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P.b.b. 14Z039972 M Universitätszahnklinik Wien, Sensengasse 2a, 1090 Wien

4 | 2016

Das Journal der Universitätszahnklinik Wien

Periimplantitis: Ursachenanalyse und Therapie – 04 Bildgebende Diagnostik beim Kiefergelenk mittels MRT – 13 Weiterbildung zur Prophylaxeassistenz – 22

Vorreiter Die Universitätszahnklinik Wien beschäftigt sich intensiv mit allogener Knochenaugmentation via CAD/CAM


Editorial

Sehr geehrte LeserInnen!

U

nser Journal DentUnique gibt Ihnen einen exklusiven Einblick in die Tätigkeiten an der Universitätszahnklinik Wien.

Wir berichten über aktuelle Forschungserkenntnisse, schildern PatientInnenfälle und informieren über die zahlreichen Weiterbildungsmöglichkeiten an der Universitätszahnklinik Wien.

Univ.-Prof. DDr. Andreas Moritz, Vorstand

Der Schwerpunkt dieser Ausgabe liegt auf der allogenen Knochenaugmentation via CAD/CAM – ein Fachgebiet, mit dem sich die Universitätszahnklinik Wien als eines der ersten Institute in Österreich beschäftigt. Die computergestützte Augmentation im Lückengebiss ist eine Alternative zu herkömmlichen Verfahren und vor allem für prognostisch günstige Defekte mit geringer Tiefe geeignet.

Ein weiteres Thema dieser Ausgabe ist die Weiterbildung für zahnärztliche AssistentInnen zur Prophylaxeassistentin/ zum Prophylaxeassistenten (PASS), die seit September an der Universitätszahnklinik Wien angeboten wird.

Wir möchten Sie mit unserem Journal DentUnique an unserem klinischen Alltag teilhaben lassen und freuen uns auf eine gute Zusammenarbeit mit Ihnen  – zum Wohle der ­PatientInnen.

Impressum: Medieninhaber/Herausgeber: Universitätszahnklinik Wien GmbH, 1090 Wien, Sensengasse 2a, Tel.: +43-1-40 070, Fax: +43-1-40 070 3039, E-Mail: office-zmk@meduniwien.ac.at, www.unizahnklinik-wien.at Herausgeber: Geschäftsführer Univ.-Prof. DDr. Andreas Moritz und Thomas Stock Erscheinungsort: Wien Auflage: 5.000 Verlag: Albatros Media GmbH, Grüngasse 16, 1050 Wien, office@albatros-media.at, www.albatros-media.at Redaktion: Mag. Marianne Kitzler (Leitung), Bettina Benesch, Mag. Andrea Fallent, Mag. Jutta Maucher, Christina Zankl Grafik & Produktion: Julia Proyer Verlagsleitung: Otto Koller Designkonzept: Julia Proyer Coverfoto: Universitätszahnklinik Wien/Fuchs Fotos: Falls nicht anders angegeben: Universitätszahnklinik Wien Druck: NÖ Pressehaus, 3100 St. Pölten Offenlegung gemäß § 25 Mediengesetz Die Universitätszahnklinik Wien GmbH ist eine 100-%-Tochtergesellschaft der Medizinischen Universität Wien, www.meduniwien.ac.at/homepage/info/impressum. Grundlegende Richtung des Magazins: DentUnique informiert ZahnärztInnen, Studierende und MitarbeiterInnen der Universitätszahnklinik Wien über Forschung, Fallstudien, Weiterbildungsangebote und die Tätigkeiten der Institution.

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Inhalt

Inhalt

04

09

Forschung 04 Periimplantitis: Teil 2 behandelt die Ursachenanalyse sowie die Therapie 08 Schluckmuster, Atmung und Daumenlutschen beeinflussen die Zahnstellung im wachsen den Gebiss. Eine Literatur zusammenfassung zum Äquilibrium von Zunge, Lippen und Wangen

Praxis 09 Allogener Knochenaufbau via CAD/CAM als Alternative zu herkömmlichen Verfahren 13 Bildgebende Diagnostik beim Kiefergelenk mittels MRT – ein Leitfaden

Menschen 16 Fachbereiche, Ambulanzen und Öffnungszeiten der Universitätszahnklinik Wien

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In den Kalender Implantologisches Praktikum an der Anatomie: Hands-on-Kurs am Präparat (inkl. Sinus-Lift) Leitung: Ao. Univ.-Prof. DDr. Christian Ulm Datum: 3. 3. 2017 Uhrzeit: 8.00–16.00 Uhr Ort: Anatomie, Währinger Straße 13, 1090 Wien Anmeldung: oralechirurgie-kurse@meduniwien.ac.at ZFP-Fortbildung: 11 Punkte 46. Internationale Kieferorthopädische Fortbildungstagung der Österreichischen Gesellschaft für Kieferorthopädie Tagungsleitung: O. Univ.-Prof. Dr. Hans-Peter Bantleon Datum: 4.–11. 3. 2017 Ort: K3 KitzKongress, Josef-HeroldStraße 12, 6370 Kitzbühel Online-Registrierung: www.oegkof.at ZFP-Fortbildung: 56 Punkte

18 Kluge Köpfe 19 Auszeichnung: O. Univ.-Prof. Dr. Hans-Peter Bantleon erhält Ehrenkreuz

Lehre 20 Gemeinsam viel erreicht: Der österreichische Cluster für Tissue Regeneration feiert sein zehnjähriges Bestehen 22 Strahlendes Lächeln ist stets gefragt: Die Universitätszahn klinik Wien bietet Weiterbildung zur Prophylaxeassistenz an

Basiskurs Implantologie mit Live-OPs, Vorträgen über Anatomie, Histologie und chirurgisches Vorgehen Leitung: Ao. Univ.-Prof. DDr. Christian Ulm Datum: 12. 5. 2017 Uhrzeit: 7.30–15.30 Uhr Ort: Besprechungszimmer Orale Chirurgie, Universitätszahnklinik Wien, Sensengasse 2a, 1090 Wien Anmeldung: oralechirurgie-kurse@meduniwien.ac.at, ZFP-Fortbildung: 11 Punkte

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Forschung

Regenerative Behandlung einer Periimplantitis bei intraossärer 3-wandiger Defektgeometrie

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Forschung

Abb. 1: Periimplantitis Regio 16

Abb. 2: Zirkulärer Defekt, intraossär

Teil 2:

Therapie der Periimplantitis Das oberste Prinzip in Sachen Periimplantitis ist es, sie zu vermeiden. Ist das nicht möglich, braucht es eine genaue Ursachenanalyse und eine darauf abgestimmte Therapie. Teil 2 unserer Serie über den Umgang mit dem zunehmend häufigen Phänomen Periimplantitis.

