedl: Mr. Buwog verkauft eigene Aktien → DERBOERSIANER.COM

AUF TWITTER (4 WOCHEN) 1. Mr. #Buwog Daniel (Riedl) macht Karriere. 2. #  Hartwig (#Löger) wird es nicht einfach haben. #Messlatte und Erwartungshaltung sind extrem hoch Unser Tower strahlt mit dem Christkind um die ­Wette – schauen Sie vorbei und starten Sie mit uns in die besinnlichste Zeit des Jahres. #uniqatower

@OMV

#PALFINGER #LoaderCranes - always in action!

@WIENER_BORSE

3. G  ratulation und Chapeau! @BDO_Austria bringt mich richtig in Weihnachtsstimmung: bit.ly/2CAxH34 #WhiteChristmas 4. #  Wolford hat bald neuen #Großaktionär und dank #MeghanMarkle einen #Bestseller 5. Schräge #Inserate und ein Comic zum #Buwog #Prozess #Grasser 6. M  r. #Buwog Daniel (Riedl) macht Karriere. Ich bin gespannt! #angelobung #Kapitalmarkt 7. #LLB schluckt #SemperConstantia. Bin gespannt, was aus Bernhard #Ramsauer wird. 8. #Bawag setzt ihren Expansionkurs mit dem Kauf der Bausparkasse Deutscher Ring fort.

The Aasta Hansteen topside on its way from South Korea to Norway. It took the heavy transport vessel „White Marlin“ two months to bring the 24,000 tonnes topside to Klosterfjorden in Norway. ▶️ Read more: bit.ly/omv-aastahansteen, Photos by @Statoil. #OMV #AastaHansteen #Ulsan #SouthKorea #energy #oilandgas #oilandgaslife #upstream #gasfield

9. #  Wienwert Chef entschuldigt sich bei #Anlegern. Finde ich gut. Was machen eigentlich die Alt-Vorstände #Sedelmayer und #Bakirzoglu? #Video #Immobilien Beim #businessbreakfast in der #WienerBörse geht es heute um österreichische #Familienunternehmen und die #Wachstumsfinanzierung über den #Kapitalmarkt. Mehr zum Thema: https://tinyurl.com/ ybauxhs7 #finanzen #IPO #KMU

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10. In diesem coolen Video spricht @ErsteGroup Privatkundenvorstand Peter Bosek über @myGeorge_at. → TWITTER.COM/DERBOERSIANER


MEINUNGEN

MARKTGEFLÜSTER

NEUES AUS ­BÜROKRATISTAN

→ VITA MARTIN KWAUKA FINANZJOURNALIST Der leidenschaftliche ­Weinbauer (59) ist seit 23 Jahren Finanz- und Wirtschaftsjournalist. Zu den wichtigsten Stationen des gebürtigen Deutschen zählen die langjährige Chefredaktion des Magazins „Format“ und das seit 2015 von ihm organisierte Finanzjournalistenforum. Sein Steckenpferd ist die Altersvorsorge. Sich selbst beschreibt der studierte Agrarökonom als chronisch neugierig.

Zusätzliche Regeln sollen ab heuer die Anleger besser ­schützen. Die ersten Erfahrungen zeigen: Die unerwünschten Nebenwirkungen überwiegen.

Mit Jahresbeginn sind einige neue Gesetze in Kraft getreten, die die Rechte von Privatanlegern stärken sollen. So weit, so gut. Unter dem Strich dürfte es aber vor allem einen Gewinner ge-

„Interessante Fonds-­ Boutiquen haben das ­Nachsehen.“ MARTIN KWAUKA

ben: die Bürokratie. So muss jetzt laut

Jahr zuzurechnen? Zumindest der Finanzminister kann sich freuen, weil er bei Vermögensverwaltungen neuerdings gleich doppelt kassiert. Laut Mifid müssen bei einer Vermögensverwaltung Bestandsprovisionen von Dritten, etwa von

