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P.b.b. 14Z039972 M Universitätszahnklinik Wien, Sensengasse 2a, 1090 Wien

4 | 2017

3D-Druck in Zahnmedizin und Zahntechnik – 04 Bulk-Fill-Komposite in der Kinderzahnheilkunde – 07 Prothetische Rehabilitation nach Tumorresektion – 12

Das Journal der Universitätszahnklinik Wien

AUTOTRANSPLANTATE Virtuell geplante 3D-Schablonen erleichtern die navigiert-geführte Autotransplantation von Zähnen nach schweren Traumata mit Avulsion.


Editorial

Sehr geehrte LeserInnen!

U

nser Journal DentUnique gibt Ihnen einen exklusiven Einblick in die Tätigkeiten an der Universitätszahnklinik Wien.

Wir berichten über aktuelle Forschungserkenntnisse, schildern PatientInnenfälle und informieren über die zahlreichen Weiterbildungsmöglichkeiten an der Universitätszahnklinik Wien.

Der Schwerpunkt dieser Ausgabe liegt auf dem 3D-Druck in der Chirurgie. Virtuell geplante 3D-Schablonen simulieren anatomische Platzverhältnisse im Kiefer und erleichtern damit die navigiert-geführte Autotransplantation von Zähnen. Als additives Verfahren findet der 3D-Druck auch in der Forschung seinen Schwerpunkt.

Univ.-Prof. DDr. Andreas Moritz, Vorstand

Ein weiteres Thema dieser Ausgabe ist die prothetische Rehabilitation nach Tumorresektion. Bei massiven Eingriffen in den Gesichtsbereich ist es für das Wiener Team oberstes Ziel, die Lebensqualität der PatientInnen zu steigern, die Kauund Schluckfunktion sowie die Ästhetik wiederherzustellen.

Wir möchten Sie mit dem Journal DentUnique an unserem klinischen Alltag teilhaben lassen und freuen uns auf eine gute Zusammenarbeit mit Ihnen – zum Wohle der ­PatientInnen!

Impressum: Medieninhaber/Herausgeber: Universitätszahnklinik Wien GmbH, 1090 Wien, Sensengasse 2a, Tel.: +43 1/400 70, Fax: +43 1/400 70-3039, E-Mail: office-zmk@meduniwien.ac.at, www.unizahnklinik-wien.at Herausgeber: Geschäftsführer Univ.-Prof. DDr. Andreas Moritz und Thomas Stock Erscheinungsort: Wien Auflage: 5.000 Verlag: Albatros Media GmbH, Grüngasse 16, 1050 Wien, office@albatros-media.at, www.albatros-media.at Redaktion: Mag. Marianne Kitzler (Leitung), Mag. Andrea Fallent, Mag. Sabine Karrer, Anna Polyzoides Grafik & Produktion: Julia Proyer Verlagsleitung: Otto Koller Designkonzept: Julia Proyer Lektorat: www.onlinelektorat.at Coverfoto: Universitätszahnklinik Wien/Fuchs Fotos: Falls nicht anders angegeben: Universitätszahnklinik Wien Druck: NÖ Pressehaus, 3100 St. Pölten Offenlegung gemäß § 25 Mediengesetz Die Universitätszahnklinik Wien GmbH ist eine 100%-Tochtergesellschaft der Medizinischen Universität Wien, www.meduniwien.ac.at/homepage/info/impressum. Grundlegende Richtung des Magazins: DentUnique informiert Zahnärztinnen, Zahnärzte, Studierende und MitarbeiterInnen der Universitätszahnklinik Wien über Forschung, Fallstudien, Weiterbildungsangebote und die Tätigkeiten der Institution.

02 DentUnique 4/2017


Inhalt

Inhalt

04

08

Forschung 04 3D-Druck in der Zahnmedizin: additive Fertigung von Surgical Guides und ihren Einfluss auf Weichgewebszellen 07 Bulk-Fill-Komposite in der Kinderzahnheilkunde:

Praxis 08 Navigiert-geführte Autotrans plantation von Zähnen unter Verwendung von virtuell geplanten dreidimensionalen chirurgischen Schablonen 12 Prothetische Rehabilitation nach Tumorresektion 13 Damals: Von den Anfängen der Zahnheilkunde in Öster reich III: Josef Georg Pasch

Menschen 14 Gut zu wissen 15 Kluge Köpfe

16

16 Forschen und leben in Wien: Dissertanten am Competence Center of Oral Biology

Lehre 18 Der größte europäische Kongress für Zahnforschung fand in Wien statt

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20 Der richtige Biss für die Bühne: Die Universitätszahnklinik stellt die Zähne für das Musical „Tanz der Vampire“ her 21 Präzisionsmedizin: Medizin der Zukunft

In den Kalender Basiskurs Implantologie im Fachbereich für orale Chirurgie/ZMK inkl. Live-OP, Vorträgen über Anatomie, Histologie, chirurgisches Vorgehen, Prothetik und Übung am Phantom Kursleitung: Univ.-Prof. DDr. Christian Ulm Datum: 9. 3. 2018 Uhrzeit: 7.30–17.00 Uhr Ort: Besprechungszimmer Orale Chirurgie Universitätszahnklinik Wien Anmeldung bis zum 28. 2. 2018: oralechirurgie-kurse@meduniwien.ac.at ZFP-Fortbildung: 11 Punkte SOLA-Laser-Workshop Ausbildung zum Laserschutzbeauftragten – Modul I Kursleitung: Univ.-Prof. DDr. Andreas Moritz Datum: 20.–21. 4. 2018 Ort: Universitätszahnklinik Wien, Sensengasse 2a, 1090 Wien Information: www.sola-laser.com Anmeldung: office@sola-laser.com ZFP-Fortbildung: 18 Punkte SOLA-Laser-Workshop Modul II Kursleitung: Univ.-Prof. DDr. Andreas Moritz Datum: 14.–16. 6. 2018 Ort: Universitätszahnklinik Wien, Sensengasse 2a, 1090 Wien Information: www.sola-laser.com Anmeldung: office@sola-laser.com ZFP-Fortbildung: 23 Punkte

22 Der Tag der offenen Tür DentUnique 4/2017 03


Forschung

3D-Druck in der Zahnmedizin Ein Forschungsprojekt beleuchtete die additive Fertigung von Surgical Guides und ihren Einfluss auf Weichgewebszellen.

Das Forschungsteam (v. l. n. r): Dr. Christoph Kurzmann, Assoc. Prof. Hermann Agis, PhD, und Dr. Gurpreet Oberoi, PhD

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dditive Herstellungsverfahren, oder kurz gesagt der 3D-Druck, lösen viele Fertigungsprozesse in der Zahnmedizin und Zahntechnik ab. Ein kürzlich veröffentlichtes, interdisziplinär durchgeführtes Forschungsprojekt der Universitätszahnklinik Wien widmete sich diesem Zukunftstrend. Subtraktive und additive Herstellungsprozesse Die computerunterstützte Herstellung in der Zahnmedizin und der Zahntechnik kann man grob in subtraktive und in additive Herstellungsprozesse unterteilen. Bei der subtraktiven Herstellung wird die gewünschte zahntechnische Arbeit aus einem vorgefertigten Werkstoffblock herausgeschliffen beziehungsweise herausgefräst, wohingegen bei 04 DentUnique 4/2017

der additiven Fertigungstechnik Schicht für Schicht aufgebaut, also gedruckt wird. Heute existieren Drucker für beinahe alle erdenklichen Materialien. Es können Kunststoffe und Metalle bis hin zu Keramiken und sogar organische Gewebe gedruckt werden.