D

ie Behandlung der Periimplantitis ist variantenreich und in mehrere Phasen aufgeteilt:

Nichtchirurgische Therapie • Anamnese, Ursachenanalyse und -beseitigung • Hygienephase: Mundhygiene-Instruktionen, um adäquate häusliche Plaque-Entfernung zu gewährleisten • Korrektive Phase, nichtchirurgische Therapie: Subgingivales Debridement mit Plastik-, Carbon- oder Titanküretten, Ultraschall, Pulverstrahlgeräten, photodynamischer Therapie, Er:YAGLaser. Eventuell in Verbindung mit

anitbiotischer oder lokal antiseptischer Therapie • Re-Evaluation: ein bis zwei Monate nach Debridement

Korrektive Phase, chirurgische Therapie Die Entscheidung, ob das chirurgische Vorgehen resektiv oder regenerativ durchgeführt werden kann, wird anhand der periimplantären Defektgeometrie getroffen. Diese Entscheidung ist allerdings oft erst nach chirurgischem Zugang und Begutachtung des knöchernen Defektes möglich, ‣ DentUnique 4/2016 05


Forschung

Abb. 3: Knochenentnahme

da in der radiologischen 3D-Bildgebung Kantenanhebungsartefakte im Bereich der Implantatoberfläche vorhanden sein können. Intraossäre Defekte können regenerativ therapiert werden. In vielen Fällen ist aber ein kombiniertes Vorgehen sinnvoll. In jedem Fall wird durch den chirurgischen Zugang Debridement und Implantatoberflächen-Desinfektion ermöglicht.

Desinfektion Zur Desinfektion der kontaminierten Implantatoberfläche wurden viele Varianten beschrieben: lokale Desinfizientien als Spüllösung (CHX, Beta­ isodona etc.), Kochsalzlösung oder lokale Desinfizientien auf Trägermaterial zum Abtupfen, Handinstrumente, Pulverstrahlgeräte, Er:YAG-Laser, photodynamische Keimreduktion sowie 06 DentUnique 4/2016

Abb. 4: Exkochleation und Oberflächendesinfektion

die Implantatoberfläche verändernde Maßnahmen (Implantoplastik). Bis heute hat sich keine einzelne der beschriebenen Maßnahmen als vorteilhaft gegenüber den anderen herausgestellt. Dennoch ist die Oberflächendekontamination eine Conditio sine qua non und integraler Bestandteil der chirurgischen PeriimplantitisTherapie.

Knochenersatz Wenn aufgrund der Defektgeometrie ein regeneratives Vorgehen möglich erscheint, so hat sich bovines Knochenersatzmaterial in Verbindung mit Eigenknochen als vorteilhaft erwiesen. Das Einbringen einer Membran kann im Sinne einer GBR (Guided Bone Regeneration) das vorzeitige Einwachsen von Weichgewebe verhindern.

In der Literatur gibt es keinen Konsens, ob ein regeneratives Vorgehen eine Abnahme der Suprastruktur und dichten Wundverschluss oberhalb des Implantates (Stilllegen) notwendig macht. Es erhöht in jedem Fall allerdings die Übersicht im OP-Gebiet und ermöglicht freie Sicht auf die Implantatoberfläche und den zirkulären Defekt. Explantation Neben den absoluten Indikationen für eine Explantation (Implantatmobilität) sollte während aller Phasen der Periimplantitis-Therapie an eine Implantatentfernung als Behandlungsalternative gedacht werden. Es gilt hier, Patientenkosten für den Eingriff einer zum Teil sehr bescheidenen (Langzeit-)Prognose gegenüberzustellen.


Forschung

Abb. 5: Augmentation

Abb. 6: Membrantechnik

In der Literatur wird periimplantärer Knochenabbau größer als die Hälfte der Implantatlänge als relative Explantationsindikation beschrieben. Weiters in diese Entscheidung miteinzubeziehen sind Faktoren wie Implantatmakrogeometrie (Hohlzylinder …), therapieresistente periimplantäre Infektionen sowie allgemeinmedizinische Faktoren. Abschließend muss auch an die Möglichkeit einer rechtzeitigen Neuimplantation aufgrund des verbliebenen knöchernen Lagers gedacht werden. Auch wenn es sich bei der Empfehlung zur Explantation um eine meist sehr unpopuläre Therapieoption handelt, ist im Sinne einer für die PatientInnen vorhersehbaren und absehbaren Therapie auch an diese Option zu denken. Nachsorge Unabhängig von der gewählten Therapie stellt die langfristige individuelle Nachsorge einen ganz wesentlichen Faktor in der Gesunderhaltung der periimplantären Gewebe dar. Die Häufigkeit dieser Recall-Untersuchungen richtet sich nach dem persönlichen Risikoprofil und wird in der Literatur alle drei bis sechs Monate empfohlen. •

Abb. 7: Befund postoperativ

Das Team Ao. Univ.-Prof. DDr. Christian Ulm, Fachbereichsleitung Orale Chirurgie Dr. Christoph Arnhart, Fachbereich Orale Chirurgie DDr. Gerlinde Durstberger, Fachbereich Zahnerhaltung und Parodontologie

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Forschung

Bewegung im System Das Zusammenspiel der perioralen Muskulatur beeinflusst die Zahnstellung im wachsenden Gebiss wesentlich. Schluckmuster, Atmung, Schnuller- und Daumenlutschen spielen dabei wichtige Rollen. Eine Literaturzusammenfassung zum Äquilibrium von Zunge, Lippen und Wangen.

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in Äquilibrium entwickelt sich mit dem Zahndurchbruch und besteht dann, wenn Zähne verschiedenen Kraftrichtungen ausgesetzt sind, von ihnen jedoch keine Bewegung erfahren. Dabei positionieren sich die Zähne in einer Lage zwischen den horizontal gerichteten Kräften, der neutralen Zone. Ihre Ausdehnung wird durch den nach außen gerichteten Druck der Zunge und den nach innen gerichteten Druck der peri­ oralen Muskulatur bestimmt. Beeinflusst werden kann die neutrale Zone beispielsweise durch Faktoren wie Schluckmuster, Atmung und Habits.

Schluckmuster Es besteht ein physiologischer Zusammenhang zwischen dem viszeralen und somatischen Schlucken. Das viszerale Schluckmuster wird auch als infantiles Schluckmuster bezeichnet. Charakteristisch ist die Bewegung der Zungenspitze nach anterior und der dabei entstehende Druck gegen die lingualen Frontzahnflächen. Dieses entwickelt sich normalerweise graduell in ein reifes oder somatisches Schluckmuster. Das wird durch eine kraniale Bewegung der Zunge mit Druckausübung auf den Gaumen charakterisiert. Atmung Durch die Atmung werden Kopf-, Kiefer- und Zungenpositionen beeinflusst und können so auch das Äquilibrium verändern. Bei eingeschränkter Nasenatmung kommt es physiologisch zu Adaptationen wie einer nach vorne gerichteten Kopfhaltung, einer offenen Mundhaltung und einer Zun08 DentUnique 4/2016

Schluckmuster, Atmung und Habits beeinflussen die Stellung der Zähne im wachsenden Gebiss.

genlage am Mundboden, wodurch die Mundatmung erleichtert wird. Dies kann zur Übereruption der posterioren Zähne und einer Konstriktion des maxillären Zahnbogens führen, da aufgrund der tiefen Zungenlage der Ruhedruck gegen die Zähne fehlt.

Habits Die häufigsten Habits bei Kindern sind das Schnuller- und Daumenlutschen. Kinder, die am Schnuller lutschen, zeigen vermehrt Kreuzbisse, bei Daumenlutschern entsteht ein frontal offener Biss mit einer vergrößerten sagittalen Frontzahnstufe. Fehlbildungen können sich spontan jedoch verbessern oder sogar korrigieren, je früher das Habit unterbrochen wird. Dies scheint jedoch beim offenen Biss und bei der vergrößerten sagittalen Frontzahnstufe eher

der Fall zu sein als bei einem seitlichen Kreuzbiss. Malokklusionen begünstigt Durch Dysfunktionen der Weichgewebe können Fehlstellungen wie beispielsweise ein hoher, schmaler Gaumen, eine große Frontzahnstufe, eine ausgeprägte Mandibula bei Klasse-III-PatientInnen, ein Kreuzbiss oder offener Biss begünstigt werden. Die Beseitigung von Dyskinesien vor einer Behandlung ist daher entscheidend, da das Auftreten von Rezidiven sonst sehr wahrscheinlich ist. •

Zur Person Dr. Birgit Lanzer, Fachbereich für Kieferorthopädie


Praxis

der Beckenkamm-Augmentation ist die Spendenmorbidität verringert.

