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P.b.b. 14Z039972 M Universitätszahnklinik Wien, Sensengasse 2a, 1090 Wien

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Das Journal der Universitätszahnklinik Wien

Parodontitis: Einfluss von Rheumatoider Arthritis und Osteoporose – 04 Resektive parodontale Chirurgie: Erfolgskriterien – 12 Validierung: Neue Standards – 20

KOMPOSIT-ZEMENTE Selbstadhäsive Komposit-Zemente gelten als vielversprechende Materialien in der zahnärztlichen Praxis


Editorial

Sehr geehrte LeserInnen!

U

nser Journal DentUnique gibt Ihnen einen exklusiven Einblick in die Tätigkeiten an der Universitätszahnklinik Wien.

Wir berichten über aktuelle Forschungserkenntnisse, schildern PatientInnenfälle und informieren über die zahlreichen Weiterbildungsmöglichkeiten an der Universitätszahnklinik Wien.

Univ.-Prof. DDr. Andreas Moritz, Vorstand

Der Schwerpunkt dieser Ausgabe liegt auf aktuellen Forschungsergebnissen über Komposit-Zemente. Zahlreiche Studien haben die Adhäsionskräfte der selbstadhäsiven Komposit-Zemente im Vergleich zu den konventionellen Mehrschritt-Komposit-Zementen untersucht. Die Resultate zeigen erfolgreiche Adhäsion am Dentin. Gleichzeitig wurden niedrige Haftwerte am Schmelz gemessen. Ein weiteres Thema dieser Ausgabe ist der Einfluss von Rheumatoider Arthritis und Osteoporose auf Parodontitis. Wir haben untersucht, wie sich diese Erkrankungen auf die zahnärztliche Praxis auswirken.

Wir möchten Sie mit unserem Journal DentUnique an unserem klinischen Alltag teilhaben lassen und freuen uns auf eine gute Zusammenarbeit mit Ihnen – zum Wohle der ­PatientInnen.

Impressum: Medieninhaber/Herausgeber: Universitätszahnklinik Wien GmbH, 1090 Wien, Sensengasse 2a, Tel.: +43-1-40 070, Fax: +43-1-40 070 3039, E-Mail: office-zmk@meduniwien.ac.at, www.unizahnklinik-wien.at Herausgeber: Geschäftsführer Univ.-Prof. DDr. Andreas Moritz und Thomas Stock Erscheinungsort: Wien Auflage: 5.000 Verlag: Albatros Media GmbH, Grüngasse 16, 1050 Wien, office@albatros-media.at, www.albatros-media.at Redaktion: Mag. Marianne Kitzler (Leitung), Bettina Benesch, Mag. Andrea Fallent, Mag. Jutta Maucher, Julia Parger Grafik & Produktion: Julia Proyer (Leitung), Lisa Großkopf Verlagsleitung: Otto Koller Designkonzept: Julia Proyer Coverfoto: Universitätszahnklinik Wien/Fuchs Fotos: Falls nicht anders angegeben: Universitätszahnklinik Wien Druck: NÖ Pressehaus, 3100 St. Pölten Offenlegung gemäß § 25 Mediengesetz Die Universitätszahnklinik Wien GmbH ist eine 100-%-Tochtergesellschaft der Medizinischen Universität Wien, www.meduniwien.ac.at/homepage/info/impressum. Grundlegende Richtung des Magazins: DentUnique informiert ZahnärztInnen, Studierende und MitarbeiterInnen der Universitätszahnklinik Wien über Forschung, Fallstudien, Weiterbildungsangebote und die Tätigkeiten der Institution.

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Inhalt

Inhalt

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Forschung 04 Parodontitis: Der Einfluss von Rheumatoider Arthritis und Osteoporose 07 Sinuslift: Autologer Knochen nicht so gut wie gedacht?

Praxis 09 Komposit-Zemente: Aktuelles Wissen 12 Erfolgskriterien in der resektiven parodontalen Chirurgie: Vom Defekt zur ästhetischen Lösung

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14 Damals: Das Glüheisen

Menschen 15 Kluge Köpfe 16 Der Martha Wolf Kindergarten: Leichtere Vereinbarung von Beruf, Studium und Familie für MitarbeiterInnen der Univer sitätszahnklinik Wien und der MedUni Wien

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Lehre 18 Fachbereiche, Ambulanzen und Öffnungszeiten der Universitätszahnklinik Wien 20 Neue Standards bei Validie rung: Dokumentation und Über prüfbarkeit der durchgeführten Reinigungsschritte gefordert

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22 Buchtipp: Die Zunge

In den Kalender 46. Internationale Kieferorthopädische Fortbildungstagung der Österreichischen Gesellschaft für Kieferorthopädie Tagungsleitung: O. Univ.-Prof. Dr. Hans-Peter Bantleon Datum: 4.–11. 3. 2017 Ort: K3 KitzKongress, Josef-HeroldStraße 12, 6370 Kitzbühel Online-Registrierung: www.oegkfo.at ZFP-Fortbildung: 56 Punkte Basiskurs Implantologie mit Live-OPs, Vorträgen über Anatomie, Histologie und chirurgisches Vorgehen Leitung: Ao. Univ.-Prof. DDr. Christian Ulm Datum: 12. 5. 2017 Uhrzeit: 7.30–15.30 Uhr Ort: Besprechungszimmer Orale Chirurgie, Universitätszahnklinik Wien, Sensengasse 2a, 1090 Wien Anmeldung: oralechirurgie-kurse@meduniwien.ac.at Tel.: 01/40 070-4101 ZFP-Fortbildung: 11 Punkte SOLA-Laser Workshop: Ausbildung zum Laserschutzbeauftragten – Modul I Kursleitung: Univ.-Prof. DDr. Andreas Moritz Datum: 12.–13. 5. 2017 Ort: Universitätszahnklinik Wien, Sensengasse 2a, 1090 Wien Information: www.sola-laser.com Anmeldung: office@sola-laser.com ZFP-Fortbildung: 18 Punkte SOLA-Laser Workshop: Modul II Kursleitung: Univ.-Prof. DDr. Andreas Moritz Datum: 22.–24. 6. 2017 Ort: Universitätszahnklinik Wien, Sensengasse 2a, 1090 Wien Information: www.sola-laser.com Anmeldung: office@sola-laser.com ZFP-Fortbildung: 23 Punkte

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Forschung

Parodontitis: Der Einfluss von Rheumatoider Arthritis und Osteoporose Parodontitis hat Einfluss auf den gesamten Organismus – und umgekehrt. Viele Studien untermauern den Zusammenhang von Parodontitis mit Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Doch auch Rheumatoide Arthritis und Osteoporose stehen im Verdacht, die Parodontitis zu beeinflussen. Wir wirken sich diese Erkrankungen auf die zahnärztliche Praxis aus?

Rheumatoide Arthritis (RA) Diese Erkrankung hat mit Abstand die höchste Prävalenz unter den Autoimmunerkrankungen in der Bevölkerung. Frauen sind durchschnittlich häufiger betroffen als Männer (Englund et al., 2010); schätzungsweise leiden weltweit rund 200 Millionen Menschen an RA. Zehn Jahre nach Ausbruch ist jede bzw. jeder Zweite arbeitsunfähig (Carmona et al., 2010). Es kommt zu einer wesentlichen Einschränkung der Lebensqualität, Autoantikörper gegen Gelenksbestandteile führen zu chronischer Entzündung mit Gelenksdestruktion.

