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P.b.b. 14Z039972 M Universitätszahnklinik Wien, Sensengasse 2a, 1090 Wien

Behandlungsmöglichkeiten von Einzelzahnlücken – 04 1 | 2018

Erfolgreiche SiegerInnen beim „Ästhetik Projekt“ – 16 Die Anästhesie stellt sich vor – 22

Das Journal der Universitätszahnklinik Wien

STRAHLENSCHUTZ Mit Hilfe von Strahlenschutzschienen werden TumorpatientInnen bei der Strahlentherapie zukünftig noch besser geschützt


Editorial

Sehr geehrte LeserInnen!

U

nser Journal DentUnique gibt Ihnen einen exklusiven Einblick in die Tätigkeiten an der Universitätszahnklinik Wien.

Wir berichten über aktuelle Forschungserkenntnisse, schildern PatientInnenfälle und informieren über die zahlreichen Weiterbildungsmöglichkeiten an der Universitätszahnklinik Wien.

Einer der Schwerpunkte dieser Ausgabe liegt auf der navigierten Autotransplantation. Diese neue, innovative Methode stellt einen schonenden und Erfolg versprechenden Therapieansatz dar.

Univ.-Prof. DDr. Andreas Moritz, Vorstand

Ein weiteres Thema dieser Ausgabe sind Strahlenschutzschienen für TumorpatientInnen. Mit Hilfe dieser Schienen werden TumorpatientInnen bei der Strahlentherapie zukünftig noch besser geschützt.

Zusätzlich freuen wir uns, zwei Studierende der Universitätszahnklinik Wien beglückwünschen zu dürfen. Sie haben beim „Ästhetik Projekt 2017“ den ersten und zweiten Preis gewonnen! Wir stellen die beiden Patientenfälle in dieser Ausgabe vor.

Wir möchten Sie mit dem Journal DentUnique an unserem klinischen Alltag teilhaben lassen und freuen uns auf eine gute Zusammenarbeit mit Ihnen – zum Wohle der ­PatientInnen!

Impressum: Medieninhaber/Herausgeber: Universitätszahnklinik Wien GmbH, 1090 Wien, Sensengasse 2a, Tel.: +43 1/400 70, Fax: +43 1/400 70-3039, E-Mail: office-zmk@meduniwien.ac.at, www.unizahnklinik-wien.at Herausgeber: Geschäftsführer Univ.-Prof. DDr. Andreas Moritz und Thomas Stock Erscheinungsort: Wien Auflage: 5.000 Verlag: Albatros Media GmbH, Grüngasse 16, 1050 Wien, office@albatros-media.at, www.albatros-media.at Redaktion: Mag. Marianne Kitzler (Leitung), Mag. Andrea Fallent, Mag. Sabine Karrer, Mag. Daniela Purer Grafik & Produktion: Julia Proyer Verlagsleitung: Otto Koller Designkonzept: Julia Proyer Lektorat: www.onlinelektorat.at Coverfoto: Universitätszahnklinik Wien/Fuchs Fotos: Falls nicht anders angegeben: Universitätszahnklinik Wien Druck: NÖ Pressehaus, 3100 St. Pölten Offenlegung gemäß § 25 Mediengesetz Die Universitätszahnklinik Wien GmbH ist eine 100%-Tochtergesellschaft der Medizinischen Universität Wien, www.meduniwien.ac.at/homepage/info/impressum. Grundlegende Richtung des Magazins: DentUnique informiert Zahnärztinnen, Zahnärzte, Studierende und MitarbeiterInnen der Universitätszahnklinik Wien über Forschung, Fallstudien, Weiterbildungsangebote und die Tätigkeiten der Institution.

02 DentUnique 1/2018


Inhalt

Inhalt

04

Forschung

In den Kalender Die Lange Nacht der Forschung am 13. 4. 2018 – save the date!

04 Behandlungsmöglichkeiten von Einzelzahnlücken: Grundlegendes Wissen vermitteln

Die Universitätszahnklinik Wien ist beim größten Forschungsevent Österreichs dabei. Am Programm stehen ExpertInnenvorträge und praktische Demonstrationen aus der aktuellen zahnmedizinischen Forschung.

Praxis 07 Damals: Horace Wells, Pionier der modernen Narkose 08 Strahlenschutzschienen für TumorpatientInnen

08

10 Navigierte Autotransplantation von Zähnen, Teil 2 13 Ästhetische Füllungstherapie mit modernsten Materialien

Menschen 16 „Ästhetik Projekt 2017“: erfolgreiche SiegerInnen

16

18 Kluge Köpfe 19 Klinikleiter der Universitäts zahnklinik Wien erhält Ehren kreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse

Lehre

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20 Gut zu wissen 21 80 Jahre „freie“ Medizin 22 Die Anästhesie stellt sich vor

Basiskurs Implantologie im Fachbereich Orale Chirurgie. ZMK inkl. Live-OP, Vorträge über Anatomie, Histologie und chirurgisches Vorgehen, Prothetik und Übung am Phantom Kursleitung: Ao. Univ.-Prof. DDr. Christian Ulm Datum: 8. 6. 2018 Uhrzeit: 7.30–17 Uhr Ort: Besprechungszimmer Orale Chirurgie, Universitätszahnklinik Wien, Sensengasse 2a, 1090 Wien Anmeldung bis 1. 6. 2018 unter: oralechirurgie-kurse@meduniwien.ac.at ZFP-Fortbildung: 11 Punkte Zum 5. Mal: Universitätslehrgang Parodontologie: Parodontologisches Spezialwissen und klinische Fertigkeiten Kursleitung: Dr.in Corinna Bruckmann, MSc Beginn: September 2018 Ort: Universitätszahnklinik Wien, Sensengasse 2a, 1090 Wien Anmeldung unter: www.meduniwien.ac.at/paromaster

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Forschung

Grundlegendes Wissen vermitteln Eine Wiener Publikation durchleuchtete die Bedeutung der PatientInnenaufklärung bzw. -information rund um die Behandlungsmöglichkeiten von Einzelzahnlücken.

PatientInnen werden ausführlich über Behandlungsmöglichkeiten und -optionen informiert, was sowohl für PatientInnen als auch ÄrztInnen in der Folge einen geringeren Aufwand bedeutet.

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Forschung

D

ie Möglichkeiten der Versorgung von Einzelzahnlücken umfassen dentale Implantate, festsitzende und abnehmbare prothetische Lösungen sowie den kieferorthopädischen Lückenschluss. Für die zahnärztliche Behandlerin/den zahnärztlichen Behandler gilt es neben den wissenschaftlichen Grundlagen und der empirischen Evidenz der Überlebensraten auch individuelle enorale Besonderheiten sowie die Wirtschaftlichkeit zu berücksichtigen. Hierbei darf auch die PatientInnenaufklärung und -information nicht außer Acht gelassen werden. Diese unterliegen ebenfalls dem Aufgabengebiet der ÄrztInnen. Der Anstieg an Publikationen in den letzten Jahren zu diesem Thema unterstreicht das zunehmende Interesse daran, PatientInnen besser zu informieren. Diese Studie sah es somit erstmals als Ziel, den Grad des Wissens sowie die Aufklärung der PatientInnen systematisch anhand der bestehenden Literatur zu evaluieren.1

29 fragebogenbasierte Studien wurden evaluiert Mit Hilfe von vier wissenschaftlichen Datenbanken – Pubmed, OvidSP, Scopus und Google Scholar – konnten in einem Zeitraum von 1988 bis 2015 insgesamt 183 Publikationen zum Thema identifiziert werden. Eingeschlossen wurden 29 fragebogenbasierte Studien, welche Parame-

ter wie zum Beispiel die Bekanntheit von Behandlungsalternativen, das Basiswissen darüber, die Informationsquelle, die Einstellung oder Präferenz gegenüber der Behandlung oder den Grund der Ablehnung einer Versorgungsmöglichkeit untersuchten. Es zeigte sich eine geografische Vielfalt der inkludierten wissenschaftlichen Arbeiten, die aus 16 unterschiedlichen Ländern stammten. Insgesamt umfassten diese 23.702 aktive StudienteilnehmerInnen, zumeist aus der allgemeinen Bevölkerung. Bekanntheit und das Wissen über Behandlungsalternativen sowie die Informationsquelle Fundamental in der Aufklärung von PatientInnen ist es, diese über Behandlungsalternativen zu informieren und grundlegendes Wissen darüber zu vermitteln. In 25 Studien – und somit am öftesten – wurde die Bekanntheit von Versorgungsalternativen erfragt, welche im Mittel zwischen 50 % und 62 % lag. Einfache Fragen zur Funktion oder Haltbarkeit beispielsweise konnten knapp 53 % der TeilnehmerInnen richtig beantworten, wobei fast zwei Drittel gleichzeitig den Bedarf an mehr Wissen angaben. Die Hauptquelle an Information war mit Abstand die ZahnärztIn. ‣

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Forschung

Bekannte und Medien wie Zeitschriften oder Beiträge im Fernsehen, Internet oder Radio standen gemeinsam an zweiter Stelle, nachfolgend von anderen PatientInnen als Informationsquelle.