Die Universitätszahnklinik Wien ist erneut Vorreiter: Seit Kurzem bietet sie computergestützte Augmentation im Lückengebiss via CAD/CAM an.

Allogener Knochenaufbau mit CAD/CAM Seit Kurzem gibt es mit der computergestützten Augmentation im Lückengebiss eine Alternative zu herkömmlichen Verfahren: Als eines der ersten Institute in Österreich beschäftigt sich die Universitätszahnklinik Wien intensiv mit der allogenen Knochenaugmentation via CAD/CAM.

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er allogene Knochenaufbau mittels CAD/CAM ist vor allem für prognostisch günstige Defekte mit geringem vertikalem Knochenverlust geeignet. Für komplexe Formen ist weiterhin die Beckenkamm-Augmentation die Methode der Wahl.

Durch das computergestützte Verfahren wird die Passgenauigkeit des Augmentates deutlich erhöht, was das Einheilen des allogenen Knochenmaterials begünstigt und die Vorhersehbarkeit des Ergebnisses gewährleisten kann. Im Vergleich mit

Nachteile der allogenen Augmentation sind die längere Einheilzeit von sechs bis acht Monaten im Vergleich zu etwa vier Monaten bei der Beckenkamm-Augmentation. Hinzu kommen ein nicht vollständig auszuschließendes Rest-Infektionsrisiko sowie ein erhöhtes Komplikationsrisiko während der Einheilung. Daher ist besonderes chirurgisches und Weichteil-Management erforderlich. Die Anwendung des computergestützten allogenen Knochenaufbaus setzt erhöhte Aufmerksamkeit vor allem hinsichtlich des Weichgewebsmanagements voraus: Der Wundverschluss muss spannungsfrei erfolgen, was auch bei der Schnittführung berücksichtigt werden muss. Um die Gefäßeinsprossung zu fördern, ist es entscheidend, das betreffende Areal mehrfach zu perforieren. Abschließend erfolgt eine Abdeckung mit einer Perikard-Membran, die zusätzlichen Schutz gegen Dehiszenzen bietet. Das Material Das an der Universitätszahnklinik Wien verwendete Knochenmaterial stammt von LebendspenderInnen. Der Knochenblock wird in der Knochenbank aufwendig gereinigt, gemäß der CAD/CAM-Planung gefräst, gamma-sterilisiert und in sterilen Verpackungen angeliefert. Die Packung wird erst am OP-Tisch geöffnet und rehydriert. Direkt vor der Implantation wird der Knochen einige Minuten in Eigenblut oder physiologischer Kochsalzlösung rehydriert. Dem Eigenblut ist Vorrang zu geben; physiologische Kochsalzlösung kommt zum Einsatz, wenn Eigenblut nicht in ausreichender Menge verfügbar ist. Im Folgenden eine Gegenüberstellung zweier Fälle der Universitätszahnklinik Wien: Beckenkamm-Augmentation und allogene Augmentation mittels CAD/CAM. ‣

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Praxis

Abb. 1: Die Vorteile des kortikospongiösen Beckenkamms sind eine hohe biologische Aktivität und eine mengenmäßig gute Verfügbarkeit für oralchirurgische Defekte.

Abb. 4: Das postoperative Kontrollröntgen zeigt eine beidseitig laterale sowie eine linksseitig latero-vertikale Augmentation und Fixierung der Knochenblöcke mit Osteosyntheseschrauben.

Abb. 5: Im Rahmen der Implantatsetzung viereinhalb Monate später erfolgte die Insertion der Implantate in einem ausreichenden Knochenlager.

Abb. 2+3: Nach zahlreicher Perforation des kortikalen Knochens zur Erleichterung der Gefäßeinsprossung erfolgen die Inlay-artige Passung und stabile Fixierung der Knochenblöcke mit Osteosyntheseschrauben. Es folgt eine modellierende Abtragung der Blockkanten sowie ein spannungsfreier, dichter Wundverschluss.

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Abb. 6: Nach Entfernung der Osteosyntheseschrauben mittels Stichinzisionen wurden die Implantate mit einem minimalinvasiven, schablonengestützten Implantationsverfahren gesetzt.


Praxis

Fall 1: Beckenkamm-Augmentation Vorstellig wurde eine endfünfzigjährige Patientin, die unter Zahnlosigkeit mit horizontaler und vertikaler Atrophie im Unterkiefer litt (Abb. 1–6). Sie hatte den Wunsch, ihre bestehende, herausnehmbare Versorgung durch eine festsitzende Lösung zu ersetzen.

Die zuweisende Ärztin riet aufgrund der Weitspannigkeit links von einer brückentechnischen Versorgung ab. Nach dem Abwägen der Risiken und Vorteile erfolgte die gemeinsame Entscheidung für ein augmentatives Verfahren. Aufgrund des ausgeprägten vertikalen Defektes und des verbleibenden Knochenangebotes, v. a. linksseitig, fiel die Wahl auf die Beckenkamm-Augmentation. Zudem wurde simultan in einem Eingriff die atrophe horizontale Lücke im rechten unteren Quadranten einbezogen. Die Beckenkamm-Augmentation erfolgte in Intubationsnarkose und machte eine stationäre Aufnahme von einer Nacht postoperativ erforderlich. Weiters war die Mobilität der Patientin in den ersten postoperativen Wochen eingeschränkt. Die sonstige Heilung verlief unkompliziert ohne Wund-Dehiszenzen. Viereinhalb Monate nach Augmenta­ tion erfolgte das Setzen der Implantate in einem minimalinvasiven, CAD/ CAM-schablonengestützten Eingriff (Abb. 6). Zu Beginn der Operation wurden die multiplen Osteosyntheseschrauben über Stichinzisionen entfernt. Nach Bildung eines Lappens zum Erhalt der Gingiva fixa erfolgte die geführte Aufbereitung der Implantatbetten sowie die schablonengeführte Insertion der Implantate.

Abb. 1+2: Beidseitiger vertikolateraler Knochendefekt im Unterkiefer. Die computergestützte Planung erlaubt eine vorhersagbare Planung und Definition der benötigten Knochenmenge. Abb. 3+4: Die Computer-aided manufactured (Fräsungen) und individuell angepassten Knochenblöcke werden gamma-sterilisiert für die Operation angeliefert.

Nach einer transgingivalen Einheilung von weiteren zwei Monaten erfolgte die weitere prothetische Versorgung durch die zuweisende Zahnärztin.

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Abb. 5+6: Durch eine sorgfältige Rehydrierung entweder in physiologischer Kochsalzlösung oder in Eigenblut wird der Knochenblock für den Eingriff vorbereitet – der unbehandelte, aufschwimmende Block (links), nach Rehydrierung sinkt der Block ab (rechts).

Abb. 7+8: Durch multiple Perforierung der Kortikalis wird eine günstigere Voraussetzung für Gefäßeinsprossung und für die Einheilung geschaffen. Infolge der CAM-Planung kann eine hohe Repositionsgenauigkeit des Blockes erreicht werden.

