Einfach Leben Magazin | Ausgabe 4

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GESCHICHTEN, DIE MUT MACHEN. AUSGABE
IMPRESSUM HERAUSGEBER Josef C. Sigl Trumer Privatbrauerei Josef Sigl e.U. Brauhausgasse 2 5162 Obertrum Tel.: +43/6219/7411-0 trumer.at PROJEKTLEITUNG Manuela Mödlhammer/Trumer Privatbrauerei DESIGN Caro Eisl/designcaro.com BILD Dominic Berchtold/dominicberchtold.com, Ian Ehm/friendship.is, Caro Eisl, Philipp Hieslmair, Andreas Kolarik, Patrick Langwallner/matter-digital.com, Sophie Leitner/Trumer Privatbrauerei, Ingo Pertramer/ pertramer.at, pexels.com, Trumer Privatbrauerei TEXT Josef Sigl, Manuela Mödlhammer/Trumer Privatbrauerei, Max Kickinger/Raven and Finch, friendship.is, Johannes Nittmann/nittmann.at, Caro Eisl DRUCK Druckzentrum Salzburg, Karolingerstr. 40, 5021 Salzburg

ICH GLAUBE DARAN DASS DIE ZUKUNFT BESSER IST ALS IHR RUF.

Alle reden über Nachhaltigkeit. Wir wollen aber nicht nur darüber reden, sondern auch große Taten folgen lassen: So produzieren wir ab Anfang nächsten Jahres prognostizierte 80% unseres Gesamtstrombedarfs mit eigener Brauerei-Sonnenenergie. Vom Erdgas sind wir schon seit über 10 Jahren weg, indem wir das Obertrumer Biowärme-Netz mitinitiiert haben.

Dass wir als traditionsreiche Privatbrauerei jetzt in das junge Thema „Pflanzliche Milch alternativen“ einsteigen, mag im ersten Moment irritierend sein, ist aber auf den zweiten Blick sehr logisch – ist ja Bier seit seiner Erfindung ein Lebensmittel auf rein pflanzlicher Basis! Wir wollen in diesem Markt eine neue Ära des Geschmacks und der Transparenz einläuten und tun das, weil wir von einer besseren pflanzlichen Zukunft mit Geschmack überzeugt sind.

Ich glaube daran, dass die Zukunft besser ist als ihr Ruf. Transformation ist für uns nicht nur ein Muss, sondern vor allem eine große Chance. Deshalb glauben und arbeiten wir auch weiterhin entschlossen an der positiven Veränderung.

Mit optimistischen Grüßen

SCHMECKT WIE DAS GEFÜHL BEI OMA AM KACHELOFEN ZU SITZEN.

Braumeister Felix Bussler und Privatbrauer Seppi Sigl sprechen über ihre neueste Produktinnovation: die SIGL Bio Hafer & Gerste. Ein Ge spräch über Genuss, eine vielfältige Landwirtschaft und warum es eine österreichische pflanzliche Milchalternative am Markt geben muss.

DIE ENTSCHEIDENDE FRAGE ZUERST: WARUM PRODUZIERT IHR ALS BIERBRAUER EINEN HAFERDRINK? Sigl: Das werden viele viel leicht im ersten Moment nicht ganz nachvollziehen können: Weil wir seit Jahrhunderten nichts anderes machen. Wir lösen mit unseren Technologien das Beste aus Getreide. Und wenn man beim Bierbrauen keine Hefe dazu gibt, dann ist man sehr schnell bei einer Getreidemilch. Das heißt, es ist eigentlich unsere Kernkompetenz. Pflanzliche Alternati ven sind gekommen, um zu bleiben und da macht es absolut Sinn, dass die Bierbrauer da mitspielen.

Außerdem hat es grundsätzlich einen ökologischen Vorteil: Getreidemilch und vor allem Hafermilch haben einen we sentlich geringeren ökologischen Fußabdruck als tierische

Milch. Das heißt, es hat auch mit Generationendenken zu tun und ist für uns der Einsatz für eine lebenswerte und enkelverträgliche Zukunft.

BRAUCHT DIE WELT NOCH EINEN HAFER DRINK?

Bussler: Die Antwort ist ganz klar ja. Vielfalt bereichert hier den Markt. Und speziell unser Weg ist einer, der sich klar von vielen anderen Haferdrinks unterscheidet. Wir wollen transparent und nachvollziehbar arbeiten. So wie beim Bier. In jedem Schritt der Produktion kann man bei uns den Finger in den Rohstoff stecken und sagen: Schau, das schmeckt.