Interdisziplinäres Forschungsprojekt An der Universitätszahnklinik Wien werden viele Arbeitsschritte in der Zahntechnik sukzessive durch additive Herstellungsverfahren abgelöst, und auch in der Forschung ist der 3D-Druck ein wichtiger Themenbereich. Die Verfügbarkeit von kosteneffizienten 3D-Druckern, die nach dem Prinzip der Stereolithografie (SLA) arbeiten – hier wird flüssiger Kunststoff beziehungsweise Kunstharz


Forschung

mittels Licht schichtweise ausgehärtet –, machen diese Geräte auch für den Einsatz in zahnärztlichen Ordinationen sehr interessant. Bohrschablonen und verschiedenste Schienen, Modelle bis hin zu Provisorien, können mit SLADruckern angefertigt werden. Dies war auch ein Mitgrund für das interdisziplinär (Zahnerhaltung und Parodontologie, Orale Chirurgie) durchgeführte Forschungsprojekt zum Thema „Einflüsse unterschiedlicher Kunstharze für den stereolithografischen Druck von Surgical Guides auf Weichgewebszellen“. Der Druck von Bohrschablonen – oder ganz allgemein von Surgical Guides – ist ohne Zweifel eines der wichtigsten Einsatzgebiete der SLA-Technik. Ist der Druckvorgang erst einmal abgeschlossen, beginnt der wichtige Schritt der Nachbearbeitung, vor allem der Lichthärtung. Das Ziel der vorliegenden Arbeit war es, den Effekt von Clear- und Dental SG-Kunstharzen (beide Formlabs Inc., Somerville, MA, USA) auf Weichgewebszellen zu unterschiedlichen Verarbeitungszeitpunkten aufzuzeigen. Hierzu wurden murine L929-Zellen und humane Gingivafibroblasten untersucht. Die Kunstharze wurden in einer Monolayer-, also 2D-Zellkultur, und anschließend in einem Spheroidmodell, also in einer 3D-Zellkultur mit „Zellbällchen“, getestet – zuerst in flüssiger Form, dann gedruckt,

aber nicht lichtgehärtet, und zuletzt gedruckt mit anschließender Lichthärtung. Abschließend wurde eine Live-DeadFärbung durchgeführt. Mit dem Spheroidmodell besteht die Möglichkeit, Gewebsreaktionen möglichst realitätsnah, das bedeutet ähnlich der In-vivo-Situation zu erforschen.

Ergebnisse Bei der Testung der flüssigen Kunstharze konnte eine dosisabhängige Reduktion der Zellvitalität bei beiden Kunstharzen festgestellt werden. Die SLA-gedruckten Dental SG-Prüfkörper zeigten im nicht gehärteten Zustand eine größere Reduktion der Zellvitalität und Zellaktivität als die Prüfkörper aus Clear-Kunstharz. Nach der Lichthärtung erreichte Dental SG-ähnliche Werte wie Clear-Kunstharz in der Zellkultur. Die Live-Dead-Färbung (Abb. 1) unterstreicht diesen festgestellten Effekt. Es konnte gezeigt werden, dass die Verarbeitungsstufe unterschiedlicher Kunstharze einen großen Einfluss auf die Weichgewebszellen in unterschiedlichen Zellkultur-Modellen hat. 3D-Druck ist ein zunehmend wichtiger werdender Bestandteil der digitalen Zahnmedizin und eine strikte Einhaltung der Verarbeitungsrichtlinien ist unerlässlich. Eine einwandfreie Verarbeitung ist daher von größter klinischer Relevanz. ‣

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Forschung

Effekt von gedruckten, aber nicht lichtgehärteten Clearund Dental SG-Kunstharzen in einer indirekten MonolayerZellkultur. L929-Zellen (A) und humane Gingivafibroblasten (B) wurden durch gedruckte, aber nicht lichtgehärtete Clear- oder Dental SG-Kunstharz Probekörper stimuliert. Als Kontrolle wurden unbehandelte Zellen herangezogen. Lebende Zellen erscheinen in der Live-Dead-Färbung grün, und tote Zelle erscheinen rot.

Effekt von gedruckten und lichtgehärteten Clear- und Dental SG-Kunstharzen in einer indirekten MonolayerZellkultur. L929-Zellen (A) und humane Gingivafibroblasten (B) wurden durch gedruckte und lichtgehärtete Clear- oder Dental SG-Kunstharz-Probekörper stimuliert. Als Kontrolle wurden unbehandelte Zellen herangezogen. Lebende Zellen erscheinen in der Live-Dead-Färbung grün, und tote Zellen erscheinen rot. Abb. 1: Live-Dead-Färbung von L929 und humanen Gingivafibroblasten Bild aus Kurzmann et al., 2017 mit Modifikationen Studie: Evaluation of Resins for Stereolithographic 3D-Printed Surgical Guides: The Response of L929 Cells and Human Gingival Fibroblasts. Christoph Kurzmann, Klara Janjić, Hassan Shokoohi-Tabrizi, Michael Edelmayer, Manuela Pensch, Andreas Moritz, and Hermann Agis. Biomed Res Int 2017; 2017:4057612, 11 pages

Das Team Dr. Christoph Kurzmann Assoc. Prof. Priv.-Doz. Dipl.-Ing. Hermann Agis, PhD Fachbereich Zahnerhaltung und Parodontologie der Universitätszahnklinik Wien und Competence Center for Tissue Engineering and Cell-based Therapies

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Forschung

Bulk-Fill-Komposite in der Kinderzahnheilkunde Füllungen an Milchzähnen erfordern häufig ein schnelles Arbeiten. Bulk-FillKomposite stellen diesbezüglich einen möglichen Lösungsansatz dar. Im Gegensatz zu Kompositen bieten sie die Möglichkeit, zügig und zuverlässig eine Füllung mit einer Schicht bis zu 4 mm Dicke zu legen.

A

dhäsive, zahnfarbene Restaurationen sind heutzutage nicht nur in der konservierenden Zahnheilkunde bei Erwachsenen unverzichtbar, sondern gehören auch in der Kinderzahnheilkunde längst zum Alltag in der Zahnarztpraxis. Kompomere und Komposite bieten zufriedenstellende und dauerhafte Versorgungsmöglichkeiten für Milchzahnkavitäten. Allerdings setzt ihre Nutzung die Kooperation des Kindes und ein Mindestmaß an Mitarbeit für die Minuten der kontrollierten Trockenlegung, die perfekte Anwendung des gewählten Adhäsivs und des Legens der Füllung voraus.

Eigenschaften und Anwendung Üblicherweise werden Kompomere und Komposite in der inkrementellen Schichttechnik verarbeitet, wobei die einzelnen Inkremente wiederum jeweils separat zu polymerisieren sind. In der Kinderzahnheilkunde lässt sich dieses zeitintensive Vorgehen nicht immer umsetzen, so dass hier die in der letzten Zeit auf den Markt gebrachten sogenannten Bulk-Fill-Komposite (Abb. 1) interessant werden könnten. „Bulk Fill“ bedeutet, dass man die Kavität ohne Schichttechnik in einem einzigen Schritt lege artis füllt. Das Material wird bei einer verkürzten Aushärtungszeit mit entsprechend hoher Lichtintensität der Polymerisationslampe und gleichzeitig optimierter Durchhärtetiefe (4 bis 5 mm Schicht-

zeigen sie ähnlich wie herkömmliche Komposite ein akzeptables Kriechverhalten und eine hohe Formstabilität.

Mit einer Bulk-Fill-Füllung versorgter Zahn 64

stärke) schneller in der Kavität platziert. Auf dem Markt verfügbar sind zwei Kategorien: die niedrigviskösen, fließfähigen Materialien sowie die normalbis hochviskösen, standfesten und modellierbaren Bulk-Fill-Komposite. Die werkstoffkundlichen Eigenschaften dieser Materialklasse sind mit denjenigen der herkömmlichen lichthärtenden Komposite vergleichbar. Bei korrekter Anwendung entspricht die Randqualität der Bulk-Fill-Komposite den regulär geschichteten Kompositrestaurationen. Unter hoher Belastung

Schnelle Applizierbarkeit und Zuverlässigkeit Für die Kinderzahnheilkunde scheinen Bulk-Fill-Komposite ideal, da hier die schnelle Applizierbarkeit und die Zuverlässigkeit der verwendeten Materialien im Vordergrund stehen. Durch die Anwendung von Bulk-Fill-Kompositen kann sich die Behandlungszeit verkürzen, was speziell bei der Versorgung unkooperativer Kinder Vorteile bietet. Die beobachtete geringere Abrasionsbeständigkeit der fließfähigen Materialien dürfte bei der Versorgung von Milchzähnen kein Problem darstellen. Sie kommt der natürlichen Milchzahnabrasion entgegen und ist somit in der Abnutzungsphase des Milchgebisses nicht als Nachteil anzusehen. Derzeit sind im Hinblick auf den Einsatz von Bulk-Fill-Kompositen in der Kinderzahnheilkunde allerdings nur Fallberichte verfügbar, wohingegen Langzeitstudien noch ausstehen. •

Zur Person Univ.-Prof. Dr. Katrin Bekes, MME Leiterin des Fachbereichs Kinderzahnheilkunde

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Praxis

Schablonengeführte Zahntransplantation Eine neue OP-Methode mit Verwendung von virtuell geplanten dreidimensionalen chirurgischen Schablonen wurde zur Behandlung eines 11-jährigen Patienten nach einem schweren Trauma mit Avulsion von bleibenden Schneidezähnen im Oberkiefer eingesetzt. Der Fallbericht wurde im Journal of Endodontics publiziert.1

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Abb. 1A: Panoramaröntgen des 11-jährigen Patienten mit fehlenden Schneidezähnen in der Oberkieferfront nach dem dentoalveolären Trauma; aufgrund der Tendenz zur Klasse III wurde eine Mesialisierung des oberen Kieferbogens nicht als die geeignete Therapieoption erachtet. Als endgültiger Versorgungsplan wurde daher eine Transplantation von 2 Prämolaren aus dem Unterkiefer in die obere Schneidezahnregion mit nachfolgendem orthodontischen Lückenschluss im unteren Kieferbogen gewählt.