Zusammenhänge mit Parodontitis Die Pathomechanismen der RA ähneln denjenigen anderer chronisch entzündlicher Erkrankungen. Detert et al. konnten 2010 in einer Studie zeigen, dass PatientInnen mit RA einerseits eine höhere Inzidenz an Parodontitis hatten und dass PatientInnen mit Parodontitis andererseits eine höhere Prävalenz an RA aufwiesen. Bakterielle DNA von parodontopathogenen Keimen wurde zudem in der Synovialflüssigkeit nachgewiesen. Es wurde auch bereits gezeigt, dass P. gingivalis in Chondrozyten eindringen und seine Expression von Peptidyl Arginine Deiminase (PAD) die Bildung citrullinierter Proteine steigern kann – ein Schlüsselfaktor bei der RA. Auswirkungen der Therapie Nachdem Zusammenhänge zwischen den Erkrankungen evident werden, stellt sich die Frage, ob nun beispielsweise die Therapie der Parodontitis die RA positiv beein04 DentUnique 1/2017

flussen kann. Kurzzeitig scheint dies möglich zu sein, wie Ortiz et al. 2009 in einer Reduktion des Schweregrades der RA nach konservativer Parodontitistherapie zeigen konnten. Ein weiterer Ansatz bei Parodontitistherapie, der sich günstig auf die RA auszuwirken scheint, ist die Verabreichung von Doxycyclin in subantimikrobiellen Dosen über einen Zeitraum von mehreren Monaten. Dies in Kombination mit NSAR scheint bei beiden Erkrankungszuständen einen synergistischen Effekt zu haben (Payne et al., 2015). Osteoporose Wie bei RA verdichten sich auch die Zusammenhänge zwischen Parodontitis und Osteoporose. Die Gemeinsamkeit beider Erkrankungen liegt z. B. darin, dass es sich um „silent diseases“ handelt, die sich über einen langen Zeitraum entwickeln. Durch die Abnahme der Knochendichte bei Osteoporose steigt v. a. das (Hüft-)Frakturrisiko. Allein in Österreich sind allein über 10.000 hüftgelenks­ nahe Frakturen jährlich auf Osteoporose zurückzuführen. Zusammenhänge mit Parodontitis Die reduzierte Knochendichte bei Osteoporose kann eher als gemeinsamer Risikofaktor denn als kausale Ursache bei Parodontitis gesehen werden. Untersuchungen zwischen reduzierter Knochendichte und dentalen bzw. parodontalen Parametern führten zu unterschiedlichen Ergebnissen. So wurde in einer Longitudinalstudie keine Assoziation zwischen der Anzahl der Zähne, Parodontitis und Parodontitisprogression mit reduzierter Knochendichte gefunden (Phipps et al., 2007). Eine andere


Forschung

Untersuchung unter postmenopausalen Frauen ergab wiederum einen Zusammenhang zwischen erhöhtem Bluten auf Sondieren sowie klinischem Attachmentverlust und reduzierter Knochendichte (Richa et al., 2016). Dvorak et al. untersuchten implantologische Komplikationen in derselben Zielgruppe und konnten keinen Zusammenhang zwischen Periimplantitis und Osteoporose feststellen (Dvorak et al., 2011).

Das Gebiet der Osteoimmunologie – unter Prof. Reinhard Gruber an der Oralen Biologie der Universitätszahnklinik intensiv beforscht – und das Verständnis über die Kommunikation zwischen den Zellen bieten Ansatzpunkte zu neuen Erkenntnissen bei RA und Osteoporose (Gruber et al., 2010) und könnten alternative therapeutische Möglichkeiten ‣

+

– PatientInnen mit RA › Regelmäßige Einnahme von NSAR › Regelmäßige Einnahme von Kortikosteroiden › Anwendung von Antirheumatika mit signifikanter Immunsuppression und/oder häufigen Infektionen › Anwendung von Antirheumatika (z. B. TNF-α-Blockern) mit weniger Effizienz bei PatientInnen mit aktiver Parodontitis › Hohe rheumatologische Entzündungslast (z. B. erhöhtes CRP) PatientInnen mit Parodontitis › Hohe BoP-Werte › Hohe parodontale Entzündungslast › Erhöhte subgingivale Werte von Porphyromonas gingivalis › Chronische Parodontitis

Klinische Checkliste bei PatientInnen mit RA und Parodontitis zum Risk-BenefitAssessment (nach Garner et al., 2016)

Die Event-Highlights der Region DACH 2017 Wir laden Sie herzlich zu unseren Veranstaltungen der Region DACH 2017 ein. Halten Sie sich jetzt schon folgende Termine frei: – 2. Nobel Biocare Gipfeltreffen Schweiz Weggis / Schweiz Freitag, 23. Juni bis Samstag, 24. Juni 2017 – 5. VIP EVENT Region West Hamburg / Deutschland Freitag, 30. Juni bis Samstag, 01. Juli 2017 – 5. Nobel Biocare Gipfeltreffen Österreich Saalfelden / Österreich, Donnerstag 13. Juli bis Samstag, 15. Juli 2017 – 7. Nobel Biocare Ostseesymposium Rostock / Deutschland Freitag, 29. September bis Samstag, 30. September 2017 Mehr Informationen zu den Programmen und der Anmeldung erhalten Sie unter fortbildung@nobelbiocare.com Freuen Sie sich auf interessante Vorträge und Workshops mit renommierten Referenten. Wir freuen uns auf Sie! Ihr Nobel Biocare Team © Nobel Biocare Deutschland GmbH, 2017. Alle Rechte vorbehalten. Nobel Biocare, das Nobel Biocare Logo und alle sonstigen Marken sind, sofern nicht anderweitig angegeben oder aus dem Kontext ersichtlich, Marken von Nobel Biocare. Haftungsausschluss: Einige Produkte sind unter Umständen nicht in allen Märkten für den Verkauf zugelassen. Aktuelle Informationen zur Produktpalette und Verfügbarkeit erhalten Sie von Ihrer Nobel Biocare Niederlassung.

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Forschung

Abb. 1: Osteonekrose, welche durch Bisphosphonattherapie begünstigt wird. Diese betrifft v. a. TumorpatientInnen sowie PatientInnen mit Osteoporose. Vor Beginn einer Parodontitistherapie sollten bei Extraktion nicht erhaltungswürdiger Zähne die erhöhte Komplikationsrate bedacht und entsprechende Vorkehrungsmaßnahmen bei der Behandlung getroffen werden.

auch im Hinblick auf parodontale Erkrankungen eröffnen (An et al., 2016). Die Rolle von Vitamin D Nach einer jüngsten Zusammenfassung von Dietrich und Walter kann man Folgendes zu Vitamin D und Parodontitis festhalten (Dietrich und Walter, 2016): Mehr Vitamin D führt in Kombination mit Kalzium zu einem etwas geringeren Zahnverlustrisiko, zu einem geringeren Gingivitis-Risiko sowie Tendenz zu weniger Blutung auf Sondieren, reduzierten Sondierungstiefen, weniger Furkationsbefall und Attachmentverlust. Diese Aussagen berufen sich jedoch auf einige wenige Studien, robuste Daten fehlen, und daher kann derzeit die Vitamin-D-Supplementierung noch nicht als Behandlungsempfehlung unkritisch gelten. Was die Knochenbildung um Implantate betrifft, konnten Dvorak et al. im Tiermodell feststellen, dass VitaminD-Defizienz einen negativen Einfluss darauf hat (Dvorak et al., 2012).

Eine rezente Studie über Parodontitis und Osteoporose („The Buffalo Osteoporosis and Periodontal Disease Study“) kam zu dem Schluss, dass es keine Assoziation zwischen Vitamin-D-Mangel und Zahnverlust bei postmenopausalen Frauen gab. Untersuchungen an der Universitätszahnklinik Wien im Competence Center for Periodontal Research ergaben, dass Vitamin D die inflammatorische Antwort bei parodontalen Zellen hemmt (Andrukhov et al., 2014) und ein signifikanter Zusammenhang zwischen Vitamin-D-Mangel (25 Hydroxyvitamin D) und parodontaler Erkrankung besteht (Laky et al., 2016). Die Zusammenhänge von Vitamin D und Parodontitis sind derzeit auch Gegenstand eines umfassenden, vom FWF unterstützten Forschungsprojekts unter Prof. Oleh Andrukhov an der Universitätszahnklinik Wien. • Literatur beim Autor

Abb. 2 und 3: Patientin st. post. Nierentransplantation mit chron. gen. Parodontitis gravis et complicata. Polypharmazie, Kortison-induzierte Osteoporose. Durch eine rein konservative Parodontitistherapie konnte die klinische Situation deutlich verbessert werden.

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Dr. Hady Haririan, MSc, Fachbereich Zahnerhaltung und Parodontologie der Universitätszahnklink Wien

Foto: Barbara Nidetzky

Zur Person


Forschung

Sinuslift: Autologer Knochen nicht so gut wie gedacht? Die Verwendung von autologem Knochen gilt als Standard bei einem Sinuslift. Neue Studien zeigen jedoch, dass Eigenknochen rasch wieder abgebaut wird und daher auch mit schwerwiegenden Nachteilen verbunden ist.