Sigl: Wir sind davon überzeugt, dass es für uns alle besser ist, wenn wir den Markt nicht den internationalen Großkon

zernen überlassen. Mit unserer Brauerei sind wir seit Jahr hunderten unabhängig und das kommt auch dem Segment der Pflanzenmilch zugute: wir wollen als Familienunterneh men eine österreichische Alternative etablieren, gemeinsam mit den österreichischen Bauern und der Landwirtschaft.

GUTES STICHWORT: IHR HABT ERWÄHNT,

DASS DIE SIGL BIO

HAFER & GERSTE DER

keine – unsere Landwirtschaft ist eben durch die Milch wirtschaft anders geprägt. Hier wollen wir auch der Land wirtschaft für die Zukunft eine Alternative bieten.

LANDWIRTSCHAFT

EINEN NEUEN

IMPULS GEBEN KANN. WAS MEINT IHR DAMIT? Bussler: Als Brauer bin ich natürlich landwirtschaftlich in teressiert. Ich freue mich, wenn ich Gersten-, Roggen- und Weizenfelder sehe. Da denke ich an Bier. Sehe ich jetzt ein Haferfeld, denke ich an SIGL Bio Hafer & Gerste. Hier in unserer Region sieht man wenig Felder bis eigentlich

Sigl: Dabei geht es uns nicht darum, in Konkurrenz mit der Milchwirtschaft zu treten. Ganz im Gegenteil. Ich persön lich liebe zum Beispiel guten Käse. Wir wollen die Vielfalt fördern und mit der Landwirtschaft stärker zusammenrücken: Am besten mit der nächsten Generation von Bäuerinnen und Bauern an einer biodiversen Zukunft arbeiten.

INWIEWEIT SPIELT GENUSS IN DIESER KATEGORIE EINE ROLLE? Sigl: Die SIGL Bio Hafer & Gerste ist ein 100%iges Genussmittel und das ist auch unsere Vision: Wir wollen den Genuss in die Kategorie

bringen. Und das schaffen wir durch Qualität. Damit die Menschen unseren Drink nicht als Alternative sehen, sondern als gleichwertiges Produkt, zu dem sie sagen: Das schmeckt mir einfach richtig gut.

Bussler: Wir müssen weg von der Diskussion über Qual-Entscheidun gen. Es soll nicht darum gehen, ein Produkt zu kaufen, weil es gut für die Umwelt ist und es mir aber eigentlich nicht schmeckt. Unsere Kunden sollen unser Produkt kaufen, weil es ihnen schmeckt. Deswegen müssen wir auch

über Geschmack sprechen. Natürlich ist unsere Hafer-Gerstenmilch gut für den ökologischen Fußabdruck und ver bessert die Welt. Aber am Ende des Tages ist es ein Genussprodukt und wir Bierbrauer reden auch beim Bier von Geschmack, Aromen und Lebens genuss. Das müssen wir auch hier tun.

„Wir wollen transparent und nachvollziehbar arbeiten. So wie beim Bier. In jedem Schritt der Produktion kann man bei uns den Finger in den Rohstoff stecken und sagen: Schau, das schmeckt.“

Stube“ und dieses Gefühl bekomme ich nicht mehr los. Der Geschmack ist schön ausbalanciert, angenehm mollig und rund mit karamelliger Süße, die aber nicht übertrieben ist. Ich glaube, man schmeckt die Wärme und Energie der Sonne, die in die Körner und damit direkt in das Produkt gehen.

WIE SCHMECKT

DENN

DER SIGL HAFERDRINK? Sigl: Als ich das erste Mal unsere SIGL Bio Hafer & Gerste getrunken habe, war das ein Gefühl von „Bei der Oma am Kachelofen sitzen in der geschützten

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WEIL SIE SCHMECKT.

Zum ersten Mal haben wir ein Getränk geschaffen, das auch in Cornflakes richtig gut schmeckt. Sogar ein bisschen nach Cornflakes. Dass es da einmal nicht um Bier geht ist klar, aber wer ist „sie“?