Abb. 1B: Klinisches Bild mit vertikal und horizontal fehlenden Alveolarknochen und Weichgewebsrezession.

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Fallbericht: dentoalveoläres Trauma Ein 11-jähriger Patient wurde einen Monat nach einem maxillofazialen Trauma mit der Avulsion seiner bleibenden zentralen Schneidezähne im Oberkiefer an die Universitätszahnklinik überwiesen. Eine Replantation unmittelbar nach dem Trauma war nicht möglich, da die zwei fehlenden Zähne beim Unfall nicht gefunden werden konnten. Klinische und radiologische Untersuchungen zeigten ein markantes vertikales und horizontales Defizit an dem alveolären Knochen- und dem Weichteilgewebe (Abb. 1A und B; ergänzende Abbildungen S1 und S2 sind online unter www.jendodon.com einsehbar). Es wurde eine 3D-radiologische Untersuchung (Somatom Sensation 4, Siemens, Erlangen, Deuschland [Voxelgröße 0,2 x 0,2 x 0,5 mm, 120 kV, 512 Matrix]) im Fachbereich für Radiologie durchgeführt, um eine präzise Therapieplanung sicherzustellen, Frakturen der verbleibenden Zähne auszuschließen und auch ein Vorliegen von gebrochenen Partikeln der fehlenden Zähne im Hart- oder Weichteilgewebe ausschließen zu können. Die 3D-Untersuchung ergab keine verbleibenden Zahnstrukturen, aber einen vollständigen Verlust der bukkalen Lamellen des Kieferkammes in der Oberkieferfront. Bei der interdisziplinären Planung zeigte der Patient ein Wechselgebiss, 1/4 Klasse-II-Molarenrelationen und einen reduzierten Overbite und Overjet. Bei Analyse des Leeway Space wurde ein Platzüberschuss von nur 0,5 mm auf jeder Seite des unteren Zahnbogens festgestellt. Das laterale Fernröntgen zeigte eine leichte Proklination

Fotos: Strbac

ei diesem Ansatz kamen modifizierte Methoden der navigierten Implantationschirurgie mittels Überlagerung von DICOM-(Digital Imaging and Communication in Medicine-)Dateien und gescannten 3DDatensätzen der Kiefer zum Einsatz, um so mittels eines volldigitalen Workflows entsprechende chirurgische 3DSchablonen zu erstellen.


Praxis

der unteren Schneidezähne (97° zur Mandibularebene) mit einer Tendenz zur skelettalen Klasse III (ANB-Winkel = 0°, Wits Appraisal = –3 mm, APDI = 84,7). Aufgrund der Tendenz zu Klasse III wurde eine Mesialisierung im oberen Zahnbogen nicht als eine mögliche Therapieoption in Betracht gezogen. Da die Zahnkeime der unteren Weisheitszähne im Panoramaröntgen bereits sichtbar waren, wurde eine Transplantation der Prämolaren des Unterkiefers in die Region der oberen Schneidezähne überlegt. Nach einer endgültigen interdisziplinären Beratung wurde eine Autotransplantation der beiden zweiten Prämolaren mit unvollendetem Wurzelwachstum aus dem Unterkiefer in die Oberkieferfrontregion mit einer ästhetischen Versorgung und orthodontischen Behandlung nach der Eruption der Eckzähne zur Korrektur der Malokklusion und einem Lückenschluss im unteren Zahnbogen als die geeignete Therapie in Erwägung gezogen.

Virtuelle Planung der Therapie Anfänglich wurden DICOM-Datensätze in eine dafür modifizierte chirurgische Planungssoftware für eine navigierte Implantationschirurgie importiert. Im Segmentierungsmodus wurden der rechte und linke zweite Prämolar des

Unterkiefers als die am besten geeigneten Spenderzähne ausgewählt. Deren segmentierte Stereolithografie-Modelle (STL-Dateien) wurden in den Planungsmodus transferiert (Abb. 2A und B). Zudem wurden die STL-Datensätze der gescannten Zahnmodelle und die intraoralen Scans der beiden Kiefer importiert, um so genaue chirurgische Schablonen anfertigen zu können. Ähnlich wie bei der virtuellen Planung von Implantaten wurden die exakte Angulation, Rotation und Positionierung der Spenderzähne im Voraus mit zwei chirurgischen Pins und mit Hilfe der STL-Dateien der Spenderzähne definiert. Ihre genauen 3D-Positionen wurden in Bezug auf die anatomischen Platzverhältnisse und die umliegenden Zahnstrukturen gewählt sowie nach ihrer optimalen prothetischen Relation zu den Zähnen im Unterkiefer positioniert, um so eine ideale ästhetische und funktionelle Versorgung nach der chirurgischen Intervention sicherzustellen (Abb. 2C–2F). Bei diesem Patienten erforderte der durch das schwere Trauma bedingte schmale Kieferkamm eine Kammerweiterung in bukkopalatinaler Ebene. Auch dies wurde virtuell unter Anwendung von rotierenden, piezoelektrischen und manuellen chirurgischen Instrumenten geplant. Technische STL-Dateien von piezoelektrischen Instrumenten und von knochenverdichtenden Osteotomen (Ø 2,2, 2,8, 3,5, und 4,2 mm Osteotome) ‣

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Praxis

Abb. 2B: Im Software-Planungsmodus konnte eine virtuelle Transplantation der Spenderzähne in ihre vordefinierten 3D-Positionen mit Hilfe von 2 chirurgischen Planungspins und des Imports der modifizierten STLDateien der Spenderzähne durchgeführt werden.

Abb. 2C: STL-Dateien des Ober- und Unterkiefers wurden mit DICOM-Daten überlagert, um die Hart- und Weichgewebestrukturen darzustellen, um so eine optimale chirurgische und prothetische 3D-Relation der Spenderzähne sicherzustellen und die Herstellung von präzisen computergeleiteten chirurgischen Schablonen zu ermöglichen (Beispiel Bohrschablone für die Ø 4,3 mm geführten Osteotomien).

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Chirurgischer Eingriff Der chirurgische Eingriff wurde mit Hilfe der präoperativ 3D-gedruckten chirurgischen Schablonen für die vollständige Umsetzung der aktuellen Leitlinien für eine Autotransplantation durchgeführt (ergänzende Abbildungen S3–S6 sind online unter www.jendodon.com verfügbar). Die erste chirurgische Schablone mit der Bohrerführungshülse mit Ø 2,3 mm wurde positioniert, und die initiale Präparation erfolgte mit einem navigiert-geführten chirurgischen Rundbohrer mit Ø 1,4 mm zur Markierung der geplanten Osteotomien. Um einen möglichen Verlust von verbleibendem Alveolarknochen zu vermeiden, wurden zusätzlich piezoelektrische Instrumente verwendet (B7, P1 und S2, Piezomed Instruments), um die initialen Präparationen zu vergrößern und mit der Kammerweiterung zu beginnen. Das erste Osteotom, Ø 2,2 mm, wurde manuell mit der ersten chirurgischen Schablone geführt angewendet, um den Osteotomiepfad gemäß der Kammmorphologie folgen zu können (ergänzende Abbildungen S7–S12 unter www.jendodon.com). In Folge wurde die zweite und die dritte chirurgische Schablone für die mit Ø 2,8 mm und Ø  3,5 mm geführten Osteotomien eingebracht, um den nach dem Trauma verbliebenen Knochen bis zu der endgültigen Präparation und Bohrtiefe erhalten zu können. Für die weitere Umsetzung der virtuellen Planung wurde die letzte chirurgische Schablone eingebracht und die endgültigen Osteotomien mit dem Ø-4,2-mm-Osteotom bis zu den geplanten Osteotomietiefen durchgeführt (ergänzende Figuren S13–S20 unter www.jendodon.com). Die zusätzlich geplanten Schablonen mit den angefügten segmentierten Zähnen und den 3D-Zahnrepliken wurden eingefügt, um die endgültige Präparation der Empfängerstelle zu überprüfen und, soweit erforderlich, die bukkalen und lingualen Lamellen durch die vollständige Erhaltung des Knochengewebes geringfügig zu verbreitern (ergänzende Abbildungen S21–S24 unter www.jendodon.com).