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as bei der Sinusbodeneleva­ tion eingebrachte Material soll Knochenneubildung anregen und zur Verankerung des Implantates beitragen. Körpereigener, autologer Knochen wurde von Beginn an als das optimale Material angesehen, macht aber einen belastenden Zweiteingriff notwendig. Deshalb werden zusätzlich synthetische, tierische und pflanzliche Knochenersatzmaterialien verwendet. Deren Beigabe hat sich vielfach bewährt und verringert die Menge des notwendigen autologen Knochens.

In den letzten Jahren häuften sich Befunde, die an der Wirksamkeit von autologem Knochen Zweifel aufkommen ließen. Vor allem die Volumenstabilität des Eigenknochens wird skeptisch beurteilt: Autologer Knochen wird nach konstanten Beobachtungen rasch abgebaut. Das periimplantäre Knochengewebe und der Kontakt zum Implantat gehen wieder verloren. Besonders im Hinblick auf die immer häufiger angewendete Sofortimplantation und den Trend zur Verringerung von Einheilzeiten ist dieser, innerhalb von Wochen ablaufende, rasante Verlust von

frisch aufgebautem Knochenlager von kritischer praktischer Bedeutung.

Studie an der Universitätszahnklinik Wien Deshalb sind an der Universitätszahnklinik Wien Tierversuchsstudien durchgeführt worden, die über das Resorptionsverhalten von reinem autologem Knochengewebe, von reinem entproteiniertem Rinderknochen und einer Mischung aus beiden Stoffen Auskunft geben sollen. Reiner autologer Knochen wurde sowohl im Schaf als auch im Minipig sehr ‣ DentUnique 1/2017 07


Forschung

schnell abgebaut. Die in den Sinus hineinragenden Implantatflächen waren nach der Augmentation zuerst von transplantiertem autologem Knochengewebe umgeben, das die Sinusmembran in die Kieferhöhle vorwölbte.

Schon nach zwölf Wochen waren der größte Teil des autologen Knochens und auch des neu regenerierten Knochengewebes wieder verschwunden. Die Sinusmembran lag dem Implantat an. In einigen Fällen ragte das Implantat sogar durch die Membran hindurch in die Kieferhöhle hinein. Nur im Winkel zwischen Sinusboden und Implantat blieb noch neuer Knochen erhalten, in dem sich geringe Reste des autologen Knochengewebes fanden. Fast der ganze Implantatkontakt innerhalb des Sinus ging verloren. Im Unterschied dazu blieb bei der Verwendung eines Ge-

misches von autologem Knochen mit Rinderknochen das Augmentat fast vollständig erhalten und bestand aus in den neuen Knochen eingebetteten Partikeln des bovinen Ersatzmaterials. In engem Kontakt mit dessen Oberflächen fanden sich große Mengen von vitalem, neu gebildetem Geflechtknochen. Es war also ein biomechanisch wirksames Netzwerk entstanden, das gut für die Verankerung von Zahnimplantaten geeignet ist. Vom autologen Transplantat waren hingegen nur mehr so geringe Spuren nachweisbar, dass von diesem kein Beitrag zur Stabilisierung eines Implantates erwartet werden kann.

Überraschend war, dass in der Gruppe, in der ausschließlich Rinderknochen verwendet wurde, das Resultat genauso gut ausfiel wie bei gemischten Materialien. Diese Ergebnisse

stehen in einem gewissen Widerspruch zur herrschenden Meinung, wonach eine Beimischung von autologem Knochen unerlässlich ist.

Fazit Tierexperimentelle Studien bestätigen die geringe Volumenstabilität und starke Resorption von autologem Knochen und lassen es möglich erscheinen, dass die Zugabe von Eigenknochen zu Knochenersatzma­ terialien reduziert werden oder unter sehr günstigen Bedingungen sogar ganz unterbleiben kann. •

Zur Person Mag. Stefan Tangl, Leiter des Karl Donath Labors für Hartgewebsund Biomaterialforschung der Universitätszahnklinik Wien

Basiskurs Implantologie Einführung in die Implantatbehandlung mit LIVE - OP‘s Unter der Leitung von Ao. Univ. Prof. DDr. Christian Ulm

Ort und Zeit:

Fortbildungspunkte:

Freitag, 12. Mai 2017, Fachbereich Orale Chirurgie Universitätszahnklinik, Sensengasse 2a, 1090 Wien Besprechungszimmer Orale Chirurgie

11 ZFP, durch die Zahnärztekammer approbiert

Kursgebühr: € 540,– exkl. 10% Mwst.

Level: Einsteiger

Anmeldungen an: oralechirurgie-kurse@meduniwien.ac.at oder telefonisch unter 01 / 400 70 / 4101 (Fr. Kneidinger) www.unizahnklinik-wien.at Begrenzte Teilnehmerzahl!


Praxis

Komposit-Zemente: Aktuelles Wissen Bis vor Kurzem waren nur wenige Zementtypen für das Einsetzen von Inlays, Kronen und Brücken erhältlich. Heute stehen mit den selbstadhäsiven KompositZementen zusätzlich weitere vielversprechende Materialien zur Verfügung.

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ange Zeit galt Zinkphosphat­ zement als Goldstandard für das Zementieren von Goldkronen, Vollmetallkeramikkronen, gegossenen Stiften und Brücken – vor allem wegen der langjährigen klinischen Erfahrung mit diesem Zement. Dieses Material zeigt bei Weitem mehr evidente klinische Erfolge als die anderen Zemente, obwohl seine mechanischen und biologischen Eigenschaften relativ schwach sind. Erwähnt werden müssen in diesem Zusammenhang hohe Löslichkeit, geringe Druckfestigkeit, kein adhäsiver Verbund und ein niedriger pH-Wert, der zu Pulpenirritationen führen kann.

Herkömmliche Komposit-Zemente Ein Komposit-Zement wurde erstmals in den frühen 1970er Jahren als Kronen- und Brückenzement eingeführt. Komposit-Zemente mit ihrem exzellenten Farbanpassungspotenzial wurden populär, vor allem wegen der höheren ästhetischen Anforderungen der PatientInnen an dentale Restaurationen. Andere Vorteile von Kunststoffzementen sind bessere Frakturresistenz und Adhäsion an der Zahnsubstanz, verglichen mit Phosphatzement, der nur durch mikromechanische Interaktion mit der Zahnsubstanz haftet. Klassische Befestigungszemente (wie zum Beispiel Phosphatzement, Glasionomerzement) haben einen eingeschränkten Indikationsbereich, vor allem können Glaskeramikrestaurationen nicht damit zementiert werden.

Für das Zementieren von Vollkeramikrestaurationen wurden MehrschrittSysteme verwendet, die jedoch Ätzen, Primen, Bonden und die Applikation des Komposit-Zementes notwendig machten. Dieser komplizierte Prozess resultierte in hoher Techniksensitivität. Als Weiterentwicklung wurden Ein- oder Zweiflaschensysteme für das Dentinbonden durch die Hersteller eingeführt. Neu: Selbstadhäsive KompositZemente Vor Kurzem wurde die Anzahl der Anwendungsschritte durch die Entwicklung von selbstadhäsiven Komposit-Zementen weiter reduziert. Der Vorteil dieser Materialien liegt in ihrer Fähigkeit, am Dentin ohne weitere Vorbehandlung zu haften. Aufgrund dieser Tatsache wurden die Fehleranfälligkeit und der Zeitbedarf für den Zementiervorgang reduziert. Dies führt auch zu einem geringeren Risiko für Kontaminationen mittels Speichel oder Blut. Daher hat die Beliebtheit dieser Materialien bei den ZahnärztInnen stark zugenommen. Weiters versprechen diese selbstadhäsiven Komposit-Zemente einen Zementiervorgang, der genauso einfach ist wie bei Zinkphosphatzement, mit einer vergleichbaren Adhäsionskraft wie bei klassischen Komposit-Zementen, die einen Dreischritt-Dentin-Bondingprozess erfordern. Aktuelle Studienergebnisse Zahlreiche Studien haben die Adhäsi-

onskräfte der selbstadhäsiven Komposit-Zemente im Vergleich zu den konventionellen Mehrschritt-Komposit-Zementen untersucht. Die Resultate zeigten erfolgreiche Adhäsion an Dentin, während niedrigere Haftwerte am Schmelz im Vergleich zu den Mehrschritt-Komposit-Zementen gemessen wurden. Daher wurden diese selbstadhäsiven Komposit-Zemente immer populärer unter den ZahnärztInnen ‣

Justierung der Probe: Der Laser unterstützt bei der Materialprüfung

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Praxis

und wurden in den letzten Jahren vermehrt verwendet. Für den klinischen Erfolg muss eine verlässliche Adhäsion dieser Materialien an die Zahnsubstanzen garantiert werden. Mögliche Konsequenzen von schlechter Haftung sind Mikroleakage, Sekundärkaries, Pulpenreaktionen, Plaqueanlagerungen und parodontale Erkrankungen. Eine der häufigsten Ursachen für den Adhäsionsverlust ist die Polymerisationsschrumpfung.