Einstellung und Präferenz gegenüber der Behandlung sowie Gründe der Ablehnung einer Versorgungsmöglichkeit Die Meinungsbildung bei PatientInnen erfolgt ebenfalls individuell in Abhängigkeit mit deren Wissen. Kenntnisse über die Einstellung der PatientInnen gegenüber der Versorgungsmöglichkeit von Einzelzahnlücken können unter anderem ebenfalls Rückschluss auf den Wissensstand der PatientInnen bieten. Am positivsten waren die PatientInnen gesamt gesehen dem dentalen Implantat gegenüber eingestellt, wobei sich den zweiten Platz die Lösung mittels festsitzender und mittels abnehmbarer Prothetik teilten. Bevorzugt wurde dennoch deutlich mit 56 % die festsitzende Brücke, wonach das Implantat mit 45  % und mit 17  % weit abgeschlagen die abnehmbare Prothese folgten. Gründe für die Ablehnung waren bei mehr als der Hälfte die hohen Kosten, bei einem Viertel der PatientInnen Komplikationen, Angst oder auch Wissensdefizite in Bezug auf die Versorgungsmöglichkeit und bei jedem Fünften die lange Behandlungsdauer. Schlussfolgerungen Die Ergebnisse zeigen, dass die behandelnden ZahnärztInnen die wichtigste Rolle auch aus Sicht der PatientInnen spielen. Aus unterschiedlichen Blickwinkeln zeigen sich der erhöhte Bedarf und Wunsch nach mehr PatientInneninformation. Mögliche Vorteile können hierbei eine verbesserte Compliance und in der Folge ein geringerer Aufwand für ÄrztInnen, aber auch für PatientInnen sein. Bisherige Publikationen weisen eine hohe Heterogenität in Bezug auf die untersuchten Parameter sowie die Anzahl an StudienteilnehmerInnen vor. Unterschiede in den Ergebnissen einzelner Studien sah man nicht nur im internationalen, sondern auch im nationalen Vergleich. Gründe hierfür könnten die uneinheitlichen Studiendesigns sein. Diese zusammenfassende Arbeit kann somit ebenfalls als Grundlage zur Standardisierung zukünftiger Studien dienen. •

Patient information on treatment alternatives for missing single teeth – systematic review; Eur J Oral Implantol 2016; 9 Suppl 1:S45–57.

1

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Hintergrund der Studie Die Konsensus-Konferenz 2015 der „Foundation for oral Rehabilitation“ (FOR, www.for.org) in Mainz sah es als zentrales Thema, die Rehabilitation von Einzelzahnlücken zu evaluieren. Zwölf geladene ExpertInnen des zahnmedizinischen Bereiches aus aller Welt fanden sich hierbei zusammen, um unterschiedliche Aspekte thematisch zu begutachten. Im Vorfeld entstand hierzu eine systematisch zusammenfassende Publikation, die in Zusammenarbeit von Ing. DDr. Michael Edelmayer und Prof. DDr. Gabor Tepper gemeinsam mit Dr. Katharina Woletz, Prof. DDr. Christian Ulm und Prof. DDr. Werner Zechner entstand. Diese wissenschaftliche Arbeit („Patient information on treatment alternatives for missing single teeth – systematic review“) wurde 2016 im „European Journal of Oral Implantology“ veröffentlicht und gewann den „Rudolf-SlavicekPreis 2017“.

Zur Person Ing. DDr. Michael Edelmayer Fachbereich Orale Chirurgie, Leiter Spezialambulanz Mundschleimhauterkrankungen Competence Center for Tissue Engineering and Cell-Based Therapies


Damals

Horace Wells (1815 Hartford, Vermont –1848 New York City)

Foto: Zahnmuseum Wien

Der amerikanische Zahnarzt Horace Wells gilt als der wichtigste Pionier der modernen Narkose.

Obwohl Äther, Lachgas und Chloroform schon vor Wells’ Entdeckung bekannt waren, sollte es dem Zahnarzt Wells, der nach seinem Chemiestudium gemeinsam mit William T. G. Morton (siehe nächste DentUnique-Ausgabe) eine Zahnarztpraxis in Hartford eröffnet hatte, vorbehalten bleiben, Lachgas für die moderne Medizin nutzbar zu machen. Damals benutzte man schon Lachgas als Partydroge. Bei „ether frolics“ oder „laughing gas parties“ erfreute sich Lachgas als Rauschdroge großer Beliebtheit. Auf einer dieser Veranstaltungen im Jahre 1844 beobachtete Wells einen Mann, der im Lachgasrausch über eine Kante stolperte und die dadurch entstandene tiefe Wunde an seinem Schienbein emotionslos hinnahm. Im selben Jahr ließ er sich selbst unter Lachgas einen Zahn ziehen. Als er wieder aus der Narkose erwachte, soll er gerufen haben: „A new era in tooth pulling. It did not hurt me so much as the prick of a pin!“ Im Jahr darauf demonstrierte er am Boston General Hospital vor Studenten die Lachgasnarkose. Leider aber hatte er die Dosis für den Patienten, einen übergewichtigen Alkoholiker, falsch berechnet. Dieser schrie während der Operation laut auf. Alle lachten und verspotteten Wells. Der erlitt einen Nervenzusammenbruch und wurde in der Folge chloroformsüchtig. Im Rausch verletzte er zwei Damen und landete im New Yorker Gefängnis Tombs Prison. Dort versetzte er sich in einen Chloroformrausch und beging anschließend Selbstmord, indem er sich eine Beinschlagader aufschnitt. • DDr. Johannes Kirchner, Kustos des Zahnmuseums Wien

Richtige Mundhygiene von Anfang an.

MAM Oral Care Produkte für gesunde Kinderzähne. Studien bestätigen: Karies ist eine der häufigsten Erkrankungen im Kindesalter. Bereits ein Drittel der Einjährigen weist ein erhöhtes Risiko auf, an Frühkindlicher Karies (Early ChildhoodCaries, ECC ) zu erkranken.* Aus diesem Grund entstand das prämierte Präventionsprojekt „Vorsorge vor der Sorge“, das MAM von Anfang an unterstützte. Dabei arbeiteten Zahnmediziner und Hebammen intensiv zusammen, um eine frühzeitige Sensibilisierung der Eltern in Punkto Zahngesundheit zu erreichen. Das Vorsorgeprogramm unter der Leitung von Dr. Yvonne Wagner, Zahnärztin am Universitätsklinikum Jena (DE), war ein voller Erfolg: Weil Eltern früher und intensiver mit der Zahnpflege begannen, hatten die Kinder im Präventionsprogramm eine signifikant bessere Mundgesundheit. Das Projekt wurde schließlich mit dem Wrigley Prophylaxe Preis 2014 ausgezeichnet. Die wichtigsten Maßnahmen für Zahngesundheit bei Babys: Schon in der Schwangerschaft mit der richtigen Mundhygiene beginnen. Bereits vor dem ersten Zahn den Mundraum reinigen. Ab dem ersten Zahn mit einer fluoridhaltigen Zahnpaste täglich putzen. Richtige Zahnputztechnik (Kaufläche, dann Zahnaußen- bzw. innenseite). Erster Zahnarztbesuch im 1. Lebensjahr. Eine zahnfreundliche Ernährung verringert das Risiko von ECC zusätzlich. Der MAM Oral Care Rabbit zur Massage des Zahnfleisches trägt zur Gewöhnung an die tägliche Mundpflegeroutine bei. Und die MAM Training Brush mit dem extra langen Griff ermöglicht Eltern und Kind das gemeinsame Halten und Führen der Bürste und damit ein optimales Training für die richtige Zahnreinigung. *Wagner Y., Heinrich-Weltzien R. Oral Health of One-Year-Old Thuringian children, Germany. EADPH 2011 Rom

Die vollständigen Studien finden Sie unter: mambaby.com/professionals

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Praxis

Strahlenschutzschienen für TumorpatientInnen In der allgemeinen Ambulanz der Universitätszahnklinik Wien werden PatientInnen der Universitätsklinik für Strahlentherapie am AKH Wien mit Strahlenschutzschienen versorgt.