Fotos: Strbac

Abb. 2A: Darstellung der DICOM-Dateien, die ein vollständiges Fehlen der bukkalen Lamelle in der Oberkieferfront zeigen; im Segmentierungsmodus des Softwareprogrammes wurden der rechte und linke zweite Prämolar im Unterkiefer als Spenderzähne gewählt (in blauer Farbe).

wurden in die Planungssoftware importiert, um im Voraus definierte und präzise Osteotomien zu erreichen. Zusätzlich konnten bestehende Dateien von chirurgischen Bohrern und Zahnimplantaten in den Osteotomieplan eingebracht und überlagert werden, um so die endgültige Therapieplanung zu erleichtern. Anhand der virtuell vorgeplanten Positionen und Dimensionen der Spenderzähne wurden innerhalb der Software chirurgische Schablonen für die navigierte Osteotomie entworfen. Um eine präzise Positionierung während der gesamten chirurgischen Intervention sicherzustellen, wurden drei zusätzliche chirurgische Schablonen mit den bereits eingefügten segmentierten Zähnen virtuell entworfen, welche die korrekte Okklusionslokalisierung für jedes Transplantat in Infraokklusion ermöglichten. Schließlich wurden alle chirurgischen Schablonen und Modelle als STL-Dateien exportiert und an einen 3D-Drucker zur Herstellung gesendet (Abb. 3A).


Praxis

Abb. 2D: Ein koronales Schnittbild aus der radiografischen Untersuchung, welches einen vollständigen Verlust der bukkalen Lamelle zeigt und die importierten STL-Dateien des Ober- und Unterkiefers für die virtuelle Planung präsentiert.

Abb. 3A: STL-Dateien aller virtuell entworfenen chirurgischen Schablonen und Modelle für den endgültigen 3D-Druck

Abb. 2E: Virtuelle Autotransplantation des zweiten Prämolaren mit Hilfe einer importierten STL-Datei des segmentierten Spenderzahns; die Abbildung zeigt das vertikale und horizontale Fehlen von Weich- und Hartgewebe im Empfängerbereich.

Abb. 2F: Eine korrekte chirurgische und prothetische Positionierung der Spenderzähne kann – vergleichbar mit der virtuellen Planung für Zahnimplantate – mit 2 chirurgischen Pins erreicht werden, sowie mit Hilfe von virtuell vorausgewählten und individuell segmentierten Spenderzähnen.

Die atraumatische Freilegung wurde mit grazilen chirurgischen Elevatoren, um so die Zahnstrukturen der Spenderzähne zu schonen, durchgeführt. Die sofortige Transplantation erfolgte, ohne Notwendigkeit einer extrakorporalen Lagerung, in die vorgeplanten infraokklusalen Positionen. Anfänglich wurden beide transplantierten Zähne mesial und distal mit Nähten stabilisiert, und eine finale Fixierung erfolgte über die okklusale Ebene mittels einer Kreuznaht, um so die Stabilität nach dem chirurgischen Eingriff sicherzustellen (ergänzende Abbildungen S25–S31 unter www.jendodon.com). Eine orale Antibiotika- und Schmerzmittelgabe sowie eine Mundspülung mit Chlorhexidin wurden für eine Woche verschrieben. Die Nähte wurden nach zehn Tagen entfernt. Es gab keine postoperativen Komplikationen, und der Heilungsprozess verlief erfolgreich. Diese innovative OP-Methode wurde beim Meeting der American Association of Endodontists 2017 als beste neu publizierte Behandlungsmethode aus dem Jahr 2016 prämiert. Der Journal of Endodontics Award wurde Georg Strbac Ende April 2017 in New Orleans, USA, verliehen. • 

Teil 2 folgt in DentUnique 1/18

Strbac GD, Schnappauf A, Giannis K, Bertl MH, Moritz A, Ulm C, Guided Autotransplantation of Teeth: A Novel Method Using Virtually Planned 3-dimensional Templates. J Endod 2016 Dec; 42(12):1844–1850

1

Das Team Assoc. Prof. Priv.-Doz. Dr. Georg D. Strbac, Fachbereich Orale Chirurgie Univ.-Ass. Dr. Katharina Giannis, Leiterin der Spezialambulanz Endodontie Univ.-Ass. Dr. Michael H. Bertl, Fachbereich Kieferorthopädie

DentUnique 4/2017 11


Praxis

Prothetische Rehabilitation nach Tumorresektion Massiver Eingriff in Mund-, Kiefer- und Gesichtsbereich: Oberstes Ziel ist es, die Lebensqualität des Patienten zu optimieren und die Kau- sowie Schluckfunktion und Ästhetik weitestgehend wiederherzustellen.

Abb. 1: Zustand nach Rekonstruktion mit Fibula- und Dünndarm-Transplantat

D

ie prothetische Versorgung von PatientInnen mit ausgeprägten Defekten im Kieferbereich nach Tumorresektion und Tumortherapie gestaltet sich äußerst schwierig und benötigt eine individuelle Behandlungsplanung. Die Bedürfnisse und Wünsche der Patienten dürfen aber bei allen Schwierigkeiten nicht aus den Augen gelassen werden. Gerade nach Tumoroperationen und tumortherapeutischen Behandlungen besteht der große Wunsch der Patienten, die soziale Integrität und das alte Erscheinungsbild wiederherzustellen. In diesem Fall sind eine gute PatientInnenführung und Kommunikation gefragt. Bei der Behandlungsplanung sollten alle Versorgungsmöglichkei-

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Abb. 2: Die Verwendung von implantatgetragenen Teleskopen in Kombination mit einer Hybridprothese bietet neben der guten Putzbarkeit zahlreiche Vorteile.

ten mit der Patientin/dem Patienten besprochen und auch Probleme thematisiert werden, weil sich die Wünsche der PatientInnen nicht immer mit anatomischen Gegebenheiten in Einklang bringen lassen.

Fallbericht: Plattenepithelkarzinom Im folgenden Beispiel wurde der Patient nach der Diagnose Plattenepithelkarzinom des vorderen Mundbodens unter Beteiligung der Zunge und des Alveolarfortsatzes einer Chemotherapie und Teilresektion des Unterkiefers und der Zunge mit darauffolgender Rekonstruktion mit Fibula und einem Dünndarmtransplantat unterzogen (Abb. 1). Bei der Erstaufnahme an der

Universitätszahnklinik Wien gab der Patient an, Schwierigkeiten mit dem Kauen zu haben, da die Zunge keine Sensibilität hatte und die alten Prothesen nicht mehr passten. Die Zunge war in ihrer Mobilität massiv eingeschränkt. Die vorliegenden Weichgewebs- und Defektsituationen waren maßgebend für den prothetischen Behandlungsplan: die Anfertigung einer Totalprothese im Oberkiefer und einer implantatgetragenen teleskopierenden Hybridprothese im Unterkiefer. Die Verwendung von implantatgetragenen Teleskopen in Kombination mit einer Hybridprothese bietet neben der guten Putzbarkeit zahlreiche Vorteile – wie eine leichte Handha-


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Praxis

Foto: DDr. Johannes Kirchner

Damals Abb. 3: Die nachfolgenden Kontrollen zeigten reizlose Schleimhautverhältnisse sowie eine stabile Okklusion.

bung ohne Verkantung oder Verkeilung zwischen Implantatteleskop und Sekundärkäppchen sowie eine gleichbleibende Retention, auch nach jahrelanger Tragezeit. Die mechanische Belastung transplantierter Gewebe wird verhindert, und eine einfache Erweiterbarkeit bei Implantatverlust ist gegeben.

Erstellung der prothetischen Versorgung Nach Situationsabformungen erfolgten die definitiven Abformungen mit individuellen Löffeln. Anschließend wurde eine Gesichtsbogenübertragung des Oberkiefers vorgenommen. Nach Herstellung von Meistermodellen und dem schädelbezogenen Einartikulieren vom Oberkiefer wurden die Kieferrelation und der Höhenverlust in der Vertikalrelation mit Hilfe der Bissschablonen bestimmt. Mit Hilfe dieser folgte eine ästhetische Wachsaufstellung für den Ober- und Unterkiefer. Nach der Kieferrelationsbestimmung wurden die Primärteleskope, Sekundärkäppchen und das Tertiärgerüst für den Unterkiefer im zahntechnischen Labor gefertigt. Nach deren Anprobe beim Patienten wurden die Sekundär- und Tertiär-Gerüste in situ verklebt. Anschließend erfolgte die Anprobe der Wachsaufstellung auf dem Gerüst mit darauffolgender Fertigstellung und Übergabe des ausgefertigten Zahnersatzes (Abb. 2). Die Kontrolle der Zentrik und Exzentrik zeigte regelmäßige punktförmige Kontakte und eine

Eckzahnführung. Der Patient war mit der Phonetik, Ästhetik sowie Funktion sehr zufrieden.