Sie, die da schmeckt, die wir seit Wochen für ihren Geschmack preisen und loben und die wir gerade mit möglichst vielen Menschen teilen wollen, ist die Sigl Bio Hafer mit Gerstenmalz. Eine ganz neue Spezialität aus dem Hause Trumer, für die man auch nicht komisch an geschaut wird, wenn man sie sich in den Kaffee leert. (Das soll ja nicht bei all unseren Getränken so sein.)

Die Sigl Bio Hafer & Gerste ist aus unserer Überzeugung entstanden, bisher sehr gute Getränke aus Ge treide hergestellt zu haben. Und so hat unser Braumeister Felix Bussler herum probiert, bis er zufrieden war. Als dann auch noch alle Partner und Freunde versonnen lächelnd genickt haben, wurde sie in schöne Packerl gefüllt und ist ab jetzt mehr und mehr für alle verfügbar. Seppi Sigl, Privat brauer in achter Generation, sagt gern „Seit über 400 Jahren brauen wir die besten Getränke aus Getreide mit dem Anspruch jedem Korn alles an Geschmack zu entlocken.“ Und wir wollen hiermit das nicht besonders

* Aktuell erhältlich in ausgewählten SPAR Filialen in Salzburg. Weitere Verfügbarkeiten werden laufend ergänzt.

streng gehütete Geheimnis lüften, wie er das macht. Wie entlockt er dem – in diesem Falle Haferkorn –alles an Geschmack? Wir verraten es gern: mit einem weiteren Korn! Der Gerste. Beste Freundin des Brauers, Enzymlieferantin, für uns jetzt schon Mitarbeiterin des Jahrtausends! Sie sorgt mit ihren natürlichen Enzymen dafür, dass die Stärke im Getreide aufgespalten wird, beim Bier genauso wie bei der Sigl Bio Hafer & Gerste. Der entstehende Zucker wird beim Bier zu Alkohol und bei Sigl direkt zu Geschmack. Dazu kommt dann noch Bio-Rapsöl und Tiefbrunnen

wasser aus der eigenen Quelle und aus. Sonst nichts. Keine künstlichen Zusatzstoffe, maximal ein bisschen Stolz und Freude.

Jetzt habt ihr die Sigl Bio Hafer & Gerste zwar immer noch nicht pro biert, aber wenn ihr die Augen zu macht und euch konzentriert, viel leicht könnt ihr euch dann ein biss chen vorstellen, dass sie schmeckt. Verifizieren lässt sich dieses Gefühl im Selbstversuch: Auf sigl.bio erfahrt ihr, wo wir die Sigl Bio Hafer & Gerste überall mit euch teilen. Lasst sie euch schmecken!

WO BEKOMMST DU DIE SIGL BIO HAFER & GERSTE?* ALLE INFOS UNTER WWW.SIGL.BIO

100 % UNABHÄNGIG

BEREITS 6 VON 10 BIEREN, DIE IN ÖSTERREICH GETRUNKEN WERDEN, STAMMEN VON INTERNATIONALEN GROSSKONZERNEN. DAMIT IST ES ZEIT, EIN ZEICHEN ZU SETZEN.

„Unabhängige Privatbrauereien Österreichs“ heißt die Initiative, die wir im September 2021 gemeinsam mit neun anderen gleichgesinnten Brauereien (Ottakringer, Stiegl, Schloss Eggenberg, Hirter, Murauer, Mohren, Freistädter, Schremser und Zwettler) gegründet haben. Erklärtes Ziel ist es, Transparenz für Biergenießer:innen zu schaffen, damit diese bewusst und informiert entscheiden können, ob sie zu einem Bier einer österreichischen Brauerei oder einem Bier aus einem internationalen Großkonzern greifen wollen. Mittlerweile umfasst die Vereinigung 38 österreichische Privatbrauereien, die stolz das Siegel „100 % unabhängig“ tragen. Das Siegel zeichnet Biere aus, die ausschließlich von österreichischen Privatbrauereien stammen, und daher ohne Rücksicht auf globale Markenstrategien ihre regionalen und individuellen Brautraditionen pflegen können. Die Privatbrauereien und ihre Eigentümer müssen ihren Sitz in Österreich haben und dürfen unter keinem Einfluss eines ausländischen Unternehmens stehen.

DIE AKTUELLE BRAU-SHIRTS-KOLLEKTION GIBT ES AUF PRIVATBRAUEREIEN.AT

Aber warum spielt die Unabhängigkeit und Konzernfreiheit von Brauereien eine entscheidende Rolle?

