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Nr. 37 DAS MAGAZIN FÜR DIE ÖSTLICHE

ALTSTADT ROSTOCKS

Der Physiker Karl Scheel Glocken für St. Petri Der Altstädter Born 25 Jahre Tanzland Goldschmiedin Romy Niekammer la petite cantine Das Pflegezentrum Nord Altstadtvereins-Jubiläum

Herbst, Winter 2018 / 2019 Verein zur Förderung der Östlichen Altstadt e.V.


Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen.

Kennst du Mecklenburg, kennst du Pommern, Gottes Güte ist dir gewiss.

Herzlichen Dank auf diesem Wege für alle lieben Wünsche zur Feier unserer Goldenen Hochzeit am 28. September 2018. Ehepaar Braatz Die OSTPOST und der Altstadtverein gratulieren dem verdienstvollen Vereinsmitglied Max Braatz und seiner Frau Anita zur Goldenen Hochzeit.


INHALT

Liebe Leserinnen und Leser der OSTPOST!

Der Physiker Karl Scheel

S. 4

Glocken für St. Petri

S. 6

Altstadtgalerie

S. 7

Der Altstädter Born

S. 8

25 Jahre Tanzland

S. 12

10 Jahre Goldschmiede Romy Niekammer

S. 12

Mademoiselle Inga - la petite cantine S. 13 Das Pflegezentrum Nord

S. 14

Jubiläumsfeier des Altstadtvereins

S. 15

Märkte in der Altstadt

S. 16

Veranstaltungstipps

S. 18

OSTPOST – Das Magazin für die Östliche Altstadt Rostocks HERAUSGEBER Verein zur Förderung der Östlichen Altstadt e.V. (V.i.S.d.P.) Bei der Nikolaikirche 5 18055 Rostock · Tel.: 0381-12765821 E-Mail: verein@oestliche-altstadt.de Internet: www.oestliche-altstadt.de

REDAKTION Hinrich Bentzien, Sebastian Bielke, Jürgen Möller

HERSTELLUNG, BILDER & HISTORISCHE FOTOS Hinrich Bentzien Rembrandtstr. 4, 18057 Rostock Tel.: 0381-2006987 E-Mail: hinrichbentzien@web.de Internet: www.hinrichbentzien.de

Wie schon in der letzten OSTPOST angekündigt, kommen wir aus dem Feiern nicht mehr heraus. Wir danken an dieser Stelle dem „Rostock 800600“-Organisationsbüro für das Geschenk zum Stadtgeburtstag: Sieben Riesenräder erwarteten die Rostocker und die Besucher des Stadtjubiläums - eins davon auch auf dem Alten Markt. Dieses konnte, genau wie 6 weitere, an den nahen Ufern der Warnow kostenlos an den Jubiläumstagen genutzt werden. So spazierten unzählige Menschen durch unsere Altstadt und stellten sich ganz brav in jede Riesenrad-Schlange. Dort gab es viele besondere Gespräche und jeder tauschte mit jedem seine Erlebnisse aus. So entstanden friedliche, freundliche Momente, die gerade in den heutigen Zeiten so wichtig sind. Auch unser Vereinsgeburtstag konnte mit einem Empfang in der Petrikirche gefeiert werden. Erinnerungen wurden bei vielen Anwesenden geweckt und es wurde deutlich, wie wir mit viel Engagement das Leben der Östlichen Altstadt bereichert haben. Ohne die Hilfe der langjährigen Bewohner und Gewerbetreibenden wäre ein Aufblühen des Stadtteils nicht möglich gewesen und so freuen wir uns sehr, dass Goldschmiedin Romy Niekammer bereits seit 10 Jahren bei uns in der Altstadt zauberhafte Schmuckstücke kreiert und so viele Menschen glücklich gemacht hat. Ihre sehr persönlichen Erfahrungen schildert sie hier im Magazin. Wir gratulieren auch dem Tanzland zum Geburtstag, welches bereits seit vielen Jahren die Altstadt mit urbanem und zeitgenössischem Tanz bereichert. Und noch eine freudige runde Sache: Unser langjähriges Vereinsmitglied Max Braatz, lange Zeit das Gesicht von St. Petri, feierte Ende September seine goldene Hochzeit. Herzlichen Glückwunsch dem Ehepaar.

Verein zur Förderung der Östlichen Altstadt e.V.

Inhaltlich blicken wir in unseren Artikeln immer wieder auch in die Geschichte Rostocks. Diesmal stellen wir einen Sohn der Rostocker Altstadt und Publizisten in Sachen Physik ausführlich vor. Außerdem wird ein Zeugnis der 600-jährigen Rostocker Wasserversorgung vorgestellt - der Altstädter Born. Wer könnte darüber besser berichten als Architekt und Denkmalpfleger Gisbert Wolf, der die Wiedererrichtung des Altstädter Borns und den Um- und Wiederaufbau der Nikolaikirche leitete. Spannende Geschichten und Rückblicke sind also garantiert. Und auch in diesem Sommer konnten wir Neuankömmlinge begrüßen, so befindet sich seit der KUNSTNACHT in der Großen Scharrenstraße 5 die „la petite cantine“ von Mademoiselle Inga und gleich daneben eine neue Galerie namens „Die kleine Cindy“. Ganz frisch hat sich der stadtbekannte Burgerbrater Jan Schernau, der sich mit seinem Liberty Delis Grill in der Kröpi längst Kultstatus erarbeitet hat, im ehemaligen Hemingway niedergelassen und dort ein Burger & Beer-House eröffnet. So gibt es ab sofort die besten Burger der Stadt bei uns in der Östlichen Altstadt, wir freuen uns sehr und wünschen allen viel Erfolg. Haben Sie Lust und Interesse an der Östlichen Altstadt? Informationen auch über den Altstadtverein bekommt man sehr aktuell im Internet ­unter

www.oestliche-altstadt.de und bei Facebook unter

www.facebook.com/Oestliche.Altstadt Wir wünschen einen goldenen Herbst und besondere Wintermomente in der Altstadt! Ihre Redaktion

VERTRIEB & ANZEIGEN n:da – nordpower design agentur Tel.: 0381-1274931 E-Mail: info@nordpower.de Internet: www.nordpower.de

BILDINDEX Titel: Die Nikolaikirche vom Wendländer Schilde gesehen, vor 1930 (Sammlung H. Bentzien) S. 3: Große Wasserstraße mit Haus Krahnstöver 1972 (Foto: H.- O. Möller) Mittelblatt: Die Viergelindenbrücke mit Blick zum Beginenberg (Sammlung H.- O. Möller)


Thüringer Waldes durch ausgiebige Wanderungen kennengelernt. Dieser Landstrich in seiner einzigartigen Natur muss ihn so tief beeindruckt und gefesselt haben, dass er dieser Gegend sein Leben lang in Zuneigung verbunden blieb. Ilmenau, der beschaulich, freundliche Ort am Nordrand des Thüringer Waldes mag ihn wegen dieser reizvollen Landschaft, des Kurbetriebes zudem auch der Nähe dort befindlicher naturwissenschaftlicher Einrichtungen schöpferisch inspiriert haben. In illustrer entspannter Gefährtenrunde und beschaulich ansprechender Umgebung haben dort höchstwahrscheinlich anregende „­ Fachsimpeleien“ stattgefunden. Dabei wurden Ideen und Projekte ausgeheckt, die später ihren Weg in Wissenschaft und Öffentlichkeit fanden.

Karl Scheel auf der ihm zu Ehren errichteten Bank, Ilmenau 1932 (Foto: Sammlung Werner Moennich)

Der Physiker Karl Scheel Ein Sohn der Rostocker Altstadt und Publizist in Sachen Physik

D

er Rostocker Physiker Karl Franz Christian Scheel wurde am 10. März 1866 in Rostock in der Wollenweberstraße 10 geboren. Er hat in der Stadt wichtige Spuren hinterlassen, die man jedoch ein wenig suchen muss. Sein Vater war der Bäckermeister August Scheel. Dieser war der ältere Bruder des späteren Geheimen Kommerzienrates und Kgl. Dänischen Konsuls Wilhelm Scheel in Rostock. Ursprünglich stammt die Familie Scheel aus Schwaan. Einige Familienmitglieder erhielten im Laufe des 19. Jahrhunderts das Bürgerrecht in Rostock. Der aufgeweckte Karl wuchs in fröhlicher Familienrunde zusammen mit drei Geschwistern in Rostock auf. Gegenüber seinem Elternhaus befand sich die Buchbinderei Ross. Hier erlernte er das Buchbinderhandwerk und bekam dadurch bereits in jungen Jahren Zugang zu Literatur, die ihn später sein Leben lang in publizistisch-physikalischer Weise begleiten sollte. Zudem besuchte er das Gymnasium „Große Stadtschule“ und erlangte dort 1885 sein Abitur. Dieses ehrwürdige Gebäude hat alle Zeiten bis heute überdauert und ist als „Haus der Musik“ inzwischen ein beredtes bauliches Schmuckstück der Stadt Rostock. Die Naturwissenschaft hatte es dem jungen forschungslustigen Mann angetan, insbesondere die Physik, die in dieser Zeit durch zahlreiche Entwicklungen und bahnbrechende Erfindungen in den Fokus der damaligen Gesellschaft gelangte und seine wissenschaftliche Neugier entfachte. Er begann das Studium der Mathematik und Naturwissenschaften an der Universität seiner Heimatstadt Rostock, wie in der dortigen Immatrikulationsliste vom 15. April 1885 zu lesen ist. Sein Studium setzte er in Berlin fort. Hier promovierte er 1890 mit dem Thema “Die Ausdehnung des Wassers mit der Temperatur mittels des thermometrischen Verfahrens“. Er war aber nicht nur eine Person klarer physikalischer Ordnung, sondern durchaus dem Leben

zugeneigt, seine Leibesfülle zeugt davon als auch ein durch und durch von frohem Geist getragener Mensch. So wohlbeleibt und kugelrund er aussah, so großherzig und gutmütig war sein Wesen. Die Ehe mit seiner Frau Melida blieb leider kinderlos. Beide hatten aber immer ein großes Herz für Kinder, insbesondere im weiteren Familienkreis, wie berichtet wird. Besuche bei Tante Melida und Onkel Karl waren immer wohltuend und erlebnisreich, denn Tante Melida hatte stets reichlich Kuchen auf dem Tisch und Onkel Karl dazu einen spitzbübischen Spaß parat. Er hörte dann von seiner lieben Frau schelmisch strafend: „Min Koarling, das is ja man wedder dumm Tüch for de Lüdden, nich!“. Dabei half ihm auch sein pfiffiger zahmer Graupapagei (der Name ist leider nicht überliefert), der stets eine Attraktion für die Kinder der Familie gewesen ist, weil dieses Geschöpf zur Begeisterung der lieben Kleinen so allerlei „dummes Zeug“ daherreden konnte, so erinnert sich gern manches Familienmitglied. Onkel Karl saß oft in seinem großen geflochtenen Lehnstuhl, von dem aus er das Familienleben wohlwollend beobachtete und zuweilen darin auch ein Nickerchen hielt. Sein geliebter Papagei setzte sich dann auf die Lehne und nagte daran. Ein strenger Blick und eine barsche Handbewegung von Onkel Karl genügte und dieses exotische Federvieh verließ dann zunächst beleidigt die geschätzte Sessellehne, wohl ahnend, dass „der Dicke“ schnell mal einnickte - und schon war er wieder da und naja, er knabberte fröhlich ungestört ein bisschen weiter. Dieses kleine Schauspiel wiederholte sich zigmal zum Spaß der amüsierten Kinder, die sich natürlich was feixten.