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ro Woche werden aktuell zwischen zwei und fünf neue PatientInnen vorgestellt, insgesamt werden im Jahr rund 170 PatientInnen betreut. Die Strahlenschutzschiene hat den Zweck, die Streustrahlung, die durch die Tumorbehandlung an den metallischen Versorgungen der Zähne ersteht, zu minimieren und dadurch Strahlenschäden an der Mundschleimhaut zu verhindern.

Anamnese und Mundhygienestatus Entscheidend für die Behandlungsplanung sind die Informationen, die auf der Zuweisung vermerkt sind. Zu den Parametern, die berücksichtigt werden müssen, zählen die Tumorlokalistation, das Tumorstadium, die Strahlendosis, das Strahlenfeld sowie der Beginn der Radiotherapie. Im Rahmen der Erstvorstellung in der allgemeinen Ambulanz der Universitätszahnklinik Wien wird von PatientInnen ein Orthopantomogramm (OPG) angefertigt sowie ein Kleinbildstatus erhoben. Auf diesen Befunden basierend beginnt die detailierte Diagnostik, welche sowohl kariöse Läsionen, apikale Beherdungen, Zysten als auch insuffiziente Versorgungen aufzeigen können. Bei vielen PatientInnen zeigt sich eine insuffiziente Mundhygiene, weshalb initial eine globale Reinigung stattfindet, gefolgt von Mundhygieneinstruktionen und Mundhygienemotivation.

Die Strahlenschutzschiene wird individuell angefertigt, um Strahlenschäden an der Mundschleimhaut zu verhindern.

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Sanierung der Zähne Bis zum Beginn der Radiotherapie werden die PatientInnen so schnell wie möglich in mehreren Sitzungen konservierend und chirurgisch saniert. Für die vollständige Sanierung verbleiben in der Regel nicht mehr als zwei Wochen, bis mit der Radiotherapie begonnen werden muss. Die Restaurationen kariös bedingter Zahnhartsubstanzläsionen werden durch Füllungsmaterialien (Komposite und Glasionomerzement) durchgeführt. Ist die Strahlendosis hoch, werden beherdete Zähne, die im Strahlenfeld liegen, extrahiert. Anders wird bei Zähnen vorgegangen, die nicht im Strahlenfeld liegen oder mit niedriger Strahlendosis bestrahlt werden: In diesen Fällen könnte man stattdessen eine Wurzelbehandlung durchführen.


Praxis

Herstellung der Schiene Es werden Abdrücke mit Alginat im Oberkiefer und Unterkiefer angefertigt und an den Zahntechniker zur Modellerstellung geschickt. Am Gipsmodell werden untersichgehende Stellen mittels Wachs ausgeblockt. Anschließend wird mittels Tiefziehgerät die Schiene erstellt. An den PatientInnen wird mit Hilfe der Schere die Schiene nachbearbeitet. Die Strahlenschutzschiene besteht aus einem 4 oder 5 mm dicken Thermoplast aus Ethylenvinylacetat (EVA). Nachdem die Strahlenbelastung mit dem Quadrat der Entfernung abnimmt, dient diese stärkere Kunststoffschiene der Distanzschaffung zur oralen Mukosa hin, wodurch die Mundschleimhaut besser geschützt wird. Während der circa 6 bis 8 Wochen dauernden Radiotherapie tragen die PatientInnen die Schiene nur während der Bestrahlungen. Nebenwirkungen minimieren Als häufige Komplikationen bzw. Nebenwirkungen der Radiotherapie können Strahlenkaries und Knochennekrose

vorkommen. Zur Vermeidung von Knochennekrosen ist eine Zahnextraktion mindestens 7 bis 10 Tage vor Beginn der Bestrahlung durchzuführen. Bei Wundheilungsstörungen muss der Beginn der Radiotherapie nach hinten verschoben werden. Im Anschluss an eine Radiotherapie sollte für einen Zeitraum von mindestens 24 Monaten keine Zahnextraktion stattfinden. Deshalb wird eine anschließende prothetische Versorgung im Vorfeld interdisziplinär mit Dr. Edmund Kukla (Abteilung CCU-Comprehensive Center Unit) mitgeplant. Rücküberweisung und Kontrolltermine Am Ende der Behandlung in der allgemeinen Ambulanz der Universitätszahnklinik Wien wird der Konsiliarbefund erstellt. Liegt eine Freigabe vor, so kann die/der PatientIn umgehend zurücküberwiesen werden, und es kann mit der Radiotherapie begonnen werden. Während und nach der Strahlentherapie erhalten die PatientInnen Kontrolltermine, um eventuelle Komplikationen frühzeitig zu erkennen. •

Für die Maskenanpassung der Strahlenschutzschiene werden Abdrücke mit Alginat im Oberkiefer und Unterkiefer angefertigt und an die Zahntechnik zur Fertigstellung geschickt.

Das Team Dr. Ivana Buchmayer, Allgemeine Ambulanz Dr. Edmund Kukla, CCU – Comprehensive Center Unit

DentUnique 1/2018 09


Praxis

Navigierte Autotransplantation von Zähnen Eine neue OP-Methode mit virtuell geplanten dreidimensionalen chirurgischen Schablonen wurde zur Behandlung eines 11-jährigen Patienten nach einem schweren Trauma mit Avulsion von bleibenden Schneidezähnen im Oberkiefer eingesetzt – ein schonender und Erfolg versprechender Therapieansatz, Teil 2.

E Abb. 1: Klinisches Bild des Patienten 12 Monate nach der Autotransplantation in Regio 11, 21

Abb. 2: Panoramaröntgen nach 12 Monaten mit den in die obere Schneidezahnregion transplantierten zweiten Prämolaren

10 DentUnique 1/2018

in 11-jähriger Patient wurde ein Monat nach einem maxillofazialen Trauma mit einer Avulsion seiner bleibenden zentralen Schneidezähne im Oberkiefer überwiesen. Eine Replantation unmittelbar nach dem Trauma war nicht möglich, da die zwei fehlenden Zähne nicht gefunden werden konnten. Die Behandler entschlossen sich zu einer Autotransplantation der beiden zweiten Prämolaren im Unterkiefer in die Oberkieferfrontregion mit einer ästhetischen Versorgung und orthodontischen Behandlung nach der Eruption der Eckzähne zur Korrektur der Malokklusion und zum Lückenschluss im unteren Zahnbogen. Erfolgreiche ästhetische Versorgung Sechs Monate nach dem Eingriff wurden intraorale Scans der Kiefer und virtuell geplante Komposit-Veneers angefertigt (DWOS Crown & Bridge CAD Software, Dental Wings). Dies konnte ohne Bedarf einer Oberflächenreduktion an den Zähnen prothetisch erfolgen, da diese Position bereits präoperativ geplant worden war. Mit dem Einbringen der CAD/ CAM-Komposit-Veneers (S2 Impression, Dental Milling Machines; vhf camfacture) mit Klebezement (Variolink Esthetic LC; Ivoclar Vivadent) wurde die funktionelle und ästhetische Versorgung abgeschlossen (ergänzende


Praxis

Abb. 3: Intraorales Röntgenbild bei der Nachkontrolle der autotransplantierten Zähne in Regio 11, 21 nach 12 Monaten – mit der Dokumentation einer weiteren Wurzelentwicklung und einer regulären Obliteration der Pulpa, mit einem physiologischen parodontalen Ligament und einer normalen Ausbildung der Lamina dura.