Ergebnisse Der Patient befindet sich in einem Recallprogramm, da Patienten nach Strahlen- und Chemotherapie unter Verlust der Elastizität der Mukosa und der oralen Weichgewebe sowie zur mangelhaften Speichelproduktion neigen. Die nachfolgenden Kontrollen zeigten reizlose Schleimhautverhältnisse sowie eine stabile Okklusion. Sowohl die Mundhygiene wie auch die Compliance des Patienten sind gut. Die Schluckfunktion hat sich deutlich verbessert. Der Patient ist mit dem Erscheinungsbild sehr zufrieden und gibt an, sich wieder wohl zu fühlen (Abb. 3). Wie dieser Fall zeigt, bietet das Wiener Konzept eine gute Möglichkeit, nach Strahlen- und Chemotherapie sowie Tumorresektionen Patienten den Wunsch bezüglich der Funktion und Ästhetik langfristig zufriedenzustellen. •

Das Team Dr. Anja Jankovic-Pejicic Dr. Josip Kopic Dr. Marija Cakarevic

Von den Anfängen der Zahnheilkunde in Österreich III

Josef Georg Pasch (1738–1795) 1767 verfasste Josef Georg Pasch seine „Abhandlung aus der Wundarzney von den Zähnen“. Er beschrieb bereits die feinere Struktur des Zahnschmelzes, die später als Hunter-Schregersche-Streifung bekannt wurde. Auch setzte er sich mit der schmerzlindernden Wirkung von Magneten auseinander, wobei er schon vermutete, dass die Schmerzlinderung mit der kühlenden Wirkung kalter Metalle zu tun habe. Im Gegensatz zu Gerhard van Swieten (siehe DentUnique Nr. 2/17) wusste er um die Existenz der Milchzahnwurzeln und beschrieb die Durchbruchvorgänge der Zähne korrekt. Er vermutete die kariogene Wirkung von Säuren und zeigte hohes Interesse am Füllen der Zähne mit Blei und Gold. Seine Therapievorschläge zu den Parodontopathien sind erstaunlich: Mundhygiene, Zahnsteinentfernung und lokale Medikamentenanwendung mit seltenen chirurgischen Eingriffen. Originell und einer wissenschaftlichen Arbeit aus heutiger Sicht wohl nicht entsprechend ist die Einleitung zu seinem Büchlein: „Ist mir eine billige Forderung an Euch erlaubet? Theuerste Landsleute! insonderheit aber, wertheste Wiener! Sie ist klein und bestehet darinn, daß Ihr Euer rastloses Bestreben allein der Ehre des Vaterlandes, und dem sehnlichen Wunsche der erhabensten Monarchinn, uns glücklich zu machen, heiliget.“ • DDr. Johannes Kirchner, Kustos des Zahnmuseums Wien

DentUnique 4/2017 13


Menschen

Gut zu wissen ANFAHRT: Öffentliche Verkehrsmittel: • 37/38/40/41/42 von Schottentor– Haltestelle: Schwarzspanierstraße • 40/41/42 von Währinger Straße – Volksoper–Haltestelle: Sensengasse • 5/33 Haltestelle: Lazarettgasse • 43/44 Haltestelle: Lange Gasse (kurzer Fußmarsch durch das Alte AKH)

Mit dem Auto: Gebührenpflichtige BOE-Parkgarage in der Sensengasse 3. Beachten Sie die Kurzparkzone im gesamten 9. Bezirk! FACHBEREICHE: • Zahnerhaltung und Parodontologie • Unit – Zahnärztliche Ausbildung • Kieferorthopädie • Orale Chirurgie • Prothetik • Radiologie • Kinderzahnheilkunde SPEZIALAMBULANZEN: • Spezialambulanz für ästhetische Zahnheilkunde Ansprechpartnerin: Monika Dangl Tel.: +43 1/400 70-2323

• Spezialambulanz für Bulimie Ansprechpartnerin: Kerstin Geister Tel.: +43 1/400 70-2323 • Spezialambulanz für Endodontie Ansprechpartnerin: Selma Sulejmanovic Tel.: +43 1/400 70-2145

• Spezialambulanz für Funktionsstörungen Ansprechpartnerin: Alexandra Wolfer Tel.: +43 1/400 70-4930 • Spezialambulanz für Implantologie Ansprechpartnerinnen: Maja Strainovic, Zeljka Vasic Tel.: +43 1/400 70-4121 14 DentUnique 4/2017

Universitätszahnklinik Wien, Sensengasse 2a, 1090 Wien

• Spezialambulanz für Laserzahnheilkunde Ansprechpartnerin: Monika Dangl Tel.: +43 1/400 70-2323

• Spezialambulanz für Mund- und Schleimhauterkrankungen Ansprechpartnerin: Maja Strainovic Tel.: +43 1/400 70-4121 ANSPRECHPARTNERINNEN – KONTAKTE: Zentrale Aufnahme Natascha Fuchs, Agnes Font, Helga Brixa, Bettina Lackner, Monika Saffer, Cornelia Schmid, Katharina CelarVojtechovsky, Mirija Tosuni Tel.: +43 1/400 70-2000 E-Mail: aufnahme-unizahnklinik@ meduniwien.ac.at Allgemeine Ambulanz Gabriele Pleininger, Karoline Schweinberger Tel.: +43 1/400 70-2020 E-Mail: notfallambulanz-unizahnklinik@meduniwien.ac.at

Klinische Bereiche • Zahnerhaltung und Parodontologie Sekretariat: Edda Gsell Tel.: +43 1/400 70-2101 E-Mail: zahnerhaltung-unizahn klinik@meduniwien.ac.at • Parodontologische Ambulanzen Leitstelle: Nina Filzwieser Tel.: +43 1/400 70-4720 E-Mail: parodontologie-unizahn klinik@meduniwien.ac.at

• Prophylaxe-Center Leitstelle: Tamara Hauptmann Tel.: +43 1/400 70-4725 E-Mail: prophylaxecenter-unizahn klinik@meduniwien.ac.at • Kieferorthopädie Leitstelle: Barbara Lembachner

Tel.: +43 1/400 70-4321 Sekretariat: Maria Strobl Tel.: +43 1/400 70-4301 E-Mail: kfo-unizahnklinik@ meduniwien.ac.at

• Orale Chirurgie Leitstelle, OP-Organisation: Maja Strainovic, Zeljka Vasic Tel.: +43 1/400 70-4121 Sekretariat: Brigitte Kneidinger Tel.: +43 1/400 70-4101 E-Mail: oralechirurgie-unizahn klinik@meduniwien.ac.at

• Prothetik Sekretariat: Bettina Haruksteiner Tel.: +43 1/400 70-4901 E-Mail: prothetik-unizahnklinik@ meduniwien.ac.at

• Radiologie Leitstelle: Christine Niziolek Tel.: +43 1/400 70-2420 E-Mail: radiologie-unizahnklinik@ meduniwien.ac.at • Kinderzahnheilkunde Leitstelle Tel.: +43 1/400 70-2820 Organisation: Susanne Preis Tel.: +43 1/400 70-2825 E-Mail: kinder-unizahnklinik@ meduniwien.ac.at

ÖFFNUNGSZEITEN: Immer nach Terminvereinbarung! • Aufnahme von PatientInnen Zentrale Aufnahme: Montag–Donnerstag 7.30–17 Uhr, Freitag 7.30–15.30 Uhr • Notambulanz mit Trauma versorgung: Montag–Sonntag 8–13 Uhr, • Kieferorthopädie: Montag–Donnerstag 8–17 Uhr, Freitag 8–12 Uhr nach Terminvereinbarung


Menschen

Kluge Köpfe Kristina Feigl, MA (FH)

Hier stellen wir Ihnen einige MitarbeiterIn­nen der Universitäts­ zahnklinik Wien vor: DDr. Markus Laky, MSc

DDr. Astrid Skolka, MSc

DDr. Astrid Skolka, MSc ist seit 1997 an der Universitätszahnklinik Wien tätig. Nach ihrer Facharztausbildung schloss sie 2001 das Dr.-med.-dent.Studium ab. 2003 wurde sie als Universitätsassistentin im Fachbereich Prothetik aufgenommen. Die ersten eineinhalb Jahre verbrachte sie als Fachärztin in der prothetischen Ambulanz und wurde dann mit dem Spezialgebiet der instrumentellen Funktionsdiagnostik (Achsiografie) beauftragt. Seit 2007 ist sie Mitglied der Spezialambulanz Funktionsstörungen an der Universitätszahnklinik Wien. 2011 hat sie zusätzlich den Master of Dental Science an der DonauUniversität Krems abgeschlossen. DDr. Skolka ist in die Lehre eingebunden, und im Oktober dieses Jahres erfolgte die Aufnahme in den PrüferInnensenat. Neben ihrer Vorstandsfunktion in der ÖGZMK Wien ist sie auch Mitglied der Europäischen Fachgesellschaft für Funktionsdiagnostik.