In Ilmenau stellte man ihm zu Ehren bereits 1932 noch zu seinen Lebzeiten einen Gedenkstein an einem Wanderweg auf; allerdings nicht für seine wissenschaftlichen Verdienste, sondern für die Treue zu seinem jährlichen Urlaubsort. Nachzulesen in „Die Henne, Ilmenauer Nachrichtenblatt“ vom 26. Mai 1932, - „Die Stadt ehrt einen Kurgast, Ehrenplatz für Herrn Geheimrat Professor Dr. Scheel aus Berlin.“ „Sein Aussichtspunkt“ mit Bank und 1988 erneuerter Gedenkplatte befindet sich auch heute noch auf der Hertzer-Promenade am Fuße des Lindenberges. Der Blick von diesem beschaulichen Plätzchen auf Ilmenau wird auch weiterhin so manchen Wanderer begeistern und erfreuen. Karl Scheel widmete sein wissenschaftliches Leben der Physik. Er wurde Mitglied der Physikalischen Gesellschaft zu Berlin und begann zunächst seine berufliche Tätigkeit in der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt (PTR) als wissenschaftlicher Mitarbeiter. Später wurde er Geschäftsführer und Schriftführer der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG) und 1919 dort Ehrenmitglied. 1913 erhielt er den Titel „Geheimer Regierungsrat“ und übernahm die Leitung der technisch-physikalischen Abteilung der PTR. 1929 wurde ihm von der Technischen Hochschule Stuttgart für seine vielfältige, rührige physikalische publizistische Arbeit der Ehrentitel Dr. Ing. honoris causa verliehen. Außerdem erhielt er 1931 als besondere Auszeichnung die Silberne Leibniz-Medaille der Preußischen Akademie der Wissenschaften. Zu seinen wissenschaftlichen journalistischen Tätigkeiten und Veröffentlichungen zählen bereits ca. 1902 Chefredakteur der Zeitschrift „Fortschritte der Physik“ sowie Redaktion „Verhandlungen der DPG (deutsche Physikalische Gesellschaft)“, 1911 Verfasser „Grundlagen der praktischen ­Metronomie“ in „Die Wissenschaft - Sammlung naturwissenschaftlicher und mathematischer Monographien Heft 36“, ab 1919 Mitarbeit in der

Seinen jährlichen Urlaub verbrachte Karl Scheel mit seiner lieben Frau Melida, etlichen Familienmitgliedern und einigen „Physik“-Freunden Jahrzehnte (berichtet wird von gut 50-mal) regelmäßig in Ilmenau. In frühen Lebensjahren durchstreifte der naturliebende junge Mann seine Mecklenburgische Heimat, hatte aber auch die Schönheit des Das Geburtshaus von Karl Scheel in der Wollenweberstraße 10 (Foto: Archiv der Deutschen physikalischen Gesellschaft)


Redaktion der „Zeitschrift für Physik“, dem in den Zwanziger Jahren weltweit führenden physikalischen Fachjournal, 1923 Herausgabe der „Physikalisch Chemischen Tabellen“ zusammen mit Walther A. Roth, 1924 und 1932 Herausgeber zusammen mit dem Physiker Hans Berliner des „Physikalischen Handwörterbuchs“, ab 1926-1933 Mitherausgeber des 24-bändigen „Handbuches der Physik (in Fachkreisen auch bekannt als „Das blaue Handbuch“) u. a. zusammen mit dem Physiker Hans Geiger, dem Erfinder des ­Geiger-Zählers. Bekannt wurde Karl Scheel auch als Verfasser zahlreicher anerkannter Fachaufsätze, wie hier z.B. eine kleine Auswahl zeigt: „Fernthermometer“ in „Dinglers Polytechnisches Journal, Heft 1, Band 332. Berlin, 13. Jan. 1917. 98. Jahrgang“ oder „Die literarischen Hilfsmittel der Physik“ in „Naturwissenschaften 13 (1925)“ und viele andere mehr. Literatur von und über Karl Scheel ist auch im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek aufgelistet. Diese Betätigungen fanden sowohl national wie auch international große Anerkennung und zeugen von begeisterter und beflügelter Wissbegier dieses Rostockers, Wahl-Berliners und Freundes ­Ilmenaus. Die wissenschaftlichen Leistungen Karl Scheels bestehen darin, die Physik in ihren aktuellen Entwicklungen und Themen mit publizistischen Mitteln facettenreich immer rasch in unermüdlichem persönlichen Einsatz in die Öffentlichkeit transportiert zu haben. Es gelang ihm auf diese Weise der Physik als zentralem Bereich der naturwissenschaftlichen Entwicklung ihren Platz Zeit aktuell zuzuweisen und allgegenwärtig anerkannte Präsenz zu verschaffen. Er war somit publizistischer Wegbereiter der Physik in die Lebensaktualität der Gegenwart. Es gab und gibt wohl keinen Physiker, der nicht irgendwann und irgendwie im Laufe seiner Studien mit dem Namen Karl Scheel in Berührung gerät. Seinen 70. Geburtstag feierte er am 30. März 1936 in Berlin in großer Runde mit seiner Frau Melida, Familienangehörigen, Freunden und Ehrengästen, darunter manche langjährigen Weggefährten wie die bekannten Physiker Ernst Brüche, Walter Grotrian, Max von Laue, Karl Mey, Max Planck, Carl Ramsauer u.a.. Er verstarb im selben Jahr am 8. November in Berlin. Die Grabstelle befindet sich auf dem Luisenfriedhof III der ev. Luisenkirchengemeinde in Berlin-Charlottenburg. Walter Grotrian spricht in seinem Nachruf über Karl Scheel von dem „getreuen Eckart der deutschen Physik“. Damit spannt er gedanklich treffend einen Bogen zwischen dem Verstorbenen und einer bekannten literarischen Gestalt aus alter Sage und Dichtung. Er charakterisiert damit Karl Scheel als wackere, treue Seele und zuverlässigen Mitstreiter, gleichsam ehrbaren Botschafter in Sachen Physik, die sein ganzes Leben prägte. Prof. Dr. Karl Franz Christian Scheel ist gemäß seinem testamentarischen Vermächtnis Stifter des „Karl-Scheel-Schülerpreises“ der Physikalischen Gesellschaft zu Berlin e.V., der seit 1994 jährlich der besten Abiturientin oder dem besten Abiturienten im Leistungsfach Physik zuerst an der „Großen Stadtschule“ zu Rostock, seit 2006 des Innerstädtischen Gymnasiums Rostock verliehen wird. Außerdem stiftete er den „Karl-Scheel-Preis“, der seit 1958 jährlich von der Physikalischen Gesellschaft zu Berlin e.V. für herausragende naturwissenschaftliche Arbeiten an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Berlin vergeben wird. Karl Scheel hat nie seine Verbundenheit und Liebe

zu seiner Heimatstadt Rostock und seiner dortigen Familie verloren, dies ist belegt durch intensive und zahlreiche Familienkontakte und eben auch die Stiftung des „Karl-Scheel-Schülerpreises“ an sein ehemaliges Gymnasium „Große Stadtschule“ in Rostock, jetzt traditionell weitergeführt am Innerstädtischen Gymnasium in Rostock. Die Gedenktafel für Karl Scheel ist seit Sommer 2014 dort wieder am Haupteingang zur Erinnerung an diesen fleißigen Rostocker Wissenschaftler angebracht. Außerdem befindet sich in einem der Physiksäle des ISG Rostock eine große Erinnerungstafel mit den wichtigsten Lebensdaten und beeindruckenden Leistungen von Karl Scheel. Weiterführende Berichte über das Wirken von Karl Scheel sind umfangreich aufzufinden in der Mitgliederzeitschrift der Physikalischen Gesellschaft zu Berlin e.V. bis 2001 „Physikalische Blätter“ und seit 2002 „Physik Journal“. Text: Werner Moennich

Tafel am Rostocker Innerstädtischen Gymnasium

1932 im Mai (Margarethe Flemming) Wenn üppig alle Gräser blühen, Dann von Berlin wird eiligst fliehen Freund Scheel hin zum Thüringerland, Nach Ilmenau, wo oft schon fand Er Linderung bei dem Heufieber - Der Teufel hol’s, das wär’ ihm lieber Das ist die Thermometerstadt, Die gern und oft als Gast ihn hat. Dort folgt er den intimsten Spuren Von den diversen Temp’raturen So viel Interesse hat nicht jeder, Für klein’ und große Thermometer, Wie der Professor der Physik, Der wen’ger länglich ist als dick. Ob daran Schuld trägt, dass sein Magen Viel Butterspargel kann vertragen, Nicht gar zu knapp und find’s auch nett dazu ein knusprig Schweinskotelett? Er teilt es gern im Freundeskreise Behaglich in recht froher Weise. Auch heute abend lud er ein Uns Gäste zu dem Mahle fein. Es ist Veranlassung nun eben, Besondere dazu gegeben. Man stiftete ihm eine Bank, So ungefähr zwei Meter lang. Und Aus- und Umsicht bietet sie In jeder Hinsicht wie noch nie. Vertiefen kann an dieser Stell’ In Goeth’ er sich, s‘ ist aktuell. Daß nun noch viele Jahr’ Freund Scheel Zum Ausruh’n sich die Bank erwähl’, Ist nun unser Wunsch. Wir wollen diesen Mit gutem Tropfen froh begießen. Sein Name wird nicht untergehen! Mag er die Bank oft wiedersehen! Eine Thüringer Freundin widmete Karl Scheel dieses Gedicht anlässlich seiner Ehrung in Ilmenau.