EU-Regelwerk Mifid II für tausende Finanzprodukte wie Fonds

Fonds, dem Kunden gutgeschrieben werden. Klingt unter dem

oder Aktien aufwendig ein eigener „Zielmarkt“ festgelegt

Aspekt der Kostenwahrheit gut, hilft dem Kunden aber letzt-

werden, also bestimmt werden, was genau zu welchem Anle-

lich nicht, im Gegenteil. Was passiert: Die Bank reicht zum

gertyp passt. Außerdem soll der Kunde vorweg in einem Ex-

Beispiel 1.000-Euro-Kick-Backs an den Kunden weiter. Der

ante-Kostenblatt über die künftigen Kosten informiert wer-

muss dafür 27,5 Prozent KESt zahlen, es bleiben ihm also net-

den. In der Realität wird vor allem der Papierberg, der den Kun-

to nur 725 Euro. Weil die Bank gleich viel wie früher verdienen

den übergeben wird, noch größer. Der Anteil dessen, was echt

will, erhöht sie die Verwaltungsgebühr um 1.000 Euro. Hierfür

gelesen wird, dürfte weiter sinken, zumal die Kostenblätter

werden zusätzlich 200 Euro Umsatzsteuer fällig. Die Bank ver-

nicht einfach zu verstehen sind. Allerdings führt der enorme

dient unter dem Strich gleich viel, nur der Kunde zahlt zusätz-

Mehraufwand für das Zettelwerk dazu, dass viele Banken und

lich 575 Euro Steuern.

Vermögensberater die Angebotspalette stark zusammenstrei-

Apropos Kostenwahrheit: Brokerhäuser dürfen ihre Re-

chen. Der Anteil hauseigener Produkte nimmt obendrein zu,

search nicht mehr kostenlos an Kunden wie Banken oder

was sicher alles nicht im Sinne des Konsumentenschutzes ist.

Fondsgesellschaften verteilen, sondern müssen Geld verlan-

Und die verbleibenden Drittanbieter sind primär große Häu-

gen. Die Kunden streichen deshalb die Liste der Analysten zu-

ser wie Blackrock oder Fidelity. Interessante Fonds-Bouti-

sammen. Laut Studie des Analysehauses Greenwich wird da-

quen haben das Nachsehen und werden Privatanlegern künf-

durch allein der Bereich Europa-Aktienanalyse um insgesamt

tig kaum noch angeboten.

300 Millionen US-Dollar im Jahr schrumpfen. Letztlich zahlt

Auch Lebensversicherungen müssen jetzt in standardi-

der Kunde die Zeche für den intransparenteren Markt, ins-

sierten Basisinformationsblättern die gesamten Kosten of-

besondere bei Nebenwerten, was nebenbei bemerkt auch das

fenlegen. Doch bei der gewünschten Vergleichbarkeit hapert

Analysteninteresse an kleinen Börsen wie Wien verringert.

es noch gewaltig, zum Beispiel im Punkt „Portfolio-Transak-

Zu guter Letzt noch das Thema LEI: Künftig muss jedes Un-

tionskosten“ bei Fondspolizzen: Manche Versicherungen wie

ternehmen, das am Finanzmarkt tätig ist, eine weltweit gültige

die Helvetia geben hier eine schlanke Null an. Schließlich kau-

Identifikationsnummer namens LEI besitzen. Das betrifft auch

fe die Assekuranz die Fonds netto zum inneren Wert. Die Ge-

kleine Handwerksbetriebe, die für ihre Angestellten Wertpa-

nerali hat dagegen von jeder Fondsgesellschaft zusätzlich alle

piere als Rückstellung besitzen. Ohne Angabe der LEI-Num-

Transaktionskosten innerhalb der Fonds berechnen lassen.

mer soll künftig nicht einmal mehr eine Verkaufsorder durch-

Das überraschende Ergebnis: Die Bandbreite reicht von minus

geführt werden. Marktführer für die Vergabe der LEI-Nummer

3,6 Prozent bis plus 2,8 Prozent und das wohlgemerkt jährlich

ist die deutsche WM Datenservice, die sich über 80 Euro Ge-

während 25 Jahren Laufzeit. Offene Frage: Wie schafft es eine

bühr von zehntausenden Unternehmen freuen kann. Plus 70

Fondsgesellschaft, den Kunden 3,6 Prozent Kostengewinn pro

Euro für die jährliche Verlängerung. Lei Lei. n

88


SEITENBLICKE

INDEX UNTERNEHMEN IMPRESSUM Chefredakteur/Herausgeber: Dominik Hojas, d.hojas@derboersianer.com

FIRMENINDEX

Stv. Chefredakteurin (CvD): Ingrid Krawarik, i.krawarik@derboersianer.com Redaktion: Hans-Jörg Bruckberger, Florian Gartler, Julia Kistner, Raja Korinek, Martin Kwauka, Thomas Müller, Lukas Sustala, Barbara Ottawa, Robert Winter 3 Banken Generali Investment