In der Arbeit „Setting kinetics and shrinkage of self-adhesive resin cements depend on cure-mode and temperature“ (Kitzmüller et al., 2011) wurde die Schrumpfungsspannung von fünf selbstadhäsiven KompositZementen im Vergleich zu einem konventionellen Mehrschritt-KompositZement untersucht. Die niedrigste Schrumpfungsspannung wurde bei einem selbstadhäsiven Komposit-Zement gemessen (Abb. 2). Daher stellt

dieses Material eine gute Alternative zu klassischen Mehrschritt-KompositZementen dar.

Zytotoxizität Die Komposit-Zemente sind in engem Kontakt mit oralen Weichgeweben. Daher wurden in der Studie „Cytotoxicity of four categories of dental cements“ (Schmid-Schwap et al., 2009) die Zytotoxizität von acht dentalen Zementen verglichen und der

Abb. 1: (v. l.) Priv.-Doz. Dr. Alexander Franz, Dipl. MTA Sonia Arellano, Ao. Univ.-Prof. DDr. Andreas Schedle

Abb. 2: MX, SPC, SMC, IC, RX – selbstadhäsive KompositZemente; NX3 – adhäsiver Komposit-Zement; dc 23 – Dualhärtung bei 23°C, sc 23 – chemische Härtung bei 23°C; dc 37 – Dualhärtung bei 37°C; sc 37 – chemische Härtung bei 37°C (modifiziert nach Kitzmüller et al., 2011)

Abb. 3: N – Negativkontrolle; P – Positivkontrolle; AK1 – adhäsiver Komposit-Zement 1; AK2 – adhäsiver KompositZement 2; SAK1 – selbstadhäsiver Komposit-Zement 1; SAK2 – selbstadhäsiver Komposit-Zement 2; D – dualgehärtet; C – rein chemisch gehärtet

Abb. 4: Rasterelektronenmikroskopische Aufnahme: Zirkonoxidplättchen mit Glaskeramik beschichtet und anschließend 30 Sekunden mit Flusssäure geätzt

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Einfluss der Dualhärtung im Vergleich zur rein chemischen Härtung von adhäsiven und selbstadhäsiven Komposit-Zementen untersucht. Die Zytotoxizität von adhäsiven und selbstadhäsiven Komposit-Zementen war signifikant niedriger bei Dualhärtung, verglichen mit rein chemischer Härtung. Die konventionellen adhäsiven Komposit-Zemente (Mehrschritt-Systeme) waren weniger zytotoxisch als die selbstadhäsiven Komposit-Zemente (Abb. 3).

Ao. Univ.-Prof. DDr. Andreas Schedle, Leiter des Kompetenzzentrums für Dentalmaterialien der Universitätszahnklinik Wien

Der MAM Perfect: 60 % dünner, 4 mal flexibler* Der dünne Saugerhals und das außergewöhnlich flexible Saugteil machen den MAM Perfect besonders anpassungsfähig. Dadurch können sich Kiefer und Gebiss optimal entwickeln. Diese Wirkung wird nun durch eine neue Langzeitstudie wissenschaftlich bestätigt. Am Universitätsklinikum Jena (DE) wurde über einen Zeitraum von 12 Monaten mit 86 Kindern im Alter zwischen 16 und 24 Monaten eine randomisiert kontrollierte Langzeitstudie** durchgeführt. Dabei wurde die Auswirkung des MAM Perfect Schnullers auf die Zahn- und Kieferentwicklung untersucht. Das Resultat: Die Studie belegt statistisch signifikant, dass die Umstellung von einem herkömmlichen Schnuller auf den MAM Perfect das Risiko der Entwicklung/Ausbildung eines offenen Bisses („Open Bite“) und eines vergrößerten Überbisses („Overjet“) minimiert. Dr. Yvonne Wagner, Zahnärztin Universitätsklinikum Jena (DE): „Diese Langzeitstudie ist die erste wissenschaftliche Arbeit, welche die Vorteile der Verwendung des MAM Perfect gegenüber herkömmlichen Schnullern in Bezug auf Overjet und Overbite statistisch signifikant belegt.“ Das Fazit: Die Abgewöhnung des Schnullers ist die beste Methode um Zahnfehlstellungen zu verhindern, gleichzeitig aber oftmals auch die schwierigste. Der MAM Perfect bietet sich somit als zahnmedizinisch geprüfte Alternative zu konventionellen Schnullern an. Basierend auf den Erkenntnissen der vorliegenden Langzeitstudie kann der MAM Perfect von Experten empfohlen werden. Mehr Infos zum MAM Perfect unter: mambaby.com/professionals *Durchschnittswerte. Zwischen: 32% – 83% dünner / 1,1 – 19,5 mal flexibler als übliche Silikonschnuller **Y. Wagner, R. Heinrich-Weltzien, “Effect of a thin-neck pacifier on primary dentition: a randomized controlled trial”, Orthodontics & Craniofacial Research, Volume 19, Issue 3, pages 127–136, August 2016 ***Nowak AJ, Kim AS, Scott JA, Berg JH. The effect of a unique pacifier on anterior open bite and overjet in the primary dentition: a pilot study, J Dent Child, 2016;83(2): 78–82

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Zur Person

Entwickelt, um das Risiko von Zahnfehlstellungen zu reduzieren.

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Literatur: K. Kitzmüller, A. Graf, D. Watts, A. Schedle, Setting kinetics and shrinkage of self-adhesive resin cements depend on cure-mode and temperature. Dent Mater. 27: 544–51, 2011. M. Schmid-Schwap, A. Franz, F. König, M. Bristela, T. Lucas, E. Piehslinger, D. C. Watts, A. Schedle. Cytotoxicity of four categories of dental cements. Dent Mater. 25: 360–8, 2009.

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Zirkonoxid: Aktuelle Studie an der Zahnklinik Zirkonoxid-Versorgungen finden immer häufiger Anwendung und drängen die klassischen Vollmetallkeramik-Versorgungen zurück. Ein Problem dabei ist, dass die Zirkonoxidkäppchen auf den präparierten Stümpfen weniger friktiv sind als die Vollmetallkeramik-Versorgungen. Dies bedeutet, dass selbst bei der Anwendung von selbstadhäsiven Komposit-Zementen in seltenen Fällen die Zirkonoxidkronen ihre Haftung verlieren und rezementiert werden müssen. Um dem entgegenzuwirken, wäre ein Protokoll für das adhäsive Zementieren von Zirkonoxidversorgungen hilfreich. Die Angaben in der Literatur sind diesbezüglich widersprüchlich. Es wurde daher im Kompetenzzentrum für Dentalmaterialien der Universitätszahnklinik Wien eine Versuchsanordnung zur Evaluierung der verschiedenen Techniken für das adhäsive Zementieren von Zirkonoxid-Versorgungen entwickelt. Erste Ergebnisse zeigen, dass die Beschichtung mit Glaskeramik an der Zementierfläche von Zirkonoxid-Versorgungen funktioniert. Nach Beschichtung mit Glaskeramik können Zirkonoxid-Versorgungen mit Flusssäure geätzt und silanisiert werden (Abb. 4). Derzeit werden am Kompetenzzentrum für Dentalmaterialien die Haftkräfte der verschiedenen Protokolle untersucht. Die Ergebnisse werden auf dem Kongress der European Division der International Association for Dental Research von 21. 9. bis 23. 9. 2017 in Wien präsentiert. •

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Praxis

Vom Defekt zur ästhetischen Lösung Abb. 1: Zapfenzahn Regio 22, weibliche Patientin 25 a

Erfolgskriterien in der resektiven parodontalen Chirurgie und bei der Patientenzufriedenheit.