Die OSTPOST dankt Herrn Werner Moennich für die Erlaubnis zum Abdruck des Textes (ursprünglich veröffentlicht bei terra-incognita-mv.de)


Der zukünftige Glockenstuhl der Petrikiche Bild: Fakultät für Maschinenbau und Schiffstechnik der Universität Rostock, Lehrstuhl Konstruktionstechnik/CAD

008 Rostocker Acht 800 Das Jubiläums-Quartettspiel

Aufbruchsstimmung Glocken sollen wieder vom Petriturm läuten!

E

s ist Zeit, von der Arbeit des Fördervereins Petrikirche zu berichten. Jeder spürt: „Es gibt ­Bewegung – endlich!“ Nach dem Wiederaufbau des Turmhelms 1992-1995 und dem Einbau eines Aufzuges 1997-2004 steht seit 2011 der Neubau eines Glockenstuhls im Petriturm auf dem Plan. Der erste Bauantrag für das Glockenprojekt wurde im April 2011 durch den Baupfleger von St. Marien Frank Sakowski gestellt. Die Baugenehmigung kam im November 2017. Schon vor der Jahresversammlung des Petrifördervereins am 18.02.2018 meldete die Presse: „St. Petri soll wieder erklingen. Nach 75 Jahren kehren die Glocken zurück - Verein braucht 300.000 Euro“. Diese Aufbruchstimmung herrschte natürlich auch auf der Jahresversammlung des Fördervereins am 20.02.2018. Eine Ausstellung zeigte die G ­ eschichte von Kriegszerstörung und Wiederaufbau von St. Petri Rostock. Im Bericht des Vorsitzenden Reinhard Wegener stand die Nachricht von der Baugenehmigung an erster Stelle. Der Förderverein hat viel für das Glockenprojekt unternommen: Wendeltreppenführungen, Beteiligung am Töpfermarkt und am Tag des offenen Denkmals, Infostände im Advent, das Erleben des Jahreswechsels auf dem Turm u. a. Betrieben und Vereinen wurde für gute Zusammenarbeit und Unterstützung gedankt, herausragende Spender namentlich genannt. Zwischen den Berichten des Vorsitzenden und des Schatzmeisters schilderte Max Braatz die Geschichte der Stundenglocke, auch Peter-Matze-Glocke genannt, die sowohl den Bombenangriff mit Sturz als auch die Jahre auf der Straße und

in Marien überstanden hat und nun zurück in die Petri-Glockenstube kommt. Die Finanzübersicht des Schatzmeisters Dr. Beel von Vereinskonten und dem Glockenfonds der Kirchengemeinde lassen einen Baubeginn zu. Der Eigenanteil (20 %) der erwarteten Bausumme ist vorhanden. Das Projekt stellte die Architektin Frau ­Kaphingst vor. Als Eckdaten werden darin genannt: Zu den 6,7 t Gewicht der drei Glocken kommen ca. 20 t für 25 m3 Holz und noch 2 t für Stahlbauteile. Die Baumaßnahmen für den ­Glockeneinbau werden auf etwa 400.000 Euro geschätzt. Der Brandschutz war und ist immer wieder ein großes Thema. Die dafür nötigen Maßnahmen erfordern 505.000 Euro. Damit nähert sich das Bauvolumen für die Jahre 2018 bis 2020 einer Million Euro! Pastor i. R. Henry Lohse beschrieb die Baugeschichte in einem eindrucksvollen Vortrag: ­„Auferstanden aus Ruinen – Stationen des Wiederaufbaus“. Von der Kriegszerstörung der Petrikirche am 26./27. April 1942 bis zu den Bauvorhaben heute ist es ein weiter Weg; „Auferstehung braucht Zeit!“ Alle freuen sich, dass es nun weitergehen kann und wird. Begeisterung und Engagement von Einwohnern, Besuchern und Touristen zeigen sich auch in den Spenden: Von Februar bis August gingen 218 Einzelspenden mit insgesamt 21.215,33 Euro ein! Ein Dank an alle, die sich dafür eingesetzt haben und sich weiter engagieren. Der Europa-Abgeordnete Werner Kuhn hat die Schirmherrschaft für das Glockenprojekt übernommen. Arne Bölt, Diakon der Evangelisch-Lutherischen Innenstadtgemeinde, stellte ein Exposé zusammen, um bei Institutionen und Stiftungen Unterstützung zu erbitten. Anträge zur Förderung wurden den zuständigen Ministerien zugestellt und bei Minister Glawe persönlich abgegeben. Benefizkonzerte fanden und finden statt. Über die Medien soll das Vorhaben bekannt gemacht werden. Spender können Balkensegmente unter der Internetadresse

petrikirche-rostock.de/mithilfe/glockenstuhl/

Herstellung: Hinrich Bentzien

Das Quartett ist erhältlich bei Rosenrot: wohnen - schenken - dekorieren Lange Straße 5 · 18055 Rostock

reservieren. Weil vom südlichen Glockenstuhl nur noch ein Balken für Spenden frei ist, kann nun auch für den nördlichen Glockenstuhl gespendet werden. Gerade zum Baubeginn wird ehrenamtliche Arbeit verteilt werden müssen. Helfer wie Spender werden gesucht und sind sehr willkommen! Wenn viele mithelfen, dann können in den nächsten Jahren auch wieder die Glocken vom Turm der Petrikirche verkünden: „Bei uns in Rostock herrscht Friede auf Erden!“ PS: Vielleicht haben auch Sie Interesse und wir sehen uns bei der nächsten Jahresversammlung des Petrifördervereins am 23. Januar 2019 um 14.00 Uhr in der Petrikirche. Hans Druckrey


Rückseite des Hauses Krahnstöver in der Großen Wasserstraße

gegenüber des Katharinenstifts Harte Straße

ALTSTADTGALERIE Fotos: Hinrich Bentzien

Riesenrad auf dem Alten Markt zur 800-Jahr-Feier

Kleine Wasserstraße

Straßenpflaster in der Wollenweberstraße


hördliche Aufsicht der Anlagen zwei Bürger als Vorsteher des Bornes, die Aufsicht in den Straßen übten ebenfalls Bürger aus. Der Rat, meistens der Bürgermeister, hatte die Finanzkontrolle. Die Leitungen lagen nicht sehr tief in der Erde. Deshalb bestand im Winter die Gefahr des Einfrierens. Für die Reparatur erhielt der Meister „Pypenmeyster“ einen vereinbarten Betrag und Kost für den Arbeitstag. Nach jedem Gebrauch für die ständig anfallenden Instandhaltungen musste der Meister die Schlüssel an die Bornvorsteher abgeben.

Durchbohrte Kiefernstämme wie dieser dienten als Rohrleitung. Dieser wurde vor der Neugestaltung des Parkplatzes beim Wendländer Schilde ausgegraben. (Foto Peter Horn)

Die Straße Am Wendländer Schilde vor 1930, mit dem Altstädter Born. Das Bild zeigt auch die nur selten fotografierten Häuser an der Südseite der Straße. (Foto: Reichsbildstelle Berlin / Sammlung Gisbert Wolf /)

Ein Zeugnis der 600-jährigen Rostocker Wasserversorgung: Der Altstädter Born

B

is um 1400 haben die Rostocker ihren Wasserbedarf aus den durch die Stadt führenden Flussarmen geschöpft und in Eimern in ihre Wohnungen getragen. Wohlhabende Bürger, wie Kaufleute mit Brauereien, besaßen Brunnen. Nicht alle Häuser konnten sich Brunnen leisten. Größten Wert legte man auf die Erhaltung dieser Anlagen. Aus dem Jahr 1428 ist uns ein Bürgerbrief überliefert, der von Bornen und ihren Abflüssen spricht. Der Rat hatte den Versuch gemacht, eine allgemeine Wassersteuer einzuführen, um Bau und Erhaltung der Leitungen zu finanzieren. Gegen diese Steuer wehrten sich die Bürger, wenigstens für eine kurze Zeit. Ihrer Meinung nach sollten nur den Interessenten Kosten auferlegt werden. Für den Bezug des Wassers mussten einzelne Abnehmer gewisse Abgaben zahlen.

Anfänglich erhielt die Stadt ihr Wasser durch Schöpfen aus Brunnen und Teichen. Dann wurde es durch Gräben und Leitungen aus eichenen Brettern herangeführt. Das Wasser der Teiche vor der Stadt konnte bis zu einer gewissen Höhe aufgestaut und in Röhren (pypen) in die Stadt geleitet werden. Noch heute gibt es die Flurbezeichnung Pfeifenteich. Die „pypen“, bestehend aus durchbohrten Kiefernstämmen, waren bis zum Mittelmarkt, dem heutigen Neuen Markt, verlegt und in dem „kumm“, eine Art Brunnenhaus, gesammelt. Dieser älteste Born fungierte als Verteiler mit „Pypen“ sowie „Dweerpypen“ zu den Straßen, zum Neustädter und Altstädter Born. In den einzelnen Straßen gab es „poste“, d.h. Pumpen, von denen das Wasser an die Abnehmer verteilt wurde. Der Rat beauftragte für die Verwaltung und be-

Die Chronik weiß von dieser Leitung Geschichten zu berichten, die zu allen Zeiten immer wieder sich ereignen. Einmal hat ein Bürgermeister, dessen Wohnung an dieser Leitung lag, einfach die Holzrohre angebohrt, um sein Wasser daraus zu entnehmen. Als Bürgermeister fühlte er sich dazu berechtigt. Das gab natürlich eine große Aufregung. Wie die Sache ausgegangen ist, weiß man nicht genau. In der Urkunde findet man nur den Satz, dass der „Unrat gesteuert“ werden müsse. Später kam es einmal noch besser. Der Besitzer eines Karpfenteiches hatte die Leitung angebohrt, um seinen Teich zu füllen. Dazu brauchte er natürlich so viel Wasser, dass der nötige Druck genommen wurde und die ganze Leitung bei dem strengen Winter einfror. Mit glühenden Eisenstangen ging man ihr zu Leibe und stocherte dabei die ganzen Holzrohre entzwei. Eine namentliche Liste der 30 Wasserabnehmer aus dem Jahre 1916 ist vorhanden, ebenso eine Aufzeichnung der „Restanten“, deren Hauszuleitungen einfach so lange abgeschlagen wurde, bis sie bezahlt hatten. Architektenzeichnung für den Wiederaufbau von 1976 (Sammlung Gisbert Wolf )


