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Freitag, 20. Mai 2011

www.anzeigervonsaanen.ch

Nr. 40

GSTAAD Buch-Vernissage in Michels Stallbeizli

Über 50 (Theater-)Freunden, Geschichtenschreibern, Verwandten und anderen Weggefährten öffnete Fritz Müllener den «Blick zrugg» an der Vernissage seines gleichnamigen Buches mit Episoden aus dem einfachen Bergbauernleben zwischen dem Turbach und dem Moosfang, zwischen Arbeit und Freizeit.

Ein Buch verliere seinen Wert trotz den heutigen elektronischen Möglichkeiten nicht. Im Gegenteil – in einer Zeit, da an vielen Arbeitsplätzen am Bildschirm gearbeitet werde, sei es sehr wohltuend, am Feierabend ein Buch in die Hand zu nehmen, betonte die Buchhändlerin Margrith Richard auf eine entsprechende Frage der Verlagsassistentin Alexandra Schneider. «Entweder man lernt einen Beruf oder man wird Bauer.» Das waren vor 50 bis 60 Jahren die Kriterien zur Berufswahl von Bauernsöhnen. «Liegenschaft war vorhanden, ich war der einzige Sohn, und so gab es keine langen Überlegungen: ich wurde Bauer», so der 1940 geborene Turbacher, der einen grossen Teil seiner Schulzeit auch in der Bissen absolvierte. Rückwirkend gesehen ging ihm schon auf der Schulbank das Aufsatzschreiben leichter von der Hand als das Rechnen. Es erstaunt nicht, dass sich der Bauer mit dem Älterwerden Zeit nahm und immer wieder Erlebnisse aus seinem Alltag zu Papier brachte. Bei den Aufnahmen für eine CD mit einheimischen Mundartgeschichten wurde der Weber Verlag, Gwatt, auf den Bergler mit seinem trockenen Humor aufmerksam. Die Verlagsleiterin Annette Weber ermutigte Fritz Müllener, ein Buch zu

Fotos: Vreni Müllener

«E Blick zrugg» folge war es keine leichte Aufgabe für Ruth Annen, Lauenen, alle veröffentlichten Geschichten zu lektorieren und die verschiedenen Betonungen, Abkürzungen und Redewendungen so korrekt wie möglich zu buchstabieren. Bereits im Saanenland variiert die Muttersprache der Einheimischen je nachdem, in welchem Tal man sich befindet und welche Einflüsse aus anderen Regionen die Sprachentwicklung beeinflussten. «E Blick zrugg» ist gespickt mit feinem Humor, verschweigt aber auch die schwereren Seiten des Lebens nicht. Wer

sich vielleicht noch an die beteiligten Personen erinnern kann, dem erscheint ein Film im Kopf, wie das Leben und Arbeiten von unzähligen Menschen in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts ausgesehen hat. Verschiedene Fotos aus Werk- und Sonntagen der fünfköpfigen Familie Müllener ergänzen die 34 Erzählungen. VRENI MÜLLENER «E Blick zrugg» von Fritz Müllener, 224 Seiten, 34 Geschichten, Berndeutsch, erschienen im Weber AG Verlag, CH 3645 Thun-Gwatt. ISBN-Nr. 978.3.909532-81-0, ist in allen Buchhandlungen erhältlich.

Fritz Müllener mit seiner Frau Hedi. Sie war die erste, die die Geschichten zu lesen bekam.

realisieren. Auch wenn er bisher meinte, das machen nur Leute, die etwas davon verstehen, so wagte der pensionierte Landwirt den Schritt und konnte vergangene Woche sein Werk den interessierten Zuhörern vorstellen. Eindrückliches Zeitdokument

In ernsten und heiteren Geschichten beschreibt der aufmerksame Beobachter das Bauernleben und die immer wieder notwendigen Nebenverdienste. Bis ins Detail schildert er die Arbeit im Wald, lange bevor Seilbahnen und Helikoptereinsätze an der Tagesordnung waren.