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onzentrierten sich die resektiven Eingriffe früher vorwiegend auf die gingivale Chirurgie, so beziehen sie mittlerweile auch je nach Indikation knöcherne Rekonturierungen bzw. Modellationen mit ein, um auch jene parodontalen Erkrankungen therapieren zu können, die zu einer Zerstörung der zahntragenden Gewebe bzw. zum Abbau des zahntragenden Alveolarknochens geführt haben.

Abb. 2: Intraoperativ mit Tiefziehfolie nach Wax-up vor der Inzision für Gingivektomie

Abb. 3: Intraoperativ chirurgische Kronenverlängerung, Einstellung der biologischen Breite

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Knochendefekte als besondere Herausforderung Nach einer ersten Hygienephase mit einem parodontalen Debridement und einer Optimierung sowie Kontrolle der Mundhygiene kommt es meist zu einer Verbesserung der parodontalen Situation. Bei stark parodontal erkrankten PatientInnen ist aber mit zusätzlichen Veränderungen zu rechnen, die es zu therapieren gilt. Überwiegend treten danach meist tiefe horizontale und vertikale Knochendefekte

Abb. 4: Drei Monate post OP und mit der definitiven Voll­ keramikkrone regio 22


Praxis

und pathologische Veränderungen an den Furkationen auf. Diese Defekte stellen Nischen für eine erneute Besiedelung mit Parodontalpathogenen dar und sollten daher in der chirurgischen Phase der Therapie beseitigt werden. Dies ist jedoch im Bereich von Furkationen meist eine besondere Herausforderung in der Planung und Durchführung. Wichtige Voraussetzungen für jegliche Eingriffe sind eine gewisse, auf die Gingiva bezogene Entzündungsfreiheit (PBI 0–5 Prozent) und die Einhaltung eines hohen Hygienestandards durch die Patientin/den Patienten, damit das Ergebnis des Eingriffs auch aufrechterhalten werden kann. Furkationstherapie Da bei den resektiven Eingriffen die Furkationsproblematiken einen wichtigen Schwerpunkt darstellen, ist hier ein genaues diagnostisches Vorgehen bedeutsam. Die genaue Diagnostik furkationsinvolvierter Zähne

ist grundlegend für die Einschätzung der Langzeitprognose, aber auch für die Planung einer resektiven oder regenerativen Furkationstherapie. Sie umfasst insbesondere die Einschätzung des Grades horizontaler wie auch vertikaler Furkationsinvolvierung, die Beurteilung des inter- und periradikulären Knochens, aber auch Faktoren wie Wurzelmorphologie, Wurzellänge oder der Winkel der Wurzelseparation. Daher sind moderne bildgebende Verfahren wie DVT und CT mittlerweile eine unverzichtbare Grundlage für eine perfekte OP-Planung. Patientenzufriedenheit Die Techniken der parodontalen Weichgewebs- und Knochenchirurgie haben sich dahingehend verändert, dass minimalinvasiv und schonender gearbeitet wird: Man bemüht sich, den vestibulären Knochen möglichst zu erhalten, ebenso das Zahnfleisch und die festsitzende Gingiva. Intention ist es,

so weit es möglich ist, die Defekte über den oralen Zugang aufzulösen. Parallel dazu schreiten die Entwicklungen und das Potenzial der Knochenersatzmaterialien in der regenerativen Parodontalchirurgie voran, weshalb man auch vermehrt versucht, entsprechend regenerativ zu arbeiten. Mithilfe moderner Composite-Materialien („Red Composites“) gelingt es auch bei heiklen resektiven Eingriffen bereits sehr gut, imitierend Zahnfleisch zu rekonstruieren. Weiters kommen VeneerTechniken zum Einsatz, um „Black Triangles“, welche PatientInnen oft nach parodontaler Chirurgie entwickeln, zu kaschieren und den PatientInnen ein ästhetisches Auftreten zu ermöglichen. In diesem Zusammenhang sollte man auch an Zahnfleischepithesen denken bzw. auch interdisziplinär an entsprechende prothetische, kieferorthopädische Versorgungen, die man der Patientin/dem Patienten als ästhetische Lösung anbieten kann. ‣

Weiterbildung zur Prophylaxeassistenz Unter der Leitung von Assoc.Prof.in Univ.-Doz.in DDr.in Xiaohui Rausch-Fan

Ort und Zeit:

Information und Anmeldung:

September 2017 bis April 2018 Universitätszahnklinik, Sensengasse 2a, 1090 Wien

pass-unizahnklinik@meduniwien.ac.at oder telefonisch unter 01 / 40070 – 2624 (Fr. Rutschek) www.unizahnklinik-wien.at

Kosten: € 4.290,– inklusive Instrumentenset und Lernunterlagen € 220,– Prüfungsgebühren (alle Preisangaben inkl. 10% MwSt.)

Begrenzte Teilnehmerzahl!


Praxis

Damals Im Überblick Resektive Eingriffe: Foto: DDr. Johannes Kirchner

• Externe/interne Gingivektomie

Das Glüheisen Zu Prof. Moriz Heiders Zeit (1816–1866) (siehe DentUnique, Ausgabe 4/2016) gab es noch keine Wurzelbehandlung im heutigen Sinne. Die entzündete Pulpa der Zähne wurde mittels Glüheisen (siehe Bild) ausgebrannt. Diese Instrumente wurden über dem offenen Feuer zum Glühen gebracht und dann an den „zu behandelnden“ Zahn angedrückt, um das entzündete Gewebe in seinem Inneren auszubrennen. Dies führte aufgrund der hohen Temperatur des sicher auch optisch bedrohlich wirkenden, rot glühenden Instrumentes oft zu nur allzu gut verständlichen Abwehrreaktionen der Patienten und damit zu schweren Verbrennungen im Mundraum. Heider, der an allen wissenschaftlichen Neuerungen interessierte Zahnarzt, hatte vom Münchner Physiker Carl August von Steinheil (1801–1870) die Grundlagen der elektrischen Glühbirne vermittelt bekommen. Heiders Idee war es nun, einen kalt in das eröffnete Pulpencavum eingeführten, hauchdünnen Platindraht durch elektrischen Strom zum Glühen zu bringen, um so die Sterilisation des Pulpenraumes ohne die gefürchteten Verbrennungen in der Mundhöhle zu ermöglichen. Obwohl diese Methode durch die Entdeckung der Pulpendevitalisierung mit Arsen schon kurz darauf nicht mehr angewandt wurde, darf man Heider dennoch als Begründer des Kauters in der modernen Medizin ansehen, da der Chirurg Albrecht Theodor Middeldorpff (1824–1868) diese Methode bei Heider kennenlernte und in der allgemeinen Chirurgie einführte. • DDr. Johannes Kirchner, Kustos des Zahnmuseums Wien

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• Distal Wedge • Chirurgische Kronenverlängerung • Apical positioned flap (APF)/ Apical displaced flap (ADF) mit/ohne Ostektomie/Osteoplastik • Furkationstherapie: Tunnellierung, Wurzelamputationen, Prämolarisierungen • Periimplantitis Vorteile resektiver Chriurgie • Reduzierung der Sondierungstiefe (ST) • Bessere Hygienefähigkeit • Erhalt der festsitzenden Gingiva (Apikaler Verschiebelappen) • Granulationsgewebe kann entfernt werden • Übersicht • Knochenrekonturierung • Korrektur von Wurzelanomalien (z. B. Schmelzperlen, -zungen) • Glättung überstehender Kronen • Kronenverlängerung Nachteile resektiver Chirugie • Rezessionen: Ästhetik, Überempfindlichkeit • Knöcherner Halt wird eventuell reduziert • Erhöhtes Kariesrisiko bei exponierten Wurzeloberflächen • Putzchallenge für PatientInnen

Zur Person Univ.-Ass. Dr. Michael Müller, Fachbereich Zahnerhaltung und Parodontologie der Universitätszahnklinik Wien


Menschen

Kluge Köpfe Hier stellen wir Ihnen einige MitarbeiterIn­nen der Universitäts­ zahnklinik Wien vor:

Monika Dangl

Dr. med. dent. Azadeh Esfandeyari

Dr. med. dent. Nicoleta Dumitrescu

Dr. med. dent. Nicoleta Dumitrescu ist seit 2005 an der Universitäts­ zahnklinik Wien tätig. Die diplomierte Krankenschwester studierte Human- und Zahnmedizin an der Medizinischen Universität Wien und begann dort als Assistenzärztin im Fachbereich Zahn­ erhaltung zu arbeiten. Parallel dazu spezialisierte sich die Ärztin, die auch in der Lehre tätig ist, in Deutschland auf den Fachbereich Kinderzahnheilkunde. Nicoletta Dumitrescu war von Anfang an maßgeblich an der Etablierung des Fachbereichs Kinder- und Jugendzahnheilkunde an der Unversitätszahnklinik Wien beteiligt. Derzeit forscht sie für eine Langzeitstudie zum Thema „Langlebigkeit von Kompositionsfüllungen im Seitenzahnbereich – eine Feasibilitystudie“.