Der beschädigte Altstädter Born aus Richtung Altschmiedestraße gesehen (April 1942, Sammlung Gisbert Wolf )

Der Born in der Altstadt wurde am 1. März 1592 durch den Kunstmeister Hans Fritzen aus Wismar fertiggestellt. Diese „Wasserkumme“ war aus Holz und wurde 1754 durch schwedische Granitplatten ersetzt. Seit 1866 versuchte die Stadt, den Born aus Privathand zu erwerben, das gelang im Jahre 1921. Der Altstädter Born hatte als jahrhundertelanger Wasserspender für die früher sehr zahlreichen Brauereien mit den Leitungen in die Keller der betreffenden Häuser seinen Zweck verloren. Ein neu erbautes städtisches Wasserwerk gewährleistete ab 1921 eine moderne Wasserversorgung für Bewohner und Gewerbe. Mit dem Kauf des geschichtsträchtigen Bauwerkes setzte sich die Stadt als Eigentümer, zusammen mit dem Altstädtischen Verein, dafür ein, dass der Verfall abgewendet, der beabsichtigte Abbruch verhindert werden konnte. Begründet wurde der Abbruch so: Der Born sei ein Verkehrshindernis. Ein anderer Vorschlag war, Garagen einzubauen. Die bauliche Sanierung erfolgte im Bestand. Der schirmförmig gestaltete Dachstuhl wurde mit 5000 neuen Holzschindeln gedeckt und die bisherige Leiter in den Wasserbehälter wurde durch eine neue Treppe ersetzt. In der bestehenden Form sollte das alte Bauwerk die Zierde der Altstadt bleiben und weiterhin als

Der Altstädter Born Ende der 70er Jahre (Foto: Gisbert Wolf )

Der Altstädter Born 1925 (Sammlung H. Bentzien)

einzig erhaltener Born das Stadtbild mit bereichern. Der Altstädtische Verein hatte einen Weg gefunden, den Born als Museum einzurichten. Auf Anregung des Wasserwerk-Direktors ­Permien wurden in dem Wasserbehälterraum bildliche Darstellungen, die auf die Wasserversorgung Bezug nahmen, angebracht sowie Muster von Rohrverbindungen und Wasseranschlüssen ausgelegt. Das waren Anfänge für ein kleines Museum der Wasserversorgung. Für das Herrichten als Museum mussten einige Schwierigkeiten überwunden werden. Ende September 1933 fand die Übergabe an die Stadt durch den Altstädtischen Verein statt. Mit Vorträgen von Oberbürgermeister Dr. Grabow und Wasserwerk-Direktor Permien wurde das Museum für das Publikum freigegeben. Im April 1942 wurde der Altstädter Born nur beschädigt. Laut dem unmittelbar nach den Kriegszerstörungen ergangenen Befehl mussten alle in ihrer Stabilität gefährdeten Ruinenteile, wie freistehende Wände, abgetragen werden. In diesem Zusammenhang verschwand auch der Born. Beim Umund Wiederaufbau der Nikolaikirche ab 1976 entstand die Idee, das kleine Bauwerk wenig versetzt Richtung Turm wieder erstehen zu lassen. Es fehlte an einer Trafostation und an einer Druck­ erhöhungsanlage. Je zur Hälfte wurde beides in den Altstädter Born eingebaut. So schließt sich der Kreis nach vierhundert Jahren! 1618 war neben der Grube ein hoher Turm, die „Wasserkunst“, zum Hinaufpumpen des Wassers auf die Plattform errichtet worden. Bereits 1667 war dort das Observatorium der Universität. Text: Gisbert Wolf

Der Denkmalpfleger und Architekt Gisbert Wolf leitete in den 70er Jahren im Auftrag der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Mecklenburgs die Wiedererrichtung des Altstädter Borns und den Um- und Wiederaufbau der Nikolaikirche. Stadtplan von 1905 mit dem Altstädter Born als „Verkehrshindernis“ (Sammlung Gisbert Wolf )


Verein zur FĂśrderung der Ă–stlichen Altstadt e.V.


10 Jahre Goldschmiede Romy Niekammer

I

ch wollte immer mit den Händen arbeiten, neugierig und kreativ sein. Nach meinem Schmuckdesign-Studium in Heiligendamm habe ich eine Goldschmiede - Ausbildung in Hamburg gemacht. Nach vielen schönen Arbeitsjahren und Selbständigkeit in Hamburg hieß es: zurück in die Heimat. In Rostock musste ich mich erstmal wieder zurechtfinden ... es hatte sich so viel verändert. Bei einem Altstadtspaziergang im Sommer 2008 war

höchster handwerklicher Anspruch ist die Grundlage dafür. Meine Entwürfe werden in Silber, Gelb-, Rosé- und Weißgold gearbeitet, kombiniert mit leuchtenden Farbsteinen, Brillanten, Zuchtperlen und Edelhölzern. Neben Schmuck aus meiner Werkstatt biete ich auch Stücke von befreundeten Kollegen und bekannten Schmuckdesignern an. Dadurch wird ein breites Spektrum an modernem Schmuck vorgestellt ... von verspielt bis geradlinig, von streng bis weich. Und jetzt ist schon 2018 ... 10 Jahre sind so schnell vergangen! Schöne, aufregende, aber auch schwere, anstrengende Jahre. Ich bin zufrieden hier in der Altstadt und habe den Baustellenstolperer nie bereut. Ich lebe mit meinem Mann und meinem Sohn gern hier. Wenn die Sonne scheint, sieht man mich auf meiner Treppe sitzen, ich bekomme einen Kaffee aus dem Cafe â Rebours und genieße die Gespräche mit den Vorbeischlendernden. Auf in die nächsten 10 Jahre ... Vielen Dank an all meine Kunden, die Schmuck mögen und meine Arbeit schätzen! Romy Niekammer

klar: hierher wollte ich mit meiner Werkstatt ziehen! Zufällig bin ich dabei mitten auf eine Baustelle Mühlenstraße Ecke Wollenweberstraße gestolpert, habe mit den Arbeitern gesprochen, den Vermieter mit einem schnell entschlossenen Mietwunsch überrascht und zack: ich hatte einen Laden! Seitdem habe ich mit viel Freude Schmuckstücke an die Frau oder an den Geschenk suchenden Mann gebracht. Ich habe nervöse Männer beim Heiratsantrag unterstützt, viele Paare mit Trauringen in die Ehe begleitet, Touristen eine Rostock - Erinnerung und so manchem Kleinkind ein Taufgeschenk beschert. Einigen alten Schmuckstücken habe ich zu neuem Glanz verholfen und liebgewonnene Erbstücke gerettet. Ich suche auf Messen nach außergewöhnlichen Steinen und Perlen, um meine Schaufenster mit interessanten Stücken zu füllen und freue mich über jede platt gedrückte Nase! Mein Schmuck ist geprägt von einer schlichten und puren Formensprache. Die Begeisterung für Material und Handwerk prägt meine Arbeit, und

Jubiläumsausstellung: ab 24. November 2018 Goldschmiede Romy Niekammer / Mühlenstraße 13 / www.romy-niekammer.de

25 bewegte Jahre und kein Ende in Sicht: Das Tanzland Rostock feiert ein Vierteljahrhundert

E

s ist wahr. Das „Tanzland Rostock“ wird 25 Jahre. Aus dem losen Zusammenschluss Tanzbegeisterter in den frühen 90ern ist eine stattliche Institution geworden: die „Tanzland-Studios Rostock“. Nach mehrfachem Wechsel des Domizils gibt es seit vielen Jahren die „Tanzland-Studios“ am Wendländer Schilde in der Östlichen Altstadt und damit eine feste Adresse für urbanen und zeitgenössischen Tanz. Waren es am Anfang knapp zehn Kinder, finden sich inzwischen mehr als 530 Kinder, Jugendliche und Erwachsene jede Woche hier ein, um zu tanzen.

Die „Tanzland-Studios“ Rostock haben sich in den vergangenen Jahren ein eigenes pädagogisches und künstlerisches Konzept erarbeitet. Die Tanzlehrer leben die Überzeugung, dass Tanz weit mehr ist als die pure Vermittlung von Tanztechnik, nämlich ein Ausdruck von Lebensgefühl und Lebendigkeit. In den Unterrichtsplänen findet sich daher für jede Altersgruppe ein passender Kurs: vom kreativen Kindertanz im Vorschul- und Schulalter bis hin zum Jugendtanztheater, reinen Jungsklassen und den Erwachsenenkursen. Im Mittelpunkt steht, die natürliche Beweglichkeit zu erhalten und weiterzuentwickeln und die körperliche Bewegung als Ausdrucksmittel zu nutzen.

Viele schätzen die Angebote der „tanzland-studios“ nicht nur wegen des vielfältigen Angebots, sondern auch die persönliche Atmosphäre, in der man etwas für seine körperliche und geistige Fitness tun, vorhandene Tanzkenntnisse auffrischen oder neue Techniken erlernen kann: Modern Dance, Contemporary, Jazz Dance, HipHop, House und Street Jazz, Yoga, Kung Fu, Breakdance oder Ballett und mehr stehen zur Auswahl. Viele Rostocker kennen das Tanzland von vielen Aufführungen an diversen markanten Orten: im ehemalige „MAU“ in der Blücherstraße, in der „Fahrzeughalle“, im „KulturGüterBahnhof“, in der „Bühne 602“, im „Theater im Stadthafen“ und im Großen Haus des Volkstheaters, im Peter-WeissHaus oder auf Festivals im In- und Ausland. Seit 1993 sind über 72 abendfüllende Tanztheaterproduktionen entstanden.

www.tanzland-rostock.de


Zu Gast bei Mademoiselle Inga „la petite cantine“ eröffnete in der Großen Scharrenstraße

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rühling 2018: Was passiert da bei Schlachter Keding in der Scharrenstraße 5, direkt hinter dem Rathaus? Plötzlich stehen alte Tische, Stühle und allerhand anderes ungewöhnliches Mobiliar vor den weißen Fliesen. Hinter einem Tresen hantiert Mademoiselle Inga mit Töpfen, Pfannen und allerhand Geschirr. „la petite cantine“ - wer des Französischen nicht mächtig ist: „kleine Kantine“ hat sie ihre gastronomische Einrichtung genannt. Was sind ihre Angebote? Auf ihrer Visitenkarte stehen Reise- und Seminarköchin Catering Ayurveda Yoga

rin mit einem Hang zu gutem Essen.“ Durch ihre Schwester bekam sie Kontakt zu dem Besitzer des Kioskes am Rosengarten. Das Objekt mit seinen Angeboten war in der Stadt bekannt. Inga richtete alles nach ihrem Geschmack ein, erstellte eine neue Speisenkarte. Dann kam für Inga das AUS wegen Querelen mit dem Vermieter. Ziemlich schnell fand sie ein neues Objekt der Begierde in der Östlichen Altstadt, die ehemalige Fleischerei in der Scharrenstraße. Freundin Tine entdeckte einen kleinen Raum neben dem Geschäft. Mit Fleischertochter Ute und deren Sohn als Eigentümer des Hauses kam Inga überein, dass sie den ganzen Laden mieten könnte. Freundin Tine entschied sich für den kleinen Raum. Doch darüber später. „Gut“, dachte Mademoiselle „ich übernehme die Räume des Geschäfts. Dann kann ich außer Catering von Dienstag bis Donnerstag eine Art Kantine machen, Mittagessen von 11.30 bis 14.30 Uhr. Gutes Essen in guter Gesellschaft. Der Anfahrtsweg ist nicht weit für sie, wohnt sie doch im naheliegenden Bahnhofsviertel und ist mit dem Fahrrad schnell zur Stelle. Täglich wird ein Gericht angeboten. An den Scheiben der Vitrine steht eine wöchentliche Übersicht. Alles wird mit gaaanz viel Liebe auf einem Teller angerichtet, zauberhaft verziert. UND es ist reichlich, man wird ordentlich satt von einem vollwertigen G ­ ericht.