Abb. 9+10: Durch Stabilisierung mit Osteosyntheseschrauben wird der Block bündig fixiert. Nach Abdeckung mit einer Pericard-Membran zum Schutz des Augmentats wird das Weichgewebe spannungsfrei und dicht verschlossen. Dies erfolgt durch Periost-Schlitzung (wenn notwendig lingual und bukkal) und zweischichtig mit einer oder mehreren Subperiostal- und Einzelknopfnähten.

Fall 2: Allogene Augmentation mittels CAD/CAM Dieser Angst-Patient wurde vorstellig, da er eine Beckenkamm-Augmentation aufgrund der Einschränkung und der Größe des Eingriffes unbedingt vermeiden wollte. Aufgrund des vertiko-lateralen Knochendefizites erfolgte nach eingehender Aufklärung der Vor- und Nachteile von allogenen CAD/CAMKnochenblöcken die gemeinsame Entscheidung zu diesem Vorgehen. Für den Patienten entscheidend war dabei die Vermeidung einer Spendenmorbidität und Bewegungseinschränkung, die er berufsbedingt nicht in Kauf nehmen wollte. Darüber hinaus wurde die gemeinsame Entscheidung zu einem Eingriff in Intubationsnarkose getroffen, um einerseits beide Seiten in einem Eingriff augmentieren zu können und andererseits aufgrund der Angstsitua­ tion des Patienten. In Vorbereitung auf den geplanten Eingriff wurde eine CT-Aufnahme durchgeführt; die DICOM-Daten wurden für die CAD/CAM-Planung verschickt. In einem interaktiven, pdf-3D-gestützten Verfahren erfolgte die „Computer aided“Planung und Erarbeitung der Knochenblockkonfigurationen (Abb. 1+2). Nach chirurgischer Freigabe erfolgte die Aquisition und Erstellung der allogenen Knochenblöcke (Computer aided manufacturing, Abb. 3+4). Die Rehydrierung erfolgte in physiologischer Kochsalzlösung (Abb. 5+6). Es erfolgte standardmäßig die multiple Perforation des Empfängerbettes, um die Einheilung des Augmentats zu unterstützen (Abb. 7+8). Die individuell gefrästen allogenen CAD/CAM-Blöcke ermöglichen eine hohe Passgenauigkeit des Knochenblocks. Der Block wurde in gewohnter Weise mit Osteosyntheseschrauben stabil und mit dem Empfängerbett bündig fixiert (Abb. 9+10). Abschließend erfolgte der Wundverschluss zweischichtig mit mehreren Subperiostalnähten und Einzelknopfnähten (Abb. 10). Zuletzt wurde eine Prothesenkarenz für drei bis vier Wochen vereinbart. •


Praxis

Bildgebende Diagnostik beim Kiefergelenk mittels MRT – ein Leitfaden Das komplexe Beschwerdebild von kraniomandibulären Dysfunktionen (CMD) kann mittels unterschiedlicher Techniken diagnostiziert werden.

Bei Vorliegen einer Diskusverlagerung mit Reposition befindet sich das posteriore Band des Discus articularis nicht in 12-Uhr-Position über dem Zenit des Kondylus bzw. die Zona intermedia nicht am Punkt der maximalen Kraftübertragung.

Fotos und Bildtexte aus dem Buch: © Prof. Eva Piehslinger

Der Diskus kann nach anterior bzw. auch medial oder lateral verlagert sein. Es besteht eine Kiefergelenkluxation bei geschlossenem Mund, da sich der Kondylus nicht in seiner physiologischen Pfanne, dem Discus articularis, befindet.

Durch die Mundöffnung kommt es zum Aufspringen des Kondylus auf den verlagerten Diskus (Reposition). Der Diskus-Kondylus-Komplex befindet sich unter dem Tuberculum articulare. Der Diskus kommt mit der Zona intermedia über dem Zenit des Kondylus zu liegen.

Z

u den nicht strahlenden Untersuchungstechniken in der Medizin zählen die Sonographie sowie die Magnetresonanztomographie (MRT): Mit ihr können auch Weichgewebsstrukturen differenziert werden. Die Erfassung der Bilddatensätze erfolgt über ein stabilisiertes Magnetfeld. Eine Gewebedifferenzierung für die Darstellung der anatomischen Strukturen kann über die Änderung der Relaxationszeiten umgesetzt werden. In der T1-gewichteten Untersuchung werden faserige Gewebe kontrastreich dargestellt. Die T2-gewichtete Untersuchung hat den Fokus in der „selektiven“ Darstellung von Flüssigkeiten sowie wasserreichem Gewebe. Zur Befundinterpretation wird die Nomenklatur von hyperintens/ signalreich (hell) bzw. hypointens/ signalarm (dunkel) angewendet. Weiters gibt es noch eine PD-Darstellung, die in der Dauer zwischen den anderen beiden Sequenzen liegt. Untersuchungsablauf Der Untersuchungsablauf für das Kiefergelenk ist in einzelne Sequenzen gegliedert. Anfangs wird der Patient durch eine Scoutdarstellung in zwei Ebenen in dem optimalen Untersuchungsbereich positioniert. Die üblichen anatomischen Ebenen frontal, lateral und koronar kommen bei der Kiefergelenk-MRT nur zum Teil zur Anwendung. ‣ DentUnique 4/2016 13


Praxis

Bei einer Diskusverlagerung ohne Reposition ist bei geschlossenem Mund der Diskus weit nach anterior verlagert. Der Kondylus zeigt hier auch knöcherne Veränderungen.

Bei der Öffnung des Mundes gelangt der Kondylus nicht bis unter das Tuberculum articulare. Es findet keine Reposition statt (locked joint). Der Diskus wird kugelig deformiert, es kommt zu keinem Aufspringen des Kondylus auf den Diskus während der Exkursion.

Das Team O. Univ.-Prof. DDr. Eva Piehslinger ist Leiterin des Fachbereichs für Prothetik der Universitätszahnklinik Wien

A.o. Univ.-Prof. DDr. Martina Schmid-Schwap ist Spezialistin für Funktionsdiagnostik und -therapie im Fachbereich für Prothetik der Universitätszahnklinik Wien

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Für eine optimale Darstellung wird die schräg sagittale Ebene fokussiert, die auch als parasagittal bzw. sagittal oblique bezeichnet wird (im Achsverlauf des jeweiligen Kondylus). In dieser Ebene werden Aufnahmen sowohl bei geschlossenem als auch bei offenem Mund durchgeführt. Zur Erfassung des medialen/lateralen Blickwinkels bei geschlossenem Mund schließt sich die paracoronale bzw. schräg frontale Ebene (im rechten Winkel zur schräg sagittal obliquen Ebene) an. Für spezielle Fragestellungen kann zusätzlich eine axiale Darstellung in horizontaler Ebene angeschlossen werden. Das MRT ermöglicht die Darstellung der Morphologie von Kondylus und Diskus und deren Lagebeziehung in geschlossener und geöffneter Kieferposition. Weiterführend ist es möglich, aus Einzelbildern eine Zeitrafferdarstellung der Bewegung des Diskus-Kondylus-Komplexes darzustellen. Dabei handelt es sich zumeist nicht um Bewegungen in Echtzeit, sondern um pseudodynamische Aufnahmen. Derartige Aufnahmen entstehen in reduzierter Auflösung und vermitteln einen Eindruck des Einflusses von Bewegung auf die Gelenkstrukturen. Mithilfe der Gerätekonfigurationen (3-Tesla-Geräte) konnten die zeitlichen Intervalle zwischen der Generierung der einzelnen Bildschichten reduziert werden. In der Folge könnten bei modernen Geräten dynamische Prozesse und Bewegungen des Kiefergelenks in Echtzeit dokumentiert werden. Dies würde eine vollständige, nicht invasive Rekonstruktion der Bewegungsabläufe des Kiefergelenks ermöglichen. Indikationen Die konventionelle Röntgenuntersuchung mittels Orthopantomogramm (OPTG) stellt die Primäruntersuchung dar, sie wird durch 3D-Diagnostik mit Computertomographie (CT) und digitaler Volumentomographie (DVT) ergänzt. Eine sichere Beurteilung von Raumforderungen und Entzündun-


gen wird mittels statischer MRT bzw. CT – ev. unter Verwendung von Kontrastmittel – ermöglicht. Hauptfragestellungen der MRT sind die Beurteilung von Lage, Form und Mobilität der Kondylen und des Diskus. Zusätzlich können der Zustand des dorsalen Bandapparats und der Gelenkkapsel beurteilt werden.