DDr. Markus Laky, MSc absolvierte das Studium der Medizin an der Universität Heidelberg und an der Medizinischen Universität Wien. Seit Abschluss des Zahnmedizinstudiums an der Medizinischen Universität Wien und der Absolvierung des Grundwehrdienstes im Heeresspital Wien ist er als Universitätsassistent an der Universitätszahnklinik Wien tätig. DDr. Laky ist Spezialist der Österreichischen Gesellschaft für Parodontologie. Zudem hat er weitere postgraduelle Ausbildungen und Tätigkeitsschwerpunkte im Bereich der ästhetischen Zahnheilkunde und der Endodontie absolviert. Seit 2010 ist DDr. Laky als Kursinstruktor für die International Society for Oral Laser Applications tätig. Die Forschungsschwerpunkte des Arztes liegen im Bereich der oralen Laseranwendungen und der systemischen Auswirkungen parodontaler Erkrankungen.

Kristina Feigl ist seit November 2016 als Assistenz des Qualitätsmanagements an der Universitätszahnklinik Wien angestellt. Ihr Tätigkeitsbereich umfasst unter anderem die Optimierung interner Formulare und Prozesse sowie die Einführung eines Management-Systems. Besondere Freude bereitet Kristina Feigl die Arbeit mit dem Prozessmanagement-Programm ADONIS. Vor ihrer Tätigkeit an der Universitätszahnklinik Wien hat sie den Masterstudiengang „Management im Gesundheitswesen“ absolviert.

Mag. Renate Staringer

Renate Staringer ist seit Juli 2016 im Bereich Verwaltung & Service der Universitätszahnklinik Wien tätig. Sie ist Rechtswissenschaftlerin und hat kaufmännische und Controlling-Ausbildungen abgeschlossen. Nach langjähriger Tätigkeit im Controlling und Finanzbereich absolvierte sie das Studium der Rechtswissenschaften und wechselte nach der Gerichtspraxis in die Universitätszahnklinik, wo sie in Stabsstellenfunktion als kaufmännische Referentin des Wirtschaftlichen Leiters beschäftigt ist. Dort ist sie für kaufmännische sowie rechtliche Angelegenheiten zuständig und fungiert als Schnittstelle zu den Behörden. Tätigkeiten aus dem Marketingbereich runden ihr breites und abwechslungsreiches Aufgabengebiet ab. DentUnique 4/2017 15


Menschen

Forschen und leben in Wien

Dr. Layla Panahipour kam im September 2015 aus dem iranischen Teheran nach Wien, um an der Universitätszahnklinik Wien zu dissertieren. Mit ihr zogen auch ihr Ehemann, der ebenfalls Zahnarzt ist, und ihre beiden 12 und 16 Jahre alten Söhne in die Hauptstadt. An der Universität von Teheran hatte Dr. Panahipour bereits ihr Diplomstudium abgeschlossen und in einer Ordination gearbeitet, wo sie ihren Schwerpunkt auf Kinderzahnmedizin legte. Das Thema ihrer Dissertation lautet „Einfluss von Milch auf die Mundgesundheit“. Dabei erforscht sie die Wirkung von Milch und fermentieren Milchprodukten auf die Antwort oraler Zellen. Die ersten Ergebnisse ihrer Arbeit wurden zur Publikation eingereicht. Aktuell analysiert Dr. Panahipour die antientzündliche Wirkung von Milch bei Zellen der Mundhöhle. Wien empfindet sie als eine wunderbare Stadt, sie schätzt vor allem die freundlichen und hilfsbereiten Menschen, die vielfältigen kulturellen und sozialen Möglichkeiten, die gesunde Umwelt und als Mutter zweier Kinder auch die guten Schulen. Nach Abschluss ihres Doktoratsstudiums möchte sie in Wien bleiben und hier weiterhin wissenschaftlich arbeiten.

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Uwe Yacine Schwarze, MSc schloss sein Masterdiplom in Anthropologie an der Universität Wien ab, ist seit 2009 als Forschungsassistent am Ludwig Boltzmann Institut und an der Universitätszahnklinik Wien tätig. Seit 2016 leitet er an der Universitätszahnklinik Graz die Forschungseinheit für Gewebsregeneration und Biomaterialien, wo unentkalkte Dünnschliffe hergestellt und untersucht werden. Bisher neun Publikationen, neun Wissenschaftspreise und die Lehrtätigkeit als Tutor und Lehrender für Anatomie an der Medizinischen Universität Wien, der Universität Wien und diversen Fachhochschulen kennzeichnen seine vielfältige wissenschaftliche Laufbahn. Schwarze dissertiert über das Thema „Etablierung der geometrischen morphometrie in craniofacialen und periodontalen Nagermodellen“ und arbeitet in der Oralen Biologie aktuell an sieben Projekten, von denen sich zwei sich im Peer-ReviewProzess befinden. Der wissenschaftliche Kontakt mit Prof. Gruber, der nach dem Masterstudium sein Betreuer wurde, war in seiner Zeit als Forschungsassistent zustande gekommen. Schon 2007 hatte Schwarze sein Anthropologiestudium nach Wien geführt, wo er vor allem die freundlichen, aufgeschlossenen Menschen, die nahgelegene Natur, die zahlreichen kulturellen Angebote und die „tolle Mischung aus nördlicher Genauigkeit, aber südlicher Gelassenheit“, wie er ausführt, schätzt. Nach seinem Abschluss möchte Schwarze weiter in der medizinischen Forschung tätig sein. Über seine Tätigkeit sagt Schwarze: „Als medizinischer Grundlagenwissenschaftler haben ich das Ziel, PatientInnen zu helfen. Das möchte ich durch realisierte Forschung entsprechend dem akademischen Kodex, deren Weitergabe in der Lehre und als aktives offenes Mitglied im Forschungsteam machen.“

Fotos: Universitätszahnklinik Wien

DentUnique stellt vier Menschen aus aller Welt vor, die am Competence Center Oral Biology in Wien bei Dr. Reinhard Gruber, Professor für Orale Biologie, dissertieren. Das Competence Center fühlt sich der exzellenten wissenschaftlichen Ausbildung und der hohen Forschungsqualität verpflichtet. Im Fokus stehen dabei die Umsetzung von Karrieremodellen und die Vernetzung nationaler und internationaler Kontakte im Bereich von Universität und Industrie.


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Dr. Franz Josef Strauß, der seinen deutschen Namen seinem aus Bayern stammenden und nach Chile ausgewanderten Vater verdankt, ist Parodontologe am San-Camilo-Krankenhaus, Master in Dental Science und Clinical Instructor am Department of Conservative Dentistry der Universität Chile. In Santiago de Chile betreibt er eine Ordination, außerdem hat er ein staatliches Dissertationsstipendium und ein Osteology Research Scholarship. In der Schweiz lernte Dr. Strauß Prof. Gruber kennen und folgte ihm nach Wien in das Competence Center für Orale Biologie. In seiner Dissertation widmet er sich dem Thema „Saure Knochenlysate: Einfluss auf die Knochenregeneration“. Eine erste Publikation ist bereits in Ausarbeitung. Dr. Strauß lebt seit Oktober 2016 in Wien, im Jänner 2017 kam seine Ehefrau nach. Er liebt es, in Österreich zu leben und zu forschen. Unter anderem genießt er die Landschaft, die gute öffentliche Verkehrsanbindung, das kulturelle Leben und die vielen Unterhaltungsmöglichkeiten, die er hier vorfindet. Dr. Reza Talebian stammt ebenfalls aus dem Iran und hatte sich auf Grund des guten Rankings der Medizinischen Universität Wien für ein Doktoratsprogramm in der Hauptstadt entschieden, wie er sagt. Sein Studium der Zahnmedizin absolvierte er an der Tehran University of Medical Sciences und beschäftigte sich dort wissenschaftlich im Bereich der Kieferorthopädie und Prothetik. Außerdem unterhält er im iranischen Kashan eine Ordination und ist auf Cosmetic Dentistry spezialisiert. Dr. Talebian erhielt ein Dissertationsstipendium von der Medizinischen Universität in Kashan und widmet seine wissenschaftliche Tätigkeit dem Thema „Einfluss von Leberzhirrose auf die knöcherne Einheilung von Implantaten“. Diese Arbeit erfolgt in Kooperation mit Prof. Dehpour vom Department of Pharmacology der Tehran University of Medical Science. Obwohl Dr. Talebian erst im Oktober 2017 nach Österreich zog, gefällt ihm das Leben hier schon jetzt sehr. Zum Beispiel schätzt er das Einhalten von Regeln und Prinzipien. Das würde eine planbare Zukunft sehr erleichtern. Nach dem Abschluss des Doktoratsprogrammes möchte er in beiden Ländern – Österreich und Iran – als Zahnarzt tätig sein.