Abbildungen S32–S39 online unter www.jendodon.com). Bei der Nachkontrolle nach 12 Monaten waren der Patient und seine Eltern mit der Funktion und der ästhetischen Versorgung sehr zufrieden. In den klinischen und radiologischen Untersuchungen zeigten die transplantierten Zähne physiologische parodontale Parameter und keine Zeichen von pathologischen Prozessen oder Wurzelresorption und die Transplantate sprachen positiv auf die thermischen Pulpentests an (Abb. 1–3). Diskussion In den vergangenen Jahrzehnten hat die moderne Zahnmedizin in erster Linie von neu entwickelten Methoden zur radiologischen Bildgebung profitiert. Solche neuen Techniken helfen nicht nur bei der Verbesserung der Diagnose und der Therapieplanung, sondern können auch bei der Entwicklung neuer Therapieverfahren von Nutzen sein, wie etwa einer geführten oder navigierten Implantation mit dem Einsatz von Schablonen zur Verbesserung von chirurgischen und prothetischen Verfahren. Die derzeit verfügbaren Softwareprogramme modifizieren den Herstellungspro-

zess für diese Schablonen mit der Verarbeitung von STL-Dateien der Zahnmodelle oder intraoralen Scans und reduzieren sowohl die Planungsund Entwurfsdauer als auch die Therapiekosten und vermeiden zudem auch eine erneute Strahlenbelastung, da keine zusätzlichen radiologischen Untersuchungen für die Erstellung der Schablonen erforderlich sind. Diese neuen Entwicklungen, mit denen präzise 3D-Druckschablonen angefertigt werden können, wurden für diese präsentierte Technik vollständig angepasst, um eine neuartige Planungsmethode zu ermöglichen, bei der alle empfohlenen Leitlinien und chirurgischen Methoden für eine Autotransplantation nach den neuesten Gesichtspunkten umgesetzt werden können.

Zahnrepliken als chirurgische Anleitung Wie bei komplexen Fällen vorgesehen, sollten präoperativ aus 3Dradiologischen Bildern hergestellte Modelle von Zahnrepliken als chirurgische Anleitungen bei der Autotransplantation von unreifen oder reifen Zähnen eingesetzt werden, um so die Präparation der Empfängerstellen zu erleichtern. Zusätzlich können so die Zeit der Transplantate außerhalb der Alveolen verkürzt sowie die Zahl der Einpassversuche auf ein Minimum reduziert und damit Schäden an den vitalen Zahnstrukturen vermieden werden. Diese neuesten Fortschritte auf dem Gebiet der Autotransplantation könnten den Erfolg und die Überlebensrate durch eine Erhaltung des parodontalen Ligaments und der apikalen Strukturen der Spenderzähne verbessern; daher könnten auf diese Weise ein natürlicher Ersatz gewährleistet, entzündliche Resorptionen der Transplantate vermieden und eine orthodontische Bewegung dieser vitalen Zähne nach dem Eingriff sichergestellt werden. Zudem konnte erst vor kurzem gezeigt werden, dass diese erstellten 3D-Prototypen der Zähne in Zukunft auch die allgemei-

ne chirurgische Verfahrensdauer generell reduzieren könnte.

Anpassungsprozess minimiert iatrogene Einflüsse Mit unserer Modifizierung des Softwareprogramms für diesen innovativen chirurgischen Ansatz konnte ein neuartiges Modell von Zahnrepliken der Spenderzähne virtuell anhand der unreifen Wurzelbildung entworfen werden. Zusätzlich konnten aber auch 3D-Modelle mit einer virtuellen Modellierung gemäß der Entwicklung der Hertwig’schen Epithelscheide hergestellt werden. Ziel dieses Anpassungsprozesses war es, iatrogene Schädigungen der empfindlichen apikalen Strukturen aber auch die Einpressdruckschäden, vor allem an den apikalen Komponenten während des Eingriffs, zu vermeiden. Dadurch können vitale Zahntransplantate mit einer postoperativen Revaskularisierung der Pulpa und mit einer voranschreitenden Wurzelentwicklung sichergestellt und somit zusätzliche postoperative endodontische Behandlungen reduziert oder vollständig vermieden werden. Diese neue chirurgische Methode ermöglicht nicht nur die Wahl der am besten geeigneten Spenderzähne anhand der Morphologie und der Wurzelentwicklung, sondern kann auch die ideale 3D-Position und die erforderlichen 3D-Dimensionen der Alveole während des Eingriffs zeigen. Sollte sich während des Planungsprozesses das Platzangebot an der mesialen und distalen Seite des Transplantats als unzureichend erweisen, kann zudem vor dem geplanten Eingriff eine orthodontische Lückenöffnung durchgeführt werden, um so eine traumatische Abtragung von Zahnstrukturen zu vermeiden. Es können somit 1-phasige oder auch 2-phasige Eingriffe mit diesem Ansatz durchgeführt werden. Eine okklusale Interferenz, die zu unregelmäßigen Kontakten zwischen Spenderzähnen und Gegenzähnen führt, kann ebenfalls vermieden werden. ‣ DentUnique 1/2018 11


Praxis

Die infraokklusale Position und die Einbringung mit physiologischer Mobilität kann bereits vor dem tatsächlichen Eingriff geplant werden. Durch den Import von STL-Dateien der Kiefer und deren Überlagerung mit dem radiografischen Datensatz ermöglicht der neue Planungsprozess für Autotransplantationen, dass der Spenderzahn wie ein Implantat positioniert werden kann, und zwar nicht nur anhand seiner optimalen chirurgischen Position, sondern auch gegen den benachbarten und kontralateralen Zahn und somit in seiner optimalen prothetischen Relation. Daher kann eine solche vollständige Umsetzung dieses digitalen Arbeitsablaufs auch eine höhere Präzision als modellbasierte chirurgische Schablonen in der Zukunft bieten. Die ideale ästhetische und funktionelle Position kann ebenfalls vorgeplant werden. Daher können – wie im vorliegenden Fall gezeigt – durch eine exakte virtuelle Vorplanung anhand der 3D-Position der Transplantationen Non-Prep-Veneer-Rekonstruktionen der unreifen Spenderzähne erreicht werden. Präparationen und somit mögliche postoperative endodontische Behandlungen lassen sich so vermeiden. Potenzieller Fortschritt für Autotransplantationsverfahren Die Anfertigung der entwickelten chirurgischen Schablonen erfolgt durch eine Überlagerung der entsprechenden chirurgischen Bohrer, Zahnim-

plantate oder Spenderzähne in den jeweiligen Empfängerstellen. Ähnlich wie bei der Therapieplanung für Zahnimplantate bietet diese Methode einerseits eine navigierte Präparation eines Osteotomiepfades mit einem Pilotbohrer, andererseits auch eine graduelle Bohrung auf die endgültige Breite. Wobei die Bohrtiefe ebenfalls vorgeplant und mit entsprechend geführten chirurgischen Bohrern oder Instrumenten durchgeführt werden kann. Aufgrund der vollständigen virtuellen Darstellung der Gegebenheiten könnte dieser digitale Arbeitsansatz zukünftige Autotransplantationsverfahren erheblich vereinfachen und sogar die Behandlung von schweren und komplexen Fällen überhaupt ermöglichen. Schließlich können modifizierte 3D-Zahnreplika-Modelle zur Untersuchung des Bohrfortschritts eingesetzt und auch zur Unterstützung der endgültigen Präparation in bukkaler und bukkopalatinaler Ebene intraoperativ verwendet werden. Diese angepassten Zahnmodelle in optimaler Position können auch zukünftig in speziell angefertigten Schablonen integriert werden, um so die exakten dreidimensional vorgeplanten Positionen und die bevorzugte okklusale Lokalisierung während der Operation nach empfohlenen Leitlinien anzuzeigen. Schonender Therapieansatz für höhere Erfolgsquoten Diese erstmals präsentierte innovative Technik bietet einen voll umsetzba-

Das Team Assoc. Prof. Priv.-Doz. Dr. Georg D. Strbac, Fachbereich Orale Chirurgie Univ.-Ass. Dr. Katharina Giannis, Leiterin Spezialambulanz Endodontie Univ.-Ass. Dr. Michael H. Bertl, Fachbereich Kieferorthopädie

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ren digitalen Workflow zur präzisen präoperativen Planung und zur navigierten Osteotomie während einer Autotransplantation. Dieser Ansatz könnte in Zukunft alle empfohlenen Leitlinien und chirurgischen Techniken mit der Hilfe von neuen chirurgischen Schablonen umsetzen, um durch eine entsprechende Erhaltung von Weich- und Hartgewebe und eine Vermeidung von Schädigungen verletzbarer Zahnstrukturen einen atraumatischen Therapieansatz sicherzustellen. Mit der Anwendung dieser genau virtuell geplanten und gedruckten 3D-Schablonen könnte diese Methode dabei helfen, äußerst komplexe chirurgische und prothetische Verfahren durchzuführen und somit höhere Erfolgsraten bei zukünftigen Autotransplantationen sicherzustellen. •