Entwickelt, um das Risiko von Zahnfehlstellungen zu reduzieren.

Der MAM Perfect: 60 % dünner, 4 mal flexibler* Der dünne Saugerhals und das außergewöhnlich flexible Saugteil machen den MAM Perfect besonders anpassungsfähig. Dadurch können sich Kiefer und Gebiss optimal entwickeln. Diese Wirkung wird nun durch eine neue Langzeitstudie wissenschaftlich bestätigt. Am Universitätsklinikum Jena (DE) wurde über einen Zeitraum von 12 Monaten mit 86 Kindern im Alter zwischen 16 und 24 Monaten eine randomisiert kontrollierte Langzeitstudie** durchgeführt. Dabei wurde die Auswirkung des MAM Perfect Schnullers auf die Zahn- und Kieferentwicklung untersucht. Das Resultat: Die Studie belegt statistisch signifikant, dass die Umstellung von einem herkömmlichen Schnuller auf den MAM Perfect das Risiko der Entwicklung/Ausbildung eines offenen Bisses („Open Bite“) und eines vergrößerten Überbisses („Overjet“) minimiert. Dr. Yvonne Wagner, Zahnärztin Universitätsklinikum Jena (DE): „Diese Langzeitstudie ist die erste wissenschaftliche Arbeit, welche die Vorteile der Verwendung des MAM Perfect gegenüber herkömmlichen Schnullern in Bezug auf Overjet und Overbite statistisch signifikant belegt.“ Das Fazit: Die Abgewöhnung des Schnullers ist die beste Methode um Zahnfehlstellungen zu verhindern, gleichzeitig aber oftmals auch die schwierigste. Der MAM Perfect bietet sich somit als zahnmedizinisch geprüfte Alternative zu konventionellen Schnullern an. Basierend auf den Erkenntnissen der vorliegenden Langzeitstudie kann der MAM Perfect von Experten empfohlen werden. Mehr Infos zum MAM Perfect unter: mambaby.com/professionals *Durchschnittswerte. Zwischen: 32% – 83% dünner / 1,1 – 19,5 mal flexibler als übliche Silikonschnuller **Y. Wagner, R. Heinrich-Weltzien, “Effect of a thin-neck pacifier on primary dentition: a randomized controlled trial”, Orthodontics & Craniofacial Research, Volume 19, Issue 3, pages 127–136, August 2016 ***Nowak AJ, Kim AS, Scott JA, Berg JH. The effect of a unique pacifier on anterior open bite and overjet in the primary dentition: a pilot study, J Dent Child, 2016;83(2): 78–82

c n is h

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Literatur: Eva Piehslinger. Grundlagen der zahnärztlichen Prothetik. Ein Leitfaden für Studierende und Zahnärzte. Unter Mitarbeit von Konstantin Zauza, Aleš G. Čelar, Anna Knaus, Barbara Gsellmann, Michaela Sengstbratl, Rudolf Fürhauser, Martina Schmid-Schwap. 2. überarb. Aufl., Universimed Verlag Wien, 2006.

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Kontraindikationen Die in den vergangenen Jahren verbesserten Untersuchungstechniken bei der MRT zeigten auch Grenzen dieser bildgebenden Untersuchung auf. Absolute Kontraindikationen bestehen bei PatientInnen mit Herzschrittmachern, Defibrillatoren, massiven ferromagnetischen Implantaten und bei Vorhandensein von Metallsplittern an kritischen Lokalisationen. Auch bei weiteren „technischen Geräten“ wie Hirnschrittmachern, Cochlea-Implantaten oder Insulinpumpen sollte eine Risikoabwägung vorgenommen werden. Viele PatientInnen mit Tätowierungen beschreiben an der Hautoberfläche eine Wärmeentwicklung und Schmerzen. Grund dafür dürfte die Belastung durch ferromagnetische Farbstoffe sein. Bei Schwangeren im ersten Trimenon sollte keine MRT-Untersuchung durchgeführt werden, weil Entwicklungsstörungen des Fötus nicht ausgeschlossen werden können. Die engen Platzverhältnisse innerhalb eines MRT können für sensible PatientInnen eine relative Kontraindikation darstellen. Aus diesem Grund werden bei entsprechender Indikationsstellung offene Geräte bzw. bei PatientInnen mit speziellen Bedürfnissen teilweise die Untersuchungen in Sedierung bzw. in Narkose angeboten. •

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Menschen

Gut zu wissen Universitätszahnklinik Wien, Sensengasse 2a, 1090 Wien Anfahrt: Öffentliche Verkehrsmittel: • 37/38/40/41/42 von Schottentor – Haltestelle: Schwarzspanierstraße • 40/41/42 von Währinger Straße – Volksoper – Haltestelle: Sensengasse • 5/33 Haltestelle: Lazarettgasse • 43/44 Haltestelle: Lange Gasse (kurzer Fußmarsch durch das Alte AKH) Mit dem Auto: Gebührenpflichtige BOE-Parkgarage in der Sensengasse 3. Bitte beachten Sie, dass im gesamten 9. Bezirk Kurzparkzone ist. Fachbereiche: • Zahnerhaltung und Parodontologie • Unit – Zahnärztliche Ausbildung • Kieferorthopädie • Orale Chirurgie • Prothetik • Radiologie • Kinderzahnheilkunde

Spezialambulanzen: • Spezialambulanz für Laserzahn heilkunde Ansprechpartner: Monika Dangl Tel.: +43 1 40 070 2323

• Spezialambulanz für Endodontie Ansprechpartner: Selma Sulejmanovic Tel.: + 43 1 40 070 2145 • Spezialambulanz für ästhetische Zahnheilkunde Ansprechpartner: Monika Dangl Tel.: +43 1 40 070 2323

• Spezialambulanz für Funktions störungen Ansprechpartner: Alexandra Wolfer Tel.: + 43 1 40 070 4930 16 DentUnique 4/2016

• Spezialambulanz für Bulimie Ansprechpartner: Kerstin Geister Tel.: +43 1 40 070 2323

• Spezialambulanz für Mund- und Schleimhauterkrankungen Ansprechpartner: Kathrin Fröschl Tel.: + 43 1 40 070 4121

Ansprechpartner/Innen – Kontakte: Zentrale Aufnahme Natascha Fuchs, Agnes Font, Nadine Gnadlinger, Bettina Lackner, Monika Saffer, Cornelia Schmid, Katharina Celar-Vojtechovsky Tel.: +43 1 40 070 2000 E-Mail: aufnahme-zmk@ meduniwien.ac.at Allgemeine Ambulanz Gabriele Pleininger, Karoline Schweinberger Tel.: +43 1 40 070 2020 E-Mail: ambulanz-zmk@ meduniwien.ac.at