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Lehre

Wissenschaft in Wien

Dr. med. dent. Florian Beck (1. v. r) und Assoc. Prof. Priv.-Doz. Dipl.-Ing. Hermann Agis, PhD (3. v. r.) von der Universitätszahnklinik Wien wurden mit dem CED-IADR Robert Frank Award ausgezeichnet

Das Congress Get-together wurde vom Präsidenten des Kongresses Ao. Univ.-Prof. DDr. Schedle und vom Klinikvorstand der Universitätszahnklinik Wien, Univ.-Prof. DDr. Andreas Moritz, eröffnet.

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ährlich veranstalten die Continental European & Scandinavian Divisions (CED-IADR/NOF) der International Association for Dental Research (IADR) den CED-IADR/NOF Oral Health Research Congress, den größten Wissenschaftskongress für Zahnheilkunde in Europa. Dieses Jahr fand er in Österreich im Congress Center Messe Wien statt. Von 21. bis 23. September 2017 konnten WissenschaftlerInnen, ZahnärztInnen und Studierende sich über die neuesten Forschungsergebnisse, Innovatio18 DentUnique 4/2017

nen, Entwicklungen und Trends im Bereich der Zahnforschung austauschen.

Wissenschaft und Networking In diesem Jahr freuten sich die OrganisatorInnen über besonders viele österreichische TeilnehmerInnen. In der Verteilung der Nationen lag Österreich prominent an vierter Stelle. Die meisten TeilnehmerInnen waren aus Deutschland angereist, knapp gefolgt von der Türkei. An dritter Stelle waren norwegische ForscherInnen anzutreffen.

Um explizit junge ForscherInnen zur Teilnahme anzuregen, wurde die Anmeldegebühr für StudentInnen drastisch reduziert und der Posterpreis „My first Research“ eingeführt. Dies machte sich bezahlt: Unter den insgesamt 818 TeilnehmerInnen waren immerhin 216 Studierende vertreten. Neben 327 vorgestellten wissenschaftlichen Postern gab es außerdem 170 Vorträge und weitere 48 Vorträge innerhalb von 16 wissenschaftlichen Symposien. Die meisten Abstracts wurden in den Themenfeldern Dentalmaterialien, Parodontologie und Kariesforschung eingereicht. In diesem Jahr wurde erstmals ein klinisches Satellitensymposium angeboten. Dort wurden ausgewählte Trends in der restorativen Zahnheilkunde präsentiert und eine Verbindung zwischen Theorie und Praxis geschaffen: „Dieses praxisbezogene Symposium, das von der Universitätszahnklinik organisiert wurde, war vor allem für praktische ZahnärztInnen interessant“, so Ao. Univ.-Prof. DDr. Andreas Schedle, Präsident des Kongresses. Social Highlights waren heuer die Opening Ceremony im Rathaus in Wien sowie das Congress Get-together im „Van Swieten Saal“ in der Universitätszahnklinik. Im Rahmen der Open Ceremony hielt Ao. Univ. Prof Dr. Peter Valent die „Robert Frank lecture“ zum Thema: „Somatic Evolution of Cancer – Cancer Stem Cells an Beyond“. Das Get-together war als Vernetzungsmöglichkeit der TeilnehmerInnen gedacht und wurde von vielen BesucherInnen geschätzt:

Fotos: CED-IADR

Im September fand mit dem CED-IADR/NOF Oral Health Research Congress der größte europäische Kongress für Zahnforschung in Wien statt. WissenschaftlerInnen, ÄrztInnen und StudentInnen tauschten sich über die neuesten Trends der Zahnmedizin aus, und es wurden wichtige Preise in der Zahnforschung vergeben.


Lehre

„Üblicherweise sind solche Veranstaltungen an runden Tischen organisiert, an denen man sich gerade einmal mit den SitzpartnerInnen links und rechts unterhalten kann. Diesmal haben wir eine Stehparty mit einer guten Band organisiert, damit die Leute zum Reden kommen und die Chance zum Networking wirklich nutzen konnten“, so DDr. Schedle.

CED-IADR Robert Frank Award Beim Kongress wurde unter anderem der renommierte CED-IADR Robert Frank Award verliehen. In diesem Jahr wurden mit Dr. med. dent. Florian Beck und Assoc. Prof. Priv.-Doz. Dipl.-Ing. Hermann Agis, PhD zwei Forscher der Universitätszahnklinik Wien ausgezeichnet: Dr. Beck erhielt den ersten Platz in der Kategorie Senior Clinical Research für sein Abstract „Metal artifact reduction in computed tomography for titanium/

zirconia dental implants“. Im Bereich Senior Basic Science sicherte sich Dr. Agis den zweiten Platz für seine Arbeit „Hypoxia and the hypoxia mimetic agent L-mimosine can increase the production of agiopoietin-like 4 in oral cells“. Dr. Agis freut sich außerdem darüber, dass seine Doktoratsstudentin Dr. Anna Müller für ihr wissenschaftliches Poster mit dem CED-IADR-„My first research“-Preis (2. Platz) ausgezeichnet wurde.

Zur Person Ao. Univ.-Prof. DDr. Andreas Schedle, Congress President & President CED-IADR, Leiter Competence Center for Dental Materials der Universitätszahnklinik Wien

02 · 03

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Dem Biofilm an den Kragen gehen: „Von Kürette bis Tablette...“

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Die beiden Gewinner aus der Universitätszahnklinik haben gemeinsam mit Dr. Marco Tatullo vom Tecnologica Research Institute in Crotone (Italien) zusätzlich den IADR/Unilever Hatton Divisional Award erhalten. Damit werden sie CED-IADR in der Hatton Award Competition 2018 in London vertreten. Weitere Informationen finden Sie unter www.ced-iadr.eu. •

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Magda Mensi (Brescia) Christine Bischof (Zürich) Monika Süsstrunk (Zürich) Krista Strauß (München) Kristina Bertl (Malmö) Norbert Cionca (Genf ) Hady Haririan (Wien) Roman Weiß (Linz)

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Lehre

Der richtige Biss für die Bühne Erst die spitzen Eckzähne machen die Kostüme der „Tanz der Vampire“-DarstellerInnen perfekt. Für die laufende Produktion des Musicals im Ronacher wurden diese eigens an der Universitätszahnklinik Wien hergestellt. Welche Herausforderungen damit verbunden waren, erzählt Zahntechnikmeister Tom Vaskovich. Wie es sich mit den Zähnen singt, spricht und noch einiges mehr verrät Mark Seibert, der den Grafen von Krolock spielt.

40 Vampirgebisse Die prominentesten Zähne des Stücks gehören also ohne Zweifel Graf von Krolock. Sie wurden wie alle Vampirgebisse, die in der Produktion der Vereinigten Bühnen Wien zum Einsatz kommen, erstmals an der Universitätszahnklinik Wien hergestellt. Eine fordernde, aber spannende Sache, sagt Zahntechnikmeister Tom Vaskovich. Unter seiner Leitung waren stets vier bis fünf MitarbeiterInnen mit der Anfertigung der Gebisse und Ersatzgebisse – alle DarstellerInnen bekamen jeweils zwei Exemplare – für rund 40 Personen beschäftigt. Am meisten Zeit nahmen die Vorarbeiten in Anspruch. Unter anderem mussten die Anforderungen des Kreativteams mit den technischen Möglichkeiten in Einklang gebracht werden – es galt, das Material auszuwählen, Abdrücke zu nehmen, digitale Fotos und Schienen anzufertigen, hier und da noch einmal etwas zu ändern. Fast drei Monate dauerte es, bis alles perfekt war. Inzwischen kön20 DentUnique 4/2017

nen Gebisse für ErsatzdarstellerInnen innerhalb von nur einem Tag hergestellt werden.