Seine Erzählungen sind ein Dokument aus Zeiten, da niemand auf die Idee gekommen wäre, damalige Arbeitstechniken im Bild festzuhalten. Kleinere Reisen, die er sich allein oder mit seiner Frau Hedi gönnte, bildeten die Grundlagen für humorvolle Berichte aus dem In- und Ausland. Fritz Mülleners Leidenschaften beschränkten sich nicht nur auf die Arbeit, jahrelang half er im Turbach Theater spielen. Er wagte sich sogar an das Übersetzen von Theaterstücken in Mundart. Es fiel ihm schon damals auf, dass das Alphabet eigentlich zu wenig Zeichen hat, um der Vielfältigkeit unseres Dialekts gerecht zu werden. Demzu-

LANDWIRTSCHAFT Ausübung von nebenberuflichen Tätigkeiten von Landwirten

Zwei Geschichtenschreiber und Mundartkenner unter sich: Walter von Siebenthal und Fritz Müllener.

REGION Regierungsstatthalteramt

Gewerbeverband nimmt Landwirtschaft ins Visier

Verwaltungskreise heben Feuerverbot auf

Der Schweizerische Gewerbeverband sieht in der Ausübung von nebenerwerblichen Tätigkeiten von Landwirten eine Marktverzerrung und fordert gleich lange Spiesse. Für den Bauernverband sind die Vorwürfe aus der Luft gegriffen.

schläge für Nacht- und Wochenendarbeit. Das werde zu einem Problem, sobald Bauern gewerbenahe oder gewerbliche Tätigkeiten betreiben, so der sgv in seinem Positionspapier.

Die Regierungsstatthalter haben das Wald-Feuerverbot im ganzen Kanton Bern aufgehoben. Nach den Niederschlägen vom Wochenende hat sich die Waldbrandgefahr entspannt.

Bauernverband: «Vorwürfe fehl am Platz»

Dank den Niederschlägen vom Wochenende ist die Waldbrandgefahr im ganzen Kantonsgebiet auf klein bis mittel gesunken. Deshalb haben die Regierungsstatthalter am Montag entschieden, das Wald-Feuerverbot kantonsweit aufzuheben. Die Verwaltungskreise FrutigenNiedersimmental und Obersimmental-

Die Liste der vom Gewerbeverband (sgv), der rund 280 kleine und mittlere Unternehmen (KMU) vertritt, beklagten Ungleichheiten ist lang: So würden die Landwirte von günstigen Bodenpreisen profitieren, auf staatliche Unterstützungsmassnahmen zurückgreifen können, Investitionskredite zu Sonderkonditionen erhalten und zudem in den Genuss von Ausnahmeregelungen im Bereich des Arbeits-, Umwelt- und Verkehrsrechtes kommen. Dies alles führt für den svg zu einer Marktverzerrung und einer Konkurrenzierung des Gewerbes. Der Schweizerische Bauernverband (SBV) verneint vehement. Positionspapier und Forderungen

«Wir haben nichts dagegen, dass Bauern gewerbenahe Tätigkeiten ausüben, wir

wollen nur eines: dass für sie die gleichen Wettbewerbsbedingungen wie für die kleinen und mittleren Unternehmen gelten», so sgv-Direktor Hans-Ulrich Bigler laut Referattext zur Medienorientierung. Die Forderung des sgv ist deutlich: Im Rahmen der Agrarpolitik 2014 – 2017 sollen die landwirtschaftlichen Wettbewerbsbedingungen nach Ansicht des sgv denjenigen des Gewerbes angepasst werden. Dazu hat der Verband ein Positionspapier verfasst. Ein Hauptpunkt betrifft die Raumplanung: Von nichtlandwirtschaftlichen Nebenbetrieben in der Landwirtschaftszone müsse abgesehen werden. Nur so sei dieser unangemessene Konkurrenzvorteil der Landwirte zu verhindern. Und weiter: Landwirte sollen nicht mehr auf staatliche Unterstüzung wie Direktzahlungen bei der Ausführung von nebenbetrieblichen Tätigkeiten zurückgreifen können. Zudem verlangt der Verband, dass die Landwirtschaft vollumfänglich den arbeitsgesetzlichen Bestimmungen unterstellt wird. Derzeit gibt es für Landwirte keine Arbeitszeitbeschränkung oder Zu-