Kulinarische Köstlichkeiten aus frischen Zutaten

Heute zum Beispiel steht auf dem Plan: Bunter Mangold in Kokosmilch mit Süßkartoffelstampf Und morgen: Scharfer Spitzkohl mit Kürbis auf Quinoa & Reis

Weitere Einzelheiten des Interieurs sind: an der Stirnwand ein prächtiges Foto von Mick Jagger in jungen Jahren, ein Klavier – darüber ein Spruch im Bilderrahmen: „in meiner Küche wird getanzt“, auf dem Musikinstrument eine liebevolle Auswahl von Lieblingsbüchern der Inhaberin. Im Hintergrund hört man eine CD mit französischen Chansons. Inga ist überzeugt, in ihrem Herzen eine Französin zu sein. Vielleicht sind hier die Einflüsse ihres Uropas zu spüren. Er soll während des Krieges im Franzosenland gewesen sein. Angeboten werden vegetarische Speisen auf schlichtem weißem Porzellangeschirr, persönlich vom Werksverkauf aus Kahla geholt. Die Firma Kahla war schon zu DDR-Zeiten bekannt und beliebt. Ingas bürgerlicher Beruf ist Diplom-Ingenieur für Bekleidungstechnik. Sie studierte in der Hauptstadt Berlin. Sie ist Ur-Rostockerin, kommt ursprünglich aus dem Hansaviertel. Dierkow und auch die KTV sind ihr nicht fremd. Lange Zeit hat sie bei ihren Eltern mitgearbeitet, diese hatten einen kleinen Betrieb, Waschsalon&Wäscherei. So schön wie es für sie im Kreise der Familie war, bis zum Lebensende wollte sie nicht bei dieser Tätigkeit ausharren. Zunächst entwickelte sie eine Leidenschaft für eine Schuhmacher-Ausbildung. Sie fand einen Meister, als dieser sie immer wieder vertröstete, kam ihr der ständig wiederkehrende Gedanke: „Ich koche so gerne. Vor allem macht es mir Freude, die Köstlichkeiten auf dem Teller wie ein kleines Kunstwerk zusammenzustellen. Mit Freude beobachte ich, wenn es den Gästen schmeckt. Ich bin einfach gerne Gastgebe-

O-Ton Siegfried Schwattke aus dem Rathaus: „Es schmeckt köstlich, wir essen regelmäßig hier“. Er und viele andere, die in den Büros und Geschäften arbeiten, melden sich für den Mittagstisch an. Am Vortag bis 16.00 Uhr sollte man sein Begehr telefonisch oder am besten per E-Mail durchgeben. Gleichzeitig kann man auf Allergien und Unverträglichkeiten hinweisen. Die Köchin bemüht sich dann, darauf Rücksicht zu nehmen, wenn es möglich ist. Wer lieber zu Hause isst, kommt mit seinem Geschirr vorbei und lässt es sich füllen. An der Theke steht ständig eine Karaffe mit Wasser und Zitrone zur Verfügung. Kleine Brothäppchen mit Frischquark und unterschiedlichen Zutaten laden zum Kosten ein. Und was tut Freundin Tine in dem kleinen Raum nebenan? Sie ist Illustratorin, studierte Kommunikationsdesign in Wismar. Vorwiegend beschäftigt sie sich mit Kinderbüchern. Sie wohnt in der Östlichen Altstadt. Im THEATERNEUBAU war sie zur Kunstnacht im vergangenen Jahr an einer Gruppenausstellung mehrerer Illustratoren beteiligt. Dieses Jahr organisierte sie in ihrer eigenen kleinen Galerie namens „Die kleine Cindy“ neben der Kantine von Mademoiselle Inga eine Ausstellung mit 12 anderen Illustratoren. Trotz der bestehenden Baustelle gibt es viele Rostocker und Urlauber, welche sich die witzigen Zeichnungen ansehen. So eine Ausstellungseröffnung mit einer gastronomischen Einrichtung nebenan, die der Freundin gehört, bringt Leben in die Scharrenstraße. Ganz aktuell läuft im Oktober die Ausstellung »An einem Sommer im August«, da werden Rei-

seskizzen und persönliche Momente sechs unterschiedlicher Illustratorinnen und ihrer sechs unterschiedlichen Sommer gezeigt. Zwei t­atendurstige junge Frauen, zwei Frauen mit Ideen, zwei fröhliche Frauen. Es wird ihnen mit Sicherheit das gelingen,was sie sich vorgenommen haben! Text: Gaby Pertus

la petite cantine „Mademoiselle Inga“ Beköstigung: Dienstag bis Donnerstag 11.30 bis 14.30 Uhr Große Scharrenstraße 5 Anmeldung einen Tag zuvor bis 16.00 Uhr Telefon: 0173 - 6818368 E-Mail: cantine@mademoiselle-inga.de

www.mademoiselle-inga.de


Das Pflegezentrum Nord in der Mühlenstraße über die erstaunliche Verwandlung eines Altstadthauses

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ostock - Mühlenstraße 3, Nähe Nikolaikirche. Durch ein großes grünes Tor gelangt man in einen sonnigen Hausgarten. Die Beete sind so angelegt, dass sie zu jeder Jahreszeit einen farbenfrohen Teppich darbieten. An den begrenzenden Zäunen winden sich blühende Kletterpflanzen empor. In der Mitte sitzen an Tischen mit Stühlen unter bunten Sonnenschirmen ältere Leute. Sie unterhalten sich offensichtlich entspannt und freundlich.  Es geht um die nächste Ausflugs­ tour mit dem Kleinbus des Pflegezentrum Nord GmbH. Man kann sich nicht so richtig entscheiden, ob es diesmal der Erdbeerhof oder Warnemünde sein soll. Dann wird über den anstehenden Theater- und Kinobesuch diskutiert, eine Lesung soll auch noch stattfinden. Nebenher werden Kaffee und Tee sowie köstlicher Kuchen serviert. Ein bisschen erinnert die Szene an eine Urlaubsreise. Noch ist es nicht so. Aber das ist die Vorstellung des Leiters Michael Köhler vom  Pflegezentrum Nord GmbH , in der Mühlenstraße 3, Nähe Nikolaikirche. Der Garten wird gerade gestaltet. Bis die Pflanzen blühen und die Oase in Besitz genommen werden kann, wird es wohl noch bis zum nächsten Sommer dauern. Dort, wo früher die vergitterten Fenster signalisierten, dass hier die Sparkasse residiert, ist jetzt das Büro des Pflegedienstes. Hinter der offiziellen Eingangstür zum Büro findet man immer noch ein Gitter. Michael Köhler meint, man sollte alte Dinge weiter nutzen. So werde die Geschichte des Hauses bewahrt. Schon im Flur entdeckt man alte gereinigte Mauersteine – sie bedecken den oberen Teil der Wand . Relikte dieser Art sind immer wieder zu finden.  Ausgefallene Baumaterialien ergänzen das Ganze. Ungewöhnliche Fliesen zieren den Fußboden und eine Lampenkonstruk­tion - eingefasst in Stuckelemente – lässt Licht in unterschiedlichen Farben erscheinen. Es ist kaum zu glauben, was man aus so einem alten verfallenen Kasten machen kann. Neugierig von den Bewohnern der Östlichen Altstadt be-

wundert, entstand ein tadellos saniertes Objekt, das den Vorstellungen der Stadtgestaltung gerecht wird. Nur einige der hochwertigen Wohnungen, in denen man über das Handy Zimmertemperaturen kontrollieren, die Einstellung der Fenster, die Beleuchtung und vieles mehr überprüfen kann, sind bis jetzt bezogen. Michael Köhler und Pflegedienstleiter Sebastian Siebert haben diesen Standort für ihre Einrichtung ganz bewusst gewählt. In unserem Stadtteil wohnt eine große Zahl von Senioren. Für sie ist es wichtig, einen Ansprechpartner in der Nähe zu wissen. Auf der anderen Seite arbeiten die Mitarbeiter des Pflegedienstes umweltfreundlich, weil viele Wege zu Fuß oder mit dem Fahrrad erledigt werden können. Und vielleicht gelingt es ja, die zu pflegenden Personen zu vernetzen, so dass Zusammenkünfte und gemeinsame Unternehmungen geplant werden. Das setzt voraus, dass sich die Pfleger auch Zeit für ein paar Worte für jeden Patienten in seiner Einzigartigkeit nehmen. Neben der üblichen Pflege gehört beim Pflegezentrum Nord auch die Behandlungspflege dazu. Das sind all diejenigen Tätigkeiten, die für die  Therapie einer Krankheit notwendig sind. Verordnet werden die Behandlungen vom Hausarzt.  Je mehr Medikamente eingenommen werden müssen, umso schwieriger ist es, sie korrekt zusammenzustellen. Dabei hilft ein Medikamentenplan, der vom Team des Dienstes zusammengestellt und überwacht wird. So können rechtzeitig neue Medikamente beim Hausarzt geordert werden. Nicht jeder ist im vorgerückten Alter in der Lage, seine Kompressionstrümpfe selbst anzuziehen. Auch hier wird fachkundige Hilfe angeboten. Dauerhaft und langfristig kann das Tragen von diesen Strümpfen Folgekrankheiten vermeiden. Die verordneten und bewilligten Leistungen