Dr. med. dent. Azadeh Esfandeyari absolvierte ihr Studium für Zahnmedizin an der Medizinischen Universität Wien. Im Rahmen ihrer Diplomarbeit zum Thema „Einfluss von parodontalen Erkrankungen auf die Thrombozytenfunktion“ führte Esfandeyari ihre Labortätigkeiten am Institut für Physiologie der Medizinischen Universität Wien durch. Seit Oktober 2012 ist Dr. Esfandeyari als Assistenzzahnärztin im Fachbereich für Orale Chirurgie an der Universitätszahnklinik Wien tätig. Sie ist Mitautorin einiger wissenschaftlichen Publikationen zum Thema Thrombozyten und Parodontitis. Neben Poster-Präsentationen auf internationalen Kongressen liegt ihr derzeitiges Forschungsgebiet im Bereich der Behandlungsmöglichkeiten des atrophen Oberkiefers.

Monika Dangl ist seit 1990 an der Universitätszahnklinik Wien im Fachbereich für Zahnerhaltung beschäftigt. Aufgrund ihrer Begeisterung für die Mundhygiene absolvierte sie 2002 die Ausbildung zur Mundhygienikerin an der Universität Graz. Seit 2004 ist sie zudem leitende Assistentin im Laserzentrum unter der Leitung von Univ.-Prof. DDr. Andreas Moritz. Zusätzlich arbeitet sie in den Spezialambulanzen für Endodontie, Laserzahnheilkunde und ästhetische Zahnheilkunde.

Helmut Luft

Helmut Luft ist seit 2014 für die Universitätszahnklinik Wien tätig. Als vielseitig ausgebildeter Mitarbeiter der Werkstattmannschaft ist der Techniker unter anderem für die Pflege und Instandhaltung von Grünflächen sowie die Kontrolle technischer Einrichtungen verantwortlich. Auch Umbauten und Übersiedlungen von Büros zählen zu seinen Aufgaben. Zudem unterstützt Luft die Haustechnik in vielen Bereichen. Helmut Luft schätzt an seiner Tätigkeit vor allem das selbstständige Arbeiten und den Zusammenhalt im Team. DentUnique 1/2017 15


Menschen

Vereinbarkeit ist garantiert Der „Martha Wolf Kindergarten“ in der Nähe der Universitätszahnklinik bietet viele Konzepte und Aktivitäten, die sich Eltern wünschen. nen Lebensqualität.“ Dazu werden die Kinder auch auf die Station der Kinderzahnheilkunde gehen.

Kreativität bei den Kindern zu fördern ist ein wesentlicher Bestandteil im Bildungskonzept des Martha Wolf Kindergartens.

B

reits ab 7.00 Uhr in der Früh sind Kinderstimmen in der Van-Swieten-Gasse 1a zu hören – dort nämlich ist der Kindergarten der Universiätszahnklinik Wien und der Medizinischen Universität Wien untergebracht. Benannt ist der Kindergarten nach Martha Wolf (1882– 1926), die 1909 an der Universität Wien promovierte und Wiens erste Zahnärztin war. Gesundheit ist wichtig Der Kindergarten, der seit 2011 besteht, wird von den Wiener Kinderfreunden betrieben. Das Ziel war es, das Angebot für berufstätige Eltern weiter auszubauen und Beruf bzw. Studium und Familie zu vereinbaren. Gleichzeitig ging es aber auch darum, dem Betrieb, in dem der Kindergar-

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ten untergebracht ist, zu entsprechen, denn „ein wesentlicher Bestandteil unseres Konzeptes ist die Förderung des Gesundheitsbewusstseins von Kindern ab der frühen Kindheit. Dazu gehören für uns die gesunde Ernährung und die Bewegung, genauso wie die Mundhygiene“, erklärt die Leiterin des Kindergartens, Julia Verovnik, und sie führt weiter aus: „Eigens dazu ist der Martha Wolf Kindergarten mit der Kinderzahnheilkunde der Unizahnklinik seit 2016 sehr eng vernetzt. Heuer findet dazu ein Projekt statt, an dem sich nicht nur die Kinder, das pädagogische Fachpersonal des Kindergartens und das Team der Kinderzahnheilkunde beteiligen, sondern auch die Eltern der Kinder. Sie alle unterstützen den Fachbereich bei einer Studie zur mundgesundheitsbezoge-

Pädagogische Konzepte Auch wenn Gesundheit ein Schwerpunkt ist, so werden im Martha Wolf Kindergarten darüber hinaus sämtliche bildungswissenschaftlichen Erkenntnisse angewendet und umgesetzt. Oder wie es die Leiterin sagt: „Das Fundament unserer Arbeit ist das Schaffen einer liebevollen und anregenden Umgebung für das Kind und die feinfühlige Begleitung durch qualifiziertes Personal.“ Darüber hinaus geht es darum, die Kinder im Kindergartenalltag in unterschiedlichsten Settings bei verschiedenen Tätigkeiten zu beachten und dies gemeinsam im Team zu refelektieren. Darauf aufbauend werden Bildungsziele für jedes Altersspektrum überlegt, die anhand unterschiedlichster Impulse und Aktivitäten umgesetzt werden, um weitere Bildungsprozesse beim Kind anzustoßen. Diese werden in Portfolios der Kinder dokumentiert. „Mit diesem Konzept verfügt jedes Kind über eine individuelle Sammlung von Bildungsund Lerngeschichten“, erklärt Verovnik. Sie hebt auch noch einen wichtigen Punkt hervor: „Zweimal jährlich haben alle Eltern die Möglichkeit, in einem Entwicklungsgespräch in den Austausch mit unseren pädagogischen Fachkräften zu treten und über die Entwicklungserfolge ihres Kindes zu sprechen. Dieses Angebot wird von allen Eltern sehr gerne angenommen.“ Elternmitarbeit erwünscht Überhaupt geht es der Leiterin darum, möglichst viel die Eltern miteinzubeziehen. Bildungspartnerschaft ist also


Menschen

ein wichtiger Bestandteil im Kindergartenkonzept: „Wir schätzen es sehr, wenn sich unsere Eltern im Kindergarten einbringen. Zu diesem Zweck organisieren wir regelmäßig ElternCafés, Kreativnachmittage oder andere Veranstaltungen, die dazu dienen, mehr Einblick in den Kindergartenalltag und die Bildungsarbeit zu erhalten – für alle Eltern, die in ihrer Tätigkeit an der Universitätszahnklinik oder der Medizinischen Universität Wien doch sehr eingespannt sind und aus diesem Grund einen differenzierteren Blick in den Alltag ihres Kindes sehr schätzen.“ Darüber hinaus existiert seit Kurzem der Elternrat: Dieser tagt drei Mal im Jahr und dient dazu, Anliegen und Wünsche an den Kindergarten heranzutragen und so an der Weiterentwicklung des Kindergartenkonzeptes aktiv beteiligt zu sein. Noch etwas: Die Kindergartenleiterin führt auch eine Studie durch, die den Hintergrund von Kindern und ihren Eltern und ihre Bedeutung für die Entwicklung von Kindergartenkonzepten untersucht. Ihr Ergebnis: „Wird der Kindergarten als Basis für die zukünftige Bildungsgeschichte jedes einzel-

Die Kinder haben viel Potenzial, und das wird entsprechend den aktuellen bildungswissenschaftlichen Erkenntnissen auch gefördert.