Klinische Bereiche • Zahnerhaltung und Parodontologie Sekretariat: Edda Gsell Tel.: +43 1 40 070 2101 E-Mail: zahnerhaltung-zmk@ meduniwien.ac.at • Parodontologische Ambulanzen Leitstelle: Nina Filzwieser Tel.: +43 1 40 070 4720 E-Mail: zahnerhaltung-zmk@ meduniwien.ac.at • Prophylaxe-Center Leitstelle: Tamara Hauptmann Tel.: +43 1 40 070 4725 E-Mail: prophylaxecenter@ meduniwien.ac.at

• Kieferorthopädie Leitstelle: Marion Zink-Schlöggl Tel.: +43 1 40 070 4321 Sekretariat: Maria Strobl Tel.: +43 1 40 070 4301 E-Mail: kfo-zmk@meduniwien.ac.at • Orale Chirurgie Leitstelle, OP-Organisation: Kathrin Fröschl Tel.: +43 1 40 070 4121 Sekretariat: Brigitte Kneidinger Tel.: +43 1 40 070 4101 E-Mail: oralchir-zmk@ meduniwien.ac.at

• Prothetik Sekretariat: Bettina Haruksteiner Tel.: +43 1 40 070 4901 E-Mail: prothetik-zmk@ meduniwien.ac.at • Radiologie Leitstelle: Christine Niziolek Tel.: +43 1 40 070 2420 E-Mail: radiologie-zmk@ meduniwien.ac.at • Kinderzahnheilkunde Leitstelle Tel.: +43 1 40 070 2820 Organisation: Susanne Preis Tel.: +43 1 40 070 2825 E-Mail: kinder-zmk@ meduniwien.ac.at

Öffnungszeiten: Immer nach Terminvereinbarung! • Aufnahme von PatientInnen Zentrale Aufnahme und Notbehand lungen: Montag–Freitag 7.30–13 Uhr, Samstag, Sonn- und Feiertag 8–13 Uhr • Behandlungszeiten in den klinischen Bereichen Montag–Donnerstag 8–18 Uhr, Freitag 8–16 Uhr nach Terminvereinbarung • Kieferorthopädie: Montag–Donnerstag 8–17 Uhr, Freitag 8–13 Uhr


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Kluge Köpfe Hier stellen wir Ihnen einige MitarbeiterIn­nen der Universitäts­ zahnklinik Wien vor:

Nikolaus Maderbacher

DDr. Polina Kotlarenko

Dr. Florian Beck

Dr. Florian Beck studierte Zahnmedizin an der Medizinischen Universität Wien. Seine Diplomarbeit verfasste er zum Thema „Langlebigkeit n Kompositfüllungen im Seitenzahnbereich“. Seit 2012 ist Dr. Beck als Assistenzarzt im Fachbereich für Orale Chirurgie an der Universitätszahnklinik Wien tätig und absolviert ein postgraduelles Studium im Programm „Regeneration of Bones and Joints“, wo er die Genauigkeit von CAD/CAM-gefertigten Restaurationen überprüft. Neben Vorträgen, die er rund um das Thema Antibiotika in der Zahnheilkunde, Zement als Ursache der Periimplantitis (?) und die photodynamische Therapie hielt, sowie Postern bei Kongressen, ist er Autor internationaler Publikationen in einem renommierten Journal.

18 DentUnique 4/2016

DDr. Polina Kotlarenko promovierte nach dem Medizinstudium an der MedUni Wien 2007 zur Doktorin der Zahnmedizin und ist seitdem an der Universitätszahnklinik Wien tätig. Sie hat sich auf restaurative und prothetische Therapien spezialisiert und absolvierte 2012/13 das Curriculum „Ästhetische Zahnheilkunde“ der Deutschen Gesellschaft für Ästhetische Zahnmedizin (DGÄZ). Unter ihrer Leitung konnte 2012 die Bulimieambulanz an der Universitätszahnklinik Wien etabliert werden. Ihr klinischer und wissenschaftlicher Fokus liegt derzeit in der Implementierung von neuen digitalen Workflows in der Zahnmedizin. Diese werden in interdisziplinärer Kooperation im Rahmen der ARGE Digital Dentistry gemeinsam mit der Oralen Chirurgie und der Zahnwwtechnik erarbeitet und durchgeführt. Bei den Weltkongressen der „International Federation of Esthetic Dentistry“ (IFED) hat sie 2013 in München und auch 2015 in Kapstadt die renommierten Posterpreise erhalten.

Nikolaus Maderbacher ist seit über 20 Jahren in der Druck- und Grafikbranche tätig. Er arbeitete in Satz- und Reprostudios, Druckereien, Werbeagenturen sowie als selbstständiger Grafiker. Zu seinem Aufgabenfeld an der Universitätszahnklinik Wien gehören alle Tätigkeiten rund um Fotografie, Bildbearbeitung, Videoschnitt, Animation sowie die Betreuung der Bilddatenbank.

Villana Schmöllerl

Villana Schmöllerl hat ihre Ausbildung zur Zahnmedizinischen Assistentin an der Universitätszahnklinik Wien 1983 abgeschlossen. Nach ihrer Karenzierung arbeitete sie im Fachbereich für Zahnerhaltung und Parodontologie. Von Beginn an bis heute arbeitet sie mit Prof. Moritz zusammen. In ihrer Funktion in der Spezialambulanz für Laserzahnheilkunde ist sie für die Wartung und Betreuung sowie Koordination und Assistenz zuständig. Zusätzlich unterstützt sie Ärztinnen und Ärzte im Bereich digitale Zahnheilkunde.


Menschen

Damals

Foto: Sofortbild Willy Haslinger/BMWFW

Foto: DDr. Johannes Kirchner

Ehrung

Moriz Heider Vizekanzler Dr. Reinhold Mitterlehner (li.) überreicht O. Univ.-Prof. Dr. Hans-Peter Bantleon das Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse

Ehrenkreuz für Kieferorthopädie O. Univ.-Prof. Dr. Hans-Peter Bantleon wurde am 15. September 2016 mit dem Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse der Republik Österreich ausgezeichnet. Im Rahmen einer Feierstunde im Wissenschaftsministerium überreichte ihm Vizekanzler und Bundesminister für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft Dr. Reinhold Mitterlehner die hohe staatliche Ehrung.

O. Univ.-Prof. Dr. Hans-Peter Bantleon ist Leiter des Fachbereichs Kieferorthopädie an der Universitätszahnklinik Wien. Durch seine herausragende wissenschaftliche Kompetenz im Fach Kieferorthopädie leistet er seit Jahren einen hohen Beitrag zum internationalen Renommee des Wissenschaftsstandortes Österreich, unter seiner Führung zählt die Kieferorthopädie Wien zu den „Top Schools of Orthodontics“ in Europa. Die Auszeichnung ist Bestätigung und Siegel für sein Lebenswerk. Die Universitätszahnklinik Wien gratuliert herzlich! •

Am 21. Juni 1816 geboren, also vor nunmehr 200 Jahren, zeigte Moriz Heider von klein auf großes Interesse für die naturwissenschaftlichen Fächer und wurde Mediziner. Sein berühmter Ausspruch: „Ein honetter Mensch, der was gelernt hat, kann kein Zahnarzt sein“, zeigt deutlich seine Meinung von der damaligen Zahnheilkunde. Es nimmt deshalb nicht wunder, dass er nur widerwillig Assistent des damals berühmten Zahnarztes Georg Carabelli wurde. Nach nur wenigen Monaten Ausbildung verstarb sein Lehrer überraschend. Heider nahm dessen Platz ein, habilitierte ein Jahr später und wurde sehr bald Mitglied der Gesellschaft der Ärzte, führte eine überaus erfolgreiche Praxis und war in ganz Europa bald eine bekannte Persönlichkeit.