Hohe Ansprüche Wie wichtig es ist, dass die Zähne genau sitzen, perfekt aussehen und auch noch angenehm beim Tragen und Singen sind, weiß Mark Seibert. Der Musicaldarsteller schlüpft Abend für Abend bis Ende Dezember und dann noch einmal von Mitte Februar bis Ende April in die Rolle des Grafen. Im Interview verrät der 38-Jährige, dass sich seine Zähne etwas von jenen seiner KollegInnen unterscheiden. Während diese einteilige Gebisse tragen, bevorzugt er ein zweiteiliges System: „Ich finde das deutlich angenehmer zu tragen, da die Schneidezähne frei sind, und die Zunge beim Reden keinen Fremdkörper wahrnimmt.“ Üben müssen die DarstellerInnen das Sprechen und Singen mit den Gebissen dennoch, auch wenn vor allem die Länge der Zähne für einen guten Tragekomfort entsprechend angepasst wurde. Allerdings müssen die Vampire diese nicht in jeder Szene tragen, was das Publikum meistens gar nicht so registriere, sagt Seibert und grinst: „Beim finalen Biss sollten sie aber nicht in der Garderobe liegen.“ Einstündige Verwandlung Während das Gebiss sehr rasch eingesetzt werden kann, dauert die restliche Maske gut eine Stunde, was Seibert grundsätzlich schätzt: „Ich mag die Rollen, die weit von mir als Mark weg

Mark Seibert ist in der Rolle des Grafen von Krolock zu sehen.

sind, ehrlich gesagt fast lieber. Aber natürlich braucht die optische Verwandlung deutlich länger.“ Neu ist das für ihn auch als Graf von Krolock nicht, in der Rolle stand er bereits in Berlin und Stuttgart auf der Bühne. Die Zeit im Ronacher hat für den gebürtigen Deutschen aber einen großen Vorteil: Da er in Wien lebt, freut er sich besonders über den Luxus, „dass ich ein wunderbares Engagement habe und trotzdem jeden Abend in meinem Bett schlafen kann“. Was später mit den Vampirzähnen passieren soll, weiß er auch schon. Ausstellen? Versteigern? Verschenken? „Nein, die gebe ich nicht her“, lacht er. „Erstens wäre das nicht sehr appetitlich, und zweitens braucht man sie irgendwann mal wieder. Bei Konzerten, beim nächsten Engagement oder vielleicht bei der nächsten Halloween-Party.“ „Tanz der Vampire“ ist noch bis Juni 2018 im Wiener Ronacher zu sehen. Mehr Infos unter musicalvienna.at. •

Foto: VBW/DeenVanMeer

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as Kultmusical „Tanz der Vampire“ ist zurück in Wien, wo vor 20 Jahren auch die Uraufführung stattfand. Während die Vampire auf der Bühne des Ronachers singen, tanzen und zubeißen, buhlt der schillernde Graf von Krolock um die Gunst der jungen Sarah. Dabei findet er zwar in dem Studenten Alfred einen Konkurrenten, aber nie den richtigen Moment, um seine Zähne in Sarahs Hals zu bohren.


Präzisionsmedizin: Medizin der Zukunft Dank Präzisionsmedizin sind Diagnosen so einzigartig wie ein Fingerabdruck. Die Medizinische Universität Wien widmet dem wachsenden Feld nun ein Zentrum.

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Fotos: KTHE/MedUni Wien

ie modernen Methoden der Genetik und Molekularbiologie machen Diagnosen spezifischer – PatientInnen erhalten „maßgeschneiderte“ Therapien. So sind Krankheiten heute keine allgemeinen Diagnosen mehr, sondern werden als individuelle Lebenssituation der betroffenen Personen verstanden. Nun wird der Präzisionsmedizin ein eigenes Zentrum an der Medizinischen Universität Wien gewidmet. Das „Zentrum für Präzisionsmedizin“ soll bis 2022 am MedUni Campus AKH errichtet werden und die verschiedenen Bereiche der Medizin umfassen. Mit Präzision zur Diagnose Präzisionsmedizin identifiziert auf molekularer Ebene exakt auf die Erkrankung abgestimmte Therapien und bringt die Entwicklung geeigneter Therapien voran. Das macht sie zur effizientesten Strategie im Kampf gegen bisher unheilbare Erkrankungen oder angeborene sogenannte seltene Erkrankungen. „Wir wollen zeigen, dass aufgrund aktueller medizinischer Innovationen schwere Erkrankungen wie Krebs, Diabetes oder Rheuma nicht mehr das Ende sein müssen“, erklärt Univ.-Prof. Dr. med. univ. Markus Müller, Rektor der Medizinischen Universität Wien. Seit Mitte Oktober wirbt die MedUni Wien um Unterstützung für das neue Zentrum. „Damit setzen wir uns das Ziel, eine Vorreiterrolle bei der Umsetzung von Präzisionsmedizin einzunehmen, die sich sehr bald in

Die Claims der Fundraising-Aktivitäten verdeutlichen, was die Präzisionsmedizin leisten könnte – und sollen die Menschen so zum Spenden animieren.

allen Bereichen unserer Arbeit durchsetzen und zu einem Paradigmenwechsel in der medizinischen Routine führen wird“, so Müller. Auch die Universitätszahnklinik Wien wird von

den biomedizinischen Erkenntnissen des geplanten Zentrums für Präzisionsmedizin profitieren, da die Zahnheilkunde gerade in der Prophylaxe eine große Rolle spielt. •

Jeder Euro zählt! Zur Errichtung des Zentrums ist ein Finanzvolumen von insgesamt 60 Millionen Euro nötig. Diese Summe soll durch SposorInnen und von privaten SpenderInnen aufgebracht werden – und somit mit Ihrer Hilfe! Ihre Spende ist steuerlich absetzbar. Geben Sie dafür bitte neben Ihrem Namen auch Ihr Geburtsdatum an. Spendenkonto: Erste Bank, MedUni Wien ZPM IBAN: AT46 2011 1404 1007 0714, BIC: GIBAATWWXXX Kontakt: fundraising@meduniwien.ac.at oder telefonisch unter 01-40160-11525

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Lehre

Der Tag der offenen Tür Am 20. Oktober 2017 öffnete die Universitätszahnklinik Wien ihre Türen für die Allgemeinheit. Eine Vielzahl von ExpertInnenvorträgen, Hausführungen und praktischen Vorführungen zog ein breit gefächertes Publikum an.

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m Rahmen des Tages der offenen Tür konnte die Universitätszahnklinik Wien am 20. Oktober 2017 einem größeren Publikum bekannt gemacht werden. „Der Einladung folgten ca. 1.000 Besucherinnen und Besucher“, freuen sich Klinikleiter Univ.-Prof. DDr. Andreas Moritz und Thomas Stock, Wirtschaftlicher Leiter der Universitätszahnklinik Wien. Das Publikum zeigte sich vom breiten Angebot der Universitätszahnklinik Wien begeistert: Es nahm an Kurzvorträgen und praktischen Vorführungen teil und ließ sich durch die einzelnen Fachbereiche führen. Im Vordergrund der Veranstaltung standen Information und Beratung, in ExpertInnenvorträgen wurden außerdem die neuesten Behandlungsmöglichkeiten und Forschungsergebnisse präsentiert.

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Highlights Auf besonderes Interesse stießen die Vorträge, in denen die Arbeit der Universitätszahnklinik Wien mit neueren Technologien präsentiert wurde. So war das primäre Thema des Tages die digitale Zahnheilkunde, die mit Scans, Fräsen und 3D-Druck arbeitet. Die ExpertInnenvorträge zur Chirurgie, Implantologie und Parodontologie waren heiß begehrt. Großen Anklang fanden außerdem Stationen, an denen die BesucherInnen selbst tätig werden konnten. Dort konnten alle Interessierten beispielsweise Zahnfüllungen herstellen. Neben den medizinischen Inhalten wurden von 13 bis 21 Uhr auch halbstündlich Hausführungen angeboten, die zu jeder Zeit ausgebucht waren. Die Architektur des Gebäudes, das seit dem Umbau im Jahr 2012 in modernem Gewand erstrahlt, war für viele BesucherInnen ein Erlebnis. •


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