Facts Was es gibt: 1 Kinderstube für 0- bis 3-jährige Kinder (ab 11 Monaten), 2 Familiengruppen für 0-bis 6-jährige Kinder, insgesamt 55 Betreuungsplätze. Die Kosten setzen sich aus Betreuung und Verpflegung zusammen, zum Teil gibt es Förderungen. Voraussetzung für einen Betreuungsplatz ist, dass mindestens ein Elternteil in einem aufrechten Dienstverhältnis zur MedUni Wien oder zur Universitätszahnklinik Wien steht bzw. dort inskribiert ist. Die Anmeldung erfolgt über die Stabstelle Gender Mainstreaming der Medizinischen Universität Wien. marthawolf-kindergarten@ meduniwien.ac.at

Verschiedenste Aktivitäten tragen dazu bei, dass jedes Kind seine individuellen Lernfortschritte macht.

nen Kindes betrachtet, ist es umso deutlicher, dass das Personal auch danach ausgebildet werden muss. Nicht nur weil der Kindergarten mittlerweile als Bildungseinrichtung angesehen wird, sondern auch als Notwendigkeit, um Chancengerechtigkeit, unabhängig vom sozioökonomischen Hintergrund, zu gewährleisten.“

Weitere Planungen Eine Erweiterung des Kindergartens ist nicht in Planung. Das Team des Kindergartens ist jedoch stets bemüht, den Anforderungen einer modernen und zeitgerechten Bildungspolitik gerecht zu werden und ist daher stets an der Weiterentwicklung pädagogischer Handlungskonzepte interessiert. Dazu bedarf es professioneller Fachkräfte und materieller Ressourcen. „Aktuell ist beispielsweise die Implementierung eines Kinderlabors und eines differenzierten MINT – Mathe­ matik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik-Konzeptbestandteils – geplant. Bei der Anschaffung erforderlicher Materialien würde sich der Kindergarten selbstverständlich über Unterstützung sehr freuen“, so Julia Verovnik. Die Neugierde, das Entwickeln einer Forschungsfrage und deren Nachgehen ist etwas, das bereits in der frühen Kindheit entsteht und von geschulten Pädagogen unterstützt werden sollte. • DentUnique 1/2017 17


Lehre

Gut zu wissen Universitätszahnklinik Wien, Sensengasse 2a, 1090 Wien ANFAHRT: Öffentliche Verkehrsmittel: • 37/38/40/41/42 von Schottentor – Haltestelle: Schwarzspanierstraße • 40/41/42 von Währinger Straße – Volksoper – Haltestelle: Sensengasse • 5/33 Haltestelle: Lazarettgasse • 43/44 Haltestelle: Lange Gasse (kurzer Fußmarsch durch das Alte AKH) Mit dem Auto: Gebührenpflichtige BOE-Parkgarage in der Sensengasse 3. Beachten Sie die Kurzparkzone im gesamten 9. Bezirk. FACHBEREICHE: • Zahnerhaltung und Parodontologie • Unit – Zahnärztliche Ausbildung • Kieferorthopädie • Orale Chirurgie • Prothetik • Radiologie • Kinderzahnheilkunde SPEZIALAMBULANZEN: • Spezialambulanz für ästhetische Zahnheilkunde Ansprechpartner: Monika Dangl Tel.: +43 1 40 070 2323

• Spezialambulanz für Bulimie Ansprechpartner: Kerstin Geister Tel.: +43 1 40 070 2323 • Spezialambulanz für Endodontie Ansprechpartner: Selma Sulejmanovic Tel.: + 43 1 40 070 2145

• Spezialambulanz für Funktions störungen Ansprechpartner: Alexandra Wolfer Tel.: + 43 1 40 070 4930 • Spezialambulanz für Implantologie Ansprechpartner: Maria Hafner Tel.: + 43 1 40 070 4121 18 DentUnique 1/2017

• Spezialambulanz für Laserzahn heilkunde Ansprechpartner: Monika Dangl Tel.: +43 1 40 070 2323 • Spezialambulanz für Mund- und Schleimhauterkrankungen Ansprechpartner: Maria Hafner Tel.: + 43 1 40 070 4121

ANSPRECHPARTNER/INNEN – KONTAKTE: Zentrale Aufnahme Natascha Fuchs, Agnes Font, Nadine Gnadlinger, Bettina Lackner, Monika Saffer, Cornelia Schmid, Katharina Celar-Vojtechovsky Tel.: +43 1 40 070 2000 E-Mail: aufnahme-unizahnklinik@ meduniwien.ac.at Allgemeine Ambulanz Gabriele Pleininger, Karoline Schweinberger Tel.: +43 1 40 070 2020 E-Mail: notfallambulanz-unizahnklinik@meduniwien.ac.at

Klinische Bereiche • Zahnerhaltung und Parodontologie Sekretariat: Edda Gsell Tel.: +43 1 40 070 2101 E-Mail: zahnerhaltung-unizahn klinik@meduniwien.ac.at • Parodontologische Ambulanzen Leitstelle: Nina Filzwieser Tel.: +43 1 40 070 4720 E-Mail: parodontologie-unizahn klinik@meduniwien.ac.at

• Prophylaxe-Center Leitstelle: Tamara Hauptmann Tel.: +43 1 40 070 4725 E-Mail: prophylaxecenter-unizahn klinik@meduniwien.ac.at

• Kieferorthopädie Leitstelle: Marion Zink-Schlöggl Tel.: +43 1 40 070 4321 Sekretariat: Maria Strobl Tel.: +43 1 40 070 4301 E-Mail: kfo-unizahnklinik@meduni wien.ac.at • Orale Chirurgie Leitstelle, OP-Organisation: Maria Hafner Tel.: +43 1 40 070 4121 Sekretariat: Brigitte Kneidinger Tel.: +43 1 40 070 4101 E-Mail: oralechirurgie-unizahn klinik@meduniwien.ac.at

• Prothetik Sekretariat: Bettina Haruksteiner Tel.: +43 1 40 070 4901 E-Mail: prothetik-unizahnklinik@ meduniwien.ac.at

• Radiologie Leitstelle: Christine Niziolek Tel.: +43 1 40 070 2420 E-Mail: radiologie-unizahnklinik@ meduniwien.ac.at • Kinderzahnheilkunde Leitstelle Tel.: +43 1 40 070 2820 Organisation: Susanne Preis Tel.: +43 1 40 070 2825 E-Mail: kinder-unizahnklinik@ meduniwien.ac.at

ÖFFNUNGSZEITEN: Immer nach Terminvereinbarung! • Aufnahme von PatientInnen Zentrale Aufnahme und Notbehand lungen: Montag–Freitag 7.30–13 Uhr, Samstag, Sonn- und Feiertag 8–13 Uhr • Behandlungszeiten in den klinischen Bereichen Montag–Donnerstag 8–18 Uhr, Freitag 8–16 Uhr nach Terminvereinbarung • Kieferorthopädie: Montag–Donnerstag 8–17 Uhr, Freitag 8–13 Uhr


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Lehre

Proteinnachweis nach Reinigung der zahnärztlichen Instrumente

Neue Standards bei Validierung Desinfektion und Sterilisation von Instrumenten sind in der Zahnarztpraxis eine Selbstverständlichkeit. Gefordert ist allerdings die regelmäßige Dokumentation und Überprüfbarkeit der durchgeführten Reinigungsschritte.

Prüfung der Instrumente

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In-vitro-Anschmutzung der zahnärztlichen Instrumente mit heparinisiertem Schafsblut

Medicheck-Proteinschnelltest


Lehre

G

erade die Universitätszahnklinik Wien hat die behördlich geforderte Validierung der Instrumentenaufbereitung nicht nur umgesetzt, sondern auch wissenschaftlich untermauerte Fakten zu diesem Thema als Vorreiter geschaffen. Dementsprechend wurden in den letzten Jahren vermehrt Diplomarbeiten zu diesem Thema vergeben. „In diesem Sinne hat die Klinik im Interesse aller gearbeitet, um die notwendigen Prozessschritte auch wissenschaftlich abzusichern. Univ.-Prof. DDr. Apostolos Georgopoulos hat diese Arbeiten als Leiter der Oralen Mikrobiologie und Hygiene betreut“, erklärt Dr. Dino Imsirovic, Spezialist für Validierung an der Universitätszahnklinik Wien. Mehr Prüfungen notwendig Optimierung ist nämlich bei der Validierung das Gebot der Stunde. Die standardisierten Abläufe müssen dokumentiert werden. „Dabei geht es nicht nur darum, regelmäßig Prüfungen bei den Geräten durchzuführen, sondern darüber hinaus auch darum, die diesbezüglichen Arbeitsschritte schriftlich festzuhalten, sodass diese im Falle einer Überprüfung jederzeit vorgelegt werden können“, sagt Dr. Franz Hastermann, Österreichische Gesellschaft für Hygiene in der Zahnheilkunde. Bereits seit rund zwei Jahren wird im Rahmen einer amtlichen Ordinationseinschau die validierte Instrumentenaufbereitung verlangt. Es wurden von der Behörde fallweise auch schon vorübergehende Ordinationsschließungen verfügt. „Wenn Ihr Auto ohne gültiges Pickerl angetroffen wird, ist Ihre Nummerntafel weg. Sie können natürlich dann alles tun, damit Sie ein Pickerl bekommen, dann gibt es auch wieder die Nummerntafel. So weit sind wir in der Zahnarztordination noch nicht, aber es geht in die Richtung: Die Prüfungen und Überprüfungen werden stets mehr und strenger.“ Reinigung, Desinfektion und Sterilisation Im Detail geht es um die regelmäßi-