Diese innovative Operationsmethode wurde beim Meeting der American Association of Endodontists 2017 als beste neu publizierte Behandlungsmethode aus dem Jahr 2016 prämiert. Der Journal of Endodontics Award wurde Georg Strbac Ende April 2017 in New Orleans, USA, verliehen.1

Strbac GD, Schnappauf A, Giannis K, Bertl MH, Moritz A, Ulm C, Guided Autotransplantation of Teeth: A Novel Method Using Virtually Planned 3-dimensional Templates. J Endod 2016 Dec; 42(12): 1844–1850

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Praxis

Ästhetische Füllungstherapie mit modernsten Materialien Zwei StudentInnen der Universitätszahnklinik Wien holten den ersten und zweiten Platz beim „Ästhetik Projekt 2017“. Ihre Aufgabenstellungen: Patientenfälle mit den Indikationen „Caries profunda“ und „Bruxismus mit stark abradiertem Gebiss“.

Abb. 1: Der 43-jährige Patient mit Caries profunda im Frontzahnbereich

U

nter der Anleitung von Dr. Anja Jankovic-Pejicic und Dr. Marija Cakarevic erreichten die StudentInnen Verena Haas und Niko Matija Jelen den 1. und 2. Platz. Beide konnten ein ästhetisch und funktionell zufriedenstellendes Ergebnis für ihre Patienten erreichen. Fall 1, Verena Haas: Aufgabenstellung „Generalsanierung“ Der Patient (43 Jahre) kam mit dem Wunsch einer Generalsanierung an die Universitätszahnklinik Wien. Nach einer intra- und extraoralen Inspektion

Abb. 2: Das Endergebnis mit Vertikalisierung und Frontzahnfüllungen

ergab sich die Diagnose ,,Caries profunda“ im Frontzahnbereich und „Verlust der vertikalen Dimension durch das Fehlen der seitlichen Abstützung“ (Abb. 1, 3). Bei einer individuellen Fallplanung gemeinsam mit dem Patienten entschied man sich für folgende Therapie: Vertikalisierung mittels Immediatprothesen um 3 mm und ästhetische Frontzahnfüllungen an den Zähnen 12, 11, 21, 22 (Abb. 2, 4). Der Patient bekam die Prothesen circa einen Monat bevor ich mit den ästhetischen Frontzahnfüllungen begonnen hatte, um sich an diese zu gewöhnen. Von dem

Patienten wurden Alginatabdrücke genommen, die anschließend mit Hilfe des anatomischen Transferbogens und einer Bissnahme mit Lauritzenstreifen einartikuliert wurden. Anhand dieses Situationsmodells konnte nun ein ästhetisches Wax-up mit einem Silikonschlüssel erstellt werden. Anschließend wurde die passende Farbe mit Hilfe des Farbschlüssels von Heraeus Venus® Pearl bestimmt. Ich entschied mich für eine Kombination aus den Farben A3,5 und A4, um einen natürlichen Farbverlauf zu gestalten. Laut dem Venus® Pearl Layering Guide wurden mir die Farben ODC (Opaque Dark Chromatic) als opaker Dentinkern und AM (Amber) als Inzisalfarbe empfohlen. Mit Hilfe dieser Farben konnte ich den Zahn sehr natürlich gestalten, ohne dass er seinen Farbverlauf oder seine eigene Transluzenz verliert.

Therapiebeginn nach Kariesexkavation Nun konnte ich mit der Therapie beginnen. Ich habe mit den Zähnen 11 und 21 angefangen. Nach vollständiger Kariesexkavation legte ich einen Kofferdam an und reinigte die Kavität mit Chlorhexidin. Nachdem die Präparation wieder trockengelegt wurde, ätzte ich diese mit Phosphorsäure. Nach sorgfältigem Spülen und Trocknen trug ich eine dünne Schicht von dem zur Verfügung gestellten iBOND® Universal auf. Mit Hilfe des erstellten Silikonschlüssels war die Form vorgegeben, und ich konnte mir ‣ DentUnique 1/2018 13


Praxis

Abb. 3: Diagnose ,,Caries profunda“ und „Verlust der vertikalen Dimension durch das Fehlen der seitlichen Abstützung“

eine dünne palatinale Wand in der Farbe Amber aufbauen. Im Anschluss daran versuchte ich mit den Universalfarben A3,5 und A4, Rillen zu modellieren, wie es uns im Hands-on-Schichtkurs von Heraeus Kulzer gezeigt wurde. So konnte ich dem Zahn nochmals eine Extranote an Natürlichkeit verleihen. Ich habe an der Inzisalkante weniger von den Universalfarben aufgetragen, um an dieser Stelle noch eine dünne Schicht in der Inzisalfarbe Amber auftragen zu können, sodass dem Zahn nochmals eine natürliche Transluzenz verliehen wird.

Zähne 12 und 22 Genauso bin ich bei den Zähnen 12 und 22 vorgegangen. Diese haben sich allerdings als etwas einfacher gestaltet, da ich bereits eine Form hatte, anhand derer ich mich orientieren konnte. Ich habe also gründlich Karies exkaviert, die Kavität gereinigt und in weiterer Folge geätzt. Danach gespült, getrocknet und eine dünne Schicht von dem iBOND® Universal aufgetragen. Auch hier habe ich den Silikonschlüssel verwendet und mir zuallererst eine palatinale Wand in der Farbe Amber modelliert. Anschließend versuchte ich wieder, einen schönen natürlichen Farbverlauf, mit den Universalfarben A3,5 und A4, zu gestalten. Zuletzt habe ich noch eine dünne Schicht von der Inzisalfarbe Amber aufgetragen. 14 DentUnique 1/2018

Abb. 4: Ästhetische Frontzahnfüllungen erfolgten an den Zähnen 12, 11, 21, 22.

Zum Abschluss erfolgte noch die Vorund Hochglanzpolitur der Füllungen mit dem Venus® Supra von Heraeus Kulzer. Sowohl die Randdichtigkeit als auch die Kontaktpunkte waren gegeben. Der Patient war sehr zufrieden mit dem Endergebnis. Nach zwei Monaten erfolgte eine Kontrolle. Die Füllungen haben weder an Qualität der Farbe noch an Randdichtigkeit verloren. Mit Hilfe dieser Materialien war es möglich, Füllungen unter höchsten ästhetischen Ansprüchen zu erstellen.

Fall 2, Niko Matija Jelen: Bruxismus – ästhetische Füllungstherapie eines stark abradierten Gebisses mit multiplen undichten Füllungen Ein 56-jähriger Patient stellt sich an der Universitätszahnklinik Wien mit dem Wunsch einer Generalsanierung vor. Nach gründlicher Anamnese sowie klinischer Untersuchung ergab sich die Diagnose eines ausgeprägten Bruxismus mit stark abradiertem Gebiss, eingesunkener Vertikale und multiple undichte Füllungen (Abb. 5, 7). Dem

Abb. 5: 56-jähriger Patient mit Bruxismus und undichten Füllungen

Abb. 6: Der zufriedene Patient nach ästhetischer Füllungstherapie


Praxis

Abb. 7: Nach gründlicher Anamnese sowie klinischer Untersuchung ergab sich die Diagnose eines ausgeprägten Bruxismus mit stark abradiertem Gebiss, eingesunkener Vertikale und multiple undichte Füllungen.

Abb. 9: Aus finanziellen Gründen entschied sich der Patient für eine Alternative, bei der mit Hilfe von ästhetischer Füllungstherapie die Vertikale wiederhergestellt wurde.

Patienten wurde eine hochwertige Sanierung mit Kronen empfohlen. Aus finanziellen Gründen entschied sich der Patient für eine Alternative, bei der mit Hilfe von ästhetischer Füllungstherapie die Vertikale wiederhergestellt werden sollte.