Lenzing AG

69

Acredia Versicherung AG

49

8

Liste Pilz

83

Agenda Austria

19

M. M. Warburg Research

AMS AG

12

Matejka & Partner Asset Management

Amundi Austria

56

Miba AG

41 24, 40 22

AWS-Mittelstandsfonds 81

Neos 83

Bawag Group AG

53

Oberbank AG

Bawag PSK AG

65

Oesterreichische Kontrollbank AG

62

Oesterreichische Nationalbank

BDO Austria BMF BNP Paribas

17, 18, 69, 77 53

69, 84 49, 52, 66 69

OMV AG

31, 33, 69

Opec 30

Boardsearch 86

ÖVP

Buwog AG

60, 66

Palfinger AG

16, 82

CA Immobilien Anlagen AG

61, 69

Pioneer Investments Austria

13, 49, 59 25, 56

CHSH 64

Polytec Holding AG

Commerzbank 33

Raiffeisen Centrobank AG

39

Conda Österreich

80

Raiffeisen Research

17, 31, 33

Constantia Packaging AG

22

Raiffeisenlandesbank Oberösterreich AG

51, 53, 68

C-Quadrat Investment AG

56

RBI

20, 69, 86

Deutsche Bank Wealth Management

36

37, 41, 52

RCM

40, 57

Domonda 49

S Immo AG

61, 69

Dorda 64

S&P Global Platt

Dr. Bock Industries AG

77

Salus Alpha

Erste Asset Management

69

Schoeller Bleckmann Oilfield Equipment AG

13, 34

Schönherr

64, 73

Semper Constantia Privatbank AG

26, 52

Erste Group Bank AG ETF Securities European Lithium Limited

20, 37, 61, 69 30, 33 77

37

Signa

61 33

59, 62

Societe Generale

FACC AG

69, 90

SPÖ 82

55

Swisscanto 32

65, 73

Syngroup 62

Fellner Wratzfeld Fin Group AG

UBM Development AG

14, 59

64, 69

Unicredit Bank Austria AG

16, 69

Finapro 50

Uniqa Insurance Group AG

49, 69

Finnest 80

Verband Financial Planners

73

Flughafen Wien AG

Vienna Insurance Group AG

54, 61, 69

Voestalpine AG

58, 66, 68

Finanzmarktaufsicht FMA

FPÖ Freshfields Bruckhaus Deringer

77

68 16, 82 64

VÖIG 56

Helvetia Versicherungen AG

51

Volksbank Wien AG

Hi Moment

49

Vonovia SE

Immofinanz AG

Wiener Börse AG

22

37

Investory 49

Wienwert AG

60

KBC 33

Wikifolio 57

Kepler Fonds KAG

ZEB 73

25

Geschäftsführer: Michael Berl, Dominik Hojas Produktion: Grafik: Martin Jandrisevits, Titanweiß Werbeagentur GmbH; Fotos: Dieter Brasch, Barbara Ster, von Unternehmen beigestellt; Lektor: Armin Baumgartner; Kursdaten: TeleTrader Software GmbH, Schlusskurse vom 31. 12. 2017, keine Gewähr für die Richtigkeit der Daten; aus Gründen der Text­ökonomie verzichten wir auf geschlechts­ spezifische Formulierungen. Druckerei/Nachhaltigkeit: Das Magazin wurde nach Richtlinien des Österreichischen Umweltzeichens bei der Druckerei Ferdinand Berger und Söhne GmbH (10.000 Stück) auf nachhaltigem Papier (Umschlag: Claro Silk 250 g, Kern: Furiso 100 g) gedruckt.

17, 59, 76, 85

Wiener Privatbank SE

KPMG 63

WAYNE

60

Wexelerate 48

58, 61, 69

Verlag/Medieninhaber: Wayne Financial Media GmbH (FN: 399197 f, HG Wien), Bösendorferstraße 4 / 20, A-1010 Wien, Telefon: +43 (0) 1 920 523 4, Fax: +43 (0) 1 954 4332, E-Mail: office@waynemedia.at, Web: www.waynemedia.at

49, 69

IHS 19 Interessenverband für Anleger

Anzeigenverkauf: Michael Berl (Leitung), m.berl@derboersianer.com; Miriam Haider, m.haider@derboersianer.com; ­ es gilt die Anzeigenpreisliste 2018!