Das Haus Mühlenstraße 3 (etwa 1950iger Jahre)

werden bis auf die gesetzlichen Zuzahlungen von der Krankenkasse finanziert. Wer von der Zuzahlung befreit ist, hat gar keine Unkosten. Wenn die Leistungen der Behandlungspflege in Anspruch genommen werden, wird das Pflegegeld nicht gekürzt. Dann gibt es da noch die Verhinderungspflege. Sie dient zur Entlastung pflegender Angehöriger in der Häuslichkeit. Sind diese verhindert, sei es ein Erholungsurlaub, durch Erschöpfung, eine plötzliche Krankheit oder eine beruflich bedingte Ortsabwesenheit, springt das Pflegezentrum Nord aus der Östlichen Altstadt ein. Dafür stehen auch  die Räumlichkeiten der Außenstelle in Gnoien zur Verfügung. Dort werden die Patienten rund um die Uhr entsprechend ihren Krankheiten betreut und erhalten alle Mahlzeiten. In Ausnahmefällen kann auch eine nächtliche Versorgung sichergestellt werden. Die Krankenkasse übernimmt für die Verhinderungspflege die Kosten. Die gesamte Antragstellung gegenüber der Pflegeversicherung sichert der Pflegedienst zu.  Er bietet dazu einen speziellen Antragsdienst – wichtig für Leute, die eine leise Furcht beschleicht, wenn sie an das Ausfüllen derartiger Dokumente denken. Um das alles zur Zufriedenheit der Menschen, die Pflege beanspruchen, gewährleisten zu können, werden Pflegefachkräfte und Pflegehilfskräfte gesucht, die sich in ein bestehendes Team mit einem guten Klima einfügen können. Und kommen wir zurück zum Anfang: Wer es geschafft hat, aus so einer alten Kiste ein wirklich respektables Haus zu zaubern, dem wird es auch gelingen, ein geselliges Seniorenleben in der Östlichen Altstadt zu entfalten. Wir freuen uns darauf! Pflegezentrum Nord GmbH, Mühlenstraße 3 in 18055 Rostock, Tel. 0800 - 555 55 09

www.pflegezentrum-nord.de

Text: Gaby Pertus


OSTPOST - Leserbriefe

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Ergänzungen zum Thema „Moltkescher Beichtstuhl“ in der Nikolaikirche

Unser Geburtstag

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eit etwa einem Jahr wohnen wir im Petriviertel und freuen uns jeden Tag über unsere Entscheidung, vom westlichen Teil der Stadt hierher gezogen zu sein. Sehr angetan sind wir von der bemerkenswerten Entwicklung der östlichen Altstadt mit den vielen schönen Hinguckern. Anlass zu dieser E-Mail gibt uns jedoch ein kürzlicher Arztbesuch, wo im Wartezimmer einige Exemplare der Ostpost auslagen. Wir waren sofort fasziniert von der liebevollen und kompetenten Gestaltung der Zeitung. Inzwischen haben wir uns alle noch erhältlichen Exemplare besorgt und gründlich gelesen. Unsere Begeisterung hat damit einen weiteren Schub erfahren. Wir möchten uns auf diesem Wege ganz besonders bei dem Redaktionskollegium und ihren vielen Helfern bedanken. Besser gehts nicht! Wir selbst fühlen uns noch mehr animiert, mit unseren Mitteln dazu beizutragen, dass es weiter mit dem Erhalt und der Verschönerung dieses, jetzt auch unseres Stadtteils, vorangeht. Familie Lampe

ei der ersten Präsentation der OSTPOST 36 im Frühjahr auf der Rostocker Hansemesse wurde Herr Peter Goetze auf unsere Zeitung aufmerksam. Als Erforscher mecklenburgischer Adelsgeschlechter freute er sich über den Artikel zum Thema „Moltkescher Beichtstuhl in der Nikolaikirche“. Er hatte außerdem einige interessante Anmerkungen zu machen. So bemerkte Herr Goetze, dass es sich bei den Wappenvögeln der Moltkes nicht um Perlhühner, sondern um edle Birkhühner handelte. Außerdem konnte er die Herkunft des in der Nikolaikirche bestatteten Casimir Albrecht von Moltke aus der Abstammungs-Linie Samow herleiten und seine Person in einen recht komplizierten Stammbaum einordnen, in dem es wegen gleicher Vornamen vielerlei Verwechslungsmöglichkeiten gibt. Es stellte sich heraus, dass ein Onkel des in St. Nikolai Bestatteten der Ur-Ur-Großvater des kgl. preuß. Generalstabschefs Helmuth Graf Moltke war. Zu dessen Nachfahren gehörte auch einer der Verschwörer des 20. Juli 1944, Helmut James von Moltke. Eine entfernte Verwandtschaft der Toitenwinkeler und Rostocker Moltkes konnte ebenso ermittelt werden. Casimir Albrecht von Moltke hat in der 5. und in der 9. Generation gemeinsame Vorfahren mit jeweils einer der im 17. Jahrhundert ausgestorbenen Linie der Toitenwinkeler Moltkes. Die Redaktion der OSTPOST bedankt sich für die wertvollen Informationen und freut sich, dass wir unsererseits Anregungen geben konnten. Besonders interessant für uns war, dass tatsächlich eine Verbindung zwischen den Toitenwinkeler und den Rostocker Moltkes hergestellt werden konnte. Bei einem Besuch Herrn Goetzes am OSTPOST-Stand in der Nikolaikirche erfuhren wir außerdem, dass er mit weiteren Interessierten eine Begehung der Moltke-Gruft unternehmen wollte.

ieder habe ich die Ostpost mit Interesse gelesen. Mich verschlug es 1942, nachdem wir am Alten Markt ausgebombt waren, in die Lohgerberstraße. Spielplatz war die Straße, aber auch die Umgebung der Nikolaikirche. Fliegeralarm gab es nach wie vor, und der nächstgelegene Luftschutzkeller waren die von Ihnen im Artikel beschriebenen Räume unter der Kirche mit Eingang vom Schwibbogen. Die Mauer ist dick und der Gang hinunter sehr eng. Die Luft stickig. Wenn in der Nähe die Bomben einschlugen, bebten die Mauern, jedenfalls hatte man das Gefühl. Im Innern der Kirche war über dem unteren Raum die Decke mit Beton verstärkt, nach Schätzung ca. mit 1 m Höhe. Daß der Luftschutzkeller ein historischer Raum war, erkannte niemand von uns und es interessierte auch nicht. Nach dem Kriege hatte jeder andere Gedanken. Der Chorraum war zu einer provisorischen Kirche ausgebaut, wo auch ich konfirmiert wurde. G. Junge

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unächst möchte ich mich für die Übersendung der Ostpost 36 bedanken. Ich entdecke immer wieder darin Erinnerungsstücke an meine Heimatstadt Rostock, in der ich von 1937-1957 lebte. Zum 20 jährigen Bestehen des Altstadtvereins möchte ich Ihrem Kollektiv herzlich gratulieren. Haben Sie es doch verstanden in den 2 Jahrzehnten das Leben in der Altstadt zu aktivieren und so die eigentliche Wiege Rostocks dahin ein stückweit zurückgebracht. Auch die „OSTPOST“, denke ich, hat wesentlich mit dazu beigetragen. Mir war es daher auch möglich meine Erinnerungen als Zeitzeuge mit einzubringen. Auch mein Interesse für den Wiederaufbau des Petritors in historischer Form konnte ich dort zum Ausdruck bringen. Letztlich auch mein Anstoß, mal Beiträge in plattdeutscher Sprache mit einzubinden, hatte Erfolg. Dafür nochmal meinen Dank an die Vereinsführung und für ihre weitere Arbeit viel Erfolg. Hans-Ulrich Kislatis

Über die Feier zum 20. Jahrestag unseres Altstadtvereins er Verein zur Förderung der Östlichen Altstadt, oft kurz „Altstadtverein“ genannt, wurde am 19. März 1998 gegründet. Die Gründung fand im Anschluss an eine Veranstaltung statt, auf der die städtebauliche Entwicklung unseres Viertels sowie die wirtschaftliche als auch soziokulturelle Situation geschildert wurde. Etwas verspätet haben wir dann am Mittwoch, 18. April 2018, unseren zwanzigjährigen Geburtstag mit einer kleinen Festveranstaltung gefeiert. Wie zur Gründung bildete der Gustav-Adolf-Saal in der Petrikirche die Kulisse. Der Initiator des Vereins Dr. Robert Uhde erzählte unterhaltsam aus den Anfangsjahren des Vereins. Die Erinnerungen wurden bei vielen Anwesenden wieder geweckt und es wurde deutlich, wie mit viel Engagement das Leben in der Östlichen Altstadt bereichert wurde: Sei es das Altstadtfest oder die Zeitung, die Sie jetzt gerade wieder in den Händen halten. Die Idee einer Stadtteilzeitung, die einfach anders ist, der OSTPOST, geht auch auf Dr. Uhde zurück. Die OSTPOST wird nun seit vielen Jahren von Sebastian Bielke und Hinrich Bentzien organisiert. Seit über zehn Jahren leitet nun Jürgen Möller als Vorsitzender unseren Verein. In seinem Beitrag stand ein großes D ­ ANKE im Mittelpunkt: der Dank nicht nur an die Vereinsmitglieder, sondern an die vielen Sponsoren, Organisatoren und Förderer, die eine erfolgreiche Arbeit des Vereins erst ermöglichen. Herr Ralf Schinke von der Rostocker Gesellschaft für Stadterneuerung (RGS) hat bereits auf der Gründungsveranstaltung gesprochen. Widmete er sich damals dem Städtebaulichen, so sprach er diesmal von der Seele der Altstadt und damit auch vielen Anwesenden aus der Seele. Die Musik von Karl Scharnweber und Thomas Braun gab Raum, das zuvor Gesagte Revue passieren zu lassen und ließ einen feierlichen Rahmen ­entstehen.

Es wurde auch zum Geburtstag gratuliert: Harry Körber, der Geschäftsführer des Altstadt-Drucks, berichtete über sein besonderes Verhältnis zur OSTPOST und der Vorsitzende des Ortsbeirates Rostock-Stadtmitte, Andreas Herzog, bot Unterstützung für weitere Aktivitäten an. Besonders gefreut haben wir uns über das Geschenk der RGS: Die Geschäftsführerin, Frau Sigird Hecht, überreichte uns einen Scheck über 800 Euro. Diese Spende fließt in die Organisation unseres nächsten Altstadtfestes ein.