Heiders ganzes weiteres Leben galt der Hebung des Ansehens der Zahnheilkunde. Er war nicht nur Meister seines Faches, sondern vor allem Wissenschaftler und Organisator. 1859 gründeten namhafte Zahnärzte des deutschsprachigen Raumes den Centralverein Deutscher Zahnärzte. Ziel war es, durch Etablierung lokaler Zweigvereine im gesamten Deutschen Bund ein zahnärztliches Netzwerk für Aus- und Weiterbildung zu schaffen, aber auch den kollegialen Zusammenhalt zu stärken und durch den regen Erfahrungsaustausch zur Hebung des zahnärztlichen Ansehens beizutragen. So gründete Heider nur zwei Jahre später, am 14. November 1861, den Verein Österreichischer Zahnärzte. Auch diesem stand er vor. In Zusammenarbeit mit dem Histologen Carl Wedl gab er eine „Pathologie der Zähne“ heraus. Leider starb Heider 50-jährig an Tuberkulose. • DDr. Johannes Kirchner, Kustos des Zahnmuseums Wien

DentUnique 4/2016 19


Lehre

Gemeinsam viel erreicht Der österreichische Cluster für Geweberegeneration (Tissue Regeneration) feierte sein zehnjähriges Bestehen. Die Universitätszahnklinik Wien gehört zu den Gründungsmitgliedern dieses wissenschaftlichen Zusammenschlusses.

U

nter Beteiligung des Ludwig Boltzmann Instituts für experimentelle und klinische Traumatologie, der Universitätszahnklinik Wien, der Universitätsklinik für Unfallchirurgie, weiterer Forschungsgruppen der Medizinischen Universität Wien, der AUVA und des Oberösterreichischen Roten Kreuzes wurde im Dezember 2006

20 DentUnique 4/2016

der Forschungscluster für Gewebe­ regeneration gegründet. Seit Anfang 2014 zählen zwölf wissenschaftliche Institutionen aus Österreich zu den Mitgliedern. „Ziel ist es, die Defektbiologie und die Regeneration von Weichteilen, Knorpeln, Sehnen, Bändern, Knochen und Nerven zu erforschen und entsprechende Regenerationsverfahren zu entwickeln“,

erklärt Dr. Sylvia Nürnberger, Leiterin des Histologie- und Ultrastrukturlabors (Competence Center for Morphology – CCM) an der Universitätszahnklinik Wien und damit für eine zentrale Infrastruktureinrichtung des Clusters verantwortlich. Der Vorteil dieses Clusters ist, dass den Mitgliedern Personal, Infrastruktur und vor allem Know-how

Fotos: Regina Klaus, Katrin Bekes

Der große Vorteil des Clusters für Geweberegeneration (Tissue Regeneration) ist, dass Personal, Infrastruktur und vor allem Know-how allen Mitgliedern zugänglich sind.


Lehre

zur Verfügung stehen. Das Histologielabor beispielsweise ist somit auch für die Partner zugänglich, wenn es für deren wissenschaftliche Forschung benötigt wird. Die Universitätszahnklinik Wien bringt sich im Forschungscluster vor allem auf dem Gebiet des Imagings (bildgebende Darstellung) ein. „Der Schwerpunkt der Forschungsgruppen an der Universitätszahnklinik Wien liegt in den Bereichen Hartgewebehistologie, Tissue Engineering und Lasertechnik“, so Nürnberger. Die entsprechenden Forschungsteams können hier auch wertvolle Ergebnisse für den gesamten Forschungscluster liefern. Umgekehrt profitiert auch die Universitätszahnklinik Wien von den Partnern. Beispielsweise gibt es an der FH Technikum Wien ein Bioreaktorlabor, in dem Zellen und Zellmaterialien unter verschiedenen Einflüssen wie Druck oder Sauerstoffkonzentration gezüchtet werden können. Für die Entwicklung und den Betrieb von Bioreaktoren ist einschlägiges Know-how erforderlich. „Bei entsprechenden Fragestellungen gehen wir zu unserem Kooperationspartner“, erklärt Nürnberger. Nicht alle am Cluster beteiligten Einrichtungen verfügen demnach über alle Methoden und über sämtliche Techniken. „Daher empfinde nicht nur ich diese Kooperation als sehr stimulierend: Neue Ideen und neue Projekte kommen auf, die ausgesprochen innovativ sind und hohes Anwendungspotenzial haben“,

so Nürnberger, die weiter ausführt: „Besonders gefällt mir, dass sowohl der Austausch der Informationen als auch die Anfragen einfach und unkompliziert erfolgen. Die beteiligten Personen kennen einander meist persönlich, denn man trifft sich regelmäßig. Zumindest einmal im Jahr kommen sämtliche Teilnehmer des gesamten Forschungsclusters zusammen.“ Zehn Jahre ist diese Zusammenarbeit bereits erfolgreich verlaufen, ein Ende ist nicht in Sicht. Im Gegenteil: „Meiner Meinung nach haben wir aktuell zum Thema Geweberegenera­ tion noch Forschungsbedarf für mindestens 120 Jahre“, sagt Nürnberger durchaus euphorisch. Im Detail meint sie, dass es noch viel zu erkunden gibt rund um so umfassende Themen wie Knorpel, Knochen, Kreuzbänder und Nerven. „Insbesondere brauchen wir fortschrittlichere Biomaterialien, um verkürzte, verbesserte Behandlungsstrategien zu etablieren.“ In den letzten Jahrzehnten wurde auf dem Gebiet der Geweberegeneration bereits viel erreicht. Zukünftig liegt das Potenzial in interdisziplinären Kooperationen, die es erlauben, neueste sowie altbewährte Technologien für Problemlösungen am biomedizinischen Sektor einzusetzen. „In diesem Sinne arbeiten wir im Forschungscluster für Geweberegeneration in zielgerichteter Weise an der Entwicklung und Umsetzung von Behandlungsmethoden, die dem Wohl der Patienten dienen“, resümiert Nürnberger. •

Zur Person Dr. Sylvia Nürnberger, Leiterin des Histologieund Ultrastrukturlabors an der Universitätszahnklinik Wien