Restauration mit Füllungen Dafür wurde im Artikulator ein Waxup mit 3-mm-Inzisalstifterhöhung gestaltet. Daraus wurde ein Mock-up gefertigt, um den Patienten an die wiederhergestellte Vertikale zu gewöhnen. Ebenso wurden aus dem Wax-up ein Silikonschlüssel für die Oberkieferfront sowie Tiefziehfolien für beide Kiefer erstellt. Mit Hilfe des Farbschlüssels von Kulzer Venus® Pearl entschied man sich für die Farbe A3,5 bzw. A3 im inzisalen Bereich, um den natürlichen Farbverlauf nachzuempfinden. Laut dem Venus® Pearl Layering Guide wurden die Farben OMC (Opaque Medium Chromatic) für den opaken Dentinkern und CL (Clear Light) als Schmelzschicht empfohlen. Nachdem sich der Patient an die „neue“ Situation gewöhnt hatte,

wurden innerhalb weniger Termine beide Kiefer durch Füllungen, beginnend im Molarenbereich, restauriert. Nach Entfernung der alten Füllungen zeigte sich an manchen Stellen Sekundärkaries. Nach vollständiger Exkavation wurde unter Zuhilfenahme eines Kofferdams geätzt und mit iBOND® Universal konditioniert.

Durchführung und Bruxierschutz Im Prämolaren- und Molarenbereich wurde anschließend der opake Dentinkern aufgebaut. Mit Hilfe der zuvor erstellten Tiefziehfolien konnte die gewünschte Vertikale erreicht werden.

Abb. 8: Sanierung im Frontzahnbereich

Dazu wurden die Universalfarben A3 und A3,5 annähernd bis zur Höhe der Tiefziehfolie im Farbverlauf aufgetragen und im letzten Schritt eine dünne Schmelzschicht mit Venus® Pearl CL modelliert. Im Frontzahnbereich konnten mit Hilfe des Silikonschlüssels und der Lichtmatrizen zunächst die palatinalen Wände der Zähne mit der Farbe A3 erstellt werden. Anschließend wurden die typischen Mamelonstrukturen der Frontzähne mit OMC modelliert. Nach dem Auftragen von Schmelzschichten mit A3,5 bzw. A3 inzisal wurde oberflächlich mit transluzentem Material (CL) die Natürlichkeit der Zähne nachempfunden. Abschließend wurden die Füllungen mit dem Venus®-Supra-System vor- bzw. hochglanzpoliert. Um dem Patienten eine lange Freude an den ästhetischen Füllungen zu ermöglichen, wurde anhand von finalen Abformungen eine Tiefziehfolie als Bruxierschutz erstellt und dem Patienten überreicht. Mit seinem neuen Biss und dem damit verbundenen verbesserten Lebensgefühl ist der Patient laut eigenen Angaben überglücklich (Abb. 6, 9). •

Das Team Dr. Anja Jankovic-Pejicic, Leiterin Spezialambulanz Bleaching, UNIT – Zahnmedizinische Ausbildung Dr. Marija Cakarevic, Spezialambulanz Bleaching, UNIT – Zahnmedizinische Ausbildung Verena Haas, Niko Matija Jelen, Studierende an der Universitätszahnklinik Wien

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Menschen

„Ästhetik Projekt 2017“: erfolgreiche SiegerInnen Beim „Ästhetik-Projekt“von Kulzer Austria im November des Vorjahres erreichten Studierende der Universitätszahnklinik Wien den ersten und zweiten Platz!

Siegreich dank erfolgreicher Einreichung beim Projekt (von links nach rechts): Dr. Anja Jankovic-Pejicic, Cand. dent. Verena Haas, Cand. dent. Niko Matija Jelen, Dr. Marija Cakarevic

Z

um 6. Mal in Folge veranstaltete Kulzer Austria im November 2017 das „Ästhetik Projekt“ – ein gemeinsamer Wettbewerb mit allen österreichischen Universitäten, bei dem von der jeweiligen Universitätsleitung nominierte Studierende in einem definierten Zeitraum an einem selbstgewählten Patientenfall arbeiten. Dieser soll durch Fotos dokumentiert werden, die genaue Vorgehensweise wird mit den gewählten Materialien näher beschrieben bzw.

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begründet. Der Startschuss für das „Ästhetik Projekt“ fällt im Vorfeld durch einen von Kulzer Österreich abgehaltenen Hands-on-Schichtkurs an jeder Universität. Dieser soll das Hauptaugenmerk nicht nur auf die reine funktionale und technische Ausarbeitung lenken, sondern den ästhetischen Grundgedanken fördern. Zum Finale traten 2017 jeweils drei StudentInnen aus Innsbruck, Graz und Wien an, die ihre professionell dokumentierten Restaurationen vor

dem Gremium präsentierten. Erfreulicherweise erlangten die Wiener TeilnehmerInnen Cand. dent. Verena Haas und Cand. dent. Niko Matija Jelen unter der Anleitung von Dr. Anja Jankovic-Pejicic und Dr. Marija Cakarevic den 1. und 2. Platz (siehe beide Fallberichte ab Seite 13). Das Gremium: Prof. Dr. Karl Glockner, Dr. Patrick Abt (Graz); Prof. DDr. Herbert Dumfahrt, DDr. Patricia Steinmaßl (Innsbruck); Dr. Anja JankovicPejicic, Dr. Marija Cakarevic (Wien). •


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Mundgesundheit & Lifestyle


Menschen

Kluge Köpfe Hier stellen wir Ihnen einige MitarbeiterIn­nen der Universitäts­ zahnklinik Wien vor:

Karoline Schweinberger

DDr. Robert Mallinger

DDr. Michael Nemec

DDr. Michael Nemec promovierte nach dem Medizinstudium an der MedUni Wien zum Dr. med. dent. an der Universitätszahnklinik Wien. Während seines Studiums führten ihn zahlreiche Studienaufenthalte nach Regensburg und München, in die Schweiz und nach Portland in den Vereinigten Staaten. Schwerpunkte dabei waren unter anderem die Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie. Von 2014 bis 2016 hat er das Zertifikatsprogramm „Medizinische Lehre Wien“ absolviert. Seit 2016 ist DDr. Nemec nun als Universitätsassistent im Fachbereich Kieferorthopädie der Universitätszahnklinik Wien. Aktuell nimmt er am PhD-Programm der Universitätszahnklinik Wien teil.

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DDr. Robert Mallinger war vor Beginn seiner Ausbildung an der Universitätsklinik Wien für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde an der Universitätsklinik Wien/AKH für Herz-Thorax-Chirurgie als Transplantkoordinator und Assistenzarzt tätig. Als wissenschaftliches Forschungsgebiet wählte er die Immunsuppression nach Herztransplantation. Eine Nebenwirkung von immunsuppressiven Medikamenten war die cyclosporininduzierte Gingivahyperplasie. Diese konnte mittels der damals von Univ.-Prof. DDr. Andreas Moritz neu etablierten Lasertherapie gut behandelt werden. So ergaben sich erste Anknüpfungspunkte und eine bis heute andauernde Zusammenarbeit. DDr. Mallinger kehrte nach etlichen Jahren als niedergelassener Zahnarzt an die Universitätszahnklinik zurück. Seit September 2017 leitet er die Ambulanz der Zahnklinik mit dem Themenschwerpunkt Digitale Zahnheilkunde.

Karoline Schweinberger hat vor 25 Jahren ihre Ausbildung zur zahnärztlichen Assistentin an der Universitätszahnklinik Wien absolviert. Seitdem war sie u. a. im Fachbereich Kieferorthopädie und im Fachbereich Prothetik tätig. Seit mehreren Jahren ist Frau Schweinberger nun bereits für die PatientInnenbetreuung in der Leitstelle der Allgemeinen Ambulanz zuständig und zudem auch als Abrechnungsbeauftragte der Ambulanz tätig. Außerdem absolvierte Karoline Schweinberger die Ausbildung zur Prophylaxe-Assistentin.

Sabine Kaiser

Sabine Kaiser ist seit 2013 an der Universitätszahnklinik in Wien als zahnärztliche Fachassistentin tätig. Ihr Aufgabengebiet ist die dentale Simulation im vorklinischen Bereich. Hier betreut sie die StudentInnen, die während ihres 72-Wochen-Praktikums verschiedene Präparationen herstellen müssen. An ihrer Arbeit schätzt Sabine Kaiser, die vor ihrer Tätigkeit awn der Universitätszahnklinik Wien in verschiedenen Ordinationen beschäftigt war, vor allem den direkten Kontakt zu den StudentInnen.