Sigrid Hecht von der RGS gratuliert und überreicht Vereinsvorsitzenden Jürgen Möller einen Check.

Und so freuen wir uns auf die nächsten zwanzig Jahre. Die Aktivitäten wie Frühjahrsputz, Kunstnacht, Altstadt-Tombola, Altstadtfest sowie die zweimal jährlich erscheinende OSTPOST werden wir weiterführen. Wir freuen uns aber auch auf neue Ideen, die das Leben in unserem Kulturquartier, in unserer Östlichen Altstadt bereichern.


Martinsmarkt in der Rostocker Nikolaikirche vom 18. bis 20. Oktober 2018

setzt. Die kleine Cafeteria der Nikolaikirche ist an allen drei Veranstaltungstagen geöffnet und sorgt mit frischem Kaffee, selbstgebackenem Kuchen oder leckerem Gänseschmalz für eine kleine Stärkung. Am Freitag- und Samstagnachmittag können sich die Besucher, jeweils um 15.00 Uhr, auf musikalische Unterhaltung zum Nachmittagskaffee freuen. Der Rostocker Martinsmarkt ist am Donnerstag den 18. Oktober von 12.00 Uhr bis 19.00 Uhr sowie am Freitag und Samstag von 10.00 Uhr bis 18.00 geöffnet. Der Eintritt ist wie immer frei.

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enn aufgeregtes Gänsegeschnatter die Räume der Rostocker Nikolaikirche erfüllt, der Duft von warmen Mutzen, frischen Quarkbällchen und anderen Leckereien in der Luft liegt, wissen es nicht nur die Kleinsten: Der Rostocker Martinsmarkt ist eröffnet. Traditionell und zünftig wird die kommende Jahreszeit eingeläutet. Vom 18. bis 20. Oktober präsentieren über 40 Kunsthandwerker ihr Können und laden zu einem Besuch des beliebten Marktes ein. Passend zur Jahreszeit, reicht das hochwertige Angebot von selbstgezogenen Kerzen über warme Wollpullover oder schöne Filzarbeiten. Einen breiten Raum nehmen außergewöhnliche Schmuckideen oder phantasievolle Modeschöpfungen ein. Elegante Kopfbedeckun-

gen, kombiniert mit zeitgemäßen Strickereien, aufwendig produziert, werden stilvoll präsentiert und warten auf ihre neuen Besitzer. Traditionelle Keramik, auch in feinster maritimer Anmutung, korrespondiert mit gekonnter Holzgestaltung oder duftenden Naturseifen. Selbstgemachte Marmeladen, frisches Obst oder würzige Tiroler Spezialitäten machen den Rostocker Martinsmarkt auch kulinarisch zu einem unverwechselbaren Erlebnis. Das fachkundig begleitete Kinderbasteln findet am Freitag und Samstag in der Gerberkapelle statt. Zum Auftakt des Martinsmarktes wird auch in diesem Jahr ein Laternenumzug durch die Östliche Altstadt führen, der sich unter musikalischer Begleitung um 19.00 Uhr in Bewegung

NovemberEdition - 3. bis 4. November 2018 Markt für Kunst, Handwerk und Design im Rathaus Rostock m Jahr 1998 initiierten die Blaudrucker Christine und Reinhard Haase den KunstHandwerkerWeihnachtsmarkt. 14 mal fand er in der Rostocker Petrikirche statt. Inzwischen ist dieser Markt in das Rathaus umgezogen. Als NovemberEdition findet er am ersten Novemberwochenende statt und wird vom hiesigen Landesverband Kunsthandwerk organisiert. Bei aller Veränderung: Viele Aussteller aus den Anfangsjahren nutzen weiterhin den Markt als gute Gelegenheit, Kontakt zum Rostocker Publikum zu pflegen.

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Hansestadt in einen Ort der schönen Dinge. Diese originellen Kleinode aus renommierten Werkstätten sind genau das Richtige für Menschen, die das Besondere lieben und Handwerkskunst in Vollendung zu schätzen wissen! Der Markt wird musikalisch untermalt von Gregor Siegmund an der Gitarre und Katharina Weyer an der Querflöte. Für das leibliche Wohl sorgt, wie schon im letzten Jahr, die Grüne Kombüse und für die Kleinen gibt es eine Kinderwerkstatt gegen die Langeweile.

Auf der NovemberEdition im Remter des Rostocker Rathauses präsentieren namhafte Künstler, Handwerker und Designer aus fünf Bundesländern ihre mit viel Liebe und Humor gefertigten besten Stücke. Sie zeigen fesche Kleider, edle Schmuckstücke, keramische Gefäße und Plastiken sowie kunstvolles Design aus Glas, Holz, Textil und Papier und verwandeln so das Rathaus der

Die NovemberEdition ist am 03.11.2018 von 10.00 bis 18.00 Uhr und am 04.11.2018 von 12.00 bis 18.00 Uhr für Besucher geöffnet. Musik: Gregor Siegmund - Gitarre, Katharina Weyer - Querflöte


Kunsthandwerker-Weihnachtsmarkt in der Nikolaikirche vom 29. November bis 1. Dezember 2018

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in festlich beleuchteter Kirchenraum, eine frisch geschlagene und liebevoll gestaltete Tanne zur Begrüßung, geschmückte Emporen und ein heller Weihnachtsstern im Altarraum, das kann nur eines heißen – der Rostocker Kunsthandwerker- Weihnachtsmarkt ist eröffnet. Vom 29. November bis 1. Dezember werden über 40 Kunsthandwerker ihre ausschließlich von Hand gefertigten Waren präsentieren und die Nikolaikirche in eine einmalige Weihnachtswelt verwandeln. Edle Schmuckkreationen aus Bernstein oder hochwertigem Silber werden zum ausgesuchten Angebot gehören; kreative Wintermoden oder kunstvolle Strickereien sind willkommene Begleiter des nahenden Winters. Anspruchsvolle Holzverarbeitung zeugt von traditioneller Handwerks Kunst, im zeitgemäßen Design. Einzigartige Glasbilder finden sich neben duftenden Seifen oder festlichen Kerzen, in Handarbeit gezogen. Keramik in ihrer gesamten Vielfallt, nimmt einen besonders breiten Raum im diesjährigen Kunsthandwerker – Weihnachtsmarkt ein. Kulinarisch wird der Markt durch selbstgemachte

Rostock

2019

28.03. - 30.03.2019 Ostermarkt

24.05. - 26.05.2019 Kunstmarkt

17.10. - 19.10.2019 Martinsmarkt

28.11. - 30.11.2019 Weihnachtsmarkt

05.07. - 07.07.2019 Neuer Markt

Marmeladen und Pesti begleitet, Rinder- Spezialitäten oder frisches, saisonales Obst erwarten die interessierten Feinschmecker. Auch die Freunde der selten gespielten Orgel der Nikolaikirche werden auf ihre Kosten kommen. Freitag und Samstag wird diese um 15.00 Uhr mit schönen und bekannten Weihnachtslie-

Cafe – Restaurant – Bar feinstes Frühstück französisch süß oder hanseatisch deftig Kaffee- & Kuchenspezialitäten selbst gebackene Torten feinste Teesorten Tapas & Wein

dern erklingen. Der bekannte Kirchenmusiker Karl Scharnweber konnte erneut dazu gewonnen werden. Auf ein kleines, aber erlesenes Speisenangebot können sich die Besucher an der hauseigenen Cafeteria freuen. Bei edlem Punsch, Gänseschmalzbroten oder ein leckerem Grünkohl (am Eröffnungstag) kann in aller Ruhe Kraft für die zahlreichen Entdeckungen während des Weihnachtsmarktes geschöpft werden. Der Weihnachtsmarkt in der Nikolaikirche ist am Donnerstag den 29. November von 12.00 bis 18.00 Uhr sowie am Freitag und Sonnabend von 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr geöffnet. Wir freuen uns auf zahlreiche Besucher, ein Eintrittspreis wird nicht erhoben.

Longdrinks Familien- & Betriebsfeiern Buffets raffinierte Tagesgerichte individuelle Menüs

Am Wendländer Schilde 5 18055 Rostock (bei der Nikolaikirche)


Programm Herbst / Winter 2018 / 19

Ronald Brautigam

Internationales Pianistenforum präsentiert Ronald Brautigam Ronald Brautigam, einer der bekanntesten Musiker der Niederlande, zählt international zu den führenden Pianisten seiner Generation. In seinem Spiel paaren sich große Virtuosität und Musikalität mit technischer Makellosigkeit. ­Brautigam ist zudem einer der wenigen Pianisten, die professionell sowohl auf dem Hammerklavier als auch auf modernen Instrumenten konzertieren. Am Samstag, den 3. November wird er in der Reihe „Internationales Pianistenforum“ um 19.30 Uhr ein Konzert im Barocksaal Rostock geben. Für sein Programm hat er die großen klassischen Komponisten ausgewählt. Er spielt Sonaten von Haydn, Mozart und Beethoven sowie die 12 Variationen KV 265 von Mozart. An den folgenden Tagen, dem 4., 5. und 6. November wird er zudem von 10.00-13.00 Uhr und 15.00-18.00 Uhr im Orgelsaal der hmt Rostock einen Meisterkurs geben, zu dem interessiertes Publikum herzlich eingeladen ist. Ronald Brautigam studierte in Amsterdam, London und schließlich in den USA bei dem legendären Rudolf Serkin. 1984 erhielt er den ‚Niederländischen Musikpreis‘, die höchste musikalische Auszeichnung des Landes.

Musikalische Frühförderung an der young academy rostock © Margit Wild

Festtag zu 10 Jahre young academy rostock Mit einem Festakt, vielen Aktionen am Nachmittag und einem Festkonzert feiert die young academy rostock (yaro) an der Hochschule für Musik und Theater Rostock am Samstag, den

(Auszug)

10. November 2018 ihr 10-jähriges Bestehen. Der Festakt startet um 11.00 Uhr im Katharinensaal und Eintritt ist frei. Anschließend lädt das Nachmittagsprogramm zwischen 14.00 und 18.00 Uhr im Kammermusiksaal und in weiteren ausgewiesenen Räumen zu Mitmach-Konzerten, Vorsingen und Open Classes ein. Durchgeführt werden die zahlreichen Aktionen vom Netzwerk der yaro gemeinsam mit den Musikschulen des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Am Abend folgt das Festkonzert mit dem Jubiläums-Orchester Riga-Rostock um 19.30 Uhr im Katharinensaal. Die jungen Musikerinnen und Musiker der Partnerschule „Emila Darzina muzikas vidusskola“ Riga und der yaro spielen Werke von Mozart, Franz Danzi und Mendelssohn Bartholdy sowie „Rosen aus dem Süden“ von Johann Strauß. Als Solistinnen wirken die Rostocker Nachwuchsflötistin Susanna Eyermann und die Klarinettistin Anna Marija aus Riga mit. Die musikalische Leitung hat Prof. Christfried ­Göckeritz.