Maximale Wertschöpfung im eigenen Land: unabhängige Privatbrauereien zahlen alle Steuern zu 100 Prozent in Österreich und unterstützen so unser Gesundheitssystem, unsere Bildung und unsere Infrastruktur.

Genuss voller Vielfalt und echte österreichische Bierkultur: unabhängige Privatbrauereien brauen individuelle und eigenständige Biere nach überlieferten Rezepturen und nach ihrem persönlichen Geschmack. So schützen diese Brauereien die seit Generationen gewachsene Biervielfalt in unserem Land.

Mit dem Kauf von Bieren, die das „100 % unabhängig“ Siegel tragen, stärken Sie österreichische Privatbrauereien, die unabhängig bleiben und sich nicht von internationalen Großkonzernen vereinnahmen lassen.

MITMACHEN AUF SONNE.TRUMER.AT

SONNENFUNDING 2.0

Seit Oktober 2021 erzeugt die 400 kWp PhotovoltaikAnlage auf dem Dach unserer Lagerhallen durchschnitt lich 50 Prozent unseres Eigenverbrauchs an Strom. Um die Energiewende weiter voranzubringen und Versor gungslücken zu schließen planen wir nun einen Ausbau der Anlage um weitere 250 kWp und eine Neuauflage unseres Crowdfundings.

„Brauen mit der Kraft der Sonne“ – das war 2020 das Motto unseres ersten Trumer Sonnenfundings, bei dem wir 176 Un terstützer:innen zur Finanzierung der PV Anlage gewinnen konnten. Seit Inbetriebnahme vor gut einem Jahr werden unsere Erwartungen laufend übertroffen - an Spitzentagen können wir mit der Leistung der 400 kWp Anlage bis zu 200 % (Spitzenlast) unseres Eigenverbrauchs an Strom decken.

Um Versorgungslücken zu schließen und die Energiewende weiter voranzutreiben, haben wir uns zu einer Erweiterung der Anlage um 250 kWp entschlossen. Genutzt werden dafür restliche freie Dachflächen unserer Lagerhalle, des Gärkellers und unserer hauseigenen Kläranlage. Durch die Aufstockung auf insgesamt 650 kWp wird es uns zukünf tig möglich sein, bis zu 80 % unseres Eigenstrombedarfs

selbst zu produzieren. Dieser hohe Einsatz an erneuerbaren Energien ist einzigartig in unserer Branche.

Das „Trumer Sonnenfunding 2.0“ läuft ab Ende November auf sonne.trumer.at , eine Beteiligung ist mittels „Crowdinvestings“ mit einem Betrag von € 2.500,- oder € 5.000,möglich. Das Investment für 5 Jahre belohnen wir mit Zins rückzahlungen in Form von jährlichen Wertgutscheinen (einlösbar für Bier, Gläser und Accessoires im Trumer Shop am Brauereigelände und auf trumer.at , für Trumer Eigenver anstaltungen wie das Trumer Sommerkino und das Trumer Hopfenerntefest sowie für Übernachtungen in der Pension Obertrum). Und den geliehenen Betrag gibt‘s nach der Lauf zeit von 5 Jahren natürlich wieder ausgezahlt.

Gemeinsam mit unseren „Sonnenfundern“ schaffen wir es, unseren ökologischen Fußabdruck noch weiter zu verklei nern und eine nachhaltige Energiezukunft zu gestalten!

DARLEHENSHÖHE / INVESTOR € 2.500,- / € 5.000,LAUFZEIT 5 JAHRE VERZINSUNG 4,9 % p.a. € 122,5 / € 245,- p.a. in Form von Trumer Wertgutscheinen

ICH SEHNE MICH DANACH DASS JEDES UNTERNEHMEN EIN SOZIALES BUSINESS IST.

Es fühlt sich wie eine vergangene Zeit an: vor Corona. Und obwohl wir dieses Interview mit Katha Häckel-Schinkinger vor Corona im Jahr 2019 geführt haben, hat der Inhalt nichts an Aktualität verloren. Mehr denn je müssen wir darü ber sprechen, wie Mensch und Wirtschaft auf eine nachhaltige Weise zusammenfinden können, und zwar im großen Maßstab. Sonst gehen uns nicht nur sprichwörtlich bald die Luft und die Ressourcen aus. Katha ist heute Leiterin für Kommunikation und Fundraising bei Caritas Österreich . Zur Zeit des Interviews war sie verantwortlich für Habibi und Hawara . Damit war und ist sie weit über die Grenzen von Wien bekannt: Menschen mit Migrationshintergrund eine ech te Perspektive am Arbeitsmarkt zu schaffen. Wie man geflüchteten Menschen auch in der Wirtschaft mit Menschlichkeit begegnet und warum ein soziales Business hoffentlich bald nur mehr Business heißt, erzählt sie uns in diesem Gespräch.