ge Reinigung und Desinfektion bzw. Sterilisation der Instrumente. Diese passieren ohnehin in der Praxis – einerseits durch die maschinelle und andererseits durch die manuelle Methode. In der Oralchirurgie, dort, wo es um Implantate und große Eingriffe geht, ist eine maschinelle Aufbereitung unterlässlich, meinen beide Experten. Ein RDG-Gerät ist in solchen Ordinationen oft vorhanden. Während in der konservierenden Zahnheilkunde, dort, wo es z. B. um Füllungen und Kieferorthopädie geht, manuelle Reinigungsmethoden zum Einsatz kommen können. „Eigentlich können wir hier von teilmaschinell sprechen, denn ein Dampfsterilisator wird nach der manuellen Reinigung der Instrumente regelmäßig verwendet“, so Imsirovic, der erklärt, wie die Validierung erfolgen sollte. Zunächst geht es um die rein optische Prüfung: Sind die Instrumente sauber? Dann folgt die chemische Prüfung: Der Restprotein-Gehalt muss kleiner als 20 µg Spülflüssigkeit sein. „Das Ziel einer solchen Validierung, die unter der Betreuung von Univ.-Prof. DDr. Georgopoulos seit Jahren an der Universitätszahnklinik Wien durchgeführt wird, ist zunächst natürlich, dass es unmöglich sein muss, Krankheiten zu übertragen. Es ist aber auch Ziel, dass die Geräte auf ihre Funktionalität hin geprüft werden. Und letztlich geht es bei diesen Maßnahmen auch um den Schutz der Patienten und gleichzeitig um den Schutz des Arztes und des Ordinationsteams“, so Imsirovic.

Praktische Herausforderungen Einen Sonderfall stellen die Handund Winkelstücke dar, wie Hastermann aus der Praxis zu berichten weiß. Diese Geräte seien höchst sensibel in der Reinigung und bedürfen in der Regel einer Kombination aus manueller und maschineller Reinigung. „Dabei werden vielfach Geräte benötigt, die nicht nur kostspielig in der Anschaffung, sondern auch betriebskosten- und wartungsintensiv sind“, so der Zahnarzt, für den ganz klar in Sachen Validierung ein Ziel auf der Hand liegt: „Die Kosten für die einzelne Ordination sollen möglichst gering gehalten werden.“ Dabei sind es seiner Meinung nach nicht nur die Gerätekosten, sondern vor allem die Personalkosten, die es zu berücksichtigen gilt. „Die Assistentin muss eine Stunde früher kommen, um das Prüfprotokoll durchlaufen zu lassen, ein zweiter Zyklus ist oft erforderlich. Nach jedem Patienten ist auch eine Arbeitsdokumentation notwendig.“ Hastermann weiter: „Die Wiener Zahnärztekammer hat Unterlagen vorbereitet, die den einzelnen Zahnarzt bei der Validierung der Instrumentenaufbereitung unterstützen sollen.“ Konkret werden vom Referat für betriebstechnische Auflagen und Qualitätssicherung unter anderem Beratungsgespräche angeboten. Darin wird ein möglicher Nachholbedarf geortet und Hilfe bei der Erstellung der Arbeitsanweisungen gegeben. Damit soll die Validierung für den einzelnen Arzt praktikabel durchgeführt werden können. •

Das Team Univ.-Prof. DDr. Apostolos Georgopoulos, Competence Center für Orale Mikrobiologie und Hygiene Dr. med. dent. Dino Imsirovic, Universitätszahnklinik Wien MR Dr. Franz Hastermann Österreichische Gesellschaft für Hygiene in der Zahnheilkunde: www.oeghz.at

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Lehre

Buchtipp: Die Zunge Ein Atlas und Nachschlagewerk für Zahnärzte, Hausärzte, Kinderärzte, Hals-Nasen-Ohrenärzte, Hautärzte, DentalhygienikerInnen, das gesamte zahnärztliche Praxisteam sowie Studierende der Medizin und Zahnmedizin.

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rer Physiologie, den Normvarianten sowie der Diagnostik bei Veränderungen. Im umfangreichsten fünften Kapitel des Nachschlagewerks werden die Krankheitsbilder, die mit Veränderungen der Zunge einhergehen, in übersichtlicher Tabellenform mit allen wichtigen Informationen und klinischen Beispielen dargestellt. Die Therapie wird hier nur stichpunktartig erwähnt und ist im sechsten Kapitel ausführlich beschrieben. „Die Zunge“ wurde von zahlreichen Autoren mit langer Erfahrung in der Diagnostik und Therapie von Zungenveränderungen verfasst und sei allen Berufsgruppen empfohlen, bei

denen der Blick in die Mundhöhle zum Alltag gehört. • Mit Beiträgen von: Michael M. Bornstein, Jörg Halter, Peter Itin, Sebastian Kühl, J. Thomas Lambrecht, Inga Mollen, Ralf J. Radlanski, Adrian Ramseier, Andrea Maria Schmidt-Westhausen, Richard Steffen, Valérie G. A. Suter, Branka Tomljenovic, Astrid Truschnegg, Tuomas Waltimo, Brigitte Zimmerli

Herausgeber: Prof. Dr. med. dent. Andreas Filippi, Dr. med. dent. Irène Hitz Lindenmüller Quintessenz Verlag, 2016, 256 Seiten, 596 Abbildungen ISBN 978-3-86867-314-2

Foto: Springer Verlag

Die Zunge zeigt sich in großer Zahl von Normvarianten und pathologischen Veränderungen und ist immer auch ein Spiegel des allgemeinmedizinischen, internistischen, ernährungsabhängigen und seelischen Zustands eines Patienten. Als Hinweisgeber für zahlreiche Krankheitsbilder kommt der Zunge daher eine besondere Bedeutung zu. Dieses Buch betrachtet die Zunge unter Berücksichtigung der aktuellen wissenschaftlichen Literatur und ist als Bildatlas und Nachschlagewerk konzipiert. Die ersten vier Kapitel behandeln die Bedeutung der Zunge in der Zahnmedizin, beschäftigen sich mit ihrer Anatomie und ih-


CED-IADR/NOF Oral Health Research Congress Vienna/Austria | September 21-23, 2017 An international multi-disciplinary research meeting hosted by the Continental European & Scandinavian divisions (CED-IADR/NOF) of the International Association for Dental Research (IADR) TE: E DA 7 H T SAVE il 21, 201 pr 7 ne: A e 14, 201 i l d a e n d u J ssion line: ubmi ion dead s t c t a Abstr g registra n i t mee Early

,ial 95 d c e p e S reduc nt o r u E stude IADR ation tr regis fee

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017 iadr2

.cedw w w MAJOR MEETING FACTS AND HIGHLIGHTS SUMMARIZED IN BRIEF: • • • • • •

Largest multi-disciplinary scientific meeting in Europe organized by the CED-IADR and Scandinavian (NOF) division of IADR (over 1.500 members). 2.5-day parallel-session program with oral presentations, posters, keynote and symposium lectures. Meeting venue in modern congress venue (Messe Wien). Platform for clinical case posters to enable clinicians to present their latest clinical cases, while networking with researchers. A new “My first research” award enabling young researchers to communicate about their first research experience at an international CED-IADR/NOF meeting. A clinical satellite symposium on Saturday (including a hands-on workshop) organized by the School of Dentistry in cooperation with the Austrian Society of Esthetic Dentistry and the International Society for Oral Laser Applications (SOLA). österreichische gesellschaft esthetic dentistry

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