Friederike Kühl und Johannes Wieners © Reiner Nicklas

„Herzflattern“ - Junges Musiktheater „O glaub mir, es gibt keine Liebe! Alles Eigennutz, alles Egoismus!“. Diese Worte Wedekinds beschreiben treffend den Abend in der Reihe „Junges Musiktheater – Lust auf Neues“. „Herzflattern“, eine Collage mit neuer Musik, wird am Donnerstag, den 22. November und Freitag, den 23. November auf der Hinterbühne des Katharinensaals der Hochschule für Musik und Theater Rostock aufgeführt. Studierende präsentieren Szenen aus Opern von Komponisten Neuer Musik. Auch Stücke, die Studierende selbst komponiert haben, sind dabei. Auf dem Programm stehen unter anderem Ausschnitte aus „Aria“ von John Cage, „Kafka-Fragmente“ von György Kurtág, „Reigen“ von Bernhard Lang und A. Schnitzler, „Fälle“ von Oscar Strasnoy und D. Charms, „Désir“ und „Dialogues Amoureux“ von Georges Aperghis, „Je t‘aime“ von Isabelle Aboulker sowie die Komposition „Frühlingserwachen“ von Johannes Wieners und F. Wedekind und „Herzstück“ von Jonathan Boudevin und H. Müller. Es wirken die Sopranistin Friederike Kühl, der Countertenor Johannes Wieners, die Geigerin IsaTanzprojekt der Schauspielstudierenden. © Thomas Häntzschel

bella Kubiak und der Schlagzeuger Jonathan Boudevin mit. Die musikalische Leitung hat Minsang Cho, der auch am Klavier begleitet. Für das Konzept, die Regie und die Ausstattung zeichnet sich Maria Husmann verantwortlich. Faszination Klavierwelten - Jenseits des Mainstreams Eine interaktive Ausstellung mit Live-Aufnahmen des Festivals „Raritäten der Klaviermusik“ Die Wanderausstellung „Faszination Klavierwelten –Jenseits des Mainstreams“ kommt nach Rostock. Vom 2. November bis zum 3. Dezember wird sie in der Hochschule für Musik und Theater Rostock zu sehen sein. Die Eröffnung ist am Freitag, den 2. November um 18.00 Uhr im Foyer. Anschließend folgt um 19.30 Uhr im Kammermusiksaal ein Sonderkonzert mit Stipendiaten der Musikhochschulen Lübeck, Rostock, Hamburg, Hannover und Berlin („Hanns Eisler“), die Werke aus dem Repertoire des Festivals „Raritäten der Klaviermusik“ präsentieren. Unterstützt durch eine Medienstation mit Hörbeispielen und QR-Codes, die auf weiterführende Informationen im Netz verweisen, gibt die Wanderausstellung auf 14 Themenfeldern einen Querschnitt durch die Klavierliteratur. Sie widmet sich großen Einzelgängern, Außenseitern und Legenden der Klaviermusik seit dem 19. Jahrhundert wie Alkan, Godowsky, Medtner und Skrjabin. Sie beleuchtet die Rolle nationaler Schulen in Spanien, Frankreich und Skandinavien, den Sonderfall der nordamerikanischen Musik, die verschüttete Wirkungsgeschichte einer österreichischen Moderne jenseits der Zweiten Wiener Schule und die lange Zeit unbekannter Tradition russischer Komponisten in der Nachfolge Skrjabins. Sie weist schließlich auf die Bedeutung der Transkription hin. Bewegungsprojekt der Schauspielstudierenden Mal ganz ohne Sprache auskommen und sich allein durch Bewegung, Tanz und Gestik ausdrücken, das müssen die Studierenden des 5. Semesters am Institut für Schauspiel bei ihrem Bewegungsprojekt im Rahmen ihres Schauspielstudiums. Dazu suchen sie sich ein Thema oder erdenken sich eine Geschichte, die sie mit ausdrucksstarken Bewegungen und tänzerischen Elementen erzählen. Aus der Kombination von Choreographie, Musik, Licht und Bühnengestaltung ergibt sich eine einmalige Inszenierung, die zum Nachdenken anregt und die Sinne belebt. Einstudiert wird das Bühnenstück mit der ­Tänzerin und D ­ ozentin


für Bewegungslehre Romy Hochbaum. Und wie jedes Jahr wird der Titel des Projekts erst kurzfristig bekannt gegeben. Die Premiere findet am Samstag, 15. Dezember 2018 um 19.30 Uhr im Katharinensaal der Hochschule für Musik und Theater Rostock statt. Weitere Aufführungen folgen am 16. Dezember sowie am 5. und 6. Januar 2019. Klavierduokonzert der Spitzenklasse Ein Konzert der Spitzenkasse findet am Mittwoch, den 19. Dezember um 19.30 Uhr im Katharinensaal der Hochschule für Musik und Theater Rostock statt. Das Klavierduo Alina und Nikolay Shalamov aus der Klasse der Professoren Volker und Hans-Peter Stenzl wird mit diesem Konzert sein Konzertexamen ablegen. Seit 2009 spielen die beiden Pianisten als Duo zusammen, zwei Persönlichkeiten mit jeweils eigenen Ideen und Empfindungen, die im Musizieren zur Einheit finden. Einen ihrer größten Erfolge erzielten sie mit dem 1. Preis des Internationalen ARD Musikwettbewerbs in München im September 2015. Zuletzt erhielt das Duo Shalamov den angesehenen Preis der Bruno Frey-Stiftung. Werke von Bruckner und Mozart beim Hochschulorchesterkonzert Anton Bruckners Symphonie Nr. 5 B-Dur sowie W. A. Mozarts Klavierkonzert B-Dur KV 595 stehen auf dem Programm des Hochschul­ orchesterkonzertes, das jeweils am 22. und 23. Januar 2018 um 19.30 Uhr im Katharinensaal der Hochschule für Musik und Theater Rostock stattfindet.

· Fortbildungen · Verhandlungstraining 24.10.2018 von 11.30 bis 17.00 Uhr · Bedürfnisorientierung in der Beratung am 9.11.2018 von 9.00 bis 14.00 Uhr · Provokation in der Mediation für MediatorInnen am 26.11.2018 von 10.00 bis 16.00 Uhr · Visualisierung in der Mediation für MediatorInnen am 28.11.2018 von 10.00 bis 16.00 Uhr · Versöhnung ermöglichen am 30.11.2018 von 10.00 bis 16.00 Uhr · Führungsstärketraining vom 10. bis 11.12.2018 jeweils von 10.00 bis 18.00 Uhr · Deeskalation in (eigenen) Konflikten am 18.12.2018 von 11.00 bis 18.00 Uhr

· Informationsabend Mediation: Prinzip, Verfahren und Anwendungsgebiete der Mediation, mit Informationen zur Mediationsausbildung: am 7.11.2018, 3. 12.2018, 6.12. 2018, 16.1. 2019 und 21.1.2019, jeweils von 19.30 bis 21.00 Uhr in der Mediationsstelle Rostock, im Kuhtor; kostenfrei · Informationsabend Problemlösung: Strukturen und Methoden transformativer systemischer Problemlösung, mit Informationen zur Moderations- und zur Beratungsausbildung: am 17.10.2018, 22.11.2018, 20.2.2019 jeweils 19.30 Uhr in der Mediationsstelle Rostock, im Kuhtor; kostenfrei Informationen und Anmeldungen jeweils unter 0381-20389906 oder

www.mediationsstelle-rostock.de

· Ausbildungen · Umgang mit Konflikten - Mediation ab 24.01.2019 um 16.00 Uhr · Systemisch transformative Beratung ab 14. März 2019 um 16.00 Uhr

Nikolaikirche Rostock (Programm-Auszug)

www.nikolaikirche-rostock.de

· 26.10. 20.00 Uhr Rostocker Stummfilmnacht

· 20.12. 19.30 Uhr Weihnachtsfest der Rockmusik - City und Dirk Michaelis · 27.10. 20.30 Uhr The London Palladium Marvin Gaye Show · 21.12. 16.00 Uhr Zauberhafte Weihnacht · 3.11. 20.00 Uhr Die vier Jahreszeiten · 9.11. 20.00 Uhr Michael Tippet A Child of Our Time

· 24.12. 17.00/18.30 Uhr Christvesper mit Krippenspiel

· 16.11. 20.00 Uhr Irish Folk Festival

· 10.1. 20.00 Uhr Oh Happy Day The original USA Gospel Singers

· 25.11. 17.00 Uhr Mozart Requiem

· 12.1. 21.00 Uhr Winterserenade

· 9.12. 17.00 Uhr Konzert der Johanniskantorei

· 1.2. 19.30 Uhr The Gregorian Voices

· 14.12. 20.00 Uhr Rostocker Stummfilmnacht

· 1.3. 20.00 Uhr Felix Theisen ist Caveman

Matthias Kirschnereit © Steven Haberland

Als Solist wird sich der international renommierte Pianist Matthias Kirschnereit präsentieren. Er ist auch Professor für Klavier an der Hochschule für Musik und Theater Rostock. Geleitet wird das Hochschulorchester von Prof. Christfried Göckeritz. Das Orchester setzt sich aus Studierenden der Bachelor- und Masterstudiengänge zusammen und kommt mehrmals im Semester für Proben und Konzerte zusammen. Jeweils vor Beginn des Hochschulorchesterkonzerts wird um 18.45 Uhr im Kapitelsaal mit „Lust auf Klassik“ eine Einführung in die Werke ­angeboten. Der hmt-Newsletter informiert Sie zwei- bis dreimal im Semester per E-Mail über Veranstaltungen und Entwicklungen an der hmt Rostock. Jetzt abonnieren unter

www.hmt-rostock.de

· 18.12. 19.30 Uhr Trio Coralconcert

Choralbearbeitungen für Saxophon, Gitarre und Orgel

Zwei Musiker der zeitgenössischen Jazz- und Popularmusikszene und ein Kirchenmusiker ent­decken mit ihren klanglichen u. musikalischen Möglichkeiten, im Zusammenspiel mit der Akustik von großen Kirchen, alte Choräle neu.


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