WAS GENAU MACHST DU? Ich würde sagen am besten beschreibt es der Begriff “Sozialunternehmerin”. Da gibt es auch einen schicken sexy englischen Begriff dafür: „Social Entrepreneurin”. In unserem Sozialunter nehmen „Habibi und Hawara” setzte ich meine verschie denen Skills ein, die ich über die Jahre gelernt habe: Marketing, PR, Vertrieb und zum Teil auch Business Development.

WIE IST „HABIBI UND HAWARA” ENTSTAN

DEN? Entstanden ist das Ganze aus einer Initiative von 2015: „Hosten statt posten” und der Name war Programm. Gemeinsam mit Nina Mohimi, Susanne Pöchacker und Martin Rohla. Viele in unserer Blase waren hilfsbereit eingestellt, aber irgendwie hat kaum jemand dann doch den Hintern hochbekommen und etwas getan. Wir hatten durch Martin Rohla Zugang zur „Stadtflucht Bergmühle”,

die unter der Woche leerstand. Hier haben wir geflüchtete Menschen eingeladen, zumindest einen Tag Normalität zu erleben: Eben Kochen und Muße im Grünen. Daraus ist dann 2016 „Habibi und Hawara” entstanden.

WAS BEDEUTET “HABIBI UND HAWARA”? ‘Habibi’ bedeutet auf Arabisch Freund oder Liebling und ‘Hawara’ ist im Wiener Slang auch Freund. Und das drückt es ganz gut aus: Wir verbinden da zwei Welten. Mit dem Lokal verbinden wir Orient und Okzident und machen das auch bei den Speisen, bei den Rezepten und bei der Gast freundlichkeit.

WAS WAREN DIE HÜRDEN, DIE IHR ÜBERWUNDEN HABT UND WAS HABT IHR GELERNT?

Im Mai 2016 haben wir aufgesperrt und einen ziemlichen Ansturm erlebt, da die Geschichte offensichtlich einen Nerv getroffen hat. Aber dieser Ansturm hat uns auch ein Stück weit überfordert: Da ging es um banale Dinge. Ein Beispiel: Das Wort ‘Dessert’ verstehen unsere Mitarbeiter, aber ‘Nachspeise’ bedeutet quasi ein unlösbares Rätsel. Das haben wir Schritt für Schritt gelöst. Wenn du den Rucksack der Flucht mit dir hast, erst seit Kurzem im Land bist, dann fragst du nicht nach, weil du im Job keine Fehler machen willst. Da ist es umso wichtiger eine Unternehmenskultur zu haben, in der es ok ist, Fehler zu machen und dadurch zu lernen. Und dazu braucht es den Aufbau von Kommunikation, das heißt: Sprachkurse, Qualifizierung und Ausbildung.

WIE ENTSTEHT

DANN AUS EINER

INITIATIVE EIN UNTERNEHMEN? Da braucht es Unternehmer geist und schon die Gelegenheit, das Unternehmerische zu erkennen. Wir sind keine Charity Vereinigung oder Projekt, sondern schon ein gewinnorientiertes Business. Da kamen Menschen mit Potenzial, mit Talenten, mit diversen Ausbildungen, ehemalige Unternehmerinnen, die auf einmal vor dem Nichts standen. Und wir haben uns gedacht: Daraus müssen wir etwas machen. Außerdem konnte und wollte ich so meinem Können und Tun einen Sinn über das Geschäftliche hinaus geben.

HATTEST DU ZWEIFEL UND HAT DAS PROJEKT DICH VERÄNDERT? Ich habe viele Zweifel gehabt: War das für mich und meine Familie die richtige Entscheidung? Denn es braucht schon viel Herz blut und Engagement, viele Stunden, die man freiwillig arbeiten muss. Aber ich muss auch sagen, ich konnte mir es leisten, aus dem Job auszusteigen. Es geht sich für mich und meine Familie aus. Und so konnte ich das wagen mit Social Business. Und verändert hat es mich bestimmt: Ich habe fachlich viel dazu gelernt und noch viel mehr, die Wesentlichkeiten des Lebens wieder wahrzunehmen. Weil man unfassbares Glück hat, in der Lotterie des Lebens hier geboren worden zu sein: In einem sicheren Land, in einer guten Familie. Das ist eine ganz wichtige Lektion.