Menschen

Auszeichnung für Klinikleiter

D

er Leiter der Universitätszahnklinik Wien, Univ.-Prof. DDr. Andreas Moritz, wurde von Bundespräsident Alexander van der Bellen mit dem Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse ausgezeichnet. Das Ehrenkreuz wurde ihm stellvertretend durch Sektionschef Elmar Pichl aus dem Wissenschaftsministerium überreicht. Univ.-Prof. Moritz beschäftigte sich am Beginn seiner wissenschaftlichen Karriere vorzugsweise mit Parodontologie, konventioneller Endodontie und ästhetischer Zahnheilkunde. Es folgten Studienaufenthalte an verschiedenen renommierten internationalen Universitäten, wo er sein Interesse auf die laserunterstützte Zahnheilkunde verlagerte. Er ist einer der Pioniere in der Laserzahnmedizin, Gründungsmitglied und langjähriger Präsident der „International Society for Oral Laser Applications“ (SOLA). Die klinische Bedeutung seiner Forschung stand stets im Mittelpunkt, und so wurden neue Therapiekonzepte für verschiedenste Indikationen in der Zahnmedizin durch ihn erstmals beschrieben.

Er ist Gastprofessor an der Universitätszahnklinik Mailand und am Peking Union Medical College Hospital“ in China. Seit Juni 2010 ist er Professor für Zahnmedizinische Ausbildung an der MedUni Wien und seit 2012 Leiter der Universitätszahnklinik Wien. Univ.-Prof. Moritz hat die Qualität der Lehre im Undergraduate-Bereich entscheidend weiterentwickelt. Aber auch die Implementierung der postgraduellen Ausbildung ist ihm ein großes Anliegen. So werden in Kürze neben den bereits existierenden Paromaster- und Prothetikmaster-Studienlehrgängen zusätzliche vier internationale Masterlehrgänge starten. Aktuell beschäftigt er sich schwerpunktmäßig mit digitaler Zahnheilkunde. •

Inauguration Adjunct Professor Maurizio S. Tonetti

DMD, PhD, MMSc, FDS RCPS, FDS RCS (Eng) Clinical Professor and Discipline Co-ordinator Faculty of Dentistry, Prince Philip Hospital, The University of Hong Kong

”Periodontology for a new Era. Challenges and solutions“ Ort: Gr. Hörsaal der Universitätszahnklinik Wien Zeit: am Freitag, den 16. März 2018 um 11:30h


Lehre

Gut zu wissen ANFAHRT: Öffentliche Verkehrsmittel: • 37/38/40/41/42 von Schottentor– Haltestelle: Schwarzspanierstraße • 40/41/42 von Währinger Straße – Volksoper–Haltestelle: Sensengasse • 5/33 Haltestelle: Lazarettgasse • 43/44 Haltestelle: Lange Gasse (kurzer Fußmarsch durch das Alte AKH)

Mit dem Auto: Gebührenpflichtige BOE-Parkgarage in der Sensengasse 3. Beachten Sie die Kurzparkzone im gesamten 9. Bezirk! FACHBEREICHE: • Zahnerhaltung und Parodontologie • Unit – Zahnärztliche Ausbildung • Kieferorthopädie • Orale Chirurgie • Prothetik • Radiologie • Kinderzahnheilkunde SPEZIALAMBULANZEN: • Spezialambulanz Ästhetische Zahnheilkunde Ansprechpartnerin: Monika Dangl Tel.: +43 1/400 70-2323

• Spezialambulanz Bulimie Ansprechpartnerin: Kerstin Geister Tel.: +43 1/400 70-2323 • Spezialambulanz Endodontie Ansprechpartnerin: Selma Sulejmanovic Tel.: +43 1/400 70-2145

• Spezialambulanz Funktionsstörungen Ansprechpartnerin: Alexandra Wolfer Tel.: +43 1/400 70-4930 • Spezialambulanz Implantologie Ansprechpartnerinnen: Maja Strainovic, Zeljka Vasic Tel.: +43 1/400 70-4121 20 DentUnique 1/2018

Universitätszahnklinik Wien, Sensengasse 2a, 1090 Wien

• Spezialambulanz Laserzahnheilkunde Ansprechpartnerin: Monika Dangl Tel.: +43 1/400 70-2323

• Spezialambulanz Mund- und Schleimhauterkrankungen Ansprechpartnerin: Maja Strainovic Tel.: +43 1/400 70-4121 ANSPRECHPARTNERINNEN – KONTAKTE: Zentrale Aufnahme Natascha Fuchs, Agnes Font, Helga Brixa, Bettina Lackner, Monika Saffer, Cornelia Schmid, Katharina CelarVojtechovsky, Mirija Tosuni Tel.: +43 1/400 70-2000 E-Mail: aufnahme-unizahnklinik@ meduniwien.ac.at Allgemeine Ambulanz Gabriele Pleininger, Karoline Schweinberger Tel.: +43 1/400 70-2020 E-Mail: notfallambulanz-unizahnklinik@meduniwien.ac.at

Klinische Bereiche • Zahnerhaltung und Parodontologie Sekretariat: Edda Gsell Tel.: +43 1/400 70-2101 E-Mail: zahnerhaltung-unizahn klinik@meduniwien.ac.at • Parodontologische Ambulanzen Leitstelle: Nina Filzwieser Tel.: +43 1/400 70-4720 E-Mail: parodontologie-unizahn klinik@meduniwien.ac.at

• Prophylaxe-Center Leitstelle: Tamara Hauptmann Tel.: +43 1/400 70-4725 E-Mail: prophylaxecenter-unizahn klinik@meduniwien.ac.at • Kieferorthopädie Leitstelle: Barbara Lembachner

Tel.: +43 1/400 70-4321 Sekretariat: Maria Strobl Tel.: +43 1/400 70-4301 E-Mail: kfo-unizahnklinik@ meduniwien.ac.at

• Orale Chirurgie Leitstelle, OP-Organisation: Maja Strainovic, Zeljka Vasic Tel.: +43 1/400 70-4121 Sekretariat: Brigitte Kneidinger Tel.: +43 1/400 70-4101 E-Mail: oralechirurgie-unizahn klinik@meduniwien.ac.at

• Prothetik Sekretariat: Bettina Haruksteiner Tel.: +43 1/400 70-4901 E-Mail: prothetik-unizahnklinik@ meduniwien.ac.at

• Radiologie Leitstelle: Christine Niziolek Tel.: +43 1/400 70-2420 E-Mail: radiologie-unizahnklinik@ meduniwien.ac.at • Kinderzahnheilkunde Leitstelle Tel.: +43 1/400 70-2820 Organisation: Susanne Preis Tel.: +43 1/400 70-2825 E-Mail: kinder-unizahnklinik@ meduniwien.ac.at

ÖFFNUNGSZEITEN: Immer nach Terminvereinbarung! • Aufnahme von PatientInnen Zentrale Aufnahme: Montag–Donnerstag 7.30–17 Uhr, Freitag 7.30–15.30 Uhr • Notambulanz mit Trauma versorgung: Montag–Sonntag 8–13 Uhr, • Kieferorthopädie: Montag–Donnerstag 8–17 Uhr, Freitag 8–12 Uhr nach Termin vereinbarung


Lehre

"Anschluss" im März 1938: Nachwirkungen auf Medizin und Gesellschaft Auf Initiative des Alumni Clubs der MedUni Wien findet anlässlich des 80. Jahrestags eine internationale Tagung statt.

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ach vollzogenem „Anschluss“ an das Deutsche Reich wurde in Österreich die Nazi-Ideologie innerhalb weniger Wochen umgesetzt. Die Folgen spüren wir noch heute.