Aktuelle Projekte • Hypoxie-basierende Therapie Ein innovativer Ansatz zur Förderung von Pulparegeneration basiert auf den zellulären Sauerstoffsensoren. Das Competence Center for Tissue Engineering and Cell-based Therapies hat hierauf seinen Forschungsfokus gerichtet. Vor allem PatientInnen mit komprimierter Heilungskapazität sollen in Zukunft davon profitieren. Der Cluster für Geweberegeneration bietet Know-how auf dem Gebiet der Histologie zur Klärung von Schlüsselfragen. • Tooth slice organ culture-Modell Das Competence Center for Tissue Engineering and Cell-based Therapies arbeitet an der Entwicklung von innovativen Modellen als Ersatz für Tierversuche: Das Tooth slice organ culture-Modell wurde etabliert. Der Österreichische Cluster für Geweberegeneration unterstützte das Team durch histologische Untersuchungen. Aus der Zusammenarbeit entstanden Forschungsarbeiten, welche in den renommierten internationalen Fachzeitschriften „Journal of Endodontics“ sowie „International Endodontic Journal“ publiziert wurden. • Lasern statt drillen und ätzen Zur Oberflächenbehandlung bei Zahnrekonstruktionen werden Bohrer sowie ätzende Substanzen verwendet. Sowohl das Competence Center for Dental Materials wie auch das Competence Center for Periodontal Research untersuchen laserbasierte Methoden, um Hartgewebe gezielt abtragen zu können. Der Cluster für Geweberegeneration bringt sich bei dem Projekt über rasterelektronenmikroskopische Analysen der Oberflächenveränderungen und Zelladhärenzen ein. • Stammzellen: Knochenregeneration Das Ludwig Boltzmann Institut für experimentelle und klinische Traumatologie untersucht die Verwendung von Fettstammzellen in Kombination mit Wachstumsfaktoren und Fibrin für die Anwendung in der Knochenregeneration. In Zusammenarbeit mit dem Karl Donath Labor der Universitätszahnklinik Wien wurde die Knochenbildung mittels bildgebender Verfahren wie Hartgewebsdünnschliffe sowie Mikrocomputertomografie analysiert und ausgewertet.

DentUnique 4/2016 21


Lehre

Nächster Start ist im September 2017. Die Ausbildung wird in acht Modulen berufsbegleitend abgehalten. Insgesamt umfasst der Kurs 144 Stunden Theorie und Praxis, die einmal im Monat am Freitag und am Samstag unterrichtet werden. Die Nachfrage für den nächsten Kurs ist bereits beträchtlich. Die TeilnehmerInnen sind sehr motiviert und die Evaluierung der ReferentInnen sehr gut.

Strahlendes Lächeln ist stets gefragt Seit September bietet die Universitätszahnklinik Wien die Weiterbildung für zahnärztliche AssistentInnen zur Prophylaxeassistentin/zum Prophylaxeassistenten (PASS) an.

E

s ist so weit: 22 Teilnehmerinnen – vor allem aus Wien und Niederösterreich – haben es geschafft. Die zahnärztlichen Assistentinnen dürfen die Weiterbildung zur Prophylaxeassistentin/zum Prophylaxeassistenten (PASS) an der Universitätszahnklinik Wien absolvieren. Auch wenn es österreichweit mehrere Institute gibt, die diese seit 2012 gesetzlich geregelte Weiterbildung anbieten, so hat die universitäre Umgebung doch etwas Besonderes.

22 DentUnique 4/2016

Ein Großteil der TeilnehmerInnen wird vom Zahnarzt, von der Zahnärztin direkt zur Universitätszahnklinik Wien geschickt. Diese bezahlen meist die Kosten für die Ausbildung, die bei 4.300 Euro liegt. Häufig haben diese schon ihre Ausbildung an der Universitätszahnklinik Wien absolviert und wissen um das gute Niveau. Die Weiterbildung für Prophylaxe­ assistenz an der Universitätszahnklinik Wien findet einmal jährlich statt.

Viefältige Inhalte Die Weiterbildung zur Prophylaxeassitenz deckt sämtliche Bereiche der Mundhygiene sowie die klinische Technik der parodontalen Grunduntersuchung ab. Dazu zählen nicht nur die Beurteilung und Dokumentation des gingivalen und parodontalen Entzündungsgrades, das Erkennen von Veränderungen der Mundschleimhaut, das Aufzeichnen von Veränderungen an der Zahnhartsubstanz und den parodontalen Geweben sowie Beurteilung und Meldung an die Zahnärztin/den Zahnarzt. Auch die

Foto: Zwatzl

Die Teilnehmerinnen an der Prophylaxeweiterbildung mit Kursleiterin Assoc. Prof. Univ.-Doz. DDr. Xiaohui Rausch-Fan und dem Team der Parodontologie

Arbeiten am Phantom Der hohe Standard der Weiterbildung garantiert den künftigen ProphylaxeassistentInnen nicht nur eine intensive theoretische und praktische Ausbildung, sondern verspricht auch eine ansprechende Vermittlung des Wissens. Vor allem das praxisorientierte Arbeiten an den Phantomköpfen der modernen Vorklinik mit Videoübertragung direkt auf den Bildschirm, mit dem jeder Arbeitsplatz ausgestattet ist, war und ist für die Teilnehmerinnen sehr beeindruckend. Sie fühlten sich ausgezeichnet instruiert, was sich auch in der Evaluierung widerspiegelte. Schließlich findet die Weiterbildung in den modernsten Schulungsräumen Europas statt. Supervidiert werden die PASS-TeilnehmerInnen der Universitätszahnklinik Wien im Rahmen der Weiterbildung durch SpezialistInnen für Parodontologie und Prophylaxe, diplomierte DentalhygienikerInnen sowie bereits lange an der Klinik tätige ProphylaxeassistentInnen.


Lehre

Erhebung von Plaque- und Zahnsteinbefall gehört in das Aufgabengebiet der Prophylaxeassistenz. Gegebenenfalls muss diese auch mikrobiologische Untersuchungen und Risikotests abnehmen und durchführen. Ganz wichtig ist jedenfalls die Ins­ truktion und Motivation der PatientInnen zur häuslichen Mundhygiene und Überleitung in ein individuelles regelmäßiges Recall-Intervall sowie die professionelle Zahnreinigung aller sichtbaren Zahnoberflächen mit Schall oder Ultraschall bzw. mit Hand­ instrumenten. Darüber hinaus gilt es auch, eine Prophylaxe in der Kieferorthopädie und in der Kinderzahnheilkunde zu erlernen.

Investition in die Zukunft Alle diese Inhalte und noch viel mehr werden den Teilnehmerinnen bis zum Abschlussmodul im April 2017 beigebracht. Damit sie auch den Titel

„ProphylaxeassistentIn“ tragen dürfen, sind zum Kursabschluss 30 dokumentierte Befundungen in der Praxis des Dienstgebers beziehungsweise der Dienstgeberin vorzuweisen. In der Klinik müssen auch vier dokumentierte PatientInnenfälle unter Supervision zur Qualitätskontrolle dargestellt und eine Abschlussprüfung in Theorie und Pra-

xis absolviert werden. „Dann haben aber die Zahnärztinnen und Zahnärzte bestens ausgebildete MitarbeiterInnen, die den Anforderungen der PatientInnen für professionelle Zahnpflege in der Zahnarztpraxis entsprechen. Denn schließlich nimmt Mundhygiene in der Gesellschaft einen immer größeren Stellenwert ein“, so Prof. Xiaohui Rausch-Fan. •

Das Team Kursleitung: Assoc. Prof. Univ.-Doz. DDr. Xiaohui Rausch-Fan In die Lehre eingebunden ist das Team Parodontologie des Fachbereichs Zahnerhaltung und Parodontologie der Universitätszahnklinik Wien. Auskunft: pass-zmk@meduniwien.ac.at. www.unizahnklinik-wien.at/de/weiterbildung/pass/

46. Internationale Kieferorthopädische Fortbildungstagung

Kitzbühel 4. – 11. März 2017 Tagungsleiter: o. Univ.-Prof. Dr. Hans-Peter Bantleon Informationen: Christine Lusser E-Mail: [tagung-kitz@aon.at] Maria Strobl E-Mail: [maria.strobl@meduniwien.ac.at]

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DentUnique 4/2016 23

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