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„Ich wollte meinem Können und Tun einen Sinn über das Geschäftliche hinaus geben.“

SCHMECKT AUSGEZEICHNET.

2022 war ein Jahr voller Auszeichnungen für unsere Biere und unsere Brauerei. Das gibt Grund zur Freude nicht nur für unsere Trumer Teamspieler:innen, sondern vor allem für Trumer BierGenießer:innen.

Die größte Ehre wurde unserem – außerhalb des Seenlands noch weniger bekannten – OBERTRUMER MÄRZEN zuteil: bei der „Champions League der Biere“, dem European Beer Star , wurde es mit der GoldMedaille in der Kategorie „Austrian-Style Märzen“ prämiert. Die erstmalige Auszeichnung unseres Märzen-Bieres durch das namhafte Expertengremium zeigt, dass wir „nicht nur Pils können“, sondern auch mit DEM österreichischen Bierklassiker reüssieren.

Bei Meiningers International Craft Bier Award im April 2022 wurde unser fruchtig-leichtes TRUMER HOPFENSPIEL wie schon 2016 und 2017 mit der Platin Medaille ausgezeichnet. Die internationale Expertenjury bewertete insgesamt 261 Biere aus mehr als 20 Nationen, Platin wurde dabei nur 23 Mal vergeben. Als Kategoriesieger wurde unser Hopfenspiel zum

„Session Bier des Jahres 2022“ gekürt. Stolz ist unser Brauerteam rund um Braumeister Felix Bussler auch über eine weitere Auszeichnung im Wettbewerb: so wurde das klassisch-elegante TRUMER PILS in der Kategorie „German Style Pils“ mit Gold honoriert.

Neben unseren Bieren wurde auch das Engagement unserer Brauerei für den ressourcenschonenden Umgang mit der Natur mehrfach ausgezeichnet.

Nach dem umwelt blatt Salzburg 2021 , einer Auszeichnung für Vorbilder im Umwelt- und Klimaschutz, ging die Trumer Privatbrauerei beim Energy Globe 2022 als Sieger in der Kategorie „Luft“ hervor. Besonders hervorgehoben wurden Maßnahmen wie die Photovoltaik-Anlage am Dach unserer Lagerhallen, Mobilitätsalternativen für Mitarbeiter:innen, die Renaturierung von Streu- und Wirtschaftswiesen und der Bau von Anlagen zur Rückführung von Wärme.

Zur Freude über diese Auszeichnungen gesellt sich die Überzeugung, unseren Weg konsequent weiterzugehen und charaktervolle Biere höchster Qualität in umwelt- und ressourcenschonender Weise zu brauen.

LEERSTAND IST EINE CHANCE.

PENSION OBERTRUM EIN

ORT VOLLER MÖGLICHKEITEN

Im Juni 2022 wurde die Pension Obertrum als PopUp-Pension ins Leben gerufen. Initiiert von der Trumer Privatbrauerei und einem engagierten Projekt-Team die an diesem Ort ihre Ideen und Visionen umsetzen. Das Projekt soll aber nicht nur ein PopUp bleiben sondern sich langfristig entwickeln und etwas Nachhaltiges daraus entstehen.

WIE KAM ES DAZU?

Vor etwa zehn Jahren wurde im Ortszent rum Obertrum ein Passivhaus gebaut. Es ist ein hochwertiger Holzbau, welcher als Anbau eines Traditions-Gasthauses diente. Das gesamte Objekt wurde, zum Leidwesen der Bevölkerung, vor über einem Jahr ver kauft und stand seitdem leer. Dann passier te vieles spontan und wir entschieden uns dieses leerstehende Holzhaus mit 16 Dop pelzimmern anzumieten und ihm frischen Wind einzuhauchen.

LEERSTAND ALS CHANCE.