Nach Ansicht des SBV treffen die Vorwürfe nicht zu. Der Verband weist darauf hin, dass bereits 2005 das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) unter Beibezug des sgv eine Studie durchführte, die ergab, dass auf Stufen Gesetz, Verordnung und Richtlinien kaum Unterschiede vorhanden seien. Zudem sei die konkurrenzierende Wirkung klein, weil die gewerblichen Aktivitäten deutlich geringer seien als jene der KMU. «Der Gewerbeverband schneidet sich ins eigene Fleisch. Seine Mitglieder profitieren direkt oder indirekt von den Bauern», schreibt des SBV in einer Medienmitteilung. So würden von den zehn Milliarden Wertschöpfung, die jährlich von der Landwirtschaft erwirtschaftet werden, sechs Milliarden in die vorgelagerten gewerblichen Betriebe fliessen. LID/JONAS INGOLD

Fortsetzung von Seite 1 / «Gegenvorschlag der Kommission»

weiterhin im Ausland hohe Steuern bezahlen, wird diese massiv höhere Steuerbelastung deshalb mit grosser Wahrscheinlichkeit von den Pauschalierten nicht akzeptiert. Denn für diese Personen kommt eine solche Verschärfung einer gänzlichen Abschaffung sehr nahe. Wichtig ist zu wissen, dass das heutige

System der Pauschalbesteuerung kein Steuergeschenk darstellt, sondern einer einfachen, kostengünstigen und effizienten Abwicklung der Steuerveranlagung dient. Zudem profitieren bereits heute sowohl der Staat und Kanton wie auch die Gemeinden von hohen Steuereinnahmen von diesen Personen.

Aus unserer Sicht wird somit das Pauschalsteuersystem wesentlich verschlechtert, obwohl aus volkswirtschaftlicher Sicht echte Verbesserungen wünschenswert wären. Das ist bedauerlich und kann später zu nicht gewollten fiskalischen und volkswirtschaftlichen RückPD/ANITA MOSER schritten führen.»

Saanen hatten diesen Schritt bereits Ende letzter Woche vollzogen. Das Wald-Feuerverbot war am 20. April – aufgrund der ausgesprochenen Trockenheit – erlassen worden. Grössere Brände sind ausgeblieben, da das Verbot mehrheitlich gut befolgt worden ist. Inzwischen ist die Vegetation weiter fortgeschritten. Falls die Niederschläge erneut ausbleiben sollten, wird das Blätterdach den Waldboden vor dem raschen Austrocknen schützen. Dennoch ist die Bevölkerung angehalten, mit Feuer vorPD sichtig umzugehen.

KANTON Kurzinformationen aus dem Regierungsrat

Schutz vor sexuellen Übergriffen: Vorlage muss überarbeitet werden Der Regierungsrat des Kantons Bern hat die Vorlage des Bundes zur Kenntnis genommen, mit der dieser unmündige und andere besonders schutzbedürftige Personen besser vor einschlägig vorbestraften Tätern schützen will. Vorgesehen sind unter anderem die Einführung eines neuen strafrechtlichen Tätigkeitsverbots, eines Kontakt- und Rayonverbots sowie eines obligatorischen Strafregisterauszugs für bestimmte berufliche und ausserberufliche Tätigkeiten. Der Regierungsrat begrüsst zwar die Ziele der Vorlage. Sie sei jedoch unausgewogen und müssen überarbeitet werden, betont er in seiner Vernehmlassungsantwort an den Bund. Verschiedene Rechtsbegriffe seien zu wenig präzis. Die Pflicht eines erweiterten Strafregisterauszugs für be-

stimmte Tätigkeiten werde nur skizziert. Schliesslich sei die Vorlage namentlich im Familienbereich nur beschränkt wirksam. Tätigkeitsverbote greifen dort nicht, und auch Rayon- und Kontaktverbote können unter Familienmitgliedern nur selten angewendet werden. Neues Regierungspräsidium für 2011/2012

Der Regierungsrat des Kantons Bern beantragt dem Grossen Rat, den bisherigen Regierungsvizepräsidenten, Erziehungsdirektor Bernhard Pulver, für die Amtsperiode 2011/2012 zum Regierungspräsidenten zu wählen. Als Regierungsvizepräsident schlägt er Volkswirtschaftsdirektor Andreas Rickenbacher vor. Die Wahlen erfolgen in der Junisession 2011. PD ANZEIGE

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