30

EY Fair Finance AG

Leserbeirat: Heike Arbter, Peter Bartos, Mathias Bauer, Edi Berger, Stefan Böck, Stefan Brezovich, Diana Klein, Bernhard Grabmayr, Fritz Mostböck, Wilhelm Rasinger

Zumtobel Group AG

Das Österreichische Umweltzeichen für Druckerzeugnisse, UZ 24, UW 686 Ferdinand Berger & Söhne GmbH.

58 Unbenannt-1 1

89

07.07.2009 13:28:58


SEITENBLICKE

PORTRÄT

ZEHN FRAGEN AN ANDREAS PEROTTI → VITA ANDREAS PEROTTI BEREICHSLEITER MARKETING UND KOMMUNIKATION FACC AG Andreas Perotti, Jahrgang 1985, ist seit Juli 2017 für die Kommunikation der FACC AG zuständig. Zuvor war der ­gebürtige Linzer unter anderem Pressesprecher bei der Telekom Austria Group, arbeitete im Agenturwesen und war Ministersprecher im Finanzministerium. Seine Freizeit verbringt der studierte Jurist und Politikwissenschaftler mit Ehefrau, Netflix oder E-Sports.

ST

LESERPO

n@ redaktio er.com n ia derboers

Welche Eigenschaften haben Sie dorthin gebracht, wo Sie

Bei welchem Investment haben Sie sich so richtig verzockt? –

heute stehen? – Ich brenne für Dinge, die ich tue, habe

Bei jenen, die ich nicht gemacht habe. Als ich im Jänner

Chancen ergriffen und versuche durch ständige Weiter-

2016 zum ersten Mal von Vitalik Buterin und Ethereum

bildung am Puls der Zeit zu bleiben. Letztendlich ist so-

gelesen habe, hätte ich einsteigen sollen. Auch wenn ich

genannter Erfolg immer eine gute Mischung aus Know-

bei Kryptowährungen sehr skeptisch bin, die Technologie

how, Netzwerk und Glück, eingebettet in viel Arbeit.

dahinter hat disruptives Potenzial.

Welchen Beruf würden Sie ausüben, wenn Sie nicht in der Fi-

Welches Vorurteil gegenüber dem Kapitalmarkt ärgert Sie am

nanzbranche tätig wären? – Nichts anderes wie jetzt, ich

meisten? – Die, die sich am stärksten bewahrheiten. Ich

fühle mich in den Bereichen Marketing und Communi-

würde mir einen wesentlich offeneren Umgang mit Kapi-

cations zu Hause. Wichtig ist mir eine spannende The-

talmarktthemen wünschen. Der Einstieg wird einem aber

menlandschaft, aber die hatte ich eigentlich immer, egal

auch nicht immer leichtgemacht, das beginnt schon bei

ob Europa, Politik, Telco-Industrie oder jetzt Aerospace.

der Sprache. Vorurteile entstehen dann, wenn man etwas nicht versteht oder nicht dabei ist.

Von welchen Quellen beziehen Sie Ihre Fachinformationen? – Aufgrund der Themenvielfalt in meinem Aufgabengebiet

Was assoziieren Sie mit Gordon Gekko und dem Film „Wall

von sehr unterschiedlichen. Mir dienen einschlägige Blogs

Street“? – 80er-Jahre und Klischees. Einen Gordon Gekko

und Newsletters im Bereich Marketing genauso wie Fach-

braucht niemand mehr, und hemmungslose Habgier ist out.

medien über die Aerospace-Industrie als Informationsquellen. Aber nichts ersetzt das persönliche Gespräch.

Dieser Investor ist für mich eine Legende? – Peter Thiel, eine spannende Persönlichkeit, die zu polarisieren weiß. Da-

Welchen Teil lesen Sie in Ihrer Zeitung zuerst? – Ich arbeite

rüber hinaus setzt er auf die richtigen Trends. Sein Face-

mich vom Anfang bis zum Ende durch.

book-Investment ist in jedem Fall legendär.

Wenn ich nicht gerade arbeite, verbringe ich meine Zeit am

Champagner und Austern oder „a Eitrige und a 16er-Blech“? –

liebsten mit … – Schlaf nachholen, Netflix und E-Sports.

Beides, aber noch lieber Pulled Beef und Craft-Bier.

Die nächste Ausgabe erscheint um den 9. April 2018. Bis dahin täglich: www.derboersianer.com


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Börsianer 24. Ausgabe, Q1 2018  

Österreichs Finanzmagazin

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