Mit dem Ziel vorhandene Ressourcen zu nutzen entsteht hier ein Ort, der mit der Zeit wächst. Damit er Wurzeln schlagen kann und sich einfügt in die Umgebung. Für die Trumer Privatbrauerei ist die Pension Obertrum der Beginn einer Reise, ein Neu denken von Tourismus, eine entschleuni gende Art von Workation, ein Sprung ins kalte Wasser oder in den Obertrumer See. Es ist eine touristische Intervention, die Seenland Region und auch die Brauerei für interessierte und kreative Menschen erleb bar und spürbar zu machen.

RÜCKBLICK.

Die erste Sommer- und somit Hochsaison lief laut Projektleiterin Sophie Leitner sehr gut: „Wir waren be geistert und über wältigt von den Menschen, die den Weg aus aller Welt zu uns gefunden haben und die ausschließlich positive Resonanz vom Ort wie auch von den Gästen. Es hat

Ein Ort zum Verweilen.

Mitten im Ort.

Obertrum am See.

uns bestärkt, die touristische Spielwiese Pension Ober trum weiter zu denken und sie weiterhin als Labor zu sehen, um neue Konzepte zu testen und zu entwickeln. Wir möchten hier einen Ort schaffen in dem auch wir In spiration schöpfen und Austausch erfah ren können. Das ist unser großer Antrieb.“.

EIN ORT VOLLER MÖGLICHKEITEN.

Im kommenden Jahr sollen vermehrt Retreats und kreative Auszeiten angeboten werden. Denn neben den 16 Doppel zimmern verfügt die Pension über einen lichtdurchflute ten knapp 90m 2 großen „Raum voller Möglichkeiten“ mit Blick und direktem Zugang ins Grüne. Dieser steht künftig für Seminare und vieles mehr zur Verfügung. Es wird auch gerade an einem Konzept gearbeitet, um die Einbindung in den Ort mehr zu forcieren wie z.B. offene Yoga-Klassen.

Außerdem entstehen im Nachbarhaus, dem Braugast hof Sigl, im leerstehenden ersten Stock Arbeitsplätze und Kreativräume, die von den Pensionsgästen genutzt werden können.

Die Devise der Pension Obertrum bleibt bestehen: Leerstand wird als Chance gesehen, mit Vorhandenem zu arbeiten und dabei nie den Blick fürs Schöne und das zu verlieren, was uns bei Trumer antreibt. Design, Nachhaltigkeit, Kultur, Ge meinschaft und die Suche nach der guten Zeit.

Definitiv eine Reise wert.

SPORER X TRUMER

Handgepflückter Naturhopfen aus Obertrum, die feine Handwerkskunst des Liköransetzens und kreative Eigen tümer von zwei Salzburger Familienunternehmen – das sind die Ingredienzien für den „Sporer HOPFEN“.

Der TRUMER x GÖLLES Bieressig war 2021 das erste Bei spiel, wie sich aus der Krise heraus neue Partnerschaften mit gleichgesinnten Familienbetrieben ergeben haben. Mit dem „Sporer HOPFEN“ ist nun eine weitere Spezialität aus der Symbiose zweier Traditionsunternehmen entstanden.

Die feine Bittere ist nicht nur charakteristisch für unsere Pilsbiere, sondern auch für die neueste Likörkreation der traditionsreichen Sporer Manufaktur in der Salzburger Getreidegasse gemeinsam mit der Trumer Privatbrauerei. Für den „Sporer HOPFEN“ werden die Hopfendolden aus unserem brauereieigenen Hopfengarten im Rahmen des

jährlichen Hopfenerntefestes per Hand gepflückt und im Feinkorndestillat angesetzt. Danach wird er mit 25 verschie denen Kräutern, Wurzeln, Orangenblüten, Zitronen- und Orangenschalen verfeinert. Das Ergebnis ist ein fruchtigherber Likör mit leichter Zitrus- und Minznote, der in der edlen Steingutflasche abgefüllt wird.

Der Sporer HOPFEN wird entweder pur auf Eis als Digestif genossen oder im Weinglas, aufgespritzt mit Trumer Hopfenspiel, Zitronenzeste und Eis serviert. Der fruchtig-herbe „Josef im Weinglas“ eignet sich perfekt als Aperitif oder als abwechslungsreiche Erfrischung für den Gaumen.