Mo., 12. 3. 2018, 16.30–21.30 Uhr: „Wehrhafte Demokratie – 1938/2018?“ Keynotes und Podiumsdiskussion mit Marianne Enigl, Gudrun Harrer, Oliver Rathkolb, Wolfgang Schütz, Sybille Steinbacher und Franz Vranitzky Di., 13. 3. 2018, 9–18 Uhr: Wissenschaftliches Symposium • Vertreibung der wissenschaftlichen Exzellenz • Der Schlag gegen die Medizin • Willfährige Medizin

Fotos: MedUni Wien

Anschließend an die Tagung eröffnen am 13. März um 18 Uhr Christiane Druml und Markus Müller die Ausstellung „Die Wiener Medizinische Fakultät 1938 bis 1945“ im Josephinum, Sammlungen der Medizinischen Universität Wien. Tagungskomitee: Wolfgang Schütz Harald Sitte Ursula Köller Oliver Rathkolb Linda Erker

Die Tagung Datum 12. 3. 2018, 16.30 – 21.30 Uhr 13. 3. 2018, 9 –18 Uhr Ort Van Swieten Saal der MedUni Wien Van-Swieten-Gasse 1a 1090 Wien Österreich Veranstalter Medizinische Universität Wien in Kooperation mit Universität Wien

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Lehre

Die Anästhesie stellt sich vor Zahnärztliche Interventionen können an der Universitätszahnklinik in Narkose durchgeführt werden. Der Ablauf und die Grundvoraussetzungen der ambulanten Anästhesie werden hier vorgestellt.

Das Team unter der Leitung von ao. Univ.-Prof. Dr. Anette-Marie Schultz (v. l.: DGKP Margit Neureiter, ao. Univ.-Prof. Dr. Anette-Marie Schultz, OA Dr. Georg Röder, DGKP Mihaela Boer)

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in Team aus erfahrenen FachärztInnen und AssistenzärztInnen der Universitätsklinik für Anästhesie, Allgemeine Intensivmedizin und Schmerztherapie der Medizinischen Universität Wien (Leitung: Univ.-Prof. Dr. Klaus Markstaller) betreut seit Jänner 2016 die PatientInnen der Universitätszahnklinik. Zwei diplomierte Anästhesie-Krankenpflegepersonen der Zahnklinik ergänzen das Team. Dieses Team unter der Leitung von ao. Univ.-Prof. Dr. Anette-Marie Schultz arbeitet am Allgemeinen Krankenhaus in einem speziellen Be-

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reich, dem „Weißen Bereich“, welcher der anästhesiologischen Betreuung aller PatientInnen außerhalb der sogenannten „Grünen Operationsbereiche“ gewidmet ist.

Wer braucht denn eigentlich eine „Narkose“ an der Universitätszahnklinik? Im Fachbereich Kinderzahnheilkunde benötigen alle Kinder, deren Kooperation sich naturgemäß einem „verständigen und einsichtsvollen Stillhalten mit offenem Mund“ entzieht, eine zahnärztliche Behandlung in Narkose. Auch Kinder mit eingeschränkter

Kooperation oder speziellen Bedürfnissen benötigen unsere anästhesiologische Betreuung. Bei nahezu allen Kindern werden nasale Intubationsnarkosen durchgeführt, um der zahnärztlichen Behandlung anatomisch gesehen „größtmöglichen Raum“ zu bieten. Zahnärztliche Behandlungen in Sedierung können selbstverständlich auch durchgeführt werden – im Individualfall in Abstimmung mit Team, PatientIn oder Eingriff. Im Fachbereich Orale Chirurgie benötigen Kinder und Erwachsene anästhesiologische Begleitung aus folgenden Gründen: Nahezu alle Kinder


Lehre

benötigen aus den gleichen Gründen wie bereits oben genannt auch in diesem Fachbereich ihre Behandlung in Narkose. Bei Erwachsenen gibt es zwei Hauptgründe für die Indikation „Narkose“: Der erste Hauptgrund ist der Eingriff selbst, das heißt, die zahnchirurgischanatomische Ausdehnung und/oder der zeitliche Aufwand übersteigen die Zumutbarkeit für PatientInnen. Der zweite Hauptgrund ist die Patientin/der Patient selbst: Viele Menschen haben Angst, einen zahnärztlichen Eingriff in Lokalanästhesie durchführen zu lassen. Um die kassenärztliche Leistung der Narkose in Anspruch nehmen zu können, benötigen die PatientInnen ein psychologisches Gutachten. Auch im Fachbereich Orale Chirurgie werden hauptsächlich Intubationsnarkosen durchgeführt.

Was muss für die Durchführung einer Narkose berücksichtigt werden? Die Fachbereiche Orale Chirurgie und Kinderzahnheilkunde sind tagesklinische Bereiche, das heißt, die PatientInnen werden ausschließlich ambulant betreut. Nach einem Eingriff in Narkose verbleiben die PatientInnen ungefähr zwei Stunden im Aufwachraum und werden dann mit einer Begleitperson nach Hause entlassen. Um ein sicheres Entlassen in den häuslichen Bereich medizinisch vertreten zu können, müssen die PatientInnen in gutem Gesundheitszustand sein. PatientInnen mit vorbestehenden Allgemeinerkrankungen müssen daher in einem Operationsbereich betreut werden, der die stationäre Aufnahme über Nacht erlaubt. PatientInnen, deren zahnchirurgischer Eingriff in Narkose vorgesehen ist, müssen zu einem sogenannten „Präanästhesie-Gespräch“ kommen. Dieses Gespräch muss aus rechtlichen Gründen spätestens 24 Stunden vor der geplanten Narkose stattgefunden haben. Es kann aber auch bis zu drei Monate vor dem Eingriff stattfinden, sofern sich der Allgemeinzustand der

Patientin/des Patienten in der Zwischenzeit nicht verändert hat.

Was ist zum Präanästhesie-Gespräch mitzubringen? Alle Befunde, die über die Vorgeschichte Auskunft geben, sind mitzubringen. Nicht mehr standardmäßig erforderlich sind eine Blutabnahme, ein Lungenröntgen, ein EKG oder eine internistische Freigabe für die geplante Narkose einer sonst gesunden Patientin/eines sonst gesunden Patienten. Zur perioperativen Risikominimierung ist es unbedingt erforderlich, 14 Tage vor geplanter Narkose infektfrei zu sein. Selbst ein banaler respiratorischer Infekt erhöht das Risiko perioperativer respiratorischer Komplikationen unnötig. Im Einzelfall werden individuelle Untersuchungen angefordert, wenn dies für eine sichere anästhesiologische Betreuung notwendig ist. Wenn die Vor- oder Begleiterkrankungen einer Patientin/eines Patienten die tagesklinische Behandlung nicht sicher gewährleisten können, ist es durchaus möglich, dass zur PatientInnensicherheit eine Narkosebetreuung in einem tageschirurgischen Setting abgelehnt werden muss. Im Rahmen des PräanästhesieGesprächs werden die PatientInnen über a) das bei ihnen geplante Anästhesieverfahren, b) die möglichen Risiken und Nebenwirkungen und c) natürlich über den gesamten Ablauf des Narkosetages informiert. Am

Ende des Gesprächs erhalten die PatientInnen ein Informationsblatt, das noch einmal alle wesentlichen Details für einen sicheren Anästhesieablauf zusammenfasst.

Wie läuft der „Narkosetag“ an der Universitätszahnklinik ab? Die PatientInnen werden über die Leitstellen des Fachbereichs in Bezug auf die verfügbaren Narkosetage eingeteilt. Die international geltenden Nüchternzeiten (2 Stunden für klare Flüssigkeiten, 6 Stunden für feste Nahrung und Milchprodukte) werden vorausgesetzt und vor Beginn der Narkose nochmals erfragt. Die Infektfreiheit wird ebenfalls nochmals rückbestätigt. Bei Aufnahme im operativen Bereich erhalten die PatientInnen im Aufwachraum einen venösen Zugang und eine Vorbereitung des Operationsgebietes (Kopfverband, Nasentropfen usw.). Die Einleitung, Aufrechterhaltung und Ausleitung der Narkose finden im Operationssaal im Fachbereich Orale Chirurgie bzw. im Behandlungsraum im Fachbereich Kinderzahnheilkunde statt. Nach Ausleitung der Narkose werden die PatientInnen im Aufwachraum betreut. Eine Begleitperson kann dort durchgehend anwesend sein. Bei Schmerzfreiheit, gut vertragener oraler Flüssigkeitsaufnahme und nach Mobilisierung werden die PatientInnen nach durchschnittlich zwei Stunden in Begleitung in häusliche Pflege entlassen. •

Das Team Bei weiteren Fragen zur individuellen Betreuung stehen Ihnen gerne zur Verfügung: ao. Univ.-Prof. Dr. Anette-Marie Schultz – Bereichsleitung OA Dr. Georg Röder – Stellvertretende Bereichsleitung DGKP Mihaela Boer und DGKP Margit Neureiter

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