Erhältlich ist der 30% vol. starke Likör in der Sporer Likör- und Punschmanufaktur sowie im Trumer Shop am Brauereigelände als auch online unter: SPORER.AT / TRUMER.AT

IM ABO VIERMAL JÄHRLICH ODER ALS EINZELBOX ERHÄLTLICH! HOPFENBOX.AT UNSERE SELEKTION FÜR BIERLIEBHABER. ZUM SELBERGENIESSEN ODER VERSCHENKEN. DIREKT VOR DIE HAUSTÜR GELIEFERT. 6 X 3 BIER SPEZIALITÄTEN + 2 DESIGN GLÄSER HDieopfenbox

WIRTS

HAUS, QUO VADIS?

Um diese und andere Fragen, nämlich Geschmacksfragen, Bewer tungsfragen, drehte sich das diesjährige Einfach Leben Festival (ehemals Forum), das von 4. bis 6. November 2022 zum bereits drit ten Mal stattfand – und erstmals auch in Obertrum Station machte. Auch dieses Jahr bot es einen anregenden und verbindenden Rah men für Menschen verschiedenster Branchen und Disziplinen.

Am Freitag drehte sich im ansonsten leerstehenden, nun atmosphärisch wiederbelebten Gasthof Obertrum und im gegenüberliegenden Bierkeller alles um das Wirtshaus: Einst gastronomischer Dreh- und Angelpunkt des täglichen Lebens und Heimat dörflicher Geselligkeit. Steht das Wirtshaus vor dem Aus? Was braucht es – politisch, gesellschaftlich, wirtschaftlich – um dem entgegenzuwirken? Um diese Fragen ging es in verschiedenen, generationenübergreifend besetzten Podien und Formaten. Kulinarisch begleitet wurde der Tag von zwei absoluten (und absolut sympathischen) Ausnahmetalenten: Ethel Hoon und Jakob Zeller vom Restaurant Klösterle in Zug bei Lech am Arlberg.

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„Es braucht Kontinuität genauso wie Neugier, so lide Handwerker genau so wie kreative Köpfe.“
MILENA BROGER (RESTAURANT WEISS IN BREGENZ, VORARLBERG)
MEHR UNTER EINFACHLEBENFESTIVAL.COM
DAS KOCH-DUO ETHEL HOON UND JAKOB ZELLER BELEBEN DAS LEER STEHENDE WIRTSHAUS IN OBERTRUM

KÖNNEN GEMEINDEN UMKREMPELN.“

immer ein Schimpfwort und man macht Vanillepudding mit fertigem Pulver.“

Auch am Samstag ging es, nun in der Szene Salzburg , bunt weiter: Alles drehte sich um den Geschmack, es wurde diskutiert, gekocht, zugehört und genossen. Abends be rührte und begeisterte der dänische Starkoch Christian Puglisi mit Einblicken in seine Arbeit und sein Denken. Am Sonntag wartete auf die Besucher:innen ein ebenso abwechslungsreiches und inspirierendes Programm zum Thema Bewertung im M32 – auch hier gab es viel zu hören, sehen und zu lachen – und natürlich ein ordentli ches Sonntagsessen. Ein hoffnungsvolles, mutmachendes Wochenende in Stadt und Land!

„Wir jammern nicht, aber gewisse Dinge müssen auf kommunaler Ebene angedacht werden, wenn man ver hindern will, dass so viele Betriebe ins Strudeln geraten.“
KATRIN UND SABRINA STEINDL (UNTERWIRTINNEN IN EBBS IN TIROL)
„In der Berufsschule ist vegetarisch noch
ANNA
(KOMMOD, WIEN)
„AM LIEBSTEN INVESTIERE ICH IN MEIN TEAM.“
EMANUEL MOOSBRUGGER (BIOHOTEL SCHWANEN IN BIZAU, VORARLBERG)
„WIR SIND NICHT AM SCHNELLEN GESCHÄFT INTERESSIERT, SONDERN AN LANGFRISTIGEN PARTNERSCHAFTEN.“
JOSEF EISL (BIOLANDWIRT IN ABERSEE AM WOLFGANGSEE, SALZBURG)
DER DÄNISCH-ITALIENISCHE STARKOCH CHRISTIAN PUGLISI IM GESPRÄCH
„KULTURINITIATIVEN
STEFAN HEINISCH (LEITER, BEWERBUNGSINITIATIVE „SALZKAMMERGUT KULTURHAUPTSTADT EUROPAS 2024“)

Weil sie

schmeckt. Ein neues Produkt der Trumer Privatbrauerei sigl.bio
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